Kapitel 2 – Datenmodellierung
- 2.1 Entity-Relationship-Modell
- 2.2 Entität, Attribut und Beziehung
- 2.3 Kardinalitäten
- 2.4 N:M-Beziehungen auflösen
- 2.5 Relationenmodell
2.1 Entity-Relationship-Modell
Definition
Das Entity-Relationship-Modell beschreibt Daten und deren Beziehungen zueinander.
Es wird zur Planung und Darstellung von Datenbanken verwendet.
Bestandteile
| Bestandteil | Bedeutung |
|---|---|
| Entität | Objekt oder Sache, über die Daten gespeichert werden |
| Attribut | Eigenschaft einer Entität |
| Beziehung | Verbindung zwischen Entitäten |
| Kardinalität | beschreibt, wie viele Entitäten miteinander verbunden sind |
Beispiel
Entitäten:
- Kunde
- Bestellung
- Artikel
Beziehungen:
- Ein Kunde gibt Bestellungen auf.
- Eine Bestellung enthält Artikel.
Darstellung
Ein ERM zeigt:
- welche Entitäten vorhanden sind
- welche Attribute dazugehören
- wie Entitäten miteinander in Beziehung stehen
- welche Kardinalitäten gelten
Merksatz
Das ERM ist der Bauplan für eine relationale Datenbank.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben muss häufig aus einer Beschreibung ein ERM oder ein Tabellenmodell erstellt werden.
Typische Fehler:
- Entität und Attribut verwechseln.
- Beziehung nicht einzeichnen.
- Kardinalitäten falsch bestimmen.
- N:M-Beziehungen nicht auflösen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
2.2 Entität, Attribut und Beziehung
Definition
Eine Entität ist ein eindeutig bestimmbares Objekt, über das Daten gespeichert werden.
Ein Attribut beschreibt eine Eigenschaft einer Entität.
Eine Beziehung beschreibt den Zusammenhang zwischen Entitäten.
Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Entität | einzelnes Objekt |
| Entitätstyp | Gruppe gleichartiger Entitäten |
| Attribut | Eigenschaft einer Entität |
| Beziehung | Verbindung zwischen Entitäten |
Beispiel
Entitätstyp:
Kunde
Attribute:
- Kundennummer
- Name
- Adresse
- Telefonnummer
Entität:
Ein bestimmter Kunde, z. B. Kunde Müller
Beziehung
Beispiel:
Ein Kunde gibt eine Bestellung auf.
Dabei stehen die Entitäten Kunde und Bestellung in Beziehung zueinander.
Merksatz
Entität = Objekt
Attribut = Eigenschaft
Beziehung = Verbindung
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben müssen aus Texten häufig Entitäten, Attribute und Beziehungen erkannt werden.
Typische Fehler:
- Attribut als eigene Entität behandeln.
- Entität und Entitätstyp verwechseln.
- Beziehung nicht aus dem Verb im Aufgabentext erkennen.
- zu viele unnötige Entitäten bilden.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
2.3 Kardinalitäten
Definition
Kardinalitäten beschreiben, wie viele Datensätze einer Tabelle mit Datensätzen einer anderen Tabelle in Beziehung stehen können.
Wichtige Kardinalitäten
| Kardinalität | Bedeutung |
|---|---|
| 1:1 | Ein Datensatz gehört zu genau einem anderen Datensatz |
| 1:n | Ein Datensatz kann zu mehreren anderen Datensätzen gehören |
| n:m | Mehrere Datensätze können zu mehreren anderen Datensätzen gehören |
1:1-Beziehung
Ein Datensatz in Tabelle A gehört zu genau einem Datensatz in Tabelle B.
Beispiel
Ein Mitarbeiter hat genau einen Mitarbeiterausweis.
1:n-Beziehung
Ein Datensatz in Tabelle A kann zu mehreren Datensätzen in Tabelle B gehören.
Beispiel
Ein Kunde kann mehrere Bestellungen aufgeben.
n:m-Beziehung
Mehrere Datensätze aus Tabelle A können mit mehreren Datensätzen aus Tabelle B verbunden sein.
