Kapitel 2 – Datenmodellierung 2.1 Entity-Relationship-Modell Definition Das Entity-Relationship-Modell beschreibt Daten und deren Beziehungen zueinander. Es wird zur Planung und Darstellung von Datenbanken verwendet. Bestandteile Bestandteil Bedeutung Entität Objekt oder Sache, über die Daten gespeichert werden Attribut Eigenschaft einer Entität Beziehung Verbindung zwischen Entitäten Kardinalität beschreibt, wie viele Entitäten miteinander verbunden sind Beispiel Entitäten: Kunde Bestellung Artikel Beziehungen: Ein Kunde gibt Bestellungen auf. Eine Bestellung enthält Artikel. Darstellung Ein ERM zeigt: welche Entitäten vorhanden sind welche Attribute dazugehören wie Entitäten miteinander in Beziehung stehen welche Kardinalitäten gelten Merksatz Das ERM ist der Bauplan für eine relationale Datenbank. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben muss häufig aus einer Beschreibung ein ERM oder ein Tabellenmodell erstellt werden. Typische Fehler: Entität und Attribut verwechseln. Beziehung nicht einzeichnen. Kardinalitäten falsch bestimmen. N:M-Beziehungen nicht auflösen. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker 2.2 Entität, Attribut und Beziehung Definition Eine Entität ist ein eindeutig bestimmbares Objekt, über das Daten gespeichert werden. Ein Attribut beschreibt eine Eigenschaft einer Entität. Eine Beziehung beschreibt den Zusammenhang zwischen Entitäten. Begriffe Begriff Bedeutung Entität einzelnes Objekt Entitätstyp Gruppe gleichartiger Entitäten Attribut Eigenschaft einer Entität Beziehung Verbindung zwischen Entitäten Beispiel Entitätstyp: Kunde Attribute: Kundennummer Name Adresse Telefonnummer Entität: Ein bestimmter Kunde, z. B. Kunde Müller Beziehung Beispiel: Ein Kunde gibt eine Bestellung auf. Dabei stehen die Entitäten Kunde und Bestellung in Beziehung zueinander. Merksatz Entität = Objekt Attribut = Eigenschaft Beziehung = Verbindung Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben müssen aus Texten häufig Entitäten, Attribute und Beziehungen erkannt werden. Typische Fehler: Attribut als eigene Entität behandeln. Entität und Entitätstyp verwechseln. Beziehung nicht aus dem Verb im Aufgabentext erkennen. zu viele unnötige Entitäten bilden. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker 2.3 Kardinalitäten Definition Kardinalitäten beschreiben, wie viele Datensätze einer Tabelle mit Datensätzen einer anderen Tabelle in Beziehung stehen können. Wichtige Kardinalitäten Kardinalität Bedeutung 1:1 Ein Datensatz gehört zu genau einem anderen Datensatz 1:n Ein Datensatz kann zu mehreren anderen Datensätzen gehören n:m Mehrere Datensätze können zu mehreren anderen Datensätzen gehören 1:1-Beziehung Ein Datensatz in Tabelle A gehört zu genau einem Datensatz in Tabelle B. Beispiel Ein Mitarbeiter hat genau einen Mitarbeiterausweis. 1:n-Beziehung Ein Datensatz in Tabelle A kann zu mehreren Datensätzen in Tabelle B gehören. Beispiel Ein Kunde kann mehrere Bestellungen aufgeben. n:m-Beziehung Mehrere Datensätze aus Tabelle A können mit mehreren Datensätzen aus Tabelle B verbunden sein. Beispiel Eine Bestellung kann mehrere Artikel enthalten. Ein Artikel kann in mehreren Bestellungen vorkommen. Merksatz 1:n ist die häufigste Beziehung in relationalen Datenbanken. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben müssen Kardinalitäten häufig aus dem Aufgabentext abgeleitet werden. Typische Fehler: 1:n und n:m verwechseln. n:m-Beziehungen nicht auflösen. Kardinalität aus Sicht nur einer Tabelle betrachten. Wörter wie „mehrere“, „genau ein“, „mindestens“ oder „kann“ überlesen. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker 2.4 N:M-Beziehungen auflösen Definition Eine N:M-Beziehung kann in einer relationalen Datenbank nicht direkt umgesetzt werden. Sie wird durch eine zusätzliche Zwischentabelle aufgelöst. Grundprinzip Aus einer N:M-Beziehung werden zwei 1:n-Beziehungen. Beispiel Eine Bestellung kann mehrere Artikel enthalten. Ein Artikel kann in mehreren Bestellungen vorkommen. Das ist eine N:M-Beziehung. Auflösung Tabelle Aufgabe Bestellung speichert Bestellungen Artikel speichert Artikel Bestellposition verbindet Bestellung und Artikel Zwischentabelle Die Zwischentabelle enthält normalerweise: Fremdschlüssel auf Tabelle A Fremdschlüssel auf Tabelle B ggf. weitere Attribute Beispiel: Attribut Bedeutung Bestellnr Fremdschlüssel auf Bestellung Artikelnr Fremdschlüssel auf Artikel Menge zusätzliche Information zur Beziehung Merksatz Eine N:M-Beziehung wird durch eine Zwischentabelle aufgelöst. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben müssen N:M-Beziehungen fast immer in eine zusätzliche Tabelle umgewandelt werden. Typische Fehler: N:M-Beziehung direkt als Fremdschlüssel eintragen. Zwischentabelle vergessen. Fremdschlüssel in der Zwischentabelle nicht eintragen. zusätzliche Attribute der Beziehung vergessen, z. B. Menge oder Preis. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker 2.5 Relationenmodell Definition Das Relationenmodell beschreibt eine Datenbank in Form von Tabellen. Jede Tabelle enthält Attribute, Primärschlüssel und ggf. Fremdschlüssel. Bestandteile Bestandteil Bedeutung Relation Tabelle Attribut Spalte Tupel Datensatz / Zeile Primärschlüssel eindeutige Kennzeichnung eines Datensatzes Fremdschlüssel Verweis auf eine andere Tabelle Beispiel Kunde Kundennr (PK) Name Ort 1 Müller Berlin 2 Schneider Potsdam Bestellung Bestellnr (PK) Datum Kundennr (FK) 1001 12.03.2026 1 1002 14.03.2026 2 Schreibweise Kunde( Kundennr , Name, Ort) Bestellung( Bestellnr , Datum, Kundennr*) Hinweis zur Schreibweise Primärschlüssel wird häufig unterstrichen oder mit PK gekennzeichnet. Fremdschlüssel wird häufig mit FK oder einem Sternchen gekennzeichnet. Merksatz Das Relationenmodell überführt das ERM in Tabellen. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben muss häufig aus einem ERM ein Relationenmodell erstellt werden. Typische Fehler: Primärschlüssel vergessen. Fremdschlüssel nicht eintragen. N:M-Beziehung nicht durch Zwischentabelle auflösen. Attribute der falschen Tabelle zuordnen. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker