# 12. Sniffing, Analyse und Fehlersuche



# 12.1 Sniffing, Paketmitschnitt und Netzwerkanalyse

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr mitschneiden und analysieren.

Dabei werden Datenpakete sichtbar gemacht,
damit man verstehen kann,
was im Netzwerk wirklich passiert.

Typische Werkzeuge sind:

    - Wireshark
    - tcpdump
    - tshark
    - Packet Capture auf Firewalls
    - Switch-Port-Mirroring
    - Browser-Entwicklertools
    - Logdateien als Ergänzung

Merksatz:

    Sniffing zeigt den tatsächlichen Netzwerkverkehr.

---

**Warum nutzt man Paketmitschnitte?**

Ein Paketmitschnitt hilft,
wenn normale Fehlermeldungen nicht ausreichen.

Man kann damit prüfen:

    Kommt ein Paket überhaupt an?
    Antwortet das Zielsystem?
    Wird DNS korrekt gefragt?
    Findet ein TCP-Handshake statt?
    Gibt es Wiederholungen?
    Gibt es Timeouts?
    Wird die Verbindung aktiv abgelehnt?
    Wird TLS aufgebaut?
    Werden DHCP-Pakete gesendet?
    Gibt es ARP-Probleme?

Merksatz:

    Paketmitschnitt hilft,
    Vermutungen durch echte Daten zu ersetzen.

---

**Sniffing ist nicht immer erlaubt**

Netzwerkverkehr kann sensible Informationen enthalten.

Beispiele:

    - Benutzernamen
    - Passwörter
    - Cookies
    - Tokens
    - E-Mail-Inhalte
    - interne IP-Adressen
    - Kundendaten
    - personenbezogene Daten
    - vertrauliche Kommunikation

Deshalb gilt:

    Paketmitschnitte nur mit Erlaubnis,
    Zweckbindung
    und möglichst begrenztem Umfang durchführen.

Merksatz:

    Sniffing ist technisch hilfreich,
    aber datenschutz- und sicherheitsrelevant.

---

**Was sieht man in einem Paketmitschnitt?**

In einem Paketmitschnitt sieht man je nach Protokoll:

    - Quell-MAC-Adresse
    - Ziel-MAC-Adresse
    - Quell-IP-Adresse
    - Ziel-IP-Adresse
    - Protokoll
    - Quellport
    - Zielport
    - Flags
    - Paketgröße
    - Zeitstempel
    - DNS-Anfragen
    - TCP-Handshake
    - TLS-Handshake
    - unverschlüsselte Nutzdaten

Bei verschlüsselten Verbindungen sieht man den Inhalt nicht einfach im Klartext.

Merksatz:

    Metadaten sind oft sichtbar,
    Inhalte bei TLS meist nicht.

---

**OSI-Schichten im Paketmitschnitt**

Ein Paketmitschnitt zeigt mehrere OSI-Schichten gleichzeitig.

| Sichtbarer Bereich | OSI-Schicht |
|---|---:|
| MAC-Adressen | 2 |
| VLAN-Tags | 2 |
| IP-Adressen | 3 |
| ICMP | 3 |
| TCP / UDP | 4 |
| Ports | 4 |
| TLS-Handshake | 6 / 7-Bezug |
| DNS, HTTP, DHCP, SMTP | 7 |

Merksatz:

    Paketmitschnitt verbindet die Schichten sichtbar miteinander.

---

**Wireshark**

Wireshark ist ein grafisches Werkzeug zur Analyse von Netzwerkpaketen.

Es zeigt Pakete übersichtlich mit:

    - Paketliste
    - Paketdetails
    - Rohdaten
    - Protokollauswertung
    - Filtern
    - Zeitinformationen
    - Verbindungsübersichten

Wireshark eignet sich besonders gut,
um Protokolle Schritt für Schritt zu verstehen.

Merksatz:

    Wireshark macht Netzwerkverkehr sichtbar und lesbar.

---

**tcpdump**

tcpdump ist ein Kommandozeilenwerkzeug für Paketmitschnitte.

Es wird häufig auf Linux,
Unix,
Firewalls,
Servern
oder Netzwerkgeräten verwendet.

Vorteile:

    - schnell
    - leicht auf Servern nutzbar
    - gut für SSH-Sitzungen
    - kann Mitschnitte als Datei speichern
    - gut für gezielte Filter

Merksatz:

    tcpdump ist Paketmitschnitt auf der Kommandozeile.

---

**tshark**

tshark ist die Kommandozeilenversion von Wireshark.

Es kann Pakete aufzeichnen,
filtern
und Protokolldaten ausgeben.

Typische Nutzung:

    - Analyse auf Servern
    - automatisierte Auswertung
    - schnelle Suche in Mitschnitten
    - Export bestimmter Felder

Merksatz:

    tshark bringt Wireshark-Funktionen auf die Kommandozeile.

---

**Packet Capture auf Firewalls**

Viele Firewalls bieten eine eingebaute Paketmitschnittfunktion.

Vorteil:

    Man sieht,
    ob Pakete an der Firewall ankommen
    und auf welchem Interface sie erscheinen.

Das ist hilfreich bei:

    - NAT-Problemen
    - Routingproblemen
    - DMZ-Verkehr
    - VPN-Problemen
    - Firewall-Regelprüfung
    - asymmetrischem Routing

Merksatz:

    Mitschnitt auf der Firewall zeigt,
    was die Firewall wirklich sieht.

---

**Switch-Port-Mirroring**

Ein Switch leitet normalerweise nur relevante Frames an den passenden Port weiter.

Damit ein Analysegerät trotzdem Verkehr anderer Ports sehen kann,
nutzt man:

    Port Mirroring

oder:

    SPAN-Port

Dabei wird Verkehr von einem oder mehreren Ports
auf einen Analyseport kopiert.

Merksatz:

    Port Mirroring kopiert Verkehr zu einem Analyseport.

---

**Warum sieht man nicht automatisch alles?**

In geswitchten Netzwerken sieht ein normaler Client nicht den gesamten Verkehr.

Er sieht hauptsächlich:

    - eigenen Verkehr
    - Broadcasts
    - Multicasts
    - bestimmte lokale Pakete

Er sieht normalerweise nicht:

    den gesamten Verkehr anderer Clients

Dafür braucht man Port Mirroring,
Mitschnitt am Zielsystem
oder Mitschnitt an einer Firewall.

Merksatz:

    In geswitchten Netzen sieht man ohne Mirror nicht alles.

---

**Promiscuous Mode**

Promiscuous Mode bedeutet:

    Die Netzwerkkarte nimmt auch Frames an,
    die nicht direkt an ihre eigene MAC-Adresse gerichtet sind.

Das ist für Sniffing hilfreich.

Aber:

    In geswitchten Netzwerken reicht Promiscuous Mode allein nicht,
    um fremden Verkehr zu sehen.

Merksatz:

    Promiscuous Mode hilft,
    ersetzt aber kein Port Mirroring.

---

**Capture Filter und Display Filter**

Bei Wireshark und tcpdump gibt es unterschiedliche Filterarten.

Capture Filter:

    bestimmen,
    was überhaupt aufgezeichnet wird.

Display Filter:

    bestimmen,
    was nachträglich angezeigt wird.

Beispiel:

    Capture Filter:
    nur Verkehr zu Host 192.168.10.20 mitschneiden

    Display Filter:
    im vorhandenen Mitschnitt nur DNS anzeigen

Merksatz:

    Capture Filter begrenzt Aufnahme.
    Display Filter begrenzt Anzeige.

---

**Capture Filter**

Capture Filter werden vor oder während der Aufnahme angewendet.

Vorteil:

    kleinere Dateien
    weniger Daten
    bessere Übersicht
    weniger sensible Daten

Nachteil:

    was nicht aufgezeichnet wurde,
    kann man später nicht analysieren.

Merksatz:

    Capture Filter nur setzen,
    wenn klar ist,
    was benötigt wird.

---

**Display Filter**

Display Filter werden nach der Aufnahme angewendet.

Vorteil:

    alle Daten bleiben erhalten
    Ansicht kann beliebig eingegrenzt werden
    ideal für Analyse

Beispiele für Filterideen:

    nur eine IP-Adresse
    nur DNS
    nur TCP-Fehler
    nur HTTP
    nur Pakete mit Reset

Merksatz:

    Display Filter sind sicherer für Analyse,
    weil die Rohdaten erhalten bleiben.

---

**Wichtige Filtergedanken**

Typische Fragen:

    Welche IP-Adresse interessiert mich?
    Welcher Port interessiert mich?
    Welches Protokoll interessiert mich?
    Welche Richtung interessiert mich?
    Welche Fehlermeldung sehe ich?
    Welche Zeitspanne ist relevant?

Beispiele:

    Verkehr eines bestimmten Hosts
    DNS-Anfragen
    TCP-Verbindungen zu Port 443
    ICMP-Pakete
    DHCP-DORA
    ARP-Anfragen

Merksatz:

    Gute Filter entstehen aus einer klaren Fragestellung.

---

**MAC-Adressen im Mitschnitt**

MAC-Adressen gehören zu OSI-Schicht 2.

Sie zeigen,
welche Geräte im lokalen Netzwerksegment miteinander kommunizieren.

Wichtig:

    MAC-Adressen ändern sich bei jedem Routing-Hop.

Ein Paket zum Internet hat im LAN als Ziel-MAC nicht den Webserver im Internet,
sondern die MAC-Adresse des Standard-Gateways.

Merksatz:

    Im lokalen Netz ist die Ziel-MAC oft das Gateway.

---

**IP-Adressen im Mitschnitt**

IP-Adressen gehören zu OSI-Schicht 3.

Sie zeigen:

    Quell-IP
    Ziel-IP

Bei NAT können sich IP-Adressen ändern.

Beispiel:

    vor NAT:
    private Client-IP

    nach NAT:
    öffentliche Firewall-IP

Merksatz:

    IP-Adressen zeigen logische Endpunkte,
    können durch NAT geändert werden.

---

**Ports im Mitschnitt**

Ports gehören zu OSI-Schicht 4.

Sie zeigen,
welcher Dienst angesprochen wird.

Beispiel:

    Zielport TCP 443:
    typischerweise HTTPS

    Zielport TCP 22:
    typischerweise SSH

    Zielport UDP 53:
    typischerweise DNS

Merksatz:

    Ports helfen,
    Dienste zu erkennen.

---

**Quellport und Zielport**

Bei Client-Server-Verbindungen nutzt der Client meist einen temporären Quellport.

Beispiel:

    Client:
    192.168.10.50:53124

    Server:
    203.0.113.10:443

Dabei ist:

    53124 = temporärer Quellport
    443 = Zielport des Dienstes

Merksatz:

    Der bekannte Dienstport ist meistens der Zielport beim Server.

---

**TCP-Handshake im Mitschnitt**

TCP baut eine Verbindung mit drei Schritten auf:

    SYN
    SYN-ACK
    ACK

Im Mitschnitt sieht man dadurch,
ob eine TCP-Verbindung zustande kommt.

| Beobachtung | mögliche Bedeutung |
|---|---|
| SYN, SYN-ACK, ACK | Verbindung aufgebaut |
| nur SYN-Wiederholungen | keine Antwort, Firewall oder Routingproblem |
| SYN, RST | Ziel lehnt aktiv ab |
| SYN, SYN-ACK, danach kein ACK | Rückweg oder Clientproblem |
| viele Retransmissions | Paketverlust oder Blockierung |

Merksatz:

    TCP-Handshake ist einer der wichtigsten Hinweise im Mitschnitt.

---

**TCP SYN**

SYN bedeutet:

    Client möchte eine TCP-Verbindung starten.

Wenn man nur SYN-Pakete sieht,
aber keine Antwort,
kann das bedeuten:

    Ziel antwortet nicht.
    Firewall blockiert.
    Rückweg fehlt.
    Ziel-IP ist falsch.
    Dienst ist nicht erreichbar.
    Routing stimmt nicht.

Merksatz:

    Nur SYN ohne Antwort deutet auf keine erreichbare Antwort hin.

---

**TCP SYN-ACK**

SYN-ACK bedeutet:

    Server akzeptiert den Verbindungsaufbau grundsätzlich
    und antwortet.

Wenn SYN-ACK ankommt,
ist der Zielport grundsätzlich erreichbar.

Danach muss der Client mit ACK bestätigen.

Merksatz:

    SYN-ACK zeigt:
    Ziel hat auf TCP-Verbindungsversuch geantwortet.

---

**TCP ACK**

ACK bestätigt empfangene Daten oder Verbindungsaufbau.

ACKs sind normaler Bestandteil von TCP.

Sie zeigen,
dass Pakete angekommen sind
und die Verbindung fortgesetzt werden kann.

Merksatz:

    ACK bestätigt Empfang.

---

**TCP RST**

RST steht für:

    Reset

Ein RST beendet oder verweigert eine Verbindung aktiv.

Mögliche Ursachen:

    - Dienst läuft nicht
    - Port geschlossen
    - Anwendung lehnt ab
    - Firewall sendet Reset
    - falsches Protokoll auf Port
    - Verbindung wird abgebrochen

Merksatz:

    RST = aktive Ablehnung oder Abbruch.

---

**TCP Retransmission**

Retransmission bedeutet:

    TCP sendet ein Paket erneut.

Grund:

    keine Bestätigung erhalten

Mögliche Ursachen:

    - Paketverlust
    - Firewall blockiert Pakete
    - Überlastung
    - schlechter Link
    - Rückwegproblem
    - Ziel antwortet nicht

Merksatz:

    Retransmissions deuten auf verlorene oder unbeantwortete Pakete hin.

---

**TCP Window**

TCP Window beschreibt,
wie viele Daten empfangen werden können,
bevor eine Bestätigung nötig ist.

Wenn das Fenster sehr klein oder null wird,
kann das auf Leistungsprobleme hindeuten.

Beispiel:

    Empfänger kann nicht schnell genug verarbeiten.

Merksatz:

    TCP Window betrifft Flusskontrolle und Leistung.

---

**UDP im Mitschnitt**

UDP hat keinen Verbindungsaufbau wie TCP.

Es gibt keinen SYN,
kein SYN-ACK
und kein ACK für den Verbindungsaufbau.

Bei UDP prüft man:

    Wird Anfrage gesendet?
    Kommt Antwort zurück?
    Gibt es ICMP-Fehler?
    Wird der richtige Port genutzt?

Merksatz:

    UDP ist verbindungslos,
    deshalb sieht man keinen Handshake.

---

**ICMP im Mitschnitt**

ICMP gehört zu Schicht 3.

Es wird genutzt für:

    - Ping
    - Ziel nicht erreichbar
    - Time Exceeded
    - Fragmentierung nötig
    - Diagnosemeldungen

ICMP-Meldungen können wichtige Hinweise geben.

Beispiel:

    Destination Unreachable

Merksatz:

    ICMP liefert oft Hinweise auf Netzwerkprobleme.

---

**ARP im Mitschnitt**

ARP gehört zur lokalen IPv4-Kommunikation.

ARP fragt:

    Welche MAC-Adresse gehört zu dieser IPv4-Adresse?

Beispiel:

    Wer hat 192.168.10.1?

Antwort:

    192.168.10.1 ist bei MAC-Adresse xx:xx:xx:xx:xx:xx

Merksatz:

    ARP löst IPv4-Adresse zu MAC-Adresse im lokalen Netz auf.

---

**ARP-Probleme erkennen**

Typische Hinweise:

    viele ARP-Anfragen ohne Antwort
    falsche MAC-Adresse
    doppelte IP-Adresse
    Gateway antwortet nicht
    Client fragt falsches Ziel direkt

Mögliche Ursachen:

    - Ziel nicht im lokalen Netz
    - falsche Netzmaske
    - falsches Gateway
    - VLAN falsch
    - IP-Konflikt
    - Gerät offline

Merksatz:

    ARP-Probleme zeigen oft lokale Layer-2- oder Layer-3-Fehler.

---

**DNS im Mitschnitt**

DNS ist häufig sehr gut im Mitschnitt erkennbar.

Man sieht:

    welche Namen gefragt werden
    welcher DNS-Server gefragt wird
    welche Antwort zurückkommt
    ob A- oder AAAA-Records angefragt werden
    ob NXDOMAIN zurückkommt
    ob Antwort verzögert ist

Merksatz:

    DNS-Mitschnitt zeigt,
    welcher Name wirklich wohin aufgelöst wird.

---

**DHCP im Mitschnitt**

DHCP kann man im Mitschnitt gut erkennen.

Der klassische Ablauf:

    Discover
    Offer
    Request
    Acknowledge

Fehlerbilder:

    Discover ohne Offer:
    DHCP-Server oder Relay antwortet nicht.

    Offer kommt,
    aber kein Ack:
    Anfrage oder Serverbestätigung gestört.

    falsche Optionen:
    Gateway oder DNS falsch verteilt.

Merksatz:

    DHCP-DORA ist im Mitschnitt gut nachvollziehbar.

---

**TLS im Mitschnitt**

Bei TLS sieht man normalerweise nicht den verschlüsselten Inhalt.

Man sieht aber oft:

    TLS-Version
    Server Name Indication
    Zertifikatsinformationen
    Cipher-Aushandlung
    Handshake-Fehler
    Verbindungsabbrüche

Wichtig:

    Der Inhalt von HTTPS bleibt ohne Entschlüsselung geschützt.

Merksatz:

    TLS versteckt Inhalte,
    aber der Handshake liefert Hinweise.

---

**SNI im Mitschnitt**

SNI steht für:

    Server Name Indication

Der Client teilt beim TLS-Aufbau mit,
welchen Hostnamen er erreichen möchte.

Das ist wichtig,
wenn mehrere HTTPS-Dienste auf derselben IP laufen.

Beispiel:

    wiki.firma.de
    cloud.firma.de
    git.firma.de

alle über:

    dieselbe IP und TCP 443

Merksatz:

    SNI zeigt den gewünschten TLS-Hostnamen.

---

**HTTP im Mitschnitt**

Unverschlüsseltes HTTP kann im Mitschnitt direkt gelesen werden.

Man sieht zum Beispiel:

    Methode
    Pfad
    Host-Header
    Statuscode
    Header
    teilweise Inhalte

Bei HTTPS sieht man diese Inhalte normalerweise nicht,
weil sie verschlüsselt sind.

Merksatz:

    HTTP ist lesbar,
    HTTPS schützt den Inhalt.

---

**FTP und Telnet im Mitschnitt**

FTP und Telnet können unverschlüsselte Inhalte übertragen.

Bei klassischem FTP können sichtbar sein:

    Benutzername
    Passwort
    Befehle
    Dateiinhalte

Bei Telnet können sichtbar sein:

    Login
    Passwort
    Befehle

Merksatz:

    Unverschlüsselte Protokolle sind im Mitschnitt gefährlich sichtbar.

---

**SMB im Mitschnitt**

SMB-Verkehr kann Hinweise liefern bei:

    Zugriff verweigert
    Verbindungsproblemen
    Namensproblemen
    Protokollversionsproblemen
    Dateioperationen
    Authentifizierungsproblemen

Wichtig:

    Moderne SMB-Kommunikation kann teilweise signiert oder verschlüsselt sein.

Merksatz:

    SMB-Mitschnitte helfen bei Freigabe- und Rechteproblemen.

---

**Zeitstempel im Mitschnitt**

Zeitstempel zeigen,
wann Pakete gesendet oder empfangen wurden.

Sie helfen bei:

    Timeouts
    Verzögerungen
    Wiederholungen
    langsamen Antworten
    Reihenfolge von Ereignissen

Wichtig:

    Systemzeit des Analysegeräts sollte korrekt sein.

Merksatz:

    Ohne korrekte Zeit sind Mitschnitte schwerer auszuwerten.

---

**Paketgröße**

Die Paketgröße kann Hinweise geben.

Beispiele:

    sehr kleine Pakete:
    Steuerinformationen, ACKs, Handshake

    große Pakete:
    Datenübertragung

    fragmentierte Pakete:
    MTU- oder Fragmentierungsthemen möglich

Merksatz:

    Paketgrößen können Leistungs- oder MTU-Probleme sichtbar machen.

---

**MTU-Probleme im Mitschnitt**

MTU steht für:

    Maximum Transmission Unit

MTU-Probleme können auftreten,
wenn Pakete zu groß sind
und Fragmentierung nicht richtig funktioniert.

Typische Hinweise:

    Verbindungen bauen auf,
    aber größere Datenübertragungen hängen.

    Webseiten laden teilweise.

    VPN-Verbindungen haben Probleme.

    ICMP Fragmentation Needed fehlt oder wird blockiert.

Merksatz:

    MTU-Probleme zeigen sich oft erst bei größeren Paketen.

---

**Wo sollte man mitschneiden?**

Der Ort des Mitschnitts ist entscheidend.

Mögliche Stellen:

    Client
    Server
    Firewall WAN
    Firewall LAN
    Firewall DMZ
    Switch Mirror Port
    Router
    VPN-Gateway
    Reverse Proxy

Je nach Stelle sieht man unterschiedliche Informationen.

Merksatz:

    Der Mitschnittort entscheidet,
    was man sehen kann.

---

**Clientseitiger Mitschnitt**

Ein Mitschnitt am Client zeigt:

    was der Client wirklich sendet
    welche DNS-Anfragen gestellt werden
    welche IP erreicht wird
    ob Antwort zurückkommt
    welche Fehlversuche entstehen

Gut bei:

    Einzelclient-Problemen
    DNS-Problemen
    Browserproblemen
    VPN-Clientproblemen

Merksatz:

    Client-Mitschnitt zeigt die Sicht des Clients.

---

**Serverseitiger Mitschnitt**

Ein Mitschnitt am Server zeigt:

    ob Anfragen beim Server ankommen
    von welcher IP sie ankommen
    auf welchem Port sie ankommen
    ob der Server antwortet
    ob die Host-Firewall beteiligt sein könnte

Gut bei:

    Dienstproblemen
    Firewallverdacht
    NAT-Fragen
    Rückwegproblemen

Merksatz:

    Server-Mitschnitt zeigt,
    ob der Dienst wirklich erreicht wird.

---

**Firewall-Mitschnitt**

Ein Mitschnitt auf der Firewall zeigt:

    kommt Verkehr auf WAN an?
    wird Verkehr nach NAT weitergeleitet?
    kommt Antwort zurück?
    auf welchem Interface erscheint Verkehr?
    wird Rückverkehr sichtbar?

Gut bei:

    NAT
    DMZ
    VPN
    Routing
    Portweiterleitung
    asymmetrischem Routing

Merksatz:

    Firewall-Mitschnitt zeigt den Übergang zwischen Zonen.

---

**Mehrere Mitschnitte vergleichen**

Manchmal braucht man Mitschnitte an mehreren Stellen.

Beispiel:

    Client sendet SYN.
    Firewall WAN sieht SYN.
    Firewall DMZ sieht weitergeleitetes SYN.
    Server sieht kein SYN.

Dann liegt das Problem zwischen Firewall und Server.

Oder:

    Server antwortet.
    Firewall sieht Antwort.
    Client sieht Antwort nicht.

Dann Rückweg oder Filter prüfen.

Merksatz:

    Mehrere Mitschnitte zeigen,
    wo Pakete verschwinden.

---

**Paketmitschnitt und Logs kombinieren**

Paketmitschnitte zeigen Verkehr.

Logs zeigen Entscheidungen und Anwendungszustände.

Beispiele:

    Firewall-Log:
    Paket wurde blockiert.

    Webserver-Log:
    Anfrage kam an und erzeugte 500.

    Auth-Log:
    Anmeldung wurde abgelehnt.

    Paketmitschnitt:
    TCP-Verbindung wurde aufgebaut.

Merksatz:

    Mitschnitt und Logs ergänzen sich.

---

**Typische Analysefragen**

Bei einem Paketmitschnitt fragt man:

    Sehe ich überhaupt Pakete?
    Sehe ich die richtige Quelle?
    Sehe ich das richtige Ziel?
    Sehe ich den richtigen Port?
    Sehe ich DNS vorher?
    Sehe ich einen TCP-Handshake?
    Sehe ich Reset oder Timeout?
    Sehe ich TLS-Handshake?
    Sehe ich Antwortpakete?
    Sehe ich Wiederholungen?
    Sehe ich ICMP-Fehler?
    Passt die Richtung?

Merksatz:

    Mitschnitt immer mit konkreter Frage auswerten.

---

**Typisches Fehlerbild: Nur SYN-Wiederholungen**

Wenn man nur SYN-Pakete sieht,
aber keine SYN-ACK-Antwort,
kann das bedeuten:

    Ziel nicht erreichbar
    Firewall droppt
    falsche Ziel-IP
    Routingproblem
    Rückweg fehlt
    Dienst oder Host antwortet nicht
    NAT falsch

Merksatz:

    Nur SYN-Wiederholungen deuten auf fehlende Antwort hin.

---

**Typisches Fehlerbild: RST nach SYN**

Wenn auf ein SYN direkt ein RST kommt,
kann das bedeuten:

    Port geschlossen
    Dienst läuft nicht
    Host lehnt Verbindung ab
    Firewall lehnt aktiv ab
    falscher Zielport

Merksatz:

    RST nach SYN heißt:
    Verbindung wird aktiv abgelehnt.

---

**Typisches Fehlerbild: DNS NXDOMAIN**

NXDOMAIN bedeutet:

    Name existiert nicht.

Mögliche Ursachen:

    falscher Name
    DNS-Zone fehlt
    Tippfehler
    interner DNS nicht genutzt
    falscher Suchsuffix
    Split DNS falsch

Merksatz:

    NXDOMAIN heißt:
    DNS kennt diesen Namen nicht.

---

**Typisches Fehlerbild: DHCP Discover ohne Offer**

Wenn ein Client DHCP Discover sendet,
aber kein Offer erhält,
kann das bedeuten:

    DHCP-Server nicht erreichbar
    DHCP-Relay fehlt
    VLAN falsch
    DHCP-Server down
    Firewall blockiert
    Scope voll
    falsches Netzwerk

Merksatz:

    Discover ohne Offer:
    Client findet keinen antwortenden DHCP-Server.

---

**Typisches Fehlerbild: TLS Alert**

Ein TLS Alert zeigt,
dass der TLS-Aufbau ein Problem hat.

Mögliche Ursachen:

    Zertifikatproblem
    falscher Hostname
    inkompatible TLS-Version
    inkompatible Cipher Suite
    Client oder Server bricht ab
    mTLS-Zertifikat fehlt

Merksatz:

    TLS Alert deutet auf Problem im TLS-Handshake hin.

---

**Typisches Fehlerbild: Viele Retransmissions**

Viele Retransmissions können bedeuten:

    Paketverlust
    Überlastung
    Firewall blockiert einzelne Pakete
    Rückwegproblem
    WLAN-Probleme
    MTU-Probleme
    schlechte Verbindung

Merksatz:

    Viele Wiederholungen zeigen,
    dass Bestätigungen fehlen.

---

**Typisches Fehlerbild: ARP ohne Antwort**

ARP-Anfragen ohne Antwort können bedeuten:

    Ziel ist nicht im lokalen Netz
    Ziel ist offline
    VLAN falsch
    falsche IP-Adresse
    falsche Netzmaske
    Gateway nicht erreichbar
    IP-Konflikt

Merksatz:

    ARP ohne Antwort zeigt lokale Erreichbarkeitsprobleme.

---

**Sicherheit beim Speichern von Mitschnitten**

Paketmitschnitte können sensible Daten enthalten.

Deshalb:

    nur notwendige Dauer mitschneiden
    Filter nutzen
    Dateien sicher speichern
    Zugriff beschränken
    Mitschnitte nach Zweck löschen
    keine Mitschnitte unnötig weitergeben
    personenbezogene Daten beachten

Merksatz:

    Mitschnittdateien wie sensible Daten behandeln.

---

**PCAP-Dateien**

Paketmitschnitte werden häufig als PCAP oder PCAPNG gespeichert.

Diese Dateien können später geöffnet und analysiert werden.

Vorteile:

    - spätere Analyse möglich
    - Weitergabe an Fachabteilung möglich
    - Vergleich mit Logs möglich
    - Dokumentation eines Fehlerfalls

Achtung:

    PCAP-Dateien können vertrauliche Informationen enthalten.

Merksatz:

    PCAP ist praktisch,
    aber sensibel.

---

**Was ein Paketmitschnitt nicht automatisch liefert**

Ein Paketmitschnitt zeigt nicht automatisch:

    warum ein Benutzer keine Berechtigung hat
    warum eine Anwendung intern Fehler wirft
    warum ein Passwort falsch ist
    warum ein Serverprozess abgestürzt ist
    welche Firewall-Regel intern entschieden hat
    ob ein Zertifikat fachlich richtig beantragt wurde

Dafür braucht man zusätzlich:

    Logs
    Konfiguration
    Berechtigungsprüfung
    Dienststatus
    Fachwissen

Merksatz:

    Paketmitschnitt zeigt Verkehr,
    aber nicht jede Ursache.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was versteht man unter Sniffing?
    - Wofür nutzt man einen Paketmitschnitt?
    - Was ist Wireshark?
    - Was ist tcpdump?
    - Was ist Port Mirroring?
    - Warum sieht man in einem geswitchten Netzwerk nicht automatisch allen Verkehr?
    - Was ist der Unterschied zwischen Capture Filter und Display Filter?
    - Was sieht man bei einem TCP-Handshake?
    - Was bedeuten SYN, SYN-ACK und ACK?
    - Was bedeutet TCP Reset?
    - Was bedeuten Retransmissions?
    - Warum sieht man bei HTTPS den Inhalt nicht einfach im Klartext?
    - Was kann man bei DNS im Mitschnitt erkennen?
    - Was zeigt DHCP-DORA im Mitschnitt?
    - Warum sind Paketmitschnitte sensibel?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Sniffing zeigt echten Netzwerkverkehr.

    Sniffing ist datenschutzrelevant.

    Wireshark ist grafisch.

    tcpdump ist Kommandozeile.

    In geswitchten Netzen sieht man nicht automatisch alles.

    Port Mirroring kopiert Verkehr auf Analyseport.

    Promiscuous Mode allein reicht im Switch-Netz oft nicht.

    Capture Filter begrenzt Aufnahme.

    Display Filter begrenzt Anzeige.

    Was nicht aufgezeichnet wurde,
    kann später nicht analysiert werden.

    TCP hat Handshake.

    UDP hat keinen Handshake.

    SYN startet TCP-Verbindung.

    SYN-ACK ist Serverantwort.

    ACK bestätigt.

    RST lehnt ab oder beendet.

    Retransmission bedeutet erneutes Senden.

    TLS schützt Inhalte.

    HTTP ist lesbar,
    HTTPS normalerweise nicht.

    FTP und Telnet sind im Mitschnitt gefährlich sichtbar.

    Mitschnittort ist entscheidend.

    Logs und Mitschnitt ergänzen sich.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Sniffing | Mitschneiden von Netzwerkverkehr |
| Paketmitschnitt | Aufzeichnung von Paketen |
| Wireshark | grafisches Analysewerkzeug |
| tcpdump | Kommandozeilenwerkzeug für Mitschnitte |
| tshark | Wireshark auf Kommandozeile |
| PCAP | Datei mit Paketmitschnitt |
| Port Mirroring | Kopieren von Switch-Verkehr auf Analyseport |
| SPAN | Port-Mirroring-Begriff bei Switches |
| Promiscuous Mode | Netzwerkkarte nimmt fremde Frames an |
| Capture Filter | Filter vor der Aufnahme |
| Display Filter | Filter für Anzeige nach Aufnahme |
| SYN | TCP-Verbindungsstart |
| SYN-ACK | TCP-Antwort des Servers |
| ACK | Bestätigung |
| RST | Reset, aktive Ablehnung oder Abbruch |
| Retransmission | erneutes Senden eines Pakets |
| ARP | IPv4-Adresse zu MAC-Adresse |
| ICMP | Diagnose- und Fehlermeldungsprotokoll |
| SNI | Hostname im TLS-Handshake |
| TLS Alert | Fehlermeldung im TLS-Handshake |
| NXDOMAIN | DNS-Name existiert nicht |
| DORA | DHCP Discover, Offer, Request, Acknowledge |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Sniffing bezeichnet das Mitschneiden und Analysieren von Netzwerkverkehr. Mit Werkzeugen wie Wireshark, tcpdump oder Paketmitschnitten auf Firewalls kann geprüft werden, welche Pakete tatsächlich gesendet und empfangen werden. Dabei lassen sich unter anderem MAC-Adressen, IP-Adressen, Ports, Protokolle, TCP-Handshakes, DNS-Anfragen, DHCP-Abläufe, ICMP-Meldungen, TLS-Handshakes und Wiederholungen erkennen. In geswitchten Netzwerken sieht ein Client nicht automatisch den gesamten Verkehr; dafür ist häufig Port Mirroring oder ein Mitschnitt an der richtigen Stelle nötig. Paketmitschnitte können sensible Daten enthalten und müssen deshalb sorgfältig und nur mit berechtigtem Zweck eingesetzt werden.

---

**Merksätze**

    Sniffing = Netzwerkverkehr mitschneiden.

    Paketmitschnitt zeigt echten Verkehr.

    Wireshark ist grafisch.

    tcpdump ist Kommandozeile.

    tshark ist Wireshark für die Kommandozeile.

    PCAP-Dateien enthalten Mitschnitte.

    Mitschnitte können sensible Daten enthalten.

    In geswitchten Netzen sieht man nicht automatisch alles.

    Port Mirroring kopiert Verkehr.

    Promiscuous Mode reicht allein oft nicht.

    Capture Filter begrenzt Aufnahme.

    Display Filter begrenzt Anzeige.

    Mitschnittort ist entscheidend.

    MAC-Adressen gehören zu Schicht 2.

    IP-Adressen gehören zu Schicht 3.

    Ports gehören zu Schicht 4.

    DNS gehört zu Schicht 7.

    TCP hat Handshake.

    UDP hat keinen Handshake.

    SYN startet TCP-Verbindung.

    SYN-ACK antwortet.

    ACK bestätigt.

    RST lehnt ab oder beendet.

    Retransmission bedeutet erneutes Senden.

    ARP löst IPv4 zu MAC auf.

    ICMP liefert Diagnosehinweise.

    DHCP-DORA ist im Mitschnitt sichtbar.

    TLS schützt Inhalte.

    HTTP ist lesbar.

    HTTPS ist normalerweise nicht lesbar.

    FTP und Telnet sind unsicher,
    weil Inhalte sichtbar sein können.

    Logs und Paketmitschnitt zusammen auswerten.

# 12.2 Wireshark-Analyse: Filter, Protokolle und typische Fehlerbilder

Wireshark ist ein grafisches Werkzeug zur Analyse von Netzwerkverkehr.

Mit Wireshark kann man Paketmitschnitte öffnen,
filtern und auswerten.

Ziel ist nicht nur:

    Pakete sehen

Sondern:

    Verstehen,
    was im Netzwerk wirklich passiert.

Merksatz:

    Wireshark zeigt Pakete,
    aber die Analyse entsteht durch gezielte Fragen.

---

**Grundidee der Wireshark-Analyse**

Ein Paketmitschnitt kann sehr viele Daten enthalten.

Ohne Filter ist die Analyse schnell unübersichtlich.

Deshalb arbeitet man mit Fragen:

    Welche IP-Adresse interessiert mich?
    Welcher Dienst funktioniert nicht?
    Welcher Port wird genutzt?
    Gibt es DNS-Anfragen?
    Gibt es einen TCP-Handshake?
    Gibt es Timeouts?
    Gibt es Reset-Pakete?
    Gibt es TLS-Fehler?
    Kommt eine Antwort zurück?

Merksatz:

    Erst Fragestellung,
    dann Filter.

---

**Wireshark-Oberfläche**

Wireshark zeigt typischerweise drei Bereiche:

| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| Paketliste | alle aufgezeichneten Pakete als Übersicht |
| Paketdetails | aufgeschlüsselte Protokollinformationen |
| Paketbytes | Rohdaten des Pakets |

Die Paketliste zeigt zum Beispiel:

    Zeit
    Quelle
    Ziel
    Protokoll
    Länge
    Information

Merksatz:

    Paketliste zeigt Überblick,
    Paketdetails zeigen Inhalt.

---

**Paketliste**

In der Paketliste sieht man jedes Paket als Zeile.

Wichtige Spalten:

    No.
    Time
    Source
    Destination
    Protocol
    Length
    Info

Diese Spalten helfen,
den Ablauf der Kommunikation zu verstehen.

Merksatz:

    Die Paketliste zeigt die zeitliche Reihenfolge der Pakete.

---

**Paketdetails**

Die Paketdetails zeigen,
welche Protokollschichten im Paket enthalten sind.

Beispiele:

    Frame
    Ethernet
    IPv4 oder IPv6
    TCP oder UDP
    TLS
    HTTP
    DNS
    DHCP

Damit kann man sehen,
welche Schichten beteiligt sind.

Merksatz:

    Paketdetails zeigen die Protokolle Schicht für Schicht.

---

**Paketbytes**

Die Paketbytes zeigen die Rohdaten des Pakets.

Das ist besonders wichtig,
wenn man sehr genau prüfen möchte,
welche Daten wirklich übertragen wurden.

Für die IHK reicht meist:

    verstehen,
    dass dies die Rohdaten sind.

Merksatz:

    Paketbytes sind die technische Rohansicht.

---

**Display Filter**

Display Filter bestimmen,
welche Pakete angezeigt werden.

Sie ändern nicht die gespeicherte Aufzeichnung.

Beispielgedanke:

    Zeige nur DNS.
    Zeige nur Pakete zu dieser IP.
    Zeige nur TCP-Resets.
    Zeige nur HTTP.

Merksatz:

    Display Filter blenden aus,
    löschen aber nichts aus der Aufnahme.

---

**Capture Filter**

Capture Filter bestimmen,
was überhaupt aufgezeichnet wird.

Vorteil:

    weniger Daten
    kleinere Datei
    bessere Übersicht
    weniger sensible Informationen

Nachteil:

    nicht aufgezeichnete Pakete sind später verloren.

Merksatz:

    Capture Filter vor Aufnahme,
    Display Filter nach Aufnahme.

---

**Capture Filter und Display Filter vergleichen**

| Filterart | Zeitpunkt | Wirkung |
|---|---|---|
| Capture Filter | vor oder während Aufnahme | begrenzt, was aufgezeichnet wird |
| Display Filter | nach Aufnahme | begrenzt nur die Anzeige |

Merksatz:

    Capture Filter spart Daten.
    Display Filter hilft bei Analyse.

---

**Wichtige Wireshark-Display-Filter**

| Ziel | Filteridee |
|---|---|
| bestimmte IP anzeigen | ip.addr == 192.168.10.20 |
| nur Quelle | ip.src == 192.168.10.20 |
| nur Ziel | ip.dst == 192.168.10.20 |
| bestimmter TCP-Port | tcp.port == 443 |
| bestimmter UDP-Port | udp.port == 53 |
| nur DNS | dns |
| nur HTTP | http |
| nur TLS | tls |
| nur ARP | arp |
| nur ICMP | icmp |
| nur DHCP | dhcp |
| nur TCP Reset | tcp.flags.reset == 1 |
| nur TCP SYN | tcp.flags.syn == 1 |
| TCP Retransmissions | tcp.analysis.retransmission |

Merksatz:

    Display Filter müssen zur Fragestellung passen.

---

**IP-Adresse filtern**

Wenn ein bestimmter Host untersucht wird,
filtert man nach dessen IP-Adresse.

Beispiel:

    ip.addr == 192.168.10.20

Das zeigt Pakete,
bei denen diese IP-Adresse Quelle oder Ziel ist.

Merksatz:

    ip.addr zeigt Verkehr mit einer bestimmten IP.

---

**Quelle und Ziel unterscheiden**

Manchmal muss man genauer unterscheiden.

Quelle:

    ip.src == 192.168.10.20

Ziel:

    ip.dst == 192.168.10.20

Das ist hilfreich,
wenn man wissen will:

    Wer startet die Verbindung?
    Wer antwortet?

Merksatz:

    ip.src = Quelle.
    ip.dst = Ziel.

---

**Port filtern**

Ports helfen,
Dienste zu erkennen.

Beispiel:

    tcp.port == 443

zeigt TCP-Verkehr,
bei dem Port 443 als Quell- oder Zielport vorkommt.

Genauer:

    tcp.dstport == 443

zeigt Pakete,
die zu einem Dienst auf Port 443 gehen.

Merksatz:

    Zielport zeigt meist den angesprochenen Dienst.

---

**TCP und UDP getrennt betrachten**

Portnummern allein reichen nicht.

Beispiele:

    tcp.port == 443

ist nicht dasselbe wie:

    udp.port == 443

Das ist wichtig bei:

    HTTPS klassisch über TCP 443
    HTTP/3 über UDP 443
    DNS über UDP/TCP 53

Merksatz:

    Port immer mit TCP oder UDP betrachten.

---

**DNS analysieren**

DNS ist häufig der erste Schritt vor einer Verbindung.

Mit Filter:

    dns

sieht man DNS-Anfragen und Antworten.

Wichtige Fragen:

    Welcher Name wird gefragt?
    Welcher DNS-Server wird gefragt?
    Welche IP-Adresse wird zurückgegeben?
    Kommt NXDOMAIN?
    Wird IPv4 oder IPv6 angefragt?
    Gibt es lange Antwortzeiten?

Merksatz:

    DNS zeigt,
    wohin ein Name wirklich aufgelöst wird.

---

**DNS A und AAAA**

A-Record:

    Name zu IPv4-Adresse

AAAA-Record:

    Name zu IPv6-Adresse

Im Mitschnitt kann man sehen,
ob ein Client IPv4,
IPv6
oder beides anfragt.

Fehlerfall:

    AAAA zeigt auf nicht erreichbare IPv6-Adresse,
    obwohl IPv4 funktionieren würde.

Merksatz:

    DNS-Antworten können IPv4 und IPv6 betreffen.

---

**DNS NXDOMAIN**

NXDOMAIN bedeutet:

    Name existiert nicht.

Mögliche Ursachen:

    - Tippfehler
    - falscher DNS-Suffix
    - falscher DNS-Server
    - interne Zone fehlt
    - Split DNS falsch
    - Name wurde nicht angelegt

Merksatz:

    NXDOMAIN heißt:
    DNS kennt diesen Namen nicht.

---

**TCP-Analyse**

TCP-Verbindungen erkennt man am Handshake:

    SYN
    SYN-ACK
    ACK

Mit Wireshark prüft man:

    Gibt es SYN?
    Kommt SYN-ACK zurück?
    Wird ACK gesendet?
    Gibt es RST?
    Gibt es Retransmissions?
    Gibt es Timeouts?

Merksatz:

    TCP-Analyse beginnt oft beim Handshake.

---

**TCP SYN filtern**

Ein SYN startet eine TCP-Verbindung.

Filteridee:

    tcp.flags.syn == 1

Achtung:

    SYN-ACK enthält ebenfalls SYN.

Wenn man nur reine SYN-Pakete ohne ACK sehen möchte,
braucht man sinngemäß:

    SYN gesetzt,
    ACK nicht gesetzt.

Merksatz:

    SYN zeigt Verbindungsversuche.

---

**TCP SYN-ACK erkennen**

SYN-ACK ist die Antwort des Servers auf ein SYN.

Bedeutung:

    Der Zielport antwortet grundsätzlich.

Wenn SYN-ACK zurückkommt,
ist der Weg zum Server und zurück zumindest für diesen Schritt vorhanden.

Merksatz:

    SYN-ACK zeigt,
    dass der Server auf den TCP-Verbindungsaufbau antwortet.

---

**TCP ACK erkennen**

ACK bestätigt den Empfang.

Nach SYN und SYN-ACK bestätigt der Client mit ACK.

Dann ist der TCP-Verbindungsaufbau abgeschlossen.

Merksatz:

    SYN,
    SYN-ACK,
    ACK
    = TCP-Verbindung aufgebaut.

---

**TCP Reset erkennen**

Ein Reset beendet oder verweigert eine Verbindung.

Filter:

    tcp.flags.reset == 1

Mögliche Ursachen:

    - Port geschlossen
    - Dienst läuft nicht
    - Anwendung lehnt ab
    - Firewall sendet Reset
    - falsches Protokoll
    - Verbindung wird aktiv beendet

Merksatz:

    RST ist eine aktive Ablehnung oder Beendigung.

---

**TCP Retransmissions erkennen**

Retransmissions sind erneute Übertragungen.

Filteridee:

    tcp.analysis.retransmission

Mögliche Ursachen:

    - Paketverlust
    - Firewall blockiert einzelne Pakete
    - WLAN-Probleme
    - Überlastung
    - Rückwegproblem
    - MTU-Problem

Merksatz:

    Retransmissions bedeuten:
    Bestätigung fehlt oder Paket ging verloren.

---

**TCP Zero Window**

TCP Zero Window bedeutet:

    Empfänger kann aktuell keine weiteren Daten aufnehmen.

Mögliche Ursachen:

    - Anwendung verarbeitet Daten zu langsam
    - Empfänger überlastet
    - Ressourcenproblem
    - System hängt

Merksatz:

    Zero Window deutet auf Empfänger- oder Leistungsproblem hin.

---

**TCP Dup ACK**

Duplicate ACK bedeutet:

    Eine Bestätigung wird mehrfach gesendet.

Das kann auf Paketverlust oder fehlende Segmente hinweisen.

In Kombination mit Retransmissions kann es Netzwerkprobleme sichtbar machen.

Merksatz:

    Duplicate ACK kann auf verlorene TCP-Segmente hindeuten.

---

**UDP analysieren**

UDP hat keinen Verbindungsaufbau.

Bei UDP prüft man:

    Wird eine Anfrage gesendet?
    Kommt eine Antwort zurück?
    Gibt es ICMP-Fehler?
    Wird der richtige UDP-Port genutzt?
    Ist der Server erreichbar?
    Blockiert eine Firewall?

Beispiele:

    DNS
    DHCP
    NTP
    SNMP
    VoIP
    HTTP/3

Merksatz:

    UDP hat keinen Handshake,
    deshalb muss man Anfrage und Antwort direkt prüfen.

---

**ICMP analysieren**

ICMP liefert Diagnoseinformationen.

Wichtige ICMP-Meldungen:

    Echo Request
    Echo Reply
    Destination Unreachable
    Time Exceeded
    Fragmentation Needed

ICMP kann Hinweise geben auf:

    Routingfehler
    blockierte Ziele
    MTU-Probleme
    Traceroute-Ablauf
    nicht erreichbare Netze

Merksatz:

    ICMP-Fehler sind wichtige Hinweise,
    nicht nur Ping.

---

**ARP analysieren**

ARP wird im lokalen IPv4-Netz genutzt.

Typische ARP-Frage:

    Wer hat diese IPv4-Adresse?

Wenn viele ARP-Anfragen ohne Antwort sichtbar sind,
kann das bedeuten:

    Ziel ist offline.
    falsches VLAN.
    falsche Netzmaske.
    Gateway nicht erreichbar.
    IP-Konflikt.
    falsche Adresse.

Merksatz:

    ARP-Probleme sind lokale Netzwerkprobleme.

---

**DHCP analysieren**

DHCP erkennt man am Ablauf:

    Discover
    Offer
    Request
    Acknowledge

Wichtige Fehlerbilder:

| Beobachtung | mögliche Ursache |
|---|---|
| Discover ohne Offer | Server oder Relay antwortet nicht |
| Offer kommt, aber kein Request | Client akzeptiert Angebot nicht |
| Request ohne ACK | Server bestätigt nicht |
| falsche Optionen | DHCP-Konfiguration falsch |
| Client bekommt APIPA | DHCP fehlgeschlagen |

Merksatz:

    DHCP-DORA ist im Mitschnitt gut prüfbar.

---

**HTTP analysieren**

Bei unverschlüsseltem HTTP sieht man:

    Methode
    URL-Pfad
    Host-Header
    Header
    Statuscode
    teilweise Inhalt

Wichtige HTTP-Statuscodes:

    200 OK
    301 / 302 Weiterleitung
    400 Bad Request
    401 Unauthorized
    403 Forbidden
    404 Not Found
    500 Internal Server Error
    502 Bad Gateway
    503 Service Unavailable
    504 Gateway Timeout

Merksatz:

    HTTP-Statuscodes helfen bei Schicht-7-Fehlersuche.

---

**HTTPS analysieren**

Bei HTTPS ist der Inhalt verschlüsselt.

Man sieht normalerweise nicht:

    Pfad
    Formularinhalt
    Session-Cookie
    HTTP-Header
    Nutzdaten

Man sieht aber häufig:

    Ziel-IP
    Port
    TLS-Handshake
    SNI
    Zertifikatsinformationen
    Verbindungsabbrüche
    TLS Alerts

Merksatz:

    HTTPS schützt Inhalte,
    aber Verbindungsmetadaten bleiben sichtbar.

---

**TLS-Handshake prüfen**

Beim TLS-Handshake wird eine sichere Verbindung ausgehandelt.

Im Mitschnitt können sichtbar sein:

    Client Hello
    Server Hello
    Zertifikat
    Cipher-Auswahl
    TLS-Version
    SNI
    TLS Alert

Typische Fehler:

    Zertifikat passt nicht.
    TLS-Version passt nicht.
    Cipher Suite passt nicht.
    Client bricht ab.
    Server bricht ab.

Merksatz:

    TLS-Handshake zeigt,
    ob HTTPS-Sicherheit ausgehandelt werden kann.

---

**SNI prüfen**

SNI steht für:

    Server Name Indication

SNI zeigt,
welchen Hostnamen der Client beim TLS-Aufbau anfordert.

Das ist wichtig bei mehreren HTTPS-Diensten auf einer IP-Adresse.

Beispiel:

    wiki.firma.de
    cloud.firma.de
    git.firma.de

alle auf derselben IP und TCP 443.

Merksatz:

    SNI hilft,
    den gewünschten HTTPS-Hostnamen zu erkennen.

---

**Zertifikatsinformationen im Mitschnitt**

Je nach TLS-Version und Situation können Zertifikatsinformationen sichtbar sein.

Wichtig zu prüfen:

    Ausgestellt für welchen Namen?
    Aussteller?
    Gültigkeit?
    Zertifikatskette?
    Passt der Name zum Aufruf?

Achtung:

    Bei modernen TLS-Versionen und bestimmten Verfahren sind nicht immer alle Informationen gleich sichtbar.

Merksatz:

    Zertifikate geben Hinweise auf HTTPS-Probleme.

---

**Follow TCP Stream**

Wireshark kann zusammengehörende TCP-Daten anzeigen.

Funktion:

    Follow TCP Stream

Das ist hilfreich bei unverschlüsselten Protokollen.

Beispiele:

    HTTP
    Telnet
    FTP
    SMTP ohne TLS

Achtung:

    Bei verschlüsseltem HTTPS sieht man den Inhalt nicht im Klartext.

Merksatz:

    Follow TCP Stream zeigt zusammenhängende TCP-Kommunikation.

---

**Conversations**

Wireshark kann Gespräche anzeigen.

Conversations zeigen zum Beispiel:

    welche IPs miteinander gesprochen haben
    wie viele Pakete übertragen wurden
    wie viele Bytes übertragen wurden
    welche TCP-Verbindungen bestanden

Das hilft,
wichtige Verbindungen im Mitschnitt zu finden.

Merksatz:

    Conversations zeigen,
    welche Systeme miteinander kommunizieren.

---

**Endpoints**

Endpoints zeigen beteiligte Kommunikationspartner.

Beispiele:

    IP-Adressen
    MAC-Adressen
    Ports

Das ist nützlich,
um herauszufinden:

    welche Systeme im Mitschnitt aktiv sind
    wer besonders viel Verkehr erzeugt
    welche Ziele angesprochen werden

Merksatz:

    Endpoints zeigen beteiligte Systeme.

---

**IO Graphs**

IO Graphs zeigen Netzwerkverkehr über Zeit.

Damit erkennt man:

    Lastspitzen
    Pausen
    Übertragungsverlauf
    Wiederholungsmuster
    Zeitpunkte von Fehlern

Das ist hilfreich bei Performanceproblemen.

Merksatz:

    IO Graphs helfen,
    Verkehr zeitlich zu verstehen.

---

**Expert Information**

Wireshark bietet Expert Information.

Dort werden auffällige Dinge gesammelt,
zum Beispiel:

    Retransmissions
    Resets
    Malformed Packets
    Warnings
    Fehler
    Hinweise auf Protokollprobleme

Wichtig:

    Expert Information ist hilfreich,
    aber nicht jede Warnung ist automatisch die Ursache.

Merksatz:

    Expert Information ist Hinweis,
    nicht endgültiger Beweis.

---

**Farben in Wireshark**

Wireshark nutzt Farben,
um Protokolle und Auffälligkeiten leichter sichtbar zu machen.

Beispiele:

    DNS
    TCP
    Fehler
    Resets
    ARP

Die genaue Farbe ist weniger wichtig als die technische Aussage.

Merksatz:

    Farben helfen beim Überblick,
    ersetzen aber keine Analyse.

---

**Namensauflösung in Wireshark**

Wireshark kann IP-Adressen als Namen anzeigen.

Das kann hilfreich sein,
aber auch verwirren.

Problem:

    angezeigter Name kann aus Cache,
    DNS
    oder lokaler Auflösung stammen.

Für genaue Analyse ist oft besser:

    echte IP-Adressen anzeigen.

Merksatz:

    Namensauflösung in Wireshark kann hilfreich,
    aber auch irreführend sein.

---

**Zeitansicht**

Wireshark kann Zeit unterschiedlich anzeigen.

Beispiele:

    Zeit seit Beginn des Mitschnitts
    absolute Uhrzeit
    Zeit seit vorherigem Paket
    Zeit seit vorherigem angezeigten Paket

Für Fehlersuche wichtig:

    Wie lange dauert die Antwort?
    Wann beginnt Timeout?
    Welche Pakete gehören zeitlich zusammen?

Merksatz:

    Zeitdarstellung passend zur Analyse wählen.

---

**Paketverlust erkennen**

Hinweise auf Paketverlust:

    Retransmissions
    Duplicate ACKs
    fehlende Antworten
    lange Wartezeiten
    Verbindungsabbrüche
    wiederholte DNS-Anfragen
    wiederholte SYN-Pakete

Mögliche Ursachen:

    WLAN-Probleme
    defekte Kabel
    Überlastung
    Firewall-Probleme
    Routingprobleme
    MTU-Probleme

Merksatz:

    Paketverlust zeigt sich oft durch Wiederholungen.

---

**MTU-Probleme erkennen**

MTU-Probleme sind manchmal schwer zu erkennen.

Typische Hinweise:

    kleine Verbindungen funktionieren
    große Datenübertragungen hängen
    TLS-Verbindungen brechen ab
    VPN-Verbindungen sind instabil
    Fragmentation Needed erscheint
    viele Retransmissions bei größeren Paketen

Merksatz:

    Wenn kleine Pakete gehen,
    große aber nicht,
    an MTU denken.

---

**Falsches Protokoll auf richtigem Port**

Manchmal wird ein Dienst mit falschem Protokoll angesprochen.

Beispiele:

    HTTPS-Anfrage an HTTP-Port
    HTTP-Anfrage an HTTPS-Port
    FTP statt SFTP
    LDAP statt LDAPS
    falsches Backend-Protokoll im Reverse Proxy

Im Mitschnitt sieht man dann oft:

    Reset
    TLS Alert
    ungültige Antwort
    sofortiger Abbruch
    unerwartete Daten

Merksatz:

    Richtiger Port reicht nicht,
    das Protokoll muss auch stimmen.

---

**Firewall-Problem erkennen**

Mögliche Hinweise auf Firewall-Probleme:

    SYN ohne Antwort
    ICMP unreachable
    keine Antwort trotz korrektem Ziel
    Verbindung geht aus einem Netz,
    aber nicht aus anderem
    Paket kommt an Firewall an,
    aber nicht am Ziel
    Firewall-Log zeigt Drop oder Deny

Merksatz:

    Firewall-Probleme erkennt man am besten mit Mitschnitt plus Logs.

---

**Dienstproblem erkennen**

Hinweise auf Dienstproblem:

    TCP-Verbindung wird aufgebaut,
    danach kommt Fehler.
    Server sendet RST.
    HTTP 500.
    HTTP 503.
    Anwendung antwortet falsch.
    Login wird abgelehnt.
    Backend antwortet nicht.
    Dienst lauscht nicht auf erwartetem Port.

Merksatz:

    Wenn TCP steht,
    aber Anwendung fehlschlägt,
    Schicht 7 prüfen.

---

**DNS-Problem erkennen**

Hinweise auf DNS-Probleme:

    keine DNS-Antwort
    falsche IP-Adresse
    NXDOMAIN
    falscher DNS-Server
    AAAA statt A problematisch
    interner Name wird extern gefragt
    Split DNS falsch
    DNS-Timeout

Merksatz:

    DNS-Probleme sieht man oft vor dem eigentlichen Verbindungsversuch.

---

**NAT-Problem erkennen**

Hinweise auf NAT-Probleme:

    externe Anfrage kommt an,
    wird aber nicht intern sichtbar
    falsche Ziel-IP nach NAT
    falscher Port nach NAT
    Antwort kommt nicht zurück
    Quelladresse unerwartet
    interner Zugriff über öffentliche IP scheitert
    Firewall-Mitschnitt zeigt Übersetzung nicht

Merksatz:

    NAT-Probleme erkennt man durch Vergleich vor und nach der Firewall.

---

**Reverse-Proxy-Problem erkennen**

Hinweise:

    Client bekommt 502.
    Client bekommt 504.
    Proxy antwortet,
    Backend aber nicht.
    TLS am Proxy funktioniert,
    interne Verbindung scheitert.
    Host-Header falsch.
    falsches Backend ausgewählt.
    DNS des Backends falsch.

Merksatz:

    Reverse-Proxy-Fehler liegen oft zwischen Proxy und Backend.

---

**Mehrere Mitschnittpunkte verwenden**

Bei unklaren Problemen hilft ein Vergleich.

Beispiel:

    Mitschnitt am Client:
    Anfrage wird gesendet.

    Mitschnitt an Firewall:
    Anfrage kommt an.

    Mitschnitt am Server:
    Anfrage kommt nicht an.

Dann liegt das Problem zwischen Firewall und Server.

Merksatz:

    Mehrere Mitschnittpunkte zeigen,
    wo Pakete verloren gehen.

---

**Typische Analyse-Reihenfolge**

Eine sinnvolle Reihenfolge:

    1. Fehlerzeitpunkt bestimmen.
    2. Richtige Schnittstelle wählen.
    3. Mitschnitt starten.
    4. Fehler reproduzieren.
    5. Mitschnitt stoppen.
    6. Nach beteiligter IP filtern.
    7. DNS prüfen.
    8. TCP- oder UDP-Verhalten prüfen.
    9. TLS oder Anwendung prüfen.
    10. Resets, Retransmissions und ICMP prüfen.
    11. Logs vergleichen.
    12. Ergebnis dokumentieren.

Merksatz:

    Mitschnitt gezielt aufnehmen,
    Fehler nachstellen,
    dann filtern.

---

**Typische Fehler bei der Analyse**

Häufige Fehler sind:

    - auf falscher Schnittstelle mitschneiden
    - zu früh oder zu spät mitschneiden
    - falscher Filter
    - wichtigen Verkehr durch Capture Filter ausschließen
    - DNS nicht beachten
    - NAT nicht beachten
    - verschlüsselte Inhalte erwarten
    - jedes Wireshark-Warning überbewerten
    - Logs ignorieren
    - Uhrzeit nicht vergleichen

Merksatz:

    Schlechter Mitschnitt kann zu falschen Schlussfolgerungen führen.

---

**Datenschutz bei Wireshark**

Wireshark-Mitschnitte können sensible Daten enthalten.

Beispiele:

    - IP-Adressen
    - MAC-Adressen
    - Benutzernamen
    - Cookies
    - Tokens
    - interne Hostnamen
    - E-Mail-Inhalte
    - unverschlüsselte Passwörter
    - personenbezogene Daten

Deshalb:

    nur so lange wie nötig mitschneiden
    nur relevanten Verkehr erfassen
    Zugriff auf PCAP-Dateien beschränken
    Mitschnitte sicher speichern
    Mitschnitte nach Zweck löschen

Merksatz:

    Paketmitschnitte wie vertrauliche Daten behandeln.

---

**Was Wireshark nicht automatisch löst**

Wireshark zeigt Verkehr,
aber nicht automatisch die Ursache.

Man braucht zusätzlich:

    - Netzwerkwissen
    - Protokollverständnis
    - Logs
    - Konfigurationen
    - Dienststatus
    - Berechtigungsinformationen
    - Firewall-Regeln
    - DNS-Informationen

Merksatz:

    Wireshark zeigt Hinweise,
    die Ursache muss man fachlich einordnen.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist Wireshark?
    - Wofür verwendet man Display Filter?
    - Wofür verwendet man Capture Filter?
    - Was ist der Unterschied zwischen Capture Filter und Display Filter?
    - Wie erkennt man einen TCP-Handshake?
    - Was bedeutet SYN?
    - Was bedeutet SYN-ACK?
    - Was bedeutet ACK?
    - Was bedeutet RST?
    - Was bedeuten Retransmissions?
    - Warum sieht man HTTPS-Inhalte nicht im Klartext?
    - Was kann man im TLS-Handshake trotzdem erkennen?
    - Was bedeutet NXDOMAIN?
    - Wie erkennt man DHCP-Probleme im Mitschnitt?
    - Warum ist der Mitschnittort wichtig?
    - Warum sind Paketmitschnitte datenschutzrelevant?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Display Filter ändern nicht die Aufnahme.

    Capture Filter begrenzen die Aufnahme.

    Was nicht aufgezeichnet wurde,
    kann später nicht analysiert werden.

    ip.addr zeigt Quelle oder Ziel.

    ip.src zeigt nur Quelle.

    ip.dst zeigt nur Ziel.

    tcp.port und udp.port unterscheiden.

    TCP 443 ist nicht UDP 443.

    DNS kann UDP und TCP 53 nutzen.

    TCP hat Handshake.

    UDP hat keinen Handshake.

    SYN startet Verbindung.

    SYN-ACK ist Serverantwort.

    ACK bestätigt.

    RST ist aktive Ablehnung oder Abbruch.

    Retransmission bedeutet erneutes Senden.

    HTTPS-Inhalte sind verschlüsselt.

    TLS-Handshake kann trotzdem Hinweise geben.

    SNI zeigt gewünschten Hostnamen.

    Wireshark-Warnungen sind Hinweise,
    nicht automatisch Ursache.

    Mitschnittort ist entscheidend.

    PCAP-Dateien können sensible Daten enthalten.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Wireshark | grafisches Werkzeug zur Paketanalyse |
| Paketliste | Übersicht aller Pakete |
| Paketdetails | Protokollinformationen eines Pakets |
| Paketbytes | Rohdaten eines Pakets |
| Display Filter | Filter für Anzeige |
| Capture Filter | Filter für Aufnahme |
| ip.addr | IP-Adresse als Quelle oder Ziel |
| ip.src | Quell-IP-Adresse |
| ip.dst | Ziel-IP-Adresse |
| tcp.port | TCP-Port als Quelle oder Ziel |
| udp.port | UDP-Port als Quelle oder Ziel |
| SYN | TCP-Verbindungsstart |
| SYN-ACK | TCP-Antwort des Servers |
| ACK | Bestätigung |
| RST | Reset |
| Retransmission | erneutes Senden |
| Zero Window | Empfänger kann keine Daten aufnehmen |
| Dup ACK | doppelte Bestätigung |
| NXDOMAIN | DNS-Name existiert nicht |
| SNI | Hostname im TLS-Handshake |
| TLS Alert | TLS-Fehlermeldung |
| Follow TCP Stream | zusammenhängende TCP-Daten anzeigen |
| Conversations | Kommunikationsbeziehungen |
| Endpoints | beteiligte Systeme |
| Expert Information | Wireshark-Hinweise auf Auffälligkeiten |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Wireshark ist ein grafisches Werkzeug zur Analyse von Netzwerkpaketen. Mit Display Filtern kann man die Anzeige eines vorhandenen Mitschnitts eingrenzen, während Capture Filter bereits vor der Aufnahme festlegen, welche Pakete überhaupt aufgezeichnet werden. In Wireshark lassen sich unter anderem DNS-Anfragen, TCP-Handshakes, UDP-Kommunikation, ICMP-Meldungen, ARP, DHCP-Abläufe, TLS-Handshakes, Resets und Retransmissions erkennen. Bei HTTPS sind die Inhalte normalerweise verschlüsselt, aber Metadaten wie IP-Adressen, Ports, TLS-Handshake und häufig SNI können sichtbar sein. Paketmitschnitte müssen gezielt erstellt und datenschutzbewusst behandelt werden, da sie sensible Informationen enthalten können.

---

**Merksätze**

    Wireshark zeigt Netzwerkpakete grafisch.

    Erst Fragestellung,
    dann Filter.

    Paketliste zeigt Überblick.

    Paketdetails zeigen Protokolle.

    Paketbytes zeigen Rohdaten.

    Display Filter begrenzen Anzeige.

    Capture Filter begrenzen Aufnahme.

    Was nicht aufgenommen wurde,
    kann später nicht analysiert werden.

    ip.addr = Quelle oder Ziel.

    ip.src = Quelle.

    ip.dst = Ziel.

    tcp.port ist nicht udp.port.

    TCP hat Handshake.

    UDP hat keinen Handshake.

    SYN startet Verbindung.

    SYN-ACK antwortet.

    ACK bestätigt.

    RST beendet oder lehnt ab.

    Retransmissions zeigen fehlende Bestätigungen.

    DNS vor Verbindungsaufbau prüfen.

    NXDOMAIN heißt:
    Name existiert nicht.

    DHCP-DORA ist im Mitschnitt sichtbar.

    HTTPS schützt Inhalte.

    TLS-Handshake liefert trotzdem Hinweise.

    SNI zeigt gewünschten Hostnamen.

    Follow TCP Stream hilft bei unverschlüsselten Protokollen.

    Expert Information ist Hinweis,
    nicht automatisch Ursache.

    Mitschnittort entscheidet,
    was sichtbar ist.

    Mehrere Mitschnitte können Paketverluststellen zeigen.

    PCAP-Dateien vertraulich behandeln.

# 12.3 tcpdump, tshark und Paketmitschnitt auf der Kommandozeile

Neben Wireshark gibt es wichtige Werkzeuge für Paketmitschnitte auf der Kommandozeile.

Besonders wichtig sind:

    - tcpdump
    - tshark
    - netstat / ss
    - curl
    - nc
    - ping
    - traceroute / tracert
    - nslookup / dig

Diese Werkzeuge sind besonders nützlich,
wenn man auf Servern,
Firewalls,
Routern
oder per SSH arbeitet.

Merksatz:

    Wireshark ist grafisch.
    tcpdump und tshark arbeiten auf der Kommandozeile.

---

**Warum Kommandozeilenwerkzeuge wichtig sind**

In der Praxis hat man nicht immer eine grafische Oberfläche.

Beispiele:

    Linux-Server per SSH
    Firewall-Konsole
    Container-Host
    Cloud-Server
    NAS-System
    Router
    Recovery-Umgebung
    minimale Serverinstallation

Dort sind Kommandozeilenwerkzeuge oft schneller und direkter.

Merksatz:

    Auf Servern ist die Kommandozeile oft das wichtigste Analysewerkzeug.

---

**tcpdump**

tcpdump ist ein Werkzeug,
mit dem Netzwerkverkehr auf der Kommandozeile mitgeschnitten werden kann.

Es kann:

    - Pakete live anzeigen
    - Pakete nach Host filtern
    - Pakete nach Port filtern
    - Pakete nach Protokoll filtern
    - Mitschnitte in Dateien speichern
    - PCAP-Dateien erzeugen

Diese PCAP-Dateien kann man später mit Wireshark öffnen.

Merksatz:

    tcpdump zeichnet Pakete auf und kann PCAP-Dateien erzeugen.

---

**tcpdump-Grundidee**

tcpdump lauscht auf einer Netzwerkschnittstelle.

Beispiele für Schnittstellen:

    eth0
    ens18
    en0
    wlan0
    br0
    docker0
    vlan10

Wichtig:

    Man muss die richtige Schnittstelle auswählen.

Wenn man auf der falschen Schnittstelle mitschneidet,
sieht man den relevanten Verkehr nicht.

Merksatz:

    Richtige Schnittstelle wählen,
    sonst ist der Mitschnitt wertlos.

---

**Schnittstellen anzeigen**

Vor einem Mitschnitt prüft man,
welche Schnittstellen vorhanden sind.

Typische Idee:

    tcpdump -D

Damit werden verfügbare Interfaces angezeigt.

Danach wählt man die passende Schnittstelle aus.

Merksatz:

    Erst Schnittstellen anzeigen,
    dann Mitschnitt starten.

---

**Einfacher tcpdump-Mitschnitt**

Ein einfacher Mitschnitt auf einer Schnittstelle:

    tcpdump -i eth0

Bedeutung:

    -i eth0:
    auf Schnittstelle eth0 mitschneiden

Dieser Mitschnitt zeigt viele Pakete live auf der Konsole.

Merksatz:

    tcpdump -i Schnittstelle startet einen Live-Mitschnitt.

---

**Namensauflösung vermeiden**

tcpdump kann IP-Adressen und Ports in Namen auflösen.

Das kann die Ausgabe verlangsamen oder verwirren.

Daher nutzt man häufig:

    -n

oder:

    -nn

Bedeutung:

    keine Namensauflösung
    keine Portnamenauflösung

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0

Merksatz:

    -nn zeigt IPs und Ports unverändert an.

---

**Paketinhalt ausführlicher anzeigen**

Mit mehr Ausführlichkeit sieht man mehr Details.

Typisch:

    -v
    -vv
    -vvv

Beispiel:

    tcpdump -nn -vv -i eth0

Aber:

    mehr Details sind nicht immer übersichtlicher.

Merksatz:

    Mehr Ausgabe hilft nur,
    wenn man sie auch gezielt auswertet.

---

**In Datei speichern**

Für spätere Analyse speichert man Mitschnitte in eine Datei.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 -w capture.pcap

Bedeutung:

    -w capture.pcap:
    Mitschnitt in Datei schreiben

Die Datei kann später mit Wireshark geöffnet werden.

Merksatz:

    Mit -w speichert tcpdump einen Mitschnitt als Datei.

---

**Datei wieder lesen**

Eine gespeicherte PCAP-Datei kann mit tcpdump gelesen werden.

Beispiel:

    tcpdump -nn -r capture.pcap

Bedeutung:

    -r:
    Datei lesen

Merksatz:

    Mit -r liest tcpdump gespeicherte Mitschnitte.

---

**Nur bestimmten Host mitschneiden**

Wenn nur ein bestimmter Host interessiert,
filtert man nach IP-Adresse.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 host 192.168.10.20

Das zeigt Pakete,
bei denen diese IP Quelle oder Ziel ist.

Merksatz:

    host filtert Quelle oder Ziel.

---

**Nur Quelle oder Ziel filtern**

Quelle filtern:

    tcpdump -nn -i eth0 src host 192.168.10.20

Ziel filtern:

    tcpdump -nn -i eth0 dst host 192.168.10.20

Merksatz:

    src = Quelle.
    dst = Ziel.

---

**Nach Netzwerk filtern**

Man kann auch ganze Netze filtern.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 net 192.168.10.0/24

Das zeigt Verkehr,
bei dem dieses Netz beteiligt ist.

Merksatz:

    net filtert ein ganzes Subnetz.

---

**Nach Port filtern**

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 port 443

Das zeigt Pakete,
bei denen Port 443 als Quell- oder Zielport vorkommt.

Genauer:

    tcpdump -nn -i eth0 dst port 443

zeigt Pakete,
die zu Zielport 443 gehen.

Merksatz:

    port zeigt Quell- oder Zielport.
    dst port zeigt den Zielport.

---

**TCP und UDP filtern**

Man kann gezielt TCP oder UDP filtern.

Beispiel TCP:

    tcpdump -nn -i eth0 tcp port 443

Beispiel UDP:

    tcpdump -nn -i eth0 udp port 53

Wichtig:

    TCP 53 und UDP 53 sind unterschiedlich.

Merksatz:

    Protokoll und Port zusammen prüfen.

---

**DNS mitschneiden**

DNS nutzt häufig UDP 53,
kann aber auch TCP 53 verwenden.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 port 53

Oder genauer:

    tcpdump -nn -i eth0 udp port 53

Wichtig:

    Bei großen Antworten oder Zonentransfers kann TCP 53 relevant sein.

Merksatz:

    DNS nicht nur als UDP denken,
    auch TCP 53 beachten.

---

**HTTP und HTTPS mitschneiden**

HTTP:

    tcpdump -nn -i eth0 tcp port 80

HTTPS:

    tcpdump -nn -i eth0 tcp port 443

Bei HTTPS sieht man den Inhalt nicht im Klartext,
aber man sieht Verbindungsaufbau,
IP-Adressen,
Ports,
TLS-Handshake
und Fehler.

Merksatz:

    HTTPS-Inhalte sind verschlüsselt,
    aber Verbindungsdaten sind sichtbar.

---

**SSH mitschneiden**

SSH nutzt typischerweise TCP 22.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 tcp port 22

Man sieht:

    Verbindungsaufbau
    Pakete
    Abbrüche
    Timeouts

Man sieht nicht:

    eingegebene Befehle im Klartext,
    weil SSH verschlüsselt ist.

Merksatz:

    SSH schützt Inhalte,
    tcpdump sieht aber Verbindungsmetadaten.

---

**ICMP mitschneiden**

ICMP wird für Diagnose genutzt.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 icmp

Damit sieht man zum Beispiel:

    Ping-Anfragen
    Ping-Antworten
    Destination Unreachable
    Time Exceeded

Merksatz:

    ICMP zeigt Diagnose- und Fehlermeldungen.

---

**ARP mitschneiden**

ARP ist wichtig im lokalen IPv4-Netz.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 arp

Damit sieht man ARP-Anfragen und ARP-Antworten.

Typische Frage:

    Wer hat diese IP-Adresse?

Merksatz:

    ARP hilft bei lokalen Erreichbarkeitsproblemen.

---

**DHCP mitschneiden**

DHCP nutzt UDP 67 und UDP 68.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 port 67 or port 68

Damit kann man den DORA-Ablauf sehen:

    Discover
    Offer
    Request
    Acknowledge

Merksatz:

    DHCP-DORA lässt sich mit tcpdump gut prüfen.

---

**Filter kombinieren**

Filter können kombiniert werden.

Beispiel:

    tcpdump -nn -i eth0 host 192.168.10.20 and tcp port 443

Bedeutung:

    Zeige nur TCP-443-Verkehr mit Host 192.168.10.20.

Weitere logische Verknüpfungen:

    and
    or
    not

Merksatz:

    Mit and, or und not werden tcpdump-Filter gezielt.

---

**Beispiel: Alles außer SSH anzeigen**

Wenn man per SSH auf einem Server arbeitet,
kann der eigene SSH-Verkehr die Anzeige stören.

Dann kann man SSH ausblenden:

    tcpdump -nn -i eth0 not port 22

Merksatz:

    Eigenen SSH-Verkehr bei Bedarf ausblenden.

---

**Beispiel: Fehler reproduzieren**

Gute Vorgehensweise:

    1. Mitschnitt vorbereiten.
    2. Mitschnitt starten.
    3. Fehler gezielt auslösen.
    4. Mitschnitt stoppen.
    5. Datei sichern.
    6. Mit Wireshark analysieren.

Merksatz:

    Mitschnitt immer passend zum Fehlerzeitpunkt erstellen.

---

**Mitschnitt begrenzen**

Paketmitschnitte können schnell sehr groß werden.

Möglichkeiten:

    nur bestimmte IP mitschneiden
    nur bestimmten Port mitschneiden
    nur kurze Zeit mitschneiden
    Datei begrenzen
    Rotation nutzen
    nicht unnötig viele Daten erfassen

Merksatz:

    So wenig wie möglich,
    so viel wie nötig mitschneiden.

---

**Warum PCAP-Dateien sensibel sind**

PCAP-Dateien können enthalten:

    - interne IP-Adressen
    - MAC-Adressen
    - Hostnamen
    - Benutzernamen
    - Cookies
    - Tokens
    - unverschlüsselte Passwörter
    - E-Mail-Inhalte
    - interne Protokolle
    - Kundendaten

Deshalb:

    sicher speichern
    Zugriff begrenzen
    nicht unnötig weitergeben
    nach Zweck löschen

Merksatz:

    PCAP-Dateien wie vertrauliche Daten behandeln.

---

**tshark**

tshark ist die Kommandozeilenversion von Wireshark.

Es nutzt ähnliche Analysefunktionen,
aber ohne grafische Oberfläche.

tshark kann:

    - live mitschneiden
    - PCAP-Dateien lesen
    - Display Filter verwenden
    - Felder ausgeben
    - automatisiert auswerten
    - Protokolle analysieren

Merksatz:

    tshark ist Wireshark für die Kommandozeile.

---

**tshark für vorhandene Dateien**

Eine vorhandene PCAP-Datei kann mit tshark gelesen werden.

Beispiel:

    tshark -r capture.pcap

Mit Filtern kann man gezielt suchen.

Beispielidee:

    nur DNS anzeigen
    nur HTTP anzeigen
    nur bestimmte IP anzeigen

Merksatz:

    tshark eignet sich gut für schnelle PCAP-Auswertung.

---

**tcpdump oder tshark?**

| Werkzeug | Stärke |
|---|---|
| tcpdump | schnell mitschneiden, auf vielen Systemen verfügbar |
| tshark | detailliertere Protokollauswertung auf Kommandozeile |
| Wireshark | grafische Analyse, sehr übersichtlich |

Merksatz:

    tcpdump zum Aufnehmen,
    Wireshark oder tshark zum Analysieren.

---

**ss**

ss zeigt Netzwerk-Sockets auf Linux-Systemen.

Damit prüft man:

    welche Dienste lauschen
    welche Verbindungen bestehen
    welche Ports offen sind
    welche Prozesse Ports verwenden

Beispielidee:

    Lauscht ein Dienst wirklich auf Port 443?

Merksatz:

    ss zeigt lokale Ports und Verbindungen.

---

**netstat**

netstat ist ein älteres Werkzeug,
das ähnliche Informationen wie ss anzeigen kann.

Es zeigt unter anderem:

    - offene Ports
    - aktive Verbindungen
    - Routingtabelle
    - Schnittstellenstatistiken

Auf modernen Linux-Systemen wird häufig ss bevorzugt.

Merksatz:

    netstat ist älter,
    ss ist auf Linux oft moderner.

---

**Lauschende Dienste prüfen**

Wenn ein Dienst nicht erreichbar ist,
prüft man lokal:

    Lauscht der Dienst überhaupt?

Beispielhafte Fragestellung:

    Hört der Webserver auf TCP 80 oder TCP 443?
    Hört SSH auf TCP 22?
    Hört die Datenbank nur auf localhost?
    Hört der Dienst auf der richtigen IP-Adresse?

Merksatz:

    Dienst muss lokal lauschen,
    bevor er extern erreichbar sein kann.

---

**localhost-Falle**

Ein Dienst kann nur auf localhost lauschen.

Beispiel:

    127.0.0.1:8080

Dann ist er nur lokal auf dem System erreichbar,
aber nicht von anderen Geräten im Netzwerk.

Für externe Erreichbarkeit muss er auf einer passenden Adresse lauschen.

Merksatz:

    Dienst auf localhost ist nicht automatisch im Netzwerk erreichbar.

---

**curl**

curl ist ein Werkzeug zum Testen von HTTP,
HTTPS
und vielen anderen Protokollen.

Es kann zeigen:

    - Statuscode
    - Header
    - Weiterleitungen
    - TLS-Fehler
    - Antwortinhalt
    - API-Antworten

Merksatz:

    curl testet Webdienste und APIs direkt.

---

**curl und HTTP-Status**

Mit curl kann man prüfen,
welchen HTTP-Status ein Server zurückgibt.

Wichtige Fragen:

    Kommt 200?
    Kommt 301 oder 302?
    Kommt 401?
    Kommt 403?
    Kommt 404?
    Kommt 500?
    Kommt 502?

Merksatz:

    curl zeigt,
    was ein Webserver tatsächlich antwortet.

---

**curl und Header**

HTTP-Header enthalten wichtige Informationen.

Beispiele:

    Content-Type
    Location
    Server
    Set-Cookie
    Authorization
    Cache-Control
    Strict-Transport-Security

Mit curl kann man Header gezielt anzeigen.

Merksatz:

    Header erklären oft,
    warum ein Webdienst sich so verhält.

---

**curl und TLS**

curl kann TLS-Probleme sichtbar machen.

Typische Fehler:

    Zertifikat abgelaufen
    Name passt nicht
    CA nicht vertrauenswürdig
    TLS-Version nicht kompatibel
    Zertifikatskette unvollständig

Merksatz:

    curl hilft bei HTTPS- und Zertifikatsproblemen.

---

**nc**

nc steht für netcat.

Es kann verwendet werden,
um einfache TCP- oder UDP-Verbindungen zu testen.

Typische Nutzung:

    Ist ein TCP-Port erreichbar?
    Antwortet ein einfacher Dienst?
    Kann ich manuell Daten senden?

Beispielgedanke:

    Porttest für TCP 443,
    TCP 22
    oder TCP 25.

Merksatz:

    nc ist ein einfaches Werkzeug für Port- und Verbindungstests.

---

**Porttest richtig einordnen**

Ein erfolgreicher Porttest bedeutet:

    TCP-Verbindung zum Port ist möglich.

Er bedeutet nicht automatisch:

    Anwendung funktioniert korrekt.
    Login funktioniert.
    Zertifikat passt.
    Berechtigung stimmt.
    API antwortet richtig.

Merksatz:

    Port offen ist nur ein Teil der Diagnose.

---

**ping**

ping nutzt ICMP Echo Request und Echo Reply.

Es prüft grob:

    Ist ein Ziel per ICMP erreichbar?

Ping sagt nicht:

    ob ein TCP-Port offen ist
    ob DNS korrekt ist
    ob HTTPS funktioniert
    ob Anwendung antwortet
    ob Anmeldung funktioniert

Merksatz:

    Ping prüft nicht den Dienst.

---

**traceroute und tracert**

traceroute oder tracert zeigen den Weg zu einem Ziel.

Sie helfen bei:

    Routingproblemen
    Erreichbarkeitsproblemen
    ungewöhnlichen Pfaden
    Netzunterbrechungen
    hoher Latenz

Wichtig:

    Firewalls können traceroute-Ergebnisse beeinflussen.

Merksatz:

    traceroute zeigt Hinweise auf den Weg,
    aber nicht immer den vollständigen echten Pfad.

---

**nslookup**

nslookup prüft DNS-Auflösung.

Damit kann man fragen:

    Welche IP liefert DNS für diesen Namen?
    Welcher DNS-Server antwortet?
    Gibt es überhaupt eine Antwort?

Gut für einfache DNS-Prüfung.

Merksatz:

    nslookup prüft Namensauflösung.

---

**dig**

dig ist ein detaillierteres DNS-Werkzeug.

Es zeigt unter anderem:

    - DNS-Antworten
    - Record-Typen
    - Antwortzeiten
    - Nameserver
    - TTL
    - Autorität
    - zusätzliche Antworten

dig ist besonders hilfreich,
wenn DNS genauer analysiert werden soll.

Merksatz:

    dig ist detaillierte DNS-Analyse.

---

**openssl s_client**

openssl s_client prüft TLS-Verbindungen.

Damit kann man sehen:

    - Zertifikat
    - Zertifikatskette
    - TLS-Version
    - Cipher
    - Serverantwort
    - SNI-Verhalten

Besonders nützlich bei:

    HTTPS
    LDAPS
    IMAPS
    SMTPS
    POP3S

Merksatz:

    openssl s_client hilft bei TLS- und Zertifikatsproblemen.

---

**journalctl**

journalctl zeigt Logs auf Systemen mit systemd.

Damit kann man prüfen:

    Dienst gestartet?
    Dienst abgestürzt?
    Fehler beim Start?
    Berechtigungsproblem?
    Port bereits belegt?
    Konfigurationsfehler?

Merksatz:

    journalctl zeigt System- und Dienstlogs auf Linux.

---

**Windows-Ereignisanzeige**

Die Windows-Ereignisanzeige zeigt System- und Anwendungsereignisse.

Wichtige Bereiche:

    Anwendung
    Sicherheit
    System
    Setup
    Dienstspezifische Protokolle

Hilfreich bei:

    Anmeldefehlern
    Dienstfehlern
    RDP-Problemen
    DNS- oder DHCP-Problemen
    Zertifikatsproblemen

Merksatz:

    Ereignisanzeige ist wichtig für Windows-Fehlersuche.

---

**PowerShell Test-NetConnection**

Unter Windows kann Test-NetConnection helfen.

Es prüft zum Beispiel:

    Namensauflösung
    TCP-Verbindung zu einem Port
    Ziel-IP
    grundlegende Erreichbarkeit

Beispielhafte Fragestellung:

    Ist TCP 443 erreichbar?
    Ist TCP 3389 erreichbar?

Merksatz:

    Test-NetConnection ist ein Windows-Werkzeug für Porttests.

---

**Werkzeuge richtig kombinieren**

Kein Werkzeug beantwortet alles.

Beispiel Webdienst funktioniert nicht:

    nslookup:
    DNS prüfen

    ping:
    grobe Erreichbarkeit prüfen

    Test-NetConnection oder nc:
    Port prüfen

    curl:
    HTTP-Antwort prüfen

    tcpdump:
    Verkehr prüfen

    Logs:
    Dienstfehler prüfen

Merksatz:

    Diagnose entsteht durch Kombination mehrerer Werkzeuge.

---

**Beispiel: HTTPS funktioniert nicht**

Sinnvolle Prüfung:

    1. DNS mit nslookup oder dig prüfen.
    2. Port TCP 443 mit nc oder Test-NetConnection prüfen.
    3. HTTP-Antwort mit curl prüfen.
    4. Zertifikat mit curl oder openssl s_client prüfen.
    5. tcpdump oder Wireshark bei Verbindungsproblemen nutzen.
    6. Webserver- oder Reverse-Proxy-Logs prüfen.

Merksatz:

    HTTPS-Probleme mit DNS,
    Port,
    TLS,
    Anwendung
    und Logs prüfen.

---

**Beispiel: SSH funktioniert nicht**

Sinnvolle Prüfung:

    1. Ziel-IP oder Hostname prüfen.
    2. TCP 22 prüfen.
    3. Lokalen SSH-Dienst prüfen.
    4. Firewall und Host-Firewall prüfen.
    5. Benutzer und Schlüssel prüfen.
    6. SSH-Logs prüfen.
    7. tcpdump bei Timeout oder unklarer Verbindung nutzen.

Merksatz:

    SSH-Probleme mit Port,
    Dienst,
    Benutzer,
    Schlüssel
    und Logs prüfen.

---

**Beispiel: DNS funktioniert nicht**

Sinnvolle Prüfung:

    1. Welcher DNS-Server ist eingetragen?
    2. Ist DNS-Server erreichbar?
    3. Antwortet UDP 53?
    4. Antwortet bei Bedarf TCP 53?
    5. Liefert DNS richtige Antwort?
    6. Gibt es NXDOMAIN?
    7. Gibt es falschen Cache?
    8. tcpdump zeigt echte DNS-Anfrage?

Merksatz:

    DNS-Fehler mit Server,
    Port,
    Antwort
    und Cache prüfen.

---

**Beispiel: DHCP funktioniert nicht**

Sinnvolle Prüfung:

    1. Client sendet Discover?
    2. DHCP-Server antwortet mit Offer?
    3. Client sendet Request?
    4. Server sendet Acknowledge?
    5. Scope hat freie Adressen?
    6. DHCP-Relay korrekt?
    7. VLAN korrekt?
    8. Firewall blockiert UDP 67/68?

Merksatz:

    DHCP mit DORA analysieren.

---

**Beispiel: RDP funktioniert nicht**

Sinnvolle Prüfung:

    1. Hostname oder IP prüfen.
    2. TCP 3389 prüfen.
    3. Remote Desktop aktiviert?
    4. Host-Firewall erlaubt?
    5. Benutzer berechtigt?
    6. VPN oder Gateway nötig?
    7. Windows-Ereignisanzeige prüfen.
    8. Nicht direkt aus Internet veröffentlichen.

Merksatz:

    RDP-Probleme mit Port,
    Dienst,
    Berechtigung
    und Sicherheit prüfen.

---

**Typische Fehler bei Werkzeugnutzung**

Häufige Fehler:

    - nur ping testen und Dienstproblem übersehen
    - DNS nicht prüfen
    - TCP und UDP verwechseln
    - falsche Schnittstelle mitschneiden
    - falschen Port prüfen
    - internen und externen Test verwechseln
    - NAT nicht berücksichtigen
    - Logs ignorieren
    - verschlüsselte Inhalte im Klartext erwarten

Merksatz:

    Werkzeugergebnisse immer fachlich einordnen.

---

**Diagnose nach Schichten**

| Schicht | typische Werkzeuge |
|---:|---|
| 1 | Link-Status, Kabeltest, Switchport |
| 2 | ARP, MAC-Tabelle, VLAN-Prüfung |
| 3 | ping, traceroute, Routingtabelle |
| 4 | nc, Test-NetConnection, ss, tcpdump |
| 5–6 | TLS-Prüfung, openssl s_client |
| 7 | curl, nslookup, dig, Logs, Anwendungstest |

Merksatz:

    Das Werkzeug richtet sich nach der vermuteten Schicht.

---

**Was Kommandozeilenwerkzeuge nicht ersetzen**

Sie ersetzen nicht:

    - saubere Dokumentation
    - Verständnis der Netzstruktur
    - Firewall-Regelprüfung
    - Berechtigungsprüfung
    - Dienstkonfiguration
    - Monitoring
    - Sicherheitskonzept
    - Datenschutz beim Mitschnitt

Merksatz:

    Werkzeuge liefern Hinweise,
    Fachwissen macht daraus eine Diagnose.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Wofür nutzt man tcpdump?
    - Was ist eine PCAP-Datei?
    - Wofür steht tshark?
    - Was ist der Unterschied zwischen tcpdump und Wireshark?
    - Warum muss man die richtige Schnittstelle wählen?
    - Wie filtert man nach Host, Port oder Protokoll?
    - Warum ist tcpdump mit -w nützlich?
    - Warum sind Mitschnittdateien sensibel?
    - Wofür nutzt man curl?
    - Wofür nutzt man nc?
    - Was prüft ping?
    - Warum reicht ping nicht aus?
    - Wofür nutzt man nslookup oder dig?
    - Wofür nutzt man openssl s_client?
    - Wie kombiniert man Werkzeuge bei der Fehlersuche?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    tcpdump ist Kommandozeile.

    Wireshark ist grafisch.

    tshark ist Wireshark auf Kommandozeile.

    tcpdump kann PCAP-Dateien speichern.

    PCAP-Dateien können sensible Daten enthalten.

    Falsche Schnittstelle bedeutet falsche Sicht.

    -nn verhindert Namensauflösung.

    host filtert Quelle oder Ziel.

    src ist Quelle.

    dst ist Ziel.

    port filtert Quell- oder Zielport.

    TCP und UDP getrennt betrachten.

    DNS kann UDP und TCP 53 nutzen.

    DHCP nutzt UDP 67 und 68.

    Ping prüft ICMP,
    nicht den Dienst.

    Porttest beweist nicht,
    dass Anwendung funktioniert.

    curl prüft Webdienste besser als ping.

    openssl s_client hilft bei TLS.

    Logs und Mitschnitt ergänzen sich.

    Werkzeuge ersetzen keine fachliche Analyse.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| tcpdump | Kommandozeilenwerkzeug für Paketmitschnitte |
| tshark | Wireshark-Funktion auf Kommandozeile |
| PCAP | Datei mit aufgezeichneten Paketen |
| Interface | Netzwerkschnittstelle |
| Capture | Aufnahme von Paketen |
| -i | Schnittstelle auswählen |
| -w | Mitschnitt in Datei schreiben |
| -r | Mitschnitt aus Datei lesen |
| -n / -nn | Namensauflösung abschalten |
| host | Quelle oder Ziel filtern |
| src | Quelle |
| dst | Ziel |
| port | Port filtern |
| ss | lokale Sockets und Ports anzeigen |
| netstat | älteres Werkzeug für Netzwerkstatus |
| curl | Web- und API-Anfragen testen |
| nc | einfache Port- und Verbindungstests |
| ping | ICMP-Erreichbarkeit prüfen |
| traceroute | Weg zum Ziel prüfen |
| nslookup | DNS einfach prüfen |
| dig | DNS detailliert prüfen |
| openssl s_client | TLS-Verbindungen prüfen |
| journalctl | Linux-Systemlogs anzeigen |
| Ereignisanzeige | Windows-Logs anzeigen |
| Test-NetConnection | Windows-Porttest |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

tcpdump ist ein Kommandozeilenwerkzeug zum Mitschneiden von Netzwerkverkehr und kann Mitschnitte als PCAP-Datei speichern, die später mit Wireshark analysiert werden kann. tshark ist die Kommandozeilenversion von Wireshark und eignet sich für detaillierte Auswertungen ohne grafische Oberfläche. Bei der Analyse muss die richtige Netzwerkschnittstelle gewählt und gezielt nach Host, Port, Protokoll oder Netz gefiltert werden. Ergänzende Werkzeuge wie curl, nc, ping, traceroute, nslookup, dig, openssl s_client, ss, netstat und Logdateien helfen, DNS, Ports, TLS, Dienste und Verbindungen systematisch zu prüfen. Ein einzelnes Werkzeug reicht selten aus; eine zuverlässige Diagnose entsteht durch die Kombination mehrerer Hinweise.

---

**Merksätze**

    tcpdump = Paketmitschnitt auf Kommandozeile.

    tshark = Wireshark auf Kommandozeile.

    Wireshark = grafische Analyse.

    PCAP = gespeicherter Paketmitschnitt.

    Richtige Schnittstelle ist entscheidend.

    -nn verhindert Namensauflösung.

    -w schreibt Mitschnitt in Datei.

    -r liest Mitschnitt aus Datei.

    host filtert Quelle oder Ziel.

    src filtert Quelle.

    dst filtert Ziel.

    port filtert Quell- oder Zielport.

    TCP und UDP nicht verwechseln.

    DNS kann UDP und TCP nutzen.

    DHCP nutzt UDP 67 und 68.

    SSH nutzt typischerweise TCP 22.

    HTTPS nutzt typischerweise TCP 443.

    Ping prüft ICMP,
    nicht Anwendung.

    Porttest prüft Erreichbarkeit,
    nicht Anwendungserfolg.

    curl prüft HTTP und HTTPS.

    nc testet einfache Verbindungen.

    nslookup und dig prüfen DNS.

    openssl s_client prüft TLS.

    ss zeigt lokale Ports.

    Logs zeigen Dienstfehler.

    Mitschnitt und Logs gemeinsam auswerten.

    PCAP-Dateien vertraulich behandeln.

    Werkzeuge liefern Hinweise,
    Fachwissen liefert die Diagnose.

# 12.4 Systematische Netzwerkfehlersuche nach dem OSI-Modell

Netzwerkfehlersuche sollte nicht zufällig erfolgen.

Besser ist ein systematisches Vorgehen nach Schichten.

Das OSI-Modell hilft dabei,
Fehler Schritt für Schritt einzugrenzen.

Grundidee:

    erst einfache Grundlagen prüfen
    dann höhere Schichten prüfen
    Fehler sauber eingrenzen
    Messergebnisse dokumentieren
    nicht vorschnell raten

Merksatz:

    Systematische Fehlersuche spart Zeit und verhindert falsche Vermutungen.

---

**Warum nach Schichten prüfen?**

Viele Fehler sehen ähnlich aus.

Beispiel:

    Webseite öffnet nicht.

Mögliche Ursachen können sein:

    Kabel defekt
    WLAN getrennt
    falsches VLAN
    falsche IP-Adresse
    Gateway fehlt
    DNS falsch
    Port blockiert
    Zertifikat ungültig
    Webserver down
    Benutzer nicht berechtigt

Ohne Struktur sucht man schnell an der falschen Stelle.

Merksatz:

    Ein Symptom kann viele Ursachen auf verschiedenen Schichten haben.

---

**Top-Down und Bottom-Up**

Es gibt zwei typische Vorgehensweisen:

    Bottom-Up
    Top-Down

Bottom-Up bedeutet:

    Man beginnt unten bei Schicht 1
    und arbeitet sich nach oben.

Top-Down bedeutet:

    Man beginnt bei der Anwendung
    und arbeitet sich nach unten.

Beide Methoden sind sinnvoll,
je nach Fehlerbild.

Merksatz:

    Bottom-Up beginnt beim Kabel.
    Top-Down beginnt bei der Anwendung.

---

**Bottom-Up-Methode**

Bottom-Up prüft von unten nach oben:

    Schicht 1:
    Kabel, Link, Signal

    Schicht 2:
    MAC, Switch, VLAN

    Schicht 3:
    IP, Subnetz, Gateway, Routing

    Schicht 4:
    TCP, UDP, Ports

    Schicht 5–7:
    Sitzung, Darstellung, Anwendung

Vorteil:

    grundlegende Fehler werden früh erkannt.

Merksatz:

    Bottom-Up ist gut,
    wenn unklar ist,
    ob überhaupt Netzverbindung besteht.

---

**Top-Down-Methode**

Top-Down beginnt bei der Anwendung.

Beispiel:

    Benutzer sagt:
    E-Mail funktioniert nicht.

Dann prüft man zuerst:

    Mailclient
    Anmeldung
    Fehlermeldung
    Servername
    Protokoll
    Port
    DNS
    Netzwerk

Vorteil:

    schneller,
    wenn der Fehler klar an einem Dienst hängt.

Merksatz:

    Top-Down ist gut,
    wenn ein bestimmter Dienst betroffen ist.

---

**Divide-and-Conquer-Methode**

Divide and Conquer bedeutet:

    Problem in der Mitte eingrenzen.

Man prüft zuerst eine mittlere Schicht,
zum Beispiel IP-Erreichbarkeit oder Port-Erreichbarkeit.

Beispiel:

    Ping zum Server funktioniert.

Dann weiß man:

    Schicht 1 bis 3 sind wahrscheinlich grundsätzlich ok.

Dann prüft man weiter:

    Port
    Dienst
    Anmeldung
    Anwendung

Merksatz:

    Divide and Conquer halbiert den Suchbereich.

---

**Vergleichsmethode**

Bei der Vergleichsmethode vergleicht man:

    funktionierendes System
    mit
    fehlerhaftem System

Beispiele:

    anderer Client funktioniert
    anderer Benutzer funktioniert
    anderes VLAN funktioniert
    anderer Browser funktioniert
    anderer DNS-Server liefert andere Antwort

Dadurch erkennt man Unterschiede.

Merksatz:

    Vergleich zeigt,
    was beim fehlerhaften Fall anders ist.

---

**Fehler reproduzieren**

Ein Fehler sollte möglichst reproduzierbar gemacht werden.

Fragen:

    Wann tritt der Fehler auf?
    Bei welchem Benutzer?
    Bei welchem Client?
    Bei welchem Dienst?
    Seit wann?
    Nach welcher Änderung?
    Immer oder nur manchmal?
    Intern oder extern?
    Mit WLAN oder LAN?
    Mit VPN oder ohne VPN?

Merksatz:

    Nur reproduzierbare Fehler lassen sich sauber messen.

---

**Fehlerbild genau aufnehmen**

Vor der Analyse sollte man das Fehlerbild genau aufnehmen.

Nicht ausreichend:

    Internet geht nicht.

Besser:

    Benutzer kann https://intranet.firma.local öffnen,
    aber https://portal.firma.de nicht.
    Fehler im Browser:
    DNS_PROBE_FINISHED_NXDOMAIN.

Noch besser:

    Zeitpunkt,
    Client-IP,
    Benutzer,
    DNS-Server,
    Fehlermeldung,
    betroffener Dienst.

Merksatz:

    Genaue Fehlerbeschreibung ist Teil der Diagnose.

---

**W-Fragen bei Netzwerkfehlern**

Wichtige Fragen:

    Wer ist betroffen?
    Was funktioniert nicht?
    Wann tritt der Fehler auf?
    Wo tritt der Fehler auf?
    Wie äußert sich der Fehler?
    Seit wann besteht der Fehler?
    Was wurde zuletzt geändert?
    Welche Systeme funktionieren noch?

Merksatz:

    Gute Fragen grenzen den Fehler ein.

---

**Einzelner Benutzer oder alle Benutzer?**

Wenn nur ein Benutzer betroffen ist,
prüft man eher:

    Benutzerkonto
    Berechtigungen
    Passwort
    MFA
    Clientprofil
    lokale Einstellungen
    Browsercache
    gespeicherte Zugangsdaten

Wenn alle Benutzer betroffen sind,
prüft man eher:

    Dienst
    Server
    DNS
    Netzwerk
    Firewall
    Zertifikat
    zentrale Authentifizierung
    Provider
    Infrastruktur

Merksatz:

    Einzelner Benutzer = Konto oder Client.
    Alle Benutzer = Dienst oder Infrastruktur.

---

**Ein Client oder mehrere Clients?**

Wenn nur ein Client betroffen ist,
prüft man:

    Netzwerkkabel
    WLAN
    IP-Konfiguration
    DNS-Einstellungen
    lokale Firewall
    Proxy
    VPN
    Zertifikatsspeicher
    lokale Software

Wenn mehrere Clients betroffen sind,
prüft man:

    Switch
    VLAN
    DHCP
    DNS
    Gateway
    Firewall
    Server
    zentrale Dienste

Merksatz:

    Ein Client betroffen:
    lokal prüfen.
    Viele Clients betroffen:
    Infrastruktur prüfen.

---

**Intern oder extern betroffen?**

Wenn intern alles funktioniert,
extern aber nicht,
prüft man:

    externe DNS-Auflösung
    öffentliche IP
    NAT
    Firewall WAN → DMZ
    Provider
    CGNAT
    Zertifikat
    Reverse Proxy

Wenn extern funktioniert,
intern aber nicht,
prüft man:

    internes DNS
    Split DNS
    Hairpin NAT
    interne Firewall
    interne Route
    Proxy-Einstellungen

Merksatz:

    Interne und externe Sicht getrennt prüfen.

---

**Nur WLAN oder auch LAN?**

Wenn nur WLAN betroffen ist,
prüft man:

    WLAN-Signal
    SSID
    WLAN-Passwort
    VLAN-Zuordnung am Access Point
    DHCP im WLAN-Netz
    Roaming
    Störungen
    Access Point
    Client-Treiber

Wenn LAN auch betroffen ist,
liegt die Ursache eher bei:

    IP-Konfiguration
    Gateway
    DNS
    Firewall
    Dienst
    zentraler Infrastruktur

Merksatz:

    WLAN-Fehler nicht automatisch als Internetfehler behandeln.

---

**Nur ein VLAN betroffen?**

Wenn nur ein VLAN betroffen ist,
prüft man:

    VLAN-ID
    Switchport-Modus
    Tagged oder Untagged
    Trunk
    Access-Port
    DHCP-Scope
    Gateway für VLAN
    Firewall-Regeln
    Routing
    ACLs

Merksatz:

    VLAN-bezogene Fehler sind oft Schicht 2 und 3.

---

**Nur ein Dienst betroffen?**

Wenn nur ein Dienst betroffen ist,
prüft man eher:

    DNS-Name des Dienstes
    Ziel-IP
    Port
    Protokoll
    Firewall-Regel
    Dienststatus
    Zertifikat
    Authentifizierung
    Berechtigung
    Anwendungslogs

Beispiel:

    Internet funktioniert,
    aber SMB-Freigabe nicht.

Dann ist nicht das ganze Netzwerk down,
sondern ein Dienst oder Zugriffspfad gestört.

Merksatz:

    Ein Dienst betroffen:
    Dienstkette prüfen.

---

**Schicht 1 prüfen**

Schicht 1 ist die Bitübertragungsschicht.

Prüfpunkte:

    Kabel steckt?
    Link-LED aktiv?
    richtiger Port?
    Netzteil aktiv?
    SFP-Modul korrekt?
    Glasfaser richtig gesteckt?
    WLAN-Signal vorhanden?
    keine physische Beschädigung?
    Duplex oder Speed auffällig?

Werkzeuge:

    Sichtprüfung
    Linkstatus
    Kabeltester
    Switchport-Status
    WLAN-Signalprüfung

Merksatz:

    Ohne funktionierende Schicht 1 funktioniert darüber nichts.

---

**Schicht 2 prüfen**

Schicht 2 ist die Sicherungsschicht.

Prüfpunkte:

    MAC-Adresse sichtbar?
    Switchport aktiv?
    VLAN korrekt?
    Access oder Trunk richtig?
    MAC-Adresstabelle passend?
    STP blockiert?
    Broadcast-Sturm?
    ARP funktioniert?
    keine doppelte IP im lokalen Netz?

Werkzeuge:

    Switch-MAC-Tabelle
    ARP-Tabelle
    VLAN-Konfiguration
    Wireshark
    Switch-Logs

Merksatz:

    Schicht 2 betrifft lokale Kommunikation im richtigen Netzsegment.

---

**Schicht 3 prüfen**

Schicht 3 ist die Vermittlungs- oder Netzwerkschicht.

Prüfpunkte:

    IP-Adresse korrekt?
    Subnetzmaske korrekt?
    Gateway korrekt?
    Routing korrekt?
    Zielnetz erreichbar?
    keine APIPA-Adresse?
    keine doppelte IP?
    IPv4 oder IPv6 korrekt?
    Rückweg vorhanden?

Werkzeuge:

    ipconfig
    ifconfig
    ip addr
    ping
    traceroute / tracert
    route print
    ip route
    Routingtabelle

Merksatz:

    Schicht 3 beantwortet:
    Komme ich zum richtigen Netz?

---

**Schicht 4 prüfen**

Schicht 4 ist die Transportschicht.

Prüfpunkte:

    TCP oder UDP?
    richtiger Port?
    Port offen?
    Dienst lauscht?
    Firewall blockiert?
    TCP-Handshake vollständig?
    UDP-Antwort vorhanden?
    NAT oder PAT beteiligt?
    Rückweg korrekt?

Werkzeuge:

    nc
    Test-NetConnection
    ss
    netstat
    tcpdump
    Wireshark
    Firewall-Logs

Merksatz:

    Schicht 4 beantwortet:
    Ist der Dienstport erreichbar?

---

**Schicht 5 prüfen**

Schicht 5 ist die Sitzungsschicht.

Prüfpunkte:

    Session wird aufgebaut?
    Session bleibt bestehen?
    Benutzer wird ständig ausgeloggt?
    Cookie korrekt?
    Session Timeout?
    Load Balancer mit Session-Stickiness?
    Session-Speicher erreichbar?

Typische Fehler:

    Login-Schleife
    Session läuft sofort ab
    Warenkorb wird vergessen
    Remote-Sitzung bricht ab

Merksatz:

    Schicht 5 betrifft Sitzungen und deren Verwaltung.

---

**Schicht 6 prüfen**

Schicht 6 ist die Darstellungsschicht.

Prüfpunkte:

    TLS korrekt?
    Zertifikat gültig?
    Name passt zum Zertifikat?
    CA vertrauenswürdig?
    Datenformat korrekt?
    Zeichencodierung korrekt?
    Kompression korrekt?
    JSON oder XML gültig?

Typische Fehler:

    Zertifikatswarnung
    falsche Umlaute
    ungültiges JSON
    TLS-Handshake-Fehler
    falscher Content-Type

Merksatz:

    Schicht 6 betrifft Darstellung,
    Codierung,
    Kompression
    und Verschlüsselung.

---

**Schicht 7 prüfen**

Schicht 7 ist die Anwendungsschicht.

Prüfpunkte:

    Dienst läuft?
    richtige URL?
    richtiger Hostname?
    richtige Methode?
    richtiger Statuscode?
    Anmeldung korrekt?
    Berechtigung vorhanden?
    Anwendung antwortet?
    API korrekt?
    Logs vorhanden?
    Backend erreichbar?

Typische Fehler:

    HTTP 404
    HTTP 500
    Login fehlgeschlagen
    Zugriff verweigert
    DNS falsch
    Mail kommt nicht an
    API antwortet mit Fehler

Merksatz:

    Schicht 7 betrifft den konkreten Dienst und seine Antwort.

---

**DNS als häufiger Sonderfall**

DNS gehört zur Anwendungsschicht,
wirkt aber auf fast alle anderen Dienste.

Wenn DNS falsch ist,
sucht man oft am falschen Ziel.

Typische DNS-Fehler:

    falsche IP-Adresse
    NXDOMAIN
    falscher DNS-Server
    Split DNS falsch
    veralteter Cache
    IPv6-Antwort nicht erreichbar
    MX-Record falsch

Merksatz:

    DNS immer früh prüfen,
    wenn Namen verwendet werden.

---

**DHCP als häufiger Sonderfall**

DHCP gehört zur Anwendungsschicht,
liefert aber Schicht-3-Konfiguration.

DHCP-Fehler führen zu:

    keiner IP-Adresse
    APIPA 169.254.x.x
    falschem Gateway
    falschem DNS
    falschem VLAN
    falscher Lease

Merksatz:

    DHCP-Fehler wirken wie IP- oder Internetprobleme.

---

**Firewall als häufiger Sonderfall**

Firewalls können mehrere Schichten betreffen.

Je nach Firewall prüft sie:

    IP-Adressen
    Ports
    Protokolle
    Zustand
    Anwendung
    Benutzer
    Zonen

Bei Firewall-Verdacht prüfen:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Zone
    Regel
    Logs
    NAT
    Rückweg

Merksatz:

    Firewall-Fehler mit Quelle,
    Ziel,
    Port,
    Richtung
    und Logs prüfen.

---

**NAT als häufiger Sonderfall**

NAT kann IP-Adressen und Ports verändern.

Deshalb muss man wissen:

    Welche Adresse sieht der Client?
    Welche Adresse sieht der Server?
    Gibt es Source NAT?
    Gibt es Destination NAT?
    Gibt es PAT?
    Gibt es Portweiterleitung?
    Stimmt der Rückweg?

Merksatz:

    Bei NAT immer vor und nach der Übersetzung denken.

---

**Logs immer einbeziehen**

Logs liefern oft die entscheidenden Hinweise.

Wichtige Logs:

    Client-Logs
    Server-Logs
    Firewall-Logs
    DNS-Logs
    DHCP-Logs
    Webserver-Logs
    Reverse-Proxy-Logs
    Authentifizierungslogs
    VPN-Logs
    Ereignisanzeige
    journalctl

Merksatz:

    Logs zeigen Entscheidungen,
    Mitschnitte zeigen Verkehr.

---

**Paketmitschnitt gezielt einsetzen**

Ein Paketmitschnitt ist besonders hilfreich,
wenn unklar ist:

    ob Pakete ankommen
    ob Antworten zurückkommen
    ob DNS korrekt gefragt wird
    ob TCP-Handshake klappt
    ob UDP-Antworten kommen
    ob NAT richtig arbeitet
    ob Retransmissions auftreten
    ob Reset oder Timeout entsteht

Merksatz:

    Mitschnitt nutzen,
    wenn der echte Verkehr unklar ist.

---

**Fehler nach Änderung**

Viele Störungen entstehen nach Änderungen.

Beispiele:

    Firewall-Regel geändert
    DNS-Eintrag geändert
    DHCP-Scope geändert
    VLAN geändert
    Zertifikat erneuert
    Server-IP geändert
    Dienst aktualisiert
    Reverse Proxy angepasst
    Passwort oder Rechte geändert
    VPN-Konfiguration geändert

Merksatz:

    Nach Änderung zuerst die Änderung prüfen.

---

**Change und Rollback**

Bei Änderungen sollte vorher klar sein:

    Was wird geändert?
    Warum wird es geändert?
    Wer ist verantwortlich?
    Wann wird getestet?
    Wie wird zurückgerollt?
    Welche Systeme sind betroffen?
    Gibt es ein Backup?
    Gibt es Dokumentation?

Rollback bedeutet:

    Änderung zurücknehmen,
    wenn sie Probleme verursacht.

Merksatz:

    Keine kritische Änderung ohne Rückweg.

---

**Dokumentation während der Fehlersuche**

Während der Fehlersuche sollte man dokumentieren:

    Fehlerbild
    Zeitpunkt
    betroffene Systeme
    betroffene Benutzer
    getestete Schritte
    Messergebnisse
    Logs
    Änderungen
    gefundene Ursache
    Lösung
    offene Punkte

Merksatz:

    Gute Dokumentation verhindert doppelte Arbeit.

---

**Hypothesen bilden**

Eine Hypothese ist eine fachliche Vermutung,
die getestet wird.

Beispiel:

    Hypothese:
    DNS zeigt auf falsche IP.

Test:

    nslookup oder dig ausführen.

Ergebnis:

    Wenn DNS falsch ist,
    Hypothese bestätigt.

Wenn nicht:

    Hypothese verwerfen
    und nächste Ursache prüfen.

Merksatz:

    Hypothesen müssen getestet,
    nicht geglaubt werden.

---

**Nicht mehrere Dinge gleichzeitig ändern**

Wenn man mehrere Dinge gleichzeitig ändert,
weiß man später nicht,
welche Änderung geholfen oder geschadet hat.

Besser:

    eine Änderung durchführen
    testen
    Ergebnis dokumentieren
    nächste Änderung durchführen

Merksatz:

    Eine Änderung pro Testschritt.

---

**Workaround und Ursachenbehebung unterscheiden**

Ein Workaround umgeht ein Problem vorübergehend.

Eine Ursachenbehebung beseitigt die Ursache.

Beispiel:

    Workaround:
    Benutzer nutzt IP-Adresse statt DNS-Namen.

    Ursache:
    DNS-Eintrag ist falsch.

Die Ursache muss trotzdem behoben werden.

Merksatz:

    Workaround ist nicht automatisch Lösung.

---

**Typische Fehlerbilder und erste Einordnung**

| Fehlerbild | erste Vermutung |
|---|---|
| Kein Link | Schicht 1 |
| IP 169.254.x.x | DHCP-Problem |
| Gateway nicht erreichbar | Schicht 2 / 3 |
| Name löst nicht auf | DNS |
| Ping geht, Port nicht | Schicht 4 / Firewall / Dienst |
| Port offen, HTTP 500 | Anwendung / Backend |
| Zertifikatswarnung | TLS / Zeit / Name |
| Zugriff verweigert | Autorisierung |
| Login schlägt fehl | Authentifizierung |
| Nur extern gestört | NAT / Firewall / DNS extern |
| Nur intern gestört | DNS intern / Hairpin NAT / Routing |

Merksatz:

    Fehlerbild gibt Hinweis,
    aber noch keinen Beweis.

---

**Beispiel: Webseite öffnet nicht**

Systematische Prüfung:

    1. URL korrekt?
    2. DNS löst korrekt auf?
    3. Ziel-IP erreichbar?
    4. TCP 443 erreichbar?
    5. TLS-Zertifikat gültig?
    6. HTTP-Statuscode prüfen.
    7. Reverse Proxy prüfen.
    8. Backend prüfen.
    9. Webserver-Logs prüfen.
    10. Firewall-Logs prüfen.

Merksatz:

    Webfehler mit DNS,
    Port,
    TLS,
    HTTP
    und Logs prüfen.

---

**Beispiel: Client bekommt keine IP-Adresse**

Systematische Prüfung:

    1. Link vorhanden?
    2. VLAN korrekt?
    3. DHCP Discover sichtbar?
    4. DHCP Offer sichtbar?
    5. DHCP-Scope frei?
    6. DHCP-Relay korrekt?
    7. Firewall erlaubt UDP 67/68?
    8. Richtiger DHCP-Server?
    9. Keine Rogue-DHCP-Antwort?
    10. Client erhält Lease?

Merksatz:

    DHCP-Fehler mit DORA eingrenzen.

---

**Beispiel: Server per SSH nicht erreichbar**

Systematische Prüfung:

    1. Ziel-IP oder DNS prüfen.
    2. Routing prüfen.
    3. TCP 22 erreichbar?
    4. SSH-Dienst läuft?
    5. Host-Firewall erlaubt?
    6. zentrale Firewall erlaubt?
    7. Benutzer oder Schlüssel korrekt?
    8. SSH-Logs prüfen.
    9. Fail2ban oder Sperre prüfen.
    10. Host-Key-Warnung prüfen.

Merksatz:

    SSH-Fehler mit Netz,
    Port,
    Dienst,
    Benutzer
    und Logs prüfen.

---

**Beispiel: SMB-Freigabe Zugriff verweigert**

Systematische Prüfung:

    1. Servername löst korrekt auf?
    2. TCP 445 erreichbar?
    3. SMB-Dienst läuft?
    4. Benutzer korrekt angemeldet?
    5. Freigabeberechtigung korrekt?
    6. Dateisystemberechtigung korrekt?
    7. Gruppenmitgliedschaft korrekt?
    8. gespeicherte Anmeldedaten falsch?
    9. Datei gesperrt?
    10. Logs prüfen.

Merksatz:

    SMB-Zugriff braucht Verbindung,
    Anmeldung
    und Rechte.

---

**Beispiel: E-Mail kommt nicht an**

Systematische Prüfung:

    1. Absender erhält Fehlermeldung?
    2. MX-Record korrekt?
    3. DNS korrekt?
    4. SMTP TCP 25 erreichbar?
    5. Mailserver zuständig?
    6. Spamfilter oder Quarantäne?
    7. SPF, DKIM, DMARC korrekt?
    8. Postfach voll?
    9. TLS-Problem?
    10. Mailserver-Logs prüfen.

Merksatz:

    Mailfehler mit DNS,
    SMTP,
    Authentifizierung,
    Spamfilter
    und Logs prüfen.

---

**Beispiel: VPN verbunden, aber interne Systeme nicht erreichbar**

Systematische Prüfung:

    1. VPN-Verbindung wirklich aktiv?
    2. VPN-IP erhalten?
    3. Route ins interne Netz vorhanden?
    4. DNS für interne Namen korrekt?
    5. Firewall-Regel VPN → Zielnetz korrekt?
    6. Benutzergruppe berechtigt?
    7. Split Tunnel korrekt?
    8. Zielsystem-Firewall erlaubt?
    9. Rückweg korrekt?
    10. Logs prüfen.

Merksatz:

    VPN braucht Tunnel,
    Adresse,
    Route,
    DNS,
    Firewall
    und Rechte.

---

**Beispiel: Nur langsam, nicht komplett kaputt**

Bei Performanceproblemen prüft man zusätzlich:

    Latenz
    Paketverlust
    Bandbreite
    Duplex
    WLAN-Signal
    Retransmissions
    Serverlast
    DNS-Verzögerungen
    MTU
    Proxy
    VPN
    Speicher und CPU
    Festplatten-I/O

Merksatz:

    Langsam ist nicht dasselbe wie nicht erreichbar.

---

**Latenz**

Latenz ist die Verzögerung,
bis Daten ihr Ziel erreichen und eine Antwort zurückkommt.

Hohe Latenz stört besonders:

    VoIP
    Videokonferenzen
    Remote Desktop
    Online-Anwendungen
    Datenbankzugriffe
    interaktive Anwendungen

Merksatz:

    Latenz = Verzögerung.

---

**Paketverlust**

Paketverlust bedeutet:

    Pakete gehen unterwegs verloren.

Folgen:

    Verbindungen werden langsam.
    TCP sendet erneut.
    Audio oder Video stottert.
    VPN wird instabil.
    Webseiten laden unvollständig.

Hinweise:

    Retransmissions
    verlorene Ping-Antworten
    Abbrüche
    Timeouts

Merksatz:

    Paketverlust erzeugt Wiederholungen und Instabilität.

---

**Bandbreite**

Bandbreite beschreibt,
wie viele Daten pro Zeit übertragen werden können.

Geringe Bandbreite führt zu:

    langsamen Downloads
    ruckelnden Streams
    langen Backups
    langsamer Dateiübertragung
    Engpässen bei vielen Benutzern

Merksatz:

    Bandbreite = maximale Datenmenge pro Zeit.

---

**Jitter**

Jitter ist die Schwankung der Verzögerung.

Besonders störend bei:

    VoIP
    Videokonferenzen
    Echtzeitanwendungen
    Streaming
    Remote-Zugriff

Merksatz:

    Jitter = schwankende Latenz.

---

**MTU**

MTU steht für:

    Maximum Transmission Unit

MTU beschreibt,
wie groß ein Paket auf einem Übertragungsweg maximal sein darf.

MTU-Probleme können verursachen:

    Webseiten laden teilweise.
    VPN ist instabil.
    große Downloads brechen ab.
    kleine Pings funktionieren,
    große Pakete nicht.

Merksatz:

    MTU-Probleme zeigen sich oft erst bei größeren Paketen.

---

**Fehlerklasse: Erreichbarkeit**

Erreichbarkeitsfehler bedeuten:

    Ziel ist gar nicht oder nur teilweise erreichbar.

Prüfen:

    Link
    IP
    Gateway
    Routing
    Firewall
    NAT
    Port
    Dienst

Merksatz:

    Erreichbarkeit zuerst technisch eingrenzen.

---

**Fehlerklasse: Namensauflösung**

Namensauflösungsfehler bedeuten:

    Name wird nicht oder falsch aufgelöst.

Prüfen:

    DNS-Server
    DNS-Record
    DNS-Suffix
    Split DNS
    Cache
    A/AAAA
    CNAME
    MX
    interne und externe Antwort

Merksatz:

    Name falsch bedeutet oft Ziel falsch.

---

**Fehlerklasse: Authentifizierung**

Authentifizierungsfehler bedeuten:

    Identität wird nicht akzeptiert.

Prüfen:

    Benutzername
    Passwort
    MFA
    Konto gesperrt
    Konto deaktiviert
    Zertifikat
    Token
    Zeit
    LDAP/AD/IdP

Merksatz:

    Authentifizierung = Wer bist du?

---

**Fehlerklasse: Autorisierung**

Autorisierungsfehler bedeuten:

    Identität ist bekannt,
    aber Rechte fehlen.

Prüfen:

    Gruppen
    Rollen
    Freigaberechte
    Dateisystemrechte
    API-Scopes
    Richtlinien
    Mandant
    alte Session

Merksatz:

    Autorisierung = Was darfst du?

---

**Fehlerklasse: Anwendung**

Anwendungsfehler bedeuten:

    Netzwerkverbindung besteht,
    aber der Dienst funktioniert nicht korrekt.

Prüfen:

    Logs
    Statuscodes
    Backend
    Datenbank
    Konfiguration
    Version
    Abhängigkeiten
    Speicher
    CPU
    Berechtigungen
    Datenformat

Merksatz:

    Wenn Netzwerk steht,
    aber Dienst fehlerhaft antwortet,
    Anwendung prüfen.

---

**Fehlerklasse: Sicherheit**

Sicherheitsmechanismen können Verkehr bewusst blockieren.

Beispiele:

    Firewall
    IDS/IPS
    WAF
    Antivirus
    EDR
    Spamfilter
    Proxy
    MFA
    Conditional Access
    Geoblocking
    Rate Limiting

Merksatz:

    Nicht jede Blockierung ist ein Fehler,
    manchmal ist sie gewollt.

---

**Abschluss einer Fehlersuche**

Am Ende sollte klar sein:

    Was war die Ursache?
    Wie wurde sie nachgewiesen?
    Was wurde geändert?
    Welche Systeme waren betroffen?
    Wie wurde getestet?
    Ist die Lösung dauerhaft?
    Muss dokumentiert werden?
    Muss Monitoring angepasst werden?
    Muss Prävention verbessert werden?

Merksatz:

    Eine Fehlersuche endet mit Ursache,
    Lösung
    und Dokumentation.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Warum hilft das OSI-Modell bei der Fehlersuche?
    - Was bedeutet Bottom-Up-Fehlersuche?
    - Was bedeutet Top-Down-Fehlersuche?
    - Was ist Divide and Conquer bei der Fehlersuche?
    - Warum muss man Fehler genau eingrenzen?
    - Warum reicht „Internet geht nicht“ nicht als Fehlerbeschreibung?
    - Welche Schichten prüft man bei fehlender Verbindung?
    - Warum prüft man DNS frühzeitig?
    - Warum sind Logs wichtig?
    - Warum sollte man nicht mehrere Dinge gleichzeitig ändern?
    - Was ist ein Workaround?
    - Was ist der Unterschied zwischen Authentifizierung und Autorisierung?
    - Wie geht man bei einem Webfehler systematisch vor?
    - Wie geht man bei DHCP-Problemen systematisch vor?
    - Wie geht man bei VPN-Problemen systematisch vor?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Nicht sofort die Firewall beschuldigen.

    Nicht nur ping testen.

    Nicht nur Port testen.

    DNS kann viele Fehler verursachen.

    DHCP gehört zu Schicht 7,
    wirkt aber auf Schicht 3.

    Firewall kann mehrere Schichten betreffen.

    NAT verändert Adressen und Ports.

    Ein einzelner Benutzer deutet oft auf Konto oder Client.

    Alle Benutzer deuten eher auf zentrale Infrastruktur.

    Intern und extern getrennt prüfen.

    WLAN und LAN getrennt prüfen.

    Authentifizierung ist nicht Autorisierung.

    Workaround ist nicht Ursachenbehebung.

    Eine Änderung pro Testschritt.

    Nach Änderung zuerst Änderung prüfen.

    Logs und Mitschnitt ergänzen sich.

    Langsam ist ein anderes Fehlerbild als nicht erreichbar.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Fehlersuche | systematisches Finden einer Ursache |
| Bottom-Up | von Schicht 1 nach oben prüfen |
| Top-Down | von Anwendung nach unten prüfen |
| Divide and Conquer | Suchbereich durch mittlere Prüfung eingrenzen |
| Vergleichsmethode | funktionierenden und fehlerhaften Fall vergleichen |
| Fehlerbild | beobachtetes Problem |
| Reproduzierbarkeit | Fehler lässt sich gezielt erneut auslösen |
| Hypothese | testbare Vermutung |
| Workaround | vorübergehende Umgehung |
| Ursachenbehebung | eigentliche Ursache beseitigen |
| Rollback | Änderung zurücknehmen |
| Latenz | Verzögerung |
| Paketverlust | Pakete gehen verloren |
| Bandbreite | Datenmenge pro Zeit |
| Jitter | Schwankung der Verzögerung |
| MTU | maximale Paketgröße |
| Authentifizierung | Identität prüfen |
| Autorisierung | Rechte prüfen |
| Log | Ereignisprotokoll |
| Paketmitschnitt | aufgezeichneter Netzwerkverkehr |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Das OSI-Modell hilft bei der Netzwerkfehlersuche, weil Fehler systematisch nach Schichten eingegrenzt werden können. Bei der Bottom-Up-Methode beginnt man bei Schicht 1 mit physischer Verbindung und arbeitet sich bis zur Anwendungsschicht hoch. Bei der Top-Down-Methode beginnt man bei der Anwendung und prüft dann nach unten. Wichtig sind eine genaue Fehlerbeschreibung, die Eingrenzung betroffener Benutzer und Systeme, die Prüfung von DNS, DHCP, IP-Konfiguration, Routing, Firewall, NAT, Ports, Diensten, Authentifizierung, Autorisierung und Logs. Messergebnisse sollten dokumentiert werden, und Änderungen sollten einzeln getestet werden. Ein Workaround kann kurzfristig helfen, ersetzt aber nicht die Beseitigung der eigentlichen Ursache.

---

**Merksätze**

    OSI-Modell hilft bei Fehlersuche.

    Nicht raten,
    sondern schrittweise prüfen.

    Bottom-Up beginnt bei Schicht 1.

    Top-Down beginnt bei der Anwendung.

    Divide and Conquer grenzt den Fehlerbereich ein.

    Fehlerbild genau aufnehmen.

    Einzelner Benutzer:
    Konto oder Client prüfen.

    Alle Benutzer:
    Dienst oder Infrastruktur prüfen.

    Intern und extern getrennt prüfen.

    WLAN und LAN getrennt prüfen.

    DNS früh prüfen.

    DHCP mit DORA prüfen.

    Firewall mit Quelle,
    Ziel,
    Port,
    Richtung
    und Logs prüfen.

    NAT vor und nach Übersetzung denken.

    Logs zeigen Entscheidungen.

    Mitschnitte zeigen Verkehr.

    Nach Änderung zuerst Änderung prüfen.

    Eine Änderung pro Test.

    Workaround ist nicht Ursache.

    Langsam ist nicht gleich nicht erreichbar.

    Latenz = Verzögerung.

    Paketverlust = verlorene Pakete.

    Jitter = schwankende Verzögerung.

    MTU = maximale Paketgröße.

    Authentifizierung = Wer bist du?

    Autorisierung = Was darfst du?

    Fehlersuche endet mit Ursache,
    Lösung
    und Dokumentation.

# 12.5 Typische Netzwerkfehler und ihre Ursachen

Netzwerkfehler können auf vielen verschiedenen Schichten entstehen.

Ein sichtbares Problem ist oft nur ein Symptom.

Beispiel:

    Webseite öffnet nicht.

Das kann viele Ursachen haben:

    - DNS falsch
    - Server nicht erreichbar
    - Port blockiert
    - Zertifikat ungültig
    - Webserver down
    - Reverse Proxy falsch
    - Benutzer nicht berechtigt

Merksatz:

    Ein Fehlerbild zeigt nur das Symptom,
    nicht automatisch die Ursache.

---

**Warum Fehlerbilder wichtig sind**

Fehlerbilder helfen,
die Suche einzugrenzen.

Man fragt:

    Was genau funktioniert nicht?
    Was funktioniert noch?
    Wer ist betroffen?
    Seit wann?
    Wurde etwas geändert?
    Ist der Fehler dauerhaft oder sporadisch?
    Gibt es eine Fehlermeldung?

Je genauer das Fehlerbild,
desto schneller findet man die Ursache.

Merksatz:

    Gute Fehlerbeschreibung ist der erste Diagnoseschritt.

---

**Fehlerbild: Kein Netzwerklink**

Typische Anzeichen:

    - keine Link-LED
    - Netzwerkadapter zeigt getrennt
    - Switchport down
    - keine Verbindung über Kabel
    - keine Pakete sichtbar
    - kein DHCP Discover

Mögliche Ursachen:

    - Kabel defekt
    - Kabel nicht richtig gesteckt
    - falscher Port
    - Switchport deaktiviert
    - Netzwerkkarte deaktiviert
    - SFP-Modul defekt
    - falsches Glasfasermodul
    - Stromversorgung fehlt

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 1

Merksatz:

    Kein Link ist meistens ein physisches Problem.

---

**Fehlerbild: Link vorhanden, aber keine IP-Adresse**

Typische Anzeichen:

    - Netzwerk verbunden
    - aber keine gültige IP-Adresse
    - Windows zeigt 169.254.x.x
    - DHCP schlägt fehl
    - keine Verbindung zum Gateway
    - Client meldet eingeschränkte Konnektivität

Mögliche Ursachen:

    - DHCP-Server nicht erreichbar
    - DHCP-Scope voll
    - DHCP-Relay fehlt
    - falsches VLAN
    - Firewall blockiert UDP 67/68
    - Switchport falsch konfiguriert
    - Client im falschen Netz
    - DHCP-Dienst gestoppt

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 2
    Schicht 3
    Schicht 7 wegen DHCP

Merksatz:

    169.254.x.x deutet häufig auf DHCP-Probleme hin.

---

**Fehlerbild: Falsche IP-Adresse**

Typische Anzeichen:

    - Client hat IP aus falschem Netz
    - Gateway passt nicht
    - DNS passt nicht
    - Zugriff auf interne Dienste funktioniert nicht
    - nur manche Dienste erreichbar

Mögliche Ursachen:

    - falsches VLAN
    - falscher DHCP-Scope
    - Rogue-DHCP-Server
    - statische IP falsch gesetzt
    - falsches WLAN
    - falsche Netzwerkdose
    - DHCP-Reservierung falsch

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 2
    Schicht 3
    Schicht 7 wegen DHCP

Merksatz:

    Falsche IP bedeutet oft:
    falsches Netz oder falsche DHCP-Konfiguration.

---

**Fehlerbild: Gateway nicht erreichbar**

Typische Anzeichen:

    - lokale IP vorhanden
    - andere Geräte im Netz eventuell erreichbar
    - Internet nicht erreichbar
    - Ping zum Gateway schlägt fehl
    - Routing funktioniert nicht

Mögliche Ursachen:

    - falsches Gateway eingetragen
    - Gateway offline
    - VLAN falsch
    - falsche Netzmaske
    - ARP funktioniert nicht
    - Firewall blockiert ICMP
    - Switchport im falschen VLAN
    - IP-Konflikt

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 2
    Schicht 3

Merksatz:

    Ohne Gateway keine Kommunikation in andere Netze.

---

**Fehlerbild: Lokales Netz funktioniert, Internet nicht**

Typische Anzeichen:

    - interne Server erreichbar
    - Gateway erreichbar
    - externe Webseiten nicht erreichbar
    - DNS oder Routing auffällig
    - nur Internetzugriff betroffen

Mögliche Ursachen:

    - Standardroute fehlt
    - Internetrouter down
    - Firewall blockiert WAN
    - DNS falsch
    - NAT funktioniert nicht
    - Providerstörung
    - Proxy falsch
    - VPN verändert Routing
    - öffentliche Verbindung gestört

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 3
    Schicht 4
    Schicht 7

Merksatz:

    Intern geht,
    extern nicht:
    Gateway,
    DNS,
    NAT
    und Provider prüfen.

---

**Fehlerbild: IP funktioniert, Name nicht**

Typische Anzeichen:

    - Zugriff per IP funktioniert
    - Zugriff per DNS-Name funktioniert nicht
    - Browser meldet DNS-Fehler
    - nslookup liefert keine oder falsche Antwort
    - nur bestimmte Namen betroffen

Mögliche Ursachen:

    - falscher DNS-Server
    - DNS-Eintrag fehlt
    - DNS-Eintrag zeigt falsch
    - DNS-Cache veraltet
    - Split DNS falsch
    - Suchsuffix falsch
    - interne Zone fehlt
    - IPv6-Record zeigt auf falsches Ziel

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7 wegen DNS

Merksatz:

    IP geht,
    Name nicht:
    DNS prüfen.

---

**Fehlerbild: Name löst auf falsche IP auf**

Typische Anzeichen:

    - DNS liefert Antwort
    - aber falscher Server wird erreicht
    - falsches Zertifikat erscheint
    - falsche Webseite wird angezeigt
    - intern und extern unterschiedliche Ergebnisse

Mögliche Ursachen:

    - falscher A-Record
    - falscher AAAA-Record
    - falscher CNAME
    - Split DNS falsch
    - DNS-Cache alt
    - falscher DNS-Server
    - alte öffentliche IP
    - interne Zone überschreibt externe Zone

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    Falsche DNS-Antwort führt zum falschen Ziel.

---

**Fehlerbild: Ping funktioniert, Dienst nicht**

Typische Anzeichen:

    - Ziel antwortet auf Ping
    - aber Webseite, SSH, SMB oder RDP funktioniert nicht
    - Porttest schlägt fehl
    - Anwendung meldet Verbindungsfehler

Mögliche Ursachen:

    - Dienst läuft nicht
    - Port blockiert
    - Host-Firewall blockiert
    - zentrale Firewall blockiert
    - Dienst lauscht auf falscher IP
    - falscher Port
    - falsches Protokoll
    - Anwendung falsch konfiguriert

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 4
    Schicht 7

Merksatz:

    Ping beweist nicht,
    dass ein Dienst funktioniert.

---

**Fehlerbild: Port offen, Anwendung funktioniert nicht**

Typische Anzeichen:

    - Porttest erfolgreich
    - TCP-Verbindung möglich
    - aber Anwendung liefert Fehler
    - HTTP 500 oder 502
    - Login schlägt fehl
    - API antwortet mit Fehler
    - Dienst bricht Verbindung ab

Mögliche Ursachen:

    - Anwendung defekt
    - Backend nicht erreichbar
    - Datenbankfehler
    - falsche Konfiguration
    - Authentifizierungsproblem
    - Berechtigung fehlt
    - falsches Datenformat
    - Zertifikatsproblem
    - Reverse Proxy falsch

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 5
    Schicht 6
    Schicht 7

Merksatz:

    Offener Port ist nur Verbindung,
    nicht Anwendungserfolg.

---

**Fehlerbild: Timeout**

Timeout bedeutet:

    Es kommt keine Antwort innerhalb der erwarteten Zeit.

Typische Anzeichen:

    - Verbindung hängt
    - Browser lädt lange
    - SSH wartet und bricht ab
    - Porttest läuft ins Timeout
    - SYN-Wiederholungen im Mitschnitt

Mögliche Ursachen:

    - Firewall droppt Pakete
    - Ziel nicht erreichbar
    - Routingproblem
    - Rückweg fehlt
    - Dienst antwortet nicht
    - falsche IP
    - NAT falsch
    - Provider blockiert

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 3
    Schicht 4
    Schicht 7

Merksatz:

    Timeout bedeutet meistens:
    keine passende Antwort kommt zurück.

---

**Fehlerbild: Connection Refused**

Connection Refused bedeutet:

    Das Zielsystem lehnt die Verbindung aktiv ab.

Typische Anzeichen:

    - schnelle Fehlermeldung
    - TCP RST im Mitschnitt
    - Host erreichbar
    - Port nimmt keine Verbindung an

Mögliche Ursachen:

    - Dienst läuft nicht
    - falscher Port
    - Dienst lauscht nur auf localhost
    - Host-Firewall lehnt aktiv ab
    - Anwendung nimmt keine Verbindung an
    - Dienst wurde gestoppt

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 4
    Schicht 7

Merksatz:

    Connection Refused heißt:
    Ziel erreichbar,
    aber Dienst nimmt nicht an.

---

**Fehlerbild: Zugriff verweigert**

Typische Anzeichen:

    - Anmeldung möglich
    - aber Ressource nicht zugänglich
    - HTTP 403
    - SMB Zugriff verweigert
    - API meldet Forbidden
    - Anwendung zeigt keine Daten

Mögliche Ursachen:

    - Gruppe fehlt
    - Rolle fehlt
    - Freigaberecht fehlt
    - Dateisystemrecht fehlt
    - API-Scope fehlt
    - falscher Mandant
    - Richtlinie blockiert
    - alte Session
    - Benutzer nicht autorisiert

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    Zugriff verweigert ist meistens ein Autorisierungsproblem.

---

**Fehlerbild: Anmeldung schlägt fehl**

Typische Anzeichen:

    - Login nicht möglich
    - HTTP 401
    - falsche Zugangsdaten
    - MFA schlägt fehl
    - LDAP-Bind schlägt fehl
    - Kerberos-Fehler
    - Konto gesperrt

Mögliche Ursachen:

    - Benutzername falsch
    - Passwort falsch
    - Konto gesperrt
    - Konto deaktiviert
    - Passwort abgelaufen
    - MFA nicht eingerichtet
    - Zeitabweichung
    - LDAP oder AD nicht erreichbar
    - falscher Identity Provider

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    Anmeldung fehlgeschlagen:
    Authentifizierung prüfen.

---

**Fehlerbild: Zertifikatswarnung**

Typische Anzeichen:

    - Browser warnt vor Zertifikat
    - Mailclient meldet Zertifikatsfehler
    - LDAPS oder HTTPS funktioniert nicht
    - Name passt nicht
    - Zertifikat abgelaufen
    - CA nicht vertrauenswürdig

Mögliche Ursachen:

    - Zertifikat abgelaufen
    - falscher Hostname
    - falsches Zertifikat
    - Zwischenzertifikat fehlt
    - Systemzeit falsch
    - interne CA nicht vertraut
    - DNS zeigt auf falschen Server
    - Reverse Proxy liefert falsches Zertifikat

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 6
    Schicht 7

Merksatz:

    Zertifikatsfehler mit Name,
    Zeit,
    CA
    und DNS prüfen.

---

**Fehlerbild: Webseite zeigt 404**

404 bedeutet:

    Ressource nicht gefunden.

Typische Ursachen:

    - falsche URL
    - falscher Pfad
    - Route fehlt
    - Datei fehlt
    - Reverse Proxy leitet falsch
    - Anwendung erwartet anderen Basis-Pfad
    - falscher virtueller Host

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    404 bedeutet:
    Unter diesem Pfad wurde nichts gefunden.

---

**Fehlerbild: Webseite zeigt 500**

500 bedeutet:

    interner Serverfehler.

Typische Ursachen:

    - Fehler in Anwendung
    - Datenbank nicht erreichbar
    - Konfiguration falsch
    - fehlende Rechte
    - Anwendung abgestürzt
    - Speicherproblem
    - Backendfehler
    - Abhängigkeit fehlt

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    500 ist meist ein Problem der Anwendung oder des Servers.

---

**Fehlerbild: Webseite zeigt 502**

502 bedeutet:

    Bad Gateway

Typisch bei Reverse Proxys.

Mögliche Ursachen:

    - Backend nicht erreichbar
    - Backend läuft nicht
    - falscher Backend-Port
    - falsches Backend-Protokoll
    - DNS zum Backend falsch
    - Firewall blockiert Proxy zu Backend
    - Backend antwortet ungültig

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    502 bedeutet oft:
    Proxy erreicht Backend nicht korrekt.

---

**Fehlerbild: Webseite zeigt 503**

503 bedeutet:

    Dienst nicht verfügbar.

Mögliche Ursachen:

    - Dienst gestoppt
    - Wartungsmodus
    - Server überlastet
    - Backend nicht verfügbar
    - Ressourcenmangel
    - Anwendung startet gerade
    - Load Balancer hat keine gesunden Backends

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    503 bedeutet:
    Dienst ist aktuell nicht verfügbar.

---

**Fehlerbild: Webseite zeigt 504**

504 bedeutet:

    Gateway Timeout

Typisch:

    Proxy oder Gateway wartet zu lange auf Antwort vom Backend.

Mögliche Ursachen:

    - Backend zu langsam
    - Backend hängt
    - Firewall blockiert Rückweg
    - Datenbank langsam
    - Timeout zu kurz
    - Netzwerkproblem zwischen Proxy und Backend

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 4
    Schicht 7

Merksatz:

    504 bedeutet:
    Gateway wartet vergeblich auf Backend-Antwort.

---

**Fehlerbild: Mail kommt nicht an**

Typische Anzeichen:

    - Absender erhält Bounce
    - Empfänger sieht keine Mail
    - Mail landet im Spam
    - Mail verzögert sich
    - SMTP-Fehler
    - NDR wird erzeugt

Mögliche Ursachen:

    - MX-Record falsch
    - SMTP-Port blockiert
    - Mailserver nicht zuständig
    - Spamfilter blockiert
    - SPF, DKIM oder DMARC falsch
    - Postfach voll
    - Domain falsch
    - TLS-Problem
    - Blacklisting

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    Mailfehler mit DNS,
    SMTP,
    Spamfilter
    und Logs prüfen.

---

**Fehlerbild: SMB-Freigabe nicht erreichbar**

Typische Anzeichen:

    - Netzlaufwerk verbindet nicht
    - `\\server\freigabe` funktioniert nicht
    - Zugriff verweigert
    - Freigabe nicht gefunden
    - Benutzer sieht Netzlaufwerk nicht

Mögliche Ursachen:

    - DNS-Name falsch
    - TCP 445 blockiert
    - SMB-Dienst läuft nicht
    - Freigabe existiert nicht
    - Benutzer nicht berechtigt
    - Freigabe- oder Dateisystemrechte falsch
    - gespeicherte Zugangsdaten falsch
    - SMB-Version inkompatibel

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 4
    Schicht 7

Merksatz:

    SMB-Probleme mit Name,
    Port,
    Dienst
    und Rechten prüfen.

---

**Fehlerbild: VPN verbunden, aber keine internen Dienste**

Typische Anzeichen:

    - VPN zeigt verbunden
    - interne Server nicht erreichbar
    - DNS intern funktioniert nicht
    - nur Internet geht
    - bestimmte Netze fehlen

Mögliche Ursachen:

    - Route fehlt
    - Split Tunnel falsch
    - interne DNS-Server fehlen
    - Firewall-Regel VPN → LAN fehlt
    - Benutzergruppe nicht berechtigt
    - Rückweg fehlt
    - Zielserver-Firewall blockiert
    - falscher VPN-Adresspool

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 3
    Schicht 4
    Schicht 7

Merksatz:

    VPN verbunden heißt nicht automatisch:
    interne Ressourcen erlaubt.

---

**Fehlerbild: Nur manche Webseiten gehen nicht**

Typische Anzeichen:

    - viele Webseiten funktionieren
    - einzelne Seiten nicht
    - bestimmte Domains nicht erreichbar
    - Zertifikatsfehler nur bei bestimmten Seiten
    - DNS oder Proxy auffällig

Mögliche Ursachen:

    - DNS-Problem für bestimmte Domain
    - Proxy blockiert
    - Firewall-Kategorie blockiert
    - Zertifikatsproblem
    - IPv6-Problem
    - MTU-Problem
    - CDN-Störung
    - Geoblocking
    - Browsercache
    - HSTS-Problem

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 3
    Schicht 6
    Schicht 7

Merksatz:

    Einzelne Webseiten betroffen:
    DNS,
    Proxy,
    Zertifikat
    und IPv6 prüfen.

---

**Fehlerbild: Verbindung ist langsam**

Typische Anzeichen:

    - Webseiten laden langsam
    - Downloads langsam
    - RDP verzögert
    - VoIP stockt
    - Dateiübertragung langsam
    - Anwendungen reagieren träge

Mögliche Ursachen:

    - hohe Latenz
    - Paketverlust
    - geringe Bandbreite
    - WLAN-Störung
    - Duplexproblem
    - überlasteter Server
    - überlastete Firewall
    - DNS-Verzögerung
    - VPN-Overhead
    - MTU-Problem

Wahrscheinliche Schichten:

    alle Schichten möglich

Merksatz:

    Langsam ist ein eigenes Fehlerbild,
    nicht einfach „geht nicht“.

---

**Fehlerbild: Verbindung bricht sporadisch ab**

Typische Anzeichen:

    - Verbindung funktioniert zeitweise
    - SSH bricht ab
    - VPN trennt sich
    - WLAN verliert Verbindung
    - RDP friert ein
    - Downloads brechen ab

Mögliche Ursachen:

    - WLAN-Störungen
    - Paketverlust
    - DHCP-Lease-Probleme
    - instabile Leitung
    - MTU-Problem
    - Firewall-Timeout
    - NAT-Timeout
    - Serverüberlastung
    - Energieoptionen am Client
    - Roaming-Probleme

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 1 bis 7 möglich

Merksatz:

    Sporadische Fehler brauchen Zeitbezug,
    Logs
    und Monitoring.

---

**Fehlerbild: Nur große Dateien oder große Webseiten brechen ab**

Typische Anzeichen:

    - kleine Webseiten gehen
    - große Downloads brechen ab
    - VPN instabil
    - Uploads hängen
    - TLS-Verbindung startet,
      hängt aber später

Mögliche Ursachen:

    - MTU-Problem
    - Fragmentierung blockiert
    - Paketverlust
    - Proxy-Timeout
    - Firewall-Timeout
    - Upload-Limit
    - Speicherproblem
    - schlechte Verbindung

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 3
    Schicht 4
    Schicht 6
    Schicht 7

Merksatz:

    Kleine Daten gehen,
    große nicht:
    MTU und Paketverlust prüfen.

---

**Fehlerbild: Nur ein VLAN hat Probleme**

Typische Anzeichen:

    - andere Netze funktionieren
    - ein Standort oder Netzsegment betroffen
    - DHCP nur dort gestört
    - Gateway nur dort nicht erreichbar
    - bestimmtes WLAN betroffen

Mögliche Ursachen:

    - VLAN-ID falsch
    - Trunk lässt VLAN nicht durch
    - Access-Port falsch
    - DHCP-Scope falsch
    - DHCP-Relay fehlt
    - Gateway des VLANs down
    - Firewall-Regel für VLAN fehlt
    - Routing für VLAN fehlt

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 2
    Schicht 3

Merksatz:

    Ein VLAN betroffen:
    VLAN,
    Gateway,
    DHCP
    und Routing prüfen.

---

**Fehlerbild: Nur ein Standort hat Probleme**

Typische Anzeichen:

    - andere Standorte funktionieren
    - WAN-Verbindung langsam oder down
    - lokale Dienste funktionieren,
      zentrale Dienste nicht
    - VPN oder MPLS gestört

Mögliche Ursachen:

    - Standortleitung gestört
    - Router down
    - VPN-Tunnel down
    - Routingproblem
    - DNS lokal falsch
    - lokale Firewall blockiert
    - Bandbreite ausgelastet
    - Providerstörung

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 1 bis 4

Merksatz:

    Ein Standort betroffen:
    WAN,
    Router,
    VPN,
    DNS
    und lokale Infrastruktur prüfen.

---

**Fehlerbild: Nur ein Benutzer hat Probleme**

Typische Anzeichen:

    - andere Benutzer am gleichen Gerät funktionieren
    - Benutzer kann sich nicht anmelden
    - bestimmte Berechtigungen fehlen
    - Benutzer sieht Daten nicht
    - MFA funktioniert nicht

Mögliche Ursachen:

    - Passwort falsch
    - Konto gesperrt
    - Gruppenmitgliedschaft fehlt
    - Rolle fehlt
    - Profilproblem
    - MFA falsch eingerichtet
    - Lizenz fehlt
    - gespeicherte Zugangsdaten falsch
    - Session alt

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    Einzelner Benutzer:
    Konto,
    Rechte
    und Profil prüfen.

---

**Fehlerbild: Nur ein Client hat Probleme**

Typische Anzeichen:

    - andere Clients funktionieren
    - gleicher Benutzer auf anderem Gerät funktioniert
    - lokaler Browserfehler
    - lokales Netzwerkproblem
    - falsche IP oder DNS nur auf diesem Client

Mögliche Ursachen:

    - falsche IP-Konfiguration
    - falscher DNS
    - lokale Firewall
    - Proxy-Einstellungen
    - VPN aktiv oder falsch
    - Zertifikatsspeicher
    - Browsercache
    - Malware oder Sicherheitssoftware
    - Treiberproblem
    - defektes Kabel oder WLAN

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 1 bis 7

Merksatz:

    Einzelner Client:
    lokale Konfiguration prüfen.

---

**Fehlerbild: Alle Benutzer haben Probleme**

Typische Anzeichen:

    - mehrere Clients betroffen
    - Dienst generell nicht erreichbar
    - zentrale Anwendung gestört
    - viele Tickets gleichzeitig
    - Monitoring schlägt an

Mögliche Ursachen:

    - Server down
    - DNS-Störung
    - DHCP-Störung
    - Firewall-Änderung
    - Zertifikat abgelaufen
    - Datenbank down
    - Providerstörung
    - zentrales Update fehlerhaft
    - Authentifizierungsdienst gestört

Wahrscheinliche Schichten:

    zentrale Infrastruktur oder Dienst

Merksatz:

    Alle betroffen:
    zentralen Dienst und Infrastruktur prüfen.

---

**Fehlerbild: Nach Update funktioniert Dienst nicht**

Typische Anzeichen:

    - Fehler begann direkt nach Update
    - Anwendung startet nicht
    - neue Fehlermeldung
    - alte Konfiguration nicht kompatibel
    - Abhängigkeiten fehlen

Mögliche Ursachen:

    - Versionskonflikt
    - geänderte Konfigurationsoption
    - Dienst startet nicht
    - Rechte geändert
    - Datenbankmigration fehlgeschlagen
    - Zertifikat oder TLS geändert
    - Firewall- oder Portänderung
    - Cacheproblem

Wahrscheinliche Schicht:

    meist Schicht 7,
    teilweise Schicht 4 bis 6

Merksatz:

    Nach Update zuerst Update,
    Logs
    und Kompatibilität prüfen.

---

**Fehlerbild: Nach Firewall-Änderung funktioniert Dienst nicht**

Typische Anzeichen:

    - Fehler direkt nach Regeländerung
    - bestimmte Verbindungen blockiert
    - nur bestimmte Richtung betroffen
    - Firewall-Logs zeigen Drops

Mögliche Ursachen:

    - falsche Regelreihenfolge
    - falsche Quelle
    - falsches Ziel
    - falscher Port
    - TCP/UDP verwechselt
    - falsche Zone
    - NAT vergessen
    - Rückweg blockiert
    - temporäre Regel entfernt

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 3 / 4,
    je nach Firewall auch Schicht 7

Merksatz:

    Nach Firewall-Änderung:
    Regel,
    Richtung,
    NAT
    und Logs prüfen.

---

**Fehlerbild: Nach DNS-Änderung falsches Ziel**

Typische Anzeichen:

    - einige Clients erreichen neues Ziel
    - andere noch altes Ziel
    - Zertifikat passt nicht
    - falscher Server antwortet
    - interne und externe Antwort unterschiedlich

Mögliche Ursachen:

    - DNS-Cache
    - TTL noch aktiv
    - falscher Record geändert
    - Split DNS vergessen
    - CNAME zeigt falsch
    - alter Record existiert noch
    - Client nutzt anderen DNS-Server

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    Nach DNS-Änderung:
    Cache,
    TTL
    und richtigen DNS-Server prüfen.

---

**Fehlerbild: Nach Zertifikatserneuerung Fehler**

Typische Anzeichen:

    - Browser warnt
    - TLS-Handshake scheitert
    - App verbindet nicht mehr
    - Reverse Proxy liefert altes Zertifikat
    - Zwischenzertifikat fehlt

Mögliche Ursachen:

    - falsches Zertifikat installiert
    - Zertifikatskette unvollständig
    - privater Schlüssel passt nicht
    - Dienst nicht neu geladen
    - SNI falsch
    - Zertifikat enthält Namen nicht
    - Client vertraut CA nicht

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 6
    Schicht 7

Merksatz:

    Zertifikatserneuerung braucht richtigen Namen,
    Schlüssel,
    Kette
    und Dienstreload.

---

**Fehlerbild: Nach VLAN-Änderung keine Verbindung**

Typische Anzeichen:

    - Client bekommt falsche oder keine IP
    - Gateway nicht erreichbar
    - bestimmter Switchport betroffen
    - WLAN-SSID betroffen
    - nur ein Netzsegment betroffen

Mögliche Ursachen:

    - Access-Port falsches VLAN
    - Trunk erlaubt VLAN nicht
    - Native VLAN falsch
    - DHCP-Relay fehlt
    - Gateway für VLAN fehlt
    - Firewall-Regel für neues VLAN fehlt
    - Routing fehlt

Wahrscheinliche Schichten:

    Schicht 2
    Schicht 3

Merksatz:

    Nach VLAN-Änderung:
    VLAN-Zuordnung,
    Trunk,
    Gateway
    und DHCP prüfen.

---

**Fehlerbild: Nach Passwortänderung Anwendung kaputt**

Typische Anzeichen:

    - Dienst startet nicht
    - Anwendung kann Datenbank nicht erreichen
    - LDAP-Bind schlägt fehl
    - API-Zugriff schlägt fehl
    - wiederholte Loginfehler im Log

Mögliche Ursachen:

    - Dienstkonto-Passwort geändert
    - Passwort nicht in Anwendung aktualisiert
    - Konto gesperrt
    - Secret falsch hinterlegt
    - Token abgelaufen
    - alte Session ungültig
    - gespeicherte Zugangsdaten falsch

Wahrscheinliche Schicht:

    Schicht 7

Merksatz:

    Dienstkonten und gespeicherte Secrets bei Passwortänderungen beachten.

---

**Erste Einordnung nach Fehlermeldung**

| Fehlermeldung | erste Richtung |
|---|---|
| Kein Netzwerk | Schicht 1 bis 3 |
| DNS-Name nicht gefunden | DNS |
| Zeitüberschreitung | Routing, Firewall, Rückweg, Dienst |
| Verbindung abgelehnt | Dienst oder Host-Firewall |
| 401 Unauthorized | Authentifizierung |
| 403 Forbidden | Autorisierung |
| 404 Not Found | falscher Pfad oder Ressource fehlt |
| 500 Internal Server Error | Anwendung oder Backend |
| 502 Bad Gateway | Reverse Proxy oder Backend |
| Zertifikat ungültig | TLS, DNS, Zeit oder CA |
| Zugriff verweigert | Rechte |

Merksatz:

    Fehlermeldung gibt Richtung,
    aber ersetzt keine Prüfung.

---

**Erste Einordnung nach betroffener Menge**

| Betroffen | wahrscheinliche Richtung |
|---|---|
| ein Benutzer | Konto, Rechte, MFA, Profil |
| ein Client | lokale Konfiguration |
| ein Raum | Switch, WLAN, VLAN |
| ein VLAN | VLAN, DHCP, Gateway, Firewall |
| ein Standort | WAN, Router, Provider, VPN |
| alle Benutzer | zentraler Dienst oder Infrastruktur |
| nur extern | DNS extern, NAT, Firewall, Provider |
| nur intern | DNS intern, Routing, Hairpin NAT, Firewall |

Merksatz:

    Betroffene Menge hilft,
    die Fehlerstelle einzugrenzen.

---

**Erste Einordnung nach Änderung**

| Letzte Änderung | zuerst prüfen |
|---|---|
| Firewall-Regel | Quelle, Ziel, Port, Richtung, Logs |
| NAT-Regel | öffentliche IP, Ziel, Port, Protokoll |
| DNS-Eintrag | Record, TTL, Cache, interner/externer DNS |
| Zertifikat | Name, Kette, Schlüssel, Dienstreload |
| VLAN | Access, Trunk, Gateway, DHCP |
| Update | Logs, Version, Konfiguration, Abhängigkeiten |
| Passwort | Dienstkonto, Secret, Sperrung |
| VPN | Route, DNS, Benutzergruppe, Firewall |
| Rechte | Gruppen, Rollen, ACLs, Session |

Merksatz:

    Die letzte Änderung ist oft der wichtigste Hinweis.

---

**Was man vermeiden sollte**

Nicht vorschnell:

    Firewall ausschalten
    alle Ports öffnen
    Any-Any erlauben
    Rechte auf Vollzugriff setzen
    Zertifikatswarnungen ignorieren
    DNS wild ändern
    mehrere Dinge gleichzeitig ändern
    Logs ignorieren
    Fehlermeldung nur überfliegen
    Workaround als Lösung stehen lassen

Merksatz:

    Schnelle unsaubere Änderungen erzeugen neue Probleme.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Warum ist ein Fehlerbild nur ein Symptom?
    - Was deutet auf ein DHCP-Problem hin?
    - Was bedeutet 169.254.x.x?
    - Warum reicht Ping nicht als Dienstprüfung?
    - Was bedeutet Timeout?
    - Was bedeutet Connection Refused?
    - Was bedeutet HTTP 401?
    - Was bedeutet HTTP 403?
    - Was bedeutet HTTP 404?
    - Was bedeutet HTTP 500?
    - Was bedeutet HTTP 502?
    - Warum kann DNS wie ein Firewallproblem wirken?
    - Warum kann ein Zertifikatsfehler durch DNS entstehen?
    - Wie grenzt man Fehler nach betroffenen Benutzern ein?
    - Warum ist die letzte Änderung wichtig?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Symptom ist nicht Ursache.

    169.254.x.x deutet auf DHCP-Problem.

    Ping reicht nicht für Dienstprüfung.

    Port offen reicht nicht für Anwendungserfolg.

    Timeout und Connection Refused unterscheiden.

    401 ist Authentifizierung.

    403 ist Autorisierung.

    404 ist Ressource oder Pfad.

    500 ist Anwendung oder Server.

    502 ist häufig Proxy zu Backend.

    DNS früh prüfen.

    Zertifikat hängt mit Name,
    Zeit
    und Vertrauen zusammen.

    Einzelner Benutzer bedeutet oft Konto oder Rechte.

    Alle Benutzer bedeutet eher Infrastruktur.

    Nur intern oder nur extern getrennt prüfen.

    Letzte Änderung zuerst prüfen.

    Nicht mehrere Dinge gleichzeitig ändern.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Fehlerbild | sichtbares Symptom eines Problems |
| Ursache | eigentlicher technischer Grund |
| Symptom | beobachtbare Auswirkung |
| Timeout | keine Antwort innerhalb der Zeit |
| Connection Refused | Ziel lehnt aktiv ab |
| APIPA | automatische 169.254.x.x-Adresse |
| NXDOMAIN | DNS-Name existiert nicht |
| HTTP 401 | nicht authentifiziert |
| HTTP 403 | nicht berechtigt |
| HTTP 404 | nicht gefunden |
| HTTP 500 | interner Serverfehler |
| HTTP 502 | Bad Gateway |
| Rückweg | Antwortweg zurück zur Quelle |
| Split DNS | intern und extern unterschiedliche DNS-Antwort |
| Hairpin NAT | interner Zugriff über öffentliche Adresse |
| Rogue DHCP | unerwünschter DHCP-Server |
| Dienstkonto | Konto für Anwendung oder Dienst |
| Workaround | vorübergehende Umgehung |
| Root Cause | eigentliche Ursache |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Typische Netzwerkfehler müssen anhand ihres Fehlerbildes systematisch eingeordnet werden. Ein Symptom wie „Webseite öffnet nicht“ kann Ursachen auf verschiedenen OSI-Schichten haben, zum Beispiel DNS, Routing, Firewall, Port, TLS, Anwendung oder Berechtigung. Eine Adresse aus dem Bereich 169.254.0.0/16 deutet häufig auf ein DHCP-Problem hin. Ein erfolgreicher Ping beweist nicht, dass ein Dienst funktioniert, und ein offener Port beweist nicht, dass die Anwendung korrekt arbeitet. Timeout, Connection Refused, HTTP-Statuscodes, Zertifikatswarnungen und Zugriff-verweigert-Meldungen geben Hinweise auf die Fehlerursache, müssen aber durch Tests, Logs und Konfigurationsprüfung bestätigt werden.

---

**Merksätze**

    Fehlerbild ist Symptom,
    nicht Ursache.

    Gute Fehlerbeschreibung spart Zeit.

    Kein Link:
    Schicht 1 prüfen.

    169.254.x.x:
    DHCP prüfen.

    Gateway nicht erreichbar:
    Schicht 2 und 3 prüfen.

    IP geht,
    Name nicht:
    DNS prüfen.

    Ping geht,
    Dienst nicht:
    Port,
    Firewall
    und Dienst prüfen.

    Port offen,
    Anwendung kaputt:
    Schicht 7 prüfen.

    Timeout:
    keine passende Antwort.

    Connection Refused:
    Ziel lehnt aktiv ab.

    Zugriff verweigert:
    Autorisierung prüfen.

    Login fehlgeschlagen:
    Authentifizierung prüfen.

    Zertifikatsfehler:
    Name,
    Zeit,
    CA
    und DNS prüfen.

    404:
    Pfad oder Ressource fehlt.

    500:
    Anwendung oder Serverproblem.

    502:
    Proxy erreicht Backend nicht sauber.

    503:
    Dienst nicht verfügbar.

    504:
    Gateway wartet zu lange.

    Mailfehler:
    DNS,
    SMTP
    und Logs prüfen.

    SMB-Fehler:
    TCP 445,
    Anmeldung
    und Rechte prüfen.

    VPN verbunden heißt nicht:
    Zugriff erlaubt.

    Langsam ist nicht gleich nicht erreichbar.

    Kleine Daten gehen,
    große nicht:
    MTU prüfen.

    Ein Benutzer:
    Konto und Rechte prüfen.

    Ein Client:
    lokale Konfiguration prüfen.

    Alle Benutzer:
    zentrale Infrastruktur prüfen.

    Letzte Änderung zuerst prüfen.

# 12.6 Logauswertung, Monitoring und Dokumentation bei Netzwerkfehlern

Logs und Monitoring sind wichtige Hilfsmittel bei der Fehlersuche.

Ein Paketmitschnitt zeigt,
welche Pakete übertragen werden.

Logs zeigen,
was Systeme,
Dienste,
Firewalls
und Anwendungen entschieden oder gemeldet haben.

Monitoring zeigt,
ob Systeme und Dienste dauerhaft verfügbar und leistungsfähig sind.

Merksatz:

    Mitschnitt zeigt Verkehr.
    Logs zeigen Ereignisse.
    Monitoring zeigt Zustand über Zeit.

---

**Warum Logs wichtig sind**

Viele Fehler sind ohne Logs schwer zu verstehen.

Beispiele:

    Benutzer kann sich nicht anmelden.
    Firewall blockiert Verbindung.
    Webserver liefert HTTP 500.
    Datenbank lehnt Verbindung ab.
    Zertifikat wird abgelehnt.
    VPN-Verbindung wird getrennt.
    DHCP vergibt keine Adresse.
    DNS liefert falsche Antwort.

Ohne Logs sieht man oft nur das Symptom.

Merksatz:

    Logs liefern Hinweise auf die Ursache.

---

**Was ist ein Log?**

Ein Log ist ein Ereignisprotokoll.

Darin steht,
was ein System oder Dienst festgestellt hat.

Typische Angaben:

    - Zeitpunkt
    - Quelle
    - Ziel
    - Benutzer
    - Dienst
    - Aktion
    - Fehlercode
    - Meldung
    - Schweregrad
    - betroffene Komponente

Merksatz:

    Ein Log ist ein technisches Ereignistagebuch.

---

**Typische Logquellen**

Wichtige Logquellen in Netzwerken:

    - Firewall-Logs
    - Router-Logs
    - Switch-Logs
    - DNS-Logs
    - DHCP-Logs
    - VPN-Logs
    - Webserver-Logs
    - Reverse-Proxy-Logs
    - Authentifizierungslogs
    - Mailserver-Logs
    - Datenbank-Logs
    - Betriebssystem-Logs
    - Anwendungslogs
    - Cloud-Logs
    - Monitoring-Alarme

Merksatz:

    Die richtige Logquelle hängt vom Fehlerbild ab.

---

**Firewall-Logs**

Firewall-Logs zeigen,
ob Verkehr erlaubt oder blockiert wurde.

Wichtige Informationen:

    - Quelle
    - Ziel
    - Quellport
    - Zielport
    - Protokoll
    - Aktion
    - Regelname
    - Interface
    - Zone
    - NAT-Übersetzung
    - Zeit

Beispiele für Aktionen:

    allow
    deny
    drop
    reject

Merksatz:

    Firewall-Logs zeigen,
    welche Regel wirklich gegriffen hat.

---

**Firewall-Log richtig lesen**

Bei Firewall-Logs prüft man:

    Kommt der Verkehr an der Firewall an?
    Welche Quelle sieht die Firewall?
    Welches Ziel sieht die Firewall?
    Welcher Port wird genutzt?
    TCP oder UDP?
    Wird erlaubt oder blockiert?
    Welche Regel trifft?
    Ist NAT sichtbar?
    Gibt es Rückverkehr?

Merksatz:

    Nicht die gedachte Regel zählt,
    sondern die tatsächlich getroffene Regel.

---

**Keine Firewall-Logs sichtbar**

Wenn kein passender Logeintrag sichtbar ist,
kann das bedeuten:

    Verkehr kommt gar nicht bei der Firewall an.
    falsche Firewall wird geprüft.
    falsches Interface wird geprüft.
    Logging ist deaktiviert.
    DNS zeigt auf ein anderes Ziel.
    Route geht anderen Weg.
    Client sendet keine Anfrage.
    vorgeschaltetes Gerät blockiert.
    Zeitfilter ist falsch gesetzt.

Merksatz:

    Kein Log heißt nicht automatisch:
    Firewall ist unschuldig.

---

**Router-Logs**

Router-Logs helfen bei:

    Routingproblemen
    Verbindungsabbrüchen
    WAN-Störungen
    VPN-Tunneln
    Interface-Fehlern
    Nachbarschaftsproblemen
    Routing-Protokollen

Typische Hinweise:

    Interface up/down
    Route geändert
    Tunnel down
    Paket verworfen
    Gateway nicht erreichbar

Merksatz:

    Router-Logs zeigen Wege und Verbindungszustände.

---

**Switch-Logs**

Switch-Logs sind wichtig für Schicht 2.

Sie zeigen zum Beispiel:

    Port up/down
    VLAN-Fehler
    STP-Änderungen
    Loop-Erkennung
    Port-Security-Verletzungen
    Duplex- oder Speed-Probleme
    MAC-Flapping
    PoE-Probleme
    Trunk-Probleme

Merksatz:

    Switch-Logs helfen bei lokalen Netz- und VLAN-Problemen.

---

**MAC-Flapping**

MAC-Flapping bedeutet:

    dieselbe MAC-Adresse erscheint schnell wechselnd an verschiedenen Switchports.

Mögliche Ursachen:

    - Netzwerkschleife
    - falsch angeschlossener Switch
    - falsche Link Aggregation
    - virtuelle Umgebung
    - fehlerhafte Redundanz
    - Loop über Patchkabel

Merksatz:

    MAC-Flapping ist ein Warnzeichen für Schicht-2-Probleme.

---

**STP-Logs**

STP steht für:

    Spanning Tree Protocol

STP verhindert Schleifen in Layer-2-Netzen.

STP-Logs zeigen zum Beispiel:

    Topology Change
    Port Blocking
    Port Forwarding
    Root Bridge Wechsel
    Loop erkannt

Merksatz:

    STP-Logs sind wichtig bei Schleifen und Broadcast-Stürmen.

---

**DNS-Logs**

DNS-Logs zeigen Namensauflösungen.

Wichtige Fragen:

    Welcher Client fragt?
    Welcher Name wird gefragt?
    Welche Antwort wird geliefert?
    Gibt es NXDOMAIN?
    Gibt es SERVFAIL?
    Wird intern oder extern gefragt?
    Gibt es ungewöhnlich viele Anfragen?

Merksatz:

    DNS-Logs zeigen,
    welche Namen tatsächlich aufgelöst werden.

---

**DHCP-Logs**

DHCP-Logs zeigen,
wie IP-Adressen vergeben werden.

Wichtige Informationen:

    - Client-MAC-Adresse
    - angebotene IP-Adresse
    - vergebene IP-Adresse
    - Lease-Zeit
    - Scope
    - DHCP-Optionen
    - Konflikte
    - Fehlermeldungen

Typische Fehler:

    Scope voll
    falscher Scope
    DHCP-Relay fehlt
    Lease-Konflikt
    unbekannter Client

Merksatz:

    DHCP-Logs erklären,
    warum ein Client welche IP bekommt oder nicht bekommt.

---

**VPN-Logs**

VPN-Logs zeigen,
ob ein Tunnel aufgebaut wird
und warum er scheitert.

Wichtige Hinweise:

    Benutzername
    Client-IP
    VPN-IP
    Authentifizierung erfolgreich oder fehlgeschlagen
    Zertifikatsfehler
    MFA-Fehler
    Gruppenrichtlinie
    zugewiesene Routen
    Tunnel aufgebaut oder getrennt
    Fehlercode

Merksatz:

    VPN verbunden heißt nicht automatisch:
    Zugriff auf interne Systeme erlaubt.

---

**Webserver-Logs**

Webserver-Logs zeigen HTTP-Anfragen und Antworten.

Typische Angaben:

    - Client-IP
    - Zeitpunkt
    - Methode
    - Pfad
    - Statuscode
    - User-Agent
    - Antwortgröße
    - Bearbeitungszeit

Beispiele:

    GET /index.html 200
    POST /login 401
    GET /admin 403
    GET /missing 404
    GET /app 500

Merksatz:

    Webserver-Logs zeigen,
    was die Anwendung oder der Webserver geantwortet hat.

---

**Reverse-Proxy-Logs**

Reverse-Proxy-Logs sind besonders wichtig bei veröffentlichten Webdiensten.

Sie zeigen:

    - externer Client
    - Hostname
    - Pfad
    - Backend-Ziel
    - HTTP-Status
    - TLS-Informationen
    - Weiterleitungsfehler
    - Timeout
    - 502 oder 504
    - ausgewähltes Backend

Merksatz:

    Reverse-Proxy-Logs zeigen den Übergang vom Client zum Backend.

---

**Authentifizierungslogs**

Authentifizierungslogs zeigen,
ob eine Anmeldung erfolgreich war oder nicht.

Typische Hinweise:

    - Benutzername
    - Quelle
    - Zeitpunkt
    - Erfolg oder Fehler
    - falsches Passwort
    - Konto gesperrt
    - MFA erforderlich
    - Token ungültig
    - Gruppenmitgliedschaft
    - Kerberos- oder LDAP-Fehler

Merksatz:

    Authentifizierungslogs beantworten:
    Wer wollte sich anmelden,
    und warum ging es nicht?

---

**Autorisierungsfehler in Logs**

Autorisierung bedeutet:

    Ein Benutzer ist bekannt,
    hat aber nicht die nötigen Rechte.

Typische Hinweise:

    Access denied
    Forbidden
    Permission denied
    Insufficient privileges
    Missing role
    Group required
    Scope missing

Merksatz:

    Authentifizierung prüft Identität.
    Autorisierung prüft Rechte.

---

**Mailserver-Logs**

Mailserver-Logs helfen bei E-Mail-Problemen.

Sie zeigen:

    - eingehende Verbindung
    - ausgehende Verbindung
    - Absender
    - Empfänger
    - SMTP-Statuscode
    - Spamfilter-Entscheidung
    - TLS-Fehler
    - Zustellversuch
    - Bounce
    - Queue-Status

Merksatz:

    Mailserver-Logs zeigen,
    wo eine E-Mail hängen bleibt oder abgelehnt wird.

---

**Datenbank-Logs**

Datenbank-Logs helfen bei Anwendungsfehlern.

Typische Hinweise:

    - Verbindung fehlgeschlagen
    - Benutzer nicht berechtigt
    - Passwort falsch
    - Datenbank nicht erreichbar
    - SQL-Fehler
    - langsame Abfragen
    - Locking-Probleme
    - Speicher- oder Verbindungsgrenze erreicht

Merksatz:

    HTTP 500 kann seine Ursache in der Datenbank haben.

---

**Betriebssystem-Logs**

Betriebssystem-Logs zeigen Systemereignisse.

Beispiele:

    Dienst gestartet
    Dienst gestoppt
    Dienst abgestürzt
    Speicher voll
    Festplatte voll
    Netzwerkinterface down
    Treiberfehler
    Berechtigungsfehler
    Zeitproblem
    Zertifikatproblem

Merksatz:

    Systemlogs zeigen,
    ob das Betriebssystem selbst Probleme meldet.

---

**Anwendungslogs**

Anwendungslogs sind oft die wichtigste Quelle bei Schicht-7-Problemen.

Sie zeigen zum Beispiel:

    Konfigurationsfehler
    fehlende Datei
    Datenbankfehler
    API-Fehler
    Berechtigungsfehler
    ungültiges Datenformat
    ungültige Session
    Fehler beim Start
    Stacktrace
    Timeout zu Backend

Merksatz:

    Wenn Netzwerk steht,
    aber Anwendung fehlschlägt,
    Anwendungslogs prüfen.

---

**Cloud-Logs**

In Cloud-Umgebungen gibt es zusätzliche Logquellen.

Beispiele:

    - Security Groups
    - Network Security Groups
    - Load Balancer Logs
    - Cloud Firewall Logs
    - IAM Logs
    - Audit Logs
    - DNS Logs
    - API Gateway Logs
    - Container Logs
    - Kubernetes Events

Merksatz:

    In Cloud-Umgebungen liegen Netzwerkentscheidungen oft in mehreren Diensten.

---

**Container-Logs**

Container-Logs zeigen Ausgaben der Anwendung im Container.

Typische Hinweise:

    Dienst startet nicht.
    Port ist belegt.
    Datenbank nicht erreichbar.
    Umgebungsvariable fehlt.
    Berechtigung fehlt.
    Volume fehlt.
    DNS-Name im Docker-Netz falsch.
    Backend nicht erreichbar.
    Zertifikat fehlt.

Merksatz:

    Container-Logs zeigen,
    was die Anwendung im Container meldet.

---

**Zeitstempel in Logs**

Zeitstempel sind entscheidend.

Man muss prüfen:

    Stimmen Uhrzeiten der Systeme?
    Welche Zeitzone wird verwendet?
    Ist NTP korrekt?
    Passt der Fehlerzeitpunkt?
    Sind Logs in UTC oder lokaler Zeit?
    Sind Client,
    Server
    und Firewall zeitlich vergleichbar?

Merksatz:

    Ohne korrekte Zeit sind Logs schwer vergleichbar.

---

**NTP und Logs**

NTP sorgt für korrekte Zeitsynchronisation.

Falsche Uhrzeiten verursachen Probleme bei:

    Logvergleich
    Zertifikaten
    Kerberos
    MFA
    Tokens
    Monitoring
    Vorfallanalyse

Merksatz:

    Korrekte Zeit ist Grundlage für sinnvolle Logauswertung.

---

**Schweregrade in Logs**

Logs haben oft Schweregrade.

Typische Stufen:

| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| Debug | sehr detaillierte Diagnoseinformationen |
| Info | normale Information |
| Warning | Warnung, mögliches Problem |
| Error | Fehler |
| Critical | schwerer Fehler |
| Alert | sofortige Aufmerksamkeit nötig |
| Emergency | System praktisch nicht mehr nutzbar |

Merksatz:

    Nicht jede Warnung ist die Ursache,
    aber jede Warnung ist ein Hinweis.

---

**Debug-Logs**

Debug-Logs sind sehr detailliert.

Vorteil:

    liefern viele Informationen

Nachteil:

    erzeugen große Datenmengen
    können sensible Informationen enthalten
    können Leistung beeinflussen
    sind schwerer zu lesen

Debug sollte oft nur gezielt und zeitlich begrenzt aktiviert werden.

Merksatz:

    Debug nur gezielt und vorübergehend nutzen.

---

**Logrotation**

Logrotation bedeutet:

    alte Logdateien werden archiviert,
    komprimiert
    oder gelöscht,
    damit Speicherplatz nicht voll läuft.

Wichtig:

    Logs dürfen nicht unkontrolliert wachsen.

Problem:

    Wenn Speicher voll läuft,
    können Dienste ausfallen.

Merksatz:

    Logrotation schützt vor volllaufenden Systemen.

---

**Logaufbewahrung**

Logaufbewahrung beschreibt,
wie lange Logs gespeichert werden.

Dabei spielen eine Rolle:

    - gesetzliche Vorgaben
    - Datenschutz
    - Sicherheitsanforderungen
    - Speicherplatz
    - Vorfallanalyse
    - Unternehmensrichtlinien

Merksatz:

    Logs so lange wie nötig,
    aber nicht unnötig lange speichern.

---

**Datenschutz bei Logs**

Logs können personenbezogene oder sensible Daten enthalten.

Beispiele:

    Benutzername
    IP-Adresse
    E-Mail-Adresse
    Standort
    Login-Zeit
    Gerät
    Fehlerdetails
    Tokens
    Session-Informationen

Deshalb:

    Zugriff beschränken
    Zweck beachten
    Aufbewahrung regeln
    sensible Daten vermeiden
    Logs sicher speichern

Merksatz:

    Logs sind oft personenbezogen und müssen geschützt werden.

---

**Zentrale Logsammlung**

In größeren Umgebungen werden Logs zentral gesammelt.

Vorteile:

    - einheitliche Suche
    - bessere Korrelation
    - langfristige Auswertung
    - Alarmierung
    - Schutz vor Manipulation auf Einzelsystem
    - bessere Vorfallanalyse

Beispiele für Konzepte:

    Syslog
    SIEM
    Logserver
    zentraler Monitoring-Stack

Merksatz:

    Zentrale Logs erleichtern Analyse und Sicherheit.

---

**Syslog**

Syslog ist ein verbreitetes Verfahren,
um Logs von Netzwerkgeräten und Servern zentral zu sammeln.

Typische Quellen:

    Router
    Switches
    Firewalls
    Linux-Systeme
    Appliances

Merksatz:

    Syslog sammelt Ereignisse zentral.

---

**SIEM**

SIEM steht für:

    Security Information and Event Management

Ein SIEM sammelt,
korreliert
und bewertet sicherheitsrelevante Ereignisse.

Es kann helfen bei:

    Angriffserkennung
    Compliance
    Vorfallanalyse
    Alarmierung
    Korrelation von Ereignissen
    ungewöhnlichem Verhalten

Merksatz:

    SIEM verbindet Logs zu sicherheitsrelevanten Erkenntnissen.

---

**Korrelation**

Korrelation bedeutet:

    Ereignisse aus mehreren Quellen werden zusammen betrachtet.

Beispiel:

    Firewall meldet blockierte Verbindung.
    Webserver meldet viele 404.
    Auth-Log meldet viele Loginfehler.
    IDS meldet Angriffsmuster.

Zusammen kann daraus ein Angriff erkennbar werden.

Merksatz:

    Einzelne Logs sind Hinweise,
    korrelierte Logs ergeben Zusammenhang.

---

**Monitoring**

Monitoring überwacht Systeme und Dienste dauerhaft.

Es beantwortet Fragen wie:

    Ist der Dienst erreichbar?
    Ist der Server ausgelastet?
    Ist Speicherplatz knapp?
    Läuft der Prozess?
    Ist das Zertifikat bald abgelaufen?
    Ist die Latenz erhöht?
    Gibt es Paketverlust?
    Ist ein Standort offline?

Merksatz:

    Monitoring erkennt Probleme,
    bevor Benutzer sie melden.

---

**Monitoring-Arten**

Typische Monitoring-Arten:

    - Verfügbarkeitsmonitoring
    - Performance-Monitoring
    - Netzwerkmonitoring
    - Dienstmonitoring
    - Logmonitoring
    - Sicherheitsmonitoring
    - Zertifikatsmonitoring
    - Kapazitätsmonitoring

Merksatz:

    Monitoring kann Verfügbarkeit,
    Leistung,
    Sicherheit
    und Kapazität prüfen.

---

**Verfügbarkeitsmonitoring**

Verfügbarkeitsmonitoring prüft,
ob ein System oder Dienst erreichbar ist.

Beispiele:

    Ping erfolgreich?
    TCP-Port offen?
    HTTP-Status 200?
    DNS antwortet?
    VPN-Tunnel up?
    Datenbank erreichbar?

Merksatz:

    Verfügbarkeit bedeutet:
    Dienst antwortet grundsätzlich.

---

**Performance-Monitoring**

Performance-Monitoring prüft Leistungswerte.

Beispiele:

    CPU-Auslastung
    RAM-Auslastung
    Festplatten-I/O
    Netzwerklast
    Latenz
    Paketverlust
    Antwortzeit
    Datenbankabfragezeit

Merksatz:

    Performance-Monitoring zeigt,
    ob ein Dienst langsam oder überlastet ist.

---

**Netzwerkmonitoring**

Netzwerkmonitoring prüft Netzwerkkomponenten.

Beispiele:

    Switchports
    Router
    Firewalls
    Access Points
    VPN-Tunnel
    WAN-Leitungen
    Bandbreite
    Interface-Fehler
    Paketverlust
    Latenz

Merksatz:

    Netzwerkmonitoring zeigt Zustand der Infrastruktur.

---

**Dienstmonitoring**

Dienstmonitoring prüft konkrete Dienste.

Beispiele:

    Webserver läuft?
    Datenbank erreichbar?
    DNS antwortet?
    DHCP verfügbar?
    Mailqueue wächst?
    Reverse Proxy antwortet?
    API liefert erwarteten Status?

Merksatz:

    Dienstmonitoring prüft,
    ob ein Dienst fachlich nutzbar ist.

---

**Zertifikatsmonitoring**

Zertifikatsmonitoring prüft TLS-Zertifikate.

Wichtige Fragen:

    Wann läuft das Zertifikat ab?
    Passt der Hostname?
    Ist die Zertifikatskette gültig?
    Wird das richtige Zertifikat ausgeliefert?
    Ist die CA vertrauenswürdig?

Merksatz:

    Zertifikate sollten überwacht werden,
    bevor sie ablaufen.

---

**Kapazitätsmonitoring**

Kapazitätsmonitoring prüft,
ob Ressourcen knapp werden.

Beispiele:

    Speicherplatz
    RAM
    CPU
    Bandbreite
    Datenbankgröße
    Loggröße
    Anzahl Verbindungen
    DHCP-Leases
    Lizenzgrenzen

Merksatz:

    Kapazitätsprobleme kündigen sich oft vorher an.

---

**Alarmierung**

Monitoring ist nur hilfreich,
wenn wichtige Probleme auch gemeldet werden.

Alarmierung kann erfolgen über:

    E-Mail
    SMS
    App
    Dashboard
    Ticket
    Chat
    Pager

Wichtig:

    Nicht zu viele unnötige Alarme,
    sonst werden wichtige Alarme ignoriert.

Merksatz:

    Gute Alarmierung ist relevant,
    verständlich
    und handlungsfähig.

---

**False Positive und False Negative**

False Positive:

    Alarm,
    obwohl kein echtes Problem vorliegt.

False Negative:

    Kein Alarm,
    obwohl ein echtes Problem vorliegt.

Beides ist problematisch.

Merksatz:

    Monitoring muss sinnvoll eingestellt und regelmäßig geprüft werden.

---

**Schwellwerte**

Schwellwerte legen fest,
wann ein Alarm ausgelöst wird.

Beispiele:

    CPU über 90 Prozent
    Speicherplatz unter 10 Prozent frei
    Zertifikat läuft in 14 Tagen ab
    Ping-Verlust über 5 Prozent
    Antwortzeit über 2 Sekunden
    HTTP-Status nicht 200

Merksatz:

    Schwellwerte müssen zum Dienst passen.

---

**Trends**

Monitoring zeigt nicht nur aktuelle Werte,
sondern auch Entwicklungen.

Beispiele:

    Speicherplatz wird jede Woche knapper.
    Antwortzeiten steigen langsam.
    Bandbreite ist montags überlastet.
    Logdateien wachsen ungewöhnlich stark.
    DHCP-Leases reichen bald nicht mehr.

Merksatz:

    Trends helfen,
    Probleme vor dem Ausfall zu erkennen.

---

**Baseline**

Eine Baseline beschreibt,
was für ein System normal ist.

Beispiel:

    normale CPU-Auslastung
    normale Antwortzeit
    normale Anzahl Verbindungen
    normale DNS-Anfragen
    normale Bandbreite

Ohne Baseline weiß man schwer,
ob ein Wert auffällig ist.

Merksatz:

    Baseline = normales Verhalten als Vergleichswert.

---

**Dokumentation**

Dokumentation beschreibt,
wie ein System aufgebaut ist
und wie es betrieben wird.

Wichtige Inhalte:

    - Netzplan
    - IP-Adressplan
    - VLAN-Plan
    - Firewall-Regeln
    - NAT-Regeln
    - DNS-Zonen
    - DHCP-Scopes
    - Serverrollen
    - Dienste
    - Zugangspfade
    - Ansprechpartner
    - Änderungen
    - Notfallverfahren

Merksatz:

    Gute Dokumentation beschleunigt Fehlersuche.

---

**Netzplan**

Ein Netzplan zeigt,
wie Netzbereiche und Geräte verbunden sind.

Er enthält zum Beispiel:

    Router
    Switches
    Firewalls
    Server
    VLANs
    Standorte
    VPNs
    DMZ
    Internetanschluss
    IP-Netze

Merksatz:

    Netzplan zeigt,
    wie das Netzwerk aufgebaut ist.

---

**IP-Adressplan**

Ein IP-Adressplan zeigt,
welche Netze und Adressen verwendet werden.

Beispiele:

    192.168.10.0/24 Clients
    192.168.20.0/24 Server
    192.168.30.0/24 DMZ
    192.168.40.0/24 Management
    192.168.50.0/24 Gäste

Merksatz:

    IP-Adressplan verhindert Verwechslungen und Doppelvergaben.

---

**VLAN-Dokumentation**

Eine VLAN-Dokumentation enthält:

    VLAN-ID
    Name
    Subnetz
    Gateway
    DHCP-Scope
    Zweck
    zugehörige Switchports
    Trunks
    Firewall-Zone

Merksatz:

    VLANs ohne Dokumentation führen schnell zu Fehlkonfigurationen.

---

**Firewall- und NAT-Dokumentation**

Dokumentiert werden sollten:

    Quelle
    Ziel
    Dienst
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Zone
    NAT-Ziel
    Zweck
    Verantwortlicher
    Ticket
    Ablaufdatum bei temporären Regeln

Merksatz:

    Firewall-Regeln ohne Zweck sind später schwer bewertbar.

---

**DNS-Dokumentation**

DNS-Dokumentation enthält:

    Zonen
    A-Records
    AAAA-Records
    CNAMEs
    MX-Records
    TXT-Records
    interne und externe Namen
    Split-DNS-Regeln
    TTL
    zuständige Systeme

Merksatz:

    DNS-Dokumentation verhindert falsche Zielauflösungen.

---

**DHCP-Dokumentation**

DHCP-Dokumentation enthält:

    Scope
    Adressbereich
    Ausschlüsse
    Reservierungen
    Lease-Zeit
    Gateway-Option
    DNS-Option
    Relay-Adresse
    VLAN-Zuordnung

Merksatz:

    DHCP-Dokumentation erklärt,
    warum Clients welche Konfiguration bekommen.

---

**Änderungsdokumentation**

Änderungen sollten nachvollziehbar sein.

Wichtige Angaben:

    Was wurde geändert?
    Warum wurde es geändert?
    Wann wurde es geändert?
    Wer hat es geändert?
    Welche Systeme sind betroffen?
    Wie wurde getestet?
    Gibt es Rollback?
    Gibt es ein Ticket?

Merksatz:

    Ohne Änderungsdokumentation ist Fehlersuche nach Änderungen schwer.

---

**Incident-Dokumentation**

Bei Störungen sollte dokumentiert werden:

    Startzeit
    Endezeit
    betroffene Systeme
    betroffene Benutzer
    Fehlerbild
    Ursache
    Maßnahmen
    Lösung
    Workaround
    Kommunikation
    Nacharbeiten

Merksatz:

    Incident-Dokumentation hilft,
    aus Fehlern zu lernen.

---

**Root Cause Analysis**

Root Cause Analysis bedeutet:

    die eigentliche Ursache eines Problems finden.

Nicht nur:

    Dienst neu starten

Sondern fragen:

    Warum ist der Dienst abgestürzt?
    Warum war Speicher voll?
    Warum gab es keinen Alarm?
    Warum wurde die Logrotation nicht eingerichtet?

Merksatz:

    Root Cause Analysis sucht die Ursache hinter dem Symptom.

---

**Post-Mortem**

Ein Post-Mortem ist eine Nachbesprechung nach einer Störung.

Ziele:

    Ursache verstehen
    Ablauf rekonstruieren
    Verbesserungen finden
    Schuldzuweisungen vermeiden
    Maßnahmen ableiten
    Wiederholung verhindern

Merksatz:

    Post-Mortem soll Systeme verbessern,
    nicht Personen beschuldigen.

---

**Lessons Learned**

Lessons Learned sind Erkenntnisse aus einer Störung.

Beispiele:

    Monitoring muss erweitert werden.
    Zertifikate müssen überwacht werden.
    Firewall-Regeln müssen dokumentiert werden.
    Backups müssen getestet werden.
    Change-Prozess muss angepasst werden.
    Runbook muss erstellt werden.

Merksatz:

    Lessons Learned machen aus Störungen Verbesserungen.

---

**Runbook**

Ein Runbook ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für wiederkehrende Aufgaben oder Störungen.

Beispiele:

    Webdienst neu starten
    Zertifikat erneuern
    VPN-Tunnel prüfen
    DHCP-Scope erweitern
    Firewall-Regel prüfen
    Backup wiederherstellen

Merksatz:

    Runbooks machen wiederkehrende Arbeiten sicherer und schneller.

---

**Checkliste für Logauswertung**

    1. Fehlerzeitpunkt bestimmen.
    2. Betroffene Systeme bestimmen.
    3. Passende Logquelle auswählen.
    4. Zeitfilter setzen.
    5. Fehlermeldungen suchen.
    6. Schweregrad beachten.
    7. Ereignisse vor und nach dem Fehler prüfen.
    8. Logs mehrerer Systeme vergleichen.
    9. Zeitabweichungen beachten.
    10. Ergebnis dokumentieren.

Merksatz:

    Logs immer zeitlich und fachlich einordnen.

---

**Checkliste für Monitoring**

    1. Wird der Dienst überwacht?
    2. Wird der richtige Port geprüft?
    3. Wird die Anwendung geprüft oder nur Ping?
    4. Gibt es sinnvolle Schwellwerte?
    5. Gibt es Alarmierung?
    6. Werden Zertifikate überwacht?
    7. Werden Ressourcen überwacht?
    8. Werden Trends betrachtet?
    9. Gibt es zu viele Fehlalarme?
    10. Werden Alarme bearbeitet?

Merksatz:

    Monitoring muss den Dienst wirklich abbilden.

---

**Checkliste für Dokumentation**

    1. Netzplan aktuell?
    2. IP-Adressplan aktuell?
    3. VLANs dokumentiert?
    4. Firewall-Regeln dokumentiert?
    5. NAT-Regeln dokumentiert?
    6. DNS-Einträge dokumentiert?
    7. DHCP-Scopes dokumentiert?
    8. Verantwortliche bekannt?
    9. Änderungen dokumentiert?
    10. Notfallverfahren vorhanden?

Merksatz:

    Dokumentation ist ein Werkzeug,
    nicht nur Verwaltung.

---

**Typische Fehler bei Logs und Monitoring**

Häufige Fehler:

    Logs werden nicht aktiviert.
    Logs werden zu kurz gespeichert.
    Logs laufen voll.
    Zeitstempel stimmen nicht.
    falsche Zeitzone wird übersehen.
    Monitoring prüft nur Ping.
    Zertifikate werden nicht überwacht.
    Alarme gehen an niemanden.
    zu viele Fehlalarme entstehen.
    Dokumentation ist veraltet.
    Änderungen werden nicht dokumentiert.
    Root Cause wird nicht gesucht.

Merksatz:

    Logs und Monitoring müssen gepflegt werden.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Warum sind Logs bei der Fehlersuche wichtig?
    - Welche Informationen enthält ein Firewall-Log?
    - Warum ist die Uhrzeit bei Logs wichtig?
    - Warum ist NTP für Logauswertung wichtig?
    - Was ist Monitoring?
    - Was ist der Unterschied zwischen Verfügbarkeits- und Performance-Monitoring?
    - Warum reicht Ping-Monitoring nicht immer aus?
    - Was ist ein Schwellwert?
    - Was ist eine Baseline?
    - Warum müssen Zertifikate überwacht werden?
    - Was gehört in eine Netzwer dokumentation?
    - Warum ist Änderungsdokumentation wichtig?
    - Was ist eine Root Cause Analysis?
    - Was ist ein Runbook?
    - Warum können Logs personenbezogene Daten enthalten?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Logs zeigen Ereignisse,
    nicht automatisch die Ursache.

    Monitoring zeigt Zustand über Zeit.

    Ping-Monitoring reicht nicht für Anwendungserfolg.

    Firewall-Logs zeigen getroffene Regeln.

    Kein Log kann auch falschen Weg bedeuten.

    Zeitstempel müssen vergleichbar sein.

    NTP ist wichtig für Logs,
    Zertifikate
    und Authentifizierung.

    Debug-Logs nur gezielt aktivieren.

    Logs können sensible Daten enthalten.

    Logrotation verhindert volle Datenträger.

    Zentrale Logsammlung erleichtert Analyse.

    SIEM korreliert sicherheitsrelevante Ereignisse.

    Monitoring braucht sinnvolle Schwellwerte.

    Zu viele Fehlalarme führen zu Alarmmüdigkeit.

    Baseline zeigt normales Verhalten.

    Dokumentation muss aktuell sein.

    Änderung ohne Dokumentation erschwert Fehlersuche.

    Root Cause ist wichtiger als nur Neustart.

    Runbooks helfen bei wiederkehrenden Aufgaben.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Log | Ereignisprotokoll |
| Logquelle | System oder Dienst, der Logs erzeugt |
| Firewall-Log | Protokoll von erlaubtem oder blockiertem Verkehr |
| Systemlog | Betriebssystemereignisse |
| Anwendungslog | Meldungen einer Anwendung |
| Debug-Log | sehr detaillierte Diagnoseausgabe |
| Logrotation | Archivieren oder Löschen alter Logs |
| Logaufbewahrung | Zeitraum der Speicherung |
| Syslog | Verfahren zur zentralen Logsammlung |
| SIEM | System zur Sicherheitsauswertung von Logs |
| Korrelation | Zusammenführen mehrerer Ereignisse |
| Monitoring | dauerhafte Überwachung |
| Schwellwert | Grenze für Alarmierung |
| False Positive | Fehlalarm |
| False Negative | fehlender Alarm trotz Problem |
| Baseline | normales Verhalten als Vergleich |
| Netzplan | grafische Netzdokumentation |
| IP-Adressplan | Übersicht verwendeter Netze und Adressen |
| Änderungsdokumentation | Nachweis von Änderungen |
| Incident | Störung oder Sicherheitsvorfall |
| Root Cause Analysis | Suche nach eigentlicher Ursache |
| Post-Mortem | Nachbesprechung nach Störung |
| Lessons Learned | Erkenntnisse zur Verbesserung |
| Runbook | Schritt-für-Schritt-Anleitung |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Logs, Monitoring und Dokumentation sind zentrale Bestandteile der Netzwerkfehlersuche. Logs zeigen Ereignisse und Entscheidungen von Systemen, Diensten, Firewalls, Anwendungen und Betriebssystemen. Monitoring überwacht Verfügbarkeit, Leistung, Kapazität und Sicherheit über einen längeren Zeitraum und kann Probleme frühzeitig melden. Wichtig sind korrekte Zeitstempel, NTP, sinnvolle Schwellwerte, Logrotation, Datenschutz und zentrale Logsammlung. Dokumentation wie Netzplan, IP-Adressplan, VLAN-Plan, Firewall-Regeln, NAT-Regeln, DNS-Einträge und DHCP-Scopes hilft, Fehler schneller einzugrenzen. Nach Störungen sollten Ursache, Maßnahmen und Verbesserungen dokumentiert werden.

---

**Merksätze**

    Mitschnitt zeigt Verkehr.

    Logs zeigen Ereignisse.

    Monitoring zeigt Zustand über Zeit.

    Dokumentation zeigt Aufbau und Änderungen.

    Firewall-Logs zeigen getroffene Regeln.

    DNS-Logs zeigen Namensauflösung.

    DHCP-Logs zeigen Adressvergabe.

    VPN-Logs zeigen Tunnel und Anmeldung.

    Webserver-Logs zeigen HTTP-Antworten.

    Reverse-Proxy-Logs zeigen Backend-Probleme.

    Authentifizierungslogs zeigen Loginprobleme.

    Anwendungslogs zeigen Schicht-7-Fehler.

    Zeitstempel müssen stimmen.

    NTP ist wichtig für Logvergleich.

    Debug nur gezielt aktivieren.

    Logs können sensible Daten enthalten.

    Logrotation verhindert volle Datenträger.

    Zentrale Logs erleichtern Analyse.

    SIEM korreliert Sicherheitsereignisse.

    Monitoring erkennt Probleme früh.

    Ping-Monitoring reicht oft nicht.

    Schwellwerte müssen sinnvoll sein.

    Baseline zeigt normales Verhalten.

    Zertifikate überwachen.

    Netzplan aktuell halten.

    IP-Adressplan aktuell halten.

    Firewall- und NAT-Regeln dokumentieren.

    Änderungen dokumentieren.

    Root Cause suchen,
    nicht nur Symptom beheben.

    Runbooks helfen bei wiederkehrender Fehlersuche.

# 12.7 Merksätze und Prüfungswissen zu Sniffing, Analyse und Fehlersuche

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zu Sniffing,
Paketmitschnitt,
Wireshark,
tcpdump,
systematischer Fehlersuche,
Logs,
Monitoring
und Dokumentation zusammen.

Diese Themen sind besonders wichtig,
weil sie in der Praxis und in Prüfungsaufgaben häufig miteinander verbunden werden.

Merksatz:

    Netzwerkanalyse bedeutet:
    messen,
    prüfen,
    vergleichen
    und fachlich einordnen.

---

**Grundidee der Netzwerkanalyse**

Netzwerkanalyse soll klären,
was wirklich passiert.

Dabei nutzt man:

    - Fehlerbeschreibung
    - OSI-Modell
    - Paketmitschnitt
    - Logs
    - Monitoring
    - Konfigurationsprüfung
    - Vergleich mit funktionierenden Systemen

Ziel ist nicht,
blind etwas zu ändern.

