10. OSI-Schicht 7 – Anwendungsschicht
- 10.1 OSI-Schicht 7 – Anwendungsschicht
- 10.2 HTTP, HTTPS und Webkommunikation
- 10.3 DNS und Namensauflösung
- 10.4 DHCP und automatische IP-Konfiguration*
- 10.5 E-Mail-Protokolle: SMTP, POP3 und IMAP
- 10.6 Datei- und Freigabeprotokolle: FTP, SFTP, FTPS und SMB
- 10.7 Verzeichnisdienste, Netzwerkmanagement und Zeitdienste: LDAP, SNMP und NTP
- 10.8 Remotezugriff und Fernadministration: SSH, RDP und Telnet
- 10.9 Authentifizierung, Autorisierung und Anwendungssicherheit
- 10.10 Fehlersuche auf OSI-Schicht 7
- 10.11 Merksätze und Prüfungswissen zu OSI-Schicht 7
10.1 OSI-Schicht 7 – Anwendungsschicht
Die Anwendungsschicht ist Schicht 7 des OSI-Modells.
Sie ist die oberste Schicht.
Die Hauptaufgabe von Schicht 7 ist:
Netzwerkdienste für Anwendungen bereitstellen.
Dabei geht es vor allem um Protokolle und Dienste, die direkt von Anwendungen genutzt werden.
Typische Beispiele:
- HTTP
- HTTPS
- DNS
- DHCP
- SMTP
- IMAP
- POP3
- FTP
- SSH
- SMB
- LDAP
- SNMP
- NTP
Merksatz:
Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.
Grundidee von Schicht 7
Schicht 7 ist die Schicht, mit der Anwendungen direkt arbeiten.
Beispiele:
Webbrowser nutzt HTTP oder HTTPS.
Mailprogramm nutzt SMTP, IMAP oder POP3.
Betriebssystem nutzt DNS zur Namensauflösung.
Client nutzt DHCP zur automatischen IP-Konfiguration.
Administrator nutzt SSH zur Fernverwaltung.
Wichtig:
Die Anwendungsschicht ist nicht die Anwendung selbst,
sondern die Netzwerkschnittstelle beziehungsweise das Protokoll,
das die Anwendung nutzt.
Merksatz:
Schicht 7 beschreibt Dienste und Protokolle,
die Anwendungen für Netzwerkkommunikation verwenden.
Einordnung im OSI-Modell
| OSI-Schicht | Name | Aufgabe |
|---|---|---|
| 7 | Anwendungsschicht | Netzwerkdienste für Anwendungen |
| 6 | Darstellungsschicht | Darstellung, Codierung, Verschlüsselung |
| 5 | Sitzungsschicht | Sitzungen aufbauen, verwalten und beenden |
| 4 | Transportschicht | TCP, UDP, Ports |
| 3 | Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht | IP, Routing |
| 2 | Sicherungsschicht | Frames, MAC, VLAN |
| 1 | Bitübertragungsschicht | Bits, Signale |
Merksatz:
Schicht 7 ist die oberste OSI-Schicht.
Schicht 7 ist nicht einfach „das Programm“
Ein häufiger Fehler ist:
Browser = Schicht 7
Besser formuliert:
Der Browser ist eine Anwendung.
Der Browser nutzt Protokolle der Anwendungsschicht,
zum Beispiel HTTP oder HTTPS.
Beispiel:
Firefox, Chrome oder Safari
= Anwendung
HTTP, HTTPS
= Protokolle der Anwendungsschicht
Merksatz:
Programm nutzt Schicht 7,
ist aber nicht automatisch selbst die Schicht.
Was macht die Anwendungsschicht?
Die Anwendungsschicht stellt Funktionen bereit wie:
- Webseiten abrufen
- Namen in IP-Adressen auflösen
- E-Mails senden und empfangen
- Dateien übertragen
- Zeit synchronisieren
- Netzwerkgeräte überwachen
- Verzeichnisdienste abfragen
- automatische IP-Konfiguration anstoßen
- entfernte Systeme verwalten
Merksatz:
Schicht 7 stellt konkrete Netzwerkdienste bereit.
Schicht 7 und Ports
Viele Anwendungsschicht-Protokolle nutzen Ports auf Schicht 4.
Beispiele:
| Anwendungsschicht-Protokoll | Transport | typischer Port |
|---|---|---|
| HTTP | TCP | 80 |
| HTTPS | TCP | 443 |
| DNS | UDP / TCP | 53 |
| DHCP | UDP | 67 / 68 |
| SSH | TCP | 22 |
| SMTP | TCP | 25 |
| IMAP | TCP | 143 |
| POP3 | TCP | 110 |
| NTP | UDP | 123 |
Wichtig:
Port gehört zu Schicht 4.
Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.
Merksatz:
Port = Schicht 4.
Protokoll/Dienst = Schicht 7.
HTTP
HTTP steht für:
Hypertext Transfer Protocol
HTTP wird verwendet, um Webseiten und Webdaten zu übertragen.
Typischer Port:
TCP 80
HTTP ist unverschlüsselt.
Beispiele für HTTP-Kommunikation:
Browser ruft Webseite ab.
Webanwendung liefert HTML.
API sendet Daten.
Client lädt Dateien von einem Webserver.
Merksatz:
HTTP = Webprotokoll ohne TLS-Verschlüsselung.
HTTPS
HTTPS steht für:
Hypertext Transfer Protocol Secure
HTTPS ist:
HTTP über TLS
Typischer Port:
TCP 443
HTTPS schützt die Übertragung durch TLS.
Schutzziele:
- Vertraulichkeit
- Integrität
- Authentizität
Merksatz:
HTTPS = HTTP mit TLS-Schutz.
HTTP und HTTPS unterscheiden
| Merkmal | HTTP | HTTPS |
|---|---|---|
| Verschlüsselung | nein | ja, TLS |
| typischer Port | TCP 80 | TCP 443 |
| Zertifikat nötig | nein | ja |
| Schutz vor Mitlesen | nein | ja |
| Schutz vor Manipulation | nein | ja |
Merksatz:
HTTP ist unverschlüsselt.
HTTPS ist verschlüsselt.
DNS
DNS steht für:
Domain Name System
DNS löst Namen in IP-Adressen auf.
Beispiel:
www.example.com
→ 93.184.216.34
DNS wird benötigt, damit Benutzer und Anwendungen mit Namen arbeiten können, statt sich IP-Adressen merken zu müssen.
Typischer Port:
UDP 53
TCP 53
Merksatz:
DNS = Name zu IP-Adresse.
A-Record und AAAA-Record
DNS kann verschiedene Einträge liefern.
Wichtige Einträge:
| DNS-Record | Bedeutung |
|---|---|
| A | Name zu IPv4-Adresse |
| AAAA | Name zu IPv6-Adresse |
| CNAME | Alias auf anderen Namen |
| MX | Mailserver einer Domain |
| TXT | Textinformationen, oft für Prüfungen |
| NS | zuständiger Nameserver |
Merksatz:
A = IPv4.
AAAA = IPv6.
MX = Mailserver.
DNS und Schicht 7
DNS ist ein Anwendungsschicht-Protokoll, obwohl es UDP oder TCP auf Schicht 4 nutzt.
Wichtig:
DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.
DNS-Protokoll gehört zu Schicht 7.
Merksatz:
DNS nutzt Ports,
ist aber ein Dienst der Anwendungsschicht.
DHCP
DHCP steht für:
Dynamic Host Configuration Protocol
DHCP vergibt automatisch Netzwerkkonfigurationen.
Ein Client kann per DHCP erhalten:
- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Standard-Gateway
- DNS-Server
- Lease-Zeit
- weitere Optionen
Typische Ports:
DHCP-Server:
UDP 67
DHCP-Client:
UDP 68
Merksatz:
DHCP = automatische IP-Konfiguration.
DHCP und Schicht 7
DHCP ist ein Anwendungsschicht-Protokoll, auch wenn es IP-Konfigurationen für Schicht 3 bereitstellt.
Das ist wichtig:
DHCP vergibt IP-Daten,
aber das DHCP-Protokoll selbst gehört zur Anwendungsschicht.
Merksatz:
DHCP liefert Schicht-3-Konfiguration,
ist aber ein Schicht-7-Protokoll.
SMTP
SMTP steht für:
Simple Mail Transfer Protocol
SMTP wird für das Senden und Weiterleiten von E-Mails verwendet.
Typischer Port:
TCP 25
Weitere häufige Ports:
TCP 587 für Mail Submission
TCP 465 für SMTPS
Merksatz:
SMTP = E-Mail senden und transportieren.
POP3
POP3 steht für:
Post Office Protocol Version 3
POP3 wird zum Abrufen von E-Mails verwendet.
Typischer Port:
TCP 110
Verschlüsselte Variante:
POP3S über TCP 995
POP3 lädt E-Mails häufig vom Server herunter.
Merksatz:
POP3 = E-Mail abrufen.
IMAP
IMAP steht für:
Internet Message Access Protocol
IMAP wird zum Abrufen und Verwalten von E-Mails verwendet.
Typischer Port:
TCP 143
Verschlüsselte Variante:
IMAPS über TCP 993
IMAP lässt E-Mails häufig auf dem Server und synchronisiert sie zwischen Geräten.
Merksatz:
IMAP = E-Mail verwalten und synchronisieren.
SMTP, POP3 und IMAP unterscheiden
| Protokoll | Hauptaufgabe | typischer Port |
|---|---|---|
| SMTP | E-Mail senden / transportieren | TCP 25 |
| POP3 | E-Mail abrufen | TCP 110 |
| IMAP | E-Mail abrufen und verwalten | TCP 143 |
Merksatz:
SMTP sendet.
POP3 und IMAP empfangen.
FTP
FTP steht für:
File Transfer Protocol
FTP dient zur Dateiübertragung.
Typischer Port:
TCP 21
Wichtig:
Klassisches FTP ist unverschlüsselt.
Sicherere Alternativen sind zum Beispiel:
- SFTP
- FTPS
Merksatz:
FTP = Dateiübertragung,
klassisch unverschlüsselt.
SFTP und FTPS unterscheiden
SFTP und FTPS werden oft verwechselt.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| SFTP | Dateiübertragung über SSH |
| FTPS | FTP mit TLS-Schutz |
Typische Einordnung:
SFTP nutzt SSH.
FTPS nutzt TLS.
Merksatz:
SFTP ist nicht dasselbe wie FTPS.
SSH
SSH steht für:
Secure Shell
SSH dient zur sicheren Fernverwaltung.
Typischer Port:
TCP 22
SSH wird genutzt für:
- sichere Shell
- Serveradministration
- SFTP
- Tunnel
- sichere Befehlsausführung
Merksatz:
SSH = sicherer Fernzugriff.
Telnet
Telnet ist ein älteres Fernzugriffsprotokoll.
Typischer Port:
TCP 23
Problem:
Telnet ist unverschlüsselt.
Benutzernamen, Passwörter und Eingaben können mitgelesen werden.
Heute sollte man für Administration SSH verwenden.
Merksatz:
Telnet ist unsicher,
SSH ist die sichere Alternative.
SMB
SMB steht für:
Server Message Block
SMB wird häufig für Datei- und Druckerfreigaben verwendet.
Typischer Port:
TCP 445
Typische Nutzung:
- Windows-Dateifreigaben
- Netzlaufwerke
- Druckerfreigaben
- Dateiablage im LAN
Merksatz:
SMB = Datei- und Freigabedienst.
LDAP
LDAP steht für:
Lightweight Directory Access Protocol
LDAP dient zur Abfrage und Verwaltung von Verzeichnisdiensten.
Typische Nutzung:
- Benutzerverzeichnisse
- Gruppen
- Authentifizierungsinformationen
- zentrale Identitätsverwaltung
Typische Ports:
LDAP:
TCP/UDP 389
LDAPS:
TCP 636
Merksatz:
LDAP = Zugriff auf Verzeichnisdienste.
SNMP
SNMP steht für:
Simple Network Management Protocol
SNMP wird für Überwachung und Verwaltung von Netzwerkgeräten genutzt.
Typische Nutzung:
- Switches überwachen
- Router überwachen
- Drucker überwachen
- Serverwerte abfragen
- Monitoring-Systeme anbinden
Typische Ports:
UDP 161 für Abfragen
UDP 162 für Traps
Merksatz:
SNMP = Netzwerkgeräte überwachen.
NTP
NTP steht für:
Network Time Protocol
NTP synchronisiert die Uhrzeit von Systemen.
Typischer Port:
UDP 123
Korrekte Zeit ist wichtig für:
- Zertifikate
- Kerberos
- Logs
- Monitoring
- Fehlersuche
- Authentifizierung
Merksatz:
NTP = Zeitsynchronisation.
RDP
RDP steht für:
Remote Desktop Protocol
RDP wird für grafischen Fernzugriff verwendet, besonders bei Windows-Systemen.
Typischer Port:
TCP 3389
Wichtig:
RDP sollte nicht ungeschützt direkt ins Internet geöffnet werden.
Besser:
- VPN
- Zugriffsbeschränkung
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Remote Desktop Gateway
- starke Passwörter
Merksatz:
RDP = grafischer Fernzugriff,
sorgfältig absichern.
Anwendungsschicht und Benutzer
Schicht 7 ist die OSI-Schicht, die am nächsten an der Benutzeranwendung liegt.
Beispiele:
Browser lädt Webseite.
Mailprogramm ruft E-Mails ab.
Datei-Explorer öffnet Netzfreigabe.
Monitoring fragt Gerätedaten ab.
Admin verbindet sich per SSH.
Wichtig:
Der Benutzer sieht oft nur die Anwendung.
Technisch arbeitet die Anwendung mit Schicht-7-Protokollen.
Merksatz:
Schicht 7 ist die benutzernahe Netzwerkschicht.
Client und Server
Viele Anwendungsschicht-Protokolle arbeiten nach dem Client-Server-Prinzip.
Client:
stellt Anfrage
Server:
liefert Antwort oder Dienst
Beispiel HTTP:
Browser = Client
Webserver = Server
Beispiel DNS:
DNS-Resolver = Client
DNS-Server = Server
Merksatz:
Client fragt an,
Server antwortet.
Request und Response
Viele Anwendungsschicht-Protokolle arbeiten mit Anfrage und Antwort.
Beispiel HTTP:
Request:
Client fordert eine Webseite an.
Response:
Server liefert die Webseite zurück.
Beispiel DNS:
Request:
Client fragt nach IP-Adresse.
Response:
DNS-Server liefert Adresse zurück.
Merksatz:
Request = Anfrage.
Response = Antwort.
HTTP-Methoden
HTTP nutzt Methoden, um die Art einer Anfrage zu beschreiben.
Wichtige Methoden:
| Methode | Bedeutung |
|---|---|
| GET | Daten abrufen |
| POST | Daten senden / erstellen |
| PUT | Daten ersetzen |
| PATCH | Daten teilweise ändern |
| DELETE | Daten löschen |
| HEAD | nur Kopfzeilen abrufen |
Merksatz:
GET liest.
POST sendet.
DELETE löscht.
HTTP-Statuscodes
HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage.
Wichtige Bereiche:
| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| 1xx | Information |
| 2xx | Erfolg |
| 3xx | Weiterleitung |
| 4xx | Clientfehler |
| 5xx | Serverfehler |
Beispiele:
| Statuscode | Bedeutung |
|---|---|
| 200 | OK |
| 301 | dauerhaft weitergeleitet |
| 302 | vorübergehend weitergeleitet |
| 400 | fehlerhafte Anfrage |
| 401 | nicht authentifiziert |
| 403 | verboten |
| 404 | nicht gefunden |
| 500 | interner Serverfehler |
| 502 | Bad Gateway |
| 503 | Dienst nicht verfügbar |
Merksatz:
2xx gut,
4xx Clientproblem,
5xx Serverproblem.
API
API steht für:
Application Programming Interface
Eine API ist eine Schnittstelle, über die Anwendungen miteinander kommunizieren.
Im Netzwerkumfeld sind Web-APIs häufig.
Sie nutzen oft:
- HTTP oder HTTPS
- JSON
- XML
- Tokens
- Statuscodes
Merksatz:
API = Schnittstelle zwischen Anwendungen.
REST kurz erklärt
REST ist ein Architekturstil für Web-APIs.
Typisch:
Ressourcen werden über URLs angesprochen.
HTTP-Methoden beschreiben die Aktion.
Daten werden häufig als JSON übertragen.
Beispiel:
GET /users
bedeutet sinngemäß:
Benutzerliste abrufen.
Merksatz:
REST nutzt HTTP-Ideen für APIs.
Anwendungsschicht und Authentifizierung
Viele Dienste müssen prüfen:
Wer bist du?
Das nennt man:
Authentifizierung
Beispiele:
- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikat
- Token
- Multi-Faktor-Authentifizierung
Merksatz:
Authentifizierung prüft Identität.
Anwendungsschicht und Autorisierung
Autorisierung bedeutet:
Was darfst du?
Beispiel:
Benutzer ist angemeldet,
darf aber keine Adminseite öffnen.
Authentifizierung und Autorisierung unterscheiden:
Authentifizierung:
Wer bist du?
Autorisierung:
Was darfst du?
Merksatz:
Authentifizierung = Identität.
Autorisierung = Rechte.
Webanwendungen nutzen oft Cookies, um Sitzungen wiederzuerkennen.
Beispiel:
Benutzer meldet sich an.
Server setzt Session-Cookie.
Browser sendet Cookie bei weiteren Anfragen mit.
Server erkennt Benutzer wieder.
Schichtbezug:
Session = Schicht 5 / 7-Bezug
Cookie = Anwendungsschicht
HTTP = Anwendungsschicht
Merksatz:
Cookies helfen Webanwendungen,
Sitzungen wiederzuerkennen.
Anwendungsschicht und Datenformate
Schicht 7 arbeitet oft mit Datenformaten aus Schicht 6.
Beispiele:
HTTP überträgt HTML.
API überträgt JSON.
Mail enthält MIME-Strukturen.
Webserver liefert CSS, JavaScript, Bilder.
Darum sind Schicht 6 und 7 in der Praxis eng verbunden.
Merksatz:
Schicht 7 nutzt häufig Datenformate aus Schicht 6.
Anwendungsschicht und DNS-Probleme
DNS-Probleme wirken oft wie Internetprobleme.
Beispiel:
ping 8.8.8.8 funktioniert.
ping www.example.com funktioniert nicht.
Dann ist IP-Kommunikation grundsätzlich möglich, aber Namensauflösung funktioniert nicht.
Mögliche Ursachen:
- falscher DNS-Server
- DNS-Server nicht erreichbar
- falscher DNS-Eintrag
- DNS-Cache fehlerhaft
- Firewall blockiert DNS
- Domain nicht vorhanden
Merksatz:
IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.
Anwendungsschicht und HTTP-Fehler
Wenn TCP 443 erreichbar ist, aber die Webseite Fehler zeigt, liegt das Problem oft höher als Schicht 4.
Beispiele:
404 Not Found:
Ressource nicht gefunden.
500 Internal Server Error:
Anwendung oder Serverfehler.
502 Bad Gateway:
Proxy oder Gateway bekommt keine passende Antwort.
503 Service Unavailable:
Dienst nicht verfügbar.
Merksatz:
HTTP-Statuscodes helfen bei Schicht-7-Fehlersuche.
Anwendungsschicht und E-Mail-Fehler
E-Mail-Probleme können viele Ursachen haben.
Mögliche Prüfpunkte:
- SMTP-Server erreichbar?
- IMAP/POP3 erreichbar?
- Benutzer angemeldet?
- DNS MX-Record korrekt?
- Spamfilter blockiert?
- TLS korrekt?
- Authentifizierung korrekt?
- Mailbox voll?
- Sender oder Empfänger falsch?
Merksatz:
E-Mail-Fehler betreffen oft DNS, Authentifizierung, TLS und Mailprotokolle.
Anwendungsschicht und DHCP-Fehler
Wenn ein Client keine IP-Adresse erhält, denkt man oft zuerst an Schicht 3.
Aber DHCP selbst ist ein Anwendungsschicht-Protokoll.
Mögliche Ursachen:
- DHCP-Server nicht aktiv
- DHCP-Bereich erschöpft
- DHCP-Relay fehlt
- falsches VLAN
- Firewall blockiert UDP 67/68
- falsche DHCP-Optionen
- Dienstfehler am DHCP-Server
Merksatz:
DHCP vergibt IP-Daten,
ist aber ein Dienstprotokoll.
Anwendungsschicht und Sicherheit
Schicht 7 ist besonders wichtig für Sicherheit, weil dort konkrete Dienste und Benutzerinteraktion stattfinden.
Typische Risiken:
- schwache Passwörter
- fehlende MFA
- unsichere Webanwendungen
- fehlerhafte API-Berechtigungen
- unsichere Dateifreigaben
- veraltete Dienste
- Standardpasswörter
- offene Verwaltungsdienste
Merksatz:
Viele Angriffe zielen direkt auf Anwendungsschicht-Dienste.
Typische Schutzmaßnahmen auf Schicht 7
Beispiele:
- starke Authentifizierung
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- sichere Passwörter
- Rechte nach Minimalprinzip
- Updates
- sichere Konfiguration
- Protokollierung
- Eingabevalidierung
- Web Application Firewall
- sichere API-Tokens
- nicht benötigte Dienste deaktivieren
Merksatz:
Schicht-7-Sicherheit schützt konkrete Dienste und Anwendungen.
Was Schicht 7 nicht macht
Schicht 7 macht nicht:
- Bits als elektrische oder optische Signale übertragen
- MAC-Adressen im LAN verwenden
- IP-Pakete routen
- TCP-Verbindungen aufbauen
- Ports bereitstellen
- reine Verschlüsselungsschicht ersetzen
Diese Aufgaben liegen auf unteren Schichten.
Merksatz:
Schicht 7 nutzt die unteren Schichten,
ersetzt sie aber nicht.
Einordnung typischer Begriffe
| Begriff | Schicht |
|---|---|
| HTTP | 7 |
| HTTPS | 7 mit TLS-Bezug |
| DNS | 7 |
| DHCP | 7 |
| SMTP | 7 |
| IMAP | 7 |
| POP3 | 7 |
| FTP | 7 |
| SSH | 7 |
| SMB | 7 |
| LDAP | 7 |
| SNMP | 7 |
| NTP | 7 |
| TCP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| MAC-Adresse | 2 |
Merksatz:
Dienstprotokolle wie HTTP, DNS und SMTP gehören zu Schicht 7.
Schicht 7 und Fehlersuche
Typische Fragen bei Schicht-7-Problemen:
Funktioniert IP-Erreichbarkeit?
Ist der Port erreichbar?
Läuft der Dienst?
Stimmt der DNS-Name?
Antwortet die Anwendung?
Gibt es HTTP-Statuscodes?
Funktioniert die Anmeldung?
Sind Rechte korrekt?
Ist TLS gültig?
Stimmen Datenformat und API-Anfrage?
Gibt es Fehlermeldungen in Logs?
Merksatz:
Bei Schicht 7 prüft man Dienst, Inhalt, Anmeldung und Anwendung.
Fehlerbild: Webseite öffnet nicht
Mögliche Ursachen auf verschiedenen Schichten:
Schicht 3:
keine Route, falsches Gateway
Schicht 4:
TCP 80 oder 443 blockiert
Schicht 6:
TLS-Zertifikat fehlerhaft
Schicht 7:
Webserverfehler, falscher Pfad, HTTP 500
Merksatz:
Webfehler können mehrere Schichten betreffen.
Fehlerbild: Login funktioniert nicht
Mögliche Ursachen:
- falscher Benutzername
- falsches Passwort
- Konto gesperrt
- MFA fehlt
- Session-Cookie blockiert
- Zeitproblem bei Tokens
- Berechtigung fehlt
- Authentifizierungsdienst nicht erreichbar
- LDAP oder Verzeichnisdienst gestört
Merksatz:
Loginfehler sind meist Anwendung, Authentifizierung oder Sitzung.
Fehlerbild: API antwortet mit Fehler
Mögliche Ursachen:
- falsche URL
- falsche HTTP-Methode
- fehlender Token
- falsche Berechtigung
- ungültiges JSON
- falscher Content-Type
- Serverfehler
- Rate Limit
- falsche API-Version
Merksatz:
API-Fehler betreffen oft Methode, Datenformat, Token oder Rechte.
Fehlerbild: DNS löst falsch auf
Mögliche Ursachen:
- falscher A-Record
- falscher AAAA-Record
- alter DNS-Cache
- falscher DNS-Server
- Split-DNS-Konfiguration
- Tippfehler im Namen
- Zone nicht aktualisiert
- TTL noch nicht abgelaufen
Merksatz:
Falscher DNS-Eintrag kann zum falschen Server führen.
Fehlerbild: E-Mail kommt nicht an
Mögliche Ursachen:
- falscher MX-Record
- SMTP blockiert
- Spamfilter
- SPF, DKIM oder DMARC fehlerhaft
- Mailbox voll
- Empfängeradresse falsch
- TLS-Problem
- Authentifizierung fehlerhaft
- Blacklisting
Merksatz:
Mailzustellung hängt stark von DNS, SMTP und Sicherheitsprüfungen ab.
Schicht 7 und Logs
Logs sind bei Schicht-7-Fehlern besonders wichtig.
Typische Logs:
- Webserver-Log
- Anwendungslog
- Authentifizierungslog
- Mailserver-Log
- DNS-Log
- Proxy-Log
- API-Log
- Firewall-Log
Logs zeigen oft:
- konkrete Fehlermeldungen
- Statuscodes
- Benutzer
- Zeitpunkt
- Quelle
- Anfragepfad
- Antwortcode
Merksatz:
Schicht-7-Fehler findet man oft in Anwendungs- und Dienstlogs.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Welche Aufgabe hat die Anwendungsschicht?
- Welche Protokolle gehören zur Anwendungsschicht?
- Was ist der Unterschied zwischen HTTP und HTTPS?
- Was macht DNS?
- Was ist der Unterschied zwischen A- und AAAA-Record?
- Was macht DHCP?
- Warum ist DHCP trotz IP-Bezug ein Anwendungsschicht-Protokoll?
- Welche Mailprotokolle gibt es?
- Was ist der Unterschied zwischen SMTP, POP3 und IMAP?
- Was macht SMB?
- Was macht LDAP?
- Was macht SNMP?
- Was bedeuten HTTP-Statuscodes?
- Warum reicht ein erfolgreicher Ping nicht für einen funktionierenden Dienst?
- Warum können Schicht-7-Fehler trotz offener Ports auftreten?
Typische Prüfungsfallen
Schicht 7 heißt Anwendungsschicht.
Schicht 7 ist nicht einfach das Programm selbst.
Anwendungen nutzen Schicht-7-Protokolle.
HTTP gehört zu Schicht 7.
HTTPS gehört zu Schicht 7,
nutzt aber TLS.
DNS gehört zu Schicht 7.
DHCP gehört zu Schicht 7,
obwohl es IP-Konfiguration vergibt.
Port gehört zu Schicht 4.
Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.
TCP 443 offen bedeutet nicht automatisch,
dass die Webseite funktioniert.
HTTP-Statuscode 404 ist ein Anwendungsschicht-Hinweis.
HTTP-Statuscode 500 deutet auf Server- oder Anwendungsproblem hin.
SMTP sendet E-Mails.
POP3 und IMAP empfangen E-Mails.
SFTP ist nicht FTPS.
Telnet ist unverschlüsselt.
SSH ist sicherer als Telnet.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Anwendungsschicht | OSI-Schicht 7 |
| HTTP | Webprotokoll |
| HTTPS | HTTP über TLS |
| DNS | Namensauflösung |
| DHCP | automatische IP-Konfiguration |
| SMTP | E-Mail senden |
| POP3 | E-Mail abrufen |
| IMAP | E-Mail abrufen und verwalten |
| FTP | Dateiübertragung |
| SFTP | Dateiübertragung über SSH |
| FTPS | FTP mit TLS |
| SSH | sicherer Fernzugriff |
| SMB | Datei- und Druckerfreigaben |
| LDAP | Verzeichnisdienstzugriff |
| SNMP | Netzwerkmanagement |
| NTP | Zeitsynchronisation |
| API | Schnittstelle zwischen Anwendungen |
| REST | Architekturstil für Web-APIs |
| Request | Anfrage |
| Response | Antwort |
| Statuscode | Ergebnis einer HTTP-Anfrage |
| Authentifizierung | Identität prüfen |
| Autorisierung | Rechte prüfen |
IHK-sichere Kurzformulierung
Die Anwendungsschicht ist Schicht 7 des OSI-Modells. Sie stellt Netzwerkdienste für Anwendungen bereit. Typische Protokolle der Anwendungsschicht sind HTTP, HTTPS, DNS, DHCP, SMTP, POP3, IMAP, FTP, SSH, SMB, LDAP, SNMP und NTP. Die Anwendungsschicht ist nicht einfach das Programm selbst, sondern umfasst die Protokolle und Dienste, die Anwendungen für die Netzwerkkommunikation verwenden. Ports gehören zur Transportschicht, während die eigentlichen Dienstprotokolle zur Anwendungsschicht gehören. Fehler auf Schicht 7 betreffen häufig Dienste, Anmeldungen, DNS, HTTP-Statuscodes, APIs, Datenformate oder Berechtigungen.
Merksätze
Schicht 7 = Anwendungsschicht.
Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.
Anwendung nutzt Schicht-7-Protokoll.
Browser ist Anwendung,
HTTP ist Protokoll.
Port gehört zu Schicht 4.
Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.
HTTP = Webprotokoll.
HTTPS = HTTP über TLS.
DNS = Name zu IP-Adresse.
A-Record = IPv4.
AAAA-Record = IPv6.
MX = Mailserver.
DHCP = automatische IP-Konfiguration.
DHCP ist trotz IP-Bezug Schicht 7.
SMTP sendet E-Mails.
POP3 ruft E-Mails ab.
IMAP verwaltet E-Mails auf dem Server.
FTP ist klassische Dateiübertragung.
SFTP ist Dateiübertragung über SSH.
FTPS ist FTP mit TLS.
SSH = sicherer Fernzugriff.
SMB = Datei- und Druckerfreigaben.
LDAP = Verzeichnisdienst.
SNMP = Netzwerküberwachung.
NTP = Zeitsynchronisation.
2xx = Erfolg.
4xx = Clientfehler.
5xx = Serverfehler.
Offener Port heißt nicht automatisch:
Anwendung funktioniert.
Schicht 7 prüft Dienst,
Inhalt,
Anmeldung
und Berechtigung.
10.2 HTTP, HTTPS und Webkommunikation
HTTP und HTTPS gehören zu den wichtigsten Protokollen der Anwendungsschicht.
Sie werden vor allem für Webseiten, Webanwendungen und APIs verwendet.
HTTP steht für:
Hypertext Transfer Protocol
HTTPS steht für:
Hypertext Transfer Protocol Secure
Der wichtigste Unterschied:
HTTP ist unverschlüsselt.
HTTPS nutzt TLS-Verschlüsselung.
Merksatz:
HTTP = Webkommunikation ohne TLS.
HTTPS = Webkommunikation mit TLS.
Grundidee von HTTP
HTTP ist ein Protokoll zur Übertragung von Webinhalten.
Ein Client stellt eine Anfrage.
Ein Server liefert eine Antwort.
Beispiel:
Browser fordert Webseite an.
Webserver liefert HTML, CSS, JavaScript, Bilder oder Daten zurück.
Typische Inhalte:
- Webseiten
- Bilder
- CSS-Dateien
- JavaScript-Dateien
- JSON-Daten
- API-Antworten
- Downloads
Merksatz:
HTTP arbeitet mit Anfrage und Antwort.
Client und Server bei HTTP
Bei HTTP gibt es meistens:
Client
Server
Client:
stellt Anfrage
Server:
verarbeitet Anfrage
und sendet Antwort
Beispiel:
Browser = Client
Webserver = Server
Merksatz:
Client fragt an,
Server antwortet.
Request und Response
Eine HTTP-Kommunikation besteht aus:
Request
Response
Request bedeutet:
Anfrage des Clients
Response bedeutet:
Antwort des Servers
Beispiel:
Request:
Browser fordert /index.html an.
Response:
Server liefert die Datei index.html zurück.
Merksatz:
Request = Anfrage.
Response = Antwort.
HTTP-Request
Ein HTTP-Request enthält unter anderem:
- Methode
- Pfad oder URL
- Header
- optionalen Body
Beispiel vereinfacht:
GET /index.html HTTP/1.1
Host: example.com
Bedeutung:
Client möchte die Datei /index.html vom Host example.com abrufen.
Merksatz:
HTTP-Request beschreibt,
was der Client vom Server möchte.
HTTP-Response
Eine HTTP-Response enthält unter anderem:
- Statuscode
- Header
- optionalen Body
Beispiel vereinfacht:
HTTP/1.1 200 OK
Content-Type: text/html
<html>...</html>
Bedeutung:
Server antwortet erfolgreich mit HTML-Inhalt.
Merksatz:
HTTP-Response enthält Ergebnis und Inhalt.
URL
URL steht für:
Uniform Resource Locator
Eine URL beschreibt, wo eine Ressource erreichbar ist.
Beispiel:
https://www.example.com:443/docs/index.html?seite=1
Bestandteile:
| Bestandteil | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Schema | https | Protokoll |
| Hostname | www.example.com | Servername |
| Port | 443 | Dienst-Port |
| Pfad | /docs/index.html | Ressource |
| Query | ?seite=1 | zusätzliche Parameter |
Merksatz:
URL = Adresse einer Ressource.
Schema
Das Schema steht am Anfang einer URL.
Beispiele:
http://
https://
Das Schema sagt dem Client, welches Protokoll verwendet werden soll.
Beispiel:
http://example.com
nutzt HTTP.
https://example.com
nutzt HTTPS.
Merksatz:
Schema zeigt das verwendete Protokoll.
Hostname
Der Hostname ist der Name des Servers.
Beispiel:
www.example.com
Der Hostname muss meist per DNS in eine IP-Adresse aufgelöst werden.
Ablauf vereinfacht:
Browser kennt Namen.
DNS liefert IP-Adresse.
Browser verbindet sich zur IP-Adresse.
Merksatz:
Hostname wird über DNS zur IP-Adresse.
Port bei HTTP und HTTPS
HTTP nutzt typischerweise:
TCP 80
HTTPS nutzt typischerweise:
TCP 443
Wenn kein Port angegeben wird, nutzt der Client den Standardport des Schemas.
Beispiele:
http://example.com
→ TCP 80
https://example.com
→ TCP 443
Merksatz:
HTTP = TCP 80.
HTTPS = TCP 443.
Pfad
Der Pfad zeigt, welche Ressource auf dem Server angefordert wird.
Beispiele:
/
/index.html
/produkte
/api/users
/bilder/logo.png
Der Server entscheidet, welcher Inhalt zu diesem Pfad geliefert wird.
Merksatz:
Pfad zeigt die gewünschte Ressource auf dem Server.
Query-Parameter
Query-Parameter stehen nach einem Fragezeichen.
Beispiel:
/suche?q=netzwerk&page=2
Bedeutung:
q=netzwerk
page=2
Query-Parameter übergeben zusätzliche Informationen an den Server.
Typisch bei:
- Suchfunktionen
- Filtern
- Seitennummern
- API-Abfragen
Merksatz:
Query-Parameter geben Zusatzinformationen mit.
HTTP-Methoden
HTTP-Methoden beschreiben, was der Client tun möchte.
Wichtige Methoden:
| Methode | Bedeutung |
|---|---|
| GET | Daten abrufen |
| POST | Daten senden oder erstellen |
| PUT | Ressource vollständig ersetzen |
| PATCH | Ressource teilweise ändern |
| DELETE | Ressource löschen |
| HEAD | nur Kopfzeilen abrufen |
| OPTIONS | unterstützte Möglichkeiten abfragen |
Merksatz:
GET liest.
POST sendet.
PUT ersetzt.
PATCH ändert teilweise.
DELETE löscht.
GET
GET wird verwendet, um Daten abzurufen.
Beispiele:
Webseite laden
Bild abrufen
API-Daten lesen
GET sollte normalerweise keine Daten verändern.
Beispiel:
GET /artikel/10
Bedeutung:
Artikel 10 abrufen.
Merksatz:
GET = Daten abrufen.
POST
POST wird verwendet, um Daten an den Server zu senden.
Beispiele:
Formular absenden
Benutzer erstellen
Datei hochladen
API-Daten senden
Beispiel:
POST /login
Bedeutung:
Login-Daten werden an den Server gesendet.
Merksatz:
POST = Daten an Server senden.
PUT
PUT ersetzt eine Ressource vollständig.
Beispiel:
PUT /users/5
Bedeutung:
Benutzer 5 wird vollständig mit den gesendeten Daten ersetzt.
Merksatz:
PUT = vollständig ersetzen.
PATCH
PATCH ändert eine Ressource teilweise.
Beispiel:
PATCH /users/5
Bedeutung:
Bei Benutzer 5 wird nur ein Teil geändert,
zum Beispiel die E-Mail-Adresse.
Merksatz:
PATCH = teilweise ändern.
DELETE
DELETE löscht eine Ressource.
Beispiel:
DELETE /users/5
Bedeutung:
Benutzer 5 löschen.
Merksatz:
DELETE = Ressource löschen.
HTTP-Header
HTTP-Header enthalten Zusatzinformationen zur Anfrage oder Antwort.
Beispiele:
| Header | Bedeutung |
|---|---|
| Host | angefragter Hostname |
| User-Agent | Client-Information |
| Accept | gewünschte Antwortformate |
| Content-Type | Format des gesendeten Inhalts |
| Authorization | Authentifizierungsdaten |
| Cookie | Cookie-Daten |
| Set-Cookie | Server setzt Cookie |
| Cache-Control | Cache-Verhalten |
| Location | Weiterleitungsziel |
Merksatz:
Header enthalten Zusatzinformationen.
Content-Type
Content-Type beschreibt, welches Datenformat im Body enthalten ist.
Beispiele:
| Content-Type | Bedeutung |
|---|---|
| text/html | HTML-Webseite |
| application/json | JSON-Daten |
| application/xml | XML-Daten |
| text/plain | einfacher Text |
| image/png | PNG-Bild |
| application/pdf | PDF-Dokument |
Merksatz:
Content-Type sagt,
welches Format der Inhalt hat.
Accept-Header
Der Accept-Header sagt dem Server, welche Antwortformate der Client akzeptiert.
Beispiel:
Accept: application/json
Bedeutung:
Client möchte JSON als Antwort erhalten.
Merksatz:
Accept sagt,
was der Client empfangen möchte.
Beispiele:
Bearer Token
Basic Authentication
API-Key-Verfahren
Beispiel vereinfacht:
Authorization: Bearer eyJ...
Wichtig:
Solche Daten müssen geschützt übertragen werden.
Deshalb sollte dafür HTTPS genutzt werden.
Merksatz:
Authorization-Header enthält Zugriffsinformationen.
Der Server sendet:
Set-Cookie
Der Browser sendet später:
Cookie
Typische Nutzung:
- Sitzung wiedererkennen
- Login-Status
- Spracheinstellung
- Warenkorb
- Tracking
Merksatz:
Cookies helfen,
Zustand über mehrere HTTP-Anfragen zu merken.
HTTP ist zustandslos
HTTP ist grundsätzlich zustandslos.
Das bedeutet:
Jede Anfrage ist zunächst unabhängig.
Beispiel:
Anfrage 1:
Login
Anfrage 2:
Dashboard öffnen
Der Server braucht einen Mechanismus, um die Sitzung wiederzuerkennen.
Merksatz:
HTTP ist zustandslos,
Sitzungen schaffen Zusammenhang.
Damit erkennt der Server:
Diese Anfrage gehört zu einer bestimmten Sitzung.
Beispiel:
Benutzer meldet sich an.
Server setzt Session-Cookie.
Browser sendet Cookie bei weiteren Anfragen mit.
Server erkennt Benutzer wieder.
