AP1 Vorbereitung

1.1 Datensicherheit – Grundlagen, TOMs und Zugriffsrechte

Überblick

Datensicherheit ist ein Zusammenspiel aus Technik, Organisation und bewusstem Verhalten. Diese Lernseite behandelt Schutzziele, Kontrollen und Berechtigungen.

So lernst du: Beantworte jede Frage zuerst selbst und klappe anschließend die Musterantwort auf.

Grundlagen und Schutzziele

1. Was versteht man unter Datensicherheit?

Maßnahmen, die Daten gegen Verlust, unerlaubte Veränderung und unberechtigte Nutzung schützen. Dazu gehören beispielsweise Sicherungskopien, Berechtigungen und Verschlüsselung.

2. Welche drei grundlegenden Schutzziele gibt es?
3. Ordne zu: Kundendaten werden veröffentlicht, Rechnungen manipuliert, ein Server fällt aus.

Veröffentlichung → Vertraulichkeit. Manipulation → Integrität. Serverausfall → Verfügbarkeit. Ein Vorfall kann mehrere Schutzziele gleichzeitig beeinträchtigen.

4. Was unterscheidet Datenschutz und Datensicherheit?

Datenschutz betrifft den Umgang mit personenbezogenen Informationen und den Schutz der betroffenen Menschen. Datensicherheit schützt Daten unabhängig davon, ob sie einen Personenbezug haben. Beide Bereiche überschneiden sich.

Technische und organisatorische Maßnahmen

5. Was sind TOMs? Nenne technische und organisatorische Beispiele.

Technische und organisatorische Maßnahmen. Technisch: Verschlüsselung, Firewall, MFA. Organisatorisch: Schulungen, geregelte Rechtevergabe, dokumentierte Backup-Verantwortung und Notfallabläufe.

6. Wie unterscheiden sich Zutritts-, Zugangs- und Zugriffskontrolle?

Merksatz: Raum → System → Daten.

7. Wozu dienen Weitergabe- und Eingabekontrolle?

Weitergabekontrolle: Informationen bei Übermittlung und Weitergabe schützen, etwa durch verschlüsselte Verbindungen. Eingabekontrolle: Änderungen nachvollziehbar machen, beispielsweise über Protokolle mit Benutzer, Zeitpunkt und Aktion.

8. Was bedeuten Auftragskontrolle, Verfügbarkeitskontrolle und Datentrennung?

Auftragskontrolle: Verarbeitung gemäß festgelegten Vorgaben. Verfügbarkeitskontrolle: Ausfälle und Verlust abfangen. Datentrennung: Bestände für unterschiedliche Zwecke oder Mandanten getrennt halten.

Identität und Berechtigungen

9. Was unterscheidet Authentifizierung und Autorisierung?

Authentifizierung: Identität prüfen – „Wer bist du?“ Autorisierung: Berechtigung prüfen – „Was darfst du?“ Ein erfolgreicher Login erlaubt nicht automatisch den Zugriff auf alle Daten.

10. Welche Authentifizierungsfaktoren gibt es?
11. Sind Passwort und PIN zusammen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Nein. Beide gehören zur Kategorie Wissen. MFA kombiniert unabhängige Faktoren verschiedener Kategorien, zum Beispiel Passwort und Sicherheitsschlüssel.

12. Wie unterscheiden sich RBAC, ABAC und ACL?
13. Was bedeuten Least Privilege und Need-to-know?

Least Privilege: Nur die für eine Aufgabe notwendigen Rechte vergeben. Need-to-know: Informationen nur bei fachlichem Bedarf zugänglich machen. Ein Mitarbeiter benötigt beispielsweise Leserechte für einen Bericht, aber keine Löschrechte auf dem gesamten Laufwerk.

14. Warum müssen Rechte regelmäßig überprüft werden?

Aufgaben und Zuständigkeiten ändern sich. Nicht mehr benötigte Berechtigungen werden entzogen; bei Austritt wird der Zugang gesperrt. Sonst sammeln sich überflüssige Rechte an.

15. Was bedeutet Funktionstrennung?

Kritische Arbeitsschritte werden auf mehrere Personen verteilt. Beispiel: Eine Person legt einen Zahlungsempfänger an, eine andere genehmigt die Zahlung. Das erschwert Missbrauch und reduziert Fehler.

Merksatz

Schutzziel bestimmen → passende Kontrolle auswählen → Wirksamkeit prüfen.

Prüfungshinweis

Nenne bei Maßnahmen immer den Zweck. „Verschlüsselung schützt bei verlorenen Datenträgern die Vertraulichkeit“ ist aussagekräftiger als nur „Verschlüsselung“.

Quellen und Einordnung

Themenrahmen: FI-Wiki – Datensicherheit. Die Fragen, Beispiele und Musterantworten sind eigenständig als Lernhilfe formuliert; keine offiziellen IHK-Prüfungsfragen.

Vertiefung zu Berechtigungen: OWASP – Authorization Cheat Sheet.

1.2 Datensicherheit – Bedrohungen, Härtung und ISMS

Überblick

Hier übst du, Bedrohungen zu erkennen, Schutzmaßnahmen zu begründen und technische Sicherheit in ein geregeltes Vorgehen einzuordnen.

So lernst du: Nenne zuerst Angriff, betroffenes Schutzziel und Gegenmaßnahme. Klappe dann die Antwort auf.

Bedrohungen und Gegenmaßnahmen

1. Was ist SQL-Injection und wie verhindert man sie?

Ungeprüft zusammengesetzte Datenbankabfragen können Eingaben als SQL-Befehle interpretieren. Parametrisierte Abfragen beziehungsweise Prepared Statements trennen Befehlsstruktur und Daten. Zusätzlich: Eingaben passend validieren und dem Datenbankkonto nur erforderliche Rechte geben. Eingabeprüfung allein ersetzt keine Parametrisierung.

2. Was ist Cross-Site Scripting (XSS)?

Eine Anwendung gibt fremde Inhalte so aus, dass der Browser sie als ausführbaren Code behandelt. Schutz: kontextgerechte Ausgabekodierung, sichere Framework-Funktionen und bei erlaubtem HTML eine geeignete Bereinigung. Eine bloße Suche nach verdächtigen Wörtern reicht nicht.

3. Was unterscheidet SQL-Injection und XSS?

SQL-Injection beeinflusst Datenbankabfragen. XSS betrifft die Ausführung eingeschleuster Inhalte im Browser. Deshalb unterscheiden sich die Hauptmaßnahmen: Abfragen parametrisieren beziehungsweise Ausgaben sicher kodieren.

4. Was ist Phishing und welche Maßnahmen helfen?

Gefälschte Nachrichten oder Anmeldeseiten sollen etwa Zugangsdaten erbeuten. Gegenmaßnahmen: Absender und Zieladresse prüfen, bekannte Zugangswege nutzen, verdächtige Nachrichten melden, Schulungen und MFA einsetzen. MFA senkt das Risiko, macht aber nicht jede Phishing-Variante wirkungslos.

5. Was bedeutet Social Engineering?

Angreifer nutzen Hilfsbereitschaft, Angst oder Zeitdruck, um Menschen zu unerwünschten Handlungen zu bewegen. Beispiel: ein angeblicher Supportmitarbeiter verlangt einen Anmeldecode. Schutz: Identität über einen bekannten, unabhängigen Kontaktweg prüfen und Freigabeprozesse einhalten.

6. Was sind Malware, Virus, Trojaner und Ransomware?

Malware ist der Oberbegriff für Schadsoftware. Ein Virus verbreitet sich über infizierte Wirtsdateien. Ein Trojaner tarnt sich als nützliches Programm. Ransomware sperrt oder verschlüsselt Daten zur Erpressung; auch Datendiebstahl kann dazugehören.

7. Welche Schutzmaßnahmen gegen Schadsoftware ergänzen sich?

Aktuelle Software, geeigneter Endgeräteschutz, eingeschränkte Benutzerrechte, vorsichtiger Umgang mit Anhängen und überprüfte Backups. Kein einzelnes Produkt verhindert jeden Angriff.

8. Was ist ein Brute-Force-Angriff?

Automatisiertes Durchprobieren möglicher Zugangsdaten. Lange, einzigartige Passwörter erschweren das Erraten. Rate-Limiting begrenzt Versuche; MFA ergänzt den Schutz. Fehlversuche sollten überwacht werden.

9. Was ist ein Man-in-the-Middle-Angriff?

Ein Angreifer positioniert sich zwischen Kommunikationspartnern, um Daten mitzulesen oder zu verändern. Korrekt eingesetztes TLS mit Zertifikatsprüfung schützt die Verbindung. Zertifikatswarnungen dürfen nicht einfach übergangen werden.

10. Was ist DDoS, und reicht Load Balancing als Schutz?

Viele verteilte Quellen überlasten einen Dienst oder dessen Anbindung. Hauptsächlich betroffen ist die Verfügbarkeit. Lastverteilung kann helfen, reicht bei überlasteter Leitung aber nicht aus. Vorgeschaltete Filterung und DDoS-Schutz beim Anbieter können notwendig sein.

Härtung und Sicherheitsmanagement

11. Was bedeutet Betriebssystemhärtung?

Die Angriffsfläche gezielt verkleinern: unnötige Dienste und Schnittstellen abschalten, Updates einspielen, Rechte begrenzen, sichere Anmeldung durchsetzen, Firewall-Regeln einschränken sowie Protokollierung und Überwachung einrichten.

12. Warum ist Härtung keine einmalige Aufgabe?

Neue Schwachstellen, installierte Programme und geänderte Anforderungen beeinflussen die Sicherheitslage. Konfigurationen, Updates und Berechtigungen müssen deshalb regelmäßig überprüft werden.

13. Was ist ein ISMS?

Ein Informationssicherheitsmanagementsystem legt fest, wie eine Organisation Informationssicherheit steuert: Verantwortlichkeiten, Risiken, Ziele, Maßnahmen und deren Überprüfung. Es umfasst Menschen und Abläufe ebenso wie Technik.

14. Wofür stehen BSI IT-Grundschutz und ISO/IEC 27001?

IT-Grundschutz: Methodik und Anforderungen des BSI zur systematischen Absicherung. ISO/IEC 27001: internationaler Standard mit Anforderungen an ein ISMS. Eine Zertifizierung bezieht sich auf einen festgelegten Geltungsbereich; sie garantiert keine absolute Angriffssicherheit.

Anwendungsaufgabe

15. Ein angeblicher Administrator verlangt telefonisch dein Passwort für eine dringende Reparatur. Wie reagierst du?

Keine Zugangsdaten herausgeben. Anfrage über den bekannten Supportkanal überprüfen und den Verdacht melden. Einordnung: Social Engineering; die behauptete Dringlichkeit soll die normale Prüfung umgehen.

Merksatz

Bedrohung erkennen → Angriffsweg verstehen → passende Maßnahmen kombinieren.

Prüfungshinweis

Vermeide pauschale Antworten wie „Firewall installieren“. Begründe, warum eine Maßnahme zum Angriff passt. Unterscheide Vorbeugung, Erkennung und Wiederherstellung.

Quellen und Einordnung

Themenrahmen: FI-Wiki – Datensicherheit. Eigenständig formulierte Lernfragen und ergänzende Praxisbeispiele; keine offiziellen IHK-Prüfungsfragen.

Technische Vertiefung: OWASP – SQL Injection Prevention und OWASP – Cross Site Scripting Prevention.

1.3 Datensicherheit – Backups und Wiederherstellung

Überblick

Ein Backup ist eine zusätzliche, wiederherstellbare Kopie. Entscheidend ist, ob die benötigten Daten nach einem Fehler tatsächlich rechtzeitig zurückgeholt werden können.

So lernst du: Bearbeite zuerst die Begriffe und anschließend die Wiederherstellungs- und Rechenaufgabe.

Grundlagen und Planung

1. Welche Ursachen für Datenverlust muss eine Sicherungsstrategie berücksichtigen?

Hardwaredefekte, Stromprobleme, versehentliches Löschen, fehlerhafte Änderungen, Schadsoftware sowie Ereignisse wie Brand oder Diebstahl. Sicherungen müssen gegen gemeinsame Ausfallursachen geschützt sein.

2. Welche Daten sollten bei der Planung besonders beachtet werden?

Unersetzliche Informationen wie eigene Projektdokumente oder Geschäftsdaten verdienen besondere Priorität. Wiederbeschaffbare Software ist anders zu bewerten; ihre erneute Installation kann trotzdem viel Zeit kosten. Auch Konfigurationen und benötigte Schlüssel gehören in die Planung.

3. Was gehört in ein Datensicherungskonzept?

Zu sichernde Daten, Verantwortliche, Sicherungsintervalle, Verfahren, Medien, Aufbewahrung, Zugriffsschutz, Überwachung und Wiederherstellungstests. Datenmenge, Kosten, Sicherungsfenster und benötigte Wiederanlaufzeit müssen zusammenpassen.

4. Welche Vor- und Nachteile haben Band, externe HDD/SSD und Cloud?

Sicherungsarten

5. Was wird bei einer Vollsicherung gespeichert?

Alle für diesen Sicherungslauf ausgewählten Daten. Die Wiederherstellung ist übersichtlich, der Speicher- und Zeitbedarf pro Lauf jedoch meist höher als bei einer Änderungssicherung.

6. Was speichert ein inkrementelles Backup?

Die Änderungen seit dem letzten Backup der Sicherungskette. Für eine klassische Wiederherstellung benötigt man das Vollbackup und alle nachfolgenden Inkremente bis zum gewünschten Stand.

7. Was speichert ein differenzielles Backup?

Alle Änderungen seit der letzten Vollsicherung. Zur Wiederherstellung benötigt man diese Vollsicherung und das gewünschte differenzielle Backup. Frühere Differenzsicherungen sind dafür nicht nötig.

8. Vollbackup am Sonntag, tägliche Sicherungen Montag bis Donnerstag: Was brauchst du für Donnerstagabend?

Inkrementell: Sonntag + Montag + Dienstag + Mittwoch + Donnerstag. Differenziell: Sonntag + Donnerstag. Voraussetzung: eine klassische Sicherungskette ohne zusätzliche synthetische Vollsicherungen.

9. Rechenaufgabe: 100 GB Vollbackup, danach täglich 10 GB neue, unterschiedliche Daten. Wie viel wird Montag bis Mittwoch gesichert?

Inkrementell: 10 + 10 + 10 = 30 GB. Differenziell: 10 + 20 + 30 = 60 GB. Mit Sonntagsvollbackup: 130 beziehungsweise 160 GB. Annahme: keine Kompression, Deduplizierung oder Löschung; vereinfachtes Datenmodell.

Sicherungsprinzipien

10. Was besagt die 3-2-1-Regel?

3 Datenkopien insgesamt, einschließlich der produktiven Daten; auf 2 unterschiedlichen Medientypen; davon 1 Kopie an einem anderen Standort. Zusätzlich sind offline oder unveränderbar aufbewahrte Kopien ein Schutz gegen Ransomware.

11. Was bedeutet Großvater-Vater-Sohn?

Ein Rotationsschema mit mehreren Aufbewahrungsstufen, typischerweise tägliche, wöchentliche und monatliche Sicherungen. Dadurch stehen aktuelle und ältere Wiederherstellungspunkte bereit. Die genauen Intervalle werden im Konzept festgelegt.

12. Wie unterscheiden sich Hot Backup und Cold Backup?

Hot: Sicherung während des laufenden Betriebs; das Verfahren muss einen konsistenten Zustand ermöglichen. Cold: Anwendung beziehungsweise Datenbank ist angehalten; das erleichtert Konsistenz, verursacht aber eine Unterbrechung.

Typische Prüfungsfallen

13. Warum ersetzt RAID kein Backup?

Redundante RAID-Level können bestimmte Laufwerksausfälle abfangen. Versehentliche Löschungen oder verschlüsselte Dateien werden aber auch auf dem RAID wirksam. RAID bietet keine unabhängige historische Sicherung. RAID 0 besitzt überhaupt keine Redundanz.

14. Ist eine synchronisierte Cloud-Ablage automatisch ein Backup?

Nein. Synchronisation kann Löschungen oder beschädigte Dateien weitergeben. Für eine Sicherung müssen frühere beziehungsweise getrennte Datenstände zuverlässig wiederherstellbar sein. Versionierung, Aufbewahrung und Zugriffsschutz sind zu prüfen.

15. Welche Aufgabe haben USV und Überspannungsschutz?

Eine USV überbrückt begrenzte Stromunterbrechungen und kann geordnetes Herunterfahren ermöglichen. Überspannungsschutz begrenzt schädliche Spannungsspitzen. Beide ergänzen die Absicherung, stellen aber keine gelöschten Daten wieder her.

16. Warum reicht die Meldung „Backup erfolgreich“ nicht aus?

Sie beweist noch nicht, dass alle benötigten Daten lesbar, konsistent und rechtzeitig wiederherstellbar sind. Regelmäßige Restore-Tests überprüfen Inhalt, Ablauf, benötigte Zugänge und Wiederherstellungsdauer.

Anwendungsaufgabe

17. Ein Unternehmen sichert jeden Abend auf eine dauerhaft angeschlossene USB-Platte. Was würdest du verbessern?

Mindestens eine weitere räumlich getrennte Kopie vorsehen; Sicherungen offline oder unveränderbar schützen; Aufbewahrungsstände und Zugriffsrechte festlegen; Fehler überwachen und Wiederherstellungen testen. Eine ständig erreichbare USB-Platte könnte durch denselben Angriff wie die Originaldaten verschlüsselt werden.

Merksatz

Voll: alles. Inkrementell: seit der letzten Sicherung. Differenziell: seit der letzten Vollsicherung.

Prüfungshinweis

Unterscheide Sicherungsaufwand und Wiederherstellungsaufwand. Prüfe bei einer Aufgabe zuerst den Bezugspunkt der Änderungen und die benötigte Sicherungskette. RAID, Synchronisation und USV ersetzen kein eigenständiges Backup.

Quellen und Einordnung

Themenrahmen: FI-Wiki – Datensicherheit. Ergänzend: BSI – Datensicherung und Datenverlust.

Eigenständig formulierte Lernfragen; die Zahlen- und Praxisaufgaben sind ergänzende Übungsbeispiele, keine offiziellen IHK-Prüfungsfragen.

Datensicherheit – Grundlagen, Maßnahmen und Übungsaufgaben

Datensicherheit – Grundlagen, Maßnahmen und Übungsaufgaben

Datensicherheit umfasst technische, organisatorische und personelle Maßnahmen, die Daten vor Verlust, unberechtigter Veränderung und unbefugtem Zugriff schützen.

Dabei werden nicht nur personenbezogene Daten geschützt, sondern beispielsweise auch Konstruktionszeichnungen, Software, Konfigurationen und Geschäftsunterlagen.

Abgrenzung wichtiger Begriffe

Begriff Bedeutung Beispiel
Datensicherheit Schutz von Daten unabhängig von ihrem Personenbezug Eine Konstruktionsdatei wird verschlüsselt und gesichert.
Datenschutz Schutz von Menschen beim Umgang mit ihren personenbezogenen Daten Beschäftigtendaten dürfen nur für zulässige Zwecke verarbeitet werden.
Informationssicherheit Schutz von Informationen in jeder Form Auch Papierakten und vertrauliche Gespräche werden geschützt.
Datensicherung Erstellung wiederherstellbarer Sicherungskopien Ein Backup ermöglicht die Wiederherstellung gelöschter Dateien.

Merksatz: Datensicherung ist eine Maßnahme der Datensicherheit.


Schutzziele der Datensicherheit

Die drei zentralen Schutzziele sind Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Die englischen Bezeichnungen ergeben die Abkürzung CIA: Confidentiality, Integrity und Availability.

Schutzziel Bedeutung Verletzung des Schutzziels Geeignete Maßnahmen
Vertraulichkeit Informationen sind nur für Berechtigte zugänglich. Ein Unbefugter liest Gehaltsabrechnungen. Verschlüsselung, Berechtigungen, MFA
Integrität Daten bleiben korrekt und vollständig; unberechtigte Veränderungen werden verhindert oder erkannt. Eine Kontonummer auf einer Rechnung wird manipuliert. Änderungsrechte begrenzen, digitale Signaturen, geschützte Protokolle
Verfügbarkeit Daten und Systeme sind bei Bedarf im vereinbarten Umfang nutzbar. Ein Serverausfall verhindert die Auftragsbearbeitung. Redundanz, Backups, USV, Wiederanlaufplanung

Konkrete Umsetzung

Wichtige Unterschiede

Verschlüsselung allein stellt keine Verfügbarkeit sicher. Ein verschlüsseltes, aber defektes Speichermedium kann weiterhin unlesbar sein.

Ein einfacher Hashwert beweist nicht automatisch die Herkunft einer Datei. Kann ein Angreifer Datei und Vergleichswert ändern, reicht der Vergleich nicht aus. Für einen Herkunftsnachweis kommen beispielsweise digitale Signaturen infrage.

Eckdaten zur Verfügbarkeit

Verfügbarkeit wird häufig als Prozentwert angegeben:

Verfügbarkeit = verfügbare Zeit ÷ betrachtete Gesamtzeit × 100

Verfügbarkeit Rechnerische Ausfallzeit pro Jahr
99 % ca. 87,6 Stunden
99,9 % ca. 8,76 Stunden
99,99 % ca. 52,6 Minuten

Annahme: 365 Tage und durchgehender Betrieb. Welche Ausfälle und Wartungszeiten tatsächlich mitzählen, hängt von der vereinbarten Messweise ab.

Übungsaufgabe

Ordne die folgenden Fälle den Schutzzielen zu:

  1. Kundendaten werden öffentlich zugänglich.
  2. Ein Angreifer verändert Bestellmengen.
  3. Das Warenwirtschaftssystem ist zwei Stunden nicht erreichbar.
Lösung anzeigen

1. Vertraulichkeit.

2. Integrität.

3. Verfügbarkeit.

Ein Vorfall kann mehrere Schutzziele gleichzeitig betreffen.


Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)

TOMs setzen Sicherheitsziele praktisch um.

Maßnahme Zweck Beispiel und Umsetzung
Zutrittskontrolle Unberechtigte Personen aus Gebäuden oder Räumen fernhalten Serverraum abschließen, persönliche Schlüsselkarten vergeben, Besucher begleiten
Zugangskontrolle Unberechtigte Nutzung eines Systems verhindern Persönliche Benutzerkonten, MFA und automatische Bildschirmsperre einsetzen
Zugriffskontrolle Erlaubte Aktionen auf bestimmte Daten beschränken Einer Gruppe Leserechte geben, Schreib- und Löschrechte nur zuständigen Personen erlauben
Weitergabekontrolle Übertragung und Weitergabe von Daten absichern TLS verwenden, Empfänger prüfen und Freigabelinks zeitlich begrenzen
Eingabekontrolle Eingaben, Änderungen und Löschungen nachvollziehbar machen Benutzer, Zeitpunkt und Aktion in geschützten Protokollen erfassen
Auftragskontrolle Verarbeitung entsprechend festgelegten Vorgaben sicherstellen Aufgaben und zulässige Verarbeitung eines Dienstleisters festlegen und kontrollieren
Verfügbarkeitskontrolle Daten und Dienste gegen Ausfall und Verlust absichern Backups, Ersatzsysteme und Wiederherstellungstests einrichten
Trennung von Daten Unterschiedliche Zwecke oder Mandanten voneinander abgrenzen Getrennte Datenbanken, Mandantenbereiche und Berechtigungen verwenden

Zutritt, Zugang und Zugriff unterscheiden

Frage Zugehörige Kontrolle
Darf die Person den Serverraum betreten? Zutrittskontrolle
Darf sie sich am Server anmelden? Zugangskontrolle
Darf sie die Personaldatei öffnen oder verändern? Zugriffskontrolle

Merksatz: Zutritt zum Raum – Zugang zum System – Zugriff auf Daten.

Beispiel für das Zusammenspiel

Ein Administrator darf den Serverraum betreten und sich an einem Wartungssystem anmelden. Daraus folgt nicht automatisch, dass er sämtliche fachlichen Daten lesen dürfen soll. Berechtigungen müssen passend zur Aufgabe gestaltet werden.

Übungsaufgabe

Ordne die Maßnahmen zu:

  1. Anmeldung mit Passwort und Sicherheitsschlüssel.
  2. Zugang zum Rechenzentrum über eine Schlüsselkarte.
  3. Eine Mitarbeiterin darf Rechnungen lesen, aber nicht löschen.
  4. Änderungen an Kundenadressen werden protokolliert.
  5. Produktivdaten und Testdaten werden getrennt gespeichert.
Lösung anzeigen

1. Zugangskontrolle.

2. Zutrittskontrolle.

3. Zugriffskontrolle.

4. Eingabekontrolle.

5. Trennung von Daten.


Bedrohungsszenarien und Gegenmaßnahmen

SQL-Injection

Bei SQL-Injection beeinflussen manipulierte Eingaben eine Datenbankabfrage. Das kann passieren, wenn eine Anwendung Eingaben unmittelbar mit SQL-Befehlstext zusammensetzt.

Beispiel: Ein Suchfeld verarbeitet eine Eingabe als Bestandteil der SQL-Syntax statt ausschließlich als Suchwert.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Unterschied: Eingabevalidierung prüft, ob ein Wert zulässig ist. Parametrisierung verhindert, dass ein übergebener Wert die vorgesehene SQL-Struktur verändert. Validierung ersetzt keine Parametrisierung.

Cross-Site Scripting (XSS)

Bei XSS werden fremde Inhalte so in eine Webseite eingebunden, dass der Browser sie als ausführbaren Code verarbeitet.

Beispiel: Ein Kommentar wird ungeprüft als HTML ausgegeben und führt unerwünschte Aktionen im Browser anderer Besucher aus.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Unterschied zu SQL-Injection: SQL-Injection betrifft Datenbankabfragen. XSS betrifft die Verarbeitung von Inhalten im Browser.

Phishing

Phishing täuscht eine vertrauenswürdige Nachricht, Person oder Website vor, um beispielsweise Zugangsdaten zu erlangen.

Beispiel: Eine E-Mail behauptet, das Firmenkonto werde gesperrt. Der enthaltene Link führt zu einer gefälschten Anmeldung.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Wichtig: Ein HTTPS-Schloss beweist nicht, dass eine Website seriös ist. Auch eine Phishing-Seite kann eine verschlüsselte Verbindung anbieten.

Malware

Malware ist der Oberbegriff für Schadsoftware.

Art Kennzeichen Beispiel
Virus Verbreitet sich durch Infektion anderer Dateien oder Programme Eine infizierte Programmdatei verändert weitere Dateien.
Trojaner Tarnt sich als legitime oder nützliche Software Ein angebliches Hilfsprogramm installiert eine Hintertür.
Ransomware Sperrt oder verschlüsselt Daten zur Erpressung; häufig zusätzlich Datendiebstahl Projektdateien werden unbrauchbar und ein Lösegeld wird verlangt.

Diese Kategorien können sich überschneiden.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Brute-Force

Bei Brute-Force werden viele mögliche Passwörter automatisiert ausprobiert.

Beispiel: Ein Angreifer versucht wiederholt verschiedene Kennwörter an einer Anmeldung.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Abgrenzung: Beim Credential Stuffing werden bereits gestohlene Zugangsdaten anderer Dienste ausprobiert. Einzigartige Passwörter begrenzen dieses Risiko.

Man-in-the-Middle

Ein Angreifer befindet sich zwischen Kommunikationspartnern und versucht, Daten mitzulesen oder zu verändern.

Beispiel: In einem manipulierten Netzwerk wird eine ungeschützte Verbindung abgefangen.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Unterschied: Verschlüsselung schützt den Inhalt. Die Authentisierung des Kommunikationspartners hilft sicherzustellen, dass mit dem richtigen Gegenüber kommuniziert wird.

Social Engineering

Social Engineering manipuliert Menschen, damit sie Sicherheitsregeln umgehen.

Beispiel: Ein angeblicher Vorgesetzter verlangt unter Zeitdruck die Herausgabe eines Einmalcodes.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Abgrenzung: Phishing ist eine Form von Social Engineering. Social Engineering kann auch telefonisch oder persönlich stattfinden.

Datenverlust

Datenverlust entsteht beispielsweise durch Defekte, Bedienfehler, Angriffe oder Schäden am Standort.

Beispiel: Ein Mitarbeiter löscht versehentlich einen Projektordner.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Wichtig: RAID und Cloud-Synchronisation ersetzen nicht automatisch ein Backup.

DDoS

Distributed Denial of Service bedeutet, dass viele verteilte Quellen einen Dienst oder seine Anbindung überlasten.

Beispiel: Ein Onlineshop ist durch massenhafte Anfragen nicht mehr erreichbar.

Gegenmaßnahmen und Umsetzung

Unterschied: Load Balancing verteilt Last. Es kann eine bereits überlastete Internetanbindung allein nicht entlasten.

Übungsaufgaben zu den Bedrohungen

Ordne jedem Fall eine Bedrohung und eine passende Gegenmaßnahme zu:

  1. Ein Suchfeld verändert unbeabsichtigt die Struktur einer Datenbankabfrage.
  2. Ein Kommentar führt Code im Browser anderer Benutzer aus.
  3. Eine gefälschte Kontowarnung fordert zur Anmeldung auf.
  4. Ein angebliches Gratisprogramm verschlüsselt Dateien.
  5. Eine Anmeldung erhält Tausende Passwortversuche.
  6. Eine unverschlüsselte Verbindung wird mitgelesen.
  7. Ein angeblicher Supportmitarbeiter verlangt telefonisch einen Anmeldecode.
  8. Ein Projektordner wird versehentlich gelöscht.
  9. Viele verteilte Systeme überlasten einen Webdienst.
Lösungen anzeigen

1. SQL-Injection → parametrisierte Abfragen.

2. XSS → kontextgerechte Ausgabekodierung.

3. Phishing → bekannte Anmeldewege nutzen, MFA und Schulungen.

4. Malware; hier Trojaner-Verteilung und Ransomware-Wirkung → vertrauenswürdige Softwarequellen, Endgeräteschutz und geschützte Backups.

5. Brute-Force → Rate-Limiting, starke Passwörter und MFA.

6. Man-in-the-Middle beziehungsweise Abhören → TLS mit Zertifikatsprüfung.

7. Social Engineering → unabhängige Identitätsprüfung, keine Codes weitergeben.

8. Datenverlust → Wiederherstellung aus einem geeigneten Backup.

9. DDoS → vorgeschalteter DDoS-Schutz und Filterung.


Authentifizierung und Autorisierung

Begriff Leitfrage Beispiel
Authentifizierung Wer bist du? Ein Benutzer weist seine Identität durch ein Anmeldeverfahren nach.
Autorisierung Was darfst du? Das System prüft, ob dieser Benutzer einen bestimmten Datensatz ändern darf.

Ein Benutzername benennt zunächst eine Identität. Erst die Prüfung eines geeigneten Nachweises authentifiziert sie.

Praktische Umsetzung

  1. Benutzer meldet sich mit seinem persönlichen Konto an.
  2. Das System prüft die erforderlichen Authentifizierungsnachweise.
  3. Bei einer angeforderten Aktion werden die passenden Berechtigungen geprüft.
  4. Nicht erlaubte Aktionen werden abgewiesen.

Übungsaufgabe

Eine Mitarbeiterin kann sich anmelden, erhält beim Öffnen eines Personalordners aber „Zugriff verweigert“. Welche Prüfung war erfolgreich, welche Berechtigung fehlt?

Lösung anzeigen

Die Authentifizierung war erfolgreich. Die Autorisierung für den Personalordner fehlt. Ein erfolgreicher Login erlaubt nicht automatisch den Zugriff auf alle Ressourcen.


Authentifizierungsfaktoren

Faktor Bedeutung Beispiele Mögliche Schwäche
Wissen Etwas, das man kennt Passwort, PIN Kann erraten, ausgespäht oder weitergegeben werden.
Besitz Etwas, das man besitzt Sicherheitsschlüssel, Chipkarte, registriertes Smartphone Kann verloren gehen oder gestohlen werden.
Sein Ein körperliches Merkmal Fingerabdruck, Gesichtserkennung Erkennung ist nicht fehlerfrei; Merkmale lassen sich nicht einfach austauschen.

Mehrfaktor-Authentifizierung

MFA kombiniert mindestens zwei unabhängige Faktoren unterschiedlicher Kategorien.

Ein Smartphone zählt nicht allein deshalb als Faktor, weil es vorhanden ist. Das Verfahren muss den Besitz beispielsweise über einen registrierten Schlüssel oder eine Authenticator-App nachweisen.

Praktische Umsetzung

Übungsaufgabe

Welche Kombinationen nutzen unterschiedliche Faktoren?

  1. Passwort und Sicherheitsfrage.
  2. Chipkarte und PIN.
  3. Passwort und Code einer registrierten Authenticator-App.
Lösung anzeigen

1. Nein: beide Nachweise gehören zu Wissen.

2. Ja: Besitz und Wissen.

3. Ja: Wissen und Besitz, sofern das Verfahren entsprechend unabhängig und sicher umgesetzt ist.


Autorisierung

Autorisierung legt fest, welche Aktionen ein Benutzer auf welchen Ressourcen ausführen darf.

Modell Funktionsweise Beispiel Besonderheit
RBAC Rechte werden über Rollen vergeben. Die Rolle „Buchhaltung“ darf Rechnungen bearbeiten. Gut für stabile Zuständigkeiten.
ABAC Regeln werten Eigenschaften von Benutzer, Ressource und Umgebung aus. Zugriff nur für die zuständige Abteilung von einem verwalteten Gerät. Flexibel, aber aufwendiger zu gestalten und zu prüfen.
ACL Eine Liste an einer Ressource enthält Berechtigungen für Benutzer oder Gruppen. Gruppe „Projekt A“ darf einen Ordner lesen und ändern. Konkrete Rechte direkt am Objekt.

RBAC, ABAC und ACL sind nicht immer Alternativen. Ein System kann Rollen über Gruppen abbilden und diese Gruppen in ACLs eintragen.

Praktische Umsetzung

Übungsaufgabe

Ordne zu:

  1. Zugriff abhängig von Abteilung, Gerät und Schutzklasse.
  2. Zugriff entsprechend der Rolle „Einkauf“.
  3. Eine Ordnerliste erlaubt einer Gruppe Lesen und Schreiben.
Lösung anzeigen

1. ABAC.

2. RBAC.

3. ACL.


Wichtige Prinzipien der Rechtevergabe

Prinzip Bedeutung Umsetzung
Least Privilege Nur notwendige Rechte vergeben Für das Lesen eines Berichts keine Änderungs- oder Administratorrechte vergeben.
Need-to-know Informationen nur bei fachlichem Bedarf zugänglich machen Beschäftigte sehen nur die für ihre Arbeit benötigten Kundendaten.
Trennung von Aufgaben Kritische Schritte auf mehrere Personen verteilen Eine Person legt eine Zahlung an, eine andere genehmigt sie.
Regelmäßige Rechteprüfung Überflüssige Berechtigungen erkennen und entziehen Rechte bei Abteilungswechsel, Projektende und Austritt überprüfen.

Unterschied zwischen Least Privilege und Need-to-know

Least Privilege betrifft den Umfang erlaubter Aktionen. Need-to-know betrifft den erforderlichen Zugang zu Informationen.

Übungsaufgabe

Ein Mitarbeiter wechselt vom Vertrieb in den Einkauf. Seine bisherigen Kundenexportrechte bleiben bestehen. Was ist zu tun?

Lösung anzeigen

Die Rechte anhand der neuen Aufgaben prüfen, nicht mehr benötigte Vertriebsrechte entfernen und nur erforderliche Einkaufsrechte vergeben. Der Wechsel muss einen geregelten Berechtigungsprozess auslösen.


IT-Grundschutz des BSI

Der IT-Grundschutz bietet eine systematische Vorgehensweise, um Informationssicherheit aufzubauen und zu verbessern.

Typisches Vorgehen

  1. Geschäftsprozesse, Informationen und Systeme erfassen.
  2. Schutzbedarf bestimmen.
  3. Passende Anforderungen und Maßnahmen auswählen.
  4. Den vorhandenen Sicherheitsstand überprüfen.
  5. Lücken schließen und bei Bedarf Risiken vertieft analysieren.
  6. Umsetzung und Wirksamkeit regelmäßig überprüfen.

Beispiel

Für einen Dateiserver werden Datenbestände, Zugriffsrechte, Sicherungen, Stromversorgung und Verantwortlichkeiten untersucht. Fehlende Restore-Tests werden als Lücke erkannt und verbindlich eingeplant.

Wichtige Eckdaten

BSI-Standard Schwerpunkt
200-1 Managementsysteme für Informationssicherheit
200-2 IT-Grundschutz-Methodik
200-3 Risikoanalyse auf Basis von IT-Grundschutz

Vorgehensweisen unterscheiden

Übungsaufgabe

Ein Unternehmen kauft eine Firewall und erklärt anschließend seine Informationssicherheit für abgeschlossen. Was fehlt?

Lösung anzeigen

Es fehlen unter anderem eine systematische Bestandsaufnahme, die Schutzbedarfsbetrachtung, organisatorische Zuständigkeiten, weitere passende Maßnahmen und eine regelmäßige Wirksamkeitsprüfung. Ein einzelnes Produkt ersetzt kein Sicherheitsmanagement.


Zertifizierungen und ISMS

Ein ISMS ist ein Informationssicherheitsmanagementsystem. Es organisiert, wie Informationssicherheit geplant, umgesetzt, kontrolliert und verbessert wird.

ISO/IEC 27001 legt Anforderungen an ein solches Managementsystem fest.

Begriff Bedeutung
ISMS Das tatsächlich betriebene Managementsystem der Organisation
ISO/IEC 27001 Norm mit Anforderungen an ein ISMS
Zertifizierung Unabhängige Prüfung der Normerfüllung innerhalb eines festgelegten Geltungsbereichs

Typische Bestandteile eines ISMS

Beispiel für kontinuierliche Verbesserung

Planen: Unberechtigte Kontonutzung reduzieren.

Umsetzen: MFA einführen und Benutzer schulen.

Prüfen: Abdeckung und Vorfälle auswerten.

Verbessern: Ausnahmen beseitigen und den Wiederherstellungsprozess nachbessern.

Wichtige Unterschiede

Ein ISMS kann auch ohne Zertifizierung betrieben werden. Eine Zertifizierung garantiert keine absolute Sicherheit und gilt nicht automatisch für alle Standorte, Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens.

Übungsaufgabe

Ein Dienstleister wirbt mit einer ISO-27001-Zertifizierung. Warum muss der Geltungsbereich geprüft werden?

Lösung anzeigen

Weil die tatsächlich genutzte Dienstleistung oder der betreffende Standort außerhalb des zertifizierten Bereichs liegen könnte. Entscheidend ist, welche Organisationseinheiten, Prozesse und Leistungen das Zertifikat umfasst.


Härtung eines Betriebssystems

Härtung reduziert die Angriffsfläche eines Systems durch eine gezielte sichere Konfiguration.

Wichtige Maßnahmen

Maßnahme Konkrete Umsetzung Zweck
Nicht benötigte Dienste deaktivieren Einen ungenutzten Web- oder Dateifreigabedienst abschalten Weniger erreichbare Angriffspunkte
Updates und Patch-Management Sicherheitsupdates bewerten, testen, verteilen und Installation kontrollieren Bekannte Schwachstellen schließen
Benutzerrechte einschränken Standardkonto für den Alltag, separates Administratorkonto Auswirkungen von Fehlern und Angriffen begrenzen
MFA einsetzen Administrative und externe Zugänge zusätzlich absichern Gestohlene Passwörter allein reichen nicht aus
Firewall konfigurieren Nur erforderliche Verbindungen von zulässigen Quellen erlauben Unerwünschte Netzwerkzugriffe begrenzen
Daten verschlüsseln Laufwerksverschlüsselung aktivieren und Wiederherstellungsschlüssel geschützt verwahren Daten bei Verlust eines Geräts schützen
Unnötige Schnittstellen deaktivieren Nicht benötigtes Bluetooth oder nicht erforderliche externe Speicherschnittstellen beschränken Zusätzliche Angriffswege reduzieren
Protokollierung und Monitoring Sicherheitsereignisse zentral erfassen und relevante Alarme bearbeiten Auffälligkeiten erkennen und untersuchen
Sicherheitsrichtlinien durchsetzen Konfigurationen zentral verteilen und Abweichungen prüfen Einheitlichen Sicherheitsstand erhalten

Wichtige Unterschiede

Übungsaufgabe

Ein Bürorechner besitzt veraltete Software, einen unnötigen Fernzugriffsdienst und ein dauerhaft verwendetes Administratorkonto. Nenne drei Verbesserungen.

Lösung anzeigen

Software aktualisieren, den nicht benötigten Fernzugriffsdienst deaktivieren und ein Standardkonto für die tägliche Arbeit verwenden. Administrative Tätigkeiten erfolgen über einen getrennten, passend abgesicherten Zugang.


Datensicherung

Datensicherung, auch Backup genannt, erstellt zusätzliche Datenbestände, aus denen benötigte Informationen wiederhergestellt werden können.

Beispiel: Nach versehentlichem Löschen einer Projektdatei wird deren vorheriger Stand aus einer Sicherung zurückgespielt.

Ein Backup ist erst praktisch nützlich, wenn die Wiederherstellung funktioniert.

Übungsaufgabe

Ein Sicherungsprogramm meldet erfolgreiche Läufe. Wiederherstellungen wurden nie getestet. Ist die Wiederherstellbarkeit ausreichend nachgewiesen?

Lösung anzeigen

Nein. Ein erfolgreicher Sicherungslauf beweist nicht, dass sämtliche benötigten Daten vollständig, konsistent und rechtzeitig wiederhergestellt werden können. Dafür sind Restore-Tests erforderlich.


Ziele der Datensicherung

Wichtige Eckdaten

Kennzahl Bedeutung Beispiel
RPO – Recovery Point Objective Maximal tolerierbarer Datenverlust, als Zeitspanne ausgedrückt Höchstens eine Stunde an Änderungen darf verloren gehen.
RTO – Recovery Time Objective Angestrebte maximal tolerierbare Zeit bis zur Wiederherstellung Ein Dienst soll innerhalb von vier Stunden wieder nutzbar sein.

Unterschied: RPO fragt, wie viele neue Daten verloren gehen dürfen. RTO fragt, wie lange die Wiederherstellung dauern darf.

Übungsaufgabe

Ein System wird nur jede Nacht gesichert. Die Fachabteilung verlangt maximal eine Stunde Datenverlust. Passt das zusammen?

Lösung anzeigen

Nein. Eine ausschließlich tägliche Sicherung kann kurz vor dem nächsten Lauf fast einen Tag an Änderungen verlieren. Es ist ein häufigeres oder ergänzendes Sicherungsverfahren nötig, dessen tatsächlich erreichbare Wiederherstellungspunkte das RPO erfüllen.


Ursachen für Datenverlust

Ursache Beispiel Vorbeugung und Begrenzung
Stromausfall Ein Schreibvorgang wird unterbrochen. USV, kontrolliertes Herunterfahren und Backups
Hardwarefehler Eine Festplatte fällt aus. Geeignete Redundanz, Überwachung und Ersatzhardware
Menschliches Versagen Ein Ordner wird gelöscht oder überschrieben. Begrenzte Rechte, Versionierung und Backups
Böswilliger Angriff Ransomware verschlüsselt Daten. Härtung, MFA, Endgeräteschutz und getrennte Sicherungen
Standortschaden Brand zerstört Server und lokale Sicherungen. Räumlich getrennte Sicherungskopien

Übungsaufgabe

Warum ist eine Sicherung auf einer zweiten Festplatte im gleichen Rechner allein unzureichend?

Lösung anzeigen

Beide Datenträger können durch denselben Angriff, Diebstahl, Brand oder elektrischen Schaden betroffen sein. Die zusätzliche Kopie deckt deshalb nicht alle relevanten Ausfallursachen ab.


Anforderungen an Datensicherung

Ein Sicherungskonzept legt fest:

Planungsdaten

Kriterium Leitfrage
Datenmenge Wie groß ist der Bestand, und wie schnell wächst er?
Änderungsmenge Wie viele Daten ändern sich zwischen Sicherungsläufen?
Sicherungsfenster Wie viel Zeit steht für einen Lauf zur Verfügung?
Übertragungsrate Wie schnell können Quelle, Netzwerk und Ziel tatsächlich arbeiten?
Kosten Welche Ausgaben entstehen für Speicher, Lizenzen, Betrieb und Wiederherstellung?
RPO und RTO Welche Datenverluste und Unterbrechungen sind tolerierbar?
Aufbewahrung Welche Wiederherstellungspunkte werden wie lange benötigt?

Übungsaufgabe

500 GB sollen mit effektiv 100 MB/s gesichert werden. Wie lange dauert die reine Datenübertragung ungefähr?

Lösung anzeigen

Bei dezimalen Einheiten: 500 GB = 500.000 MB.

500.000 MB ÷ 100 MB/s = 5.000 Sekunden = 83 Minuten und 20 Sekunden.

Zusätzliche Zeit für Vorbereitung, Metadaten, Prüfung oder langsamere Einzeldateizugriffe ist dabei nicht enthalten.


Backup-Medien

Medium Vorteile Grenzen Geeigneter Einsatz
Magnetband Gut offline lagerbar; bei großen Beständen wirtschaftlich möglich Bandlaufwerk erforderlich; sequenzieller Zugriff Große Sicherungsbestände und längerfristige Aufbewahrung
Externe HDD Viel Kapazität zu vergleichsweise niedrigen Kosten Mechanisch empfindlich; angeschlossen für Angriffe erreichbar Rotierende lokale Sicherungsmedien
Externe SSD Schneller Zugriff, keine beweglichen Teile Meist teurer pro Speichereinheit Mobile oder schnelle Sicherungs- und Wiederherstellungsaufgaben
Cloud-Speicher Räumliche Trennung und skalierbarer Speicher möglich Abhängigkeit von Netzwerk, Anbieter, Kosten und Kontosicherheit Externe Sicherungskopie mit passendem Backup-Verfahren

Praktische Umsetzung

Wichtig: Cloud-Speicher ist zunächst nur ein Speicherort. Ob daraus ein geeignetes Backup wird, hängt unter anderem von Versionierung, Aufbewahrung, Unveränderbarkeit und Wiederherstellbarkeit ab.

Übungsaufgabe

Ein Unternehmen besitzt eine schnelle lokale Sicherung, möchte aber auch gegen einen Brand am Standort geschützt sein. Welche Ergänzung ist sinnvoll?

Lösung anzeigen

Eine räumlich getrennte Kopie, beispielsweise in einem geeigneten Cloud-Backup oder auf extern gelagerten Sicherungsmedien. Zusätzlich müssen Zugriffsschutz, Aufbewahrung und Wiederherstellung geprüft werden.


Backup-Arten

Verfahren Gesicherte Daten Typischer Sicherungsaufwand Klassische Wiederherstellung
Vollsicherung Alle ausgewählten Daten Vergleichsweise hoch Gewünschte Vollsicherung
Inkrementelle Sicherung Änderungen seit der letzten Sicherung der Kette Meist gering je Lauf Vollsicherung und sämtliche benötigten Inkremente
Differenzielle Sicherung Änderungen seit der letzten Vollsicherung Wächst bis zur nächsten Vollsicherung meist an Vollsicherung und gewünschte Differenzsicherung

Die Angaben beschreiben klassische Verfahren. Moderne Sicherungsprodukte können intern zusätzliche Techniken verwenden.

Beispiel

Am Sonntag erfolgt eine Vollsicherung. Montag, Dienstag und Mittwoch werden Änderungssicherungen erstellt.

Übungsaufgabe

Welche Sicherungen werden für den Stand Mittwochabend benötigt?

Lösung anzeigen

Inkrementell: Vollsicherung vom Sonntag sowie die Inkremente von Montag, Dienstag und Mittwoch.

Differenziell: Vollsicherung vom Sonntag und Differenzsicherung vom Mittwoch.

Rechenaufgabe

Ein Vollbackup umfasst 100 GB. Danach kommen täglich 10 GB neue, unterschiedliche Daten hinzu. Wie viel wird Montag bis Mittwoch zusätzlich gesichert?

Annahme: keine Kompression, Deduplizierung oder Löschung.

Lösung anzeigen

Inkrementell: 10 + 10 + 10 = 30 GB.

Differenziell: 10 + 20 + 30 = 60 GB.

Mit dem Vollbackup ergeben sich 130 GB beziehungsweise 160 GB.


Backup-Prinzipien

Großvater-Vater-Sohn-Prinzip

Dieses Rotationsschema kombiniert mehrere zeitliche Aufbewahrungsstufen.

Stufe Typisches Beispiel
Sohn Tägliche Sicherungen
Vater Wöchentliche Sicherungen
Großvater Monatliche Sicherungen

Die genaue Anzahl und Aufbewahrungsdauer legt das Unternehmen fest.

Beispiel: Tägliche Sicherungen werden für kurzfristige Fehler benötigt, Monatsstände für ältere Wiederherstellungspunkte.

3-2-1-Regel

Beispiel: Produktivdaten auf SSD, lokale Sicherung auf HDD und eine weitere Kopie auf extern gelagertem Band.

Offline oder unveränderbar aufbewahrte Kopien ergänzen den Schutz gegen Ransomware.

Hot Backup und Cold Backup

Verfahren Bedeutung Vorteil Herausforderung
Hot Backup Sicherung während des laufenden Betriebs Dienst kann weiter genutzt werden. Ein konsistenter Datenstand muss durch das Verfahren sichergestellt werden.
Cold Backup Anwendung oder Datenbank ist angehalten. Konsistenz ist leichter sicherzustellen. Geplante Unterbrechung erforderlich.

Unterschied der Prinzipien

Großvater-Vater-Sohn regelt die zeitlichen Aufbewahrungsstufen. Die 3-2-1-Regel betrifft Anzahl, Medien und Standort der Kopien. Hot und Cold beschreiben den Betriebszustand während der Sicherung.

Übungsaufgaben

  1. Wofür ist ein älterer Monatsstand nützlich?
  2. Erfüllen drei Kopien auf derselben Festplatte die 3-2-1-Regel?
  3. Eine Datenbank muss während der Sicherung weiterarbeiten. Welches Verfahren passt?
Lösungen anzeigen

1. Beispielsweise für einen Fehler, der erst nach mehreren Wochen entdeckt wird.

2. Nein. Es fehlen unabhängige Medien und die räumliche Trennung.

3. Ein geeignetes Hot-Backup-Verfahren, das einen konsistent wiederherstellbaren Datenstand erzeugt.


Identifikation schützenswerter Daten

Kategorie Beispiele Bewertung
Maschinell wiederherstellbar oder wiederbeschaffbar Temporäre Dateien, reproduzierbare Build-Dateien, erneut herunterladbare Installationspakete Wiederbeschaffung ist möglich, kann aber Zeit und Aufwand verursachen.
Unersetzlich oder nur mit hohem Aufwand rekonstruierbar Eigene Projektdokumente, Geschäftsvorgänge, individuelle Konfigurationen Hohe Priorität bei der Sicherungsplanung.

Zusätzlich berücksichtigen

Beispiel: Eine Anwendung lässt sich neu installieren. Ohne gesicherte Datenbank und Konfiguration ist sie trotzdem nicht wieder einsatzfähig.

Übungsaufgabe

Ordne die Sicherungspriorität ein:

  1. Ein erneut herunterladbares Installationspaket.
  2. Selbst erstellte Kundenangebote.
  3. Eine individuell aufgebaute Firewall-Konfiguration.
Lösung anzeigen

1. Meist geringere Priorität, sofern Quelle und passende Version zuverlässig verfügbar bleiben.

2. Hohe Priorität, weil die Inhalte nicht einfach wiederbeschafft werden können.

3. Hohe Priorität, weil die Wiederherstellung ohne Konfiguration zeitaufwendig und fehleranfällig sein kann.


Gegenmaßnahmen gegen Ausfall und Datenverlust

Maßnahme Wirkung Grenze
Redundante Systeme Übernehmen bei Ausfall einzelner Komponenten Können denselben Softwarefehler oder Angriff gemeinsam erleiden.
Regelmäßige Backups Ermöglichen die Rückkehr zu gesicherten Datenständen Wiederherstellung kostet Zeit; Änderungen seit dem letzten geeigneten Stand können fehlen.
USV Überbrückt begrenzte Stromausfälle und ermöglicht geordnetes Herunterfahren Laufzeit ist begrenzt; ersetzt kein Backup.
Überspannungsschutz Begrenzt schädliche Spannungsspitzen Liefert bei einem Stromausfall keine Ersatzenergie.
Firewall Kontrolliert Netzwerkverkehr anhand von Regeln Verhindert nicht jeden Angriff über erlaubte Verbindungen.
Virenscanner beziehungsweise Endgeräteschutz Erkennt und blockiert bestimmte Schadsoftware oder verdächtiges Verhalten Erkennt nicht zwangsläufig jede neue oder angepasste Bedrohung.

RAID und Backup unterscheiden

RAID verbindet mehrere Laufwerke zu einem Speicherverbund.

Merksatz: RAID unterstützt die Verfügbarkeit bei bestimmten Hardwareausfällen. Backups ermöglichen die Wiederherstellung gesicherter Datenstände.

Beispiel für kombinierte Maßnahmen

Ein Dateiserver verwendet redundante Laufwerke, eine USV, eingeschränkte Zugriffsrechte und aktuelle Schutzsoftware. Zusätzlich werden versionierte Backups erstellt; eine Kopie ist getrennt aufbewahrt. Wiederherstellungen werden regelmäßig getestet.

Übungsaufgabe

Ein Dateiserver besitzt RAID 1 und eine USV, aber kein Backup. Ein Mitarbeiter überschreibt eine wichtige Datei. Helfen RAID und USV bei der Rückkehr zur vorherigen Version?

Lösung anzeigen

Nein. RAID 1 übernimmt auch die unerwünschte Änderung auf die Spiegelung. Die USV schützt gegen bestimmte Stromprobleme. Für den vorherigen Dateistand ist eine geeignete Versionierung oder Sicherung erforderlich.


Zusammenhängende Prüfungsaufgabe

Ein Unternehmen betreibt einen Dateiserver. Alle Mitarbeiter arbeiten mit Administratorrechten. Die einzige Sicherung liegt auf einer dauerhaft angeschlossenen USB-Festplatte im Serverraum. Wiederherstellungen wurden noch nie getestet. Ein Fernzugang ist nur mit Passwort abgesichert.

Nenne mindestens sechs Verbesserungen und begründe sie.

Musterlösung anzeigen
  1. Standardkonten verwenden: Das begrenzt die Auswirkungen von Fehlbedienung und Schadsoftware.
  2. Berechtigungen nach Aufgaben vergeben: Nicht jeder Beschäftigte benötigt Zugriff auf sämtliche Daten.
  3. MFA für den Fernzugang aktivieren: Ein gestohlenes Passwort allein soll nicht ausreichen.
  4. Eine räumlich getrennte Sicherung ergänzen: Ein Standortschaden darf nicht Original und sämtliche Kopien zerstören.
  5. Offline oder unveränderbare Sicherungen vorsehen: Angreifer sollen nicht alle Sicherungskopien verändern können.
  6. Restore-Tests durchführen: Wiederherstellbarkeit und benötigte Zeit müssen überprüft werden.
  7. RPO und RTO festlegen: Sicherungshäufigkeit und Wiederanlaufplanung sollen zu den betrieblichen Anforderungen passen.
  8. Updates, Härtung und Überwachung etablieren: Schwachstellen reduzieren und Auffälligkeiten erkennen.

Kurzmerksatz

Datensicherheit schützt Daten durch technische, organisatorische und personelle Maßnahmen vor Verlust, Manipulation und unbefugtem Zugriff.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Begriffe Unterschied
Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit Wer darf lesen? Sind die Daten korrekt? Sind sie bei Bedarf nutzbar?
Zutritt, Zugang, Zugriff Raum, System, Daten beziehungsweise Aktionen
Authentifizierung, Autorisierung Identität prüfen, Berechtigung prüfen
RBAC, ABAC, ACL Rollen, Attribute, konkrete Zugriffslisten
Least Privilege, Need-to-know Notwendige Rechte, notwendige Informationen
SQL-Injection, XSS Datenbankabfrage, Browserausführung
Phishing, Social Engineering Phishing ist eine spezielle Form menschlicher Manipulation.
ISMS, ISO 27001, Zertifizierung Managementsystem, Anforderungsnorm, unabhängige Prüfung
Voll, inkrementell, differenziell Alles, seit letzter Sicherung, seit letzter Vollsicherung
Hot Backup, Cold Backup Laufender Betrieb, angehaltene Anwendung
RPO, RTO Tolerierbarer Datenverlust, tolerierbare Wiederherstellungszeit
RAID, Backup Ausfalltoleranz, Wiederherstellung von Datenständen
USV, Überspannungsschutz Ersatzenergie auf Zeit, Begrenzung von Spannungsspitzen
Synchronisation, Backup Abgleich von Beständen, gezielt wiederherstellbare Sicherung

Quellen und Vertiefung

Grundlage: der bereitgestellte Text aus FI-Wiki – Datensicherheit. Beispiele und Übungsaufgaben wurden ergänzend formuliert.

Datenschutz – DSGVO und BDSG

Datenschutz – DSGVO und BDSG

Datenschutz schützt Menschen beim Umgang mit ihren personenbezogenen Daten.

Er legt fest, welche Daten erhoben werden dürfen, wofür sie verwendet werden dürfen und welche Rechte die betroffenen Personen haben.

Beispiel: Ein Unternehmen darf Kundenadressen zur Auslieferung einer Bestellung verwenden. Es darf die Daten aber nicht beliebig für andere Zwecke weitergeben.

Datenschutz und Datensicherheit unterscheiden

Begriff Bedeutung Beispiel
Datenschutz Regelt den zulässigen Umgang mit personenbezogenen Daten Wer darf Mitarbeiterdaten für welchen Zweck verwenden?
Datensicherheit Schützt Daten vor Verlust, Manipulation und unbefugtem Zugriff Verschlüsselung, Backups und Zugriffsrechte

Merksatz: Datenschutz fragt: „Darf ich die Daten verarbeiten?“ Datensicherheit fragt: „Wie schütze ich die Daten?“

Übungsfrage: Was unterscheidet Datenschutz und Datensicherheit?

Musterantwort: Datenschutz schützt Menschen bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten. Datensicherheit schützt alle Arten von Daten vor Verlust, Veränderung und unberechtigtem Zugriff.


DSGVO – Datenschutz-Grundverordnung

Die DSGVO ist eine Verordnung der Europäischen Union. Sie gilt seit dem 25. Mai 2018 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten.

Sie regelt insbesondere:

Was bedeutet Datenverarbeitung?

Zur Verarbeitung gehören beispielsweise:

Beispiel: Ein Unternehmen erfasst die Adresse eines Kunden, speichert sie im Bestellsystem und übermittelt sie an einen Versanddienstleister. Alle diese Schritte sind Datenverarbeitungen.

Wann dürfen personenbezogene Daten verarbeitet werden?

Eine Verarbeitung benötigt eine Rechtsgrundlage. Häufige Beispiele sind:

Rechtsgrundlage Einfaches Beispiel
Einwilligung Eine Person stimmt dem Erhalt eines Newsletters zu.
Vertragserfüllung Ein Onlineshop benötigt die Lieferadresse, um die bestellte Ware zu versenden.
Gesetzliche Verpflichtung Ein Unternehmen bewahrt bestimmte Rechnungsdaten aufgrund gesetzlicher Vorgaben auf.
Berechtigtes Interesse Bestimmte Sicherheitsprotokolle können zum Schutz eines IT-Systems erforderlich sein. Dabei müssen die Interessen der Betroffenen berücksichtigt werden.

