# 12.2 Service Level Agreements (SLA), Operational Level Agreements (OLA) und Underpinning Agreements (UC)

> **Kurz erklärt**
>
> Damit ein IT-Service zuverlässig erbracht werden kann, reichen Service Level Agreements (SLAs) allein nicht aus.
>
> Zusätzlich werden interne Vereinbarungen zwischen IT-Teams sowie Verträge mit externen Dienstleistern benötigt.
>
> ITIL unterscheidet hierfür drei Ebenen:
>
> - **Service Level Agreement (SLA)**
> - **Operational Level Agreement (OLA)**
> - **Underpinning Agreement (UC)** (früher häufig "Underpinning Contract")
>
> Gemeinsam sorgen sie dafür, dass vereinbarte Serviceziele tatsächlich eingehalten werden können.

---

**Warum mehrere Vereinbarungen notwendig sind**

Ein Kunde vereinbart beispielsweise:

> Der VPN-Service soll innerhalb von vier Stunden wiederhergestellt werden.

Damit dieses Ziel erreicht werden kann,

müssen häufig mehrere interne und externe Stellen zusammenarbeiten.

Beispiele:

- Netzwerk-Team,
- Windows-Team,
- Cloud-Team,
- Internetanbieter,
- Hardwarehersteller.

Deshalb existieren unterschiedliche Vereinbarungen.

---

**Service Level Agreement (SLA)**

Ein SLA ist eine Vereinbarung zwischen dem Serviceanbieter und dem Kunden.

Es beschreibt,

welche Leistungen erbracht werden.

Typische Inhalte:

- Servicebeschreibung,
- Servicezeiten,
- Verfügbarkeit,
- Reaktionszeiten,
- Wiederherstellungszeiten,
- Rollen,
- Eskalationen,
- Reporting.

Das SLA beschreibt die Erwartungen des Kunden.

---

**Operational Level Agreement (OLA)**

Ein OLA ist eine interne Vereinbarung innerhalb der Organisation.

Beispiele:

- Service Desk ↔ Netzwerk-Team
- Netzwerk-Team ↔ Server-Team
- Windows-Team ↔ Datenbankadministration
- Cloud-Team ↔ Security-Team

Ein OLA legt fest,

welche Leistungen ein internes Team für andere Teams erbringt.

Der Kunde sieht diese Vereinbarung normalerweise nicht.

---

**Underpinning Agreement (UC)**

Ein Underpinning Agreement (UC) ist eine Vereinbarung mit einem externen Dienstleister oder Lieferanten.

Beispiele:

- Internetprovider,
- Cloud-Anbieter,
- Hardwarewartung,
- Softwarehersteller,
- Rechenzentrum,
- Managed Service Provider.

Diese Vereinbarungen unterstützen die Einhaltung des SLA.

---

**Die drei Ebenen**

```text
Kunde
   │
   ▼
SLA
   │
   ▼
Interne Teams
   │
   ▼
OLA
   │
   ▼
Externe Lieferanten
   │
   ▼
UC
```

Alle drei Ebenen müssen zusammenpassen.

---

**Zusammenhang zwischen SLA, OLA und UC**

Beispiel:

Das SLA fordert:

> Wiederherstellung innerhalb von vier Stunden.

Damit dies möglich ist,

vereinbart das Netzwerk-Team intern:

> Analyse innerhalb von einer Stunde.

Der Hardwarelieferant garantiert:

> Ersatzhardware innerhalb von zwei Stunden.

Nur wenn alle Vereinbarungen zusammenpassen,

kann das SLA eingehalten werden.

---

**Vergleich**

| Merkmal | SLA | OLA | UC |
|----------|-----|-----|----|
| Vertragspartner | Kunde und Serviceanbieter | interne Teams | externer Dienstleister |
| Sichtbar für Kunden | Ja | Nein | normalerweise nein |
| Ziel | Servicequalität vereinbaren | interne Zusammenarbeit regeln | externe Leistungen absichern |

---

**Beispiel: E-Mail-Service**

Ein Unternehmen betreibt einen E-Mail-Service.

Das SLA enthält:

- Verfügbarkeit 99,9 %
- Reaktionszeit 30 Minuten

Intern existieren OLAs:

- Windows-Team
- Netzwerk-Team
- Messaging-Team

Zusätzlich bestehen UCs mit:

- Internetprovider,
- Cloud-Anbieter,
- Hardwarelieferant.

Alle Beteiligten tragen gemeinsam zur Servicequalität bei.

---

**Servicezeiten abstimmen**

Ein häufiger Fehler:

SLA:

24 × 7

OLA:

Montag bis Freitag

Dadurch kann das SLA praktisch nicht eingehalten werden.

Interne und externe Vereinbarungen müssen deshalb zueinander passen.

---

**Mehrere SLAs**

Eine Organisation kann unterschiedliche SLAs besitzen.

Beispiele:

- Standard-Support,
- Premium-Support,
- interne Fachbereiche,
- externe Kunden,
- geschäftskritische Services.

Nicht jeder Service benötigt dieselben Serviceziele.

---

**Serviceklassen**

Viele Organisationen definieren verschiedene Serviceklassen.

Beispiel:

| Klasse | Verfügbarkeit |
|----------|--------------|
| Bronze | 99 % |
| Silber | 99,5 % |
| Gold | 99,9 % |
| Platin | 99,99 % |

Je höher die Anforderungen,

desto größer sind meist Aufwand und Kosten.

---

**Verantwortlichkeiten**

Ein SLA beschreibt auch,

wer welche Aufgaben übernimmt.

Beispiele:

Serviceanbieter:

- Support leisten,
- Monitoring betreiben,
- Incidents bearbeiten.

Kunde:

- Störungen melden,
- Ansprechpartner benennen,
- Änderungen abstimmen.

Klare Verantwortlichkeiten vermeiden Missverständnisse.

---

**Messverfahren**

Ein SLA sollte festlegen,

wie Kennzahlen gemessen werden.

Beispiele:

- Monitoring-System,
- Service Desk,
- Ticket-System,
- Reports,
- Verfügbarkeitsmessung.

Nur eindeutig definierte Messverfahren ermöglichen objektive Bewertungen.

---

**Ausnahmen**

Nicht jede Unterbrechung zählt automatisch als SLA-Verletzung.

Typische Ausnahmen:

- geplante Wartungen,
- höhere Gewalt,
- externe Stromausfälle,
- vereinbarte Wartungsfenster,
- vom Kunden verursachte Ausfälle.

Diese Ausnahmen sollten im SLA eindeutig beschrieben werden.

---

**Review von Vereinbarungen**

SLAs, OLAs und UCs sollten regelmäßig überprüft werden.

Fragen dabei sind beispielsweise:

- Werden Ziele erreicht?
- Sind Servicezeiten noch passend?
- Haben sich Geschäftsanforderungen geändert?
- Sind neue Lieferanten beteiligt?
- Müssen Kennzahlen angepasst werden?

Dadurch bleiben Vereinbarungen aktuell.

---

**Praxisbeispiel**

Ein Unternehmen garantiert:

VPN-Service:

- 99,9 % Verfügbarkeit,
- Reaktionszeit 30 Minuten.

Intern besteht ein OLA:

Netzwerk-Team:

- Analyse innerhalb von 20 Minuten.

Mit dem Internetprovider besteht zusätzlich ein UC:

- Leitungsstörung innerhalb von zwei Stunden beheben.

Alle Vereinbarungen unterstützen gemeinsam die Einhaltung des SLA.

---

**Typische Fehler**

**Fehler 1**

SLA und OLA widersprechen sich.

---

**Fehler 2**

Externe Lieferanten erfüllen die Anforderungen nicht.

---

**Fehler 3**

Servicezeiten sind unrealistisch.

---

**Fehler 4**

Kennzahlen sind nicht messbar.

---

**Fehler 5**

Verantwortlichkeiten fehlen.

---

**Fehler 6**

Vereinbarungen werden nie überprüft.

---

**Fehler 7**

SLA enthält technische Details statt Serviceziele.

---

**Fehler 8**

Unterschiedliche Teams kennen die Vereinbarungen nicht.

---

**Checkliste SLA**

- [ ] Service beschrieben
- [ ] Servicezeiten definiert
- [ ] Kennzahlen messbar
- [ ] Verantwortlichkeiten geregelt
- [ ] Eskalationen beschrieben
- [ ] Ausnahmen dokumentiert
- [ ] Reporting vereinbart
- [ ] Reviews geplant

---

**Checkliste OLA und UC**

- [ ] interne Leistungen abgestimmt
- [ ] externe Leistungen dokumentiert
- [ ] Reaktionszeiten passend
- [ ] Verantwortlichkeiten eindeutig
- [ ] Vereinbarungen regelmäßig überprüft
- [ ] SLA wird unterstützt
- [ ] Änderungen nachgeführt
- [ ] Ansprechpartner bekannt

---

**Bedeutung für Fachinformatiker für Systemintegration**

Fachinformatiker erstellen SLAs meist nicht selbst,

arbeiten jedoch täglich daran,

dass deren Ziele erreicht werden.

Typische Aufgaben:

- Incidents innerhalb der vereinbarten Zeiten bearbeiten,
- Monitoring überwachen,
- Änderungen dokumentieren,
- interne Abstimmungen unterstützen,
- externe Dienstleister koordinieren.

Dadurch tragen sie direkt zur Einhaltung der Servicequalität bei.

---

**Zusammenfassung**

> Serviceziele vereinbaren
>
> ↓
>
> SLA mit dem Kunden festlegen
>
> ↓
>
> OLA zwischen internen Teams abstimmen
>
> ↓
>
> UC mit externen Dienstleistern vereinbaren
>
> ↓
>
> Servicequalität messen
>
> ↓
>
> Regelmäßig überprüfen und verbessern

---

**Merksätze**

> Das SLA beschreibt die Vereinbarung mit dem Kunden.

> Das OLA regelt die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation.

> Das UC beschreibt Vereinbarungen mit externen Dienstleistern.

> Alle drei Ebenen müssen zusammenpassen.

> Ein SLA ist nur realistisch, wenn OLA und UC seine Einhaltung unterstützen.

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**Verwandte Seiten**

- 12.1 Ziele und Grundlagen des Service Level Management
- 12.3 Kennzahlen, Berichte und Service Reviews
- 12.4 Kundenzufriedenheit und Continual Improvement
- 12.5 Zusammenspiel mit Incident, Problem, Change und Monitoring
- Incident Management
- Monitoring and Event Management
- Supplier Management

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**Quellen und Versionsstand**

**Offizielle Grundlagen**

- PeopleCert – ITIL Practice Guide: Service Level Management
- ITIL Foundation – Version 5

**Einordnung**

ITIL unterscheidet zwischen **Service Level Agreements (SLA)**, **Operational Level Agreements (OLA)** und **Underpinning Agreements (UC)**. Gemeinsam stellen sie sicher, dass vereinbarte Serviceziele sowohl intern als auch mit externen Dienstleistern unterstützt werden. Die konkrete Ausgestaltung dieser Vereinbarungen richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Organisation.

**Behandelter Framework-Stand:** ITIL Version 5  
**Zusätzlich berücksichtigt:** aktuelle ITIL-4-Practice-Guidance  
**Fachlicher Stand:** August 2026