# 11.3 CMDB und Configuration Management System (CMS)

> **Kurz erklärt**
>
> Damit Configuration Items und ihre Beziehungen verwaltet werden können, benötigen Organisationen geeignete Werkzeuge.
>
> Die bekannteste Datenbank hierfür ist die **Configuration Management Database (CMDB)**.
>
> ITIL betrachtet jedoch nicht nur eine einzelne Datenbank, sondern ein **Configuration Management System (CMS)**, das Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführt.
>
> Ziel ist es, jederzeit aktuelle und verlässliche Informationen über Services und deren Bestandteile bereitzustellen.

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**Was ist eine CMDB?**

Die Configuration Management Database (CMDB) ist eine Datenbank zur Speicherung von Informationen über Configuration Items und deren Beziehungen.

Eine CMDB enthält beispielsweise Informationen über:

- Server
- Clients
- Netzwerkgeräte
- Anwendungen
- Datenbanken
- virtuelle Maschinen
- Container
- Cloud-Ressourcen
- Services
- Dokumentationen
- Verträge

Die CMDB bildet die Grundlage vieler ITSM-Prozesse.

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**Aufgaben einer CMDB**

Eine CMDB soll:

- Configuration Items speichern,
- Beziehungen dokumentieren,
- Änderungen nachvollziehbar machen,
- Auswirkungen sichtbar machen,
- Informationen zentral bereitstellen,
- Incident Management unterstützen,
- Change Enablement unterstützen,
- Problem Management unterstützen.

Sie dient als zentrale Informationsquelle für viele ITIL Practices.

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**Was ist ein Configuration Management System (CMS)?**

Ein CMS ist mehr als eine einzelne Datenbank.

Es verbindet verschiedene Informationsquellen miteinander.

Ein CMS kann beispielsweise Informationen aus folgenden Systemen zusammenführen:

- CMDB
- Monitoring-System
- Inventarisierung
- Asset Management
- Active Directory
- Cloud-Plattformen
- Virtualisierung
- Ticket-System
- Dokumentationssystem
- Discovery-Werkzeuge

Dadurch entsteht ein umfassender Überblick über die IT-Landschaft.

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**CMDB und CMS unterscheiden**

Diese Begriffe werden häufig verwechselt.

| CMDB | CMS |
|------|-----|
| einzelne Datenbank | Gesamtsystem |
| speichert CI-Daten | verbindet mehrere Datenquellen |
| Bestandteil des CMS | umfasst zahlreiche Systeme |
| enthält Configuration Items | stellt Informationen bereit |

Die CMDB ist also ein Bestandteil des CMS.

---

**Aufbau eines CMS**

Ein mögliches Beispiel:

```text
Monitoring
      │
Inventarisierung
      │
Cloud
      │
Active Directory
      │
Ticket-System
      │
Dokumentation
      │
      ▼
Configuration Management System
      │
      ▼
CMDB
```

Das CMS stellt Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen.

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**Welche Informationen stammen aus welchen Quellen?**

Beispiele:

| Informationsquelle | Beispiele |
|--------------------|-----------|
| Monitoring | Status, Alarme |
| Active Directory | Benutzer, Computer |
| Virtualisierung | virtuelle Maschinen |
| Cloud | Instanzen, Storage |
| Inventarisierung | Hardware |
| Ticket-System | Incidents, Changes |
| Dokumentation | Runbooks, Architektur |

Das CMS verbindet diese Informationen logisch miteinander.

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**Warum nicht alles in der CMDB speichern?**

Nicht jede Information gehört dauerhaft in die CMDB.

Beispiel:

CPU-Auslastung verändert sich ständig.

Diese Information stammt besser direkt aus dem Monitoring.

Die CMDB speichert stattdessen beispielsweise:

- Servername,
- Betriebssystem,
- Verantwortlicher,
- Beziehungen,
- Servicezuordnung.

Aktuelle Zustandsinformationen liefert das Monitoring.

