# 13.3 Genehmigungen, Change Authority, CAB und Change-Kalender

> **Kurz erklärt**
>
> Nicht jede Änderung darf sofort umgesetzt werden.
>
> Abhängig vom Risiko, den Auswirkungen und der Bedeutung eines Changes müssen geeignete Personen oder Gremien über dessen Durchführung entscheiden.
>
> ITIL verwendet hierfür den Begriff **Change Authority**.
>
> Zusätzlich unterstützen ein **Change Advisory Board (CAB)** sowie ein **Change-Kalender** die koordinierte Planung und Durchführung von Änderungen.

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**Warum Genehmigungen notwendig sind**

Änderungen können erhebliche Auswirkungen auf IT-Services haben.

Beispiele:

- Ausfall geschäftskritischer Systeme,
- Sicherheitsprobleme,
- Datenverlust,
- Unterbrechung der Produktion,
- Beeinträchtigung mehrerer Standorte.

Deshalb sollte vor der Umsetzung geprüft werden,

ob der erwartete Nutzen die möglichen Risiken rechtfertigt.

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**Was ist eine Change Authority?**

Die **Change Authority** ist die Person oder Gruppe,

die über einen Change entscheidet.

ITIL schreibt **keine feste Rolle** vor.

Je nach Organisation kann dies beispielsweise sein:

- Teamleiter,
- Service Owner,
- Change Manager,
- Fachbereich,
- Projektleitung,
- IT-Leitung.

Die Entscheidung richtet sich nach Risiko und Auswirkungen des Changes.

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**Nicht jeder Change benötigt dieselbe Genehmigung**

Ein Standard Change ist bereits vorab genehmigt.

Ein Normal Change benötigt häufig eine individuelle Freigabe.

Ein Emergency Change nutzt meist ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren.

Die Genehmigung sollte immer zum Risiko passen.

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**Genehmigungen nach Risiko**

Ein mögliches Beispiel:

| Risiko | Mögliche Change Authority |
|---------|--------------------------|
| gering | Teamleitung |
| mittel | Change Manager |
| hoch | Change Authority oder CAB |
| sehr hoch | Management oder Geschäftsleitung |

Die konkrete Zuordnung legt jede Organisation selbst fest.

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**Was ist ein Change Advisory Board (CAB)?**

Ein **Change Advisory Board (CAB)** ist ein beratendes Gremium.

Es unterstützt die Change Authority,

indem es Änderungen bewertet und Empfehlungen ausspricht.

Das CAB entscheidet **nicht automatisch selbst** über jeden Change.

Die endgültige Entscheidung trifft die zuständige Change Authority.

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**Aufgaben des CAB**

Das CAB unterstützt beispielsweise bei:

- Risikobewertung,
- Auswirkungsanalyse,
- Terminplanung,
- Ressourcenplanung,
- Konflikterkennung,
- Priorisierung,
- Abstimmung zwischen Teams.

Dadurch verbessert sich die Qualität von Entscheidungen.

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**Mögliche Teilnehmer eines CAB**

Je nach Change können unterschiedliche Personen beteiligt sein.

Beispiele:

- Change Manager,
- Service Owner,
- Systemadministratoren,
- Netzwerkadministratoren,
- Information Security,
- Fachbereiche,
- Projektleitung,
- Lieferanten.

Nicht jeder Teilnehmer ist bei jedem Change erforderlich.

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**Emergency CAB (ECAB)**

Für besonders dringende Änderungen kann ein **Emergency Change Advisory Board (ECAB)** eingesetzt werden.

Es besteht meist aus wenigen entscheidungsbefugten Personen.

Dadurch können dringende Entscheidungen schneller getroffen werden.

Typische Situationen:

- kritische Sicherheitslücke,
- Produktionsausfall,
- Ransomware-Angriff,
- schwerwiegender Netzwerkausfall.

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**Der Change-Kalender**

Ein Change-Kalender dokumentiert,

wann geplante Änderungen stattfinden.

Typische Informationen:

- Termin,
- betroffene Services,
- Verantwortliche,
- Wartungsfenster,
- Status,
- Risiko.

Dadurch lassen sich Überschneidungen vermeiden.

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**Vorteile eines Change-Kalenders**

Ein Change-Kalender hilft dabei,

- Kollisionen zu vermeiden,
- Wartungsfenster zu koordinieren,
- Ressourcen besser zu planen,
- betroffene Teams rechtzeitig zu informieren,
- Risiken zu reduzieren.

Er verbessert die Übersicht über geplante Änderungen.

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**Beispiel eines Change-Kalenders**

| Datum | Service | Art des Changes |
|--------|----------|-----------------|
| 12.09. | VPN | Softwareupdate |
| 13.09. | ERP | Datenbankupdate |
| 14.09. | Firewall | Firmwareupdate |
| 15.09. | WLAN | Controller-Aktualisierung |

So erkennen Administratoren frühzeitig mögliche Konflikte.

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**Warum Terminüberschneidungen problematisch sind**

Werden mehrere kritische Änderungen gleichzeitig durchgeführt,

kann dies zu Problemen führen.

Beispiel:

- Firewall-Update,
- Core-Switch-Austausch,
- Storage-Migration

am selben Abend.

Bei einer Störung wird die Ursachenanalyse deutlich erschwert.

Der Change-Kalender hilft,

solche Situationen zu vermeiden.

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**Wartungsfenster**

Viele Changes werden innerhalb geplanter Wartungsfenster durchgeführt.

Typische Vorteile:

- geringere Auswirkungen auf Benutzer,
- besser planbare Arbeiten,
- ausreichende Zeit für Rollback,
- koordinierte Kommunikation.

Wartungsfenster sollten frühzeitig angekündigt werden.

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**Kommunikation vor einem Change**

Vor größeren Änderungen sollten relevante Personen informiert werden.

Beispiele:

- Benutzer,
- Service Desk,
- Administratoren,
- Management,
- externe Dienstleister.

Die Information sollte unter anderem enthalten:

- Zeitpunkt,
- betroffene Services,
- erwartete Auswirkungen,
- Ansprechpartner.

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**Dokumentation der Genehmigung**

Jede Genehmigung sollte nachvollziehbar dokumentiert werden.

Beispiele:

- wer genehmigt hat,
- Zeitpunkt,
- Risiko,
- Bedingungen,
- besondere Auflagen.

Dadurch bleiben Entscheidungen transparent.

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**Praxisbeispiel**

Ein Unternehmen plant,

die Firmware aller Core-Switches zu aktualisieren.

Die Risikobewertung ergibt:

- hoher Business Impact,
- mehrere Standorte betroffen.

Der Change wird:

- im CAB besprochen,
- in den Change-Kalender eingetragen,
- für ein Wartungsfenster am Wochenende geplant.

Alle betroffenen Fachbereiche werden vorab informiert.

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**Typische Fehler**

**Fehler 1**

Änderungen werden ohne Genehmigung durchgeführt.

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**Fehler 2**

Der Change-Kalender wird nicht gepflegt.

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**Fehler 3**

Mehrere kritische Changes finden gleichzeitig statt.

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**Fehler 4**

Das falsche Entscheidungsgremium wird beteiligt.

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**Fehler 5**

Emergency Changes werden nicht dokumentiert.

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**Fehler 6**

Benutzer werden nicht informiert.

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**Fehler 7**

Genehmigungen sind nicht nachvollziehbar.

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**Fehler 8**

Wartungsfenster werden nicht eingehalten.

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**Fehler 9**

Externe Dienstleister werden zu spät eingebunden.

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**Fehler 10**

CAB-Sitzungen beschäftigen sich mit Standard Changes,

die bereits vorab genehmigt sind.

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**Checkliste Genehmigung**

- [ ] Change-Typ bestimmt
- [ ] Risiko bewertet
- [ ] Change Authority festgelegt
- [ ] Genehmigung dokumentiert
- [ ] Verantwortlichkeiten bekannt
- [ ] Bedingungen berücksichtigt
- [ ] Kommunikation geplant
- [ ] Umsetzung freigegeben

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**Checkliste Change-Kalender**

- [ ] Termin eingetragen
- [ ] Wartungsfenster abgestimmt
- [ ] Überschneidungen geprüft
- [ ] betroffene Services dokumentiert
- [ ] Verantwortliche bekannt
- [ ] Benutzer informiert
- [ ] Rollback berücksichtigt
- [ ] Monitoring vorbereitet

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**Bedeutung für Fachinformatiker für Systemintegration**

Fachinformatiker sind häufig an der Vorbereitung und Umsetzung von Changes beteiligt.

Typische Aufgaben:

- Risiken einschätzen,
- technische Informationen bereitstellen,
- Wartungsfenster abstimmen,
- Change-Kalender pflegen,
- Änderungen dokumentieren,
- Benutzer informieren,
- Monitoring nach dem Change überwachen.

Sie liefern wichtige Entscheidungsgrundlagen für die Change Authority.

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**Zusammenfassung**

> Change planen
>
> ↓
>
> Risiko bewerten
>
> ↓
>
> Change Authority bestimmen
>
> ↓
>
> Genehmigung einholen
>
> ↓
>
> Change-Kalender aktualisieren
>
> ↓
>
> Beteiligte informieren
>
> ↓
>
> Umsetzung vorbereiten

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**Merksätze**

> Die Change Authority entscheidet über einen Change.

> Das CAB unterstützt die Entscheidung – es ersetzt sie nicht.

> Standard Changes benötigen normalerweise keine erneute Genehmigung.

> Ein gepflegter Change-Kalender verhindert Konflikte zwischen Änderungen.

> Gute Kommunikation reduziert Risiken und Überraschungen.

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**Verwandte Seiten**

- 13.1 Ziele und Grundlagen des Change Enablement
- 13.2 Change-Typen und Risikobewertung
- 13.4 Umsetzung, Tests und Rollback
- 13.5 Zusammenspiel mit Incident, Problem, Service Configuration Management und Monitoring
- Service Configuration Management
- Incident Management
- Monitoring and Event Management

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**Quellen und Versionsstand**

**Offizielle Grundlagen**

- PeopleCert – ITIL Practice Guide: Change Enablement
- ITIL Foundation – Version 5

**Einordnung**

ITIL verwendet den Begriff **Change Authority** für die Person oder Gruppe, die einen Change genehmigt. Ein **Change Advisory Board (CAB)** besitzt in ITIL eine beratende Funktion und unterstützt die Entscheidungsfindung. Der Einsatz eines CAB, eines Emergency CAB (ECAB) und eines Change-Kalenders richtet sich nach Größe, Komplexität und Risiko der jeweiligen Organisation.

**Behandelter Framework-Stand:** ITIL Version 5  
**Zusätzlich berücksichtigt:** aktuelle ITIL-4-Practice-Guidance  
**Fachlicher Stand:** August 2026