# 16. Angriffe und Schutzmaßnahmen



# 16.1 Angriffe und Schutzmaßnahmen

IT-Systeme und Netzwerke sind vielen möglichen Angriffen ausgesetzt.

Ein Angriff kann sich richten gegen:

    - Vertraulichkeit
    - Integrität
    - Verfügbarkeit
    - Identitäten
    - Daten
    - Anwendungen
    - Netzwerke
    - Endgeräte
    - Server
    - Cloud-Dienste

Merksatz:

    IT-Sicherheit schützt nicht nur Technik,
    sondern auch Daten,
    Prozesse
    und Verfügbarkeit.

---

**Grundziele der Informationssicherheit**

Die drei wichtigsten Grundziele sind:

    Vertraulichkeit

    Integrität

    Verfügbarkeit

Diese drei Begriffe werden oft als Schutzziele bezeichnet.

Merksatz:

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit sind die Grundpfeiler der IT-Sicherheit.

---

**Vertraulichkeit**

Vertraulichkeit bedeutet:

    Informationen dürfen nur von berechtigten Personen gelesen werden.

Beispiele:

    Kundendaten
    Passwörter
    Personalakten
    Geschäftsgeheimnisse
    medizinische Daten
    interne Dokumente
    Zugangsdaten

Angriffe auf Vertraulichkeit:

    Datenabfluss
    unberechtigter Zugriff
    Abhören
    Phishing
    gestohlene Zugangsdaten
    öffentlich freigegebene Cloud-Speicher

Merksatz:

    Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen.

---

**Integrität**

Integrität bedeutet:

    Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden.

Beispiele:

    Rechnung darf nicht manipuliert werden.
    Konfigurationsdatei darf nicht heimlich geändert werden.
    Softwarepaket darf nicht verfälscht werden.
    Logdatei darf nicht manipuliert werden.

Angriffe auf Integrität:

    Manipulation
    Schadsoftware
    unberechtigte Änderungen
    Datenbankänderungen
    Man-in-the-Middle
    Supply-Chain-Angriffe

Merksatz:

    Integrität schützt vor unbemerkter Veränderung.

---

**Verfügbarkeit**

Verfügbarkeit bedeutet:

    Systeme,
    Dienste
    und Daten sind bei Bedarf nutzbar.

Beispiele:

    Webserver erreichbar
    E-Mail funktioniert
    Datenbank antwortet
    Backup kann wiederhergestellt werden
    Netzwerk ist verfügbar
    Cloud-Dienst läuft

Angriffe auf Verfügbarkeit:

    DoS
    DDoS
    Ransomware
    Sabotage
    Überlastung
    Ausfall kritischer Komponenten

Merksatz:

    Verfügbarkeit schützt die Nutzbarkeit von Systemen.

---

**CIA-Triade**

Die drei Schutzziele werden oft zusammengefasst als:

    Confidentiality
    Integrity
    Availability

Deutsch:

    Vertraulichkeit
    Integrität
    Verfügbarkeit

Merksatz:

    CIA-Triade = Vertraulichkeit,
    Integrität
    Verfügbarkeit.

---

**Authentizität**

Authentizität bedeutet:

    Die Echtheit einer Person,
    eines Systems
    oder einer Nachricht ist überprüfbar.

Beispiele:

    Ist der Benutzer wirklich der richtige Benutzer?
    Ist der Server wirklich der richtige Server?
    Stammt die E-Mail wirklich vom angegebenen Absender?
    Ist das Zertifikat gültig?

Merksatz:

    Authentizität schützt vor falscher Identität.

---

**Nichtabstreitbarkeit**

Nichtabstreitbarkeit bedeutet:

    Eine Handlung kann später nicht glaubwürdig abgestritten werden.

Beispiel:

    Eine digital signierte Bestellung kann einer Person oder Organisation zugeordnet werden.

Mittel:

    digitale Signatur
    Protokollierung
    Zeitstempel
    eindeutige Benutzerkonten

Merksatz:

    Nichtabstreitbarkeit sorgt für Nachweisbarkeit.

---

**Angriffsarten im Überblick**

Typische Angriffsarten:

    - Phishing
    - Social Engineering
    - Malware
    - Ransomware
    - DoS und DDoS
    - Man-in-the-Middle
    - Passwortangriffe
    - Brute Force
    - Credential Stuffing
    - Spoofing
    - Sniffing
    - SQL Injection
    - Cross-Site Scripting
    - Zero-Day-Angriff
    - Supply-Chain-Angriff
    - Insider-Bedrohung

Merksatz:

    Angriffe können technisch,
    organisatorisch
    oder menschlich ansetzen.

---

**Angreiferziele**

Angreifer verfolgen unterschiedliche Ziele.

Beispiele:

    Daten stehlen
    Geld erpressen
    Systeme verschlüsseln
    Zugangsdaten sammeln
    Dienste lahmlegen
    Systeme übernehmen
    Spionage betreiben
    Sabotage durchführen
    Rechenleistung missbrauchen
    interne Bewegung im Netz erreichen

Merksatz:

    Angriffe haben ein Ziel,
    auch wenn sie zunächst zufällig wirken.

---

**Angriffsfläche**

Angriffsfläche bedeutet:

    alle Stellen,
    an denen ein System angegriffen werden kann.

Beispiele:

    offene Ports
    Webanwendungen
    VPN-Zugänge
    Benutzerkonten
    E-Mail
    Cloud-Portale
    APIs
    veraltete Software
    unsichere Freigaben
    mobile Geräte
    externe Dienstleister

Merksatz:

    Je größer die Angriffsfläche,
    desto mehr mögliche Angriffspunkte.

---

**Angriffsfläche reduzieren**

Maßnahmen:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports schließen
    alte Software entfernen
    Standardkonten deaktivieren
    Rechte begrenzen
    MFA aktivieren
    Netzsegmentierung nutzen
    Systeme patchen
    öffentliche Zugriffe prüfen
    sichere Konfiguration verwenden

Merksatz:

    Nicht benötigte Angriffsfläche entfernen.

---

**Schwachstelle**

Eine Schwachstelle ist eine Sicherheitslücke oder ein Fehler,
der ausgenutzt werden kann.

Beispiele:

    veraltete Software
    unsichere Konfiguration
    schwaches Passwort
    fehlende Zugriffskontrolle
    Programmierfehler
    offener Adminport
    öffentlich freigegebener Speicher

Merksatz:

    Schwachstelle = ausnutzbare Sicherheitslücke.

---

**Bedrohung**

Eine Bedrohung ist ein mögliches Ereignis,
das Schaden verursachen kann.

Beispiele:

    Angreifer
    Malware
    Feuer
    Diebstahl
    Stromausfall
    Fehlbedienung
    Datenverlust
    Insider

Merksatz:

    Bedrohung = mögliches schädliches Ereignis.

---

**Risiko**

Risiko beschreibt,
wie wahrscheinlich ein Schaden ist
und wie groß die Auswirkung wäre.

Vereinfacht:

    Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadenshöhe

Beispiel:

    Ein öffentlich erreichbarer Server mit alter Software hat ein hohes Risiko.

Merksatz:

    Risiko verbindet Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

---

**Schutzmaßnahme**

Eine Schutzmaßnahme reduziert ein Risiko.

Beispiele:

    Patch einspielen
    MFA aktivieren
    Firewall-Regel setzen
    Backup erstellen
    Benutzer schulen
    Rechte begrenzen
    Verschlüsselung nutzen
    Monitoring aktivieren

Merksatz:

    Schutzmaßnahmen senken Eintrittswahrscheinlichkeit oder Auswirkung.

---

**Technische Schutzmaßnahmen**

Technische Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel:

    Firewall
    Antivirus
    EDR
    IDS
    IPS
    Verschlüsselung
    MFA
    Patchmanagement
    Backup
    Netzwerksegmentierung
    Logging
    Monitoring
    Zugriffskontrolle
    sichere Konfiguration

Merksatz:

    Technische Maßnahmen schützen Systeme direkt.

---

**Organisatorische Schutzmaßnahmen**

Organisatorische Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel:

    Sicherheitsrichtlinien
    Schulungen
    Berechtigungskonzepte
    Notfallpläne
    Change Management
    Rollenverteilung
    Freigabeprozesse
    Offboarding
    Dokumentation
    Verantwortlichkeiten

Merksatz:

    Organisation entscheidet,
    wie Sicherheit dauerhaft umgesetzt wird.

---

**Personelle Schutzmaßnahmen**

Personelle Schutzmaßnahmen betreffen Menschen.

Beispiele:

    Schulung gegen Phishing
    klare Meldewege
    Sensibilisierung
    Vier-Augen-Prinzip
    sichere Passwortnutzung
    Umgang mit vertraulichen Daten
    Verhalten bei Sicherheitsvorfällen

Merksatz:

    Menschen sind Teil der Sicherheit,
    nicht nur Risiko.

---

**Physische Schutzmaßnahmen**

Physische Schutzmaßnahmen schützen Räume,
Geräte
und Infrastruktur.

Beispiele:

    Zutrittskontrolle
    abschließbare Serverräume
    Videoüberwachung
    Brandschutz
    USV
    Klimatisierung
    Schutz vor Diebstahl
    gesicherte Netzwerkschränke

Merksatz:

    IT-Sicherheit beginnt auch bei physischem Schutz.

---

**Defense in Depth**

Defense in Depth bedeutet:

    mehrere Schutzschichten werden kombiniert.

Beispiel:

    Firewall
    plus
    MFA
    plus
    Patchmanagement
    plus
    EDR
    plus
    Backup
    plus
    Monitoring

Wenn eine Schutzschicht versagt,
sollen andere Schichten weiter schützen.

Merksatz:

    Defense in Depth = Sicherheit durch mehrere Schichten.

---

**Least Privilege**

Least Privilege bedeutet:

    Benutzer,
    Dienste
    und Systeme bekommen nur die Rechte,
    die sie wirklich benötigen.

Beispiele:

    normaler Benutzer kein lokaler Administrator
    Dienstkonto nur Zugriff auf benötigte Datenbank
    VPN-Benutzer nur auf notwendige Systeme
    Cloud-Rolle nur mit benötigten Aktionen

Merksatz:

    Weniger Rechte bedeuten weniger Schaden bei Missbrauch.

---

**Need to Know**

Need to Know bedeutet:

    Zugriff nur auf Informationen,
    die für die Aufgabe erforderlich sind.

Beispiel:

    Personalabteilung sieht Personalakten.
    Support sieht technische Tickets.
    Praktikant sieht keine vertraulichen Finanzdaten.

Merksatz:

    Nicht jeder muss alles wissen.

---

**Zero Trust**

Zero Trust bedeutet:

    keinem Zugriff automatisch vertrauen.

Es wird geprüft:

    Benutzer
    Gerät
    Standort
    Risiko
    Anwendung
    Berechtigung
    MFA
    Gerätezustand

Merksatz:

    Zero Trust heißt:
    immer prüfen,
    nie pauschal vertrauen.

---

**Phishing**

Phishing ist der Versuch,
Benutzer zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu verleiten.

Ziele:

    Passwörter
    MFA-Codes
    Kreditkartendaten
    Zugangsdaten
    interne Informationen

Typische Mittel:

    gefälschte E-Mails
    gefälschte Webseiten
    gefälschte Loginseiten
    angebliche Rechnungen
    angebliche Paketmeldungen
    angebliche Sicherheitswarnungen

Merksatz:

    Phishing greift den Menschen über Täuschung an.

---

**Spear Phishing**

Spear Phishing ist gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen oder Organisationen.

Beispiel:

    Angreifer schreibt eine E-Mail,
    die genau zu einer Firma,
    einem Projekt
    oder einer Rolle passt.

Spear Phishing wirkt oft glaubwürdiger als Massenphishing.

Merksatz:

    Spear Phishing ist gezieltes Phishing.

---

**Whaling**

Whaling ist Phishing gegen besonders wichtige Personen.

Beispiele:

    Geschäftsführung
    Administratoren
    Finanzleitung
    Personalabteilung
    Projektleitung

Merksatz:

    Whaling richtet sich gegen besonders wertvolle Ziele.

---

**Social Engineering**

Social Engineering nutzt menschliches Verhalten aus.

Beispiele:

    Vertrauen erschleichen
    Zeitdruck erzeugen
    Hilfsbereitschaft ausnutzen
    Autorität vortäuschen
    Angst erzeugen
    Neugier ausnutzen

Merksatz:

    Social Engineering manipuliert Menschen statt Technik.

---

**Schutz vor Phishing und Social Engineering**

Maßnahmen:

    Schulungen
    klare Meldewege
    MFA
    E-Mail-Filter
    sichere Passwortmanager
    keine Links blind anklicken
    Absender prüfen
    ungewöhnliche Anfragen hinterfragen
    Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungen
    Sensibilisierung für Druck und Täuschung

Merksatz:

    Technik und Schulung gemeinsam schützen besser.

---

**Malware**

Malware ist Schadsoftware.

Beispiele:

    Virus
    Wurm
    Trojaner
    Ransomware
    Spyware
    Keylogger
    Rootkit
    Botnet-Client
    Cryptominer

Merksatz:

    Malware ist Software mit schädlicher Funktion.

---

**Virus**

Ein Virus hängt sich an Dateien oder Programme
und verbreitet sich,
wenn diese ausgeführt oder weitergegeben werden.

Merksatz:

    Virus braucht meist eine Wirtsdatei oder Benutzeraktion.

---

**Wurm**

Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Netzwerke oder Schwachstellen.

Gefahr:

    schnelle Ausbreitung
    hohe Netzlast
    Infektion vieler Systeme
    Ausnutzung ungepatchter Systeme

Merksatz:

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

---

**Trojaner**

Ein Trojaner tarnt sich als nützliches oder harmloses Programm,
enthält aber Schadfunktionen.

Beispiele:

    angebliches Tool
    manipulierte Installationsdatei
    Fake-Update
    gecrackte Software

Merksatz:

    Trojaner täuscht Nützlichkeit vor.

---

**Ransomware**

Ransomware verschlüsselt Daten oder sperrt Systeme
und fordert Lösegeld.

Folgen:

    Daten nicht verfügbar
    Betriebsunterbrechung
    Erpressung
    Datenabfluss möglich
    hohe Wiederherstellungskosten

Merksatz:

    Ransomware greift vor allem Verfügbarkeit und oft auch Vertraulichkeit an.

---

**Schutz vor Ransomware**

Maßnahmen:

    Offline- oder Immutable-Backups
    regelmäßige Restore-Tests
    Patchmanagement
    EDR
    Makros einschränken
    Least Privilege
    Netzwerksegmentierung
    MFA
    E-Mail-Schutz
    keine lokalen Adminrechte
    Monitoring
    schnelle Isolation infizierter Systeme

Merksatz:

    Gegen Ransomware sind Backups,
    Rechtebegrenzung
    und Segmentierung besonders wichtig.

---

**Spyware**

Spyware spioniert Benutzer oder Systeme aus.

Beispiele:

    Tastatureingaben aufzeichnen
    Bildschirm erfassen
    Browserdaten auslesen
    Zugangsdaten stehlen
    Benutzerverhalten beobachten

Merksatz:

    Spyware sammelt heimlich Informationen.

---

**Keylogger**

Ein Keylogger zeichnet Tastatureingaben auf.

Ziel:

    Passwörter
    Zugangsdaten
    Nachrichten
    vertrauliche Eingaben

Merksatz:

    Keylogger stehlen Eingaben.

---

**Rootkit**

Ein Rootkit versteckt Schadsoftware oder ermöglicht besonders tiefen Zugriff auf ein System.

Ziel:

    Erkennung verhindern
    Kontrolle behalten
    Sicherheitssoftware umgehen
    System manipulieren

Merksatz:

    Rootkits verstecken und verankern Angriffe tief im System.

---

**Botnet**

Ein Botnet ist ein Netzwerk kompromittierter Systeme,
die von Angreifern gesteuert werden.

Nutzung:

    DDoS
    Spam
    Credential Stuffing
    Malware-Verteilung
    Cryptomining
    Proxy-Missbrauch

Merksatz:

    Botnet = viele fremdgesteuerte infizierte Systeme.

---

**DoS**

DoS steht für:

    Denial of Service

Ziel:

    Ein Dienst wird durch Überlastung oder Störung unbenutzbar.

Beispiel:

    Ein Server erhält so viele Anfragen,
    dass er nicht mehr antwortet.

Merksatz:

    DoS greift die Verfügbarkeit an.

---

**DDoS**

DDoS steht für:

    Distributed Denial of Service

Dabei kommt der Angriff von vielen Systemen gleichzeitig.

Oft werden Botnetze genutzt.

Merksatz:

    DDoS ist verteilter DoS-Angriff.

---

**Schutz vor DoS und DDoS**

Maßnahmen:

    DDoS-Schutzdienst
    Rate Limiting
    Load Balancer
    Content Delivery Network
    Firewall-Regeln
    Anycast
    Skalierung
    Monitoring
    Notfallplan
    Provider-Unterstützung

Merksatz:

    DDoS-Schutz braucht Technik,
    Skalierung
    und Vorbereitung.

---

**Man-in-the-Middle**

Man-in-the-Middle wird oft abgekürzt:

    MitM

Dabei sitzt ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Ziele:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Sitzung übernehmen
    Zertifikatswarnungen ausnutzen
    Zugangsdaten abfangen

Merksatz:

    MitM greift Kommunikation zwischen zwei Parteien an.

---

**Schutz vor Man-in-the-Middle**

Maßnahmen:

    TLS korrekt nutzen
    Zertifikate prüfen
    keine Zertifikatswarnungen ignorieren
    VPN in unsicheren Netzen
    HSTS bei Webdiensten
    sichere WLANs
    Zertifikat-Pinning je nach Anwendung
    starke Authentifizierung

Merksatz:

    TLS schützt nur,
    wenn Zertifikate korrekt geprüft werden.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet.

Nützlich für Administratoren:

    Fehlersuche
    Analyse
    Protokollprüfung

Gefährlich durch Angreifer:

    Zugangsdaten abfangen
    unverschlüsselte Daten lesen
    interne Kommunikation beobachten

Merksatz:

    Sniffing ist Analysewerkzeug,
    kann aber missbraucht werden.

---

**Spoofing**

Spoofing bedeutet:

    eine falsche Identität oder Adresse wird vorgetäuscht.

Beispiele:

    IP-Spoofing
    MAC-Spoofing
    DNS-Spoofing
    E-Mail-Spoofing
    ARP-Spoofing

Merksatz:

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

---

**ARP-Spoofing**

ARP-Spoofing manipuliert die Zuordnung von IP-Adresse zu MAC-Adresse im lokalen Netz.

Ziel:

    Verkehr über Angreifer leiten
    Man-in-the-Middle ermöglichen
    Kommunikation stören

Merksatz:

    ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an.

---

**DNS-Spoofing**

DNS-Spoofing manipuliert Namensauflösung.

Beispiel:

    Benutzer ruft bank.example auf,
    wird aber auf falsche IP geleitet.

Schutz:

    DNSSEC
    sichere DNS-Server
    TLS-Zertifikatsprüfung
    Monitoring
    keine unsicheren DNS-Quellen

Merksatz:

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen.

---

**Passwortangriffe**

Passwortangriffe versuchen,
Zugangsdaten zu erraten,
zu stehlen
oder wiederzuverwenden.

Typen:

    Brute Force
    Wörterbuchangriff
    Credential Stuffing
    Password Spraying
    Phishing
    Keylogger

Merksatz:

    Passwortangriffe richten sich gegen Identitäten.

---

**Brute Force**

Brute Force bedeutet:

    viele mögliche Passwörter werden systematisch ausprobiert.

Schutz:

    starke Passwörter
    MFA
    Sperrmechanismen
    Rate Limiting
    Monitoring
    keine Standardkonten
    Passwortmanager

Merksatz:

    Brute Force wird durch Begrenzung und starke Authentifizierung erschwert.

---

**Credential Stuffing**

Credential Stuffing bedeutet:

    Angreifer nutzen bekannte Zugangsdaten aus früheren Datenlecks
    und probieren sie bei anderen Diensten aus.

Schutz:

    keine Passwortwiederverwendung
    MFA
    Passwortmanager
    Leak-Prüfung
    ungewöhnliche Loginversuche erkennen

Merksatz:

    Credential Stuffing nutzt wiederverwendete Passwörter.

---

**Password Spraying**

Password Spraying bedeutet:

    Ein Angreifer probiert wenige häufige Passwörter bei vielen Konten aus.

Beispiel:

    Sommer2026!
    bei vielen Benutzern

Ziel:

    Kontosperren vermeiden,
    weil pro Konto nur wenige Versuche auftreten.

Merksatz:

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Konten.

---

**Schutz vor Passwortangriffen**

Maßnahmen:

    MFA
    starke Passwortrichtlinien
    Passwortmanager
    keine Wiederverwendung
    Rate Limiting
    Account Lockout mit Bedacht
    Monitoring
    Risikoanalyse bei Logins
    Schulung
    Standardkonten deaktivieren

Merksatz:

    MFA ist eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Passwortmissbrauch.

---

**SQL Injection**

SQL Injection ist ein Angriff auf Datenbankabfragen.

Dabei schleust ein Angreifer SQL-Code in Eingaben ein.

Mögliche Folgen:

    Daten auslesen
    Daten verändern
    Login umgehen
    Daten löschen
    Anwendung manipulieren

Merksatz:

    SQL Injection nutzt unsichere Eingaben in Datenbankabfragen aus.

---

**Schutz vor SQL Injection**

Maßnahmen:

    Prepared Statements
    parametrisierte Abfragen
    Eingabevalidierung
    Rechte der Datenbankbenutzer begrenzen
    Fehlerausgaben vermeiden
    Web Application Firewall
    sichere Programmierung
    Code Reviews

Merksatz:

    Parametrisierte Abfragen sind zentral gegen SQL Injection.

---

**Cross-Site Scripting**

Cross-Site Scripting wird abgekürzt:

    XSS

Dabei wird schädlicher Code in Webseiten eingeschleust,
der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird.

Mögliche Folgen:

    Sessiondiebstahl
    Manipulation von Webseiten
    Phishing im Browser
    Aktionen im Namen des Benutzers

Merksatz:

    XSS greift Benutzer über den Browser an.

---

**Schutz vor XSS**

Maßnahmen:

    Eingaben validieren
    Ausgaben korrekt escapen
    Content Security Policy
    HttpOnly Cookies
    sichere Frameworks nutzen
    keine ungeprüften HTML-Ausgaben
    Code Reviews

Merksatz:

    Gegen XSS müssen Ausgaben korrekt behandelt werden.

---

**Zero-Day-Angriff**

Ein Zero-Day-Angriff nutzt eine Schwachstelle,
für die noch kein Patch verfügbar ist
oder die dem Hersteller noch nicht bekannt ist.

Schutz ist schwierig,
aber möglich durch:

    Defense in Depth
    EDR
    Segmentierung
    Least Privilege
    Monitoring
    WAF
    Härtung
    schnelle Reaktion

Merksatz:

    Zero-Day bedeutet:
    Schwachstelle wird ausgenutzt,
    bevor ein regulärer Patch verfügbar ist.

---

**Supply-Chain-Angriff**

Ein Supply-Chain-Angriff richtet sich gegen Lieferkette oder Abhängigkeiten.

Beispiele:

    manipuliertes Softwareupdate
    kompromittierte Bibliothek
    infizierter Installer
    unsicherer Dienstleisterzugang
    kompromittiertes Repository

Merksatz:

    Supply-Chain-Angriff trifft Systeme über vertrauenswürdige Lieferwege.

---

**Schutz vor Supply-Chain-Angriffen**

Maßnahmen:

    Softwarequellen prüfen
    Signaturen prüfen
    Abhängigkeiten überwachen
    Updates aus vertrauenswürdigen Quellen
    Dienstleisterzugriffe begrenzen
    Code Reviews
    SBOM
    Paketquellen absichern
    CI/CD schützen

Merksatz:

    Lieferkette ist Teil der IT-Sicherheit.

---

**Insider-Bedrohung**

Insider sind Personen mit internem Zugriff,
die absichtlich oder unabsichtlich Schaden verursachen.

Beispiele:

    unzufriedener Mitarbeiter
    Fehler durch Administrator
    fahrlässiger Umgang mit Daten
    kompromittiertes internes Konto
    externer Dienstleister mit zu vielen Rechten

Merksatz:

    Nicht jede Bedrohung kommt von außen.

---

**Schutz vor Insider-Risiken**

Maßnahmen:

    Least Privilege
    Vier-Augen-Prinzip
    Logging
    Rechteprüfung
    Offboarding
    Aufgabentrennung
    Sensibilisierung
    klare Prozesse
    Monitoring
    keine Sammelkonten

Merksatz:

    Nachvollziehbarkeit und Rechtebegrenzung senken Insider-Risiken.

---

**Patchmanagement**

Patchmanagement bedeutet:

    Sicherheitsupdates werden geplant,
    getestet,
    verteilt
    und kontrolliert.

Wichtig für:

    Betriebssysteme
    Anwendungen
    Firmware
    Netzwerkgeräte
    Firewalls
    Cloud-Systeme
    Container-Images
    Abhängigkeiten

Merksatz:

    Ungepatchte Systeme sind häufige Angriffsziele.

---

**Hardening**

Hardening bedeutet:

    Systeme werden sicher konfiguriert,
    indem unnötige Funktionen deaktiviert
    und sichere Einstellungen gesetzt werden.

Beispiele:

    unnötige Dienste deaktivieren
    Standardpasswörter ändern
    alte Protokolle abschalten
    sichere TLS-Versionen nutzen
    Adminzugriffe begrenzen
    Logging aktivieren
    Rechte minimieren

Merksatz:

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

---

**Firewall**

Eine Firewall filtert Netzwerkverkehr nach Regeln.

Sie kann prüfen:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Zustand
    Anwendung je nach Firewalltyp

Merksatz:

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

---

**IDS und IPS**

IDS steht für:

    Intrusion Detection System

Ein IDS erkennt verdächtige Aktivitäten
und meldet sie.

IPS steht für:

    Intrusion Prevention System

Ein IPS kann verdächtige Aktivitäten zusätzlich blockieren.

Merksatz:

    IDS erkennt.
    IPS blockiert zusätzlich.

---

**Antivirus und EDR**

Antivirus erkennt bekannte Schadsoftware.

EDR steht für:

    Endpoint Detection and Response

EDR überwacht Endgeräte tiefer
und hilft bei Erkennung,
Analyse
und Reaktion auf Angriffe.

Merksatz:

    Antivirus erkennt Schadsoftware.
    EDR unterstützt Erkennung und Reaktion auf Endgeräten.

---

**Backup als Schutzmaßnahme**

Backup schützt nicht vor jedem Angriff,
aber es ermöglicht Wiederherstellung.

Wichtig:

    regelmäßige Backups
    getrennte Speicherung
    Immutable Backup
    Restore-Tests
    Verschlüsselung
    Zugriffsschutz
    Dokumentation

Merksatz:

    Backup ist eine Schutzmaßnahme gegen Datenverlust und Ransomware-Folgen.

---

**Monitoring und Logging als Schutzmaßnahme**

Monitoring und Logging helfen,
Angriffe zu erkennen und aufzuklären.

Wichtige Logs:

    Anmeldungen
    Adminaktionen
    Firewall-Entscheidungen
    VPN-Zugriffe
    EDR-Meldungen
    DNS-Anfragen
    Webserver-Logs
    Cloud-Audit-Logs

Merksatz:

    Was nicht protokolliert wird,
    ist später schwer nachvollziehbar.

---

**Incident Response**

Incident Response bedeutet:

    strukturierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Schritte:

    erkennen
    bewerten
    eindämmen
    beseitigen
    wiederherstellen
    dokumentieren
    verbessern

Merksatz:

    Sicherheitsvorfälle brauchen vorbereitete Abläufe.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was sind die Schutzziele der Informationssicherheit?
    - Was bedeutet Vertraulichkeit?
    - Was bedeutet Integrität?
    - Was bedeutet Verfügbarkeit?
    - Was ist Phishing?
    - Was ist Social Engineering?
    - Was ist Malware?
    - Was ist Ransomware?
    - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS?
    - Was ist Man-in-the-Middle?
    - Was ist Spoofing?
    - Was ist Brute Force?
    - Was ist Credential Stuffing?
    - Was ist SQL Injection?
    - Was ist Cross-Site Scripting?
    - Was ist ein Zero-Day-Angriff?
    - Was ist ein Supply-Chain-Angriff?
    - Was bedeutet Least Privilege?
    - Was ist Defense in Depth?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Warum sind Backups wichtig gegen Ransomware?
    - Warum ist Patchmanagement wichtig?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit sauber unterscheiden.

    Ransomware betrifft Verfügbarkeit
    und oft auch Vertraulichkeit.

    Phishing ist Täuschung,
    nicht nur eine technische Lücke.

    Social Engineering greift Menschen an.

    DoS kommt von einer Quelle oder allgemein einem Angriffspunkt.

    DDoS ist verteilt.

    IDS erkennt,
    IPS kann blockieren.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Replikation ersetzt kein Backup.

    MFA schützt nicht vor allen Angriffen,
    senkt aber Passwortmissbrauch stark.

    Firewall ersetzt kein Patchmanagement.

    Verschlüsselung ersetzt keine Zugriffskontrolle.

    Antivirus ersetzt kein Sicherheitskonzept.

    Zero-Day ist nicht durch normales Patchen allein lösbar.

    Supply Chain betrifft Lieferwege und Abhängigkeiten.

    Least Privilege reduziert Schaden.

    Defense in Depth kombiniert mehrere Maßnahmen.

    Logs müssen vor dem Vorfall aktiv sein.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Vertraulichkeit | Schutz vor unberechtigtem Lesen |
| Integrität | Schutz vor unbemerkter Veränderung |
| Verfügbarkeit | Nutzbarkeit von Systemen und Daten |
| Authentizität | Echtheit einer Identität oder Nachricht |
| Nichtabstreitbarkeit | Handlung kann nachgewiesen werden |
| Angriffsfläche | Summe möglicher Angriffspunkte |
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit mal Auswirkung |
| Schutzmaßnahme | reduziert Risiko |
| Defense in Depth | mehrere Schutzschichten |
| Least Privilege | minimale notwendige Rechte |
| Need to Know | Zugriff nur bei Bedarf |
| Zero Trust | kein automatisches Vertrauen |
| Phishing | Täuschung zur Datenpreisgabe |
| Spear Phishing | gezieltes Phishing |
| Whaling | Phishing gegen wichtige Personen |
| Social Engineering | Manipulation von Menschen |
| Malware | Schadsoftware |
| Virus | Schadsoftware mit Wirtsdatei |
| Wurm | selbstverbreitende Schadsoftware |
| Trojaner | getarnte Schadsoftware |
| Ransomware | erpresserische Verschlüsselung oder Sperrung |
| Spyware | Spionagesoftware |
| Keylogger | zeichnet Tastatureingaben auf |
| Rootkit | versteckt und verankert Schadsoftware |
| Botnet | Netzwerk fremdgesteuerter Systeme |
| DoS | Dienstverweigerung |
| DDoS | verteilter DoS |
| MitM | Man-in-the-Middle |
| Sniffing | Mitschneiden von Verkehr |
| Spoofing | Vortäuschen falscher Identität |
| ARP-Spoofing | Manipulation lokaler IP-MAC-Zuordnung |
| DNS-Spoofing | Manipulation von Namensauflösung |
| Brute Force | systematisches Ausprobieren |
| Credential Stuffing | Nutzung geleakter Zugangsdaten |
| Password Spraying | wenige Passwörter gegen viele Konten |
| SQL Injection | Einschleusen von SQL-Code |
| XSS | Cross-Site Scripting |
| Zero-Day | ungepatchte oder unbekannte Schwachstelle |
| Supply Chain | Lieferkette und Abhängigkeiten |
| Insider | interne Bedrohung |
| Patchmanagement | Verwaltung von Sicherheitsupdates |
| Hardening | sichere Systemkonfiguration |
| IDS | Angriffserkennung |
| IPS | Angriffserkennung mit Blockierung |
| EDR | Endgeräteerkennung und Reaktion |
| Incident Response | Reaktion auf Sicherheitsvorfälle |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Angriffe auf IT-Systeme können die Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit beeinträchtigen. Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen, Integrität vor unbemerkter Veränderung und Verfügbarkeit vor Ausfall oder Nichtnutzbarkeit. Typische Angriffe sind Phishing, Social Engineering, Malware, Ransomware, DoS, DDoS, Man-in-the-Middle, Spoofing, Passwortangriffe, SQL Injection, Cross-Site Scripting, Zero-Day- und Supply-Chain-Angriffe. Schutzmaßnahmen sind unter anderem Patchmanagement, Hardening, Firewalls, MFA, Least Privilege, Netzwerksegmentierung, Backups, Monitoring, Logging, IDS/IPS, EDR, Schulungen und Incident Response. Ein gutes Sicherheitskonzept kombiniert mehrere Maßnahmen nach dem Prinzip Defense in Depth.

---

**Merksätze**

    Vertraulichkeit schützt vor Mitlesen.

    Integrität schützt vor Manipulation.

    Verfügbarkeit schützt Nutzbarkeit.

    CIA-Triade = Vertraulichkeit,
    Integrität,
    Verfügbarkeit.

    Authentizität prüft Echtheit.

    Nichtabstreitbarkeit schafft Nachweisbarkeit.

    Angriffsfläche reduzieren.

    Schwachstelle ist ausnutzbare Lücke.

    Bedrohung ist mögliches Schadereignis.

    Risiko = Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

    Schutzmaßnahmen senken Risiko.

    Defense in Depth kombiniert Schutzschichten.

    Least Privilege reduziert Schaden.

    Need to Know begrenzt Datenzugriff.

    Zero Trust vertraut nicht pauschal.

    Phishing täuscht Benutzer.

    Social Engineering manipuliert Menschen.

    Malware ist Schadsoftware.

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

    Trojaner tarnt sich.

    Ransomware verschlüsselt oder sperrt.

    DoS greift Verfügbarkeit an.

    DDoS ist verteilter DoS.

    MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern.

    Sniffing kann Analyse oder Angriff sein.

    Spoofing täuscht Identität vor.

    Brute Force probiert systematisch.

    Credential Stuffing nutzt geleakte Zugangsdaten.

    SQL Injection greift Datenbankabfragen an.

    XSS greift Browserbenutzer an.

    Zero-Day ist schwer planbar.

    Supply Chain betrifft Lieferwege.

    Insider können intern Schaden verursachen.

    Patchmanagement schließt bekannte Lücken.

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

    IDS erkennt.

    IPS blockiert zusätzlich.

    Backup hilft bei Wiederherstellung.

    Logs vor dem Vorfall aktivieren.

    Incident Response vorbereiten.

# 16.2 Malware, Ransomware und Schadsoftware im Detail

Malware ist ein Sammelbegriff für Schadsoftware.

Malware kann Systeme beschädigen,
Daten ausspähen,
Zugänge stehlen,
Dateien verschlüsseln,
Systeme fernsteuern
oder Dienste stören.

Typische Malware-Arten:

    - Virus
    - Wurm
    - Trojaner
    - Ransomware
    - Spyware
    - Keylogger
    - Rootkit
    - Botnet-Client
    - Cryptominer
    - Adware
    - Backdoor

Merksatz:

    Malware ist Software mit schädlicher oder unerwünschter Funktion.

---

**Warum Malware gefährlich ist**

Malware kann verschiedene Schutzziele verletzen.

Vertraulichkeit:

    Daten werden ausgespäht.
    Passwörter werden gestohlen.
    interne Informationen fließen ab.

Integrität:

    Dateien werden verändert.
    Systeme werden manipuliert.
    Logs werden gelöscht.

Verfügbarkeit:

    Systeme werden verschlüsselt.
    Dienste fallen aus.
    Dateien sind nicht mehr nutzbar.

Merksatz:

    Malware kann Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit gleichzeitig angreifen.

---

**Typische Infektionswege**

Malware gelangt häufig auf Systeme durch:

    E-Mail-Anhänge
    Phishing-Links
    manipulierte Webseiten
    unsichere Downloads
    gecrackte Software
    infizierte USB-Sticks
    ungepatchte Schwachstellen
    kompromittierte Updates
    unsichere Makros
    Remote-Zugänge
    gestohlene Zugangsdaten
    Supply-Chain-Angriffe

Merksatz:

    Malware kommt oft über Menschen,
    Schwachstellen
    oder unsichere Softwarequellen ins System.

---

**Virus**

Ein Virus ist Schadsoftware,
die sich an Dateien oder Programme anhängt.

Er wird meist aktiv,
wenn die infizierte Datei ausgeführt wird.

Typische Merkmale:

    braucht oft eine Wirtsdatei
    verbreitet sich durch Weitergabe infizierter Dateien
    kann Dateien verändern oder beschädigen
    kann weitere Schadfunktionen nachladen

Merksatz:

    Ein Virus hängt sich an Dateien oder Programme.

---

**Wurm**

Ein Wurm ist Schadsoftware,
die sich selbstständig verbreiten kann.

Er nutzt häufig:

    Netzwerkschwachstellen
    unsichere Dienste
    offene Ports
    ungepatchte Systeme
    schwache Zugangsdaten

Gefahr:

    sehr schnelle Ausbreitung im Netzwerk

Merksatz:

    Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Systeme oder Netzwerke.

---

**Virus und Wurm vergleichen**

| Merkmal | Virus | Wurm |
|---|---|---|
| Verbreitung | meist über infizierte Datei | selbstständig über Netzwerk |
| braucht Wirtsdatei | häufig ja | nicht zwingend |
| Tempo | oft langsamer | oft schnell |
| typisches Risiko | Dateiinfektion | Massenausbreitung |

Merksatz:

    Virus braucht oft Hilfe.
    Wurm verbreitet sich selbst.

---

**Trojaner**

Ein Trojaner tarnt sich als nützliches oder harmloses Programm.

Beispiele:

    angeblicher Installer
    gefälschtes Update
    gecrackte Software
    scheinbares Tool
    manipuliertes Dokument
    vermeintlicher Codec

Mögliche Schadfunktionen:

    Zugangsdaten stehlen
    Backdoor öffnen
    weitere Malware nachladen
    System fernsteuerbar machen
    Daten ausspähen

Merksatz:

    Ein Trojaner täuscht Nützlichkeit vor,
    enthält aber Schadfunktionen.

---

**Backdoor**

Eine Backdoor ist ein versteckter Zugang zu einem System.

Angreifer nutzen Backdoors,
um später erneut Zugriff zu bekommen.

Beispiele:

    versteckter Benutzer
    geöffneter Port
    manipulierte Systemdatei
    geheimer Fernzugriff
    Schadsoftware mit Steuerkanal

Merksatz:

    Backdoor = versteckter Hintereingang.

---

**Ransomware**

Ransomware ist Schadsoftware,
die Daten verschlüsselt
oder Systeme sperrt
und anschließend Lösegeld fordert.

Typische Folgen:

    Dateien nicht mehr nutzbar
    Server nicht verfügbar
    Produktionsausfall
    Datenabfluss
    Erpressung
    hohe Wiederherstellungskosten
    Vertrauensverlust

Merksatz:

    Ransomware greift besonders die Verfügbarkeit an
    und oft zusätzlich die Vertraulichkeit.

---

**Ransomware-Ablauf vereinfacht**

Ein typischer Ablauf:

    1. Erstzugriff über Phishing,
       Schwachstelle
       oder Zugangsdaten.

    2. Angreifer verschafft sich weitere Rechte.

    3. Angreifer bewegt sich im Netzwerk.

    4. Backups werden gesucht oder gelöscht.

    5. Daten werden kopiert.

    6. Systeme und Dateien werden verschlüsselt.

    7. Lösegeldforderung erscheint.

Merksatz:

    Ransomware ist oft kein einzelner Moment,
    sondern eine Angriffskette.

---

**Double Extortion**

Double Extortion bedeutet:

    Angreifer verschlüsseln Daten

    und

    drohen zusätzlich mit Veröffentlichung gestohlener Daten.

Dadurch wird nicht nur Verfügbarkeit,
sondern auch Vertraulichkeit angegriffen.

Merksatz:

    Double Extortion kombiniert Verschlüsselung und Datenabfluss.

---

**Schutz vor Ransomware**

Wichtige Schutzmaßnahmen:

    regelmäßige Backups
    Immutable Backups
    Offline-Backups
    Restore-Tests
    Patchmanagement
    EDR
    MFA
    Least Privilege
    Netzwerksegmentierung
    Makros einschränken
    keine lokalen Adminrechte
    E-Mail-Schutz
    Monitoring
    schnelle Isolation infizierter Systeme

Merksatz:

    Gegen Ransomware helfen vor allem Backups,
    Rechtebegrenzung,
    Segmentierung
    und schnelle Reaktion.

---

**Warum Backups gegen Ransomware wichtig sind**

Wenn Daten verschlüsselt wurden,
ist Wiederherstellung oft der wichtigste Weg zurück.

Aber Backups helfen nur,
wenn sie:

    vorhanden sind
    aktuell genug sind
    nicht mitverschlüsselt wurden
    nicht gelöscht wurden
    wiederherstellbar sind
    regelmäßig getestet wurden
    getrennt geschützt sind

Merksatz:

    Backup ist nur dann Schutz,
    wenn Restore funktioniert.

---

**Immutable Backup bei Ransomware**

Immutable Backup bedeutet:

    Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden.

Vorteile:

    Schutz vor Angreifern mit Adminzugang
    Schutz vor versehentlicher Löschung
    Schutz vor Ransomware
    bessere Wiederherstellungschance

Merksatz:

    Immutable Backups erschweren das Löschen oder Manipulieren von Sicherungen.

---

**Spyware**

Spyware ist Schadsoftware,
die Informationen heimlich sammelt.

Mögliche Ziele:

    Passwörter
    Browserdaten
    E-Mails
    Tastatureingaben
    Bildschirmaufnahmen
    Dateien
    Nutzungsverhalten
    Zugangstokens

Merksatz:

    Spyware spioniert Daten und Verhalten aus.

---

**Keylogger**

Ein Keylogger zeichnet Tastatureingaben auf.

Ziele:

    Passwörter
    Zugangsdaten
    Kreditkartendaten
    Nachrichten
    interne Informationen

Keylogger können sein:

    Software
    Hardware
    Bestandteil anderer Malware

Merksatz:

    Keylogger stehlen Eingaben direkt an der Tastatur.

---

**Rootkit**

Ein Rootkit versteckt Schadsoftware oder Angreiferaktivitäten tief im System.

Ziele:

    Erkennung verhindern
    Kontrolle behalten
    Prozesse verstecken
    Dateien verstecken
    Logs manipulieren
    Sicherheitssoftware umgehen

Rootkits sind besonders kritisch,
weil sie schwer zu erkennen und zu entfernen sein können.

Merksatz:

    Rootkits verstecken Angriffe tief im System.

---

**Botnet-Client**

Ein Botnet-Client ist ein infiziertes System,
das von Angreifern ferngesteuert wird.

Viele solcher Systeme bilden ein Botnet.

Nutzung:

    DDoS-Angriffe
    Spamversand
    Credential Stuffing
    Malware-Verteilung
    Cryptomining
    Proxy-Missbrauch

Merksatz:

    Botnet = viele fremdgesteuerte infizierte Systeme.

---

**Cryptominer**

Ein Cryptominer missbraucht Rechenleistung,
um Kryptowährung zu berechnen.

Folgen:

    hohe CPU- oder GPU-Last
    hohe Stromkosten
    langsame Systeme
    Überhitzung
    Cloud-Kostenanstieg
    verringerte Systemleistung

Merksatz:

    Cryptominer stiehlt Rechenleistung.

---

**Adware**

Adware zeigt unerwünschte Werbung an
oder verändert Browser- und Systemeinstellungen.

Mögliche Folgen:

    störende Werbung
    Browserumleitungen
    Tracking
    Installation weiterer unerwünschter Software
    reduzierte Benutzerfreundlichkeit

Merksatz:

    Adware ist oft weniger zerstörerisch,
    aber trotzdem unerwünscht und riskant.

---

**Malware-Erkennung**

Malware kann erkannt werden durch:

    Antivirus
    EDR
    ungewöhnliche Prozesse
    ungewöhnliche Netzwerkverbindungen
    hohe CPU-Last
    geänderte Dateien
    verdächtige Autostarts
    Warnungen im SIEM
    auffällige DNS-Anfragen
    ungewöhnliche Loginversuche
    bekannte Signaturen
    Verhaltensanalyse

Merksatz:

    Malware-Erkennung kombiniert Signaturen,
    Verhalten
    und Monitoring.

---

**Signaturbasierte Erkennung**

Signaturbasierte Erkennung nutzt bekannte Muster.

Beispiel:

    bekannte Schadsoftware-Datei
    bekannte Hashwerte
    bekannte Codebestandteile
    bekannte Angriffsmuster

Vorteil:

    gut gegen bekannte Malware

Nachteil:

    schwächer gegen neue oder veränderte Malware

Merksatz:

    Signaturen erkennen Bekanntes.

---

**Verhaltensbasierte Erkennung**

Verhaltensbasierte Erkennung achtet auf verdächtiges Verhalten.

Beispiele:

    viele Dateien werden schnell verändert
    Prozess startet ungewöhnliche Befehle
    Programm öffnet unbekannte Netzwerkverbindung
    Benutzerkonto greift plötzlich auf viele Systeme zu
    Skript lädt ausführbare Datei nach

Vorteil:

    kann auch neue oder veränderte Angriffe erkennen

Merksatz:

    Verhaltenserkennung erkennt Auffälligkeiten,
    auch wenn die Datei noch unbekannt ist.

---

**Antivirus**

Antivirus-Software erkennt und blockiert bekannte Schadsoftware.

Typische Funktionen:

    Dateiprüfung
    Echtzeitschutz
    Signaturprüfung
    Quarantäne
    Scans
    Erkennung bekannter Malware

Grenze:

    Antivirus allein reicht nicht als Sicherheitskonzept.

Merksatz:

    Antivirus ist wichtig,
    aber nur eine Schutzschicht.

---

**EDR**

EDR steht für:

    Endpoint Detection and Response

EDR überwacht Endgeräte stärker als klassischer Antivirus.

Typische Funktionen:

    Prozessüberwachung
    Verhaltensanalyse
    Angriffserkennung
    Isolation eines Endgeräts
    Untersuchung von Vorfällen
    zentrale Auswertung
    Reaktionsmaßnahmen

Merksatz:

    EDR hilft,
    Angriffe auf Endgeräten zu erkennen und darauf zu reagieren.