Beispiel
Eine Bestellung kann mehrere Artikel enthalten.
Ein Artikel kann in mehreren Bestellungen vorkommen.
Merksatz
1:n ist die häufigste Beziehung in relationalen Datenbanken.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben müssen Kardinalitäten häufig aus dem Aufgabentext abgeleitet werden.
Typische Fehler:
- 1:n und n:m verwechseln.
- n:m-Beziehungen nicht auflösen.
- Kardinalität aus Sicht nur einer Tabelle betrachten.
- Wörter wie „mehrere“, „genau ein“, „mindestens“ oder „kann“ überlesen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
2.4 N:M-Beziehungen auflösen
Definition
Eine N:M-Beziehung kann in einer relationalen Datenbank nicht direkt umgesetzt werden.
Sie wird durch eine zusätzliche Zwischentabelle aufgelöst.
Grundprinzip
Aus einer N:M-Beziehung werden zwei 1:n-Beziehungen.
Beispiel
Eine Bestellung kann mehrere Artikel enthalten.
Ein Artikel kann in mehreren Bestellungen vorkommen.
Das ist eine N:M-Beziehung.
Auflösung
| Tabelle | Aufgabe |
|---|---|
| Bestellung | speichert Bestellungen |
| Artikel | speichert Artikel |
| Bestellposition | verbindet Bestellung und Artikel |
Zwischentabelle
Die Zwischentabelle enthält normalerweise:
- Fremdschlüssel auf Tabelle A
- Fremdschlüssel auf Tabelle B
- ggf. weitere Attribute
Beispiel:
| Attribut | Bedeutung |
|---|---|
| Bestellnr | Fremdschlüssel auf Bestellung |
| Artikelnr | Fremdschlüssel auf Artikel |
| Menge | zusätzliche Information zur Beziehung |
Merksatz
Eine N:M-Beziehung wird durch eine Zwischentabelle aufgelöst.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben müssen N:M-Beziehungen fast immer in eine zusätzliche Tabelle umgewandelt werden.
Typische Fehler:
- N:M-Beziehung direkt als Fremdschlüssel eintragen.
- Zwischentabelle vergessen.
- Fremdschlüssel in der Zwischentabelle nicht eintragen.
- zusätzliche Attribute der Beziehung vergessen, z. B. Menge oder Preis.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
2.5 Relationenmodell
Definition
Das Relationenmodell beschreibt eine Datenbank in Form von Tabellen.
Jede Tabelle enthält Attribute, Primärschlüssel und ggf. Fremdschlüssel.
Bestandteile
| Bestandteil | Bedeutung |
|---|---|
| Relation | Tabelle |
| Attribut | Spalte |
| Tupel | Datensatz / Zeile |
| Primärschlüssel | eindeutige Kennzeichnung eines Datensatzes |
| Fremdschlüssel | Verweis auf eine andere Tabelle |
Beispiel
Kunde
| Kundennr (PK) | Name | Ort |
|---|---|---|
| 1 | Müller | Berlin |
| 2 | Schneider | Potsdam |
Bestellung
| Bestellnr (PK) | Datum | Kundennr (FK) |
|---|---|---|
| 1001 | 12.03.2026 | 1 |
| 1002 | 14.03.2026 | 2 |
Schreibweise
Kunde(Kundennr, Name, Ort)
Bestellung(Bestellnr, Datum, Kundennr*)
Hinweis zur Schreibweise
- Primärschlüssel wird häufig unterstrichen oder mit PK gekennzeichnet.
- Fremdschlüssel wird häufig mit FK oder einem Sternchen gekennzeichnet.
Merksatz
Das Relationenmodell überführt das ERM in Tabellen.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben muss häufig aus einem ERM ein Relationenmodell erstellt werden.
Typische Fehler:
- Primärschlüssel vergessen.
- Fremdschlüssel nicht eintragen.
- N:M-Beziehung nicht durch Zwischentabelle auflösen.
- Attribute der falschen Tabelle zuordnen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker