10. OSI-Schicht 7 – Anwendungsschicht

10.1 OSI-Schicht 7 – Anwendungsschicht

Die Anwendungsschicht ist Schicht 7 des OSI-Modells.

Sie ist die oberste Schicht.

Die Hauptaufgabe von Schicht 7 ist:

Netzwerkdienste für Anwendungen bereitstellen.

Dabei geht es vor allem um Protokolle und Dienste, die direkt von Anwendungen genutzt werden.

Typische Beispiele:

- HTTP
- HTTPS
- DNS
- DHCP
- SMTP
- IMAP
- POP3
- FTP
- SSH
- SMB
- LDAP
- SNMP
- NTP

Merksatz:

Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.

Grundidee von Schicht 7

Schicht 7 ist die Schicht, mit der Anwendungen direkt arbeiten.

Beispiele:

Webbrowser nutzt HTTP oder HTTPS.
Mailprogramm nutzt SMTP, IMAP oder POP3.
Betriebssystem nutzt DNS zur Namensauflösung.
Client nutzt DHCP zur automatischen IP-Konfiguration.
Administrator nutzt SSH zur Fernverwaltung.

Wichtig:

Die Anwendungsschicht ist nicht die Anwendung selbst,
sondern die Netzwerkschnittstelle beziehungsweise das Protokoll,
das die Anwendung nutzt.

Merksatz:

Schicht 7 beschreibt Dienste und Protokolle,
die Anwendungen für Netzwerkkommunikation verwenden.

Einordnung im OSI-Modell

OSI-Schicht Name Aufgabe
7 Anwendungsschicht Netzwerkdienste für Anwendungen
6 Darstellungsschicht Darstellung, Codierung, Verschlüsselung
5 Sitzungsschicht Sitzungen aufbauen, verwalten und beenden
4 Transportschicht TCP, UDP, Ports
3 Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht IP, Routing
2 Sicherungsschicht Frames, MAC, VLAN
1 Bitübertragungsschicht Bits, Signale

Merksatz:

Schicht 7 ist die oberste OSI-Schicht.

Schicht 7 ist nicht einfach „das Programm“

Ein häufiger Fehler ist:

Browser = Schicht 7

Besser formuliert:

Der Browser ist eine Anwendung.
Der Browser nutzt Protokolle der Anwendungsschicht,
zum Beispiel HTTP oder HTTPS.

Beispiel:

Firefox, Chrome oder Safari
= Anwendung

HTTP, HTTPS
= Protokolle der Anwendungsschicht

Merksatz:

Programm nutzt Schicht 7,
ist aber nicht automatisch selbst die Schicht.

Was macht die Anwendungsschicht?

Die Anwendungsschicht stellt Funktionen bereit wie:

- Webseiten abrufen
- Namen in IP-Adressen auflösen
- E-Mails senden und empfangen
- Dateien übertragen
- Zeit synchronisieren
- Netzwerkgeräte überwachen
- Verzeichnisdienste abfragen
- automatische IP-Konfiguration anstoßen
- entfernte Systeme verwalten

Merksatz:

Schicht 7 stellt konkrete Netzwerkdienste bereit.

Schicht 7 und Ports

Viele Anwendungsschicht-Protokolle nutzen Ports auf Schicht 4.

Beispiele:

Anwendungsschicht-Protokoll Transport typischer Port
HTTP TCP 80
HTTPS TCP 443
DNS UDP / TCP 53
DHCP UDP 67 / 68
SSH TCP 22
SMTP TCP 25
IMAP TCP 143
POP3 TCP 110
NTP UDP 123

Wichtig:

Port gehört zu Schicht 4.
Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.

Merksatz:

Port = Schicht 4.
Protokoll/Dienst = Schicht 7.

HTTP

HTTP steht für:

Hypertext Transfer Protocol

HTTP wird verwendet, um Webseiten und Webdaten zu übertragen.

Typischer Port:

TCP 80

HTTP ist unverschlüsselt.

Beispiele für HTTP-Kommunikation:

Browser ruft Webseite ab.
Webanwendung liefert HTML.
API sendet Daten.
Client lädt Dateien von einem Webserver.

Merksatz:

HTTP = Webprotokoll ohne TLS-Verschlüsselung.

HTTPS

HTTPS steht für:

Hypertext Transfer Protocol Secure

HTTPS ist:

HTTP über TLS

Typischer Port:

TCP 443

HTTPS schützt die Übertragung durch TLS.

Schutzziele:

- Vertraulichkeit
- Integrität
- Authentizität

Merksatz:

HTTPS = HTTP mit TLS-Schutz.

HTTP und HTTPS unterscheiden

Merkmal HTTP HTTPS
Verschlüsselung nein ja, TLS
typischer Port TCP 80 TCP 443
Zertifikat nötig nein ja
Schutz vor Mitlesen nein ja
Schutz vor Manipulation nein ja

Merksatz:

HTTP ist unverschlüsselt.
HTTPS ist verschlüsselt.

DNS

DNS steht für:

Domain Name System

DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

Beispiel:

www.example.com
→ 93.184.216.34

DNS wird benötigt, damit Benutzer und Anwendungen mit Namen arbeiten können, statt sich IP-Adressen merken zu müssen.

Typischer Port:

UDP 53
TCP 53

Merksatz:

DNS = Name zu IP-Adresse.

A-Record und AAAA-Record

DNS kann verschiedene Einträge liefern.

Wichtige Einträge:

DNS-Record Bedeutung
A Name zu IPv4-Adresse
AAAA Name zu IPv6-Adresse
CNAME Alias auf anderen Namen
MX Mailserver einer Domain
TXT Textinformationen, oft für Prüfungen
NS zuständiger Nameserver

Merksatz:

A = IPv4.
AAAA = IPv6.
MX = Mailserver.

DNS und Schicht 7

DNS ist ein Anwendungsschicht-Protokoll, obwohl es UDP oder TCP auf Schicht 4 nutzt.

Wichtig:

DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.
DNS-Protokoll gehört zu Schicht 7.

Merksatz:

DNS nutzt Ports,
ist aber ein Dienst der Anwendungsschicht.

DHCP

DHCP steht für:

Dynamic Host Configuration Protocol

DHCP vergibt automatisch Netzwerkkonfigurationen.

Ein Client kann per DHCP erhalten:

- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Standard-Gateway
- DNS-Server
- Lease-Zeit
- weitere Optionen

Typische Ports:

DHCP-Server:
UDP 67

DHCP-Client:
UDP 68

Merksatz:

DHCP = automatische IP-Konfiguration.

DHCP und Schicht 7

DHCP ist ein Anwendungsschicht-Protokoll, auch wenn es IP-Konfigurationen für Schicht 3 bereitstellt.

Das ist wichtig:

DHCP vergibt IP-Daten,
aber das DHCP-Protokoll selbst gehört zur Anwendungsschicht.

Merksatz:

DHCP liefert Schicht-3-Konfiguration,
ist aber ein Schicht-7-Protokoll.

SMTP

SMTP steht für:

Simple Mail Transfer Protocol

SMTP wird für das Senden und Weiterleiten von E-Mails verwendet.

Typischer Port:

TCP 25

Weitere häufige Ports:

TCP 587 für Mail Submission
TCP 465 für SMTPS

Merksatz:

SMTP = E-Mail senden und transportieren.

POP3

POP3 steht für:

Post Office Protocol Version 3

POP3 wird zum Abrufen von E-Mails verwendet.

Typischer Port:

TCP 110

Verschlüsselte Variante:

POP3S über TCP 995

POP3 lädt E-Mails häufig vom Server herunter.

Merksatz:

POP3 = E-Mail abrufen.

IMAP

IMAP steht für:

Internet Message Access Protocol

IMAP wird zum Abrufen und Verwalten von E-Mails verwendet.

Typischer Port:

TCP 143

Verschlüsselte Variante:

IMAPS über TCP 993

IMAP lässt E-Mails häufig auf dem Server und synchronisiert sie zwischen Geräten.

Merksatz:

IMAP = E-Mail verwalten und synchronisieren.

SMTP, POP3 und IMAP unterscheiden

Protokoll Hauptaufgabe typischer Port
SMTP E-Mail senden / transportieren TCP 25
POP3 E-Mail abrufen TCP 110
IMAP E-Mail abrufen und verwalten TCP 143

Merksatz:

SMTP sendet.
POP3 und IMAP empfangen.

FTP

FTP steht für:

File Transfer Protocol

FTP dient zur Dateiübertragung.

Typischer Port:

TCP 21

Wichtig:

Klassisches FTP ist unverschlüsselt.

Sicherere Alternativen sind zum Beispiel:

- SFTP
- FTPS

Merksatz:

FTP = Dateiübertragung,
klassisch unverschlüsselt.

SFTP und FTPS unterscheiden

SFTP und FTPS werden oft verwechselt.

Begriff Bedeutung
SFTP Dateiübertragung über SSH
FTPS FTP mit TLS-Schutz

Typische Einordnung:

SFTP nutzt SSH.
FTPS nutzt TLS.

Merksatz:

SFTP ist nicht dasselbe wie FTPS.

SSH

SSH steht für:

Secure Shell

SSH dient zur sicheren Fernverwaltung.

Typischer Port:

TCP 22

SSH wird genutzt für:

- sichere Shell
- Serveradministration
- SFTP
- Tunnel
- sichere Befehlsausführung

Merksatz:

SSH = sicherer Fernzugriff.

Telnet

Telnet ist ein älteres Fernzugriffsprotokoll.

Typischer Port:

TCP 23

Problem:

Telnet ist unverschlüsselt.

Benutzernamen, Passwörter und Eingaben können mitgelesen werden.

Heute sollte man für Administration SSH verwenden.

Merksatz:

Telnet ist unsicher,
SSH ist die sichere Alternative.

SMB

SMB steht für:

Server Message Block

SMB wird häufig für Datei- und Druckerfreigaben verwendet.

Typischer Port:

TCP 445

Typische Nutzung:

- Windows-Dateifreigaben
- Netzlaufwerke
- Druckerfreigaben
- Dateiablage im LAN

Merksatz:

SMB = Datei- und Freigabedienst.

LDAP

LDAP steht für:

Lightweight Directory Access Protocol

LDAP dient zur Abfrage und Verwaltung von Verzeichnisdiensten.

Typische Nutzung:

- Benutzerverzeichnisse
- Gruppen
- Authentifizierungsinformationen
- zentrale Identitätsverwaltung

Typische Ports:

LDAP:
TCP/UDP 389

LDAPS:
TCP 636

Merksatz:

LDAP = Zugriff auf Verzeichnisdienste.

SNMP

SNMP steht für:

Simple Network Management Protocol

SNMP wird für Überwachung und Verwaltung von Netzwerkgeräten genutzt.

Typische Nutzung:

- Switches überwachen
- Router überwachen
- Drucker überwachen
- Serverwerte abfragen
- Monitoring-Systeme anbinden

Typische Ports:

UDP 161 für Abfragen
UDP 162 für Traps

Merksatz:

SNMP = Netzwerkgeräte überwachen.

NTP

NTP steht für:

Network Time Protocol

NTP synchronisiert die Uhrzeit von Systemen.

Typischer Port:

UDP 123

Korrekte Zeit ist wichtig für:

- Zertifikate
- Kerberos
- Logs
- Monitoring
- Fehlersuche
- Authentifizierung

Merksatz:

NTP = Zeitsynchronisation.

RDP

RDP steht für:

Remote Desktop Protocol

RDP wird für grafischen Fernzugriff verwendet, besonders bei Windows-Systemen.

Typischer Port:

TCP 3389

Wichtig:

RDP sollte nicht ungeschützt direkt ins Internet geöffnet werden.

Besser:

- VPN
- Zugriffsbeschränkung
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Remote Desktop Gateway
- starke Passwörter

Merksatz:

RDP = grafischer Fernzugriff,
sorgfältig absichern.

Anwendungsschicht und Benutzer

Schicht 7 ist die OSI-Schicht, die am nächsten an der Benutzeranwendung liegt.

Beispiele:

Browser lädt Webseite.
Mailprogramm ruft E-Mails ab.
Datei-Explorer öffnet Netzfreigabe.
Monitoring fragt Gerätedaten ab.
Admin verbindet sich per SSH.

Wichtig:

Der Benutzer sieht oft nur die Anwendung.
Technisch arbeitet die Anwendung mit Schicht-7-Protokollen.

Merksatz:

Schicht 7 ist die benutzernahe Netzwerkschicht.

Client und Server

Viele Anwendungsschicht-Protokolle arbeiten nach dem Client-Server-Prinzip.

Client:

stellt Anfrage

Server:

liefert Antwort oder Dienst

Beispiel HTTP:

Browser = Client
Webserver = Server

Beispiel DNS:

DNS-Resolver = Client
DNS-Server = Server

Merksatz:

Client fragt an,
Server antwortet.

Request und Response

Viele Anwendungsschicht-Protokolle arbeiten mit Anfrage und Antwort.

Beispiel HTTP:

Request:
Client fordert eine Webseite an.

Response:
Server liefert die Webseite zurück.

Beispiel DNS:

Request:
Client fragt nach IP-Adresse.

Response:
DNS-Server liefert Adresse zurück.

Merksatz:

Request = Anfrage.
Response = Antwort.

HTTP-Methoden

HTTP nutzt Methoden, um die Art einer Anfrage zu beschreiben.

Wichtige Methoden:

Methode Bedeutung
GET Daten abrufen
POST Daten senden / erstellen
PUT Daten ersetzen
PATCH Daten teilweise ändern
DELETE Daten löschen
HEAD nur Kopfzeilen abrufen

Merksatz:

GET liest.
POST sendet.
DELETE löscht.

HTTP-Statuscodes

HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage.

Wichtige Bereiche:

Bereich Bedeutung
1xx Information
2xx Erfolg
3xx Weiterleitung
4xx Clientfehler
5xx Serverfehler

Beispiele:

Statuscode Bedeutung
200 OK
301 dauerhaft weitergeleitet
302 vorübergehend weitergeleitet
400 fehlerhafte Anfrage
401 nicht authentifiziert
403 verboten
404 nicht gefunden
500 interner Serverfehler
502 Bad Gateway
503 Dienst nicht verfügbar

Merksatz:

2xx gut,
4xx Clientproblem,
5xx Serverproblem.

API

API steht für:

Application Programming Interface

Eine API ist eine Schnittstelle, über die Anwendungen miteinander kommunizieren.

Im Netzwerkumfeld sind Web-APIs häufig.

Sie nutzen oft:

- HTTP oder HTTPS
- JSON
- XML
- Tokens
- Statuscodes

Merksatz:

API = Schnittstelle zwischen Anwendungen.

REST kurz erklärt

REST ist ein Architekturstil für Web-APIs.

Typisch:

Ressourcen werden über URLs angesprochen.
HTTP-Methoden beschreiben die Aktion.
Daten werden häufig als JSON übertragen.

Beispiel:

GET /users

bedeutet sinngemäß:

Benutzerliste abrufen.

Merksatz:

REST nutzt HTTP-Ideen für APIs.

Anwendungsschicht und Authentifizierung

Viele Dienste müssen prüfen:

Wer bist du?

Das nennt man:

Authentifizierung

Beispiele:

- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikat
- Token
- Multi-Faktor-Authentifizierung

Merksatz:

Authentifizierung prüft Identität.

Anwendungsschicht und Autorisierung

Autorisierung bedeutet:

Was darfst du?

Beispiel:

Benutzer ist angemeldet,
darf aber keine Adminseite öffnen.

Authentifizierung und Autorisierung unterscheiden:

Authentifizierung:
Wer bist du?

Autorisierung:
Was darfst du?

Merksatz:

Authentifizierung = Identität.
Autorisierung = Rechte.

Cookies und Sessions

Webanwendungen nutzen oft Cookies, um Sitzungen wiederzuerkennen.

Beispiel:

Benutzer meldet sich an.
Server setzt Session-Cookie.
Browser sendet Cookie bei weiteren Anfragen mit.
Server erkennt Benutzer wieder.

Schichtbezug:

Session = Schicht 5 / 7-Bezug
Cookie = Anwendungsschicht
HTTP = Anwendungsschicht

Merksatz:

Cookies helfen Webanwendungen,
Sitzungen wiederzuerkennen.

Anwendungsschicht und Datenformate

Schicht 7 arbeitet oft mit Datenformaten aus Schicht 6.

Beispiele:

HTTP überträgt HTML.
API überträgt JSON.
Mail enthält MIME-Strukturen.
Webserver liefert CSS, JavaScript, Bilder.

Darum sind Schicht 6 und 7 in der Praxis eng verbunden.

Merksatz:

Schicht 7 nutzt häufig Datenformate aus Schicht 6.

Anwendungsschicht und DNS-Probleme

DNS-Probleme wirken oft wie Internetprobleme.

Beispiel:

ping 8.8.8.8 funktioniert.
ping www.example.com funktioniert nicht.

Dann ist IP-Kommunikation grundsätzlich möglich, aber Namensauflösung funktioniert nicht.

Mögliche Ursachen:

- falscher DNS-Server
- DNS-Server nicht erreichbar
- falscher DNS-Eintrag
- DNS-Cache fehlerhaft
- Firewall blockiert DNS
- Domain nicht vorhanden

Merksatz:

IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.

Anwendungsschicht und HTTP-Fehler

Wenn TCP 443 erreichbar ist, aber die Webseite Fehler zeigt, liegt das Problem oft höher als Schicht 4.

Beispiele:

404 Not Found:
Ressource nicht gefunden.

500 Internal Server Error:
Anwendung oder Serverfehler.

502 Bad Gateway:
Proxy oder Gateway bekommt keine passende Antwort.

503 Service Unavailable:
Dienst nicht verfügbar.

Merksatz:

HTTP-Statuscodes helfen bei Schicht-7-Fehlersuche.

Anwendungsschicht und E-Mail-Fehler

E-Mail-Probleme können viele Ursachen haben.

Mögliche Prüfpunkte:

- SMTP-Server erreichbar?
- IMAP/POP3 erreichbar?
- Benutzer angemeldet?
- DNS MX-Record korrekt?
- Spamfilter blockiert?
- TLS korrekt?
- Authentifizierung korrekt?
- Mailbox voll?
- Sender oder Empfänger falsch?

Merksatz:

E-Mail-Fehler betreffen oft DNS, Authentifizierung, TLS und Mailprotokolle.

Anwendungsschicht und DHCP-Fehler

Wenn ein Client keine IP-Adresse erhält, denkt man oft zuerst an Schicht 3.

Aber DHCP selbst ist ein Anwendungsschicht-Protokoll.

Mögliche Ursachen:

- DHCP-Server nicht aktiv
- DHCP-Bereich erschöpft
- DHCP-Relay fehlt
- falsches VLAN
- Firewall blockiert UDP 67/68
- falsche DHCP-Optionen
- Dienstfehler am DHCP-Server

Merksatz:

DHCP vergibt IP-Daten,
ist aber ein Dienstprotokoll.

Anwendungsschicht und Sicherheit

Schicht 7 ist besonders wichtig für Sicherheit, weil dort konkrete Dienste und Benutzerinteraktion stattfinden.

Typische Risiken:

- schwache Passwörter
- fehlende MFA
- unsichere Webanwendungen
- fehlerhafte API-Berechtigungen
- unsichere Dateifreigaben
- veraltete Dienste
- Standardpasswörter
- offene Verwaltungsdienste

Merksatz:

Viele Angriffe zielen direkt auf Anwendungsschicht-Dienste.

Typische Schutzmaßnahmen auf Schicht 7

Beispiele:

- starke Authentifizierung
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- sichere Passwörter
- Rechte nach Minimalprinzip
- Updates
- sichere Konfiguration
- Protokollierung
- Eingabevalidierung
- Web Application Firewall
- sichere API-Tokens
- nicht benötigte Dienste deaktivieren

Merksatz:

Schicht-7-Sicherheit schützt konkrete Dienste und Anwendungen.

Was Schicht 7 nicht macht

Schicht 7 macht nicht:

- Bits als elektrische oder optische Signale übertragen
- MAC-Adressen im LAN verwenden
- IP-Pakete routen
- TCP-Verbindungen aufbauen
- Ports bereitstellen
- reine Verschlüsselungsschicht ersetzen

Diese Aufgaben liegen auf unteren Schichten.

Merksatz:

Schicht 7 nutzt die unteren Schichten,
ersetzt sie aber nicht.

Einordnung typischer Begriffe

Begriff Schicht
HTTP 7
HTTPS 7 mit TLS-Bezug
DNS 7
DHCP 7
SMTP 7
IMAP 7
POP3 7
FTP 7
SSH 7
SMB 7
LDAP 7
SNMP 7
NTP 7
TCP-Port 4
IP-Adresse 3
MAC-Adresse 2

Merksatz:

Dienstprotokolle wie HTTP, DNS und SMTP gehören zu Schicht 7.

Schicht 7 und Fehlersuche

Typische Fragen bei Schicht-7-Problemen:

Funktioniert IP-Erreichbarkeit?
Ist der Port erreichbar?
Läuft der Dienst?
Stimmt der DNS-Name?
Antwortet die Anwendung?
Gibt es HTTP-Statuscodes?
Funktioniert die Anmeldung?
Sind Rechte korrekt?
Ist TLS gültig?
Stimmen Datenformat und API-Anfrage?
Gibt es Fehlermeldungen in Logs?

Merksatz:

Bei Schicht 7 prüft man Dienst, Inhalt, Anmeldung und Anwendung.

Fehlerbild: Webseite öffnet nicht

Mögliche Ursachen auf verschiedenen Schichten:

Schicht 3:
keine Route, falsches Gateway

Schicht 4:
TCP 80 oder 443 blockiert

Schicht 6:
TLS-Zertifikat fehlerhaft

Schicht 7:
Webserverfehler, falscher Pfad, HTTP 500

Merksatz:

Webfehler können mehrere Schichten betreffen.

Fehlerbild: Login funktioniert nicht

Mögliche Ursachen:

- falscher Benutzername
- falsches Passwort
- Konto gesperrt
- MFA fehlt
- Session-Cookie blockiert
- Zeitproblem bei Tokens
- Berechtigung fehlt
- Authentifizierungsdienst nicht erreichbar
- LDAP oder Verzeichnisdienst gestört

Merksatz:

Loginfehler sind meist Anwendung, Authentifizierung oder Sitzung.

Fehlerbild: API antwortet mit Fehler

Mögliche Ursachen:

- falsche URL
- falsche HTTP-Methode
- fehlender Token
- falsche Berechtigung
- ungültiges JSON
- falscher Content-Type
- Serverfehler
- Rate Limit
- falsche API-Version

Merksatz:

API-Fehler betreffen oft Methode, Datenformat, Token oder Rechte.

Fehlerbild: DNS löst falsch auf

Mögliche Ursachen:

- falscher A-Record
- falscher AAAA-Record
- alter DNS-Cache
- falscher DNS-Server
- Split-DNS-Konfiguration
- Tippfehler im Namen
- Zone nicht aktualisiert
- TTL noch nicht abgelaufen

Merksatz:

Falscher DNS-Eintrag kann zum falschen Server führen.

Fehlerbild: E-Mail kommt nicht an

Mögliche Ursachen:

- falscher MX-Record
- SMTP blockiert
- Spamfilter
- SPF, DKIM oder DMARC fehlerhaft
- Mailbox voll
- Empfängeradresse falsch
- TLS-Problem
- Authentifizierung fehlerhaft
- Blacklisting

Merksatz:

Mailzustellung hängt stark von DNS, SMTP und Sicherheitsprüfungen ab.

Schicht 7 und Logs

Logs sind bei Schicht-7-Fehlern besonders wichtig.

Typische Logs:

- Webserver-Log
- Anwendungslog
- Authentifizierungslog
- Mailserver-Log
- DNS-Log
- Proxy-Log
- API-Log
- Firewall-Log

Logs zeigen oft:

- konkrete Fehlermeldungen
- Statuscodes
- Benutzer
- Zeitpunkt
- Quelle
- Anfragepfad
- Antwortcode

Merksatz:

Schicht-7-Fehler findet man oft in Anwendungs- und Dienstlogs.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Welche Aufgabe hat die Anwendungsschicht?
- Welche Protokolle gehören zur Anwendungsschicht?
- Was ist der Unterschied zwischen HTTP und HTTPS?
- Was macht DNS?
- Was ist der Unterschied zwischen A- und AAAA-Record?
- Was macht DHCP?
- Warum ist DHCP trotz IP-Bezug ein Anwendungsschicht-Protokoll?
- Welche Mailprotokolle gibt es?
- Was ist der Unterschied zwischen SMTP, POP3 und IMAP?
- Was macht SMB?
- Was macht LDAP?
- Was macht SNMP?
- Was bedeuten HTTP-Statuscodes?
- Warum reicht ein erfolgreicher Ping nicht für einen funktionierenden Dienst?
- Warum können Schicht-7-Fehler trotz offener Ports auftreten?

Typische Prüfungsfallen

Schicht 7 heißt Anwendungsschicht.

Schicht 7 ist nicht einfach das Programm selbst.

Anwendungen nutzen Schicht-7-Protokolle.

HTTP gehört zu Schicht 7.

HTTPS gehört zu Schicht 7,
nutzt aber TLS.

DNS gehört zu Schicht 7.

DHCP gehört zu Schicht 7,
obwohl es IP-Konfiguration vergibt.

Port gehört zu Schicht 4.

Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.

TCP 443 offen bedeutet nicht automatisch,
dass die Webseite funktioniert.

HTTP-Statuscode 404 ist ein Anwendungsschicht-Hinweis.

HTTP-Statuscode 500 deutet auf Server- oder Anwendungsproblem hin.

SMTP sendet E-Mails.

POP3 und IMAP empfangen E-Mails.

SFTP ist nicht FTPS.

Telnet ist unverschlüsselt.

SSH ist sicherer als Telnet.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
Anwendungsschicht OSI-Schicht 7
HTTP Webprotokoll
HTTPS HTTP über TLS
DNS Namensauflösung
DHCP automatische IP-Konfiguration
SMTP E-Mail senden
POP3 E-Mail abrufen
IMAP E-Mail abrufen und verwalten
FTP Dateiübertragung
SFTP Dateiübertragung über SSH
FTPS FTP mit TLS
SSH sicherer Fernzugriff
SMB Datei- und Druckerfreigaben
LDAP Verzeichnisdienstzugriff
SNMP Netzwerkmanagement
NTP Zeitsynchronisation
API Schnittstelle zwischen Anwendungen
REST Architekturstil für Web-APIs
Request Anfrage
Response Antwort
Statuscode Ergebnis einer HTTP-Anfrage
Authentifizierung Identität prüfen
Autorisierung Rechte prüfen

IHK-sichere Kurzformulierung

Die Anwendungsschicht ist Schicht 7 des OSI-Modells. Sie stellt Netzwerkdienste für Anwendungen bereit. Typische Protokolle der Anwendungsschicht sind HTTP, HTTPS, DNS, DHCP, SMTP, POP3, IMAP, FTP, SSH, SMB, LDAP, SNMP und NTP. Die Anwendungsschicht ist nicht einfach das Programm selbst, sondern umfasst die Protokolle und Dienste, die Anwendungen für die Netzwerkkommunikation verwenden. Ports gehören zur Transportschicht, während die eigentlichen Dienstprotokolle zur Anwendungsschicht gehören. Fehler auf Schicht 7 betreffen häufig Dienste, Anmeldungen, DNS, HTTP-Statuscodes, APIs, Datenformate oder Berechtigungen.


Merksätze

Schicht 7 = Anwendungsschicht.

Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.

Anwendung nutzt Schicht-7-Protokoll.

Browser ist Anwendung,
HTTP ist Protokoll.

Port gehört zu Schicht 4.

Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.

HTTP = Webprotokoll.

HTTPS = HTTP über TLS.

DNS = Name zu IP-Adresse.

A-Record = IPv4.

AAAA-Record = IPv6.

MX = Mailserver.

DHCP = automatische IP-Konfiguration.

DHCP ist trotz IP-Bezug Schicht 7.

SMTP sendet E-Mails.

POP3 ruft E-Mails ab.

IMAP verwaltet E-Mails auf dem Server.

FTP ist klassische Dateiübertragung.

SFTP ist Dateiübertragung über SSH.

FTPS ist FTP mit TLS.

SSH = sicherer Fernzugriff.

SMB = Datei- und Druckerfreigaben.

LDAP = Verzeichnisdienst.

SNMP = Netzwerküberwachung.

NTP = Zeitsynchronisation.

2xx = Erfolg.

4xx = Clientfehler.

5xx = Serverfehler.

Offener Port heißt nicht automatisch:
Anwendung funktioniert.

Schicht 7 prüft Dienst,
Inhalt,
Anmeldung
und Berechtigung.

10.2 HTTP, HTTPS und Webkommunikation

HTTP und HTTPS gehören zu den wichtigsten Protokollen der Anwendungsschicht.

Sie werden vor allem für Webseiten, Webanwendungen und APIs verwendet.

HTTP steht für:

Hypertext Transfer Protocol

HTTPS steht für:

Hypertext Transfer Protocol Secure

Der wichtigste Unterschied:

HTTP ist unverschlüsselt.
HTTPS nutzt TLS-Verschlüsselung.

Merksatz:

HTTP = Webkommunikation ohne TLS.
HTTPS = Webkommunikation mit TLS.

Grundidee von HTTP

HTTP ist ein Protokoll zur Übertragung von Webinhalten.

Ein Client stellt eine Anfrage.

Ein Server liefert eine Antwort.

Beispiel:

Browser fordert Webseite an.
Webserver liefert HTML, CSS, JavaScript, Bilder oder Daten zurück.

Typische Inhalte:

- Webseiten
- Bilder
- CSS-Dateien
- JavaScript-Dateien
- JSON-Daten
- API-Antworten
- Downloads

Merksatz:

HTTP arbeitet mit Anfrage und Antwort.

Client und Server bei HTTP

Bei HTTP gibt es meistens:

Client
Server

Client:

stellt Anfrage

Server:

verarbeitet Anfrage
und sendet Antwort

Beispiel:

Browser = Client
Webserver = Server

Merksatz:

Client fragt an,
Server antwortet.

Request und Response

Eine HTTP-Kommunikation besteht aus:

Request
Response

Request bedeutet:

Anfrage des Clients

Response bedeutet:

Antwort des Servers

Beispiel:

Request:
Browser fordert /index.html an.

Response:
Server liefert die Datei index.html zurück.

Merksatz:

Request = Anfrage.
Response = Antwort.

HTTP-Request

Ein HTTP-Request enthält unter anderem:

- Methode
- Pfad oder URL
- Header
- optionalen Body

Beispiel vereinfacht:

GET /index.html HTTP/1.1
Host: example.com

Bedeutung:

Client möchte die Datei /index.html vom Host example.com abrufen.

Merksatz:

HTTP-Request beschreibt,
was der Client vom Server möchte.

HTTP-Response

Eine HTTP-Response enthält unter anderem:

- Statuscode
- Header
- optionalen Body

Beispiel vereinfacht:

HTTP/1.1 200 OK
Content-Type: text/html

<html>...</html>

Bedeutung:

Server antwortet erfolgreich mit HTML-Inhalt.

Merksatz:

HTTP-Response enthält Ergebnis und Inhalt.

URL

URL steht für:

Uniform Resource Locator

Eine URL beschreibt, wo eine Ressource erreichbar ist.

Beispiel:

https://www.example.com:443/docs/index.html?seite=1

Bestandteile:

Bestandteil Beispiel Bedeutung
Schema https Protokoll
Hostname www.example.com Servername
Port 443 Dienst-Port
Pfad /docs/index.html Ressource
Query ?seite=1 zusätzliche Parameter

Merksatz:

URL = Adresse einer Ressource.

Schema

Das Schema steht am Anfang einer URL.

Beispiele:

http://
https://

Das Schema sagt dem Client, welches Protokoll verwendet werden soll.

Beispiel:

http://example.com

nutzt HTTP.

https://example.com

nutzt HTTPS.

Merksatz:

Schema zeigt das verwendete Protokoll.

Hostname

Der Hostname ist der Name des Servers.

Beispiel:

www.example.com

Der Hostname muss meist per DNS in eine IP-Adresse aufgelöst werden.

Ablauf vereinfacht:

Browser kennt Namen.
DNS liefert IP-Adresse.
Browser verbindet sich zur IP-Adresse.

Merksatz:

Hostname wird über DNS zur IP-Adresse.

Port bei HTTP und HTTPS

HTTP nutzt typischerweise:

TCP 80

HTTPS nutzt typischerweise:

TCP 443

Wenn kein Port angegeben wird, nutzt der Client den Standardport des Schemas.

Beispiele:

http://example.com
→ TCP 80

https://example.com
→ TCP 443

Merksatz:

HTTP = TCP 80.
HTTPS = TCP 443.

Pfad

Der Pfad zeigt, welche Ressource auf dem Server angefordert wird.

Beispiele:

/
/index.html
/produkte
/api/users
/bilder/logo.png

Der Server entscheidet, welcher Inhalt zu diesem Pfad geliefert wird.

Merksatz:

Pfad zeigt die gewünschte Ressource auf dem Server.

Query-Parameter

Query-Parameter stehen nach einem Fragezeichen.

Beispiel:

/suche?q=netzwerk&page=2

Bedeutung:

q=netzwerk
page=2

Query-Parameter übergeben zusätzliche Informationen an den Server.

Typisch bei:

- Suchfunktionen
- Filtern
- Seitennummern
- API-Abfragen

Merksatz:

Query-Parameter geben Zusatzinformationen mit.

HTTP-Methoden

HTTP-Methoden beschreiben, was der Client tun möchte.

Wichtige Methoden:

Methode Bedeutung
GET Daten abrufen
POST Daten senden oder erstellen
PUT Ressource vollständig ersetzen
PATCH Ressource teilweise ändern
DELETE Ressource löschen
HEAD nur Kopfzeilen abrufen
OPTIONS unterstützte Möglichkeiten abfragen

Merksatz:

GET liest.
POST sendet.
PUT ersetzt.
PATCH ändert teilweise.
DELETE löscht.

GET

GET wird verwendet, um Daten abzurufen.

Beispiele:

Webseite laden
Bild abrufen
API-Daten lesen

GET sollte normalerweise keine Daten verändern.

Beispiel:

GET /artikel/10

Bedeutung:

Artikel 10 abrufen.

Merksatz:

GET = Daten abrufen.

POST

POST wird verwendet, um Daten an den Server zu senden.

Beispiele:

Formular absenden
Benutzer erstellen
Datei hochladen
API-Daten senden

Beispiel:

POST /login

Bedeutung:

Login-Daten werden an den Server gesendet.

Merksatz:

POST = Daten an Server senden.

PUT

PUT ersetzt eine Ressource vollständig.

Beispiel:

PUT /users/5

Bedeutung:

Benutzer 5 wird vollständig mit den gesendeten Daten ersetzt.

Merksatz:

PUT = vollständig ersetzen.

PATCH

PATCH ändert eine Ressource teilweise.

Beispiel:

PATCH /users/5

Bedeutung:

Bei Benutzer 5 wird nur ein Teil geändert,
zum Beispiel die E-Mail-Adresse.

Merksatz:

PATCH = teilweise ändern.

DELETE

DELETE löscht eine Ressource.

Beispiel:

DELETE /users/5

Bedeutung:

Benutzer 5 löschen.

Merksatz:

DELETE = Ressource löschen.

HTTP-Header

HTTP-Header enthalten Zusatzinformationen zur Anfrage oder Antwort.

Beispiele:

Header Bedeutung
Host angefragter Hostname
User-Agent Client-Information
Accept gewünschte Antwortformate
Content-Type Format des gesendeten Inhalts
Authorization Authentifizierungsdaten
Cookie Cookie-Daten
Set-Cookie Server setzt Cookie
Cache-Control Cache-Verhalten
Location Weiterleitungsziel

Merksatz:

Header enthalten Zusatzinformationen.

Content-Type

Content-Type beschreibt, welches Datenformat im Body enthalten ist.

Beispiele:

Content-Type Bedeutung
text/html HTML-Webseite
application/json JSON-Daten
application/xml XML-Daten
text/plain einfacher Text
image/png PNG-Bild
application/pdf PDF-Dokument

Merksatz:

Content-Type sagt,
welches Format der Inhalt hat.

Accept-Header

Der Accept-Header sagt dem Server, welche Antwortformate der Client akzeptiert.

Beispiel:

Accept: application/json

Bedeutung:

Client möchte JSON als Antwort erhalten.

Merksatz:

Accept sagt,
was der Client empfangen möchte.

Authorization-Header

Der Authorization-Header wird für Authentifizierung verwendet.

Beispiele:

Bearer Token
Basic Authentication
API-Key-Verfahren

Beispiel vereinfacht:

Authorization: Bearer eyJ...

Wichtig:

Solche Daten müssen geschützt übertragen werden.
Deshalb sollte dafür HTTPS genutzt werden.

Merksatz:

Authorization-Header enthält Zugriffsinformationen.

Cookies

Cookies sind kleine Daten, die der Server im Browser speichern lassen kann.

Der Server sendet:

Der Browser sendet später:

Typische Nutzung:

- Sitzung wiedererkennen
- Login-Status
- Spracheinstellung
- Warenkorb
- Tracking

Merksatz:

Cookies helfen,
Zustand über mehrere HTTP-Anfragen zu merken.

HTTP ist zustandslos

HTTP ist grundsätzlich zustandslos.

Das bedeutet:

Jede Anfrage ist zunächst unabhängig.

Ohne Cookies, Tokens oder andere Mechanismen wüsste der Server nicht automatisch, dass mehrere Anfragen zum gleichen Benutzer gehören.

Beispiel:

Anfrage 1:
Login

Anfrage 2:
Dashboard öffnen

Der Server braucht einen Mechanismus, um die Sitzung wiederzuerkennen.

Merksatz:

HTTP ist zustandslos,
Sitzungen schaffen Zusammenhang.

Damit erkennt der Server:

Diese Anfrage gehört zu einer bestimmten Sitzung.

Beispiel:

Benutzer meldet sich an.
Server setzt Session-Cookie.
Browser sendet Cookie bei weiteren Anfragen mit.
Server erkennt Benutzer wieder.

Merksatz:


HTTPS

HTTPS ist HTTP über TLS.

Dabei werden HTTP-Daten verschlüsselt übertragen.

Schutz durch TLS:

- Schutz vor Mitlesen
- Schutz vor unbemerkter Veränderung
- Prüfung der Serveridentität über Zertifikat

Merksatz:

HTTPS schützt HTTP-Kommunikation mit TLS.

Ablauf bei HTTPS vereinfacht

Bei HTTPS passiert vereinfacht:

1. DNS löst den Namen auf.
2. TCP-Verbindung zu Port 443 wird aufgebaut.
3. TLS-Handshake findet statt.
4. Zertifikat wird geprüft.
5. HTTP-Anfrage wird verschlüsselt gesendet.
6. HTTP-Antwort wird verschlüsselt empfangen.

Merksatz:

Bei HTTPS kommt vor HTTP zuerst TCP und TLS.

HTTP und TLS unterscheiden

Thema Einordnung
HTTP Anwendungsschicht-Protokoll
HTTPS HTTP über TLS
TLS Verschlüsselungs- und Schutzschicht
TCP 443 Transportverbindung
Zertifikat Vertrauensnachweis bei TLS

Merksatz:

HTTP spricht die Anwendung.
TLS schützt die Verbindung.
TCP transportiert.

HTTP-Versionen

Es gibt verschiedene HTTP-Versionen.

Wichtige Versionen:

Version Kurzidee
HTTP/1.1 klassisch, weit verbreitet
HTTP/2 effizientere Übertragung über eine Verbindung
HTTP/3 nutzt QUIC über UDP

Wichtig für die Prüfung:

HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.
Klassisches HTTPS nutzt häufig TCP 443.

Merksatz:

HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.

HTTP/1.1

HTTP/1.1 ist eine klassische und weit verbreitete Version.

Typische Merkmale:

- Request/Response
- Header
- Host-Header wichtig für virtuelle Hosts
- mehrere Anfragen möglich
- sehr verbreitet

Merksatz:

HTTP/1.1 ist die klassische Webkommunikation.

HTTP/2

HTTP/2 verbessert die Effizienz der Webkommunikation.

Vorteile:

- mehrere Streams über eine Verbindung
- bessere Nutzung einer Verbindung
- Header-Kompression
- geringere Ladezeiten möglich

Für die Prüfung reicht meist:

HTTP/2 ist moderner und effizienter als HTTP/1.1.

Merksatz:

HTTP/2 kann mehrere Übertragungen effizienter bündeln.

HTTP/3

HTTP/3 basiert auf QUIC.

QUIC nutzt UDP.

Typisch:

UDP 443

Vorteile:

- schnellerer Verbindungsaufbau
- bessere Leistung bei Paketverlust
- moderne Webkommunikation

Prüfungsfalle:

HTTPS bedeutet nicht immer nur TCP 443,
bei HTTP/3 kann UDP 443 relevant sein.

Merksatz:

HTTP/3 = HTTP über QUIC über UDP.

Statuscodes

HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage.

Sie stehen in der HTTP-Antwort.

Beispiel:

200 OK

Bedeutung:

Anfrage erfolgreich.

Merksatz:

Statuscode zeigt,
wie der Server die Anfrage beantwortet hat.

Statuscode-Bereiche

Bereich Bedeutung
1xx Information
2xx Erfolg
3xx Weiterleitung
4xx Clientfehler
5xx Serverfehler

Merksatz:

2xx = Erfolg.
3xx = Weiterleitung.
4xx = Clientfehler.
5xx = Serverfehler.

Wichtige HTTP-Statuscodes

Statuscode Bedeutung
200 OK
201 Created
301 dauerhaft weitergeleitet
302 vorübergehend weitergeleitet
304 nicht verändert
400 fehlerhafte Anfrage
401 nicht authentifiziert
403 verboten
404 nicht gefunden
405 Methode nicht erlaubt
429 zu viele Anfragen
500 interner Serverfehler
502 Bad Gateway
503 Dienst nicht verfügbar
504 Gateway Timeout

Merksatz:

404 = nicht gefunden.
500 = Serverfehler.
502 = Gateway-Problem.
503 = Dienst nicht verfügbar.

401 und 403 unterscheiden

401 bedeutet:

nicht authentifiziert

Der Benutzer ist nicht oder nicht gültig angemeldet.

403 bedeutet:

verboten

Der Benutzer ist zwar eventuell bekannt, hat aber keine Berechtigung.

Merksatz:

401 = wer bist du?
403 = du darfst das nicht.

404 Not Found

404 bedeutet:

Ressource nicht gefunden

Mögliche Ursachen:

- falscher Pfad
- Datei fehlt
- Route in Anwendung fehlt
- Link falsch
- Ressource wurde gelöscht
- Rewrite-Regel falsch

Merksatz:

404 = angeforderte Ressource existiert dort nicht.

500 Internal Server Error

500 bedeutet:

interner Serverfehler

Mögliche Ursachen:

- Fehler in Anwendung
- Datenbankfehler
- Programmierfehler
- falsche Konfiguration
- fehlende Rechte
- Dienstproblem

Merksatz:

500 = Server oder Anwendung hat intern ein Problem.

502 Bad Gateway

502 tritt häufig bei Proxys oder Gateways auf.

Bedeutung:

Ein Gateway oder Proxy hat keine gültige Antwort vom Backend erhalten.

Mögliche Ursachen:

- Backend-Dienst down
- falscher Backend-Port
- Reverse Proxy falsch konfiguriert
- Verbindung zum Backend scheitert
- Backend antwortet ungültig

Merksatz:

502 = Proxy erreicht Backend nicht sauber.

503 Service Unavailable

503 bedeutet:

Dienst nicht verfügbar

Mögliche Ursachen:

- Server überlastet
- Wartungsmodus
- Anwendung nicht gestartet
- Backend nicht verfügbar
- Ressourcenmangel

Merksatz:

503 = Dienst aktuell nicht verfügbar.

504 Gateway Timeout

504 bedeutet:

Gateway Timeout

Ein Proxy oder Gateway wartet zu lange auf Antwort vom Backend.

Mögliche Ursachen:

- Backend langsam
- Backend hängt
- Netzwerkproblem zum Backend
- Timeout zu kurz eingestellt
- Datenbankantwort dauert zu lange

Merksatz:

504 = Gateway wartet zu lange auf Backend.

Weiterleitungen

Weiterleitungen gehören zu den 3xx-Statuscodes.

Beispiele:

301
302

301 bedeutet:

dauerhaft weitergeleitet

302 bedeutet:

vorübergehend weitergeleitet

Der neue Ort steht häufig im Header:

Location

Merksatz:

3xx bedeutet:
Client soll woanders hin.

Cache

Caching bedeutet:

Inhalte werden zwischengespeichert.

Ziel:

schnellere Ladezeiten
weniger Serverlast
weniger Datenverkehr

Caches können existieren bei:

- Browser
- Proxy
- CDN
- Anwendung
- DNS

Merksatz:

Cache speichert Daten,
um spätere Anfragen schneller zu beantworten.

Cache-Control

Cache-Control ist ein HTTP-Header.

Er steuert, wie Inhalte zwischengespeichert werden dürfen.

Beispiele:

Cache-Control: no-cache
Cache-Control: no-store
Cache-Control: max-age=3600

Merksatz:

Cache-Control steuert HTTP-Caching.

API und HTTP

Viele APIs nutzen HTTP oder HTTPS.

Typisch:

URL beschreibt Ressource.
HTTP-Methode beschreibt Aktion.
Header enthalten Zusatzinformationen.
Body enthält Daten.
Statuscode zeigt Ergebnis.

Beispiel:

GET /api/users

Bedeutung:

Benutzer abrufen.

Merksatz:

Web-APIs nutzen HTTP als Kommunikationsgrundlage.

REST und HTTP

REST nutzt HTTP-Ideen für APIs.

Typisch:

Aktion HTTP-Methode Beispiel
lesen GET GET /users
erstellen POST POST /users
ersetzen PUT PUT /users/5
teilweise ändern PATCH PATCH /users/5
löschen DELETE DELETE /users/5

Merksatz:

REST ordnet Aktionen oft HTTP-Methoden zu.

JSON bei APIs

Viele APIs nutzen JSON als Datenformat.

Beispiel:

{
  "id": 5,
  "name": "Felix",
  "rolle": "admin"
}

Wichtig:

JSON gehört als Datenformat eher zu Schicht 6,
wird aber häufig in Schicht-7-APIs genutzt.

Merksatz:

APIs nutzen oft JSON für strukturierte Daten.

Content-Type bei APIs

Bei APIs ist Content-Type besonders wichtig.

Beispiel:

Content-Type: application/json

Bedeutung:

Der Body enthält JSON.

Wenn Content-Type falsch ist, kann der Server die Daten falsch interpretieren oder ablehnen.

Merksatz:

Falscher Content-Type kann API-Fehler verursachen.

Authentifizierung bei Webdiensten

Webdienste können unterschiedliche Authentifizierungsarten nutzen.

Beispiele:

- Benutzername und Passwort
- Session-Cookie
- Bearer Token
- API-Key
- Client-Zertifikat
- OAuth
- OpenID Connect
- Multi-Faktor-Authentifizierung

Merksatz:

Webdienste müssen oft Benutzer oder Clients prüfen.

Bearer Token

Ein Bearer Token ist ein Zugriffstoken.

Es wird häufig im Authorization-Header gesendet.

Beispiel:

Authorization: Bearer <token>

Wichtig:

Wer den Token besitzt,
kann ihn oft verwenden.

Deshalb muss er geschützt werden.

Merksatz:

Bearer Token wie ein Passwort schützen.

CORS kurz erklärt

CORS steht für:

Cross-Origin Resource Sharing

CORS regelt, ob ein Browser eine Webseite von einer Herkunft auf Ressourcen einer anderen Herkunft zugreifen lässt.

Beispiel:

Webseite von app.firma.de
ruft API von api.firma.de auf

Wenn CORS nicht passend konfiguriert ist, blockiert der Browser die Anfrage.

Merksatz:

CORS ist eine Browser-Sicherheitsregel für Webanfragen.

Same-Origin Policy

Die Same-Origin Policy ist eine wichtige Browser-Sicherheitsregel.

Sie begrenzt, wie Webseiten auf Daten anderer Herkunft zugreifen dürfen.

Herkunft besteht aus:

- Schema
- Host
- Port

Beispiel:

https://app.firma.de:443

Merksatz:

Gleiche Herkunft = Schema, Host und Port passen.

Mixed Content

Mixed Content bedeutet:

Eine HTTPS-Seite lädt Inhalte über HTTP nach.

Beispiel:

Hauptseite:
https://wiki.firma.de

eingebundenes Script:
http://example.com/script.js

Browser blockieren solche Inhalte oft oder warnen.

Merksatz:

HTTPS-Seiten sollten keine HTTP-Inhalte nachladen.

Reverse Proxy

Ein Reverse Proxy steht vor einem oder mehreren internen Diensten.

Ablauf:

Client
→ Reverse Proxy
→ Backend-Server

Typische Aufgaben:

- TLS beenden
- Anfragen weiterleiten
- mehrere Dienste über eine Domainstruktur bereitstellen
- Lastverteilung
- Zugriffsschutz
- Header setzen
- Weiterleitungen durchführen

Merksatz:

Reverse Proxy nimmt Anfragen an und leitet sie intern weiter.

Backend

Backend bezeichnet den Dienst, der hinter einem Reverse Proxy arbeitet.

Beispiel:

Client ruft https://wiki.firma.de auf.
Reverse Proxy nimmt Anfrage an.
Backend ist der interne Webdienst.

Mögliche Fehler:

- Backend läuft nicht
- falscher Backend-Port
- falsches Protokoll HTTP/HTTPS
- Firewall blockiert intern
- falscher Pfad

Merksatz:

Backend = eigentlicher Dienst hinter Proxy oder Anwendung.

Host-Header

Der Host-Header sagt dem Webserver, welcher Hostname angefragt wurde.

Beispiel:

Host: wiki.firma.de

Das ist wichtig, wenn mehrere Webseiten auf derselben IP-Adresse laufen.

Der Server entscheidet anhand des Host-Headers, welche Webseite ausgeliefert wird.

Merksatz:

Host-Header ermöglicht mehrere Webseiten auf einer IP.

Virtueller Host

Ein virtueller Host erlaubt, mehrere Webseiten oder Dienste auf einem Server zu betreiben.

Beispiel:

wiki.firma.de
cloud.firma.de
shop.firma.de

Alle können auf dieselbe IP zeigen, aber unterschiedliche Inhalte liefern.

Merksatz:

Virtuelle Hosts unterscheiden Webseiten über Hostnamen.

Fehlerbild: Webseite nicht erreichbar

Mögliche Ursachen nach Schichten:

Schicht 3:
IP, Gateway oder Routing falsch

Schicht 4:
TCP 80 oder 443 nicht erreichbar

Schicht 6:
TLS-Zertifikat fehlerhaft

Schicht 7:
HTTP-Fehler, Anwendung, Pfad oder Backend

Merksatz:

Webfehler systematisch nach Schichten prüfen.

Fehlerbild: HTTP 404

Mögliche Ursachen:

- falscher Pfad
- Datei existiert nicht
- Route in Anwendung fehlt
- Reverse Proxy leitet falsch weiter
- falsche Base-URL
- Anwendung erwartet anderen Pfad

Merksatz:

404 = Ressource unter diesem Pfad nicht gefunden.

Fehlerbild: HTTP 500

Mögliche Ursachen:

- Fehler in Anwendung
- Datenbank nicht erreichbar
- falsche Rechte
- Konfigurationsfehler
- Abhängigkeit fehlt
- Programmfehler
- Speicher- oder Ressourcenproblem

Merksatz:

500 = Anwendung oder Server hat intern ein Problem.

Fehlerbild: HTTP 502

Mögliche Ursachen:

- Reverse Proxy erreicht Backend nicht
- Backend-Port falsch
- Backend-Protokoll falsch
- Backend abgestürzt
- Firewall blockiert intern
- falscher Container-Name oder DNS-Name
- Timeout oder ungültige Backend-Antwort

Merksatz:

502 = Proxy-zu-Backend prüfen.

Fehlerbild: Login-Schleife

Eine Login-Schleife bedeutet:

Benutzer meldet sich an,
landet aber wieder auf Login-Seite.

Mögliche Ursachen:

Merksatz:

Login-Schleifen sind oft Cookie-, Session- oder Token-Probleme.

Fehlerbild: API lehnt Anfrage ab

Mögliche Ursachen:

- falsche HTTP-Methode
- falsche URL
- fehlender Authorization-Header
- Token ungültig
- falscher Content-Type
- ungültiges JSON
- fehlende Pflichtfelder
- fehlende Berechtigung
- Rate Limit erreicht

Merksatz:

API-Fehler mit Methode, URL, Header, Body und Statuscode prüfen.

Fehlersuche bei Webkommunikation

Eine sinnvolle Reihenfolge:

1. DNS-Name wird korrekt aufgelöst?
2. Ziel-IP erreichbar?
3. TCP-Port 80 oder 443 erreichbar?
4. TLS-Zertifikat gültig?
5. HTTP-Statuscode prüfen.
6. Weiterleitungen prüfen.
7. Header prüfen.
8. Cookies und Session prüfen.
9. Reverse Proxy prüfen.
10. Backend und Anwendungslogs prüfen.

Merksatz:

Bei Webfehlern erst Verbindung,
dann TLS,
dann HTTP,
dann Anwendung prüfen.

HTTP-Logs

HTTP-Logs helfen bei der Fehlersuche.

Typische Informationen:

- Client-IP
- Zeit
- Methode
- Pfad
- Statuscode
- Antwortgröße
- User-Agent
- Referer
- Bearbeitungszeit

Beispiele für wichtige Fragen:

Kommt die Anfrage beim Server an?
Welcher Pfad wird aufgerufen?
Welcher Statuscode wird geliefert?
Ist der Fehler nur bei bestimmten Clients?

Merksatz:

HTTP-Logs zeigen,
was der Webserver tatsächlich beantwortet.

Reverse-Proxy-Logs

Reverse-Proxy-Logs sind wichtig, wenn ein Proxy zwischen Client und Backend steht.

Sie zeigen oft:

- eingehende Anfrage
- gewähltes Backend
- Statuscode
- Upstream-Fehler
- Timeout
- TLS-Informationen
- Weiterleitungsprobleme

Merksatz:

Bei 502, 503 und 504 zuerst Proxy und Backend prüfen.

Sicherheit bei HTTP und HTTPS

Wichtige Sicherheitsregeln:

- HTTPS statt HTTP verwenden
- Zertifikate aktuell halten
- sichere Cookies setzen
- sensible Daten nicht in URLs schreiben
- Eingaben prüfen
- Authentifizierung schützen
- Rechte sauber prüfen
- unnötige Header vermeiden
- nicht benötigte Dienste abschalten
- Logs datenschutzbewusst behandeln

Merksatz:

Websicherheit betrifft Transport,
Anwendung
und Benutzerzugriff.

Sensible Daten nicht in URLs

Sensible Daten sollten nicht in Query-Parametern stehen.

Problem:

URLs können in Logs,
Browserhistorie,
Proxys
oder Referer-Headern auftauchen.

Schlecht:

/login?password=geheim

Besser:

sensible Daten im Body übertragen
und HTTPS verwenden.

Merksatz:

Passwörter und Tokens gehören nicht in URLs.

HTTP und Datenschutz

HTTP-Logs können personenbezogene Daten enthalten.

Beispiele:

- IP-Adressen
- Benutzerkennungen
- Pfade
- Suchbegriffe
- Tokens in URLs
- Zeitstempel

Deshalb wichtig:

Logs schützen,
Aufbewahrung begrenzen,
sensible Daten vermeiden.

Merksatz:

Weblogs können sensible Informationen enthalten.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
IP-Adresse 3
TCP 80 / TCP 443 4
TLS 6 mit Bezug zu 4 und 7
HTTP 7
HTTPS 7 über TLS
URL 7
HTTP-Header 7
HTTP-Methode 7
HTTP-Statuscode 7
Cookie 7 mit Sitzungsbezug
JSON-Format 6 / 7-Bezug
Reverse Proxy 7 mit Bezug zu 4 und 6

Merksatz:

HTTP ist Schicht 7.
TLS schützt darunter.
TCP transportiert darunter.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Was ist HTTP?
- Was ist HTTPS?
- Was ist der Unterschied zwischen HTTP und HTTPS?
- Welche Ports nutzen HTTP und HTTPS?
- Was ist ein HTTP-Request?
- Was ist eine HTTP-Response?
- Was ist eine URL?
- Was bedeuten GET, POST, PUT, PATCH und DELETE?
- Was ist ein HTTP-Header?
- Was bedeutet Content-Type?
- Was ist ein Cookie?
- Warum ist HTTP zustandslos?
- Was bedeuten HTTP-Statuscodes?
- Was ist der Unterschied zwischen 401 und 403?
- Was bedeuten 404, 500, 502, 503 und 504?
- Was ist ein Reverse Proxy?
- Warum kann eine Webseite trotz offenem Port Fehler anzeigen?

Typische Prüfungsfallen

HTTP gehört zu Schicht 7.

HTTPS gehört zu Schicht 7,
nutzt aber TLS.

HTTP nutzt typischerweise TCP 80.

HTTPS nutzt typischerweise TCP 443.

HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.

Port gehört zu Schicht 4.

HTTP-Methode gehört zu Schicht 7.

HTTP-Statuscode gehört zu Schicht 7.

TLS-Zertifikatsfehler sind nicht einfach HTTP-Fehler.

HTTP ist grundsätzlich zustandslos.

Cookies helfen bei Sitzungen.

GET sollte Daten abrufen.

POST sendet Daten an den Server.

401 bedeutet nicht authentifiziert.

403 bedeutet verboten.

404 bedeutet nicht gefunden.

500 bedeutet interner Serverfehler.

502 deutet häufig auf Proxy-Backend-Problem.

503 bedeutet Dienst nicht verfügbar.

504 bedeutet Gateway Timeout.

Offener TCP-Port 443 heißt nicht,
dass die Webanwendung korrekt funktioniert.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
HTTP Webprotokoll
HTTPS HTTP über TLS
Request Anfrage des Clients
Response Antwort des Servers
URL Adresse einer Ressource
Schema Protokollteil einer URL
Hostname Name des Servers
Pfad angeforderte Ressource
Query Zusatzparameter in URL
Methode Aktion einer HTTP-Anfrage
Header Zusatzinformationen
Body Nutzdaten einer Anfrage oder Antwort
Content-Type Format des Inhalts
Cookie gespeicherte Webinformation
Session-Cookie Cookie zur Sitzungszuordnung
Statuscode Ergebnis einer HTTP-Anfrage
Redirect Weiterleitung
Cache Zwischenspeicher
API Anwendungsschnittstelle
REST API-Architekturstil
Bearer Token Zugriffstoken
CORS Browser-Regel für fremde Herkunft
Reverse Proxy vorgelagerter Webserver
Backend interner Ziel-Dienst

IHK-sichere Kurzformulierung

HTTP ist ein Anwendungsschicht-Protokoll zur Übertragung von Webinhalten. Es arbeitet mit Requests und Responses. Ein Client fordert eine Ressource über eine URL an, der Server antwortet mit Headern, einem Statuscode und optionalem Inhalt. HTTPS ist HTTP über TLS und schützt die Übertragung durch Verschlüsselung, Integrität und Serverauthentifizierung. HTTP nutzt typischerweise TCP-Port 80, HTTPS typischerweise TCP-Port 443. HTTP-Methoden wie GET, POST, PUT, PATCH und DELETE beschreiben die gewünschte Aktion. HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage an. Fehler wie 404, 500, 502, 503 oder 504 helfen bei der Fehlersuche auf Anwendungsschicht.


Merksätze

HTTP = Hypertext Transfer Protocol.

HTTPS = HTTP über TLS.

HTTP gehört zu Schicht 7.

HTTPS gehört zu Schicht 7 mit TLS-Bezug.

HTTP nutzt typischerweise TCP 80.

HTTPS nutzt typischerweise TCP 443.

HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.

Client stellt Request.

Server sendet Response.

URL zeigt Ressource.

Hostname wird per DNS aufgelöst.

GET ruft Daten ab.

POST sendet Daten.

PUT ersetzt vollständig.

PATCH ändert teilweise.

DELETE löscht.

Header enthalten Zusatzinformationen.

Content-Type beschreibt das Datenformat.

Cookie hilft bei Sitzungen.

HTTP ist zustandslos.

HTTPS schützt HTTP mit TLS.

Erst TCP,
dann TLS,
dann HTTP.

2xx = Erfolg.

3xx = Weiterleitung.

4xx = Clientfehler.

5xx = Serverfehler.

401 = nicht authentifiziert.

403 = verboten.

404 = nicht gefunden.

500 = interner Serverfehler.

502 = Bad Gateway.

503 = Dienst nicht verfügbar.

504 = Gateway Timeout.

Offener Port heißt nicht:
Webanwendung funktioniert.

Bei Webfehlern DNS,
IP,
Port,
TLS,
HTTP
und Anwendung prüfen.

10.3 DNS und Namensauflösung

DNS gehört zur OSI-Schicht 7.

DNS steht für:

Domain Name System

Die Hauptaufgabe von DNS ist:

Namen in IP-Adressen auflösen.

Beispiel:

www.example.com
→ 93.184.216.34

Menschen merken sich Namen leichter als IP-Adressen.

Computer benötigen aber IP-Adressen, um über das Netzwerk zu kommunizieren.

Merksatz:

DNS = Name zu IP-Adresse.

Warum braucht man DNS?

Ohne DNS müsste man sich IP-Adressen merken.

Beispiel ohne DNS:

93.184.216.34

Beispiel mit DNS:

www.example.com

DNS macht Netzwerke benutzerfreundlicher und flexibler.

Wenn sich die IP-Adresse eines Servers ändert, kann der DNS-Eintrag angepasst werden, ohne dass sich der Name ändern muss.

Merksatz:

DNS trennt Namen von IP-Adressen.

DNS im OSI-Modell

DNS ist ein Anwendungsschicht-Protokoll.

Es nutzt Transportprotokolle aus Schicht 4.

Typisch:

UDP 53
TCP 53

Wichtig:

DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.
DNS-Protokoll gehört zu Schicht 7.

Merksatz:

DNS nutzt Ports,
ist aber ein Dienst der Anwendungsschicht.

DNS und IP-Kommunikation

DNS ist nicht nötig, wenn direkt mit einer IP-Adresse kommuniziert wird.

Beispiel:

ping 8.8.8.8

Hier wird kein DNS-Name benötigt.

DNS wird benötigt bei:

ping www.example.com

Denn der Name muss zuerst in eine IP-Adresse aufgelöst werden.

Merksatz:

IP-Adresse direkt = kein DNS nötig.
Name verwenden = DNS nötig.

Typischer Ablauf einer Namensauflösung

Vereinfacht:

1. Benutzer gibt Namen ein.
2. Client prüft lokalen Cache.
3. Client fragt DNS-Resolver.
4. Resolver sucht die passende Antwort.
5. Resolver liefert IP-Adresse zurück.
6. Client verbindet sich zur IP-Adresse.

Beispiel:

Browser:
www.example.com öffnen

DNS:
www.example.com = 93.184.216.34

Browser:
Verbindung zu 93.184.216.34 aufbauen

Merksatz:

Erst Name auflösen,
dann Verbindung zur IP-Adresse aufbauen.

DNS-Client

Der DNS-Client ist das System, das eine DNS-Anfrage stellt.

Beispiele:

- PC
- Smartphone
- Server
- Browser
- Anwendung
- Betriebssystem

Der Client fragt normalerweise nicht direkt alle DNS-Server im Internet, sondern nutzt einen eingetragenen DNS-Resolver.

Merksatz:

DNS-Client stellt die Anfrage.

DNS-Resolver

Ein DNS-Resolver beantwortet DNS-Anfragen für Clients.

Er kann:

- Antworten aus Cache liefern
- andere DNS-Server fragen
- rekursive Auflösung durchführen
- lokale DNS-Zonen kennen

Beispiele für Resolver:

- Router im Heimnetz
- interner DNS-Server
- Provider-DNS
- öffentlicher DNS-Dienst

Merksatz:

Resolver sucht die Antwort für den Client.

Rekursive DNS-Abfrage

Bei einer rekursiven Abfrage erwartet der Client vom Resolver eine fertige Antwort.

Der Client fragt:

Welche IP hat www.example.com?

Der Resolver kümmert sich darum, die Antwort zu finden.

Der Client erhält am Ende:

IP-Adresse
oder
Fehler

Merksatz:

Rekursiv = Resolver erledigt die Suche für den Client.

Iterative DNS-Abfrage

Bei einer iterativen Abfrage liefert ein DNS-Server nicht unbedingt die endgültige Antwort.

Er kann stattdessen sagen:

Frag den nächsten zuständigen Server.

Das passiert typischerweise zwischen DNS-Servern bei der Auflösung.

Merksatz:

Iterativ = Server verweist auf nächsten zuständigen Server.

DNS-Hierarchie

DNS ist hierarchisch aufgebaut.

Vereinfacht:

Root
Top-Level-Domain
Domain
Subdomain
Hostname

Beispiel:

www.example.com

Aufteilung:

Teil Bedeutung
. Root
com Top-Level-Domain
example Domain
www Hostname oder Subdomain

Merksatz:

DNS ist wie ein Baum aufgebaut.

Root-DNS-Server

Root-DNS-Server stehen ganz oben in der DNS-Hierarchie.

Sie kennen nicht jede einzelne Domain, aber sie wissen, welche Nameserver für Top-Level-Domains zuständig sind.

Beispiel:

Für .de frage diese Nameserver.
Für .com frage diese Nameserver.

Merksatz:

Root-Server verweisen auf TLD-Nameserver.

Top-Level-Domain

Eine Top-Level-Domain ist der rechte Teil eines Domainnamens.

Beispiele:

.de
.com
.org
.net
.edu

Bei:

www.example.com

ist:

.com

die Top-Level-Domain.

Merksatz:

TLD = oberster Domainbereich wie .de oder .com.

Authoritative DNS-Server

Ein authoritative DNS-Server ist für eine DNS-Zone zuständig.

Er enthält verbindliche Informationen für eine Domain.

Beispiel:

Der authoritative DNS-Server für example.com kennt Einträge wie:

www.example.com
mail.example.com
api.example.com

Merksatz:

Authoritative DNS-Server liefern verbindliche Antworten für eine Zone.

DNS-Zone

Eine DNS-Zone ist ein verwalteter Bereich im DNS.

Beispiel:

example.com

In dieser Zone können Einträge liegen wie:

www.example.com
mail.example.com
api.example.com

Eine Zone wird von zuständigen DNS-Servern verwaltet.

Merksatz:

DNS-Zone = verwalteter Namensbereich.

Forward Lookup

Forward Lookup bedeutet:

Name zu IP-Adresse

Beispiel:

www.example.com
→ 93.184.216.34

Das ist die häufigste DNS-Nutzung.

Merksatz:

Forward Lookup = Name zu IP.

Reverse Lookup

Reverse Lookup bedeutet:

IP-Adresse zu Name

Beispiel:

93.184.216.34
→ www.example.com

Dafür werden spezielle DNS-Zonen verwendet.

Bei IPv4:

in-addr.arpa

Bei IPv6:

ip6.arpa

Merksatz:

Reverse Lookup = IP zu Name.

DNS-Records

DNS speichert Informationen in Records.

Ein Record ist ein DNS-Eintrag.

Wichtige Record-Typen:

Record Bedeutung
A Name zu IPv4-Adresse
AAAA Name zu IPv6-Adresse
CNAME Alias auf anderen Namen
MX Mailserver einer Domain
NS zuständiger Nameserver
TXT Textinformationen
PTR Reverse-DNS-Eintrag
SRV Dienststandort
SOA Start of Authority

Merksatz:

DNS-Records speichern verschiedene Namensinformationen.

A-Record

Ein A-Record ordnet einen Namen einer IPv4-Adresse zu.

Beispiel:

www.example.com
→ 93.184.216.34

A steht für:

Address

Merksatz:

A-Record = Name zu IPv4.

AAAA-Record

Ein AAAA-Record ordnet einen Namen einer IPv6-Adresse zu.

Beispiel:

www.example.com
→ 2001:db8::10

Warum AAAA?

IPv6-Adressen sind 128 Bit groß.
IPv4-Adressen sind 32 Bit groß.
128 Bit sind viermal so groß wie 32 Bit.

Merksatz:

AAAA-Record = Name zu IPv6.

CNAME-Record

Ein CNAME ist ein Alias.

CNAME steht für:

Canonical Name

Beispiel:

shop.example.com
→ webserver.example.com

Der Name shop.example.com zeigt also auf einen anderen Namen.

Wichtig:

Ein CNAME zeigt auf einen Namen,
nicht direkt auf eine IP-Adresse.

Merksatz:

CNAME = Alias auf anderen DNS-Namen.

MX-Record

MX steht für:

Mail Exchanger

Ein MX-Record gibt an, welche Mailserver für eine Domain zuständig sind.

Beispiel:

example.com
MX 10 mail.example.com

Die Zahl ist die Priorität.

Kleinere Zahl bedeutet:

höhere Priorität

Merksatz:

MX = zuständiger Mailserver einer Domain.

NS-Record

NS steht für:

Name Server

Ein NS-Record gibt an, welche Nameserver für eine Zone zuständig sind.

Beispiel:

example.com
NS ns1.example.com
example.com
NS ns2.example.com

Merksatz:

NS = zuständiger Nameserver.

TXT-Record

TXT-Records speichern Textinformationen.

Typische Nutzung:

- SPF
- DKIM
- DMARC
- Domain-Verifizierung
- Sicherheitsinformationen
- Dienstnachweise

Beispiel:

v=spf1 include:example.net -all

Merksatz:

TXT-Record = Textinformationen im DNS.

PTR-Record

PTR steht für:

Pointer

Ein PTR-Record wird für Reverse Lookup verwendet.

Er ordnet eine IP-Adresse einem Namen zu.

Beispiel:

93.184.216.34
→ server.example.com

PTR-Records sind besonders bei Mailservern relevant.

Merksatz:

PTR = Reverse-DNS-Eintrag.

SRV-Record

SRV steht für:

Service

Ein SRV-Record beschreibt, wo ein bestimmter Dienst erreichbar ist.

Er kann enthalten:

- Dienst
- Protokoll
- Zielhost
- Port
- Priorität
- Gewichtung

Typische Nutzung:

- Verzeichnisdienste
- VoIP
- Microsoft-Dienste
- XMPP

Merksatz:

SRV zeigt,
wo ein Dienst erreichbar ist.

SOA-Record

SOA steht für:

Start of Authority

Der SOA-Record enthält Verwaltungsinformationen einer DNS-Zone.

Dazu gehören zum Beispiel:

- primärer Nameserver
- verantwortliche Kontaktadresse
- Seriennummer
- Aktualisierungszeiten
- Ablaufzeiten

Merksatz:

SOA enthält Verwaltungsdaten einer DNS-Zone.

TTL

TTL steht bei DNS für:

Time To Live

Die TTL gibt an, wie lange ein DNS-Eintrag zwischengespeichert werden darf.

Beispiel:

TTL 3600

Bedeutung:

Eintrag darf 3600 Sekunden,
also eine Stunde,
gecacht werden.

Merksatz:

DNS-TTL bestimmt,
wie lange eine Antwort im Cache bleiben darf.

DNS-Cache

Ein DNS-Cache speichert Antworten vorübergehend.

Caches gibt es zum Beispiel bei:

- Betriebssystem
- Browser
- DNS-Resolver
- Router
- Provider
- Anwendungen

Vorteil:

schnellere Antworten
weniger Last auf DNS-Servern

Nachteil:

Änderungen werden nicht sofort überall sichtbar.

Merksatz:

DNS-Cache macht DNS schneller,
kann Änderungen aber verzögern.

Warum DNS-Änderungen dauern können

DNS-Änderungen sind nicht immer sofort überall sichtbar.

Grund:

alte Antworten können noch in Caches liegen.

Die Dauer hängt stark von der TTL ab.

Beispiel:

TTL 86400

bedeutet:

Antwort darf bis zu 24 Stunden gecacht werden.

Merksatz:

DNS-Änderungen brauchen wegen Caching Zeit.

DNS und DHCP

Clients erhalten DNS-Server häufig per DHCP.

DHCP kann dem Client mitteilen:

- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server
- Domain-Suffix

Wenn der falsche DNS-Server per DHCP verteilt wird, funktioniert Namensauflösung möglicherweise falsch.

Merksatz:

DHCP verteilt oft die DNS-Serveradresse.

DNS-Suffix

Ein DNS-Suffix kann bei unvollständigen Namen ergänzt werden.

Beispiel:

eingegeben:
server01

DNS-Suffix:

firma.local

Abfrage wird zu:

server01.firma.local

Typisch in Unternehmensnetzen.

Merksatz:

DNS-Suffix ergänzt kurze Namen.

FQDN

FQDN steht für:

Fully Qualified Domain Name

Ein FQDN ist ein vollständiger DNS-Name.

Beispiel:

server01.firma.local

Er beschreibt den Namen eindeutig innerhalb der DNS-Hierarchie.

Merksatz:

FQDN = vollständiger DNS-Name.

Hostname und Domainname

Hostname:

Name eines Geräts oder Dienstes

Domainname:

Namensbereich

Beispiel:

server01.firma.local

Dabei ist:

server01 = Hostname
firma.local = Domain

Merksatz:

Hostname ist der einzelne Name,
Domain ist der Namensbereich.

Split DNS

Split DNS bedeutet:

Ein Name kann intern und extern unterschiedlich aufgelöst werden.

Beispiel:

wiki.firma.de

intern:

192.168.10.50

extern:

93.184.100.10

Das ist häufig sinnvoll, wenn interne Clients interne Adressen verwenden sollen.

Merksatz:

Split DNS liefert je nach Standort unterschiedliche Antworten.

Interne und externe DNS-Zonen

Unternehmen nutzen oft interne und externe DNS-Zonen.

Extern sichtbar:

www.firma.de
mail.firma.de

Intern zusätzlich:

server01.firma.local
db01.intern.firma.de
printer01.firma.local

Wichtig:

Interne Namen sollten nicht unkontrolliert öffentlich sichtbar sein.

Merksatz:

Interne DNS-Zonen dienen interner Namensauflösung.

DNS und Active Directory

In Windows-Domänen ist DNS besonders wichtig.

Active Directory nutzt DNS für:

- Domänencontroller finden
- Dienste finden
- LDAP finden
- Kerberos finden
- Anmeldung unterstützen

Dafür werden unter anderem SRV-Records verwendet.

Merksatz:

Active Directory braucht funktionierendes DNS.

DNS und E-Mail

DNS ist für E-Mail sehr wichtig.

Wichtige Records:

Record Zweck
MX zuständiger Mailserver
A / AAAA IP-Adresse des Mailservers
PTR Reverse-DNS für Mailserver
TXT SPF, DKIM, DMARC

Ohne korrekte DNS-Einträge kann E-Mail-Zustellung scheitern.

Merksatz:

Mailzustellung hängt stark von DNS ab.

SPF

SPF steht für:

Sender Policy Framework

SPF wird über TXT-Records im DNS veröffentlicht.

SPF legt fest, welche Server für eine Domain E-Mails senden dürfen.

Merksatz:

SPF sagt,
welche Server für eine Domain senden dürfen.

DKIM

DKIM steht für:

DomainKeys Identified Mail

DKIM nutzt digitale Signaturen, um E-Mails einer Domain zuzuordnen und Manipulationen erkennbar zu machen.

Der öffentliche Schlüssel steht im DNS als TXT-Record.

Merksatz:

DKIM signiert E-Mails kryptografisch.

DMARC

DMARC steht für:

Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance

DMARC baut auf SPF und DKIM auf.

Es legt fest, wie Empfänger mit verdächtigen E-Mails umgehen sollen.

Beispiele:

- nur berichten
- in Quarantäne verschieben
- ablehnen

Merksatz:

DMARC sagt,
wie mit SPF-/DKIM-Fehlern umzugehen ist.

DNS und Webseiten

Für Webseiten sind häufig wichtig:

A-Record
AAAA-Record
CNAME
TXT für Domainprüfung

Beispiel:

www.firma.de
→ A-Record oder CNAME

Wenn DNS auf die falsche IP zeigt, landet der Browser auf dem falschen Server.

Merksatz:

Falsches DNS kann falsche Webseite oder falsches Zertifikat bedeuten.

DNS und Zertifikate

TLS-Zertifikate müssen zum aufgerufenen Namen passen.

Wenn DNS auf einen falschen Server zeigt, kann dieser ein falsches Zertifikat ausliefern.

Beispiel:

DNS für wiki.firma.de zeigt auf Server A.
Server A liefert Zertifikat für cloud.firma.de.

Folge:

Browser zeigt Zertifikatswarnung.

Merksatz:

DNS und Zertifikate müssen zusammenpassen.

DNS und Reverse Proxy

Bei einem Reverse Proxy zeigen DNS-Einträge häufig auf den Proxy.

Beispiel:

wiki.firma.de
cloud.firma.de
git.firma.de

zeigen alle auf:

Reverse Proxy

Der Proxy entscheidet anhand des Hostnamens, an welches interne Backend weitergeleitet wird.

Merksatz:

DNS zeigt oft zum Proxy,
der Proxy leitet zum Backend.

DNS-Fehlersuche

Typische Fragen:

Welcher DNS-Server wird verwendet?
Wird der Name korrekt aufgelöst?
Gibt es A- oder AAAA-Records?
Gibt es einen falschen CNAME?
Ist der Cache veraltet?
Ist die TTL noch aktiv?
Wird intern anders aufgelöst als extern?
Stimmt der MX-Record?
Stimmt der PTR-Record?
Gibt es Tippfehler im Namen?

Merksatz:

DNS-Fehlersuche prüft Server,
Record,
Cache
und Sichtweise.

Fehlerbild: IP funktioniert, Name nicht

Beispiel:

ping 8.8.8.8 funktioniert.
ping www.example.com funktioniert nicht.

Dann ist IP-Kommunikation grundsätzlich möglich.

Mögliche Ursachen:

- DNS-Server falsch
- DNS-Server nicht erreichbar
- DNS-Dienst gestört
- Firewall blockiert DNS
- falscher Domainname
- DNS-Cache fehlerhaft

Merksatz:

IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.

Fehlerbild: Name zeigt auf falsche IP

Mögliche Ursachen:

- falscher A-Record
- falscher AAAA-Record
- falscher CNAME
- alter Cache
- falsche DNS-Zone
- Split-DNS falsch
- falscher DNS-Server wird gefragt

Merksatz:

Falsche IP bei DNS:
Record und verwendeten DNS-Server prüfen.

Fehlerbild: Intern geht, extern nicht

Mögliche Ursachen:

- interne DNS-Zone anders als externe
- externer DNS-Eintrag fehlt
- Firewall blockiert extern
- NAT oder Portweiterleitung fehlt
- Zertifikat gilt nur intern
- öffentliche IP falsch
- Split DNS falsch geplant

Merksatz:

Intern und extern getrennt prüfen.

Fehlerbild: Extern geht, intern nicht

Mögliche Ursachen:

- interner DNS-Server liefert falsche Adresse
- Hairpin NAT fehlt
- Split DNS fehlt
- interne Firewall blockiert
- interner Proxy falsch
- interne Zone überschreibt externe Zone

Merksatz:

Extern erreichbar heißt nicht automatisch intern erreichbar.

Fehlerbild: DNS-Änderung greift nicht

Mögliche Ursachen:

- DNS-Cache noch aktiv
- TTL noch nicht abgelaufen
- falscher DNS-Server wird gefragt
- Änderung in falscher Zone gemacht
- autoritativer Nameserver nicht aktualisiert
- Browser oder Betriebssystem cachet noch

Merksatz:

DNS-Änderungen brauchen Zeit wegen TTL und Cache.

Fehlerbild: Webseite zeigt falsches Zertifikat

Mögliche Ursachen:

- DNS zeigt auf falsche IP
- Reverse Proxy liefert falsches Zertifikat
- Host-Header passt nicht
- falscher virtueller Host
- CNAME zeigt unerwartet weiter
- interne und externe DNS-Antwort unterscheiden sich

Merksatz:

Falsches Zertifikat kann DNS- oder Proxy-Ursache haben.

DNS-Tools

Typische Werkzeuge zur DNS-Prüfung:

Werkzeug Zweck
nslookup DNS-Abfragen durchführen
dig detaillierte DNS-Abfragen
host einfache DNS-Abfrage
ping zeigt oft aufgelöste IP, prüft aber ICMP
ipconfig /displaydns DNS-Cache unter Windows anzeigen
ipconfig /flushdns DNS-Cache unter Windows leeren
resolvectl DNS-Informationen unter vielen Linux-Systemen
scutil --dns DNS-Informationen unter macOS

Merksatz:

DNS prüft man mit DNS-Werkzeugen,
nicht nur mit Ping.

Ping ist kein DNS-Test allein

Ping kann einen Namen auflösen, aber Ping prüft zusätzlich ICMP.

Beispiel:

ping www.example.com

Dabei passieren zwei Dinge:

1. DNS-Auflösung
2. ICMP-Test

Wenn Ping fehlschlägt, muss man unterscheiden:

DNS-Auflösung fehlgeschlagen?
Oder ICMP blockiert?

Merksatz:

Ping mit Name vermischt DNS und ICMP.

DNS und UDP/TCP 53

DNS nutzt häufig UDP 53.

DNS kann aber auch TCP 53 verwenden.

TCP 53 ist wichtig bei:

- großen Antworten
- Zonentransfers
- bestimmten DNSSEC-Fällen

Prüfungsfalle:

DNS ist nicht nur UDP.

Merksatz:

DNS nutzt UDP 53 häufig,
TCP 53 ebenfalls möglich.

Zonentransfer

Ein Zonentransfer überträgt DNS-Zonendaten zwischen DNS-Servern.

Typisch:

primärer DNS-Server
→ sekundärer DNS-Server

Zonentransfers sollten nicht öffentlich für jeden erlaubt sein.

Warum?

Sonst könnten interne DNS-Strukturen sichtbar werden.

Merksatz:

Zonentransfer nur für berechtigte DNS-Server erlauben.

DNSSEC kurz erklärt

DNSSEC steht für:

Domain Name System Security Extensions

DNSSEC schützt DNS-Antworten durch digitale Signaturen.

Ziel:

Manipulation von DNS-Antworten erkennbar machen.

Wichtig:

DNSSEC verschlüsselt DNS-Anfragen nicht automatisch.
Es schützt vor allem die Integrität und Authentizität der DNS-Daten.

Merksatz:

DNSSEC signiert DNS-Daten,
verschlüsselt sie aber nicht.

DNS over HTTPS und DNS over TLS

Es gibt auch verschlüsselte DNS-Varianten.

Beispiele:

DoH = DNS over HTTPS
DoT = DNS over TLS

Ziel:

DNS-Anfragen besser vor Mitlesen oder Manipulation auf dem Transportweg schützen.

Wichtig:

In Unternehmensnetzen kann das Auswirkungen auf Filterung und Monitoring haben.

Merksatz:

DoH und DoT verschlüsseln DNS-Transport.

Was DNS nicht macht

DNS macht nicht:

- Webseiten ausliefern
- TCP-Verbindungen aufbauen
- IP-Pakete routen
- Zertifikate ausstellen
- Dienste automatisch starten
- Firewall-Regeln setzen
- Benutzer authentifizieren

DNS liefert Namen und zugehörige Informationen.

Merksatz:

DNS sagt,
wohin ein Name zeigt,
nicht ob der Dienst funktioniert.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
DNS-Protokoll 7
DNS-Record 7
A / AAAA / MX / TXT 7
UDP 53 / TCP 53 4
IP-Adresse 3
Reverse Lookup 7
DNSSEC 7 mit Sicherheitsbezug
DoH / DoT 7 über TLS/HTTPS
DHCP verteilt DNS-Server 7 mit Schicht-3-Bezug

Merksatz:

DNS gehört zu Schicht 7,
nutzt aber Schicht 4 und Schicht 3 darunter.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Was macht DNS?
- Wofür steht DNS?
- Warum braucht man DNS?
- Was ist ein DNS-Resolver?
- Was ist ein authoritative DNS-Server?
- Was ist eine DNS-Zone?
- Was ist der Unterschied zwischen Forward und Reverse Lookup?
- Was ist ein A-Record?
- Was ist ein AAAA-Record?
- Was ist ein CNAME?
- Was ist ein MX-Record?
- Was ist ein TXT-Record?
- Was ist ein PTR-Record?
- Was bedeutet TTL?
- Warum dauern DNS-Änderungen manchmal?
- Warum funktioniert IP, aber Name nicht?
- Warum kann falsches DNS ein Zertifikatsproblem verursachen?
- Warum nutzt DNS UDP und TCP 53?

Typische Prüfungsfallen

DNS gehört zu Schicht 7.

DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.

DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

A-Record = IPv4.

AAAA-Record = IPv6.

CNAME = Alias auf anderen Namen.

MX = Mailserver.

TXT = Textinformationen.

PTR = Reverse Lookup.

NS = zuständiger Nameserver.

TTL steuert DNS-Caching.

DNS-Änderungen können wegen Cache dauern.

IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.

Ping mit Name ist nicht nur DNS-Test,
sondern auch ICMP-Test.

DNS ist nicht nur UDP,
sondern kann auch TCP 53 nutzen.

DNSSEC verschlüsselt DNS nicht automatisch.

DNS sagt nicht,
ob der Dienst läuft.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
DNS Domain Name System
Namensauflösung Name wird zu IP-Adresse aufgelöst
Resolver DNS-Server, der Antworten für Clients sucht
authoritative DNS zuständiger DNS-Server einer Zone
DNS-Zone verwalteter Namensbereich
Record DNS-Eintrag
A Name zu IPv4
AAAA Name zu IPv6
CNAME Alias auf anderen Namen
MX Mailserver
NS Nameserver
TXT Textinformation
PTR Reverse-DNS-Eintrag
SRV Dienststandort
SOA Verwaltungsdaten einer Zone
TTL Cache-Lebensdauer
FQDN vollständiger DNS-Name
Split DNS unterschiedliche interne und externe Antworten
Reverse Lookup IP-Adresse zu Name
DNSSEC signierte DNS-Daten
DoH DNS über HTTPS
DoT DNS über TLS

IHK-sichere Kurzformulierung

DNS steht für Domain Name System und gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells. DNS löst Namen in IP-Adressen auf, damit Anwendungen mit verständlichen Namen arbeiten können. Ein Client fragt einen DNS-Resolver, der die passende Antwort liefert oder weitere DNS-Server abfragt. DNS ist hierarchisch aufgebaut und arbeitet mit Records wie A für IPv4, AAAA für IPv6, CNAME für Aliase, MX für Mailserver, NS für Nameserver, TXT für Textinformationen und PTR für Reverse Lookup. DNS nutzt typischerweise UDP-Port 53, kann aber auch TCP-Port 53 verwenden. DNS-Caching wird durch die TTL gesteuert.


Merksätze

DNS = Domain Name System.

DNS gehört zu Schicht 7.

DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

Name zu IP = Forward Lookup.

IP zu Name = Reverse Lookup.

Resolver sucht Antwort für Client.

Authoritative DNS liefert verbindliche Antwort.

DNS-Zone = verwalteter Namensbereich.

A = IPv4.

AAAA = IPv6.

CNAME = Alias.

MX = Mailserver.

NS = Nameserver.

TXT = Textinformation.

PTR = Reverse Lookup.

SRV = Dienststandort.

SOA = Zonendaten.

TTL = Cache-Zeit.

DNS-Cache beschleunigt,
verzögert aber Änderungen.

FQDN = vollständiger DNS-Name.

Split DNS = intern und extern unterschiedliche Antworten.

DNS-Port = UDP/TCP 53.

DNS ist nicht nur UDP.

IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.

Ping mit Name vermischt DNS und ICMP.

DNSSEC signiert,
verschlüsselt aber nicht automatisch.

DoH und DoT verschlüsseln DNS-Transport.

DNS sagt,
wohin ein Name zeigt,
nicht ob der Dienst funktioniert.

10.4 DHCP und automatische IP-Konfiguration*

DHCP gehört zur OSI-Schicht 7.

DHCP steht für:

Dynamic Host Configuration Protocol

Die Hauptaufgabe von DHCP ist:

Netzwerkkonfiguration automatisch an Clients verteilen.

Ein Client kann per DHCP zum Beispiel erhalten:

- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Standard-Gateway
- DNS-Server
- Domain-Suffix
- Lease-Zeit
- weitere DHCP-Optionen

Merksatz:

DHCP = automatische IP-Konfiguration.

Warum braucht man DHCP?

Ohne DHCP müsste jedes Gerät manuell konfiguriert werden.

Das wäre aufwendig und fehleranfällig.

Man müsste manuell eintragen:

- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server
- weitere Einstellungen

DHCP automatisiert diese Vergabe.

Vorteile:

- weniger manuelle Arbeit
- weniger Tippfehler
- zentrale Verwaltung
- flexible Adressvergabe
- einfache Änderung von DNS oder Gateway
- bessere Übersicht über vergebene Adressen

Merksatz:

DHCP verhindert viele manuelle IP-Konfigurationsfehler.

DHCP im OSI-Modell

DHCP ist ein Anwendungsschicht-Protokoll.

Es gehört zu:

OSI-Schicht 7

Aber DHCP verteilt Informationen, die für Schicht 3 wichtig sind.

Beispiel:

IP-Adresse
Subnetzmaske
Gateway

Wichtig:

DHCP-Protokoll = Schicht 7
IP-Adresse und Gateway = Schicht 3

Merksatz:

DHCP ist Schicht 7,
liefert aber Schicht-3-Konfiguration.

DHCP und Ports

DHCP nutzt UDP.

Wichtige Ports:

Rolle Protokoll Port
DHCP-Server UDP 67
DHCP-Client UDP 68

Warum UDP?

Ein Client hat am Anfang oft noch keine vollständige IP-Konfiguration.
DHCP muss bereits funktionieren,
bevor der Client normal im IP-Netz arbeiten kann.

Merksatz:

DHCP nutzt UDP 67 und UDP 68.

DHCP-Client

Ein DHCP-Client ist ein Gerät, das automatisch eine Netzwerkkonfiguration anfordert.

Beispiele:

- PC
- Notebook
- Smartphone
- Drucker
- IP-Telefon
- Server
- virtuelle Maschine
- IoT-Gerät

Der Client fragt:

Gibt es einen DHCP-Server,
der mir eine IP-Konfiguration geben kann?

Merksatz:

DHCP-Client fordert IP-Konfiguration an.

DHCP-Server

Ein DHCP-Server vergibt IP-Konfigurationen an Clients.

Er verwaltet unter anderem:

- Adressbereiche
- Leases
- Reservierungen
- DHCP-Optionen
- verfügbare und vergebene IP-Adressen

Beispiele für DHCP-Server:

- Router
- Windows Server
- Linux-Server
- Firewall
- Netzwerk-Appliance

Merksatz:

DHCP-Server verteilt Netzwerkkonfiguration.

DHCP-Bereich

Ein DHCP-Bereich wird auch genannt:

DHCP-Scope

Er beschreibt, welche IP-Adressen ein DHCP-Server vergeben darf.

Beispiel:

Netz:
192.168.10.0/24

DHCP-Bereich:
192.168.10.100 bis 192.168.10.200

Der DHCP-Server vergibt dann Adressen aus diesem Bereich.

Merksatz:

DHCP-Scope = Adressbereich für automatische Vergabe.

DHCP-Lease

Eine per DHCP vergebene Adresse wird nicht dauerhaft vergeben, sondern für eine bestimmte Zeit.

Diese Zeit heißt:

Lease-Zeit

Beispiel:

Client erhält 192.168.10.120
für 8 Stunden.

Nach Ablauf muss der Client die Adresse erneuern oder eine neue Konfiguration erhalten.

Merksatz:

Lease = zeitlich begrenzte Adresszuweisung.

Warum gibt es Leases?

Leases sorgen dafür, dass IP-Adressen wieder frei werden können.

Beispiel:

Ein Notebook war im WLAN.
Es verlässt das Netzwerk.
Nach Ablauf der Lease kann die Adresse wieder vergeben werden.

Das ist besonders nützlich bei:

- WLANs
- Gastnetzen
- Schulen
- Unternehmen
- wechselnden Geräten
- mobilen Clients

Merksatz:

Lease-Zeit verhindert dauerhaft blockierte IP-Adressen.

DHCP-Ablauf: DORA

Der klassische DHCP-Ablauf wird oft mit DORA beschrieben.

DORA steht für:

Discover
Offer
Request
Acknowledge

Die vier Schritte:

Schritt Richtung Bedeutung
1 Client → Netzwerk Discover
2 Server → Client Offer
3 Client → Server Request
4 Server → Client Acknowledge

Merksatz:

DHCP-Ablauf = DORA.

DHCP Discover

Beim DHCP Discover sucht der Client nach einem DHCP-Server.

Der Client hat zu diesem Zeitpunkt oft noch keine gültige IP-Adresse.

Deshalb wird die Anfrage als Broadcast gesendet.

Vereinfacht sagt der Client:

Gibt es hier einen DHCP-Server?

Merksatz:

Discover = Client sucht DHCP-Server.

DHCP Offer

Beim DHCP Offer bietet der DHCP-Server dem Client eine Konfiguration an.

Das Angebot enthält zum Beispiel:

- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server
- Lease-Zeit

Vereinfacht sagt der Server:

Du kannst diese Adresse verwenden.

Merksatz:

Offer = Server bietet Konfiguration an.

DHCP Request

Beim DHCP Request nimmt der Client ein Angebot an.

Vereinfacht sagt der Client:

Ich möchte diese angebotene IP-Adresse verwenden.

Wenn mehrere DHCP-Server geantwortet haben, wählt der Client normalerweise ein Angebot aus.

Merksatz:

Request = Client fordert angebotene Adresse an.

DHCP Acknowledge

Beim DHCP Acknowledge bestätigt der Server die Vergabe.

Vereinfacht sagt der Server:

Die Adresse ist für dich reserviert.

Danach kann der Client die erhaltene IP-Konfiguration verwenden.

Merksatz:

Acknowledge = Server bestätigt die Vergabe.

DORA als Ablaufbild

Der Ablauf vereinfacht:

Client → Broadcast:
DHCP Discover

Server → Client:
DHCP Offer

Client → Server:
DHCP Request

Server → Client:
DHCP Acknowledge

Merksatz:

Discover, Offer, Request, Acknowledge.

Broadcast bei DHCP

DHCP nutzt am Anfang Broadcast, weil der Client noch nicht weiß:

welche IP-Adresse er selbst hat
welche IP-Adresse der DHCP-Server hat
welches Gateway zuständig ist

Broadcast bedeutet:

Nachricht an alle Geräte im lokalen Netz.

Wichtig:

Router leiten Broadcasts normalerweise nicht einfach in andere Netze weiter.

Merksatz:

DHCP startet häufig mit Broadcast im lokalen Netz.

DHCP und VLANs

In der Praxis gibt es häufig pro VLAN ein eigenes IP-Subnetz.

Beispiel:

VLAN Subnetz DHCP-Bereich
VLAN 10 192.168.10.0/24 192.168.10.100–200
VLAN 20 192.168.20.0/24 192.168.20.100–200
VLAN 30 192.168.30.0/24 192.168.30.100–200

Ein Client im VLAN 20 soll eine Adresse aus dem VLAN-20-Bereich bekommen.

Merksatz:

Jedes VLAN braucht passende DHCP-Konfiguration.

DHCP-Relay

Ein DHCP-Relay wird benötigt, wenn DHCP-Client und DHCP-Server in unterschiedlichen Netzen liegen.

Problem:

DHCP Discover ist Broadcast.
Router leiten Broadcasts normalerweise nicht weiter.

Lösung:

DHCP-Relay nimmt die Anfrage entgegen
und leitet sie gezielt an den DHCP-Server weiter.

Bei Cisco wird dafür oft der Begriff verwendet:

IP Helper Address

Merksatz:

DHCP-Relay bringt DHCP-Anfragen über Router-Grenzen.

Beispiel DHCP-Relay

Situation:

Client im VLAN 20
DHCP-Server im Servernetz VLAN 100

Ohne DHCP-Relay:

DHCP Discover bleibt im VLAN 20.
DHCP-Server sieht die Anfrage nicht.

Mit DHCP-Relay:

Router oder Layer-3-Switch leitet die Anfrage an den DHCP-Server weiter.

Merksatz:

DHCP-Server muss nicht in jedem VLAN stehen,
wenn DHCP-Relay korrekt eingerichtet ist.

DHCP-Optionen

DHCP kann neben der IP-Adresse weitere Informationen liefern.

Wichtige Optionen:

Option Bedeutung
Subnetzmaske Netzgröße
Router / Gateway Standard-Gateway
DNS-Server Server für Namensauflösung
Domainname DNS-Suffix
NTP-Server Zeitserver
Lease-Zeit Gültigkeitsdauer
PXE-Boot-Optionen Netzwerkstart

Merksatz:

DHCP liefert mehr als nur IP-Adressen.

Standard-Gateway per DHCP

DHCP kann das Standard-Gateway an den Client verteilen.

Das Gateway wird benötigt, wenn der Client andere Netze erreichen soll.

Beispiel:

Client:
192.168.10.120/24

Gateway:
192.168.10.1

Wichtig:

Das Gateway muss zum Subnetz des Clients passen.

Merksatz:

Falsches Gateway per DHCP erzeugt Routing-Probleme.

DNS-Server per DHCP

DHCP verteilt oft auch DNS-Server.

Beispiel:

DNS-Server:
192.168.10.10

Wenn hier ein falscher DNS-Server eingetragen ist, funktioniert IP-Kommunikation möglicherweise, aber Namensauflösung nicht.

Fehlerbild:

ping 8.8.8.8 funktioniert
ping www.example.com funktioniert nicht

Merksatz:

Falscher DNS per DHCP verursacht Namensprobleme.

DHCP-Reservierung

Eine DHCP-Reservierung ordnet einem bestimmten Gerät immer dieselbe IP-Adresse zu.

Typische Grundlage:

MAC-Adresse des Clients

Beispiel:

Drucker-MAC:
AA:BB:CC:11:22:33

reservierte IP:
192.168.10.50

Der Drucker bekommt dann per DHCP immer dieselbe Adresse.

Merksatz:

DHCP-Reservierung = gleiche IP für bestimmtes Gerät.

Reservierung und statische IP unterscheiden

Variante Bedeutung
statische IP direkt am Gerät manuell eingetragen
DHCP-Reservierung zentral am DHCP-Server festgelegt

Vorteil der Reservierung:

zentrale Verwaltung
weniger Fehler am Gerät
DNS und Optionen bleiben konsistent

Typisch für:

- Drucker
- Server
- Netzwerkgeräte
- Kameras
- Spezialgeräte

Merksatz:

Reservierung ist zentraler als manuelle statische IP.

Ausschlussbereich

Ein Ausschlussbereich enthält IP-Adressen, die der DHCP-Server nicht automatisch vergeben soll.

Beispiel:

Netz:
192.168.10.0/24

DHCP-Bereich:
192.168.10.10 bis 192.168.10.250

ausgeschlossen:
192.168.10.1 bis 192.168.10.20

Warum?

Diese Adressen sind vielleicht für Gateway, Server oder Drucker reserviert.

Merksatz:

Ausschlussbereiche verhindern doppelte Vergabe wichtiger Adressen.

Adresskonflikt

Ein Adresskonflikt entsteht, wenn zwei Geräte dieselbe IP-Adresse verwenden.

Mögliche Ursachen:

- statische IP liegt im DHCP-Bereich
- DHCP-Reservierung doppelt
- zwei DHCP-Server vergeben gleiche Bereiche
- manuelle Fehlkonfiguration
- Gerät verwendet alte Adresse weiter

Folgen:

- instabile Verbindung
- wechselnde Erreichbarkeit
- ARP-Probleme
- Verbindungsabbrüche

Merksatz:

Doppelte IP-Adressen verursachen instabile Netzprobleme.

DHCP und APIPA

Wenn ein Windows-Client keine DHCP-Adresse erhält, kann er sich selbst eine APIPA-Adresse geben.

APIPA-Bereich:

169.254.0.0/16

Beispiel:

169.254.23.80

Das bedeutet häufig:

DHCP-Server nicht erreichbar
oder
DHCP-Vergabe fehlgeschlagen

Merksatz:

169.254.x.x weist oft auf DHCP-Probleme hin.

DHCP und DNS-Dynamik

In manchen Netzwerken werden DNS-Einträge automatisch mit DHCP aktualisiert.

Beispiel:

Client erhält per DHCP:
192.168.10.120

DNS wird aktualisiert:

client01.firma.local
→ 192.168.10.120

Das ist besonders in Windows- und Active-Directory-Umgebungen verbreitet.

Merksatz:

DHCP kann mit DNS zusammenarbeiten.

DHCP und Active Directory

In Windows-Umgebungen ist DHCP oft eng mit DNS und Active Directory verbunden.

Wichtig:

Clients brauchen richtigen DNS-Server,
um Domänencontroller zu finden.

Wenn per DHCP ein externer DNS-Server verteilt wird, kann die Domänenanmeldung fehlschlagen.

Merksatz:

In AD-Netzen muss DHCP den internen DNS-Server verteilen.

DHCP-Snooping

DHCP-Snooping ist eine Sicherheitsfunktion auf Switches.

Ziel:

Schutz vor unerlaubten DHCP-Servern.

Der Switch unterscheidet:

vertrauenswürdige Ports
nicht vertrauenswürdige Ports

DHCP-Antworten dürfen nur von vertrauenswürdigen Ports kommen.

Merksatz:

DHCP-Snooping schützt vor Rogue-DHCP-Servern.

Rogue-DHCP-Server

Ein Rogue-DHCP-Server ist ein unerlaubter DHCP-Server im Netzwerk.

Er kann falsche Informationen verteilen:

- falsches Gateway
- falscher DNS-Server
- falsche IP-Adressen
- falsches Subnetz

Folgen:

- Clients verlieren Netzwerkzugriff
- Datenverkehr wird umgeleitet
- Namensauflösung wird manipuliert
- Sicherheitsrisiko

Merksatz:

Unerlaubter DHCP-Server kann ein ganzes Netz stören.

DHCP-Starvation

DHCP-Starvation ist ein Angriff, bei dem sehr viele DHCP-Anfragen gestellt werden.

Ziel:

DHCP-Adressbereich erschöpfen.

Folge:

echte Clients bekommen keine IP-Adresse mehr.

Schutzmaßnahmen:

- Port Security
- DHCP-Snooping
- Netzwerkzugangskontrolle
- Monitoring
- ausreichend Segmentierung

Merksatz:

DHCP-Starvation leert den DHCP-Adresspool.

DHCP und IPv6

Bei IPv6 gibt es mehrere Möglichkeiten zur Adresskonfiguration.

Wichtige Begriffe:

- SLAAC
- DHCPv6
- Router Advertisements

SLAAC bedeutet:

Client bildet IPv6-Adresse selbst anhand von Router Advertisements.

DHCPv6 kann zusätzliche Informationen liefern, zum Beispiel DNS-Server.

Merksatz:

IPv6 nutzt nicht einfach DHCPv4,
sondern SLAAC, RA und DHCPv6.

DHCPv4 und DHCPv6 unterscheiden

Thema DHCPv4 DHCPv6
Protokollfamilie IPv4 IPv6
Adressvergabe häufig zentral per DHCP möglich, aber auch SLAAC
Broadcast ja nein, IPv6 nutzt Multicast
Gateway-Verteilung per DHCP möglich meist über Router Advertisements
DNS-Verteilung per DHCP per DHCPv6 oder RA-Optionen

Merksatz:

DHCPv6 funktioniert anders als DHCPv4.

DHCP-Fehlersuche

Typische Fragen:

Hat der Client überhaupt Link?
Ist der Client im richtigen VLAN?
Gibt es einen DHCP-Server?
Ist der DHCP-Bereich aktiv?
Sind noch freie Adressen vorhanden?
Funktioniert DHCP-Relay?
Werden UDP 67 und 68 blockiert?
Gibt es einen Rogue-DHCP-Server?
Ist die erhaltene IP im richtigen Subnetz?
Stimmen Gateway und DNS?

Merksatz:

DHCP-Fehlersuche beginnt bei Link, VLAN und DHCP-Server.

Fehlerbild: Client bekommt keine IP-Adresse

Mögliche Ursachen:

Merksatz:

Keine IP-Adresse:
Link, VLAN, DHCP und Relay prüfen.

Fehlerbild: Client bekommt falsche IP-Adresse

Mögliche Ursachen:

- Client ist im falschen VLAN
- falscher DHCP-Bereich aktiv
- Rogue-DHCP-Server
- falsche SSID-VLAN-Zuordnung
- falscher Switch-Port
- fehlerhafte Reservierung
- falscher DHCP-Relay-Kontext

Merksatz:

Falsche DHCP-Adresse deutet oft auf falsches VLAN oder Rogue-DHCP hin.

Fehlerbild: Client bekommt IP, aber kein Internet

Mögliche Ursachen:

- falsches Gateway per DHCP
- Gateway nicht erreichbar
- DNS falsch
- Routing fehlt
- NAT fehlt
- Firewall blockiert
- falsche Subnetzmaske
- Client im falschen VLAN

Merksatz:

DHCP-Erfolg heißt nicht automatisch:
Internet funktioniert.

Fehlerbild: IP funktioniert, Name nicht

Mögliche Ursachen:

- falscher DNS-Server per DHCP verteilt
- DNS-Server nicht erreichbar
- DNS-Dienst gestört
- falsches DNS-Suffix
- Firewall blockiert DNS
- externer DNS statt interner DNS

Merksatz:

DHCP kann DNS-Probleme verursachen,
wenn falsche DNS-Optionen verteilt werden.

Fehlerbild: Manche Clients bekommen IP, andere nicht

Mögliche Ursachen:

- DHCP-Pool fast erschöpft
- bestimmte Switch-Ports in falschem VLAN
- WLAN-SSID falsch zugeordnet
- DHCP-Snooping blockiert bestimmte Ports
- MAC-Filter
- Reservierungen fehlerhaft
- Relay nur für manche VLANs eingerichtet

Merksatz:

Teilweise DHCP-Probleme nach Standort, VLAN und Port eingrenzen.

Fehlerbild: Nach Umzug in anderes VLAN keine IP

Mögliche Ursachen:

- DHCP-Bereich für neues VLAN fehlt
- DHCP-Relay im neuen VLAN fehlt
- VLAN nicht auf Trunk erlaubt
- Access-Port falsch
- Firewall blockiert DHCP-Relay
- Gateway-Schnittstelle im VLAN fehlt

Merksatz:

Neues VLAN braucht passenden DHCP-Bereich und Relay.

DHCP-Tools

Typische Werkzeuge und Prüfungen:

Werkzeug / Prüfung Nutzen
IP-Konfiguration anzeigen erhaltene Adresse prüfen
Lease erneuern neue DHCP-Anfrage auslösen
DHCP-Server-Konsole Bereich, Leases, Reservierungen prüfen
DHCP-Logs Vergaben und Fehler prüfen
Switch-Port prüfen VLAN und Link kontrollieren
Packet Capture DORA-Ablauf sichtbar machen
Firewall-Logs UDP 67/68 prüfen
ARP-Tabelle Adresskonflikte erkennen

Merksatz:

DHCP prüft man am Client,
am Server
und am Netzwerk dazwischen.

DHCP-Ablauf im Mitschnitt

In einem Paketmitschnitt erkennt man den DHCP-Ablauf:

Discover
Offer
Request
Acknowledge

Typische Fragen:

Sendet der Client Discover?
Kommt ein Offer zurück?
Sendet der Client Request?
Kommt ein Acknowledge?
Welche IP wird angeboten?
Welcher Server antwortet?

Merksatz:

Im Mitschnitt sieht man,
an welchem DORA-Schritt es scheitert.

DHCP und Firewall

DHCP kann durch Firewall-Regeln gestört werden.

Besonders relevant:

UDP 67
UDP 68

Bei DHCP-Relay kann auch Verkehr zwischen Relay und DHCP-Server betroffen sein.

Wichtig:

DHCP im gleichen LAN nutzt Broadcast.
DHCP über Relay muss gezielt erlaubt sein.

Merksatz:

Firewall kann DHCP verhindern,
wenn UDP 67/68 blockiert wird.

DHCP und Dokumentation

DHCP sollte sauber dokumentiert werden.

Wichtige Angaben:

- Subnetz
- VLAN
- DHCP-Bereich
- Ausschlüsse
- Reservierungen
- Gateway
- DNS-Server
- Lease-Zeit
- DHCP-Relay-Adresse
- zuständiger Server

Merksatz:

Gute DHCP-Dokumentation verhindert Fehlvergaben.

Was DHCP nicht macht

DHCP macht nicht:

- Kabelverbindung herstellen
- VLAN automatisch richtig setzen
- Routing garantieren
- NAT einrichten
- DNS-Namen zwingend korrekt auflösen
- Dienste starten
- Benutzer authentifizieren
- Firewall-Regeln ersetzen

DHCP liefert Konfigurationsdaten, aber andere Netzfunktionen müssen trotzdem korrekt eingerichtet sein.

Merksatz:

DHCP vergibt Konfiguration,
garantiert aber keine vollständige Erreichbarkeit.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
DHCP-Protokoll 7
DHCP-Optionen 7 mit Schicht-3-Bezug
UDP 67 / 68 4
IP-Adresse 3
Subnetzmaske 3
Standard-Gateway 3
DNS-Server-Adresse 3 / 7-Bezug
VLAN 2
Broadcast 2 / 3-Bezug
DHCP-Relay 3 / 7-Bezug
DHCP-Snooping 2-Sicherheitsfunktion

Merksatz:

DHCP gehört zu Schicht 7,
wirkt aber stark auf Schicht 3.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Wofür steht DHCP?
- Welche Aufgabe hat DHCP?
- Warum ist DHCP sinnvoll?
- Welche Informationen kann DHCP verteilen?
- Welche Ports nutzt DHCP?
- Welches Transportprotokoll nutzt DHCP?
- Was bedeutet DORA?
- Was passiert bei DHCP Discover?
- Was passiert bei DHCP Offer?
- Was passiert bei DHCP Request?
- Was passiert bei DHCP Acknowledge?
- Was ist ein DHCP-Scope?
- Was ist eine Lease?
- Was ist eine DHCP-Reservierung?
- Was ist ein DHCP-Relay?
- Warum braucht man DHCP-Relay bei mehreren VLANs?
- Was bedeutet APIPA?
- Was ist ein Rogue-DHCP-Server?
- Warum kann ein Client eine falsche IP-Adresse bekommen?

Typische Prüfungsfallen

DHCP gehört zu Schicht 7.

DHCP nutzt UDP.

DHCP-Server nutzt UDP 67.

DHCP-Client nutzt UDP 68.

DHCP vergibt nicht nur IP-Adressen.

DHCP kann auch Gateway und DNS verteilen.

DHCP-Ablauf = DORA.

Discover sucht DHCP-Server.

Offer bietet Konfiguration an.

Request fordert Angebot an.

Acknowledge bestätigt Vergabe.

DHCP startet häufig mit Broadcast.

Router leiten Broadcasts normalerweise nicht einfach weiter.

DHCP-Relay ist für DHCP über Netzgrenzen nötig.

Falsches VLAN führt oft zu falscher DHCP-Adresse.

APIPA 169.254.x.x deutet oft auf DHCP-Problem hin.

DHCP-Erfolg heißt nicht automatisch,
dass DNS oder Internet funktionieren.

Rogue-DHCP kann falsche Konfiguration verteilen.

DHCPv6 funktioniert anders als DHCPv4.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
DHCP Dynamic Host Configuration Protocol
DHCP-Client Gerät, das Konfiguration anfordert
DHCP-Server Server, der Konfiguration vergibt
DHCP-Scope Adressbereich für DHCP
Lease zeitlich begrenzte Adressvergabe
DORA Discover, Offer, Request, Acknowledge
Discover Client sucht DHCP-Server
Offer Server bietet Konfiguration an
Request Client fordert Angebot an
Acknowledge Server bestätigt Vergabe
DHCP-Option zusätzliche Konfigurationsinformation
DHCP-Relay Weiterleitung von DHCP-Anfragen in andere Netze
IP Helper Begriff für DHCP-Relay bei manchen Herstellern
Reservierung feste IP-Zuordnung über DHCP
Ausschlussbereich Adressen, die nicht automatisch vergeben werden
APIPA automatische 169.254.x.x-Adresse bei DHCP-Problem
Rogue-DHCP unerlaubter DHCP-Server
DHCP-Snooping Schutzfunktion gegen Rogue-DHCP
DHCP-Starvation Angriff auf DHCP-Adresspool
DHCPv6 DHCP für IPv6

IHK-sichere Kurzformulierung

DHCP steht für Dynamic Host Configuration Protocol und gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells. Es dient dazu, Clients automatisch mit Netzwerkkonfigurationen zu versorgen. Dazu gehören IP-Adresse, Subnetzmaske, Standard-Gateway, DNS-Server und weitere Optionen. DHCP nutzt UDP, der Server verwendet Port 67 und der Client Port 68. Der klassische DHCP-Ablauf wird mit DORA beschrieben: Discover, Offer, Request und Acknowledge. Befindet sich der DHCP-Server in einem anderen Netz als der Client, wird ein DHCP-Relay benötigt, weil DHCP-Anfragen anfangs häufig als Broadcast gesendet werden und Router Broadcasts nicht einfach weiterleiten.


Merksätze

DHCP = Dynamic Host Configuration Protocol.

DHCP gehört zu Schicht 7.

DHCP vergibt automatische Netzwerkkonfiguration.

DHCP liefert IP-Adresse,
Subnetzmaske,
Gateway
und DNS-Server.

DHCP nutzt UDP.

DHCP-Server = UDP 67.

DHCP-Client = UDP 68.

DHCP-Ablauf = DORA.

Discover = Client sucht Server.

Offer = Server bietet Konfiguration an.

Request = Client fordert Angebot an.

Acknowledge = Server bestätigt.

DHCP startet häufig mit Broadcast.

Router leiten Broadcasts normalerweise nicht weiter.

DHCP-Relay leitet DHCP über Netzgrenzen.

DHCP-Scope = Adressbereich.

Lease = zeitlich begrenzte Vergabe.

Reservierung = feste IP per DHCP.

Ausschlussbereich = nicht automatisch vergeben.

169.254.x.x = häufig DHCP-Problem.

Falsches VLAN kann falsche DHCP-Adresse verursachen.

Rogue-DHCP = unerlaubter DHCP-Server.

DHCP-Snooping schützt vor Rogue-DHCP.

DHCPv6 ist nicht einfach DHCPv4 mit IPv6.

DHCP-Erfolg bedeutet nicht automatisch:
Internet funktioniert.

10.5 E-Mail-Protokolle: SMTP, POP3 und IMAP

E-Mail-Kommunikation gehört zur OSI-Schicht 7.

Dabei arbeiten mehrere Protokolle zusammen.

Die wichtigsten E-Mail-Protokolle sind:

- SMTP
- POP3
- IMAP

Sie haben unterschiedliche Aufgaben.

SMTP wird verwendet für:

E-Mails senden und transportieren.

POP3 und IMAP werden verwendet für:

E-Mails abrufen.

Merksatz:

SMTP sendet.
POP3 und IMAP empfangen.

Grundidee von E-Mail-Kommunikation

E-Mail ist kein einzelner einfacher Vorgang.

Beim Senden und Empfangen arbeiten mehrere Bestandteile zusammen:

- E-Mail-Client
- Mailserver
- DNS
- SMTP
- POP3 oder IMAP
- Authentifizierung
- TLS
- Spam- und Sicherheitsprüfungen

Beispiel:

Benutzer schreibt E-Mail im Mailprogramm.
Mailprogramm sendet E-Mail an Mailserver.
Mailserver transportiert E-Mail weiter.
Empfänger ruft E-Mail vom eigenen Mailserver ab.

Merksatz:

E-Mail nutzt mehrere Protokolle und Dienste zusammen.

E-Mail im OSI-Modell

E-Mail-Protokolle gehören zur Anwendungsschicht.

Thema Schicht
SMTP 7
POP3 7
IMAP 7
DNS MX-Record 7
TLS 6 mit Schicht-7-Bezug
TCP-Port 4
IP-Adresse 3

Wichtig:

Die Protokolle SMTP, POP3 und IMAP gehören zu Schicht 7.
Die zugehörigen Ports gehören zu Schicht 4.

Merksatz:

Mailprotokoll = Schicht 7.
Mailport = Schicht 4.

SMTP

SMTP steht für:

Simple Mail Transfer Protocol

SMTP wird verwendet für:

- E-Mails senden
- E-Mails zwischen Mailservern transportieren
- E-Mails an den nächsten Mailserver weitergeben

Typischer Port:

TCP 25

Weitere häufige Ports:

TCP 587
TCP 465

Merksatz:

SMTP = E-Mail senden und weiterleiten.

SMTP zwischen Mailservern

Wenn ein Mailserver eine E-Mail an eine andere Domain zustellen möchte, nutzt er SMTP.

Beispiel:

absender@firma-a.de
sendet an
empfaenger@firma-b.de

Der Mailserver von firma-a.de fragt per DNS, welcher Mailserver für firma-b.de zuständig ist.

Danach wird die E-Mail per SMTP an diesen Mailserver übertragen.

Merksatz:

Mailserver transportieren E-Mails untereinander mit SMTP.

SMTP Submission

SMTP Submission bedeutet:

Ein Mailclient übergibt eine ausgehende E-Mail an den eigenen Mailserver.

Typischer Port:

TCP 587

Dabei wird normalerweise Authentifizierung verwendet.

Beispiel:

Mailprogramm meldet sich am Mailserver an
und sendet die E-Mail über Port 587.

Merksatz:

Port 587 ist typisch für authentifiziertes Senden durch Clients.

SMTPS

SMTPS bezeichnet SMTP mit direkter TLS-Verschlüsselung.

Typischer Port:

TCP 465

Wichtig:

TCP 465 startet normalerweise direkt mit TLS.

Bei STARTTLS dagegen beginnt die Verbindung zunächst unverschlüsselt und wird dann auf TLS umgestellt.

Merksatz:

SMTPS = SMTP direkt über TLS.

SMTP-Port 25, 587 und 465 unterscheiden

Port Zweck Kurz erklärt
25 SMTP Mailserver zu Mailserver
587 Submission Client sendet authentifiziert an Mailserver
465 SMTPS SMTP direkt über TLS

Prüfungsfalle:

Port 25 ist nicht der typische Port,
über den moderne Mailclients ihre E-Mails authentifiziert einreichen.

Merksatz:

25 Servertransport,
587 Client-Abgabe,
465 SMTP über TLS.

POP3

POP3 steht für:

Post Office Protocol Version 3

POP3 wird verwendet zum:

Abrufen von E-Mails vom Mailserver.

Typischer Port:

TCP 110

Verschlüsselte Variante:

POP3S:
TCP 995

POP3 lädt E-Mails häufig vom Server herunter.

Je nach Einstellung können sie danach vom Server gelöscht werden.

Merksatz:

POP3 = E-Mails einfach abrufen.

POP3-Grundidee

POP3 ist eher einfach aufgebaut.

Typischer Ablauf:

Client verbindet sich mit Mailserver.
Client meldet sich an.
Client ruft E-Mails ab.
E-Mails werden lokal gespeichert.
E-Mails können vom Server gelöscht werden.

POP3 eignet sich weniger gut, wenn mehrere Geräte dieselbe Mailbox synchron nutzen sollen.

Merksatz:

POP3 ist einfach,
aber weniger gut für moderne Mehrgeräte-Synchronisation.

IMAP

IMAP steht für:

Internet Message Access Protocol

IMAP wird verwendet zum:

Abrufen und Verwalten von E-Mails auf dem Server.

Typischer Port:

TCP 143

Verschlüsselte Variante:

IMAPS:
TCP 993

IMAP lässt E-Mails normalerweise auf dem Server und synchronisiert den Zustand zwischen mehreren Geräten.

Merksatz:

IMAP = E-Mails auf dem Server verwalten und synchronisieren.

IMAP-Grundidee

Bei IMAP bleiben E-Mails meist auf dem Mailserver.

Der Client synchronisiert:

- Posteingang
- Ordner
- gelesen / ungelesen
- gelöscht
- verschoben
- gesendet
- Markierungen

Das ist praktisch bei mehreren Geräten.

Beispiel:

E-Mail auf dem Smartphone gelesen.
Am Notebook ist sie ebenfalls als gelesen markiert.

Merksatz:

IMAP eignet sich gut für mehrere Geräte.

POP3 und IMAP vergleichen

Merkmal POP3 IMAP
Hauptzweck E-Mails abrufen E-Mails abrufen und verwalten
Speicherort oft lokal beim Client meist auf dem Server
Synchronisation eingeschränkt gut
mehrere Geräte weniger geeignet gut geeignet
Ordnerverwaltung begrenzt umfangreicher
typischer Port TCP 110 TCP 143
verschlüsselt TCP 995 TCP 993

Merksatz:

POP3 lädt eher herunter.
IMAP synchronisiert mit dem Server.

SMTP, POP3 und IMAP direkt vergleichen

Protokoll Aufgabe typischer Port
SMTP E-Mail senden / transportieren TCP 25
Submission E-Mail vom Client einreichen TCP 587
SMTPS SMTP direkt über TLS TCP 465
POP3 E-Mail abrufen TCP 110
POP3S POP3 über TLS TCP 995
IMAP E-Mail abrufen und verwalten TCP 143
IMAPS IMAP über TLS TCP 993

Merksatz:

SMTP raus.
POP3/IMAP rein.

E-Mail-Client

Ein E-Mail-Client ist ein Programm oder eine App, mit der Benutzer E-Mails senden und empfangen.

Beispiele:

- Outlook
- Thunderbird
- Apple Mail
- Smartphone-Mail-App
- Webmail im Browser

Der Client nutzt je nach Einrichtung:

SMTP zum Senden
IMAP oder POP3 zum Empfangen

Merksatz:

Mailclient nutzt SMTP zum Senden und IMAP/POP3 zum Empfangen.

Mailserver

Ein Mailserver nimmt E-Mails an, speichert sie und leitet sie weiter.

Typische Aufgaben:

- E-Mails von Clients annehmen
- E-Mails von anderen Mailservern empfangen
- E-Mails an andere Mailserver weiterleiten
- Postfächer bereitstellen
- Spamprüfung durchführen
- Virenprüfung durchführen
- TLS und Authentifizierung nutzen

Merksatz:

Mailserver transportiert und verwaltet E-Mails.

Webmail

Webmail bedeutet:

E-Mails werden über eine Webseite genutzt.

Beispiel:

Benutzer öffnet Mailbox im Browser.

Dabei nutzt der Browser:

HTTP oder HTTPS

Der Webmail-Server selbst kann intern trotzdem mit Maildiensten, Datenbanken oder IMAP arbeiten.

Merksatz:

Webmail nutzt im Browser HTTP/HTTPS,
Mailserver dahinter nutzen Mailprotokolle.

DNS und E-Mail

DNS ist für E-Mail sehr wichtig.

Wichtige DNS-Records:

Record Zweck
MX zuständiger Mailserver einer Domain
A / AAAA IP-Adresse des Mailservers
PTR Reverse-DNS
TXT SPF, DKIM, DMARC

Ohne korrekte DNS-Einträge kann E-Mail-Zustellung scheitern.

Merksatz:

E-Mail-Zustellung hängt stark von DNS ab.

MX-Record

MX steht für:

Mail Exchanger

Ein MX-Record sagt, welcher Mailserver für eine Domain zuständig ist.

Beispiel:

firma.de
MX 10 mail.firma.de

Die Zahl ist die Priorität.

Kleinere Zahl bedeutet:

höhere Priorität

Merksatz:

MX zeigt auf zuständigen Mailserver.

Mailzustellung mit MX vereinfacht

Ablauf:

1. Absender-Mailserver erhält E-Mail an benutzer@firma.de.
2. Er fragt DNS nach MX-Record für firma.de.
3. DNS liefert zuständigen Mailserver.
4. Absender-Mailserver verbindet sich per SMTP.
5. Empfänger-Mailserver nimmt E-Mail an.
6. Empfänger ruft E-Mail per IMAP, POP3 oder Webmail ab.

Merksatz:

MX sagt,
wohin E-Mail für eine Domain geliefert werden soll.

PTR und Reverse DNS bei E-Mail

PTR-Records sind bei Mailservern wichtig.

Ein PTR-Record ordnet eine IP-Adresse einem Namen zu.

Viele empfangende Mailserver prüfen, ob der sendende Mailserver einen sinnvollen Reverse-DNS-Eintrag hat.

Fehlender oder falscher PTR kann die Zustellbarkeit verschlechtern.

Merksatz:

Reverse DNS ist bei Mailservern wichtig für Vertrauenswürdigkeit.

SPF

SPF steht für:

Sender Policy Framework

SPF wird als TXT-Record im DNS veröffentlicht.

SPF legt fest, welche Server für eine Domain E-Mails senden dürfen.

Beispiel sinngemäß:

Nur diese Mailserver dürfen E-Mails für firma.de senden.

Merksatz:

SPF sagt,
welche Server für eine Domain senden dürfen.

DKIM

DKIM steht für:

DomainKeys Identified Mail

DKIM signiert E-Mails kryptografisch.

Der öffentliche Schlüssel wird im DNS als TXT-Record veröffentlicht.

Empfangende Mailserver können prüfen:

Wurde die E-Mail wirklich passend signiert?
Wurde sie unterwegs verändert?

Merksatz:

DKIM signiert E-Mails und hilft bei Integritätsprüfung.

DMARC

DMARC steht für:

Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance

DMARC baut auf SPF und DKIM auf.

DMARC legt fest, wie Empfänger mit E-Mails umgehen sollen, wenn SPF oder DKIM nicht passen.

Mögliche Richtlinien:

- nur berichten
- Quarantäne
- ablehnen

Merksatz:

DMARC steuert den Umgang mit SPF-/DKIM-Fehlern.

SPF, DKIM und DMARC unterscheiden

Verfahren Hauptaufgabe
SPF erlaubt sendende Server
DKIM signiert E-Mails
DMARC legt Umgang mit Prüfungsfehlern fest

Merksatz:

SPF erlaubt.
DKIM signiert.
DMARC entscheidet.

STARTTLS bei E-Mail

STARTTLS bedeutet:

Eine Verbindung beginnt zunächst unverschlüsselt
und wird dann auf TLS umgestellt.

STARTTLS wird häufig bei Mailprotokollen verwendet.

Beispiele:

- SMTP
- IMAP
- POP3

Wichtig:

STARTTLS ist nicht dasselbe wie ein von Anfang an verschlüsselter eigener TLS-Port.

Merksatz:

STARTTLS startet unverschlüsselt und schaltet dann auf TLS um.

E-Mail und TLS

TLS schützt E-Mail-Verbindungen beim Transport.

Beispiele:

- SMTP mit STARTTLS
- SMTPS
- IMAPS
- POP3S

Wichtig:

TLS schützt die Verbindung zwischen zwei Kommunikationspunkten.
Das ist nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des E-Mail-Inhalts.

Merksatz:

TLS schützt die Mailverbindung,
aber nicht automatisch den Inhalt bis zum endgültigen Empfänger.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei E-Mail

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet:

Der Inhalt bleibt vom Absender bis zum Empfänger geschützt.

Beispiele:

- S/MIME
- OpenPGP

Dabei können Zwischenserver die Inhalte nicht einfach lesen.

Unterschied zu TLS:

TLS schützt die Verbindung.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt den Inhalt selbst.

Merksatz:

TLS ist Transportverschlüsselung.
S/MIME oder OpenPGP schützen den Mailinhalt Ende-zu-Ende.

E-Mail-Adresse

Eine E-Mail-Adresse besteht aus:

lokaler Teil
@
Domain

Beispiel:

felix@firma.de

Dabei ist:

felix = lokaler Teil
firma.de = Domain

Für die Domain wird per DNS der zuständige Mailserver gesucht.

Merksatz:

Rechts vom @ steht die Maildomain.

Postfach und Alias

Ein Postfach ist ein echter Speicherbereich für E-Mails.

Ein Alias ist eine zusätzliche Adresse, die auf ein Postfach oder eine Gruppe zeigen kann.

Beispiel:

Postfach:
felix@firma.de

Alias:
support@firma.de

E-Mails an support@firma.de landen im Postfach oder bei einer Gruppe.

Merksatz:

Postfach speichert.
Alias leitet zu.

Verteilergruppe

Eine Verteilergruppe sendet eine E-Mail an mehrere Empfänger weiter.

Beispiel:

it-team@firma.de

geht an:

admin1@firma.de
admin2@firma.de
support@firma.de

Merksatz:

Verteilergruppe verteilt an mehrere Empfänger.

Shared Mailbox

Eine Shared Mailbox ist ein gemeinsames Postfach.

Beispiel:

support@firma.de

Mehrere Benutzer können Zugriff haben.

Typische Nutzung:

- Support
- Info-Adresse
- Team-Postfach
- Bewerbungen
- Rechnungen

Merksatz:

Shared Mailbox = gemeinsames Postfach für mehrere Benutzer.

Postfachgröße

Ein Postfach kann eine Größenbegrenzung haben.

Wenn das Postfach voll ist, können Probleme auftreten.

Mögliche Folgen:

- neue E-Mails werden abgewiesen
- Benutzer kann nicht senden
- Synchronisation schlägt fehl
- Warnungen im Mailclient

Merksatz:

Volles Postfach kann Mailprobleme verursachen.

Spamfilter

Spamfilter prüfen eingehende E-Mails auf unerwünschte oder gefährliche Inhalte.

Kriterien können sein:

- Absenderreputation
- Inhalt
- Links
- Anhänge
- SPF
- DKIM
- DMARC
- bekannte Schadsoftware
- ungewöhnliches Verhalten

Merksatz:

Spamfilter entscheiden,
ob E-Mails zugestellt, markiert oder blockiert werden.

Quarantäne

Quarantäne bedeutet:

Eine E-Mail wird nicht direkt zugestellt,
sondern zurückgehalten.

Gründe:

- Spamverdacht
- Malwareverdacht
- gefährlicher Anhang
- Phishingverdacht
- Richtlinienverstoß

Administrator oder Benutzer können je nach System prüfen, ob die Mail freigegeben werden soll.

Merksatz:

Quarantäne hält verdächtige Mails zurück.

Phishing

Phishing ist der Versuch, Benutzer zur Preisgabe sensibler Informationen zu bringen.

Beispiele:

- gefälschte Login-Seite
- angebliche Paketbenachrichtigung
- falsche Rechnung
- gefälschte Bank-Mail
- angeblicher IT-Support

Ziel:

Zugangsdaten,
Zahlungsdaten
oder Zugriff auf Systeme

Merksatz:

Phishing täuscht Benutzer,
um Daten oder Zugriff zu erhalten.

Anhänge und Sicherheit

E-Mail-Anhänge können gefährlich sein.

Risiken:

- Schadsoftware
- Makros
- manipulierte Dokumente
- Archive mit Malware
- ausführbare Dateien
- Phishing-Dokumente

Schutzmaßnahmen:

- Anhänge prüfen
- Makros einschränken
- Antivirus
- Sandboxing
- Schulung der Benutzer
- Dateitypen filtern

Merksatz:

E-Mail-Anhänge sind ein häufiger Angriffsweg.

E-Mail-Header

E-Mail-Header enthalten technische Informationen.

Beispiele:

- Absender
- Empfänger
- Betreff
- Versandzeit
- Mailserver-Wege
- Message-ID
- SPF/DKIM/DMARC-Ergebnisse
- Received-Zeilen

Header helfen bei der Fehlersuche und Sicherheitsanalyse.

Merksatz:

Mail-Header zeigen technische Zustellinformationen.

Received-Header

Received-Header zeigen, über welche Mailserver eine E-Mail gelaufen ist.

Jeder Mailserver fügt typischerweise eine Received-Zeile hinzu.

Damit kann man den Weg einer E-Mail nachvollziehen.

Merksatz:

Received-Header zeigen den Mailtransportweg.

Bounce-Mail

Eine Bounce-Mail ist eine automatische Fehlermeldung, wenn eine E-Mail nicht zugestellt werden konnte.

Mögliche Gründe:

- Empfänger existiert nicht
- Postfach voll
- Domain existiert nicht
- Mailserver nicht erreichbar
- Nachricht wurde abgelehnt
- Spamprüfung fehlgeschlagen

Merksatz:

Bounce-Mail informiert über Zustellfehler.

NDR

NDR steht für:

Non-Delivery Report

Das ist eine Nichtzustellbarkeitsmeldung.

Sie enthält häufig:

- Fehlercode
- Grund der Ablehnung
- Zieladresse
- Zeit
- beteiligter Mailserver

Merksatz:

NDR = Meldung über nicht zugestellte E-Mail.

Typische SMTP-Fehlercodes

SMTP nutzt Antwortcodes.

Grobe Einordnung:

Bereich Bedeutung
2xx Erfolg
4xx temporärer Fehler
5xx dauerhafter Fehler

Beispiele:

Code Bedeutung
250 OK
421 Dienst nicht verfügbar
450 Mailbox vorübergehend nicht verfügbar
550 Mailbox nicht gefunden oder abgelehnt
554 Nachricht abgelehnt

Merksatz:

4xx kann später erneut versucht werden.
5xx ist meist dauerhaft.

E-Mail-Fehlersuche: Senden

Wenn E-Mail-Senden nicht funktioniert, prüft man:

- SMTP-Server korrekt?
- richtiger Port?
- Authentifizierung korrekt?
- TLS erforderlich?
- Benutzer darf senden?
- Absenderadresse erlaubt?
- DNS korrekt?
- Firewall blockiert?
- Mailserver-Logs?
- Fehlermeldung oder NDR?

Merksatz:

Beim Senden SMTP, Authentifizierung, TLS und DNS prüfen.

E-Mail-Fehlersuche: Empfangen

Wenn E-Mail-Empfang nicht funktioniert, prüft man:

- MX-Record korrekt?
- Mailserver erreichbar?
- Postfach vorhanden?
- Postfach voll?
- Spamfilter oder Quarantäne?
- POP3/IMAP erreichbar?
- Client korrekt konfiguriert?
- TLS und Anmeldung korrekt?
- Mailserver-Logs?

Merksatz:

Beim Empfangen MX, Postfach, Spamfilter und Abrufprotokoll prüfen.

Fehlerbild: Mail kommt nicht an

Mögliche Ursachen:

- falsche Empfängeradresse
- MX-Record falsch
- Mailserver nicht erreichbar
- Spamfilter blockiert
- Quarantäne
- Postfach voll
- SPF/DKIM/DMARC-Fehler
- Absender blockiert
- Domain falsch
- NDR beachten

Merksatz:

Nicht zugestellte Mail immer mit NDR und Logs prüfen.

Fehlerbild: Mail landet im Spam

Mögliche Ursachen:

- schlechter Absender-Ruf
- SPF fehlt oder falsch
- DKIM fehlt oder falsch
- DMARC fehlt oder streng
- Inhalt wirkt verdächtig
- Links sind auffällig
- Anhänge sind verdächtig
- fehlender PTR-Record
- neue oder schlecht bewertete Domain

Merksatz:

Spamprobleme oft mit DNS-Authentifizierung und Inhalt prüfen.

Fehlerbild: Mailclient kann nicht senden

Mögliche Ursachen:

- falscher SMTP-Server
- falscher Port
- Authentifizierung falsch
- TLS-Einstellung falsch
- Passwort falsch
- Benutzer darf nicht senden
- Firewall blockiert
- Provider blockiert Port 25
- Konto gesperrt

Merksatz:

Sendeprobleme am Client betreffen oft SMTP, Port, TLS und Login.

Fehlerbild: Mailclient kann nicht empfangen

Mögliche Ursachen:

- falscher IMAP- oder POP3-Server
- falscher Port
- falsches Passwort
- TLS-Einstellung falsch
- Postfach voll
- Konto gesperrt
- Firewall blockiert
- Serverdienst gestört
- Zertifikatsfehler

Merksatz:

Empfangsprobleme am Client betreffen IMAP/POP3, Port, TLS und Login.

Fehlerbild: Zertifikatswarnung im Mailclient

Mögliche Ursachen:

- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht zum Zertifikat
- falscher Mailserver eingetragen
- interne CA nicht vertraut
- Zwischenzertifikat fehlt
- falsche Systemzeit
- Proxy oder Sicherheitssoftware greift ein

Merksatz:

Mail-Zertifikatsfehler wie HTTPS-Zertifikatsfehler prüfen.

Fehlerbild: E-Mail verzögert

Mögliche Ursachen:

- Greylisting
- temporärer SMTP-Fehler
- überlasteter Mailserver
- DNS-Probleme
- Spamprüfung dauert
- Zielserver nicht erreichbar
- Warteschlange auf Mailserver
- Rate Limits

Merksatz:

Verzögerte Mail kann durch temporäre Fehler oder Warteschlangen entstehen.

Greylisting

Greylisting ist eine Anti-Spam-Technik.

Dabei lehnt der empfangende Server eine Mail zunächst temporär ab.

Ein seriöser Mailserver versucht später erneut zuzustellen.

Viele Spam-Systeme versuchen das nicht.

Merksatz:

Greylisting verzögert E-Mails absichtlich zur Spamabwehr.

Was E-Mail-Protokolle nicht machen

E-Mail-Protokolle machen nicht automatisch:

- DNS korrekt konfigurieren
- Benutzer sicher schulen
- Phishing vollständig verhindern
- Anhänge automatisch ungefährlich machen
- Postfachgrößen unbegrenzt machen
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erzwingen
- SPF/DKIM/DMARC automatisch korrekt setzen

Merksatz:

E-Mail braucht Protokolle,
DNS,
Sicherheit
und Administration zusammen.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
SMTP 7
POP3 7
IMAP 7
DNS MX 7
SPF/DKIM/DMARC 7 mit Sicherheitsbezug
TLS bei Mail 6 mit Schicht-7-Bezug
TCP-Port 25/587/465/110/143/993/995 4
IP-Adresse des Mailservers 3
MAC-Adresse 2

Merksatz:

Mailprotokolle gehören zu Schicht 7,
ihre Ports zu Schicht 4.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Welche Protokolle werden für E-Mail verwendet?
- Wofür wird SMTP genutzt?
- Wofür wird POP3 genutzt?
- Wofür wird IMAP genutzt?
- Was ist der Unterschied zwischen POP3 und IMAP?
- Welche Ports nutzen SMTP, POP3 und IMAP?
- Was ist SMTP Submission?
- Was ist STARTTLS?
- Was ist ein MX-Record?
- Warum ist DNS für E-Mail wichtig?
- Was machen SPF, DKIM und DMARC?
- Was ist ein NDR?
- Warum landet eine Mail im Spam?
- Warum ist TLS bei Mail nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Typische Prüfungsfallen

SMTP sendet E-Mails.

POP3 ruft E-Mails ab.

IMAP ruft E-Mails ab und verwaltet sie auf dem Server.

SMTP zwischen Mailservern nutzt häufig TCP 25.

SMTP Submission nutzt häufig TCP 587.

SMTPS nutzt häufig TCP 465.

POP3 nutzt TCP 110.

POP3S nutzt TCP 995.

IMAP nutzt TCP 143.

IMAPS nutzt TCP 993.

SMTP ist nicht zum Abrufen von E-Mails gedacht.

POP3 ist weniger gut für mehrere Geräte.

IMAP ist besser für Synchronisation.

MX-Record zeigt zuständigen Mailserver.

SPF erlaubt sendende Server.

DKIM signiert E-Mails.

DMARC legt Umgang mit Fehlern fest.

TLS schützt Verbindung,
aber nicht automatisch Ende-zu-Ende den Inhalt.

Mailprobleme können DNS-, TLS-, Spamfilter- oder Postfachprobleme sein.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
SMTP Protokoll zum Senden und Weiterleiten von E-Mails
POP3 Protokoll zum einfachen Abrufen von E-Mails
IMAP Protokoll zum Abrufen und Verwalten von E-Mails
Submission authentifiziertes Einreichen von E-Mails
SMTPS SMTP direkt über TLS
POP3S POP3 über TLS
IMAPS IMAP über TLS
MX DNS-Eintrag für zuständigen Mailserver
PTR Reverse-DNS-Eintrag
SPF legt erlaubte sendende Server fest
DKIM kryptografische Signatur für E-Mails
DMARC Richtlinie für SPF-/DKIM-Auswertung
STARTTLS Umschalten auf TLS innerhalb einer Verbindung
S/MIME Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Signatur für E-Mail
OpenPGP Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für E-Mail
Postfach Speicherbereich für E-Mails
Alias zusätzliche Adresse für ein Postfach
Shared Mailbox gemeinsames Postfach
Spamfilter Filter gegen unerwünschte E-Mails
Quarantäne zurückgehaltene verdächtige E-Mail
NDR Nichtzustellbarkeitsmeldung
Bounce automatische Fehlermeldung bei Zustellproblem

IHK-sichere Kurzformulierung

E-Mail-Kommunikation gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells und nutzt mehrere Protokolle. SMTP dient dem Senden und Weiterleiten von E-Mails, POP3 und IMAP dienen dem Abrufen von E-Mails. POP3 lädt E-Mails eher einfach ab, während IMAP E-Mails auf dem Server verwaltet und zwischen mehreren Geräten synchronisiert. DNS ist für E-Mail wichtig, insbesondere durch MX-Records für zuständige Mailserver sowie TXT-Records für SPF, DKIM und DMARC. TLS kann Mailverbindungen schützen, ist aber nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Mailinhalts.


Merksätze

E-Mail gehört zu Schicht 7.

SMTP sendet E-Mails.

POP3 ruft E-Mails ab.

IMAP ruft E-Mails ab und verwaltet sie.

SMTP = Simple Mail Transfer Protocol.

POP3 = Post Office Protocol Version 3.

IMAP = Internet Message Access Protocol.

SMTP Port 25 = Mailserver zu Mailserver.

Submission Port 587 = Client sendet authentifiziert.

SMTPS Port 465 = SMTP direkt über TLS.

POP3 Port 110 = Abruf unverschlüsselt.

POP3S Port 995 = POP3 über TLS.

IMAP Port 143 = Abruf und Verwaltung.

IMAPS Port 993 = IMAP über TLS.

MX = zuständiger Mailserver.

PTR = Reverse DNS.

SPF sagt,
wer senden darf.

DKIM signiert E-Mails.

DMARC legt Umgang mit Prüfungsfehlern fest.

POP3 lädt eher herunter.

IMAP synchronisiert besser.

STARTTLS schaltet auf TLS um.

TLS schützt Mailverbindung,
aber nicht automatisch Ende-zu-Ende den Inhalt.

S/MIME und OpenPGP schützen Inhalte Ende-zu-Ende.

NDR = Nichtzustellbarkeitsmeldung.

Mailprobleme mit DNS,
Ports,
TLS,
Authentifizierung,
Spamfilter
und Logs prüfen.

10.6 Datei- und Freigabeprotokolle: FTP, SFTP, FTPS und SMB

Datei- und Freigabeprotokolle gehören zur OSI-Schicht 7.

Sie werden genutzt, um Dateien über ein Netzwerk bereitzustellen, zu übertragen oder gemeinsam zu verwenden.

Wichtige Protokolle sind:

- FTP
- SFTP
- FTPS
- SMB

Diese Protokolle haben unterschiedliche Aufgaben und Sicherheitsmerkmale.

Merksatz:

Dateiübertragung und Dateifreigaben gehören zur Anwendungsschicht.

Grundidee von Dateiübertragung

Bei der Dateiübertragung werden Dateien von einem System zu einem anderen übertragen.

Beispiele:

- Datei auf Server hochladen
- Datei von Server herunterladen
- Backup übertragen
- Konfigurationsdatei kopieren
- Webseite auf Webserver hochladen
- Dokumente zwischen Systemen austauschen

Dabei muss geregelt werden:

- wer zugreifen darf
- welche Dateien übertragen werden
- ob verschlüsselt wird
- welcher Port genutzt wird
- ob nur Dateiübertragung oder echte Freigabe gewünscht ist

Merksatz:

Dateiübertragung bedeutet:
Dateien gezielt zwischen Systemen bewegen.

Grundidee von Dateifreigaben

Eine Dateifreigabe stellt Dateien im Netzwerk bereit.

Dabei sieht ein Benutzer oder Client einen Ordner auf einem entfernten System.

Beispiele:

- Netzlaufwerk im Unternehmen
- gemeinsamer Projektordner
- Druckerfreigabe
- zentrale Dateiablage
- Home-Laufwerk eines Benutzers
- NAS-Freigabe

Typisch hierfür ist:

SMB

Merksatz:

Dateifreigabe bedeutet:
Dateien werden im Netzwerk gemeinsam bereitgestellt.

Dateiübertragung und Dateifreigabe unterscheiden

Thema Dateiübertragung Dateifreigabe
Grundidee Datei von A nach B kopieren Ordner im Netzwerk gemeinsam nutzen
typische Protokolle FTP, SFTP, FTPS SMB
Nutzung Upload, Download, Transfer Netzlaufwerk, Freigabe, gemeinsames Arbeiten
Zugriff meist gezielte Übertragung fortlaufender Zugriff auf entfernte Dateien
Beispiel Datei auf Server hochladen Laufwerk \\server\share öffnen

Merksatz:

FTP/SFTP/FTPS übertragen Dateien.
SMB stellt Freigaben bereit.

Einordnung im OSI-Modell

Thema Schicht
FTP 7
SFTP 7, nutzt SSH
FTPS 7, nutzt TLS
SMB 7
TCP-Port 4
IP-Adresse 3
MAC-Adresse 2
TLS 6 mit Schicht-7-Bezug
SSH 7 mit Sicherheitsbezug

Merksatz:

Protokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.

FTP

FTP steht für:

File Transfer Protocol

FTP dient zur Dateiübertragung.

Typischer Port:

TCP 21

FTP wird klassisch verwendet für:

- Dateien hochladen
- Dateien herunterladen
- Verzeichnisse auflisten
- Dateien löschen oder umbenennen
- einfache Server-Dateiverwaltung

Wichtig:

Klassisches FTP ist unverschlüsselt.

Merksatz:

FTP = Dateiübertragung über TCP 21,
aber klassisch unverschlüsselt.

FTP ist unverschlüsselt

Klassisches FTP überträgt Daten unverschlüsselt.

Das betrifft besonders:

- Benutzername
- Passwort
- Befehle
- Dateiinhalte

Wenn jemand den Netzwerkverkehr mitlesen kann, können sensible Informationen sichtbar werden.

Deshalb sollte klassisches FTP heute möglichst vermieden werden.

Merksatz:

FTP ohne Schutz ist unsicher.

FTP-Steuerverbindung und Datenverbindung

FTP arbeitet mit zwei Verbindungsarten:

Steuerverbindung
Datenverbindung

Steuerverbindung:

Befehle und Anmeldung

Datenverbindung:

Dateiinhalt und Verzeichnislisten

Typisch:

TCP 21 für Steuerverbindung

Die Datenverbindung hängt vom Modus ab.

Merksatz:

FTP nutzt Steuerverbindung und Datenverbindung.

Aktiver FTP-Modus

Beim aktiven FTP-Modus baut der Server eine Datenverbindung zurück zum Client auf.

Problem:

Firewalls und NAT können das erschweren,
weil der Server von außen zum Client verbinden möchte.

Typische Schwierigkeit:

Client sitzt hinter NAT oder Firewall.

Merksatz:

Aktives FTP kann mit NAT und Firewalls Probleme machen.

Passiver FTP-Modus

Beim passiven FTP-Modus baut der Client beide Verbindungen zum Server auf.

Das ist heute häufig praktischer, weil Clients oft hinter NAT oder Firewalls sitzen.

Der Server teilt dem Client einen Datenport mit, zu dem der Client sich verbindet.

Wichtig:

Die passiven Portbereiche müssen auf Firewall und Server korrekt erlaubt sein.

Merksatz:

Passives FTP ist NAT-freundlicher,
braucht aber passende Firewall-Regeln.

FTP und Firewall-Probleme

FTP kann bei Firewalls schwieriger sein als einfache Protokolle.

Warum?

FTP nutzt nicht nur eine einzelne Verbindung.

Typische Fehler:

- Login funktioniert,
  aber Verzeichnisliste lädt nicht

- Verbindung funktioniert,
  aber Dateiübertragung schlägt fehl

- passiver Portbereich nicht freigegeben

- NAT übersetzt falsche Adresse

Merksatz:

Bei FTP müssen Steuer- und Datenverbindung funktionieren.

SFTP

SFTP steht für:

SSH File Transfer Protocol

SFTP ist Dateiübertragung über SSH.

Typischer Port:

TCP 22

SFTP ist nicht dasselbe wie FTP.

SFTP nutzt SSH als sichere Grundlage.

Dadurch werden Anmeldung und Daten verschlüsselt übertragen.

Merksatz:

SFTP = Dateiübertragung über SSH.

SFTP und SSH

SFTP läuft über SSH.

SSH bietet:

- Verschlüsselung
- Authentifizierung
- sichere Verbindung
- Zugriff über Benutzerkonto oder Schlüssel

SFTP nutzt diese sichere Verbindung, um Dateien zu übertragen.

Typische Nutzung:

- Serveradministration
- Datei-Upload auf Server
- sichere Dateiübertragung
- Automatisierung mit Schlüsseln

Merksatz:

Wer SFTP nutzt,
nutzt technisch SSH als Grundlage.

SFTP ist nicht FTP über TLS

Ein häufiger Fehler ist:

SFTP = sicheres FTP

Besser:

SFTP ist ein eigenes Protokoll über SSH.

Es ist nicht:

klassisches FTP mit Verschlüsselung

Das wäre eher:

FTPS

Merksatz:

SFTP ist nicht FTPS.

FTPS

FTPS bedeutet:

FTP mit TLS-Schutz

FTPS basiert auf FTP, nutzt aber TLS zur Verschlüsselung.

Es gibt zwei typische Varianten:

explizites FTPS
implizites FTPS

Merksatz:

FTPS = FTP mit TLS.

Explizites FTPS

Explizites FTPS startet zunächst auf dem klassischen FTP-Port.

Typischer Port:

TCP 21

Dann wird mit einem Befehl auf TLS umgestellt.

Das ist ähnlich zur Idee von STARTTLS.

Merksatz:

Explizites FTPS startet auf TCP 21
und schaltet auf TLS um.

Implizites FTPS

Implizites FTPS startet direkt mit TLS.

Typischer Port:

TCP 990

Dabei wird von Beginn an verschlüsselt kommuniziert.

Merksatz:

Implizites FTPS nutzt typischerweise TCP 990.

SFTP und FTPS vergleichen

Merkmal SFTP FTPS
Grundlage SSH FTP + TLS
typischer Port TCP 22 TCP 21 oder TCP 990
Protokollfamilie SSH-basiert FTP-basiert
Verschlüsselung durch SSH durch TLS
Firewall-Aufwand meist einfacher oft aufwendiger wegen FTP-Datenkanälen
nicht verwechseln mit FTPS SFTP

Merksatz:

SFTP = SSH.
FTPS = FTP mit TLS.

FTP, SFTP und FTPS vergleichen

Protokoll Verschlüsselung typischer Port Kurzidee
FTP nein TCP 21 klassische Dateiübertragung
SFTP ja, SSH TCP 22 Dateiübertragung über SSH
FTPS explizit ja, TLS TCP 21 FTP startet und schaltet auf TLS
FTPS implizit ja, TLS TCP 990 FTP direkt über TLS

Merksatz:

FTP unverschlüsselt.
SFTP über SSH.
FTPS über TLS.

SMB

SMB steht für:

Server Message Block

SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben verwendet.

Typischer Port:

TCP 445

Typische Nutzung:

- Windows-Dateifreigaben
- Netzlaufwerke
- Druckerfreigaben
- zentrale Dateiablagen
- Zugriff auf NAS-Freigaben
- Freigaben in Unternehmensnetzen

Merksatz:

SMB = Datei- und Druckerfreigaben im Netzwerk.

SMB-Freigabe

Eine SMB-Freigabe ist ein freigegebener Ordner im Netzwerk.

Beispiel Windows-Schreibweise:

\\server01\daten

Dabei ist:

server01 = Servername
daten = Freigabename

Benutzer können diese Freigabe als Netzlaufwerk verbinden.

Merksatz:

SMB-Freigabe = Netzwerkordner.

UNC-Pfad

UNC steht für:

Universal Naming Convention

Ein UNC-Pfad beschreibt eine Netzwerkfreigabe.

Beispiel:

\\server01\freigabe\ordner\datei.txt

Bestandteile:

Servername
Freigabename
Pfad innerhalb der Freigabe

Merksatz:

UNC-Pfad zeigt auf eine Netzwerkfreigabe.

Netzlaufwerk

Ein Netzlaufwerk ist eine eingebundene Netzwerkfreigabe.

Beispiel:

Laufwerk Z:
zeigt auf
\\server01\projekte

Vorteil:

Benutzer kann die Freigabe wie ein Laufwerk verwenden.

Merksatz:

Netzlaufwerk = eingebundene SMB-Freigabe.

SMB und Berechtigungen

Bei SMB gibt es meist zwei Berechtigungsebenen:

Freigabeberechtigungen
Dateisystemberechtigungen

In Windows-Umgebungen sind Dateisystemberechtigungen oft NTFS-Berechtigungen.

Wichtig:

Es gilt am Ende die wirksam einschränkendere Berechtigung.

Merksatz:

SMB-Zugriff hängt von Freigabe- und Dateisystemrechten ab.

Freigabeberechtigungen

Freigabeberechtigungen gelten auf Ebene der Netzwerkfreigabe.

Beispiele:

Lesen
Ändern
Vollzugriff

Sie steuern, was Benutzer über die Freigabe grundsätzlich dürfen.

Merksatz:

Freigaberechte gelten am Netzwerkzugriffspunkt.

Dateisystemberechtigungen

Dateisystemberechtigungen gelten auf dem Dateisystem selbst.

Beispiele:

Lesen
Schreiben
Ändern
Löschen
Ausführen
Vollzugriff

Sie gelten oft auch lokal auf dem Server, nicht nur über das Netzwerk.

Merksatz:

Dateisystemrechte schützen Dateien und Ordner direkt.

Effektive Berechtigung

Wenn Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammenkommen, zählt die effektiv erlaubte Berechtigung.

Beispiel:

Freigabe:
Vollzugriff

Dateisystem:
Lesen

Ergebnis:

Benutzer kann nur lesen.

Merksatz:

Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.

Gruppen statt Einzelbenutzer

In Unternehmensnetzen vergibt man Rechte möglichst über Gruppen.

Beispiel:

Gruppe:
Projekt_A_Lesen

Gruppe:
Projekt_A_Aendern

Benutzer werden in Gruppen aufgenommen, statt direkt auf einzelne Ordner berechtigt zu werden.

Vorteile:

- bessere Übersicht
- einfachere Verwaltung
- weniger Fehler
- leichteres Entfernen von Rechten

Merksatz:

Berechtigungen über Gruppen vergeben.

Least Privilege

Least Privilege bedeutet:

Benutzer erhalten nur die Rechte,
die sie wirklich benötigen.

Beispiel:

Praktikant braucht Leserechte,
aber keine Löschrechte.

Dieses Prinzip reduziert Sicherheitsrisiken.

Merksatz:

Nur so viele Rechte wie nötig,
so wenige wie möglich.

SMB und Active Directory

In Windows-Umgebungen wird SMB häufig mit Active Directory kombiniert.

Active Directory liefert:

Benutzerkonten
Gruppen
Authentifizierung
Richtlinien

SMB nutzt diese Informationen, um Freigabezugriffe zu erlauben oder abzulehnen.

Merksatz:

SMB-Freigaben nutzen oft AD-Benutzer und Gruppen.

SMB und DNS

SMB-Zugriff nutzt häufig Servernamen.

Beispiel:

\\fileserver01\projekte

Dafür muss Namensauflösung funktionieren.

Mögliche Namensauflösung:

- DNS
- lokale Namensauflösung
- ältere NetBIOS-Mechanismen

In modernen Netzwerken ist DNS besonders wichtig.

Merksatz:

SMB-Probleme können DNS-Probleme sein.

SMB-Versionen

Es gibt verschiedene SMB-Versionen.

Wichtig:

SMBv1 ist veraltet und unsicher.

Moderne Systeme sollten SMBv2 oder SMBv3 verwenden.

SMBv3 unterstützt unter anderem bessere Sicherheitsfunktionen und kann Verschlüsselung unterstützen.

Merksatz:

SMBv1 vermeiden.
SMBv2 oder SMBv3 verwenden.

SMB und Sicherheit

SMB sollte sorgfältig abgesichert werden.

Wichtige Punkte:

- SMBv1 deaktivieren
- Zugriff nur intern oder über VPN
- keine SMB-Freigaben direkt ins Internet öffnen
- Berechtigungen sauber setzen
- Gruppen verwenden
- Protokollierung aktivieren
- Updates einspielen
- Gastzugriff vermeiden
- starke Authentifizierung nutzen

Merksatz:

SMB gehört nicht ungeschützt ins Internet.

SMB und Druckerfreigaben

SMB kann auch für Druckerfreigaben verwendet werden.

Beispiel:

\\printserver01\drucker01

Clients verbinden sich mit der Freigabe und senden Druckaufträge an den Druckserver.

Merksatz:

SMB kann Dateien und Drucker freigeben.

FTP oder SMB?

Anwendungsfall eher passend
einzelne Datei auf Server hochladen SFTP oder FTPS
Webseite per Dateiübertragung aktualisieren SFTP
gemeinsames Netzlaufwerk im Unternehmen SMB
NAS-Freigabe im LAN SMB
automatisierter sicherer Dateitransfer SFTP
klassische unverschlüsselte Übertragung FTP vermeiden

Merksatz:

SMB für Freigaben.
SFTP/FTPS für Dateiübertragung.

Sicherheit: FTP vermeiden

Klassisches FTP sollte möglichst vermieden werden, weil es unverschlüsselt ist.

Bessere Alternativen:

- SFTP
- FTPS
- HTTPS-Upload
- VPN plus interne Freigabe
- sichere Cloud- oder Filesharing-Lösung

Merksatz:

FTP ohne Verschlüsselung ist nicht mehr zeitgemäß.

Sicherheit: SFTP bevorzugen

SFTP ist oft eine gute Wahl für sichere Dateiübertragung.

Vorteile:

- nur ein typischer Port
- SSH-Verschlüsselung
- Schlüsselbasierte Anmeldung möglich
- gut automatisierbar
- häufig auf Servern verfügbar

Merksatz:

SFTP ist für sichere Dateiübertragung oft einfacher als FTPS.

Dateiübertragung und Datenschutz

Bei Dateiübertragung können sensible Daten betroffen sein.

Beispiele:

- Kundendaten
- Rechnungen
- Bewerbungen
- personenbezogene Daten
- Zugangsdaten
- interne Dokumente
- Backups

Deshalb wichtig:

- verschlüsselte Übertragung
- Zugriffsschutz
- Protokollierung
- Berechtigungskonzept
- Aufbewahrungsregeln
- sichere Löschung bei Bedarf

Merksatz:

Dateiübertragung muss Datenschutz und Zugriffsschutz beachten.

Fehlerbild: FTP-Login geht, Dateiübertragung nicht

Mögliche Ursachen:

- passiver Portbereich nicht freigegeben
- aktiver Modus scheitert an NAT
- Firewall blockiert Datenverbindung
- Server gibt falsche externe IP aus
- TLS-Modus passt nicht
- Berechtigungen fehlen

Merksatz:

Bei FTP kann Login funktionieren,
obwohl Datenübertragung scheitert.

Fehlerbild: SFTP-Verbindung scheitert

Mögliche Ursachen:

- SSH-Dienst läuft nicht
- TCP 22 blockiert
- falscher Benutzer
- falscher Schlüssel
- Passwortlogin deaktiviert
- Benutzer hat keine SFTP-Berechtigung
- falscher Hostname
- Firewall blockiert
- Host-Key-Warnung

Merksatz:

SFTP-Probleme wie SSH-Probleme prüfen.

Fehlerbild: FTPS-Zertifikatsfehler

Mögliche Ursachen:

- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht zum Zertifikat
- CA nicht vertrauenswürdig
- Zwischenzertifikat fehlt
- Client unterstützt TLS-Version nicht
- falscher FTPS-Modus

Merksatz:

FTPS-Zertifikatsfehler wie TLS-Probleme prüfen.

Fehlerbild: SMB-Freigabe nicht erreichbar

Mögliche Ursachen:

- Servername wird nicht aufgelöst
- TCP 445 blockiert
- Serverdienst läuft nicht
- Firewall blockiert SMB
- falscher Freigabename
- Benutzer hat keine Rechte
- falsche Domänenanmeldung
- SMB-Version nicht kompatibel
- Netzwerkprofil blockiert Freigaben

Merksatz:

SMB-Probleme mit DNS,
TCP 445,
Dienst
und Berechtigungen prüfen.

Fehlerbild: Zugriff verweigert bei SMB

Mögliche Ursachen:

- Benutzer nicht berechtigt
- Gruppe fehlt
- Freigabeberechtigung zu streng
- NTFS-Berechtigung zu streng
- Vererbung falsch
- falsches Konto verwendet
- gespeicherte alte Anmeldedaten
- Datei durch anderen Prozess gesperrt

Merksatz:

Zugriff verweigert heißt oft:
Berechtigungen oder Anmeldung prüfen.

Fehlerbild: Netzlaufwerk verbindet nicht

Mögliche Ursachen:

- Server nicht erreichbar
- DNS-Name falsch
- Freigabe existiert nicht
- Benutzer nicht berechtigt
- falsche gespeicherte Zugangsdaten
- VPN nicht verbunden
- SMB-Port blockiert
- Offline-Dateien oder Cache-Problem
- Gruppenrichtlinie greift nicht

Merksatz:

Netzlaufwerkprobleme mit Pfad,
DNS,
Port,
Anmeldung
und Rechten prüfen.

Fehlerbild: Datei lässt sich nicht speichern

Mögliche Ursachen:

- keine Schreibrechte
- Speicherplatz voll
- Quota erreicht
- Datei gesperrt
- Pfad zu lang
- Dateiname ungültig
- Netzwerkunterbrechung
- Synchronisationsproblem
- Antivirus blockiert

Merksatz:

Speichern auf Freigaben braucht Rechte,
Platz
und stabile Verbindung.

Fehlerbild: Datei ist gesperrt

Eine Datei kann durch einen Benutzer oder Prozess gesperrt sein.

Mögliche Ursachen:

- Datei ist geöffnet
- Anwendung hält Sperre
- vorherige Sitzung nicht sauber beendet
- Synchronisationsdienst greift zu
- Backup oder Antivirus scannt Datei

Merksatz:

Dateisperren verhindern gleichzeitige unsichere Änderungen.

Fehlersuche bei Datei- und Freigabeproblemen

Eine sinnvolle Reihenfolge:

1. Name oder IP erreichbar?
2. Richtiger Port erreichbar?
3. Richtiger Dienst läuft?
4. Richtiges Protokoll verwendet?
5. Authentifizierung korrekt?
6. Berechtigungen korrekt?
7. Verschlüsselung oder Zertifikat korrekt?
8. Firewall oder NAT im Weg?
9. Serverlogs prüfen.
10. Clientlogs oder Fehlermeldung prüfen.

Merksatz:

Erst Verbindung,
dann Protokoll,
dann Anmeldung,
dann Rechte.

Nützliche Prüfpunkte

Prüffrage Bedeutung
Ist der Server erreichbar? Schicht 3 prüfen
Ist der Port erreichbar? Schicht 4 prüfen
Läuft der Dienst? Schicht 7 prüfen
Stimmt der Benutzer? Authentifizierung prüfen
Hat der Benutzer Rechte? Autorisierung prüfen
Ist die Verbindung verschlüsselt? Sicherheit prüfen
Gibt es Logs? Ursache genauer finden

Merksatz:

Datei-Probleme sauber nach Schichten eingrenzen.

Was Datei- und Freigabeprotokolle nicht machen

Sie machen nicht automatisch:

- Benutzer korrekt berechtigen
- Daten verschlüsselt speichern
- Backups erstellen
- Malware verhindern
- Datenschutz automatisch erfüllen
- Versionierung bereitstellen
- Konflikte automatisch sinnvoll lösen
- defekte Dateien reparieren

Merksatz:

Dateiübertragung ersetzt kein Berechtigungs-,
Backup-
oder Sicherheitskonzept.

Typische Ports

Protokoll Port Hinweis
FTP TCP 21 Steuerverbindung
SFTP TCP 22 über SSH
FTPS explizit TCP 21 FTP mit TLS-Umschaltung
FTPS implizit TCP 990 direkt TLS
SMB TCP 445 Datei- und Druckerfreigaben

Merksatz:

FTP 21,
SFTP 22,
FTPS 990,
SMB 445.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
FTP 7
SFTP 7
FTPS 7 mit TLS-Bezug
SMB 7
TLS bei FTPS 6
SSH bei SFTP 7 mit Sicherheitsbezug
TCP-Port 21 / 22 / 445 / 990 4
IP-Adresse des Servers 3
DNS-Name des Servers 7
SMB-Berechtigungen 7 / Betriebssystembezug

Merksatz:

Datei- und Freigabeprotokolle sind Schicht 7,
nutzen aber Schicht 4-Ports.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Wofür wird FTP genutzt?
- Warum ist klassisches FTP unsicher?
- Was ist der Unterschied zwischen FTP, SFTP und FTPS?
- Welcher Port wird typischerweise für SFTP genutzt?
- Was ist SMB?
- Wofür wird SMB verwendet?
- Welcher Port wird für SMB verwendet?
- Was ist eine SMB-Freigabe?
- Was ist ein UNC-Pfad?
- Was ist der Unterschied zwischen Dateiübertragung und Dateifreigabe?
- Warum sollte SMB nicht direkt ins Internet geöffnet werden?
- Warum kann FTP trotz erfolgreichem Login bei der Dateiübertragung scheitern?
- Welche Rolle spielen Berechtigungen bei SMB?
- Warum sollte man Berechtigungen über Gruppen vergeben?

Typische Prüfungsfallen

FTP ist klassisch unverschlüsselt.

FTP nutzt typischerweise TCP 21.

FTP kann Steuer- und Datenverbindung nutzen.

FTP kann mit NAT und Firewall schwierig sein.

SFTP ist Dateiübertragung über SSH.

SFTP nutzt typischerweise TCP 22.

SFTP ist nicht FTPS.

FTPS ist FTP mit TLS.

Implizites FTPS nutzt häufig TCP 990.

SMB nutzt typischerweise TCP 445.

SMB ist für Datei- und Druckerfreigaben.

SMBv1 ist veraltet und unsicher.

UNC-Pfad sieht aus wie `\\server\freigabe`.

Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen beachten.

Strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.

Berechtigungen möglichst über Gruppen vergeben.

SMB gehört nicht ungeschützt ins Internet.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
FTP klassisches Dateiübertragungsprotokoll
SFTP Dateiübertragung über SSH
FTPS FTP mit TLS
SMB Datei- und Druckerfreigabeprotokoll
Steuerverbindung FTP-Verbindung für Befehle
Datenverbindung FTP-Verbindung für Dateiinhalt
aktiver FTP-Modus Server baut Datenverbindung zum Client auf
passiver FTP-Modus Client baut Datenverbindung zum Server auf
SMB-Freigabe freigegebener Netzwerkordner
UNC-Pfad Pfad zu einer Netzwerkfreigabe
Netzlaufwerk eingebundene Netzwerkfreigabe
Freigabeberechtigung Recht auf Netzwerkfreigabeebene
Dateisystemberechtigung Recht auf Datei- oder Ordnerebene
effektive Berechtigung tatsächlich wirkendes Recht
Least Privilege nur notwendige Rechte vergeben
SMBv1 veraltete unsichere SMB-Version

IHK-sichere Kurzformulierung

FTP, SFTP, FTPS und SMB sind Protokolle der Anwendungsschicht. FTP dient der klassischen Dateiübertragung, ist ohne Zusatzschutz jedoch unverschlüsselt und nutzt typischerweise TCP-Port 21. SFTP ist Dateiübertragung über SSH und nutzt typischerweise TCP-Port 22. FTPS ist FTP mit TLS-Schutz und nutzt je nach Variante TCP-Port 21 oder 990. SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben verwendet und nutzt typischerweise TCP-Port 445. Bei SMB sind Freigabeberechtigungen und Dateisystemberechtigungen zu unterscheiden. Moderne Systeme sollten SMBv1 vermeiden und SMB-Freigaben nicht ungeschützt aus dem Internet erreichbar machen.


Merksätze

Dateiübertragung und Freigaben gehören zu Schicht 7.

FTP = File Transfer Protocol.

FTP nutzt typischerweise TCP 21.

FTP ist klassisch unverschlüsselt.

FTP nutzt Steuer- und Datenverbindung.

Passives FTP ist NAT-freundlicher.

SFTP = SSH File Transfer Protocol.

SFTP nutzt typischerweise TCP 22.

SFTP ist Dateiübertragung über SSH.

FTPS = FTP mit TLS.

FTPS ist nicht SFTP.

Implizites FTPS nutzt häufig TCP 990.

SMB = Server Message Block.

SMB nutzt typischerweise TCP 445.

SMB = Datei- und Druckerfreigaben.

SMB-Freigabe = Netzwerkordner.

UNC-Pfad = `\\server\freigabe`.

Netzlaufwerk = eingebundene Freigabe.

Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen prüfen.

Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.

Rechte möglichst über Gruppen vergeben.

Least Privilege beachten.

SMBv1 vermeiden.

SMB nicht ungeschützt ins Internet öffnen.

Datei-Probleme mit DNS,
Port,
Dienst,
Anmeldung
und Berechtigungen prüfen.

10.7 Verzeichnisdienste, Netzwerkmanagement und Zeitdienste: LDAP, SNMP und NTP

LDAP, SNMP und NTP gehören zur OSI-Schicht 7.

Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben in Netzwerken:

LDAP:
Verzeichnisdienste abfragen und verwalten

SNMP:
Netzwerkgeräte überwachen und verwalten

NTP:
Uhrzeit synchronisieren

Diese Dienste sind besonders in Unternehmensnetzwerken wichtig.

Merksatz:

LDAP verwaltet Verzeichnisinformationen.
SNMP überwacht Geräte.
NTP synchronisiert Zeit.

Grundidee

In Netzwerken müssen nicht nur Daten übertragen werden.

Es müssen auch Dienste bereitstehen für:

- Benutzerinformationen
- Gruppen
- Geräteinformationen
- zentrale Anmeldung
- Monitoring
- Zustandsabfragen
- Zeitabgleich
- Protokollierung
- Authentifizierung

LDAP, SNMP und NTP unterstützen genau solche Verwaltungsaufgaben.

Merksatz:

Schicht 7 enthält viele Verwaltungs- und Infrastrukturprotokolle.

Einordnung im OSI-Modell

Thema Schicht
LDAP 7
SNMP 7
NTP 7
TCP-/UDP-Port 4
IP-Adresse 3
TLS bei LDAPS 6 mit Schicht-7-Bezug
Benutzer- und Gruppendaten 7 / Verzeichnisdienst
Monitoringdaten 7 / Managementdienst

Merksatz:

Dienstprotokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.

LDAP

LDAP steht für:

Lightweight Directory Access Protocol

LDAP dient dazu, Informationen aus einem Verzeichnisdienst abzufragen oder zu verwalten.

Typische Informationen:

- Benutzer
- Gruppen
- Computer
- Organisationseinheiten
- E-Mail-Adressen
- Telefonnummern
- Rollen
- Berechtigungsbezüge

Merksatz:

LDAP = Zugriff auf Verzeichnisdienste.

Was ist ein Verzeichnisdienst?

Ein Verzeichnisdienst speichert strukturierte Informationen über Objekte in einer Organisation.

Beispiele für Objekte:

- Benutzerkonto
- Gruppe
- Computer
- Drucker
- Dienstkonto
- Kontakt
- Organisationseinheit

Der Verzeichnisdienst ermöglicht zentrale Verwaltung.

Merksatz:

Verzeichnisdienst = zentrale Datenbank für Identitäten und Objekte.

Typische Verzeichnisdienste

Typische Verzeichnisdienste sind:

- Microsoft Active Directory
- OpenLDAP
- FreeIPA
- Samba AD
- cloudbasierte Identitätsdienste mit LDAP-Anbindung

Besonders wichtig im FISI-Umfeld ist:

Active Directory

Merksatz:

Active Directory ist ein sehr verbreiteter Verzeichnisdienst.

LDAP und Active Directory

Active Directory nutzt LDAP für viele Abfragen.

Beispiele:

Benutzer anmelden
Gruppenmitgliedschaften prüfen
Benutzerobjekte suchen
Computerobjekte verwalten
Verzeichnisinformationen abfragen

Wichtig:

Active Directory besteht nicht nur aus LDAP.
Es nutzt auch DNS, Kerberos, Gruppenrichtlinien und weitere Dienste.

Merksatz:

LDAP ist ein wichtiger Teil von Active Directory,
aber nicht das ganze Active Directory.

LDAP-Ports

Wichtige LDAP-Ports:

Dienst Protokoll Port
LDAP TCP / UDP 389
LDAPS TCP 636

LDAP über Port 389 kann zusätzlich mit STARTTLS abgesichert werden.

LDAPS nutzt direkt TLS.

Merksatz:

LDAP = 389.
LDAPS = 636.

LDAP und LDAPS unterscheiden

Begriff Bedeutung
LDAP Verzeichniszugriff, klassisch Port 389
LDAPS LDAP über TLS, klassisch Port 636
LDAP mit STARTTLS startet auf 389 und schaltet auf TLS um

Wichtig:

Für Anmeldedaten und sensible Informationen sollte verschlüsselte Kommunikation genutzt werden.

Merksatz:

LDAPS schützt LDAP-Kommunikation mit TLS.

LDAP-Baumstruktur

LDAP-Daten sind hierarchisch organisiert.

Man kann sich das wie einen Baum vorstellen.

Beispiel:

Firma
├── Benutzer
├── Gruppen
├── Computer
└── Drucker

Jedes Objekt hat eine Position im Verzeichnisbaum.

Merksatz:

LDAP ist hierarchisch aufgebaut.

Distinguished Name

Ein Distinguished Name beschreibt die eindeutige Position eines Objekts im LDAP-Verzeichnis.

Kurz:

DN

Beispiel:

CN=Felix Ulrich,OU=Benutzer,DC=firma,DC=local

Bedeutung:

CN = Common Name
OU = Organizational Unit
DC = Domain Component

Merksatz:

DN = eindeutiger LDAP-Pfad eines Objekts.

Common Name

CN steht für:

Common Name

CN bezeichnet häufig den Namen eines Objekts.

Beispiel:

CN=Felix Ulrich

Merksatz:

CN = Name eines LDAP-Objekts.

Organizational Unit

OU steht für:

Organizational Unit

Eine OU ist eine Organisationseinheit.

Beispiel:

OU=Benutzer
OU=Computer
OU=Berlin
OU=Ausbildung

OUs helfen, Objekte zu strukturieren und zu verwalten.

Merksatz:

OU = Organisationseinheit im Verzeichnis.

Domain Component

DC steht für:

Domain Component

DC bildet Teile des Domänennamens ab.

Beispiel:

firma.local

wird zu:

DC=firma,DC=local

Merksatz:

DC bildet den Domänennamen im LDAP-Pfad ab.

LDAP-Attribute

LDAP-Objekte haben Attribute.

Beispiele für Benutzerattribute:

- cn
- givenName
- sn
- mail
- telephoneNumber
- memberOf
- userPrincipalName
- sAMAccountName

Diese Attribute beschreiben das Objekt genauer.

Merksatz:

LDAP-Attribute speichern Eigenschaften eines Objekts.

LDAP-Suche

Eine LDAP-Suche fragt Objekte aus dem Verzeichnis ab.

Typische Suchfragen:

Gibt es diesen Benutzer?
Welche Gruppen hat der Benutzer?
Welche E-Mail-Adresse hat der Benutzer?
Welche Computer gehören zu einer OU?
Welche Benutzer sind deaktiviert?

Merksatz:

LDAP-Suche findet Objekte und Attribute im Verzeichnis.

LDAP-Filter

LDAP-Filter grenzen Suchergebnisse ein.

Beispiel sinngemäß:

Suche Benutzer mit bestimmtem Namen.

Oder:

Suche alle Benutzer in einer bestimmten Gruppe.

Filter sind wichtig, damit Abfragen gezielt und effizient sind.

Merksatz:

LDAP-Filter bestimmen,
welche Objekte gesucht werden.

Bind

Bind bedeutet bei LDAP:

Anmeldung oder Authentifizierung am Verzeichnisdienst.

Ein Client verbindet sich mit dem LDAP-Server und authentifiziert sich.

Mögliche Varianten:

- anonym
- Benutzername und Passwort
- Dienstkonto
- Kerberos in AD-Umgebungen

Merksatz:

LDAP Bind = Anmeldung am Verzeichnisdienst.

LDAP und Authentifizierung

Viele Anwendungen nutzen LDAP, um Benutzer gegen ein zentrales Verzeichnis zu prüfen.

Beispiel:

Benutzer meldet sich an Anwendung an.
Anwendung prüft Benutzer über LDAP.
LDAP bestätigt oder lehnt ab.
Anwendung prüft zusätzlich Gruppen oder Rollen.

Merksatz:

LDAP kann zentrale Anmeldung und Gruppenprüfung unterstützen.

LDAP und Autorisierung

LDAP kann Gruppeninformationen liefern.

Beispiel:

Benutzer ist Mitglied der Gruppe:
IT-Admins

Eine Anwendung kann daraus ableiten:

Benutzer darf Adminbereich öffnen.

Wichtig:

LDAP liefert Informationen.
Die Anwendung entscheidet oft,
welche Rechte daraus entstehen.

Merksatz:

LDAP liefert Identitäts- und Gruppeninformationen.

Typische LDAP-Fehler

Typische Fehler sind:

- falscher LDAP-Server
- falscher Port
- DNS-Name nicht auflösbar
- falscher Bind-Benutzer
- falsches Passwort
- Benutzer nicht gefunden
- falscher Base-DN
- falscher Suchfilter
- TLS-Zertifikatsfehler bei LDAPS
- Firewall blockiert Port 389 oder 636

Merksatz:

LDAP-Fehler betreffen oft Server,
Port,
Bind,
Base-DN
oder Zertifikat.

Fehlerbild: Anmeldung über LDAP funktioniert nicht

Mögliche Ursachen:

- Benutzername falsch
- Passwort falsch
- Benutzerkonto gesperrt
- LDAP-Server nicht erreichbar
- falscher LDAP-Port
- falscher Base-DN
- falscher Suchfilter
- Gruppe fehlt
- LDAPS-Zertifikat ungültig
- Anwendung nutzt falsches Dienstkonto

Merksatz:

LDAP-Anmeldefehler mit Konto,
Server,
Suche
und Gruppen prüfen.

SNMP

SNMP steht für:

Simple Network Management Protocol

SNMP wird zur Überwachung und Verwaltung von Netzwerkgeräten genutzt.

Typische Geräte:

- Switches
- Router
- Firewalls
- Drucker
- Server
- USV-Anlagen
- Access Points
- NAS-Systeme

Merksatz:

SNMP = Netzwerkgeräte überwachen und verwalten.

Was kann man mit SNMP abfragen?

Mit SNMP kann man viele Geräteinformationen abfragen.

Beispiele:

- Gerätename
- Uptime
- CPU-Auslastung
- RAM-Auslastung
- Interface-Status
- Traffic pro Port
- Fehlerzähler
- Temperatur
- Tonerstand
- Lüfterstatus
- Seriennummer

Merksatz:

SNMP liefert Messwerte und Zustandsinformationen.

SNMP-Manager und SNMP-Agent

Bei SNMP gibt es meist:

SNMP-Manager
SNMP-Agent

SNMP-Manager:

Monitoring-System,
das Werte abfragt.

SNMP-Agent:

Dienst auf dem überwachten Gerät,
der Informationen bereitstellt.

Beispiel:

Monitoring-Server fragt Switch ab.
Switch-Agent liefert Interface-Daten.

Merksatz:

Manager fragt.
Agent antwortet.

SNMP-Ports

Wichtige SNMP-Ports:

Funktion Protokoll Port
SNMP-Abfragen UDP 161
SNMP-Traps UDP 162

Merksatz:

SNMP-Abfrage = UDP 161.
SNMP-Trap = UDP 162.

SNMP-Abfrage

Bei einer SNMP-Abfrage fragt der Manager gezielt einen Wert ab.

Beispiel:

Wie hoch ist die CPU-Auslastung?
Ist Port 5 am Switch aktiv?
Wie viele Fehler gab es auf Interface 1?

Der Agent antwortet mit dem passenden Wert.

Merksatz:

SNMP-Abfrage = Manager fragt Gerät nach Wert.

SNMP-Trap

Ein SNMP-Trap ist eine Meldung, die ein Gerät von sich aus an den Manager sendet.

Beispiele:

Merksatz:

Trap = Gerät meldet Ereignis selbstständig.

MIB

MIB steht für:

Management Information Base

Die MIB beschreibt, welche Informationen ein Gerät per SNMP bereitstellt.

Sie enthält eine strukturierte Sammlung von verwaltbaren Objekten.

Merksatz:

MIB beschreibt verfügbare SNMP-Informationen.

OID

OID steht für:

Object Identifier

Eine OID ist eine eindeutige Nummer für einen bestimmten SNMP-Wert.

Beispiel sinngemäß:

OID für Gerätenamen
OID für Interface-Traffic
OID für CPU-Auslastung

Merksatz:

OID = eindeutige Kennung eines SNMP-Werts.

SNMP-Versionen

Wichtige SNMP-Versionen:

Version Kurzinfo
SNMPv1 alt, einfach
SNMPv2c verbreitet, Community-String
SNMPv3 sicherer mit Authentifizierung und Verschlüsselung

Für moderne Umgebungen ist SNMPv3 vorzuziehen.

Merksatz:

SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.

Community-String

Bei SNMPv1 und SNMPv2c wird ein Community-String verwendet.

Er wirkt wie ein einfaches Passwort.

Beispiele:

public
private

Problem:

Community-Strings werden bei alten SNMP-Versionen nicht sicher geschützt.

Merksatz:

Community-String ist kein starker Schutz.

SNMPv3

SNMPv3 bietet bessere Sicherheitsfunktionen.

Dazu gehören:

- Authentifizierung
- Verschlüsselung
- Benutzerkonzept
- Integritätsschutz

Damit ist SNMPv3 deutlich sicherer als ältere Varianten.

Merksatz:

SNMPv3 für sichere Überwachung bevorzugen.

SNMP und Monitoring

Monitoring-Systeme nutzen SNMP, um Geräte regelmäßig abzufragen.

Beispiele für Monitoring:

- Ist Gerät erreichbar?
- Ist ein Port down?
- Wie hoch ist die Auslastung?
- Gibt es Fehler auf Interfaces?
- Wird Speicher knapp?
- Gibt es Temperaturprobleme?

Merksatz:

SNMP ist wichtig für Netzwerkmonitoring.

Typische SNMP-Fehler

Typische Fehler sind:

- SNMP-Agent deaktiviert
- falsche SNMP-Version
- falscher Community-String
- falsche SNMPv3-Zugangsdaten
- Firewall blockiert UDP 161 oder 162
- Monitoring-Server nicht erlaubt
- Gerät unterstützt OID nicht
- MIB fehlt im Monitoring-System
- ACL auf Gerät blockiert Zugriff

Merksatz:

SNMP-Fehler betreffen oft Version,
Zugangsdaten,
Firewall
oder OID.

Fehlerbild: Monitoring zeigt Gerät als down

Mögliche Ursachen:

- Gerät wirklich offline
- IP-Adresse falsch
- DNS falsch
- ICMP blockiert
- SNMP-Agent aus
- Firewall blockiert
- falsche SNMP-Zugangsdaten
- falsche SNMP-Version
- Monitoring fragt falsche Schnittstelle

Merksatz:

Monitoring-Fehler erst mit Erreichbarkeit und SNMP prüfen.

NTP

NTP steht für:

Network Time Protocol

NTP dient zur Zeitsynchronisation von Systemen.

Typischer Port:

UDP 123

Korrekte Zeit ist in IT-Systemen sehr wichtig.

Merksatz:

NTP = Zeitsynchronisation über Netzwerk.

Warum ist korrekte Zeit wichtig?

Korrekte Zeit wird benötigt für:

- Zertifikate
- Kerberos
- Active Directory
- Logs
- Fehlersuche
- Backup-Zeitpunkte
- Monitoring
- Dateisynchronisation
- Datenbanktransaktionen
- Sicherheitsereignisse

Schon wenige Minuten Abweichung können Probleme verursachen.

Merksatz:

Falsche Uhrzeit kann viele IT-Probleme verursachen.

NTP-Client und NTP-Server

Bei NTP gibt es:

NTP-Client
NTP-Server

NTP-Client:

fragt Zeit ab.

NTP-Server:

liefert Zeitinformationen.

In Unternehmen synchronisieren Clients oft gegen interne Zeitserver.

Merksatz:

NTP-Client fragt Zeit vom NTP-Server ab.

NTP-Stratum

NTP nutzt sogenannte Stratum-Werte.

Sie beschreiben die Entfernung zur ursprünglichen Zeitquelle.

Beispiel:

Stratum 0:
direkte Zeitquelle, zum Beispiel Atomuhr oder GPS

Stratum 1:
Server direkt an Stratum-0-Quelle

Stratum 2:
Server synchronisiert von Stratum 1

Je kleiner der Stratum-Wert, desto näher an der ursprünglichen Zeitquelle.

Merksatz:

Stratum beschreibt die Nähe zur Zeitquelle.

NTP und Active Directory

In Active-Directory-Umgebungen ist Zeit besonders wichtig.

Grund:

Kerberos ist empfindlich gegenüber Zeitabweichungen.

Wenn Client und Domänencontroller zu stark unterschiedliche Zeiten haben, kann Anmeldung fehlschlagen.

Merksatz:

AD und Kerberos brauchen korrekte Zeit.

NTP und Zertifikate

Zertifikate haben Gültigkeitszeiträume.

Wenn die Systemzeit falsch ist, kann ein eigentlich gültiges Zertifikat als ungültig erscheinen.

Beispiel:

Client-Uhr geht ein Jahr falsch.
Browser meldet Zertifikatsfehler.

Merksatz:

Falsche Uhrzeit kann Zertifikatswarnungen verursachen.

NTP und Logs

Logs sind nur sinnvoll, wenn Zeitstempel stimmen.

Bei Fehlersuche muss man Ereignisse zeitlich zusammenbringen können.

Beispiele:

Firewall-Log
Server-Log
Anwendungslog
Authentifizierungslog

Wenn Systeme unterschiedliche Uhrzeiten haben, wird die Analyse erschwert.

Merksatz:

Ohne korrekte Zeit sind Logs schwer auswertbar.

NTP und Sicherheit

NTP sollte sicher und sinnvoll konfiguriert werden.

Wichtige Punkte:

- vertrauenswürdige Zeitquellen nutzen
- interne Zeitserver verwenden
- keine unnötig offenen NTP-Server betreiben
- Firewall-Regeln kontrollieren
- Zeitabweichungen überwachen
- Manipulation vermeiden

Merksatz:

Zeit ist sicherheitsrelevant.

Typische NTP-Fehler

Typische Fehler sind:

- NTP-Server nicht erreichbar
- UDP 123 blockiert
- falscher Zeitserver eingetragen
- große Zeitabweichung
- falsche Zeitzone
- Systemzeit driftet
- virtuelle Maschinen synchronisieren falsch
- mehrere Zeitquellen widersprechen sich
- DNS-Name des Zeitservers nicht auflösbar

Merksatz:

NTP-Fehler betreffen Zeitserver,
UDP 123,
DNS
oder Systemkonfiguration.

Fehlerbild: Zertifikate wirken ungültig

Mögliche Ursache:

Systemzeit ist falsch.

Prüfung:

Datum prüfen.
Uhrzeit prüfen.
Zeitzone prüfen.
NTP-Status prüfen.
Zeitquelle prüfen.

Merksatz:

Bei vielen Zertifikatsfehlern auch Uhrzeit prüfen.

Fehlerbild: Anmeldung an Domäne schlägt fehl

Mögliche Ursache:

Zeitabweichung zwischen Client und Domänencontroller.

Besonders relevant:

Kerberos

Prüfung:

Clientzeit prüfen.
Domänencontrollerzeit prüfen.
NTP-Konfiguration prüfen.
Zeitzone prüfen.

Merksatz:

Domänenanmeldung braucht passende Zeit.

Fehlerbild: Logs passen zeitlich nicht zusammen

Mögliche Ursachen:

- falsche Systemzeit
- falsche Zeitzone
- NTP gestört
- Zeitquelle falsch
- Sommerzeitproblem
- Container oder VM nutzt falsche Zeitbasis

Merksatz:

Log-Auswertung braucht synchronisierte Zeit.

LDAP, SNMP und NTP vergleichen

Protokoll Hauptaufgabe typischer Port
LDAP Verzeichnisdienstzugriff TCP/UDP 389
LDAPS LDAP über TLS TCP 636
SNMP Netzwerkmanagement UDP 161
SNMP-Trap Ereignismeldung UDP 162
NTP Zeitsynchronisation UDP 123

Merksatz:

LDAP 389/636,
SNMP 161/162,
NTP 123.

Sicherheitsvergleich

Protokoll Sicherheitsaspekt
LDAP Anmeldedaten schützen, LDAPS oder STARTTLS nutzen
SNMP SNMPv3 bevorzugen, Community-Strings schützen
NTP vertrauenswürdige Zeitquellen und Zugriffsbeschränkung
LDAPS Zertifikate korrekt prüfen
SNMPv1/v2c möglichst vermeiden oder stark einschränken

Merksatz:

Infrastrukturprotokolle müssen ebenfalls abgesichert werden.

Fehlersuche allgemein

Eine sinnvolle Reihenfolge:

1. Namensauflösung prüfen.
2. IP-Erreichbarkeit prüfen.
3. Port prüfen.
4. Dienst läuft?
5. Zugangsdaten korrekt?
6. Verschlüsselung oder Zertifikat korrekt?
7. Berechtigungen korrekt?
8. Logs prüfen.

Merksatz:

Auch Verwaltungsdienste nach Schichten prüfen.

Was LDAP, SNMP und NTP nicht machen

LDAP macht nicht automatisch:

Berechtigungen in jeder Anwendung korrekt.

SNMP macht nicht automatisch:

Fehlerbehebung,
sondern liefert Informationen.

NTP macht nicht automatisch:

Zeitzonenlogik oder Zertifikatsverwaltung korrekt.

Alle drei Dienste brauchen korrekte Konfiguration und passende Sicherheit.

Merksatz:

Infrastrukturprotokolle unterstützen Administration,
ersetzen aber keine saubere Konfiguration.

Einordnung in typische Unternehmensnetze

In Unternehmen sieht man häufig:

LDAP / AD:
zentrale Benutzer und Gruppen

SNMP:
Monitoring von Switches, Routern und Servern

NTP:
einheitliche Zeit für Clients, Server und Logs

Diese Dienste sind nicht immer sichtbar für Benutzer, aber wichtig für stabilen Betrieb.

Merksatz:

LDAP, SNMP und NTP sind Grundlagen für Betrieb und Verwaltung.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Wofür steht LDAP?
- Wofür wird LDAP verwendet?
- Was ist ein Verzeichnisdienst?
- Was ist LDAPS?
- Welche Ports nutzen LDAP und LDAPS?
- Was ist ein Distinguished Name?
- Was ist ein LDAP Bind?
- Wofür steht SNMP?
- Wofür wird SNMP verwendet?
- Was sind SNMP-Manager und SNMP-Agent?
- Was ist ein SNMP-Trap?
- Welche Ports nutzt SNMP?
- Warum ist SNMPv3 sicherer?
- Wofür steht NTP?
- Warum ist korrekte Zeit wichtig?
- Welche Probleme können durch falsche Uhrzeit entstehen?

Typische Prüfungsfallen

LDAP gehört zu Schicht 7.

LDAP ist nicht das gesamte Active Directory.

LDAP nutzt typischerweise Port 389.

LDAPS nutzt typischerweise Port 636.

DN ist der eindeutige LDAP-Pfad.

Bind bedeutet LDAP-Anmeldung.

SNMP gehört zu Schicht 7.

SNMP nutzt UDP.

SNMP-Abfragen nutzen UDP 161.

SNMP-Traps nutzen UDP 162.

SNMPv1/v2c mit Community-String sind unsicherer.

SNMPv3 ist sicherer.

NTP gehört zu Schicht 7.

NTP nutzt UDP 123.

Falsche Zeit kann Zertifikatsfehler verursachen.

Falsche Zeit kann Kerberos-Probleme verursachen.