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**Zentrale Datenhaltung**

Eine zentrale Datenbasis bietet zahlreiche Vorteile.

Beispiele:

- einheitliche Informationen,
- weniger doppelte Daten,
- einfachere Pflege,
- bessere Qualität,
- schnellere Suche,
- bessere Auswirkungsanalyse.

Dadurch arbeiten alle ITIL Practices mit denselben Informationen.

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**Beziehungen visualisieren**

Viele CMDB-Systeme können Beziehungen grafisch darstellen.

Beispiel:

```text
CRM-Service
      │
      ├── Webserver
      ├── Datenbank
      ├── Storage
      ├── Firewall
      └── DNS
```

Solche Darstellungen erleichtern die Fehlersuche erheblich.

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**Serviceorientierte Sicht**

ITIL betrachtet bevorzugt Services statt Einzelgeräte.

Ein Benutzer interessiert sich beispielsweise dafür,

ob der VPN-Service verfügbar ist,

nicht dafür,

welcher einzelne Server betroffen ist.

Das CMS verbindet beide Sichtweisen.

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**Abfragen im CMS**

Ein CMS beantwortet beispielsweise Fragen wie:

- Welche Server gehören zum ERP-System?
- Welche Datenbank nutzt das Kundenportal?
- Welche Anwendungen laufen auf diesem Server?
- Welche Services sind von diesem Switch abhängig?
- Welche Changes betreffen diesen Service?

Dadurch lassen sich Entscheidungen schneller treffen.

---

**Integration mit Monitoring**

Viele CMS-Systeme übernehmen Statusinformationen aus dem Monitoring.

Beispiele:

- Server erreichbar,
- CPU-Auslastung,
- Speicherverbrauch,
- Zertifikatsstatus,
- Netzwerkstatus,
- Verfügbarkeit.

Dadurch stehen aktuelle Informationen direkt zur Verfügung.

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**Integration mit Change Enablement**

Nach einem erfolgreichen Change sollte die CMDB aktualisiert werden.

Beispiele:

- neue Server,
- neue Version,
- neue Beziehungen,
- geänderte IP-Adresse,
- neue Firewallregel,
- neuer Service.

Nur so bleibt die Datenqualität erhalten.

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**Integration mit Incident Management**

Bei einem Incident können Administratoren sofort erkennen:

- betroffene Services,
- abhängige Systeme,
- Verantwortliche,
- Dokumentationen,
- bekannte Beziehungen.

Dadurch verkürzt sich die Analyse erheblich.

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**Integration mit Problem Management**

Problem Management nutzt historische Informationen aus dem CMS.

Beispiele:

- häufig betroffene Systeme,
- wiederkehrende Komponenten,
- Versionen,
- Beziehungen,
- frühere Änderungen.

Diese Informationen unterstützen die Ursachenanalyse.

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**Discovery-Werkzeuge**

Viele Informationen müssen nicht manuell gepflegt werden.

Discovery-Werkzeuge erkennen automatisch:

- neue Server,
- Betriebssysteme,
- installierte Software,
- Netzwerktopologie,
- virtuelle Maschinen,
- Cloud-Ressourcen.

Dadurch sinkt der Pflegeaufwand.

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**Manuelle Pflege bleibt notwendig**

Nicht alle Informationen können automatisch erkannt werden.

Beispiele:

- Servicezuordnung,
- Verantwortlicher,
- Geschäftsprozess,
- Kritikalität,
- Dokumentationen,
- Verträge.

Diese Angaben müssen häufig manuell gepflegt werden.

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**Datenqualität**

Eine CMDB ist nur dann hilfreich,

wenn die gespeicherten Informationen korrekt sind.

Wichtige Kriterien:

- vollständig,
- aktuell,
- eindeutig,
- nachvollziehbar,
- konsistent.

Schlechte Daten führen zu falschen Entscheidungen.

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**Praxisbeispiel**

Ein Administrator plant einen Neustart eines Datenbankservers.

Über die CMDB erkennt er sofort:

Der Server gehört zu:

- ERP,
- Zeiterfassung,
- CRM,
- Reporting.

Dadurch wird der Change besser geplant und betroffene Fachbereiche können rechtzeitig informiert werden.

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**Typische Fehler**

**Fehler 1**

CMDB und CMS werden gleichgesetzt.

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**Fehler 2**

Configuration Items werden nicht aktualisiert.

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**Fehler 3**

Discovery wird nicht genutzt.

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**Fehler 4**

Monitoring ist nicht integriert.

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**Fehler 5**

Beziehungen fehlen.

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**Fehler 6**

Mehrere Datenquellen liefern widersprüchliche Informationen.

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**Fehler 7**

Zu viele Informationen werden manuell gepflegt.

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**Fehler 8**

Niemand ist für die Datenqualität verantwortlich.

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**Checkliste CMDB**

- [ ] Configuration Items vollständig
- [ ] Beziehungen dokumentiert
- [ ] Status aktuell
- [ ] Verantwortliche gepflegt
- [ ] Versionen aktuell
- [ ] Services zugeordnet
- [ ] Änderungen nachgeführt
- [ ] regelmäßige Qualitätssicherung

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**Checkliste CMS**

- [ ] CMDB integriert
- [ ] Monitoring angebunden
- [ ] Discovery aktiv
- [ ] Active Directory eingebunden
- [ ] Cloud-Systeme integriert
- [ ] Dokumentation verknüpft
- [ ] Ticket-System verbunden
- [ ] Datenquellen abgestimmt

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**Bedeutung für Fachinformatiker für Systemintegration**

Fachinformatiker arbeiten regelmäßig mit CMDBs und CMS-Systemen.

Typische Aufgaben:

- Configuration Items pflegen,
- Beziehungen ergänzen,
- Discovery prüfen,
- Datenqualität verbessern,
- Monitoring anbinden,
- Services dokumentieren,
- Changes nachführen,
- Auswirkungsanalysen durchführen.

Ein gepflegtes CMS erleichtert nahezu alle administrativen Tätigkeiten im IT-Betrieb.

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**Zusammenfassung**

> Configuration Items erfassen
>
> ↓
>
> In der CMDB speichern
>
> ↓
>
> Weitere Datenquellen anbinden
>
> ↓
>
> Informationen im CMS zusammenführen
>
> ↓
>
> Beziehungen darstellen
>
> ↓
>
> Informationen für alle ITIL Practices bereitstellen

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**Merksätze**

> Die CMDB ist ein Bestandteil des CMS.

> Ein CMS verbindet Informationen aus mehreren Quellen.

> Monitoring liefert Zustandsdaten – die CMDB liefert Strukturinformationen.

> Discovery verbessert die Datenqualität.

> Eine CMDB ist nur so gut wie die Qualität ihrer Daten.

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**Verwandte Seiten**

- 11.1 Ziele und Grundlagen des Service Configuration Management
- 11.2 Configuration Items, Attribute und Beziehungen
- 11.4 Pflege, Discovery und Datenqualität
- 11.5 Zusammenspiel mit Incident, Problem, Change und Monitoring
- Monitoring and Event Management
- Incident Management
- Change Enablement

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**Quellen und Versionsstand**

**Offizielle Grundlagen**

- PeopleCert – ITIL Practice Guide: Service Configuration Management
- ITIL Foundation – Version 5

**Einordnung**

ITIL unterscheidet klar zwischen einer **Configuration Management Database (CMDB)** als Datenbank und einem **Configuration Management System (CMS)** als übergeordnetem Informationssystem. Welche Datenquellen integriert werden und wie die technische Umsetzung erfolgt, hängt von den eingesetzten ITSM-, Discovery- und Monitoring-Lösungen der jeweiligen Organisation ab.

**Behandelter Framework-Stand:** ITIL Version 5  
**Zusätzlich berücksichtigt:** aktuelle ITIL-4-Practice-Guidance  
**Fachlicher Stand:** August 2026