12.1 Ziele und Grundlagen des Service Level Management

Kurz erklärt

Service Level Management stellt sicher, dass IT-Services mit den vereinbarten Anforderungen der Kunden und des Unternehmens übereinstimmen.

Dazu werden Serviceziele definiert, überwacht und regelmäßig überprüft.

Ziel ist es, realistische Erwartungen zu vereinbaren, die Servicequalität messbar zu machen und die kontinuierliche Verbesserung der Services zu unterstützen.


Was ist Service Level Management?

Service Level Management ist eine ITIL Practice zur Vereinbarung, Überwachung und Verbesserung der Qualität von IT-Services.

Dabei geht es nicht nur darum,

möglichst kurze Reaktionszeiten einzuhalten.

Viel wichtiger ist,

dass Serviceanbieter und Kunden ein gemeinsames Verständnis darüber entwickeln,

welche Leistungen erbracht werden und welche Erwartungen realistisch sind.


Warum Service Level Management wichtig ist

Ohne klare Vereinbarungen entstehen häufig Missverständnisse.

Typische Fragen:

Service Level Management beantwortet diese Fragen.


Ziele des Service Level Management

Die wichtigsten Ziele sind:


Servicequalität

Servicequalität beschreibt,

wie gut ein Service die Anforderungen der Benutzer erfüllt.

Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

Beispiele:

Servicequalität umfasst also deutlich mehr als reine Technik.


Was ist ein Service Level?

Ein Service Level beschreibt das vereinbarte Qualitätsniveau eines Services.

Beispiele:

Service Levels werden gemeinsam vereinbart,

nicht einseitig festgelegt.


Service Level Agreement (SLA)

Ein Service Level Agreement (SLA) dokumentiert die vereinbarten Serviceziele.

Ein SLA beschreibt beispielsweise:

Ein SLA ist keine technische Anleitung,

sondern eine Vereinbarung zwischen Serviceanbieter und Kunde.


Bestandteile eines SLA

Ein typisches SLA enthält:

Je nach Organisation können weitere Inhalte ergänzt werden.


Servicezeiten

Nicht jeder Service muss rund um die Uhr verfügbar sein.

Beispiele:

Service Servicezeit
Büroarbeitsplätze Mo–Fr 08:00–18:00 Uhr
Produktionssystem 24 × 7
Intranet Mo–So 06:00–22:00 Uhr
Testsystem nach Bedarf

Die Servicezeit beeinflusst die Bewertung der Servicequalität.


Verfügbarkeit

Verfügbarkeit beschreibt,

wie lange ein Service innerhalb der vereinbarten Servicezeit nutzbar ist.

Beispiele:

Eine höhere Verfügbarkeit erfordert in der Regel mehr technische und organisatorische Maßnahmen.


Erwartungen abstimmen

Ein häufiges Ziel des Service Level Managements besteht darin,

realistische Erwartungen zu schaffen.

Beispiel:

Ein Fachbereich wünscht:

100 % Verfügbarkeit.

Die IT erläutert,

dass Wartungsfenster, Hardwarefehler oder externe Einflüsse dies praktisch unmöglich machen.

Gemeinsam wird ein realistisches Serviceziel vereinbart.


Messbarkeit

Serviceziele sollten eindeutig messbar sein.

Geeignete Formulierungen:

Ungeeignet sind Formulierungen wie:


Kundenzufriedenheit

Ein Service kann alle technischen Kennzahlen erfüllen

und trotzdem als unzureichend wahrgenommen werden.

Deshalb berücksichtigt Service Level Management auch:


Regelmäßige Reviews

Service Levels werden regelmäßig überprüft.

Dabei wird unter anderem betrachtet:

Service Level Management ist deshalb ein kontinuierlicher Prozess.


Praxisbeispiel

Ein Unternehmen betreibt einen VPN-Service.

Vereinbart wurde:

Monitoring misst die Verfügbarkeit,

Incident Management liefert die Wiederherstellungszeiten

und Service Level Management bewertet,

ob die vereinbarten Ziele eingehalten wurden.


Typische Fehler

Fehler 1

Serviceziele sind nicht messbar.


Fehler 2

Unrealistische Erwartungen.


Fehler 3

Kennzahlen werden nicht überwacht.


Fehler 4

SLA wird nie überprüft.


Fehler 5

Benutzeranforderungen werden nicht berücksichtigt.


Fehler 6

Nur technische Kennzahlen werden betrachtet.


Fehler 7

Verantwortlichkeiten sind unklar.


Fehler 8

Es gibt keine regelmäßigen Service Reviews.


Checkliste Service Level Management


Bedeutung für Fachinformatiker für Systemintegration

Auch wenn Service Level Agreements häufig vom Service Management erstellt werden,

arbeiten Fachinformatiker täglich an deren Einhaltung.

Typische Aufgaben:

Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der vereinbarten Serviceziele.


Zusammenfassung

Service definieren

Erwartungen abstimmen

Serviceziele vereinbaren

SLA dokumentieren

Serviceleistung messen

Ergebnisse bewerten

Services kontinuierlich verbessern


Merksätze

Service Level Management schafft gemeinsame Erwartungen.

Ein SLA beschreibt vereinbarte Leistungen – keine technischen Lösungen.

Servicequalität muss messbar sein.

Monitoring liefert die Daten, Service Level Management bewertet sie.

Regelmäßige Reviews sind Grundlage für kontinuierliche Verbesserungen.


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Quellen und Versionsstand

Offizielle Grundlagen

Einordnung

Die dargestellten Ziele und Vorgehensweisen orientieren sich an der ITIL Practice „Service Level Management“. Die konkrete Ausgestaltung von Service Levels und Service Level Agreements hängt von den Anforderungen der jeweiligen Organisation und ihrer Kunden ab.

Behandelter Framework-Stand: ITIL Version 5
Zusätzlich berücksichtigt: aktuelle ITIL-4-Practice-Guidance
Fachlicher Stand: August 2026


Revision #1
Created 2 August 2026 21:22:12 by Admin
Updated 2 August 2026 21:22:31 by Admin