Daneben gibt es weitere Rechtsgrundlagen, beispielsweise für öffentliche Aufgaben oder zum Schutz lebenswichtiger Interessen.

Wichtig: Eine Einwilligung ist nicht für jede Datenverarbeitung erforderlich. Es kann auch eine andere passende Rechtsgrundlage vorliegen.

Anforderungen an eine Einwilligung

Eine Einwilligung muss:

Sie muss widerrufen werden können. Der Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung.

Beispiel: Ein freiwilliges, nicht vorausgewähltes Kästchen für einen Newsletter.

Übungsfrage: Wofür steht DSGVO und was regelt sie?

Musterantwort: DSGVO bedeutet Datenschutz-Grundverordnung. Sie regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten sowie die Rechte der Betroffenen und die Pflichten der verantwortlichen Stellen.

Übungsfrage: Benötigt ein Onlineshop eine zusätzliche Einwilligung, um eine notwendige Lieferadresse für die Bestellung zu verarbeiten?

Musterantwort: Nein. Die erforderliche Verarbeitung kann auf der Vertragserfüllung beruhen. Die Adresse darf deshalb aber nicht automatisch für beliebige andere Zwecke genutzt werden.


Wichtige Grundprinzipien

Die DSGVO enthält Grundsätze für den Umgang mit personenbezogenen Daten.

Grundprinzip Einfach erklärt Beispiel und Umsetzung
Rechtmäßigkeit Es muss eine passende Rechtsgrundlage geben. Vor der Verarbeitung prüfen, ob beispielsweise ein Vertrag oder eine Einwilligung vorliegt.
Verarbeitung nach Treu und Glauben Menschen dürfen bei der Verarbeitung nicht unfair behandelt oder getäuscht werden. Ein Gewinnspiel darf nicht verschleiern, dass Daten für Werbung gesammelt werden sollen.
Transparenz Die Verarbeitung muss verständlich erklärt werden. Informationen über Zweck, Empfänger und Speicherdauer bereitstellen.
Zweckbindung Daten werden für festgelegte Zwecke erhoben und dürfen nicht beliebig anders verwendet werden. Eine Lieferadresse nicht ohne weitere Prüfung für eine andere Nutzung übernehmen.
Datenminimierung Nur die notwendigen Daten verarbeiten. Bei einer Newsletteranmeldung normalerweise keine Postanschrift verlangen.
Richtigkeit Daten müssen sachlich richtig und bei Bedarf aktuell sein. Eine gemeldete Adressänderung übernehmen.
Speicherbegrenzung Daten nicht länger als erforderlich aufbewahren. Löschfristen festlegen und nicht mehr benötigte Daten löschen.
Integrität und Vertraulichkeit Daten gegen unzulässige Veränderung, Verlust und unbefugten Zugriff schützen. Berechtigungen, Verschlüsselung und Datensicherungen einsetzen.

Rechenschaftspflicht

Das Unternehmen muss nachweisen können, dass es die Datenschutzgrundsätze einhält.

Beispiele:

Wichtige Unterschiede

Wichtig: Gesetzliche Aufbewahrungspflichten können verhindern, dass bestimmte Daten sofort gelöscht werden dürfen.

Übungsfrage: Ein Newsletterformular verlangt zusätzlich die Schuhgröße. Welcher Grundsatz ist betroffen?

Musterantwort: Die Datenminimierung. Für einen gewöhnlichen Newsletter wird die Schuhgröße nicht benötigt.

Übungsfrage: Ein Unternehmen speichert nicht mehr benötigte Kundendaten ohne festgelegtes Ende. Welcher Grundsatz ist betroffen?

Musterantwort: Die Speicherbegrenzung. Das Unternehmen muss prüfen, wie lange die Daten erforderlich sind und ob Aufbewahrungspflichten bestehen.

Übungsfrage: Nennen Sie drei Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten.

Musterantwort: Zugriffsrechte auf berechtigte Personen beschränken, Daten verschlüsseln und regelmäßige Backups erstellen.


BDSG – Bundesdatenschutzgesetz

Das BDSG ergänzt die DSGVO in Deutschland dort, wo nationale Regelungen vorgesehen sind.

Es enthält insbesondere Regelungen zu:

Beispiel aus dem Beschäftigtenverhältnis

Ein Arbeitgeber verarbeitet die Bankverbindung seiner Beschäftigten, um das Gehalt auszuzahlen.

Die Daten dürfen nur für zulässige Zwecke verwendet werden. Nicht jeder Beschäftigte benötigt Zugriff darauf.

DSGVO und BDSG unterscheiden

DSGVO BDSG
Europäische Verordnung Deutsches Bundesgesetz
Enthält die grundlegenden Datenschutzregeln Ergänzt diese durch nationale Regelungen
Gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten Gilt in seinem Anwendungsbereich in Deutschland

Merksatz: Die DSGVO bildet die europäische Grundlage. Das BDSG ergänzt sie in Deutschland.

Übungsfrage: Ersetzt das BDSG die DSGVO?

Musterantwort: Nein. Das BDSG ergänzt die DSGVO durch nationale Regelungen.

Übungsfrage: Nennen Sie ein Beispiel für personenbezogene Daten im Beschäftigungsverhältnis.

Musterantwort: Die Bankverbindung eines Mitarbeiters für die Gehaltszahlung. Auch Personalnummer, Adresse und Arbeitszeitdaten sind mögliche Beispiele.


Personenbezogene Daten

Personenbezogene Daten sind Informationen, die sich auf einen bestimmten oder bestimmbaren Menschen beziehen.

Die Person muss nicht direkt mit ihrem Namen genannt werden. Es genügt, wenn sie mithilfe zusätzlicher Informationen identifiziert werden kann.

Beispiel Warum personenbezogen?
Name Bezeichnet eine Person.
Adresse Kann einer Person zugeordnet werden.
Persönliche E-Mail-Adresse Kann eine Person erkennbar machen.
IP-Adresse Kann unter entsprechenden Umständen einer Person zugeordnet werden.
Telefonnummer Kann einer Person zugeordnet werden.
Personalnummer Der Arbeitgeber kann sie einem Beschäftigten zuordnen.
Standortdaten Können Aufenthaltsorte und Bewegungen einer Person erkennen lassen.

Wichtig: Auch eine geschäftliche E-Mail-Adresse wie „vorname.nachname@firma.de“ kann personenbezogen sein.

Besonders schützenswerte Daten

Für bestimmte Daten gelten strengere Regeln. Dazu gehören beispielsweise:

Beispiel: Angaben über Erkrankungen eines Mitarbeiters dürfen nicht für alle Beschäftigten sichtbar sein.

Anonymisierung und Pseudonymisierung

Begriff Bedeutung Beispiel
Anonymisierung Eine Person ist nicht mehr mit vernünftigerweise einsetzbaren Mitteln bestimmbar. Eine ausreichend zusammengefasste Statistik ohne Rückschluss auf Einzelpersonen
Pseudonymisierung Direkte Angaben werden ersetzt; mit Zusatzinformationen bleibt eine Zuordnung möglich. Namen werden durch Kennnummern ersetzt, eine getrennte Liste enthält die Zuordnung.

Merksatz: Pseudonymisierte Daten bleiben personenbezogen. Wirklich anonymisierte Daten fallen nicht unter die DSGVO.

Übungsfrage: Nennen Sie vier personenbezogene Daten.

Musterantwort: Name, Adresse, persönliche E-Mail-Adresse und Telefonnummer.

Übungsfrage: Sind Personalnummern personenbezogene Daten?

Musterantwort: Ja. Der Arbeitgeber kann die Personalnummer einer bestimmten Person zuordnen.

Übungsfrage: Namen werden durch Nummern ersetzt. Eine Zuordnungsliste wird aufbewahrt. Sind die Daten anonymisiert?

Musterantwort: Nein. Sie sind pseudonymisiert, weil die Personen mithilfe der Zuordnungsliste weiterhin bestimmbar sind.


Rechte der betroffenen Personen

Betroffene Personen haben verschiedene Rechte gegenüber der verantwortlichen Stelle.

Recht Einfach erklärt Beispiel
Recht auf Information Die Verarbeitung muss erklärt werden. Ein Kontaktformular informiert über Zweck und Umgang mit den eingegebenen Daten.
Auskunftsrecht Betroffene können erfahren, ob und welche Daten über sie verarbeitet werden. Ein Kunde fragt nach seinen gespeicherten Daten und erhält die vorgesehenen Informationen sowie eine Datenkopie.
Berichtigungsrecht Falsche Daten müssen korrigiert werden können. Eine falsche Anschrift wird berichtigt.
Recht auf Löschung Daten müssen unter bestimmten Voraussetzungen gelöscht werden. Nicht mehr benötigte Profildaten werden entfernt.
Einschränkung der Verarbeitung Daten dürfen unter bestimmten Voraussetzungen vorerst nur eingeschränkt genutzt werden. Eine beanstandete Angabe wird während ihrer Überprüfung nicht regulär weiterverwendet.
Datenübertragbarkeit Bestimmte bereitgestellte Daten können in einem gängigen, maschinenlesbaren Format verlangt werden. Ein Nutzer erhält geeignete Daten als CSV-Datei für einen Anbieterwechsel.
Widerspruchsrecht Gegen bestimmte Verarbeitungen kann widersprochen werden. Eine Person widerspricht der Nutzung ihrer Daten für Direktwerbung.

Information und Auskunft unterscheiden

Löschung ist nicht immer sofort möglich

Eine Löschanfrage bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Daten sofort entfernt werden müssen.

Beispiel: Bestimmte Rechnungsdaten müssen möglicherweise aufgrund gesetzlicher Pflichten weiter aufbewahrt werden. Nicht mehr benötigte Profildaten können trotzdem zu löschen sein.

Datenübertragbarkeit gilt nicht für alle Daten

Sie betrifft insbesondere bereitgestellte Daten, die automatisiert auf Grundlage einer Einwilligung oder eines Vertrags verarbeitet werden.

Widerspruch gegen Werbung

Nach einem Widerspruch gegen Direktwerbung dürfen die personenbezogenen Daten nicht mehr für diesen Werbezweck verarbeitet werden.

Wichtige Frist

Über Maßnahmen zu Anträgen auf Betroffenenrechte muss grundsätzlich unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats informiert werden. In begründeten Fällen ist eine Verlängerung möglich; darüber muss innerhalb des ersten Monats informiert werden.

Praktische Umsetzung im Unternehmen

  1. Anfrage an die zuständige Stelle weiterleiten.
  2. Bei Bedarf die Identität angemessen prüfen.
  3. Betroffene Daten und mögliche Ausnahmen prüfen.
  4. Die erforderlichen Maßnahmen fristgerecht umsetzen.
  5. Den Vorgang dokumentieren.
Übungsfrage: Ein Kunde möchte wissen, welche Daten über ihn gespeichert sind. Welches Recht nutzt er?

Musterantwort: Das Auskunftsrecht.

Übungsfrage: Ein Kunde meldet eine falsch gespeicherte Adresse. Welches Recht ist betroffen?

Musterantwort: Das Recht auf Berichtigung.

Übungsfrage: Müssen nach einer Löschanfrage sofort auch alle aufbewahrungspflichtigen Rechnungsdaten gelöscht werden?

Musterantwort: Nein. Gesetzliche Aufbewahrungspflichten können einer sofortigen Löschung entgegenstehen.

Übungsfrage: Eine Person möchte keine Direktwerbung mehr erhalten. Was muss das Unternehmen tun?

Musterantwort: Die Verarbeitung ihrer Daten für Direktwerbung einstellen und den Widerspruch berücksichtigen.


Pflichten von Unternehmen

Unternehmen müssen Datenschutz im Arbeitsalltag organisieren und umsetzen.

Pflicht Einfache Umsetzung
Daten rechtmäßig verarbeiten Rechtsgrundlage und Zweck vorab prüfen.
Betroffene informieren Verständliche Datenschutzhinweise bereitstellen.
Daten angemessen schützen Technische und organisatorische Maßnahmen einsetzen.
Betroffenenrechte ermöglichen Zuständigkeiten für Auskunft, Berichtigung und Löschung festlegen.
Datenschutzverletzungen behandeln Vorfälle dokumentieren, Risiken bewerten und gegebenenfalls melden.
Gegebenenfalls einen Datenschutzbeauftragten benennen Prüfen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.
Einhaltung nachweisen Wichtige Entscheidungen, Verfahren und Maßnahmen dokumentieren.

Datenschutzhinweise

Sie erklären beispielsweise:

Wichtig: Eine Datenschutzerklärung allein macht eine unzulässige Datenverarbeitung nicht erlaubt.

Technische und organisatorische Maßnahmen

Technische Maßnahme Beispiel
Zugriffsschutz Persönliche Benutzerkonten und passende Berechtigungen
Verschlüsselung Verschlüsseltes Notebook und sichere Datenübertragung
Datensicherung Regelmäßige Backups mit Wiederherstellungstests
Schutz des Arbeitsplatzes Automatische Bildschirmsperre
Organisatorische Maßnahme Beispiel
Schulungen Beschäftigte im sicheren Umgang mit Kundendaten unterweisen
Berechtigungsprozess Rechte bei Eintritt, Wechsel und Austritt anpassen
Löschkonzept Festlegen, wann welche Daten gelöscht werden
Meldeverfahren Ansprechpartner und Ablauf für Datenschutzvorfälle festlegen

Datenschutzverletzungen

Eine Datenschutzverletzung kann beispielsweise vorliegen, wenn:

Richtiges Verhalten als IT-Mitarbeiter

  1. Vorfall unverzüglich intern melden.
  2. Nach dem vorgesehenen Ablauf den Schaden begrenzen.
  3. Wichtige Informationen und Beweise sichern.
  4. Zuständige Personen bei der Untersuchung unterstützen.

Meldung an die Aufsichtsbehörde

Meldepflichtige Datenschutzverletzungen müssen unverzüglich und möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden gemeldet werden.

Eine Meldung ist nicht erforderlich, wenn die Verletzung voraussichtlich nicht zu einem Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen führt.

Bei voraussichtlich hohem Risiko müssen grundsätzlich zusätzlich die betroffenen Personen unverzüglich informiert werden.

Wichtig: Nicht jeder Datenschutzverstoß ist eine meldepflichtige Datenpanne. Als Mitarbeiter sollst du mögliche Vorfälle trotzdem sofort intern melden, damit die zuständige Stelle sie bewerten kann.

Datenschutzbeauftragter

Ein Datenschutzbeauftragter berät und überwacht die Einhaltung des Datenschutzes.

Typische Aufgaben:

Die Verantwortung für eine rechtmäßige Verarbeitung bleibt beim Unternehmen beziehungsweise der verantwortlichen Stelle.

Eckdatum für Deutschland

Nach dem BDSG besteht eine Benennungspflicht grundsätzlich, wenn in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind.

Weitere gesetzliche Fälle können eine Benennung auch unterhalb dieser Zahl erforderlich machen.

Wichtig: Es geht nicht pauschal um 20 Beschäftigte insgesamt.

Übungsfrage: Nennen Sie drei Pflichten eines Unternehmens beim Datenschutz.

Musterantwort: Daten auf einer gültigen Rechtsgrundlage verarbeiten, Betroffene verständlich informieren und die Daten durch geeignete Maßnahmen schützen.

Übungsfrage: Eine Kundenliste wurde versehentlich an einen falschen Empfänger gesendet. Was tun Sie zuerst?

Musterantwort: Den Vorfall sofort nach dem betrieblichen Meldeverfahren intern melden und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung einleiten lassen.

Übungsfrage: Welche Frist ist bei einer meldepflichtigen Datenschutzverletzung wichtig?

Musterantwort: Die Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde muss unverzüglich und möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden erfolgen.

Übungsfrage: Welche Aufgabe hat ein Datenschutzbeauftragter?

Musterantwort: Er berät zum Datenschutz und überwacht die Einhaltung der Datenschutzvorschriften.


Bedeutung für die Praxis

Für Fachinformatiker ist Datenschutz besonders wichtig beim Einrichten, Betreiben und Warten von IT-Systemen.

Webseiten – Cookies und Tracking

Cookies können beispielsweise eine Anmeldung ermöglichen oder das Verhalten von Besuchern erfassen.

Beispiel Einordnung
Cookie für eine ausdrücklich gewünschte Warenkorbfunktion Kann unbedingt erforderlich sein.
Cookie zur seitenübergreifenden Werbeverfolgung Ist normalerweise nicht unbedingt erforderlich und benötigt grundsätzlich eine vorherige Einwilligung.

Praktische Maßnahmen

Wichtig: Nicht jeder Cookie benötigt automatisch eine Einwilligung. Für das Speichern und Auslesen auf Endgeräten ist in Deutschland zusätzlich insbesondere das TDDDG relevant.

Übungsfrage: Darf ein Werbetracking-Cookie einfach vor der Zustimmung aktiviert werden?

Musterantwort: Grundsätzlich nein. Für nicht erforderliches Werbetracking ist normalerweise vorher eine wirksame Einwilligung erforderlich.

Kunden- und Mitarbeiterdaten

Typische Daten sind:

Praktische Maßnahmen

Beispiel: Die Personalabteilung benötigt Zugriff auf Gehaltsdaten. Andere Abteilungen erhalten diesen Zugriff nicht allein deshalb, weil sie im selben Unternehmen arbeiten.

Übungsfrage: Warum sollten nicht alle Mitarbeiter Zugriff auf den Personalordner haben?

Musterantwort: Darin befinden sich personenbezogene und teilweise besonders sensible Daten. Zugriff dürfen nur Personen erhalten, die ihn für ihre Aufgaben benötigen.

Cloud-Dienste

Bei Cloud-Diensten werden Daten auf Systemen eines Dienstleisters verarbeitet.

Beispiel: Ein Unternehmen speichert Kundendokumente in einer gehosteten Dateiablage.

Darauf ist zu achten

Auftragsverarbeitung einfach erklärt

Ein Dienstleister verarbeitet personenbezogene Daten im Auftrag und nach Weisung eines Unternehmens.

Beispiel: Ein Anbieter betreibt das gehostete Kundensystem für ein Unternehmen.

Wichtig: Die Nutzung einer Cloud ist nicht automatisch unzulässig. Entscheidend ist, ob die rechtlichen und technischen Anforderungen erfüllt werden. Ein EU-Speicherort allein beantwortet noch nicht alle Datenschutzfragen.

Übungsfrage: Nennen Sie drei Punkte, die bei der Speicherung von Kundendaten in einer Cloud geprüft werden sollten.

Musterantwort: Zugriffsrechte und Sicherheitsmaßnahmen, der Vertrag zur Auftragsverarbeitung sowie Speicherorte und mögliche Zugriffe aus Drittländern.

IT-Systeme und Datenbanken

Personenbezogene Daten befinden sich häufig in:

Praktische Maßnahmen

Beispiel: Für die Prüfung eines neuen Ticketsystems werden erfundene Kundendaten verwendet. Echte Kundendaten werden nicht ohne passende Grundlage in ein ungeschütztes Testsystem kopiert.

Übungsfrage: Warum müssen auch Backups mit Kundendaten geschützt werden?

Musterantwort: Weil die Sicherungskopien ebenfalls personenbezogene Daten enthalten. Auch dort müssen unbefugter Zugriff und unzulässige Nutzung verhindert werden.


Zusammenhängende Übungsaufgabe

Sie richten einen Arbeitsplatz für eine neue Mitarbeiterin ein. Die Mitarbeiterin bearbeitet Kundenanfragen und benötigt Zugang zu einem Ticketsystem.

Nennen Sie vier Maßnahmen, mit denen Sie den Datenschutz unterstützen.

Musterlösung anzeigen

Weitere passende Maßnahmen sind aktuelle Software, verschlüsselte Übertragungen und ein angemessener Schutz lokal gespeicherter Daten.


Wichtige Eckdaten

Thema Merkwert
Anwendung der DSGVO Seit 25. Mai 2018
Räumliche Grundlage Unmittelbare Geltung in allen EU-Mitgliedstaaten
Ergänzung in Deutschland BDSG
Antwort auf Anträge zu Betroffenenrechten Grundsätzlich unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats
Meldepflichtige Datenschutzverletzung Unverzüglich, möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden
Datenschutzbeauftragter nach der allgemeinen BDSG-Schwelle In der Regel mindestens 20 Personen ständig mit automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt; weitere Benennungsgründe beachten

Typische Verwechslungen

Aussage Richtigstellung
„Für jede Verarbeitung brauche ich eine Einwilligung.“ Es gibt auch andere Rechtsgrundlagen, beispielsweise Vertragserfüllung.
„Eine Datenschutzerklärung erlaubt die Verarbeitung.“ Information allein ersetzt keine Rechtsgrundlage.
„Nach einer Löschanfrage muss sofort alles gelöscht werden.“ Beispielsweise gesetzliche Aufbewahrungspflichten können entgegenstehen.
„Daten ohne Namen sind immer anonym.“ Auch Nummern und andere Angaben können eine Zuordnung ermöglichen.
„Datenschutz und Datensicherheit sind dasselbe.“ Datenschutz regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten; Datensicherheit schützt Daten technisch und organisatorisch.
„Der Datenschutzbeauftragte ist allein verantwortlich.“ Die Verantwortung bleibt bei der verantwortlichen Stelle.
„Jeder Cookie benötigt eine Zustimmung.“ Für unbedingt erforderliche Funktionen können Ausnahmen gelten.

Hinweise für kurze Prüfungsantworten

Achte darauf, was die Aufgabe verlangt:

Beispiel

Aufgabe: „Nennen Sie zwei Maßnahmen zum Schutz von Kundendaten.“

Antwort: „Zugriffsrechte beschränken und Daten verschlüsseln.“

Aufgabe: „Begründen Sie die Beschränkung von Zugriffsrechten.“

Antwort: „Dadurch können nur berechtigte Mitarbeiter auf die Kundendaten zugreifen.“

Die genaue Bewertung richtet sich nach der jeweiligen Aufgabe. Eine kurze Antwort sollte alle verlangten Punkte enthalten.


Kurzmerksatz

Datenschutz schützt Menschen beim Umgang mit ihren personenbezogenen Daten und gibt ihnen Rechte gegenüber den verarbeitenden Stellen.

Zum Einprägen

Nur mit Rechtsgrundlage – nur für einen festgelegten Zweck – nur so viele Daten wie nötig – nur so lange wie erforderlich – angemessen geschützt.

Projektmanagement – Grundlagen, Beispiele und Übungsfragen

Projektmanagement – Grundlagen, Beispiele und Übungsfragen

Projektmanagement bedeutet, ein Projekt zu planen, zu organisieren, zu steuern und abzuschließen.

Dabei werden Wissen, Fähigkeiten, Werkzeuge und Methoden eingesetzt, um die vereinbarten Anforderungen zu erfüllen.

Durchgehendes Beispiel

Ein Unternehmen möchte einen neuen Schulungsraum mit zehn vernetzten PCs einrichten.

Das Projekt umfasst beispielsweise:


Was ist ein Projekt?

Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit einem bestimmten Ziel und begrenzten Ressourcen. Die Bedingungen sind in ihrer Kombination weitgehend einmalig.

Typische Projektmerkmale

Merkmal Bedeutung Beispiel
Zielvorgabe Es soll ein bestimmtes Ergebnis erreicht werden. Zehn einsatzbereite Schulungs-PCs bereitstellen.
Zeitliche Begrenzung Das Projekt hat einen Anfang und ein Ende. Der Raum muss innerhalb von sechs Wochen fertig sein.
Begrenzte Ressourcen Geld, Personal und Betriebsmittel stehen nur begrenzt zur Verfügung. 12.000 Euro Budget und zwei IT-Mitarbeiter
Projektspezifische Organisation Zuständigkeiten und Zusammenarbeit werden für das Projekt festgelegt. Ein Projektleiter koordiniert IT, Einkauf und Schulungsleitung.
Einmaligkeit Die konkrete Aufgabe unterscheidet sich vom regelmäßigen Tagesgeschäft. Erstmalige Einrichtung dieses Schulungsraums
Komplexität Mehrere Aufgaben und Beteiligte müssen abgestimmt werden. Lieferung, Verkabelung, Installation und Schulung hängen zusammen.

Projekt und Routineaufgabe unterscheiden

Projekt Routineaufgabe
Einführung eines neuen Backupsystems Tägliche Kontrolle der Backups
Umzug der IT an einen neuen Standort Regelmäßiger Austausch defekter Mäuse
Einrichtung eines neuen Schulungsraums Monatliche Installation freigegebener Updates

Wichtig: Nicht jede größere Aufgabe ist automatisch ein Projekt. Entscheidend sind die Merkmale und Rahmenbedingungen.

Übungsfrage: Nennen Sie vier typische Merkmale eines Projekts.

Musterantwort: Ein festgelegtes Ziel, eine zeitliche Begrenzung, begrenzte Ressourcen und einmalige Rahmenbedingungen.

Übungsfrage: Warum ist die tägliche Kontrolle eines Backups normalerweise kein Projekt?

Musterantwort: Sie ist eine regelmäßig wiederkehrende Aufgabe des laufenden Betriebs und kein einmaliges, zeitlich begrenztes Vorhaben.


Ziele des Projektmanagements

Projektmanagement soll sicherstellen, dass:

Beispiel

Der Schulungsraum soll rechtzeitig fertig werden. Alle zehn PCs müssen funktionieren und die benötigte Software enthalten. Gleichzeitig darf das festgelegte Budget nicht überschritten werden.

Wichtig: Ein Projekt ist nicht allein deshalb erfolgreich, weil es pünktlich endet. Auch die vereinbarten Ergebnisse müssen erreicht werden.

Übungsfrage: Nennen Sie drei Ziele des Projektmanagements.

Musterantwort: Termine einhalten, das Budget einhalten und die vereinbarte Leistung in der geforderten Qualität liefern.


Das magische Dreieck

Das magische Dreieck beschreibt den Zusammenhang zwischen Zeit, Kosten und Leistung beziehungsweise Qualität.

Größe Leitfrage Beispiel
Zeit Bis wann muss das Projekt fertig sein? Fertigstellung innerhalb von sechs Wochen
Kosten Wie viel darf das Projekt kosten? Höchstens 12.000 Euro
Leistung und Qualität Was soll mit welchen Anforderungen entstehen? Zehn getestete PCs mit Netzwerk und Schulungssoftware

Warum sind diese Größen miteinander verbunden?

Wird eine Größe verändert, kann das Auswirkungen auf die anderen Größen haben.

Beispiele

Leistung und Qualität unterscheiden

Beispiel: Zehn PCs sind der Umfang. Zuverlässiger Betrieb und bestandene Funktionstests gehören zur Qualität.

Wichtig: Änderungen werden mit dem Auftraggeber abgestimmt. Anforderungen dürfen nicht eigenmächtig gestrichen werden.

Übungsfrage: Der Auftraggeber verlangt die Fertigstellung zwei Wochen früher. Welche Auswirkungen sind möglich?

Musterantwort: Es können zusätzliche Mitarbeiter oder Expresslieferungen erforderlich werden. Dadurch steigen möglicherweise die Kosten. Alternativ müsste ein geringerer Umfang vereinbart werden.


Projektziele mit SMART formulieren

SMART hilft dabei, Ziele eindeutig und überprüfbar zu formulieren.

Buchstabe Bedeutung Leitfrage
S Spezifisch Was genau soll erreicht werden?
M Messbar Woran erkennen wir die Zielerreichung?
A Akzeptiert beziehungsweise attraktiv Wird das Ziel von den Beteiligten mitgetragen?
R Realistisch Ist das Ziel mit den vorhandenen Mitteln erreichbar?
T Terminiert Bis wann soll das Ziel erreicht sein?

Für einzelne Buchstaben gibt es unterschiedliche gebräuchliche Formulierungen. Entscheidend ist ein klares, überprüfbares und erreichbares Ziel.

Ungeeignetes Ziel

„Der Schulungsraum soll bald besser ausgestattet sein.“

Das Ziel ist ungenau. Es fehlen beispielsweise Anzahl, Anforderungen und Termin.

SMART formuliertes Ziel

„Bis zum 30. November werden im Schulungsraum zehn PCs mit Netzwerkzugang und freigegebener Schulungssoftware eingerichtet. Alle PCs bestehen den vereinbarten Funktionstest. Das Budget beträgt höchstens 12.000 Euro. Der Auftraggeber hat das Ziel bestätigt.“

Ob das Ziel realistisch ist, muss anhand von Lieferzeiten, Personal und Kosten geprüft werden.

Übungsfrage: Warum ist das Ziel „Das Netzwerk soll schneller werden“ nicht ausreichend SMART?

Musterantwort: Es fehlen eine genaue Vorgabe, eine messbare Verbesserung und ein Fertigstellungstermin.

Übungsfrage: Formulieren Sie ein einfaches SMART-Ziel für die Einrichtung von fünf Arbeitsplätzen.

Musterantwort: Bis zum 15. Oktober werden fünf Arbeitsplätze mit der vereinbarten Hardware und Software eingerichtet. Alle Arbeitsplätze bestehen den festgelegten Funktionstest. Das abgestimmte Budget beträgt 6.000 Euro und die notwendigen Ressourcen stehen bereit.


Phasen und Aufgaben des Projektmanagements

Ein einfacher Projektablauf lässt sich in Initiierung, Planung, Durchführung und Abschluss gliedern.

Überwachung und Kontrolle begleiten das Projekt fortlaufend. Sie finden nicht erst nach der Durchführung statt.

Bereich Was passiert? Beispiel
Initiierung Ziele, Anforderungen und Beteiligte klären; Projektauftrag erstellen Festlegen, wofür der Schulungsraum benötigt wird
Planung Aufgaben, Termine, Personal, Kosten und Risiken planen Liefertermine und Installationsaufgaben abstimmen
Durchführung Die geplanten Arbeiten umsetzen PCs aufbauen und Software installieren
Überwachung und Kontrolle Fortschritt prüfen und auf Abweichungen reagieren Eine verspätete Lieferung erkennen und den Ablauf anpassen
Abschluss Ergebnis abnehmen lassen, übergeben und Erfahrungen festhalten Funktionierende Arbeitsplätze und Dokumentation übergeben

Initiierung

Zu Beginn wird geklärt:

Projektauftrag

Der Projektauftrag hält die grundlegenden Vereinbarungen fest.

Typische Inhalte:

Planung

Die Planung beantwortet:

Durchführung

Das Team setzt die geplanten Aufgaben um. Der Projektleiter koordiniert die Zusammenarbeit und stimmt sich mit den Beteiligten ab.

Überwachung und Kontrolle

Der tatsächliche Stand wird mit der Planung verglichen. Bei Abweichungen werden geeignete Maßnahmen festgelegt.

Abschluss

Zum Abschluss gehören:

Übungsfrage: In welcher Phase werden Zeitplan, Personalbedarf und Budget geplant?

Musterantwort: In der Planungsphase.

Übungsfrage: Nennen Sie drei typische Inhalte eines Projektauftrags.

Musterantwort: Projektziel, Budgetrahmen und Fertigstellungstermin.

Übungsfrage: Warum muss der Projektfortschritt regelmäßig kontrolliert werden?

Musterantwort: Damit Termin-, Kosten- oder Qualitätsabweichungen frühzeitig erkannt werden und rechtzeitig gegengesteuert werden kann.


Rollen im Projekt

Rolle Hauptaufgabe Beispiel
Auftraggeber Beauftragt das Projekt und entscheidet über wesentliche Anforderungen und Freigaben Geschäftsleitung beauftragt den Schulungsraum
Projektleiter Plant und koordiniert das Projekt und überwacht den Fortschritt Stimmt Termine zwischen IT und Einkauf ab
Teammitglieder Bearbeiten die Projektaufgaben Installieren und testen die PCs
Stakeholder Sind am Projekt interessiert, beteiligt oder davon betroffen Benutzer, IT-Abteilung, Einkauf und Auftraggeber

Stakeholder einfach erklärt

Stakeholder sind alle Personen oder Gruppen, die Einfluss auf das Projekt haben oder von seinem Ergebnis betroffen sind.

Nicht jeder Stakeholder arbeitet aktiv im Projektteam.

Weitere Beispiele

Praktische Umsetzung

Übungsfrage: Was ist ein Stakeholder? Nennen Sie zwei Beispiele.

Musterantwort: Ein Stakeholder ist eine Person oder Gruppe, die am Projekt interessiert oder davon betroffen ist. Beispiele sind der Auftraggeber und die späteren Benutzer.

Übungsfrage: Was unterscheidet Projektleiter und Teammitglied?

Musterantwort: Der Projektleiter plant und koordiniert das Projekt. Ein Teammitglied führt die ihm zugeordneten Projektarbeiten aus.


Traditionelles Projektmanagement – Wasserfallmodell

Beim Wasserfallmodell werden Phasen grundsätzlich nacheinander durchlaufen.

Einfacher Ablauf

Anforderungen → Planung → Umsetzung → Test → Übergabe

Beispiel

Für einen Schulungsraum stehen Anzahl der PCs, Software, Verkabelung und Termin bereits fest. Die Arbeiten können weitgehend im Voraus geplant werden.

Vorteile Nachteile
Klarer Ablauf Späte Änderungen können aufwendig sein.
Gut nachvollziehbare Planung Rückmeldungen zu fertigen Ergebnissen kommen möglicherweise spät.
Klare Phasenergebnisse Weniger flexibel bei stark wechselnden Anforderungen

Geeignet, wenn: Anforderungen ausreichend bekannt und vergleichsweise stabil sind.

Übungsfrage: Nennen Sie einen Vorteil und einen Nachteil des Wasserfallmodells.

Musterantwort: Vorteil: Der Ablauf ist klar planbar. Nachteil: Späte Änderungen können großen Aufwand verursachen.


Agile Methoden und Arbeitsweisen

Agiles Arbeiten bedeutet, in überschaubaren Schritten vorzugehen, regelmäßig Rückmeldungen einzuholen und die weitere Arbeit anzupassen.

Wichtige Begriffe

Beispiel

Ein Team richtet zunächst einen Musterarbeitsplatz ein. Benutzer testen ihn und geben Rückmeldung. Danach wird die Konfiguration verbessert und auf weitere Arbeitsplätze übertragen.

Scrum und Kanban

Ansatz Einfach erklärt Beispiel
Scrum Rahmenwerk mit festgelegten Verantwortlichkeiten und zeitlich begrenzten Arbeitsabschnitten, den Sprints Ein Team erstellt innerhalb eines Sprints ein nutzbares Teilergebnis.
Kanban Arbeitsfluss sichtbar machen und gleichzeitig begonnene Arbeit begrenzen Aufgaben wandern auf einem Board von „Offen“ über „In Arbeit“ nach „Erledigt“.

Wichtiger Unterschied

Scrum arbeitet mit Sprints. Kanban benötigt keine festen Sprints und konzentriert sich besonders auf den Arbeitsfluss.

Kanban kann auch außerhalb agiler Projekte eingesetzt werden, beispielsweise im IT-Support.

Vorteile agilen Arbeitens Herausforderungen
Frühe Rückmeldungen Regelmäßige Abstimmung erforderlich
Anpassung an neue Erkenntnisse Beteiligte müssen für Rückfragen verfügbar sein.
Frühe nutzbare Teilergebnisse Der genaue Endumfang kann bei veränderlichen Anforderungen schwerer festzulegen sein.

Wichtig: Agil bedeutet nicht planlos und bedeutet auch nicht, auf Dokumentation zu verzichten.

Übungsfrage: Was bedeutet „iterativ“?

Musterantwort: Ein Ergebnis wird in mehreren Durchläufen überprüft und verbessert.

Übungsfrage: Nennen Sie einen Unterschied zwischen Scrum und Kanban.

Musterantwort: Scrum arbeitet mit zeitlich begrenzten Sprints. Kanban steuert den Arbeitsfluss und benötigt keine festen Sprints.


Hybrides Projektmanagement

Hybrides Projektmanagement kombiniert traditionelle und agile Vorgehensweisen.

Beispiel

Die Beschaffung und Verkabelung des Schulungsraums werden mit festen Terminen geplant. Die Arbeitsplatzkonfiguration wird schrittweise mit den Benutzern getestet und verbessert.

Vorteil: Je nach Aufgabe kann eine passende Vorgehensweise eingesetzt werden.

Herausforderung: Zuständigkeiten, Übergänge und Abstimmungen zwischen den Vorgehensweisen müssen klar geregelt sein.

Übungsfrage: Was versteht man unter einem hybriden Projektansatz?

Musterantwort: Eine Kombination aus traditionellen und agilen Vorgehensweisen innerhalb eines Projekts.


Gantt-Diagramme und Netzpläne

Beide Werkzeuge unterstützen die Terminplanung.

Werkzeug Darstellung Wofür geeignet?
Gantt-Diagramm Aufgaben als Balken auf einer Zeitachse Start, Ende, Dauer und parallele Arbeiten übersichtlich darstellen
Netzplan Vorgänge und ihre Abhängigkeiten Reihenfolge, Pufferzeiten und kritischen Pfad untersuchen

Beispiel für Abhängigkeiten

  1. Geräte bestellen.
  2. Lieferung erhalten.
  3. Geräte installieren.
  4. Funktionstest durchführen.

Die Installation kann erst beginnen, wenn die Geräte geliefert wurden.

Die Erstellung einer Benutzerdokumentation kann teilweise parallel erfolgen.

Kritischer Pfad

Der kritische Pfad ist die zeitbestimmende Vorgangskette im Netzplan.

Im einfachen Netzplan haben die Vorgänge auf diesem Pfad keinen Zeitpuffer. Eine Verzögerung verlängert ohne Gegenmaßnahmen die Projektdauer.

Wichtiger Unterschied

Ein Gantt-Diagramm zeigt besonders anschaulich, wann etwas stattfindet. Ein Netzplan unterstützt besonders die Untersuchung zeitlicher Abhängigkeiten.

Übungsfrage: Wozu dient ein Gantt-Diagramm?

Musterantwort: Es zeigt Aufgaben mit ihrer Dauer und zeitlichen Lage als Balken. Dadurch lässt sich der Projektzeitplan übersichtlich darstellen.

Übungsfrage: Warum sind Vorgänge auf dem kritischen Pfad besonders zu überwachen?

Musterantwort: Weil sie keinen Zeitpuffer besitzen und eine Verzögerung ohne Gegenmaßnahmen den Projektabschluss verschieben kann.


Kanban-Boards

Ein Kanban-Board macht Aufgaben und ihren Bearbeitungsstand sichtbar.

Einfaches Beispiel

Offen In Arbeit Erledigt
Benutzerdokumentation erstellen PCs installieren Hardware bestellen
Einweisung vorbereiten Netzwerk testen Geräte auspacken

Jede Aufgabe wird als Karte dargestellt.

Hilfreiche Angaben auf einer Karte

Begrenzung gleichzeitig laufender Arbeit

Ein WIP-Limit begrenzt die Zahl der gleichzeitig bearbeiteten Aufgaben.

WIP bedeutet „Work in Progress“, also begonnene, noch nicht abgeschlossene Arbeit.

Beispiel: In der Spalte „In Arbeit“ dürfen höchstens drei Aufgaben liegen.

Zweck: Aufgaben sollen fertiggestellt werden, bevor immer weitere begonnen werden.

Übungsfrage: Welchen Nutzen hat ein Kanban-Board?

Musterantwort: Es macht sichtbar, welche Aufgaben offen, in Bearbeitung oder erledigt sind. Dadurch erleichtert es die Abstimmung im Team.


Meilensteine

Ein Meilenstein kennzeichnet ein wichtiges Ereignis oder einen erreichten Zustand im Projekt.

Er ist keine länger dauernde Tätigkeit und wird im Zeitplan normalerweise mit einer Dauer von null dargestellt.

Tätigkeit Passender Meilenstein
Projektplan erstellen Projektplan freigegeben
PCs installieren Installation abgeschlossen
Funktionstests durchführen Funktionstests bestanden
Ergebnisse mit dem Auftraggeber prüfen Projektabnahme erfolgt

Typische Meilensteine

Wozu dienen Meilensteine?

Wichtig: Ein Meilenstein sollte ein prüfbares Ergebnis beschreiben. „Tests bestanden“ ist aussagekräftiger als „irgendwann testen“.

Übungsfrage: Was ist ein Meilenstein?

Musterantwort: Ein Meilenstein ist ein wichtiges Ereignis oder ein festgelegter Ergebniszustand im Projekt, beispielsweise die Freigabe des Projektplans.

Übungsfrage: Welche Formulierung beschreibt einen Meilenstein: „Server installieren“ oder „Serverinstallation abgeschlossen“?

Musterantwort: „Serverinstallation abgeschlossen“. „Server installieren“ beschreibt eine Tätigkeit.


Risikomanagement

Ein Projektrisiko ist ein mögliches zukünftiges Ereignis, das den Projektverlauf beeinflussen kann.

Beispiel: Die bestellten PCs könnten verspätet geliefert werden.

Ein bereits eingetretenes Ereignis ist ein Problem.

Beispiel: Die Lieferung ist bereits ausgefallen und die Installation kann heute nicht beginnen.

Einfacher Ablauf des Risikomanagements

  1. Risiken erkennen.
  2. Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen bewerten.
  3. Maßnahmen festlegen.
  4. Verantwortliche bestimmen.
  5. Risiken regelmäßig erneut prüfen.
Risiko Mögliche Auswirkung Geeignete Maßnahme
Verspätete Lieferung Installation beginnt zu spät. Frühzeitig bestellen und alternative Liefermöglichkeiten prüfen.
Ausfall einer Fachkraft Spezialaufgaben bleiben liegen. Vertretung und Wissenstransfer einplanen.
Software funktioniert nicht wie erwartet Nacharbeiten und Verzögerungen Frühzeitig einen Musterarbeitsplatz testen.
Zusätzliche Anforderungen Mehr Kosten und Zeitbedarf Änderungen bewerten und genehmigen lassen.
Datenverlust bei einer Umstellung Betriebsunterbrechung Backup und Wiederherstellung vorab planen und testen.

Bewertung

Risiken werden häufig anhand zweier Fragen priorisiert:

Eine einfache Einteilung ist „niedrig“, „mittel“ und „hoch“.

Übungsfrage: Nennen Sie ein Projektrisiko und eine passende Gegenmaßnahme.

Musterantwort: Risiko: Die Hardware wird zu spät geliefert. Gegenmaßnahme: Frühzeitig bestellen und einen alternativen Lieferanten prüfen.

Übungsfrage: Was unterscheidet ein Risiko von einem Problem?

Musterantwort: Ein Risiko könnte künftig eintreten. Ein Problem ist bereits eingetreten und muss bearbeitet werden.


Projektmanagement-Software

Projektmanagement-Software unterstützt bei:

Beispiele für solche Werkzeuge sind Microsoft Project, Trello, Asana, Jira und monday.com.

Wichtiger Hinweis: Der genaue Funktionsumfang hängt vom Produkt und der eingesetzten Version ab. Für kleine Vorhaben können auch eine Tabelle und ein einfaches Aufgabenboard ausreichen.

Beispiel

Für jede Aufgabe werden Zuständigkeit, Termin und Status hinterlegt. Das Team sieht dadurch, welche Aufgaben noch offen sind.

Merksatz: Software unterstützt die Organisation. Sie ersetzt keine klaren Ziele und Zuständigkeiten.

Übungsfrage: Nennen Sie zwei Aufgaben, bei denen Projektmanagement-Software unterstützt.

Musterantwort: Bei der Terminplanung und bei der Verwaltung von Aufgaben und Zuständigkeiten.


Typische Herausforderungen im Projekt

Herausforderung Mögliche Schwierigkeit Geeignete Vorgehensweise
Zeitmanagement Aufgaben dauern länger als geplant. Abhängigkeiten, Termine und Puffer berücksichtigen.
Budgetkontrolle Kosten überschreiten die Planung. Geplante und tatsächliche Kosten regelmäßig vergleichen.
Kommunikation Beteiligte haben unterschiedliche Informationen. Klare Meldewege und regelmäßige Abstimmungen festlegen.
Risikomanagement Mögliche Schwierigkeiten werden zu spät erkannt. Risiken frühzeitig erfassen und Maßnahmen vorbereiten.

Soll-Ist-Vergleich

Beim Soll-Ist-Vergleich wird die Planung mit dem tatsächlichen Stand verglichen.

Beispiel

Wichtig: Bereits ausgegebenes Geld allein sagt noch nicht, ob das Budget ausreicht. Auch die Kosten der verbleibenden Arbeiten müssen betrachtet werden.

Übungsfrage: Was ist ein Soll-Ist-Vergleich?

Musterantwort: Der geplante Zustand wird mit dem tatsächlichen Zustand verglichen, damit Abweichungen erkannt werden.

Übungsfrage: Was sollte der Projektleiter bei einer erkannten Verzögerung tun?

Musterantwort: Die Ursache und Auswirkungen prüfen, geeignete Maßnahmen abstimmen und die betroffenen Beteiligten informieren.


Erfolgsfaktoren im Projektmanagement

Erfolgsfaktor Praktische Umsetzung
Klare Ziele Anforderungen und Erfolgskriterien verständlich festlegen.
Regelmäßige Überprüfung Fortschritt, Kosten und offene Probleme kontrollieren.
Beteiligung der Stakeholder Anforderungen frühzeitig aufnehmen und Rückmeldungen einholen.
Klare Zuständigkeiten Für jede Aufgabe eine verantwortliche Person festlegen.
Gute Kommunikation Entscheidungen und Änderungen an die betroffenen Personen weitergeben.
Dokumentation und Lernen Ergebnisse, Entscheidungen und Erfahrungen festhalten.

Lessons Learned

Lessons Learned sind Erkenntnisse aus dem Projekt, die für zukünftige Projekte genutzt werden.

Beispiel

Die Hardware wurde zu spät bestellt. Für das nächste Projekt wird festgelegt, Lieferzeiten früher zu prüfen und Bestellungen rechtzeitig auszulösen.

Es sollen auch erfolgreiche Vorgehensweisen festgehalten werden.

Übungsfrage: Warum werden Erfahrungen am Projektende dokumentiert?

Musterantwort: Damit gute Vorgehensweisen wiederverwendet und bekannte Fehler in zukünftigen Projekten vermieden werden können.


Projektorganisation

Die Projektorganisation legt fest, wie Projektmitarbeiter eingebunden sind und wer Entscheidungen beziehungsweise Weisungen erteilen darf.

Reine Projektorganisation

Die Teammitglieder werden für die Projektarbeit aus ihren bisherigen Aufgaben weitgehend herausgelöst.

Der Projektleiter besitzt weitreichende Weisungsbefugnisse gegenüber dem Projektteam.

Vorteile Nachteile
Klare Zuständigkeiten Mitarbeiter sind stark an das Projekt gebunden.
Hohe Konzentration auf die Projektarbeit Im Tagesgeschäft können Ressourcen fehlen.
Kurze Entscheidungswege Rückkehr in die ursprüngliche Abteilung muss organisiert werden.

Beispiel: Ein eigenes Team arbeitet für drei Monate ausschließlich am Umzug eines Rechenzentrums.

Übungsfrage: Nennen Sie einen Vorteil der reinen Projektorganisation.

Musterantwort: Das Team kann sich vollständig auf das Projekt konzentrieren und die Zuständigkeiten sind klar.

Matrix-Projektorganisation

Mitarbeiter arbeiten sowohl im Projekt als auch in ihrer Fachabteilung.

Projektleitung und Abteilungsleitung teilen sich Zuständigkeiten. Welche Weisungsrechte bestehen, muss klar geregelt sein.

Vorteile Nachteile
Fachkräfte können flexibel eingesetzt werden. Konflikte zwischen Projekt und Tagesgeschäft sind möglich.
Wissen bleibt in den Fachabteilungen erhalten. Erhöhter Abstimmungsbedarf
Mitarbeiter können mehrere Aufgabenbereiche unterstützen. Unterschiedliche Prioritäten der Vorgesetzten

Beispiel: Ein Administrator arbeitet einen Teil seiner Zeit im Projekt und betreut daneben weiterhin die vorhandenen Server.

Übungsfrage: Welcher typische Konflikt kann in einer Matrix-Projektorganisation entstehen?

Musterantwort: Projektleiter und Abteilungsleiter können gleichzeitig unterschiedliche Aufgaben mit hoher Priorität verlangen.

Stabs-Projektorganisation

Der Projektleiter übernimmt vor allem beratende, koordinierende und vorbereitende Aufgaben.

Er besitzt normalerweise keine direkte Weisungsbefugnis gegenüber den Mitarbeitern der Fachabteilungen. Die Umsetzung bleibt in der Linienorganisation.

Vorteile Nachteile
Bestehende Organisation bleibt weitgehend erhalten. Projektleiter besitzt wenig direkte Durchsetzungsmacht.
Geringer organisatorischer Umbau Entscheidungen können längere Abstimmungen benötigen.
Fachabteilungen bleiben zuständig. Projektziele können hinter dem Tagesgeschäft zurückstehen.

Beispiel: Ein Projektkoordinator stimmt die Einführung neuer Arbeitsmittel ab. Die Abteilungsleiter entscheiden über den Einsatz ihrer Mitarbeiter.

Wichtig: Die gesamte Projektarbeit ist nicht nur Beratung. Beratend und koordinierend ist vor allem die Rolle der Projektleitung.

Übungsfrage: Was kennzeichnet die Stabs-Projektorganisation?

Musterantwort: Die Projektleitung koordiniert und berät, besitzt aber normalerweise keine direkte Weisungsbefugnis gegenüber den Fachabteilungen.

Organisationsformen im Vergleich

Organisationsform Einbindung der Mitarbeiter Stellung der Projektleitung
Reine Projektorganisation Eigenes Projektteam Weitreichende Weisungsbefugnisse
Matrix-Projektorganisation Projekt und Fachabteilung Zuständigkeiten mit der Abteilungsleitung geteilt
Stabs-Projektorganisation Mitarbeiter bleiben in ihren Fachabteilungen Vor allem beratend und koordinierend

Projektabnahme und Projektabschluss

Diese Begriffe hängen zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe.

Begriff Bedeutung
Projektabnahme Der Auftraggeber prüft und bestätigt das vereinbarte Ergebnis.
Projektabschluss Das Projekt wird organisatorisch beendet und ausgewertet.

Beispiel

Bei der Abnahme werden die zehn PCs anhand der vereinbarten Anforderungen geprüft.

Anschließend werden Dokumentation, Zugänge und Zuständigkeiten an den Betrieb übergeben. Offene Punkte und Erfahrungen werden festgehalten.

Typische Abschlussunterlagen

Übungsfrage: Was unterscheidet Projektabnahme und Projektabschluss?

Musterantwort: Bei der Abnahme bestätigt der Auftraggeber das vereinbarte Ergebnis. Der Projektabschluss umfasst zusätzlich die organisatorische Beendigung, Übergabe und Auswertung.


Einfache Rechenaufgabe zur Kostenplanung

Zwei Techniker arbeiten jeweils acht Stunden am Aufbau der Arbeitsplätze. Der kalkulierte Stundensatz beträgt 60 Euro pro Person.

Wie hoch sind die Personalkosten?

Lösung anzeigen

2 Personen × 8 Stunden = 16 Personenstunden.

16 Personenstunden × 60 Euro = 960 Euro.

Hardwarekosten und weitere Ausgaben sind darin noch nicht enthalten.

Aufwand und Dauer unterscheiden

Beispiel: Zwei Personen arbeiten gleichzeitig jeweils vier Stunden. Der Aufwand beträgt acht Personenstunden, die Dauer vier Stunden.

Wichtig: Mehr Personal verkürzt die Dauer nicht automatisch im gleichen Verhältnis. Manche Arbeiten können nicht parallel ausgeführt werden.


Zusammenhängende Übungsaufgabe

Ein Unternehmen möchte zwölf neue Arbeitsplätze einrichten.

Vorgaben:

Beantworten Sie:

  1. Nennen Sie drei Projektmerkmale.
  2. Welche Größen des magischen Dreiecks werden beschrieben?
  3. Welche Projektorganisationsform liegt nahe?
  4. Nennen Sie zwei sinnvolle Meilensteine.
  5. Nennen Sie ein Risiko und eine Gegenmaßnahme.
  6. Wer bestätigt bei der Abnahme das Ergebnis?
Musterlösung anzeigen

1. Projektmerkmale: Festgelegtes Ziel, zeitliche Begrenzung und begrenztes Budget.

2. Magisches Dreieck: Zeit: vier Wochen. Kosten: 15.000 Euro. Leistung und Qualität: zwölf eingerichtete und getestete Arbeitsplätze.

3. Organisation: Eine Matrix-Projektorganisation liegt nahe, wenn die Mitarbeiter sowohl der Projektleitung als auch ihrer Abteilungsleitung zugeordnet sind.

4. Meilensteine: „Hardware vollständig geliefert“ und „Funktionstests bestanden“.

5. Risiko: Verspätete Lieferung. Gegenmaßnahme: frühzeitig bestellen und alternative Liefermöglichkeiten prüfen.

6. Abnahme: Der Auftraggeber beziehungsweise eine dazu berechtigte Person.


Typische Verwechslungen

Begriffe Unterschied
Projekt und Routine Zeitlich begrenztes Vorhaben gegenüber wiederkehrender Betriebsaufgabe
Projektziel und Tätigkeit Gewünschtes Ergebnis gegenüber Arbeitsschritt
Meilenstein und Aufgabe Erreichter Zustand gegenüber auszuführender Tätigkeit
Risiko und Problem Mögliches zukünftiges Ereignis gegenüber bereits eingetretener Schwierigkeit
Aufwand und Dauer Benötigte Arbeitsmenge gegenüber zeitlicher Länge
Gantt-Diagramm und Netzplan Zeitliche Übersicht gegenüber Untersuchung von Abhängigkeiten und Puffern
Scrum und Kanban Arbeit in Sprints gegenüber Steuerung des Arbeitsflusses
Abnahme und Abschluss Bestätigung des Ergebnisses gegenüber organisatorischer Beendigung

Hinweise für kurze Prüfungsantworten

Beispiel

Aufgabe: „Nennen Sie zwei Vorteile eines Meilensteinplans.“

Antwort: „Er erleichtert die Fortschrittskontrolle und legt wichtige Entscheidungspunkte fest.“

Aufgabe: „Begründen Sie die frühzeitige Einbindung der Benutzer.“

Antwort: „Dadurch werden ihre Anforderungen früh erkannt und aufwendige spätere Änderungen können vermieden werden.“


Kurzmerksatz

Projektmanagement sorgt dafür, dass ein vereinbartes Ergebnis innerhalb der geplanten Zeit, Kosten und Qualitätsanforderungen erreicht wird.

Zum Einprägen

Ziel klären – Aufgaben planen – Verantwortliche festlegen – umsetzen – Fortschritt prüfen – Ergebnis übergeben – Erfahrungen nutzen.

IT-Abkürzungen-Trainer

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Beschreiben & Definieren

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Datenbanken

Was ist eine Datenbank?

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Eine Datenbank ist eine strukturierte Sammlung zusammengehöriger Daten. Die Daten werden so organisiert, dass sie leicht auffindbar, effizient bearbeitbar und verwaltbar sind.


Was ist ein Datenbankmanagementsystem (DBMS)?

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Ein DBMS ist eine Software zur Verwaltung von Datenbanken. Es ermöglicht das Speichern, Abfragen und Ändern von Daten und sorgt für Datenintegrität, Zugriffskontrolle, Transaktionen und den gleichzeitigen Zugriff mehrerer Nutzer.


Was ist der Unterschied zwischen einer Datenbank und einem DBMS?

Antwort anzeigen

Eine Datenbank enthält die strukturierten Daten. Das Datenbankmanagementsystem (DBMS) ist die Software, mit der die Datenbank erstellt, verwaltet, abgefragt und verändert wird.

Beispiel:

Merksatz: Die Datenbank enthält die Daten, das DBMS verwaltet die Datenbank.


Was ist das relationale Datenmodell?

Antwort anzeigen

Beim relationalen Datenmodell werden Daten in Tabellen (Relationen) dargestellt:

Beziehungen können als 1:1, 1:n oder n:m vorkommen. Eine n:m-Beziehung wird über eine Zwischentabelle umgesetzt.


Was bedeutet Persistenz?

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Persistenz bedeutet, dass Daten dauerhaft gespeichert werden und auch nach dem Beenden eines Programms oder einem Neustart erhalten bleiben.


Welche Vorteile bietet eine strukturierte Datenspeicherung?

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Datenschutz

Was ist Datenschutz?

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Datenschutz schützt Menschen bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten. Ziel ist der Schutz der Privatsphäre und der informationellen Selbstbestimmung.


Welche Gesetze regeln den Datenschutz in Deutschland?

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Der Datenschutz wird hauptsächlich durch folgende Vorschriften geregelt:


Was ist die DSGVO?

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Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist eine Verordnung der Europäischen Union. Sie gilt seit dem 25. Mai 2018 und regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten sowie die Rechte und Pflichten der Beteiligten.


Welche wichtigen Datenschutzgrundsätze nennt die DSGVO?

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Was ist das BDSG?

Antwort anzeigen

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ergänzt die DSGVO in Deutschland. Es enthält nationale Regelungen, beispielsweise zum Beschäftigtendatenschutz und zu den Datenschutzbehörden.


Was sind personenbezogene Daten?

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Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen.

Beispiele:


Welche Rechte haben betroffene Personen?

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Recht Bedeutung Beispiel
Recht auf Information Information über die Datenverarbeitung Datenschutzerklärung
Auskunftsrecht Auskunft über gespeicherte Daten Kunde fragt nach seinen Daten
Berichtigungsrecht falsche Daten korrigieren lassen falsche Anschrift berichtigen
Recht auf Löschung Daten unter bestimmten Voraussetzungen löschen lassen nicht mehr benötigte Daten löschen
Einschränkung der Verarbeitung Verarbeitung vorübergehend begrenzen Daten während einer Prüfung sperren
Datenübertragbarkeit Daten in einem maschinenlesbaren Format erhalten Wechsel zu einem anderen Anbieter
Widerspruchsrecht einer Verarbeitung unter bestimmten Voraussetzungen widersprechen Widerspruch gegen Direktwerbung

Welche Datenschutzpflichten haben Unternehmen?

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Unternehmen müssen unter anderem:


Wo ist Datenschutz in der Praxis besonders wichtig?

Antwort anzeigen

Datenschutz ist besonders wichtig bei:


Wie lautet der Kurzmerksatz zum Datenschutz?

Antwort anzeigen

Datenschutz schützt Menschen und gibt ihnen Kontrolle über die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten.

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Netzwerkgrundlagen

Was ist ein Netzwerk?

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Ein Netzwerk verbindet mehrere Geräte, damit sie Daten austauschen und gemeinsame Ressourcen wie Internetzugänge, Drucker oder Server verwenden können.


Welche Aufgaben haben wichtige Netzwerkkomponenten?

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Was gehört zur IP-Konfiguration eines Gerätes?

Antwort anzeigen

Zur IP-Konfiguration gehören:


Was ist der Unterschied zwischen IPv4 und IPv6?

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IPv6 stellt einen wesentlich größeren Adressraum als IPv4 bereit.


Was ist DHCP?

Antwort anzeigen

DHCP weist Geräten automatisch eine IP-Konfiguration zu. Dazu gehören beispielsweise IP-Adresse, Subnetzmaske beziehungsweise Präfix, Standardgateway und DNS-Server.


Was ist DNS?

Antwort anzeigen

Das Domain Name System (DNS) übersetzt Domainnamen wie example.de in die zugehörigen IP-Adressen.


Was ist WLAN?

Antwort anzeigen

WLAN ist ein drahtloses lokales Netzwerk. Geräte verbinden sich über einen Access Point und eine SSID mit dem Netzwerk.

Zur Absicherung sollten WPA2 oder WPA3 und ein sicheres WLAN-Kennwort verwendet werden.


Was ist der Unterschied zwischen dem OSI- und dem TCP/IP-Modell?

Antwort anzeigen

Das OSI-Modell ist ein Referenzmodell mit sieben Schichten. Das praktisch verwendete TCP/IP-Modell fasst die Netzwerkkommunikation in vier Schichten zusammen.

TCP/IP-Modell OSI-Modell Beispiele
Anwendung Schicht 5–7 DNS, DHCP, HTTP
Transport Schicht 4 TCP, UDP
Internet Schicht 3 IP, ICMP
Netzzugang Schicht 1–2 Ethernet, WLAN

Welche Aufgaben haben Ethernet, IP und DNS?

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Wofür wird der Befehl ping verwendet?

Antwort anzeigen

ping prüft mithilfe von ICMP, ob ein Ziel erreichbar ist, und misst die Antwortzeit.


Wofür werden tracert und traceroute verwendet?

Antwort anzeigen

Die Befehle zeigen den Weg eines Datenpakets über mehrere Router bis zum Ziel.


Wofür wird der Befehl arp verwendet?

Antwort anzeigen

arp zeigt und verwaltet die Zuordnung zwischen IPv4-Adressen und MAC-Adressen im lokalen Netzwerk.

Bei IPv6 wird statt ARP das Neighbor Discovery Protocol (NDP) verwendet.


Wofür wird der Befehl nslookup verwendet?

Antwort anzeigen

nslookup führt DNS-Abfragen durch und prüft, welche IP-Adresse einem Domainnamen zugeordnet ist.


Was ist das Client-Server-Prinzip?

Antwort anzeigen

Ein Client fordert einen Dienst oder Daten an. Ein Server stellt diesen Dienst oder diese Daten bereit.

Beispiel: Ein Webbrowser fordert eine Webseite von einem Webserver an.


Wie wird eine grundlegende Netzwerkverbindung eingerichtet?

Antwort anzeigen
  1. Gerät per LAN oder WLAN verbinden.
  2. IP-Konfiguration automatisch per DHCP beziehen oder manuell eintragen.
  3. Bei WLAN die SSID auswählen und das Kennwort eingeben.
  4. Verbindung zum Gateway, Internet und DNS testen.

Welche Angaben werden für eine manuelle Netzwerkgrundkonfiguration benötigt?

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Systemtechnik

Aus welchen Hauptkomponenten besteht ein Arbeitsplatzsystem?

Antwort anzeigen

Ein Arbeitsplatzsystem besteht hauptsächlich aus:


Welche Aufgabe hat die CPU?

Antwort anzeigen

Die CPU führt Befehle aus, verarbeitet Daten und steuert die Abläufe des Computers.

Wichtige Leistungsmerkmale sind unter anderem:


Welche Aufgabe hat der RAM?

Antwort anzeigen

Der RAM ist der schnelle Arbeitsspeicher des Computers. Er speichert aktuell benötigte Programme und Daten.

RAM ist flüchtig: Sein Inhalt geht beim Ausschalten verloren.


Welche Aufgabe hat die Grafikkarte?

Antwort anzeigen

Die Grafikkarte verarbeitet Bild- und Grafikdaten und gibt sie an den Bildschirm aus. Sie kann auch parallele Berechnungen beschleunigen.


Welche Aufgabe hat das Mainboard?

Antwort anzeigen

Das Mainboard verbindet die Hardwarekomponenten miteinander und ermöglicht deren Kommunikation.

Es enthält unter anderem:


Welche Aufgabe hat das Netzteil?

Antwort anzeigen

Das Netzteil wandelt die Netzspannung in die benötigten Gleichspannungen um und versorgt die Hardwarekomponenten mit elektrischer Energie.


Was ist ein Massenspeicher?

Antwort anzeigen

Ein Massenspeicher speichert Programme und Daten dauerhaft.


Was sind BIOS und UEFI?

Antwort anzeigen

BIOS und UEFI sind Firmware-Schnittstellen des Computers. Sie initialisieren die Hardware, führen den Systemstart durch und starten das Betriebssystem.

UEFI ist der moderne Nachfolger des BIOS und unterstützt unter anderem GPT und Secure Boot.


Was ist der Unterschied zwischen Partitionieren und Formatieren?

Antwort anzeigen

Reihenfolge: Zuerst wird partitioniert, danach formatiert.


Was ist ein Dateisystem?

Antwort anzeigen

Ein Dateisystem organisiert die Speicherung von Dateien und Ordnern auf einem Datenträger. Es verwaltet unter anderem Dateinamen, Speicherorte, Zugriffsrechte und freien Speicherplatz.


Welche Eigenschaften haben wichtige Dateisysteme?

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Welche Geräteklassen werden unterschieden?

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Was bedeutet Energieeffizienz bei Computersystemen?

Antwort anzeigen

Energieeffizienz beschreibt das Verhältnis zwischen erbrachter Leistung und benötigter Energie.

Wichtige Angaben sind:

Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet geringere Energieverluste.


Welche Leistungsdaten sind bei einem Computersystem wichtig?

Antwort anzeigen

Die wichtigen Leistungsdaten hängen vom Einsatzzweck ab:


Was ist ein Betriebssystem?

Antwort anzeigen

Ein Betriebssystem verwaltet die Hardware und Systemressourcen eines Computers und stellt eine Schnittstelle für Benutzer und Programme bereit.

Beispiele: Windows, Linux und macOS


Was ist eine CLI?

Antwort anzeigen

Eine Command Line Interface (CLI) ist eine textbasierte Benutzeroberfläche, über die ein System mit Terminalbefehlen gesteuert wird.

Beispiele:


Was muss bei der Planung eines Arbeitsplatzsystems beachtet werden?

Antwort anzeigen

Wie wird ein Arbeitsplatzsystem getestet?

Antwort anzeigen

Nach dem Aufbau werden unter anderem geprüft:


Was bedeutet Datensicherheit?

Antwort anzeigen

Datensicherheit schützt Daten unabhängig von ihrem Personenbezug.

Zentrale Schutzziele sind:


Was sind Backup und Wiederherstellung?

Antwort anzeigen

Ein Backup ist eine zusätzliche Sicherungskopie von Daten. Bei der Wiederherstellung werden verlorene oder beschädigte Daten aus dem Backup zurückgespielt.

Ein Backup sollte regelmäßig erstellt, getrennt aufbewahrt und durch Wiederherstellungstests geprüft werden.


Wie wird ein Hardwarefehler systematisch untersucht?

Antwort anzeigen
  1. Fehlerbild erfassen und reproduzieren.
  2. Stromversorgung, Kabel und Anschlüsse prüfen.
  3. Anzeigen, Signaltöne und Fehlermeldungen auswerten.
  4. Temperaturen und Hardwareerkennung kontrollieren.
  5. RAM, Massenspeicher und andere Komponenten einzeln testen.
  6. Fehlerhafte Komponente eingrenzen und austauschen.
  7. Funktion des Systems abschließend prüfen.
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Betriebssysteme

Was ist ein Betriebssystem?

Antwort anzeigen

Ein Betriebssystem verwaltet die Hardware und Systemressourcen eines Computers und stellt eine Schnittstelle für Benutzer und Anwendungen bereit.

Beispiele: Windows, Linux und macOS


Welche Schritte gehören zur Installation eines Betriebssystems?

Antwort anzeigen
  1. Systemanforderungen und Hardwarekompatibilität prüfen.
  2. vorhandene Daten sichern.
  3. Installationsmedium vorbereiten und starten.
  4. Datenträger partitionieren und formatieren.
  5. Betriebssystem installieren.
  6. Benutzerkonto und Netzwerkkonfiguration einrichten.
  7. Treiber, Updates und Sicherheitsmaßnahmen installieren.
  8. Funktion des Systems prüfen.

Was gehört zur Grundkonfiguration eines Betriebssystems?

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Was sind Benutzerkonten und Berechtigungen?

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Ein Benutzerkonto identifiziert einen Benutzer am System. Berechtigungen bestimmen, auf welche Dateien, Programme und Systemeinstellungen der Benutzer zugreifen darf.

Nach dem Minimalprinzip erhält jeder Benutzer nur die Rechte, die er für seine Aufgaben benötigt.


Was ist der Unterschied zwischen einem Standardbenutzer und einem Administrator?

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Für alltägliche Arbeiten sollte möglichst ein Standardbenutzerkonto verwendet werden.


Was gehört zur Dateisystemverwaltung?

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Zur Dateisystemverwaltung gehören:


Welche Angaben gehören zur Netzwerkkonfiguration?

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Was ist der Unterschied zwischen einem Update und einem Patch?

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Ein Patch ist somit eine bestimmte Form der Softwareaktualisierung.


Was gehört zu einem grundlegenden Update- und Patchkonzept?

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  1. verfügbare Aktualisierungen prüfen
  2. Änderungen und Risiken bewerten
  3. Backup oder Wiederherstellungsmöglichkeit erstellen
  4. Updates möglichst vorher testen
  5. Aktualisierungen installieren
  6. Funktion und Sicherheit kontrollieren
  7. Installation dokumentieren

Sicherheitsupdates sollten zeitnah installiert werden.


Was sind systemnahe Tools?

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Systemnahe Tools dienen zur Konfiguration, Überwachung und Fehleranalyse eines Betriebssystems.

Beispiele unter Windows:

Beispiele unter Linux:


Was ist eine CLI?

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Eine Command Line Interface (CLI) ist eine textbasierte Benutzeroberfläche, über die das Betriebssystem mit Befehlen gesteuert und verwaltet wird.

Beispiele:


Welche CLI-Befehle helfen bei der Systemverwaltung?

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Wie wird ein Betriebssystemfehler systematisch untersucht?

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  1. Fehlerbild und Fehlermeldungen erfassen.
  2. Fehler reproduzieren.
  3. kürzlich vorgenommene Änderungen prüfen.
  4. Systemprotokolle und Ressourcenauslastung auswerten.
  5. Hardware, Treiber, Dienste und Netzwerk prüfen.
  6. Fehlerursache schrittweise eingrenzen.
  7. Lösung umsetzen und Funktion testen.
  8. Ursache und Lösung dokumentieren.
Beschreiben & Definieren

Projektmanagement

Einführung in das Projektmanagement – Fragen und Antworten


Was ist Projektmanagement?

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Projektmanagement ist die Anwendung von Wissen, Fähigkeiten, Methoden, Werkzeugen und Techniken, um die Anforderungen und Ziele eines Projekts zu erfüllen.


Welche Ziele hat das Projektmanagement?

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Das Projektmanagement soll die Projektziele innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen erreichen:


Welche Merkmale kennzeichnen ein Projekt?

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Ein Projekt besitzt typischerweise folgende Merkmale:


Welche Phasen durchläuft ein Projekt?

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  1. Initiierung: Ziele, Anforderungen und Stakeholder bestimmen sowie Projektauftrag erstellen
  2. Planung: Termine, Aufgaben, Ressourcen, Kosten und Risiken planen
  3. Durchführung: geplante Projektarbeiten umsetzen und Ressourcen koordinieren
  4. Überwachung und Steuerung: Fortschritt kontrollieren, Abweichungen erkennen und Maßnahmen einleiten
  5. Abschluss: Ergebnisse übergeben, Projekt abnehmen und Erfahrungen dokumentieren

Welche grundlegenden Projektmanagementmethoden gibt es?

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Beispiele für agile Frameworks und Methoden: Scrum und Kanban


Welche Werkzeuge und Techniken werden im Projektmanagement verwendet?

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Beispiele: Microsoft Project, Trello, Asana, Jira und Monday.com


Was ist Risikomanagement?

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Risikomanagement umfasst das Identifizieren, Analysieren, Bewerten und Überwachen von Risiken sowie die Planung geeigneter Gegenmaßnahmen.


Was sind SMART-Ziele?

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Projektziele sollten nach der SMART-Regel formuliert werden:


Welche Rollen gibt es im Projektmanagement?

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Was ist ein Meilenstein?

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Ein Meilenstein ist ein wichtiges Ereignis oder ein festgelegter Kontrollpunkt im Projekt. Er besitzt keine eigene Dauer, sondern kennzeichnet das Erreichen eines Ergebnisses oder einer Entscheidung.


Welche typischen Meilensteine gibt es?

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Welche Funktionen haben Meilensteine?

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Meilensteine dienen:


Welche typischen Herausforderungen gibt es im Projektmanagement?

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Welche bewährten Vorgehensweisen unterstützen ein Projekt?

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Was ist das magische Dreieck des Projektmanagements?

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Das magische Dreieck beschreibt die gegenseitige Abhängigkeit von:

Wird eine Größe verändert, wirkt sich dies normalerweise auf mindestens eine der anderen Größen aus.

Magisches Dreieck


Was ist eine reine Projektorganisation?

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Bei der reinen Projektorganisation arbeiten die Projektmitglieder für die Dauer des Projekts überwiegend oder vollständig im Projekt. Der Projektleiter besitzt weitreichende Weisungs- und Entscheidungsbefugnisse.

Vorteile:

Nachteile:


Was ist eine Matrix-Projektorganisation?

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Bei der Matrixorganisation arbeiten die Beschäftigten gleichzeitig im Projekt und in ihrer Fachabteilung. Sie unterstehen sowohl dem Projektleiter als auch dem Abteilungsleiter.

Vorteile:

Nachteile:


Was ist eine Stabs-Projektorganisation?

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Bei der Stabs-Projektorganisation unterstützt und koordiniert der Projektleiter das Projekt, besitzt aber keine direkte Weisungsbefugnis gegenüber den Fachabteilungen.

Vorteile:

Nachteile:


Wie unterscheiden sich die Projektorganisationsformen?

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Organisationsform Befugnisse des Projektleiters Zuordnung der Mitarbeiter
Reine Projektorganisation hoch überwiegend oder vollständig dem Projekt zugeordnet
Matrixorganisation geteilt Projekt und Fachabteilung
Stabs-Projektorganisation gering verbleiben in den Fachabteilungen
Beschreiben & Definieren

WISO – Wirtschaftlichkeit und Angebotsbewertung

Was bedeutet Wirtschaftlichkeit?

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Wirtschaftlichkeit beschreibt das Verhältnis zwischen dem erzielten Nutzen beziehungsweise Ertrag und den dafür eingesetzten Kosten beziehungsweise Mitteln.

Eine Lösung ist wirtschaftlich, wenn ihr Nutzen in einem angemessenen Verhältnis zu ihren Kosten steht.


Was sind Anschaffungskosten?

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Anschaffungskosten sind alle Kosten, die entstehen, um ein Produkt zu erwerben und betriebsbereit zu machen.

Dazu gehören:

Rabatte und Skonti vermindern die Anschaffungskosten.


Wie wird der Bezugspreis berechnet?

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Listeneinkaufspreis
- Rabatt
= Zieleinkaufspreis
- Skonto
= Bareinkaufspreis
+ Bezugskosten
= Bezugspreis beziehungsweise Einstandspreis

Der Bezugspreis gibt an, wie viel das beschaffte Produkt das Unternehmen tatsächlich kostet.


Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?

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Das Skonto wird nach dem Rabatt vom Zieleinkaufspreis abgezogen.


Gehört die Umsatzsteuer zu den Anschaffungskosten?

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Bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen gehört die Umsatzsteuer normalerweise nicht zu den Anschaffungskosten, weil sie als Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

Für die Kostenberechnung werden deshalb in der Regel Nettopreise verwendet.


Was sind Gesamtkosten?

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Die Gesamtkosten umfassen alle Kosten, die während der betrachteten Nutzungsdauer entstehen.

Gesamtkosten
= Anschaffungskosten
+ Betriebskosten
+ Lizenzkosten
+ Wartungs- und Supportkosten
+ Finanzierungskosten
+ Entsorgungskosten

Was bedeutet Total Cost of Ownership (TCO)?

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Die Total Cost of Ownership (TCO) erfassen nicht nur den Kaufpreis, sondern alle direkten und indirekten Kosten während der gesamten Nutzungsdauer eines Systems.

Dazu gehören beispielsweise Anschaffung, Energie, Lizenzen, Wartung, Support, Ausfallzeiten und Entsorgung.


Was sind Betriebskosten?

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Betriebskosten entstehen während der Nutzung eines Systems.

Beispiele:


Was ist der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten?

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Beispiele:


Was sind Lizenzkosten?

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Lizenzkosten entstehen für das Recht, eine Software zu verwenden.

Sie können einmalig oder regelmäßig anfallen, beispielsweise:


Was sind Finanzierungskosten?

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Finanzierungskosten entstehen, wenn eine Anschaffung nicht vollständig aus eigenen Mitteln bezahlt wird.

Dazu gehören insbesondere:


Wie werden die Gesamtkosten verschiedener Angebote verglichen?

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Für jedes Angebot werden alle Kosten über denselben Zeitraum berechnet und anschließend verglichen.

Gesamtkosten
= einmalige Kosten
+ laufende Kosten über die Nutzungsdauer

Das Angebot mit dem niedrigsten Kaufpreis ist nicht automatisch das wirtschaftlichste Angebot.


Wie unterscheiden sich Kauf, Leasing, Finanzierung und Pay-per-Use?

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Was ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?

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Das Preis-Leistungs-Verhältnis beschreibt, welche Leistung oder welcher Nutzen für einen bestimmten Preis geboten wird.

Ein günstiges Angebot ist nicht automatisch besser, wenn es die geforderten Leistungen nicht erfüllt.


Was ist eine Nutzwertanalyse?

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Die Nutzwertanalyse ist ein Verfahren zur Bewertung mehrerer Alternativen anhand gewichteter Kriterien.

Sie eignet sich besonders, wenn neben dem Preis auch qualitative Kriterien wie Leistung, Bedienbarkeit oder Support berücksichtigt werden sollen.


Wie wird eine Nutzwertanalyse durchgeführt?

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  1. Alternativen festlegen.
  2. Bewertungskriterien bestimmen.
  3. Kriterien gewichten.
  4. Punkte für jede Alternative vergeben.
  5. Gewichtung mit der Punktzahl multiplizieren.
  6. gewichtete Werte addieren.
  7. Alternative mit dem höchsten Nutzwert ermitteln.

Die Summe aller Gewichtungen muss 100 % ergeben.


Wie wird der Nutzwert berechnet?

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Teilnutzwert = Gewichtung × Bewertung

Gesamtnutzwert = Summe aller Teilnutzwerte

Beispiel:

Kriterium Gewichtung Bewertung Teilnutzwert
Preis 40 % 8 3,20
Leistung 35 % 9 3,15
Support 25 % 6 1,50
Gesamt 100 % 7,85

Die Gewichtungen werden bei der Berechnung als Dezimalzahlen verwendet, beispielsweise 40 % = 0,40.


Was ist eine quantitative Angebotsbewertung?

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Bei der quantitativen Angebotsbewertung werden messbare und berechenbare Kriterien verglichen.

Beispiele:


Was ist eine qualitative Angebotsbewertung?

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Bei der qualitativen Angebotsbewertung werden Eigenschaften beurteilt, die nicht allein durch den Preis dargestellt werden können.

Beispiele:


Wie wird ein Angebot vollständig bewertet?

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Eine vollständige Angebotsbewertung berücksichtigt:

Das wirtschaftlichste Angebot ist nicht zwingend das Angebot mit dem niedrigsten Preis.


Was ist eine Make-or-Buy-Entscheidung?

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Bei einer Make-or-Buy-Entscheidung wird geprüft, ob eine Leistung selbst erstellt (Make) oder von einem externen Anbieter bezogen (Buy) werden soll.

Beispiel: Eine Anwendung selbst entwickeln oder eine Standardsoftware kaufen.


Welche Kriterien werden bei einer Make-or-Buy-Entscheidung berücksichtigt?

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Quantitative Kriterien:

Qualitative Kriterien:


Was ist die kritische Menge bei einer Make-or-Buy-Entscheidung?

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Die kritische Menge ist die Menge, bei der die Gesamtkosten von Eigenfertigung und Fremdbezug gleich hoch sind.

Fixkosten Make + variable Kosten Make × Menge
=
Fixkosten Buy + variable Kosten Buy × Menge

Unterhalb oder oberhalb dieser Menge kann – abhängig von den Kostenwerten – eine der beiden Alternativen günstiger sein.


Was ist der Break-even-Point?

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Der Break-even-Point ist der Punkt, an dem Erlöse und Gesamtkosten gleich hoch sind.

An diesem Punkt entsteht weder Gewinn noch Verlust.

Break-even-Menge
= Fixkosten ÷ (Verkaufspreis je Stück - variable Kosten je Stück)

Was ist die Amortisationsdauer?

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Die Amortisationsdauer gibt an, nach welcher Zeit sich eine Investition durch Einsparungen oder Rückflüsse bezahlt gemacht hat.

Amortisationsdauer
= Anschaffungskosten ÷ jährliche Einsparung

Je kürzer die Amortisationsdauer, desto schneller rechnet sich die Investition.


Was bedeutet Wertschöpfung?

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Wertschöpfung ist der Wert, den ein Unternehmen durch seine eigene Leistung zusätzlich erzeugt.

Wertschöpfung
= Wert der erbrachten Leistung
- Wert der bezogenen Vorleistungen
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OSI-Modell sowie wichtige IPv4- und IPv6-Adressen

Was ist das OSI-Modell?

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Das OSI-Modell ist ein Referenzmodell, das die Netzwerkkommunikation in sieben Schichten unterteilt.

Jede Schicht erfüllt bestimmte Aufgaben und stellt der darüberliegenden Schicht Dienste bereit. Dadurch lassen sich Netzwerkfunktionen einheitlich beschreiben und Fehler systematisch eingrenzen.


Welche sieben Schichten besitzt das OSI-Modell?

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Schicht Bezeichnung Aufgabe Beispiele
7 Anwendung Netzwerkdienste für Anwendungen HTTP, DNS, DHCP, SMTP
6 Darstellung Datenformate, Verschlüsselung und Komprimierung TLS, UTF-8, JPEG
5 Sitzung Aufbau, Steuerung und Beendigung von Sitzungen Sitzungsverwaltung
4 Transport Ende-zu-Ende-Übertragung, Ports und Zuverlässigkeit TCP, UDP
3 Vermittlung logische Adressierung und Weiterleitung zwischen Netzwerken IPv4, IPv6, ICMP
2 Sicherung Übertragung innerhalb eines lokalen Netzwerks über MAC-Adressen Ethernet, WLAN
1 Bitübertragung Übertragung von Bits als elektrische, optische oder Funksignale Kabel, Glasfaser, Funk

Wie kann man sich die Reihenfolge der OSI-Schichten merken?

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Von Schicht 7 bis Schicht 1:

Alle Deutschen Studenten Trinken Verschiedene Sorten Bier.


Welche Protokolldateneinheiten werden im OSI-Modell verwendet?

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OSI-Schicht Protokolldateneinheit
Schicht 7–5 Daten
Schicht 4 Segment bei TCP beziehungsweise Datagramm bei UDP
Schicht 3 Paket
Schicht 2 Frame
Schicht 1 Bits

Was bedeutet Kapselung?

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Bei der Kapselung ergänzt jede Schicht die Daten um eigene Steuerinformationen.

Daten
→ Segment beziehungsweise Datagramm
→ Paket
→ Frame
→ Bits

Beim Empfänger werden diese Informationen in umgekehrter Reihenfolge wieder entfernt. Dieser Vorgang heißt Entkapselung.


Auf welchen OSI-Schichten arbeiten wichtige Netzwerkgeräte?

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Was ist der Unterschied zwischen MAC-Adresse, IP-Adresse und Port?

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Beispiel: 192.168.1.10:443


Wie unterscheiden sich OSI- und TCP/IP-Modell?

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Das OSI-Modell besitzt sieben Schichten. Das praktisch verwendete TCP/IP-Modell fasst diese Funktionen in vier Schichten zusammen.

TCP/IP-Modell OSI-Modell
Anwendung Schicht 5–7
Transport Schicht 4
Internet Schicht 3
Netzzugang Schicht 1–2

Wie hilft das OSI-Modell bei der Fehlersuche?

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Die Fehlersuche kann von unten nach oben durchgeführt werden:

  1. Schicht 1: Kabel, Funkverbindung und Link prüfen
  2. Schicht 2: MAC-Adresse, Switch und VLAN prüfen
  3. Schicht 3: IP-Adresse, Präfix und Gateway prüfen
  4. Schicht 4: Ports, TCP und UDP prüfen
  5. Schicht 5–7: Sitzung, Verschlüsselung, DNS und Anwendung prüfen

Was ist eine IPv4-Adresse?

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Eine IPv4-Adresse ist eine 32 Bit lange logische Adresse. Sie besteht aus vier Dezimalzahlen zwischen 0 und 255.

Beispiel: 192.168.1.10

Das Präfix gibt an, wie viele Bits den Netzanteil bilden.

Beispiel: 192.168.1.10/24


Welche wichtigen besonderen IPv4-Adressen und Adressbereiche gibt es?

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Adresse oder Bereich Bedeutung
10.0.0.0/8 privater IPv4-Adressbereich
172.16.0.0/12 privater IPv4-Adressbereich
192.168.0.0/16 privater IPv4-Adressbereich
127.0.0.0/8 Loopback-Bereich
127.0.0.1 eigener Computer, Localhost
169.254.0.0/16 automatische Link-Local-Adresse, beispielsweise bei fehlendem DHCP
0.0.0.0 nicht festgelegte beziehungsweise unbekannte Adresse
0.0.0.0/0 IPv4-Standardroute zu allen Netzen
224.0.0.0/4 Multicast-Adressen
255.255.255.255 begrenzte Broadcast-Adresse
100.64.0.0/10 Shared Address Space für Carrier-Grade NAT

Was ist der Unterschied zwischen privaten und öffentlichen IPv4-Adressen?

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Private IPv4-Adressen benötigen für den Zugriff auf das Internet meistens NAT beziehungsweise PAT.


Was sind Netzwerk-, Host- und Broadcast-Adresse?

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Beispiel für 192.168.1.0/24:

Adresstyp Adresse
Netzwerkadresse 192.168.1.0
erste nutzbare Hostadresse 192.168.1.1
letzte nutzbare Hostadresse 192.168.1.254
Broadcast-Adresse 192.168.1.255

Ist die erste nutzbare IPv4-Adresse immer das Standardgateway?

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Nein. Häufig wird die erste oder letzte nutzbare Adresse als Standardgateway verwendet, dies ist aber nur eine Konvention.

Bei 192.168.1.0/24 könnte das Gateway beispielsweise 192.168.1.1 sein. Grundsätzlich kann jedoch jede geeignete Hostadresse verwendet werden.


Was bedeutet die Präfixlänge bei IPv4?

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Die Präfixlänge gibt an, wie viele Bits der IPv4-Adresse zum Netzanteil gehören.

Präfix Subnetzmaske
/8 255.0.0.0
/16 255.255.0.0
/24 255.255.255.0
/30 255.255.255.252

Je größer die Präfixlänge, desto kleiner ist das Netzwerk.


Wie wird die Anzahl der nutzbaren IPv4-Hostadressen berechnet?

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Bei einem klassischen IPv4-Subnetz gilt:

Hostbits = 32 - Präfixlänge

nutzbare Hostadressen = 2ᴴᵒˢᵗᵇⁱᵗˢ - 2

Die Netzwerk- und Broadcast-Adresse werden normalerweise abgezogen.

Beispiel /24:

32 - 24 = 8 Hostbits

2⁸ - 2 = 254 nutzbare Hostadressen

Für besondere Netze wie /31 gelten abweichende Regeln.


Was ist eine IPv6-Adresse?

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Eine IPv6-Adresse ist eine 128 Bit lange logische Adresse. Sie wird hexadezimal in acht Blöcken dargestellt.

Beispiel:

2001:0db8:0000:0000:0000:0000:0000:0010

Ein typisches IPv6-Netz verwendet ein /64-Präfix.


Wie kann eine IPv6-Adresse gekürzt werden?

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Führende Nullen eines Blocks dürfen entfernt werden:

0db8 wird zu db8

Eine zusammenhängende Folge aus Nullblöcken darf einmal durch :: ersetzt werden:

2001:0db8:0000:0000:0000:0000:0000:0010

wird zu:

2001:db8::10

:: darf innerhalb einer Adresse nur einmal verwendet werden.


Welche wichtigen IPv6-Adressen und Adressbereiche gibt es?

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Adresse oder Bereich Erkennungsmerkmal Bedeutung
2000::/3 beginnt mit 2 oder 3 Global Unicast
fc00::/7 beginnt mit fc oder fd Unique Local Address
fd00::/8 beginnt mit fd üblicher lokal erzeugter ULA-Bereich
fe80::/10 beginnt mit fe8 bis feb Link-Local Unicast
ff00::/8 beginnt mit ff Multicast
::1/128 ::1 Loopback-Adresse
::/128 :: nicht festgelegte Adresse
::/0 ::/0 IPv6-Standardroute zu allen Netzen

Woran erkennt man eine IPv6-Global-Unicast-Adresse?

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Global-Unicast-Adressen gehören zum Bereich 2000::/3.

Der erste Block liegt zwischen:

2000 und 3fff

Diese Adressen sind grundsätzlich weltweit eindeutig und im Internet routbar.


Woran erkennt man eine IPv6-Link-Local-Adresse?

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Link-Local-Adressen gehören zum Bereich fe80::/10.

Der erste Block liegt zwischen:

fe80 und febf

Sie gelten nur innerhalb des lokalen Netzwerksegments und werden nicht durch Router weitergeleitet.


Woran erkennt man eine IPv6-Unique-Local-Adresse?

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Unique-Local-Adressen gehören zum Bereich fc00::/7.

Der erste Block liegt zwischen:

fc00 und fdff

In der Praxis beginnen lokal erzeugte ULA-Adressen normalerweise mit fd. Sie sind für interne Netzwerke vorgesehen und werden nicht im öffentlichen Internet geroutet.


Was ist der Unterschied zwischen Link-Local, Unique Local und Global Unicast?

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Adresstyp Gültigkeitsbereich Weiterleitung durch Router
Link Local nur im lokalen Netzwerksegment nein
Unique Local innerhalb privater Netzwerke oder Organisationen intern möglich
Global Unicast weltweites Netzwerk und Internet ja

Was ist die IPv6-Loopback-Adresse?

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Die IPv6-Loopback-Adresse lautet:

::1

Sie verweist auf den eigenen Computer und entspricht der IPv4-Adresse 127.0.0.1.


Was bedeutet die IPv6-Adresse ::?

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:: ist die nicht festgelegte IPv6-Adresse.

Sie wird verwendet, wenn ein Gerät noch keine eigene IPv6-Adresse besitzt. Sie entspricht funktional der IPv4-Adresse 0.0.0.0.


Gibt es bei IPv6 eine Broadcast-Adresse?

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Nein. IPv6 verwendet keine Broadcast-Adressen.

Für die Kommunikation mit mehreren Geräten werden Multicast-Adressen aus dem Bereich ff00::/8 verwendet.


Was ist eine Anycast-Adresse?

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Bei Anycast wird dieselbe IP-Adresse mehreren Geräten zugewiesen. Das Netzwerk leitet die Daten normalerweise zum aus Routing-Sicht nächstgelegenen Gerät.

Anycast besitzt keinen eigenen IPv6-Adressbereich. Verwendet werden normale Unicast-Adressen.


Welche Unterschiede bestehen zwischen IPv4 und IPv6?

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Merkmal IPv4 IPv6
Adresslänge 32 Bit 128 Bit
Darstellung dezimal hexadezimal
Beispiel 192.168.1.10 2001:db8::10
Broadcast vorhanden nicht vorhanden
automatische lokale Adresse 169.254.0.0/16 fe80::/10
privater Bereich RFC-1918-Adressen Unique Local Address
Adressraum ungefähr 4,3 Milliarden wesentlich größer

Welche IPv4- und IPv6-Adressen sollte man sich besonders merken?

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IPv4:

IPv6:



Was ist der Unterschied zwischen Link-Local Unicast, Unique Local Unicast, Global Unicast und Localhost?

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Adresstyp IPv4 beziehungsweise IPv6 Bedeutung
Localhost beziehungsweise Loopback 127.0.0.1 oder ::1 verweist auf den eigenen Computer
Link-Local Unicast 169.254.0.0/16 oder fe80::/10 gilt nur im lokalen Netzwerksegment und wird nicht geroutet
Unique Local Unicast fc00::/7, meistens fd00::/8 wird innerhalb privater IPv6-Netzwerke verwendet
Global Unicast öffentliche IPv4-Adresse oder 2000::/3 ist weltweit eindeutig und grundsätzlich im Internet routbar

Merksatz:

CIA

Schutzziele der Datensicherheit

Schutzziel Praktisches Beispiel Passende Schutzmaßnahme
Vertraulichkeit Eine Person ohne Berechtigung könnte Personalakten lesen. Die Akten nur für die Personalabteilung per Berechtigung freigeben.
Integrität Ein Rechnungsbetrag wird unbemerkt verändert. Änderungen protokollieren und nur berechtigten Personen das Bearbeiten erlauben.
Verfügbarkeit Der Dateiserver fällt aus und Mitarbeitende können nicht auf ihre Dokumente zugreifen. Einen Ersatzserver bereitstellen, der bei einem Ausfall übernimmt.

Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)

Maßnahme Praktisches Beispiel: Was soll verhindert werden? Eine passende Maßnahme
Zutrittskontrolle Eine fremde Person betritt den Serverraum. Serverraum mit einer elektronischen Schließanlage sichern.
Zugangskontrolle Jemand meldet sich mit einem gestohlenen Passwort am Firmennetz an. Anmeldung mit einem zweiten Faktor absichern.
Zugriffskontrolle Ein Mitarbeiter ist angemeldet, liest aber Personalakten, die er für seine Arbeit nicht benötigt. Leserechte nur der Personalabteilung zuweisen.
Weitergabekontrolle Eine Datei mit Kundendaten wird während der Übertragung von Unbefugten mitgelesen. Datei über eine verschlüsselte Verbindung übertragen.
Eingabekontrolle Ein Datensatz wird geändert und später ist unklar, wer die Änderung vorgenommen hat. Änderungen mit Benutzerkennung und Zeitpunkt protokollieren.
Auftragskontrolle Ein externer Dienstleister nutzt Kundendaten für eigene Zwecke. Die Verarbeitung durch einen Auftragsverarbeitungsvertrag und dokumentierte Weisungen festlegen.
Verfügbarkeitskontrolle Nach einem Festplattenausfall fehlen wichtige Dateien. Regelmäßige Backups erstellen und ihre Wiederherstellung testen.
Trennung von Daten Daten verschiedener Kunden oder Verarbeitungszwecke werden vermischt. Getrennte Datenbereiche mit passend eingerichteten Berechtigungen verwenden.

Merke: Zutritt betrifft Räume, Zugang die Anmeldung am System und Zugriff die Berechtigung auf bestimmte Daten. Verfügbarkeit bedeutet, dass Systeme wie vorgesehen nutzbar sind; eine ausnahmslos jederzeitige Verfügbarkeit ist damit nicht gemeint.

CIA-Schutzziele – Beispiele für Server, Serverraum und Haus

Bereich Schutzziel Praktisches Beispiel Schutzmaßnahme
Server Vertraulichkeit Unbefugte könnten Kundendaten auf dem Server lesen. Zugriffsrechte auf berechtigte Benutzer beschränken.
Server Integrität Jemand verändert unbemerkt Einträge in einer Datenbank. Änderungen protokollieren und Schreibrechte begrenzen.
Server Verfügbarkeit Eine defekte Festplatte legt den Serverdienst lahm. Redundante Festplatten einsetzen.
Serverraum Vertraulichkeit Ein Besucher könnte an einem offenen Serverschrank Daten von Datenträgern entnehmen. Serverschränke abschließen.
Serverraum Integrität Jemand steckt Netzwerkkabel um und verändert dadurch die Verbindungen. Zutritt zum Serverraum auf Berechtigte beschränken.
Serverraum Verfügbarkeit Die Klimaanlage fällt aus; Server überhitzen und schalten sich ab. Temperatur überwachen und bei Überhitzung alarmieren.
Haus/Gebäude Vertraulichkeit Eine fremde Person betritt ein Büro und liest vertrauliche Unterlagen. Gebäudezutritt mit Schlüsselkarten kontrollieren.
Haus/Gebäude Integrität Jemand verändert unbefugt die Einstellungen der zentralen Stromversorgung. Technikräume abschließen.
Haus/Gebäude Verfügbarkeit Ein Stromausfall im Gebäude unterbricht sämtliche IT-Dienste. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) einsetzen.

TOMs einfach erklärt

Maßnahme Merksatz Beispiel
Zutrittskontrolle Wer darf in den Raum? Nur Personen mit Schlüsselkarte kommen in den Serverraum.
Zugangskontrolle Wer darf sich am System anmelden? Ein Benutzer meldet sich mit Passwort und zweitem Faktor an.
Zugriffskontrolle Welche Daten darf ein angemeldeter Benutzer sehen oder ändern? Nur die Personalabteilung darf Gehaltsdaten öffnen.
Weitergabekontrolle Wie werden Daten bei der Übermittlung geschützt? Kundendaten werden über eine verschlüsselte Verbindung versendet.
Eingabekontrolle Wer hat welche Daten geändert? Ein Protokoll zeigt, wer einen Datensatz wann bearbeitet hat.
Auftragskontrolle Was darf ein externer Dienstleister mit den Daten tun? Ein Cloud-Anbieter verarbeitet Kundendaten nur nach dokumentierten Weisungen.
Verfügbarkeitskontrolle Sind die Daten bei Bedarf nutzbar? Nach einem Festplattenausfall werden Daten aus einem Backup wiederhergestellt.
Trennung von Daten Welche Daten müssen getrennt bleiben? Kundendaten verschiedener Unternehmen liegen in getrennten Bereichen.

Die ersten drei sind besonders wichtig: Zutritt = ins Gebäude oder in den Raum. Zugang = ins IT-System. Zugriff = an bestimmte Daten.

TOM IT-Beispiel Maßnahme
Zutrittskontrolle Jemand könnte einen Server im Serverraum direkt bedienen oder eine Festplatte mitnehmen. Serverraum mit Schlüsselkarte sichern.
Zugangskontrolle Jemand versucht, sich am NAS anzumelden. Anmeldung mit Passwort und zweitem Faktor absichern.
Zugriffskontrolle Ein angemeldeter Mitarbeiter versucht, den Ordner „Personal“ zu öffnen. Ordnerberechtigung nur für die Personalabteilung vergeben.
Weitergabekontrolle Eine Datei wird vom Laptop zum Firmenserver übertragen. Übertragung per verschlüsseltem VPN schützen.
Eingabekontrolle Ein Benutzer ändert einen Kundendatensatz in einer Anwendung. Benutzer, Zeitpunkt und Änderung im Audit-Log protokollieren.
Auftragskontrolle Ein externer Cloud-Anbieter speichert Kundendaten für die Firma. Per Auftragsverarbeitungsvertrag und dokumentierten Weisungen festlegen, was er mit den Daten tun darf.
Verfügbarkeitskontrolle Das NAS fällt aus und Dateien sind nicht mehr erreichbar. Regelmäßige Backups erstellen und die Wiederherstellung testen.
Trennung von Daten Eine Anwendung verwaltet Daten von Firma A und Firma B. Daten beider Firmen in getrennten Bereichen mit eigenen Zugriffsrechten speichern.