Merksatz:
Session-Cookie verbindet mehrere HTTP-Anfragen zu einer Sitzung.
HTTPS
HTTPS ist HTTP über TLS.
Dabei werden HTTP-Daten verschlüsselt übertragen.
Schutz durch TLS:
- Schutz vor Mitlesen
- Schutz vor unbemerkter Veränderung
- Prüfung der Serveridentität über Zertifikat
Merksatz:
HTTPS schützt HTTP-Kommunikation mit TLS.
Ablauf bei HTTPS vereinfacht
Bei HTTPS passiert vereinfacht:
1. DNS löst den Namen auf.
2. TCP-Verbindung zu Port 443 wird aufgebaut.
3. TLS-Handshake findet statt.
4. Zertifikat wird geprüft.
5. HTTP-Anfrage wird verschlüsselt gesendet.
6. HTTP-Antwort wird verschlüsselt empfangen.
Merksatz:
Bei HTTPS kommt vor HTTP zuerst TCP und TLS.
HTTP und TLS unterscheiden
| Thema | Einordnung |
|---|---|
| HTTP | Anwendungsschicht-Protokoll |
| HTTPS | HTTP über TLS |
| TLS | Verschlüsselungs- und Schutzschicht |
| TCP 443 | Transportverbindung |
| Zertifikat | Vertrauensnachweis bei TLS |
Merksatz:
HTTP spricht die Anwendung.
TLS schützt die Verbindung.
TCP transportiert.
HTTP-Versionen
Es gibt verschiedene HTTP-Versionen.
Wichtige Versionen:
| Version | Kurzidee |
|---|---|
| HTTP/1.1 | klassisch, weit verbreitet |
| HTTP/2 | effizientere Übertragung über eine Verbindung |
| HTTP/3 | nutzt QUIC über UDP |
Wichtig für die Prüfung:
HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.
Klassisches HTTPS nutzt häufig TCP 443.
Merksatz:
HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.
HTTP/1.1
HTTP/1.1 ist eine klassische und weit verbreitete Version.
Typische Merkmale:
- Request/Response
- Header
- Host-Header wichtig für virtuelle Hosts
- mehrere Anfragen möglich
- sehr verbreitet
Merksatz:
HTTP/1.1 ist die klassische Webkommunikation.
HTTP/2
HTTP/2 verbessert die Effizienz der Webkommunikation.
Vorteile:
- mehrere Streams über eine Verbindung
- bessere Nutzung einer Verbindung
- Header-Kompression
- geringere Ladezeiten möglich
Für die Prüfung reicht meist:
HTTP/2 ist moderner und effizienter als HTTP/1.1.
Merksatz:
HTTP/2 kann mehrere Übertragungen effizienter bündeln.
HTTP/3
HTTP/3 basiert auf QUIC.
QUIC nutzt UDP.
Typisch:
UDP 443
Vorteile:
- schnellerer Verbindungsaufbau
- bessere Leistung bei Paketverlust
- moderne Webkommunikation
Prüfungsfalle:
HTTPS bedeutet nicht immer nur TCP 443,
bei HTTP/3 kann UDP 443 relevant sein.
Merksatz:
HTTP/3 = HTTP über QUIC über UDP.
Statuscodes
HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage.
Sie stehen in der HTTP-Antwort.
Beispiel:
200 OK
Bedeutung:
Anfrage erfolgreich.
Merksatz:
Statuscode zeigt,
wie der Server die Anfrage beantwortet hat.
Statuscode-Bereiche
| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| 1xx | Information |
| 2xx | Erfolg |
| 3xx | Weiterleitung |
| 4xx | Clientfehler |
| 5xx | Serverfehler |
Merksatz:
2xx = Erfolg.
3xx = Weiterleitung.
4xx = Clientfehler.
5xx = Serverfehler.
Wichtige HTTP-Statuscodes
| Statuscode | Bedeutung |
|---|---|
| 200 | OK |
| 201 | Created |
| 301 | dauerhaft weitergeleitet |
| 302 | vorübergehend weitergeleitet |
| 304 | nicht verändert |
| 400 | fehlerhafte Anfrage |
| 401 | nicht authentifiziert |
| 403 | verboten |
| 404 | nicht gefunden |
| 405 | Methode nicht erlaubt |
| 429 | zu viele Anfragen |
| 500 | interner Serverfehler |
| 502 | Bad Gateway |
| 503 | Dienst nicht verfügbar |
| 504 | Gateway Timeout |
Merksatz:
404 = nicht gefunden.
500 = Serverfehler.
502 = Gateway-Problem.
503 = Dienst nicht verfügbar.
401 und 403 unterscheiden
401 bedeutet:
nicht authentifiziert
Der Benutzer ist nicht oder nicht gültig angemeldet.
403 bedeutet:
verboten
Der Benutzer ist zwar eventuell bekannt, hat aber keine Berechtigung.
Merksatz:
401 = wer bist du?
403 = du darfst das nicht.
404 Not Found
404 bedeutet:
Ressource nicht gefunden
Mögliche Ursachen:
- falscher Pfad
- Datei fehlt
- Route in Anwendung fehlt
- Link falsch
- Ressource wurde gelöscht
- Rewrite-Regel falsch
Merksatz:
404 = angeforderte Ressource existiert dort nicht.
500 Internal Server Error
500 bedeutet:
interner Serverfehler
Mögliche Ursachen:
- Fehler in Anwendung
- Datenbankfehler
- Programmierfehler
- falsche Konfiguration
- fehlende Rechte
- Dienstproblem
Merksatz:
500 = Server oder Anwendung hat intern ein Problem.
502 Bad Gateway
502 tritt häufig bei Proxys oder Gateways auf.
Bedeutung:
Ein Gateway oder Proxy hat keine gültige Antwort vom Backend erhalten.
Mögliche Ursachen:
- Backend-Dienst down
- falscher Backend-Port
- Reverse Proxy falsch konfiguriert
- Verbindung zum Backend scheitert
- Backend antwortet ungültig
Merksatz:
502 = Proxy erreicht Backend nicht sauber.
503 bedeutet:
Dienst nicht verfügbar
Mögliche Ursachen:
- Server überlastet
- Wartungsmodus
- Anwendung nicht gestartet
- Backend nicht verfügbar
- Ressourcenmangel
Merksatz:
503 = Dienst aktuell nicht verfügbar.
504 Gateway Timeout
504 bedeutet:
Gateway Timeout
Ein Proxy oder Gateway wartet zu lange auf Antwort vom Backend.
Mögliche Ursachen:
- Backend langsam
- Backend hängt
- Netzwerkproblem zum Backend
- Timeout zu kurz eingestellt
- Datenbankantwort dauert zu lange
Merksatz:
504 = Gateway wartet zu lange auf Backend.
Weiterleitungen
Weiterleitungen gehören zu den 3xx-Statuscodes.
Beispiele:
301
302
301 bedeutet:
dauerhaft weitergeleitet
302 bedeutet:
vorübergehend weitergeleitet
Der neue Ort steht häufig im Header:
Location
Merksatz:
3xx bedeutet:
Client soll woanders hin.
Cache
Caching bedeutet:
Inhalte werden zwischengespeichert.
Ziel:
schnellere Ladezeiten
weniger Serverlast
weniger Datenverkehr
Caches können existieren bei:
- Browser
- Proxy
- CDN
- Anwendung
- DNS
Merksatz:
Cache speichert Daten,
um spätere Anfragen schneller zu beantworten.
Cache-Control
Cache-Control ist ein HTTP-Header.
Er steuert, wie Inhalte zwischengespeichert werden dürfen.
Beispiele:
Cache-Control: no-cache
Cache-Control: no-store
Cache-Control: max-age=3600
Merksatz:
Cache-Control steuert HTTP-Caching.
API und HTTP
Viele APIs nutzen HTTP oder HTTPS.
Typisch:
URL beschreibt Ressource.
HTTP-Methode beschreibt Aktion.
Header enthalten Zusatzinformationen.
Body enthält Daten.
Statuscode zeigt Ergebnis.
Beispiel:
GET /api/users
Bedeutung:
Benutzer abrufen.
Merksatz:
Web-APIs nutzen HTTP als Kommunikationsgrundlage.
REST und HTTP
REST nutzt HTTP-Ideen für APIs.
Typisch:
| Aktion | HTTP-Methode | Beispiel |
|---|---|---|
| lesen | GET | GET /users |
| erstellen | POST | POST /users |
| ersetzen | PUT | PUT /users/5 |
| teilweise ändern | PATCH | PATCH /users/5 |
| löschen | DELETE | DELETE /users/5 |
Merksatz:
REST ordnet Aktionen oft HTTP-Methoden zu.
JSON bei APIs
Viele APIs nutzen JSON als Datenformat.
Beispiel:
{
"id": 5,
"name": "Felix",
"rolle": "admin"
}
Wichtig:
JSON gehört als Datenformat eher zu Schicht 6,
wird aber häufig in Schicht-7-APIs genutzt.
Merksatz:
APIs nutzen oft JSON für strukturierte Daten.
Content-Type bei APIs
Bei APIs ist Content-Type besonders wichtig.
Beispiel:
Content-Type: application/json
Bedeutung:
Der Body enthält JSON.
Wenn Content-Type falsch ist, kann der Server die Daten falsch interpretieren oder ablehnen.
Merksatz:
Falscher Content-Type kann API-Fehler verursachen.
Authentifizierung bei Webdiensten
Webdienste können unterschiedliche Authentifizierungsarten nutzen.
Beispiele:
- Benutzername und Passwort
- Session-Cookie
- Bearer Token
- API-Key
- Client-Zertifikat
- OAuth
- OpenID Connect
- Multi-Faktor-Authentifizierung
Merksatz:
Webdienste müssen oft Benutzer oder Clients prüfen.
Bearer Token
Ein Bearer Token ist ein Zugriffstoken.
Es wird häufig im Authorization-Header gesendet.
Beispiel:
Authorization: Bearer <token>
Wichtig:
Wer den Token besitzt,
kann ihn oft verwenden.
Deshalb muss er geschützt werden.
Merksatz:
Bearer Token wie ein Passwort schützen.
CORS kurz erklärt
CORS steht für:
Cross-Origin Resource Sharing
CORS regelt, ob ein Browser eine Webseite von einer Herkunft auf Ressourcen einer anderen Herkunft zugreifen lässt.
Beispiel:
Webseite von app.firma.de
ruft API von api.firma.de auf
Wenn CORS nicht passend konfiguriert ist, blockiert der Browser die Anfrage.
Merksatz:
CORS ist eine Browser-Sicherheitsregel für Webanfragen.
Same-Origin Policy
Die Same-Origin Policy ist eine wichtige Browser-Sicherheitsregel.
Sie begrenzt, wie Webseiten auf Daten anderer Herkunft zugreifen dürfen.
Herkunft besteht aus:
- Schema
- Host
- Port
Beispiel:
https://app.firma.de:443
Merksatz:
Gleiche Herkunft = Schema, Host und Port passen.
Mixed Content
Mixed Content bedeutet:
Eine HTTPS-Seite lädt Inhalte über HTTP nach.
Beispiel:
Hauptseite:
https://wiki.firma.de
eingebundenes Script:
http://example.com/script.js
Browser blockieren solche Inhalte oft oder warnen.
Merksatz:
HTTPS-Seiten sollten keine HTTP-Inhalte nachladen.
Reverse Proxy
Ein Reverse Proxy steht vor einem oder mehreren internen Diensten.
Ablauf:
Client
→ Reverse Proxy
→ Backend-Server
Typische Aufgaben:
- TLS beenden
- Anfragen weiterleiten
- mehrere Dienste über eine Domainstruktur bereitstellen
- Lastverteilung
- Zugriffsschutz
- Header setzen
- Weiterleitungen durchführen
Merksatz:
Reverse Proxy nimmt Anfragen an und leitet sie intern weiter.
Backend
Backend bezeichnet den Dienst, der hinter einem Reverse Proxy arbeitet.
Beispiel:
Client ruft https://wiki.firma.de auf.
Reverse Proxy nimmt Anfrage an.
Backend ist der interne Webdienst.
Mögliche Fehler:
- Backend läuft nicht
- falscher Backend-Port
- falsches Protokoll HTTP/HTTPS
- Firewall blockiert intern
- falscher Pfad
Merksatz:
Backend = eigentlicher Dienst hinter Proxy oder Anwendung.
Host-Header
Der Host-Header sagt dem Webserver, welcher Hostname angefragt wurde.
Beispiel:
Host: wiki.firma.de
Das ist wichtig, wenn mehrere Webseiten auf derselben IP-Adresse laufen.
Der Server entscheidet anhand des Host-Headers, welche Webseite ausgeliefert wird.
Merksatz:
Host-Header ermöglicht mehrere Webseiten auf einer IP.
Virtueller Host
Ein virtueller Host erlaubt, mehrere Webseiten oder Dienste auf einem Server zu betreiben.
Beispiel:
wiki.firma.de
cloud.firma.de
shop.firma.de
Alle können auf dieselbe IP zeigen, aber unterschiedliche Inhalte liefern.
Merksatz:
Virtuelle Hosts unterscheiden Webseiten über Hostnamen.
Fehlerbild: Webseite nicht erreichbar
Mögliche Ursachen nach Schichten:
Schicht 3:
IP, Gateway oder Routing falsch
Schicht 4:
TCP 80 oder 443 nicht erreichbar
Schicht 6:
TLS-Zertifikat fehlerhaft
Schicht 7:
HTTP-Fehler, Anwendung, Pfad oder Backend
Merksatz:
Webfehler systematisch nach Schichten prüfen.
Fehlerbild: HTTP 404
Mögliche Ursachen:
- falscher Pfad
- Datei existiert nicht
- Route in Anwendung fehlt
- Reverse Proxy leitet falsch weiter
- falsche Base-URL
- Anwendung erwartet anderen Pfad
Merksatz:
404 = Ressource unter diesem Pfad nicht gefunden.
Fehlerbild: HTTP 500
Mögliche Ursachen:
- Fehler in Anwendung
- Datenbank nicht erreichbar
- falsche Rechte
- Konfigurationsfehler
- Abhängigkeit fehlt
- Programmfehler
- Speicher- oder Ressourcenproblem
Merksatz:
500 = Anwendung oder Server hat intern ein Problem.
Fehlerbild: HTTP 502
Mögliche Ursachen:
- Reverse Proxy erreicht Backend nicht
- Backend-Port falsch
- Backend-Protokoll falsch
- Backend abgestürzt
- Firewall blockiert intern
- falscher Container-Name oder DNS-Name
- Timeout oder ungültige Backend-Antwort
Merksatz:
502 = Proxy-zu-Backend prüfen.
Fehlerbild: Login-Schleife
Eine Login-Schleife bedeutet:
Benutzer meldet sich an,
landet aber wieder auf Login-Seite.
Mögliche Ursachen:
- Session-Cookie wird nicht gespeichert
- Cookie-Domain falsch
- Cookie-Pfad falsch
- HTTP/HTTPS-Wechsel
- SameSite-Problem
- Server verliert Session-State
- falsche Systemzeit
- Token ungültig
Merksatz:
Login-Schleifen sind oft Cookie-, Session- oder Token-Probleme.
Fehlerbild: API lehnt Anfrage ab
Mögliche Ursachen:
- falsche HTTP-Methode
- falsche URL
- fehlender Authorization-Header
- Token ungültig
- falscher Content-Type
- ungültiges JSON
- fehlende Pflichtfelder
- fehlende Berechtigung
- Rate Limit erreicht
Merksatz:
API-Fehler mit Methode, URL, Header, Body und Statuscode prüfen.
Fehlersuche bei Webkommunikation
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. DNS-Name wird korrekt aufgelöst?
2. Ziel-IP erreichbar?
3. TCP-Port 80 oder 443 erreichbar?
4. TLS-Zertifikat gültig?
5. HTTP-Statuscode prüfen.
6. Weiterleitungen prüfen.
7. Header prüfen.
8. Cookies und Session prüfen.
9. Reverse Proxy prüfen.
10. Backend und Anwendungslogs prüfen.
Merksatz:
Bei Webfehlern erst Verbindung,
dann TLS,
dann HTTP,
dann Anwendung prüfen.
HTTP-Logs
HTTP-Logs helfen bei der Fehlersuche.
Typische Informationen:
- Client-IP
- Zeit
- Methode
- Pfad
- Statuscode
- Antwortgröße
- User-Agent
- Referer
- Bearbeitungszeit
Beispiele für wichtige Fragen:
Kommt die Anfrage beim Server an?
Welcher Pfad wird aufgerufen?
Welcher Statuscode wird geliefert?
Ist der Fehler nur bei bestimmten Clients?
Merksatz:
HTTP-Logs zeigen,
was der Webserver tatsächlich beantwortet.
Reverse-Proxy-Logs
Reverse-Proxy-Logs sind wichtig, wenn ein Proxy zwischen Client und Backend steht.
Sie zeigen oft:
- eingehende Anfrage
- gewähltes Backend
- Statuscode
- Upstream-Fehler
- Timeout
- TLS-Informationen
- Weiterleitungsprobleme
Merksatz:
Bei 502, 503 und 504 zuerst Proxy und Backend prüfen.
Sicherheit bei HTTP und HTTPS
Wichtige Sicherheitsregeln:
- HTTPS statt HTTP verwenden
- Zertifikate aktuell halten
- sichere Cookies setzen
- sensible Daten nicht in URLs schreiben
- Eingaben prüfen
- Authentifizierung schützen
- Rechte sauber prüfen
- unnötige Header vermeiden
- nicht benötigte Dienste abschalten
- Logs datenschutzbewusst behandeln
Merksatz:
Websicherheit betrifft Transport,
Anwendung
und Benutzerzugriff.
Sensible Daten nicht in URLs
Sensible Daten sollten nicht in Query-Parametern stehen.
Problem:
URLs können in Logs,
Browserhistorie,
Proxys
oder Referer-Headern auftauchen.
Schlecht:
/login?password=geheim
Besser:
sensible Daten im Body übertragen
und HTTPS verwenden.
Merksatz:
Passwörter und Tokens gehören nicht in URLs.
HTTP und Datenschutz
HTTP-Logs können personenbezogene Daten enthalten.
Beispiele:
- IP-Adressen
- Benutzerkennungen
- Pfade
- Suchbegriffe
- Tokens in URLs
- Zeitstempel
Deshalb wichtig:
Logs schützen,
Aufbewahrung begrenzen,
sensible Daten vermeiden.
Merksatz:
Weblogs können sensible Informationen enthalten.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| IP-Adresse | 3 |
| TCP 80 / TCP 443 | 4 |
| TLS | 6 mit Bezug zu 4 und 7 |
| HTTP | 7 |
| HTTPS | 7 über TLS |
| URL | 7 |
| HTTP-Header | 7 |
| HTTP-Methode | 7 |
| HTTP-Statuscode | 7 |
| Cookie | 7 mit Sitzungsbezug |
| JSON-Format | 6 / 7-Bezug |
| Reverse Proxy | 7 mit Bezug zu 4 und 6 |
Merksatz:
HTTP ist Schicht 7.
TLS schützt darunter.
TCP transportiert darunter.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Was ist HTTP?
- Was ist HTTPS?
- Was ist der Unterschied zwischen HTTP und HTTPS?
- Welche Ports nutzen HTTP und HTTPS?
- Was ist ein HTTP-Request?
- Was ist eine HTTP-Response?
- Was ist eine URL?
- Was bedeuten GET, POST, PUT, PATCH und DELETE?
- Was ist ein HTTP-Header?
- Was bedeutet Content-Type?
- Was ist ein Cookie?
- Warum ist HTTP zustandslos?
- Was bedeuten HTTP-Statuscodes?
- Was ist der Unterschied zwischen 401 und 403?
- Was bedeuten 404, 500, 502, 503 und 504?
- Was ist ein Reverse Proxy?
- Warum kann eine Webseite trotz offenem Port Fehler anzeigen?
Typische Prüfungsfallen
HTTP gehört zu Schicht 7.
HTTPS gehört zu Schicht 7,
nutzt aber TLS.
HTTP nutzt typischerweise TCP 80.
HTTPS nutzt typischerweise TCP 443.
HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.
Port gehört zu Schicht 4.
HTTP-Methode gehört zu Schicht 7.
HTTP-Statuscode gehört zu Schicht 7.
TLS-Zertifikatsfehler sind nicht einfach HTTP-Fehler.
HTTP ist grundsätzlich zustandslos.
Cookies helfen bei Sitzungen.
GET sollte Daten abrufen.
POST sendet Daten an den Server.
401 bedeutet nicht authentifiziert.
403 bedeutet verboten.
404 bedeutet nicht gefunden.
500 bedeutet interner Serverfehler.
502 deutet häufig auf Proxy-Backend-Problem.
503 bedeutet Dienst nicht verfügbar.
504 bedeutet Gateway Timeout.
Offener TCP-Port 443 heißt nicht,
dass die Webanwendung korrekt funktioniert.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| HTTP | Webprotokoll |
| HTTPS | HTTP über TLS |
| Request | Anfrage des Clients |
| Response | Antwort des Servers |
| URL | Adresse einer Ressource |
| Schema | Protokollteil einer URL |
| Hostname | Name des Servers |
| Pfad | angeforderte Ressource |
| Query | Zusatzparameter in URL |
| Methode | Aktion einer HTTP-Anfrage |
| Header | Zusatzinformationen |
| Body | Nutzdaten einer Anfrage oder Antwort |
| Content-Type | Format des Inhalts |
| Cookie | gespeicherte Webinformation |
| Session-Cookie | Cookie zur Sitzungszuordnung |
| Statuscode | Ergebnis einer HTTP-Anfrage |
| Redirect | Weiterleitung |
| Cache | Zwischenspeicher |
| API | Anwendungsschnittstelle |
| REST | API-Architekturstil |
| Bearer Token | Zugriffstoken |
| CORS | Browser-Regel für fremde Herkunft |
| Reverse Proxy | vorgelagerter Webserver |
| Backend | interner Ziel-Dienst |
IHK-sichere Kurzformulierung
HTTP ist ein Anwendungsschicht-Protokoll zur Übertragung von Webinhalten. Es arbeitet mit Requests und Responses. Ein Client fordert eine Ressource über eine URL an, der Server antwortet mit Headern, einem Statuscode und optionalem Inhalt. HTTPS ist HTTP über TLS und schützt die Übertragung durch Verschlüsselung, Integrität und Serverauthentifizierung. HTTP nutzt typischerweise TCP-Port 80, HTTPS typischerweise TCP-Port 443. HTTP-Methoden wie GET, POST, PUT, PATCH und DELETE beschreiben die gewünschte Aktion. HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage an. Fehler wie 404, 500, 502, 503 oder 504 helfen bei der Fehlersuche auf Anwendungsschicht.
Merksätze
HTTP = Hypertext Transfer Protocol.
HTTPS = HTTP über TLS.
HTTP gehört zu Schicht 7.
HTTPS gehört zu Schicht 7 mit TLS-Bezug.
HTTP nutzt typischerweise TCP 80.
HTTPS nutzt typischerweise TCP 443.
HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.
Client stellt Request.
Server sendet Response.
URL zeigt Ressource.
Hostname wird per DNS aufgelöst.
GET ruft Daten ab.
POST sendet Daten.
PUT ersetzt vollständig.
PATCH ändert teilweise.
DELETE löscht.
Header enthalten Zusatzinformationen.
Content-Type beschreibt das Datenformat.
Cookie hilft bei Sitzungen.
HTTP ist zustandslos.
HTTPS schützt HTTP mit TLS.
Erst TCP,
dann TLS,
dann HTTP.
2xx = Erfolg.
3xx = Weiterleitung.
4xx = Clientfehler.
5xx = Serverfehler.
401 = nicht authentifiziert.
403 = verboten.
404 = nicht gefunden.
500 = interner Serverfehler.
502 = Bad Gateway.
503 = Dienst nicht verfügbar.
504 = Gateway Timeout.
Offener Port heißt nicht:
Webanwendung funktioniert.
Bei Webfehlern DNS,
IP,
Port,
TLS,
HTTP
und Anwendung prüfen.
10.3 DNS und Namensauflösung
DNS gehört zur OSI-Schicht 7.
DNS steht für:
Domain Name System
Die Hauptaufgabe von DNS ist:
Namen in IP-Adressen auflösen.
Beispiel:
www.example.com
→ 93.184.216.34
Menschen merken sich Namen leichter als IP-Adressen.
Computer benötigen aber IP-Adressen, um über das Netzwerk zu kommunizieren.
Merksatz:
DNS = Name zu IP-Adresse.
Warum braucht man DNS?
Ohne DNS müsste man sich IP-Adressen merken.
Beispiel ohne DNS:
93.184.216.34
Beispiel mit DNS:
www.example.com
DNS macht Netzwerke benutzerfreundlicher und flexibler.
Wenn sich die IP-Adresse eines Servers ändert, kann der DNS-Eintrag angepasst werden, ohne dass sich der Name ändern muss.
Merksatz:
DNS trennt Namen von IP-Adressen.
DNS im OSI-Modell
DNS ist ein Anwendungsschicht-Protokoll.
Es nutzt Transportprotokolle aus Schicht 4.
Typisch:
UDP 53
TCP 53
Wichtig:
DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.
DNS-Protokoll gehört zu Schicht 7.
Merksatz:
DNS nutzt Ports,
ist aber ein Dienst der Anwendungsschicht.
DNS und IP-Kommunikation
DNS ist nicht nötig, wenn direkt mit einer IP-Adresse kommuniziert wird.
Beispiel:
ping 8.8.8.8
Hier wird kein DNS-Name benötigt.
DNS wird benötigt bei:
ping www.example.com
Denn der Name muss zuerst in eine IP-Adresse aufgelöst werden.
Merksatz:
IP-Adresse direkt = kein DNS nötig.
Name verwenden = DNS nötig.
Typischer Ablauf einer Namensauflösung
Vereinfacht:
1. Benutzer gibt Namen ein.
2. Client prüft lokalen Cache.
3. Client fragt DNS-Resolver.
4. Resolver sucht die passende Antwort.
5. Resolver liefert IP-Adresse zurück.
6. Client verbindet sich zur IP-Adresse.
Beispiel:
Browser:
www.example.com öffnen
DNS:
www.example.com = 93.184.216.34
Browser:
Verbindung zu 93.184.216.34 aufbauen
Merksatz:
Erst Name auflösen,
dann Verbindung zur IP-Adresse aufbauen.
DNS-Client
Der DNS-Client ist das System, das eine DNS-Anfrage stellt.
Beispiele:
- PC
- Smartphone
- Server
- Browser
- Anwendung
- Betriebssystem
Der Client fragt normalerweise nicht direkt alle DNS-Server im Internet, sondern nutzt einen eingetragenen DNS-Resolver.
Merksatz:
DNS-Client stellt die Anfrage.
DNS-Resolver
Ein DNS-Resolver beantwortet DNS-Anfragen für Clients.
Er kann:
- Antworten aus Cache liefern
- andere DNS-Server fragen
- rekursive Auflösung durchführen
- lokale DNS-Zonen kennen
Beispiele für Resolver:
- Router im Heimnetz
- interner DNS-Server
- Provider-DNS
- öffentlicher DNS-Dienst
Merksatz:
Resolver sucht die Antwort für den Client.
Rekursive DNS-Abfrage
Bei einer rekursiven Abfrage erwartet der Client vom Resolver eine fertige Antwort.
Der Client fragt:
Welche IP hat www.example.com?
Der Resolver kümmert sich darum, die Antwort zu finden.
Der Client erhält am Ende:
IP-Adresse
oder
Fehler
Merksatz:
Rekursiv = Resolver erledigt die Suche für den Client.
Iterative DNS-Abfrage
Bei einer iterativen Abfrage liefert ein DNS-Server nicht unbedingt die endgültige Antwort.
Er kann stattdessen sagen:
Frag den nächsten zuständigen Server.
Das passiert typischerweise zwischen DNS-Servern bei der Auflösung.
Merksatz:
Iterativ = Server verweist auf nächsten zuständigen Server.
DNS-Hierarchie
DNS ist hierarchisch aufgebaut.
Vereinfacht:
Root
Top-Level-Domain
Domain
Subdomain
Hostname
Beispiel:
www.example.com
Aufteilung:
| Teil | Bedeutung |
|---|---|
| . | Root |
| com | Top-Level-Domain |
| example | Domain |
| www | Hostname oder Subdomain |
Merksatz:
DNS ist wie ein Baum aufgebaut.
Root-DNS-Server
Root-DNS-Server stehen ganz oben in der DNS-Hierarchie.
Sie kennen nicht jede einzelne Domain, aber sie wissen, welche Nameserver für Top-Level-Domains zuständig sind.
Beispiel:
Für .de frage diese Nameserver.
Für .com frage diese Nameserver.
Merksatz:
Root-Server verweisen auf TLD-Nameserver.
Top-Level-Domain
Eine Top-Level-Domain ist der rechte Teil eines Domainnamens.
Beispiele:
.de
.com
.org
.net
.edu
Bei:
www.example.com
ist:
.com
die Top-Level-Domain.
Merksatz:
TLD = oberster Domainbereich wie .de oder .com.
Er enthält verbindliche Informationen für eine Domain.
Beispiel:
Der authoritative DNS-Server für example.com kennt Einträge wie:
www.example.com
mail.example.com
api.example.com
Merksatz:
Authoritative DNS-Server liefern verbindliche Antworten für eine Zone.
DNS-Zone
Eine DNS-Zone ist ein verwalteter Bereich im DNS.
Beispiel:
example.com
In dieser Zone können Einträge liegen wie:
www.example.com
mail.example.com
api.example.com
Eine Zone wird von zuständigen DNS-Servern verwaltet.
Merksatz:
DNS-Zone = verwalteter Namensbereich.
Forward Lookup
Forward Lookup bedeutet:
Name zu IP-Adresse
Beispiel:
www.example.com
→ 93.184.216.34
Das ist die häufigste DNS-Nutzung.
Merksatz:
Forward Lookup = Name zu IP.
Reverse Lookup
Reverse Lookup bedeutet:
IP-Adresse zu Name
Beispiel:
93.184.216.34
→ www.example.com
Dafür werden spezielle DNS-Zonen verwendet.
Bei IPv4:
in-addr.arpa
Bei IPv6:
ip6.arpa
Merksatz:
Reverse Lookup = IP zu Name.
DNS-Records
DNS speichert Informationen in Records.
Ein Record ist ein DNS-Eintrag.
Wichtige Record-Typen:
| Record | Bedeutung |
|---|---|
| A | Name zu IPv4-Adresse |
| AAAA | Name zu IPv6-Adresse |
| CNAME | Alias auf anderen Namen |
| MX | Mailserver einer Domain |
| NS | zuständiger Nameserver |
| TXT | Textinformationen |
| PTR | Reverse-DNS-Eintrag |
| SRV | Dienststandort |
| SOA | Start of Authority |
Merksatz:
DNS-Records speichern verschiedene Namensinformationen.
A-Record
Ein A-Record ordnet einen Namen einer IPv4-Adresse zu.
Beispiel:
www.example.com
→ 93.184.216.34
A steht für:
Address
Merksatz:
A-Record = Name zu IPv4.
AAAA-Record
Ein AAAA-Record ordnet einen Namen einer IPv6-Adresse zu.
Beispiel:
www.example.com
→ 2001:db8::10
Warum AAAA?
IPv6-Adressen sind 128 Bit groß.
IPv4-Adressen sind 32 Bit groß.
128 Bit sind viermal so groß wie 32 Bit.
Merksatz:
AAAA-Record = Name zu IPv6.
CNAME-Record
Ein CNAME ist ein Alias.
CNAME steht für:
Canonical Name
Beispiel:
shop.example.com
→ webserver.example.com
Der Name shop.example.com zeigt also auf einen anderen Namen.
Wichtig:
Ein CNAME zeigt auf einen Namen,
nicht direkt auf eine IP-Adresse.
Merksatz:
CNAME = Alias auf anderen DNS-Namen.
MX-Record
MX steht für:
Mail Exchanger
Ein MX-Record gibt an, welche Mailserver für eine Domain zuständig sind.
Beispiel:
example.com
MX 10 mail.example.com
Die Zahl ist die Priorität.
Kleinere Zahl bedeutet:
höhere Priorität
Merksatz:
MX = zuständiger Mailserver einer Domain.
NS-Record
NS steht für:
Name Server
Ein NS-Record gibt an, welche Nameserver für eine Zone zuständig sind.
Beispiel:
example.com
NS ns1.example.com
example.com
NS ns2.example.com
Merksatz:
NS = zuständiger Nameserver.
TXT-Record
TXT-Records speichern Textinformationen.
Typische Nutzung:
- SPF
- DKIM
- DMARC
- Domain-Verifizierung
- Sicherheitsinformationen
- Dienstnachweise
Beispiel:
v=spf1 include:example.net -all
Merksatz:
TXT-Record = Textinformationen im DNS.
PTR-Record
PTR steht für:
Pointer
Ein PTR-Record wird für Reverse Lookup verwendet.
Er ordnet eine IP-Adresse einem Namen zu.
Beispiel:
93.184.216.34
→ server.example.com
PTR-Records sind besonders bei Mailservern relevant.
Merksatz:
PTR = Reverse-DNS-Eintrag.
SRV-Record
SRV steht für:
Service
Ein SRV-Record beschreibt, wo ein bestimmter Dienst erreichbar ist.
Er kann enthalten:
- Dienst
- Protokoll
- Zielhost
- Port
- Priorität
- Gewichtung
Typische Nutzung:
- Verzeichnisdienste
- VoIP
- Microsoft-Dienste
- XMPP
Merksatz:
SRV zeigt,
wo ein Dienst erreichbar ist.
SOA-Record
SOA steht für:
Start of Authority
Der SOA-Record enthält Verwaltungsinformationen einer DNS-Zone.
Dazu gehören zum Beispiel:
- primärer Nameserver
- verantwortliche Kontaktadresse
- Seriennummer
- Aktualisierungszeiten
- Ablaufzeiten
Merksatz:
SOA enthält Verwaltungsdaten einer DNS-Zone.
TTL
TTL steht bei DNS für:
Time To Live
Die TTL gibt an, wie lange ein DNS-Eintrag zwischengespeichert werden darf.
Beispiel:
TTL 3600
Bedeutung:
Eintrag darf 3600 Sekunden,
also eine Stunde,
gecacht werden.
Merksatz:
DNS-TTL bestimmt,
wie lange eine Antwort im Cache bleiben darf.
DNS-Cache
Ein DNS-Cache speichert Antworten vorübergehend.
Caches gibt es zum Beispiel bei:
- Betriebssystem
- Browser
- DNS-Resolver
- Router
- Provider
- Anwendungen
Vorteil:
schnellere Antworten
weniger Last auf DNS-Servern
Nachteil:
Änderungen werden nicht sofort überall sichtbar.
Merksatz:
DNS-Cache macht DNS schneller,
kann Änderungen aber verzögern.
Warum DNS-Änderungen dauern können
DNS-Änderungen sind nicht immer sofort überall sichtbar.
Grund:
alte Antworten können noch in Caches liegen.
Die Dauer hängt stark von der TTL ab.
Beispiel:
TTL 86400
bedeutet:
Antwort darf bis zu 24 Stunden gecacht werden.
Merksatz:
DNS-Änderungen brauchen wegen Caching Zeit.
DNS und DHCP
Clients erhalten DNS-Server häufig per DHCP.
DHCP kann dem Client mitteilen:
- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server
- Domain-Suffix
Wenn der falsche DNS-Server per DHCP verteilt wird, funktioniert Namensauflösung möglicherweise falsch.
Merksatz:
DHCP verteilt oft die DNS-Serveradresse.
DNS-Suffix
Ein DNS-Suffix kann bei unvollständigen Namen ergänzt werden.
Beispiel:
eingegeben:
server01
DNS-Suffix:
firma.local
Abfrage wird zu:
server01.firma.local
Typisch in Unternehmensnetzen.
Merksatz:
DNS-Suffix ergänzt kurze Namen.
FQDN
FQDN steht für:
Fully Qualified Domain Name
Ein FQDN ist ein vollständiger DNS-Name.
Beispiel:
server01.firma.local
Er beschreibt den Namen eindeutig innerhalb der DNS-Hierarchie.
Merksatz:
FQDN = vollständiger DNS-Name.
Hostname und Domainname
Hostname:
Name eines Geräts oder Dienstes
Domainname:
Namensbereich
Beispiel:
server01.firma.local
Dabei ist:
server01 = Hostname
firma.local = Domain
Merksatz:
Hostname ist der einzelne Name,
Domain ist der Namensbereich.
Split DNS
Split DNS bedeutet:
Ein Name kann intern und extern unterschiedlich aufgelöst werden.
Beispiel:
wiki.firma.de
intern:
192.168.10.50
extern:
93.184.100.10
Das ist häufig sinnvoll, wenn interne Clients interne Adressen verwenden sollen.
Merksatz:
Split DNS liefert je nach Standort unterschiedliche Antworten.
Interne und externe DNS-Zonen
Unternehmen nutzen oft interne und externe DNS-Zonen.
Extern sichtbar:
www.firma.de
mail.firma.de
Intern zusätzlich:
server01.firma.local
db01.intern.firma.de
printer01.firma.local
Wichtig:
Interne Namen sollten nicht unkontrolliert öffentlich sichtbar sein.
Merksatz:
Interne DNS-Zonen dienen interner Namensauflösung.
DNS und Active Directory
In Windows-Domänen ist DNS besonders wichtig.
Active Directory nutzt DNS für:
- Domänencontroller finden
- Dienste finden
- LDAP finden
- Kerberos finden
- Anmeldung unterstützen
Dafür werden unter anderem SRV-Records verwendet.
Merksatz:
Active Directory braucht funktionierendes DNS.
DNS und E-Mail
DNS ist für E-Mail sehr wichtig.
Wichtige Records:
| Record | Zweck |
|---|---|
| MX | zuständiger Mailserver |
| A / AAAA | IP-Adresse des Mailservers |
| PTR | Reverse-DNS für Mailserver |
| TXT | SPF, DKIM, DMARC |
Ohne korrekte DNS-Einträge kann E-Mail-Zustellung scheitern.
Merksatz:
Mailzustellung hängt stark von DNS ab.
SPF
SPF steht für:
Sender Policy Framework
SPF wird über TXT-Records im DNS veröffentlicht.
SPF legt fest, welche Server für eine Domain E-Mails senden dürfen.
Merksatz:
SPF sagt,
welche Server für eine Domain senden dürfen.
DKIM
DKIM steht für:
DomainKeys Identified Mail
DKIM nutzt digitale Signaturen, um E-Mails einer Domain zuzuordnen und Manipulationen erkennbar zu machen.
Der öffentliche Schlüssel steht im DNS als TXT-Record.
Merksatz:
DKIM signiert E-Mails kryptografisch.
DMARC
DMARC steht für:
Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance
DMARC baut auf SPF und DKIM auf.
Es legt fest, wie Empfänger mit verdächtigen E-Mails umgehen sollen.
Beispiele:
- nur berichten
- in Quarantäne verschieben
- ablehnen
Merksatz:
DMARC sagt,
wie mit SPF-/DKIM-Fehlern umzugehen ist.
DNS und Webseiten
Für Webseiten sind häufig wichtig:
A-Record
AAAA-Record
CNAME
TXT für Domainprüfung
Beispiel:
www.firma.de
→ A-Record oder CNAME
Wenn DNS auf die falsche IP zeigt, landet der Browser auf dem falschen Server.
Merksatz:
Falsches DNS kann falsche Webseite oder falsches Zertifikat bedeuten.
DNS und Zertifikate
TLS-Zertifikate müssen zum aufgerufenen Namen passen.
Wenn DNS auf einen falschen Server zeigt, kann dieser ein falsches Zertifikat ausliefern.
Beispiel:
DNS für wiki.firma.de zeigt auf Server A.
Server A liefert Zertifikat für cloud.firma.de.