Logs brauchen synchronisierte Zeit.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
LDAP Protokoll für Verzeichnisdienste
LDAPS LDAP über TLS
Verzeichnisdienst zentrale Verwaltung von Identitäten und Objekten
Active Directory verbreiteter Microsoft-Verzeichnisdienst
DN eindeutiger LDAP-Pfad
CN Common Name eines Objekts
OU Organisationseinheit
DC Domain Component
Attribut Eigenschaft eines LDAP-Objekts
Bind Anmeldung am LDAP-Server
SNMP Protokoll für Netzwerkmanagement
SNMP-Manager fragt Gerätewerte ab
SNMP-Agent liefert Gerätewerte
Trap Gerät sendet Ereignis selbstständig
MIB Beschreibung verfügbarer SNMP-Werte
OID eindeutige Kennung eines SNMP-Werts
Community-String einfacher Zugriffstext bei SNMPv1/v2c
SNMPv3 sicherere SNMP-Version
NTP Protokoll zur Zeitsynchronisation
Stratum Nähe zur Zeitquelle
Zeitserver Server, der Uhrzeit bereitstellt

IHK-sichere Kurzformulierung

LDAP, SNMP und NTP sind Protokolle der Anwendungsschicht. LDAP steht für Lightweight Directory Access Protocol und dient dem Zugriff auf Verzeichnisdienste wie Active Directory. Es wird zum Suchen und Verwalten von Benutzern, Gruppen und anderen Objekten verwendet. SNMP steht für Simple Network Management Protocol und wird zur Überwachung von Netzwerkgeräten genutzt. Dabei fragt ein SNMP-Manager Werte von einem SNMP-Agenten ab oder empfängt Traps. NTP steht für Network Time Protocol und synchronisiert die Uhrzeit von Systemen. Korrekte Zeit ist wichtig für Zertifikate, Kerberos, Logs und Fehlersuche.


Merksätze

LDAP = Lightweight Directory Access Protocol.

LDAP gehört zu Schicht 7.

LDAP greift auf Verzeichnisdienste zu.

Active Directory nutzt LDAP,
ist aber mehr als LDAP.

LDAP = Port 389.

LDAPS = Port 636.

DN = eindeutiger LDAP-Pfad.

Bind = Anmeldung am LDAP-Server.

SNMP = Simple Network Management Protocol.

SNMP gehört zu Schicht 7.

SNMP überwacht Netzwerkgeräte.

SNMP-Manager fragt.

SNMP-Agent antwortet.

SNMP-Abfrage = UDP 161.

SNMP-Trap = UDP 162.

MIB beschreibt verfügbare Werte.

OID kennzeichnet einen SNMP-Wert.

SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.

NTP = Network Time Protocol.

NTP gehört zu Schicht 7.

NTP nutzt UDP 123.

NTP synchronisiert Uhrzeit.

Korrekte Zeit ist wichtig für Zertifikate.

Korrekte Zeit ist wichtig für Kerberos.

Korrekte Zeit ist wichtig für Logs.

Infrastrukturprotokolle müssen ebenfalls abgesichert werden.

10.8 Remotezugriff und Fernadministration: SSH, RDP und Telnet

Remotezugriff gehört zur OSI-Schicht 7.

Remotezugriff bedeutet:

Ein Benutzer oder Administrator greift aus der Ferne auf ein anderes System zu.

Typische Protokolle sind:

- SSH
- RDP
- Telnet

Sie dienen dazu, entfernte Systeme zu bedienen, zu verwalten oder zu konfigurieren.

Merksatz:

Remotezugriff = entfernte Systeme über das Netzwerk bedienen.

Grundidee von Remotezugriff

Bei Remotezugriff sitzt der Benutzer nicht direkt vor dem Zielsystem.

Stattdessen erfolgt der Zugriff über das Netzwerk.

Beispiele:

Administrator verbindet sich per SSH auf einen Linux-Server.
Benutzer verbindet sich per RDP auf einen Windows-Rechner.
Techniker greift auf eine Firewall-Konsole zu.
Support meldet sich auf einem Terminalserver an.
Ein Server wird aus der Ferne konfiguriert.

Merksatz:

Remotezugriff ermöglicht Administration ohne direkten physischen Zugriff.

Remotezugriff im OSI-Modell

Remotezugriffsprotokolle gehören zur Anwendungsschicht.

Thema Schicht
SSH 7
RDP 7
Telnet 7
TCP-Port 4
IP-Adresse 3
Verschlüsselung 6 / Sicherheitsbezug
Benutzeranmeldung 7 / Authentifizierung

Wichtig:

SSH, RDP und Telnet sind Anwendungsschicht-Protokolle.
Die verwendeten Ports gehören zur Transportschicht.

Merksatz:

Protokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.

SSH

SSH steht für:

Secure Shell

SSH wird für sicheren Fernzugriff auf Kommandozeilen verwendet.

Typischer Port:

TCP 22

SSH wird häufig genutzt bei:

- Linux-Servern
- Netzwerkgeräten
- Firewalls
- NAS-Systemen
- Routern
- Switches
- Automatisierung
- Dateiübertragung über SFTP

Merksatz:

SSH = sicherer Fernzugriff auf die Shell.

Warum ist SSH wichtig?

SSH ermöglicht sichere Administration über ein Netzwerk.

SSH bietet:

- verschlüsselte Verbindung
- Authentifizierung
- Integritätsschutz
- sichere Befehlsausführung
- sichere Dateiübertragung über SFTP
- Portweiterleitungen und Tunnel

Im Gegensatz zu Telnet überträgt SSH Daten nicht einfach im Klartext.

Merksatz:

SSH schützt Fernadministration durch Verschlüsselung.

SSH-Verbindung vereinfacht

Ablauf vereinfacht:

1. Client verbindet sich mit Server auf TCP 22.
2. Server präsentiert seinen Host-Key.
3. Client prüft den Host-Key.
4. Verschlüsselung wird ausgehandelt.
5. Benutzer authentifiziert sich.
6. Shell oder Dienst wird bereitgestellt.

Merksatz:

SSH prüft Server,
verschlüsselt Verbindung
und authentifiziert Benutzer.

SSH-Client und SSH-Server

SSH-Client:

Programm, das die Verbindung startet.

SSH-Server:

Dienst auf dem Zielsystem,
der SSH-Verbindungen annimmt.

Beispiele:

Client:
Terminal, PuTTY, OpenSSH-Client

Server:
OpenSSH-Server auf Linux,
SSH-Dienst auf Netzwerkgerät

Merksatz:

SSH-Client verbindet sich zum SSH-Server.

SSH-Host-Key

Der SSH-Host-Key identifiziert den SSH-Server.

Beim ersten Verbindungsaufbau speichert der Client häufig den Host-Key.

Bei späteren Verbindungen prüft der Client:

Ist es derselbe Server wie vorher?

Wenn sich der Host-Key plötzlich ändert, erscheint eine Warnung.

Mögliche Ursachen:

- Server wurde neu installiert
- Host-Key wurde geändert
- DNS zeigt auf anderen Server
- IP-Adresse wurde neu vergeben
- möglicher Man-in-the-Middle-Angriff

Merksatz:

SSH-Host-Key schützt vor unbemerktem Serverwechsel.

SSH-Authentifizierung mit Passwort

Bei Passwortauthentifizierung meldet sich der Benutzer mit Benutzername und Passwort an.

Vorteil:

einfach einzurichten

Nachteile:

- anfällig gegen schwache Passwörter
- Brute-Force-Angriffe möglich
- Passwort kann bei schlechter Verwaltung kompromittiert werden

Merksatz:

Passwortlogin ist einfach,
aber stärker abzusichern.

SSH-Authentifizierung mit Schlüssel

Bei Schlüsselanmeldung wird ein Schlüsselpaar verwendet.

Es besteht aus:

privatem Schlüssel
öffentlichem Schlüssel

Der öffentliche Schlüssel liegt auf dem Server.

Der private Schlüssel bleibt beim Benutzer.

Wichtig:

Der private Schlüssel darf nicht weitergegeben werden.

Merksatz:

SSH-Schlüssel bestehen aus öffentlichem und privatem Schlüssel.

Vorteile von SSH-Schlüsseln

SSH-Schlüssel haben mehrere Vorteile:

- keine Passwortübertragung
- gut für Automatisierung
- stärker als einfache Passwörter
- Zugriff kann pro Schlüssel verwaltet werden
- private Schlüssel können zusätzlich mit Passphrase geschützt werden

Merksatz:

SSH-Schlüssel sind für sichere Administration sehr wichtig.

SSH-Passphrase

Eine Passphrase schützt den privaten SSH-Schlüssel.

Wenn jemand die Schlüsseldatei kopiert, kann er sie ohne Passphrase nicht sofort verwenden.

Merksatz:

Passphrase schützt den privaten Schlüssel zusätzlich.

SSH-Agent

Ein SSH-Agent kann private Schlüssel temporär im Speicher verwalten.

Vorteil:

Benutzer muss die Passphrase nicht bei jeder Verbindung neu eingeben.

Wichtig:

SSH-Agent-Weiterleitung muss vorsichtig verwendet werden,
weil sie Sicherheitsrisiken erzeugen kann.

Merksatz:

SSH-Agent erleichtert Schlüsselanmeldung,
muss aber sicher genutzt werden.

Root-Login über SSH

Direkter Root-Login über SSH sollte in vielen Umgebungen deaktiviert werden.

Besser:

normaler Benutzer meldet sich an
und nutzt bei Bedarf sudo oder administrative Rechte.

Vorteile:

- bessere Nachvollziehbarkeit
- weniger Risiko bei Brute-Force-Angriffen
- gezieltere Rechtevergabe

Merksatz:

Direktes Root-Login möglichst vermeiden.

SSH und SFTP

SFTP steht für:

SSH File Transfer Protocol

SFTP nutzt SSH als Grundlage.

Typischer Port:

TCP 22

SFTP ist nicht FTP mit Verschlüsselung, sondern ein eigenes Dateiübertragungsprotokoll über SSH.

Merksatz:

SFTP läuft über SSH.

SSH-Tunnel

Mit SSH können Tunnel aufgebaut werden.

Ein SSH-Tunnel leitet Netzwerkverkehr sicher durch eine SSH-Verbindung.

Typische Nutzung:

- internen Dienst sicher erreichen
- temporäre Portweiterleitung
- Administration über abgesicherte Verbindung
- Zugriff auf Datenbank oder Webdienst über SSH

Merksatz:

SSH-Tunnel leitet Verkehr verschlüsselt weiter.

SSH-Portforwarding

SSH-Portforwarding bedeutet:

Ein lokaler oder entfernter Port wird über SSH weitergeleitet.

Beispiel sinngemäß:

lokaler Port 8080
→ durch SSH
→ interner Webdienst auf Server

Das kann nützlich sein, muss aber kontrolliert werden, weil dadurch Sicherheitsgrenzen umgangen werden können.

Merksatz:

SSH-Portforwarding kann hilfreich,
aber sicherheitskritisch sein.

SSH-Sicherheitsmaßnahmen

Wichtige Maßnahmen:

- starke Passwörter oder Schlüssel verwenden
- Root-Login deaktivieren
- Passwortlogin nach Möglichkeit einschränken
- nur notwendige Benutzer erlauben
- Firewall-Regeln setzen
- Zugriff per VPN begrenzen
- Fail2ban oder ähnliche Schutzmechanismen nutzen
- Logs prüfen
- alte Schlüssel entfernen
- Schlüssel mit Passphrase schützen

Merksatz:

SSH muss trotz Verschlüsselung sauber abgesichert werden.

Typische SSH-Fehler

Typische Fehler sind:

- TCP 22 blockiert
- SSH-Dienst läuft nicht
- falscher Hostname
- falsche IP-Adresse
- falscher Benutzername
- falsches Passwort
- falscher privater Schlüssel
- Rechte auf Schlüsseldatei falsch
- Benutzer nicht erlaubt
- Host-Key-Warnung
- Firewall blockiert Zugriff

Merksatz:

SSH-Fehler mit Port,
Dienst,
Benutzer,
Schlüssel
und Firewall prüfen.

Fehlerbild: SSH-Verbindung Timeout

Mögliche Ursachen:

- Zielhost nicht erreichbar
- TCP 22 durch Firewall blockiert
- Routingproblem
- falsche IP-Adresse
- SSH-Dienst lauscht auf anderem Port
- NAT oder Portweiterleitung falsch
- Server offline

Merksatz:

SSH-Timeout deutet oft auf Netzwerk,
Firewall
oder falschen Port hin.

Fehlerbild: SSH Connection Refused

Connection refused bedeutet:

Zielsystem ist erreichbar,
aber der Dienst auf dem Zielport nimmt keine Verbindung an.

Mögliche Ursachen:

- SSH-Dienst läuft nicht
- SSH lauscht nicht auf diesem Port
- Port falsch
- Dienst nur auf bestimmter IP gebunden
- lokale Firewall lehnt aktiv ab

Merksatz:

Connection refused heißt:
Host erreichbar,
Dienst nimmt nicht an.

Fehlerbild: SSH Permission Denied

Permission denied bedeutet:

Anmeldung wurde abgelehnt.

Mögliche Ursachen:

- falscher Benutzer
- falsches Passwort
- falscher Schlüssel
- öffentlicher Schlüssel fehlt auf Server
- Benutzer darf sich nicht anmelden
- Konto gesperrt
- Schlüsselrechte falsch
- Loginmethode deaktiviert

Merksatz:

Permission denied = Authentifizierung oder Berechtigung prüfen.

Fehlerbild: SSH Host-Key-Warnung

Eine Host-Key-Warnung bedeutet:

Der Server-Schlüssel passt nicht zu dem,
was der Client gespeichert hat.

Mögliche Ursachen:

- Server neu installiert
- anderer Server unter gleicher IP
- DNS zeigt auf anderes Ziel
- Load Balancer oder Proxy
- möglicher Angriff

Wichtig:

Warnung nicht blind ignorieren.

Merksatz:

Host-Key-Warnung immer prüfen.

RDP

RDP steht für:

Remote Desktop Protocol

RDP wird für grafischen Fernzugriff verwendet.

Typischer Port:

TCP 3389

RDP ist besonders verbreitet bei Windows-Systemen.

Typische Nutzung:

- Windows-Server administrieren
- Terminalserver nutzen
- Remote-Arbeitsplatz
- grafische Programme aus der Ferne bedienen

Merksatz:

RDP = grafischer Fernzugriff.

RDP-Grundidee

Bei RDP wird eine grafische Sitzung über das Netzwerk übertragen.

Der Benutzer sieht:

Desktop
Fenster
Programme
Mauszeiger
Tastatureingaben

Die Anwendung läuft auf dem entfernten System.

Der Benutzer bedient sie aus der Ferne.

Merksatz:

RDP überträgt eine entfernte Benutzeroberfläche.

RDP-Client und RDP-Server

RDP-Client:

startet die Verbindung

RDP-Server:

nimmt Remote-Desktop-Verbindungen an

Beispiel:

Benutzer startet Remote Desktop Client.
Client verbindet sich zu Windows-Server.
Server zeigt grafische Sitzung.

Merksatz:

RDP-Client verbindet sich zum RDP-Server.

RDP und Benutzeranmeldung

Für RDP wird normalerweise ein Benutzerkonto benötigt.

Dabei können relevant sein:

- Benutzername
- Passwort
- Domänenkonto
- lokale Benutzergruppe
- Remote-Desktop-Berechtigung
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Richtlinien

Nicht jeder Benutzer darf sich automatisch per RDP anmelden.

Merksatz:

RDP braucht Anmeldung und passende Berechtigung.

RDP und Sicherheit

RDP sollte besonders sorgfältig abgesichert werden.

Warum?

RDP ist ein beliebtes Ziel für Angriffe,
besonders wenn es direkt aus dem Internet erreichbar ist.

Risiken:

- Brute-Force-Angriffe
- gestohlene Zugangsdaten
- ungepatchte Schwachstellen
- Ransomware-Angriffe
- unberechtigter Zugriff

Merksatz:

RDP niemals leichtfertig ins Internet öffnen.

RDP sicher betreiben

Sinnvolle Maßnahmen:

- Zugriff nur über VPN
- Remote Desktop Gateway nutzen
- starke Passwörter
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Network Level Authentication aktivieren
- Firewall-Regeln einschränken
- nur notwendige Benutzer erlauben
- Logs überwachen
- Systeme aktuell halten
- Kontosperrungsrichtlinien nutzen

Merksatz:

RDP nur geschützt und kontrolliert bereitstellen.

Network Level Authentication

Network Level Authentication wird kurz genannt:

NLA

NLA verlangt, dass sich der Benutzer bereits vor dem vollständigen Aufbau der grafischen Sitzung authentifiziert.

Vorteil:

weniger Angriffsfläche
bessere Absicherung vor unerwünschten Sitzungsaufbauten

Merksatz:

NLA verbessert die Sicherheit bei RDP.

Remote Desktop Gateway

Ein Remote Desktop Gateway stellt RDP nicht direkt offen bereit, sondern vermittelt den Zugriff über einen Gateway-Dienst.

Vorteile:

- zentraler Zugriffspunkt
- bessere Kontrolle
- Authentifizierung
- Protokollierung
- Zugriff über HTTPS möglich
- weniger direkte RDP-Exposition

Merksatz:

RD Gateway schützt und bündelt RDP-Zugriffe.

RDP und VPN

Ein VPN kann verwendet werden, damit RDP nur intern erreichbar ist.

Ablauf:

Benutzer baut VPN auf.
Benutzer greift per RDP auf internes System zu.

Vorteil:

RDP-Port muss nicht direkt öffentlich erreichbar sein.

Merksatz:

RDP besser über VPN als direkt aus dem Internet.

Typische RDP-Fehler

Typische Fehler sind:

- TCP 3389 blockiert
- Remote Desktop deaktiviert
- Benutzer nicht berechtigt
- falsches Passwort
- Konto gesperrt
- NLA-Problem
- Lizenzproblem bei Terminalserver
- Firewall blockiert
- DNS-Name falsch
- Zielsystem ausgeschaltet
- maximale Sitzungsanzahl erreicht

Merksatz:

RDP-Fehler mit Erreichbarkeit,
Dienst,
Anmeldung
und Berechtigung prüfen.

Fehlerbild: RDP verbindet nicht

Mögliche Ursachen:

- Zielsystem offline
- falscher Hostname
- DNS falsch
- TCP 3389 blockiert
- Remote Desktop nicht aktiviert
- Firewall blockiert
- VPN nicht verbunden
- NAT oder Portweiterleitung falsch

Merksatz:

RDP-Verbindungsfehler zuerst mit Netzwerk und Port prüfen.

Fehlerbild: RDP Anmeldung wird abgelehnt

Mögliche Ursachen:

- Benutzername falsch
- Passwort falsch
- Benutzer nicht in erlaubter Gruppe
- Konto gesperrt
- Passwort abgelaufen
- Anmeldung per RDP verboten
- NLA-Kompatibilitätsproblem
- Domänencontroller nicht erreichbar

Merksatz:

RDP-Anmeldefehler mit Konto und Berechtigung prüfen.

Fehlerbild: RDP ist langsam

Mögliche Ursachen:

- geringe Bandbreite
- hohe Latenz
- Paketverlust
- hohe Bildschirmauflösung
- viele Grafikeffekte
- Drucker- oder Laufwerksumleitung
- Server überlastet
- VPN langsam

Merksatz:

RDP-Leistung hängt von Netzwerk,
Grafik
und Serverlast ab.

Telnet

Telnet ist ein älteres Protokoll für Fernzugriff auf eine Kommandozeile.

Typischer Port:

TCP 23

Problem:

Telnet ist unverschlüsselt.

Das bedeutet:

Benutzername,
Passwort
und Befehle
können im Klartext übertragen werden.

Merksatz:

Telnet ist unsicher,
weil es unverschlüsselt überträgt.

Warum Telnet heute vermeiden?

Telnet sollte für Administration möglichst nicht mehr verwendet werden.

Gründe:

- keine Verschlüsselung
- Passwörter im Klartext
- Befehle im Klartext
- leicht mitzulesen
- keine moderne Sicherheit
- hohes Risiko in unsicheren Netzwerken

Bessere Alternative:

SSH

Merksatz:

Telnet durch SSH ersetzen.

Telnet als Testwerkzeug

Obwohl Telnet als Administrationsprotokoll unsicher ist, wurde es früher oft als einfaches Testwerkzeug verwendet.

Beispiel:

Kann ich TCP-Port 25 erreichen?
Kann ich TCP-Port 80 erreichen?

Heute nutzt man dafür besser geeignete Werkzeuge.

Beispiele:

- nc
- Test-NetConnection
- openssl s_client
- curl

Merksatz:

Telnet nicht für sichere Administration verwenden.

SSH, RDP und Telnet vergleichen

Protokoll Zweck Port Sicherheit
SSH sichere Shell / Administration TCP 22 verschlüsselt
RDP grafischer Fernzugriff TCP 3389 absichern, nicht offen ins Internet
Telnet alte Shell / Fernzugriff TCP 23 unverschlüsselt, vermeiden

Merksatz:

SSH für sichere Shell.
RDP für grafischen Zugriff.
Telnet vermeiden.

Remotezugriff und Authentifizierung

Remotezugriff braucht sichere Authentifizierung.

Möglichkeiten:

- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikate
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Domänenkonto
- zentrale Identitätsdienste

Wichtig:

Je mächtiger der Zugriff,
desto stärker sollte die Absicherung sein.

Merksatz:

Fernzugriff braucht starke Authentifizierung.

Remotezugriff und Autorisierung

Nicht jeder angemeldete Benutzer darf automatisch alles.

Autorisierung bedeutet:

Welche Rechte hat der Benutzer?

Beispiele:

- darf sich per RDP anmelden
- darf sudo verwenden
- darf Server konfigurieren
- darf Dateien ändern
- darf Dienste neu starten

Merksatz:

Anmeldung ist nicht gleich Berechtigung.

Remotezugriff und Protokollierung

Remotezugriffe sollten protokolliert werden.

Wichtige Informationen:

- wer hat sich angemeldet
- wann wurde zugegriffen
- von welcher IP-Adresse
- welcher Dienst wurde genutzt
- war die Anmeldung erfolgreich
- welche Fehler sind aufgetreten

Logs helfen bei:

- Fehlersuche
- Sicherheitsanalyse
- Nachvollziehbarkeit
- Angriffserkennung

Merksatz:

Remotezugriffe müssen nachvollziehbar sein.

Remotezugriff und Firewall

Remotezugriffe sollten durch Firewalls eingeschränkt werden.

Beispiele:

SSH nur von Admin-Netz erlauben.
RDP nur über VPN erlauben.
Telnet blockieren.
Zugriff auf bestimmte IP-Adressen begrenzen.

Merksatz:

Remotezugriff nur für notwendige Quellen erlauben.

Remotezugriff und VPN

VPN ist eine wichtige Schutzmaßnahme für Remotezugriff.

Ablauf:

Benutzer verbindet sich per VPN ins interne Netz.
Danach nutzt er interne Dienste wie SSH oder RDP.

Vorteil:

Administrative Dienste müssen nicht direkt öffentlich erreichbar sein.

Merksatz:

VPN schützt interne Verwaltungszugänge.

Remotezugriff und Zero Trust

Zero Trust bedeutet vereinfacht:

keinem Zugriff automatisch vertrauen.

Auch interne Zugriffe werden geprüft.

Wichtige Prinzipien:

- Identität prüfen
- Gerät prüfen
- Rechte begrenzen
- Zugriff protokollieren
- nur notwendige Dienste freigeben
- MFA nutzen

Merksatz:

Zero Trust prüft jeden Zugriff bewusst.

Remotezugriff und Least Privilege

Auch beim Remotezugriff gilt:

nur notwendige Rechte vergeben.

Beispiel:

Ein Benutzer darf sich per SSH anmelden,
aber nicht automatisch Root-Rechte haben.

Oder:

Ein Support-Benutzer darf RDP nutzen,
aber keine Serverrollen ändern.

Merksatz:

Fernzugriff nur mit notwendigen Rechten erlauben.

Remotezugriff und Brute Force

Brute Force bedeutet:

Angreifer probiert viele Passwörter aus.

Besonders gefährdet:

öffentlich erreichbare SSH- oder RDP-Dienste.

Schutzmaßnahmen:

- starke Passwörter
- MFA
- Kontosperrung
- Fail2ban
- Rate Limiting
- VPN
- IP-Einschränkungen
- keine Standardbenutzer

Merksatz:

Öffentliche Remotezugänge sind Brute-Force-Ziele.

Remotezugriff und Updates

Remotezugriffsprotokolle und Zielsysteme müssen aktuell gehalten werden.

Warum?

Schwachstellen in Remotezugriffsdiensten können besonders kritisch sein.

Beispiele für Risiken:

- unautorisierter Zugriff
- Rechteausweitung
- Remote Code Execution
- Ransomware-Einstieg

Merksatz:

Remotezugriffsdienste müssen regelmäßig gepatcht werden.

Fehlersuche bei Remotezugriff

Eine sinnvolle Reihenfolge:

1. Zielname richtig?
2. DNS-Auflösung korrekt?
3. Ziel-IP erreichbar?
4. Richtiger Port erreichbar?
5. Dienst läuft?
6. Firewall erlaubt Zugriff?
7. Benutzer darf sich anmelden?
8. Authentifizierung korrekt?
9. Berechtigungen korrekt?
10. Logs prüfen.

Merksatz:

Remotezugriff nach DNS,
IP,
Port,
Dienst,
Anmeldung
und Rechten prüfen.

Typische Prüfpunkte nach Protokoll

Protokoll Prüfpunkte
SSH TCP 22, SSH-Dienst, Benutzer, Schlüssel, Host-Key, Firewall
RDP TCP 3389, Remote Desktop aktiv, Benutzerrechte, NLA, VPN, Firewall
Telnet TCP 23, Dienst aktiv, aber möglichst vermeiden
SFTP TCP 22, SSH-Zugang, SFTP-Rechte
RD Gateway HTTPS-Zugriff, Richtlinien, Zertifikat, Benutzerrechte

Merksatz:

Jedes Remoteprotokoll hat eigene typische Fehlerquellen.

Was Remotezugriffsprotokolle nicht machen

Remotezugriffsprotokolle machen nicht automatisch:

- Benutzer sicher berechtigen
- Angriffe verhindern
- Updates einspielen
- Logs auswerten
- MFA erzwingen
- Firewall korrekt konfigurieren
- unsichere Passwörter verhindern
- Datenschutz automatisch sicherstellen

Remotezugriff braucht immer ein Sicherheitskonzept.

Merksatz:

Remotezugriff ist mächtig
und muss bewusst abgesichert werden.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
SSH 7
RDP 7
Telnet 7
SFTP 7 über SSH
TCP 22 4
TCP 23 4
TCP 3389 4
IP-Adresse 3
DNS-Name 7
Verschlüsselung bei SSH Sicherheits-/Darstellungsbezug
Benutzeranmeldung 7

Merksatz:

SSH, RDP und Telnet sind Schicht-7-Protokolle,
ihre Ports liegen auf Schicht 4.

Typische Ports

Protokoll Port Zweck
SSH TCP 22 sichere Shell / Administration
SFTP TCP 22 Dateiübertragung über SSH
Telnet TCP 23 alte unverschlüsselte Shell
RDP TCP 3389 grafischer Fernzugriff
RD Gateway TCP 443 RDP über Gateway / HTTPS

Merksatz:

SSH 22,
Telnet 23,
RDP 3389.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Wofür steht SSH?
- Wofür wird SSH verwendet?
- Welchen Port nutzt SSH typischerweise?
- Warum ist SSH sicherer als Telnet?
- Was ist ein SSH-Host-Key?
- Was ist SSH-Schlüsselauthentifizierung?
- Wofür steht RDP?
- Wofür wird RDP genutzt?
- Welchen Port nutzt RDP typischerweise?
- Warum sollte RDP nicht offen im Internet stehen?
- Was ist NLA?
- Wofür steht Telnet?
- Warum gilt Telnet als unsicher?
- Welche Sicherheitsmaßnahmen sind bei Remotezugriff sinnvoll?
- Wie grenzt man Remotezugriffsfehler systematisch ein?

Typische Prüfungsfallen

SSH gehört zu Schicht 7.

SSH nutzt typischerweise TCP 22.

SSH ist verschlüsselt.

SFTP läuft über SSH.

SSH-Host-Key identifiziert den Server.

Privater SSH-Schlüssel muss geheim bleiben.

RDP gehört zu Schicht 7.

RDP nutzt typischerweise TCP 3389.

RDP ist grafischer Fernzugriff.

RDP sollte nicht direkt offen ins Internet.

VPN oder RD Gateway sind bessere Schutzmaßnahmen.

NLA verbessert RDP-Sicherheit.

Telnet gehört zu Schicht 7.

Telnet nutzt typischerweise TCP 23.

Telnet ist unverschlüsselt.

Telnet sollte durch SSH ersetzt werden.

Port erreichbar heißt nicht automatisch:
Anmeldung erlaubt.

Anmeldung erfolgreich heißt nicht automatisch:
ausreichende Rechte vorhanden.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
Remotezugriff Zugriff auf ein entferntes System
Fernadministration Verwaltung eines Systems aus der Ferne
SSH Secure Shell
SSH-Client startet SSH-Verbindung
SSH-Server nimmt SSH-Verbindung an
Host-Key identifiziert SSH-Server
SSH-Schlüssel Schlüsselpaar zur Anmeldung
privater Schlüssel geheimer Teil des Schlüssels
öffentlicher Schlüssel Teil, der auf dem Server liegen darf
Passphrase Schutz für privaten Schlüssel
SSH-Tunnel verschlüsselte Weiterleitung über SSH
SFTP Dateiübertragung über SSH
RDP Remote Desktop Protocol
NLA Network Level Authentication
RD Gateway Gateway für RDP-Zugriffe
Telnet altes unverschlüsseltes Fernzugriffsprotokoll
Brute Force massenhaftes Ausprobieren von Passwörtern
Least Privilege nur notwendige Rechte vergeben
MFA Multi-Faktor-Authentifizierung

IHK-sichere Kurzformulierung

SSH, RDP und Telnet sind Protokolle der Anwendungsschicht für Remotezugriff und Fernadministration. SSH steht für Secure Shell, nutzt typischerweise TCP-Port 22 und ermöglicht verschlüsselten Zugriff auf eine Kommandozeile sowie Dateiübertragung über SFTP. RDP steht für Remote Desktop Protocol, nutzt typischerweise TCP-Port 3389 und ermöglicht grafischen Fernzugriff, besonders auf Windows-Systeme. Telnet nutzt typischerweise TCP-Port 23, überträgt Daten unverschlüsselt und sollte für Administration durch SSH ersetzt werden. Remotezugriffe müssen durch starke Authentifizierung, passende Berechtigungen, Firewall-Regeln, VPN oder Gateway-Lösungen und Protokollierung abgesichert werden.


Merksätze

Remotezugriff gehört zu Schicht 7.

SSH = Secure Shell.

SSH nutzt typischerweise TCP 22.

SSH ist verschlüsselt.

SSH dient sicherer Fernadministration.

SFTP läuft über SSH.

SSH-Host-Key identifiziert den Server.

Privater SSH-Schlüssel bleibt geheim.

RDP = Remote Desktop Protocol.

RDP nutzt typischerweise TCP 3389.

RDP = grafischer Fernzugriff.

RDP nicht direkt ungeschützt ins Internet öffnen.

RDP besser über VPN oder Gateway nutzen.

NLA verbessert RDP-Sicherheit.

Telnet nutzt typischerweise TCP 23.

Telnet ist unverschlüsselt.

Telnet durch SSH ersetzen.

Port offen heißt nicht:
Anmeldung erfolgreich.

Anmeldung erfolgreich heißt nicht:
ausreichende Rechte.

Remotezugriff braucht starke Authentifizierung.

Remotezugriff braucht Least Privilege.

Remotezugriff braucht Logs.

Remotezugriff braucht Firewall-Regeln.

Remotezugriff ist mächtig
und sicherheitskritisch.v

10.9 Authentifizierung, Autorisierung und Anwendungssicherheit

Authentifizierung und Autorisierung gehören zu den wichtigsten Sicherheitsgrundlagen auf der Anwendungsschicht.

Die Anwendungsschicht ist OSI-Schicht 7.

Hier arbeiten viele Dienste direkt mit Benutzern, Anmeldungen, Rollen, Rechten und Anwendungen.

Wichtige Begriffe sind:

- Authentifizierung
- Autorisierung
- Identität
- Benutzerkonto
- Passwort
- Token
- Session
- Rolle
- Rechte
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Single Sign-on
- Least Privilege

Merksatz:

Authentifizierung prüft,
wer jemand ist.

Autorisierung prüft,
was jemand darf.

Warum ist das wichtig?

Viele Netzwerkdienste müssen entscheiden:

Wer greift zu?

und:

Was darf diese Person oder dieses System tun?

Beispiele:

Benutzer meldet sich an einer Webanwendung an.
Administrator verbindet sich per SSH.
Mitarbeiter öffnet eine SMB-Freigabe.
Anwendung ruft eine API mit Token auf.
Benutzer meldet sich an einem E-Mail-Postfach an.
Client greift auf einen Verzeichnisdienst zu.

Ohne saubere Authentifizierung und Autorisierung können unberechtigte Zugriffe entstehen.

Merksatz:

Anmeldung allein reicht nicht.
Rechte müssen ebenfalls geprüft werden.

Authentifizierung

Authentifizierung bedeutet:

Die Identität wird überprüft.

Frage:

Wer bist du?

Beispiele:

- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikat
- Smartcard
- Fingerabdruck
- Einmalcode
- Hardware-Token
- App-Bestätigung

Merksatz:

Authentifizierung = Identität prüfen.

Autorisierung

Autorisierung bedeutet:

Es wird geprüft,
welche Rechte eine authentifizierte Identität hat.

Frage:

Was darfst du?

Beispiele:

- Datei lesen
- Datei ändern
- Benutzer anlegen
- Server verwalten
- Adminbereich öffnen
- API-Daten abrufen
- Bestellung freigeben
- Konfiguration ändern

Merksatz:

Autorisierung = Rechte prüfen.

Authentifizierung und Autorisierung unterscheiden

Begriff Frage Beispiel
Authentifizierung Wer bist du? Benutzer meldet sich an
Autorisierung Was darfst du? Benutzer darf nur bestimmte Ordner öffnen

Beispiel:

Felix meldet sich erfolgreich an.

Das ist:

Authentifizierung

Danach prüft das System:

Darf Felix diese Datei löschen?

Das ist:

Autorisierung

Merksatz:

Erst Identität,
dann Rechte.

Typischer Fehler

Ein häufiger Denkfehler ist:

Wenn ein Benutzer angemeldet ist,
darf er automatisch alles.

Das ist falsch.

Ein Benutzer kann korrekt angemeldet sein, aber trotzdem keine Berechtigung für eine bestimmte Aktion haben.

Beispiel:

Benutzer ist angemeldet,
darf aber keine Adminseite öffnen.

Merksatz:

Angemeldet bedeutet nicht automatisch berechtigt.

Identität

Eine Identität beschreibt, wer eine Person, ein Dienst oder ein System ist.

Beispiele:

- Benutzerkonto
- Dienstkonto
- Computerobjekt
- API-Client
- Zertifikat
- SSH-Schlüssel
- Anwendungskonto

Identitäten müssen eindeutig verwaltet werden.

Merksatz:

Identität beschreibt,
wer oder was zugreift.

Benutzerkonto

Ein Benutzerkonto ist eine digitale Identität für eine Person.

Es enthält oft:

- Benutzername
- Kennwort-Hash
- Gruppenmitgliedschaften
- Profilinformationen
- Berechtigungen
- Status des Kontos
- Anmelderichtlinien

Benutzerkonten können lokal oder zentral verwaltet werden.

Beispiele:

- lokales Windows-Konto
- Active-Directory-Konto
- LDAP-Konto
- Cloud-Konto
- Anwendungskonto

Merksatz:

Benutzerkonto = digitale Identität eines Benutzers.

Dienstkonto

Ein Dienstkonto wird nicht direkt von einem normalen Benutzer verwendet, sondern von einem Dienst oder einer Anwendung.

Beispiele:

- Datenbankzugriff einer Webanwendung
- Backup-Dienst
- Monitoring-Dienst
- LDAP-Abfragekonto
- API-Integration

Wichtig:

Dienstkonten sollten nur die Rechte haben,
die sie wirklich benötigen.

Merksatz:

Dienstkonto = Konto für einen Dienst,
nicht für normale Benutzerarbeit.

Passwort

Ein Passwort ist ein geheimer Nachweis, mit dem sich ein Benutzer authentifizieren kann.

Sichere Passwörter sollten:

- ausreichend lang sein
- nicht leicht zu erraten sein
- nicht mehrfach verwendet werden
- nicht im Klartext gespeichert werden
- bei Verdacht geändert werden

Wichtig:

Länge ist oft wichtiger als komplizierte Sonderzeichen-Regeln.

Merksatz:

Passwort = geheimer Identitätsnachweis.

Passwort-Hash

Passwörter sollten nicht im Klartext gespeichert werden.

Stattdessen speichert man einen Passwort-Hash.

Ein Hash ist ein Einweg-Prüfwert.

Bei der Anmeldung wird das eingegebene Passwort erneut gehasht und mit dem gespeicherten Hash verglichen.

Merksatz:

Passwörter nicht im Klartext speichern,
sondern sicher hashen.

Salt

Ein Salt ist ein zusätzlicher zufälliger Wert beim Passwort-Hashing.

Ziel:

gleiche Passwörter sollen nicht automatisch gleiche Hashes erzeugen.

Beispiel:

Zwei Benutzer haben dasselbe Passwort.

Durch unterschiedliche Salts entstehen trotzdem unterschiedliche Hashes.

Merksatz:

Salt schützt gegen einfache Hash-Vergleiche und vorberechnete Tabellen.

Multi-Faktor-Authentifizierung

Multi-Faktor-Authentifizierung wird kurz genannt:

MFA

Dabei werden mehrere Faktoren kombiniert.

Typische Faktoren:

Faktor Beispiel
Wissen Passwort
Besitz Smartphone, Token, Smartcard
Sein Fingerabdruck, Gesichtserkennung

Beispiel:

Passwort
plus
Einmalcode aus App

Merksatz:

MFA kombiniert mehrere Nachweise.

Warum ist MFA wichtig?

Wenn ein Passwort gestohlen wird, kann ein Angreifer sich ohne zweiten Faktor nicht so einfach anmelden.

MFA schützt besonders bei:

- Cloud-Konten
- VPN-Zugängen
- Admin-Konten
- E-Mail-Konten
- Remotezugriff
- kritischen Anwendungen

Merksatz:

MFA reduziert das Risiko durch gestohlene Passwörter.

Einmalpasswort

Ein Einmalpasswort wird auch genannt:

OTP

OTP steht für:

One-Time Password

Es ist nur einmal oder nur kurzzeitig gültig.

Beispiele:

- Code aus Authenticator-App
- Hardware-Token
- SMS-Code
- E-Mail-Code

Merksatz:

OTP = zeitlich oder einmalig gültiger Code.

Token

Ein Token ist ein digitaler Nachweis für Zugriff.

Ein Token kann enthalten:

- Benutzerinformationen
- Ablaufzeit
- Berechtigungen
- Aussteller
- Signatur
- Sitzungsbezug

Tokens werden häufig bei Webanwendungen und APIs verwendet.

Merksatz:

Token = digitaler Zugriffsnachweis.

Bearer Token

Ein Bearer Token wird häufig bei APIs genutzt.

Er wird oft im HTTP-Header übertragen:

Authorization: Bearer <token>

Wichtig:

Wer den Bearer Token besitzt,
kann ihn oft verwenden.

Deshalb muss er wie ein Passwort geschützt werden.

Merksatz:

Bearer Token wie ein Passwort behandeln.

Session

Eine Session ist eine Sitzung zwischen Client und Anwendung.

Beispiel:

Benutzer meldet sich an.
Server erstellt Session.
Browser erhält Session-Cookie.
Weitere Anfragen werden dieser Session zugeordnet.

Sessions helfen, einen Benutzer über mehrere Anfragen hinweg wiederzuerkennen.

Merksatz:

Session verbindet mehrere Anfragen zu einer Sitzung.

Der Browser sendet dieses Cookie bei weiteren Anfragen mit.

Dadurch weiß der Server:

Diese Anfrage gehört zu dieser Sitzung.

Wichtig:

Session-Cookies müssen geschützt werden.

Merksatz:


Attribut Bedeutung
Secure Cookie nur über HTTPS senden
HttpOnly Cookie nicht per JavaScript auslesbar
SameSite Schutz gegen bestimmte Cross-Site-Angriffe
Expires / Max-Age Ablaufzeit des Cookies

Merksatz:

Sichere Cookies schützen Sitzungen.

Session Hijacking

Session Hijacking bedeutet:

Ein Angreifer übernimmt eine gültige Sitzung.

Das kann passieren, wenn ein Session-Cookie gestohlen wird.

Mögliche Ursachen:

- unsichere Verbindung
- XSS-Schwachstelle
- unsichere Cookies
- gestohlener Token
- Malware auf Client
- unsichere Speicherung

Merksatz:

Wer eine Session übernimmt,
kann oft wie der Benutzer handeln.

Session Timeout

Ein Session Timeout beendet eine Sitzung nach einer bestimmten Zeit.

Gründe:

- Schutz bei vergessener Abmeldung
- Begrenzung gestohlener Sessions
- Ressourcen sparen
- Sicherheitsrichtlinie erfüllen

Beispiel:

Benutzer ist 30 Minuten inaktiv.
Anwendung meldet ihn ab.

Merksatz:

Timeout begrenzt die Lebensdauer einer Sitzung.

Single Sign-on

Single Sign-on wird kurz genannt:

SSO

SSO bedeutet:

Ein Benutzer meldet sich einmal an
und kann danach mehrere Dienste nutzen.

Beispiele:

- Anmeldung über Microsoft Entra ID
- Anmeldung über Active Directory
- Anmeldung über Google Workspace
- Anmeldung über zentralen Identitätsanbieter

Vorteil:

weniger separate Passwörter
zentrale Verwaltung
bessere Benutzerfreundlichkeit

Merksatz:

SSO = einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.

Identity Provider

Ein Identity Provider wird kurz genannt:

IdP

Ein IdP stellt Identitäten bereit und bestätigt Anmeldungen.

Beispiele:

- Active Directory
- Microsoft Entra ID
- Keycloak
- Okta
- Google Workspace

Eine Anwendung kann dem IdP vertrauen, statt eigene Benutzer vollständig selbst zu verwalten.

Merksatz:

IdP bestätigt die Identität für Anwendungen.

Service Provider

Ein Service Provider ist die Anwendung oder der Dienst, der Zugriff gewährt.

Beispiel:

Benutzer meldet sich über IdP an.
Webanwendung vertraut dem IdP.
Webanwendung lässt Benutzer hinein.

Merksatz:

Service Provider nutzt Identitätsinformationen vom IdP.

OAuth 2.0

OAuth 2.0 ist ein Autorisierungsframework.

Es wird häufig verwendet, damit Anwendungen Zugriff auf bestimmte Ressourcen erhalten können, ohne direkt das Passwort des Benutzers zu kennen.

Beispiel:

Eine App darf auf Kalenderdaten zugreifen,
aber nicht auf das Passwort des Benutzers.

Merksatz:

OAuth 2.0 regelt delegierten Zugriff.

OpenID Connect

OpenID Connect baut auf OAuth 2.0 auf.

Es wird für Authentifizierung verwendet.

Kurz:

OAuth 2.0:
Zugriff erlauben

OpenID Connect:
Identität bestätigen

Merksatz:

OpenID Connect ergänzt OAuth um Anmeldung und Identität.

SAML

SAML steht für:

Security Assertion Markup Language

SAML wird häufig für Single Sign-on in Unternehmen verwendet.

Dabei tauschen Identitätsanbieter und Anwendung Anmeldeinformationen aus.

Typisch bei:

- Unternehmensanwendungen
- Cloud-Diensten
- älteren SSO-Umgebungen

Merksatz:

SAML ist ein verbreiteter SSO-Standard.

Rollen

Rollen bündeln Berechtigungen.

Beispiele:

- Benutzer
- Administrator
- Support
- Prüfer
- Projektleitung
- Gast

Ein Benutzer erhält eine Rolle, und die Rolle enthält Rechte.

Merksatz:

Rolle = Sammlung von Berechtigungen.

Rechte

Rechte beschreiben konkrete erlaubte Aktionen.

Beispiele:

- lesen
- schreiben
- ändern
- löschen
- ausführen
- freigeben
- verwalten
- Benutzer anlegen

Merksatz:

Recht = konkrete erlaubte Aktion.

Gruppen

Gruppen bündeln Benutzer.

Beispiel:

Gruppe:
IT-Support

Mitglieder:

Felix
Maria
Jonas

Rechte werden häufig Gruppen zugewiesen, nicht einzelnen Benutzern.

Vorteil:

einfacher zu verwalten
übersichtlicher
weniger Fehler

Merksatz:

Benutzer in Gruppen,
Rechte an Gruppen.

RBAC

RBAC steht für:

Role-Based Access Control

Das bedeutet:

Zugriff wird über Rollen gesteuert.

Beispiel:

Rolle Administrator:
darf Benutzer verwalten

Rolle Leser:
darf Inhalte lesen

Rolle Bearbeiter:
darf Inhalte ändern

Merksatz:

RBAC = Rechte über Rollen verwalten.

Least Privilege

Least Privilege bedeutet:

Benutzer und Dienste erhalten nur die Rechte,
die sie wirklich benötigen.

Beispiel:

Ein Dienst braucht nur Leserechte.
Dann bekommt er keine Schreibrechte.

Ziel:

Schaden begrenzen,
falls ein Konto missbraucht wird.

Merksatz:

Nur so viele Rechte wie nötig,
so wenige wie möglich.

Need-to-know-Prinzip

Need-to-know bedeutet:

Zugriff nur auf Informationen,
die für die Aufgabe benötigt werden.

Beispiel:

Personalabteilung darf Personaldaten sehen.
Andere Abteilungen nicht.

Merksatz:

Zugriff nur,
wenn er fachlich notwendig ist.

Privileged Access

Privileged Access bedeutet:

besonders mächtiger Zugriff.

Beispiele:

- Administratorrechte
- Domain-Admin
- Root-Zugriff
- Datenbankadministrator
- Cloud-Administrator
- Firewall-Administrator

Solche Zugriffe müssen besonders geschützt werden.

Merksatz:

Adminrechte sind besonders kritisch.

Schutz für Admin-Konten

Admin-Konten sollten besonders abgesichert werden.

Maßnahmen:

- MFA
- getrennte Admin-Konten
- kein tägliches Arbeiten mit Admin-Konto
- starke Protokollierung
- Zugriffsbeschränkung
- Least Privilege
- regelmäßige Prüfung
- keine geteilten Konten

Merksatz:

Admin-Konten besonders schützen und überwachen.

Geteilte Konten

Geteilte Konten sind Konten, die von mehreren Personen genutzt werden.

Problem:

Aktionen sind schwer einer Person zuzuordnen.

Beispiel:

Alle nutzen admin.

Besser:

persönliche Konten
plus
gezielte Adminrechte

Merksatz:

Geteilte Konten vermeiden,
weil Nachvollziehbarkeit fehlt.

Protokollierung

Sicherheitsrelevante Anmeldungen und Zugriffe sollten protokolliert werden.

Wichtige Informationen:

- Benutzer
- Zeitpunkt
- Quelle
- Zielsystem
- erfolgreiche Anmeldung
- fehlgeschlagene Anmeldung
- Rechteänderung
- kritische Aktion

Merksatz:

Ohne Logs keine saubere Nachvollziehbarkeit.

Brute-Force-Angriff

Brute Force bedeutet:

viele Passwörter werden ausprobiert.

Ziel:

ein gültiges Passwort finden.

Gefährdet sind besonders:

- Weblogin
- SSH
- RDP
- VPN
- E-Mail
- Cloud-Konten

Schutzmaßnahmen:

- MFA
- Kontosperrung
- Rate Limiting
- starke Passwörter
- Monitoring
- IP-Beschränkung
- Fail2ban

Merksatz:

Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert.

Phishing

Phishing bedeutet:

Benutzer werden getäuscht,
um Zugangsdaten oder Tokens preiszugeben.

Beispiele:

- gefälschte Login-Seite
- angebliche Passwortänderung
- falsche Paketbenachrichtigung
- gefälschte Rechnung
- angeblicher IT-Support

Schutzmaßnahmen:

- Schulung
- MFA
- sichere Mailfilter
- Domainprüfung
- Passwortmanager
- Meldewege für verdächtige Mails

Merksatz:

Phishing greift den Menschen und die Anmeldung an.

Credential Stuffing

Credential Stuffing bedeutet:

Angreifer verwenden bekannte Zugangsdaten aus Datenlecks
bei anderen Diensten erneut.

Problem:

Viele Benutzer verwenden gleiche Passwörter mehrfach.

Schutzmaßnahmen:

- keine Passwortwiederverwendung
- MFA
- Passwortmanager
- Überwachung verdächtiger Logins

Merksatz:

Wiederverwendete Passwörter sind ein großes Risiko.

Passwortspraying

Beim Passwortspraying probiert ein Angreifer ein häufiges Passwort gegen viele Benutzerkonten.

Beispiel:

Sommer2026!

gegen viele Konten.

Ziel:

Kontosperrungen vermeiden,
aber trotzdem Treffer finden.

Merksatz:

Passwortspraying testet wenige Passwörter gegen viele Konten.

Account Lockout

Account Lockout bedeutet:

Ein Konto wird nach mehreren Fehlversuchen gesperrt.

Ziel:

Brute-Force-Angriffe erschweren.

Wichtig:

Sperrregeln müssen sinnvoll eingestellt sein,
damit Angriffe erschwert werden,
aber Benutzer nicht unnötig blockiert werden.

Merksatz:

Kontosperrung begrenzt Passwortversuche.

Rate Limiting

Rate Limiting begrenzt, wie viele Anfragen in einer bestimmten Zeit erlaubt sind.

Beispiel:

maximal 5 Loginversuche pro Minute

Ziel:

automatisierte Angriffe erschweren

Merksatz:

Rate Limiting bremst massenhafte Versuche.

CAPTCHA

CAPTCHA soll prüfen, ob ein Benutzer wahrscheinlich ein Mensch ist.

Typische Nutzung:

- Login
- Registrierung
- Formular
- Passwortzurücksetzung

CAPTCHA kann automatisierte Angriffe erschweren, ersetzt aber keine starke Authentifizierung.

Merksatz:

CAPTCHA erschwert Bots,
ersetzt aber keine Sicherheit.

Passwortmanager

Ein Passwortmanager speichert Passwörter verschlüsselt.

Vorteile:

- lange zufällige Passwörter
- weniger Passwortwiederverwendung
- einfacheres Verwalten vieler Konten
- Schutz vor Tippfehlern
- teilweise Schutz gegen Phishing durch Domainprüfung

Merksatz:

Passwortmanager helfen bei starken eindeutigen Passwörtern.

Sichere Passwortregeln

Sinnvolle Regeln:

- lange Passwörter erlauben
- Passwortmanager unterstützen
- bekannte kompromittierte Passwörter blockieren
- MFA nutzen
- keine unnötig kurzen Ablaufintervalle ohne Grund
- Passwortwiederverwendung vermeiden

Merksatz:

Lange eindeutige Passwörter plus MFA sind sehr stark.

Anwendungssicherheit

Anwendungssicherheit bedeutet:

Anwendungen so entwickeln,
konfigurieren und betreiben,
dass Missbrauch erschwert wird.

Typische Themen:

- sichere Anmeldung
- Rechteprüfung
- Eingabevalidierung
- Schutz vor SQL-Injection
- Schutz vor XSS
- sichere Sessions
- sichere APIs
- Logging
- Updates
- sichere Konfiguration

Merksatz:

Anwendungssicherheit schützt Dienste auf Schicht 7.

SQL-Injection

SQL-Injection ist ein Angriff, bei dem schädliche Daten in eine Datenbankabfrage eingeschleust werden.

Beispiel sinngemäß:

Eingabefeld wird nicht geprüft.
Angreifer fügt SQL-Befehl ein.
Datenbank führt unerwünschte Abfrage aus.

Schutzmaßnahmen:

- parametrisierte Abfragen
- Eingabevalidierung
- minimale Datenbankrechte
- Fehlermeldungen nicht offenlegen

Merksatz:

SQL-Injection nutzt unsichere Datenbankeingaben aus.

Cross-Site Scripting

Cross-Site Scripting wird kurz genannt:

XSS

Dabei wird schädlicher Code in eine Webseite eingeschleust.

Ziel:

im Browser anderer Benutzer ausgeführt werden.

Mögliche Folgen:

Schutzmaßnahmen:

- Ausgaben korrekt escapen
- Eingaben prüfen
- Content Security Policy
- HttpOnly-Cookies
- sichere Frameworks nutzen

Merksatz:

XSS greift Benutzer über die Webseite an.

CSRF

CSRF steht für:

Cross-Site Request Forgery

Dabei wird ein angemeldeter Benutzer dazu gebracht, unbeabsichtigt eine Aktion in einer Webanwendung auszuführen.

Beispiel:

Benutzer ist angemeldet.
Angreifer bringt Browser dazu,
eine unerwünschte Anfrage zu senden.

Schutzmaßnahmen:

- CSRF-Token
- SameSite-Cookies
- Prüfung von Origin oder Referer
- kritische Aktionen bestätigen lassen

Merksatz:

CSRF missbraucht eine bestehende Anmeldung.

Unsichere direkte Objektreferenz

Eine unsichere direkte Objektreferenz entsteht, wenn eine Anwendung nur eine ID prüft, aber nicht die Berechtigung.

Beispiel:

/rechnung/1001

Benutzer ändert URL zu:

/rechnung/1002

Wenn die Anwendung nicht prüft, ob Benutzer Rechnung 1002 sehen darf, entsteht ein Sicherheitsproblem.

Merksatz:

Jede Ressource braucht Berechtigungsprüfung.

Sichere APIs

APIs müssen besonders sauber geschützt werden.

Wichtige Punkte:

- Authentifizierung
- Autorisierung
- sichere Tokens
- HTTPS
- Rate Limiting
- Eingabevalidierung
- saubere Fehlercodes
- keine geheimen Daten in Antworten
- Logging
- Versionierung

Merksatz:

API-Sicherheit ist Anwendungssicherheit auf Schnittstellenebene.

Fehlermeldungen

Fehlermeldungen sollten hilfreich, aber nicht zu verräterisch sein.

Schlecht:

Datenbankfehler mit Tabellenname und SQL-Abfrage wird angezeigt.

Besser:

Allgemeine Fehlermeldung für Benutzer.
Details nur im geschützten Serverlog.

Merksatz:

Interne Details gehören in Logs,
nicht in öffentliche Fehlermeldungen.

Updates und Patches

Anwendungen und Abhängigkeiten müssen aktuell gehalten werden.

Risiken bei veralteter Software:

- bekannte Schwachstellen
- unsichere Bibliotheken
- veraltete Authentifizierungsverfahren
- fehlende Sicherheitsupdates
- Angriffe über bekannte Exploits

Merksatz:

Veraltete Anwendungen sind ein Sicherheitsrisiko.

Sichere Konfiguration

Auch sichere Software kann unsicher betrieben werden, wenn sie falsch konfiguriert ist.

Beispiele:

- Standardpasswörter
- Debug-Modus aktiv
- offene Adminbereiche
- zu viele Rechte
- unsichere CORS-Regeln
- veraltete TLS-Versionen
- unnötige Dienste aktiv
- Verzeichnislisting aktiv

Merksatz:

Falsche Konfiguration kann sichere Software unsicher machen.

Fehlersuche bei Anmeldung und Rechten

Eine sinnvolle Reihenfolge:

1. Benutzer existiert?
2. Passwort oder Schlüssel korrekt?
3. Konto aktiv?
4. MFA korrekt?
5. Gruppe oder Rolle vorhanden?
6. Rechte korrekt?
7. Session oder Token gültig?
8. Zeit korrekt?
9. Dienst erreichbar?
10. Logs prüfen.

Merksatz:

Bei Loginproblemen Identität,
Faktor,
Rolle
und Logs prüfen.

Fehlerbild: Anmeldung schlägt fehl

Mögliche Ursachen:

- falsches Passwort
- Benutzername falsch
- Konto gesperrt
- Konto deaktiviert
- Passwort abgelaufen
- MFA fehlt
- falscher Identity Provider
- LDAP oder AD nicht erreichbar
- Zeitabweichung
- Token ungültig

Merksatz:

Loginfehler sind nicht immer nur Passwortfehler.

Fehlerbild: Zugriff verweigert

Mögliche Ursachen:

- Benutzer ist nicht in richtiger Gruppe
- Rolle fehlt
- Berechtigung fehlt
- Ressource gehört anderem Benutzer
- Richtlinie blockiert
- Token enthält falsche Rechte
- Anwendung prüft Rechte fehlerhaft
- alte Session enthält alte Rechte

Merksatz:

Zugriff verweigert = Autorisierung prüfen.

Fehlerbild: Benutzer ist angemeldet, sieht aber nichts

Mögliche Ursachen:

- keine Gruppenmitgliedschaft
- falsche Rolle
- fehlende Lizenz
- falscher Mandant
- Berechtigungen nicht synchronisiert
- Anwendung filtert Daten nach Rechten
- Session muss erneuert werden

Merksatz:

Erfolgreiche Anmeldung bedeutet noch keine sichtbaren Berechtigungen.

Fehlerbild: MFA funktioniert nicht

Mögliche Ursachen:

- falsches Gerät registriert
- Uhrzeit falsch
- Token abgelaufen
- Benutzer hat neues Smartphone
- Push-Benachrichtigung blockiert
- Konto nicht korrekt für MFA registriert
- Netzwerkverbindung fehlt

Merksatz:

MFA-Probleme mit Gerät,
Zeit,
Registrierung
und Konto prüfen.

Fehlerbild: Token abgelaufen

Mögliche Ursachen:

- Ablaufzeit erreicht
- Benutzer wurde abgemeldet
- Refresh Token ungültig
- Systemzeit falsch
- Token wurde widerrufen
- Session wurde beendet

Merksatz:

Tokens haben Lebensdauer und können widerrufen werden.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
Loginformular 7
API-Token 7
Session-Cookie 7 mit Schicht-5-Bezug
LDAP-Anmeldung 7
OAuth / OpenID Connect 7
SAML 7
TLS-Schutz 6 mit Schicht-7-Bezug
TCP-Port 4
IP-Adresse 3
Benutzerrechte 7 / Anwendungsebene

Merksatz:

Anmeldung und Rechte sind typische Schicht-7-Themen.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Was bedeutet Authentifizierung?
- Was bedeutet Autorisierung?
- Was ist der Unterschied zwischen Authentifizierung und Autorisierung?
- Was ist MFA?
- Warum ist MFA sinnvoll?
- Was ist ein Token?
- Was ist eine Session?
- Was ist ein Session-Cookie?
- Was bedeutet Single Sign-on?
- Was ist ein Identity Provider?
- Was ist Least Privilege?
- Warum sollten Rechte über Gruppen vergeben werden?
- Warum sind geteilte Admin-Konten problematisch?
- Was ist Brute Force?
- Was ist Phishing?
- Was ist SQL-Injection?
- Was ist XSS?
- Warum sind sichere Fehlermeldungen wichtig?

Typische Prüfungsfallen

Authentifizierung ist nicht Autorisierung.

Anmeldung bedeutet nicht automatisch Zugriff.

Rechte müssen pro Ressource geprüft werden.

MFA erhöht die Sicherheit deutlich.

Token müssen wie Passwörter geschützt werden.

Session-Cookies müssen sicher gesetzt werden.

HTTPS ist wichtig für Login und Tokens.

Bearer Token kann von jedem genutzt werden,
der ihn besitzt.

Geteilte Konten erschweren Nachvollziehbarkeit.

Adminrechte besonders schützen.

Least Privilege immer beachten.

Gruppen erleichtern Rechteverwaltung.

Phishing greift oft Zugangsdaten an.

SQL-Injection betrifft unsichere Datenbankeingaben.

XSS betrifft unsichere Ausgaben im Browser.

CSRF missbraucht bestehende Sitzungen.

Fehlermeldungen dürfen keine internen Details verraten.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
Authentifizierung Identität prüfen
Autorisierung Rechte prüfen
Identität Benutzer, Dienst oder System
Benutzerkonto digitale Identität eines Benutzers
Dienstkonto Konto für Anwendungen oder Dienste
Passwort geheimer Identitätsnachweis
Passwort-Hash Einweg-Prüfwert eines Passworts
Salt zusätzlicher Zufallswert beim Hashing
MFA Multi-Faktor-Authentifizierung
OTP Einmalpasswort
Token digitaler Zugriffsnachweis
Bearer Token nutzbarer Zugriffstoken
Session Sitzung zwischen Client und Anwendung
Session-Cookie Cookie zur Sitzungszuordnung
SSO Single Sign-on
IdP Identity Provider
RBAC rollenbasierte Zugriffskontrolle
Least Privilege nur notwendige Rechte
Brute Force massenhaftes Passwortprobieren
Phishing Täuschung zur Datenerbeutung
SQL-Injection Einschleusen von SQL-Befehlen
XSS Einschleusen von Code in Webseiten
CSRF Missbrauch bestehender Anmeldung

IHK-sichere Kurzformulierung

Authentifizierung und Autorisierung sind zentrale Sicherheitskonzepte auf der Anwendungsschicht. Authentifizierung prüft die Identität eines Benutzers, Dienstes oder Systems. Autorisierung prüft anschließend, welche Rechte diese Identität besitzt. Eine erfolgreiche Anmeldung bedeutet daher nicht automatisch, dass ein Benutzer alle Aktionen durchführen darf. Multi-Faktor-Authentifizierung erhöht die Sicherheit, weil neben dem Passwort ein weiterer Faktor benötigt wird. Rechte sollten möglichst über Gruppen oder Rollen vergeben werden und dem Least-Privilege-Prinzip folgen. Tokens, Session-Cookies und Passwörter müssen geschützt werden, da sie Zugriff auf Anwendungen und Dienste ermöglichen können.


Merksätze

Authentifizierung = Wer bist du?

Autorisierung = Was darfst du?

Erst Identität,
dann Rechte.

Anmeldung ist nicht gleich Berechtigung.

Benutzerkonto = digitale Identität.

Dienstkonto = Konto für Dienste.

Passwörter nicht im Klartext speichern.

Passwort-Hash schützt gespeicherte Passwörter.

Salt macht Hashes robuster.

MFA kombiniert mehrere Faktoren.

OTP = Einmalpasswort.

Token = digitaler Zugriffsnachweis.

Bearer Token wie Passwort schützen.

Session verbindet mehrere Anfragen.

Session-Cookie schützt Anmeldung.

Secure,
HttpOnly
und SameSite schützen Cookies.

SSO = einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.

IdP bestätigt Identität.

OAuth regelt delegierten Zugriff.

OpenID Connect ergänzt Anmeldung.

RBAC verwaltet Rechte über Rollen.

Least Privilege = nur notwendige Rechte.

Admin-Konten besonders schützen.

Geteilte Konten vermeiden.

Brute Force probiert Passwörter.

Phishing täuscht Benutzer.

SQL-Injection nutzt unsichere Eingaben.

XSS greift Benutzer im Browser an.

CSRF missbraucht bestehende Sitzungen.

Anwendungssicherheit ist Schicht-7-Sicherheit.

10.10 Fehlersuche auf OSI-Schicht 7

OSI-Schicht 7 ist die Anwendungsschicht.

Auf dieser Schicht prüft man nicht mehr nur:

Kommt eine Verbindung zustande?

Sondern zusätzlich:

Funktioniert der konkrete Dienst?
Antwortet die Anwendung korrekt?
Stimmen Anmeldung, Rechte, Daten und Protokoll?

Typische Schicht-7-Dienste sind:

- HTTP / HTTPS
- DNS
- DHCP
- SMTP
- IMAP
- POP3
- FTP
- SFTP
- SMB
- LDAP
- SNMP
- NTP
- SSH
- RDP
- APIs

Merksatz:

Schicht 7 prüft den Dienst,
nicht nur die Verbindung.

Grundidee der Schicht-7-Fehlersuche

Bei Schicht 7 geht es um die konkrete Anwendungskommunikation.

Ein Port kann erreichbar sein, aber der Dienst kann trotzdem nicht richtig funktionieren.

Beispiel:

TCP 443 ist offen,
aber die Webseite zeigt HTTP 500.

Oder:

DNS-Server ist erreichbar,
aber der Name wird falsch aufgelöst.

Oder:

SMB-Port 445 ist erreichbar,
aber der Benutzer hat keine Berechtigung.

Merksatz:

Offener Port bedeutet nicht automatisch:
Anwendung funktioniert.

Schicht 7 erst prüfen, wenn die unteren Schichten passen

Vor der Schicht-7-Fehlersuche sollte man prüfen:

Schicht 1:
physische Verbindung vorhanden?

Schicht 2:
richtige MAC-Kommunikation, VLAN, Switch?

Schicht 3:
IP-Adresse, Subnetz, Gateway, Routing?

Schicht 4:
TCP- oder UDP-Port erreichbar?

Erst danach prüft man genauer:

Dienst,
Protokoll,
Anmeldung,
Antwort,
Daten,
Rechte,
Logs.

Merksatz:

Erst unten prüfen,
dann oben analysieren.

Typische Abgrenzung nach Schichten

Fehlerbild wahrscheinliche Schicht
Kein Link 1
Falsches VLAN 2
Kein Gateway erreichbar 3
Port nicht erreichbar 4
Zertifikatswarnung 6
HTTP 404 oder 500 7
Login funktioniert nicht 7
Zugriff verweigert 7
DNS löst falsch auf 7
Mail landet im Spam 7
API lehnt Anfrage ab 7

Merksatz:

Schicht-7-Fehler betreffen Inhalt,
Dienst,
Anmeldung
oder Berechtigung.

Wichtige Prüffragen auf Schicht 7

Bei Anwendungsschichtproblemen stellt man Fragen wie:

Läuft der Dienst?
Antwortet der Dienst korrekt?
Wird das richtige Protokoll verwendet?
Wird der richtige Hostname verwendet?
Ist die URL korrekt?
Ist die Anmeldung korrekt?
Hat der Benutzer die nötigen Rechte?
Sind Zertifikate gültig?
Stimmen Header, Methode und Datenformat?
Gibt es Logs?
Gibt es eine Fehlermeldung?
Betrifft es alle Benutzer oder nur einzelne?

Merksatz:

Schicht 7 fragt:
Was macht der Dienst genau?

Dienst läuft oder läuft nicht

Ein häufiger Fehler ist:

Netzwerk funktioniert,
aber Dienst läuft nicht.

Beispiele:

Webserver gestoppt
Datenbank nicht erreichbar
SSH-Dienst deaktiviert
Maildienst gestört
DNS-Dienst nicht gestartet
Backend-Container nicht aktiv
Anwendung abgestürzt

Typisches Fehlerbild:

Host erreichbar,
aber Dienst antwortet nicht richtig.

Merksatz:

Erreichbarer Server heißt nicht:
Dienst läuft.

Falsches Protokoll

Manchmal wird das falsche Protokoll verwendet.

Beispiele:

http:// statt https://

FTP statt SFTP

LDAP statt LDAPS

IMAP statt POP3

SMB-Pfad statt SFTP-Zugriff

HTTPS zum Backend,
obwohl Backend nur HTTP spricht

Merksatz:

Falsches Protokoll kann wie ein Verbindungsfehler aussehen.

Falscher Port

Ein Dienst kann auf einem anderen Port laufen als erwartet.

Beispiele:

Webserver läuft auf TCP 8080 statt TCP 80.

Adminoberfläche läuft auf TCP 8443 statt TCP 443.

SSH läuft auf anderem Port als TCP 22.

Anwendung läuft intern auf Port 3000,
extern aber über Reverse Proxy auf 443.

Merksatz:

Immer prüfen:
Welcher Dienst lauscht auf welchem Port?

Falscher Hostname

Bei vielen Diensten ist der Hostname wichtig.

Beispiele:

HTTPS-Zertifikat muss zum Hostnamen passen.

Reverse Proxy entscheidet über Host-Header.

Virtuelle Hosts liefern je nach Hostname andere Inhalte.

DNS kann intern und extern unterschiedlich auflösen.

Fehlerbild:

IP ist erreichbar,
aber falsche Webseite oder falsches Zertifikat erscheint.

Merksatz:

Hostname ist auf Schicht 7 oft entscheidend.

DNS-Fehler auf Schicht 7

DNS-Probleme sind typische Schicht-7-Probleme.

Fehlerbilder:

Name löst nicht auf.
Name löst auf falsche IP auf.
Interne und externe Antwort unterscheiden sich.
DNS-Cache ist veraltet.
MX-Record fehlt.
CNAME zeigt falsch.
AAAA-Record zeigt auf nicht erreichbares IPv6-Ziel.

Prüffragen:

Welcher DNS-Server wird gefragt?
Welche Antwort liefert er?
Ist die Antwort intern und extern gleich?
Ist der Cache noch aktiv?
Stimmt die TTL?

Merksatz:

IP geht,
Name nicht:
DNS prüfen.

HTTP-Fehler auf Schicht 7

Bei Webdiensten sind HTTP-Statuscodes sehr hilfreich.

Wichtige Beispiele:

Statuscode Bedeutung
200 OK
301 / 302 Weiterleitung
400 fehlerhafte Anfrage
401 nicht authentifiziert
403 verboten
404 nicht gefunden
405 Methode nicht erlaubt
429 zu viele Anfragen
500 interner Serverfehler
502 Bad Gateway
503 Dienst nicht verfügbar
504 Gateway Timeout

Merksatz:

HTTP-Statuscodes sind wichtige Schicht-7-Hinweise.

401 und 403 bei der Fehlersuche

401 bedeutet:

Benutzer ist nicht authentifiziert.

Typische Ursachen:

- nicht angemeldet
- Token fehlt
- Token ungültig
- Session abgelaufen
- falsche Zugangsdaten

403 bedeutet:

Benutzer ist bekannt,
aber nicht berechtigt.

Typische Ursachen:

- Rolle fehlt
- Gruppe fehlt
- Zugriff verboten
- Richtlinie blockiert
- Ressource nicht erlaubt

Merksatz:

401 = Anmeldung fehlt.
403 = Rechte fehlen.

404 bei der Fehlersuche

404 bedeutet:

Ressource nicht gefunden.

Mögliche Ursachen:

- falscher Pfad
- falsche URL
- Route fehlt
- Datei existiert nicht
- Reverse Proxy leitet falsch weiter
- Anwendung erwartet anderen Basis-Pfad
- Tippfehler im Link

Merksatz:

404 heißt:
Unter diesem Pfad wurde nichts gefunden.

500 bei der Fehlersuche

500 bedeutet:

interner Serverfehler.

Mögliche Ursachen:

- Fehler in der Anwendung
- Datenbank nicht erreichbar
- Konfigurationsfehler
- fehlende Rechte
- Programmfehler
- Speicherproblem
- Abhängigkeit nicht verfügbar

Merksatz:

500 ist meist ein Problem der Anwendung oder des Servers.

502, 503 und 504 bei Reverse Proxys

Diese Fehler treten häufig bei Reverse Proxys auf.

Statuscode typische Bedeutung
502 Proxy bekommt keine gültige Antwort vom Backend
503 Dienst aktuell nicht verfügbar
504 Gateway wartet zu lange auf Backend

Typische Ursachen:

- Backend läuft nicht
- falscher Backend-Port
- falsches Protokoll zum Backend
- Backend überlastet
- Timeout
- falscher Container-Name
- internes DNS-Problem
- Firewall blockiert intern

Merksatz:

Bei 502, 503 und 504 Proxy und Backend prüfen.

API-Fehler auf Schicht 7

APIs haben typische Fehlerquellen.

Prüfpunkte:

- richtige URL?
- richtige HTTP-Methode?
- richtiger Content-Type?
- gültiges JSON?
- Authorization-Header vorhanden?
- Token gültig?
- Berechtigung vorhanden?
- API-Version korrekt?
- Rate Limit erreicht?
- Pflichtfelder vorhanden?

Typische Fehler:

400 Bad Request
401 Unauthorized
403 Forbidden
404 Not Found
405 Method Not Allowed
429 Too Many Requests
500 Internal Server Error

Merksatz:

API-Fehler mit Methode,
Header,
Body,
Token
und Statuscode prüfen.

Datenformatfehler

Schicht 7 ist oft eng mit Schicht 6 verbunden.

Fehler können entstehen durch:

- ungültiges JSON
- ungültiges XML
- falscher Content-Type
- falsche Zeichencodierung
- fehlende Pflichtfelder
- falsches Datumsformat
- falscher Dezimaltrenner
- falsche Groß- und Kleinschreibung
- unerwartete Sonderzeichen

Merksatz:

Anwendung versteht Daten nur,
wenn Format und Inhalt passen.

Authentifizierungsfehler

Authentifizierung prüft:

Wer bist du?

Typische Fehler:

- falscher Benutzername
- falsches Passwort
- Konto gesperrt
- Konto deaktiviert
- Passwort abgelaufen
- MFA fehlt
- Token ungültig
- Zertifikat ungültig
- falscher Identity Provider
- Zeitabweichung

Merksatz:

Loginfehler sind nicht immer nur Passwortfehler.

Autorisierungsfehler

Autorisierung prüft:

Was darfst du?

Typische Fehler:

- Benutzer nicht in richtiger Gruppe
- Rolle fehlt
- Berechtigung fehlt
- Freigaberecht fehlt
- Dateisystemrecht fehlt
- API-Scope fehlt
- Richtlinie blockiert
- Mandant falsch
- alte Session enthält alte Rechte

Merksatz:

Zugriff verweigert bedeutet:
Rechte prüfen.

Session-Fehler

Sessions verbinden mehrere Anfragen zu einer Sitzung.

Typische Fehlerbilder:

Benutzer wird ständig ausgeloggt.
Login-Schleife.
Warenkorb wird vergessen.
Session läuft sofort ab.
Benutzer sieht falschen Zustand.
Zugriff funktioniert nur in einem Browser.

Mögliche Ursachen:

Merksatz:

Login-Schleifen sind oft Cookie- oder Session-Probleme.

TLS- und Zertifikatsfehler

Auch wenn TLS eher Schicht 6 zugeordnet wird, wirkt es stark auf Schicht 7.

Typische Fehler:

- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht
- CA nicht vertrauenswürdig
- Zwischenzertifikat fehlt
- falsche Systemzeit
- TLS-Version zu alt
- Cipher Suite passt nicht
- Reverse Proxy liefert falsches Zertifikat

Merksatz:

HTTPS-Probleme immer mit Zertifikat,
Name
und Zeit prüfen.

Mailprobleme auf Schicht 7

E-Mail nutzt mehrere Anwendungsschichtprotokolle.

Typische Fehlerbilder:

Mail kann nicht gesendet werden.
Mail kann nicht empfangen werden.
Mail landet im Spam.
Mail kommt verzögert an.
Mailclient kann sich nicht anmelden.
Zertifikatswarnung im Mailclient.
NDR wird erzeugt.

Prüfpunkte:

SMTP
IMAP
POP3
MX
SPF
DKIM
DMARC
TLS
Authentifizierung
Spamfilter
Postfachgröße
Mailserver-Logs

Merksatz:

Mailfehler mit Protokoll,
DNS,
Authentifizierung
und Logs prüfen.

SMB-Fehler auf Schicht 7

SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben genutzt.

Typische Fehler:

Freigabe nicht erreichbar.
Zugriff verweigert.
Netzlaufwerk verbindet nicht.
Datei kann nicht gespeichert werden.
Datei ist gesperrt.
Benutzer sieht Freigabe nicht.

Prüfpunkte:

DNS-Name
TCP 445
SMB-Dienst
Freigabename
Benutzerkonto
Gruppe
Freigaberecht
Dateisystemrecht
gespeicherte Anmeldedaten
SMB-Version

Merksatz:

SMB-Fehler oft mit Name,
Port,
Anmeldung
und Rechten prüfen.

LDAP-Fehler auf Schicht 7

LDAP wird für Verzeichnisdienste genutzt.

Typische Fehler:

Benutzer wird nicht gefunden.
Anmeldung schlägt fehl.
Gruppen werden nicht erkannt.
Anwendung kann LDAP nicht verbinden.
LDAPS-Zertifikat wird abgelehnt.

Prüfpunkte:

LDAP-Server
Port 389 oder 636
Base-DN
Bind-Benutzer
Passwort
Suchfilter
Gruppenpfad
Zertifikat bei LDAPS
Firewall
DNS

Merksatz:

LDAP-Fehler mit Bind,
Base-DN,
Filter
und Zertifikat prüfen.

SNMP-Fehler auf Schicht 7

SNMP wird für Monitoring genutzt.

Typische Fehler:

Gerät wird als down angezeigt.
Werte werden nicht gelesen.
Interface-Daten fehlen.
Traps kommen nicht an.
Monitoring zeigt falsche Werte.

Prüfpunkte:

SNMP-Agent aktiv?
richtige SNMP-Version?
Community-String korrekt?
SNMPv3-Benutzer korrekt?
UDP 161 erlaubt?
UDP 162 für Traps erlaubt?
OID vorhanden?
MIB korrekt?
Zugriff vom Monitoring-Server erlaubt?

Merksatz:

SNMP-Fehler mit Version,
Zugangsdaten,
Port
und OID prüfen.

NTP-Fehler auf Schicht 7

NTP synchronisiert Zeit.

Typische Fehlerbilder:

Systemzeit falsch.
Zertifikate wirken ungültig.
Kerberos-Anmeldung schlägt fehl.
Logs passen zeitlich nicht zusammen.
Monitoring-Zeitstempel stimmen nicht.

Prüfpunkte:

NTP-Server erreichbar?
UDP 123 erlaubt?
DNS-Name des Zeitservers korrekt?
Zeitzone korrekt?
Zeitquelle vertrauenswürdig?
Zeitabweichung zu groß?
VM-Zeitquelle korrekt?

Merksatz:

Falsche Zeit kann viele scheinbar andere Fehler verursachen.

SSH-Fehler auf Schicht 7

SSH dient sicherem Fernzugriff.

Typische Fehler:

Timeout
Connection refused
Permission denied
Host-Key-Warnung
falscher Schlüssel
Benutzer darf nicht anmelden
Dienst läuft nicht

Prüfpunkte:

TCP 22 erreichbar?
SSH-Dienst aktiv?
richtiger Benutzer?
richtiger Schlüssel?
richtige Dateirechte?
Host-Key plausibel?
Firewall erlaubt Zugriff?
Loginmethode erlaubt?

Merksatz:

SSH-Fehler mit Port,
Dienst,
Benutzer,
Schlüssel
und Host-Key prüfen.

RDP-Fehler auf Schicht 7

RDP dient grafischem Fernzugriff.

Typische Fehler:

Verbindung nicht möglich.
Anmeldung abgelehnt.
RDP ist langsam.
Sitzung wird getrennt.
NLA-Fehler.
Benutzer hat keine Berechtigung.

Prüfpunkte:

TCP 3389 erreichbar?
Remote Desktop aktiviert?
Benutzer berechtigt?
NLA kompatibel?
VPN verbunden?
Firewall erlaubt Zugriff?
Konto gesperrt?
Server überlastet?

Merksatz:

RDP-Fehler mit Verbindung,
Anmeldung,
Berechtigung
und Richtlinien prüfen.

DHCP-Fehler auf Schicht 7

DHCP ist ein Anwendungsschichtprotokoll, liefert aber Schicht-3-Konfiguration.

Typische Fehler:

Client bekommt keine IP.
Client bekommt falsche IP.
Client bekommt 169.254.x.x.
Gateway ist falsch.
DNS ist falsch.
Manche VLANs funktionieren nicht.

Prüfpunkte:

DHCP-Server aktiv?
DHCP-Scope vorhanden?
Adressen frei?
DHCP-Relay korrekt?
VLAN korrekt?
UDP 67/68 erlaubt?
Rogue-DHCP vorhanden?
DHCP-Optionen korrekt?

Merksatz:

DHCP-Fehler mit VLAN,
Scope,
Relay
und Optionen prüfen.

Logs sind auf Schicht 7 besonders wichtig

Auf Schicht 7 liefern Logs oft die beste Information.

Wichtige Logs:

- Webserver-Logs
- Anwendungslogs
- Authentifizierungslogs
- Mailserver-Logs
- DNS-Logs
- DHCP-Logs
- LDAP-Logs
- Reverse-Proxy-Logs
- Firewall-Logs
- Monitoring-Logs
- Systemlogs

Logs zeigen oft:

- Statuscode
- Fehlermeldung
- Benutzer
- Zeit
- Quelle
- Ziel
- Pfad
- angefragte Ressource
- Authentifizierungsgrund
- Backend-Fehler

Merksatz:

Ohne Logs bleibt Schicht-7-Fehlersuche oft ungenau.

Fehlermeldungen richtig lesen

Fehlermeldungen liefern wichtige Hinweise.

Beispiele:

Meldung mögliche Bedeutung
Unauthorized nicht angemeldet oder Token ungültig
Forbidden keine Berechtigung
Not Found Ressource oder Pfad fehlt
Bad Gateway Proxy erreicht Backend nicht sauber
Connection refused Dienst nimmt Verbindung nicht an
Timeout keine Antwort innerhalb der Zeit
Invalid credentials Zugangsdaten falsch
Certificate expired Zertifikat abgelaufen
Name mismatch Zertifikat passt nicht zum Namen

Merksatz:

Fehlermeldung nicht ignorieren,
sondern technisch einordnen.

Fehler nur bei einem Benutzer

Wenn ein Problem nur bei einem Benutzer auftritt, prüft man eher:

- Benutzerkonto
- Passwort
- MFA
- Gruppenmitgliedschaften
- Rollen
- Berechtigungen
- Session
- gespeicherte Anmeldedaten
- Clientprofil
- Browsercache
- lokale Einstellungen

Merksatz:

Einzelner Benutzer betroffen:
Konto und Rechte prüfen.

Fehler bei allen Benutzern

Wenn alle Benutzer betroffen sind, prüft man eher:

- Dienst läuft?
- Server erreichbar?
- DNS korrekt?
- Zertifikat gültig?
- Datenbank erreichbar?
- Backend verfügbar?
- zentrale Authentifizierung erreichbar?
- Reverse Proxy korrekt?
- Lizenz oder Ressourcenproblem?
- allgemeine Störung?

Merksatz:

Alle betroffen:
Dienst, Server oder zentrale Infrastruktur prüfen.

Fehler nur intern oder nur extern

Wenn ein Dienst intern funktioniert, extern aber nicht, prüft man:

- externes DNS
- Firewall
- NAT
- Reverse Proxy
- Zertifikat
- öffentliche IP
- Portweiterleitung
- Geo- oder Zugriffsbeschränkung

Wenn ein Dienst extern funktioniert, intern aber nicht, prüft man:

- internes DNS
- Split DNS
- Hairpin NAT
- interne Firewall
- Proxy-Einstellungen
- Routing intern
- Zertifikat und Hostname intern

Merksatz:

Intern und extern getrennt prüfen.

Fehler nur in einem Browser

Mögliche Ursachen:

- Browsercache
- Cookies
- gespeicherte Zugangsdaten
- Erweiterungen
- CORS-Verhalten
- alte Session
- Zertifikatsspeicher
- Proxy-Einstellungen
- HSTS-Eintrag

Merksatz:

Browserabhängige Fehler oft mit Cache,
Cookies
und Erweiterungen prüfen.

Fehler nur auf einem Client

Mögliche Ursachen:

- falsche DNS-Einstellung
- falsche Systemzeit
- veraltetes Zertifikat
- lokale Firewall
- Proxy-Einstellung
- VPN aktiv oder inaktiv
- falsche gespeicherte Anmeldedaten
- veraltete Anwendung
- defektes Profil

Merksatz:

Einzelner Client betroffen:
lokale Einstellungen prüfen.

Fehler nach Änderung

Nach Änderungen prüft man zuerst, was geändert wurde.

Beispiele:

DNS geändert
Zertifikat erneuert
Passwort geändert
Gruppe geändert
Firewall angepasst
Anwendung aktualisiert
Reverse Proxy geändert
Datenbank verschoben
Container neu gestartet
Port geändert
Lizenz geändert

Merksatz:

Nach Änderung zuerst Änderung prüfen.

Systematische Schicht-7-Fehlersuche

Eine sinnvolle Reihenfolge:

1. Fehlermeldung genau lesen.
2. Betroffene Benutzer und Systeme eingrenzen.
3. Dienst und Protokoll bestimmen.
4. DNS und Hostname prüfen.
5. IP-Erreichbarkeit prüfen.
6. Port prüfen.
7. TLS oder Zertifikat prüfen.
8. Anwendung oder Dienst prüfen.
9. Anmeldung prüfen.
10. Berechtigung prüfen.
11. Datenformat oder Anfrage prüfen.
12. Logs prüfen.
13. letzte Änderungen prüfen.

Merksatz:

Erst eingrenzen,
dann Schicht für Schicht prüfen.

Typische Werkzeuge

Werkzeug Zweck
Browser-Entwicklertools HTTP-Status, Header, Cookies, Netzwerk
curl HTTP/API testen
nslookup DNS einfach prüfen
dig DNS detailliert prüfen
ping IP-Erreichbarkeit grob prüfen
traceroute / tracert Weg zum Ziel prüfen
telnet / nc TCP-Port testen
openssl s_client TLS-Zertifikat prüfen
ssh -v SSH-Verbindung detailliert prüfen
Ereignisanzeige Windows-Logs prüfen
journalctl Linux-Systemlogs prüfen
Webserver-Logs HTTP-Anfragen prüfen
Mailserver-Logs E-Mail-Zustellung prüfen

Merksatz:

Das richtige Werkzeug hängt vom Dienst ab.

curl für Webfehler

curl kann HTTP-Antworten prüfen.

Typische Prüfpunkte:

- Statuscode
- Header
- Weiterleitung
- TLS-Fehler
- Antwortinhalt
- API-Antwort

Beispielgedanke:

Was antwortet der Server wirklich?

Merksatz:

curl zeigt,
was ein Webdienst tatsächlich zurückgibt.

Browser-Entwicklertools

Browser-Entwicklertools helfen bei Webproblemen.

Sie zeigen unter anderem:

- HTTP-Requests
- HTTP-Responses
- Statuscodes
- Header
- Cookies
- Ladezeiten
- CORS-Fehler
- JavaScript-Fehler
- blockierte Inhalte

Merksatz:

Browser-Entwicklertools sind wichtig für Web-Schicht-7-Fehler.

openssl s_client

Mit openssl s_client kann man TLS-Verbindungen prüfen.

Typische Informationen:

- Zertifikat
- Zertifikatskette
- TLS-Version
- Cipher
- Name und Zertifikat
- Ablaufdatum

Besonders hilfreich bei:

- HTTPS
- LDAPS
- IMAPS
- SMTPS
- POP3S

Merksatz:

TLS-Probleme mit Zertifikat und Kette prüfen.

Paketmitschnitt auf Schicht 7

Ein Paketmitschnitt kann helfen, wenn Logs nicht ausreichen.

Man kann sehen:

- DNS-Anfragen
- DHCP-DORA
- TCP-Verbindungsaufbau
- TLS-Handshake
- unverschlüsselte Protokollinhalte
- Fehlercodes
- Wiederholungen
- Timeouts

Wichtig:

Bei verschlüsselten Verbindungen sieht man Inhalte nicht einfach im Klartext.

Merksatz:

Mitschnitt zeigt Verkehr,
aber TLS schützt Inhalte.

Schicht-7-Fehler und Sicherheit

Viele Schicht-7-Fehler haben Sicherheitsbezug.

Beispiele:

- falsche Rechte
- schwache Authentifizierung
- unsichere Cookies
- offene Adminbereiche
- veraltete Webanwendung
- unsicheres FTP
- Telnet statt SSH
- fehlende MFA
- falsche CORS-Konfiguration
- Tokens in URLs
- zu genaue Fehlermeldungen

Merksatz:

Anwendungsschicht ist häufig Angriffsziel.

Was Schicht-7-Fehlersuche nicht ersetzt

Schicht-7-Fehlersuche ersetzt nicht:

- Prüfung der Verkabelung
- VLAN-Prüfung
- Routing-Prüfung
- Firewall-Prüfung
- Portprüfung
- Zertifikatsprüfung
- Berechtigungskonzept
- Sicherheitskonzept
- Backup-Konzept
- Monitoring

Sie ergänzt diese Prüfungen.

Merksatz:

Schicht 7 ist nur ein Teil der gesamten Fehlersuche.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Warum reicht ein erfolgreicher Ping nicht aus?
- Warum reicht ein offener Port nicht aus?
- Was prüft man bei HTTP 404?
- Was prüft man bei HTTP 500?
- Was bedeutet HTTP 401?
- Was bedeutet HTTP 403?
- Warum kann ein DNS-Fehler wie ein Internetproblem wirken?
- Warum kann ein falsches Zertifikat durch DNS entstehen?
- Wie grenzt man Anmeldeprobleme ein?
- Wie grenzt man Berechtigungsprobleme ein?
- Warum sind Logs bei Schicht-7-Problemen wichtig?
- Welche Rolle spielt der Reverse Proxy bei Webfehlern?
- Warum kann ein Dienst trotz erreichbarem Server nicht funktionieren?

Typische Prüfungsfallen

Ping prüft nicht die Anwendung.

Offener Port heißt nicht,
dass der Dienst korrekt funktioniert.

HTTP-Statuscodes gehören zur Anwendungsschicht.

401 bedeutet nicht authentifiziert.

403 bedeutet nicht berechtigt.

404 bedeutet Ressource nicht gefunden.

500 bedeutet interner Serverfehler.

502 deutet oft auf Proxy-Backend-Problem.

DNS gehört zu Schicht 7.

DHCP gehört zu Schicht 7,
auch wenn es IP-Konfiguration verteilt.

Mailprobleme sind oft DNS-, TLS- oder Spamfilterprobleme.

SMB-Probleme sind oft Rechte- oder Anmeldeprobleme.

LDAP-Probleme sind oft Base-DN-, Bind- oder Filterprobleme.

NTP-Probleme können Zertifikats- und Loginfehler verursachen.

Schicht 7 braucht Logs.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
Schicht-7-Fehler Fehler im Dienst oder Anwendungsprotokoll
Dienst bereitgestellte Netzwerkfunktion
Statuscode Antwortcode eines Protokolls
HTTP 401 nicht authentifiziert
HTTP 403 nicht berechtigt
HTTP 404 Ressource nicht gefunden
HTTP 500 interner Serverfehler
HTTP 502 Bad Gateway
Backend interner Ziel-Dienst
Reverse Proxy vorgelagerter Webserver
Authentifizierung Identität prüfen
Autorisierung Rechte prüfen
Session Sitzung zwischen Client und Anwendung
Token digitaler Zugriffsnachweis
Log Protokolldatei mit Ereignissen
API Schnittstelle zwischen Anwendungen
Content-Type Datenformat im HTTP-Body
DNS-Cache zwischengespeicherte DNS-Antwort

IHK-sichere Kurzformulierung

Fehlersuche auf OSI-Schicht 7 betrifft die Anwendungsschicht und damit konkrete Dienste und Protokolle wie HTTP, DNS, DHCP, SMTP, SMB, LDAP, SNMP, NTP, SSH, RDP und APIs. Dabei reicht es nicht aus, nur IP-Erreichbarkeit oder offene Ports zu prüfen. Ein Dienst kann trotz erreichbarem Server und offenem Port fehlerhaft antworten. Deshalb prüft man auf Schicht 7 insbesondere Dienststatus, Protokoll, Hostname, URL, HTTP-Statuscodes, Anmeldung, Berechtigungen, Datenformat, Zertifikate, Reverse Proxy, Backend und Logs. Schicht-7-Fehler zeigen sich häufig als falsche DNS-Antworten, HTTP-Fehler, Loginprobleme, Zugriff verweigert, Mailprobleme oder fehlerhafte API-Antworten.


Merksätze

Schicht 7 = Anwendungsschicht.

Schicht 7 prüft den konkreten Dienst.

Ping prüft nicht die Anwendung.

Offener Port heißt nicht:
Anwendung funktioniert.

Dienst läuft nicht immer,
nur weil Server erreichbar ist.

Falsches Protokoll erzeugt Fehler.

Falscher Hostname kann falsches Zertifikat liefern.

DNS-Probleme sind Schicht-7-Probleme.

HTTP-Statuscodes helfen bei Webfehlern.

401 = nicht authentifiziert.

403 = nicht berechtigt.

404 = nicht gefunden.

500 = interner Serverfehler.

502 = Proxy-Backend-Problem.

503 = Dienst nicht verfügbar.

504 = Gateway Timeout.

API-Fehler mit Methode,
Header,
Body
und Token prüfen.

Loginfehler = Authentifizierung prüfen.

Zugriff verweigert = Autorisierung prüfen.

Login-Schleife = Session und Cookies prüfen.

Mailfehler mit DNS,
SMTP,
IMAP,
TLS
und Spamfilter prüfen.

SMB-Fehler mit Name,
Port,
Anmeldung
und Rechten prüfen.

LDAP-Fehler mit Bind,
Base-DN
und Filter prüfen.

SNMP-Fehler mit Version,
Zugangsdaten
und OID prüfen.

NTP-Fehler können viele Folgefehler erzeugen.

Logs sind bei Schicht 7 besonders wichtig.

Erst eingrenzen,
dann Schicht für Schicht prüfen.

10.11 Merksätze und Prüfungswissen zu OSI-Schicht 7

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zur OSI-Schicht 7 zusammen.

OSI-Schicht 7 heißt:

Anwendungsschicht

Die Hauptaufgabe von Schicht 7 ist:

Netzwerkdienste für Anwendungen bereitstellen.

Typische Protokolle und Dienste sind:

- HTTP
- HTTPS
- DNS
- DHCP
- SMTP
- POP3
- IMAP
- FTP
- SFTP
- FTPS
- SMB
- LDAP
- SNMP
- NTP
- SSH
- RDP
- Telnet
- APIs

Merksatz:

Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.

Grundidee von Schicht 7

Schicht 7 ist die oberste Schicht des OSI-Modells.

Sie ist die Schicht, die Anwendungen am nächsten ist.

Wichtig:

Die Anwendungsschicht ist nicht einfach das Programm selbst.

Besser:

Anwendungen nutzen Protokolle der Anwendungsschicht.

Beispiel:

Browser = Anwendung

HTTP / HTTPS = Protokolle der Anwendungsschicht

Merksatz:

Schicht 7 beschreibt Protokolle und Dienste,
die Anwendungen für Netzwerkkommunikation verwenden.

Schicht 7 im OSI-Modell

Schicht Name Kerngedanke
7 Anwendungsschicht Netzwerkdienste für Anwendungen
6 Darstellungsschicht Daten darstellen, codieren, komprimieren, verschlüsseln
5 Sitzungsschicht Sitzungen aufbauen, verwalten und beenden
4 Transportschicht TCP, UDP, Ports
3 Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht IP, Routing
2 Sicherungsschicht Frames, MAC-Adressen, VLAN
1 Bitübertragungsschicht Bits, Signale, Medien

Merksatz:

Schicht 7 nutzt alle darunterliegenden Schichten.

Schicht 7 und Schicht 4 unterscheiden

Ein häufiger Prüfungsfehler ist, Ports und Protokolle zu vermischen.

Beispiel:

TCP 443 = Schicht 4

HTTPS = Schicht 7 mit TLS-Bezug

Oder:

UDP 53 / TCP 53 = Schicht 4

DNS = Schicht 7

Merksatz:

Port = Schicht 4.
Dienstprotokoll = Schicht 7.

Wichtige Standardports

Dienst Protokoll typischer Port
HTTP TCP 80
HTTPS TCP 443
DNS UDP / TCP 53
DHCP-Server UDP 67
DHCP-Client UDP 68
SMTP TCP 25
Submission TCP 587
SMTPS TCP 465
POP3 TCP 110
POP3S TCP 995
IMAP TCP 143
IMAPS TCP 993
FTP TCP 21
SFTP TCP 22
SSH TCP 22
Telnet TCP 23
SMB TCP 445
LDAP TCP / UDP 389
LDAPS TCP 636
SNMP UDP 161
SNMP-Trap UDP 162
NTP UDP 123
RDP TCP 3389

Merksatz:

Standardports helfen bei Prüfung und Fehlersuche,
gehören aber zur Transportschicht.

HTTP und HTTPS

HTTP steht für:

Hypertext Transfer Protocol

HTTPS steht für:

Hypertext Transfer Protocol Secure

HTTP wird für Webkommunikation genutzt.

HTTPS ist:

HTTP über TLS

Typische Ports:

HTTP:
TCP 80

HTTPS:
TCP 443

Merksatz:

HTTP = Web ohne TLS.
HTTPS = Web mit TLS.

HTTP-Request und HTTP-Response

HTTP arbeitet mit:

Request
Response

Request:

Anfrage des Clients

Response:

Antwort des Servers

Beispiel:

Browser fordert Webseite an.
Webserver liefert Antwort.

Merksatz:

HTTP arbeitet mit Anfrage und Antwort.

HTTP-Methoden

Wichtige HTTP-Methoden:

Methode Bedeutung
GET Daten abrufen
POST Daten senden oder erstellen
PUT Ressource vollständig ersetzen
PATCH Ressource teilweise ändern
DELETE Ressource löschen
HEAD nur Kopfzeilen abrufen
OPTIONS Möglichkeiten abfragen

Merksatz:

GET liest.
POST sendet.
PUT ersetzt.
PATCH ändert teilweise.
DELETE löscht.

HTTP-Statuscodes

HTTP-Statuscodes zeigen das Ergebnis einer Anfrage.

Bereich Bedeutung
1xx Information
2xx Erfolg
3xx Weiterleitung
4xx Clientfehler
5xx Serverfehler

Wichtige Beispiele:

Statuscode Bedeutung
200 OK
301 dauerhaft weitergeleitet
302 vorübergehend weitergeleitet
400 fehlerhafte Anfrage
401 nicht authentifiziert
403 verboten
404 nicht gefunden
500 interner Serverfehler
502 Bad Gateway
503 Dienst nicht verfügbar
504 Gateway Timeout

Merksatz:

2xx = Erfolg.
4xx = Clientproblem.
5xx = Serverproblem.

401 und 403 unterscheiden

401 bedeutet:

nicht authentifiziert

Der Benutzer ist nicht angemeldet oder die Anmeldung ist ungültig.

403 bedeutet:

verboten

Der Benutzer ist möglicherweise angemeldet, hat aber keine Berechtigung.

Merksatz:

401 = Wer bist du?
403 = Du darfst das nicht.

DNS

DNS steht für:

Domain Name System

DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

Beispiel:

www.example.com
→ IP-Adresse

DNS gehört zur Anwendungsschicht, nutzt aber UDP oder TCP auf Port 53.

Merksatz:

DNS = Name zu IP-Adresse.

Wichtige DNS-Records

Record Bedeutung
A Name zu IPv4-Adresse
AAAA Name zu IPv6-Adresse
CNAME Alias auf anderen Namen
MX Mailserver einer Domain
NS zuständiger Nameserver
TXT Textinformationen
PTR Reverse-DNS-Eintrag
SRV Dienststandort
SOA Verwaltungsdaten einer Zone

Merksatz:

A = IPv4.
AAAA = IPv6.
MX = Mailserver.
PTR = Reverse Lookup.

Forward Lookup und Reverse Lookup

Forward Lookup bedeutet:

Name zu IP-Adresse

Beispiel:

server01.firma.local
→ 192.168.10.20

Reverse Lookup bedeutet:

IP-Adresse zu Name

Beispiel:

192.168.10.20
→ server01.firma.local

Merksatz:

Forward = Name zu IP.
Reverse = IP zu Name.

DNS-TTL

TTL steht für:

Time To Live

Die TTL gibt an, wie lange ein DNS-Eintrag zwischengespeichert werden darf.

Folge:

DNS-Änderungen sind nicht immer sofort überall sichtbar.

Merksatz:

TTL steuert DNS-Caching.

DHCP

DHCP steht für:

Dynamic Host Configuration Protocol

DHCP verteilt automatisch Netzwerkkonfigurationen.

Ein Client kann erhalten:

- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Standard-Gateway
- DNS-Server
- Domain-Suffix
- Lease-Zeit

DHCP gehört zur Anwendungsschicht, liefert aber wichtige Schicht-3-Konfiguration.

Merksatz:

DHCP = automatische IP-Konfiguration.

DHCP-DORA

Der klassische DHCP-Ablauf heißt:

DORA

DORA steht für:

Discover
Offer
Request
Acknowledge

Ablauf:

Client sucht DHCP-Server.
Server bietet Konfiguration an.
Client fordert Angebot an.
Server bestätigt Vergabe.

Merksatz:

DHCP-Ablauf = DORA.

DHCP-Relay

DHCP startet häufig mit Broadcast.

Router leiten Broadcasts normalerweise nicht einfach weiter.

Wenn DHCP-Client und DHCP-Server in verschiedenen Netzen liegen, braucht man:

DHCP-Relay

Bei manchen Herstellern heißt das:

IP Helper Address

Merksatz:

DHCP-Relay bringt DHCP-Anfragen über Netzgrenzen.

APIPA

Wenn ein Windows-Client keine DHCP-Adresse erhält, kann er sich selbst eine Adresse aus diesem Bereich geben:

169.254.0.0/16

Das nennt man:

APIPA

Typisches Fehlerbild:

Client hat 169.254.x.x

Mögliche Ursache:

DHCP fehlgeschlagen

Merksatz:

169.254.x.x deutet oft auf DHCP-Probleme hin.

E-Mail-Protokolle

Die wichtigsten E-Mail-Protokolle sind:

SMTP
POP3
IMAP

Grundregel:

SMTP sendet.
POP3 und IMAP empfangen.

Merksatz:

SMTP raus.
POP3/IMAP rein.

SMTP

SMTP steht für:

Simple Mail Transfer Protocol

SMTP wird verwendet für:

- E-Mail senden
- E-Mail zwischen Mailservern weiterleiten

Typische Ports:

TCP 25:
Mailserver zu Mailserver

TCP 587:
Submission, also authentifiziertes Einreichen durch Clients

TCP 465:
SMTPS, also SMTP direkt über TLS

Merksatz:

SMTP = E-Mail senden und transportieren.

POP3

POP3 steht für:

Post Office Protocol Version 3

POP3 dient zum Abrufen von E-Mails.

Typische Ports:

POP3:
TCP 110

POP3S:
TCP 995

POP3 lädt E-Mails eher einfach ab und ist weniger gut für mehrere Geräte geeignet.

Merksatz:

POP3 = E-Mail abrufen.

IMAP

IMAP steht für:

Internet Message Access Protocol

IMAP dient zum Abrufen und Verwalten von E-Mails auf dem Server.

Typische Ports:

IMAP:
TCP 143

IMAPS:
TCP 993

IMAP eignet sich gut für mehrere Geräte, weil E-Mails und Ordner synchronisiert werden.

Merksatz:

IMAP = E-Mails auf dem Server verwalten und synchronisieren.

SPF, DKIM und DMARC

Diese Verfahren helfen bei E-Mail-Sicherheit.

Verfahren Hauptaufgabe
SPF legt erlaubte sendende Server fest
DKIM signiert E-Mails kryptografisch
DMARC legt Umgang mit SPF-/DKIM-Fehlern fest

Merksatz:

SPF erlaubt.
DKIM signiert.
DMARC entscheidet.

FTP, SFTP und FTPS

Diese Protokolle dienen der Dateiübertragung.

Protokoll Bedeutung Sicherheit
FTP File Transfer Protocol klassisch unverschlüsselt
SFTP SSH File Transfer Protocol über SSH verschlüsselt
FTPS FTP mit TLS über TLS geschützt

Typische Ports:

FTP:
TCP 21

SFTP:
TCP 22

FTPS implizit:
TCP 990

Merksatz:

FTP unverschlüsselt.
SFTP über SSH.
FTPS über TLS.

SFTP und FTPS nicht verwechseln

SFTP ist:

Dateiübertragung über SSH

FTPS ist:

FTP mit TLS

Das sind unterschiedliche Protokolle.

Merksatz:

SFTP ist nicht FTPS.

SMB

SMB steht für:

Server Message Block

SMB dient für:

- Datei-Freigaben
- Drucker-Freigaben
- Netzlaufwerke
- NAS-Freigaben
- Windows-Freigaben

Typischer Port:

TCP 445

Beispiel für einen UNC-Pfad:

\\server01\freigabe

Merksatz:

SMB = Datei- und Druckerfreigaben.

SMB-Berechtigungen

Bei SMB sind meist zwei Ebenen wichtig:

Freigabeberechtigungen
Dateisystemberechtigungen

Beispiel:

Freigabe erlaubt Vollzugriff.
Dateisystem erlaubt nur Lesen.

Ergebnis:

Benutzer kann nur lesen.

Merksatz:

Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.

LDAP

LDAP steht für:

Lightweight Directory Access Protocol

LDAP dient dem Zugriff auf Verzeichnisdienste.

Typische Nutzung:

- Benutzer suchen
- Gruppen prüfen
- Anmeldungen unterstützen
- zentrale Identitätsinformationen abfragen

Wichtige Ports:

LDAP:
TCP/UDP 389

LDAPS:
TCP 636

Merksatz:

LDAP = Zugriff auf Verzeichnisdienste.

Active Directory und LDAP

Active Directory nutzt LDAP, ist aber nicht nur LDAP.

Active Directory nutzt außerdem unter anderem:

- DNS
- Kerberos
- Gruppenrichtlinien
- Verzeichnisdatenbank
- Replikation

Merksatz:

LDAP ist ein wichtiger Teil von Active Directory,
aber nicht das ganze Active Directory.

SNMP

SNMP steht für:

Simple Network Management Protocol

SNMP dient zur Überwachung und Verwaltung von Netzwerkgeräten.

Typische Geräte:

- Switches
- Router
- Firewalls
- Drucker
- Server
- USV
- Access Points

Wichtige Ports:

SNMP-Abfrage:
UDP 161

SNMP-Trap:
UDP 162

Merksatz:

SNMP = Netzwerkgeräte überwachen.

SNMPv3

SNMPv3 ist sicherer als ältere SNMP-Versionen.

SNMPv3 kann bieten:

- Authentifizierung
- Verschlüsselung
- Integritätsschutz
- Benutzerkonzept

Ältere Varianten mit Community-String sind weniger sicher.

Merksatz:

SNMPv3 bevorzugen.

NTP

NTP steht für:

Network Time Protocol

NTP synchronisiert die Uhrzeit von Systemen.

Typischer Port:

UDP 123

Korrekte Zeit ist wichtig für:

- Zertifikate
- Kerberos
- Logs
- Monitoring
- Fehlersuche
- Backups
- Authentifizierung

Merksatz:

NTP = Zeitsynchronisation.

SSH

SSH steht für:

Secure Shell

SSH dient sicherer Fernadministration über eine Kommandozeile.

Typischer Port:

TCP 22

SSH wird häufig genutzt für:

- Linux-Server
- Netzwerkgeräte
- Firewalls
- NAS-Systeme
- SFTP
- Automatisierung

Merksatz:

SSH = sicherer Fernzugriff auf die Shell.

RDP

RDP steht für:

Remote Desktop Protocol

RDP dient grafischem Fernzugriff.

Typischer Port:

TCP 3389

RDP ist besonders bei Windows-Systemen verbreitet.

Wichtig:

RDP sollte nicht ungeschützt direkt aus dem Internet erreichbar sein.

Merksatz:

RDP = grafischer Fernzugriff.

Telnet

Telnet ist ein älteres Fernzugriffsprotokoll.

Typischer Port:

TCP 23

Problem:

Telnet ist unverschlüsselt.

Benutzername, Passwort und Befehle können im Klartext übertragen werden.

Merksatz:

Telnet vermeiden.
SSH verwenden.

Authentifizierung

Authentifizierung bedeutet:

Identität prüfen.

Frage:

Wer bist du?

Beispiele:

- Benutzername und Passwort
- SSH-Schlüssel
- Zertifikat
- Smartcard
- MFA-Code
- Token

Merksatz:

Authentifizierung = Identität prüfen.

Autorisierung

Autorisierung bedeutet:

Rechte prüfen.

Frage:

Was darfst du?

Beispiele:

- Datei lesen
- Datei ändern
- Adminbereich öffnen
- API verwenden
- Benutzer anlegen
- Server verwalten

Merksatz:

Autorisierung = Rechte prüfen.

Authentifizierung und Autorisierung unterscheiden

Begriff Frage Beispiel
Authentifizierung Wer bist du? Benutzer meldet sich an
Autorisierung Was darfst du? Benutzer darf bestimmten Ordner öffnen

Merksatz:

Angemeldet bedeutet nicht automatisch berechtigt.

MFA

MFA steht für:

Multi-Faktor-Authentifizierung

Dabei werden mehrere Faktoren kombiniert.

Beispiele:

- Passwort
- Smartphone-App
- Hardware-Token
- Fingerabdruck
- Smartcard

Merksatz:

MFA schützt zusätzlich,
wenn ein Passwort gestohlen wurde.

SSO

SSO steht für:

Single Sign-on

SSO bedeutet:

Einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.

Typische Bestandteile:

- Identity Provider
- Service Provider
- Token
- zentrale Identität

Merksatz:

SSO = einmal anmelden,
mehrere Dienste nutzen.

Token und Session

Token:

digitaler Zugriffsnachweis

Session:

Sitzung zwischen Client und Anwendung

Session-Cookie:

Wichtig:

Tokens und Session-Cookies müssen geschützt werden,
weil sie Zugriff ermöglichen können.

Merksatz:

Token und Session-Cookie wie Zugangsdaten schützen.

Least Privilege

Least Privilege bedeutet:

Benutzer und Dienste erhalten nur die Rechte,
die sie wirklich benötigen.

Beispiel:

Dienst braucht nur Leserechte.
Dann bekommt er keine Schreibrechte.

Merksatz:

Nur so viele Rechte wie nötig,
so wenige wie möglich.

Typische Schicht-7-Fehler

Typische Fehler auf Schicht 7 sind:

- DNS löst falsch auf
- HTTP 404
- HTTP 500
- HTTP 502
- Login funktioniert nicht
- Zugriff verweigert
- API lehnt Anfrage ab
- falscher Content-Type
- ungültiges JSON
- Mail kommt nicht an
- Mail landet im Spam
- SMB-Freigabe verweigert Zugriff
- LDAP-Bind schlägt fehl
- SNMP-Werte fehlen
- NTP synchronisiert nicht
- SSH Permission Denied
- RDP-Anmeldung abgelehnt

Merksatz:

Schicht-7-Fehler betreffen Dienst,
Inhalt,
Anmeldung
oder Rechte.

Fehlersuche auf Schicht 7

Eine sinnvolle Reihenfolge:

1. Fehlermeldung genau lesen.
2. Betroffene Benutzer und Systeme eingrenzen.
3. Dienst und Protokoll bestimmen.
4. DNS und Hostname prüfen.
5. IP-Erreichbarkeit prüfen.
6. Port prüfen.
7. TLS oder Zertifikat prüfen.
8. Dienststatus prüfen.
9. Anmeldung prüfen.
10. Berechtigung prüfen.
11. Datenformat prüfen.
12. Logs prüfen.
13. letzte Änderungen prüfen.

Merksatz:

Erst eingrenzen,
dann Schicht für Schicht prüfen.

Wichtigste Abgrenzung zu unteren Schichten

Aussage Einordnung
Kabel steckt nicht Schicht 1
VLAN falsch Schicht 2
Gateway falsch Schicht 3
Port blockiert Schicht 4
TLS-Zertifikat ungültig Schicht 6
HTTP 404 Schicht 7
Login falsch Schicht 7
Rechte fehlen Schicht 7
DNS-Record falsch Schicht 7

Merksatz:

Schicht 7 beginnt dort,
wo der konkrete Dienstinhalt geprüft wird.

Typische Prüfungsfallen

Schicht 7 heißt Anwendungsschicht.

Schicht 7 ist nicht einfach das Programm selbst.

Anwendungen nutzen Schicht-7-Protokolle.

Port gehört zu Schicht 4.

Dienstprotokoll gehört zu Schicht 7.

DNS gehört zu Schicht 7.

DHCP gehört zu Schicht 7,
obwohl es IP-Konfiguration verteilt.

HTTP gehört zu Schicht 7.

HTTPS ist HTTP über TLS.

SMTP sendet E-Mails.

POP3 und IMAP empfangen E-Mails.

POP3 lädt eher herunter.

IMAP synchronisiert besser.

FTP ist klassisch unverschlüsselt.

SFTP ist nicht FTPS.

SMB nutzt TCP 445.

LDAP ist nicht das ganze Active Directory.

SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.

NTP-Probleme können Zertifikats- und Loginprobleme verursachen.

SSH ist sicherer als Telnet.

RDP nicht ungeschützt ins Internet öffnen.

Authentifizierung ist nicht Autorisierung.

Anmeldung bedeutet nicht automatisch Berechtigung.

Offener Port bedeutet nicht automatisch,
dass die Anwendung funktioniert.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
Anwendungsschicht OSI-Schicht 7
Dienst Netzwerkfunktion für Anwendungen
Protokoll Regelwerk für Kommunikation
HTTP Webprotokoll
HTTPS HTTP über TLS
DNS Namensauflösung
DHCP automatische IP-Konfiguration
SMTP E-Mail senden
POP3 E-Mail abrufen
IMAP E-Mail abrufen und verwalten
FTP klassische Dateiübertragung
SFTP Dateiübertragung über SSH
FTPS FTP mit TLS
SMB Datei- und Druckerfreigaben
LDAP Verzeichnisdienstzugriff
SNMP Netzwerkmanagement
NTP Zeitsynchronisation
SSH sicherer Shell-Zugriff
RDP grafischer Fernzugriff
Telnet altes unverschlüsseltes Fernzugriffsprotokoll
API Schnittstelle zwischen Anwendungen
Authentifizierung Identität prüfen
Autorisierung Rechte prüfen
MFA Multi-Faktor-Authentifizierung
SSO Single Sign-on
Token digitaler Zugriffsnachweis
Session Sitzung zwischen Client und Anwendung
Least Privilege nur notwendige Rechte vergeben

IHK-sichere Gesamtformulierung

Die Anwendungsschicht ist Schicht 7 des OSI-Modells. Sie stellt Netzwerkdienste für Anwendungen bereit. Typische Protokolle sind HTTP, HTTPS, DNS, DHCP, SMTP, POP3, IMAP, FTP, SFTP, FTPS, SMB, LDAP, SNMP, NTP, SSH, RDP und Telnet. Die Anwendungsschicht ist nicht das Programm selbst, sondern beschreibt die Protokolle und Dienste, die Anwendungen zur Kommunikation verwenden. Ports gehören zur Transportschicht, während die eigentlichen Dienstprotokolle zur Anwendungsschicht gehören. Fehler auf Schicht 7 betreffen häufig DNS, HTTP-Statuscodes, Anmeldungen, Berechtigungen, APIs, Datenformate, Maildienste, Dateifreigaben oder Dienstlogs.


Wichtigste Merksätze

Schicht 7 = Anwendungsschicht.

Schicht 7 = Netzwerkdienste für Anwendungen.

Anwendung nutzt Protokoll.

Protokoll gehört zu Schicht 7.

Port gehört zu Schicht 4.

HTTP = Webprotokoll.

HTTPS = HTTP über TLS.

DNS = Name zu IP-Adresse.

DHCP = automatische IP-Konfiguration.

SMTP sendet.

POP3 ruft ab.

IMAP synchronisiert.

FTP ist klassisch unverschlüsselt.

SFTP läuft über SSH.

FTPS nutzt TLS.

SMB = Datei- und Druckerfreigaben.

LDAP = Verzeichnisdienstzugriff.

SNMP = Netzwerküberwachung.

NTP = Zeitsynchronisation.

SSH = sicherer Fernzugriff.

RDP = grafischer Fernzugriff.

Telnet ist unsicher.

Authentifizierung = Wer bist du?

Autorisierung = Was darfst du?

Anmeldung ist nicht gleich Berechtigung.

MFA erhöht die Sicherheit.

Least Privilege immer beachten.

Offener Port heißt nicht:
Anwendung funktioniert.

Schicht-7-Fehler mit Dienst,
Protokoll,
Anmeldung,
Rechten,
Daten
und Logs prüfen.