---

**Quarantäne**

Quarantäne bedeutet:

    Eine verdächtige oder schädliche Datei wird isoliert.

Ziel:

    Datei kann nicht weiter ausgeführt werden.
    Schaden wird begrenzt.
    Datei kann später untersucht werden.

Merksatz:

    Quarantäne isoliert verdächtige Dateien.

---

**Isolation eines Endgeräts**

Wenn ein Gerät infiziert ist,
sollte es schnell isoliert werden.

Isolation bedeutet:

    vom Netzwerk trennen
    WLAN deaktivieren
    Netzwerkkabel ziehen
    EDR-Isolation nutzen
    VPN trennen
    Zugriff auf Server sperren

Wichtig:

    Nicht unüberlegt ausschalten,
    wenn forensische Analyse benötigt wird.

Merksatz:

    Infizierte Systeme schnell vom Netz trennen,
    aber Vorgehen dokumentieren.

---

**Malware und Rechte**

Malware hat oft nur die Rechte des Benutzers,
unter dem sie ausgeführt wird.

Wenn Benutzer lokale Adminrechte haben,
kann Malware mehr Schaden anrichten.

Schutz:

    keine lokalen Adminrechte für Alltag
    Least Privilege
    getrennte Admin-Konten
    Applikationskontrolle
    Rechteprüfung

Merksatz:

    Weniger Benutzerrechte bedeuten weniger Malware-Schaden.

---

**Malware und Netzwerksegmentierung**

Wenn ein System infiziert ist,
darf sich Malware nicht frei im Netzwerk bewegen können.

Segmentierung hilft durch Trennung von:

    Clientnetz
    Servernetz
    Managementnetz
    Backupnetz
    Produktionsnetz
    Gastnetz
    IoT-Netz

Merksatz:

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

---

**Laterale Bewegung**

Laterale Bewegung bedeutet:

    Angreifer oder Malware bewegen sich nach dem ersten Zugriff weiter im Netzwerk.

Beispiele:

    Zugriff von Client auf Dateiserver
    Zugriff auf weitere Clients
    Auslesen von Zugangsdaten
    Angriff auf Domain Controller
    Zugriff auf Backups
    Angriff auf Managementsysteme

Merksatz:

    Laterale Bewegung ist Ausbreitung nach dem Erstzugriff.

---

**Schutz vor lateraler Bewegung**

Maßnahmen:

    Netzwerksegmentierung
    Firewall zwischen Netzbereichen
    Least Privilege
    keine lokalen Adminrechte
    getrennte Admin-Konten
    MFA
    EDR
    Monitoring
    sichere Passworthygiene
    Zugriff auf Adminfreigaben begrenzen

Merksatz:

    Nach dem ersten kompromittierten System darf nicht das ganze Netz offen sein.

---

**Makros als Risiko**

Office-Makros können nützlich sein,
werden aber oft für Malware missbraucht.

Risiken:

    Makro lädt Schadsoftware nach
    Makro führt Befehle aus
    Makro startet Skripte
    Benutzer aktiviert Inhalt aus Täuschung

Schutz:

    Makros aus dem Internet blockieren
    nur signierte Makros erlauben
    Benutzer schulen
    E-Mail-Anhänge prüfen
    Office-Härtung nutzen

Merksatz:

    Makros nur erlauben,
    wenn sie wirklich benötigt und vertrauenswürdig sind.

---

**Skripte als Risiko**

Skripte können für Administration nützlich sein,
aber auch von Angreifern missbraucht werden.

Beispiele:

    PowerShell
    Bash
    JavaScript
    VBScript
    Python
    Batch-Dateien

Risiken:

    Malware nachladen
    Dateien verschlüsseln
    Systeme ausspähen
    Befehle automatisieren
    Sicherheitssoftware umgehen

Merksatz:

    Skripte sind mächtig und brauchen Kontrolle.

---

**Application Control**

Application Control bedeutet:

    Es wird gesteuert,
    welche Programme ausgeführt werden dürfen.

Beispiele:

    nur freigegebene Anwendungen
    keine Ausführung aus Download-Ordner
    keine unbekannten Skripte
    keine unsignierten Programme
    Blockierung bekannter Risikopfade

Merksatz:

    Application Control verhindert,
    dass beliebige Programme starten.

---

**Allowlisting**

Allowlisting bedeutet:

    Nur ausdrücklich erlaubte Programme oder Aktionen sind zugelassen.

Vorteil:

    sehr restriktiv
    reduziert unbekannte Schadsoftware

Nachteil:

    höherer Verwaltungsaufwand
    kann Benutzer einschränken
    muss gut gepflegt werden

Merksatz:

    Allowlisting erlaubt nur Bekanntes und Freigegebenes.

---

**Blocklisting**

Blocklisting bedeutet:

    Bekannte schädliche Programme oder Aktionen werden verboten.

Vorteil:

    einfacher einzuführen

Nachteil:

    neue oder unbekannte Malware kann durchkommen

Merksatz:

    Blocklisting verbietet Bekanntes,
    erlaubt aber Unbekanntes oft weiterhin.

---

**Patchmanagement gegen Malware**

Viele Malware-Angriffe nutzen bekannte Sicherheitslücken.

Patchmanagement schützt,
indem Updates geplant und eingespielt werden.

Betroffen sind:

    Betriebssysteme
    Browser
    Office-Programme
    Serverdienste
    VPN-Gateways
    Firewalls
    Anwendungen
    Firmware
    Container-Images

Merksatz:

    Ungepatchte Systeme sind leichte Ziele.

---

**E-Mail-Schutz gegen Malware**

Viele Malware-Angriffe beginnen per E-Mail.

Schutzmaßnahmen:

    Spamfilter
    Malware-Scanner
    Linkprüfung
    Anhangprüfung
    Blockierung gefährlicher Dateitypen
    Makroregeln
    Absenderprüfung
    SPF,
    DKIM
    und DMARC
    Benutzerschulung

Merksatz:

    E-Mail-Schutz ist eine wichtige erste Verteidigungslinie.

---

**Download-Schutz**

Downloads können Malware enthalten.

Schutzmaßnahmen:

    nur vertrauenswürdige Quellen
    Signaturen prüfen
    Hashwerte prüfen
    keine gecrackte Software
    Browser-Schutz
    EDR
    Rechtebegrenzung
    Softwareverteilung zentral steuern

Merksatz:

    Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren.

---

**USB-Geräte als Risiko**

USB-Geräte können Malware verbreiten oder Daten stehlen.

Risiken:

    infizierter USB-Stick
    manipuliertes Eingabegerät
    Datenabfluss
    automatische Ausführung
    unbekannte Geräte

Schutz:

    USB-Richtlinien
    Gerätekontrolle
    AutoRun deaktivieren
    Schulung
    nur freigegebene Geräte
    Verschlüsselung
    DLP je nach Umgebung

Merksatz:

    Unbekannte USB-Geräte nicht vertrauen.

---

**DLP**

DLP steht für:

    Data Loss Prevention

DLP soll verhindern,
dass sensible Daten unkontrolliert abfließen.

Beispiele:

    Blockieren von Uploads
    Warnung bei sensiblen Daten in E-Mail
    Schutz vor Kopieren auf USB
    Kontrolle von Cloud-Freigaben
    Erkennung von Kreditkartennummern oder Personaldaten

Merksatz:

    DLP schützt vor unerwünschtem Datenabfluss.

---

**Malware und Cloud**

Auch Cloud-Umgebungen können von Malware betroffen sein.

Beispiele:

    infizierte VM
    kompromittierter Container
    Malware in Storage
    gestohlene API-Schlüssel
    Cryptomining in Cloud-Instanzen
    Ransomware in synchronisiertem Cloud-Speicher

Schutz:

    IAM
    MFA
    EDR für Cloud-VMs
    sichere Images
    Container-Scanning
    Security Groups
    Logging
    Kostenalarme

Merksatz:

    Cloud schützt nicht automatisch vor Malware.

---

**Malware und Container**

Container können Schadsoftware enthalten,
wenn Images unsicher sind.

Risiken:

    manipuliertes Image
    veraltete Bibliothek
    unsichere Registry
    eingebettete Secrets
    Container läuft mit zu vielen Rechten
    unsichere Runtime-Konfiguration

Schutz:

    Images scannen
    nur vertrauenswürdige Registries
    minimale Images
    keine Secrets im Image
    keine unnötigen Rechte
    regelmäßige Updates

Merksatz:

    Container-Images müssen wie Software geprüft werden.

---

**Malware und Backups**

Backups können ebenfalls Malware enthalten.

Problem:

    Wenn ein Backup bereits infizierte Dateien enthält,
    kann Malware nach Restore wieder aktiv werden.

Wichtig:

    Backup-Zeitpunkt wählen
    Infektionszeitpunkt bestimmen
    Restore testen
    Systeme vor Wiederanbindung prüfen
    Backups nicht ungeprüft zurückspielen

Merksatz:

    Restore nach Malware braucht sorgfältige Prüfung.

---

**Erste Maßnahmen bei Malware-Verdacht**

Sinnvolle Schritte:

    1. Ruhe bewahren.
    2. System vom Netzwerk isolieren.
    3. Zeitpunkt und Symptome dokumentieren.
    4. IT-Sicherheit oder Verantwortliche informieren.
    5. Keine Beweise unnötig löschen.
    6. Logs sichern.
    7. Betroffene Konten prüfen.
    8. Ausbreitung prüfen.
    9. Ursache analysieren.
    10. Bereinigung oder Neuaufbau planen.
    11. Wiederherstellung testen.
    12. Maßnahmen verbessern.

Merksatz:

    Bei Malware zählt schnelle Eindämmung und saubere Dokumentation.

---

**Neuinstallation statt Bereinigung**

Bei schwerer Kompromittierung ist Neuinstallation oft sicherer als reine Bereinigung.

Gründe:

    Rootkits schwer erkennbar
    Backdoors möglich
    Systemdateien manipuliert
    Rechte verändert
    Logs gelöscht
    Vertrauen ins System verloren

Merksatz:

    Ein kompromittiertes System ist oft nicht mehr vollständig vertrauenswürdig.

---

**Typische Malware-Symptome**

Mögliche Anzeichen:

    System wird sehr langsam
    unbekannte Prozesse
    hohe CPU-Last
    viele Netzwerkverbindungen
    Dateien verschwinden
    Dateien werden verschlüsselt
    Antivirus meldet Fund
    ungewöhnliche Popups
    Browser leitet um
    Benutzerkonto verhält sich auffällig
    neue Autostart-Einträge
    unerklärliche Cloud-Kosten

Merksatz:

    Malware zeigt sich oft durch ungewöhnliches Verhalten.

---

**Typische Schutzmaßnahmen gegen Malware**

Wichtige Maßnahmen:

    Patchmanagement
    Antivirus
    EDR
    E-Mail-Schutz
    MFA
    Least Privilege
    keine lokalen Adminrechte
    Makro-Schutz
    Application Control
    Netzwerksegmentierung
    regelmäßige Backups
    Immutable Backups
    Restore-Tests
    Monitoring
    Logging
    Benutzerschulung
    Incident Response

Merksatz:

    Malware-Schutz braucht mehrere Schutzschichten.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist Malware?
    - Was ist der Unterschied zwischen Virus und Wurm?
    - Was ist ein Trojaner?
    - Was ist Ransomware?
    - Warum ist Ransomware besonders gefährlich?
    - Was bedeutet Double Extortion?
    - Wie schützt man sich vor Ransomware?
    - Warum sind Backups gegen Ransomware wichtig?
    - Was ist Spyware?
    - Was ist ein Keylogger?
    - Was ist ein Rootkit?
    - Was ist ein Botnet?
    - Was ist ein Cryptominer?
    - Was ist der Unterschied zwischen Antivirus und EDR?
    - Was bedeutet Quarantäne?
    - Warum ist Netzwerksegmentierung gegen Malware wichtig?
    - Was ist laterale Bewegung?
    - Warum sind Makros ein Risiko?
    - Was ist Application Control?
    - Was ist DLP?
    - Warum reicht Antivirus allein nicht aus?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Malware ist ein Oberbegriff.

    Virus und Wurm nicht verwechseln.

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

    Trojaner tarnt sich als nützlich.

    Ransomware betrifft Verfügbarkeit
    und oft Vertraulichkeit.

    Double Extortion bedeutet Verschlüsselung plus Datenabfluss.

    Backup verhindert Ransomware nicht,
    ermöglicht aber Wiederherstellung.

    Replikation ersetzt kein Backup.

    Backup muss vor Manipulation geschützt sein.

    Antivirus allein reicht nicht.

    EDR erkennt und reagiert umfassender.

    Quarantäne bedeutet Isolation einer Datei.

    Infiziertes Gerät schnell isolieren.

    Lokale Adminrechte erhöhen Schaden.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    Laterale Bewegung ist Bewegung im Netzwerk nach Erstzugriff.

    Makros und Skripte sind häufige Angriffsmittel.

    Allowlisting ist strenger als Blocklisting.

    Cloud ist nicht automatisch frei von Malware.

    Container-Images müssen geprüft werden.

    Restore nach Malware braucht Vorsicht.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Malware | Schadsoftware |
| Virus | Schadsoftware mit Wirtsdatei |
| Wurm | selbstverbreitende Schadsoftware |
| Trojaner | getarnte Schadsoftware |
| Backdoor | versteckter Zugang |
| Ransomware | erpresserische Verschlüsselung oder Sperrung |
| Double Extortion | Verschlüsselung plus Datenabfluss |
| Spyware | Spionagesoftware |
| Keylogger | zeichnet Tastatureingaben auf |
| Rootkit | versteckt und verankert Schadsoftware |
| Botnet | Netzwerk fremdgesteuerter Systeme |
| Botnet-Client | infiziertes ferngesteuertes System |
| Cryptominer | missbraucht Rechenleistung |
| Adware | unerwünschte Werbesoftware |
| Antivirus | Schutz gegen bekannte Schadsoftware |
| EDR | Endpoint Detection and Response |
| Quarantäne | Isolation verdächtiger Dateien |
| Isolation | Trennung eines Systems vom Netzwerk |
| laterale Bewegung | Ausbreitung im Netzwerk |
| Makro | automatisierte Funktion in Dokumenten |
| Application Control | Steuerung erlaubter Programme |
| Allowlisting | nur Erlaubtes zulassen |
| Blocklisting | Bekanntes verbieten |
| DLP | Data Loss Prevention |
| Restore | Wiederherstellung |
| Immutable Backup | unveränderliches Backup |
| Incident Response | Reaktion auf Sicherheitsvorfall |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Malware ist ein Oberbegriff für Schadsoftware wie Viren, Würmer, Trojaner, Ransomware, Spyware, Keylogger, Rootkits, Botnet-Clients und Cryptominer. Ein Virus hängt sich häufig an Dateien oder Programme an, während sich ein Wurm selbstständig über Netzwerke verbreiten kann. Ein Trojaner tarnt sich als nützliches Programm, enthält aber Schadfunktionen. Ransomware verschlüsselt Daten oder sperrt Systeme und fordert Lösegeld. Schutzmaßnahmen gegen Malware sind Patchmanagement, Antivirus, EDR, MFA, Least Privilege, Netzwerksegmentierung, Makroschutz, Application Control, E-Mail-Schutz, Backups, Immutable Backups, Restore-Tests, Logging, Monitoring und Benutzerschulung.

---

**Merksätze**

    Malware ist Schadsoftware.

    Virus hängt sich an Dateien.

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

    Trojaner täuscht Nützlichkeit vor.

    Backdoor ist versteckter Zugang.

    Ransomware verschlüsselt oder sperrt.

    Double Extortion = Verschlüsselung plus Datenabfluss.

    Spyware spioniert.

    Keylogger stehlen Tastatureingaben.

    Rootkits verstecken Angriffe.

    Botnet besteht aus fremdgesteuerten Systemen.

    Cryptominer stiehlt Rechenleistung.

    Malware kann alle Schutzziele verletzen.

    Infektionswege sind oft E-Mail,
    Download,
    Schwachstelle
    oder Zugangsdaten.

    Antivirus erkennt vor allem bekannte Malware.

    EDR erkennt und reagiert tiefer.

    Signaturen erkennen Bekanntes.

    Verhaltenserkennung erkennt Auffälligkeiten.

    Quarantäne isoliert verdächtige Dateien.

    Infizierte Systeme schnell isolieren.

    Weniger Rechte bedeuten weniger Schaden.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    Laterale Bewegung verhindern.

    Makros aus unsicheren Quellen blockieren.

    Skripte kontrollieren.

    Allowlisting ist strenger als Blocklisting.

    Patchmanagement schließt bekannte Lücken.

    E-Mail-Schutz ist wichtig.

    USB-Geräte nicht blind vertrauen.

    DLP schützt vor Datenabfluss.

    Cloud braucht ebenfalls Malware-Schutz.

    Container-Images prüfen.

    Backups können infizierte Daten enthalten.

    Restore nach Malware sorgfältig planen.

    Neuaufbau kann sicherer sein als Bereinigung.

    Malware-Schutz braucht mehrere Schichten.

# 16.3 Phishing, Social Engineering und Identitätsangriffe

Viele Angriffe beginnen nicht mit einer technischen Schwachstelle,
sondern mit Täuschung.

Angreifer versuchen,
Menschen dazu zu bringen,

    - Zugangsdaten einzugeben
    - Links anzuklicken
    - Anhänge zu öffnen
    - MFA-Anfragen zu bestätigen
    - Geld zu überweisen
    - vertrauliche Informationen preiszugeben
    - Schadsoftware auszuführen
    - Sicherheitsregeln zu umgehen

Merksatz:

    Social Engineering greift Menschen und Prozesse an,
    nicht nur Technik.

---

**Warum Phishing so gefährlich ist**

Phishing ist gefährlich,
weil es normale Arbeitsabläufe ausnutzt.

Beispiele:

    Rechnung prüfen
    Paketbenachrichtigung öffnen
    Passwort zurücksetzen
    Cloud-Datei ansehen
    Bewerbung herunterladen
    Supportanfrage beantworten
    dringende Chef-Anweisung befolgen

Angreifer nutzen dabei:

    Zeitdruck
    Vertrauen
    Neugier
    Angst
    Hilfsbereitschaft
    Autorität
    Gewohnheit

Merksatz:

    Phishing wirkt,
    weil es menschliches Verhalten ausnutzt.

---

**Phishing**

Phishing ist der Versuch,
Benutzer durch Täuschung zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu bringen.

Ziele:

    Passwörter
    MFA-Codes
    Zugangstokens
    Bankdaten
    Kundendaten
    interne Informationen
    Cloud-Zugänge
    VPN-Zugänge
    E-Mail-Konten

Typische Mittel:

    gefälschte E-Mail
    gefälschte Webseite
    gefälschtes Loginformular
    gefälschte Rechnung
    gefälschte Sicherheitswarnung
    gefälschter Cloud-Link

Merksatz:

    Phishing täuscht Benutzer,
    damit sie selbst etwas Gefährliches tun.

---

**Typischer Phishing-Ablauf**

Ein typischer Ablauf:

    1. Benutzer erhält eine täuschend echte Nachricht.
    2. Nachricht erzeugt Druck oder Interesse.
    3. Benutzer klickt Link oder öffnet Anhang.
    4. Gefälschte Webseite fragt Zugangsdaten ab.
    5. Benutzer gibt Daten ein.
    6. Angreifer nutzt die Zugangsdaten.
    7. Konto wird übernommen oder Malware wird ausgeführt.

Merksatz:

    Phishing ist oft der Einstieg in größere Angriffe.

---

**Phishing per E-Mail**

E-Mail-Phishing ist besonders verbreitet.

Typische Merkmale:

    angebliche Rechnung
    angebliche Lieferung
    angebliche Kontosperrung
    angebliche Passwortwarnung
    angebliche Cloud-Dateifreigabe
    angebliche Bewerbung
    angebliche Sicherheitsmeldung
    angeblicher Chefauftrag

Merksatz:

    E-Mail ist ein häufiger Einstiegspunkt für Angriffe.

---

**Phishing per SMS**

Phishing per SMS wird oft genannt:

    Smishing

Typische Beispiele:

    Paket konnte nicht zugestellt werden.
    Konto wurde gesperrt.
    Zahlung erforderlich.
    Sicherheitsprüfung notwendig.
    Link zur Sendungsverfolgung.

Risiko:

    Benutzer klicken am Smartphone oft schneller auf Links.

Merksatz:

    Smishing ist Phishing über SMS.

---

**Phishing per Telefon**

Phishing per Telefon wird oft genannt:

    Vishing

Dabei ruft ein Angreifer an
und gibt sich zum Beispiel aus als:

    IT-Support
    Bankmitarbeiter
    Chef
    Dienstleister
    Behörde
    Sicherheitsabteilung

Ziel:

    Zugangsdaten erhalten
    MFA-Code erhalten
    Fernwartung starten
    Überweisung auslösen
    interne Informationen bekommen

Merksatz:

    Vishing ist Phishing per Telefon.

---

**Phishing über Messenger**

Angriffe können auch über Messenger laufen.

Beispiele:

    angebliche Nachricht von Kollegen
    gefälschter Supportkontakt
    Link zu Cloud-Datei
    dringende Zahlungsanweisung
    angebliches Problem mit Benutzerkonto
    QR-Code zu Loginseite

Merksatz:

    Phishing ist nicht auf E-Mail beschränkt.

---

**QR-Phishing**

QR-Phishing wird auch Quishing genannt.

Dabei führt ein QR-Code auf eine gefälschte Webseite.

Risiko:

    Link ist vor dem Scannen schwer erkennbar.
    Smartphone zeigt Adresse oft nur verkürzt.
    Benutzer erwarten bei QR-Codes schnelle Aktion.

Beispiele:

    gefälschter Paketaufkleber
    falsches WLAN-Portal
    falsche Zahlungsseite
    gefälschter Microsoft-Login
    Plakat oder E-Mail mit QR-Code

Merksatz:

    QR-Code nicht automatisch vertrauen.

---

**Spear Phishing**

Spear Phishing ist gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen,
Teams
oder Organisationen.

Angreifer nutzen oft Informationen wie:

    Name
    Firma
    Rolle
    laufendes Projekt
    bekannte Kollegen
    verwendete Dienste
    Signatur
    Lieferanten
    interne Begriffe

Dadurch wirkt die Nachricht glaubwürdiger.

Merksatz:

    Spear Phishing ist gezielter und glaubwürdiger als Massenphishing.

---

**Whaling**

Whaling ist Phishing gegen besonders wichtige Personen.

Ziele:

    Geschäftsführung
    Finanzleitung
    Personalabteilung
    Administratoren
    Projektleitung
    Geschäftsbereichsleitung

Warum gefährlich?

    Diese Personen haben oft besondere Rechte,
    Informationen
    oder Entscheidungsbefugnisse.

Merksatz:

    Whaling richtet sich gegen besonders wertvolle Ziele.

---

**CEO-Fraud**

CEO-Fraud ist eine Betrugsform,
bei der Angreifer sich als Geschäftsführung oder Vorgesetzte ausgeben.

Typisches Ziel:

    schnelle Überweisung
    Änderung von Bankdaten
    Herausgabe vertraulicher Informationen
    Einkauf von Gutscheinkarten
    Umgehung normaler Freigabeprozesse

Typische Merkmale:

    sehr dringend
    vertraulich
    keine Rückfrage erwünscht
    ungewöhnliche Zahlungsdaten
    außerhalb normaler Prozesse

Merksatz:

    CEO-Fraud nutzt Autorität und Zeitdruck.

