2.1 Windows-Netzwerkbefehle

Ziel dieser Seite

Diese Seite enthält die wichtigsten klassischen Windows-Befehle für die praktische Netzwerkdiagnose. Sie behandelt vor allem Werkzeuge, die über die Eingabeaufforderung cmd.exe oder aus PowerShell heraus gestartet werden können.

Die objektorientierten PowerShell-Cmdlets wie Get-NetIPConfiguration, Get-NetRoute, Resolve-DnsName und Test-NetConnection folgen auf der nächsten Seite.


1. Wichtige Hinweise zur Verwendung

Die Kennzeichnungen wie [RO], [TEST] und [CHANGE] gehören nicht zum Befehl und dürfen nicht mit eingegeben werden.

Die Beispiele verwenden reservierte Dokumentationsadressen und -namen:

Platzhalter Bedeutung
192.0.2.25 Beispielhafte IPv4-Zieladresse
192.0.2.53 Beispielhafter DNS-Server
server.example.test Beispielhafter vollständiger DNS-Name
example.test Beispielhafte DNS-Domäne
<Ziel> Durch echten Hostnamen oder echte IP-Adresse ersetzen
<Adaptername> Durch den tatsächlichen Namen des Netzwerkadapters ersetzen
<PID> Durch eine ermittelte Prozess-ID ersetzen
<Ausgabepfad> Durch einen vorhandenen und geeigneten Speicherort ersetzen

Vor einer Veränderung sollten zuerst die [RO]-Befehle ausgeführt und deren Ergebnisse gesichert werden.


2. Schnellübersicht

Aufgabe Kennzeichnung Befehl
Computername anzeigen [RO] hostname
MAC-Adressen anzeigen [RO] getmac /v
Grundlegende IP-Konfiguration [RO] ipconfig
Vollständige IP-Konfiguration [RO][SENS] ipconfig /all
DNS-Clientcache anzeigen [RO][SENS] ipconfig /displaydns
DNS-Clientcache leeren [CHANGE] ipconfig /flushdns
DHCP-Lease freigeben [CHANGE][DISRUPT] ipconfig /release
DHCP-Lease erneuern [TEST][CHANGE] ipconfig /renew
IPv4-Erreichbarkeit testen [TEST] ping /4 <Ziel>
IPv6-Erreichbarkeit testen [TEST] ping /6 <Ziel>
Netzwerkpfad anzeigen [TEST] tracert /d <Ziel>
Pfad und Paketverlust untersuchen [TEST] pathping /n <Ziel>
Routingtabelle anzeigen [RO] route print
IPv4-ARP-Cache anzeigen [RO] arp -a
DNS-Abfrage ausführen [TEST] nslookup <Ziel>
Bestimmten DNS-Server abfragen [TEST] nslookup <Ziel> <DNS-Server>
TCP-Verbindungen und Listener anzeigen [RO][SENS] netstat -ano
Prozess zu einer PID ermitteln [RO] tasklist /FI "PID eq <PID>"
Status der Netzwerkinterfaces [RO] netsh interface show interface
IPv4-Nachbartabelle anzeigen [RO] netsh interface ipv4 show neighbors
IPv6-Nachbartabelle anzeigen [RO] netsh interface ipv6 show neighbors
WLAN-Verbindung anzeigen [RO][SENS] netsh wlan show interfaces
Sichtbare WLANs anzeigen [TEST][SENS] netsh wlan show networks mode=bssid
WLAN-Bericht erzeugen [FILE][SENS] netsh wlan show wlanreport
WinHTTP-Proxy anzeigen [RO][SENS] netsh winhttp show proxy
Firewallstatus anzeigen [RO] netsh advfirewall show allprofiles state

3. Empfohlene Reihenfolge für eine erste Windows-Netzwerkdiagnose

Schritt Diagnosefrage Befehl
1 Auf welchem Computer wird getestet? hostname
2 Welche Netzwerkadapter sind vorhanden und aktiv? netsh interface show interface
3 Welche IP-, Gateway-, DHCP- und DNS-Konfiguration liegt vor? ipconfig /all
4 Funktioniert der lokale TCP/IP-Stack? ping 127.0.0.1
5 Ist das lokale Standardgateway erreichbar? ping <Gateway-IP>
6 Ist eine entfernte IP-Adresse erreichbar? ping /4 <Ziel-IP>
7 Funktioniert die Namensauflösung? nslookup <Zielname>
8 Sind IP-Adresse und Name unterschiedlich betroffen? ping <Ziel-IP> und ping <Zielname>
9 Welchen Weg nimmt der Datenverkehr? tracert /d <Ziel>
10 Gibt es Hinweise auf Verlust oder starke Latenz? pathping /n <Ziel>
11 Welche Route wird wahrscheinlich verwendet? route print
12 Existiert eine lokale Nachbarzuordnung? arp -a
13 Lauscht lokal ein Prozess auf dem erwarteten Port? netstat -ano
14 Welcher Prozess gehört zur gefundenen PID? tasklist /FI "PID eq <PID>"
15 Sind Proxy oder Windows-Firewall relevant? netsh winhttp show proxy und netsh advfirewall show currentprofile

Diese Reihenfolge ist ein Ausgangspunkt. Sie wird an das konkrete Fehlerbild angepasst.


4. Computername und MAC-Adressen

Computername anzeigen

Kennzeichnung: [RO]

hostname

Der Befehl zeigt den Hostnamenanteil des vollständigen Computernamens an.

Das ist nützlich, um sicherzustellen, dass die Diagnose tatsächlich auf dem vorgesehenen System durchgeführt wird.

Computername über die Umgebungsvariable anzeigen

Kennzeichnung: [RO]

echo %COMPUTERNAME%

%COMPUTERNAME% zeigt üblicherweise denselben Computernamen in Großbuchstaben an. In Clusterumgebungen kann sich die Ausgabe von hostname jedoch durch die Variable _CLUSTER_NETWORK_NAME_ unterscheiden.

MAC-Adressen und zugehörige Adapter anzeigen

Kennzeichnung: [RO]

getmac /v

Ausführliche Ausgabe als Liste:

getmac /v /fo list

Ausgabe als CSV:

getmac /v /fo csv

Wichtige Felder:

Feld Bedeutung
Connection Name Name des Netzwerkadapters
Network Adapter Beschreibung des Netzwerkgeräts
Physical Address MAC-Adresse
Transport Name Windows-interne Transportzuordnung

Wichtig

Bei WLAN können private beziehungsweise zufällige MAC-Adressen verwendet werden. Die aktuell verwendete MAC-Adresse muss deshalb nicht dauerhaft mit der auf dem Gerät aufgedruckten Hardwareadresse übereinstimmen.


5. IP-Konfiguration mit ipconfig untersuchen

Grundlegende Konfiguration anzeigen

Kennzeichnung: [RO]

ipconfig

Der Befehl zeigt unter anderem:

Vollständige Konfiguration anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

ipconfig /all

ipconfig /all ist einer der wichtigsten ersten Diagnosebefehle auf Windows-Systemen.

Die Ausgabe kann interne Adressen, DNS-Suffixe, DHCP-Server und andere Infrastrukturinformationen enthalten und sollte deshalb als sensibel behandelt werden.

Wichtige Felder in der Ausgabe

Feld Diagnosebedeutung
Host Name Name des lokalen Systems
Primary DNS Suffix Primäres DNS-Suffix des Computers
Node Type Verwendeter NetBIOS-Namensauflösungstyp
IP Routing Enabled Gibt an, ob IP-Weiterleitung aktiviert ist
Adapter Description Treiber- beziehungsweise Adapterbeschreibung
Physical Address MAC-Adresse des Adapters
DHCP Enabled Gibt an, ob IPv4 per DHCP konfiguriert wird
Autoconfiguration Enabled Zeigt, ob automatische Adressierung möglich ist
IPv4 Address Aktuelle IPv4-Adresse
Subnet Mask Zugehörige IPv4-Subnetzmaske
Lease Obtained Beginn des aktuellen DHCP-Leases
Lease Expires Ablaufzeit des aktuellen DHCP-Leases
Default Gateway Router für nicht lokal erreichbare Ziele
DHCP Server DHCP-Server, von dem die Konfiguration stammt
DNS Servers Eingetragene DNS-Server in ihrer Reihenfolge
Connection-specific DNS Suffix DNS-Suffix des jeweiligen Adapters
NetBIOS over Tcpip Status von NetBIOS über TCP/IP
Media State Verbindungszustand eines Adapters

Typische Auffälligkeiten

Beobachtung Mögliche Bedeutung Nächste Prüfung
Media disconnected Adapter besitzt derzeit keine aktive Verbindung Kabel, WLAN-Verbindung, Adapterstatus und Switchport
IPv4-Adresse aus 169.254.0.0/16 Windows verwendet wahrscheinlich APIPA, weil keine verwendbare DHCP-Konfiguration vorliegt DHCP-Server, VLAN, Relay, Firewall und Link prüfen
Kein Standardgateway Ziele außerhalb des lokalen Subnetzes sind normalerweise nicht über eine Default Route erreichbar DHCP-Optionen, statische Konfiguration und Routingtabelle
Unerwarteter DNS-Server DNS-Anfragen können an einen falschen Resolver gehen DHCP-Option 6, VPN, statische Konfiguration und Richtlinien
Mehrere Standardgateways Windows kann einen unerwarteten Ausgangspfad wählen Routingtabelle und Metriken prüfen
Altes Lease Nicht automatisch fehlerhaft, aber bei Netzänderungen relevant Lease-Zeiten und DHCP-Server vergleichen
Nur IPv6-Link-Local-Adresse Keine globale oder standortweite IPv6-Konfiguration erkennbar Router Advertisements, DHCPv6 und IPv6-Routing
Falsches DNS-Suffix Kurznamen können falsch oder gar nicht aufgelöst werden Adapter-, DHCP-, VPN- und Domänenkonfiguration

APIPA richtig bewerten

Eine Adresse aus 169.254.0.0/16 wird von Windows automatisch vergeben, wenn ein DHCP-konfigurierter Adapter keine verwendbare DHCP-Antwort erhält.

Damit ist unter Umständen Kommunikation mit anderen Systemen im selben lokalen Segment möglich, die ebenfalls eine passende Link-Local-Adresse besitzen. Normale geroutete Kommunikation in andere Subnetze ist damit jedoch nicht möglich.

Eine APIPA-Adresse beweist noch nicht, an welcher Stelle DHCP scheitert. Mögliche Ursachen sind unter anderem:


6. DNS-Clientcache mit ipconfig prüfen

DNS-Clientcache anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

ipconfig /displaydns

Der Cache kann enthalten:

Die Ausgabe sollte möglichst vor dem Leeren des Caches gesichert werden.

DNS-Clientcache in eine Datei schreiben

Kennzeichnung: [RO][FILE][SENS]

ipconfig /displaydns > "<Ausgabepfad>\dns-cache.txt"

DNS-Clientcache leeren

Kennzeichnung: [CHANGE]

ipconfig /flushdns

Der Befehl entfernt dynamisch hinzugefügte positive und negative Einträge aus dem DNS-Clientcache.

Nicht sofort ausführen

Das Leeren des Caches kann:

Deshalb zuerst:

ipconfig /displaydns

Danach bei begründeter Hypothese:

ipconfig /flushdns

Anschließend denselben Namen erneut testen.

Dynamische DNS-Registrierung anstoßen

Kennzeichnung: [TEST][CHANGE]

ipconfig /registerdns

Der Befehl stößt die manuelle dynamische Registrierung der konfigurierten DNS-Namen und IP-Adressen an.

Er ist für Probleme mit dynamischen DNS-Updates gedacht und nicht als allgemeiner erster Reparaturbefehl.

Nach der Ausführung sollten zusätzlich geprüft werden:


7. DHCP-Lease erneuern

Aktuelle DHCP-Konfiguration eines Adapters freigeben

Kennzeichnung: [CHANGE][DISRUPT]

ipconfig /release "<Adaptername>"

Für alle DHCP-konfigurierten IPv4-Adapter:

ipconfig /release

Dadurch wird die aktuelle DHCP-Konfiguration verworfen. Die Netzwerkverbindung kann unterbrochen werden.

DHCP-Konfiguration erneuern

Kennzeichnung: [TEST][CHANGE]

ipconfig /renew "<Adaptername>"

Für alle DHCP-konfigurierten IPv4-Adapter:

ipconfig /renew

DHCPv6-Konfiguration freigeben und erneuern

Kennzeichnung: [CHANGE][DISRUPT]

ipconfig /release6 "<Adaptername>"

Kennzeichnung: [TEST][CHANGE]

ipconfig /renew6 "<Adaptername>"

Wichtige Sicherheitsregel

ipconfig /release darf nicht unüberlegt in einer entfernten Administrationssitzung ausgeführt werden. Die Verbindung zum System kann dadurch sofort abbrechen.

Vorher sichern

ipconfig /all

Nachher vergleichen

ipconfig /all

Zu vergleichen sind insbesondere:

Auswertung

Ergebnis Mögliche Schlussfolgerung
Lease wird erfolgreich erneuert DHCP-Kommunikation funktioniert grundsätzlich
APIPA-Adresse nach dem Versuch Keine verwendbare DHCP-Antwort erhalten
Alte Adresse bleibt bestehen Lease möglicherweise noch gültig oder Erneuerung nicht erfolgreich
Neuer falscher Adressbereich Falsches VLAN, falscher Scope oder nicht autorisierter DHCP-Server möglich
Gateway oder DNS fehlt DHCP-Antwort beziehungsweise DHCP-Optionen unvollständig oder falsch
Befehl betrifft falschen Adapter Adaptername, virtuelle Adapter und aktive Verbindung prüfen

8. Erreichbarkeit mit ping prüfen

ping sendet ICMP-Echoanforderungen und zeigt empfangene Echoantworten sowie die jeweilige Round-Trip-Zeit an.

Ein erfolgreicher Ping beweist nicht, dass ein bestimmter TCP- oder UDP-Dienst funktioniert.

Ein fehlgeschlagener Ping beweist nicht sicher, dass das Ziel ausgeschaltet ist. ICMP kann gefiltert, begrenzt oder deaktiviert sein.

IPv4-Ziel testen

Kennzeichnung: [TEST]

ping /4 192.0.2.25

IPv6-Ziel testen

Kennzeichnung: [TEST]

ping /6 server.example.test

Namen testen

Kennzeichnung: [TEST]

ping server.example.test

Die erste Ausgabezeile zeigt normalerweise, in welche IP-Adresse der Name aufgelöst wurde.

Mehrere Anfragen senden

Kennzeichnung: [TEST]

ping /n 10 192.0.2.25

Windows sendet standardmäßig vier Echoanforderungen. /n 10 erhöht die Anzahl auf zehn.

Zeitüberschreitung festlegen

Kennzeichnung: [TEST]

ping /n 10 /w 1000 192.0.2.25

/w 1000 wartet pro Anfrage maximal 1000 Millisekunden auf eine Antwort.

Dauerhaft testen

Kennzeichnung: [TEST]

ping /t 192.0.2.25

Steuerung:

Tastenkombination Wirkung
Strg + Unterbrechen Zwischenstatistik anzeigen und Test fortsetzen
Strg + C Test beenden und Abschlussstatistik anzeigen

Ein dauerhafter Ping sollte nicht unbeaufsichtigt laufen.

IPv4 oder IPv6 gezielt erzwingen

ping /4 server.example.test
ping /6 server.example.test

Damit lässt sich erkennen, ob nur einer der beiden Protokollpfade betroffen ist.

Paketgröße testen

Kennzeichnung: [TEST]

ping /4 /f /l 1472 192.0.2.25

Bedeutung:

Option Bedeutung
/4 IPv4 verwenden
/f „Do not Fragment“-Bit setzen
/l 1472 ICMP-Datenfeld mit 1472 Byte verwenden

1472 Byte plus 20 Byte IPv4-Header und 8 Byte ICMP-Header ergeben 1500 Byte. Das ist ein üblicher Startwert für Ethernet mit einer MTU von 1500, aber nicht für jeden Pfad passend.

Wenn eine Fragmentierungsmeldung erscheint, kann die Nutzlast schrittweise reduziert werden.

Beispiel:

ping /4 /f /l 1464 192.0.2.25
ping /4 /f /l 1400 192.0.2.25

Dieser Test kann Hinweise auf Probleme mit folgenden Komponenten geben:

Ping-Ausgaben interpretieren

Ausgabe Bedeutung
Reply from ... Eine ICMP-Echoantwort wurde empfangen
Request timed out Innerhalb der Wartezeit wurde keine passende Echoantwort empfangen
Destination host unreachable Das meldende System oder ein Router konnte das Ziel nicht erreichen
General failure Lokaler Versand ist fehlgeschlagen; lokale Konfiguration, Route, Interface oder Netzwerkstack prüfen
Ping request could not find host Der angegebene Name konnte nicht aufgelöst werden
Stark wechselnde Laufzeiten Mögliche Überlastung, WLAN-Störung, Warteschlangen oder wechselnde Pfade
Paketverlust Mögliche Filterung, Überlastung oder Verbindungsstörung; weitere Messungen erforderlich

Bei Destination host unreachable ist entscheidend, welche IP-Adresse die Meldung sendet:

TTL nicht als exakte Hopanzahl interpretieren

Der angezeigte TTL-Wert ist der verbleibende TTL-Wert der empfangenen Antwort. Da der ursprüngliche Startwert des Zielsystems normalerweise nicht sicher bekannt ist, kann daraus nicht zuverlässig die genaue Zahl der durchlaufenen Router berechnet werden.


9. Systematischer Ping-Test

Die folgende Reihenfolge grenzt den Fehler schrittweise ein.

1. Lokalen IPv4-Loopback testen

ping 127.0.0.1

Prüft grundlegende lokale IPv4-Verarbeitung. Der Test verlässt den Computer nicht.

2. Lokalen IPv6-Loopback testen

ping ::1

Prüft grundlegende lokale IPv6-Verarbeitung.

3. Eigene IP-Adresse testen

ping <Eigene-IP-Adresse>

Prüft die Bindung der Adresse an den lokalen Netzwerkstack. Der Test beweist noch keine funktionierende physische Verbindung.

4. Standardgateway testen

ping <Gateway-IP>

Prüft die ICMP-Kommunikation zum Gateway, sofern dieses ICMP beantwortet.

5. Entfernte IP-Adresse testen

ping <Entfernte-IP-Adresse>

Prüft den gerouteten IP-Pfad ohne Abhängigkeit von der DNS-Namensauflösung.

6. Zielname testen

ping server.example.test

Vergleich:

IP-Test Namenstest Wahrscheinlicher Bereich
Erfolgreich Erfolgreich Grundlegende IP-Kommunikation und Namensauflösung funktionieren
Erfolgreich Fehlgeschlagen Namensauflösung, Suffix, Cache oder hosts-Datei prüfen
Fehlgeschlagen Name wird aufgelöst Routing, Firewall, Zielsystem oder Rückweg prüfen
Beide fehlgeschlagen Keine eindeutige Aussage Lokale Konfiguration, Gateway, DNS und Pfad getrennt prüfen

10. Netzwerkpfad mit tracert untersuchen

tracert erhöht schrittweise den TTL-Wert und versucht dadurch, die Router auf dem Weg zum Ziel sichtbar zu machen.

Pfad zu einem Ziel anzeigen

Kennzeichnung: [TEST]

tracert server.example.test

Namensauflösung der Zwischenstationen deaktivieren

Kennzeichnung: [TEST]

tracert /d 192.0.2.25

/d verhindert Reverse-DNS-Abfragen für Zwischenrouter. Dadurch wird die Ausgabe häufig schneller und DNS-Verzögerungen beeinflussen die Messung weniger.

IPv4 erzwingen

tracert /4 server.example.test

IPv6 erzwingen

tracert /6 server.example.test

Maximale Hopanzahl begrenzen

tracert /d /h 15 192.0.2.25

Wartezeit pro Antwort verringern

tracert /d /w 1000 192.0.2.25

/w 1000 wartet bis zu 1000 Millisekunden auf die jeweilige ICMP-Antwort.

Ausgabe interpretieren

Beobachtung Mögliche Bedeutung
Ziel wird erreicht Ein ICMP-basierter Pfad konnte bis zum Ziel verfolgt werden
Einzelner Hop zeigt *, spätere Hops antworten Dieser Router antwortet möglicherweise nicht auf TTL-Überschreitungen; Weiterleitung funktioniert trotzdem
Ab einem Hop nur noch * Filterung, fehlende Rückantwort, Pfadunterbrechung oder nicht antwortende Router möglich
Erster Hop unerwartet Falsches Gateway, VPN, virtueller Adapter oder unerwartete Route möglich
Pfad unterscheidet sich zwischen Tests Dynamisches Routing, Load Balancing, VPN-Wechsel oder andere Pfadauswahl möglich
Hohe Laufzeit an einem Hop, spätere Hops wieder normal Der Router priorisiert seine eigenen ICMP-Antworten möglicherweise niedrig; kein sicherer Beweis für Weiterleitungsverzögerung
Hohe Laufzeit beginnt an einem Hop und bleibt danach erhöht Möglicher Engpass oder langsamer Abschnitt ab diesem Bereich

Wichtig

Drei Sternchen bedeuten nur, dass für diese Versuche keine erwartete ICMP-Antwort empfangen wurde. Sie beweisen nicht automatisch einen Paketverlust für normalen Anwendungsverkehr.


11. Paketverlust und Latenz mit pathping untersuchen

pathping kombiniert eine Pfadermittlung mit wiederholten ICMP-Messungen zu den Zwischenstationen.

Standardtest

Kennzeichnung: [TEST]

pathping 192.0.2.25

Ohne Namensauflösung

Kennzeichnung: [TEST]

pathping /n 192.0.2.25

Anzahl der Abfragen begrenzen

pathping /n /q 20 192.0.2.25

Zeitabstand zwischen aufeinanderfolgenden Pings festlegen

pathping /n /q 20 /p 500 192.0.2.25
Option Bedeutung
/n Keine Namensauflösung der Zwischenrouter
/q 20 20 Echoanforderungen pro Router
/p 500 500 Millisekunden zwischen aufeinanderfolgenden Pings
/w 1000 Bis zu 1000 Millisekunden auf eine Antwort warten
/4 Nur IPv4 verwenden
/6 Nur IPv6 verwenden

Wartezeit beachten

pathping benötigt deutlich länger als tracert, weil nach der Pfaderkennung über einen Zeitraum Messwerte gesammelt werden.

Verlust richtig interpretieren

Wenn ein Zwischenrouter bei an ihn gerichteten ICMP-Paketen Verlust zeigt, aber alle folgenden Hops und das Ziel keinen entsprechenden Verlust zeigen, ist die Weiterleitung wahrscheinlich nicht im gleichen Maß betroffen.

Mögliche Erklärung:

Wird ein Verlust ab einem bestimmten Link angezeigt und setzt sich bis zum Ziel fort, ist dieser Abschnitt wesentlich verdächtiger.

Pathping ist kein Beweis für Anwendungsleistung

Der Befehl prüft ICMP. Eine TCP-, UDP-, TLS- oder Anwendungsstörung muss mit dem tatsächlichen Protokoll weiter untersucht werden.


12. Routingtabelle mit route anzeigen

Gesamte Routingtabelle anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

route print

Die Ausgabe enthält:

Routen für einen bestimmten Bereich filtern

Kennzeichnung: [RO]

route print 192.0.2.*

Wichtige Bestandteile

Spalte Bedeutung
Network Destination Zielnetz oder Zielhost
Netmask Netzmaske der Route
Gateway Nächster Router beziehungsweise Next Hop
Interface Lokale Ausgangsadresse
Metric Kostenwert der Route
On-link Ziel ist über das angegebene Interface direkt erreichbar

Default Route erkennen

Network Destination: 0.0.0.0
Netmask:              0.0.0.0

Diese Route wird verwendet, wenn keine spezifischere passende IPv4-Route vorhanden ist.

Routenauswahl vereinfacht

Windows berücksichtigt grundsätzlich:

  1. passende Zielpräfixe;
  2. die spezifischste passende Route;
  3. bei gleich spezifischen Routen die Metriken;
  4. die zugehörige Interfacemetrik und Routenkonfiguration.

Eine Route zu 192.0.2.0/24 ist beispielsweise spezifischer als die Default Route 0.0.0.0/0.

Typische Auffälligkeiten

Beobachtung Mögliche Ursache
Keine Default Route Kein Gateway konfiguriert oder DHCP-Konfiguration unvollständig
Mehrere Default Routes Mehrere Adapter, VPN, virtuelle Netzwerke oder fehlerhafte Konfiguration
Unerwartet niedrige Metrik Datenverkehr verwendet möglicherweise den falschen Adapter
Zielroute zeigt auf VPN Split-Tunnel- oder VPN-Routing relevant
Spezifische Route zeigt auf falsches Gateway Statische Route oder Software hat die Pfadauswahl verändert
Route ist On-link, Ziel liegt aber nicht im lokalen Segment Falsche Subnetzmaske oder Präfixlänge möglich
Persistente Route unerwartet vorhanden Frühere manuelle Konfiguration oder Softwareinstallation prüfen

Verändernde route-Befehle

Folgende Befehle verändern die Routingtabelle und sind keine reinen Diagnosebefehle:

route add
route change
route delete
route /f

route /f entfernt einen großen Teil der Routingeinträge und kann Netzwerk- sowie Remotesitzungen unterbrechen. Der Befehl darf nicht als allgemeiner Reparaturversuch verwendet werden.


13. ARP-Cache und IPv4-Nachbartabelle prüfen

ARP ordnet IPv4-Adressen im lokalen Segment den zugehörigen MAC-Adressen zu.

ARP-Cache aller Interfaces anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

arp -a

Ein bestimmtes Ziel anzeigen

arp -a 192.0.2.25

Tabelle eines bestimmten Interfaces anzeigen

arp -a -N <Lokale-Interface-IP>

Ausgabe interpretieren

Typ Bedeutung
dynamic Zuordnung wurde dynamisch per ARP gelernt
static Zuordnung wurde statisch eingetragen oder vom System vorgegeben
Kein Eintrag Ziel wurde noch nicht lokal aufgelöst, liegt nicht im lokalen Segment oder ARP-Auflösung ist fehlgeschlagen

Gezielte Prüfung

Zuerst das lokale Ziel ansprechen:

ping 192.0.2.25

Danach ARP-Tabelle prüfen:

arp -a 192.0.2.25

Wenn das Ziel im selben IPv4-Subnetz liegt, aber trotz eines Kommunikationsversuchs keine passende MAC-Adresse gelernt wird, sollten unter anderem geprüft werden:

ARP-Eintrag löschen

Kennzeichnung: [PRIV][CHANGE]

arp -d 192.0.2.25

Der Eintrag sollte erst gelöscht werden, nachdem sein vorheriger Zustand dokumentiert wurde.

Das Löschen erzwingt bei der nächsten Kommunikation eine neue ARP-Auflösung. Es beweist jedoch nicht, warum ein vorheriger Eintrag falsch oder veraltet war.

IPv6 beachten

arp gilt für IPv4. IPv6 verwendet Neighbor Discovery.

IPv6-Nachbarn anzeigen:

netsh interface ipv6 show neighbors

14. DNS mit nslookup prüfen

nslookup kann DNS-Server direkt abfragen und unterstützt einen nicht interaktiven sowie einen interaktiven Modus.

Einzelnen Namen mit dem Standard-DNS-Server abfragen

Kennzeichnung: [TEST][SENS]

nslookup server.example.test

Bestimmten DNS-Server abfragen

nslookup server.example.test 192.0.2.53

So können Antworten unterschiedlicher DNS-Server miteinander verglichen werden.

IPv4-A-Record abfragen

nslookup -type=A server.example.test 192.0.2.53

IPv6-AAAA-Record abfragen

nslookup -type=AAAA server.example.test 192.0.2.53

Mailserver abfragen

nslookup -type=MX example.test 192.0.2.53

Nameserver einer Zone abfragen

nslookup -type=NS example.test 192.0.2.53

TXT-Record abfragen

nslookup -type=TXT example.test 192.0.2.53

SRV-Record abfragen

nslookup -type=SRV _ldap._tcp.dc._msdcs.example.test 192.0.2.53

Reverse Lookup ausführen

nslookup 192.0.2.25 192.0.2.53

Dabei wird nach einem PTR-Record gesucht.

Interaktiven Modus starten

nslookup

Beispiel innerhalb des interaktiven Modus:

server 192.0.2.53
set type=AAAA
server.example.test
exit

Ausgabe interpretieren

Ausgabe Bedeutung
Server Verwendeter DNS-Server
Address Adresse des verwendeten DNS-Servers
Name Zurückgegebener kanonischer Name
Addresses Zurückgegebene IP-Adressen
Aliases Gefundene Aliasnamen
Non-authoritative answer Antwort stammt nicht direkt vom autoritativen Server
NXDOMAIN beziehungsweise „Non-existent domain“ Angefragter Name existiert laut Antwort nicht
Request timed out DNS-Server antwortete innerhalb des Timeouts nicht
Server failed DNS-Server meldet einen Verarbeitungsfehler
Refused DNS-Server lehnt die Anfrage ab

Wichtige Einschränkung

Eine erfolgreiche nslookup-Abfrage beweist nicht, dass eine Anwendung denselben Namen auf dieselbe Weise auflöst.

Zusätzlich relevant sein können:

Die Anwendung sollte deshalb anschließend ebenfalls direkt getestet werden.


15. NetBIOS-Namensauflösung mit nbtstat prüfen

nbtstat ist hauptsächlich für ältere beziehungsweise weiterhin verwendete NetBIOS-over-TCP/IP-Umgebungen relevant.

Lokale NetBIOS-Namenstabelle anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

nbtstat /n

NetBIOS-Namenscache anzeigen

nbtstat /c

Remote-Tabelle über den NetBIOS-Namen abfragen

Kennzeichnung: [TEST][SENS]

nbtstat /a <Remote-NetBIOS-Name>

Remote-Tabelle über die IPv4-Adresse abfragen

nbtstat /A 192.0.2.25

Groß- und Kleinschreibung der Optionen ist hier wichtig:

Option Abfrage
/a Remotecomputer über NetBIOS-Namen
/A Remotecomputer über IPv4-Adresse

nbtstat sollte nur verwendet werden, wenn NetBIOS, WINS, ältere SMB-Namensauflösung oder eine entsprechende Legacy-Anwendung tatsächlich relevant ist.


16. Verbindungen, Listener und Ports mit netstat prüfen

Aktive TCP-Verbindungen anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

netstat

Alle Verbindungen und Listener numerisch anzeigen

netstat -an

Verbindungen, Listener und Prozess-IDs anzeigen

netstat -ano

Bedeutung:

Option Funktion
-a Alle aktiven TCP-Verbindungen sowie TCP- und UDP-Listener anzeigen
-n Adressen und Ports numerisch anzeigen
-o Zugehörige Prozess-ID anzeigen
-b Beteiligte ausführbare Datei anzeigen
-e Ethernet-Statistiken anzeigen
-r Routingtabelle anzeigen
-s Protokollstatistiken anzeigen
-p Ausgabe auf ein Protokoll begrenzen

Ausführbare Programme anzeigen

Kennzeichnung: [RO][PRIV][SENS]

netstat -abno

-b kann langsam sein und benötigt ausreichende Rechte.

Nach einem Port filtern

Kennzeichnung: [RO][SENS]

netstat -ano | findstr ":443"

Achtung

Die Suche findet :443 sowohl bei lokalen als auch bei entfernten Adressen. Das Ergebnis muss anhand der Spalte Local Address beziehungsweise Foreign Address bewertet werden.

Nur Listener suchen

netstat -ano | findstr "LISTENING"

Auf einem deutschsprachigen Windows kann die Zustandsbezeichnung lokalisiert ausgegeben werden. Für zuverlässig automatisierbare Abfragen sind die PowerShell-Cmdlets der nächsten Seite besser geeignet.

Prozess zu einer PID suchen

tasklist /FI "PID eq 1234"

Wenn mehrere Windows-Dienste von einem gemeinsamen svchost.exe-Prozess gehostet werden:

tasklist /SVC /FI "PID eq 1234"

Protokollstatistiken anzeigen

netstat -s

Ethernet- und Protokollstatistiken anzeigen

netstat -e -s

Routingtabelle über netstat anzeigen

netstat -r

Das entspricht funktional weitgehend:

route print

Ausgabe regelmäßig aktualisieren

netstat -ano 5

Die Ausgabe wird alle fünf Sekunden aktualisiert. Mit Strg + C wird die Wiederholung beendet.


17. TCP-Zustände interpretieren

Zustand Bedeutung Diagnosehinweis
LISTENING Lokaler Prozess wartet auf Verbindungen Erwarteter Dienst besitzt grundsätzlich einen Listener
SYN_SENT Verbindungsanfrage wurde gesendet, passende Antwort steht aus Ziel, Firewall, Route oder Rückweg prüfen
SYN_RECEIVED Anfrage wurde empfangen und beantwortet, Abschluss des Handshakes steht aus Clientantwort oder Rückweg prüfen
ESTABLISHED TCP-Verbindung ist aufgebaut TCP funktioniert; Anwendung kann trotzdem fehlerhaft sein
FIN_WAIT_1 Lokale Seite hat das Beenden eingeleitet Kurzzeitig normal
FIN_WAIT_2 Bestätigung liegt vor, Beendigung der Gegenseite steht aus Viele dauerhafte Einträge können auf Anwendungsprobleme hindeuten
CLOSE_WAIT Gegenseite hat beendet; lokale Anwendung muss noch schließen Viele dauerhafte Einträge deuten häufig auf eine nicht sauber schließende Anwendung
LAST_ACK Lokale Seite wartet auf letzte Bestätigung Kurzzeitig normal
TIME_WAIT Verbindung wartet vor vollständiger Freigabe Viele Einträge können bei hoher Verbindungsrate normal sein
CLOSED Keine aktive TCP-Verbindung Normaler Endzustand

Ein einzelner Zustand ist selten ausreichend. Entscheidend sind:


18. Netzwerkinterfaces mit netsh prüfen

Status aller Netzwerkinterfaces anzeigen

Kennzeichnung: [RO]

netsh interface show interface

Typische Felder:

Feld Bedeutung
Admin State Administrativ aktiviert oder deaktiviert
State Aktueller Verbindungszustand
Type Art des Interfaces
Interface Name Windows-Name des Interfaces

IPv4-Interfaces anzeigen

netsh interface ipv4 show interfaces

IPv6-Interfaces anzeigen

netsh interface ipv6 show interfaces

IPv4-Konfiguration anzeigen

netsh interface ipv4 show config

IPv4-Adressen anzeigen

netsh interface ipv4 show addresses

IPv4-Routen anzeigen

netsh interface ipv4 show route

IPv4-Nachbarn anzeigen

netsh interface ipv4 show neighbors

IPv6-Adressen anzeigen

netsh interface ipv6 show addresses

IPv6-Routen anzeigen

netsh interface ipv6 show route

IPv6-Nachbarn anzeigen

netsh interface ipv6 show neighbors

Subinterfaces und MTU anzeigen

netsh interface ipv4 show subinterfaces

Diese Ausgabe ist unter anderem für folgende Probleme hilfreich:


19. WLAN mit netsh untersuchen

Aktuelle WLAN-Verbindung anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

netsh wlan show interfaces

Mögliche Angaben:

WLAN-Treiber und Fähigkeiten anzeigen

netsh wlan show drivers

Damit lassen sich unter anderem prüfen:

Sichtbare WLANs anzeigen

Kennzeichnung: [TEST][SENS]

netsh wlan show networks

Sichtbare WLANs einschließlich BSSIDs anzeigen

netsh wlan show networks mode=bssid

Damit können unter anderem verglichen werden:

Gespeicherte WLAN-Profile anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

netsh wlan show profiles

Bestimmtes WLAN-Profil anzeigen

netsh wlan show profile name="<Profilname>"

Die Liste gespeicherter SSIDs kann sensible Informationen über Standorte oder interne Netzwerknamen enthalten.

WLAN-Bericht erzeugen

Kennzeichnung: [FILE][SENS]

netsh wlan show wlanreport

Windows erzeugt einen HTML-Bericht und zeigt den Speicherort in der Ausgabe an.

Der Bericht kann Informationen enthalten über:

Der Bericht ist als sensible Diagnosedatei zu behandeln.

Typische WLAN-Auffälligkeiten

Beobachtung Mögliche Ursache
Interface State ist disconnected Keine WLAN-Verbindung aktiv
Unerwartete SSID Client ist mit dem falschen Netz verbunden
Unerwartete BSSID Verbindung mit anderem Access Point als erwartet
Niedrige Signalstärke Entfernung, Dämpfung, Antenne oder ungünstiger Standort
Niedrige Datenrate Schlechte Funkbedingungen, alter Standard oder Störung
Stark schwankendes Signal Bewegung, Interferenz, Roaming oder Treiberproblem
Überfüllter Kanal Co-Channel-Interference möglich
Profil vorhanden, Verbindung scheitert Authentifizierung, Zertifikat, Schlüssel oder Richtlinie prüfen
WLAN verbunden, aber APIPA WLAN-Assoziierung funktioniert, DHCP jedoch möglicherweise nicht

20. Proxykonfiguration prüfen

WinHTTP-Proxy anzeigen

Kennzeichnung: [RO][SENS]

netsh winhttp show proxy

Der Befehl zeigt die Proxykonfiguration für Anwendungen und Dienste an, die WinHTTP verwenden.

Mögliche Ausgaben:

Wichtige Einschränkung

Die WinHTTP-Konfiguration ist nicht automatisch identisch mit:

Ein funktionierender Browser beweist daher nicht, dass ein Windows-Dienst mit WinHTTP ebenfalls den richtigen Proxy verwendet.

Nicht ungeprüft ausführen

Folgende Befehle verändern die Proxykonfiguration:

netsh winhttp set proxy
netsh winhttp reset proxy
netsh winhttp import proxy

Sie benötigen eine begründete Änderung, eine dokumentierte Ausgangskonfiguration und einen Rückfallplan.


21. Windows-Firewallstatus prüfen

Status aller Firewallprofile anzeigen

Kennzeichnung: [RO]

netsh advfirewall show allprofiles state

Aktuelles Firewallprofil anzeigen

netsh advfirewall show currentprofile

Firewallrichtlinie des aktuellen Profils anzeigen

netsh advfirewall show currentprofile firewallpolicy

Protokollierung des aktuellen Profils anzeigen

netsh advfirewall show currentprofile logging

Zu prüfen sind:

Firewall nicht pauschal deaktivieren

Das vollständige Ausschalten der Firewall ist kein geeigneter erster Diagnosetest.

Besser:

  1. betroffenes Profil feststellen;
  2. Richtung bestimmen;
  3. Protokoll und Port bestimmen;
  4. lokale und entfernte Adresse bestimmen;
  5. passende Regeln und Logs prüfen;
  6. nur bei Freigabe eine eng begrenzte temporäre Testregel verwenden;
  7. Testregel anschließend wieder entfernen.

22. Diagnoseausgaben sichern

IP-Konfiguration exportieren

Kennzeichnung: [RO][FILE][SENS]

ipconfig /all > "<Ausgabepfad>\ipconfig-all.txt"

Routingtabelle exportieren

route print > "<Ausgabepfad>\route-print.txt"

ARP-Tabelle exportieren

arp -a > "<Ausgabepfad>\arp-cache.txt"

Verbindungen und Listener exportieren

netstat -ano > "<Ausgabepfad>\netstat-ano.txt"

Pfadtest exportieren

Kennzeichnung: [TEST][FILE][SENS]

tracert /d 192.0.2.25 > "<Ausgabepfad>\tracert.txt"

Standardausgabe und Fehlermeldungen gemeinsam sichern

pathping /n 192.0.2.25 > "<Ausgabepfad>\pathping.txt" 2>&1

An eine vorhandene Datei anhängen

ipconfig /all >> "<Ausgabepfad>\netzdiagnose.txt"

Bedeutung:

Operator Wirkung
> Datei neu erstellen beziehungsweise vorhandenen Inhalt überschreiben
>> Ausgabe an vorhandene Datei anhängen
2>&1 Fehlermeldungen zusammen mit der Standardausgabe umleiten

Vor dem Überschreiben einer vorhandenen Diagnosedatei muss geprüft werden, ob sie noch benötigt wird.


23. Kompakter Erfassungsblock

Die folgenden Befehle verändern keine Netzwerkkonfiguration. Die Ausgabe kann jedoch sensible Informationen enthalten.

hostname
getmac /v
ipconfig /all
route print
arp -a
netstat -ano
netsh interface show interface
netsh interface ipv4 show neighbors
netsh interface ipv6 show neighbors
netsh winhttp show proxy
netsh advfirewall show allprofiles state

Bei WLAN-Systemen zusätzlich:

netsh wlan show interfaces
netsh wlan show drivers
netsh wlan show profiles

Diese Sammlung ist nur eine Bestandsaufnahme. Sie ersetzt keine gezielte Bewertung der Ergebnisse.


24. Diagnosepfade für häufige Fehlerbilder

Fehlerbild: Keine Netzwerkverbindung

netsh interface show interface
ipconfig /all
route print
arp -a

Prüfen:


Fehlerbild: IP-Adresse vorhanden, aber kein Internet

ipconfig /all
ping <Gateway-IP>
ping /4 <Bekannte-Ziel-IP>
nslookup <Bekannter-Zielname>
tracert /d <Bekannte-Ziel-IP>
netsh winhttp show proxy
netsh advfirewall show currentprofile

Auswertung:

Ergebnis Verdächtiger Bereich
Gateway nicht erreichbar lokales Netz, VLAN, WLAN, Kabel oder Gateway
Gateway erreichbar, externe IP nicht Routing, Firewall, NAT oder Provider
Externe IP erreichbar, Name nicht DNS
Name und IP erreichbar, Anwendung nicht Port, TLS, Proxy oder Anwendung
Nur Dienst verwendet keinen Internetzugriff WinHTTP-Proxy, Dienstkonto oder Firewall

Fehlerbild: DNS funktioniert nicht

ipconfig /all
ipconfig /displaydns
nslookup server.example.test
nslookup server.example.test 192.0.2.53
ping /4 server.example.test
ping /6 server.example.test

Prüfen:


Fehlerbild: Ein lokaler Dienst ist nicht erreichbar

netstat -ano | findstr ":443"
tasklist /FI "PID eq <PID>"
netsh advfirewall show currentprofile

Prüfen:

Der Test eines entfernten TCP-Ports folgt auf der nächsten Seite mit Test-NetConnection.


Fehlerbild: Verbindung ist langsam oder instabil

ping /n 50 <Gateway-IP>
ping /n 50 <Ziel-IP>
tracert /d <Ziel-IP>
pathping /n <Ziel-IP>
netstat -e -s

Bei WLAN zusätzlich:

netsh wlan show interfaces
netsh wlan show networks mode=bssid
netsh wlan show wlanreport

Prüfen:


Fehlerbild: Nur IPv4 oder nur IPv6 funktioniert

ipconfig /all
ping /4 server.example.test
ping /6 server.example.test
tracert /4 server.example.test
tracert /6 server.example.test
route print
netsh interface ipv4 show route
netsh interface ipv6 show route
netsh interface ipv6 show neighbors

Prüfen:


25. Typische Fehlinterpretationen

Fehlinterpretation Richtige Bewertung
Ping funktioniert, also funktioniert das Netzwerk vollständig Ping prüft nur eine bestimmte ICMP-Kommunikation
Ping funktioniert nicht, also ist das Ziel ausgeschaltet ICMP kann gefiltert oder begrenzt sein
Sternchen bei tracert bedeuten Paketverlust Der Router hat möglicherweise nur keine ICMP-Antwort gesendet
Verlust an einem pathping-Zwischenhop beweist einen defekten Router Entscheidend ist, ob sich der Verlust bis zum Ziel fortsetzt
nslookup funktioniert, also funktioniert DNS für jede Anwendung Anwendungen können andere Resolverpfade, Caches oder Proxys verwenden
Eine ARP-Tabelle zeigt alle erreichbaren Systeme Sie enthält nur bereits gelernte oder statische lokale IPv4-Nachbarn
ESTABLISHED bedeutet, dass die Anwendung funktioniert Es beweist nur eine aufgebaute TCP-Verbindung
Viele TIME_WAIT-Einträge sind automatisch ein Fehler Sie können bei hoher normaler Verbindungsrate entstehen
169.254.x.x bedeutet defekte Netzwerkkarte Es weist normalerweise auf automatische Adressierung ohne verwendbare DHCP-Konfiguration hin
Mehrere Gateways sind automatisch redundant Sie können zu unerwarteter Routenauswahl führen
Firewall ausschalten ist der schnellste Test Das erzeugt ein Sicherheitsrisiko und liefert oft keine saubere Ursachenanalyse
DNS-Cache sofort leeren hilft immer Dabei kann der ursprüngliche Fehlerzustand verloren gehen

26. Befehle mit besonderer Vorsicht

Befehl Kennzeichnung Risiko
ipconfig /release [CHANGE][DISRUPT] Entfernt die aktuelle DHCP-Konfiguration
ipconfig /renew [TEST][CHANGE] Verändert die aktuelle DHCP-Konfiguration
ipconfig /flushdns [CHANGE] Entfernt den DNS-Clientcache und mögliche Beweise
ipconfig /registerdns [TEST][CHANGE] Stößt dynamische DNS-Registrierungen an
arp -d <IP> [PRIV][CHANGE] Entfernt eine Nachbarzuordnung
route add [PRIV][CHANGE] Fügt eine Route hinzu
route change [PRIV][CHANGE] Verändert eine Route
route delete [PRIV][CHANGE][DISRUPT] Entfernt eine Route
route /f [PRIV][CHANGE][DISRUPT] Entfernt einen großen Teil der Routingtabelle
netsh interface set ... [PRIV][CHANGE][DISRUPT] Verändert Interfacekonfiguration
netsh winhttp reset proxy [PRIV][CHANGE] Entfernt die WinHTTP-Proxykonfiguration
netsh advfirewall set ... [PRIV][CHANGE][DISRUPT] Verändert Firewallrichtlinien
netsh wlan disconnect [CHANGE][DISRUPT] Trennt eine WLAN-Verbindung
netsh wlan delete profile [PRIV][CHANGE] Löscht ein gespeichertes WLAN-Profil

Vor diesen Befehlen müssen Ausgangszustand, Auswirkung und Rückfallplan dokumentiert werden.


27. Grenzen der klassischen Windows-Befehle

Die klassischen Befehle sind schnell verfügbar und eignen sich gut für eine erste Diagnose. Sie haben jedoch einige Einschränkungen:

Für strukturierte und gezielte Windows-Diagnosen folgt deshalb:

2.2 PowerShell-Netzwerkdiagnose


Quellen und weiterführende Dokumentation


Revision #1
Created 31 July 2026 11:09:19 by Admin
Updated 2 August 2026 12:21:26 by Admin