Ziel ist:

    Ursache finden
    Ursache nachweisen
    Ursache beheben
    Ergebnis dokumentieren

Merksatz:

    Nicht raten,
    sondern prüfen.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr mitschneiden und analysieren.

Dabei werden Pakete sichtbar gemacht.

Man erkennt zum Beispiel:

    - Quell- und Ziel-MAC
    - Quell- und Ziel-IP
    - Protokoll
    - Port
    - DNS-Anfragen
    - TCP-Handshake
    - TLS-Handshake
    - DHCP-Ablauf
    - ICMP-Meldungen
    - Wiederholungen
    - Resets
    - Timeouts

Merksatz:

    Sniffing zeigt den tatsächlichen Netzwerkverkehr.

---

**Paketmitschnitt**

Ein Paketmitschnitt ist eine Aufzeichnung von Netzwerkpaketen.

Er hilft bei Fragen wie:

    Kommt das Paket an?
    Antwortet das Ziel?
    Wird DNS richtig gefragt?
    Findet ein TCP-Handshake statt?
    Gibt es Retransmissions?
    Gibt es Resets?
    Gibt es TLS-Fehler?
    Gibt es ICMP-Fehler?
    Kommt DHCP-DORA zustande?

Merksatz:

    Paketmitschnitt ersetzt Vermutungen durch Messdaten.

---

**PCAP-Datei**

Paketmitschnitte werden häufig als PCAP oder PCAPNG gespeichert.

Vorteile:

    - spätere Analyse möglich
    - Analyse mit Wireshark möglich
    - Weitergabe an Fachabteilung möglich
    - Beweissicherung bei Störungen
    - Vergleich mit Logs möglich

Achtung:

    PCAP-Dateien können sensible Daten enthalten.

Merksatz:

    PCAP-Dateien wie vertrauliche Daten behandeln.

---

**Datenschutz bei Paketmitschnitten**

Paketmitschnitte können enthalten:

    - IP-Adressen
    - MAC-Adressen
    - Hostnamen
    - Benutzernamen
    - Cookies
    - Tokens
    - unverschlüsselte Passwörter
    - E-Mail-Inhalte
    - personenbezogene Daten
    - interne Strukturen

Deshalb:

    nur mit berechtigtem Zweck
    nur so lange wie nötig
    nur relevanten Verkehr
    sicher speichern
    Zugriff begrenzen
    nach Zweck löschen

Merksatz:

    Sniffing ist technisch nützlich,
    aber datenschutzrelevant.

---

**Wireshark**

Wireshark ist ein grafisches Werkzeug zur Paketanalyse.

Es zeigt:

    - Paketliste
    - Paketdetails
    - Paketbytes
    - Protokolle
    - Filtermöglichkeiten
    - Conversations
    - Endpoints
    - Expert Information

Wireshark eignet sich besonders gut,
um Protokollabläufe sichtbar zu machen.

Merksatz:

    Wireshark macht Netzwerkverkehr lesbar.

---

**tcpdump**

tcpdump ist ein Kommandozeilenwerkzeug für Paketmitschnitte.

Typische Nutzung:

    auf Servern
    auf Firewalls
    auf Routern
    per SSH
    in minimalen Linux-Umgebungen

tcpdump kann Mitschnitte live anzeigen
oder als PCAP-Datei speichern.

Merksatz:

    tcpdump ist Paketmitschnitt auf der Kommandozeile.

---

**tshark**

tshark ist die Kommandozeilenversion von Wireshark.

Es eignet sich für:

    - PCAP-Auswertung ohne GUI
    - automatisierte Analyse
    - Protokollauswertung
    - Filterung
    - Ausgabe bestimmter Felder

Merksatz:

    tshark bringt Wireshark-Funktionen auf die Kommandozeile.

---

**Capture Filter und Display Filter**

Capture Filter:

    bestimmen,
    was überhaupt aufgezeichnet wird.

Display Filter:

    bestimmen,
    was nachträglich angezeigt wird.

| Filterart | Zeitpunkt | Wirkung |
|---|---|---|
| Capture Filter | vor oder während Aufnahme | begrenzt Aufzeichnung |
| Display Filter | nach Aufnahme | begrenzt Anzeige |

Merksatz:

    Capture Filter spart Daten.
    Display Filter hilft bei Analyse.

---

**Wichtige Wireshark-Filter**

| Fragestellung | Filteridee |
|---|---|
| bestimmte IP | ip.addr == 192.168.10.20 |
| Quell-IP | ip.src == 192.168.10.20 |
| Ziel-IP | ip.dst == 192.168.10.20 |
| TCP-Port | tcp.port == 443 |
| UDP-Port | udp.port == 53 |
| DNS | dns |
| ARP | arp |
| ICMP | icmp |
| HTTP | http |
| TLS | tls |
| TCP Reset | tcp.flags.reset == 1 |
| Retransmission | tcp.analysis.retransmission |

Merksatz:

    Filter müssen zur Frage passen.

---

**Wichtige tcpdump-Filter**

| Ziel | Beispiel |
|---|---|
| Interface mitschneiden | tcpdump -i eth0 |
| keine Namensauflösung | tcpdump -nn -i eth0 |
| Host filtern | tcpdump -nn -i eth0 host 192.168.10.20 |
| Quelle filtern | tcpdump -nn -i eth0 src host 192.168.10.20 |
| Ziel filtern | tcpdump -nn -i eth0 dst host 192.168.10.20 |
| Port filtern | tcpdump -nn -i eth0 port 443 |
| TCP-Port | tcpdump -nn -i eth0 tcp port 443 |
| UDP-Port | tcpdump -nn -i eth0 udp port 53 |
| ICMP | tcpdump -nn -i eth0 icmp |
| ARP | tcpdump -nn -i eth0 arp |
| Datei schreiben | tcpdump -nn -i eth0 -w capture.pcap |
| Datei lesen | tcpdump -nn -r capture.pcap |

Merksatz:

    tcpdump-Filter möglichst gezielt setzen.

---

**Mitschnittort**

Der Ort des Mitschnitts ist entscheidend.

Mögliche Stellen:

    - Client
    - Server
    - Firewall
    - Router
    - Switch Mirror Port
    - Reverse Proxy
    - VPN-Gateway
    - Container-Host

Je nach Ort sieht man andere Pakete.

Merksatz:

    Der Mitschnittort entscheidet,
    was sichtbar ist.

---

**Port Mirroring**

In geswitchten Netzwerken sieht ein Client nicht automatisch den gesamten Verkehr.

Port Mirroring kopiert Verkehr von einem oder mehreren Switchports
auf einen Analyseport.

Auch genannt:

    SPAN

Merksatz:

    Port Mirroring macht fremden Switch-Verkehr für Analyse sichtbar.

---

**Promiscuous Mode**

Promiscuous Mode bedeutet:

    Die Netzwerkkarte nimmt auch Frames an,
    die nicht direkt an ihre eigene MAC-Adresse gerichtet sind.

Wichtig:

    In geswitchten Netzen reicht das allein oft nicht,
    weil der Switch fremden Verkehr gar nicht an diesen Port sendet.

Merksatz:

    Promiscuous Mode ersetzt kein Port Mirroring.

---

**TCP-Handshake**

TCP baut eine Verbindung mit drei Schritten auf:

    SYN
    SYN-ACK
    ACK

Bedeutung:

    SYN:
    Client möchte Verbindung starten.

    SYN-ACK:
    Server antwortet und akzeptiert grundsätzlich.

    ACK:
    Client bestätigt.

Merksatz:

    SYN,
    SYN-ACK,
    ACK
    = TCP-Verbindung aufgebaut.

---

**TCP-Fehlerbilder**

| Beobachtung | mögliche Bedeutung |
|---|---|
| nur SYN-Wiederholungen | keine Antwort, Firewall, Routing oder Rückweg |
| SYN und RST | Port geschlossen oder Verbindung aktiv abgelehnt |
| viele Retransmissions | Paketverlust oder fehlende Bestätigung |
| Zero Window | Empfänger kann keine Daten aufnehmen |
| SYN, SYN-ACK, kein ACK | Rückweg oder Clientproblem |
| Handshake klappt, Anwendung fehlerhaft | höhere Schicht prüfen |

Merksatz:

    TCP-Analyse beginnt beim Handshake.

---

**UDP-Analyse**

UDP hat keinen Verbindungsaufbau.

Es gibt keinen TCP-Handshake.

Bei UDP prüft man:

    Anfrage gesendet?
    Antwort zurück?
    richtiger Port?
    ICMP-Fehler?
    Firewall blockiert?
    Dienst antwortet?

Beispiele für UDP:

    DNS
    DHCP
    NTP
    SNMP
    VoIP

Merksatz:

    UDP hat keinen Handshake,
    deshalb Anfrage und Antwort direkt prüfen.

---

**DNS-Analyse**

DNS ist häufig der erste Schritt vor einer Verbindung.

Prüfen:

    Welcher DNS-Server wird gefragt?
    Welcher Name wird gefragt?
    Welche Antwort kommt zurück?
    A oder AAAA?
    NXDOMAIN?
    falscher DNS-Server?
    Split DNS?
    Cache?
    TTL?

Merksatz:

    DNS-Probleme sieht man oft vor dem eigentlichen Verbindungsversuch.

---

**DHCP-Analyse**

Der klassische DHCP-Ablauf lautet:

    Discover
    Offer
    Request
    Acknowledge

Kurz:

    DORA

Fehlerbilder:

    Discover ohne Offer:
    DHCP-Server oder Relay antwortet nicht.

    Offer ohne Request:
    Client akzeptiert Angebot nicht.

    Request ohne Acknowledge:
    Server bestätigt nicht.

Merksatz:

    DHCP mit DORA prüfen.

---

**ARP-Analyse**

ARP löst im lokalen IPv4-Netz auf:

    IPv4-Adresse zu MAC-Adresse

Typische ARP-Fehler:

    viele ARP-Anfragen ohne Antwort
    falsche MAC-Adresse
    doppelte IP-Adresse
    Gateway antwortet nicht
    VLAN falsch
    falsche Netzmaske

Merksatz:

    ARP-Probleme sind lokale Schicht-2- oder Schicht-3-Probleme.

---

**ICMP-Analyse**

ICMP liefert Diagnose- und Fehlermeldungen.

Beispiele:

    Echo Request
    Echo Reply
    Destination Unreachable
    Time Exceeded
    Fragmentation Needed

Wichtig:

    ICMP ist mehr als Ping.

Merksatz:

    ICMP-Meldungen können Ursachen sichtbar machen.

---

**TLS-Analyse**

Bei TLS sieht man normalerweise nicht den verschlüsselten Inhalt.

Man sieht aber häufig:

    Client Hello
    Server Hello
    SNI
    Zertifikatsinformationen
    TLS-Version
    Cipher-Auswahl
    TLS Alert

Typische Probleme:

    falscher Hostname
    abgelaufenes Zertifikat
    nicht vertrauenswürdige CA
    inkompatible TLS-Version
    unvollständige Zertifikatskette

Merksatz:

    TLS schützt Inhalte,
    aber der Handshake liefert Hinweise.

---

**SNI**

SNI steht für:

    Server Name Indication

SNI zeigt beim TLS-Aufbau,
welchen Hostnamen der Client erreichen möchte.

Wichtig bei:

    mehreren HTTPS-Diensten auf einer IP-Adresse

Merksatz:

    SNI zeigt den gewünschten HTTPS-Hostnamen.

---

**HTTP-Analyse**

Bei HTTP prüft man:

    Methode
    Host-Header
    Pfad
    Statuscode
    Header
    Weiterleitung
    Antwortzeit
    Anwendungsmeldung

Wichtige Statuscodes:

| Code | Bedeutung |
|---:|---|
| 200 | OK |
| 301 / 302 | Weiterleitung |
| 400 | Bad Request |
| 401 | nicht authentifiziert |
| 403 | nicht berechtigt |
| 404 | nicht gefunden |
| 500 | interner Serverfehler |
| 502 | Bad Gateway |
| 503 | Dienst nicht verfügbar |
| 504 | Gateway Timeout |

Merksatz:

    HTTP-Statuscodes helfen bei Schicht-7-Fehlern.

---

**Ping richtig einordnen**

Ping prüft ICMP-Erreichbarkeit.

Ping zeigt nicht:

    ob TCP 443 offen ist
    ob HTTPS funktioniert
    ob DNS korrekt ist
    ob Anmeldung klappt
    ob Berechtigung besteht
    ob Anwendung gesund ist

Merksatz:

    Ping ist kein vollständiger Diensttest.

---

**Porttest richtig einordnen**

Ein Porttest zeigt:

    Verbindung zum Port möglich oder nicht.

Er zeigt nicht automatisch:

    Anwendung funktioniert
    Login funktioniert
    Zertifikat passt
    Berechtigung stimmt
    Datenbank erreichbar
    API antwortet fachlich korrekt

Merksatz:

    Offener Port heißt nicht:
    Anwendung funktioniert.

---

**Wichtige Analysewerkzeuge**

| Werkzeug | Zweck |
|---|---|
| ping | ICMP-Erreichbarkeit |
| traceroute / tracert | Weg zum Ziel |
| nslookup | einfache DNS-Prüfung |
| dig | detaillierte DNS-Prüfung |
| curl | HTTP/HTTPS/API-Test |
| nc | Port- und Verbindungstest |
| Test-NetConnection | Windows-Porttest |
| ss | lokale Ports und Verbindungen |
| netstat | Netzwerkstatus, älter |
| openssl s_client | TLS- und Zertifikatsprüfung |
| tcpdump | Paketmitschnitt CLI |
| tshark | PCAP-Analyse CLI |
| Wireshark | grafische Paketanalyse |
| journalctl | Linux-Logs |
| Ereignisanzeige | Windows-Logs |

Merksatz:

    Kein Werkzeug beantwortet alles.

---

**Systematische Fehlersuche nach OSI**

| Schicht | Prüfung |
|---:|---|
| 1 | Kabel, Link, Signal, WLAN |
| 2 | MAC, VLAN, Switch, ARP |
| 3 | IP, Subnetz, Gateway, Routing |
| 4 | TCP, UDP, Ports, Firewall |
| 5 | Sitzung, Session, Timeout |
| 6 | TLS, Zertifikat, Codierung |
| 7 | Anwendung, DNS, DHCP, HTTP, Authentifizierung |

Merksatz:

    OSI-Modell hilft,
    den Fehlerbereich einzugrenzen.

---

**Bottom-Up**

Bottom-Up bedeutet:

    von Schicht 1 nach oben prüfen.

Beispiel:

    Kabel
    Link
    VLAN
    IP
    Gateway
    Port
    Dienst
    Anwendung

Merksatz:

    Bottom-Up beginnt beim Fundament.

---

**Top-Down**

Top-Down bedeutet:

    bei der Anwendung beginnen
    und nach unten prüfen.

Beispiel:

    Webseite
    HTTP-Status
    TLS
    Port
    DNS
    Routing
    Link

Merksatz:

    Top-Down beginnt beim sichtbaren Dienst.

---

**Divide and Conquer**

Divide and Conquer bedeutet:

    Man prüft eine mittlere Ebene,
    um den Suchbereich zu verkleinern.

Beispiel:

    Ping geht,
    aber Webdienst nicht.

Dann ist grob klar:

    IP-Erreichbarkeit ist wahrscheinlich vorhanden,
    aber Port,
    Firewall,
    TLS
    oder Anwendung müssen weiter geprüft werden.

Merksatz:

    Divide and Conquer halbiert den Suchbereich.

---

**Fehlerbild sauber aufnehmen**

Wichtige Fragen:

    Wer ist betroffen?
    Was funktioniert nicht?
    Was funktioniert noch?
    Seit wann?
    Wo tritt der Fehler auf?
    Intern oder extern?
    LAN oder WLAN?
    VPN oder lokal?
    Nur ein Benutzer oder alle?
    Welche Fehlermeldung?
    Was wurde zuletzt geändert?

Merksatz:

    Gute Fehlerbeschreibung ist Diagnosearbeit.

---

**Typische Fehlerbilder**

| Fehlerbild | erste Richtung |
|---|---|
| kein Link | Schicht 1 |
| 169.254.x.x | DHCP |
| Gateway nicht erreichbar | Schicht 2 / 3 |
| IP geht, Name nicht | DNS |
| Ping geht, Port nicht | Schicht 4 / Firewall / Dienst |
| Port offen, Anwendung fehlerhaft | Schicht 7 |
| Timeout | keine passende Antwort |
| Connection Refused | Dienst lehnt aktiv ab |
| 401 | Authentifizierung |
| 403 | Autorisierung |
| 404 | Pfad oder Ressource fehlt |
| 500 | Anwendung oder Server |
| 502 | Proxy zu Backend |
| Zertifikatswarnung | TLS, DNS, Zeit oder CA |

Merksatz:

    Fehlerbild gibt Richtung,
    aber noch keinen Beweis.

---

**Authentifizierung und Autorisierung**

Authentifizierung bedeutet:

    Wer bist du?

Beispiele:

    Benutzername
    Passwort
    MFA
    Zertifikat
    Token

Autorisierung bedeutet:

    Was darfst du?

Beispiele:

    Rolle
    Gruppe
    Rechte
    Freigabe
    API-Scope

Merksatz:

    401 ist oft Authentifizierung.
    403 ist oft Autorisierung.

---

**Timeout und Connection Refused**

Timeout:

    Keine Antwort kommt zurück.

Mögliche Ursachen:

    Firewall droppt
    Routing fehlt
    Rückweg fehlt
    Ziel antwortet nicht

Connection Refused:

    Ziel lehnt aktiv ab.

Mögliche Ursachen:

    Dienst läuft nicht
    falscher Port
    Dienst lauscht nicht
    Host lehnt ab

Merksatz:

    Timeout = keine Antwort.
    Refused = aktive Ablehnung.

---

**MTU-Probleme**

MTU steht für:

    Maximum Transmission Unit

Typische Hinweise:

    kleine Pakete funktionieren
    große Übertragungen hängen
    VPN instabil
    Webseiten laden teilweise
    Downloads brechen ab
    viele Retransmissions
    Fragmentation Needed fehlt oder wird blockiert

Merksatz:

    Kleine Daten gehen,
    große nicht:
    MTU prüfen.

---

**Logs**

Logs zeigen Ereignisse und Entscheidungen.

Wichtige Logquellen:

    - Firewall-Logs
    - DNS-Logs
    - DHCP-Logs
    - VPN-Logs
    - Webserver-Logs
    - Reverse-Proxy-Logs
    - Authentifizierungslogs
    - Systemlogs
    - Anwendungslogs
    - Mailserver-Logs
    - Datenbank-Logs

Merksatz:

    Logs zeigen,
    was Systeme entschieden oder gemeldet haben.

---

**Monitoring**

Monitoring überwacht Systeme und Dienste dauerhaft.

Es prüft zum Beispiel:

    Erreichbarkeit
    Antwortzeiten
    CPU
    RAM
    Speicherplatz
    Bandbreite
    Paketverlust
    Zertifikate
    Dienste
    Logs
    Verbindungen

Merksatz:

    Monitoring erkennt Probleme über Zeit.

---

**Dokumentation**

Gute Dokumentation enthält:

    - Netzplan
    - IP-Adressplan
    - VLAN-Plan
    - Firewall-Regeln
    - NAT-Regeln
    - DNS-Einträge
    - DHCP-Scopes
    - Serverrollen
    - Dienste
    - Ansprechpartner
    - Änderungen
    - Notfallverfahren

Merksatz:

    Dokumentation ist ein Werkzeug für Fehlersuche.

---

**Root Cause Analysis**

Root Cause Analysis bedeutet:

    die eigentliche Ursache finden.

Nicht nur:

    Dienst neu starten

Sondern:

    Warum ist der Dienst abgestürzt?
    Warum war Speicher voll?
    Warum gab es keinen Alarm?
    Warum wurde die Änderung nicht getestet?

Merksatz:

    Ursache beheben,
    nicht nur Symptom beseitigen.

---

**Workaround und Lösung**

Workaround:

    vorübergehende Umgehung

Lösung:

    eigentliche Ursache wird beseitigt

Beispiel:

    Workaround:
    IP-Adresse statt DNS-Namen verwenden.

    Ursache:
    DNS-Eintrag falsch.

    Lösung:
    DNS-Eintrag korrigieren.

Merksatz:

    Workaround ist nicht automatisch Lösung.

---

**Eine Änderung pro Test**

Bei Fehlersuche sollte man nicht viele Dinge gleichzeitig ändern.

Besser:

    eine Hypothese bilden
    einen Test durchführen
    Ergebnis prüfen
    dokumentieren
    nächste Hypothese testen

Merksatz:

    Mehrere Änderungen gleichzeitig verschleiern die Ursache.

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**Nach Änderung zuerst Änderung prüfen**

Wenn ein Fehler nach einer Änderung auftritt,
prüft man zuerst diese Änderung.

Beispiele:

    Firewall-Regel geändert
    DNS geändert
    Zertifikat erneuert
    VLAN geändert
    Update installiert
    Passwort geändert
    Reverse Proxy angepasst
    VPN geändert

Merksatz:

    Die letzte Änderung ist oft der wichtigste Hinweis.

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**Sicherheitsbewusstsein bei Analyse**

Analysewerkzeuge können sensible Informationen offenlegen.

Beispiele:

    unverschlüsselte Passwörter
    Tokens
    Cookies
    interne Hostnamen
    IP-Adressbereiche
    Benutzerinformationen
    Fehlermeldungen
    Konfigurationsdetails

Deshalb:

    Zugriff beschränken
    Dateien schützen
    keine unnötigen Mitschnitte
    Logs nicht ungeschützt teilen
    Datenschutz beachten

Merksatz:

    Diagnose darf keine neue Sicherheitslücke erzeugen.

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**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was versteht man unter Sniffing?
    - Wofür nutzt man Wireshark?
    - Wofür nutzt man tcpdump?
    - Was ist eine PCAP-Datei?
    - Was ist Port Mirroring?
    - Warum sieht man im Switch-Netz nicht automatisch allen Verkehr?
    - Was ist der Unterschied zwischen Capture Filter und Display Filter?
    - Wie erkennt man einen TCP-Handshake?
    - Was bedeuten SYN, SYN-ACK und ACK?
    - Was bedeutet RST?
    - Was bedeutet Retransmission?
    - Warum sieht man HTTPS-Inhalte nicht im Klartext?
    - Was kann man bei DNS im Mitschnitt erkennen?
    - Wie analysiert man DHCP?
    - Warum reicht Ping nicht aus?
    - Warum reicht ein Porttest nicht aus?
    - Wie hilft das OSI-Modell bei der Fehlersuche?
    - Was ist Bottom-Up?
    - Was ist Top-Down?
    - Was ist Divide and Conquer?
    - Warum sind Logs wichtig?
    - Warum ist Monitoring wichtig?
    - Warum ist Dokumentation wichtig?

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**Typische Prüfungsfallen**

    Sniffing zeigt echten Verkehr.

    Sniffing ist datenschutzrelevant.

    Wireshark ist grafisch.

    tcpdump ist Kommandozeile.

    tshark ist Wireshark auf Kommandozeile.

    PCAP-Dateien können sensible Daten enthalten.

    In geswitchten Netzen sieht man nicht automatisch alles.

    Port Mirroring kopiert Verkehr.

    Promiscuous Mode reicht allein oft nicht.

    Capture Filter begrenzen Aufnahme.

    Display Filter begrenzen Anzeige.

    TCP hat Handshake.

    UDP hat keinen Handshake.

    SYN startet TCP-Verbindung.

    SYN-ACK ist Serverantwort.

    ACK bestätigt.

    RST lehnt ab oder beendet.

    Retransmission bedeutet erneutes Senden.

    DNS früh prüfen.

    DHCP-DORA kennen.

    ICMP ist mehr als Ping.

    HTTPS-Inhalte sind verschlüsselt.

    TLS-Handshake kann trotzdem Hinweise liefern.

    SNI zeigt gewünschten Hostnamen.

    Ping prüft nicht den Dienst.

    Port offen heißt nicht Anwendung funktioniert.

    Timeout und Connection Refused unterscheiden.

    401 ist Authentifizierung.

    403 ist Autorisierung.

    OSI-Modell hilft beim Eingrenzen.

    Logs und Mitschnitt ergänzen sich.

    Monitoring zeigt Zustand über Zeit.

    Dokumentation beschleunigt Fehlersuche.

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**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Sniffing | Mitschneiden von Netzwerkverkehr |
| Paketmitschnitt | Aufzeichnung von Paketen |
| PCAP | Datei mit Paketmitschnitt |
| Wireshark | grafisches Analysewerkzeug |
| tcpdump | Kommandozeilenwerkzeug für Mitschnitt |
| tshark | Wireshark auf Kommandozeile |
| Port Mirroring | Verkehr auf Analyseport kopieren |
| Promiscuous Mode | Netzwerkkarte nimmt fremde Frames an |
| Capture Filter | Filter vor der Aufnahme |
| Display Filter | Filter nach der Aufnahme |
| SYN | TCP-Verbindungsstart |
| SYN-ACK | TCP-Antwort des Servers |
| ACK | Bestätigung |
| RST | Reset, aktive Ablehnung oder Abbruch |
| Retransmission | erneutes Senden |
| ARP | IPv4-Adresse zu MAC-Adresse |
| ICMP | Diagnose- und Fehlermeldungsprotokoll |
| DNS | Namensauflösung |
| DHCP-DORA | Discover, Offer, Request, Acknowledge |
| SNI | Hostname im TLS-Handshake |
| TLS Alert | TLS-Fehlermeldung |
| Bottom-Up | von Schicht 1 nach oben prüfen |
| Top-Down | von Anwendung nach unten prüfen |
| Divide and Conquer | Suchbereich in der Mitte eingrenzen |
| Timeout | keine Antwort |
| Connection Refused | aktive Ablehnung |
| Authentifizierung | Identität prüfen |
| Autorisierung | Rechte prüfen |
| Log | Ereignisprotokoll |
| Monitoring | dauerhafte Überwachung |
| Root Cause | eigentliche Ursache |
| Workaround | vorübergehende Umgehung |
| Runbook | Schritt-für-Schritt-Anleitung |

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**IHK-sichere Gesamtformulierung**

Sniffing bezeichnet das Mitschneiden und Analysieren von Netzwerkverkehr. Mit Werkzeugen wie Wireshark, tcpdump oder tshark können Pakete untersucht werden, um DNS-Anfragen, ARP, ICMP, TCP-Handshakes, UDP-Kommunikation, DHCP-DORA, TLS-Handshakes, Resets, Retransmissions und Timeouts zu erkennen. In geswitchten Netzwerken sieht ein Client nicht automatisch den gesamten Verkehr; dafür wird häufig Port Mirroring benötigt. Das OSI-Modell hilft bei der Fehlersuche, indem Fehler schichtweise eingegrenzt werden. Ping und Porttests liefern nur Teilinformationen und ersetzen keine vollständige Prüfung von DNS, Routing, Firewall, NAT, Dienst, TLS, Anwendung, Logs und Berechtigungen. Logs, Monitoring und Dokumentation ergänzen Paketmitschnitte und sind wichtig, um Ursachen nachzuweisen und dauerhaft zu beheben.

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**Wichtigste Merksätze**

    Nicht raten,
    sondern messen.

    Sniffing zeigt echten Verkehr.

    Paketmitschnitt zeigt Pakete.

    Logs zeigen Ereignisse.

    Monitoring zeigt Zustand über Zeit.

    Dokumentation zeigt Aufbau und Änderungen.

    Wireshark ist grafisch.

    tcpdump ist Kommandozeile.

    tshark ist Wireshark auf Kommandozeile.

    PCAP-Dateien sind sensibel.

    Mitschnittort ist entscheidend.

    Port Mirroring kopiert Switch-Verkehr.

    Capture Filter vor Aufnahme.

    Display Filter nach Aufnahme.

    TCP hat Handshake.

    UDP hat keinen Handshake.

    SYN,
    SYN-ACK,
    ACK
    = TCP-Verbindung aufgebaut.

    RST bedeutet aktive Ablehnung oder Abbruch.

    Retransmission bedeutet erneutes Senden.

    DNS immer früh prüfen.

    DHCP mit DORA prüfen.

    ARP ist lokal wichtig.

    ICMP ist mehr als Ping.

    TLS schützt Inhalte.

    SNI zeigt Hostnamen.

    HTTP-Statuscodes helfen bei Schicht 7.

    Ping reicht nicht aus.

    Port offen reicht nicht aus.

    Timeout ist keine Antwort.

    Connection Refused ist aktive Ablehnung.

    401 ist Authentifizierung.

    403 ist Autorisierung.

    OSI-Modell grenzt Fehler ein.

    Bottom-Up beginnt unten.

    Top-Down beginnt oben.

    Divide and Conquer grenzt mittig ein.

    Eine Änderung pro Test.

    Letzte Änderung zuerst prüfen.

    Workaround ist nicht automatisch Lösung.

    Root Cause suchen.

    Ergebnisse dokumentieren.