Folge:
Browser zeigt Zertifikatswarnung.
Merksatz:
DNS und Zertifikate müssen zusammenpassen.
DNS und Reverse Proxy
Bei einem Reverse Proxy zeigen DNS-Einträge häufig auf den Proxy.
Beispiel:
wiki.firma.de
cloud.firma.de
git.firma.de
zeigen alle auf:
Reverse Proxy
Der Proxy entscheidet anhand des Hostnamens, an welches interne Backend weitergeleitet wird.
Merksatz:
DNS zeigt oft zum Proxy,
der Proxy leitet zum Backend.
DNS-Fehlersuche
Typische Fragen:
Welcher DNS-Server wird verwendet?
Wird der Name korrekt aufgelöst?
Gibt es A- oder AAAA-Records?
Gibt es einen falschen CNAME?
Ist der Cache veraltet?
Ist die TTL noch aktiv?
Wird intern anders aufgelöst als extern?
Stimmt der MX-Record?
Stimmt der PTR-Record?
Gibt es Tippfehler im Namen?
Merksatz:
DNS-Fehlersuche prüft Server,
Record,
Cache
und Sichtweise.
Fehlerbild: IP funktioniert, Name nicht
Beispiel:
ping 8.8.8.8 funktioniert.
ping www.example.com funktioniert nicht.
Dann ist IP-Kommunikation grundsätzlich möglich.
Mögliche Ursachen:
- DNS-Server falsch
- DNS-Server nicht erreichbar
- DNS-Dienst gestört
- Firewall blockiert DNS
- falscher Domainname
- DNS-Cache fehlerhaft
Merksatz:
IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.
Fehlerbild: Name zeigt auf falsche IP
Mögliche Ursachen:
- falscher A-Record
- falscher AAAA-Record
- falscher CNAME
- alter Cache
- falsche DNS-Zone
- Split-DNS falsch
- falscher DNS-Server wird gefragt
Merksatz:
Falsche IP bei DNS:
Record und verwendeten DNS-Server prüfen.
Fehlerbild: Intern geht, extern nicht
Mögliche Ursachen:
- interne DNS-Zone anders als externe
- externer DNS-Eintrag fehlt
- Firewall blockiert extern
- NAT oder Portweiterleitung fehlt
- Zertifikat gilt nur intern
- öffentliche IP falsch
- Split DNS falsch geplant
Merksatz:
Intern und extern getrennt prüfen.
Fehlerbild: Extern geht, intern nicht
Mögliche Ursachen:
- interner DNS-Server liefert falsche Adresse
- Hairpin NAT fehlt
- Split DNS fehlt
- interne Firewall blockiert
- interner Proxy falsch
- interne Zone überschreibt externe Zone
Merksatz:
Extern erreichbar heißt nicht automatisch intern erreichbar.
Fehlerbild: DNS-Änderung greift nicht
Mögliche Ursachen:
- DNS-Cache noch aktiv
- TTL noch nicht abgelaufen
- falscher DNS-Server wird gefragt
- Änderung in falscher Zone gemacht
- autoritativer Nameserver nicht aktualisiert
- Browser oder Betriebssystem cachet noch
Merksatz:
DNS-Änderungen brauchen Zeit wegen TTL und Cache.
Fehlerbild: Webseite zeigt falsches Zertifikat
Mögliche Ursachen:
- DNS zeigt auf falsche IP
- Reverse Proxy liefert falsches Zertifikat
- Host-Header passt nicht
- falscher virtueller Host
- CNAME zeigt unerwartet weiter
- interne und externe DNS-Antwort unterscheiden sich
Merksatz:
Falsches Zertifikat kann DNS- oder Proxy-Ursache haben.
DNS-Tools
Typische Werkzeuge zur DNS-Prüfung:
| Werkzeug | Zweck |
|---|---|
| nslookup | DNS-Abfragen durchführen |
| dig | detaillierte DNS-Abfragen |
| host | einfache DNS-Abfrage |
| ping | zeigt oft aufgelöste IP, prüft aber ICMP |
| ipconfig /displaydns | DNS-Cache unter Windows anzeigen |
| ipconfig /flushdns | DNS-Cache unter Windows leeren |
| resolvectl | DNS-Informationen unter vielen Linux-Systemen |
| scutil --dns | DNS-Informationen unter macOS |
Merksatz:
DNS prüft man mit DNS-Werkzeugen,
nicht nur mit Ping.
Ping ist kein DNS-Test allein
Ping kann einen Namen auflösen, aber Ping prüft zusätzlich ICMP.
Beispiel:
ping www.example.com
Dabei passieren zwei Dinge:
1. DNS-Auflösung
2. ICMP-Test
Wenn Ping fehlschlägt, muss man unterscheiden:
DNS-Auflösung fehlgeschlagen?
Oder ICMP blockiert?
Merksatz:
Ping mit Name vermischt DNS und ICMP.
DNS und UDP/TCP 53
DNS nutzt häufig UDP 53.
DNS kann aber auch TCP 53 verwenden.
TCP 53 ist wichtig bei:
- großen Antworten
- Zonentransfers
- bestimmten DNSSEC-Fällen
Prüfungsfalle:
DNS ist nicht nur UDP.
Merksatz:
DNS nutzt UDP 53 häufig,
TCP 53 ebenfalls möglich.
Zonentransfer
Ein Zonentransfer überträgt DNS-Zonendaten zwischen DNS-Servern.
Typisch:
primärer DNS-Server
→ sekundärer DNS-Server
Zonentransfers sollten nicht öffentlich für jeden erlaubt sein.
Warum?
Sonst könnten interne DNS-Strukturen sichtbar werden.
Merksatz:
Zonentransfer nur für berechtigte DNS-Server erlauben.
DNSSEC kurz erklärt
DNSSEC steht für:
Domain Name System Security Extensions
DNSSEC schützt DNS-Antworten durch digitale Signaturen.
Ziel:
Manipulation von DNS-Antworten erkennbar machen.
Wichtig:
DNSSEC verschlüsselt DNS-Anfragen nicht automatisch.
Es schützt vor allem die Integrität und Authentizität der DNS-Daten.
Merksatz:
DNSSEC signiert DNS-Daten,
verschlüsselt sie aber nicht.
DNS over HTTPS und DNS over TLS
Es gibt auch verschlüsselte DNS-Varianten.
Beispiele:
DoH = DNS over HTTPS
DoT = DNS over TLS
Ziel:
DNS-Anfragen besser vor Mitlesen oder Manipulation auf dem Transportweg schützen.
Wichtig:
In Unternehmensnetzen kann das Auswirkungen auf Filterung und Monitoring haben.
Merksatz:
DoH und DoT verschlüsseln DNS-Transport.
Was DNS nicht macht
DNS macht nicht:
- Webseiten ausliefern
- TCP-Verbindungen aufbauen
- IP-Pakete routen
- Zertifikate ausstellen
- Dienste automatisch starten
- Firewall-Regeln setzen
- Benutzer authentifizieren
DNS liefert Namen und zugehörige Informationen.
Merksatz:
DNS sagt,
wohin ein Name zeigt,
nicht ob der Dienst funktioniert.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| DNS-Protokoll | 7 |
| DNS-Record | 7 |
| A / AAAA / MX / TXT | 7 |
| UDP 53 / TCP 53 | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| Reverse Lookup | 7 |
| DNSSEC | 7 mit Sicherheitsbezug |
| DoH / DoT | 7 über TLS/HTTPS |
| DHCP verteilt DNS-Server | 7 mit Schicht-3-Bezug |
Merksatz:
DNS gehört zu Schicht 7,
nutzt aber Schicht 4 und Schicht 3 darunter.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Was macht DNS?
- Wofür steht DNS?
- Warum braucht man DNS?
- Was ist ein DNS-Resolver?
- Was ist ein authoritative DNS-Server?
- Was ist eine DNS-Zone?
- Was ist der Unterschied zwischen Forward und Reverse Lookup?
- Was ist ein A-Record?
- Was ist ein AAAA-Record?
- Was ist ein CNAME?
- Was ist ein MX-Record?
- Was ist ein TXT-Record?
- Was ist ein PTR-Record?
- Was bedeutet TTL?
- Warum dauern DNS-Änderungen manchmal?
- Warum funktioniert IP, aber Name nicht?
- Warum kann falsches DNS ein Zertifikatsproblem verursachen?
- Warum nutzt DNS UDP und TCP 53?
Typische Prüfungsfallen
DNS gehört zu Schicht 7.
DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.
DNS löst Namen in IP-Adressen auf.
A-Record = IPv4.
AAAA-Record = IPv6.
CNAME = Alias auf anderen Namen.
MX = Mailserver.
TXT = Textinformationen.
PTR = Reverse Lookup.
NS = zuständiger Nameserver.
TTL steuert DNS-Caching.
DNS-Änderungen können wegen Cache dauern.
IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.
Ping mit Name ist nicht nur DNS-Test,
sondern auch ICMP-Test.
DNS ist nicht nur UDP,
sondern kann auch TCP 53 nutzen.
DNSSEC verschlüsselt DNS nicht automatisch.
DNS sagt nicht,
ob der Dienst läuft.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| DNS | Domain Name System |
| Namensauflösung | Name wird zu IP-Adresse aufgelöst |
| Resolver | DNS-Server, der Antworten für Clients sucht |
| authoritative DNS | zuständiger DNS-Server einer Zone |
| DNS-Zone | verwalteter Namensbereich |
| Record | DNS-Eintrag |
| A | Name zu IPv4 |
| AAAA | Name zu IPv6 |
| CNAME | Alias auf anderen Namen |
| MX | Mailserver |
| NS | Nameserver |
| TXT | Textinformation |
| PTR | Reverse-DNS-Eintrag |
| SRV | Dienststandort |
| SOA | Verwaltungsdaten einer Zone |
| TTL | Cache-Lebensdauer |
| FQDN | vollständiger DNS-Name |
| Split DNS | unterschiedliche interne und externe Antworten |
| Reverse Lookup | IP-Adresse zu Name |
| DNSSEC | signierte DNS-Daten |
| DoH | DNS über HTTPS |
| DoT | DNS über TLS |
IHK-sichere Kurzformulierung
DNS steht für Domain Name System und gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells. DNS löst Namen in IP-Adressen auf, damit Anwendungen mit verständlichen Namen arbeiten können. Ein Client fragt einen DNS-Resolver, der die passende Antwort liefert oder weitere DNS-Server abfragt. DNS ist hierarchisch aufgebaut und arbeitet mit Records wie A für IPv4, AAAA für IPv6, CNAME für Aliase, MX für Mailserver, NS für Nameserver, TXT für Textinformationen und PTR für Reverse Lookup. DNS nutzt typischerweise UDP-Port 53, kann aber auch TCP-Port 53 verwenden. DNS-Caching wird durch die TTL gesteuert.
Merksätze
DNS = Domain Name System.
DNS gehört zu Schicht 7.
DNS löst Namen in IP-Adressen auf.
Name zu IP = Forward Lookup.
IP zu Name = Reverse Lookup.
Resolver sucht Antwort für Client.
Authoritative DNS liefert verbindliche Antwort.
DNS-Zone = verwalteter Namensbereich.
A = IPv4.
AAAA = IPv6.
CNAME = Alias.
MX = Mailserver.
NS = Nameserver.
TXT = Textinformation.
PTR = Reverse Lookup.
SRV = Dienststandort.
SOA = Zonendaten.
TTL = Cache-Zeit.
DNS-Cache beschleunigt,
verzögert aber Änderungen.
FQDN = vollständiger DNS-Name.
Split DNS = intern und extern unterschiedliche Antworten.
DNS-Port = UDP/TCP 53.
DNS ist nicht nur UDP.
IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.
Ping mit Name vermischt DNS und ICMP.
DNSSEC signiert,
verschlüsselt aber nicht automatisch.
DoH und DoT verschlüsseln DNS-Transport.
DNS sagt,
wohin ein Name zeigt,
nicht ob der Dienst funktioniert.
10.4 DHCP und automatische IP-Konfiguration*
DHCP gehört zur OSI-Schicht 7.
DHCP steht für:
Dynamic Host Configuration Protocol
Die Hauptaufgabe von DHCP ist:
Netzwerkkonfiguration automatisch an Clients verteilen.
Ein Client kann per DHCP zum Beispiel erhalten:
- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Standard-Gateway
- DNS-Server
- Domain-Suffix
- Lease-Zeit
- weitere DHCP-Optionen
Merksatz:
DHCP = automatische IP-Konfiguration.
Warum braucht man DHCP?
Ohne DHCP müsste jedes Gerät manuell konfiguriert werden.
Das wäre aufwendig und fehleranfällig.
Man müsste manuell eintragen:
- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server
- weitere Einstellungen
DHCP automatisiert diese Vergabe.
Vorteile:
- weniger manuelle Arbeit
- weniger Tippfehler
- zentrale Verwaltung
- flexible Adressvergabe
- einfache Änderung von DNS oder Gateway
- bessere Übersicht über vergebene Adressen
Merksatz:
DHCP verhindert viele manuelle IP-Konfigurationsfehler.
DHCP im OSI-Modell
DHCP ist ein Anwendungsschicht-Protokoll.
Es gehört zu:
OSI-Schicht 7
Aber DHCP verteilt Informationen, die für Schicht 3 wichtig sind.
Beispiel:
IP-Adresse
Subnetzmaske
Gateway
Wichtig:
DHCP-Protokoll = Schicht 7
IP-Adresse und Gateway = Schicht 3
Merksatz:
DHCP ist Schicht 7,
liefert aber Schicht-3-Konfiguration.
DHCP und Ports
DHCP nutzt UDP.
Wichtige Ports:
| Rolle | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| DHCP-Server | UDP | 67 |
| DHCP-Client | UDP | 68 |
Warum UDP?
Ein Client hat am Anfang oft noch keine vollständige IP-Konfiguration.
DHCP muss bereits funktionieren,
bevor der Client normal im IP-Netz arbeiten kann.
Merksatz:
DHCP nutzt UDP 67 und UDP 68.
DHCP-Client
Ein DHCP-Client ist ein Gerät, das automatisch eine Netzwerkkonfiguration anfordert.
Beispiele:
- PC
- Notebook
- Smartphone
- Drucker
- IP-Telefon
- Server
- virtuelle Maschine
- IoT-Gerät
Der Client fragt:
Gibt es einen DHCP-Server,
der mir eine IP-Konfiguration geben kann?
Merksatz:
DHCP-Client fordert IP-Konfiguration an.
DHCP-Server
Ein DHCP-Server vergibt IP-Konfigurationen an Clients.
Er verwaltet unter anderem:
- Adressbereiche
- Leases
- Reservierungen
- DHCP-Optionen
- verfügbare und vergebene IP-Adressen
Beispiele für DHCP-Server:
- Router
- Windows Server
- Linux-Server
- Firewall
- Netzwerk-Appliance
Merksatz:
DHCP-Server verteilt Netzwerkkonfiguration.
DHCP-Bereich
Ein DHCP-Bereich wird auch genannt:
DHCP-Scope
Er beschreibt, welche IP-Adressen ein DHCP-Server vergeben darf.
Beispiel:
Netz:
192.168.10.0/24
DHCP-Bereich:
192.168.10.100 bis 192.168.10.200
Der DHCP-Server vergibt dann Adressen aus diesem Bereich.
Merksatz:
DHCP-Scope = Adressbereich für automatische Vergabe.
DHCP-Lease
Eine per DHCP vergebene Adresse wird nicht dauerhaft vergeben, sondern für eine bestimmte Zeit.
Diese Zeit heißt:
Lease-Zeit
Beispiel:
Client erhält 192.168.10.120
für 8 Stunden.
Nach Ablauf muss der Client die Adresse erneuern oder eine neue Konfiguration erhalten.
Merksatz:
Lease = zeitlich begrenzte Adresszuweisung.
Warum gibt es Leases?
Leases sorgen dafür, dass IP-Adressen wieder frei werden können.
Beispiel:
Ein Notebook war im WLAN.
Es verlässt das Netzwerk.
Nach Ablauf der Lease kann die Adresse wieder vergeben werden.
Das ist besonders nützlich bei:
- WLANs
- Gastnetzen
- Schulen
- Unternehmen
- wechselnden Geräten
- mobilen Clients
Merksatz:
Lease-Zeit verhindert dauerhaft blockierte IP-Adressen.
DHCP-Ablauf: DORA
Der klassische DHCP-Ablauf wird oft mit DORA beschrieben.
DORA steht für:
Discover
Offer
Request
Acknowledge
Die vier Schritte:
| Schritt | Richtung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | Client → Netzwerk | Discover |
| 2 | Server → Client | Offer |
| 3 | Client → Server | Request |
| 4 | Server → Client | Acknowledge |
Merksatz:
DHCP-Ablauf = DORA.
DHCP Discover
Beim DHCP Discover sucht der Client nach einem DHCP-Server.
Der Client hat zu diesem Zeitpunkt oft noch keine gültige IP-Adresse.
Deshalb wird die Anfrage als Broadcast gesendet.
Vereinfacht sagt der Client:
Gibt es hier einen DHCP-Server?
Merksatz:
Discover = Client sucht DHCP-Server.
DHCP Offer
Beim DHCP Offer bietet der DHCP-Server dem Client eine Konfiguration an.
Das Angebot enthält zum Beispiel:
- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server
- Lease-Zeit
Vereinfacht sagt der Server:
Du kannst diese Adresse verwenden.
Merksatz:
Offer = Server bietet Konfiguration an.
DHCP Request
Beim DHCP Request nimmt der Client ein Angebot an.
Vereinfacht sagt der Client:
Ich möchte diese angebotene IP-Adresse verwenden.
Wenn mehrere DHCP-Server geantwortet haben, wählt der Client normalerweise ein Angebot aus.
Merksatz:
Request = Client fordert angebotene Adresse an.
DHCP Acknowledge
Beim DHCP Acknowledge bestätigt der Server die Vergabe.
Vereinfacht sagt der Server:
Die Adresse ist für dich reserviert.
Danach kann der Client die erhaltene IP-Konfiguration verwenden.
Merksatz:
Acknowledge = Server bestätigt die Vergabe.
DORA als Ablaufbild
Der Ablauf vereinfacht:
Client → Broadcast:
DHCP Discover
Server → Client:
DHCP Offer
Client → Server:
DHCP Request
Server → Client:
DHCP Acknowledge
Merksatz:
Discover, Offer, Request, Acknowledge.
Broadcast bei DHCP
DHCP nutzt am Anfang Broadcast, weil der Client noch nicht weiß:
welche IP-Adresse er selbst hat
welche IP-Adresse der DHCP-Server hat
welches Gateway zuständig ist
Broadcast bedeutet:
Nachricht an alle Geräte im lokalen Netz.
Wichtig:
Router leiten Broadcasts normalerweise nicht einfach in andere Netze weiter.
Merksatz:
DHCP startet häufig mit Broadcast im lokalen Netz.
DHCP und VLANs
In der Praxis gibt es häufig pro VLAN ein eigenes IP-Subnetz.
Beispiel:
| VLAN | Subnetz | DHCP-Bereich |
|---|---|---|
| VLAN 10 | 192.168.10.0/24 | 192.168.10.100–200 |
| VLAN 20 | 192.168.20.0/24 | 192.168.20.100–200 |
| VLAN 30 | 192.168.30.0/24 | 192.168.30.100–200 |
Ein Client im VLAN 20 soll eine Adresse aus dem VLAN-20-Bereich bekommen.
Merksatz:
Jedes VLAN braucht passende DHCP-Konfiguration.
DHCP-Relay
Ein DHCP-Relay wird benötigt, wenn DHCP-Client und DHCP-Server in unterschiedlichen Netzen liegen.
Problem:
DHCP Discover ist Broadcast.
Router leiten Broadcasts normalerweise nicht weiter.
Lösung:
DHCP-Relay nimmt die Anfrage entgegen
und leitet sie gezielt an den DHCP-Server weiter.
Bei Cisco wird dafür oft der Begriff verwendet:
IP Helper Address
Merksatz:
DHCP-Relay bringt DHCP-Anfragen über Router-Grenzen.
Beispiel DHCP-Relay
Situation:
Client im VLAN 20
DHCP-Server im Servernetz VLAN 100
Ohne DHCP-Relay:
DHCP Discover bleibt im VLAN 20.
DHCP-Server sieht die Anfrage nicht.
Mit DHCP-Relay:
Router oder Layer-3-Switch leitet die Anfrage an den DHCP-Server weiter.
Merksatz:
DHCP-Server muss nicht in jedem VLAN stehen,
wenn DHCP-Relay korrekt eingerichtet ist.
DHCP-Optionen
DHCP kann neben der IP-Adresse weitere Informationen liefern.
Wichtige Optionen:
| Option | Bedeutung |
|---|---|
| Subnetzmaske | Netzgröße |
| Router / Gateway | Standard-Gateway |
| DNS-Server | Server für Namensauflösung |
| Domainname | DNS-Suffix |
| NTP-Server | Zeitserver |
| Lease-Zeit | Gültigkeitsdauer |
| PXE-Boot-Optionen | Netzwerkstart |
Merksatz:
DHCP liefert mehr als nur IP-Adressen.
Standard-Gateway per DHCP
DHCP kann das Standard-Gateway an den Client verteilen.
Das Gateway wird benötigt, wenn der Client andere Netze erreichen soll.
Beispiel:
Client:
192.168.10.120/24
Gateway:
192.168.10.1
Wichtig:
Das Gateway muss zum Subnetz des Clients passen.
Merksatz:
Falsches Gateway per DHCP erzeugt Routing-Probleme.
DNS-Server per DHCP
DHCP verteilt oft auch DNS-Server.
Beispiel:
DNS-Server:
192.168.10.10
Wenn hier ein falscher DNS-Server eingetragen ist, funktioniert IP-Kommunikation möglicherweise, aber Namensauflösung nicht.
Fehlerbild:
ping 8.8.8.8 funktioniert
ping www.example.com funktioniert nicht
Merksatz:
Falscher DNS per DHCP verursacht Namensprobleme.
DHCP-Reservierung
Eine DHCP-Reservierung ordnet einem bestimmten Gerät immer dieselbe IP-Adresse zu.
Typische Grundlage:
MAC-Adresse des Clients
Beispiel:
Drucker-MAC:
AA:BB:CC:11:22:33
reservierte IP:
192.168.10.50
Der Drucker bekommt dann per DHCP immer dieselbe Adresse.
Merksatz:
DHCP-Reservierung = gleiche IP für bestimmtes Gerät.
Reservierung und statische IP unterscheiden
| Variante | Bedeutung |
|---|---|
| statische IP | direkt am Gerät manuell eingetragen |
| DHCP-Reservierung | zentral am DHCP-Server festgelegt |
Vorteil der Reservierung:
zentrale Verwaltung
weniger Fehler am Gerät
DNS und Optionen bleiben konsistent
Typisch für:
- Drucker
- Server
- Netzwerkgeräte
- Kameras
- Spezialgeräte
Merksatz:
Reservierung ist zentraler als manuelle statische IP.
Ausschlussbereich
Ein Ausschlussbereich enthält IP-Adressen, die der DHCP-Server nicht automatisch vergeben soll.
Beispiel:
Netz:
192.168.10.0/24
DHCP-Bereich:
192.168.10.10 bis 192.168.10.250
ausgeschlossen:
192.168.10.1 bis 192.168.10.20
Warum?
Diese Adressen sind vielleicht für Gateway, Server oder Drucker reserviert.
Merksatz:
Ausschlussbereiche verhindern doppelte Vergabe wichtiger Adressen.
Adresskonflikt
Ein Adresskonflikt entsteht, wenn zwei Geräte dieselbe IP-Adresse verwenden.
Mögliche Ursachen:
- statische IP liegt im DHCP-Bereich
- DHCP-Reservierung doppelt
- zwei DHCP-Server vergeben gleiche Bereiche
- manuelle Fehlkonfiguration
- Gerät verwendet alte Adresse weiter
Folgen:
- instabile Verbindung
- wechselnde Erreichbarkeit
- ARP-Probleme
- Verbindungsabbrüche
Merksatz:
Doppelte IP-Adressen verursachen instabile Netzprobleme.
DHCP und APIPA
Wenn ein Windows-Client keine DHCP-Adresse erhält, kann er sich selbst eine APIPA-Adresse geben.
APIPA-Bereich:
169.254.0.0/16
Beispiel:
169.254.23.80
Das bedeutet häufig:
DHCP-Server nicht erreichbar
oder
DHCP-Vergabe fehlgeschlagen
Merksatz:
169.254.x.x weist oft auf DHCP-Probleme hin.
DHCP und DNS-Dynamik
In manchen Netzwerken werden DNS-Einträge automatisch mit DHCP aktualisiert.
Beispiel:
Client erhält per DHCP:
192.168.10.120
DNS wird aktualisiert:
client01.firma.local
→ 192.168.10.120
Das ist besonders in Windows- und Active-Directory-Umgebungen verbreitet.
Merksatz:
DHCP kann mit DNS zusammenarbeiten.
DHCP und Active Directory
In Windows-Umgebungen ist DHCP oft eng mit DNS und Active Directory verbunden.
Wichtig:
Clients brauchen richtigen DNS-Server,
um Domänencontroller zu finden.
Wenn per DHCP ein externer DNS-Server verteilt wird, kann die Domänenanmeldung fehlschlagen.
Merksatz:
In AD-Netzen muss DHCP den internen DNS-Server verteilen.
DHCP-Snooping
DHCP-Snooping ist eine Sicherheitsfunktion auf Switches.
Ziel:
Schutz vor unerlaubten DHCP-Servern.
Der Switch unterscheidet:
vertrauenswürdige Ports
nicht vertrauenswürdige Ports
DHCP-Antworten dürfen nur von vertrauenswürdigen Ports kommen.
Merksatz:
DHCP-Snooping schützt vor Rogue-DHCP-Servern.
Rogue-DHCP-Server
Ein Rogue-DHCP-Server ist ein unerlaubter DHCP-Server im Netzwerk.
Er kann falsche Informationen verteilen:
- falsches Gateway
- falscher DNS-Server
- falsche IP-Adressen
- falsches Subnetz
Folgen:
- Clients verlieren Netzwerkzugriff
- Datenverkehr wird umgeleitet
- Namensauflösung wird manipuliert
- Sicherheitsrisiko
Merksatz:
Unerlaubter DHCP-Server kann ein ganzes Netz stören.
DHCP-Starvation
DHCP-Starvation ist ein Angriff, bei dem sehr viele DHCP-Anfragen gestellt werden.
Ziel:
DHCP-Adressbereich erschöpfen.
Folge:
echte Clients bekommen keine IP-Adresse mehr.
Schutzmaßnahmen:
- Port Security
- DHCP-Snooping
- Netzwerkzugangskontrolle
- Monitoring
- ausreichend Segmentierung
Merksatz:
DHCP-Starvation leert den DHCP-Adresspool.
DHCP und IPv6
Bei IPv6 gibt es mehrere Möglichkeiten zur Adresskonfiguration.
Wichtige Begriffe:
- SLAAC
- DHCPv6
- Router Advertisements
SLAAC bedeutet:
Client bildet IPv6-Adresse selbst anhand von Router Advertisements.
DHCPv6 kann zusätzliche Informationen liefern, zum Beispiel DNS-Server.
Merksatz:
IPv6 nutzt nicht einfach DHCPv4,
sondern SLAAC, RA und DHCPv6.
DHCPv4 und DHCPv6 unterscheiden
| Thema | DHCPv4 | DHCPv6 |
|---|---|---|
| Protokollfamilie | IPv4 | IPv6 |
| Adressvergabe | häufig zentral per DHCP | möglich, aber auch SLAAC |
| Broadcast | ja | nein, IPv6 nutzt Multicast |
| Gateway-Verteilung | per DHCP möglich | meist über Router Advertisements |
| DNS-Verteilung | per DHCP | per DHCPv6 oder RA-Optionen |
Merksatz:
DHCPv6 funktioniert anders als DHCPv4.
DHCP-Fehlersuche
Typische Fragen:
Hat der Client überhaupt Link?
Ist der Client im richtigen VLAN?
Gibt es einen DHCP-Server?
Ist der DHCP-Bereich aktiv?
Sind noch freie Adressen vorhanden?
Funktioniert DHCP-Relay?
Werden UDP 67 und 68 blockiert?
Gibt es einen Rogue-DHCP-Server?
Ist die erhaltene IP im richtigen Subnetz?
Stimmen Gateway und DNS?
Merksatz:
DHCP-Fehlersuche beginnt bei Link, VLAN und DHCP-Server.
Fehlerbild: Client bekommt keine IP-Adresse
Mögliche Ursachen:
- kein Link
- falsches VLAN
- DHCP-Server nicht erreichbar
- DHCP-Dienst gestoppt
- DHCP-Bereich erschöpft
- DHCP-Relay fehlt
- Firewall blockiert UDP 67/68
- Rogue-DHCP oder Schutzfunktion stört
- Netzwerkkarte deaktiviert
- Clientproblem
Merksatz:
Keine IP-Adresse:
Link, VLAN, DHCP und Relay prüfen.
Fehlerbild: Client bekommt falsche IP-Adresse
Mögliche Ursachen:
- Client ist im falschen VLAN
- falscher DHCP-Bereich aktiv
- Rogue-DHCP-Server
- falsche SSID-VLAN-Zuordnung
- falscher Switch-Port
- fehlerhafte Reservierung
- falscher DHCP-Relay-Kontext
Merksatz:
Falsche DHCP-Adresse deutet oft auf falsches VLAN oder Rogue-DHCP hin.
Fehlerbild: Client bekommt IP, aber kein Internet
Mögliche Ursachen:
- falsches Gateway per DHCP
- Gateway nicht erreichbar
- DNS falsch
- Routing fehlt
- NAT fehlt
- Firewall blockiert
- falsche Subnetzmaske
- Client im falschen VLAN
Merksatz:
DHCP-Erfolg heißt nicht automatisch:
Internet funktioniert.
Fehlerbild: IP funktioniert, Name nicht
Mögliche Ursachen:
- falscher DNS-Server per DHCP verteilt
- DNS-Server nicht erreichbar
- DNS-Dienst gestört
- falsches DNS-Suffix
- Firewall blockiert DNS
- externer DNS statt interner DNS
Merksatz:
DHCP kann DNS-Probleme verursachen,
wenn falsche DNS-Optionen verteilt werden.
Fehlerbild: Manche Clients bekommen IP, andere nicht
Mögliche Ursachen:
- DHCP-Pool fast erschöpft
- bestimmte Switch-Ports in falschem VLAN
- WLAN-SSID falsch zugeordnet
- DHCP-Snooping blockiert bestimmte Ports
- MAC-Filter
- Reservierungen fehlerhaft
- Relay nur für manche VLANs eingerichtet
Merksatz:
Teilweise DHCP-Probleme nach Standort, VLAN und Port eingrenzen.
Fehlerbild: Nach Umzug in anderes VLAN keine IP
Mögliche Ursachen:
- DHCP-Bereich für neues VLAN fehlt
- DHCP-Relay im neuen VLAN fehlt
- VLAN nicht auf Trunk erlaubt
- Access-Port falsch
- Firewall blockiert DHCP-Relay
- Gateway-Schnittstelle im VLAN fehlt
Merksatz:
Neues VLAN braucht passenden DHCP-Bereich und Relay.
DHCP-Tools
Typische Werkzeuge und Prüfungen:
| Werkzeug / Prüfung | Nutzen |
|---|---|
| IP-Konfiguration anzeigen | erhaltene Adresse prüfen |
| Lease erneuern | neue DHCP-Anfrage auslösen |
| DHCP-Server-Konsole | Bereich, Leases, Reservierungen prüfen |
| DHCP-Logs | Vergaben und Fehler prüfen |
| Switch-Port prüfen | VLAN und Link kontrollieren |
| Packet Capture | DORA-Ablauf sichtbar machen |
| Firewall-Logs | UDP 67/68 prüfen |
| ARP-Tabelle | Adresskonflikte erkennen |
Merksatz:
DHCP prüft man am Client,
am Server
und am Netzwerk dazwischen.
DHCP-Ablauf im Mitschnitt
In einem Paketmitschnitt erkennt man den DHCP-Ablauf:
Discover
Offer
Request
Acknowledge
Typische Fragen:
Sendet der Client Discover?
Kommt ein Offer zurück?
Sendet der Client Request?
Kommt ein Acknowledge?
Welche IP wird angeboten?
Welcher Server antwortet?
Merksatz:
Im Mitschnitt sieht man,
an welchem DORA-Schritt es scheitert.
DHCP und Firewall
DHCP kann durch Firewall-Regeln gestört werden.
Besonders relevant:
UDP 67
UDP 68
Bei DHCP-Relay kann auch Verkehr zwischen Relay und DHCP-Server betroffen sein.
Wichtig:
DHCP im gleichen LAN nutzt Broadcast.
DHCP über Relay muss gezielt erlaubt sein.
Merksatz:
Firewall kann DHCP verhindern,
wenn UDP 67/68 blockiert wird.
DHCP und Dokumentation
DHCP sollte sauber dokumentiert werden.
Wichtige Angaben:
- Subnetz
- VLAN
- DHCP-Bereich
- Ausschlüsse
- Reservierungen
- Gateway
- DNS-Server
- Lease-Zeit
- DHCP-Relay-Adresse
- zuständiger Server
Merksatz:
Gute DHCP-Dokumentation verhindert Fehlvergaben.
Was DHCP nicht macht
DHCP macht nicht:
- Kabelverbindung herstellen
- VLAN automatisch richtig setzen
- Routing garantieren
- NAT einrichten
- DNS-Namen zwingend korrekt auflösen
- Dienste starten
- Benutzer authentifizieren
- Firewall-Regeln ersetzen
DHCP liefert Konfigurationsdaten, aber andere Netzfunktionen müssen trotzdem korrekt eingerichtet sein.
Merksatz:
DHCP vergibt Konfiguration,
garantiert aber keine vollständige Erreichbarkeit.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| DHCP-Protokoll | 7 |
| DHCP-Optionen | 7 mit Schicht-3-Bezug |
| UDP 67 / 68 | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| Subnetzmaske | 3 |
| Standard-Gateway | 3 |
| DNS-Server-Adresse | 3 / 7-Bezug |
| VLAN | 2 |
| Broadcast | 2 / 3-Bezug |
| DHCP-Relay | 3 / 7-Bezug |
| DHCP-Snooping | 2-Sicherheitsfunktion |
Merksatz:
DHCP gehört zu Schicht 7,
wirkt aber stark auf Schicht 3.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Wofür steht DHCP?
- Welche Aufgabe hat DHCP?
- Warum ist DHCP sinnvoll?
- Welche Informationen kann DHCP verteilen?
- Welche Ports nutzt DHCP?
- Welches Transportprotokoll nutzt DHCP?
- Was bedeutet DORA?
- Was passiert bei DHCP Discover?
- Was passiert bei DHCP Offer?
- Was passiert bei DHCP Request?
- Was passiert bei DHCP Acknowledge?
- Was ist ein DHCP-Scope?
- Was ist eine Lease?
- Was ist eine DHCP-Reservierung?
- Was ist ein DHCP-Relay?
- Warum braucht man DHCP-Relay bei mehreren VLANs?
- Was bedeutet APIPA?
- Was ist ein Rogue-DHCP-Server?
- Warum kann ein Client eine falsche IP-Adresse bekommen?
Typische Prüfungsfallen
DHCP gehört zu Schicht 7.
DHCP nutzt UDP.
DHCP-Server nutzt UDP 67.
DHCP-Client nutzt UDP 68.
DHCP vergibt nicht nur IP-Adressen.
DHCP kann auch Gateway und DNS verteilen.
DHCP-Ablauf = DORA.
Discover sucht DHCP-Server.
Offer bietet Konfiguration an.
Request fordert Angebot an.
Acknowledge bestätigt Vergabe.
DHCP startet häufig mit Broadcast.
Router leiten Broadcasts normalerweise nicht einfach weiter.
DHCP-Relay ist für DHCP über Netzgrenzen nötig.
Falsches VLAN führt oft zu falscher DHCP-Adresse.
APIPA 169.254.x.x deutet oft auf DHCP-Problem hin.
DHCP-Erfolg heißt nicht automatisch,
dass DNS oder Internet funktionieren.
Rogue-DHCP kann falsche Konfiguration verteilen.
DHCPv6 funktioniert anders als DHCPv4.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| DHCP | Dynamic Host Configuration Protocol |
| DHCP-Client | Gerät, das Konfiguration anfordert |
| DHCP-Server | Server, der Konfiguration vergibt |
| DHCP-Scope | Adressbereich für DHCP |
| Lease | zeitlich begrenzte Adressvergabe |
| DORA | Discover, Offer, Request, Acknowledge |
| Discover | Client sucht DHCP-Server |
| Offer | Server bietet Konfiguration an |
| Request | Client fordert Angebot an |
| Acknowledge | Server bestätigt Vergabe |
| DHCP-Option | zusätzliche Konfigurationsinformation |
| DHCP-Relay | Weiterleitung von DHCP-Anfragen in andere Netze |
| IP Helper | Begriff für DHCP-Relay bei manchen Herstellern |
| Reservierung | feste IP-Zuordnung über DHCP |
| Ausschlussbereich | Adressen, die nicht automatisch vergeben werden |
| APIPA | automatische 169.254.x.x-Adresse bei DHCP-Problem |
| Rogue-DHCP | unerlaubter DHCP-Server |
| DHCP-Snooping | Schutzfunktion gegen Rogue-DHCP |
| DHCP-Starvation | Angriff auf DHCP-Adresspool |
| DHCPv6 | DHCP für IPv6 |
IHK-sichere Kurzformulierung
DHCP steht für Dynamic Host Configuration Protocol und gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells. Es dient dazu, Clients automatisch mit Netzwerkkonfigurationen zu versorgen. Dazu gehören IP-Adresse, Subnetzmaske, Standard-Gateway, DNS-Server und weitere Optionen. DHCP nutzt UDP, der Server verwendet Port 67 und der Client Port 68. Der klassische DHCP-Ablauf wird mit DORA beschrieben: Discover, Offer, Request und Acknowledge. Befindet sich der DHCP-Server in einem anderen Netz als der Client, wird ein DHCP-Relay benötigt, weil DHCP-Anfragen anfangs häufig als Broadcast gesendet werden und Router Broadcasts nicht einfach weiterleiten.
Merksätze
DHCP = Dynamic Host Configuration Protocol.
DHCP gehört zu Schicht 7.
DHCP vergibt automatische Netzwerkkonfiguration.
DHCP liefert IP-Adresse,
Subnetzmaske,
Gateway
und DNS-Server.
DHCP nutzt UDP.
DHCP-Server = UDP 67.
DHCP-Client = UDP 68.
DHCP-Ablauf = DORA.
Discover = Client sucht Server.
Offer = Server bietet Konfiguration an.
Request = Client fordert Angebot an.
Acknowledge = Server bestätigt.
DHCP startet häufig mit Broadcast.
Router leiten Broadcasts normalerweise nicht weiter.
DHCP-Relay leitet DHCP über Netzgrenzen.
DHCP-Scope = Adressbereich.
Lease = zeitlich begrenzte Vergabe.
Reservierung = feste IP per DHCP.
Ausschlussbereich = nicht automatisch vergeben.
169.254.x.x = häufig DHCP-Problem.
Falsches VLAN kann falsche DHCP-Adresse verursachen.
Rogue-DHCP = unerlaubter DHCP-Server.
DHCP-Snooping schützt vor Rogue-DHCP.
DHCPv6 ist nicht einfach DHCPv4 mit IPv6.
DHCP-Erfolg bedeutet nicht automatisch:
Internet funktioniert.
10.5 E-Mail-Protokolle: SMTP, POP3 und IMAP
E-Mail-Kommunikation gehört zur OSI-Schicht 7.
Dabei arbeiten mehrere Protokolle zusammen.
Die wichtigsten E-Mail-Protokolle sind:
- SMTP
- POP3
- IMAP
Sie haben unterschiedliche Aufgaben.
SMTP wird verwendet für:
E-Mails senden und transportieren.
POP3 und IMAP werden verwendet für:
E-Mails abrufen.
Merksatz:
SMTP sendet.
POP3 und IMAP empfangen.
Grundidee von E-Mail-Kommunikation
E-Mail ist kein einzelner einfacher Vorgang.
Beim Senden und Empfangen arbeiten mehrere Bestandteile zusammen:
- E-Mail-Client
- Mailserver
- DNS
- SMTP
- POP3 oder IMAP
- Authentifizierung
- TLS
- Spam- und Sicherheitsprüfungen
Beispiel:
Benutzer schreibt E-Mail im Mailprogramm.
Mailprogramm sendet E-Mail an Mailserver.
Mailserver transportiert E-Mail weiter.
Empfänger ruft E-Mail vom eigenen Mailserver ab.
Merksatz:
E-Mail nutzt mehrere Protokolle und Dienste zusammen.
E-Mail im OSI-Modell
E-Mail-Protokolle gehören zur Anwendungsschicht.
| Thema | Schicht |
|---|---|
| SMTP | 7 |
| POP3 | 7 |
| IMAP | 7 |
| DNS MX-Record | 7 |
| TLS | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| TCP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
Wichtig:
Die Protokolle SMTP, POP3 und IMAP gehören zu Schicht 7.
Die zugehörigen Ports gehören zu Schicht 4.
Merksatz:
Mailprotokoll = Schicht 7.
Mailport = Schicht 4.
SMTP
SMTP steht für:
Simple Mail Transfer Protocol
SMTP wird verwendet für:
- E-Mails senden
- E-Mails zwischen Mailservern transportieren
- E-Mails an den nächsten Mailserver weitergeben
Typischer Port:
TCP 25
Weitere häufige Ports:
TCP 587
TCP 465
Merksatz:
SMTP = E-Mail senden und weiterleiten.
SMTP zwischen Mailservern
Wenn ein Mailserver eine E-Mail an eine andere Domain zustellen möchte, nutzt er SMTP.
Beispiel:
absender@firma-a.de
sendet an
empfaenger@firma-b.de
Der Mailserver von firma-a.de fragt per DNS, welcher Mailserver für firma-b.de zuständig ist.
Danach wird die E-Mail per SMTP an diesen Mailserver übertragen.
Merksatz:
Mailserver transportieren E-Mails untereinander mit SMTP.
SMTP Submission
SMTP Submission bedeutet:
Ein Mailclient übergibt eine ausgehende E-Mail an den eigenen Mailserver.
Typischer Port:
TCP 587
Dabei wird normalerweise Authentifizierung verwendet.
Beispiel:
Mailprogramm meldet sich am Mailserver an
und sendet die E-Mail über Port 587.
Merksatz:
Port 587 ist typisch für authentifiziertes Senden durch Clients.
SMTPS
SMTPS bezeichnet SMTP mit direkter TLS-Verschlüsselung.
Typischer Port:
TCP 465
Wichtig:
TCP 465 startet normalerweise direkt mit TLS.
Bei STARTTLS dagegen beginnt die Verbindung zunächst unverschlüsselt und wird dann auf TLS umgestellt.
Merksatz:
SMTPS = SMTP direkt über TLS.
SMTP-Port 25, 587 und 465 unterscheiden
| Port | Zweck | Kurz erklärt |
|---|---|---|
| 25 | SMTP | Mailserver zu Mailserver |
| 587 | Submission | Client sendet authentifiziert an Mailserver |
| 465 | SMTPS | SMTP direkt über TLS |
Prüfungsfalle:
Port 25 ist nicht der typische Port,
über den moderne Mailclients ihre E-Mails authentifiziert einreichen.
Merksatz:
25 Servertransport,
587 Client-Abgabe,
465 SMTP über TLS.
POP3
POP3 steht für:
Post Office Protocol Version 3
POP3 wird verwendet zum:
Abrufen von E-Mails vom Mailserver.
Typischer Port:
TCP 110
Verschlüsselte Variante:
POP3S:
TCP 995
POP3 lädt E-Mails häufig vom Server herunter.
Je nach Einstellung können sie danach vom Server gelöscht werden.
Merksatz:
POP3 = E-Mails einfach abrufen.
POP3-Grundidee
POP3 ist eher einfach aufgebaut.
Typischer Ablauf:
Client verbindet sich mit Mailserver.
Client meldet sich an.
Client ruft E-Mails ab.
E-Mails werden lokal gespeichert.
E-Mails können vom Server gelöscht werden.
POP3 eignet sich weniger gut, wenn mehrere Geräte dieselbe Mailbox synchron nutzen sollen.
Merksatz:
POP3 ist einfach,
aber weniger gut für moderne Mehrgeräte-Synchronisation.
IMAP
IMAP steht für:
Internet Message Access Protocol
IMAP wird verwendet zum:
Abrufen und Verwalten von E-Mails auf dem Server.
Typischer Port:
TCP 143
Verschlüsselte Variante:
IMAPS:
TCP 993
IMAP lässt E-Mails normalerweise auf dem Server und synchronisiert den Zustand zwischen mehreren Geräten.
Merksatz:
IMAP = E-Mails auf dem Server verwalten und synchronisieren.
IMAP-Grundidee
Bei IMAP bleiben E-Mails meist auf dem Mailserver.
Der Client synchronisiert:
- Posteingang
- Ordner
- gelesen / ungelesen
- gelöscht
- verschoben
- gesendet
- Markierungen
Das ist praktisch bei mehreren Geräten.
Beispiel:
E-Mail auf dem Smartphone gelesen.
Am Notebook ist sie ebenfalls als gelesen markiert.
Merksatz:
IMAP eignet sich gut für mehrere Geräte.
POP3 und IMAP vergleichen
| Merkmal | POP3 | IMAP |
|---|---|---|
| Hauptzweck | E-Mails abrufen | E-Mails abrufen und verwalten |
| Speicherort | oft lokal beim Client | meist auf dem Server |
| Synchronisation | eingeschränkt | gut |
| mehrere Geräte | weniger geeignet | gut geeignet |
| Ordnerverwaltung | begrenzt | umfangreicher |
| typischer Port | TCP 110 | TCP 143 |
| verschlüsselt | TCP 995 | TCP 993 |
Merksatz:
POP3 lädt eher herunter.
IMAP synchronisiert mit dem Server.
SMTP, POP3 und IMAP direkt vergleichen
| Protokoll | Aufgabe | typischer Port |
|---|---|---|
| SMTP | E-Mail senden / transportieren | TCP 25 |
| Submission | E-Mail vom Client einreichen | TCP 587 |
| SMTPS | SMTP direkt über TLS | TCP 465 |
| POP3 | E-Mail abrufen | TCP 110 |
| POP3S | POP3 über TLS | TCP 995 |
| IMAP | E-Mail abrufen und verwalten | TCP 143 |
| IMAPS | IMAP über TLS | TCP 993 |
Merksatz:
SMTP raus.
POP3/IMAP rein.
E-Mail-Client
Ein E-Mail-Client ist ein Programm oder eine App, mit der Benutzer E-Mails senden und empfangen.
Beispiele:
- Outlook
- Thunderbird
- Apple Mail
- Smartphone-Mail-App
- Webmail im Browser
Der Client nutzt je nach Einrichtung:
SMTP zum Senden
IMAP oder POP3 zum Empfangen
Merksatz:
Mailclient nutzt SMTP zum Senden und IMAP/POP3 zum Empfangen.
Mailserver
Ein Mailserver nimmt E-Mails an, speichert sie und leitet sie weiter.
Typische Aufgaben:
- E-Mails von Clients annehmen
- E-Mails von anderen Mailservern empfangen
- E-Mails an andere Mailserver weiterleiten
- Postfächer bereitstellen
- Spamprüfung durchführen
- Virenprüfung durchführen
- TLS und Authentifizierung nutzen
Merksatz:
Mailserver transportiert und verwaltet E-Mails.
Webmail
Webmail bedeutet:
E-Mails werden über eine Webseite genutzt.
Beispiel:
Benutzer öffnet Mailbox im Browser.
Dabei nutzt der Browser:
HTTP oder HTTPS
Der Webmail-Server selbst kann intern trotzdem mit Maildiensten, Datenbanken oder IMAP arbeiten.
Merksatz:
Webmail nutzt im Browser HTTP/HTTPS,
Mailserver dahinter nutzen Mailprotokolle.
DNS und E-Mail
DNS ist für E-Mail sehr wichtig.
Wichtige DNS-Records:
| Record | Zweck |
|---|---|
| MX | zuständiger Mailserver einer Domain |
| A / AAAA | IP-Adresse des Mailservers |
| PTR | Reverse-DNS |
| TXT | SPF, DKIM, DMARC |
Ohne korrekte DNS-Einträge kann E-Mail-Zustellung scheitern.
Merksatz:
E-Mail-Zustellung hängt stark von DNS ab.
MX-Record
MX steht für:
Mail Exchanger
Ein MX-Record sagt, welcher Mailserver für eine Domain zuständig ist.
Beispiel:
firma.de
MX 10 mail.firma.de
Die Zahl ist die Priorität.
Kleinere Zahl bedeutet:
höhere Priorität
Merksatz:
MX zeigt auf zuständigen Mailserver.
Mailzustellung mit MX vereinfacht
Ablauf:
1. Absender-Mailserver erhält E-Mail an benutzer@firma.de.
2. Er fragt DNS nach MX-Record für firma.de.
3. DNS liefert zuständigen Mailserver.
4. Absender-Mailserver verbindet sich per SMTP.
5. Empfänger-Mailserver nimmt E-Mail an.
6. Empfänger ruft E-Mail per IMAP, POP3 oder Webmail ab.
Merksatz:
MX sagt,
wohin E-Mail für eine Domain geliefert werden soll.
PTR und Reverse DNS bei E-Mail
PTR-Records sind bei Mailservern wichtig.
Ein PTR-Record ordnet eine IP-Adresse einem Namen zu.
Viele empfangende Mailserver prüfen, ob der sendende Mailserver einen sinnvollen Reverse-DNS-Eintrag hat.
Fehlender oder falscher PTR kann die Zustellbarkeit verschlechtern.
Merksatz:
Reverse DNS ist bei Mailservern wichtig für Vertrauenswürdigkeit.
SPF
SPF steht für:
Sender Policy Framework
SPF wird als TXT-Record im DNS veröffentlicht.
SPF legt fest, welche Server für eine Domain E-Mails senden dürfen.
Beispiel sinngemäß:
Nur diese Mailserver dürfen E-Mails für firma.de senden.
Merksatz:
SPF sagt,
welche Server für eine Domain senden dürfen.
DKIM
DKIM steht für:
DomainKeys Identified Mail
DKIM signiert E-Mails kryptografisch.
Der öffentliche Schlüssel wird im DNS als TXT-Record veröffentlicht.
Empfangende Mailserver können prüfen:
Wurde die E-Mail wirklich passend signiert?
Wurde sie unterwegs verändert?
Merksatz:
DKIM signiert E-Mails und hilft bei Integritätsprüfung.
DMARC
DMARC steht für:
Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance
DMARC baut auf SPF und DKIM auf.
DMARC legt fest, wie Empfänger mit E-Mails umgehen sollen, wenn SPF oder DKIM nicht passen.
Mögliche Richtlinien:
- nur berichten
- Quarantäne
- ablehnen
Merksatz:
DMARC steuert den Umgang mit SPF-/DKIM-Fehlern.
SPF, DKIM und DMARC unterscheiden
| Verfahren | Hauptaufgabe |
|---|---|
| SPF | erlaubt sendende Server |
| DKIM | signiert E-Mails |
| DMARC | legt Umgang mit Prüfungsfehlern fest |
Merksatz:
SPF erlaubt.
DKIM signiert.
DMARC entscheidet.
STARTTLS bei E-Mail
STARTTLS bedeutet:
Eine Verbindung beginnt zunächst unverschlüsselt
und wird dann auf TLS umgestellt.
STARTTLS wird häufig bei Mailprotokollen verwendet.
Beispiele:
- SMTP
- IMAP
- POP3
Wichtig:
STARTTLS ist nicht dasselbe wie ein von Anfang an verschlüsselter eigener TLS-Port.
Merksatz:
STARTTLS startet unverschlüsselt und schaltet dann auf TLS um.
E-Mail und TLS
TLS schützt E-Mail-Verbindungen beim Transport.
Beispiele:
- SMTP mit STARTTLS
- SMTPS
- IMAPS
- POP3S
Wichtig:
TLS schützt die Verbindung zwischen zwei Kommunikationspunkten.
Das ist nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des E-Mail-Inhalts.
Merksatz:
TLS schützt die Mailverbindung,
aber nicht automatisch den Inhalt bis zum endgültigen Empfänger.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei E-Mail
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet:
Der Inhalt bleibt vom Absender bis zum Empfänger geschützt.
Beispiele:
- S/MIME
- OpenPGP
Dabei können Zwischenserver die Inhalte nicht einfach lesen.
Unterschied zu TLS:
TLS schützt die Verbindung.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt den Inhalt selbst.
Merksatz:
TLS ist Transportverschlüsselung.
S/MIME oder OpenPGP schützen den Mailinhalt Ende-zu-Ende.
E-Mail-Adresse
Eine E-Mail-Adresse besteht aus:
lokaler Teil
@
Domain
Beispiel:
felix@firma.de
Dabei ist:
felix = lokaler Teil
firma.de = Domain
Für die Domain wird per DNS der zuständige Mailserver gesucht.
Merksatz:
Rechts vom @ steht die Maildomain.
Postfach und Alias
Ein Postfach ist ein echter Speicherbereich für E-Mails.
Ein Alias ist eine zusätzliche Adresse, die auf ein Postfach oder eine Gruppe zeigen kann.
Beispiel:
Postfach:
felix@firma.de
Alias:
support@firma.de
E-Mails an support@firma.de landen im Postfach oder bei einer Gruppe.
Merksatz:
Postfach speichert.
Alias leitet zu.
Verteilergruppe
Eine Verteilergruppe sendet eine E-Mail an mehrere Empfänger weiter.
Beispiel:
it-team@firma.de
geht an:
admin1@firma.de
admin2@firma.de
support@firma.de
Merksatz:
Verteilergruppe verteilt an mehrere Empfänger.
Beispiel:
support@firma.de
Mehrere Benutzer können Zugriff haben.
Typische Nutzung:
- Support
- Info-Adresse
- Team-Postfach
- Bewerbungen
- Rechnungen
Merksatz:
Shared Mailbox = gemeinsames Postfach für mehrere Benutzer.
Postfachgröße
Ein Postfach kann eine Größenbegrenzung haben.
Wenn das Postfach voll ist, können Probleme auftreten.
Mögliche Folgen:
- neue E-Mails werden abgewiesen
- Benutzer kann nicht senden
- Synchronisation schlägt fehl
- Warnungen im Mailclient
Merksatz:
Volles Postfach kann Mailprobleme verursachen.
Spamfilter
Spamfilter prüfen eingehende E-Mails auf unerwünschte oder gefährliche Inhalte.
Kriterien können sein:
- Absenderreputation
- Inhalt
- Links
- Anhänge
- SPF
- DKIM
- DMARC
- bekannte Schadsoftware
- ungewöhnliches Verhalten
Merksatz:
Spamfilter entscheiden,
ob E-Mails zugestellt, markiert oder blockiert werden.
Quarantäne
Quarantäne bedeutet:
Eine E-Mail wird nicht direkt zugestellt,
sondern zurückgehalten.
Gründe:
- Spamverdacht
- Malwareverdacht
- gefährlicher Anhang
- Phishingverdacht
- Richtlinienverstoß
Administrator oder Benutzer können je nach System prüfen, ob die Mail freigegeben werden soll.
Merksatz:
Quarantäne hält verdächtige Mails zurück.
Phishing
Phishing ist der Versuch, Benutzer zur Preisgabe sensibler Informationen zu bringen.
Beispiele:
- gefälschte Login-Seite
- angebliche Paketbenachrichtigung
- falsche Rechnung
- gefälschte Bank-Mail
- angeblicher IT-Support
Ziel:
Zugangsdaten,
Zahlungsdaten
oder Zugriff auf Systeme
Merksatz:
Phishing täuscht Benutzer,
um Daten oder Zugriff zu erhalten.
Anhänge und Sicherheit
E-Mail-Anhänge können gefährlich sein.
Risiken:
- Schadsoftware
- Makros
- manipulierte Dokumente
- Archive mit Malware
- ausführbare Dateien
- Phishing-Dokumente
Schutzmaßnahmen:
- Anhänge prüfen
- Makros einschränken
- Antivirus
- Sandboxing
- Schulung der Benutzer
- Dateitypen filtern
Merksatz:
E-Mail-Anhänge sind ein häufiger Angriffsweg.
E-Mail-Header
E-Mail-Header enthalten technische Informationen.
Beispiele:
- Absender
- Empfänger
- Betreff
- Versandzeit
- Mailserver-Wege
- Message-ID
- SPF/DKIM/DMARC-Ergebnisse
- Received-Zeilen
Header helfen bei der Fehlersuche und Sicherheitsanalyse.
Merksatz:
Mail-Header zeigen technische Zustellinformationen.
Received-Header
Received-Header zeigen, über welche Mailserver eine E-Mail gelaufen ist.
Jeder Mailserver fügt typischerweise eine Received-Zeile hinzu.
Damit kann man den Weg einer E-Mail nachvollziehen.
Merksatz:
Received-Header zeigen den Mailtransportweg.
Bounce-Mail
Eine Bounce-Mail ist eine automatische Fehlermeldung, wenn eine E-Mail nicht zugestellt werden konnte.
Mögliche Gründe:
- Empfänger existiert nicht
- Postfach voll
- Domain existiert nicht
- Mailserver nicht erreichbar
- Nachricht wurde abgelehnt
- Spamprüfung fehlgeschlagen
Merksatz:
Bounce-Mail informiert über Zustellfehler.
NDR
NDR steht für:
Non-Delivery Report
Das ist eine Nichtzustellbarkeitsmeldung.
Sie enthält häufig:
- Fehlercode
- Grund der Ablehnung
- Zieladresse
- Zeit
- beteiligter Mailserver
Merksatz:
NDR = Meldung über nicht zugestellte E-Mail.
Typische SMTP-Fehlercodes
SMTP nutzt Antwortcodes.
Grobe Einordnung:
| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| 2xx | Erfolg |
| 4xx | temporärer Fehler |
| 5xx | dauerhafter Fehler |
Beispiele:
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| 250 | OK |
| 421 | Dienst nicht verfügbar |
| 450 | Mailbox vorübergehend nicht verfügbar |
| 550 | Mailbox nicht gefunden oder abgelehnt |
| 554 | Nachricht abgelehnt |
Merksatz:
4xx kann später erneut versucht werden.
5xx ist meist dauerhaft.
E-Mail-Fehlersuche: Senden
Wenn E-Mail-Senden nicht funktioniert, prüft man:
- SMTP-Server korrekt?
- richtiger Port?
- Authentifizierung korrekt?
- TLS erforderlich?
- Benutzer darf senden?
- Absenderadresse erlaubt?
- DNS korrekt?
- Firewall blockiert?
- Mailserver-Logs?
- Fehlermeldung oder NDR?
Merksatz:
Beim Senden SMTP, Authentifizierung, TLS und DNS prüfen.
E-Mail-Fehlersuche: Empfangen
Wenn E-Mail-Empfang nicht funktioniert, prüft man:
- MX-Record korrekt?
- Mailserver erreichbar?
- Postfach vorhanden?
- Postfach voll?
- Spamfilter oder Quarantäne?
- POP3/IMAP erreichbar?
- Client korrekt konfiguriert?
- TLS und Anmeldung korrekt?
- Mailserver-Logs?
Merksatz:
Beim Empfangen MX, Postfach, Spamfilter und Abrufprotokoll prüfen.
Fehlerbild: Mail kommt nicht an
Mögliche Ursachen:
- falsche Empfängeradresse
- MX-Record falsch
- Mailserver nicht erreichbar
- Spamfilter blockiert
- Quarantäne
- Postfach voll
- SPF/DKIM/DMARC-Fehler
- Absender blockiert
- Domain falsch
- NDR beachten
Merksatz:
Nicht zugestellte Mail immer mit NDR und Logs prüfen.
Fehlerbild: Mail landet im Spam
Mögliche Ursachen:
- schlechter Absender-Ruf
- SPF fehlt oder falsch
- DKIM fehlt oder falsch
- DMARC fehlt oder streng
- Inhalt wirkt verdächtig
- Links sind auffällig
- Anhänge sind verdächtig
- fehlender PTR-Record
- neue oder schlecht bewertete Domain
Merksatz:
Spamprobleme oft mit DNS-Authentifizierung und Inhalt prüfen.
Fehlerbild: Mailclient kann nicht senden
Mögliche Ursachen:
- falscher SMTP-Server
- falscher Port
- Authentifizierung falsch
- TLS-Einstellung falsch
- Passwort falsch
- Benutzer darf nicht senden
- Firewall blockiert
- Provider blockiert Port 25
- Konto gesperrt
Merksatz:
Sendeprobleme am Client betreffen oft SMTP, Port, TLS und Login.
Fehlerbild: Mailclient kann nicht empfangen
Mögliche Ursachen:
- falscher IMAP- oder POP3-Server
- falscher Port
- falsches Passwort
- TLS-Einstellung falsch
- Postfach voll
- Konto gesperrt
- Firewall blockiert
- Serverdienst gestört
- Zertifikatsfehler
Merksatz:
Empfangsprobleme am Client betreffen IMAP/POP3, Port, TLS und Login.
Fehlerbild: Zertifikatswarnung im Mailclient
Mögliche Ursachen:
- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht zum Zertifikat
- falscher Mailserver eingetragen
- interne CA nicht vertraut
- Zwischenzertifikat fehlt
- falsche Systemzeit
- Proxy oder Sicherheitssoftware greift ein
Merksatz:
Mail-Zertifikatsfehler wie HTTPS-Zertifikatsfehler prüfen.
Fehlerbild: E-Mail verzögert
Mögliche Ursachen:
- Greylisting
- temporärer SMTP-Fehler
- überlasteter Mailserver
- DNS-Probleme
- Spamprüfung dauert
- Zielserver nicht erreichbar
- Warteschlange auf Mailserver
- Rate Limits
Merksatz:
Verzögerte Mail kann durch temporäre Fehler oder Warteschlangen entstehen.
Greylisting
Greylisting ist eine Anti-Spam-Technik.
Dabei lehnt der empfangende Server eine Mail zunächst temporär ab.
Ein seriöser Mailserver versucht später erneut zuzustellen.
Viele Spam-Systeme versuchen das nicht.
Merksatz:
Greylisting verzögert E-Mails absichtlich zur Spamabwehr.
Was E-Mail-Protokolle nicht machen
E-Mail-Protokolle machen nicht automatisch:
- DNS korrekt konfigurieren
- Benutzer sicher schulen
- Phishing vollständig verhindern
- Anhänge automatisch ungefährlich machen
- Postfachgrößen unbegrenzt machen
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erzwingen
- SPF/DKIM/DMARC automatisch korrekt setzen
Merksatz:
E-Mail braucht Protokolle,
DNS,
Sicherheit
und Administration zusammen.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| SMTP | 7 |
| POP3 | 7 |
| IMAP | 7 |
| DNS MX | 7 |
| SPF/DKIM/DMARC | 7 mit Sicherheitsbezug |
| TLS bei Mail | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| TCP-Port 25/587/465/110/143/993/995 | 4 |
| IP-Adresse des Mailservers | 3 |
| MAC-Adresse | 2 |
Merksatz:
Mailprotokolle gehören zu Schicht 7,
ihre Ports zu Schicht 4.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Welche Protokolle werden für E-Mail verwendet?
- Wofür wird SMTP genutzt?
- Wofür wird POP3 genutzt?
- Wofür wird IMAP genutzt?
- Was ist der Unterschied zwischen POP3 und IMAP?
- Welche Ports nutzen SMTP, POP3 und IMAP?
- Was ist SMTP Submission?
- Was ist STARTTLS?
- Was ist ein MX-Record?
- Warum ist DNS für E-Mail wichtig?
- Was machen SPF, DKIM und DMARC?
- Was ist ein NDR?
- Warum landet eine Mail im Spam?
- Warum ist TLS bei Mail nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?
Typische Prüfungsfallen
SMTP sendet E-Mails.
POP3 ruft E-Mails ab.
IMAP ruft E-Mails ab und verwaltet sie auf dem Server.
SMTP zwischen Mailservern nutzt häufig TCP 25.
SMTP Submission nutzt häufig TCP 587.
SMTPS nutzt häufig TCP 465.
POP3 nutzt TCP 110.
POP3S nutzt TCP 995.
IMAP nutzt TCP 143.
IMAPS nutzt TCP 993.
SMTP ist nicht zum Abrufen von E-Mails gedacht.
POP3 ist weniger gut für mehrere Geräte.
IMAP ist besser für Synchronisation.
MX-Record zeigt zuständigen Mailserver.
SPF erlaubt sendende Server.
DKIM signiert E-Mails.
DMARC legt Umgang mit Fehlern fest.
TLS schützt Verbindung,
aber nicht automatisch Ende-zu-Ende den Inhalt.
Mailprobleme können DNS-, TLS-, Spamfilter- oder Postfachprobleme sein.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| SMTP | Protokoll zum Senden und Weiterleiten von E-Mails |
| POP3 | Protokoll zum einfachen Abrufen von E-Mails |
| IMAP | Protokoll zum Abrufen und Verwalten von E-Mails |
| Submission | authentifiziertes Einreichen von E-Mails |
| SMTPS | SMTP direkt über TLS |
| POP3S | POP3 über TLS |
| IMAPS | IMAP über TLS |
| MX | DNS-Eintrag für zuständigen Mailserver |
| PTR | Reverse-DNS-Eintrag |
| SPF | legt erlaubte sendende Server fest |
| DKIM | kryptografische Signatur für E-Mails |
| DMARC | Richtlinie für SPF-/DKIM-Auswertung |
| STARTTLS | Umschalten auf TLS innerhalb einer Verbindung |
| S/MIME | Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Signatur für E-Mail |
| OpenPGP | Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für E-Mail |
| Postfach | Speicherbereich für E-Mails |
| Alias | zusätzliche Adresse für ein Postfach |
| Shared Mailbox | gemeinsames Postfach |
| Spamfilter | Filter gegen unerwünschte E-Mails |
| Quarantäne | zurückgehaltene verdächtige E-Mail |
| NDR | Nichtzustellbarkeitsmeldung |
| Bounce | automatische Fehlermeldung bei Zustellproblem |
IHK-sichere Kurzformulierung
E-Mail-Kommunikation gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells und nutzt mehrere Protokolle. SMTP dient dem Senden und Weiterleiten von E-Mails, POP3 und IMAP dienen dem Abrufen von E-Mails. POP3 lädt E-Mails eher einfach ab, während IMAP E-Mails auf dem Server verwaltet und zwischen mehreren Geräten synchronisiert. DNS ist für E-Mail wichtig, insbesondere durch MX-Records für zuständige Mailserver sowie TXT-Records für SPF, DKIM und DMARC. TLS kann Mailverbindungen schützen, ist aber nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Mailinhalts.
Merksätze
E-Mail gehört zu Schicht 7.
SMTP sendet E-Mails.
POP3 ruft E-Mails ab.
IMAP ruft E-Mails ab und verwaltet sie.
SMTP = Simple Mail Transfer Protocol.
POP3 = Post Office Protocol Version 3.
IMAP = Internet Message Access Protocol.
SMTP Port 25 = Mailserver zu Mailserver.
Submission Port 587 = Client sendet authentifiziert.
SMTPS Port 465 = SMTP direkt über TLS.
POP3 Port 110 = Abruf unverschlüsselt.
POP3S Port 995 = POP3 über TLS.
IMAP Port 143 = Abruf und Verwaltung.
IMAPS Port 993 = IMAP über TLS.
MX = zuständiger Mailserver.
PTR = Reverse DNS.
SPF sagt,
wer senden darf.
DKIM signiert E-Mails.
DMARC legt Umgang mit Prüfungsfehlern fest.
POP3 lädt eher herunter.
IMAP synchronisiert besser.
STARTTLS schaltet auf TLS um.
TLS schützt Mailverbindung,
aber nicht automatisch Ende-zu-Ende den Inhalt.
S/MIME und OpenPGP schützen Inhalte Ende-zu-Ende.
NDR = Nichtzustellbarkeitsmeldung.
Mailprobleme mit DNS,
Ports,
TLS,
Authentifizierung,
Spamfilter
und Logs prüfen.
10.6 Datei- und Freigabeprotokolle: FTP, SFTP, FTPS und SMB
Datei- und Freigabeprotokolle gehören zur OSI-Schicht 7.
Sie werden genutzt, um Dateien über ein Netzwerk bereitzustellen, zu übertragen oder gemeinsam zu verwenden.
Wichtige Protokolle sind:
- FTP
- SFTP
- FTPS
- SMB
Diese Protokolle haben unterschiedliche Aufgaben und Sicherheitsmerkmale.
Merksatz:
Dateiübertragung und Dateifreigaben gehören zur Anwendungsschicht.
Grundidee von Dateiübertragung
Bei der Dateiübertragung werden Dateien von einem System zu einem anderen übertragen.
Beispiele:
- Datei auf Server hochladen
- Datei von Server herunterladen
- Backup übertragen
- Konfigurationsdatei kopieren
- Webseite auf Webserver hochladen
- Dokumente zwischen Systemen austauschen
Dabei muss geregelt werden:
- wer zugreifen darf
- welche Dateien übertragen werden
- ob verschlüsselt wird
- welcher Port genutzt wird
- ob nur Dateiübertragung oder echte Freigabe gewünscht ist
Merksatz:
Dateiübertragung bedeutet:
Dateien gezielt zwischen Systemen bewegen.
Grundidee von Dateifreigaben
Eine Dateifreigabe stellt Dateien im Netzwerk bereit.
Dabei sieht ein Benutzer oder Client einen Ordner auf einem entfernten System.
Beispiele:
- Netzlaufwerk im Unternehmen
- gemeinsamer Projektordner
- Druckerfreigabe
- zentrale Dateiablage
- Home-Laufwerk eines Benutzers
- NAS-Freigabe
Typisch hierfür ist:
SMB
Merksatz:
Dateifreigabe bedeutet:
Dateien werden im Netzwerk gemeinsam bereitgestellt.
Dateiübertragung und Dateifreigabe unterscheiden
| Thema | Dateiübertragung | Dateifreigabe |
|---|---|---|
| Grundidee | Datei von A nach B kopieren | Ordner im Netzwerk gemeinsam nutzen |
| typische Protokolle | FTP, SFTP, FTPS | SMB |
| Nutzung | Upload, Download, Transfer | Netzlaufwerk, Freigabe, gemeinsames Arbeiten |
| Zugriff | meist gezielte Übertragung | fortlaufender Zugriff auf entfernte Dateien |
| Beispiel | Datei auf Server hochladen | Laufwerk \\server\share öffnen |
Merksatz:
FTP/SFTP/FTPS übertragen Dateien.
SMB stellt Freigaben bereit.
Einordnung im OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| FTP | 7 |
| SFTP | 7, nutzt SSH |
| FTPS | 7, nutzt TLS |
| SMB | 7 |
| TCP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| MAC-Adresse | 2 |
| TLS | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| SSH | 7 mit Sicherheitsbezug |
Merksatz:
Protokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.
FTP
FTP steht für:
File Transfer Protocol
FTP dient zur Dateiübertragung.
Typischer Port:
TCP 21
FTP wird klassisch verwendet für:
- Dateien hochladen
- Dateien herunterladen
- Verzeichnisse auflisten
- Dateien löschen oder umbenennen
- einfache Server-Dateiverwaltung
Wichtig:
Klassisches FTP ist unverschlüsselt.
Merksatz:
FTP = Dateiübertragung über TCP 21,
aber klassisch unverschlüsselt.
FTP ist unverschlüsselt
Klassisches FTP überträgt Daten unverschlüsselt.
Das betrifft besonders:
- Benutzername
- Passwort
- Befehle
- Dateiinhalte
Wenn jemand den Netzwerkverkehr mitlesen kann, können sensible Informationen sichtbar werden.
Deshalb sollte klassisches FTP heute möglichst vermieden werden.
Merksatz:
FTP ohne Schutz ist unsicher.
FTP-Steuerverbindung und Datenverbindung
FTP arbeitet mit zwei Verbindungsarten:
Steuerverbindung
Datenverbindung
Steuerverbindung:
Befehle und Anmeldung
Datenverbindung:
Dateiinhalt und Verzeichnislisten
Typisch:
TCP 21 für Steuerverbindung
Die Datenverbindung hängt vom Modus ab.
Merksatz:
FTP nutzt Steuerverbindung und Datenverbindung.
Aktiver FTP-Modus
Beim aktiven FTP-Modus baut der Server eine Datenverbindung zurück zum Client auf.
Problem:
Firewalls und NAT können das erschweren,
weil der Server von außen zum Client verbinden möchte.
Typische Schwierigkeit:
Client sitzt hinter NAT oder Firewall.
Merksatz:
Aktives FTP kann mit NAT und Firewalls Probleme machen.
Passiver FTP-Modus
Beim passiven FTP-Modus baut der Client beide Verbindungen zum Server auf.
Das ist heute häufig praktischer, weil Clients oft hinter NAT oder Firewalls sitzen.
Der Server teilt dem Client einen Datenport mit, zu dem der Client sich verbindet.
Wichtig:
Die passiven Portbereiche müssen auf Firewall und Server korrekt erlaubt sein.
Merksatz:
Passives FTP ist NAT-freundlicher,
braucht aber passende Firewall-Regeln.
FTP und Firewall-Probleme
FTP kann bei Firewalls schwieriger sein als einfache Protokolle.
Warum?
FTP nutzt nicht nur eine einzelne Verbindung.
Typische Fehler:
- Login funktioniert,
aber Verzeichnisliste lädt nicht
- Verbindung funktioniert,
aber Dateiübertragung schlägt fehl
- passiver Portbereich nicht freigegeben
- NAT übersetzt falsche Adresse
Merksatz:
Bei FTP müssen Steuer- und Datenverbindung funktionieren.
SFTP
SFTP steht für:
SSH File Transfer Protocol
SFTP ist Dateiübertragung über SSH.
Typischer Port:
TCP 22
SFTP ist nicht dasselbe wie FTP.
SFTP nutzt SSH als sichere Grundlage.
Dadurch werden Anmeldung und Daten verschlüsselt übertragen.
Merksatz:
SFTP = Dateiübertragung über SSH.
SFTP und SSH
SFTP läuft über SSH.
SSH bietet:
- Verschlüsselung
- Authentifizierung
- sichere Verbindung
- Zugriff über Benutzerkonto oder Schlüssel
SFTP nutzt diese sichere Verbindung, um Dateien zu übertragen.
Typische Nutzung:
- Serveradministration
- Datei-Upload auf Server
- sichere Dateiübertragung
- Automatisierung mit Schlüsseln
Merksatz:
Wer SFTP nutzt,
nutzt technisch SSH als Grundlage.
SFTP ist nicht FTP über TLS
Ein häufiger Fehler ist:
SFTP = sicheres FTP
Besser:
SFTP ist ein eigenes Protokoll über SSH.
Es ist nicht:
klassisches FTP mit Verschlüsselung
Das wäre eher:
FTPS
Merksatz:
SFTP ist nicht FTPS.
FTPS
FTPS bedeutet:
FTP mit TLS-Schutz
FTPS basiert auf FTP, nutzt aber TLS zur Verschlüsselung.
Es gibt zwei typische Varianten:
explizites FTPS
implizites FTPS
Merksatz:
FTPS = FTP mit TLS.
Explizites FTPS
Explizites FTPS startet zunächst auf dem klassischen FTP-Port.
Typischer Port:
TCP 21
Dann wird mit einem Befehl auf TLS umgestellt.
Das ist ähnlich zur Idee von STARTTLS.
Merksatz:
Explizites FTPS startet auf TCP 21
und schaltet auf TLS um.
Implizites FTPS
Implizites FTPS startet direkt mit TLS.
Typischer Port:
TCP 990
Dabei wird von Beginn an verschlüsselt kommuniziert.
Merksatz:
Implizites FTPS nutzt typischerweise TCP 990.
SFTP und FTPS vergleichen
| Merkmal | SFTP | FTPS |
|---|---|---|
| Grundlage | SSH | FTP + TLS |
| typischer Port | TCP 22 | TCP 21 oder TCP 990 |
| Protokollfamilie | SSH-basiert | FTP-basiert |
| Verschlüsselung | durch SSH | durch TLS |
| Firewall-Aufwand | meist einfacher | oft aufwendiger wegen FTP-Datenkanälen |
| nicht verwechseln mit | FTPS | SFTP |
Merksatz:
SFTP = SSH.
FTPS = FTP mit TLS.
FTP, SFTP und FTPS vergleichen
| Protokoll | Verschlüsselung | typischer Port | Kurzidee |
|---|---|---|---|
| FTP | nein | TCP 21 | klassische Dateiübertragung |
| SFTP | ja, SSH | TCP 22 | Dateiübertragung über SSH |
| FTPS explizit | ja, TLS | TCP 21 | FTP startet und schaltet auf TLS |
| FTPS implizit | ja, TLS | TCP 990 | FTP direkt über TLS |
Merksatz:
FTP unverschlüsselt.
SFTP über SSH.
FTPS über TLS.
SMB
SMB steht für:
Server Message Block
SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben verwendet.
Typischer Port:
TCP 445
Typische Nutzung:
- Windows-Dateifreigaben
- Netzlaufwerke
- Druckerfreigaben
- zentrale Dateiablagen
- Zugriff auf NAS-Freigaben
- Freigaben in Unternehmensnetzen
Merksatz:
SMB = Datei- und Druckerfreigaben im Netzwerk.
SMB-Freigabe
Eine SMB-Freigabe ist ein freigegebener Ordner im Netzwerk.
Beispiel Windows-Schreibweise:
\\server01\daten
Dabei ist:
server01 = Servername
daten = Freigabename
Benutzer können diese Freigabe als Netzlaufwerk verbinden.
Merksatz:
SMB-Freigabe = Netzwerkordner.
UNC-Pfad
UNC steht für:
Universal Naming Convention
Ein UNC-Pfad beschreibt eine Netzwerkfreigabe.
Beispiel:
\\server01\freigabe\ordner\datei.txt
Bestandteile:
Servername
Freigabename
Pfad innerhalb der Freigabe
Merksatz:
UNC-Pfad zeigt auf eine Netzwerkfreigabe.
Netzlaufwerk
Ein Netzlaufwerk ist eine eingebundene Netzwerkfreigabe.
Beispiel:
Laufwerk Z:
zeigt auf
\\server01\projekte
Vorteil:
Benutzer kann die Freigabe wie ein Laufwerk verwenden.
Merksatz:
Netzlaufwerk = eingebundene SMB-Freigabe.
SMB und Berechtigungen
Bei SMB gibt es meist zwei Berechtigungsebenen:
Freigabeberechtigungen
Dateisystemberechtigungen
In Windows-Umgebungen sind Dateisystemberechtigungen oft NTFS-Berechtigungen.
Wichtig:
Es gilt am Ende die wirksam einschränkendere Berechtigung.
Merksatz:
SMB-Zugriff hängt von Freigabe- und Dateisystemrechten ab.
Freigabeberechtigungen
Freigabeberechtigungen gelten auf Ebene der Netzwerkfreigabe.
Beispiele:
Lesen
Ändern
Vollzugriff
Sie steuern, was Benutzer über die Freigabe grundsätzlich dürfen.
Merksatz:
Freigaberechte gelten am Netzwerkzugriffspunkt.
Dateisystemberechtigungen
Dateisystemberechtigungen gelten auf dem Dateisystem selbst.
Beispiele:
Lesen
Schreiben
Ändern
Löschen
Ausführen
Vollzugriff
Sie gelten oft auch lokal auf dem Server, nicht nur über das Netzwerk.
Merksatz:
Dateisystemrechte schützen Dateien und Ordner direkt.
Effektive Berechtigung
Wenn Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammenkommen, zählt die effektiv erlaubte Berechtigung.
Beispiel:
Freigabe:
Vollzugriff
Dateisystem:
Lesen
Ergebnis:
Benutzer kann nur lesen.
Merksatz:
Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.
Gruppen statt Einzelbenutzer
In Unternehmensnetzen vergibt man Rechte möglichst über Gruppen.
Beispiel:
Gruppe:
Projekt_A_Lesen
Gruppe:
Projekt_A_Aendern
Benutzer werden in Gruppen aufgenommen, statt direkt auf einzelne Ordner berechtigt zu werden.
Vorteile:
- bessere Übersicht
- einfachere Verwaltung
- weniger Fehler
- leichteres Entfernen von Rechten
Merksatz:
Berechtigungen über Gruppen vergeben.
Least Privilege
Least Privilege bedeutet:
Benutzer erhalten nur die Rechte,
die sie wirklich benötigen.
Beispiel:
Praktikant braucht Leserechte,
aber keine Löschrechte.
Dieses Prinzip reduziert Sicherheitsrisiken.
Merksatz:
Nur so viele Rechte wie nötig,
so wenige wie möglich.
SMB und Active Directory
In Windows-Umgebungen wird SMB häufig mit Active Directory kombiniert.
Active Directory liefert:
Benutzerkonten
Gruppen
Authentifizierung
Richtlinien
SMB nutzt diese Informationen, um Freigabezugriffe zu erlauben oder abzulehnen.
Merksatz:
SMB-Freigaben nutzen oft AD-Benutzer und Gruppen.
SMB und DNS
SMB-Zugriff nutzt häufig Servernamen.
Beispiel:
\\fileserver01\projekte
Dafür muss Namensauflösung funktionieren.
Mögliche Namensauflösung:
- DNS
- lokale Namensauflösung
- ältere NetBIOS-Mechanismen
In modernen Netzwerken ist DNS besonders wichtig.
Merksatz:
SMB-Probleme können DNS-Probleme sein.
SMB-Versionen
Es gibt verschiedene SMB-Versionen.
Wichtig:
SMBv1 ist veraltet und unsicher.
Moderne Systeme sollten SMBv2 oder SMBv3 verwenden.
SMBv3 unterstützt unter anderem bessere Sicherheitsfunktionen und kann Verschlüsselung unterstützen.
Merksatz:
SMBv1 vermeiden.
SMBv2 oder SMBv3 verwenden.
SMB und Sicherheit
SMB sollte sorgfältig abgesichert werden.
Wichtige Punkte:
- SMBv1 deaktivieren
- Zugriff nur intern oder über VPN
- keine SMB-Freigaben direkt ins Internet öffnen
- Berechtigungen sauber setzen
- Gruppen verwenden
- Protokollierung aktivieren
- Updates einspielen
- Gastzugriff vermeiden
- starke Authentifizierung nutzen
Merksatz:
SMB gehört nicht ungeschützt ins Internet.
SMB und Druckerfreigaben
SMB kann auch für Druckerfreigaben verwendet werden.
Beispiel:
\\printserver01\drucker01
Clients verbinden sich mit der Freigabe und senden Druckaufträge an den Druckserver.
Merksatz:
SMB kann Dateien und Drucker freigeben.
FTP oder SMB?
| Anwendungsfall | eher passend |
|---|---|
| einzelne Datei auf Server hochladen | SFTP oder FTPS |
| Webseite per Dateiübertragung aktualisieren | SFTP |
| gemeinsames Netzlaufwerk im Unternehmen | SMB |
| NAS-Freigabe im LAN | SMB |
| automatisierter sicherer Dateitransfer | SFTP |
| klassische unverschlüsselte Übertragung | FTP vermeiden |
Merksatz:
SMB für Freigaben.
SFTP/FTPS für Dateiübertragung.
Sicherheit: FTP vermeiden
Klassisches FTP sollte möglichst vermieden werden, weil es unverschlüsselt ist.
Bessere Alternativen:
- SFTP
- FTPS
- HTTPS-Upload
- VPN plus interne Freigabe
- sichere Cloud- oder Filesharing-Lösung
Merksatz:
FTP ohne Verschlüsselung ist nicht mehr zeitgemäß.
Sicherheit: SFTP bevorzugen
SFTP ist oft eine gute Wahl für sichere Dateiübertragung.
Vorteile:
- nur ein typischer Port
- SSH-Verschlüsselung
- Schlüsselbasierte Anmeldung möglich
- gut automatisierbar
- häufig auf Servern verfügbar
Merksatz:
SFTP ist für sichere Dateiübertragung oft einfacher als FTPS.
Dateiübertragung und Datenschutz
Bei Dateiübertragung können sensible Daten betroffen sein.
Beispiele:
- Kundendaten
- Rechnungen
- Bewerbungen
- personenbezogene Daten
- Zugangsdaten
- interne Dokumente
- Backups
Deshalb wichtig:
- verschlüsselte Übertragung
- Zugriffsschutz
- Protokollierung
- Berechtigungskonzept
- Aufbewahrungsregeln
- sichere Löschung bei Bedarf
Merksatz:
Dateiübertragung muss Datenschutz und Zugriffsschutz beachten.
Fehlerbild: FTP-Login geht, Dateiübertragung nicht
Mögliche Ursachen:
- passiver Portbereich nicht freigegeben
- aktiver Modus scheitert an NAT
- Firewall blockiert Datenverbindung
- Server gibt falsche externe IP aus
- TLS-Modus passt nicht
- Berechtigungen fehlen
Merksatz:
Bei FTP kann Login funktionieren,
obwohl Datenübertragung scheitert.
Fehlerbild: SFTP-Verbindung scheitert
Mögliche Ursachen:
- SSH-Dienst läuft nicht
- TCP 22 blockiert
- falscher Benutzer
- falscher Schlüssel
- Passwortlogin deaktiviert
- Benutzer hat keine SFTP-Berechtigung
- falscher Hostname
- Firewall blockiert
- Host-Key-Warnung
Merksatz:
SFTP-Probleme wie SSH-Probleme prüfen.
Fehlerbild: FTPS-Zertifikatsfehler
Mögliche Ursachen:
- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht zum Zertifikat
- CA nicht vertrauenswürdig
- Zwischenzertifikat fehlt
- Client unterstützt TLS-Version nicht
- falscher FTPS-Modus
Merksatz:
FTPS-Zertifikatsfehler wie TLS-Probleme prüfen.
Fehlerbild: SMB-Freigabe nicht erreichbar
Mögliche Ursachen:
- Servername wird nicht aufgelöst
- TCP 445 blockiert
- Serverdienst läuft nicht
- Firewall blockiert SMB
- falscher Freigabename
- Benutzer hat keine Rechte
- falsche Domänenanmeldung
- SMB-Version nicht kompatibel
- Netzwerkprofil blockiert Freigaben
Merksatz:
SMB-Probleme mit DNS,
TCP 445,
Dienst
und Berechtigungen prüfen.
Fehlerbild: Zugriff verweigert bei SMB
Mögliche Ursachen:
- Benutzer nicht berechtigt
- Gruppe fehlt
- Freigabeberechtigung zu streng
- NTFS-Berechtigung zu streng
- Vererbung falsch
- falsches Konto verwendet
- gespeicherte alte Anmeldedaten
- Datei durch anderen Prozess gesperrt
Merksatz:
Zugriff verweigert heißt oft:
Berechtigungen oder Anmeldung prüfen.
Fehlerbild: Netzlaufwerk verbindet nicht
Mögliche Ursachen:
- Server nicht erreichbar
- DNS-Name falsch
- Freigabe existiert nicht
- Benutzer nicht berechtigt
- falsche gespeicherte Zugangsdaten
- VPN nicht verbunden
- SMB-Port blockiert
- Offline-Dateien oder Cache-Problem
- Gruppenrichtlinie greift nicht
Merksatz:
Netzlaufwerkprobleme mit Pfad,
DNS,
Port,
Anmeldung
und Rechten prüfen.
Fehlerbild: Datei lässt sich nicht speichern
Mögliche Ursachen:
- keine Schreibrechte
- Speicherplatz voll
- Quota erreicht
- Datei gesperrt
- Pfad zu lang
- Dateiname ungültig
- Netzwerkunterbrechung
- Synchronisationsproblem
- Antivirus blockiert
Merksatz:
Speichern auf Freigaben braucht Rechte,
Platz
und stabile Verbindung.
Fehlerbild: Datei ist gesperrt
Eine Datei kann durch einen Benutzer oder Prozess gesperrt sein.
Mögliche Ursachen:
- Datei ist geöffnet
- Anwendung hält Sperre
- vorherige Sitzung nicht sauber beendet
- Synchronisationsdienst greift zu
- Backup oder Antivirus scannt Datei
Merksatz:
Dateisperren verhindern gleichzeitige unsichere Änderungen.
Fehlersuche bei Datei- und Freigabeproblemen
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Name oder IP erreichbar?
2. Richtiger Port erreichbar?
3. Richtiger Dienst läuft?
4. Richtiges Protokoll verwendet?
5. Authentifizierung korrekt?
6. Berechtigungen korrekt?
7. Verschlüsselung oder Zertifikat korrekt?
8. Firewall oder NAT im Weg?
9. Serverlogs prüfen.
10. Clientlogs oder Fehlermeldung prüfen.
Merksatz:
Erst Verbindung,
dann Protokoll,
dann Anmeldung,
dann Rechte.
Nützliche Prüfpunkte
| Prüffrage | Bedeutung |
|---|---|
| Ist der Server erreichbar? | Schicht 3 prüfen |
| Ist der Port erreichbar? | Schicht 4 prüfen |
| Läuft der Dienst? | Schicht 7 prüfen |
| Stimmt der Benutzer? | Authentifizierung prüfen |
| Hat der Benutzer Rechte? | Autorisierung prüfen |
| Ist die Verbindung verschlüsselt? | Sicherheit prüfen |
| Gibt es Logs? | Ursache genauer finden |
Merksatz:
Datei-Probleme sauber nach Schichten eingrenzen.
Was Datei- und Freigabeprotokolle nicht machen
Sie machen nicht automatisch:
- Benutzer korrekt berechtigen
- Daten verschlüsselt speichern
- Backups erstellen
- Malware verhindern
- Datenschutz automatisch erfüllen
- Versionierung bereitstellen
- Konflikte automatisch sinnvoll lösen
- defekte Dateien reparieren
Merksatz:
Dateiübertragung ersetzt kein Berechtigungs-,
Backup-
oder Sicherheitskonzept.
Typische Ports
| Protokoll | Port | Hinweis |
|---|---|---|
| FTP | TCP 21 | Steuerverbindung |
| SFTP | TCP 22 | über SSH |
| FTPS explizit | TCP 21 | FTP mit TLS-Umschaltung |
| FTPS implizit | TCP 990 | direkt TLS |
| SMB | TCP 445 | Datei- und Druckerfreigaben |
Merksatz:
FTP 21,
SFTP 22,
FTPS 990,
SMB 445.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| FTP | 7 |
| SFTP | 7 |
| FTPS | 7 mit TLS-Bezug |
| SMB | 7 |
| TLS bei FTPS | 6 |
| SSH bei SFTP | 7 mit Sicherheitsbezug |
| TCP-Port 21 / 22 / 445 / 990 | 4 |
| IP-Adresse des Servers | 3 |
| DNS-Name des Servers | 7 |
| SMB-Berechtigungen | 7 / Betriebssystembezug |
Merksatz:
Datei- und Freigabeprotokolle sind Schicht 7,
nutzen aber Schicht 4-Ports.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Wofür wird FTP genutzt?
- Warum ist klassisches FTP unsicher?
- Was ist der Unterschied zwischen FTP, SFTP und FTPS?
- Welcher Port wird typischerweise für SFTP genutzt?
- Was ist SMB?
- Wofür wird SMB verwendet?
- Welcher Port wird für SMB verwendet?
- Was ist eine SMB-Freigabe?
- Was ist ein UNC-Pfad?
- Was ist der Unterschied zwischen Dateiübertragung und Dateifreigabe?
- Warum sollte SMB nicht direkt ins Internet geöffnet werden?
- Warum kann FTP trotz erfolgreichem Login bei der Dateiübertragung scheitern?
- Welche Rolle spielen Berechtigungen bei SMB?
- Warum sollte man Berechtigungen über Gruppen vergeben?
Typische Prüfungsfallen
FTP ist klassisch unverschlüsselt.
FTP nutzt typischerweise TCP 21.
FTP kann Steuer- und Datenverbindung nutzen.
FTP kann mit NAT und Firewall schwierig sein.
SFTP ist Dateiübertragung über SSH.
SFTP nutzt typischerweise TCP 22.
SFTP ist nicht FTPS.
FTPS ist FTP mit TLS.
Implizites FTPS nutzt häufig TCP 990.
SMB nutzt typischerweise TCP 445.
SMB ist für Datei- und Druckerfreigaben.
SMBv1 ist veraltet und unsicher.
UNC-Pfad sieht aus wie `\\server\freigabe`.
Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen beachten.
Strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.
Berechtigungen möglichst über Gruppen vergeben.
SMB gehört nicht ungeschützt ins Internet.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| FTP | klassisches Dateiübertragungsprotokoll |
| SFTP | Dateiübertragung über SSH |
| FTPS | FTP mit TLS |
| SMB | Datei- und Druckerfreigabeprotokoll |
| Steuerverbindung | FTP-Verbindung für Befehle |
| Datenverbindung | FTP-Verbindung für Dateiinhalt |
| aktiver FTP-Modus | Server baut Datenverbindung zum Client auf |
| passiver FTP-Modus | Client baut Datenverbindung zum Server auf |
| SMB-Freigabe | freigegebener Netzwerkordner |
| UNC-Pfad | Pfad zu einer Netzwerkfreigabe |
| Netzlaufwerk | eingebundene Netzwerkfreigabe |
| Freigabeberechtigung | Recht auf Netzwerkfreigabeebene |
| Dateisystemberechtigung | Recht auf Datei- oder Ordnerebene |
| effektive Berechtigung | tatsächlich wirkendes Recht |
| Least Privilege | nur notwendige Rechte vergeben |
| SMBv1 | veraltete unsichere SMB-Version |
IHK-sichere Kurzformulierung
FTP, SFTP, FTPS und SMB sind Protokolle der Anwendungsschicht. FTP dient der klassischen Dateiübertragung, ist ohne Zusatzschutz jedoch unverschlüsselt und nutzt typischerweise TCP-Port 21. SFTP ist Dateiübertragung über SSH und nutzt typischerweise TCP-Port 22. FTPS ist FTP mit TLS-Schutz und nutzt je nach Variante TCP-Port 21 oder 990. SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben verwendet und nutzt typischerweise TCP-Port 445. Bei SMB sind Freigabeberechtigungen und Dateisystemberechtigungen zu unterscheiden. Moderne Systeme sollten SMBv1 vermeiden und SMB-Freigaben nicht ungeschützt aus dem Internet erreichbar machen.
Merksätze
Dateiübertragung und Freigaben gehören zu Schicht 7.
FTP = File Transfer Protocol.
FTP nutzt typischerweise TCP 21.
FTP ist klassisch unverschlüsselt.
FTP nutzt Steuer- und Datenverbindung.
Passives FTP ist NAT-freundlicher.
SFTP = SSH File Transfer Protocol.
SFTP nutzt typischerweise TCP 22.
SFTP ist Dateiübertragung über SSH.
FTPS = FTP mit TLS.
FTPS ist nicht SFTP.
Implizites FTPS nutzt häufig TCP 990.
SMB = Server Message Block.
SMB nutzt typischerweise TCP 445.
SMB = Datei- und Druckerfreigaben.
SMB-Freigabe = Netzwerkordner.
UNC-Pfad = `\\server\freigabe`.
Netzlaufwerk = eingebundene Freigabe.
Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen prüfen.
Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.
Rechte möglichst über Gruppen vergeben.
Least Privilege beachten.
SMBv1 vermeiden.
SMB nicht ungeschützt ins Internet öffnen.
Datei-Probleme mit DNS,
Port,
Dienst,
Anmeldung
und Berechtigungen prüfen.
10.7 Verzeichnisdienste, Netzwerkmanagement und Zeitdienste: LDAP, SNMP und NTP
LDAP, SNMP und NTP gehören zur OSI-Schicht 7.
Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben in Netzwerken:
LDAP:
Verzeichnisdienste abfragen und verwalten
SNMP:
Netzwerkgeräte überwachen und verwalten
NTP:
Uhrzeit synchronisieren
Diese Dienste sind besonders in Unternehmensnetzwerken wichtig.
Merksatz:
LDAP verwaltet Verzeichnisinformationen.
SNMP überwacht Geräte.
NTP synchronisiert Zeit.
Grundidee
In Netzwerken müssen nicht nur Daten übertragen werden.
Es müssen auch Dienste bereitstehen für:
- Benutzerinformationen
- Gruppen
- Geräteinformationen
- zentrale Anmeldung
- Monitoring
- Zustandsabfragen
- Zeitabgleich
- Protokollierung
- Authentifizierung
LDAP, SNMP und NTP unterstützen genau solche Verwaltungsaufgaben.
Merksatz:
Schicht 7 enthält viele Verwaltungs- und Infrastrukturprotokolle.
Einordnung im OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| LDAP | 7 |
| SNMP | 7 |
| NTP | 7 |
| TCP-/UDP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| TLS bei LDAPS | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| Benutzer- und Gruppendaten | 7 / Verzeichnisdienst |
| Monitoringdaten | 7 / Managementdienst |
Merksatz:
Dienstprotokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.
LDAP
LDAP steht für:
Lightweight Directory Access Protocol
LDAP dient dazu, Informationen aus einem Verzeichnisdienst abzufragen oder zu verwalten.
Typische Informationen:
- Benutzer
- Gruppen
- Computer
- Organisationseinheiten
- E-Mail-Adressen
- Telefonnummern
- Rollen
- Berechtigungsbezüge
Merksatz:
LDAP = Zugriff auf Verzeichnisdienste.
Was ist ein Verzeichnisdienst?
Ein Verzeichnisdienst speichert strukturierte Informationen über Objekte in einer Organisation.
Beispiele für Objekte:
- Benutzerkonto
- Gruppe
- Computer
- Drucker
- Dienstkonto
- Kontakt
- Organisationseinheit
Der Verzeichnisdienst ermöglicht zentrale Verwaltung.
Merksatz:
Verzeichnisdienst = zentrale Datenbank für Identitäten und Objekte.
Typische Verzeichnisdienste
Typische Verzeichnisdienste sind:
- Microsoft Active Directory
- OpenLDAP
- FreeIPA
- Samba AD
- cloudbasierte Identitätsdienste mit LDAP-Anbindung
Besonders wichtig im FISI-Umfeld ist:
Active Directory
Merksatz:
Active Directory ist ein sehr verbreiteter Verzeichnisdienst.
LDAP und Active Directory
Active Directory nutzt LDAP für viele Abfragen.
Beispiele:
Benutzer anmelden
Gruppenmitgliedschaften prüfen
Benutzerobjekte suchen
Computerobjekte verwalten
Verzeichnisinformationen abfragen
Wichtig:
Active Directory besteht nicht nur aus LDAP.
Es nutzt auch DNS, Kerberos, Gruppenrichtlinien und weitere Dienste.
Merksatz:
LDAP ist ein wichtiger Teil von Active Directory,
aber nicht das ganze Active Directory.
LDAP-Ports
Wichtige LDAP-Ports:
| Dienst | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| LDAP | TCP / UDP | 389 |
| LDAPS | TCP | 636 |
LDAP über Port 389 kann zusätzlich mit STARTTLS abgesichert werden.
LDAPS nutzt direkt TLS.
Merksatz:
LDAP = 389.
LDAPS = 636.
LDAP und LDAPS unterscheiden
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| LDAP | Verzeichniszugriff, klassisch Port 389 |
| LDAPS | LDAP über TLS, klassisch Port 636 |
| LDAP mit STARTTLS | startet auf 389 und schaltet auf TLS um |
Wichtig:
Für Anmeldedaten und sensible Informationen sollte verschlüsselte Kommunikation genutzt werden.
Merksatz:
LDAPS schützt LDAP-Kommunikation mit TLS.
LDAP-Baumstruktur
LDAP-Daten sind hierarchisch organisiert.
Man kann sich das wie einen Baum vorstellen.
Beispiel:
Firma
├── Benutzer
├── Gruppen
├── Computer
└── Drucker
Jedes Objekt hat eine Position im Verzeichnisbaum.
Merksatz:
LDAP ist hierarchisch aufgebaut.
Distinguished Name
Ein Distinguished Name beschreibt die eindeutige Position eines Objekts im LDAP-Verzeichnis.
Kurz:
DN
Beispiel:
CN=Felix Ulrich,OU=Benutzer,DC=firma,DC=local
Bedeutung:
CN = Common Name
OU = Organizational Unit
DC = Domain Component
Merksatz:
DN = eindeutiger LDAP-Pfad eines Objekts.
Common Name
CN steht für:
Common Name
CN bezeichnet häufig den Namen eines Objekts.
Beispiel:
CN=Felix Ulrich
Merksatz:
CN = Name eines LDAP-Objekts.
Organizational Unit
OU steht für:
Organizational Unit
Eine OU ist eine Organisationseinheit.
Beispiel:
OU=Benutzer
OU=Computer
OU=Berlin
OU=Ausbildung
OUs helfen, Objekte zu strukturieren und zu verwalten.
Merksatz:
OU = Organisationseinheit im Verzeichnis.
Domain Component
DC steht für:
Domain Component
DC bildet Teile des Domänennamens ab.
Beispiel:
firma.local
wird zu:
DC=firma,DC=local
Merksatz:
DC bildet den Domänennamen im LDAP-Pfad ab.
LDAP-Attribute
LDAP-Objekte haben Attribute.
Beispiele für Benutzerattribute:
- cn
- givenName
- sn
- mail
- telephoneNumber
- memberOf
- userPrincipalName
- sAMAccountName
Diese Attribute beschreiben das Objekt genauer.
Merksatz:
LDAP-Attribute speichern Eigenschaften eines Objekts.
LDAP-Suche
Eine LDAP-Suche fragt Objekte aus dem Verzeichnis ab.
Typische Suchfragen:
Gibt es diesen Benutzer?
Welche Gruppen hat der Benutzer?
Welche E-Mail-Adresse hat der Benutzer?
Welche Computer gehören zu einer OU?
Welche Benutzer sind deaktiviert?
Merksatz:
LDAP-Suche findet Objekte und Attribute im Verzeichnis.
LDAP-Filter
LDAP-Filter grenzen Suchergebnisse ein.
Beispiel sinngemäß:
Suche Benutzer mit bestimmtem Namen.
Oder:
Suche alle Benutzer in einer bestimmten Gruppe.
Filter sind wichtig, damit Abfragen gezielt und effizient sind.
Merksatz:
LDAP-Filter bestimmen,
welche Objekte gesucht werden.
Bind
Bind bedeutet bei LDAP:
Anmeldung oder Authentifizierung am Verzeichnisdienst.
Ein Client verbindet sich mit dem LDAP-Server und authentifiziert sich.
Mögliche Varianten:
- anonym
- Benutzername und Passwort
- Dienstkonto
- Kerberos in AD-Umgebungen
Merksatz:
LDAP Bind = Anmeldung am Verzeichnisdienst.
LDAP und Authentifizierung
Viele Anwendungen nutzen LDAP, um Benutzer gegen ein zentrales Verzeichnis zu prüfen.
Beispiel:
Benutzer meldet sich an Anwendung an.
Anwendung prüft Benutzer über LDAP.
LDAP bestätigt oder lehnt ab.
Anwendung prüft zusätzlich Gruppen oder Rollen.
Merksatz:
LDAP kann zentrale Anmeldung und Gruppenprüfung unterstützen.
LDAP und Autorisierung
LDAP kann Gruppeninformationen liefern.
Beispiel:
Benutzer ist Mitglied der Gruppe:
IT-Admins
Eine Anwendung kann daraus ableiten:
Benutzer darf Adminbereich öffnen.
Wichtig:
LDAP liefert Informationen.
Die Anwendung entscheidet oft,
welche Rechte daraus entstehen.
Merksatz:
LDAP liefert Identitäts- und Gruppeninformationen.
Typische LDAP-Fehler
Typische Fehler sind:
- falscher LDAP-Server
- falscher Port
- DNS-Name nicht auflösbar
- falscher Bind-Benutzer
- falsches Passwort
- Benutzer nicht gefunden
- falscher Base-DN
- falscher Suchfilter
- TLS-Zertifikatsfehler bei LDAPS
- Firewall blockiert Port 389 oder 636
Merksatz:
LDAP-Fehler betreffen oft Server,
Port,
Bind,
Base-DN
oder Zertifikat.
Fehlerbild: Anmeldung über LDAP funktioniert nicht
Mögliche Ursachen:
- Benutzername falsch
- Passwort falsch
- Benutzerkonto gesperrt
- LDAP-Server nicht erreichbar
- falscher LDAP-Port
- falscher Base-DN
- falscher Suchfilter
- Gruppe fehlt
- LDAPS-Zertifikat ungültig
- Anwendung nutzt falsches Dienstkonto
Merksatz:
LDAP-Anmeldefehler mit Konto,
Server,
Suche
und Gruppen prüfen.
SNMP
SNMP steht für:
Simple Network Management Protocol
SNMP wird zur Überwachung und Verwaltung von Netzwerkgeräten genutzt.
Typische Geräte:
- Switches
- Router
- Firewalls
- Drucker
- Server
- USV-Anlagen
- Access Points
- NAS-Systeme
Merksatz:
SNMP = Netzwerkgeräte überwachen und verwalten.
Was kann man mit SNMP abfragen?
Mit SNMP kann man viele Geräteinformationen abfragen.
Beispiele:
- Gerätename
- Uptime
- CPU-Auslastung
- RAM-Auslastung
- Interface-Status
- Traffic pro Port
- Fehlerzähler
- Temperatur
- Tonerstand
- Lüfterstatus
- Seriennummer
Merksatz:
SNMP liefert Messwerte und Zustandsinformationen.
SNMP-Manager und SNMP-Agent
Bei SNMP gibt es meist:
SNMP-Manager
SNMP-Agent
SNMP-Manager:
Monitoring-System,
das Werte abfragt.
SNMP-Agent:
Dienst auf dem überwachten Gerät,
der Informationen bereitstellt.
Beispiel:
Monitoring-Server fragt Switch ab.
Switch-Agent liefert Interface-Daten.
Merksatz:
Manager fragt.
Agent antwortet.
SNMP-Ports
Wichtige SNMP-Ports:
| Funktion | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| SNMP-Abfragen | UDP | 161 |
| SNMP-Traps | UDP | 162 |
Merksatz:
SNMP-Abfrage = UDP 161.
SNMP-Trap = UDP 162.
SNMP-Abfrage
Bei einer SNMP-Abfrage fragt der Manager gezielt einen Wert ab.
Beispiel:
Wie hoch ist die CPU-Auslastung?
Ist Port 5 am Switch aktiv?
Wie viele Fehler gab es auf Interface 1?
Der Agent antwortet mit dem passenden Wert.
Merksatz:
SNMP-Abfrage = Manager fragt Gerät nach Wert.
SNMP-Trap
Ein SNMP-Trap ist eine Meldung, die ein Gerät von sich aus an den Manager sendet.
Beispiele:
Link down
Lüfter ausgefallen
Temperatur zu hoch
USV läuft auf Batterie
Gerät startet neu
Merksatz:
Trap = Gerät meldet Ereignis selbstständig.
MIB
MIB steht für:
Management Information Base
Die MIB beschreibt, welche Informationen ein Gerät per SNMP bereitstellt.
Sie enthält eine strukturierte Sammlung von verwaltbaren Objekten.
Merksatz:
MIB beschreibt verfügbare SNMP-Informationen.
OID
OID steht für:
Object Identifier
Eine OID ist eine eindeutige Nummer für einen bestimmten SNMP-Wert.
Beispiel sinngemäß:
OID für Gerätenamen
OID für Interface-Traffic
OID für CPU-Auslastung
Merksatz:
OID = eindeutige Kennung eines SNMP-Werts.
SNMP-Versionen
Wichtige SNMP-Versionen:
| Version | Kurzinfo |
|---|---|
| SNMPv1 | alt, einfach |
| SNMPv2c | verbreitet, Community-String |
| SNMPv3 | sicherer mit Authentifizierung und Verschlüsselung |
Für moderne Umgebungen ist SNMPv3 vorzuziehen.
Merksatz:
SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.
Community-String
Bei SNMPv1 und SNMPv2c wird ein Community-String verwendet.
Er wirkt wie ein einfaches Passwort.
Beispiele:
public
private
Problem:
Community-Strings werden bei alten SNMP-Versionen nicht sicher geschützt.
Merksatz:
Community-String ist kein starker Schutz.
SNMPv3
SNMPv3 bietet bessere Sicherheitsfunktionen.
Dazu gehören:
- Authentifizierung
- Verschlüsselung
- Benutzerkonzept
- Integritätsschutz
Damit ist SNMPv3 deutlich sicherer als ältere Varianten.
Merksatz:
SNMPv3 für sichere Überwachung bevorzugen.
SNMP und Monitoring
Monitoring-Systeme nutzen SNMP, um Geräte regelmäßig abzufragen.
Beispiele für Monitoring:
- Ist Gerät erreichbar?
- Ist ein Port down?
- Wie hoch ist die Auslastung?
- Gibt es Fehler auf Interfaces?
- Wird Speicher knapp?
- Gibt es Temperaturprobleme?
Merksatz:
SNMP ist wichtig für Netzwerkmonitoring.
Typische SNMP-Fehler
Typische Fehler sind:
- SNMP-Agent deaktiviert
- falsche SNMP-Version
- falscher Community-String
- falsche SNMPv3-Zugangsdaten
- Firewall blockiert UDP 161 oder 162
- Monitoring-Server nicht erlaubt
- Gerät unterstützt OID nicht
- MIB fehlt im Monitoring-System
- ACL auf Gerät blockiert Zugriff
Merksatz:
SNMP-Fehler betreffen oft Version,
Zugangsdaten,
Firewall
oder OID.
Fehlerbild: Monitoring zeigt Gerät als down
Mögliche Ursachen:
- Gerät wirklich offline
- IP-Adresse falsch
- DNS falsch
- ICMP blockiert
- SNMP-Agent aus
- Firewall blockiert
- falsche SNMP-Zugangsdaten
- falsche SNMP-Version
- Monitoring fragt falsche Schnittstelle
Merksatz:
Monitoring-Fehler erst mit Erreichbarkeit und SNMP prüfen.
NTP
NTP steht für:
Network Time Protocol
NTP dient zur Zeitsynchronisation von Systemen.
Typischer Port:
UDP 123
Korrekte Zeit ist in IT-Systemen sehr wichtig.
Merksatz:
NTP = Zeitsynchronisation über Netzwerk.
Warum ist korrekte Zeit wichtig?
Korrekte Zeit wird benötigt für:
- Zertifikate
- Kerberos
- Active Directory
- Logs
- Fehlersuche
- Backup-Zeitpunkte
- Monitoring
- Dateisynchronisation
- Datenbanktransaktionen
- Sicherheitsereignisse
Schon wenige Minuten Abweichung können Probleme verursachen.
Merksatz:
Falsche Uhrzeit kann viele IT-Probleme verursachen.
NTP-Client und NTP-Server
Bei NTP gibt es:
NTP-Client
NTP-Server
NTP-Client:
fragt Zeit ab.
NTP-Server:
liefert Zeitinformationen.
In Unternehmen synchronisieren Clients oft gegen interne Zeitserver.
Merksatz:
NTP-Client fragt Zeit vom NTP-Server ab.
NTP-Stratum
NTP nutzt sogenannte Stratum-Werte.
Sie beschreiben die Entfernung zur ursprünglichen Zeitquelle.
Beispiel:
Stratum 0:
direkte Zeitquelle, zum Beispiel Atomuhr oder GPS
Stratum 1:
Server direkt an Stratum-0-Quelle
Stratum 2:
Server synchronisiert von Stratum 1
Je kleiner der Stratum-Wert, desto näher an der ursprünglichen Zeitquelle.
Merksatz:
Stratum beschreibt die Nähe zur Zeitquelle.
NTP und Active Directory
In Active-Directory-Umgebungen ist Zeit besonders wichtig.
Grund:
Kerberos ist empfindlich gegenüber Zeitabweichungen.
Wenn Client und Domänencontroller zu stark unterschiedliche Zeiten haben, kann Anmeldung fehlschlagen.
Merksatz:
AD und Kerberos brauchen korrekte Zeit.
NTP und Zertifikate
Zertifikate haben Gültigkeitszeiträume.
Wenn die Systemzeit falsch ist, kann ein eigentlich gültiges Zertifikat als ungültig erscheinen.
Beispiel:
Client-Uhr geht ein Jahr falsch.
Browser meldet Zertifikatsfehler.
Merksatz:
Falsche Uhrzeit kann Zertifikatswarnungen verursachen.
NTP und Logs
Logs sind nur sinnvoll, wenn Zeitstempel stimmen.
Bei Fehlersuche muss man Ereignisse zeitlich zusammenbringen können.
Beispiele:
Firewall-Log
Server-Log
Anwendungslog
Authentifizierungslog
Wenn Systeme unterschiedliche Uhrzeiten haben, wird die Analyse erschwert.
Merksatz:
Ohne korrekte Zeit sind Logs schwer auswertbar.
NTP und Sicherheit
NTP sollte sicher und sinnvoll konfiguriert werden.
Wichtige Punkte:
- vertrauenswürdige Zeitquellen nutzen
- interne Zeitserver verwenden
- keine unnötig offenen NTP-Server betreiben
- Firewall-Regeln kontrollieren
- Zeitabweichungen überwachen
- Manipulation vermeiden
Merksatz:
Zeit ist sicherheitsrelevant.
Typische NTP-Fehler
Typische Fehler sind:
- NTP-Server nicht erreichbar
- UDP 123 blockiert
- falscher Zeitserver eingetragen
- große Zeitabweichung
- falsche Zeitzone
- Systemzeit driftet
- virtuelle Maschinen synchronisieren falsch
- mehrere Zeitquellen widersprechen sich
- DNS-Name des Zeitservers nicht auflösbar
Merksatz:
NTP-Fehler betreffen Zeitserver,
UDP 123,
DNS
oder Systemkonfiguration.
Fehlerbild: Zertifikate wirken ungültig
Mögliche Ursache:
Systemzeit ist falsch.
Prüfung:
Datum prüfen.
Uhrzeit prüfen.
Zeitzone prüfen.
NTP-Status prüfen.
Zeitquelle prüfen.
Merksatz:
Bei vielen Zertifikatsfehlern auch Uhrzeit prüfen.
Fehlerbild: Anmeldung an Domäne schlägt fehl
Mögliche Ursache:
Zeitabweichung zwischen Client und Domänencontroller.
Besonders relevant:
Kerberos
Prüfung:
Clientzeit prüfen.
Domänencontrollerzeit prüfen.
NTP-Konfiguration prüfen.
Zeitzone prüfen.
Merksatz:
Domänenanmeldung braucht passende Zeit.
Fehlerbild: Logs passen zeitlich nicht zusammen
Mögliche Ursachen:
- falsche Systemzeit
- falsche Zeitzone
- NTP gestört
- Zeitquelle falsch
- Sommerzeitproblem
- Container oder VM nutzt falsche Zeitbasis
Merksatz:
Log-Auswertung braucht synchronisierte Zeit.
LDAP, SNMP und NTP vergleichen
| Protokoll | Hauptaufgabe | typischer Port |
|---|---|---|
| LDAP | Verzeichnisdienstzugriff | TCP/UDP 389 |
| LDAPS | LDAP über TLS | TCP 636 |
| SNMP | Netzwerkmanagement | UDP 161 |
| SNMP-Trap | Ereignismeldung | UDP 162 |
| NTP | Zeitsynchronisation | UDP 123 |
Merksatz:
LDAP 389/636,
SNMP 161/162,
NTP 123.
Sicherheitsvergleich
| Protokoll | Sicherheitsaspekt |
|---|---|
| LDAP | Anmeldedaten schützen, LDAPS oder STARTTLS nutzen |
| SNMP | SNMPv3 bevorzugen, Community-Strings schützen |
| NTP | vertrauenswürdige Zeitquellen und Zugriffsbeschränkung |
| LDAPS | Zertifikate korrekt prüfen |
| SNMPv1/v2c | möglichst vermeiden oder stark einschränken |
Merksatz:
Infrastrukturprotokolle müssen ebenfalls abgesichert werden.
Fehlersuche allgemein
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Namensauflösung prüfen.
2. IP-Erreichbarkeit prüfen.
3. Port prüfen.
4. Dienst läuft?
5. Zugangsdaten korrekt?
6. Verschlüsselung oder Zertifikat korrekt?
7. Berechtigungen korrekt?
8. Logs prüfen.
Merksatz:
Auch Verwaltungsdienste nach Schichten prüfen.
Was LDAP, SNMP und NTP nicht machen
LDAP macht nicht automatisch:
Berechtigungen in jeder Anwendung korrekt.
SNMP macht nicht automatisch:
Fehlerbehebung,
sondern liefert Informationen.
NTP macht nicht automatisch:
Zeitzonenlogik oder Zertifikatsverwaltung korrekt.
Alle drei Dienste brauchen korrekte Konfiguration und passende Sicherheit.
Merksatz:
Infrastrukturprotokolle unterstützen Administration,
ersetzen aber keine saubere Konfiguration.
Einordnung in typische Unternehmensnetze
In Unternehmen sieht man häufig:
LDAP / AD:
zentrale Benutzer und Gruppen
SNMP:
Monitoring von Switches, Routern und Servern
NTP:
einheitliche Zeit für Clients, Server und Logs
Diese Dienste sind nicht immer sichtbar für Benutzer, aber wichtig für stabilen Betrieb.
Merksatz:
LDAP, SNMP und NTP sind Grundlagen für Betrieb und Verwaltung.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Wofür steht LDAP?
- Wofür wird LDAP verwendet?
- Was ist ein Verzeichnisdienst?
- Was ist LDAPS?
- Welche Ports nutzen LDAP und LDAPS?
- Was ist ein Distinguished Name?
- Was ist ein LDAP Bind?
- Wofür steht SNMP?
- Wofür wird SNMP verwendet?
- Was sind SNMP-Manager und SNMP-Agent?
- Was ist ein SNMP-Trap?
- Welche Ports nutzt SNMP?
- Warum ist SNMPv3 sicherer?
- Wofür steht NTP?
- Warum ist korrekte Zeit wichtig?
- Welche Probleme können durch falsche Uhrzeit entstehen?
Typische Prüfungsfallen
LDAP gehört zu Schicht 7.
LDAP ist nicht das gesamte Active Directory.
LDAP nutzt typischerweise Port 389.
LDAPS nutzt typischerweise Port 636.
DN ist der eindeutige LDAP-Pfad.
Bind bedeutet LDAP-Anmeldung.
SNMP gehört zu Schicht 7.
SNMP nutzt UDP.
SNMP-Abfragen nutzen UDP 161.
SNMP-Traps nutzen UDP 162.
SNMPv1/v2c mit Community-String sind unsicherer.
SNMPv3 ist sicherer.
NTP gehört zu Schicht 7.
NTP nutzt UDP 123.
Falsche Zeit kann Zertifikatsfehler verursachen.
Falsche Zeit kann Kerberos-Probleme verursachen.
Logs brauchen synchronisierte Zeit.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| LDAP | Protokoll für Verzeichnisdienste |
| LDAPS | LDAP über TLS |
| Verzeichnisdienst | zentrale Verwaltung von Identitäten und Objekten |
| Active Directory | verbreiteter Microsoft-Verzeichnisdienst |
| DN | eindeutiger LDAP-Pfad |
| CN | Common Name eines Objekts |
| OU | Organisationseinheit |
| DC | Domain Component |
| Attribut | Eigenschaft eines LDAP-Objekts |
| Bind | Anmeldung am LDAP-Server |
| SNMP | Protokoll für Netzwerkmanagement |
| SNMP-Manager | fragt Gerätewerte ab |
| SNMP-Agent | liefert Gerätewerte |
| Trap | Gerät sendet Ereignis selbstständig |
| MIB | Beschreibung verfügbarer SNMP-Werte |
| OID | eindeutige Kennung eines SNMP-Werts |
| Community-String | einfacher Zugriffstext bei SNMPv1/v2c |
| SNMPv3 | sicherere SNMP-Version |
| NTP | Protokoll zur Zeitsynchronisation |
| Stratum | Nähe zur Zeitquelle |
| Zeitserver | Server, der Uhrzeit bereitstellt |
IHK-sichere Kurzformulierung
LDAP, SNMP und NTP sind Protokolle der Anwendungsschicht. LDAP steht für Lightweight Directory Access Protocol und dient dem Zugriff auf Verzeichnisdienste wie Active Directory. Es wird zum Suchen und Verwalten von Benutzern, Gruppen und anderen Objekten verwendet. SNMP steht für Simple Network Management Protocol und wird zur Überwachung von Netzwerkgeräten genutzt. Dabei fragt ein SNMP-Manager Werte von einem SNMP-Agenten ab oder empfängt Traps. NTP steht für Network Time Protocol und synchronisiert die Uhrzeit von Systemen. Korrekte Zeit ist wichtig für Zertifikate, Kerberos, Logs und Fehlersuche.
Merksätze
LDAP = Lightweight Directory Access Protocol.
LDAP gehört zu Schicht 7.
LDAP greift auf Verzeichnisdienste zu.
Active Directory nutzt LDAP,
ist aber mehr als LDAP.
LDAP = Port 389.
LDAPS = Port 636.
DN = eindeutiger LDAP-Pfad.
Bind = Anmeldung am LDAP-Server.
SNMP = Simple Network Management Protocol.
SNMP gehört zu Schicht 7.
SNMP überwacht Netzwerkgeräte.
SNMP-Manager fragt.
SNMP-Agent antwortet.
SNMP-Abfrage = UDP 161.
SNMP-Trap = UDP 162.
MIB beschreibt verfügbare Werte.
OID kennzeichnet einen SNMP-Wert.
SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.
NTP = Network Time Protocol.
NTP gehört zu Schicht 7.
NTP nutzt UDP 123.
NTP synchronisiert Uhrzeit.
Korrekte Zeit ist wichtig für Zertifikate.
Korrekte Zeit ist wichtig für Kerberos.
Korrekte Zeit ist wichtig für Logs.
Infrastrukturprotokolle müssen ebenfalls abgesichert werden.
10.8 Remotezugriff und Fernadministration: SSH, RDP und Telnet
Remotezugriff gehört zur OSI-Schicht 7.
Remotezugriff bedeutet:
Ein Benutzer oder Administrator greift aus der Ferne auf ein anderes System zu.
Typische Protokolle sind:
- SSH
- RDP
- Telnet
Sie dienen dazu, entfernte Systeme zu bedienen, zu verwalten oder zu konfigurieren.
Merksatz:
Remotezugriff = entfernte Systeme über das Netzwerk bedienen.
Grundidee von Remotezugriff
Bei Remotezugriff sitzt der Benutzer nicht direkt vor dem Zielsystem.
Stattdessen erfolgt der Zugriff über das Netzwerk.
Beispiele:
Administrator verbindet sich per SSH auf einen Linux-Server.
Benutzer verbindet sich per RDP auf einen Windows-Rechner.
Techniker greift auf eine Firewall-Konsole zu.
Support meldet sich auf einem Terminalserver an.
Ein Server wird aus der Ferne konfiguriert.
Merksatz:
Remotezugriff ermöglicht Administration ohne direkten physischen Zugriff.
Remotezugriff im OSI-Modell
Remotezugriffsprotokolle gehören zur Anwendungsschicht.
| Thema | Schicht |
|---|---|
| SSH | 7 |
| RDP | 7 |
| Telnet | 7 |
| TCP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| Verschlüsselung | 6 / Sicherheitsbezug |
| Benutzeranmeldung | 7 / Authentifizierung |
Wichtig:
SSH, RDP und Telnet sind Anwendungsschicht-Protokolle.
Die verwendeten Ports gehören zur Transportschicht.
Merksatz:
Protokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.
SSH
SSH steht für:
Secure Shell
SSH wird für sicheren Fernzugriff auf Kommandozeilen verwendet.
Typischer Port:
TCP 22
SSH wird häufig genutzt bei:
- Linux-Servern
- Netzwerkgeräten
- Firewalls
- NAS-Systemen
- Routern
- Switches
- Automatisierung
- Dateiübertragung über SFTP
Merksatz:
SSH = sicherer Fernzugriff auf die Shell.
Warum ist SSH wichtig?
SSH ermöglicht sichere Administration über ein Netzwerk.
SSH bietet:
- verschlüsselte Verbindung
- Authentifizierung
- Integritätsschutz
- sichere Befehlsausführung
- sichere Dateiübertragung über SFTP
- Portweiterleitungen und Tunnel
Im Gegensatz zu Telnet überträgt SSH Daten nicht einfach im Klartext.
Merksatz:
SSH schützt Fernadministration durch Verschlüsselung.
SSH-Verbindung vereinfacht
Ablauf vereinfacht:
1. Client verbindet sich mit Server auf TCP 22.
2. Server präsentiert seinen Host-Key.
3. Client prüft den Host-Key.
4. Verschlüsselung wird ausgehandelt.
5. Benutzer authentifiziert sich.
6. Shell oder Dienst wird bereitgestellt.
Merksatz:
SSH prüft Server,
verschlüsselt Verbindung
und authentifiziert Benutzer.
SSH-Client und SSH-Server
SSH-Client:
Programm, das die Verbindung startet.
SSH-Server:
Dienst auf dem Zielsystem,
der SSH-Verbindungen annimmt.
Beispiele:
Client:
Terminal, PuTTY, OpenSSH-Client
Server:
OpenSSH-Server auf Linux,
SSH-Dienst auf Netzwerkgerät
Merksatz:
SSH-Client verbindet sich zum SSH-Server.
SSH-Host-Key
Der SSH-Host-Key identifiziert den SSH-Server.
Beim ersten Verbindungsaufbau speichert der Client häufig den Host-Key.
Bei späteren Verbindungen prüft der Client:
Ist es derselbe Server wie vorher?
Wenn sich der Host-Key plötzlich ändert, erscheint eine Warnung.
Mögliche Ursachen:
- Server wurde neu installiert
- Host-Key wurde geändert
- DNS zeigt auf anderen Server
- IP-Adresse wurde neu vergeben
- möglicher Man-in-the-Middle-Angriff
Merksatz:
SSH-Host-Key schützt vor unbemerktem Serverwechsel.
SSH-Authentifizierung mit Passwort
Bei Passwortauthentifizierung meldet sich der Benutzer mit Benutzername und Passwort an.
Vorteil:
einfach einzurichten
Nachteile:
- anfällig gegen schwache Passwörter
- Brute-Force-Angriffe möglich
- Passwort kann bei schlechter Verwaltung kompromittiert werden
Merksatz:
Passwortlogin ist einfach,
aber stärker abzusichern.
SSH-Authentifizierung mit Schlüssel
Bei Schlüsselanmeldung wird ein Schlüsselpaar verwendet.
Es besteht aus:
privatem Schlüssel
öffentlichem Schlüssel
Der öffentliche Schlüssel liegt auf dem Server.
Der private Schlüssel bleibt beim Benutzer.
Wichtig:
Der private Schlüssel darf nicht weitergegeben werden.
Merksatz:
SSH-Schlüssel bestehen aus öffentlichem und privatem Schlüssel.
Vorteile von SSH-Schlüsseln
SSH-Schlüssel haben mehrere Vorteile:
- keine Passwortübertragung
- gut für Automatisierung
- stärker als einfache Passwörter
- Zugriff kann pro Schlüssel verwaltet werden
- private Schlüssel können zusätzlich mit Passphrase geschützt werden
Merksatz:
SSH-Schlüssel sind für sichere Administration sehr wichtig.
SSH-Passphrase
Eine Passphrase schützt den privaten SSH-Schlüssel.
Wenn jemand die Schlüsseldatei kopiert, kann er sie ohne Passphrase nicht sofort verwenden.
Merksatz:
Passphrase schützt den privaten Schlüssel zusätzlich.
SSH-Agent
Ein SSH-Agent kann private Schlüssel temporär im Speicher verwalten.
Vorteil:
Benutzer muss die Passphrase nicht bei jeder Verbindung neu eingeben.
Wichtig:
SSH-Agent-Weiterleitung muss vorsichtig verwendet werden,
weil sie Sicherheitsrisiken erzeugen kann.
Merksatz:
SSH-Agent erleichtert Schlüsselanmeldung,
muss aber sicher genutzt werden.
Root-Login über SSH
Direkter Root-Login über SSH sollte in vielen Umgebungen deaktiviert werden.
Besser:
normaler Benutzer meldet sich an
und nutzt bei Bedarf sudo oder administrative Rechte.
Vorteile:
- bessere Nachvollziehbarkeit
- weniger Risiko bei Brute-Force-Angriffen
- gezieltere Rechtevergabe
Merksatz:
Direktes Root-Login möglichst vermeiden.
SSH und SFTP
SFTP steht für:
SSH File Transfer Protocol
SFTP nutzt SSH als Grundlage.
Typischer Port:
TCP 22
SFTP ist nicht FTP mit Verschlüsselung, sondern ein eigenes Dateiübertragungsprotokoll über SSH.
Merksatz:
SFTP läuft über SSH.
SSH-Tunnel
Mit SSH können Tunnel aufgebaut werden.
Ein SSH-Tunnel leitet Netzwerkverkehr sicher durch eine SSH-Verbindung.
Typische Nutzung:
- internen Dienst sicher erreichen
- temporäre Portweiterleitung
- Administration über abgesicherte Verbindung
- Zugriff auf Datenbank oder Webdienst über SSH
Merksatz:
SSH-Tunnel leitet Verkehr verschlüsselt weiter.
SSH-Portforwarding
SSH-Portforwarding bedeutet:
Ein lokaler oder entfernter Port wird über SSH weitergeleitet.
Beispiel sinngemäß:
lokaler Port 8080
→ durch SSH
→ interner Webdienst auf Server
Das kann nützlich sein, muss aber kontrolliert werden, weil dadurch Sicherheitsgrenzen umgangen werden können.
Merksatz:
SSH-Portforwarding kann hilfreich,
aber sicherheitskritisch sein.
SSH-Sicherheitsmaßnahmen
Wichtige Maßnahmen:
- starke Passwörter oder Schlüssel verwenden
- Root-Login deaktivieren
- Passwortlogin nach Möglichkeit einschränken
- nur notwendige Benutzer erlauben
- Firewall-Regeln setzen
- Zugriff per VPN begrenzen
- Fail2ban oder ähnliche Schutzmechanismen nutzen
- Logs prüfen
- alte Schlüssel entfernen
- Schlüssel mit Passphrase schützen
Merksatz:
SSH muss trotz Verschlüsselung sauber abgesichert werden.
Typische SSH-Fehler
Typische Fehler sind:
- TCP 22 blockiert
- SSH-Dienst läuft nicht
- falscher Hostname
- falsche IP-Adresse
- falscher Benutzername
- falsches Passwort
- falscher privater Schlüssel
- Rechte auf Schlüsseldatei falsch
- Benutzer nicht erlaubt
- Host-Key-Warnung
- Firewall blockiert Zugriff
Merksatz:
SSH-Fehler mit Port,
Dienst,
Benutzer,
Schlüssel
und Firewall prüfen.
Fehlerbild: SSH-Verbindung Timeout
Mögliche Ursachen:
- Zielhost nicht erreichbar
- TCP 22 durch Firewall blockiert
- Routingproblem
- falsche IP-Adresse
- SSH-Dienst lauscht auf anderem Port
- NAT oder Portweiterleitung falsch
- Server offline
Merksatz:
SSH-Timeout deutet oft auf Netzwerk,
Firewall
oder falschen Port hin.
Fehlerbild: SSH Connection Refused
Connection refused bedeutet:
Zielsystem ist erreichbar,
aber der Dienst auf dem Zielport nimmt keine Verbindung an.
Mögliche Ursachen:
- SSH-Dienst läuft nicht
- SSH lauscht nicht auf diesem Port
- Port falsch
- Dienst nur auf bestimmter IP gebunden
- lokale Firewall lehnt aktiv ab
Merksatz:
Connection refused heißt:
Host erreichbar,
Dienst nimmt nicht an.
Fehlerbild: SSH Permission Denied
Permission denied bedeutet:
Anmeldung wurde abgelehnt.
Mögliche Ursachen:
- falscher Benutzer
- falsches Passwort
- falscher Schlüssel
- öffentlicher Schlüssel fehlt auf Server
- Benutzer darf sich nicht anmelden
- Konto gesperrt
- Schlüsselrechte falsch
- Loginmethode deaktiviert
Merksatz:
Permission denied = Authentifizierung oder Berechtigung prüfen.
Fehlerbild: SSH Host-Key-Warnung
Eine Host-Key-Warnung bedeutet:
Der Server-Schlüssel passt nicht zu dem,
was der Client gespeichert hat.
Mögliche Ursachen:
- Server neu installiert
- anderer Server unter gleicher IP
- DNS zeigt auf anderes Ziel
- Load Balancer oder Proxy
- möglicher Angriff
Wichtig:
Warnung nicht blind ignorieren.
Merksatz:
Host-Key-Warnung immer prüfen.
RDP
RDP steht für:
Remote Desktop Protocol
RDP wird für grafischen Fernzugriff verwendet.
Typischer Port:
TCP 3389
RDP ist besonders verbreitet bei Windows-Systemen.
Typische Nutzung:
- Windows-Server administrieren
- Terminalserver nutzen
- Remote-Arbeitsplatz
- grafische Programme aus der Ferne bedienen
Merksatz:
RDP = grafischer Fernzugriff.
RDP-Grundidee
Bei RDP wird eine grafische Sitzung über das Netzwerk übertragen.
Der Benutzer sieht:
Desktop
Fenster
Programme
Mauszeiger
Tastatureingaben
Die Anwendung läuft auf dem entfernten System.
Der Benutzer bedient sie aus der Ferne.
Merksatz:
RDP überträgt eine entfernte Benutzeroberfläche.
RDP-Client und RDP-Server
RDP-Client:
startet die Verbindung
RDP-Server:
nimmt Remote-Desktop-Verbindungen an
Beispiel:
Benutzer startet Remote Desktop Client.
Client verbindet sich zu Windows-Server.
Server zeigt grafische Sitzung.
Merksatz:
RDP-Client verbindet sich zum RDP-Server.
RDP und Benutzeranmeldung
Für RDP wird normalerweise ein Benutzerkonto benötigt.
Dabei können relevant sein:
- Benutzername
- Passwort
- Domänenkonto
- lokale Benutzergruppe
- Remote-Desktop-Berechtigung
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Richtlinien
Nicht jeder Benutzer darf sich automatisch per RDP anmelden.
Merksatz:
RDP braucht Anmeldung und passende Berechtigung.
RDP und Sicherheit
RDP sollte besonders sorgfältig abgesichert werden.
Warum?
RDP ist ein beliebtes Ziel für Angriffe,
besonders wenn es direkt aus dem Internet erreichbar ist.
Risiken:
- Brute-Force-Angriffe
- gestohlene Zugangsdaten
- ungepatchte Schwachstellen
- Ransomware-Angriffe
- unberechtigter Zugriff
Merksatz:
RDP niemals leichtfertig ins Internet öffnen.
RDP sicher betreiben
Sinnvolle Maßnahmen:
- Zugriff nur über VPN
- Remote Desktop Gateway nutzen
- starke Passwörter
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Network Level Authentication aktivieren
- Firewall-Regeln einschränken
- nur notwendige Benutzer erlauben
- Logs überwachen
- Systeme aktuell halten
- Kontosperrungsrichtlinien nutzen
Merksatz:
RDP nur geschützt und kontrolliert bereitstellen.
Network Level Authentication
Network Level Authentication wird kurz genannt:
NLA
NLA verlangt, dass sich der Benutzer bereits vor dem vollständigen Aufbau der grafischen Sitzung authentifiziert.
Vorteil:
weniger Angriffsfläche
bessere Absicherung vor unerwünschten Sitzungsaufbauten
Merksatz:
NLA verbessert die Sicherheit bei RDP.
Remote Desktop Gateway
Ein Remote Desktop Gateway stellt RDP nicht direkt offen bereit, sondern vermittelt den Zugriff über einen Gateway-Dienst.
Vorteile:
- zentraler Zugriffspunkt
- bessere Kontrolle
- Authentifizierung
- Protokollierung
- Zugriff über HTTPS möglich
- weniger direkte RDP-Exposition
Merksatz:
RD Gateway schützt und bündelt RDP-Zugriffe.
RDP und VPN
Ein VPN kann verwendet werden, damit RDP nur intern erreichbar ist.
Ablauf:
Benutzer baut VPN auf.
Benutzer greift per RDP auf internes System zu.
Vorteil:
RDP-Port muss nicht direkt öffentlich erreichbar sein.
Merksatz:
RDP besser über VPN als direkt aus dem Internet.
Typische RDP-Fehler
Typische Fehler sind:
- TCP 3389 blockiert
- Remote Desktop deaktiviert
- Benutzer nicht berechtigt
- falsches Passwort
- Konto gesperrt
- NLA-Problem
- Lizenzproblem bei Terminalserver
- Firewall blockiert
- DNS-Name falsch
- Zielsystem ausgeschaltet
- maximale Sitzungsanzahl erreicht
Merksatz:
RDP-Fehler mit Erreichbarkeit,
Dienst,
Anmeldung
und Berechtigung prüfen.
Fehlerbild: RDP verbindet nicht
Mögliche Ursachen:
- Zielsystem offline
- falscher Hostname
- DNS falsch
- TCP 3389 blockiert
- Remote Desktop nicht aktiviert
- Firewall blockiert
- VPN nicht verbunden
- NAT oder Portweiterleitung falsch
Merksatz:
RDP-Verbindungsfehler zuerst mit Netzwerk und Port prüfen.
Fehlerbild: RDP Anmeldung wird abgelehnt
Mögliche Ursachen:
- Benutzername falsch
- Passwort falsch
- Benutzer nicht in erlaubter Gruppe
- Konto gesperrt
- Passwort abgelaufen
- Anmeldung per RDP verboten
- NLA-Kompatibilitätsproblem
- Domänencontroller nicht erreichbar
Merksatz:
RDP-Anmeldefehler mit Konto und Berechtigung prüfen.
Fehlerbild: RDP ist langsam
Mögliche Ursachen:
- geringe Bandbreite
- hohe Latenz
- Paketverlust
- hohe Bildschirmauflösung
- viele Grafikeffekte
- Drucker- oder Laufwerksumleitung
- Server überlastet
- VPN langsam
Merksatz:
RDP-Leistung hängt von Netzwerk,
Grafik
und Serverlast ab.
Telnet
Telnet ist ein älteres Protokoll für Fernzugriff auf eine Kommandozeile.
Typischer Port:
TCP 23
Problem:
Telnet ist unverschlüsselt.
Das bedeutet:
Benutzername,
Passwort
und Befehle
können im Klartext übertragen werden.
Merksatz:
Telnet ist unsicher,
weil es unverschlüsselt überträgt.
Warum Telnet heute vermeiden?
Telnet sollte für Administration möglichst nicht mehr verwendet werden.
Gründe:
- keine Verschlüsselung
- Passwörter im Klartext
- Befehle im Klartext
- leicht mitzulesen
- keine moderne Sicherheit
- hohes Risiko in unsicheren Netzwerken
Bessere Alternative:
SSH
Merksatz:
Telnet durch SSH ersetzen.
Telnet als Testwerkzeug
Obwohl Telnet als Administrationsprotokoll unsicher ist, wurde es früher oft als einfaches Testwerkzeug verwendet.
Beispiel:
Kann ich TCP-Port 25 erreichen?
Kann ich TCP-Port 80 erreichen?
Heute nutzt man dafür besser geeignete Werkzeuge.
Beispiele:
- nc
- Test-NetConnection
- openssl s_client
- curl
Merksatz:
Telnet nicht für sichere Administration verwenden.
SSH, RDP und Telnet vergleichen
| Protokoll | Zweck | Port | Sicherheit |
|---|---|---|---|
| SSH | sichere Shell / Administration | TCP 22 | verschlüsselt |
| RDP | grafischer Fernzugriff | TCP 3389 | absichern, nicht offen ins Internet |
| Telnet | alte Shell / Fernzugriff | TCP 23 | unverschlüsselt, vermeiden |
Merksatz:
SSH für sichere Shell.
RDP für grafischen Zugriff.
Telnet vermeiden.
Remotezugriff und Authentifizierung
Remotezugriff braucht sichere Authentifizierung.
Möglichkeiten:
- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikate
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Domänenkonto
- zentrale Identitätsdienste
Wichtig:
Je mächtiger der Zugriff,
desto stärker sollte die Absicherung sein.
Merksatz:
Fernzugriff braucht starke Authentifizierung.
Remotezugriff und Autorisierung
Nicht jeder angemeldete Benutzer darf automatisch alles.
Autorisierung bedeutet:
Welche Rechte hat der Benutzer?
Beispiele:
- darf sich per RDP anmelden
- darf sudo verwenden
- darf Server konfigurieren
- darf Dateien ändern
- darf Dienste neu starten
Merksatz:
Anmeldung ist nicht gleich Berechtigung.
Remotezugriff und Protokollierung
Remotezugriffe sollten protokolliert werden.
Wichtige Informationen:
- wer hat sich angemeldet
- wann wurde zugegriffen
- von welcher IP-Adresse
- welcher Dienst wurde genutzt
- war die Anmeldung erfolgreich
- welche Fehler sind aufgetreten
Logs helfen bei:
- Fehlersuche
- Sicherheitsanalyse
- Nachvollziehbarkeit
- Angriffserkennung
Merksatz:
Remotezugriffe müssen nachvollziehbar sein.
Remotezugriff und Firewall
Remotezugriffe sollten durch Firewalls eingeschränkt werden.
Beispiele:
SSH nur von Admin-Netz erlauben.
RDP nur über VPN erlauben.
Telnet blockieren.
Zugriff auf bestimmte IP-Adressen begrenzen.
Merksatz:
Remotezugriff nur für notwendige Quellen erlauben.
Remotezugriff und VPN
VPN ist eine wichtige Schutzmaßnahme für Remotezugriff.
Ablauf:
Benutzer verbindet sich per VPN ins interne Netz.
Danach nutzt er interne Dienste wie SSH oder RDP.
Vorteil:
Administrative Dienste müssen nicht direkt öffentlich erreichbar sein.
Merksatz:
VPN schützt interne Verwaltungszugänge.
Remotezugriff und Zero Trust
Zero Trust bedeutet vereinfacht:
keinem Zugriff automatisch vertrauen.
Auch interne Zugriffe werden geprüft.
Wichtige Prinzipien:
- Identität prüfen
- Gerät prüfen
- Rechte begrenzen
- Zugriff protokollieren
- nur notwendige Dienste freigeben
- MFA nutzen
Merksatz:
Zero Trust prüft jeden Zugriff bewusst.
Remotezugriff und Least Privilege
Auch beim Remotezugriff gilt:
nur notwendige Rechte vergeben.
Beispiel:
Ein Benutzer darf sich per SSH anmelden,
aber nicht automatisch Root-Rechte haben.
Oder:
Ein Support-Benutzer darf RDP nutzen,
aber keine Serverrollen ändern.
Merksatz:
Fernzugriff nur mit notwendigen Rechten erlauben.
Remotezugriff und Brute Force
Brute Force bedeutet:
Angreifer probiert viele Passwörter aus.
Besonders gefährdet:
öffentlich erreichbare SSH- oder RDP-Dienste.
Schutzmaßnahmen:
- starke Passwörter
- MFA
- Kontosperrung
- Fail2ban
- Rate Limiting
- VPN
- IP-Einschränkungen
- keine Standardbenutzer
Merksatz:
Öffentliche Remotezugänge sind Brute-Force-Ziele.
Remotezugriff und Updates
Remotezugriffsprotokolle und Zielsysteme müssen aktuell gehalten werden.
Warum?
Schwachstellen in Remotezugriffsdiensten können besonders kritisch sein.
Beispiele für Risiken:
- unautorisierter Zugriff
- Rechteausweitung
- Remote Code Execution
- Ransomware-Einstieg
Merksatz:
Remotezugriffsdienste müssen regelmäßig gepatcht werden.
Fehlersuche bei Remotezugriff
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Zielname richtig?
2. DNS-Auflösung korrekt?
3. Ziel-IP erreichbar?
4. Richtiger Port erreichbar?
5. Dienst läuft?
6. Firewall erlaubt Zugriff?
7. Benutzer darf sich anmelden?
8. Authentifizierung korrekt?
9. Berechtigungen korrekt?
10. Logs prüfen.
Merksatz:
Remotezugriff nach DNS,
IP,
Port,
Dienst,
Anmeldung
und Rechten prüfen.
Typische Prüfpunkte nach Protokoll
| Protokoll | Prüfpunkte |
|---|---|
| SSH | TCP 22, SSH-Dienst, Benutzer, Schlüssel, Host-Key, Firewall |
| RDP | TCP 3389, Remote Desktop aktiv, Benutzerrechte, NLA, VPN, Firewall |
| Telnet | TCP 23, Dienst aktiv, aber möglichst vermeiden |
| SFTP | TCP 22, SSH-Zugang, SFTP-Rechte |
| RD Gateway | HTTPS-Zugriff, Richtlinien, Zertifikat, Benutzerrechte |
Merksatz:
Jedes Remoteprotokoll hat eigene typische Fehlerquellen.
Was Remotezugriffsprotokolle nicht machen
Remotezugriffsprotokolle machen nicht automatisch:
- Benutzer sicher berechtigen
- Angriffe verhindern
- Updates einspielen
- Logs auswerten
- MFA erzwingen
- Firewall korrekt konfigurieren
- unsichere Passwörter verhindern
- Datenschutz automatisch sicherstellen
Remotezugriff braucht immer ein Sicherheitskonzept.
Merksatz:
Remotezugriff ist mächtig
und muss bewusst abgesichert werden.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| SSH | 7 |
| RDP | 7 |
| Telnet | 7 |
| SFTP | 7 über SSH |
| TCP 22 | 4 |
| TCP 23 | 4 |
| TCP 3389 | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| DNS-Name | 7 |
| Verschlüsselung bei SSH | Sicherheits-/Darstellungsbezug |
| Benutzeranmeldung | 7 |
Merksatz:
SSH, RDP und Telnet sind Schicht-7-Protokolle,
ihre Ports liegen auf Schicht 4.
Typische Ports
| Protokoll | Port | Zweck |
|---|---|---|
| SSH | TCP 22 | sichere Shell / Administration |
| SFTP | TCP 22 | Dateiübertragung über SSH |
| Telnet | TCP 23 | alte unverschlüsselte Shell |
| RDP | TCP 3389 | grafischer Fernzugriff |
| RD Gateway | TCP 443 | RDP über Gateway / HTTPS |
Merksatz:
SSH 22,
Telnet 23,
RDP 3389.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Wofür steht SSH?
- Wofür wird SSH verwendet?
- Welchen Port nutzt SSH typischerweise?
- Warum ist SSH sicherer als Telnet?
- Was ist ein SSH-Host-Key?
- Was ist SSH-Schlüsselauthentifizierung?
- Wofür steht RDP?
- Wofür wird RDP genutzt?
- Welchen Port nutzt RDP typischerweise?
- Warum sollte RDP nicht offen im Internet stehen?
- Was ist NLA?
- Wofür steht Telnet?
- Warum gilt Telnet als unsicher?
- Welche Sicherheitsmaßnahmen sind bei Remotezugriff sinnvoll?
- Wie grenzt man Remotezugriffsfehler systematisch ein?
Typische Prüfungsfallen
SSH gehört zu Schicht 7.
SSH nutzt typischerweise TCP 22.
SSH ist verschlüsselt.
SFTP läuft über SSH.
SSH-Host-Key identifiziert den Server.
Privater SSH-Schlüssel muss geheim bleiben.
RDP gehört zu Schicht 7.
RDP nutzt typischerweise TCP 3389.
RDP ist grafischer Fernzugriff.
RDP sollte nicht direkt offen ins Internet.
VPN oder RD Gateway sind bessere Schutzmaßnahmen.
NLA verbessert RDP-Sicherheit.
Telnet gehört zu Schicht 7.
Telnet nutzt typischerweise TCP 23.
Telnet ist unverschlüsselt.
Telnet sollte durch SSH ersetzt werden.
Port erreichbar heißt nicht automatisch:
Anmeldung erlaubt.
Anmeldung erfolgreich heißt nicht automatisch:
ausreichende Rechte vorhanden.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Remotezugriff | Zugriff auf ein entferntes System |
| Fernadministration | Verwaltung eines Systems aus der Ferne |
| SSH | Secure Shell |
| SSH-Client | startet SSH-Verbindung |
| SSH-Server | nimmt SSH-Verbindung an |
| Host-Key | identifiziert SSH-Server |
| SSH-Schlüssel | Schlüsselpaar zur Anmeldung |
| privater Schlüssel | geheimer Teil des Schlüssels |
| öffentlicher Schlüssel | Teil, der auf dem Server liegen darf |
| Passphrase | Schutz für privaten Schlüssel |
| SSH-Tunnel | verschlüsselte Weiterleitung über SSH |
| SFTP | Dateiübertragung über SSH |
| RDP | Remote Desktop Protocol |
| NLA | Network Level Authentication |
| RD Gateway | Gateway für RDP-Zugriffe |
| Telnet | altes unverschlüsseltes Fernzugriffsprotokoll |
| Brute Force | massenhaftes Ausprobieren von Passwörtern |
| Least Privilege | nur notwendige Rechte vergeben |
| MFA | Multi-Faktor-Authentifizierung |
IHK-sichere Kurzformulierung
SSH, RDP und Telnet sind Protokolle der Anwendungsschicht für Remotezugriff und Fernadministration. SSH steht für Secure Shell, nutzt typischerweise TCP-Port 22 und ermöglicht verschlüsselten Zugriff auf eine Kommandozeile sowie Dateiübertragung über SFTP. RDP steht für Remote Desktop Protocol, nutzt typischerweise TCP-Port 3389 und ermöglicht grafischen Fernzugriff, besonders auf Windows-Systeme. Telnet nutzt typischerweise TCP-Port 23, überträgt Daten unverschlüsselt und sollte für Administration durch SSH ersetzt werden. Remotezugriffe müssen durch starke Authentifizierung, passende Berechtigungen, Firewall-Regeln, VPN oder Gateway-Lösungen und Protokollierung abgesichert werden.
Merksätze
Remotezugriff gehört zu Schicht 7.
SSH = Secure Shell.
SSH nutzt typischerweise TCP 22.
SSH ist verschlüsselt.
SSH dient sicherer Fernadministration.
SFTP läuft über SSH.
SSH-Host-Key identifiziert den Server.
Privater SSH-Schlüssel bleibt geheim.
RDP = Remote Desktop Protocol.
RDP nutzt typischerweise TCP 3389.
RDP = grafischer Fernzugriff.
RDP nicht direkt ungeschützt ins Internet öffnen.
RDP besser über VPN oder Gateway nutzen.
NLA verbessert RDP-Sicherheit.
Telnet nutzt typischerweise TCP 23.
Telnet ist unverschlüsselt.
Telnet durch SSH ersetzen.
Port offen heißt nicht:
Anmeldung erfolgreich.
Anmeldung erfolgreich heißt nicht:
ausreichende Rechte.
Remotezugriff braucht starke Authentifizierung.
Remotezugriff braucht Least Privilege.
Remotezugriff braucht Logs.
Remotezugriff braucht Firewall-Regeln.
Remotezugriff ist mächtig
und sicherheitskritisch.v
10.9 Authentifizierung, Autorisierung und Anwendungssicherheit
Authentifizierung und Autorisierung gehören zu den wichtigsten Sicherheitsgrundlagen auf der Anwendungsschicht.
Die Anwendungsschicht ist OSI-Schicht 7.
Hier arbeiten viele Dienste direkt mit Benutzern, Anmeldungen, Rollen, Rechten und Anwendungen.
Wichtige Begriffe sind:
- Authentifizierung
- Autorisierung
- Identität
- Benutzerkonto
- Passwort
- Token
- Session
- Rolle
- Rechte
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Single Sign-on
- Least Privilege
Merksatz:
Authentifizierung prüft,
wer jemand ist.
Autorisierung prüft,
was jemand darf.
Warum ist das wichtig?
Viele Netzwerkdienste müssen entscheiden:
Wer greift zu?
und:
Was darf diese Person oder dieses System tun?
Beispiele:
Benutzer meldet sich an einer Webanwendung an.
Administrator verbindet sich per SSH.
Mitarbeiter öffnet eine SMB-Freigabe.
Anwendung ruft eine API mit Token auf.
Benutzer meldet sich an einem E-Mail-Postfach an.
Client greift auf einen Verzeichnisdienst zu.
Ohne saubere Authentifizierung und Autorisierung können unberechtigte Zugriffe entstehen.
Merksatz:
Anmeldung allein reicht nicht.
Rechte müssen ebenfalls geprüft werden.
Authentifizierung
Authentifizierung bedeutet:
Die Identität wird überprüft.
Frage:
Wer bist du?
Beispiele:
- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikat
- Smartcard
- Fingerabdruck
- Einmalcode
- Hardware-Token
- App-Bestätigung
Merksatz:
Authentifizierung = Identität prüfen.
Autorisierung
Autorisierung bedeutet:
Es wird geprüft,
welche Rechte eine authentifizierte Identität hat.
Frage:
Was darfst du?
Beispiele:
- Datei lesen
- Datei ändern
- Benutzer anlegen
- Server verwalten
- Adminbereich öffnen
- API-Daten abrufen
- Bestellung freigeben
- Konfiguration ändern
Merksatz:
Autorisierung = Rechte prüfen.
Authentifizierung und Autorisierung unterscheiden
| Begriff | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Authentifizierung | Wer bist du? | Benutzer meldet sich an |
| Autorisierung | Was darfst du? | Benutzer darf nur bestimmte Ordner öffnen |
Beispiel:
Felix meldet sich erfolgreich an.
Das ist:
Authentifizierung
Danach prüft das System:
Darf Felix diese Datei löschen?
Das ist:
Autorisierung
Merksatz:
Erst Identität,
dann Rechte.
Typischer Fehler
Ein häufiger Denkfehler ist:
Wenn ein Benutzer angemeldet ist,
darf er automatisch alles.
Das ist falsch.
Ein Benutzer kann korrekt angemeldet sein, aber trotzdem keine Berechtigung für eine bestimmte Aktion haben.
Beispiel:
Benutzer ist angemeldet,
darf aber keine Adminseite öffnen.
Merksatz:
Angemeldet bedeutet nicht automatisch berechtigt.
Identität
Eine Identität beschreibt, wer eine Person, ein Dienst oder ein System ist.
Beispiele:
- Benutzerkonto
- Dienstkonto
- Computerobjekt
- API-Client
- Zertifikat
- SSH-Schlüssel
- Anwendungskonto
Identitäten müssen eindeutig verwaltet werden.
Merksatz:
Identität beschreibt,
wer oder was zugreift.
Benutzerkonto
Ein Benutzerkonto ist eine digitale Identität für eine Person.
Es enthält oft:
- Benutzername
- Kennwort-Hash
- Gruppenmitgliedschaften
- Profilinformationen
- Berechtigungen
- Status des Kontos
- Anmelderichtlinien
Benutzerkonten können lokal oder zentral verwaltet werden.
Beispiele:
- lokales Windows-Konto
- Active-Directory-Konto
- LDAP-Konto
- Cloud-Konto
- Anwendungskonto
Merksatz:
Benutzerkonto = digitale Identität eines Benutzers.
Dienstkonto
Ein Dienstkonto wird nicht direkt von einem normalen Benutzer verwendet, sondern von einem Dienst oder einer Anwendung.
Beispiele:
- Datenbankzugriff einer Webanwendung
- Backup-Dienst
- Monitoring-Dienst
- LDAP-Abfragekonto
- API-Integration
Wichtig:
Dienstkonten sollten nur die Rechte haben,
die sie wirklich benötigen.
Merksatz:
Dienstkonto = Konto für einen Dienst,
nicht für normale Benutzerarbeit.
Passwort
Ein Passwort ist ein geheimer Nachweis, mit dem sich ein Benutzer authentifizieren kann.
Sichere Passwörter sollten:
- ausreichend lang sein
- nicht leicht zu erraten sein
- nicht mehrfach verwendet werden
- nicht im Klartext gespeichert werden
- bei Verdacht geändert werden
Wichtig:
Länge ist oft wichtiger als komplizierte Sonderzeichen-Regeln.
Merksatz:
Passwort = geheimer Identitätsnachweis.
Passwort-Hash
Passwörter sollten nicht im Klartext gespeichert werden.
Stattdessen speichert man einen Passwort-Hash.
Ein Hash ist ein Einweg-Prüfwert.
Bei der Anmeldung wird das eingegebene Passwort erneut gehasht und mit dem gespeicherten Hash verglichen.
Merksatz:
Passwörter nicht im Klartext speichern,
sondern sicher hashen.
Salt
Ein Salt ist ein zusätzlicher zufälliger Wert beim Passwort-Hashing.
Ziel:
gleiche Passwörter sollen nicht automatisch gleiche Hashes erzeugen.
Beispiel:
Zwei Benutzer haben dasselbe Passwort.
Durch unterschiedliche Salts entstehen trotzdem unterschiedliche Hashes.
Merksatz:
Salt schützt gegen einfache Hash-Vergleiche und vorberechnete Tabellen.
Multi-Faktor-Authentifizierung
Multi-Faktor-Authentifizierung wird kurz genannt:
MFA
Dabei werden mehrere Faktoren kombiniert.
Typische Faktoren:
| Faktor | Beispiel |
|---|---|
| Wissen | Passwort |
| Besitz | Smartphone, Token, Smartcard |
| Sein | Fingerabdruck, Gesichtserkennung |
Beispiel:
Passwort
plus
Einmalcode aus App
Merksatz:
MFA kombiniert mehrere Nachweise.
Warum ist MFA wichtig?
Wenn ein Passwort gestohlen wird, kann ein Angreifer sich ohne zweiten Faktor nicht so einfach anmelden.
MFA schützt besonders bei:
- Cloud-Konten
- VPN-Zugängen
- Admin-Konten
- E-Mail-Konten
- Remotezugriff
- kritischen Anwendungen
Merksatz:
MFA reduziert das Risiko durch gestohlene Passwörter.
Einmalpasswort
Ein Einmalpasswort wird auch genannt:
OTP
OTP steht für:
One-Time Password
Es ist nur einmal oder nur kurzzeitig gültig.
Beispiele:
- Code aus Authenticator-App
- Hardware-Token
- SMS-Code
- E-Mail-Code
Merksatz:
OTP = zeitlich oder einmalig gültiger Code.
Token
Ein Token ist ein digitaler Nachweis für Zugriff.
Ein Token kann enthalten:
- Benutzerinformationen
- Ablaufzeit
- Berechtigungen
- Aussteller
- Signatur
- Sitzungsbezug
Tokens werden häufig bei Webanwendungen und APIs verwendet.
Merksatz:
Token = digitaler Zugriffsnachweis.
Bearer Token
Ein Bearer Token wird häufig bei APIs genutzt.
Er wird oft im HTTP-Header übertragen:
Authorization: Bearer <token>
Wichtig:
Wer den Bearer Token besitzt,
kann ihn oft verwenden.
Deshalb muss er wie ein Passwort geschützt werden.
Merksatz:
Bearer Token wie ein Passwort behandeln.
Session
Eine Session ist eine Sitzung zwischen Client und Anwendung.
Beispiel:
Benutzer meldet sich an.
Server erstellt Session.
Browser erhält Session-Cookie.
Weitere Anfragen werden dieser Session zugeordnet.
Sessions helfen, einen Benutzer über mehrere Anfragen hinweg wiederzuerkennen.
Merksatz:
Session verbindet mehrere Anfragen zu einer Sitzung.
Der Browser sendet dieses Cookie bei weiteren Anfragen mit.
Dadurch weiß der Server:
Diese Anfrage gehört zu dieser Sitzung.
Wichtig:
Session-Cookies müssen geschützt werden.
Merksatz:
Session-Cookie hält die Anmeldung über mehrere Anfragen fest.
| Attribut | Bedeutung |
|---|---|
| Secure | Cookie nur über HTTPS senden |
| HttpOnly | Cookie nicht per JavaScript auslesbar |
| SameSite | Schutz gegen bestimmte Cross-Site-Angriffe |
| Expires / Max-Age | Ablaufzeit des Cookies |
Merksatz:
Sichere Cookies schützen Sitzungen.
Session Hijacking
Session Hijacking bedeutet:
Ein Angreifer übernimmt eine gültige Sitzung.
Das kann passieren, wenn ein Session-Cookie gestohlen wird.
Mögliche Ursachen:
- unsichere Verbindung
- XSS-Schwachstelle
- unsichere Cookies
- gestohlener Token
- Malware auf Client
- unsichere Speicherung
Merksatz:
Wer eine Session übernimmt,
kann oft wie der Benutzer handeln.
Session Timeout
Ein Session Timeout beendet eine Sitzung nach einer bestimmten Zeit.
Gründe:
- Schutz bei vergessener Abmeldung
- Begrenzung gestohlener Sessions
- Ressourcen sparen
- Sicherheitsrichtlinie erfüllen
Beispiel:
Benutzer ist 30 Minuten inaktiv.
Anwendung meldet ihn ab.
Merksatz:
Timeout begrenzt die Lebensdauer einer Sitzung.
Single Sign-on
Single Sign-on wird kurz genannt:
SSO
SSO bedeutet:
Ein Benutzer meldet sich einmal an
und kann danach mehrere Dienste nutzen.
Beispiele:
- Anmeldung über Microsoft Entra ID
- Anmeldung über Active Directory
- Anmeldung über Google Workspace
- Anmeldung über zentralen Identitätsanbieter
Vorteil:
weniger separate Passwörter
zentrale Verwaltung
bessere Benutzerfreundlichkeit
Merksatz:
SSO = einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.
Identity Provider
Ein Identity Provider wird kurz genannt:
IdP
Ein IdP stellt Identitäten bereit und bestätigt Anmeldungen.
Beispiele:
- Active Directory
- Microsoft Entra ID
- Keycloak
- Okta
- Google Workspace
Eine Anwendung kann dem IdP vertrauen, statt eigene Benutzer vollständig selbst zu verwalten.
Merksatz:
IdP bestätigt die Identität für Anwendungen.
Service Provider
Ein Service Provider ist die Anwendung oder der Dienst, der Zugriff gewährt.
Beispiel:
Benutzer meldet sich über IdP an.
Webanwendung vertraut dem IdP.
Webanwendung lässt Benutzer hinein.
Merksatz:
Service Provider nutzt Identitätsinformationen vom IdP.
OAuth 2.0
OAuth 2.0 ist ein Autorisierungsframework.
Es wird häufig verwendet, damit Anwendungen Zugriff auf bestimmte Ressourcen erhalten können, ohne direkt das Passwort des Benutzers zu kennen.
Beispiel:
Eine App darf auf Kalenderdaten zugreifen,
aber nicht auf das Passwort des Benutzers.
Merksatz:
OAuth 2.0 regelt delegierten Zugriff.
OpenID Connect
OpenID Connect baut auf OAuth 2.0 auf.
Es wird für Authentifizierung verwendet.
Kurz:
OAuth 2.0:
Zugriff erlauben
OpenID Connect:
Identität bestätigen
Merksatz:
OpenID Connect ergänzt OAuth um Anmeldung und Identität.
SAML
SAML steht für:
Security Assertion Markup Language
SAML wird häufig für Single Sign-on in Unternehmen verwendet.
Dabei tauschen Identitätsanbieter und Anwendung Anmeldeinformationen aus.
Typisch bei:
- Unternehmensanwendungen
- Cloud-Diensten
- älteren SSO-Umgebungen
Merksatz:
SAML ist ein verbreiteter SSO-Standard.
Rollen
Rollen bündeln Berechtigungen.
Beispiele:
- Benutzer
- Administrator
- Support
- Prüfer
- Projektleitung
- Gast
Ein Benutzer erhält eine Rolle, und die Rolle enthält Rechte.
Merksatz:
Rolle = Sammlung von Berechtigungen.
Rechte
Rechte beschreiben konkrete erlaubte Aktionen.
Beispiele:
- lesen
- schreiben
- ändern
- löschen
- ausführen
- freigeben
- verwalten
- Benutzer anlegen
Merksatz:
Recht = konkrete erlaubte Aktion.
Gruppen
Gruppen bündeln Benutzer.
Beispiel:
Gruppe:
IT-Support
Mitglieder:
Felix
Maria
Jonas
Rechte werden häufig Gruppen zugewiesen, nicht einzelnen Benutzern.
Vorteil:
einfacher zu verwalten
übersichtlicher
weniger Fehler
Merksatz:
Benutzer in Gruppen,
Rechte an Gruppen.
RBAC
RBAC steht für:
Role-Based Access Control
Das bedeutet:
Zugriff wird über Rollen gesteuert.
Beispiel:
Rolle Administrator:
darf Benutzer verwalten
Rolle Leser:
darf Inhalte lesen
Rolle Bearbeiter:
darf Inhalte ändern
Merksatz:
RBAC = Rechte über Rollen verwalten.
Least Privilege
Least Privilege bedeutet:
Benutzer und Dienste erhalten nur die Rechte,
die sie wirklich benötigen.
Beispiel:
Ein Dienst braucht nur Leserechte.
Dann bekommt er keine Schreibrechte.
Ziel:
Schaden begrenzen,
falls ein Konto missbraucht wird.
Merksatz:
Nur so viele Rechte wie nötig,
so wenige wie möglich.
Need-to-know-Prinzip
Need-to-know bedeutet:
Zugriff nur auf Informationen,
die für die Aufgabe benötigt werden.
Beispiel:
Personalabteilung darf Personaldaten sehen.
Andere Abteilungen nicht.
Merksatz:
Zugriff nur,
wenn er fachlich notwendig ist.
Privileged Access
Privileged Access bedeutet:
besonders mächtiger Zugriff.
Beispiele:
- Administratorrechte
- Domain-Admin
- Root-Zugriff
- Datenbankadministrator
- Cloud-Administrator
- Firewall-Administrator
Solche Zugriffe müssen besonders geschützt werden.
Merksatz:
Adminrechte sind besonders kritisch.
Schutz für Admin-Konten
Admin-Konten sollten besonders abgesichert werden.
Maßnahmen:
- MFA
- getrennte Admin-Konten
- kein tägliches Arbeiten mit Admin-Konto
- starke Protokollierung
- Zugriffsbeschränkung
- Least Privilege
- regelmäßige Prüfung
- keine geteilten Konten
Merksatz:
Admin-Konten besonders schützen und überwachen.
Geteilte Konten
Geteilte Konten sind Konten, die von mehreren Personen genutzt werden.
Problem:
Aktionen sind schwer einer Person zuzuordnen.
Beispiel:
Alle nutzen admin.
Besser:
persönliche Konten
plus
gezielte Adminrechte
Merksatz:
Geteilte Konten vermeiden,
weil Nachvollziehbarkeit fehlt.
Protokollierung
Sicherheitsrelevante Anmeldungen und Zugriffe sollten protokolliert werden.
Wichtige Informationen:
- Benutzer
- Zeitpunkt
- Quelle
- Zielsystem
- erfolgreiche Anmeldung
- fehlgeschlagene Anmeldung
- Rechteänderung
- kritische Aktion
Merksatz:
Ohne Logs keine saubere Nachvollziehbarkeit.
Brute-Force-Angriff
Brute Force bedeutet:
viele Passwörter werden ausprobiert.
Ziel:
ein gültiges Passwort finden.
Gefährdet sind besonders:
- Weblogin
- SSH
- RDP
- VPN
- E-Mail
- Cloud-Konten
Schutzmaßnahmen:
- MFA
- Kontosperrung
- Rate Limiting
- starke Passwörter
- Monitoring
- IP-Beschränkung
- Fail2ban
Merksatz:
Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert.
Phishing
Phishing bedeutet:
Benutzer werden getäuscht,
um Zugangsdaten oder Tokens preiszugeben.
Beispiele:
- gefälschte Login-Seite
- angebliche Passwortänderung
- falsche Paketbenachrichtigung
- gefälschte Rechnung
- angeblicher IT-Support
Schutzmaßnahmen:
- Schulung
- MFA
- sichere Mailfilter
- Domainprüfung
- Passwortmanager
- Meldewege für verdächtige Mails
Merksatz:
Phishing greift den Menschen und die Anmeldung an.
Credential Stuffing
Credential Stuffing bedeutet:
Angreifer verwenden bekannte Zugangsdaten aus Datenlecks
bei anderen Diensten erneut.
Problem:
Viele Benutzer verwenden gleiche Passwörter mehrfach.
Schutzmaßnahmen:
- keine Passwortwiederverwendung
- MFA
- Passwortmanager
- Überwachung verdächtiger Logins
Merksatz:
Wiederverwendete Passwörter sind ein großes Risiko.
Passwortspraying
Beim Passwortspraying probiert ein Angreifer ein häufiges Passwort gegen viele Benutzerkonten.
Beispiel:
Sommer2026!
gegen viele Konten.
Ziel:
Kontosperrungen vermeiden,
aber trotzdem Treffer finden.
Merksatz:
Passwortspraying testet wenige Passwörter gegen viele Konten.
Account Lockout
Account Lockout bedeutet:
Ein Konto wird nach mehreren Fehlversuchen gesperrt.
Ziel:
Brute-Force-Angriffe erschweren.
Wichtig:
Sperrregeln müssen sinnvoll eingestellt sein,
damit Angriffe erschwert werden,
aber Benutzer nicht unnötig blockiert werden.
Merksatz:
Kontosperrung begrenzt Passwortversuche.
Rate Limiting
Rate Limiting begrenzt, wie viele Anfragen in einer bestimmten Zeit erlaubt sind.
Beispiel:
maximal 5 Loginversuche pro Minute
Ziel:
automatisierte Angriffe erschweren
Merksatz:
Rate Limiting bremst massenhafte Versuche.
CAPTCHA
CAPTCHA soll prüfen, ob ein Benutzer wahrscheinlich ein Mensch ist.
Typische Nutzung:
- Login
- Registrierung
- Formular
- Passwortzurücksetzung
CAPTCHA kann automatisierte Angriffe erschweren, ersetzt aber keine starke Authentifizierung.
Merksatz:
CAPTCHA erschwert Bots,
ersetzt aber keine Sicherheit.
Passwortmanager
Ein Passwortmanager speichert Passwörter verschlüsselt.
Vorteile:
- lange zufällige Passwörter
- weniger Passwortwiederverwendung
- einfacheres Verwalten vieler Konten
- Schutz vor Tippfehlern
- teilweise Schutz gegen Phishing durch Domainprüfung
Merksatz:
Passwortmanager helfen bei starken eindeutigen Passwörtern.
Sichere Passwortregeln
Sinnvolle Regeln:
- lange Passwörter erlauben
- Passwortmanager unterstützen
- bekannte kompromittierte Passwörter blockieren
- MFA nutzen
- keine unnötig kurzen Ablaufintervalle ohne Grund
- Passwortwiederverwendung vermeiden
Merksatz:
Lange eindeutige Passwörter plus MFA sind sehr stark.
Anwendungssicherheit
Anwendungssicherheit bedeutet:
Anwendungen so entwickeln,
konfigurieren und betreiben,
dass Missbrauch erschwert wird.
Typische Themen:
- sichere Anmeldung
- Rechteprüfung
- Eingabevalidierung
- Schutz vor SQL-Injection
- Schutz vor XSS
- sichere Sessions
- sichere APIs
- Logging
- Updates
- sichere Konfiguration
Merksatz:
Anwendungssicherheit schützt Dienste auf Schicht 7.
SQL-Injection
SQL-Injection ist ein Angriff, bei dem schädliche Daten in eine Datenbankabfrage eingeschleust werden.
Beispiel sinngemäß:
Eingabefeld wird nicht geprüft.
Angreifer fügt SQL-Befehl ein.
Datenbank führt unerwünschte Abfrage aus.
Schutzmaßnahmen:
- parametrisierte Abfragen
- Eingabevalidierung
- minimale Datenbankrechte
- Fehlermeldungen nicht offenlegen
Merksatz:
SQL-Injection nutzt unsichere Datenbankeingaben aus.
Cross-Site Scripting
Cross-Site Scripting wird kurz genannt:
XSS
Dabei wird schädlicher Code in eine Webseite eingeschleust.
Ziel:
im Browser anderer Benutzer ausgeführt werden.
Mögliche Folgen:
- Session-Cookie stehlen
- Inhalte manipulieren
- Benutzeraktionen auslösen
- Phishing innerhalb der Anwendung
Schutzmaßnahmen:
- Ausgaben korrekt escapen
- Eingaben prüfen
- Content Security Policy
- HttpOnly-Cookies
- sichere Frameworks nutzen
Merksatz:
XSS greift Benutzer über die Webseite an.
CSRF
CSRF steht für:
Cross-Site Request Forgery
Dabei wird ein angemeldeter Benutzer dazu gebracht, unbeabsichtigt eine Aktion in einer Webanwendung auszuführen.
Beispiel:
Benutzer ist angemeldet.
Angreifer bringt Browser dazu,
eine unerwünschte Anfrage zu senden.
Schutzmaßnahmen:
- CSRF-Token
- SameSite-Cookies
- Prüfung von Origin oder Referer
- kritische Aktionen bestätigen lassen
Merksatz:
CSRF missbraucht eine bestehende Anmeldung.
Unsichere direkte Objektreferenz
Eine unsichere direkte Objektreferenz entsteht, wenn eine Anwendung nur eine ID prüft, aber nicht die Berechtigung.
Beispiel:
/rechnung/1001
Benutzer ändert URL zu:
/rechnung/1002
Wenn die Anwendung nicht prüft, ob Benutzer Rechnung 1002 sehen darf, entsteht ein Sicherheitsproblem.
Merksatz:
Jede Ressource braucht Berechtigungsprüfung.
Sichere APIs
APIs müssen besonders sauber geschützt werden.
Wichtige Punkte:
- Authentifizierung
- Autorisierung
- sichere Tokens
- HTTPS
- Rate Limiting
- Eingabevalidierung
- saubere Fehlercodes
- keine geheimen Daten in Antworten
- Logging
- Versionierung
Merksatz:
API-Sicherheit ist Anwendungssicherheit auf Schnittstellenebene.
Fehlermeldungen
Fehlermeldungen sollten hilfreich, aber nicht zu verräterisch sein.
Schlecht:
Datenbankfehler mit Tabellenname und SQL-Abfrage wird angezeigt.
Besser:
Allgemeine Fehlermeldung für Benutzer.
Details nur im geschützten Serverlog.
Merksatz:
Interne Details gehören in Logs,
nicht in öffentliche Fehlermeldungen.
Updates und Patches
Anwendungen und Abhängigkeiten müssen aktuell gehalten werden.
Risiken bei veralteter Software:
- bekannte Schwachstellen
- unsichere Bibliotheken
- veraltete Authentifizierungsverfahren
- fehlende Sicherheitsupdates
- Angriffe über bekannte Exploits
Merksatz:
Veraltete Anwendungen sind ein Sicherheitsrisiko.
Sichere Konfiguration
Auch sichere Software kann unsicher betrieben werden, wenn sie falsch konfiguriert ist.
Beispiele:
- Standardpasswörter
- Debug-Modus aktiv
- offene Adminbereiche
- zu viele Rechte
- unsichere CORS-Regeln
- veraltete TLS-Versionen
- unnötige Dienste aktiv
- Verzeichnislisting aktiv
Merksatz:
Falsche Konfiguration kann sichere Software unsicher machen.
Fehlersuche bei Anmeldung und Rechten
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Benutzer existiert?
2. Passwort oder Schlüssel korrekt?
3. Konto aktiv?
4. MFA korrekt?
5. Gruppe oder Rolle vorhanden?
6. Rechte korrekt?
7. Session oder Token gültig?
8. Zeit korrekt?
9. Dienst erreichbar?
10. Logs prüfen.
Merksatz:
Bei Loginproblemen Identität,
Faktor,
Rolle
und Logs prüfen.
Fehlerbild: Anmeldung schlägt fehl
Mögliche Ursachen:
- falsches Passwort
- Benutzername falsch
- Konto gesperrt
- Konto deaktiviert
- Passwort abgelaufen
- MFA fehlt
- falscher Identity Provider
- LDAP oder AD nicht erreichbar
- Zeitabweichung
- Token ungültig
Merksatz:
Loginfehler sind nicht immer nur Passwortfehler.
Fehlerbild: Zugriff verweigert
Mögliche Ursachen:
- Benutzer ist nicht in richtiger Gruppe
- Rolle fehlt
- Berechtigung fehlt
- Ressource gehört anderem Benutzer
- Richtlinie blockiert
- Token enthält falsche Rechte
- Anwendung prüft Rechte fehlerhaft
- alte Session enthält alte Rechte
Merksatz:
Zugriff verweigert = Autorisierung prüfen.
Fehlerbild: Benutzer ist angemeldet, sieht aber nichts
Mögliche Ursachen:
- keine Gruppenmitgliedschaft
- falsche Rolle
- fehlende Lizenz
- falscher Mandant
- Berechtigungen nicht synchronisiert
- Anwendung filtert Daten nach Rechten
- Session muss erneuert werden
Merksatz:
Erfolgreiche Anmeldung bedeutet noch keine sichtbaren Berechtigungen.
Fehlerbild: MFA funktioniert nicht
Mögliche Ursachen:
- falsches Gerät registriert
- Uhrzeit falsch
- Token abgelaufen
- Benutzer hat neues Smartphone
- Push-Benachrichtigung blockiert
- Konto nicht korrekt für MFA registriert
- Netzwerkverbindung fehlt
Merksatz:
MFA-Probleme mit Gerät,
Zeit,
Registrierung
und Konto prüfen.
Fehlerbild: Token abgelaufen
Mögliche Ursachen:
- Ablaufzeit erreicht
- Benutzer wurde abgemeldet
- Refresh Token ungültig
- Systemzeit falsch
- Token wurde widerrufen
- Session wurde beendet
Merksatz:
Tokens haben Lebensdauer und können widerrufen werden.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| Loginformular | 7 |
| API-Token | 7 |
| Session-Cookie | 7 mit Schicht-5-Bezug |
| LDAP-Anmeldung | 7 |
| OAuth / OpenID Connect | 7 |
| SAML | 7 |
| TLS-Schutz | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| TCP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| Benutzerrechte | 7 / Anwendungsebene |
Merksatz:
Anmeldung und Rechte sind typische Schicht-7-Themen.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Was bedeutet Authentifizierung?
- Was bedeutet Autorisierung?
- Was ist der Unterschied zwischen Authentifizierung und Autorisierung?
- Was ist MFA?
- Warum ist MFA sinnvoll?
- Was ist ein Token?
- Was ist eine Session?
- Was ist ein Session-Cookie?
- Was bedeutet Single Sign-on?
- Was ist ein Identity Provider?
- Was ist Least Privilege?
- Warum sollten Rechte über Gruppen vergeben werden?
- Warum sind geteilte Admin-Konten problematisch?
- Was ist Brute Force?
- Was ist Phishing?
- Was ist SQL-Injection?
- Was ist XSS?
- Warum sind sichere Fehlermeldungen wichtig?
Typische Prüfungsfallen
Authentifizierung ist nicht Autorisierung.
Anmeldung bedeutet nicht automatisch Zugriff.
Rechte müssen pro Ressource geprüft werden.
MFA erhöht die Sicherheit deutlich.
Token müssen wie Passwörter geschützt werden.
Session-Cookies müssen sicher gesetzt werden.
HTTPS ist wichtig für Login und Tokens.
Bearer Token kann von jedem genutzt werden,
der ihn besitzt.
Geteilte Konten erschweren Nachvollziehbarkeit.
Adminrechte besonders schützen.
Least Privilege immer beachten.
Gruppen erleichtern Rechteverwaltung.
Phishing greift oft Zugangsdaten an.
SQL-Injection betrifft unsichere Datenbankeingaben.
XSS betrifft unsichere Ausgaben im Browser.
CSRF missbraucht bestehende Sitzungen.
Fehlermeldungen dürfen keine internen Details verraten.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Authentifizierung | Identität prüfen |
| Autorisierung | Rechte prüfen |
| Identität | Benutzer, Dienst oder System |
| Benutzerkonto | digitale Identität eines Benutzers |
| Dienstkonto | Konto für Anwendungen oder Dienste |
| Passwort | geheimer Identitätsnachweis |
| Passwort-Hash | Einweg-Prüfwert eines Passworts |
| Salt | zusätzlicher Zufallswert beim Hashing |
| MFA | Multi-Faktor-Authentifizierung |
| OTP | Einmalpasswort |
| Token | digitaler Zugriffsnachweis |
| Bearer Token | nutzbarer Zugriffstoken |
| Session | Sitzung zwischen Client und Anwendung |
| Session-Cookie | Cookie zur Sitzungszuordnung |
| SSO | Single Sign-on |
| IdP | Identity Provider |
| RBAC | rollenbasierte Zugriffskontrolle |
| Least Privilege | nur notwendige Rechte |
| Brute Force | massenhaftes Passwortprobieren |
| Phishing | Täuschung zur Datenerbeutung |
| SQL-Injection | Einschleusen von SQL-Befehlen |
| XSS | Einschleusen von Code in Webseiten |
| CSRF | Missbrauch bestehender Anmeldung |
IHK-sichere Kurzformulierung
Authentifizierung und Autorisierung sind zentrale Sicherheitskonzepte auf der Anwendungsschicht. Authentifizierung prüft die Identität eines Benutzers, Dienstes oder Systems. Autorisierung prüft anschließend, welche Rechte diese Identität besitzt. Eine erfolgreiche Anmeldung bedeutet daher nicht automatisch, dass ein Benutzer alle Aktionen durchführen darf. Multi-Faktor-Authentifizierung erhöht die Sicherheit, weil neben dem Passwort ein weiterer Faktor benötigt wird. Rechte sollten möglichst über Gruppen oder Rollen vergeben werden und dem Least-Privilege-Prinzip folgen. Tokens, Session-Cookies und Passwörter müssen geschützt werden, da sie Zugriff auf Anwendungen und Dienste ermöglichen können.
Merksätze
Authentifizierung = Wer bist du?
Autorisierung = Was darfst du?
Erst Identität,
dann Rechte.
Anmeldung ist nicht gleich Berechtigung.
Benutzerkonto = digitale Identität.
Dienstkonto = Konto für Dienste.
Passwörter nicht im Klartext speichern.
Passwort-Hash schützt gespeicherte Passwörter.
Salt macht Hashes robuster.
MFA kombiniert mehrere Faktoren.
OTP = Einmalpasswort.
Token = digitaler Zugriffsnachweis.
Bearer Token wie Passwort schützen.
Session verbindet mehrere Anfragen.
Session-Cookie schützt Anmeldung.
Secure,
HttpOnly
und SameSite schützen Cookies.
SSO = einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.
IdP bestätigt Identität.
OAuth regelt delegierten Zugriff.
OpenID Connect ergänzt Anmeldung.
RBAC verwaltet Rechte über Rollen.
Least Privilege = nur notwendige Rechte.
Admin-Konten besonders schützen.
Geteilte Konten vermeiden.
Brute Force probiert Passwörter.
Phishing täuscht Benutzer.
SQL-Injection nutzt unsichere Eingaben.
XSS greift Benutzer im Browser an.
CSRF missbraucht bestehende Sitzungen.
Anwendungssicherheit ist Schicht-7-Sicherheit.
10.10 Fehlersuche auf OSI-Schicht 7
OSI-Schicht 7 ist die Anwendungsschicht.
Auf dieser Schicht prüft man nicht mehr nur:
Kommt eine Verbindung zustande?
Sondern zusätzlich:
Funktioniert der konkrete Dienst?
Antwortet die Anwendung korrekt?
Stimmen Anmeldung, Rechte, Daten und Protokoll?
Typische Schicht-7-Dienste sind:
- HTTP / HTTPS
- DNS
- DHCP
- SMTP
- IMAP
- POP3
- FTP
- SFTP
- SMB
- LDAP
- SNMP
- NTP
- SSH
- RDP
- APIs
Merksatz:
Schicht 7 prüft den Dienst,
nicht nur die Verbindung.
Grundidee der Schicht-7-Fehlersuche
Bei Schicht 7 geht es um die konkrete Anwendungskommunikation.
Ein Port kann erreichbar sein, aber der Dienst kann trotzdem nicht richtig funktionieren.
Beispiel:
TCP 443 ist offen,
aber die Webseite zeigt HTTP 500.
Oder:
DNS-Server ist erreichbar,
aber der Name wird falsch aufgelöst.
Oder:
SMB-Port 445 ist erreichbar,
aber der Benutzer hat keine Berechtigung.
Merksatz:
Offener Port bedeutet nicht automatisch:
Anwendung funktioniert.
Schicht 7 erst prüfen, wenn die unteren Schichten passen
Vor der Schicht-7-Fehlersuche sollte man prüfen:
Schicht 1:
physische Verbindung vorhanden?
Schicht 2:
richtige MAC-Kommunikation, VLAN, Switch?
Schicht 3:
IP-Adresse, Subnetz, Gateway, Routing?
Schicht 4:
TCP- oder UDP-Port erreichbar?
Erst danach prüft man genauer:
Dienst,
Protokoll,
Anmeldung,
Antwort,
Daten,
Rechte,
Logs.
Merksatz:
Erst unten prüfen,
dann oben analysieren.
Typische Abgrenzung nach Schichten
| Fehlerbild | wahrscheinliche Schicht |
|---|---|
| Kein Link | 1 |
| Falsches VLAN | 2 |
| Kein Gateway erreichbar | 3 |
| Port nicht erreichbar | 4 |
| Zertifikatswarnung | 6 |
| HTTP 404 oder 500 | 7 |
| Login funktioniert nicht | 7 |
| Zugriff verweigert | 7 |
| DNS löst falsch auf | 7 |
| Mail landet im Spam | 7 |
| API lehnt Anfrage ab | 7 |
Merksatz:
Schicht-7-Fehler betreffen Inhalt,
Dienst,
Anmeldung
oder Berechtigung.
Wichtige Prüffragen auf Schicht 7
Bei Anwendungsschichtproblemen stellt man Fragen wie:
Läuft der Dienst?
Antwortet der Dienst korrekt?
Wird das richtige Protokoll verwendet?
Wird der richtige Hostname verwendet?
Ist die URL korrekt?
Ist die Anmeldung korrekt?
Hat der Benutzer die nötigen Rechte?
Sind Zertifikate gültig?
Stimmen Header, Methode und Datenformat?
Gibt es Logs?
Gibt es eine Fehlermeldung?
Betrifft es alle Benutzer oder nur einzelne?
Merksatz:
Schicht 7 fragt:
Was macht der Dienst genau?
Dienst läuft oder läuft nicht
Ein häufiger Fehler ist:
Netzwerk funktioniert,
aber Dienst läuft nicht.
Beispiele:
Webserver gestoppt
Datenbank nicht erreichbar
SSH-Dienst deaktiviert
Maildienst gestört
DNS-Dienst nicht gestartet
Backend-Container nicht aktiv
Anwendung abgestürzt
Typisches Fehlerbild:
Host erreichbar,
aber Dienst antwortet nicht richtig.
Merksatz:
Erreichbarer Server heißt nicht:
Dienst läuft.
Falsches Protokoll
Manchmal wird das falsche Protokoll verwendet.
Beispiele:
http:// statt https://
FTP statt SFTP
LDAP statt LDAPS
IMAP statt POP3
SMB-Pfad statt SFTP-Zugriff
HTTPS zum Backend,
obwohl Backend nur HTTP spricht
Merksatz:
Falsches Protokoll kann wie ein Verbindungsfehler aussehen.
Falscher Port
Ein Dienst kann auf einem anderen Port laufen als erwartet.
Beispiele:
Webserver läuft auf TCP 8080 statt TCP 80.
Adminoberfläche läuft auf TCP 8443 statt TCP 443.
SSH läuft auf anderem Port als TCP 22.
Anwendung läuft intern auf Port 3000,
extern aber über Reverse Proxy auf 443.
Merksatz:
Immer prüfen:
Welcher Dienst lauscht auf welchem Port?
Falscher Hostname
Bei vielen Diensten ist der Hostname wichtig.
Beispiele:
HTTPS-Zertifikat muss zum Hostnamen passen.
Reverse Proxy entscheidet über Host-Header.
Virtuelle Hosts liefern je nach Hostname andere Inhalte.
DNS kann intern und extern unterschiedlich auflösen.
Fehlerbild:
IP ist erreichbar,
aber falsche Webseite oder falsches Zertifikat erscheint.
Merksatz:
Hostname ist auf Schicht 7 oft entscheidend.
DNS-Fehler auf Schicht 7
DNS-Probleme sind typische Schicht-7-Probleme.
Fehlerbilder:
Name löst nicht auf.
Name löst auf falsche IP auf.
Interne und externe Antwort unterscheiden sich.
DNS-Cache ist veraltet.
MX-Record fehlt.
CNAME zeigt falsch.
AAAA-Record zeigt auf nicht erreichbares IPv6-Ziel.
Prüffragen:
Welcher DNS-Server wird gefragt?
Welche Antwort liefert er?
Ist die Antwort intern und extern gleich?
Ist der Cache noch aktiv?
Stimmt die TTL?
Merksatz:
IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.
HTTP-Fehler auf Schicht 7
Bei Webdiensten sind HTTP-Statuscodes sehr hilfreich.
Wichtige Beispiele:
| Statuscode | Bedeutung |
|---|---|
| 200 | OK |
| 301 / 302 | Weiterleitung |
| 400 | fehlerhafte Anfrage |
| 401 | nicht authentifiziert |
| 403 | verboten |
| 404 | nicht gefunden |
| 405 | Methode nicht erlaubt |
| 429 | zu viele Anfragen |
| 500 | interner Serverfehler |
| 502 | Bad Gateway |
| 503 | Dienst nicht verfügbar |
| 504 | Gateway Timeout |
Merksatz:
HTTP-Statuscodes sind wichtige Schicht-7-Hinweise.
401 und 403 bei der Fehlersuche
401 bedeutet:
Benutzer ist nicht authentifiziert.
Typische Ursachen:
- nicht angemeldet
- Token fehlt
- Token ungültig
- Session abgelaufen
- falsche Zugangsdaten
403 bedeutet:
Benutzer ist bekannt,
aber nicht berechtigt.
Typische Ursachen:
- Rolle fehlt
- Gruppe fehlt
- Zugriff verboten
- Richtlinie blockiert
- Ressource nicht erlaubt
Merksatz:
401 = Anmeldung fehlt.
403 = Rechte fehlen.
404 bei der Fehlersuche
404 bedeutet:
Ressource nicht gefunden.
Mögliche Ursachen:
- falscher Pfad
- falsche URL
- Route fehlt
- Datei existiert nicht
- Reverse Proxy leitet falsch weiter
- Anwendung erwartet anderen Basis-Pfad
- Tippfehler im Link
Merksatz:
404 heißt:
Unter diesem Pfad wurde nichts gefunden.
500 bei der Fehlersuche
500 bedeutet:
interner Serverfehler.
Mögliche Ursachen:
- Fehler in der Anwendung
- Datenbank nicht erreichbar
- Konfigurationsfehler
- fehlende Rechte
- Programmfehler
- Speicherproblem
- Abhängigkeit nicht verfügbar
Merksatz:
500 ist meist ein Problem der Anwendung oder des Servers.
502, 503 und 504 bei Reverse Proxys
Diese Fehler treten häufig bei Reverse Proxys auf.
| Statuscode | typische Bedeutung |
|---|---|
| 502 | Proxy bekommt keine gültige Antwort vom Backend |
| 503 | Dienst aktuell nicht verfügbar |
| 504 | Gateway wartet zu lange auf Backend |
Typische Ursachen:
- Backend läuft nicht
- falscher Backend-Port
- falsches Protokoll zum Backend
- Backend überlastet
- Timeout
- falscher Container-Name
- internes DNS-Problem
- Firewall blockiert intern
Merksatz:
Bei 502, 503 und 504 Proxy und Backend prüfen.
API-Fehler auf Schicht 7
APIs haben typische Fehlerquellen.
Prüfpunkte:
- richtige URL?
- richtige HTTP-Methode?
- richtiger Content-Type?
- gültiges JSON?
- Authorization-Header vorhanden?
- Token gültig?
- Berechtigung vorhanden?
- API-Version korrekt?
- Rate Limit erreicht?
- Pflichtfelder vorhanden?
Typische Fehler:
400 Bad Request
401 Unauthorized
403 Forbidden
404 Not Found
405 Method Not Allowed
429 Too Many Requests
500 Internal Server Error
Merksatz:
API-Fehler mit Methode,
Header,
Body,
Token
und Statuscode prüfen.
Datenformatfehler
Schicht 7 ist oft eng mit Schicht 6 verbunden.
Fehler können entstehen durch:
- ungültiges JSON
- ungültiges XML
- falscher Content-Type
- falsche Zeichencodierung
- fehlende Pflichtfelder
- falsches Datumsformat
- falscher Dezimaltrenner
- falsche Groß- und Kleinschreibung
- unerwartete Sonderzeichen
Merksatz:
Anwendung versteht Daten nur,
wenn Format und Inhalt passen.
Authentifizierungsfehler
Authentifizierung prüft:
Wer bist du?
Typische Fehler:
- falscher Benutzername
- falsches Passwort
- Konto gesperrt
- Konto deaktiviert
- Passwort abgelaufen
- MFA fehlt
- Token ungültig
- Zertifikat ungültig
- falscher Identity Provider
- Zeitabweichung
Merksatz:
Loginfehler sind nicht immer nur Passwortfehler.
Autorisierungsfehler
Autorisierung prüft:
Was darfst du?
Typische Fehler:
- Benutzer nicht in richtiger Gruppe
- Rolle fehlt
- Berechtigung fehlt
- Freigaberecht fehlt
- Dateisystemrecht fehlt
- API-Scope fehlt
- Richtlinie blockiert
- Mandant falsch
- alte Session enthält alte Rechte
Merksatz:
Zugriff verweigert bedeutet:
Rechte prüfen.
Session-Fehler
Sessions verbinden mehrere Anfragen zu einer Sitzung.
Typische Fehlerbilder:
Benutzer wird ständig ausgeloggt.
Login-Schleife.
Warenkorb wird vergessen.
Session läuft sofort ab.
Benutzer sieht falschen Zustand.
Zugriff funktioniert nur in einem Browser.
Mögliche Ursachen:
- Cookie wird blockiert
- Cookie-Domain falsch
- Cookie-Pfad falsch
- SameSite-Problem
- Secure-Flag fehlt oder passt nicht
- Zeitabweichung
- Session-Speicher gestört
- Load Balancer ohne Session-Stickiness
Merksatz:
Login-Schleifen sind oft Cookie- oder Session-Probleme.
TLS- und Zertifikatsfehler
Auch wenn TLS eher Schicht 6 zugeordnet wird, wirkt es stark auf Schicht 7.
Typische Fehler:
- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht
- CA nicht vertrauenswürdig
- Zwischenzertifikat fehlt
- falsche Systemzeit
- TLS-Version zu alt
- Cipher Suite passt nicht
- Reverse Proxy liefert falsches Zertifikat
Merksatz:
HTTPS-Probleme immer mit Zertifikat,
Name
und Zeit prüfen.
Mailprobleme auf Schicht 7
E-Mail nutzt mehrere Anwendungsschichtprotokolle.
Typische Fehlerbilder:
Mail kann nicht gesendet werden.
Mail kann nicht empfangen werden.
Mail landet im Spam.
Mail kommt verzögert an.
Mailclient kann sich nicht anmelden.
Zertifikatswarnung im Mailclient.
NDR wird erzeugt.
Prüfpunkte:
SMTP
IMAP
POP3
MX
SPF
DKIM
DMARC
TLS
Authentifizierung
Spamfilter
Postfachgröße
Mailserver-Logs
Merksatz:
Mailfehler mit Protokoll,
DNS,
Authentifizierung
und Logs prüfen.
SMB-Fehler auf Schicht 7
SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben genutzt.
Typische Fehler:
Freigabe nicht erreichbar.
Zugriff verweigert.
Netzlaufwerk verbindet nicht.
Datei kann nicht gespeichert werden.
Datei ist gesperrt.
Benutzer sieht Freigabe nicht.
Prüfpunkte:
DNS-Name
TCP 445
SMB-Dienst
Freigabename
Benutzerkonto
Gruppe
Freigaberecht
Dateisystemrecht
gespeicherte Anmeldedaten
SMB-Version
Merksatz:
SMB-Fehler oft mit Name,
Port,
Anmeldung
und Rechten prüfen.
LDAP-Fehler auf Schicht 7
LDAP wird für Verzeichnisdienste genutzt.
Typische Fehler:
Benutzer wird nicht gefunden.
Anmeldung schlägt fehl.
Gruppen werden nicht erkannt.
Anwendung kann LDAP nicht verbinden.
LDAPS-Zertifikat wird abgelehnt.
Prüfpunkte:
LDAP-Server
Port 389 oder 636
Base-DN
Bind-Benutzer
Passwort
Suchfilter
Gruppenpfad
Zertifikat bei LDAPS
Firewall
DNS
Merksatz:
LDAP-Fehler mit Bind,
Base-DN,
Filter
und Zertifikat prüfen.
SNMP-Fehler auf Schicht 7
SNMP wird für Monitoring genutzt.
Typische Fehler:
Gerät wird als down angezeigt.
Werte werden nicht gelesen.
Interface-Daten fehlen.
Traps kommen nicht an.
Monitoring zeigt falsche Werte.
Prüfpunkte:
SNMP-Agent aktiv?
richtige SNMP-Version?
Community-String korrekt?
SNMPv3-Benutzer korrekt?
UDP 161 erlaubt?
UDP 162 für Traps erlaubt?
OID vorhanden?
MIB korrekt?
Zugriff vom Monitoring-Server erlaubt?
Merksatz:
SNMP-Fehler mit Version,
Zugangsdaten,
Port
und OID prüfen.
NTP-Fehler auf Schicht 7
NTP synchronisiert Zeit.
Typische Fehlerbilder:
Systemzeit falsch.
Zertifikate wirken ungültig.
Kerberos-Anmeldung schlägt fehl.
Logs passen zeitlich nicht zusammen.
Monitoring-Zeitstempel stimmen nicht.
Prüfpunkte:
NTP-Server erreichbar?
UDP 123 erlaubt?
DNS-Name des Zeitservers korrekt?
Zeitzone korrekt?
Zeitquelle vertrauenswürdig?
Zeitabweichung zu groß?
VM-Zeitquelle korrekt?
Merksatz:
Falsche Zeit kann viele scheinbar andere Fehler verursachen.
SSH-Fehler auf Schicht 7
SSH dient sicherem Fernzugriff.
Typische Fehler:
Timeout
Connection refused
Permission denied
Host-Key-Warnung
falscher Schlüssel
Benutzer darf nicht anmelden
Dienst läuft nicht
Prüfpunkte:
TCP 22 erreichbar?
SSH-Dienst aktiv?
richtiger Benutzer?
richtiger Schlüssel?
richtige Dateirechte?
Host-Key plausibel?
Firewall erlaubt Zugriff?
Loginmethode erlaubt?
Merksatz:
SSH-Fehler mit Port,
Dienst,
Benutzer,
Schlüssel
und Host-Key prüfen.
RDP-Fehler auf Schicht 7
RDP dient grafischem Fernzugriff.
Typische Fehler:
Verbindung nicht möglich.
Anmeldung abgelehnt.
RDP ist langsam.
Sitzung wird getrennt.
NLA-Fehler.
Benutzer hat keine Berechtigung.
Prüfpunkte:
TCP 3389 erreichbar?
Remote Desktop aktiviert?
Benutzer berechtigt?
NLA kompatibel?
VPN verbunden?
Firewall erlaubt Zugriff?
Konto gesperrt?
Server überlastet?
Merksatz:
RDP-Fehler mit Verbindung,
Anmeldung,
Berechtigung
und Richtlinien prüfen.
DHCP-Fehler auf Schicht 7
DHCP ist ein Anwendungsschichtprotokoll, liefert aber Schicht-3-Konfiguration.
Typische Fehler:
Client bekommt keine IP.
Client bekommt falsche IP.
Client bekommt 169.254.x.x.
Gateway ist falsch.
DNS ist falsch.
Manche VLANs funktionieren nicht.
Prüfpunkte:
DHCP-Server aktiv?
DHCP-Scope vorhanden?
Adressen frei?
DHCP-Relay korrekt?
VLAN korrekt?
UDP 67/68 erlaubt?
Rogue-DHCP vorhanden?
DHCP-Optionen korrekt?
Merksatz:
DHCP-Fehler mit VLAN,
Scope,
Relay
und Optionen prüfen.
Logs sind auf Schicht 7 besonders wichtig
Auf Schicht 7 liefern Logs oft die beste Information.
Wichtige Logs:
- Webserver-Logs
- Anwendungslogs
- Authentifizierungslogs
- Mailserver-Logs
- DNS-Logs
- DHCP-Logs
- LDAP-Logs
- Reverse-Proxy-Logs
- Firewall-Logs
- Monitoring-Logs
- Systemlogs
Logs zeigen oft:
- Statuscode
- Fehlermeldung
- Benutzer
- Zeit
- Quelle
- Ziel
- Pfad
- angefragte Ressource
- Authentifizierungsgrund
- Backend-Fehler
Merksatz:
Ohne Logs bleibt Schicht-7-Fehlersuche oft ungenau.
Fehlermeldungen richtig lesen
Fehlermeldungen liefern wichtige Hinweise.
Beispiele:
| Meldung | mögliche Bedeutung |
|---|---|
| Unauthorized | nicht angemeldet oder Token ungültig |
| Forbidden | keine Berechtigung |
| Not Found | Ressource oder Pfad fehlt |
| Bad Gateway | Proxy erreicht Backend nicht sauber |
| Connection refused | Dienst nimmt Verbindung nicht an |
| Timeout | keine Antwort innerhalb der Zeit |
| Invalid credentials | Zugangsdaten falsch |
| Certificate expired | Zertifikat abgelaufen |
| Name mismatch | Zertifikat passt nicht zum Namen |
Merksatz:
Fehlermeldung nicht ignorieren,
sondern technisch einordnen.
Fehler nur bei einem Benutzer
Wenn ein Problem nur bei einem Benutzer auftritt, prüft man eher:
- Benutzerkonto
- Passwort
- MFA
- Gruppenmitgliedschaften
- Rollen
- Berechtigungen
- Session
- gespeicherte Anmeldedaten
- Clientprofil
- Browsercache
- lokale Einstellungen
Merksatz:
Einzelner Benutzer betroffen:
Konto und Rechte prüfen.
Fehler bei allen Benutzern
Wenn alle Benutzer betroffen sind, prüft man eher:
- Dienst läuft?
- Server erreichbar?
- DNS korrekt?
- Zertifikat gültig?
- Datenbank erreichbar?
- Backend verfügbar?
- zentrale Authentifizierung erreichbar?
- Reverse Proxy korrekt?
- Lizenz oder Ressourcenproblem?
- allgemeine Störung?
Merksatz:
Alle betroffen:
Dienst, Server oder zentrale Infrastruktur prüfen.
Fehler nur intern oder nur extern
Wenn ein Dienst intern funktioniert, extern aber nicht, prüft man:
- externes DNS
- Firewall
- NAT
- Reverse Proxy
- Zertifikat
- öffentliche IP
- Portweiterleitung
- Geo- oder Zugriffsbeschränkung
Wenn ein Dienst extern funktioniert, intern aber nicht, prüft man:
- internes DNS
- Split DNS
- Hairpin NAT
- interne Firewall
- Proxy-Einstellungen
- Routing intern
- Zertifikat und Hostname intern
Merksatz:
Intern und extern getrennt prüfen.
Fehler nur in einem Browser
Mögliche Ursachen:
- Browsercache
- Cookies
- gespeicherte Zugangsdaten
- Erweiterungen
- CORS-Verhalten
- alte Session
- Zertifikatsspeicher
- Proxy-Einstellungen
- HSTS-Eintrag
Merksatz:
Browserabhängige Fehler oft mit Cache,
Cookies
und Erweiterungen prüfen.
Fehler nur auf einem Client
Mögliche Ursachen:
- falsche DNS-Einstellung
- falsche Systemzeit
- veraltetes Zertifikat
- lokale Firewall
- Proxy-Einstellung
- VPN aktiv oder inaktiv
- falsche gespeicherte Anmeldedaten
- veraltete Anwendung
- defektes Profil
Merksatz:
Einzelner Client betroffen:
lokale Einstellungen prüfen.
Fehler nach Änderung
Nach Änderungen prüft man zuerst, was geändert wurde.
Beispiele:
DNS geändert
Zertifikat erneuert
Passwort geändert
Gruppe geändert
Firewall angepasst
Anwendung aktualisiert
Reverse Proxy geändert
Datenbank verschoben
Container neu gestartet
Port geändert
Lizenz geändert
Merksatz:
Nach Änderung zuerst Änderung prüfen.
Systematische Schicht-7-Fehlersuche
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Fehlermeldung genau lesen.
2. Betroffene Benutzer und Systeme eingrenzen.
3. Dienst und Protokoll bestimmen.
4. DNS und Hostname prüfen.
5. IP-Erreichbarkeit prüfen.
6. Port prüfen.
7. TLS oder Zertifikat prüfen.
8. Anwendung oder Dienst prüfen.
9. Anmeldung prüfen.
10. Berechtigung prüfen.
11. Datenformat oder Anfrage prüfen.
12. Logs prüfen.
13. letzte Änderungen prüfen.
Merksatz:
Erst eingrenzen,
dann Schicht für Schicht prüfen.
Typische Werkzeuge
| Werkzeug | Zweck |
|---|---|
| Browser-Entwicklertools | HTTP-Status, Header, Cookies, Netzwerk |
| curl | HTTP/API testen |
| nslookup | DNS einfach prüfen |
| dig | DNS detailliert prüfen |
| ping | IP-Erreichbarkeit grob prüfen |
| traceroute / tracert | Weg zum Ziel prüfen |
| telnet / nc | TCP-Port testen |
| openssl s_client | TLS-Zertifikat prüfen |
| ssh -v | SSH-Verbindung detailliert prüfen |
| Ereignisanzeige | Windows-Logs prüfen |
| journalctl | Linux-Systemlogs prüfen |
| Webserver-Logs | HTTP-Anfragen prüfen |
| Mailserver-Logs | E-Mail-Zustellung prüfen |
Merksatz:
Das richtige Werkzeug hängt vom Dienst ab.
curl für Webfehler
curl kann HTTP-Antworten prüfen.
Typische Prüfpunkte:
- Statuscode
- Header
- Weiterleitung
- TLS-Fehler
- Antwortinhalt
- API-Antwort
Beispielgedanke:
Was antwortet der Server wirklich?
Merksatz:
curl zeigt,
was ein Webdienst tatsächlich zurückgibt.
Browser-Entwicklertools
Browser-Entwicklertools helfen bei Webproblemen.
Sie zeigen unter anderem:
- HTTP-Requests
- HTTP-Responses
- Statuscodes
- Header
- Cookies
- Ladezeiten
- CORS-Fehler
- JavaScript-Fehler
- blockierte Inhalte
Merksatz:
Browser-Entwicklertools sind wichtig für Web-Schicht-7-Fehler.
openssl s_client
Mit openssl s_client kann man TLS-Verbindungen prüfen.
Typische Informationen:
- Zertifikat
- Zertifikatskette
- TLS-Version
- Cipher
- Name und Zertifikat
- Ablaufdatum
Besonders hilfreich bei:
- HTTPS
- LDAPS
- IMAPS
- SMTPS
- POP3S
Merksatz:
TLS-Probleme mit Zertifikat und Kette prüfen.
Paketmitschnitt auf Schicht 7
Ein Paketmitschnitt kann helfen, wenn Logs nicht ausreichen.
Man kann sehen:
- DNS-Anfragen
- DHCP-DORA
- TCP-Verbindungsaufbau
- TLS-Handshake
- unverschlüsselte Protokollinhalte
- Fehlercodes
- Wiederholungen
- Timeouts
Wichtig:
Bei verschlüsselten Verbindungen sieht man Inhalte nicht einfach im Klartext.
Merksatz:
Mitschnitt zeigt Verkehr,
aber TLS schützt Inhalte.
Schicht-7-Fehler und Sicherheit
Viele Schicht-7-Fehler haben Sicherheitsbezug.
Beispiele:
- falsche Rechte
- schwache Authentifizierung
- unsichere Cookies
- offene Adminbereiche
- veraltete Webanwendung
- unsicheres FTP
- Telnet statt SSH
- fehlende MFA
- falsche CORS-Konfiguration
- Tokens in URLs
- zu genaue Fehlermeldungen
Merksatz:
Anwendungsschicht ist häufig Angriffsziel.
Was Schicht-7-Fehlersuche nicht ersetzt
Schicht-7-Fehlersuche ersetzt nicht:
- Prüfung der Verkabelung
- VLAN-Prüfung
- Routing-Prüfung
- Firewall-Prüfung
- Portprüfung
- Zertifikatsprüfung
- Berechtigungskonzept
- Sicherheitskonzept
- Backup-Konzept
- Monitoring
Sie ergänzt diese Prüfungen.
Merksatz:
Schicht 7 ist nur ein Teil der gesamten Fehlersuche.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Warum reicht ein erfolgreicher Ping nicht aus?
- Warum reicht ein offener Port nicht aus?
- Was prüft man bei HTTP 404?
- Was prüft man bei HTTP 500?
- Was bedeutet HTTP 401?
- Was bedeutet HTTP 403?
- Warum kann ein DNS-Fehler wie ein Internetproblem wirken?
- Warum kann ein falsches Zertifikat durch DNS entstehen?
- Wie grenzt man Anmeldeprobleme ein?
- Wie grenzt man Berechtigungsprobleme ein?
- Warum sind Logs bei Schicht-7-Problemen wichtig?
- Welche Rolle spielt der Reverse Proxy bei Webfehlern?
- Warum kann ein Dienst trotz erreichbarem Server nicht funktionieren?
Typische Prüfungsfallen
Ping prüft nicht die Anwendung.
Offener Port heißt nicht,
dass der Dienst korrekt funktioniert.
HTTP-Statuscodes gehören zur Anwendungsschicht.
401 bedeutet nicht authentifiziert.
403 bedeutet nicht berechtigt.
404 bedeutet Ressource nicht gefunden.
500 bedeutet interner Serverfehler.
502 deutet oft auf Proxy-Backend-Problem.
DNS gehört zu Schicht 7.
DHCP gehört zu Schicht 7,
auch wenn es IP-Konfiguration verteilt.
Mailprobleme sind oft DNS-, TLS- oder Spamfilterprobleme.
SMB-Probleme sind oft Rechte- oder Anmeldeprobleme.
LDAP-Probleme sind oft Base-DN-, Bind- oder Filterprobleme.
NTP-Probleme können Zertifikats- und Loginfehler verursachen.
Schicht 7 braucht Logs.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Schicht-7-Fehler | Fehler im Dienst oder Anwendungsprotokoll |
| Dienst | bereitgestellte Netzwerkfunktion |
| Statuscode | Antwortcode eines Protokolls |
| HTTP 401 | nicht authentifiziert |
| HTTP 403 | nicht berechtigt |
| HTTP 404 | Ressource nicht gefunden |
| HTTP 500 | interner Serverfehler |
| HTTP 502 | Bad Gateway |
| Backend | interner Ziel-Dienst |
| Reverse Proxy | vorgelagerter Webserver |
| Authentifizierung | Identität prüfen |
| Autorisierung | Rechte prüfen |
| Session | Sitzung zwischen Client und Anwendung |
| Token | digitaler Zugriffsnachweis |
| Log | Protokolldatei mit Ereignissen |
| API | Schnittstelle zwischen Anwendungen |
| Content-Type | Datenformat im HTTP-Body |
| DNS-Cache | zwischengespeicherte DNS-Antwort |
IHK-sichere Kurzformulierung
Fehlersuche auf OSI-Schicht 7 betrifft die Anwendungsschicht und damit konkrete Dienste und Protokolle wie HTTP, DNS, DHCP, SMTP, SMB, LDAP, SNMP, NTP, SSH, RDP und APIs. Dabei reicht es nicht aus, nur IP-Erreichbarkeit oder offene Ports zu prüfen. Ein Dienst kann trotz erreichbarem Server und offenem Port fehlerhaft antworten. Deshalb prüft man auf Schicht 7 insbesondere Dienststatus, Protokoll, Hostname, URL, HTTP-Statuscodes, Anmeldung, Berechtigungen, Datenformat, Zertifikate, Reverse Proxy, Backend und Logs. Schicht-7-Fehler zeigen sich häufig als falsche DNS-Antworten, HTTP-Fehler, Loginprobleme, Zugriff verweigert, Mailprobleme oder fehlerhafte API-Antworten.
Merksätze
Schicht 7 = Anwendungsschicht.
Schicht 7 prüft den konkreten Dienst.
Ping prüft nicht die Anwendung.
Offener Port heißt nicht:
Anwendung funktioniert.
Dienst läuft nicht immer,
nur weil Server erreichbar ist.
Falsches Protokoll erzeugt Fehler.
Falscher Hostname kann falsches Zertifikat liefern.
DNS-Probleme sind Schicht-7-Probleme.
HTTP-Statuscodes helfen bei Webfehlern.
401 = nicht authentifiziert.
403 = nicht berechtigt.
404 = nicht gefunden.
500 = interner Serverfehler.
502 = Proxy-Backend-Problem.
503 = Dienst nicht verfügbar.
504 = Gateway Timeout.
API-Fehler mit Methode,
Header,
Body
und Token prüfen.
Loginfehler = Authentifizierung prüfen.
Zugriff verweigert = Autorisierung prüfen.
Login-Schleife = Session und Cookies prüfen.
Mailfehler mit DNS,
SMTP,
IMAP,
TLS
und Spamfilter prüfen.
SMB-Fehler mit Name,
Port,
Anmeldung
und Rechten prüfen.
LDAP-Fehler mit Bind,
Base-DN
und Filter prüfen.
SNMP-Fehler mit Version,
Zugangsdaten
und OID prüfen.
NTP-Fehler können viele Folgefehler erzeugen.
Logs sind bei Schicht 7 besonders wichtig.
Erst eingrenzen,
dann Schicht für Schicht prüfen.
10.11 Merksätze und Prüfungswissen zu OSI-Schicht 7
Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zur OSI-Schicht 7 zusammen.
OSI-Schicht 7 heißt:
Anwendungsschicht
Die Hauptaufgabe von Schicht 7 ist:
Netzwerkdienste für Anwendungen bereitstellen.
Typische Protokolle und Dienste sind:
- HTTP
- HTTPS
- DNS
- DHCP
- SMTP
- POP3
- IMAP
- FTP
- SFTP
- FTPS
- SMB
- LDAP
- SNMP
- NTP
- SSH
- RDP
- Telnet
- APIs
Merksatz:
Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.
Grundidee von Schicht 7
Schicht 7 ist die oberste Schicht des OSI-Modells.
Sie ist die Schicht, die Anwendungen am nächsten ist.
Wichtig:
Die Anwendungsschicht ist nicht einfach das Programm selbst.
Besser:
Anwendungen nutzen Protokolle der Anwendungsschicht.
Beispiel:
Browser = Anwendung
HTTP / HTTPS = Protokolle der Anwendungsschicht
Merksatz:
Schicht 7 beschreibt Protokolle und Dienste,
die Anwendungen für Netzwerkkommunikation verwenden.
Schicht 7 im OSI-Modell
| Schicht | Name | Kerngedanke |
|---|---|---|
| 7 | Anwendungsschicht | Netzwerkdienste für Anwendungen |
| 6 | Darstellungsschicht | Daten darstellen, codieren, komprimieren, verschlüsseln |
| 5 | Sitzungsschicht | Sitzungen aufbauen, verwalten und beenden |
| 4 | Transportschicht | TCP, UDP, Ports |
| 3 | Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht | IP, Routing |
| 2 | Sicherungsschicht | Frames, MAC-Adressen, VLAN |
| 1 | Bitübertragungsschicht | Bits, Signale, Medien |
Merksatz:
Schicht 7 nutzt alle darunterliegenden Schichten.
Schicht 7 und Schicht 4 unterscheiden
Ein häufiger Prüfungsfehler ist, Ports und Protokolle zu vermischen.
Beispiel:
TCP 443 = Schicht 4
HTTPS = Schicht 7 mit TLS-Bezug
Oder:
UDP 53 / TCP 53 = Schicht 4
DNS = Schicht 7
Merksatz:
Port = Schicht 4.
Dienstprotokoll = Schicht 7.
Wichtige Standardports
| Dienst | Protokoll | typischer Port |
|---|---|---|
| HTTP | TCP | 80 |
| HTTPS | TCP | 443 |
| DNS | UDP / TCP | 53 |
| DHCP-Server | UDP | 67 |
| DHCP-Client | UDP | 68 |
| SMTP | TCP | 25 |
| Submission | TCP | 587 |
| SMTPS | TCP | 465 |
| POP3 | TCP | 110 |
| POP3S | TCP | 995 |
| IMAP | TCP | 143 |
| IMAPS | TCP | 993 |
| FTP | TCP | 21 |
| SFTP | TCP | 22 |
| SSH | TCP | 22 |
| Telnet | TCP | 23 |
| SMB | TCP | 445 |
| LDAP | TCP / UDP | 389 |
| LDAPS | TCP | 636 |
| SNMP | UDP | 161 |
| SNMP-Trap | UDP | 162 |
| NTP | UDP | 123 |
| RDP | TCP | 3389 |
Merksatz:
Standardports helfen bei Prüfung und Fehlersuche,
gehören aber zur Transportschicht.
HTTP und HTTPS
HTTP steht für:
Hypertext Transfer Protocol
HTTPS steht für:
Hypertext Transfer Protocol Secure
HTTP wird für Webkommunikation genutzt.
HTTPS ist:
HTTP über TLS
Typische Ports:
HTTP:
TCP 80
HTTPS:
TCP 443
Merksatz:
HTTP = Web ohne TLS.
HTTPS = Web mit TLS.
HTTP-Request und HTTP-Response
HTTP arbeitet mit:
Request
Response
Request:
Anfrage des Clients
Response:
Antwort des Servers
Beispiel:
Browser fordert Webseite an.
Webserver liefert Antwort.
Merksatz:
HTTP arbeitet mit Anfrage und Antwort.
HTTP-Methoden
Wichtige HTTP-Methoden:
| Methode | Bedeutung |
|---|---|
| GET | Daten abrufen |
| POST | Daten senden oder erstellen |
| PUT | Ressource vollständig ersetzen |
| PATCH | Ressource teilweise ändern |
| DELETE | Ressource löschen |
| HEAD | nur Kopfzeilen abrufen |
| OPTIONS | Möglichkeiten abfragen |
Merksatz:
GET liest.
POST sendet.
PUT ersetzt.
PATCH ändert teilweise.
DELETE löscht.
HTTP-Statuscodes
HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage.
| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| 1xx | Information |
| 2xx | Erfolg |
| 3xx | Weiterleitung |
| 4xx | Clientfehler |
| 5xx | Serverfehler |
Wichtige Beispiele:
| Statuscode | Bedeutung |
|---|---|
| 200 | OK |
| 301 | dauerhaft weitergeleitet |
| 302 | vorübergehend weitergeleitet |
| 400 | fehlerhafte Anfrage |
| 401 | nicht authentifiziert |
| 403 | verboten |
| 404 | nicht gefunden |
| 500 | interner Serverfehler |
| 502 | Bad Gateway |
| 503 | Dienst nicht verfügbar |
| 504 | Gateway Timeout |
Merksatz:
2xx = Erfolg.
4xx = Clientproblem.
5xx = Serverproblem.
401 und 403 unterscheiden
401 bedeutet:
nicht authentifiziert
Der Benutzer ist nicht angemeldet oder die Anmeldung ist ungültig.
403 bedeutet:
verboten
Der Benutzer ist möglicherweise angemeldet, hat aber keine Berechtigung.
Merksatz:
401 = Wer bist du?
403 = Du darfst das nicht.
DNS
DNS steht für:
Domain Name System
DNS löst Namen in IP-Adressen auf.
Beispiel:
www.example.com
→ IP-Adresse
DNS gehört zur Anwendungsschicht, nutzt aber UDP oder TCP auf Port 53.
Merksatz:
DNS = Name zu IP-Adresse.
Wichtige DNS-Records
| Record | Bedeutung |
|---|---|
| A | Name zu IPv4-Adresse |
| AAAA | Name zu IPv6-Adresse |
| CNAME | Alias auf anderen Namen |
| MX | Mailserver einer Domain |
| NS | zuständiger Nameserver |
| TXT | Textinformationen |
| PTR | Reverse-DNS-Eintrag |
| SRV | Dienststandort |
| SOA | Verwaltungsdaten einer Zone |
Merksatz:
A = IPv4.
AAAA = IPv6.
MX = Mailserver.
PTR = Reverse Lookup.
Forward Lookup und Reverse Lookup
Forward Lookup bedeutet:
Name zu IP-Adresse
Beispiel:
server01.firma.local
→ 192.168.10.20
Reverse Lookup bedeutet:
IP-Adresse zu Name
Beispiel:
192.168.10.20
→ server01.firma.local
Merksatz:
Forward = Name zu IP.
Reverse = IP zu Name.
DNS-TTL
TTL steht für:
Time To Live
Die TTL gibt an, wie lange ein DNS-Eintrag zwischengespeichert werden darf.
Folge:
DNS-Änderungen sind nicht immer sofort überall sichtbar.
Merksatz:
TTL steuert DNS-Caching.
DHCP
DHCP steht für:
Dynamic Host Configuration Protocol
DHCP verteilt automatisch Netzwerkkonfigurationen.
Ein Client kann erhalten:
- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Standard-Gateway
- DNS-Server
- Domain-Suffix
- Lease-Zeit
DHCP gehört zur Anwendungsschicht, liefert aber wichtige Schicht-3-Konfiguration.
Merksatz:
DHCP = automatische IP-Konfiguration.
DHCP-DORA
Der klassische DHCP-Ablauf heißt:
DORA
DORA steht für:
Discover
Offer
Request
Acknowledge
Ablauf:
Client sucht DHCP-Server.
Server bietet Konfiguration an.
Client fordert Angebot an.
Server bestätigt Vergabe.
Merksatz:
DHCP-Ablauf = DORA.
DHCP-Relay
DHCP startet häufig mit Broadcast.
Router leiten Broadcasts normalerweise nicht einfach weiter.
Wenn DHCP-Client und DHCP-Server in verschiedenen Netzen liegen, braucht man:
DHCP-Relay
Bei manchen Herstellern heißt das:
IP Helper Address
Merksatz:
DHCP-Relay bringt DHCP-Anfragen über Netzgrenzen.
APIPA
Wenn ein Windows-Client keine DHCP-Adresse erhält, kann er sich selbst eine Adresse aus diesem Bereich geben:
169.254.0.0/16
Das nennt man:
APIPA
Typisches Fehlerbild:
Client hat 169.254.x.x
Mögliche Ursache:
DHCP fehlgeschlagen
Merksatz:
169.254.x.x deutet oft auf DHCP-Probleme hin.
E-Mail-Protokolle
Die wichtigsten E-Mail-Protokolle sind:
SMTP
POP3
IMAP
Grundregel:
SMTP sendet.
POP3 und IMAP empfangen.
Merksatz:
SMTP raus.
POP3/IMAP rein.
SMTP
SMTP steht für:
Simple Mail Transfer Protocol
SMTP wird verwendet für:
- E-Mail senden
- E-Mail zwischen Mailservern weiterleiten
Typische Ports:
TCP 25:
Mailserver zu Mailserver
TCP 587:
Submission, also authentifiziertes Einreichen durch Clients
TCP 465:
SMTPS, also SMTP direkt über TLS
Merksatz:
SMTP = E-Mail senden und transportieren.
POP3
POP3 steht für:
Post Office Protocol Version 3
POP3 dient zum Abrufen von E-Mails.
Typische Ports:
POP3:
TCP 110
POP3S:
TCP 995
POP3 lädt E-Mails eher einfach ab und ist weniger gut für mehrere Geräte geeignet.
Merksatz:
POP3 = E-Mail abrufen.
IMAP
IMAP steht für:
Internet Message Access Protocol
IMAP dient zum Abrufen und Verwalten von E-Mails auf dem Server.
Typische Ports:
IMAP:
TCP 143
IMAPS:
TCP 993
IMAP eignet sich gut für mehrere Geräte, weil E-Mails und Ordner synchronisiert werden.
Merksatz:
IMAP = E-Mails auf dem Server verwalten und synchronisieren.
SPF, DKIM und DMARC
Diese Verfahren helfen bei E-Mail-Sicherheit.
| Verfahren | Hauptaufgabe |
|---|---|
| SPF | legt erlaubte sendende Server fest |
| DKIM | signiert E-Mails kryptografisch |
| DMARC | legt Umgang mit SPF-/DKIM-Fehlern fest |
Merksatz:
SPF erlaubt.
DKIM signiert.
DMARC entscheidet.
FTP, SFTP und FTPS
Diese Protokolle dienen der Dateiübertragung.
| Protokoll | Bedeutung | Sicherheit |
|---|---|---|
| FTP | File Transfer Protocol | klassisch unverschlüsselt |
| SFTP | SSH File Transfer Protocol | über SSH verschlüsselt |
| FTPS | FTP mit TLS | über TLS geschützt |
Typische Ports:
FTP:
TCP 21
SFTP:
TCP 22
FTPS implizit:
TCP 990
Merksatz:
FTP unverschlüsselt.
SFTP über SSH.
FTPS über TLS.
SFTP und FTPS nicht verwechseln
SFTP ist:
Dateiübertragung über SSH
FTPS ist:
FTP mit TLS
Das sind unterschiedliche Protokolle.
Merksatz:
SFTP ist nicht FTPS.
SMB
SMB steht für:
Server Message Block
SMB dient für:
- Datei-Freigaben
- Drucker-Freigaben
- Netzlaufwerke
- NAS-Freigaben
- Windows-Freigaben
Typischer Port:
TCP 445
Beispiel für einen UNC-Pfad:
\\server01\freigabe
Merksatz:
SMB = Datei- und Druckerfreigaben.
SMB-Berechtigungen
Bei SMB sind meist zwei Ebenen wichtig:
Freigabeberechtigungen
Dateisystemberechtigungen
Beispiel:
Freigabe erlaubt Vollzugriff.
Dateisystem erlaubt nur Lesen.
Ergebnis:
Benutzer kann nur lesen.
Merksatz:
Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.
LDAP
LDAP steht für:
Lightweight Directory Access Protocol
LDAP dient dem Zugriff auf Verzeichnisdienste.
Typische Nutzung:
- Benutzer suchen
- Gruppen prüfen
- Anmeldungen unterstützen
- zentrale Identitätsinformationen abfragen
Wichtige Ports:
LDAP:
TCP/UDP 389
LDAPS:
TCP 636
Merksatz:
LDAP = Zugriff auf Verzeichnisdienste.
Active Directory und LDAP
Active Directory nutzt LDAP, ist aber nicht nur LDAP.
Active Directory nutzt außerdem unter anderem:
- DNS
- Kerberos
- Gruppenrichtlinien
- Verzeichnisdatenbank
- Replikation
Merksatz:
LDAP ist ein wichtiger Teil von Active Directory,
aber nicht das ganze Active Directory.
SNMP
SNMP steht für:
Simple Network Management Protocol
SNMP dient zur Überwachung und Verwaltung von Netzwerkgeräten.
Typische Geräte:
- Switches
- Router
- Firewalls
- Drucker
- Server
- USV
- Access Points
Wichtige Ports:
SNMP-Abfrage:
UDP 161
SNMP-Trap:
UDP 162
Merksatz:
SNMP = Netzwerkgeräte überwachen.
SNMPv3
SNMPv3 ist sicherer als ältere SNMP-Versionen.
SNMPv3 kann bieten:
- Authentifizierung
- Verschlüsselung
- Integritätsschutz
- Benutzerkonzept
Ältere Varianten mit Community-String sind weniger sicher.
Merksatz:
SNMPv3 bevorzugen.
NTP
NTP steht für:
Network Time Protocol
NTP synchronisiert die Uhrzeit von Systemen.
Typischer Port:
UDP 123
Korrekte Zeit ist wichtig für:
- Zertifikate
- Kerberos
- Logs
- Monitoring
- Fehlersuche
- Backups
- Authentifizierung
Merksatz:
NTP = Zeitsynchronisation.
SSH
SSH steht für:
Secure Shell
SSH dient sicherer Fernadministration über eine Kommandozeile.
Typischer Port:
TCP 22
SSH wird häufig genutzt für:
- Linux-Server
- Netzwerkgeräte
- Firewalls
- NAS-Systeme
- SFTP
- Automatisierung
Merksatz:
SSH = sicherer Fernzugriff auf die Shell.
RDP
RDP steht für:
Remote Desktop Protocol
RDP dient grafischem Fernzugriff.
Typischer Port:
TCP 3389
RDP ist besonders bei Windows-Systemen verbreitet.
Wichtig:
RDP sollte nicht ungeschützt direkt aus dem Internet erreichbar sein.
Merksatz:
RDP = grafischer Fernzugriff.
Telnet
Telnet ist ein älteres Fernzugriffsprotokoll.
Typischer Port:
TCP 23
Problem:
Telnet ist unverschlüsselt.
Benutzername, Passwort und Befehle können im Klartext übertragen werden.
Merksatz:
Telnet vermeiden.
SSH verwenden.
Authentifizierung
Authentifizierung bedeutet:
Identität prüfen.
Frage:
Wer bist du?
Beispiele:
- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikat
- Smartcard
- MFA-Code
- Token
Merksatz:
Authentifizierung = Identität prüfen.
Autorisierung
Autorisierung bedeutet:
Rechte prüfen.
Frage:
Was darfst du?
Beispiele:
- Datei lesen
- Datei ändern
- Adminbereich öffnen
- API verwenden
- Benutzer anlegen
- Server verwalten
Merksatz:
Autorisierung = Rechte prüfen.
Authentifizierung und Autorisierung unterscheiden
| Begriff | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Authentifizierung | Wer bist du? | Benutzer meldet sich an |
| Autorisierung | Was darfst du? | Benutzer darf bestimmten Ordner öffnen |
Merksatz:
Angemeldet bedeutet nicht automatisch berechtigt.
MFA
MFA steht für:
Multi-Faktor-Authentifizierung
Dabei werden mehrere Faktoren kombiniert.
Beispiele:
- Passwort
- Smartphone-App
- Hardware-Token
- Fingerabdruck
- Smartcard
Merksatz:
MFA schützt zusätzlich,
wenn ein Passwort gestohlen wurde.
SSO
SSO steht für:
Single Sign-on
SSO bedeutet:
Einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.
Typische Bestandteile:
- Identity Provider
- Service Provider
- Token
- zentrale Identität
Merksatz:
SSO = einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.
Token und Session
Token:
digitaler Zugriffsnachweis
Session:
Sitzung zwischen Client und Anwendung
Cookie zur Zuordnung einer Sitzung
Wichtig:
Tokens und Session-Cookies müssen geschützt werden,
weil sie Zugriff ermöglichen können.
Merksatz:
Token und Session-Cookie wie Zugangsdaten schützen.
Least Privilege
Least Privilege bedeutet:
Benutzer und Dienste erhalten nur die Rechte,
die sie wirklich benötigen.
Beispiel:
Dienst braucht nur Leserechte.
Dann bekommt er keine Schreibrechte.
Merksatz:
Nur so viele Rechte wie nötig,
so wenige wie möglich.
Typische Schicht-7-Fehler
Typische Fehler auf Schicht 7 sind:
- DNS löst falsch auf
- HTTP 404
- HTTP 500
- HTTP 502
- Login funktioniert nicht
- Zugriff verweigert
- API lehnt Anfrage ab
- falscher Content-Type
- ungültiges JSON
- Mail kommt nicht an
- Mail landet im Spam
- SMB-Freigabe verweigert Zugriff
- LDAP-Bind schlägt fehl
- SNMP-Werte fehlen
- NTP synchronisiert nicht
- SSH Permission Denied
- RDP-Anmeldung abgelehnt
Merksatz:
Schicht-7-Fehler betreffen Dienst,
Inhalt,
Anmeldung
oder Rechte.
Fehlersuche auf Schicht 7
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Fehlermeldung genau lesen.
2. Betroffene Benutzer und Systeme eingrenzen.
3. Dienst und Protokoll bestimmen.
4. DNS und Hostname prüfen.
5. IP-Erreichbarkeit prüfen.
6. Port prüfen.
7. TLS oder Zertifikat prüfen.
8. Dienststatus prüfen.
9. Anmeldung prüfen.
10. Berechtigung prüfen.
11. Datenformat prüfen.
12. Logs prüfen.
13. letzte Änderungen prüfen.
Merksatz:
Erst eingrenzen,
dann Schicht für Schicht prüfen.
Wichtigste Abgrenzung zu unteren Schichten
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Kabel steckt nicht | Schicht 1 |
| VLAN falsch | Schicht 2 |
| Gateway falsch | Schicht 3 |
| Port blockiert | Schicht 4 |
| TLS-Zertifikat ungültig | Schicht 6 |
| HTTP 404 | Schicht 7 |
| Login falsch | Schicht 7 |
| Rechte fehlen | Schicht 7 |
| DNS-Record falsch | Schicht 7 |
Merksatz:
Schicht 7 beginnt dort,
wo der konkrete Dienstinhalt geprüft wird.
Typische Prüfungsfallen
Schicht 7 heißt Anwendungsschicht.
Schicht 7 ist nicht einfach das Programm selbst.
Anwendungen nutzen Schicht-7-Protokolle.
Port gehört zu Schicht 4.
Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.
DNS gehört zu Schicht 7.
DHCP gehört zu Schicht 7,
obwohl es IP-Konfiguration verteilt.
HTTP gehört zu Schicht 7.
HTTPS ist HTTP über TLS.
SMTP sendet E-Mails.
POP3 und IMAP empfangen E-Mails.
POP3 lädt eher herunter.
IMAP synchronisiert besser.
FTP ist klassisch unverschlüsselt.
SFTP ist nicht FTPS.
SMB nutzt TCP 445.
LDAP ist nicht das ganze Active Directory.
SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.
NTP-Probleme können Zertifikats- und Loginprobleme verursachen.
SSH ist sicherer als Telnet.
RDP nicht ungeschützt ins Internet öffnen.
Authentifizierung ist nicht Autorisierung.
Anmeldung bedeutet nicht automatisch Berechtigung.
Offener Port bedeutet nicht automatisch,
dass die Anwendung funktioniert.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Anwendungsschicht | OSI-Schicht 7 |
| Dienst | Netzwerkfunktion für Anwendungen |
| Protokoll | Regelwerk für Kommunikation |
| HTTP | Webprotokoll |
| HTTPS | HTTP über TLS |
| DNS | Namensauflösung |
| DHCP | automatische IP-Konfiguration |
| SMTP | E-Mail senden |
| POP3 | E-Mail abrufen |
| IMAP | E-Mail abrufen und verwalten |
| FTP | klassische Dateiübertragung |
| SFTP | Dateiübertragung über SSH |
| FTPS | FTP mit TLS |
| SMB | Datei- und Druckerfreigaben |
| LDAP | Verzeichnisdienstzugriff |
| SNMP | Netzwerkmanagement |
| NTP | Zeitsynchronisation |
| SSH | sicherer Shell-Zugriff |
| RDP | grafischer Fernzugriff |
| Telnet | altes unverschlüsseltes Fernzugriffsprotokoll |
| API | Schnittstelle zwischen Anwendungen |
| Authentifizierung | Identität prüfen |
| Autorisierung | Rechte prüfen |
| MFA | Multi-Faktor-Authentifizierung |
| SSO | Single Sign-on |
| Token | digitaler Zugriffsnachweis |
| Session | Sitzung zwischen Client und Anwendung |
| Least Privilege | nur notwendige Rechte vergeben |
IHK-sichere Gesamtformulierung
Die Anwendungsschicht ist Schicht 7 des OSI-Modells. Sie stellt Netzwerkdienste für Anwendungen bereit. Typische Protokolle sind HTTP, HTTPS, DNS, DHCP, SMTP, POP3, IMAP, FTP, SFTP, FTPS, SMB, LDAP, SNMP, NTP, SSH, RDP und Telnet. Die Anwendungsschicht ist nicht das Programm selbst, sondern beschreibt die Protokolle und Dienste, die Anwendungen zur Kommunikation verwenden. Ports gehören zur Transportschicht, während die eigentlichen Dienstprotokolle zur Anwendungsschicht gehören. Fehler auf Schicht 7 betreffen häufig DNS, HTTP-Statuscodes, Anmeldungen, Berechtigungen, APIs, Datenformate, Maildienste, Dateifreigaben oder Dienstlogs.
Wichtigste Merksätze
Schicht 7 = Anwendungsschicht.
Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.
Anwendung nutzt Protokoll.
Protokoll gehört zu Schicht 7.
Port gehört zu Schicht 4.
HTTP = Webprotokoll.
HTTPS = HTTP über TLS.
DNS = Name zu IP-Adresse.
DHCP = automatische IP-Konfiguration.
SMTP sendet.
POP3 ruft ab.
IMAP synchronisiert.
FTP ist klassisch unverschlüsselt.
SFTP läuft über SSH.
FTPS nutzt TLS.
SMB = Datei- und Druckerfreigaben.
LDAP = Verzeichnisdienstzugriff.
SNMP = Netzwerküberwachung.
NTP = Zeitsynchronisation.
SSH = sicherer Fernzugriff.
RDP = grafischer Fernzugriff.
Telnet ist unsicher.
Authentifizierung = Wer bist du?
Autorisierung = Was darfst du?
Anmeldung ist nicht gleich Berechtigung.
MFA erhöht die Sicherheit.
Least Privilege immer beachten.
Offener Port heißt nicht:
Anwendung funktioniert.
Schicht-7-Fehler mit Dienst,
Protokoll,
Anmeldung,
Rechten,
Daten
und Logs prüfen.