---

**Business E-Mail Compromise**

Business E-Mail Compromise wird oft abgekürzt:

    BEC

Dabei wird ein geschäftliches E-Mail-Konto kompromittiert
oder täuschend echt nachgeahmt.

Ziele:

    Rechnungsbetrug
    Änderung von Kontodaten
    interne Täuschung
    Phishing aus echtem Konto
    Zugriff auf Geschäftskommunikation

Merksatz:

    BEC nutzt geschäftliche E-Mail-Kommunikation für Betrug.

---

**Fake Login**

Ein Fake Login ist eine gefälschte Anmeldeseite.

Sie sieht oft aus wie:

    Microsoft 365
    Google
    VPN-Portal
    Cloud-Speicher
    Bank
    Paketdienst
    Unternehmensportal

Ziel:

    Zugangsdaten abgreifen

Merksatz:

    Gefälschte Loginseiten sind ein Kernmittel von Phishing.

---

**Credential Harvesting**

Credential Harvesting bedeutet:

    Zugangsdaten werden gesammelt.

Beispiele:

    gefälschte Loginseite
    Keylogger
    Phishing-Mail
    manipulierte Anwendung
    Malware
    unsichere Datenbank
    abgegriffene Browserdaten

Merksatz:

    Credential Harvesting sammelt Zugangsdaten für spätere Angriffe.

---

**Session Hijacking**

Session Hijacking bedeutet:

    Ein Angreifer übernimmt eine bestehende Sitzung.

Ziel:

    Zugriff erhalten,
    ohne das Passwort erneut eingeben zu müssen.

Mögliche Mittel:

    gestohlene Session-Cookies
    gestohlene Tokens
    Malware im Browser
    unsichere Verbindung
    XSS
    kompromittiertes Endgerät

Merksatz:

    Session Hijacking greift die laufende Anmeldung an.

---

**MFA-Bypass**

MFA macht Angriffe schwerer,
aber nicht unmöglich.

Mögliche Angriffe:

    MFA-Push-Fatigue
    Phishing mit Echtzeit-Weiterleitung
    gestohlene Session-Tokens
    kompromittiertes Endgerät
    Social Engineering beim Support
    unsichere Ausnahmen
    SIM-Swapping bei SMS-MFA

Merksatz:

    MFA ist wichtig,
    aber keine alleinige Schutzmaßnahme.

---

**MFA-Push-Fatigue**

MFA-Push-Fatigue bedeutet:

    Angreifer lösen viele MFA-Push-Anfragen aus.

Ziel:

    Benutzer bestätigt aus Versehen,
    aus Gewohnheit
    oder genervt.

Schutz:

    Number Matching
    klare Anzeige von Ort und Anwendung
    Schulung
    Meldeweg für unerwartete MFA-Anfragen
    Rate Limiting
    verdächtige Anfragen blockieren

Merksatz:

    Unerwartete MFA-Anfragen niemals bestätigen.

---

**SIM-Swapping**

SIM-Swapping bedeutet:

    Angreifer übernehmen die Mobilfunknummer eines Opfers.

Ziel:

    SMS-Codes empfangen
    Passwortzurücksetzung durchführen
    Konten übernehmen

Schutz:

    SMS-MFA möglichst vermeiden
    App-basierte MFA oder Hardwaretoken nutzen
    Mobilfunkkonto schützen
    ungewöhnliche Netzverluste beachten

Merksatz:

    SMS als MFA-Faktor ist schwächer als sichere Authenticator- oder Hardwarelösungen.

---

**Social Engineering**

Social Engineering ist die Manipulation von Menschen,
um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.

Angreifer nutzen zum Beispiel:

    Autorität
    Dringlichkeit
    Angst
    Hilfsbereitschaft
    Sympathie
    Neugier
    Gewohnheit
    Vertraulichkeit

Merksatz:

    Social Engineering nutzt Psychologie als Angriffsmittel.

---

**Pretexting**

Pretexting bedeutet:

    Angreifer erfinden eine glaubwürdige Geschichte oder Rolle.

Beispiele:

    angeblicher IT-Support
    angeblicher neuer Mitarbeiter
    angeblicher Dienstleister
    angebliche Bank
    angebliche Behörde
    angeblicher Kunde

Ziel:

    Vertrauen erzeugen
    Informationen erhalten
    Aktionen auslösen

Merksatz:

    Pretexting arbeitet mit erfundener glaubwürdiger Rolle.

---

**Baiting**

Baiting bedeutet:

    Angreifer legen einen Köder aus.

Beispiele:

    USB-Stick mit Aufschrift „Gehälter“
    kostenloser Download
    angebliches Tool
    Gutschein
    Gewinnspiel
    kostenlose Software

Ziel:

    Benutzer soll etwas öffnen,
    installieren
    anschließen
    oder Daten eingeben.

Merksatz:

    Baiting nutzt Neugier oder Vorteilserwartung.

---

**Tailgating**

Tailgating bedeutet:

    Eine unberechtigte Person folgt einer berechtigten Person in einen geschützten Bereich.

Beispiele:

    Person folgt durch Sicherheitstür.
    Person trägt angeblich schwere Kisten.
    Person bittet freundlich,
    die Tür aufzuhalten.

Merksatz:

    Tailgating umgeht physische Zutrittskontrolle.

---

**Shoulder Surfing**

Shoulder Surfing bedeutet:

    Angreifer beobachten Eingaben oder Bildschirme.

Beispiele:

    Passwort beim Tippen ansehen
    PIN am Automaten beobachten
    Bildschirm im Zug mitlesen
    MFA-Code ablesen

Schutz:

    Sichtschutzfolie
    Bildschirm sperren
    Umgebung beachten
    keine sensiblen Eingaben in unsicheren Umgebungen

Merksatz:

    Shoulder Surfing nutzt Beobachtung.

---

**Dumpster Diving**

Dumpster Diving bedeutet:

    Angreifer durchsuchen Müll oder entsorgte Unterlagen.

Ziele:

    Passwörter
    interne Dokumente
    Netzwerkpläne
    Rechnungen
    Kundendaten
    alte Datenträger
    Notizzettel
    Organigramme

Schutz:

    Aktenvernichtung
    sichere Datenträgervernichtung
    Clean-Desk-Regel
    Entsorgungsprozesse

Merksatz:

    Auch entsorgte Informationen können sicherheitskritisch sein.

---

**Identitätsangriffe**

Identitätsangriffe richten sich gegen Benutzerkonten,
Rollen
und Anmeldungen.

Typische Angriffe:

    Phishing
    Brute Force
    Credential Stuffing
    Password Spraying
    Session Hijacking
    MFA-Missbrauch
    Kontoübernahme
    Rechteausweitung

Merksatz:

    Wer Identität kontrolliert,
    kontrolliert oft den Zugriff.

---

**Account Takeover**

Account Takeover bedeutet:

    Ein Angreifer übernimmt ein Benutzerkonto.

Mögliche Folgen:

    E-Mails lesen
    interne Daten abrufen
    Phishing aus echtem Konto senden
    Dateien löschen
    Rechte ausnutzen
    weitere Konten angreifen
    Regeln oder Weiterleitungen einrichten

Merksatz:

    Kontoübernahme ist oft der Startpunkt für weitere Angriffe.

---

**Brute Force**

Brute Force bedeutet:

    viele Passwörter werden systematisch ausprobiert.

Schutz:

    MFA
    Rate Limiting
    starke Passwörter
    Sperrmechanismen
    Monitoring
    keine Standardkonten
    Passwortmanager

Merksatz:

    Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert.

---

**Credential Stuffing**

Credential Stuffing bedeutet:

    Angreifer nutzen geleakte Zugangsdaten aus anderen Diensten.

Beispiel:

    Passwort aus altem Webshop-Leak
    wird am Firmenportal ausprobiert.

Schutz:

    keine Passwortwiederverwendung
    MFA
    Passwortmanager
    Leak-Erkennung
    riskante Loginversuche erkennen

Merksatz:

    Credential Stuffing nutzt wiederverwendete Passwörter.

---

**Password Spraying**

Password Spraying bedeutet:

    wenige häufige Passwörter werden gegen viele Konten getestet.

Beispiele:

    Willkommen2026!
    Sommer2026!
    Passwort123!

Ziel:

    Kontosperren vermeiden,
    weil pro Konto nur wenige Versuche auftreten.

Merksatz:

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Benutzer.

---

**Passwort-Wiederverwendung**

Passwort-Wiederverwendung bedeutet:

    dasselbe Passwort wird bei mehreren Diensten genutzt.

Problem:

    Wird ein Dienst kompromittiert,
    können Angreifer das Passwort bei anderen Diensten ausprobieren.

Schutz:

    Passwortmanager
    eindeutige Passwörter
    MFA
    Schulung
    Passwort-Leak-Prüfung

Merksatz:

    Ein Passwort darf nicht mehrfach genutzt werden.

---

**Starke Passwörter**

Starke Passwörter sollten:

    lang sein
    nicht leicht erratbar sein
    nicht wiederverwendet werden
    nicht aus persönlichen Daten bestehen
    nicht in Listen bekannter Passwörter vorkommen

Für viele Konten ist ein Passwortmanager sinnvoll.

Merksatz:

    Länge und Einzigartigkeit sind wichtiger als komplizierte Merkhilfen.

---

**Passwortmanager**

Ein Passwortmanager hilft,
für jeden Dienst ein eigenes starkes Passwort zu verwenden.

Vorteile:

    eindeutige Passwörter
    lange Passwörter
    weniger Wiederverwendung
    Erkennung falscher Webseiten möglich
    sicherere Speicherung als Notizzettel

Merksatz:

    Passwortmanager unterstützt starke und eindeutige Passwörter.

---

**Account Lockout**

Account Lockout bedeutet:

    Ein Konto wird nach mehreren fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen gesperrt.

Vorteil:

    Schutz vor Brute Force

Risiko:

    Angreifer können viele Konten absichtlich sperren.

Deshalb sinnvoll kombinieren mit:

    Rate Limiting
    Risikoanalyse
    MFA
    Monitoring
    differenzierten Sperrregeln

Merksatz:

    Kontosperren helfen,
    müssen aber sinnvoll eingestellt sein.

---

**Rate Limiting**

Rate Limiting begrenzt,
wie viele Anfragen oder Loginversuche in einer Zeit erlaubt sind.

Beispiele:

    maximal 5 Loginversuche pro Minute
    begrenzte API-Anfragen
    Verzögerung nach Fehlversuchen

Merksatz:

    Rate Limiting bremst automatisierte Angriffe.

---

**Captcha**

Captcha soll prüfen,
ob ein Mensch oder ein automatisiertes Programm handelt.

Einsatz:

    Loginformulare
    Registrierungen
    Passwortzurücksetzung
    öffentliche Formulare

Grenze:

    Captchas sind keine vollständige Sicherheitsmaßnahme.

Merksatz:

    Captcha erschwert Automatisierung,
    ersetzt aber keine sichere Authentifizierung.

---

**Phishing-Erkennungsmerkmale**

Mögliche Warnzeichen:

    ungewöhnlicher Absender
    unerwarteter Anhang
    dringende Aufforderung
    Drohung mit Sperrung
    ungewöhnliche Zahlungsaufforderung
    Rechtschreib- oder Formatfehler
    verkürzte Links
    Domain passt nicht
    Login wird über Link gefordert
    vertrauliche Daten werden verlangt
    Absenderadresse und Anzeigename passen nicht zusammen

Merksatz:

    Bei Druck,
    ungewöhnlichem Link
    oder Datenabfrage vorsichtig sein.

---

**Links prüfen**

Bei Links prüfen:

    passt die Domain?
    ist die Verbindung HTTPS?
    ist die Adresse ungewöhnlich lang?
    gibt es Tippfehler in der Domain?
    wird eine bekannte Marke nachgeahmt?
    führt der Link über Weiterleitungen?
    ist es ein verkürzter Link?
    passt der Link zum erwarteten Dienst?

Merksatz:

    Nicht der sichtbare Text zählt,
    sondern das echte Ziel des Links.

---

**Anhänge prüfen**

Gefährliche Anhänge können sein:

    ausführbare Dateien
    Makro-Dokumente
    Archive mit Passwort
    angebliche Rechnungen
    Skripte
    ISO-Dateien
    LNK-Dateien
    HTML-Dateien
    manipulierte PDFs

Merksatz:

    Unerwartete Anhänge immer kritisch prüfen.

---

**Absender prüfen**

Bei E-Mails ist der Anzeigename leicht fälschbar.

Zu prüfen:

    echte Absenderadresse
    Domain
    Antwortadresse
    Signatur
    Schreibstil
    Kontext
    ungewöhnliche Anfrage
    SPF,
    DKIM
    DMARC-Ergebnis je nach System

Merksatz:

    Anzeigename allein beweist nichts.

---

**SPF**

SPF steht für:

    Sender Policy Framework

SPF legt fest,
welche Mailserver für eine Domain E-Mails senden dürfen.

Merksatz:

    SPF prüft,
    ob ein sendender Mailserver zur Domain passt.

---

**DKIM**

DKIM steht für:

    DomainKeys Identified Mail

DKIM nutzt digitale Signaturen,
um zu prüfen,
ob eine E-Mail unterwegs verändert wurde
und ob sie zur sendenden Domain passt.

Merksatz:

    DKIM signiert E-Mails kryptografisch.

---

**DMARC**

DMARC steht für:

    Domain-based Message Authentication,
    Reporting and Conformance

DMARC baut auf SPF und DKIM auf.

Es legt fest,
wie Empfänger mit E-Mails umgehen sollen,
die SPF oder DKIM nicht bestehen.

Merksatz:

    DMARC gibt Richtlinien für den Umgang mit verdächtigen E-Mails.

---

**SPF, DKIM und DMARC einordnen**

| Technik | Zweck |
|---|---|
| SPF | prüft erlaubte sendende Mailserver |
| DKIM | prüft Signatur und Veränderung |
| DMARC | legt Richtlinie und Berichte fest |

Wichtig:

    Diese Techniken helfen gegen E-Mail-Spoofing,
    verhindern aber nicht jede Phishing-Mail.

Merksatz:

    SPF,
    DKIM
    und DMARC verbessern E-Mail-Authentizität.

---

**Technische Schutzmaßnahmen gegen Phishing**

Maßnahmen:

    Spamfilter
    Malwarefilter
    Linkprüfung
    Anhangprüfung
    Sandboxing
    SPF
    DKIM
    DMARC
    MFA
    Conditional Access
    Passwortmanager
    Webfilter
    EDR
    DNS-Filter
    sichere Browserkonfiguration

Merksatz:

    Phishing-Schutz braucht mehrere technische Schichten.

---

**Organisatorische Schutzmaßnahmen gegen Phishing**

Maßnahmen:

    Schulungen
    klare Meldewege
    Phishing-Simulationen
    Vier-Augen-Prinzip
    Zahlungsprozesse absichern
    Rückruf über bekannte Telefonnummer
    Sicherheitsrichtlinien
    Freigabeprozesse
    Notfallplan bei Kontoübernahme

Merksatz:

    Prozesse schützen dort,
    wo Technik allein nicht reicht.

---

**Verhalten bei verdächtiger Nachricht**

Sinnvolles Vorgehen:

    1. Nicht auf Links klicken.
    2. Keine Anhänge öffnen.
    3. Keine Zugangsdaten eingeben.
    4. Absender und Domain prüfen.
    5. Bei angeblichen internen Anfragen über bekannten Kanal nachfragen.
    6. Nachricht melden.
    7. Nicht weiterleiten,
       wenn dadurch Risiko entsteht.
    8. IT oder Sicherheitsverantwortliche informieren.

Merksatz:

    Bei Verdacht zuerst stoppen,
    prüfen
    und melden.

---

**Wenn Zugangsdaten eingegeben wurden**

Sofortmaßnahmen:

    Passwort ändern
    MFA-Sitzungen prüfen
    aktive Sitzungen beenden
    IT informieren
    Konto-Logs prüfen
    Weiterleitungsregeln prüfen
    verdächtige Geräte prüfen
    Tokens widerrufen
    betroffene Dienste prüfen
    weitere Benutzer warnen

Merksatz:

    Nach Phishing zählt schnelle Reaktion.

---

**Wenn ein Anhang geöffnet wurde**

Sofortmaßnahmen:

    Gerät vom Netzwerk trennen
    IT informieren
    Datei nicht weiter öffnen
    Zeitpunkt dokumentieren
    E-Mail sichern
    EDR oder Antivirus prüfen
    Logs sichern
    betroffene Konten prüfen
    keine weiteren Systeme nutzen,
    bis Bewertung erfolgt

Merksatz:

    Nach verdächtigem Anhang Gerät schnell isolieren.

---

**Kontoübernahme erkennen**

Anzeichen:

    unbekannte Loginorte
    neue Weiterleitungsregeln
    gelesene E-Mails ohne Benutzeraktion
    gesendete Phishing-Mails
    Passwortänderung
    MFA-Änderung
    neue Geräte
    ungewöhnliche Dateienzugriffe
    Rollenänderungen
    verdächtige API-Aktivität

Merksatz:

    Kontoübernahme zeigt sich oft in Logs und ungewöhnlichen Kontoeinstellungen.

---

**E-Mail-Weiterleitungsregel als Risiko**

Nach Kontoübernahme legen Angreifer oft Weiterleitungsregeln an.

Zweck:

    E-Mails mitlesen
    Rechnungen abfangen
    Antworten verstecken
    weitere Angriffe vorbereiten

Prüfen:

    unbekannte Weiterleitungen
    versteckte Regeln
    Regeln zum Löschen
    Regeln zum Verschieben
    externe Empfänger

Merksatz:

    Nach Kontoübernahme immer Weiterleitungsregeln prüfen.

---

**Schutz durch Conditional Access**

Conditional Access kann Logins abhängig machen von:

    Standort
    Gerät
    MFA
    Risiko
    Benutzergruppe
    Anwendung
    Netzwerk
    Gerätezustand

Beispiele:

    Adminzugriff nur mit MFA

    Zugriff aus unbekanntem Land blockieren

    Zugriff nur von verwalteten Geräten

Merksatz:

    Conditional Access erschwert missbräuchliche Logins.

---

**Schutz durch Schulung**

Benutzer sollten wissen:

    wie Phishing aussieht
    wie man Links prüft
    wie man Anhänge bewertet
    wie man verdächtige Nachrichten meldet
    warum MFA-Anfragen nicht blind bestätigt werden
    warum Passwörter eindeutig sein müssen
    warum Zahlungsprozesse eingehalten werden

Merksatz:

    Schulung macht Benutzer zu aktiven Schutzfaktoren.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist Phishing?
    - Was ist Spear Phishing?
    - Was ist Whaling?
    - Was ist Social Engineering?
    - Was ist CEO-Fraud?
    - Was ist Business E-Mail Compromise?
    - Was ist Smishing?
    - Was ist Vishing?
    - Was ist Credential Harvesting?
    - Was ist Session Hijacking?
    - Was ist MFA-Push-Fatigue?
    - Was ist SIM-Swapping?
    - Was ist Pretexting?
    - Was ist Tailgating?
    - Was ist Shoulder Surfing?
    - Was ist Credential Stuffing?
    - Was ist Password Spraying?
    - Welche Merkmale können auf Phishing hinweisen?
    - Was machen SPF, DKIM und DMARC?
    - Wie reagiert man auf eine verdächtige Phishing-Mail?
    - Warum sind Passwortmanager sinnvoll?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    Social Engineering ist nicht rein technisch.

    Spear Phishing ist gezielt.

    Whaling betrifft besonders wichtige Personen.

    Smishing läuft über SMS.

    Vishing läuft über Telefon.

    CEO-Fraud nutzt Autorität.

    BEC nutzt geschäftliche E-Mail-Kommunikation.

    Anzeigename einer E-Mail beweist nichts.

    HTTPS allein beweist nicht,
    dass die Seite echt ist.

    MFA ist wichtig,
    aber nicht unfehlbar.

    Unerwartete MFA-Anfragen nicht bestätigen.

    Credential Stuffing nutzt geleakte Passwörter.

    Password Spraying probiert wenige Passwörter bei vielen Konten.

    Passwort-Wiederverwendung ist gefährlich.

    SPF,
    DKIM
    und DMARC helfen gegen Spoofing,
    verhindern aber nicht jedes Phishing.

    Verdächtige Nachrichten melden,
    nicht ignorieren.

    Nach Kontoübernahme Weiterleitungsregeln prüfen.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Phishing | Täuschung zur Preisgabe vertraulicher Daten |
| Smishing | Phishing per SMS |
| Vishing | Phishing per Telefon |
| Quishing | Phishing über QR-Code |
| Spear Phishing | gezieltes Phishing |
| Whaling | Phishing gegen wichtige Personen |
| CEO-Fraud | Betrug durch angebliche Chef-Anweisung |
| BEC | Business E-Mail Compromise |
| Fake Login | gefälschte Anmeldeseite |
| Credential Harvesting | Sammeln von Zugangsdaten |
| Session Hijacking | Übernahme einer laufenden Sitzung |
| MFA-Bypass | Umgehung oder Missbrauch von MFA |
| MFA-Push-Fatigue | viele MFA-Anfragen zur Ermüdung |
| SIM-Swapping | Übernahme einer Mobilfunknummer |
| Social Engineering | Manipulation von Menschen |
| Pretexting | erfundene glaubwürdige Geschichte |
| Baiting | Köder zur Täuschung |
| Tailgating | unberechtigtes Folgen durch Zutritt |
| Shoulder Surfing | Beobachten von Eingaben |
| Dumpster Diving | Informationssuche im Müll |
| Account Takeover | Kontoübernahme |
| Brute Force | systematisches Ausprobieren |
| Credential Stuffing | Nutzung geleakter Zugangsdaten |
| Password Spraying | wenige Passwörter gegen viele Konten |
| Passwortmanager | Verwaltung starker eindeutiger Passwörter |
| Account Lockout | Kontosperre nach Fehlversuchen |
| Rate Limiting | Begrenzung von Anfragen |
| Captcha | Mensch-Maschine-Prüfung |
| SPF | Prüfung erlaubter Mailserver |
| DKIM | kryptografische E-Mail-Signatur |
| DMARC | Richtlinie für SPF/DKIM-Ergebnisse |
| Conditional Access | Zugriff abhängig von Bedingungen |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Phishing ist eine Form des Social Engineerings, bei der Angreifer Benutzer durch Täuschung dazu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben, Links anzuklicken, Anhänge zu öffnen oder gefährliche Aktionen auszuführen. Spear Phishing ist gezieltes Phishing, Whaling richtet sich gegen besonders wichtige Personen, Smishing erfolgt per SMS und Vishing per Telefon. Identitätsangriffe wie Credential Stuffing, Password Spraying, Brute Force, Session Hijacking und Kontoübernahmen zielen auf Benutzerkonten und Zugänge. Schutzmaßnahmen sind MFA, starke eindeutige Passwörter, Passwortmanager, Spam- und Malwarefilter, SPF, DKIM, DMARC, Conditional Access, Schulungen, klare Meldewege, Vier-Augen-Prinzip und schnelle Reaktion bei verdächtigen Vorfällen.

---

**Merksätze**

    Phishing täuscht Benutzer.

    Social Engineering manipuliert Menschen.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    Smishing = SMS-Phishing.

    Vishing = Telefon-Phishing.

    Quishing = QR-Code-Phishing.

    Spear Phishing ist gezielt.

    Whaling trifft wichtige Personen.

    CEO-Fraud nutzt Autorität.

    BEC nutzt geschäftliche E-Mails.

    Fake Login stiehlt Zugangsdaten.

    Credential Harvesting sammelt Zugangsdaten.

    Session Hijacking übernimmt Sitzungen.

    MFA ist wichtig,
    aber nicht unfehlbar.

    Unerwartete MFA-Anfragen niemals bestätigen.

    SIM-Swapping gefährdet SMS-MFA.

    Pretexting nutzt erfundene Rollen.

    Baiting nutzt Köder.

    Tailgating umgeht Zutrittskontrolle.

    Shoulder Surfing nutzt Beobachtung.

    Dumpster Diving nutzt weggeworfene Informationen.

    Identitätsangriffe zielen auf Konten.

    Account Takeover ist Kontoübernahme.

    Brute Force probiert systematisch.

    Credential Stuffing nutzt geleakte Zugangsdaten.

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Konten.

    Passwörter nicht wiederverwenden.

    Passwortmanager nutzen.

    Rate Limiting bremst Angriffe.

    Captcha ersetzt keine sichere Anmeldung.

    Anzeigename beweist nichts.

    Links immer auf echte Domain prüfen.

    Anhänge kritisch prüfen.

    SPF prüft erlaubte Mailserver.

    DKIM signiert E-Mails.

    DMARC legt Richtlinien fest.

    Technik und Schulung gemeinsam schützen.

    Verdächtige Nachrichten melden.

    Nach Phishing schnell reagieren.

    Nach Kontoübernahme Weiterleitungsregeln prüfen.

# 16.4 Netzwerkangriffe: DoS, DDoS, Spoofing und Man-in-the-Middle

Netzwerkangriffe richten sich gegen Kommunikation,
Erreichbarkeit,
Identitäten
oder Datenübertragung in Netzwerken.

Sie können auf verschiedenen OSI-Schichten stattfinden.

Typische Netzwerkangriffe sind:

    - DoS
    - DDoS
    - Man-in-the-Middle
    - ARP-Spoofing
    - DNS-Spoofing
    - IP-Spoofing
    - MAC-Spoofing
    - Sniffing
    - Session Hijacking
    - Rogue DHCP
    - Evil Twin
    - WLAN-Angriffe

Merksatz:

    Netzwerkangriffe nutzen Schwächen in Kommunikation,
    Adressierung,
    Namensauflösung
    oder Erreichbarkeit aus.

---

**Warum Netzwerkangriffe gefährlich sind**

Netzwerke verbinden Systeme miteinander.

Wenn ein Angreifer Netzwerkkommunikation beeinflusst,
kann er unter Umständen:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Benutzer auf falsche Ziele lenken
    Dienste überlasten
    Verbindungen unterbrechen
    Zugangsdaten abgreifen
    Sitzungen übernehmen
    interne Systeme erreichen
    Kommunikation manipulieren

Merksatz:

    Wer Netzwerkverkehr kontrolliert,
    kann viele weitere Angriffe vorbereiten.

---

**DoS**

DoS steht für:

    Denial of Service

Denial of Service bedeutet:

    Ein Dienst wird absichtlich so gestört,
    dass er nicht mehr nutzbar ist.

Ziel:

    Verfügbarkeit angreifen

Beispiele:

    Webserver antwortet nicht mehr.
    Anwendung ist überlastet.
    Netzwerkleitung ist voll.
    Firewall ist überfordert.
    Datenbank nimmt keine Verbindungen mehr an.

Merksatz:

    DoS greift die Verfügbarkeit an.

---

**DoS einfach erklärt**

Ein Dienst kann nur eine begrenzte Menge an Anfragen verarbeiten.

Wenn ein Angreifer sehr viele Anfragen sendet,
kann der Dienst überlastet werden.

Folge:

    normale Benutzer können den Dienst nicht mehr nutzen.

Merksatz:

    DoS bedeutet:
    Dienst wird durch Störung oder Überlastung unbenutzbar.

---

**DDoS**

DDoS steht für:

    Distributed Denial of Service

Distributed bedeutet:

    verteilt

Bei DDoS kommt der Angriff von vielen Systemen gleichzeitig.

Häufig werden Botnetze genutzt.

Merksatz:

    DDoS ist ein verteilter DoS-Angriff.

---

**DoS und DDoS vergleichen**

| Merkmal | DoS | DDoS |
|---|---|---|
| Angriffsquelle | eine oder wenige Quellen | viele verteilte Quellen |
| Abwehr | oft einfacher | deutlich schwieriger |
| typische Technik | Überlastung oder Störung | massenhafte verteilte Überlastung |
| Ziel | Verfügbarkeit | Verfügbarkeit |

Merksatz:

    DoS = Dienstverweigerung.
    DDoS = verteilte Dienstverweigerung.

---

**Typische DDoS-Ziele**

DDoS-Angriffe richten sich häufig gegen:

    Webseiten
    Online-Shops
    DNS-Server
    VPN-Gateways
    Firewalls
    Load Balancer
    APIs
    Gaming-Server
    Cloud-Dienste
    Unternehmensanschlüsse

Merksatz:

    DDoS trifft oft öffentlich erreichbare Dienste.

---

**DDoS-Angriffsarten**

DDoS kann unterschiedliche Ebenen treffen.

Beispiele:

    Volumenangriff:
    Leitung wird mit Datenverkehr überlastet.

    Protokollangriff:
    Netzwerk- oder Transportprotokolle werden ausgenutzt.

    Anwendungsschichtangriff:
    Webanwendung wird mit vielen echten oder scheinbar echten Anfragen belastet.

Merksatz:

    DDoS kann Leitung,
    Protokoll
    oder Anwendung treffen.

---

**Volumenangriff**

Ein Volumenangriff versucht,
möglichst viel Datenverkehr zu erzeugen.

Ziel:

    Bandbreite überlasten

Beispiele:

    sehr viele UDP-Pakete
    große Datenmengen
    reflektierter Verkehr

Folge:

    legitimer Verkehr kommt nicht mehr durch.

Merksatz:

    Volumenangriff überlastet die Bandbreite.

---

**Protokollangriff**

Ein Protokollangriff nutzt Eigenschaften von Netzwerkprotokollen aus.

Ziel:

    Netzwerkgeräte,
    Firewalls,
    Load Balancer
    oder Serverzustände überlasten

Beispiele:

    viele halboffene Verbindungen
    viele Verbindungsversuche
    ausgenutzte Protokollmechanismen

Merksatz:

    Protokollangriff belastet Netzwerk- oder Transportmechanismen.

---

**Anwendungsschichtangriff**

Ein Anwendungsschichtangriff richtet sich gegen Dienste auf OSI-Schicht 7.

Beispiele:

    viele HTTP-Anfragen
    teure Suchanfragen
    Loginversuche
    API-Anfragen
    Warenkorbaktionen
    Datenbanklast durch Webanfragen

Problem:

    Der Angriff kann wie normaler Benutzerverkehr aussehen.

Merksatz:

    Anwendungsschichtangriffe sind oft schwerer von echter Nutzung zu unterscheiden.

---

**Reflexionsangriff**

Bei einem Reflexionsangriff sendet der Angreifer Anfragen an fremde Server
und fälscht dabei die Absenderadresse des Opfers.

Die fremden Server antworten dann an das Opfer.

Beispiele für missbrauchte Dienste:

    DNS
    NTP
    Memcached
    SSDP
    andere UDP-basierte Dienste

Merksatz:

    Reflexionsangriff lenkt Antworten fremder Systeme auf das Opfer.

---

**Amplification**

Amplification bedeutet:

    Verstärkung

Der Angreifer sendet eine kleine Anfrage,
die eine deutlich größere Antwort erzeugt.

Wenn die Antwort an das Opfer geht,
wird der Angriff verstärkt.

Merksatz:

    Amplification macht aus kleinen Anfragen große Angriffsdatenmengen.

---

**Schutz vor DoS und DDoS**

Mögliche Schutzmaßnahmen:

    DDoS-Schutzdienst
    Provider-Unterstützung
    Content Delivery Network
    Load Balancer
    Rate Limiting
    Anycast
    Firewall-Regeln
    Web Application Firewall
    Skalierung
    Monitoring
    Notfallplan
    Blackholing als Notmaßnahme

Merksatz:

    DDoS-Schutz braucht Vorbereitung,
    weil man im Angriff oft wenig Zeit hat.

---

**Rate Limiting**

Rate Limiting begrenzt,
wie viele Anfragen in einer bestimmten Zeit erlaubt sind.

Beispiele:

    maximal 100 Anfragen pro Minute pro IP

    maximal 5 Loginversuche pro Minute

    API-Limit pro Benutzer

Vorteil:

    automatisierte Überlastung wird erschwert.

Merksatz:

    Rate Limiting begrenzt Anfragehäufigkeit.

---

**Anycast**

Anycast bedeutet:

    dieselbe IP-Adresse wird an mehreren Standorten angekündigt.

Der Verkehr wird zum nächstgelegenen oder passenden Standort geleitet.

Vorteil bei DDoS:

    Angriffslast kann verteilt werden.

Merksatz:

    Anycast verteilt Verkehr auf mehrere Standorte.

---

**Blackholing**

Blackholing bedeutet:

    Verkehr zu einem Ziel wird verworfen.

Das kann bei DDoS als Notmaßnahme genutzt werden.

Nachteil:

    Der angegriffene Dienst ist dann ebenfalls nicht erreichbar.

Merksatz:

    Blackholing schützt Infrastruktur,
    macht den Dienst aber meist unerreichbar.

---

**Man-in-the-Middle**

Man-in-the-Middle wird oft abgekürzt:

    MitM

Dabei positioniert sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Ziele:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Anmeldedaten abgreifen
    Sitzung übernehmen
    Zertifikatswarnungen ausnutzen
    Benutzer auf falsche Dienste lenken

Merksatz:

    MitM bedeutet:
    Angreifer sitzt zwischen Sender und Empfänger.

---

**Man-in-the-Middle einfach erklärt**

Normale Kommunikation:

    Client
    ↔
    Server

Mit Man-in-the-Middle:

    Client
    ↔
    Angreifer
    ↔
    Server

Der Benutzer glaubt,
direkt mit dem Server zu kommunizieren.

Tatsächlich läuft die Kommunikation über den Angreifer.

Merksatz:

    Bei MitM wird Kommunikation heimlich zwischengeschaltet.

---

**Typische MitM-Szenarien**

Beispiele:

    unsicheres WLAN
    gefälschter Access Point
    ARP-Spoofing im lokalen Netz
    DNS-Spoofing
    manipuliertes Gateway
    kompromittierter Router
    Proxy-Angriff
    gefälschtes Zertifikat
    Session-Cookie-Diebstahl

Merksatz:

    MitM kann über WLAN,
    LAN,
    DNS,
    Router
    oder Zertifikate entstehen.

---

**Schutz vor Man-in-the-Middle**

Maßnahmen:

    TLS korrekt nutzen
    HTTPS erzwingen
    Zertifikatswarnungen nicht ignorieren
    VPN in unsicheren Netzen
    HSTS bei Webseiten
    sichere WLAN-Konfiguration
    ARP-Schutz in Switches
    DNSSEC je nach Einsatz
    sichere DNS-Resolver
    MFA
    Session-Cookies schützen

Merksatz:

    TLS schützt nur dann,
    wenn Zertifikate korrekt geprüft werden.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet.

Legitime Nutzung:

    Fehlersuche
    Protokollanalyse
    Performanceanalyse
    Sicherheitsanalyse

Missbrauch:

    Passwörter abfangen
    Daten mitlesen
    interne Kommunikation analysieren
    Sitzungen übernehmen
    Schwachstellen finden

Merksatz:

    Sniffing ist ein Werkzeug,
    das für Analyse oder Angriff genutzt werden kann.

---

**Sniffing und Verschlüsselung**

Unverschlüsselter Verkehr kann direkt lesbar sein.

Beispiele für riskanten Klartextverkehr:

    HTTP
    Telnet
    FTP
    POP3 ohne TLS
    IMAP ohne TLS
    SMTP ohne TLS
    alte Protokolle

Verschlüsselter Verkehr schützt Inhalte besser.

Beispiele:

    HTTPS
    SSH
    SFTP
    FTPS
    IMAPS
    SMTPS
    VPN

Merksatz:

    Verschlüsselung reduziert den Schaden durch Sniffing.

---

**Spoofing**

Spoofing bedeutet:

    Eine falsche Identität,
    Adresse
    oder Herkunft wird vorgetäuscht.

Typische Arten:

    IP-Spoofing
    MAC-Spoofing
    ARP-Spoofing
    DNS-Spoofing
    E-Mail-Spoofing

Merksatz:

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

---

**IP-Spoofing**

IP-Spoofing bedeutet:

    Der Angreifer fälscht die Quell-IP-Adresse.

Ziele:

    Herkunft verschleiern
    Reflexionsangriffe ermöglichen
    Filter umgehen
    Vertrauen in IP-Adressen ausnutzen

Grenze:

    Bei TCP-Verbindungen ist IP-Spoofing schwieriger,
    weil Antworten an die gefälschte Adresse gehen.

Merksatz:

    IP-Spoofing fälscht die Quell-IP-Adresse.

---

**MAC-Spoofing**

MAC-Spoofing bedeutet:

    Ein Gerät gibt sich mit einer anderen MAC-Adresse aus.

Mögliche Ziele:

    MAC-Filter umgehen
    Identität im LAN vortäuschen
    Netzwerkzugang erschleichen
    Geräteverwechslung erzeugen

Merksatz:

    MAC-Adressen können gefälscht werden
    und sind kein starker Sicherheitsnachweis.

---

**ARP**

ARP steht für:

    Address Resolution Protocol

ARP ordnet im lokalen IPv4-Netz eine IP-Adresse einer MAC-Adresse zu.

Beispiel:

    Welche MAC-Adresse hat 192.168.1.1?

Antwort:

    192.168.1.1 hat MAC-Adresse aa:bb:cc:dd:ee:ff

Merksatz:

    ARP verbindet IPv4-Adressen mit MAC-Adressen im lokalen Netz.

---

**ARP-Spoofing**

ARP-Spoofing manipuliert ARP-Zuordnungen im lokalen Netz.

Angreifer behauptet zum Beispiel:

    Ich bin das Gateway.

Dann senden Clients ihren Verkehr an den Angreifer.

Mögliche Folgen:

    Man-in-the-Middle
    Sniffing
    Sitzungsdiebstahl
    Verbindungsstörung

Merksatz:

    ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an.

---

**Schutz vor ARP-Spoofing**

Maßnahmen:

    Dynamic ARP Inspection
    DHCP Snooping
    statische ARP-Einträge in Sonderfällen
    Netzwerksegmentierung
    Switch-Sicherheitsfunktionen
    Verschlüsselung durch TLS
    Monitoring auf ARP-Anomalien

Merksatz:

    Gegen ARP-Spoofing helfen Switch-Schutzfunktionen und Verschlüsselung.

---

**DNS**

DNS steht für:

    Domain Name System

DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

Beispiel:

    www.example.de
    →
    203.0.113.10

Merksatz:

    DNS übersetzt Namen in IP-Adressen.

---

**DNS-Spoofing**

DNS-Spoofing manipuliert die Namensauflösung.

Ziel:

    Benutzer wird zu falscher IP-Adresse geleitet.

Beispiel:

    Benutzer ruft eine echte Domain auf,
    landet aber auf einer gefälschten Webseite.

Mögliche Folgen:

    Phishing
    Malware-Verteilung
    Man-in-the-Middle
    Datenabfluss

Merksatz:

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen.

---

**DNS-Cache-Poisoning**

DNS-Cache-Poisoning bedeutet:

    falsche DNS-Antworten werden in einem DNS-Cache gespeichert.

Folge:

    Mehrere Benutzer erhalten falsche DNS-Antworten,
    bis der Cache abläuft oder korrigiert wird.

Merksatz:

    DNS-Cache-Poisoning vergiftet zwischengespeicherte DNS-Antworten.

---

**Schutz vor DNS-Spoofing**

Maßnahmen:

    vertrauenswürdige DNS-Resolver
    DNSSEC
    DNS-over-TLS oder DNS-over-HTTPS je nach Umgebung
    Monitoring ungewöhnlicher DNS-Antworten
    TLS-Zertifikatsprüfung
    keine unbekannten DNS-Server per DHCP erlauben
    sichere Router- und DHCP-Konfiguration

Merksatz:

    DNS-Schutz und TLS-Prüfung ergänzen sich.

---

**DNSSEC**

DNSSEC steht für:

    Domain Name System Security Extensions

DNSSEC ermöglicht kryptografische Prüfung von DNS-Antworten.

Ziel:

    Manipulation von DNS-Antworten erkennbar machen.

Wichtig:

    DNSSEC verschlüsselt DNS-Anfragen nicht automatisch.
    Es prüft vor allem Echtheit und Integrität.

Merksatz:

    DNSSEC schützt DNS-Integrität,
    aber nicht automatisch DNS-Vertraulichkeit.

---

**Rogue DHCP**

Rogue DHCP bedeutet:

    Ein nicht autorisierter DHCP-Server verteilt Netzwerkeinstellungen.

Mögliche Folgen:

    falsches Gateway
    falscher DNS-Server
    falsche IP-Konfiguration
    Man-in-the-Middle
    Netzwerkstörungen

Merksatz:

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkkonfiguration.

---

**Schutz vor Rogue DHCP**

Maßnahmen:

    DHCP Snooping
    Switchports absichern
    ungenutzte Ports deaktivieren
    Netzwerksegmentierung
    Monitoring
    physische Zugangskontrolle
    nur autorisierte DHCP-Server zulassen

Merksatz:

    DHCP Snooping schützt vor unautorisierten DHCP-Servern.

---

**DHCP Snooping**

DHCP Snooping ist eine Switch-Sicherheitsfunktion.

Sie unterscheidet:

    vertrauenswürdige Ports

    und

    nicht vertrauenswürdige Ports

DHCP-Antworten sind nur auf vertrauenswürdigen Ports erlaubt.

Merksatz:

    DHCP Snooping verhindert DHCP-Antworten von falschen Ports.

---

**Session Hijacking**

Session Hijacking bedeutet:

    Ein Angreifer übernimmt eine bestehende Sitzung.

Mögliche Wege:

    Session-Cookie stehlen
    Token stehlen
    XSS
    Malware
    Man-in-the-Middle
    unsichere Verbindung
    kompromittiertes Endgerät

Merksatz:

    Session Hijacking übernimmt eine laufende Anmeldung.

---

**Schutz vor Session Hijacking**

Maßnahmen:

    HTTPS überall
    HttpOnly Cookies
    Secure Cookies
    SameSite Cookies
    kurze Session-Laufzeiten
    Session-Rotation nach Login
    Schutz vor XSS
    MFA
    Geräte- und Standortprüfung
    Logout-Funktion
    Token widerrufen können

Merksatz:

    Sitzungen müssen genauso geschützt werden wie Passwörter.

---

**WLAN-Angriffe**

WLAN ist besonders angreifbar,
weil Funk nicht an Wände gebunden ist.

Typische Risiken:

    schwache Verschlüsselung
    unsichere Passwörter
    Evil Twin
    Rogue Access Point
    unsichere Gastnetze
    Abhören unverschlüsselter Verbindungen
    Deauthentication-Angriffe
    falsche Captive Portals

Merksatz:

    WLAN braucht starke Verschlüsselung und saubere Trennung.

---

**Evil Twin**

Ein Evil Twin ist ein gefälschter WLAN-Access-Point,
der wie ein echtes WLAN aussieht.

Ziel:

    Benutzer verbinden sich mit dem falschen WLAN.

Folgen:

    Man-in-the-Middle
    Phishing
    Datenmitschnitt
    falsche Loginseiten
    Malware-Verteilung

Merksatz:

    Evil Twin imitiert ein echtes WLAN.

---

**Rogue Access Point**

Ein Rogue Access Point ist ein nicht autorisierter Access Point im Netzwerk.

Beispiele:

    Mitarbeiter steckt eigenen WLAN-Router an.
    Angreifer platziert Access Point im Gebäude.
    falsch konfigurierte Geräte öffnen WLAN.

Risiko:

    Sicherheitsregeln werden umgangen.
    internes Netz wird unkontrolliert erreichbar.

Merksatz:

    Rogue Access Point ist ein unerlaubter WLAN-Zugangspunkt.

---

**Schutz vor WLAN-Angriffen**

Maßnahmen:

    WPA2-Enterprise oder WPA3 nutzen
    starke Passwörter
    Gastnetz vom internen Netz trennen
    802.1X
    Zertifikatsprüfung
    Rogue-AP-Erkennung
    regelmäßige WLAN-Überprüfung
    sichere Captive-Portals
    VPN in unsicheren WLANs
    keine offenen internen WLANs

Merksatz:

    WLAN-Sicherheit braucht Verschlüsselung,
    Authentifizierung
    und Segmentierung.

---

**802.1X**

802.1X ist ein Standard für netzwerkbasierte Zugangskontrolle.

Er wird genutzt bei:

    LAN
    WLAN
    Enterprise-Netzen

Grundidee:

    Gerät oder Benutzer muss sich authentifizieren,
    bevor Netzwerkzugriff erlaubt wird.

Merksatz:

    802.1X kontrolliert Netzwerkzugang vor der Freigabe.

---

**Netzwerksegmentierung gegen Angriffe**

Segmentierung trennt Netzbereiche voneinander.

Beispiele:

    Clientnetz
    Servernetz
    Gastnetz
    Managementnetz
    Produktionsnetz
    Backupnetz
    WLAN-Gastnetz
    IoT-Netz

Vorteil:

    Angriffe können sich schlechter ausbreiten.
    Zugriffe können gezielter gefiltert werden.

Merksatz:

    Segmentierung begrenzt Schaden und Ausbreitung.

---

**Firewall-Regeln gegen Netzwerkangriffe**

Firewalls begrenzen,
welche Kommunikation erlaubt ist.

Gute Regeln sind:

    so eng wie möglich
    dokumentiert
    begründet
    regelmäßig geprüft
    nach Quelle,
    Ziel,
    Port
    und Protokoll definiert

Merksatz:

    Firewall-Regeln sollen erlauben,
    was nötig ist,
    und blockieren,
    was nicht nötig ist.

---

**IDS und IPS gegen Netzwerkangriffe**

IDS:

    erkennt verdächtigen Netzwerkverkehr
    und meldet ihn

IPS:

    erkennt verdächtigen Netzwerkverkehr
    und kann ihn blockieren

Beispiele für Erkennung:

    Portscans
    bekannte Angriffssignaturen
    ungewöhnlicher Datenverkehr
    Exploit-Versuche
    verdächtige DNS-Anfragen

Merksatz:

    IDS erkennt.
    IPS blockiert zusätzlich.

---

**Netzwerk-Monitoring**

Netzwerk-Monitoring hilft,
Angriffe und Störungen zu erkennen.

Überwacht werden können:

    Bandbreite
    Paketverlust
    Latenz
    ungewöhnliche Verbindungen
    DNS-Anfragen
    Firewall-Drops
    VPN-Zugriffe
    ARP-Anomalien
    DHCP-Anomalien
    Portscans
    DDoS-Anzeichen

Merksatz:

    Netzwerk-Monitoring erkennt Auffälligkeiten im Datenverkehr.

---

**Typische Anzeichen für Netzwerkangriffe**

Mögliche Hinweise:

    plötzlich sehr hohe Netzwerklast
    viele fehlgeschlagene Verbindungen
    ungewöhnliche DNS-Antworten
    Benutzer landen auf falschen Webseiten
    Zertifikatswarnungen
    viele Loginversuche
    unbekannte DHCP-Server
    doppelte IP-Adressen
    ungewöhnliche ARP-Einträge
    unbekannte Access Points
    viele Firewall-Drops

Merksatz:

    Netzwerkangriffe zeigen sich oft durch ungewöhnliche Muster.

---

**Fehlersuche bei Verdacht auf Netzwerkangriff**

Sinnvolle Reihenfolge:

    1. Betroffene Systeme bestimmen.
    2. Zeitpunkt eingrenzen.
    3. Änderungen prüfen.
    4. Netzwerklogs prüfen.
    5. Firewall-Logs prüfen.
    6. DNS prüfen.
    7. DHCP prüfen.
    8. ARP-Tabelle prüfen.
    9. Routing prüfen.
    10. Paketmitschnitt erstellen.
    11. Benutzerberichte vergleichen.
    12. Angriff eingrenzen.
    13. Schutzmaßnahmen aktivieren.
    14. Vorfall dokumentieren.

Merksatz:

    Netzwerkangriffe systematisch mit Logs,
    Tabellen,
    Routen
    und Mitschnitten untersuchen.

---

**Typische Schutzmaßnahmen gegen Netzwerkangriffe**

Wichtige Maßnahmen:

    Firewall
    IDS
    IPS
    Netzwerksegmentierung
    VLANs
    sichere WLAN-Konfiguration
    WPA2-Enterprise oder WPA3
    802.1X
    DHCP Snooping
    Dynamic ARP Inspection
    DNSSEC je nach Einsatz
    TLS
    VPN
    DDoS-Schutz
    Rate Limiting
    Monitoring
    Logging
    Patchmanagement
    sichere Router- und Switch-Konfiguration

Merksatz:

    Netzwerkangriffsschutz besteht aus Technik,
    Konfiguration
    Überwachung
    und klaren Regeln.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist ein DoS-Angriff?
    - Was ist ein DDoS-Angriff?
    - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS?
    - Was ist ein Man-in-the-Middle-Angriff?
    - Was bedeutet Sniffing?
    - Was bedeutet Spoofing?
    - Was ist IP-Spoofing?
    - Was ist MAC-Spoofing?
    - Was ist ARP-Spoofing?
    - Was ist DNS-Spoofing?
    - Was ist DNS-Cache-Poisoning?
    - Was ist DNSSEC?
    - Was ist Rogue DHCP?
    - Was ist DHCP Snooping?
    - Was ist Session Hijacking?
    - Was ist ein Evil Twin?
    - Was ist ein Rogue Access Point?
    - Wie schützt Netzwerksegmentierung gegen Angriffe?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Welche Schutzmaßnahmen helfen gegen DDoS?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    DoS und DDoS unterscheiden.

    DDoS ist verteilt.

    DoS greift Verfügbarkeit an.

    MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern.

    Sniffing ist nicht automatisch Angriff,
    kann aber missbraucht werden.

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

    ARP-Spoofing betrifft lokale IPv4-Netze.

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen IP-Adressen.

    DNSSEC schützt Integrität,
    nicht automatisch Vertraulichkeit.

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

    DHCP Snooping schützt vor falschen DHCP-Servern.

    Session Hijacking betrifft laufende Sitzungen.

    WLAN ist wegen Funkreichweite besonders zu schützen.

    Evil Twin imitiert ein echtes WLAN.

    Rogue Access Point ist ein unerlaubter Access Point.

    MAC-Filter allein ist keine starke Sicherheit.

    TLS-Zertifikatswarnungen nicht ignorieren.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    IDS erkennt,
    IPS blockiert zusätzlich.

    DDoS-Schutz muss vorbereitet sein.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| DoS | Dienstverweigerung |
| DDoS | verteilte Dienstverweigerung |
| Botnet | viele fremdgesteuerte Systeme |
| Volumenangriff | Überlastung durch Datenmenge |
| Protokollangriff | Ausnutzung von Protokollmechanismen |
| Anwendungsschichtangriff | Überlastung einer Anwendung |
| Reflexionsangriff | Antworten fremder Systeme treffen Opfer |
| Amplification | Verstärkung kleiner Anfragen |
| Rate Limiting | Begrenzung von Anfragen |
| Anycast | gleiche IP an mehreren Standorten |
| Blackholing | Verwerfen von Verkehr |
| MitM | Man-in-the-Middle |
| Sniffing | Mitschneiden von Netzwerkverkehr |
| Spoofing | Vortäuschen falscher Identität |
| IP-Spoofing | gefälschte Quell-IP |
| MAC-Spoofing | gefälschte MAC-Adresse |
| ARP | Zuordnung IPv4 zu MAC im LAN |
| ARP-Spoofing | Manipulation von ARP-Zuordnungen |
| DNS | Namensauflösung |
| DNS-Spoofing | Manipulation von DNS-Antworten |
| DNS-Cache-Poisoning | falsche DNS-Antwort im Cache |
| DNSSEC | Schutz der DNS-Integrität |
| Rogue DHCP | unautorisierter DHCP-Server |
| DHCP Snooping | Schutz vor falschen DHCP-Servern |
| Session Hijacking | Übernahme einer laufenden Sitzung |
| Evil Twin | gefälschter WLAN-Access-Point |
| Rogue Access Point | unerlaubter Access Point |
| 802.1X | Netzwerkzugangskontrolle |
| IDS | Angriffserkennung |
| IPS | Angriffserkennung mit Blockierung |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Netzwerkangriffe richten sich gegen Kommunikation, Erreichbarkeit, Adressierung oder Namensauflösung in Netzwerken. DoS und DDoS greifen die Verfügbarkeit von Diensten an, wobei DDoS von vielen verteilten Quellen ausgeht. Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff befindet sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern und kann Daten mitlesen oder manipulieren. Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor, zum Beispiel durch gefälschte IP-, MAC-, ARP- oder DNS-Informationen. Schutzmaßnahmen sind Firewalls, IDS/IPS, Netzwerksegmentierung, sichere WLAN-Konfiguration, TLS, VPN, DNSSEC, DHCP Snooping, Dynamic ARP Inspection, DDoS-Schutz, Rate Limiting, Monitoring und Logging.

---

**Merksätze**

    Netzwerkangriffe treffen Kommunikation und Erreichbarkeit.

    DoS greift Verfügbarkeit an.

    DDoS ist verteilter DoS.

    DDoS-Schutz muss vorbereitet sein.

    Volumenangriff überlastet Bandbreite.

    Protokollangriff belastet Netzwerkmechanismen.

    Anwendungsschichtangriff trifft Dienste auf Schicht 7.

    Reflexionsangriff nutzt fremde Systeme.

    Amplification verstärkt Angriffsdaten.

    Rate Limiting begrenzt Anfragen.

    Anycast verteilt Verkehr.

    Blackholing verwirft Verkehr.

    MitM sitzt zwischen Client und Server.

    Sniffing schneidet Verkehr mit.

    Verschlüsselung schützt gegen Mitlesen.

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

    IP-Spoofing fälscht Quell-IP.

    MAC-Spoofing fälscht MAC-Adresse.

    ARP verbindet IPv4 und MAC.

    ARP-Spoofing manipuliert lokale Zuordnung.

    DNS übersetzt Namen in IP-Adressen.

    DNS-Spoofing führt zu falschen Zielen.

    DNSSEC schützt DNS-Integrität.

    Rogue DHCP verteilt falsche Einstellungen.

    DHCP Snooping schützt vor Rogue DHCP.

    Session Hijacking übernimmt Sitzungen.

    WLAN braucht starke Absicherung.

    Evil Twin imitiert echtes WLAN.

    Rogue Access Point ist unerlaubt.

    802.1X kontrolliert Netzwerkzugang.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    IDS erkennt.

    IPS blockiert zusätzlich.

    Netzwerk-Monitoring erkennt Auffälligkeiten.

    Logs und Mitschnitte helfen bei Analyse.

# 16.5 Webangriffe: SQL Injection, XSS, CSRF und unsichere Webanwendungen

Webanwendungen sind häufige Angriffsziele,
weil sie oft öffentlich erreichbar sind
und direkt mit Benutzern,
Datenbanken,
APIs
und Backend-Systemen kommunizieren.

Typische Webangriffe sind:

    - SQL Injection
    - Cross-Site Scripting
    - Cross-Site Request Forgery
    - Directory Traversal
    - File Upload Attack
    - Session Hijacking
    - Broken Authentication
    - Broken Access Control
    - unsichere API
    - unsichere Fehlerausgaben
    - unsichere Konfiguration

Merksatz:

    Webangriffe nutzen häufig fehlerhafte Eingaben,
    fehlende Zugriffskontrollen
    oder unsichere Sitzungen aus.

---

**Warum Webanwendungen gefährdet sind**

Webanwendungen sind oft besonders angreifbar,
weil sie:

    öffentlich erreichbar sind
    Benutzeranfragen verarbeiten
    Datenbanken nutzen
    Dateien entgegennehmen
    Sitzungen verwalten
    APIs bereitstellen
    externe Dienste anbinden
    mit sensiblen Daten arbeiten

Merksatz:

    Je mehr Eingaben und Schnittstellen eine Anwendung hat,
    desto größer ist die Angriffsfläche.

---

**Eingaben als Risiko**

Viele Webangriffe beginnen mit Benutzereingaben.

Beispiele für Eingaben:

    Loginformular
    Suchfeld
    Kontaktformular
    URL-Parameter
    Cookie
    HTTP-Header
    Datei-Upload
    API-Request
    JSON-Daten
    Formularfelder

Problem:

    Die Anwendung vertraut Eingaben zu stark
    oder verarbeitet sie unsicher.

Merksatz:

    Benutzereingaben niemals blind vertrauen.

---

**Client und Server unterscheiden**

Client:

    Browser oder App des Benutzers

Server:

    Webserver,
    Anwendung,
    API
    oder Backend-System

Wichtig:

    Prüfungen im Browser allein reichen nicht aus.

Warum?

    Ein Angreifer kann Browserprüfungen umgehen
    und direkt eigene Anfragen an den Server senden.

Merksatz:

    Sicherheitsprüfungen müssen serverseitig erfolgen.

---

**Frontend-Validierung**

Frontend-Validierung prüft Eingaben im Browser.

Beispiel:

    Pflichtfeld prüfen
    E-Mail-Format prüfen
    Zeichenanzahl begrenzen

Vorteil:

    bessere Benutzerführung

Nachteil:

    leicht umgehbar

Merksatz:

    Frontend-Validierung hilft Benutzern,
    ist aber keine Sicherheitsgrenze.

---

**Backend-Validierung**

Backend-Validierung prüft Eingaben auf dem Server.

Sie ist sicherheitsrelevant.

Beispiele:

    Datentyp prüfen
    Wertebereich prüfen
    erlaubte Zeichen prüfen
    Dateityp prüfen
    Berechtigung prüfen
    Pflichtfelder prüfen
    Länge begrenzen

Merksatz:

    Sicherheitsrelevante Prüfung gehört ins Backend.

---

**SQL Injection**

SQL Injection ist ein Angriff auf Datenbankabfragen.

Dabei schleust ein Angreifer SQL-Code in Eingaben ein.

Ziel:

    Daten auslesen
    Daten verändern
    Login umgehen
    Daten löschen
    Datenbankstruktur ausspähen
    Rechte ausweiten

Merksatz:

    SQL Injection nutzt unsicher zusammengesetzte Datenbankabfragen aus.

---

**SQL Injection einfach erklärt**

Eine Anwendung erwartet zum Beispiel:

    Benutzername

    und

    Passwort

Wenn die Anwendung Eingaben unsicher direkt in SQL einfügt,
kann ein Angreifer die Abfrage manipulieren.

Problem:

    Eingabe wird nicht mehr nur als Wert behandelt,
    sondern als Teil des SQL-Befehls.

Merksatz:

    Bei SQL Injection wird Eingabe zu Befehl.

---

**Unsichere SQL-Abfrage als Prinzip**

Unsicheres Prinzip:

    SQL-Befehl wird aus Text und Benutzereingabe zusammengebaut.

Beispielgedanke:

    SELECT ...
    WHERE user = Eingabe
    AND password = Eingabe

Wenn Eingabe nicht sauber behandelt wird,
kann sie die Logik der Abfrage verändern.

Merksatz:

    SQL nicht durch ungeprüftes Zusammenkleben von Text und Eingaben bauen.

---

**Folgen von SQL Injection**

Mögliche Folgen:

    Login ohne gültiges Passwort
    Auslesen von Kundendaten
    Auslesen von Passworthashes
    Verändern von Datensätzen
    Löschen von Tabellen
    Manipulation von Bestellungen
    Zugriff auf interne Informationen
    vollständige Kompromittierung der Anwendung

Merksatz:

    SQL Injection kann sehr schwere Datenbankangriffe ermöglichen.

---

**Schutz vor SQL Injection**

Wichtige Schutzmaßnahmen:

    Prepared Statements
    parametrisierte Abfragen
    Eingabevalidierung
    keine SQL-Verkettung mit Benutzereingaben
    Rechte der Datenbankbenutzer begrenzen
    Fehlermeldungen nicht detailliert ausgeben
    Code Reviews
    Web Application Firewall als zusätzliche Schicht

Merksatz:

    Parametrisierte Abfragen sind die wichtigste Maßnahme gegen SQL Injection.

---

**Prepared Statements**

Prepared Statements trennen SQL-Befehl und Werte.

Die Datenbank erkennt:

    Das ist der SQL-Befehl.

    Das sind nur Werte.

Dadurch wird verhindert,
dass Benutzereingaben als SQL-Code ausgeführt werden.

Merksatz:

    Prepared Statements behandeln Eingaben als Daten,
    nicht als Befehl.

---

**Datenbankrechte begrenzen**

Die Webanwendung sollte nicht mit einem Datenbankkonto arbeiten,
das mehr Rechte hat als nötig.

Beispiel:

    Anwendung muss nur lesen und schreiben,
    aber keine Tabellen löschen.

Dann sollte das Datenbankkonto auch keine DROP-Rechte haben.

Merksatz:

    Weniger Datenbankrechte begrenzen Schaden bei Angriffen.

---

**Cross-Site Scripting**

Cross-Site Scripting wird abgekürzt:

    XSS

Bei XSS wird schädlicher Code in eine Webseite eingeschleust,
der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird.

Meist geht es um JavaScript im Browser.

Merksatz:

    XSS greift Benutzer über die Webseite und den Browser an.

---

**XSS einfach erklärt**

Eine Webseite zeigt Benutzereingaben wieder an.

Beispiel:

    Kommentar
    Profilname
    Suchbegriff
    Chatnachricht

Wenn die Eingabe nicht korrekt behandelt wird,
kann ein Angreifer Skriptcode einfügen.

Dieser Code läuft dann im Browser anderer Benutzer.

Merksatz:

    XSS entsteht,
    wenn Eingaben ungefiltert als aktive Webseite ausgegeben werden.

---

**Folgen von XSS**

Mögliche Folgen:

    Session-Cookies stehlen
    Benutzeraktionen auslösen
    Webseiteninhalt manipulieren
    Phishing innerhalb echter Webseite
    Tokens auslesen
    Benutzer umleiten
    Schadcode nachladen
    Formulardaten abgreifen

Merksatz:

    XSS kann echte Webseiten für Angriffe gegen Benutzer missbrauchen.

---

**Stored XSS**

Stored XSS bedeutet:

    Schadcode wird dauerhaft gespeichert.

Beispiel:

    Kommentar mit Schadcode wird in Datenbank gespeichert.

Wenn andere Benutzer die Seite öffnen,
wird der Schadcode ausgeführt.

Merksatz:

    Stored XSS bleibt gespeichert und trifft mehrere Benutzer.

---

**Reflected XSS**

Reflected XSS bedeutet:

    Schadcode wird über eine Anfrage eingeschleust
    und direkt in der Antwort zurückgegeben.

Beispiel:

    manipulierter Link enthält Schadcode.

Benutzer klickt den Link,
die Webseite gibt den Inhalt zurück,
Browser führt ihn aus.

Merksatz:

    Reflected XSS funktioniert oft über manipulierte Links.

---

**DOM-based XSS**

DOM-based XSS entsteht,
wenn JavaScript im Browser unsicher mit Daten arbeitet.

Dabei muss der Schadcode nicht unbedingt vom Server direkt eingefügt werden.

Problematisch sind zum Beispiel:

    unsichere Verarbeitung von URL-Fragmenten
    unsichere DOM-Manipulation
    ungeprüftes innerHTML
    unsichere Client-Skripte

Merksatz:

    DOM-XSS entsteht im Browser durch unsicheren JavaScript-Code.

---

**Schutz vor XSS**

Wichtige Schutzmaßnahmen:

    Ausgaben korrekt escapen
    Eingaben validieren
    Content Security Policy
    HttpOnly Cookies
    Secure Cookies
    SameSite Cookies
    sichere Frameworks nutzen
    keine ungeprüften HTML-Ausgaben
    Code Reviews
    gefährliche Funktionen vermeiden

Merksatz:

    Gegen XSS ist korrektes Escaping bei der Ausgabe besonders wichtig.

---

**Escaping**

Escaping bedeutet:

    Sonderzeichen werden so umgewandelt,
    dass sie nicht als Code ausgeführt werden.

Beispiel:

    Ein kleiner-als-Zeichen wird nicht als HTML-Tag interpretiert,
    sondern als sichtbares Zeichen ausgegeben.

Merksatz:

    Escaping macht aus potenziellem Code normalen Text.

---

**Content Security Policy**

Content Security Policy wird abgekürzt:

    CSP

Eine CSP ist eine Sicherheitsrichtlinie im Browser.

Sie kann festlegen:

    welche Skripte erlaubt sind
    von welchen Quellen Inhalte geladen werden dürfen
    ob Inline-Skripte erlaubt sind
    ob externe Ressourcen erlaubt sind

Merksatz:

    CSP begrenzt,
    welche Inhalte der Browser ausführen darf.

---

**HttpOnly Cookie**

Ein HttpOnly Cookie kann nicht direkt durch JavaScript gelesen werden.

Vorteil:

    erschwert Cookie-Diebstahl bei XSS

Wichtig:

    HttpOnly schützt nicht vor allen XSS-Folgen,
    aber reduziert ein wichtiges Risiko.

Merksatz:

    HttpOnly schützt Cookies vor direktem JavaScript-Zugriff.

---

**Secure Cookie**

Ein Secure Cookie wird nur über HTTPS übertragen.

Vorteil:

    Cookie wird nicht über unverschlüsselte HTTP-Verbindungen gesendet.

Merksatz:

    Secure Cookies gehören zu HTTPS-Webanwendungen.

---

**SameSite Cookie**

SameSite steuert,
ob Cookies bei seitenübergreifenden Anfragen mitgesendet werden.

Es hilft besonders gegen CSRF.

Mögliche Prinzipien:

    streng
    teilweise erlaubt
    ohne Einschränkung

Merksatz:

    SameSite begrenzt Cookie-Versand bei fremden Webseiten.

---

**Cross-Site Request Forgery**

Cross-Site Request Forgery wird abgekürzt:

    CSRF

Bei CSRF wird ein angemeldeter Benutzer dazu gebracht,
unbewusst eine Aktion in einer Webanwendung auszulösen.

Beispiel:

    Benutzer ist im Online-Portal angemeldet.

    Benutzer besucht eine bösartige Webseite.

    Diese Webseite löst im Hintergrund eine Anfrage an das Online-Portal aus.

Merksatz:

    CSRF missbraucht eine bestehende Anmeldung für fremde Aktionen.

---

**CSRF einfach erklärt**

CSRF funktioniert,
weil der Browser bei Anfragen an eine Webseite oft automatisch Cookies mitsendet.

Wenn der Benutzer dort angemeldet ist,
kann die Anfrage als gültig erscheinen.

Mögliche Aktionen:

    E-Mail-Adresse ändern
    Passwortänderung starten
    Bestellung auslösen
    Einstellung ändern
    Benutzer hinzufügen
    Überweisung vorbereiten

Merksatz:

    CSRF nutzt automatisch mitgesendete Sitzungsinformationen aus.

---

**Schutz vor CSRF**

Wichtige Schutzmaßnahmen:

    CSRF-Token
    SameSite Cookies
    Prüfung von Origin oder Referer
    erneute Bestätigung sensibler Aktionen
    MFA oder Passwortabfrage bei kritischen Aktionen
    keine zustandsändernden Aktionen per GET
    saubere Sessionverwaltung

Merksatz:

    CSRF-Token schützen,
    weil fremde Seiten den gültigen Token nicht kennen.

---

**CSRF-Token**

Ein CSRF-Token ist ein zufälliger Wert,
der in Formularen oder Anfragen mitgesendet wird.

Die Anwendung prüft:

    Stimmt der Token zur Sitzung?

Wenn nicht,
wird die Aktion abgelehnt.

Merksatz:

    CSRF-Token beweist,
    dass die Anfrage aus der echten Anwendung kommt.

---

**SQL Injection, XSS und CSRF vergleichen**

| Angriff | Ziel | Kernproblem |
|---|---|---|
| SQL Injection | Datenbank | Eingabe wird Teil von SQL |
| XSS | Browser anderer Benutzer | Eingabe wird als Skript ausgeführt |
| CSRF | angemeldete Sitzung | fremde Seite löst Aktion aus |

Merksatz:

    SQL Injection trifft Datenbank.
    XSS trifft Browser.
    CSRF missbraucht Sitzung.

---

**Directory Traversal**

Directory Traversal bedeutet:

    Ein Angreifer versucht,
    über Pfadangaben auf Dateien außerhalb des erlaubten Bereichs zuzugreifen.

Beispielprinzip:

    Statt erlaubter Datei wird versucht,
    über Pfadbestandteile in übergeordnete Verzeichnisse zu gelangen.

Mögliche Ziele:

    Konfigurationsdateien
    Passwortdateien
    Quellcode
    Logdateien
    Systemdateien

Merksatz:

    Directory Traversal nutzt unsichere Dateipfade aus.

---

**Schutz vor Directory Traversal**

Maßnahmen:

    Dateinamen validieren
    erlaubte Dateien per ID statt Pfad auswählen
    Pfade normalisieren und prüfen
    Zugriff auf festes Verzeichnis begrenzen
    keine direkten Benutzereingaben als Dateipfad nutzen
    Rechte des Webserver-Prozesses begrenzen

Merksatz:

    Benutzer sollten keine freien Systempfade bestimmen können.

---

**File Upload Attack**

Bei einem File Upload Attack lädt ein Angreifer eine gefährliche Datei hoch.

Beispiele:

    ausführbares Skript
    Webshell
    Malware
    manipuliertes Bild
    Datei mit falscher Endung
    übergroße Datei
    Archivbombe

Mögliche Folgen:

    Codeausführung
    Malware-Verteilung
    Speicherüberlastung
    Angriff auf andere Benutzer
    Datenabfluss

Merksatz:

    Datei-Uploads sind gefährlich,
    wenn Inhalt,
    Typ
    und Speicherort nicht geprüft werden.

---

**Schutz bei Datei-Uploads**

Maßnahmen:

    erlaubte Dateitypen begrenzen
    Dateigröße begrenzen
    MIME-Type prüfen
    Dateiendung prüfen
    Inhalt prüfen
    Malware-Scan
    Dateien außerhalb des Webroots speichern
    zufällige Dateinamen verwenden
    Ausführrechte verhindern
    Uploads getrennt verarbeiten

Merksatz:

    Hochgeladene Dateien nie ungeprüft ausführbar speichern.

---

**Webshell**

Eine Webshell ist ein hochgeladenes oder eingeschleustes Skript,
mit dem Angreifer Befehle auf einem Server ausführen können.

Risiko:

    vollständige Serverübernahme
    Datenabfluss
    weitere Angriffe
    Backdoor

Merksatz:

    Webshell = Fernsteuerung über Webskript.

---

**Broken Authentication**

Broken Authentication bedeutet:

    Die Anmeldung oder Sitzungsverwaltung ist unsicher.

Beispiele:

    schwache Passwortrichtlinien
    kein MFA
    Session läuft zu lange
    Session-ID wird nicht erneuert
    unsichere Passwortzurücksetzung
    Tokens werden unsicher gespeichert
    Brute Force nicht begrenzt

Merksatz:

    Broken Authentication gefährdet Benutzerkonten und Sitzungen.

---

**Schutz gegen Broken Authentication**

Maßnahmen:

    MFA
    starke Passwortrichtlinien
    Passwortmanager unterstützen
    Rate Limiting
    sichere Passwortzurücksetzung
    Session-Rotation nach Login
    kurze Sitzungslaufzeiten je nach Risiko
    sichere Token-Speicherung
    Login-Monitoring

Merksatz:

    Anmeldung und Sitzungen müssen besonders geschützt werden.

---

**Broken Access Control**

Broken Access Control bedeutet:

    Benutzer können auf Funktionen oder Daten zugreifen,
    für die sie keine Berechtigung haben.

Beispiele:

    Benutzer sieht fremde Rechnung
    normaler Benutzer ruft Adminfunktion auf
    URL-ID wird geändert und fremde Daten erscheinen
    API gibt mehr Daten zurück als erlaubt
    versteckte Schaltfläche reicht als Schutz

Merksatz:

    Zugriffskontrolle muss serverseitig geprüft werden.

---

**IDOR**

IDOR steht für:

    Insecure Direct Object Reference

Dabei kann ein Benutzer durch Änderung einer ID auf fremde Objekte zugreifen.

Beispiel:

    /rechnung/1001

wird geändert zu:

    /rechnung/1002

Wenn die Anwendung nicht prüft,
ob diese Rechnung zum Benutzer gehört,
liegt ein Fehler vor.

Merksatz:

    IDOR ist fehlende Zugriffskontrolle bei direkten Objekt-IDs.

---

**Schutz gegen Broken Access Control**

Maßnahmen:

    serverseitige Berechtigungsprüfung
    Rollen- und Rechtekonzept
    Zugriff pro Objekt prüfen
    keine Sicherheit nur über versteckte Buttons
    Standardmäßig Zugriff verweigern
    Adminfunktionen getrennt schützen
    API-Berechtigungen prüfen
    Tests mit verschiedenen Benutzerrollen

Merksatz:

    Jeder Zugriff muss auf dem Server autorisiert werden.

---

**Unsichere API**

APIs sind Schnittstellen zwischen Anwendungen.

Risiken:

    fehlende Authentifizierung
    fehlende Autorisierung
    zu viele Daten in Antwort
    keine Rate Limits
    unsichere Tokens
    unsichere CORS-Konfiguration
    fehlende Eingabeprüfung
    detaillierte Fehlermeldungen

Merksatz:

    APIs brauchen dieselben Sicherheitsprüfungen wie Weboberflächen.

---

**CORS**

CORS steht für:

    Cross-Origin Resource Sharing

CORS steuert,
welche fremden Webseiten im Browser auf eine API zugreifen dürfen.

Unsichere CORS-Konfigurationen können gefährlich sein,
wenn zu viele Ursprünge erlaubt werden.

Merksatz:

    CORS regelt Browserzugriffe zwischen verschiedenen Ursprüngen.

---

**Rate Limiting bei APIs**

APIs sollten Anfragen begrenzen.

Schutz gegen:

    Brute Force
    Scraping
    DDoS auf Anwendungsebene
    Missbrauch von API-Schlüsseln
    unbeabsichtigte Überlastung

Merksatz:

    APIs brauchen Rate Limits gegen Missbrauch und Überlastung.

---

**Unsichere Fehlerausgaben**

Fehlermeldungen können Angreifern helfen.

Problematische Informationen:

    Datenbankfehler
    Pfade
    Stacktraces
    Versionsnummern
    interne IP-Adressen
    verwendete Frameworks
    SQL-Abfragen
    geheime Konfigurationen

Merksatz:

    Fehlermeldungen für Benutzer knapp,
    Details nur intern loggen.

---

**Security Headers**

Security Headers sind HTTP-Header,
die Browser-Sicherheitsfunktionen steuern.

Beispiele:

    Content-Security-Policy
    Strict-Transport-Security
    X-Content-Type-Options
    Referrer-Policy
    X-Frame-Options oder frame-ancestors

Merksatz:

    Security Headers härten Webanwendungen im Browser.

---

**HSTS**

HSTS steht für:

    HTTP Strict Transport Security

HSTS weist Browser an,
eine Webseite nur per HTTPS aufzurufen.

Vorteil:

    Schutz vor Downgrade auf HTTP

Merksatz:

    HSTS erzwingt HTTPS im Browser.

---

**Clickjacking**

Clickjacking bedeutet:

    Benutzer werden dazu gebracht,
    auf etwas zu klicken,
    ohne zu erkennen,
    was sie tatsächlich anklicken.

Oft wird eine echte Webseite unsichtbar oder überlagert eingebettet.

Schutz:

    X-Frame-Options
    Content-Security-Policy frame-ancestors

Merksatz:

    Clickjacking täuscht Benutzer bei Klickaktionen.

---

**Unsichere Konfiguration**

Unsichere Webkonfigurationen sind häufig.

Beispiele:

    Standardpasswörter
    Debug-Modus aktiv
    Verzeichnislisting aktiv
    unnötige Dienste
    alte TLS-Versionen
    unsichere Cipher Suites
    fehlende Security Headers
    Adminoberfläche öffentlich erreichbar
    Testdaten in Produktion
    Beispielseiten aktiv

Merksatz:

    Sichere Webanwendungen brauchen sichere Konfiguration.

---

**Verzeichnislisting**

Verzeichnislisting bedeutet:

    Webserver zeigt den Inhalt eines Ordners an,
    wenn keine Startdatei vorhanden ist.

Risiko:

    Dateien werden sichtbar,
    die nicht sichtbar sein sollten.

Beispiele:

    Backups
    alte Versionen
    Konfigurationsdateien
    Uploads
    Skripte

Merksatz:

    Verzeichnislisting auf Webservern deaktivieren.

---

**Web Application Firewall**

Web Application Firewall wird abgekürzt:

    WAF

Eine WAF filtert HTTP- und HTTPS-Anfragen.

Sie kann helfen gegen:

    SQL Injection
    XSS
    bekannte Angriffsmuster
    bösartige Bots
    verdächtige Parameter
    bestimmte Protokollverstöße

Wichtig:

    Eine WAF ersetzt keine sichere Programmierung.

Merksatz:

    WAF ist zusätzliche Schutzschicht,
    kein Ersatz für sicheren Code.

---

**Secure Coding**

Secure Coding bedeutet:

    Software wird von Anfang an sicher entwickelt.

Dazu gehören:

    Eingabevalidierung
    Ausgabe-Escaping
    parametrisierte Datenbankabfragen
    sichere Authentifizierung
    Zugriffskontrolle
    sichere Fehlerbehandlung
    sichere Sessionverwaltung
    sichere Dateiverarbeitung
    Code Reviews
    Sicherheitstests

Merksatz:

    Sicherheit muss in der Entwicklung mitgedacht werden.

---

**Code Review**

Code Review bedeutet:

    Quellcode wird von anderen Personen geprüft.

Ziele:

    Fehler finden
    Sicherheitsprobleme erkennen
    Qualität verbessern
    Wissen teilen
    Standards einhalten

Merksatz:

    Code Reviews helfen,
    Sicherheitsfehler früh zu finden.

---

**Penetrationstest**

Ein Penetrationstest ist eine geplante Sicherheitsprüfung,
bei der Systeme kontrolliert auf Schwachstellen getestet werden.

Wichtig:

    klarer Auftrag
    definierter Umfang
    erlaubter Zeitraum
    Dokumentation
    keine unkontrollierte Beschädigung
    Bericht mit Maßnahmen

Merksatz:

    Penetrationstest ist kontrollierte Angriffssimulation.

---

**Schwachstellenscan**

Ein Schwachstellenscan sucht automatisiert nach bekannten Schwachstellen.

Er prüft zum Beispiel:

    veraltete Software
    offene Ports
    bekannte CVEs
    unsichere Dienste
    fehlende Patches
    schwache TLS-Konfiguration

Merksatz:

    Schwachstellenscan findet bekannte Probleme,
    ersetzt aber keinen vollständigen Penetrationstest.

---

**OWASP**

OWASP steht für:

    Open Worldwide Application Security Project

OWASP ist bekannt für Sicherheitswissen zu Webanwendungen,
zum Beispiel Listen häufiger Webrisiken.

Für Prüfungen ist wichtig:

    Webanwendungen brauchen systematische Sicherheitsmaßnahmen.

Merksatz:

    OWASP steht für praxisnahes Webanwendungs-Sicherheitswissen.

---

**Typische Webschutzmaßnahmen**

Wichtige Maßnahmen:

    Eingaben validieren
    Ausgaben escapen
    Prepared Statements
    CSRF-Token
    sichere Cookies
    Security Headers
    HTTPS
    HSTS
    MFA
    Rate Limiting
    Rollen- und Rechteprüfung
    sichere Datei-Uploads
    sichere Fehlerbehandlung
    Logging
    Monitoring
    Code Reviews
    WAF
    Patchmanagement

Merksatz:

    Websicherheit braucht sichere Entwicklung,
    sichere Konfiguration
    und Überwachung.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist SQL Injection?
    - Wie schützt man sich vor SQL Injection?
    - Was sind Prepared Statements?
    - Was ist Cross-Site Scripting?
    - Was ist der Unterschied zwischen Stored XSS und Reflected XSS?
    - Wie schützt man sich vor XSS?
    - Was ist Cross-Site Request Forgery?
    - Wie schützen CSRF-Token?
    - Was ist Directory Traversal?
    - Warum sind Datei-Uploads gefährlich?
    - Was ist eine Webshell?
    - Was bedeutet Broken Authentication?
    - Was bedeutet Broken Access Control?
    - Was ist IDOR?
    - Warum muss Zugriff serverseitig geprüft werden?
    - Was ist CORS?
    - Warum brauchen APIs Rate Limiting?
    - Was ist HSTS?
    - Was ist Clickjacking?
    - Was ist eine WAF?
    - Warum ersetzt eine WAF keine sichere Programmierung?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Frontend-Validierung ist keine Sicherheitsgrenze.

    Sicherheitsprüfung gehört ins Backend.

    SQL Injection betrifft Datenbankabfragen.

    Prepared Statements schützen gegen SQL Injection.

    XSS betrifft Browser anderer Benutzer.

    XSS-Schutz braucht korrektes Escaping.

    Stored XSS wird gespeichert.

    Reflected XSS kommt über Anfrage zurück.

    DOM-XSS entsteht im Browser.

    CSRF missbraucht bestehende Anmeldung.

    CSRF ist nicht dasselbe wie XSS.

    SameSite Cookies helfen gegen CSRF.

    Directory Traversal nutzt Dateipfade aus.

    Datei-Uploads nie ungeprüft ausführbar speichern.

    Webshell kann Server fernsteuerbar machen.

    Broken Authentication betrifft Anmeldung und Sitzung.

    Broken Access Control betrifft Berechtigungen.

    Versteckte Buttons sind keine Zugriffskontrolle.

    IDOR entsteht durch fehlende Objektprüfung.

    APIs brauchen Authentifizierung,
    Autorisierung
    und Rate Limits.

    Fehlerdetails nicht öffentlich anzeigen.

    HSTS erzwingt HTTPS.

    WAF ersetzt keinen sicheren Code.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Webangriff | Angriff auf Webanwendung oder API |
| Eingabevalidierung | Prüfung von Benutzereingaben |
| Frontend | Browser- oder Client-Seite |
| Backend | Server-Seite |
| SQL Injection | Einschleusen von SQL-Code |
| Prepared Statement | getrennte SQL-Abfrage mit Parametern |
| XSS | Cross-Site Scripting |
| Stored XSS | dauerhaft gespeichertes XSS |
| Reflected XSS | XSS über zurückgespiegelte Anfrage |
| DOM-XSS | XSS durch Browser-DOM-Verarbeitung |
| Escaping | Umwandeln von Sonderzeichen |
| CSP | Content Security Policy |
| HttpOnly | Cookie nicht per JavaScript lesbar |
| Secure Cookie | Cookie nur über HTTPS |
| SameSite | Cookie-Regel für fremde Seiten |
| CSRF | Cross-Site Request Forgery |
| CSRF-Token | Schutzwert gegen CSRF |
| Directory Traversal | Zugriff über manipulierte Pfade |
| File Upload Attack | Angriff über hochgeladene Datei |
| Webshell | Webskript zur Fernsteuerung |
| Broken Authentication | unsichere Anmeldung oder Sitzung |
| Broken Access Control | fehlerhafte Zugriffskontrolle |
| IDOR | Zugriff über unsichere Objekt-ID |
| API | Programmierschnittstelle |
| CORS | Cross-Origin Resource Sharing |
| Rate Limiting | Begrenzung von Anfragen |
| Security Headers | HTTP-Sicherheitsheader |
| HSTS | HTTPS-Erzwingung |
| Clickjacking | Täuschung bei Klickaktionen |
| WAF | Web Application Firewall |
| Secure Coding | sichere Softwareentwicklung |
| Code Review | Prüfung von Quellcode |
| Penetrationstest | kontrollierte Angriffssimulation |
| Schwachstellenscan | automatisierte Suche bekannter Schwachstellen |
| OWASP | Organisation für Webanwendungssicherheit |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Webangriffe richten sich gegen Webanwendungen, APIs, Sitzungen, Eingaben und Datenbanken. SQL Injection entsteht, wenn Benutzereingaben unsicher in Datenbankabfragen eingebaut werden; Schutz bieten Prepared Statements und parametrisierte Abfragen. Cross-Site Scripting schleust Skriptcode in Webseiten ein, der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird; Schutz bieten korrektes Escaping, sichere Frameworks, Content Security Policy und sichere Cookies. Cross-Site Request Forgery missbraucht eine bestehende Anmeldung, um ungewollte Aktionen auszulösen; Schutz bieten CSRF-Token und SameSite Cookies. Weitere Risiken sind unsichere Datei-Uploads, Directory Traversal, Broken Authentication, Broken Access Control, unsichere APIs und unsichere Konfiguration. Eine WAF kann unterstützen, ersetzt aber keine sichere Programmierung.

---

**Merksätze**

    Webanwendungen sind häufig öffentlich erreichbar.

    Benutzereingaben niemals blind vertrauen.

    Frontend-Prüfung ist keine Sicherheitsgrenze.

    Sicherheitsprüfung gehört ins Backend.

    SQL Injection macht Eingabe zu SQL-Befehl.

    Prepared Statements trennen Befehl und Wert.

    Datenbankrechte begrenzen.

    XSS führt Skript im Browser aus.

    Stored XSS wird gespeichert.

    Reflected XSS kommt über Anfrage zurück.

    DOM-XSS entsteht im Browser.

    Escaping macht Code zu Text.

    CSP begrenzt ausführbare Inhalte.

    HttpOnly schützt Cookies vor JavaScript-Zugriff.

    Secure Cookie nur über HTTPS.

    SameSite hilft gegen CSRF.

    CSRF missbraucht bestehende Anmeldung.

    CSRF-Token schützt vor fremden Aktionen.

    SQL Injection,
    XSS
    und CSRF nicht verwechseln.

    Directory Traversal nutzt Pfade aus.

    Datei-Uploads streng prüfen.

    Webshell bedeutet Fernsteuerungsrisiko.

    Broken Authentication betrifft Anmeldung.

    Broken Access Control betrifft Rechte.

    IDOR ist fehlende Objektberechtigung.

    APIs brauchen dieselbe Sicherheit wie Weboberflächen.

    CORS nicht zu breit erlauben.

    Rate Limiting schützt APIs.

    Fehlerdetails nicht öffentlich anzeigen.

    Security Headers härten Browser-Schutz.

    HSTS erzwingt HTTPS.

    Clickjacking täuscht Klicks.

    WAF ist Zusatzschutz.

    WAF ersetzt keinen sicheren Code.

    Secure Coding früh einplanen.

    Code Reviews finden Fehler früh.

    Schwachstellenscan findet bekannte Probleme.

    Penetrationstest prüft kontrolliert tiefer.

# 16.6 Schwachstellen, Patchmanagement und Hardening

Schwachstellen sind Sicherheitslücken,
die von Angreifern ausgenutzt werden können.

Sie können entstehen durch:

    - Programmierfehler
    - veraltete Software
    - unsichere Standardkonfiguration
    - schwache Passwörter
    - fehlende Zugriffskontrolle
    - offene Ports
    - unnötige Dienste
    - falsche Berechtigungen
    - unsichere Protokolle
    - fehlende Updates
    - menschliche Fehler

Merksatz:

    Eine Schwachstelle ist eine ausnutzbare Sicherheitslücke.

---

**Warum Schwachstellen gefährlich sind**

Schwachstellen können dazu führen,
dass Angreifer:

    Systeme übernehmen
    Daten auslesen
    Daten verändern
    Dienste stören
    Malware einschleusen
    Rechte ausweiten
    interne Systeme erreichen
    Sicherheitsfunktionen umgehen

Merksatz:

    Schwachstellen sind oft der Einstiegspunkt für Angriffe.

---

**Schwachstelle, Bedrohung und Risiko unterscheiden**

| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Schwachstelle | ausnutzbare Lücke | ungepatchter Server |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis | Angreifer nutzt Lücke aus |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung | Serverübernahme mit Datenabfluss |

Merksatz:

    Schwachstelle ist die Lücke.
    Bedrohung ist das mögliche Ereignis.
    Risiko ist die bewertete Gefahr.

---

**Beispiele für technische Schwachstellen**

Typische technische Schwachstellen:

    veraltetes Betriebssystem
    ungepatchter Webserver
    veraltete VPN-Appliance
    unsichere TLS-Version
    Standardpasswort
    offener RDP-Port
    öffentlich erreichbare Datenbank
    unsichere API
    fehlende Eingabeprüfung
    fehlerhafte Zugriffskontrolle
    veraltete Bibliothek
    unsicheres Container-Image

Merksatz:

    Technische Schwachstellen entstehen oft durch alte Versionen oder falsche Konfiguration.

---

**Beispiele für organisatorische Schwachstellen**

Organisatorische Schwachstellen sind zum Beispiel:

    keine Zuständigkeiten
    keine regelmäßigen Updates
    keine Rechteprüfung
    kein Backup-Konzept
    keine Restore-Tests
    keine Sicherheitsrichtlinie
    kein Offboarding-Prozess
    keine Dokumentation
    keine Notfallplanung
    keine Schulung

Merksatz:

    Organisation kann genauso Schwachstelle sein wie Technik.

---

**Beispiele für menschliche Schwachstellen**

Menschliche Schwachstellen entstehen durch:

    fehlendes Sicherheitsbewusstsein
    Passwort-Wiederverwendung
    unkritisches Öffnen von Anhängen
    Bestätigen unbekannter MFA-Anfragen
    Weitergabe von Zugangsdaten
    Umgehen von Prozessen
    fehlende Schulung
    Zeitdruck
    Gewohnheit

Merksatz:

    Menschen brauchen klare Prozesse und Schulung,
    nicht nur technische Regeln.

---

**CVE**

CVE steht für:

    Common Vulnerabilities and Exposures

CVE ist eine standardisierte Kennung für bekannte Schwachstellen.

Beispielprinzip:

    CVE-Jahr-Nummer

Eine CVE beschreibt eine bekannte Schwachstelle,
damit Hersteller,
Administratoren
und Sicherheitswerkzeuge eindeutig darüber sprechen können.

Merksatz:

    CVE ist eine eindeutige Kennung für bekannte Schwachstellen.

---

**CVSS**

CVSS steht für:

    Common Vulnerability Scoring System

CVSS bewertet,
wie kritisch eine Schwachstelle ist.

Der Wert liegt üblicherweise zwischen:

    0,0
    und
    10,0

Je höher der Wert,
desto kritischer ist die Schwachstelle.

Merksatz:

    CVSS bewertet die Kritikalität einer Schwachstelle.

---

**CVSS richtig einordnen**

Ein hoher CVSS-Wert bedeutet:

    Schwachstelle ist technisch kritisch.

Aber für die Praxis muss zusätzlich geprüft werden:

    Ist das System betroffen?
    Ist der Dienst erreichbar?
    Gibt es bereits Ausnutzung?
    Gibt es Schutzmaßnahmen?
    Sind sensible Daten betroffen?
    Ist das System geschäftskritisch?
    Gibt es einen Patch?
    Gibt es einen Workaround?

Merksatz:

    CVSS hilft bei Priorisierung,
    ersetzt aber keine Risikoanalyse.

---

**Exploit**

Ein Exploit ist eine Methode oder ein Code,
mit dem eine Schwachstelle ausgenutzt wird.

Beispiele:

    Exploit für veralteten Webserver
    Exploit für ungepatchte VPN-Appliance
    Exploit für fehlerhafte Bibliothek
    Exploit für unsichere Eingabeprüfung

Merksatz:

    Exploit = Ausnutzung einer Schwachstelle.

---

**Zero-Day-Schwachstelle**

Eine Zero-Day-Schwachstelle ist eine Schwachstelle,
für die noch kein Patch verfügbar ist
oder die dem Hersteller noch nicht bekannt ist.

Ein Zero-Day-Angriff nutzt diese Schwachstelle aus.

Schutz ist schwieriger,
aber möglich durch:

    Defense in Depth
    Least Privilege
    Netzwerksegmentierung
    EDR
    WAF
    Monitoring
    Härtung
    schnelle Reaktion

Merksatz:

    Zero-Day bedeutet:
    Angriff vor verfügbarem regulärem Patch.

---

**Patch**

Ein Patch ist eine Korrektur oder Aktualisierung.

Ein Patch kann beheben:

    Sicherheitslücke
    Programmfehler
    Stabilitätsproblem
    Kompatibilitätsproblem

Merksatz:

    Patch = Korrektur oder Sicherheitsupdate.

---

**Update und Upgrade unterscheiden**

Update:

    kleinere Aktualisierung
    Fehlerbehebung
    Sicherheitskorrektur
    Versionspflege

Upgrade:

    größere Versionsänderung
    neue Hauptversion
    neue Funktionen
    größere technische Änderung

Merksatz:

    Update ist meist kleiner.
    Upgrade ist meist größer.

---

**Patchmanagement**

Patchmanagement bedeutet:

    Updates werden geplant,
    geprüft,
    verteilt
    und kontrolliert.

Patchmanagement betrifft:

    Betriebssysteme
    Anwendungen
    Browser
    Serverdienste
    Datenbanken
    Firewalls
    Router
    Switches
    VPN-Gateways
    Firmware
    Container-Images
    Bibliotheken
    Cloud-Systeme

Merksatz:

    Patchmanagement ist die organisierte Verwaltung von Sicherheitsupdates.

---

**Warum Patchmanagement wichtig ist**

Viele erfolgreiche Angriffe nutzen bekannte Schwachstellen,
für die bereits Updates existieren.

Ohne Patchmanagement bleiben Systeme unnötig angreifbar.

Typische Folgen:

    Malware-Infektion
    Ransomware
    Datenabfluss
    Systemübernahme
    Ausfall
    laterale Bewegung im Netzwerk

Merksatz:

    Ungepatchte Systeme sind leichte Ziele.

---

**Patchmanagement-Ablauf**

Ein sinnvoller Ablauf:

    1. Systeme inventarisieren.
    2. Schwachstelleninformationen prüfen.
    3. Betroffenheit bewerten.
    4. Kritikalität priorisieren.
    5. Patch testen.
    6. Wartungsfenster planen.
    7. Patch ausrollen.
    8. Funktion prüfen.
    9. Erfolg dokumentieren.
    10. Rest-Risiken bewerten.

Merksatz:

    Patchmanagement braucht Überblick,
    Priorisierung,
    Test
    und Dokumentation.

---

**Inventarisierung**

Inventarisierung bedeutet:

    Es wird erfasst,
    welche Systeme,
    Software,
    Versionen
    und Komponenten vorhanden sind.

Ohne Inventar ist unklar:

    Welche Systeme sind betroffen?
    Welche Version läuft?
    Wer ist verantwortlich?
    Wo muss gepatcht werden?
    Welche Systeme sind kritisch?

Merksatz:

    Was nicht bekannt ist,
    kann nicht zuverlässig gepatcht werden.

---

**Asset**

Ein Asset ist ein Wert oder eine Ressource,
die geschützt werden muss.

Beispiele:

    Server
    Notebook
    Anwendung
    Datenbank
    Firewall
    Switch
    Cloud-Ressource
    Benutzerkonto
    Datenbestand
    Zertifikat
    API-Schlüssel

Merksatz:

    Asset = schützenswerte Ressource.

---

**Asset Management**

Asset Management bedeutet:

    IT-Ressourcen werden erfasst,
    verwaltet
    bewertet
    und über ihren Lebenszyklus verfolgt.

Wichtig für:

    Patchmanagement
    Lizenzmanagement
    Sicherheitsbewertung
    Kostenkontrolle
    Verantwortlichkeiten
    Notfallplanung

Merksatz:

    Asset Management ist Grundlage für geordneten IT-Betrieb.

---

**Priorisierung von Patches**

Nicht alle Patches können immer gleichzeitig installiert werden.

Priorisierung nach:

    Kritikalität der Schwachstelle
    Ausnutzbarkeit
    betroffene Systeme
    öffentliche Erreichbarkeit
    Geschäftskritikalität
    vorhandene Schutzmaßnahmen
    bekannte Angriffe
    Datenklassifizierung
    Aufwand und Risiko des Updates

Merksatz:

    Kritische,
    ausnutzbare
    und öffentlich erreichbare Systeme zuerst patchen.

---

**Notfallpatch**

Ein Notfallpatch wird schnell eingespielt,
wenn eine Schwachstelle besonders kritisch ist.

Beispiele:

    aktive Ausnutzung bekannt
    öffentlich erreichbarer Dienst betroffen
    Ransomware nutzt Lücke aus
    keine ausreichende Schutzmaßnahme vorhanden

Merksatz:

    Kritische Schwachstellen können außerplanmäßige Updates erfordern.

---

**Wartungsfenster**

Ein Wartungsfenster ist ein geplanter Zeitraum,
in dem Änderungen durchgeführt werden.

Ziele:

    Benutzer informieren
    Ausfallzeit planen
    Risiken reduzieren
    Rollback vorbereiten
    Verantwortliche erreichbar halten

Merksatz:

    Wartungsfenster machen Änderungen planbar.

---

**Rollback**

Rollback bedeutet:

    Eine Änderung wird zurückgenommen.

Beispiele:

    Patch deinstallieren
    Snapshot zurückspielen
    Konfiguration wiederherstellen
    alte Version aktivieren
    Backup wiederherstellen

Wichtig:

    Rollback muss vor der Änderung geplant sein.

Merksatz:

    Jede kritische Änderung braucht einen Rückweg.

---

**Patch testen**

Patches sollten geprüft werden,
besonders bei kritischen Systemen.

Zu prüfen:

    startet das System?
    läuft die Anwendung?
    funktionieren Dienste?
    gibt es Kompatibilitätsprobleme?
    funktionieren Schnittstellen?
    sind Performance-Probleme entstanden?
    funktioniert Backup weiterhin?

Merksatz:

    Patchen ohne Test kann neue Störungen erzeugen.

---

**Patch-Erfolg prüfen**

Nach dem Patchen muss geprüft werden:

    Version aktualisiert?
    Schwachstelle geschlossen?
    Dienste laufen?
    Logs unauffällig?
    Monitoring grün?
    Benutzer können arbeiten?
    Schwachstellenscan bestätigt Erfolg?

Merksatz:

    Patch abgeschlossen heißt:
    Wirkung und Betrieb geprüft.

---

**Patchmanagement und Dokumentation**

Dokumentiert werden sollten:

    betroffene Systeme
    alte Version
    neue Version
    Zeitpunkt
    Verantwortlicher
    Grund
    Testergebnis
    Rollback-Plan
    bekannte Probleme
    offene Rest-Risiken

Merksatz:

    Dokumentation macht Änderungen nachvollziehbar.

---

**Firmware-Updates**

Firmware ist Software,
die direkt auf Geräten läuft.

Betroffene Geräte:

    Router
    Switches
    Firewalls
    Access Points
    Drucker
    NAS
    Serverhardware
    SSDs
    IoT-Geräte

Firmware-Updates sind wichtig,
weil Netzwerkgeräte oft dauerhaft erreichbar und sicherheitskritisch sind.

Merksatz:

    Auch Netzwerkgeräte und Firmware müssen gepatcht werden.

---

**Patchmanagement bei Netzwerkgeräten**

Bei Netzwerkgeräten besonders beachten:

    Konfiguration sichern
    Firmware-Kompatibilität prüfen
    Wartungsfenster planen
    Redundanz prüfen
    Zugriff nach Update testen
    Rollback-Möglichkeit prüfen
    Monitoring beobachten

Merksatz:

    Netzwerkgeräte-Updates brauchen besondere Vorsicht,
    weil sie Verbindungen beeinflussen.

---

**Patchmanagement bei Servern**

Bei Servern beachten:

    Dienste prüfen
    Abhängigkeiten prüfen
    Backups erstellen
    Wartungsfenster planen
    Neustarts berücksichtigen
    Anwendungskompatibilität prüfen
    Monitoring nach Update prüfen

Merksatz:

    Serverpatches betreffen oft mehrere Dienste gleichzeitig.

---

**Patchmanagement bei Clients**

Bei Clients beachten:

    Betriebssystemupdates
    Browserupdates
    Office-Updates
    PDF-Reader
    E-Mail-Client
    VPN-Client
    Sicherheitssoftware
    Treiber
    lokale Anwendungen

Merksatz:

    Clients sind häufige Einstiegspunkte und müssen aktuell bleiben.

---

**Patchmanagement bei Cloud**

Cloud-Patchverantwortung hängt vom Service-Modell ab.

IaaS:

    Kunde patcht Betriebssystem,
    Anwendungen
    und eigene Dienste.

PaaS:

    Anbieter patcht Plattform,
    Kunde patcht Anwendung,
    Code
    und Abhängigkeiten.

SaaS:

    Anbieter patcht Anwendung,
    Kunde prüft Einstellungen,
    Benutzer,
    Rechte
    und Sicherheit.

Merksatz:

    Cloud nimmt nicht jede Patchverantwortung ab.

---

**Patchmanagement bei Containern**

Container müssen ebenfalls gepflegt werden.

Zu prüfen:

    Basisimage
    Bibliotheken
    Laufzeitumgebung
    Anwendungscode
    Paketabhängigkeiten
    Secrets im Image
    unsichere Konfiguration
    Container-Registry

Maßnahmen:

    Images regelmäßig neu bauen
    Images scannen
    minimale Images nutzen
    veraltete Images ersetzen
    keine unnötigen Pakete installieren

Merksatz:

    Container-Images altern und müssen aktualisiert werden.

---

**Dependency Management**

Dependency Management bedeutet:

    Abhängigkeiten einer Software werden verwaltet.

Beispiele:

    Bibliotheken
    Frameworks
    Pakete
    Module
    Container-Basisimages
    Plugins

Risiko:

    Eine verwundbare Bibliothek kann die ganze Anwendung gefährden.

Merksatz:

    Auch Abhängigkeiten sind Teil der Sicherheit.

---

**SBOM**

SBOM steht für:

    Software Bill of Materials

Eine SBOM listet Softwarebestandteile einer Anwendung auf.

Beispiele:

    Bibliotheken
    Versionen
    Komponenten
    Abhängigkeiten

Nutzen:

    schneller erkennen,
    ob eine bekannte Schwachstelle betroffen ist.

Merksatz:

    SBOM ist eine Stückliste für Softwarebestandteile.

---

**Schwachstellenscan**

Ein Schwachstellenscan sucht automatisch nach bekannten Schwachstellen.

Er prüft zum Beispiel:

    offene Ports
    Dienstversionen
    bekannte CVEs
    fehlende Patches
    unsichere TLS-Konfiguration
    Standarddienste
    schwache Konfigurationen
    verwundbare Bibliotheken

Merksatz:

    Schwachstellenscan findet bekannte technische Probleme.

---

**Grenzen von Schwachstellenscans**

Ein Schwachstellenscan erkennt nicht alles.

Grenzen:

    unbekannte Schwachstellen
    Logikfehler in Anwendungen
    komplexe Rechtefehler
    falsch bewertete Ergebnisse
    fehlende Zugangsdaten beim Scan
    Fehlalarme
    nicht erreichbare Systeme

Merksatz:

    Schwachstellenscan unterstützt,
    ersetzt aber keine Sicherheitsanalyse.

---

**False Positive und False Negative**

False Positive:

    Ein Problem wird gemeldet,
    obwohl es nicht wirklich besteht.

False Negative:

    Ein Problem wird nicht gemeldet,
    obwohl es besteht.

Merksatz:

    Scan-Ergebnisse müssen bewertet werden.

---

**Penetrationstest**

Ein Penetrationstest ist eine kontrollierte Sicherheitsprüfung,
bei der Angriffe simuliert werden.

Ziel:

    Schwachstellen realistisch prüfen
    Angriffspfade erkennen
    Auswirkungen bewerten
    Maßnahmen ableiten

Wichtig:

    schriftlicher Auftrag
    definierter Umfang
    erlaubter Zeitraum
    klare Regeln
    Abschlussbericht

Merksatz:

    Penetrationstest ist kontrollierte Angriffssimulation.

---

**Schwachstellenscan und Penetrationstest vergleichen**

| Merkmal | Schwachstellenscan | Penetrationstest |
|---|---|---|
| Art | automatisiert | manuell und automatisiert |
| Ziel | bekannte Schwachstellen finden | Angriffswege bewerten |
| Tiefe | eher breit | tiefer und kontextbezogener |
| Ergebnis | Liste möglicher Schwachstellen | bewerteter Sicherheitsbericht |
| Grenze | Fehlalarme möglich | zeitlich und fachlich begrenzt |

Merksatz:

    Scan findet Hinweise.
    Penetrationstest bewertet Angriffsrealität.

---

**Hardening**

Hardening bedeutet:

    Systeme werden sicherer konfiguriert,
    indem unnötige Funktionen entfernt
    und sichere Einstellungen gesetzt werden.

Ziel:

    Angriffsfläche reduzieren

Merksatz:

    Hardening reduziert unnötige Angriffsmöglichkeiten.

---

**Warum Hardening wichtig ist**

Viele Systeme werden mit Standardfunktionen ausgeliefert,
die nicht immer benötigt werden.

Beispiele:

    Standardkonten
    Beispieldateien
    Testseiten
    offene Dienste
    unnötige Module
    alte Protokolle
    unsichere Standardwerte
    Verzeichnislisting

Merksatz:

    Standardkonfiguration ist nicht automatisch sicher.

---

**Hardening-Grundregeln**

Wichtige Grundregeln:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports reduzieren
    Standardpasswörter ändern
    Standardkonten deaktivieren
    sichere Protokolle nutzen
    alte Protokolle abschalten
    Rechte minimieren
    Logging aktivieren
    sichere Konfiguration dokumentieren
    Zugriff beschränken
    Updates einspielen

Merksatz:

    Nur aktivieren,
    was wirklich benötigt wird.

---

**Betriebssystem-Hardening**

Maßnahmen:

    unnötige Dienste deaktivieren
    lokale Firewall aktivieren
    Benutzerrechte begrenzen
    sichere Passwortrichtlinien
    automatische Updates planen
    Protokollierung aktivieren
    unsichere Freigaben entfernen
    Adminzugriffe begrenzen
    Standardkonten prüfen
    Systemdateien schützen

Merksatz:

    Betriebssysteme brauchen sichere Grundkonfiguration.

---

**Server-Hardening**

Maßnahmen:

    nur benötigte Rollen installieren
    Dienste auf notwendige Ports begrenzen
    Adminzugänge beschränken
    TLS korrekt konfigurieren
    Sicherheitsheader setzen
    Fehlerausgaben reduzieren
    Logs aktivieren
    Dateirechte prüfen
    Backup-Zugriff schützen
    Monitoring einrichten

Merksatz:

    Server sollen nur notwendige Dienste bereitstellen.

---

**Webserver-Hardening**

Maßnahmen:

    Verzeichnislisting deaktivieren
    unnötige Module entfernen
    alte TLS-Versionen deaktivieren
    Security Headers setzen
    Fehlermeldungen begrenzen
    Standardseiten entfernen
    Upload-Verzeichnisse absichern
    Dateirechte begrenzen
    Adminoberflächen schützen
    Logs aktivieren

Merksatz:

    Webserver nicht mit unsicheren Standardfunktionen betreiben.

---

**Datenbank-Hardening**

Maßnahmen:

    nicht öffentlich erreichbar machen
    starke Authentifizierung
    Datenbankbenutzerrechte begrenzen
    Standardkonten deaktivieren
    Verschlüsselung prüfen
    Backups schützen
    Logging aktivieren
    Netzwerkzugriff einschränken
    Sicherheitsupdates einspielen
    keine Testdaten in Produktion

Merksatz:

    Datenbanken gehören besonders geschützt.

---

**Netzwerkgeräte-Hardening**

Maßnahmen:

    Standardpasswörter ändern
    Managementzugang beschränken
    unsichere Protokolle deaktivieren
    SSH statt Telnet
    HTTPS statt HTTP
    SNMP sicher konfigurieren
    Firmware aktuell halten
    ungenutzte Ports deaktivieren
    Konfiguration sichern
    Logging an zentralen Server senden

Merksatz:

    Netzwerkgeräte sind sicherheitskritische Infrastruktur.

---

**Client-Hardening**

Maßnahmen:

    keine lokalen Adminrechte
    automatische Updates
    EDR oder Antivirus
    Makros einschränken
    Application Control
    Festplattenverschlüsselung
    Bildschirmsperre
    sichere Browserkonfiguration
    USB-Regeln
    Firewall aktivieren

Merksatz:

    Clients sind häufige Einstiegspunkte und müssen gehärtet werden.

---

**Cloud-Hardening**

Maßnahmen:

    MFA erzwingen
    IAM minimal berechtigen
    öffentliche IPs begrenzen
    Security Groups eng setzen
    Storage nicht öffentlich freigeben
    Audit-Logs aktivieren
    Verschlüsselung aktivieren
    Schlüsselverwaltung klären
    Kostenalarme setzen
    ungenutzte Ressourcen löschen
    Standardrollen prüfen

Merksatz:

    Cloud-Hardening bedeutet sichere Konfiguration von Identitäten,
    Netzwerken,
    Daten
    und Diensten.

---

**Container-Hardening**

Maßnahmen:

    minimale Images verwenden
    keine Root-Ausführung,
    wenn nicht nötig
    keine Secrets im Image
    Images scannen
    nur vertrauenswürdige Registries
    Schreibrechte begrenzen
    Netzwerkzugriffe begrenzen
    Ressourcenlimits setzen
    unnötige Tools entfernen
    Images regelmäßig neu bauen

Merksatz:

    Container sollten klein,
    aktuell
    und rechtearm sein.

---

**Konfigurationsbaseline**

Eine Baseline ist eine festgelegte Standardkonfiguration.

Sie beschreibt,
wie ein System sicher eingerichtet sein soll.

Beispiele:

    erlaubte Dienste
    Passwortregeln
    Logging-Einstellungen
    Firewall-Grundregeln
    Update-Einstellungen
    TLS-Vorgaben
    Rechtevorgaben

Merksatz:

    Baseline = definierter sicherer Grundzustand.

---

**Configuration Drift**

Configuration Drift bedeutet:

    Die tatsächliche Konfiguration weicht von der geplanten Baseline ab.

Ursachen:

    manuelle Änderungen
    Notfalländerungen
    fehlende Dokumentation
    unterschiedliche Installationen
    ungeprüfte Anpassungen

Merksatz:

    Configuration Drift macht Systeme uneinheitlich und schwerer sicher zu betreiben.

---

**Compliance-Scan**

Ein Compliance-Scan prüft,
ob Systeme bestimmte Vorgaben erfüllen.

Beispiele:

    Passwortregeln aktiv?
    Logging aktiv?
    Firewall aktiv?
    Verschlüsselung aktiv?
    unsichere Dienste deaktiviert?
    Standardkonten deaktiviert?
    Patchstand korrekt?

Merksatz:

    Compliance-Scan prüft Einhaltung definierter Sicherheitsvorgaben.

---

**Change Management bei Sicherheit**

Sicherheitsänderungen sollten geplant und dokumentiert werden.

Beispiele:

    Firewall-Regel ändern
    Adminrolle vergeben
    Dienst öffnen
    Patch einspielen
    Zertifikat erneuern
    TLS-Version ändern
    neue VPN-Gruppe erstellen

Merksatz:

    Auch Sicherheitsänderungen brauchen Kontrolle.

---

**Vier-Augen-Prinzip**

Vier-Augen-Prinzip bedeutet:

    kritische Aktionen werden von mindestens zwei Personen geprüft oder freigegeben.

Beispiele:

    Adminrechte vergeben
    Firewall nach außen öffnen
    Backup löschen
    Produktivsystem ändern
    Zahlungsdaten ändern
    kritische Sicherheitseinstellung deaktivieren

Merksatz:

    Vier-Augen-Prinzip reduziert Fehler und Missbrauch.

---

**Regelmäßige Überprüfung**

Sicherheitsmaßnahmen müssen regelmäßig geprüft werden.

Zu prüfen:

    Patchstand
    offene Ports
    Benutzerrechte
    Adminrechte
    Firewall-Regeln
    Backups
    Restore-Tests
    Logs
    Zertifikate
    Cloud-Freigaben
    externe Zugänge

Merksatz:

    Sicherheit ist ein laufender Prozess,
    kein einmaliger Zustand.

---

**Typische Fehler bei Patchmanagement**

Häufige Fehler:

    kein Inventar
    keine Zuständigkeit
    keine Priorisierung
    kritische Systeme werden vergessen
    Updates werden nie getestet
    kein Wartungsfenster
    kein Rollback-Plan
    Erfolg wird nicht geprüft
    Abhängigkeiten werden übersehen
    Firmware wird vergessen
    Container-Images bleiben alt

Merksatz:

    Patchmanagement scheitert oft an Organisation,
    nicht nur an Technik.

---

**Typische Fehler bei Hardening**

Häufige Fehler:

    Standardpasswörter bleiben aktiv
    unnötige Dienste laufen
    offene Ports bleiben erreichbar
    alte Protokolle bleiben erlaubt
    Adminzugänge sind zu breit
    Logs sind deaktiviert
    Fehlermeldungen zeigen Details
    Cloud-Speicher ist öffentlich
    Testsysteme sind ungeschützt
    Baseline wird nicht kontrolliert

Merksatz:

    Hardening muss überprüfbar und dauerhaft gepflegt sein.

---

**Checkliste: Schwachstellen reduzieren**

    Assets erfassen.
    Versionen dokumentieren.
    Schwachstellenmeldungen prüfen.
    Kritikalität bewerten.
    Patches priorisieren.
    Updates testen.
    Wartungsfenster planen.
    Rollback vorbereiten.
    Patches ausrollen.
    Erfolg prüfen.
    Systeme härten.
    unnötige Dienste deaktivieren.
    Rechte begrenzen.
    Logs aktivieren.
    regelmäßige Scans durchführen.
    Maßnahmen dokumentieren.

Merksatz:

    Schwachstellenmanagement verbindet Technik,
    Prozesse
    und Dokumentation.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist eine Schwachstelle?
    - Was ist der Unterschied zwischen Schwachstelle, Bedrohung und Risiko?
    - Was ist eine CVE?
    - Was ist CVSS?
    - Was ist ein Exploit?
    - Was ist ein Zero-Day?
    - Was ist Patchmanagement?
    - Warum ist Patchmanagement wichtig?
    - Welche Systeme müssen gepatcht werden?
    - Warum braucht man ein Inventar?
    - Wie priorisiert man Patches?
    - Was ist ein Notfallpatch?
    - Warum braucht man ein Wartungsfenster?
    - Was bedeutet Rollback?
    - Was ist Hardening?
    - Warum ist Standardkonfiguration nicht automatisch sicher?
    - Was ist eine Baseline?
    - Was bedeutet Configuration Drift?
    - Was ist ein Schwachstellenscan?
    - Was ist der Unterschied zwischen Schwachstellenscan und Penetrationstest?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Schwachstelle,
    Bedrohung
    und Risiko nicht verwechseln.

    CVE benennt bekannte Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Hoher CVSS-Wert ersetzt keine eigene Risikoanalyse.

    Exploit nutzt eine Schwachstelle aus.

    Zero-Day hat noch keinen regulären Patch.

    Patchmanagement ist ein Prozess,
    nicht nur ein Klick auf Update.

    Ohne Inventar kein gutes Patchmanagement.

    Firmware und Netzwerkgeräte nicht vergessen.

    Container-Images müssen ebenfalls aktualisiert werden.

    Cloud nimmt nicht jede Patchpflicht ab.

    Patches priorisieren,
    nicht blind alles gleich behandeln.

    Kritische Systeme brauchen Test und Rollback.

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

    Standardkonfiguration ist nicht automatisch sicher.

    Unnötige Dienste deaktivieren.

    Alte Protokolle abschalten.

    Baseline definiert sicheren Grundzustand.

    Configuration Drift regelmäßig prüfen.

    Schwachstellenscan findet bekannte Probleme,
    aber nicht alles.

    Penetrationstest ist kontrollierte Angriffssimulation.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung eines Schadens |
| Schutzmaßnahme | reduziert Risiko |
| CVE | eindeutige Kennung bekannter Schwachstellen |
| CVSS | Bewertung der Kritikalität einer Schwachstelle |
| Exploit | Ausnutzung einer Schwachstelle |
| