# 7.10 Anmeldung an der Domäne funktioniert nicht

**7.10.1 Ausgangssituation**

Ein Benutzer kann sich an einem Windows-Computer nicht mit seinem Domänenkonto anmelden.

Mögliche Meldungen sind beispielsweise:

```text
Der Benutzername oder das Kennwort ist falsch.
```

```text
Es sind momentan keine Anmeldeserver zum Verarbeiten der Anmeldeanforderung verfügbar.
```

```text
Die Vertrauensstellung zwischen dieser Arbeitsstation und der primären Domäne konnte nicht hergestellt werden.
```

```text
Wir können Sie mit diesen Anmeldeinformationen nicht anmelden, weil Ihre Domäne nicht verfügbar ist.
```

```text
Der Sicherheitsdatenbank auf dem Server ist kein Computerkonto für diese Arbeitsstationsvertrauensstellung zugeordnet.
```

```text
Der Benutzerprofildienst konnte die Anmeldung nicht durchführen.
```

Diese Meldungen beschreiben unterschiedliche Fehlerbereiche. Eine fehlgeschlagene Domänenanmeldung darf deshalb nicht automatisch auf ein falsches Kennwort reduziert werden.

---

**7.10.2 Ziel der Diagnose**

Die Diagnose soll eindeutig bestimmen, ob der Fehler verursacht wird durch:

- eine falsche Anmeldeidentität;
- falsche oder veraltete Anmeldeinformationen;
- ein gesperrtes, deaktiviertes oder abgelaufenes Benutzerkonto;
- eine fehlende Netzwerk- oder VPN-Verbindung;
- eine fehlerhafte DNS-Konfiguration;
- eine fehlgeschlagene Domänencontroller-Ermittlung;
- einen nicht erreichbaren Domänencontroller;
- eine zu große Zeitabweichung;
- einen Kerberos- oder NTLM-Fehler;
- einen beschädigten sicheren Kanal des Computers;
- eine fehlerhafte Active-Directory-Replikation;
- eine Anmelde-, Sicherheits- oder Zugriffsrichtlinie;
- eine Smartcard-, Zertifikats- oder Windows-Hello-Abhängigkeit;
- den Benutzerprofildienst, eine Gruppenrichtlinie oder ein Anmeldeskript;
- eine RDP-, NLA- oder Remotedesktop-Besonderheit;
- eine standort-, RODC- oder vertrauensstellungsabhängige Konfiguration.

Erst nach dem Nachweis der Ursache wird eine kontrollierte Maßnahme durchgeführt.

---

**7.10.3 Geltungsbereich und Abgrenzung**

Diese Seite behandelt hauptsächlich die Anmeldung eines Domänenbenutzers an einem Computer, der Mitglied einer lokalen Active-Directory-Domäne mit Active Directory Domain Services ist.

Davon zu unterscheiden sind:

| Konto- oder Geräteart | Kennzeichnung beziehungsweise Beispiel |
|---|---|
| lokales Konto | `.\MaxMustermann` oder `<Computername>\MaxMustermann` |
| Active-Directory-Domänenkonto | `<NETBIOS-Domäne>\MaxMustermann` |
| Active-Directory-UPN | `max.mustermann@<DNS-Domäne>` |
| Microsoft-Entra-Konto | häufig ebenfalls UPN-Format, aber cloudbasierte Identität |
| Microsoft-Konto | persönliche Microsoft-Identität |
| Smartcard-Anmeldung | zertifikatsbasierte Anmeldung |
| Windows Hello for Business | schlüssel- oder zertifikatsbasierte Anmeldung |
| Remotedesktop-Anmeldung | Anmeldung erfolgt am entfernten Zielsystem |
| Dienst- oder Aufgabenanmeldung | nicht interaktiver Anmeldetyp |

Ein Benutzername im Format `benutzer@domäne` beweist allein nicht, ob ein lokales Active Directory, Microsoft Entra ID oder ein anderer Identitätsanbieter verwendet wird.

Microsoft-Entra-Anmeldefehler, MFA und Conditional Access benötigen teilweise andere Diagnoseverfahren. Sie dürfen nicht mit einer klassischen AD-Domänenanmeldung gleichgesetzt werden.

---

**7.10.4 Technischer Anmeldeweg**

Eine normale Online-Domänenanmeldung benötigt mehrere funktionierende Ebenen:

1. Der Benutzer wählt den richtigen Anmeldeanbieter.
2. Windows ordnet den eingegebenen Namen dem vorgesehenen Konto zu.
3. Der Computer besitzt eine geeignete Netzwerkverbindung.
4. Der Client verwendet die vorgesehenen DNS-Server.
5. DNS liefert die erforderlichen Domänen- und Dienstinformationen.
6. DC Locator ermittelt einen geeigneten Domänencontroller.
7. Die benötigten Netzwerkprotokolle erreichen den Domänencontroller.
8. Client und Domänencontroller besitzen ausreichend synchronisierte Uhrzeiten.
9. Der Computer besitzt eine gültige Vertrauensbeziehung zur Domäne.
10. Kerberos, NTLM oder das vorgesehene zertifikatsbasierte Verfahren beginnt.
11. Der Domänencontroller prüft das Benutzerkonto und die Anmeldeinformationen.
12. Kontorichtlinien und Anmelderechte werden ausgewertet.
13. Windows erzeugt die Anmeldesitzung und das Zugriffstoken.
14. Benutzerprofil, Gruppenrichtlinien und Anmeldeskripte werden verarbeitet.
15. Der Desktop beziehungsweise die vorgesehene Sitzung wird bereitgestellt.

Der sichtbare Fehler kann an jeder dieser Ebenen entstehen.

---

**7.10.5 Zuerst die genaue Fehlerphase bestimmen**

| Fehlerphase | Typische Beobachtung | Wahrscheinlicher Bereich |
|---|---|---|
| vor Eingabe der Anmeldedaten | Netzwerk- oder Anmeldeoption fehlt | Client, Treiber, VPN oder Anmeldeanbieter |
| unmittelbar nach Eingabe | Kennwort- oder Kontofehler | Identität, Kennwort, Sperre oder Kontorichtlinie |
| längere Wartezeit vor Fehlermeldung | kein DC, DNS, Netzwerk oder Timeout | Infrastruktur und Erreichbarkeit |
| Meldung über Vertrauensstellung | Computerkonto oder sicherer Kanal | Computervertrauen |
| Anmeldung funktioniert offline, aber nicht online | Cache oder unterschiedlicher DC-Zustand | DNS, DC, Kennwort oder Replikation |
| Anmeldung wird akzeptiert, Desktop erscheint nicht | Profil, Richtlinie, Skript oder Ressource | Phase nach der Authentifizierung |
| temporäres Profil wird geladen | Benutzerprofilproblem | Profilpfad, Datenträger oder Profildienst |
| nur RDP schlägt fehl | RDP, NLA, Anmelderecht oder Zielsystem | entfernter Computer |
| PIN schlägt fehl, Kennwort funktioniert | Windows Hello oder PIN-Anbieter | Hello-Schlüssel, TPM oder Richtlinie |
| Smartcard schlägt fehl, Kennwort funktioniert | Zertifikat oder PKI | Smartcard, Zertifikatskette, KDC-Zertifikat oder Sperrprüfung |

Eine erfolgreiche Kennwortprüfung bedeutet noch nicht, dass Benutzerprofil, Gruppenrichtlinien und Desktop erfolgreich geladen werden.

---

**7.10.6 Beweise vor Änderungen sichern**

Vor einem Neustart, einer Kennwortzurücksetzung, dem Entsperren eines Kontos oder einer Reparatur des sicheren Kanals sollten mindestens folgende Informationen gesichert werden:

- exakter Wortlaut der Fehlermeldung;
- Datum und Uhrzeit des Versuchs;
- betroffener Benutzer;
- betroffener Computer;
- Anmeldeart: lokal, Konsole, RDP, VPN, Smartcard, PIN oder Kennwort;
- eingegebenes Namensformat;
- aktueller Standort und Netzwerkweg;
- Verbindung mit oder ohne VPN;
- letzter erfolgreicher Anmeldezeitpunkt;
- Umfang des Fehlers;
- kürzlich erfolgte Kennwort-, Computer-, DNS-, VPN- oder Richtlinienänderungen;
- verwendeter oder erwarteter Domänencontroller;
- relevante Ereignisse auf Client und Domänencontroller.

Kennwörter, PINs, private Schlüssel, Wiederherstellungsschlüssel und vollständige Anmeldetoken dürfen nicht dokumentiert oder weitergegeben werden.

Wiederholte unkontrollierte Anmeldeversuche müssen vermieden werden, weil dadurch das Konto gesperrt werden kann.

---

**7.10.7 Umfang des Fehlers bestimmen**

Geeignete Kreuztests:

| Vergleich | Erkenntnis |
|---|---|
| gleicher Benutzer an anderem Domänencomputer | benutzer- oder computerbezogenen Fehler unterscheiden |
| anderer Domänenbenutzer am gleichen Computer | Benutzerkonto und Computerzustand unterscheiden |
| gleiches Konto mit und ohne VPN | VPN-, DNS- oder Routingabhängigkeit erkennen |
| gleiches Konto an Konsole und per RDP | lokale und entfernte Anmeldung unterscheiden |
| Kennwort statt PIN | Windows-Hello-Fehler abgrenzen |
| Kennwort statt Smartcard | Zertifikats- oder Smartcardfehler abgrenzen |
| lokales Administratorkonto | Zugriff für die Clientdiagnose ermöglichen |
| Test gegen anderen Standort oder anderen DC | standort- oder DC-bezogenen Fehler erkennen |

Auswertung:

| Ergebnis | Wahrscheinlicher Bereich |
|---|---|
| nur ein Benutzer betroffen | Benutzerkonto, Kennwort, Sperre oder Benutzerprofil |
| alle Benutzer an einem Computer betroffen | Client, DNS, Netzwerk, Zeit oder sicherer Kanal |
| viele Computer betroffen | DNS, DC, Netzwerk, Zeitdienst, Replikation oder zentrale Richtlinie |
| nur ein Standort betroffen | Standortnetz, VPN, DNS, Firewall oder Standortzuordnung |
| nur ein Domänencontroller betroffen | DC-Dienst, DNS-Registrierung, Replikation oder Zeit |
| nur neue Kennwörter betroffen | Kennwortcache, Replikation oder gespeicherte alte Anmeldedaten |
| Authentifizierung funktioniert, Desktop nicht | Profil, Gruppenrichtlinie, Skript oder Ressource |

Ein Testkonto darf nur nach den organisatorischen Sicherheitsvorgaben verwendet werden.

---

**7.10.8 Richtige Identität und Anmeldeoption prüfen**

Am Anmeldebildschirm muss geprüft werden:

- welcher Benutzer angezeigt wird;
- welche Domäne oder welcher Computername unter dem Benutzer steht;
- ob „Anderer Benutzer“ gewählt wurde;
- ob Kennwort, PIN, Smartcard oder ein anderer Anmeldeanbieter aktiv ist;
- ob das richtige Tastaturlayout verwendet wird;
- ob Feststelltaste oder Num-Taste den eingegebenen Wert verändert;
- ob ein alter Benutzername automatisch vorausgefüllt wurde;
- ob ein lokales Konto statt des Domänenkontos gewählt wurde;
- ob ein UPN oder der `DOMÄNE\Benutzer`-Name erforderlich ist.

Beispiele:

```text
<NETBIOS-Domäne>\MaxMustermann
```

```text
max.mustermann@<DNS-Domäne>
```

```text
.\MaxMustermann
```

Bedeutung:

- `<NETBIOS-Domäne>\MaxMustermann` erzwingt die Zuordnung zur angegebenen AD-Domäne.
- `max.mustermann@<DNS-Domäne>` verwendet den Benutzerprinzipalnamen.
- `.\MaxMustermann` bezeichnet ein lokales Konto des Computers.

NETBIOS-Domänenname und DNS-Domänenname müssen nicht identisch sein.

Ein lokaler Anmeldeerfolg beweist weder eine funktionierende Domänenverbindung noch ein gültiges Domänenkonto.

---

**7.10.9 Bestehende Sitzung und Identität prüfen**

Wenn noch eine bestehende Sitzung verfügbar ist:

```cmd
whoami
whoami /user
whoami /fqdn
whoami /groups
```

In PowerShell:

```powershell
$env:USERDOMAIN
$env:USERDNSDOMAIN
$env:LOGONSERVER
```

Wichtige Einschränkungen:

- `whoami` beschreibt die bereits bestehende Sitzung.
- `$env:LOGONSERVER` zeigt den Anmeldeserver dieser Sitzung, nicht zwingend den DC, den ein neuer Versuch verwenden würde.
- Eine alte Sitzung kann weiter funktionieren, obwohl eine neue Anmeldung fehlschlägt.
- Eine Anmeldung aus dem lokalen Cache kann ohne aktuelle DC-Authentifizierung entstanden sein.
- Gruppenmitgliedschaften im bestehenden Zugriffstoken können veraltet sein.

---

**7.10.10 Domänenmitgliedschaft des Computers prüfen**

Mit einem autorisierten lokalen Konto oder einer noch verfügbaren Administrationssitzung:

```powershell
Get-CimInstance Win32_ComputerSystem |
  Select-Object Name, PartOfDomain, Domain, Workgroup
```

Erwartet wird:

```text
PartOfDomain : True
Domain       : <DNS-Domäne>
```

Zusätzlich:

```cmd
systeminfo
```

Relevante Felder sind:

```text
Domäne
Anmeldeserver
```

Zu prüfen sind:

- ist der Computer tatsächlich Domänenmitglied?
- gehört er zur erwarteten Domäne?
- wurde er versehentlich in eine Arbeitsgruppe verschoben?
- wurde ein altes Systemabbild oder ein VM-Snapshot wiederhergestellt?
- existiert ein anderer Computer mit demselben Namen?
- wurde das Computerkonto gelöscht, zurückgesetzt oder neu angelegt?
- wurde das Gerät geklont, ohne die Identität ordnungsgemäß vorzubereiten?

`PartOfDomain : True` beweist nur die lokale Mitgliedschaftskonfiguration. Es beweist nicht, dass der sichere Kanal aktuell funktioniert.

---

**7.10.11 Online-Anmeldung und zwischengespeicherte Domänenanmeldung unterscheiden**

Windows kann Informationen früherer Domänenanmeldungen lokal zwischenspeichern. Dadurch kann sich ein Benutzer unter bestimmten Voraussetzungen anmelden, obwohl kein Domänencontroller erreichbar ist.

Eine zwischengespeicherte Anmeldung beweist nicht:

- dass ein Domänencontroller erreichbar war;
- dass das Konto aktuell aktiviert ist;
- dass das Konto aktuell nicht gesperrt ist;
- dass das aktuelle Domänenkennwort verwendet wurde;
- dass Kerberos-Tickets ausgestellt wurden;
- dass Netzwerkressourcen erreichbar sind;
- dass Gruppenmitgliedschaften aktuell sind.

Wurde das Kennwort an einem anderen Computer geändert, kann ein offline verwendeter Client weiterhin den früher zwischengespeicherten Kennwortnachweis erwarten. Erst eine erfolgreiche Online-Anmeldung kann den lokalen Anmeldecache aktualisieren.

Die Anzahl zwischengespeicherter eindeutiger Benutzer wird durch die Sicherheitsrichtlinie bestimmt:

```text
Computerkonfiguration
└── Windows-Einstellungen
    └── Sicherheitseinstellungen
        └── Lokale Richtlinien
            └── Sicherheitsoptionen
                └── Interaktive Anmeldung:
                   Anzahl zwischenzuspeichernder vorheriger Anmeldungen
```

Der genaue Wert ist eine Sicherheitsentscheidung der Organisation. Er darf nicht nur zur Fehlerumgehung verändert werden.

Typische Unterscheidung:

| Verhalten | Einordnung |
|---|---|
| Anmeldung ohne Netzwerk funktioniert | Cache-Anmeldung möglich |
| Anmeldung mit Netzwerk schlägt fehl | Online-Authentifizierung oder anderer DC-Zustand fehlerhaft |
| altes Kennwort funktioniert offline | lokaler Cache kann noch den alten Nachweis enthalten |
| neues Kennwort funktioniert online | DC kennt das neue Kennwort |
| neues Kennwort funktioniert an einem Gerät, an anderem nicht | Cache, DC-Auswahl oder Replikation prüfen |
| noch nie auf diesem Computer angemeldeter Benutzer kann offline nicht anmelden | kein passender lokaler Anmeldecache vorhanden |

---

**7.10.12 Netzwerkzustand des Clients prüfen**

```powershell
Get-NetAdapter |
  Select-Object Name, Status, LinkSpeed, MacAddress
```

```powershell
Get-NetIPConfiguration
```

```cmd
ipconfig /all
```

Zu dokumentieren sind:

- aktive Schnittstelle;
- IPv4- und IPv6-Adresse;
- Präfix beziehungsweise Subnetzmaske;
- Standardgateway;
- DNS-Server;
- DHCP-Status;
- DNS-Suffix;
- VPN-Adapter;
- mehrere gleichzeitig aktive Verbindungen;
- APIPA-Adresse aus `169.254.0.0/16`;
- unerwartete öffentliche oder private DNS-Server.

Ein Ping zum Gateway oder zu einem DC ist nur ein Teilnachweis. Die Domänenanmeldung benötigt DNS, DC Locator und mehrere Anwendungsprotokolle.

Bei einer Anmeldung außerhalb des Unternehmensnetzes ist zu prüfen, ob eine Anmeldung vor dem Windows-Desktop überhaupt eine VPN-Verbindung herstellen kann. Ein VPN, das erst nach der Benutzeranmeldung startet, kann keine erstmalige Online-Domänenanmeldung ermöglichen.

---

**7.10.13 DNS-Konfiguration prüfen**

Active Directory ist auf DNS-basierte Diensterkennung angewiesen. Der Client sollte die für die AD-Domäne vorgesehenen DNS-Server verwenden.

DNS-Server anzeigen:

```powershell
Get-DnsClientServerAddress |
  Select-Object InterfaceAlias, AddressFamily, ServerAddresses
```

Domänenname prüfen:

```powershell
Resolve-DnsName -Name <DNS-Domäne> -Type A
```

Domänencontroller-Dienst prüfen:

```powershell
Resolve-DnsName `
  -Name _ldap._tcp.dc._msdcs.<DNS-Domäne> `
  -Type SRV
```

Kerberos-Dienst prüfen:

```powershell
Resolve-DnsName `
  -Name _kerberos._tcp.<DNS-Domäne> `
  -Type SRV
```

Einen bestimmten DNS-Server verwenden:

```powershell
Resolve-DnsName `
  -Name _ldap._tcp.dc._msdcs.<DNS-Domäne> `
  -Type SRV `
  -Server <DNS-Server>
```

Zu prüfen sind:

- antwortet der vorgesehene interne DNS-Server?
- existieren die benötigten SRV-Einträge?
- verweisen die SRV-Einträge auf vorhandene Domänencontroller?
- lassen sich die zurückgegebenen DC-Namen in gültige Adressen auflösen?
- werden alte oder außer Betrieb genommene DCs geliefert?
- erhält der Client über VPN andere DNS-Server?
- verwendet eine zweite Netzwerkschnittstelle ungeeignete DNS-Server?
- stimmt das DNS-Suffix?
- sind IPv4- und IPv6-Antworten erreichbar?
- unterscheiden sich die Antworten verschiedener DNS-Server?

Öffentliche Resolver kennen die internen Active-Directory-Dienstinformationen normalerweise nicht. Ein zusätzlich eingetragener öffentlicher DNS-Server ist kein zuverlässiger Ersatz für den vorgesehenen AD-DNS-Server.

DNS-Caches sollten nicht sofort gelöscht werden. Zuerst müssen aktuelle Antworten, DNS-Server und die verwendete Zieladresse dokumentiert werden.

---

**7.10.14 Domänencontroller-Ermittlung prüfen**

Windows verwendet DC Locator und den Netlogon-Dienst, um über DNS-SRV-Einträge einen geeigneten Domänencontroller zu finden.

```cmd
nltest /dsgetdc:<DNS-Domäne>
```

Erneute DNS-basierte Ermittlung ohne den bisherigen DC-Cache:

```cmd
nltest /dsgetdc:<DNS-Domäne> /force
```

Nur einen beschreibbaren DC anfordern:

```cmd
nltest /dsgetdc:<DNS-Domäne> /writable /force
```

Lokalen AD-Standort anzeigen:

```cmd
nltest /dsgetsite
```

Bekannte Domänencontroller auflisten:

```cmd
nltest /dclist:<DNS-Domäne>
```

In der Ausgabe von `nltest /dsgetdc` sind unter anderem wichtig:

```text
DC
Address
Domain Name
Forest Name
Dc Site Name
Our Site Name
Flags
```

Auswertung:

| Ergebnis | Bedeutung |
|---|---|
| geeigneter DC wird gefunden | DC Locator war für diesen Versuch erfolgreich |
| `ERROR_NO_SUCH_DOMAIN` | Domäne oder DC konnte nicht gefunden werden |
| falscher Standort | Subnetz- oder Standortzuordnung prüfen |
| alter DC wird geliefert | DNS-Registrierung und AD-Metadaten prüfen |
| nur ein entfernter DC wird gefunden | lokaler DC, Standort oder DNS möglicherweise fehlerhaft |
| DC wird gefunden, Anmeldung scheitert trotzdem | Erreichbarkeit, Zeit, Konto, sicherer Kanal und Protokoll prüfen |

Ein erfolgreiches `nltest /dsgetdc` beweist nicht, dass alle für die Anmeldung benötigten Protokolle funktionieren.

---

**7.10.15 Erreichbarkeit der benötigten Dienste prüfen**

Grundlegende TCP-Tests:

```powershell
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 53
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 88
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 135
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 389
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 445
```

Je nach Funktion zusätzlich:

```powershell
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 464
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 3268
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 636
Test-NetConnection -ComputerName <DC-FQDN> -Port 3269
```

Wichtige AD-Protokolle:

| Dienst | Protokoll und Port | Bedeutung |
|---|---|---|
| DNS | TCP/UDP 53 | Namens- und Dienstauflösung |
| Kerberos | TCP/UDP 88 | Kerberos-Authentifizierung |
| Windows-Zeit | UDP 123 | Zeitsynchronisation |
| RPC Endpoint Mapper | TCP 135 | RPC-Endpunktermittlung |
| LDAP | TCP 389 | Verzeichniszugriff |
| DC Locator | UDP 389 | DC-Ermittlung |
| SMB | TCP 445 | Netlogon, SYSVOL und Gruppenrichtlinien |
| Kerberos-Kennwortdienst | TCP/UDP 464 | Kennwortänderungen |
| Global Catalog | TCP 3268 | gesamtstrukturweite Abfragen |
| LDAPS | TCP 636 | LDAP über TLS, sofern verwendet |
| Global Catalog über TLS | TCP 3269 | GC über TLS, sofern verwendet |
| dynamische RPC-Ports | üblicherweise TCP 49152–65535 bei modernen Windows-Versionen | ausgehandelte RPC-Verbindungen |

Wichtige Einschränkungen:

- `Test-NetConnection` prüft hier nur TCP.
- Ein erfolgreicher Test auf TCP 53 beweist keine funktionierende DNS-Kommunikation über UDP.
- Ein erfolgreicher Test auf TCP 88 beweist keine vollständige Kerberos-Authentifizierung.
- Ein erfolgreicher Test auf TCP 135 beweist nicht, dass der anschließend ausgehandelte dynamische RPC-Port erreichbar ist.
- Nicht jede Umgebung benötigt bei jedem Anmeldevorgang alle aufgeführten optionalen Ports.
- Ein allgemeiner UDP-Porttest liefert keinen eindeutigen Funktionsnachweis.
- Die Freigabe einzelner Ports ohne Kenntnis des vollständigen AD-Verbindungswegs kann unvollständig sein.

Firewalls dürfen nicht pauschal deaktiviert werden. Die konkrete Regel muss anhand von Quelle, Ziel, Protokoll, Port, Richtung und Zeitstempel geprüft werden.

---

**7.10.16 Zeit und Zeitsynchronisation prüfen**

Kerberos benötigt ausreichend synchronisierte Uhrzeiten. Die standardmäßige maximale Kerberos-Zeitabweichung beträgt in vielen AD-Umgebungen fünf Minuten, kann aber durch Richtlinien verändert werden.

Clientstatus:

```cmd
w32tm /query /status
w32tm /query /source
w32tm /query /configuration
```

Zeitabweichung zu einem DC beobachten:

```cmd
w32tm /stripchart /computer:<DC-FQDN> /dataonly /samples:5
```

Zusätzlich zu prüfen:

```powershell
Get-Service W32Time
```

Zu vergleichen sind:

- Datum;
- Uhrzeit;
- Zeitzone;
- Zeitquelle;
- letzter erfolgreicher Synchronisierungszeitpunkt;
- Zeitabweichung zum verwendeten DC;
- Zustand des Windows-Zeitdienstes;
- Hypervisor- oder VM-Zeitsynchronisation;
- Zeitquellen der Domänencontroller;
- PDC-Emulator und externe Zeitquelle.

Eine richtige Bildschirmanzeige allein beweist keine korrekte Zeitkonfiguration. Zeitzone, UTC-Zeit, Zeitquelle und tatsächliche Abweichung müssen getrennt betrachtet werden.

Eine Resynchronisation ist eine Änderung und sollte erst nach Dokumentation der bisherigen Quelle und Abweichung erfolgen:

```cmd
w32tm /resync /rediscover
```

Danach müssen Quelle, Status und Abweichung erneut geprüft werden.

---

**7.10.17 Benutzerkonto prüfen**

Mit dem ActiveDirectory-PowerShell-Modul und ausreichender Leseberechtigung:

```powershell
Get-ADUser `
  -Identity "<Benutzername>" `
  -Properties Enabled,
              LockedOut,
              PasswordExpired,
              AccountExpirationDate,
              PasswordLastSet,
              LastBadPasswordAttempt,
              BadLogonCount,
              LogonWorkstations |
  Select-Object SamAccountName,
                UserPrincipalName,
                Enabled,
                LockedOut,
                PasswordExpired,
                AccountExpirationDate,
                PasswordLastSet,
                LastBadPasswordAttempt,
                BadLogonCount,
                LogonWorkstations
```

Ergebnisbezogene Kennwortrichtlinie prüfen:

```powershell
Get-ADUserResultantPasswordPolicy `
  -Identity "<Benutzername>"
```

Gezielte Suchbefehle:

```powershell
Search-ADAccount -LockedOut -UsersOnly
Search-ADAccount -AccountDisabled -UsersOnly
Search-ADAccount -AccountExpired -UsersOnly
Search-ADAccount -PasswordExpired -UsersOnly
```

Alternativ mit integrierten Werkzeugen:

```cmd
net user <Benutzername> /domain
```

Zu prüfen sind:

- existiert das Konto?
- wird der richtige UPN verwendet?
- ist das Konto aktiviert?
- ist das Konto gesperrt?
- ist das Konto abgelaufen?
- ist das Kennwort abgelaufen?
- wurde das Kennwort kürzlich geändert oder zurückgesetzt?
- darf sich das Konto nur an bestimmten Arbeitsstationen anmelden?
- gelten eingeschränkte Anmeldezeiten?
- gilt eine fein abgestufte Kennwortrichtlinie?
- besitzt das Konto besondere Authentifizierungsanforderungen?
- stammt der angezeigte Zustand vom gleichen DC, der den Fehler verarbeitet hat?

`BadLogonCount`, `LastBadPasswordAttempt` und ähnliche Werte können DC-abhängig sein. Sie dürfen nicht ohne Berücksichtigung des abgefragten Domänencontrollers und der Replikation interpretiert werden.

Ein Konto sollte nicht vorsorglich entsperrt oder dessen Kennwort zurückgesetzt werden, bevor die Quelle fehlerhafter Anmeldeversuche untersucht wurde. Gespeicherte alte Kennwörter in Diensten, Aufgaben, Mobilgeräten oder Anwendungen können das Konto sofort erneut sperren.

---

**7.10.18 Kennwortfehler systematisch abgrenzen**

Mögliche Ursachen trotz scheinbar richtiger Eingabe:

- falscher Benutzer oder falsche Domäne;
- falsches Tastaturlayout;
- Feststelltaste oder Num-Taste;
- Kennwort wurde kürzlich geändert;
- alter zwischengespeicherter Anmeldenachweis;
- Kennwortänderung wurde noch nicht vollständig repliziert;
- gespeicherte alte Anmeldeinformationen;
- Konto wurde gesperrt;
- Kennwort ist abgelaufen;
- Benutzer muss das Kennwort bei der nächsten Anmeldung ändern;
- Kennwortänderungsdienst oder DC ist nicht erreichbar;
- Smartcard- oder Windows-Hello-Anbieter wurde statt Kennwort gewählt.

Ein administratives Zurücksetzen des Kennworts kann Auswirkungen auf verschlüsselte benutzerbezogene Daten, gespeicherte Anmeldeinformationen und Zertifikatsschlüssel besitzen. Es muss nach dem vorgesehenen Identitäts- und Wiederherstellungsverfahren erfolgen.

---

**7.10.19 Sicheren Kanal des Computers prüfen**

Domänencomputer und Domäne besitzen eine Vertrauensbeziehung auf Grundlage des Computerkontos und eines Computerkennworts. Stimmen der lokale und der in Active Directory gespeicherte Zustand nicht mehr überein, kann der sichere Kanal fehlschlagen.

Typische Meldung:

```text
Die Vertrauensstellung zwischen dieser Arbeitsstation und der primären Domäne konnte nicht hergestellt werden.
```

Nur prüfen:

```powershell```


Test-ComputerSecureChannel -Verbose
```

Erwartetes Ergebnis:

```text
True
```

Ein bestimmter DC kann für den Test angegeben werden:

```powershell
Test-ComputerSecureChannel `
  -Server "<DC-FQDN>" `
  -Verbose
```

Status des zuletzt verwendeten Netlogon-Kanals anzeigen:

```cmd
nltest /sc_query:<DNS-Domäne>
```

Wichtige Einschränkungen:

- `Test-ComputerSecureChannel` ist für Domänenmitgliedscomputer geeignet.
- Auf Domänencontrollern kann das Cmdlet falsch-negative Ergebnisse liefern.
- `nltest /sc_query` meldet den Zustand der letzten Verwendung und ist kein vollständiger neuer Funktionstest.
- `nltest /sc_verify` ist kein rein lesender Test: Wenn der Kanal nicht funktioniert, kann der Befehl den Kanal entfernen und neu aufbauen.
- `nltest /sc_reset`, `nltest /sc_change_pwd`, `Reset-ComputerMachinePassword` und `Test-ComputerSecureChannel -Repair` verändern den Zustand.
- Eine Reparatur darf erst nach Prüfung von DNS, Netzwerk, Zeit, DC-Zustand und Computerkonto erfolgen.

Mögliche Ursachen eines defekten sicheren Kanals:

- Wiederherstellung eines alten VM-Snapshots;
- Zurückspielen eines veralteten Systemabbilds;
- doppelter Computername;
- gelöschtes oder zurückgesetztes Computerkonto;
- Neuinstallation mit wiederverwendetem Computernamen;
- nicht ordnungsgemäß geklonter Rechner;
- nicht übereinstimmendes Computerkennwort;
- AD-Replikationsfehler;
- längere Netzwerk- oder DC-Probleme;
- fehlerhafte Automatisierung bei der Gerätebereitstellung.

Ein defekter sicherer Kanal ist ein konkreter Befund. Der Computer sollte nicht vorsorglich aus der Domäne entfernt werden.

---

**7.10.20 Kerberos und NTLM unterscheiden**

Windows verwendet häufig das Aushandlungspaket `Negotiate`. Dieses wählt nach Möglichkeit Kerberos und kann unter bestimmten Bedingungen NTLM verwenden.

Kerberos benötigt unter anderem:

- funktionierende DNS-Auflösung;
- erreichbaren KDC auf dem Domänencontroller;
- ausreichend synchronisierte Zeit;
- ein gültiges Benutzerkonto;
- passende kryptografische Schlüssel;
- bei Dienstzugriffen einen korrekten Service Principal Name;
- bei Smartcard-Anmeldung geeignete Zertifikate und Vertrauensketten.

NTLM benötigt ebenfalls einen erreichbaren zuständigen Authentifizierungsserver und darf nicht als automatische oder dauerhafte Lösung für Kerberos-Probleme betrachtet werden.

Ein erfolgreicher NTLM-Versuch beweist nicht, dass Kerberos funktioniert. Ein Fehlschlag bei Kerberos darf nicht ungeprüft durch Lockerung der Sicherheitsrichtlinien oder dauerhafte Aktivierung veralteter Verfahren umgangen werden.

---

**7.10.21 Kerberos-Tickets prüfen**

In einer bestehenden Domänensitzung:

```cmd
klist
```

TGT anzeigen:

```cmd
klist tgt
```

Alle Tickets der aktuellen Sitzung anzeigen:

```cmd
klist tickets
```

Zu prüfen sind:

- ist ein Ticket Granting Ticket vorhanden?
- für welche Kerberos-Realm wurde es ausgestellt?
- welcher KDC hat das Ticket ausgestellt?
- sind Start- und Ablaufzeit plausibel?
- sind Diensttickets für die erwarteten Dienste vorhanden?
- wird statt Kerberos möglicherweise NTLM verwendet?
- stimmt der Servername mit dem erwarteten Dienstnamen überein?

`klist purge` löscht Kerberos-Tickets der angegebenen Anmeldesitzung und ist daher keine rein lesende Diagnose:

```cmd
klist purge
```

Mögliche Auswirkungen:

- bestehende Zugriffe müssen neu authentifiziert werden;
- Netzlaufwerke oder Anwendungen können vorübergehend Verbindungen verlieren;
- die eigentliche Ursache kann durch das Löschen alter Nachweise verdeckt werden;
- der Befehl betrifft nur die ausgewählte Anmeldesitzung.

Tickets sollten deshalb zuerst dokumentiert und nur im Rahmen eines kontrollierten Tests gelöscht werden.

Eine fehlgeschlagene interaktive Anmeldung besitzt möglicherweise noch keine normale Benutzersitzung, in der `klist` ausgeführt werden kann. In diesem Fall sind die Ereignisse auf dem Domänencontroller besonders wichtig.

---

**7.10.22 Relevante Ereignisprotokolle**

Ereignisse müssen anhand des gleichen Benutzer-, Computer- und Fehlerzeitpunkts korreliert werden.

Auf dem betroffenen Client:

- **Windows-Protokolle → System**
- **Windows-Protokolle → Sicherheit**
- **Anwendungs- und Dienstprotokolle → Microsoft → Windows → GroupPolicy → Operational**
- **Anwendungs- und Dienstprotokolle → Microsoft → Windows → User Profile Service → Operational**
- Netlogon-, DNS-Client-, LSA-, Kerberos-, W32Time- und Gruppenrichtlinienereignisse

Auf dem beteiligten Domänencontroller:

- **Windows-Protokolle → Sicherheit**
- **Windows-Protokolle → System**
- **Verzeichnisdienst**
- **DNS-Server**
- **DFS-Replikation**
- Kerberos-, Netlogon-, KDC-, LSA- und Replikationsereignisse

Beispiel für Clientereignisse der letzten zwei Stunden:

```powershell
Get-WinEvent -FilterHashtable @{
  LogName   = 'System'
  StartTime = (Get-Date).AddHours(-2)
} |
  Where-Object {
    $_.ProviderName -match 'NETLOGON|W32Time|DNS|Lsa'
  } |
  Select-Object TimeCreated, ProviderName, Id, LevelDisplayName, Message
```

Fehlgeschlagene Anmeldungen auf einem System:

```powershell
Get-WinEvent -FilterHashtable @{
  LogName   = 'Security'
  Id        = 4625
  StartTime = (Get-Date).AddHours(-2)
} |
  Select-Object TimeCreated, Id, Message
```

Relevante Ereignisse:

| Ereignis-ID | Typische Bedeutung | Typischer Ort |
|---|---|---|
| `4624` | erfolgreiche Anmeldung | System, auf dem die Anmeldung erfolgte |
| `4625` | fehlgeschlagene Anmeldung | System, auf dem die Anmeldung versucht wurde |
| `4740` | Benutzerkonto wurde gesperrt | zuständiges System beziehungsweise DC |
| `4767` | Benutzerkonto wurde entsperrt | Domänencontroller |
| `4768` | Kerberos-TGT wurde angefordert | Domänencontroller |
| `4769` | Kerberos-Dienstticket wurde angefordert | Domänencontroller |
| `4771` | Kerberos-Vorauthentifizierung fehlgeschlagen | Domänencontroller |
| `4776` | NTLM-Anmeldeinformationen wurden geprüft | für Domänenkonten auf dem zuständigen DC |
| `3210` | Netlogon konnte Computer nicht beim DC authentifizieren | Mitgliedscomputer |
| `5719` | kein Domänencontroller für sichere Sitzung verfügbar | Mitgliedscomputer |
| `1053` oder `1055` | Gruppenrichtlinienverarbeitung mit Domänen- oder DC-Problem | Mitgliedscomputer |

Die Ereignisse erscheinen nur, wenn die entsprechenden Überwachungsrichtlinien und Protokollkanäle aktiviert sind. Das Fehlen eines Ereignisses beweist deshalb nicht, dass kein Versuch stattgefunden hat.

---

**7.10.23 Ereignis 4625 auswerten**

Bei Ereignis `4625` sind besonders wichtig:

```text
Account Name
Account Domain
Failure Reason
Status
Sub Status
Logon Type
Logon Process
Authentication Package
Workstation Name
Source Network Address
Caller Process Name
```

Wichtige Anmeldetypen:

| Logon Type | Bedeutung |
|---:|---|
| `2` | interaktive lokale Anmeldung |
| `3` | Netzwerkanmeldung |
| `4` | Batch beziehungsweise geplante Aufgabe |
| `5` | Dienstanmeldung |
| `7` | Entsperren |
| `10` | Remotedesktop beziehungsweise RemoteInteractive |
| `11` | zwischengespeicherte interaktive Anmeldung |

Häufige Status- oder Substatuswerte:

| Code | Bedeutung | Nächster Nachweis |
|---|---|---|
| `0xC000005E` | keine Anmeldeserver verfügbar | DNS, DC Locator, Netzwerk und DC-Zustand prüfen |
| `0xC0000064` | Benutzerkonto nicht gefunden | Benutzername, Domäne und Kontobestand prüfen |
| `0xC000006A` | falsches Kennwort | Eingabe, Kennwortänderung und gespeicherte Kennwörter prüfen |
| `0xC000006D` | allgemeiner Fehler bei Benutzername oder Authentifizierungsdaten | Status, Substatus und Authentifizierungspaket korrelieren |
| `0xC000006F` | Anmeldung außerhalb erlaubter Zeiten | Anmeldezeiten prüfen |
| `0xC0000070` | Anmeldung von nicht erlaubter Arbeitsstation | Arbeitsstationsbeschränkung prüfen |
| `0xC0000071` | Kennwort abgelaufen | Kennwortstatus und Änderungsweg prüfen |
| `0xC0000072` | Konto deaktiviert | Kontostatus und Änderungshistorie prüfen |
| `0xC000015B` | erforderlicher Anmeldetyp nicht gewährt | Benutzerrechte und Richtlinien prüfen |
| `0xC0000192` | Netlogon-Dienst ist nicht gestartet | Dienstzustand und Systemereignisse prüfen |
| `0xC0000193` | Konto abgelaufen | Ablaufdatum des Kontos prüfen |
| `0xC0000234` | Konto gesperrt | Ereignis 4740 und Quelle der Fehlversuche untersuchen |
| `0xC0000413` | Authentifizierungsfirewall verhindert Anmeldung | Authentifizierungsrichtlinie und zulässige Systeme prüfen |

Status und Substatus müssen gemeinsam ausgewertet werden. Der sichtbare Meldungstext am Anmeldebildschirm kann absichtlich weniger genau sein als das Sicherheitsereignis.

---

**7.10.24 Kerberos-Ereignisse auswerten**

Ereignis `4768` zeigt die Anforderung eines Kerberos-TGT. Ereignis `4771` zeigt eine fehlgeschlagene Kerberos-Vorauthentifizierung.

Häufige Kerberos-Fehlercodes:

| Code | Kerberos-Bezeichnung | Einordnung |
|---|---|---|
| `0x6` | `KDC_ERR_C_PRINCIPAL_UNKNOWN` | Benutzerprinzipal nicht in Kerberos-Datenbank gefunden |
| `0x7` | `KDC_ERR_S_PRINCIPAL_UNKNOWN` | angeforderter Dienstprinzipal nicht gefunden |
| `0x8` | `KDC_ERR_PRINCIPAL_NOT_UNIQUE` | Prinzipal nicht eindeutig |
| `0xC` | `KDC_ERR_POLICY` | KDC-Richtlinie lehnt Anfrage ab |
| `0xE` | `KDC_ERR_ETYPE_NOSUPP` | keine gemeinsame unterstützte Verschlüsselungsart |
| `0x10` | `KDC_ERR_PADATA_TYPE_NOSUPP` | Vorauthentifizierungstyp nicht unterstützt; bei Smartcard auch Zertifikatsproblem möglich |
| `0x12` | `KDC_ERR_CLIENT_REVOKED` | Anmeldeinformationen des Clients wurden widerrufen |
| `0x17` | `KDC_ERR_KEY_EXPIRED` | Kennwort abgelaufen |
| `0x18` | `KDC_ERR_PREAUTH_FAILED` | Vorauthentifizierung ungültig; häufig falsches Kennwort |
| `0x19` | `KDC_ERR_PREAUTH_REQUIRED` | zusätzliche Vorauthentifizierung erforderlich; nicht automatisch ein Fehler |
| `0x1D` | `KDC_ERR_SVC_UNAVAILABLE` | Kerberos-Dienst nicht verfügbar |
| `0x20` | `KRB_AP_ERR_TKT_EXPIRED` | Ticket abgelaufen |
| `0x25` | `KRB_AP_ERR_SKEW` | Zeitabweichung zu groß |
| `0x34` | `KRB_ERR_RESPONSE_TOO_BIG` | Antwort zu groß für UDP; erneuter Versuch über TCP erforderlich |

Ein einzelner Kerberos-Fehlercode muss mit Benutzer, Clientadresse, DC, Zeitstempel und nachfolgendem Erfolg oder Fehlschlag korreliert werden.

Der Code `0x19` kann Teil eines normalen Kerberos-Ablaufs sein und darf nicht allein als Störung gewertet werden.

---

**7.10.25 Kontosperren bis zur Quelle verfolgen**

Bei einer Sperre muss nicht nur das Konto entsperrt, sondern die Quelle der wiederholten falschen Kennwörter bestimmt werden.

Zu untersuchen sind:

- Ereignis `4740`;
- aufrufender Computer;
- Ereignisse `4771` bei Kerberos;
- Ereignisse `4776` bei NTLM;
- Ereignisse `4625` auf Quell- und Zielsystemen;
- gespeicherte Windows-Anmeldeinformationen;
- verbundene Netzlaufwerke;
- geplante Aufgaben;
- Windows-Dienste;
- Anwendungen mit gespeichertem Kennwort;
- Mobilgeräte und Mailprogramme;
- VPN-Clients;
- alte RDP-Sitzungen;
- Skripte;
- weitere Computer des Benutzers.

Eine Kontosperre kann durch einen Hintergrundprozess entstehen, obwohl der Benutzer sein aktuelles Kennwort am Anmeldebildschirm richtig eingibt.

---

**7.10.26 Active-Directory-Replikation prüfen**

Wenn Anmeldungen abhängig vom verwendeten Domänencontroller unterschiedlich reagieren, müssen Replikation und DC-Zustand geprüft werden.

Auf einem autorisierten Administrationssystem oder Domänencontroller:

```cmd
repadmin /replsummary
```

```cmd
repadmin /showrepl
```

Gesamtstrukturweite Übersicht:

```cmd
repadmin /showrepl * /csv
```

Grundlegender DC-Test:

```cmd
dcdiag /v
```

DNS-Test für einen bestimmten DC:

```cmd
dcdiag /test:DNS /v /s:<DC-Name>
```

Zu prüfen sind:

- letzte erfolgreiche Replikation;
- Anzahl und Dauer der Fehler;
- betroffene Verzeichnispartition;
- Quell- und Ziel-DC;
- DNS-Fehler;
- RPC-Fehler;
- Zugriffs- oder Vertrauensfehler;
- Zeitabweichung;
- Replikation von Benutzer- und Computerkontoänderungen;
- Erreichbarkeit des PDC-Emulators;
- SYSVOL- und DFSR-Zustand.

Mögliche Symptome eines Replikationsfehlers:

- neues Kennwort funktioniert nur über bestimmte DCs;
- Konto erscheint auf einem DC gesperrt und auf einem anderen nicht;
- neues Benutzer- oder Computerkonto ist nicht überall vorhanden;
- reparierter sicherer Kanal schlägt über einen anderen DC erneut fehl;
- Gruppenmitgliedschaften unterscheiden sich;
- Anmeldung funktioniert standortabhängig.

Eine erzwungene Replikation ist keine erste Diagnosemaßnahme. Zuerst müssen Richtung, Fehlercode, Ursache und Replikationspartner bestimmt werden.

---

**7.10.27 Standort, VPN und RODC berücksichtigen**

AD-Standorte beeinflussen die Auswahl eines Domänencontrollers.

Clientstandort anzeigen:

```cmd
nltest /dsgetsite
```

Zu prüfen sind:

- ist das Clientsubnetz in Active Directory Sites and Services eingetragen?
- ist es dem richtigen Standort zugeordnet?
- besitzt dieser Standort einen erreichbaren DC?
- antwortet ein entfernter DC schneller als der lokale DC?
- verteilt das VPN das richtige AD-Subnetz und die richtigen DNS-Server?
- sind die notwendigen Netze über den Tunnel erreichbar?
- existieren unterschiedliche Regeln vor und nach der Benutzeranmeldung?
- verwendet der Standort einen Read-Only Domain Controller?
- darf der RODC die Anmeldeinformationen dieses Benutzers zwischenspeichern?
- ist ein beschreibbarer DC erreichbar, wenn Kennwortänderung oder Kontosperrenbehandlung erforderlich ist?

Ein RODC kann nur solche Anmeldungen lokal verarbeiten, für die die erforderlichen Anmeldeinformationen entsprechend der Kennwortreplikationsrichtlinie verfügbar sind oder ein beschreibbarer DC erreicht werden kann.

---

**7.10.28 RDP- und NLA-Anmeldungen abgrenzen**

Bei Remotedesktop erfolgt die Anmeldung am entfernten Computer. Entscheidend sind daher DNS, Netzwerk, Zeit, Domänenverbindung, sicherer Kanal und Anmelderechte des Zielsystems.

Zu prüfen sind:

- wird der richtige Zielcomputer angesprochen?
- verwendet der RDP-Client gespeicherte alte Anmeldeinformationen?
- ist das richtige Namensformat angegeben?
- ist Network Level Authentication aktiv?
- kann das Zielsystem einen DC erreichen?
- ist der sichere Kanal des Zielsystems gültig?
- besitzt der Benutzer das Recht zur Anmeldung über Remotedesktopdienste?
- wird dieses Recht durch eine Verweigerungsrichtlinie überschrieben?
- ist der Benutzer Mitglied der vorgesehenen lokalen oder domänenweiten Gruppe?
- existiert bereits eine eingeschränkte oder getrennte Sitzung?
- liegt Ereignis `4625` mit Logon Type `10` vor?

Ein erfolgreicher Domänenlogin am lokalen Notebook beweist nicht, dass der entfernte Server die Domäne erreichen oder den Benutzer anmelden kann.

NLA sollte nicht dauerhaft deaktiviert werden, nur um einen Authentifizierungsfehler zu umgehen.

---

**7.10.29 Smartcard und Windows Hello for Business abgrenzen**

Wenn Kennwortanmeldung funktioniert, aber Smartcard oder Windows Hello fehlschlägt, ist die normale Kennwortprüfung wahrscheinlich nicht die Hauptursache.

Bei Smartcard-Anmeldung zu prüfen:

- Smartcard und Lesegerät;
- Benutzerzertifikat;
- Gültigkeitszeitraum;
- UPN beziehungsweise Identitätszuordnung;
- Zertifikatskette;
- Sperrstatus und Erreichbarkeit der CRL- oder OCSP-Dienste;
- KDC-Zertifikat des Domänencontrollers;
- geeignete Zertifikatvorlage;
- unterstützte Kryptografie;
- Zeit;
- Ereignis `4771` und PKINIT-Fehlercodes.

Bei Windows Hello for Business zu prüfen:

- wurde PIN oder Kennwort gewählt?
- ist das Gerät ordnungsgemäß registriert?
- ist der Hello-Schlüssel vorhanden?
- ist das TPM verfügbar?
- stimmt der Vertrauensmodus der Organisation?
- wurden Richtlinien oder Zertifikate verändert?
- ist eine Onlineverbindung für den jeweiligen Vorgang erforderlich?

Eine PIN ist nicht das Domänenkennwort. Ein PIN-Fehler beweist deshalb nicht, dass das AD-Kennwort falsch ist.

---

**7.10.30 Authentifizierung, Sitzung und Benutzerprofil unterscheiden**

Nach erfolgreicher Authentifizierung können weitere Fehler auftreten:

- Benutzerprofildienst kann das Profil nicht laden;
- Profilpfad ist nicht erreichbar;
- servergespeichertes Profil ist beschädigt;
- lokaler Profildatenträger ist voll;
- Berechtigungen des Profilordners sind fehlerhaft;
- Gruppenrichtlinienverarbeitung hängt;
- Anmeldeskript wartet auf eine nicht erreichbare Ressource;
- Ordnerumleitung schlägt fehl;
- Netzlaufwerk oder Druckerzuordnung hat ein Timeout;
- Sicherheitssoftware blockiert den Sitzungsaufbau;
- Windows lädt ein temporäres Profil.

Typische Unterscheidung:

| Beobachtung | Einordnung |
|---|---|
| Ereignis 4624 vorhanden, danach Profilfehler | Authentifizierung war wahrscheinlich erfolgreich |
| Desktop erscheint nach langer Wartezeit | Gruppenrichtlinie, Skript oder Ressource prüfen |
| temporäres Profil | Benutzerprofil und Datenträger prüfen |
| nur ein Benutzerprofil betroffen | lokales oder servergespeichertes Profil möglich |
| Anmeldung anderer Benutzer funktioniert | allgemeine DC-Erreichbarkeit wahrscheinlich vorhanden |
| Anmeldung im abgesicherten Diagnosekontext funktioniert | nachgelagerte Erweiterung, Richtlinie oder Dienst möglich |

Gruppenrichtlinienstatus in einer bestehenden Sitzung:

```cmd
gpresult /r
```

Computerrichtlinien:

```cmd
gpresult /r /scope computer
```

Benutzerrichtlinien:

```cmd
gpresult /r /scope user
```

`gpupdate /force` ist keine reine Diagnose. Der Befehl kann neue Richtlinien anwenden und den Ausgangszustand verändern.

---

**7.10.31 Systematischer Diagnoseablauf**

1. **Fehlermeldung aufnehmen**  
   Exakten Wortlaut, Benutzer, Computer, Uhrzeit und Anmeldeart dokumentieren.

2. **Anmeldephase bestimmen**  
   Identität, Authentifizierung, Sitzung oder Profil unterscheiden.

3. **Umfang bestimmen**  
   Einen Benutzer, einen Computer, einen Standort oder die gesamte Domäne unterscheiden.

4. **Anmeldeanbieter kontrollieren**  
   Kennwort, PIN, Smartcard, lokales Konto und Domänenkonto unterscheiden.

5. **Namensformat prüfen**  
   UPN und `DOMÄNE\Benutzer` kontrolliert vergleichen.

6. **Domänenmitgliedschaft prüfen**  
   Lokale Mitgliedschaft und erwartete Domäne bestätigen.

7. **Online- und Cache-Anmeldung unterscheiden**  
   Feststellen, ob ein DC tatsächlich beteiligt war.

8. **Netzwerkzustand prüfen**  
   Schnittstelle, Adresse, Gateway, VPN und DNS-Server dokumentieren.

9. **DNS-SRV-Einträge prüfen**  
   LDAP- und Kerberos-Diensteinträge auflösen.

10. **Domänencontroller ermitteln**  
    `nltest /dsgetdc` und Standortinformationen auswerten.

11. **DC-Erreichbarkeit prüfen**  
    DNS, Kerberos, LDAP, SMB, RPC und benötigte Zusatzdienste untersuchen.

12. **Zeit prüfen**  
    Zeitquelle, Status und Abweichung zum DC bestimmen.

13. **Benutzerkonto prüfen**  
    Existenz, UPN, Aktivierung, Sperre, Ablauf und Kennwortstatus auswerten.

14. **Sicheren Kanal prüfen**  
    Ausschließlich mit lesenden Tests beginnen.

15. **Authentifizierungsverfahren bestimmen**  
    Kerberos, NTLM, Smartcard oder Windows Hello unterscheiden.

16. **Ereignisse korrelieren**  
    Client- und DC-Ereignisse auf denselben Versuch begrenzen.

17. **Fehlercode auswerten**  
    Status, Substatus, Kerberos-Code und Anmeldetyp bestimmen.

18. **Replikation prüfen**  
    Besonders bei DC- oder Standortabhängigkeit.

19. **Nachgelagerte Anmeldung prüfen**  
    Profil, Gruppenrichtlinie, Skript und Ressourcen untersuchen.

20. **Hypothese formulieren**  
    Erwarteten Befund und möglichen Gegenbeweis festlegen.

21. **Eine kontrollierte Maßnahme durchführen**  
    Risiko, Berechtigung, Rückweg und Erfolgskriterium dokumentieren.

22. **Online-Domänenanmeldung verifizieren**  
    Nicht nur Cache- oder lokale Anmeldung testen.

23. **Vollständige Benutzerfunktion prüfen**  
    Desktop, Gruppenrichtlinien und benötigte Ressourcen kontrollieren.

24. **Nachkontrolle durchführen**  
    Ereignisse, Replikation und weitere Benutzer beziehungsweise Systeme prüfen.

---

**7.10.32 Befundmatrix**

| Befund | Mögliche Erklärung | Nächster Nachweis |
|---|---|---|
| lokales Konto funktioniert, Domänenkonto nicht | Domänenweg oder Domänenkonto fehlerhaft | DNS, DC Locator, Konto und sicheren Kanal prüfen |
| anderer Benutzer funktioniert am gleichen Computer | benutzerbezogener Fehler | Kontostatus, Kennwort und Profil prüfen |
| gleicher Benutzer funktioniert an anderem Computer | clientbezogener Fehler | DNS, Zeit, sicherer Kanal und Profil prüfen |
| Anmeldung funktioniert nur offline | Cache-Anmeldung | Onlineweg zum DC prüfen |
| altes Kennwort funktioniert offline | alter lokaler Anmeldecache | Onlineanmeldung mit aktuellem Kennwort prüfen |
| `nltest /dsgetdc` findet keinen DC | DNS, Netzwerk oder Netlogon | SRV-Einträge, DNS-Server und Dienst prüfen |
| DC wird gefunden, Ports schlagen fehl | Firewall, Routing oder DC-Dienst | Regeln und beidseitige Protokolle prüfen |
| Ereignis `0xC000005E` | keine Anmeldeserver verfügbar | DNS, DC Locator und Netzwerk prüfen |
| Ereignis `0xC0000064` | Benutzer nicht gefunden | Identität und Kontobestand prüfen |
| Ereignis `0xC000006A` | falsches Kennwort | Kennwort, Cache und gespeicherte Daten prüfen |
| Ereignis `0xC0000234` | Konto gesperrt | Ereignis 4740 und Sperrquelle prüfen |
| Kerberos `0x18` | Vorauthentifizierung fehlgeschlagen | Kennwort und zugehörigen Versuch prüfen |
| Kerberos `0x25` | Zeitabweichung zu groß | Zeitquelle und Abweichung prüfen |
| sicherer Kanal liefert `False` | Computervertrauen fehlerhaft | DNS, Zeit, Computerkonto und Replikation prüfen |
| Vertrauensfehler nur bei einem Computer | Computerkennwort oder Computerkonto | sicheren Kanal kontrolliert reparieren |
| Anmeldung funktioniert abhängig vom DC | Replikations- oder DC-Fehler | DC-Ereignisse und `repadmin` auswerten |
| Kennwort funktioniert, PIN nicht | Windows-Hello-Problem | Hello-, TPM- und Richtlinienzustand prüfen |
| Kennwort funktioniert, Smartcard nicht | PKI- oder Zertifikatsproblem | Zertifikate, KDC und Sperrprüfung untersuchen |
| Ereignis 4624 vorhanden, Desktop fehlt | Authentifizierung erfolgreich, Folgephase fehlerhaft | Profil, GPO und Skripte prüfen |
| nur RDP schlägt fehl | RDP-Recht, NLA oder Zielsystem | Logon Type 10 und Zielsystem prüfen |
| Konto wird sofort erneut gesperrt | gespeichertes altes Kennwort | Quellcomputer und Hintergrundprozesse ermitteln |

---

**7.10.33 Ursachen und erforderliche Nachweise**

| Mögliche Ursache | Erforderlicher Nachweis |
|---|---|
| falsches Namensformat | Anmeldung richtet sich nachweislich an falsche Domäne oder lokales Konto |
| falsches Kennwort | Ereigniscode und kontrollierter Identitätsabgleich bestätigen die Ursache |
| Konto gesperrt | AD-Kontostatus und Ereignis gesper `4740` bestätigen die Sperre |
| Konto deaktiviert | `Enabled : False` oder entsprechendes Änderungsereignis |
| Konto abgelaufen | Ablaufdatum liegt in der Vergangenheit |
| Kennwort abgelaufen | `PasswordExpired` oder Kerberos-Code `0x17` |
| falscher DNS-Server | Client verwendet nicht den vorgesehenen AD-DNS-Server |
| fehlender SRV-Eintrag | autorisierte DNS-Abfrage liefert den benötigten Eintrag nicht |
| falscher DC-Eintrag | SRV- oder A/AAAA-Eintrag verweist auf falschen oder alten DC |
| DC nicht erreichbar | protokollspezifischer Test und Netzwerkprotokoll bestätigen Unterbrechung |
| falscher AD-Standort | `nltest /dsgetsite` und Subnetzkonfiguration stimmen nicht überein |
| VPN vor Anmeldung fehlt | Onlineweg zum DC ist am Anmeldebildschirm nicht vorhanden |
| Zeitabweichung | `w32tm` oder Kerberos-Code `0x25` bestätigt die Abweichung |
| defekter sicherer Kanal | `Test-ComputerSecureChannel` meldet reproduzierbar `False` |
| Computerkonto fehlt | AD-Abfrage bestätigt fehlendes oder falsches Computerkonto |
| doppelter Computername | zwei Systeme verwenden nachweislich dieselbe Computeridentität |
| AD-Replikationsfehler | `repadmin` oder DC-Protokolle zeigen fehlgeschlagene Replikation |
| Kerberos-Verschlüsselungsproblem | Kerberos-Code und Kontokonfiguration bestätigen fehlende gemeinsame Verschlüsselungsart |
| Smartcard-Zertifikatsproblem | Zertifikatsprüfung oder PKINIT-Ereignis bestätigt Ursache |
| fehlendes Anmelderecht | Ereignis `0xC000015B` und wirksame Richtlinie stimmen überein |
| Profilfehler | erfolgreiche Authentifizierung und Profildienstereignis liegen nacheinander vor |
| Gruppenrichtlinienfehler | GroupPolicy-Protokoll zeigt konkrete fehlgeschlagene Richtlinienverarbeitung |
| gespeichertes altes Kennwort | Ereignisse zeigen wiederholte Fehlversuche von bestimmtem Gerät oder Prozess |

---

**7.10.34 Kontrollierte Maßnahmen, Risiko und Rückweg**

| Maßnahme | Risiko | Rückweg beziehungsweise Kontrolle |
|---|---|---|
| richtigen Benutzer oder richtige Domäne auswählen | gering | ursprüngliche Eingabe dokumentieren |
| Tastaturlayout korrigieren | Fehleingabe bleibt möglich | kontrollierte Testeingabe ohne Kennwortprotokollierung |
| Netzwerk oder Voranmelde-VPN wiederherstellen | anderer Netzwerkweg wird aktiv | vorherigen Netzwerkzustand dokumentieren |
| DNS-Konfiguration korrigieren | andere Namensauflösung kann beeinflusst werden | bisherige DNS-Werte sichern |
| falschen SRV- oder Hosteintrag korrigieren | viele Clients können betroffen sein | bisherigen Wert und TTL dokumentieren |
| Windows-Zeit kontrolliert synchronisieren | Zeitsprung kann Dienste beeinflussen | alte Quelle und Abweichung sichern |
| Konto nach Ursachenprüfung entsperren | erneute sofortige Sperre möglich | Sperrquelle vorher ermitteln |
| Kennwort nach Identitätsprüfung zurücksetzen | gespeicherte Daten oder Schlüssel können betroffen sein | vorgesehenes Identitätsverfahren verwenden |
| sicheren Kanal reparieren | Computervertrauen wird verändert | verwendeten DC und Ausgangsbefund dokumentieren |
| Computerkennwort zurücksetzen | Vertrauensbeziehung kann bei Fehler weiter ausfallen | lokale Administrationsmöglichkeit sicherstellen |
| Computer neu in Domäne aufnehmen | Neustarts, Profilzuordnung und Verwaltungszustand können betroffen sein | nur als letzte Maßnahme mit Wiederaufnahmeplan |
| AD-Replikationsfehler beheben | domänenweite Auswirkungen möglich | DC-spezifischen Änderungsplan verwenden |
| GPO korrigieren | viele Benutzer oder Computer betroffen | Version, Sicherung und Zielbereich dokumentieren |
| beschädigtes Profil reparieren | Benutzerdaten können verloren gehen | Profil und Daten nach Vorgabe sichern |
| gespeicherte alte Anmeldeinformation aktualisieren | Anwendung oder Dienst kann ausfallen | betroffene Abhängigkeit vorher bestimmen |

Pro Diagnoseversuch sollte möglichst nur eine relevante Variable verändert werden.

---

**7.10.35 Sicheren Kanal kontrolliert reparieren**

Eine Reparatur ist nur gerechtfertigt, wenn:

- die Domänenmitgliedschaft bestätigt ist;
- DNS korrekt funktioniert;
- ein geeigneter DC erreichbar ist;
- die Zeit ausreichend synchronisiert ist;
- das Computerkonto vorhanden ist;
- Replikationsprobleme berücksichtigt wurden;
- ein autorisiertes lokales Administratorkonto verfügbar ist;
- Risiko und Rückweg dokumentiert wurden.

Reparatur mit PowerShell:

```powershell
$Credential = Get-Credential "<NETBIOS-Domäne>\<Administrationskonto>"

Test-ComputerSecureChannel `
  -Repair `
  -Server "<DC-FQDN>" `
  -Credential $Credential `
  -Verbose
```

Alternativ kann das lokale Computerkennwort kontrolliert zurückgesetzt werden:

```powershell
$Credential = Get-Credential "<NETBIOS-Domäne>\<Administrationskonto>"

Reset-ComputerMachinePassword `
  -Server "<DC-FQDN>" `
  -Credential $Credential
```

Danach:

```powershell
Test-ComputerSecureChannel `
  -Server "<DC-FQDN>" `
  -Verbose
```

Anschließend sind je nach Verfahren ein Neustart und eine erneute Online-Domänenanmeldung erforderlich.

Wichtig:

- Zugangsdaten dürfen nicht direkt in Klartext in einen Befehl geschrieben werden.
- `nltest /sc_verify`, `nltest /sc_reset` und `nltest /sc_change_pwd` können den Vertrauenszustand verändern.
- Auf Domänencontrollern gelten andere Reparaturverfahren.
- Das Entfernen und erneute Hinzufügen zur Domäne ist eine letzte Maßnahme.
- Eine Domänenneuanmeldung ohne Ursachenanalyse kann das Symptom nur vorübergehend beseitigen.
- Bei wiederkehrenden Vertrauensfehlern müssen Snapshot-Verfahren, Klonprozesse, doppelte Computernamen, Replikation und Computerkennwortänderungen untersucht werden.

---

**7.10.36 Verifikation**

Nach einer Maßnahme müssen mindestens folgende Punkte geprüft werden:

- Computer ist weiterhin Mitglied der richtigen Domäne;
- Client verwendet die vorgesehenen DNS-Server;
- LDAP- und Kerberos-SRV-Einträge werden korrekt aufgelöst;
- DC Locator findet einen geeigneten Domänencontroller;
- Client ist dem richtigen AD-Standort zugeordnet;
- erforderliche AD-Dienste sind erreichbar;
- Zeitquelle und Zeitabweichung sind plausibel;
- sicherer Kanal liefert ein erfolgreiches Ergebnis;
- Benutzerkonto ist aktiviert und nicht gesperrt;
- Anmeldung verwendet den richtigen Benutzer und die richtige Domäne;
- Anmeldung erfolgt online gegen einen Domänencontroller;
- ein Kerberos-TGT kann ausgestellt werden, sofern Kerberos vorgesehen ist;
- keine neuen Fehler `4625`, `4771`, `4776`, `3210` oder `5719` entstehen;
- Benutzerprofil wird vollständig geladen;
- Gruppenrichtlinien werden verarbeitet;
- Anmeldeskripte werden abgeschlossen;
- benötigte Netzressourcen funktionieren;
- RDP funktioniert, wenn es zum ursprünglichen Fehler gehörte;
- mehrere repräsentative Benutzer oder Clients funktionieren, wenn der Fehler größeren Umfang hatte;
- temporäre Diagnoseänderungen wurden zurückgenommen;
- Sicherheitsfunktionen wie NLA, Firewall und Zertifikatsprüfung bleiben aktiv;
- Ursache, Maßnahme und Prävention wurden dokumentiert.

Eine erfolgreiche lokale oder zwischengespeicherte Anmeldung ist keine ausreichende Verifikation einer reparierten Domänenanmeldung.

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**7.10.37 Präventionsmaßnahmen**

- redundante und überwachte Domänencontroller bereitstellen;
- DNS-Dienste und AD-SRV-Einträge überwachen;
- Clients ausschließlich mit vorgesehenen AD-DNS-Servern konfigurieren;
- AD-Standorte und Subnetze vollständig dokumentieren;
- VPN mit geeigneter DNS- und Routingkonfiguration bereitstellen;
- bei Bedarf einen sicheren Voranmelde-VPN-Weg vorsehen;
- Windows-Zeithierarchie überwachen;
- PDC-Emulator und externe Zeitquelle dokumentieren;
- AD-Replikation kontinuierlich überwachen;
- Domänencontrollerereignisse zentral sammeln;
- Kontosperren mit Quellcomputer auswerten;
- Kennwortänderungen und gespeicherte Anmeldeinformationen berücksichtigen;
- Computerobjekte nicht unkontrolliert löschen oder zurücksetzen;
- VM-Snapshot- und Wiederherstellungsverfahren mit AD-Vertrauensbeziehungen abstimmen;
- Computer nur über standardisierte Verfahren klonen;
- doppelte Computernamen verhindern;
- sicheren Kanal überwachen, ohne automatische unkontrollierte Reparaturen auszuführen;
- lokale Notfalladministration nach Sicherheitsvorgabe gewährleisten;
- Gruppenrichtlinien vor breiter Verteilung testen;
- Profil-, SYSVOL- und DFSR-Zustand überwachen;
- Zertifikatsablauf und Sperrprüfungsdienste bei Smartcard-Anmeldung überwachen;
- Windows-Hello-Bereitstellung und Vertrauensmodell dokumentieren;
- Sicherheitsprotokolle ausreichend groß dimensionieren;
- Uhrzeiten aller Systeme zentral korrelierbar halten;
- Runbooks für DNS-, DC-, Replikations- und Vertrauensfehler testen.

---

**7.10.38 Typische Fehler bei der Diagnose**

- Die Meldung sofort als falsches Kennwort interpretieren.
- Lokales Konto und Domänenkonto verwechseln.
- UPN, DNS-Domäne und NETBIOS-Domäne gleichsetzen.
- PIN und Domänenkennwort gleichsetzen.
- Eine Cache-Anmeldung als erfolgreiche Online-Domänenanmeldung werten.
- Nur den Domänennamen anpingen.
- Einen erfolgreichen Ping als Nachweis der AD-Anmeldung betrachten.
- Öffentliche DNS-Server auf einem Domänenclient eintragen.
- DNS-Caches löschen, bevor die falsche Antwort dokumentiert wurde.
- Nur TCP 389 prüfen und die übrigen AD-Abhängigkeiten ignorieren.
- Einen erfolgreichen Test auf TCP 135 als vollständigen RPC-Nachweis betrachten.
- UDP mit einem allgemeinen Porttest als sicher funktionsfähig einstufen.
- Zeit nur optisch ablesen und die tatsächliche Abweichung nicht messen.
- Ein Konto wiederholt testen und dadurch sperren.
- Ein gesperrtes Konto entsperren, ohne die Sperrquelle zu ermitteln.
- Das Kennwort vorsorglich zurücksetzen.
- Gespeicherte alte Kennwörter in Diensten oder Aufgaben ignorieren.
- `nltest /sc_verify` als rein lesenden Test verwenden.
- Den sicheren Kanal reparieren, bevor DNS und Netzwerk funktionieren.
- `Test-ComputerSecureChannel` auf einem DC wie auf einem Mitgliedscomputer interpretieren.
- Den Computer sofort aus der Domäne entfernen.
- AD-Replikation durch eine erzwungene Synchronisation „reparieren“, ohne den Fehler auszuwerten.
- Nur einen Domänencontroller untersuchen.
- Den verwendeten DC und Standort nicht dokumentieren.
- Ereignis `4625` ohne Status, Substatus und Logon Type interpretieren.
- Kerberos-Code `0x19` automatisch als Störung einstufen.
- Kerberos-Tickets löschen, bevor sie dokumentiert wurden.
- RDP-Fehler nur auf dem lokalen Client untersuchen.
- NLA, Firewall oder Zertifikatsprüfung dauerhaft deaktivieren.
- Profilfehler mit fehlgeschlagener Kennwortprüfung verwechseln.
- Vor der Protokollsicherung neu starten.
- Kennwörter oder vollständige Sicherheitsprotokolle ungeschützt weitergeben.
- Nach der Maßnahme nur eine lokale oder zwischengespeicherte Anmeldung testen.

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**7.10.39 Typische Prüfungsfragen**

**Warum kann eine Domänenanmeldung trotz richtiger Anmeldedaten fehlschlagen?**

Die Anmeldung benötigt neben gültigen Anmeldedaten unter anderem Netzwerk, DNS, einen erreichbaren Domänencontroller, ausreichende Zeitsynchronisation, ein gültiges Benutzerkonto und eine funktionierende Computervertrauensstellung.

**Warum ist DNS für eine Active-Directory-Anmeldung erforderlich?**

Der Client ermittelt Domänencontroller und Kerberos-Dienste über DNS-SRV-Einträge. Eine einfache Auflösung des Domänennamens reicht dafür nicht aus.

**Was bedeutet die Meldung, dass keine Anmeldeserver verfügbar sind?**

Der Client konnte keinen geeigneten Domänencontroller für die Anmeldeanforderung verwenden. Danach müssen DNS, DC Locator, Netzwerk, benötigte Dienste und der Zustand der Domänencontroller geprüft werden.

**Was ist eine zwischengespeicherte Domänenanmeldung?**

Windows verwendet lokal gespeicherte Informationen einer früheren erfolgreichen Domänenanmeldung, wenn kein Domänencontroller erreichbar ist. Dabei findet keine vollständige aktuelle Onlineprüfung des Domänenkontos statt.

**Was beweist eine erfolgreiche Cache-Anmeldung nicht?**

Sie beweist weder die Erreichbarkeit eines Domänencontrollers noch den aktuellen Konto-, Kennwort-, Gruppen- oder Sperrstatus.

**Warum kann nach einer Kennwortänderung offline noch das alte Kennwort funktionieren?**

Der lokale Computer kann noch den Nachweis der früheren erfolgreichen Domänenanmeldung gespeichert haben. Der Cache wird erst durch eine geeignete erfolgreiche Online-Anmeldung aktualisiert.

**Welche Bedeutung besitzt die Uhrzeit bei Kerberos?**

Kerberos verwendet Zeitstempel zum Schutz gegen Wiederholungsangriffe. Eine zu große Zeitabweichung zwischen Client und Domänencontroller kann die Authentifizierung verhindern.

**Was bedeutet ein Kerberos-Fehler `0x18`?**

Die Kerberos-Vorauthentifizierungsinformationen waren ungültig. Häufig wurde ein falsches Kennwort verwendet. Der konkrete Versuch muss mit Benutzer, Client und Zeitpunkt korreliert werden.

**Was bedeutet Ereignis `4625`?**

Auf dem protokollierenden System ist eine Anmeldung fehlgeschlagen. Status, Substatus, Anmeldetyp, Konto, Quelladresse und Authentifizierungspaket müssen gemeinsam ausgewertet werden.

**Was bedeutet Ereignis `4740`?**

Ein Benutzerkonto wurde gesperrt. Das Ereignis sollte verwendet werden, um Zeitpunkt und auslösenden Computer beziehungsweise Anmeldeweg zu bestimmen.

**Was ist der sichere Kanal eines Domänencomputers?**

Es ist die durch das Computerkonto und sein Kennwort abgesicherte Vertrauensbeziehung zwischen Domänenmitglied und Domäne.

**Wie wird der sichere Kanal zunächst geprüft?**

Auf einem Mitgliedscomputer mit:

```powershell
Test-ComputerSecureChannel -Verbose
```

Der Test sollte zuerst ohne `-Repair` ausgeführt werden.

**Warum ist `nltest /sc_verify` kein rein lesender Test?**

Wenn der sichere Kanal nicht funktioniert, kann der Befehl den bestehenden Kanal entfernen und neu aufbauen.

**Warum sollte ein Computer nicht sofort aus der Domäne entfernt werden?**

DNS-, Netzwerk-, Zeit- oder Replikationsfehler können die eigentliche Ursache sein. Eine erneute Domänenaufnahme verändert den Systemzustand, benötigt Neustarts und kann weitere Verwaltungs- oder Profilprobleme verursachen.

**Warum kann die Anmeldung über einen DC funktionieren und über einen anderen fehlschlagen?**

Benutzer-, Kennwort- oder Computerkontoänderungen können wegen eines Replikationsfehlers nicht auf allen Domänencontrollern den gleichen Stand besitzen.

**Warum kann die Kennwortanmeldung funktionieren, während die PIN fehlschlägt?**

Die Windows-Hello-PIN verwendet einen gerätegebundenen Schlüssel und ist nicht identisch mit dem Domänenkennwort.

**Warum kann Ereignis `4624` vorhanden sein, obwohl der Benutzer keinen Desktop erhält?**

Die Authentifizierung und Sitzungserstellung können erfolgreich gewesen sein, während Benutzerprofil, Gruppenrichtlinie, Anmeldeskript oder eine benötigte Ressource anschließend fehlschlagen.

---

**7.10.40 Checkliste**

- [ ] exakte Fehlermeldung dokumentiert
- [ ] Benutzer, Computer und Fehlerzeitpunkt erfasst
- [ ] lokale, RDP-, VPN-, Smartcard-, PIN- oder Kennwortanmeldung bestimmt
- [ ] Fehlerphase bestimmt
- [ ] Umfang des Fehlers bestimmt
- [ ] richtiger Anmeldeanbieter gewählt
- [ ] lokales Konto und Domänenkonto unterschieden
- [ ] UPN und `DOMÄNE\Benutzer` geprüft
- [ ] Tastaturlayout kontrolliert
- [ ] Domänenmitgliedschaft bestätigt
- [ ] Online- und Cache-Anmeldung unterschieden
- [ ] aktive Netzwerkschnittstelle geprüft
- [ ] IP-Adresse, Gateway und VPN geprüft
- [ ] verwendete DNS-Server dokumentiert
- [ ] LDAP-SRV-Eintrag geprüft
- [ ] Kerberos-SRV-Eintrag geprüft
- [ ] zurückgegebene DC-Namen aufgelöst
- [ ] DC Locator ausgeführt
- [ ] AD-Standort geprüft
- [ ] geeigneter beschreibbarer DC bei Bedarf ermittelt
- [ ] DNS-Funktion gegen vorgesehenen Server geprüft
- [ ] Kerberos-Erreichbarkeit geprüft
- [ ] LDAP-Erreichbarkeit geprüft
- [ ] SMB-Erreichbarkeit geprüft
- [ ] RPC und dynamische Ports berücksichtigt
- [ ] UDP-Dienste nicht nur durch allgemeinen Porttest bewertet
- [ ] Windows-Zeitstatus geprüft
- [ ] Zeitquelle geprüft
- [ ] Abweichung zum DC gemessen
- [ ] Benutzerkonto gefunden
- [ ] UPN kontrolliert
- [ ] Kontoaktivierung geprüft
- [ ] Kontosperre geprüft
- [ ] Kontoablauf geprüft
- [ ] Kennwortablauf geprüft
- [ ] Anmeldezeiten und Arbeitsstationsbeschränkungen berücksichtigt
- [ ] Sperrquelle vor Entsperrung untersucht
- [ ] Computerkonto geprüft
- [ ] sicheren Kanal zunächst nur lesend geprüft
- [ ] Kerberos und NTLM unterschieden
- [ ] Kerberos-Tickets vor Änderungen dokumentiert
- [ ] Clientereignisse ausgewertet
- [ ] DC-Ereignisse ausgewertet
- [ ] Ereignis `4625` mit Status und Substatus geprüft
- [ ] Logon Type ausgewertet
- [ ] Kerberos-Ereignisse geprüft
- [ ] Ereignis `4740` bei Sperre geprüft
- [ ] AD-Replikation bei DC-Abhängigkeit geprüft
- [ ] RODC und Kennwortreplikationsrichtlinie berücksichtigt
- [ ] RDP und NLA bei Remoteanmeldung berücksichtigt
- [ ] Smartcard oder Windows Hello abgegrenzt
- [ ] Profil, Gruppenrichtlinie und Anmeldeskript geprüft
- [ ] Hypothese und Gegenbeweis formuliert
- [ ] Risiko und Rückweg dokumentiert
- [ ] nur eine kontrollierte Maßnahme durchgeführt
- [ ] Online-Domänenanmeldung verifiziert
- [ ] vollständiges Benutzerprofil geladen
- [ ] benötigte Netzwerkressourcen geprüft
- [ ] keine neuen relevanten Ereignisfehler vorhanden
- [ ] temporäre Diagnoseänderungen zurückgenommen
- [ ] Ursache und Präventionsmaßnahme dokumentiert

---

**7.10.41 Schnellreferenz**

| Aufgabe | Befehl |
|---|---|
| aktuelle Identität | `whoami` |
| Benutzer-SID | `whoami /user` |
| vollständige Domänenidentität | `whoami /fqdn` |
| Gruppen der Sitzung | `whoami /groups` |
| Domänenmitgliedschaft | `Get-CimInstance Win32_ComputerSystem` |
| Netzwerkkonfiguration | `ipconfig /all` |
| DNS-Server | `Get-DnsClientServerAddress` |
| LDAP-SRV-Eintrag | `Resolve-DnsName _ldap._tcp.dc._msdcs.<Domäne> -Type SRV` |
| Kerberos-SRV-Eintrag | `Resolve-DnsName _kerberos._tcp.<Domäne> -Type SRV` |
| DC ermitteln | `nltest /dsgetdc:<Domäne>` |
| DC neu ermitteln | `nltest /dsgetdc:<Domäne> /force` |
| AD-Standort | `nltest /dsgetsite` |
| DC-Liste | `nltest /dclist:<Domäne>` |
| DNS-TCP-Test | `Test-NetConnection <DC> -Port 53` |
| Kerberos-TCP-Test | `Test-NetConnection <DC> -Port 88` |
| LDAP-TCP-Test | `Test-NetConnection <DC> -Port 389` |
| SMB-TCP-Test | `Test-NetConnection <DC> -Port 445` |
| RPC Endpoint Mapper | `Test-NetConnection <DC> -Port 135` |
| Zeitstatus | `w32tm /query /status` |
| Zeitquelle | `w32tm /query /source` |
| Zeitvergleich | `w32tm /stripchart /computer:<DC> /dataonly /samples:5` |
| Benutzerkonto | `Get-ADUser <Benutzer> -Properties *` |
| gesperrte Konten | `Search-ADAccount -LockedOut -UsersOnly` |
| sicherer Kanal, nur Test | `Test-ComputerSecureChannel -Verbose` |
| letzter Netlogon-Kanalstatus | `nltest /sc_query:<Domäne>` |
| Kerberos-Tickets | `klist tickets` |
| Kerberos-TGT | `klist tgt` |
| Anmeldefehler | `Get-WinEvent -FilterHashtable @{LogName='Security'; Id=4625}` |
| DC-Gesundheit | `dcdiag /v` |
| DC-DNS-Test | `dcdiag /test:DNS /v` |
| Replikationsübersicht | `repadmin /replsummary` |
| Replikationsdetails | `repadmin /showrepl` |
| Gruppenrichtlinienergebnis | `gpresult /r` |

Ändernde Befehle, die nicht als erste Diagnose verwendet werden dürfen:

```text
Test-ComputerSecureChannel -Repair
Reset-ComputerMachinePassword
nltest /sc_verify
nltest /sc_reset
nltest /sc_change_pwd
klist purge
w32tm /resync
gpupdate /force
```

---

**7.10.42 Quellen**

**Offizielle Microsoft-Dokumentation**

- [Microsoft Learn – Locating Active Directory domain controllers in Windows and Windows Server](https://learn.microsoft.com/en-us/windows-server/identity/ad-ds/manage/dc-locator)
- [Microsoft Learn – Troubleshoot domain controller location issues](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/windows-security/troubleshoot-domain-controller-location-issues)
- [Microsoft Learn – Service overview and network port requirements for Windows](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/networking/service-overview-and-network-port-requirements)
- [Microsoft Learn – Configure a firewall for Active Directory domains and trusts](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/active-directory/config-firewall-for-ad-domains-and-trusts)
- [Microsoft Learn – Resolve-DnsName](https://learn.microsoft.com/en-us/powershell/module/dnsclient/resolve-dnsname)
- [Microsoft Learn – Test-NetConnection](https://learn.microsoft.com/en-us/powershell/module/nettcpip/test-netconnection)
- [Microsoft Learn – Nltest](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-server-2012-r2-and-2012/cc731935%28v%3Dws.11%29)
- [Microsoft Learn – Test-ComputerSecureChannel](https://learn.microsoft.com/en-us/powershell/module/microsoft.powershell.management/test-computersecurechannel)
- [Microsoft Learn – Reset-ComputerMachinePassword](https://learn.microsoft.com/en-us/powershell/module/microsoft.powershell.management/reset-computermachinepassword)
- [Microsoft Learn – Broken trust relationship between a domain-joined device and its domain](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/windows-security/broken-trust-relationship-domain-joined-device-its-domain-secure-channel-issues)
- [Microsoft Learn – Data collection for troubleshooting secure channel issues](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/windows-security/data-collection-for-troubleshooting-secure-channel-issues)
- [Microsoft Learn – Secure Channel Problems Detected](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/windows-security/secure-channel-problems-detected)
- [Microsoft Learn – How the Windows Time Service works](https://learn.microsoft.com/en-us/windows-server/networking/windows-time-service/how-the-windows-time-service-works)
- [Microsoft Learn – Maximum tolerance for computer clock synchronization](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/security-policy-settings/maximum-tolerance-for-computer-clock-synchronization)
- [Microsoft Learn – Interactive logon: Number of previous logons to cache](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/security-policy-settings/interactive-logon-number-of-previous-logons-to-cache-in-case-domain-controller-is-not-available)
- [Microsoft Learn – Cached and Stored Credentials Technical Overview](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-server-2012-r2-and-2012/hh994565%28v%3Dws.11%29)
- [Microsoft Learn – Klist](https://learn.microsoft.com/en-us/windows-server/administration/windows-commands/klist)
- [Microsoft Learn – Kerberos authentication troubleshooting guidance](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/windows-security/kerberos-authentication-troubleshooting-guidance)
- [Microsoft Learn – Get-ADUser](https://learn.microsoft.com/en-us/powershell/module/activedirectory/get-aduser)
- [Microsoft Learn – Search-ADAccount](https://learn.microsoft.com/en-us/powershell/module/activedirectory/search-adaccount)
- [Microsoft Learn – Get-WinEvent](https://learn.microsoft.com/en-us/powershell/module/microsoft.powershell.diagnostics/get-winevent)
- [Microsoft Learn – Ereignis 4625: An account failed to log on](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/auditing/event-4625)
- [Microsoft Learn – Ereignis 4740: A user account was locked out](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/auditing/event-4740)
- [Microsoft Learn – Ereignis 4768: A Kerberos authentication ticket was requested](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/auditing/event-4768)
- [Microsoft Learn – Ereignis 4769: A Kerberos service ticket was requested](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/auditing/event-4769)
- [Microsoft Learn – Ereignis 4771: Kerberos pre-authentication failed](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/auditing/event-4771)
- [Microsoft Learn – Ereignis 4776: The computer attempted to validate the credentials for an account](https://learn.microsoft.com/en-us/previous-versions/windows/it-pro/windows-10/security/threat-protection/auditing/event-4776)
- [Microsoft Learn – Dcdiag](https://learn.microsoft.com/en-us/windows-server/administration/windows-commands/dcdiag)
- [Microsoft Learn – Diagnose Active Directory replication failures](https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/windows-server/active-directory/diagnose-replication-failures)
- [Microsoft Learn – Verify DNS functionality to support directory replication](https://learn.microsoft.com/en-us/windows-server/identity/ad-ds/manage/troubleshoot/verify-dns-functionality-to-support-directory-replication)
- [Microsoft Learn – Advanced audit policy configuration settings](https://learn.microsoft.com/en-us/windows-server/identity/ad-ds/plan/security-best-practices/advanced-audit-policy-configuration)

**Standards**

- [RFC 4120 – The Kerberos Network Authentication Service](https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc4120)
- [RFC 2782 – A DNS RR for specifying the location of services](https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc2782)

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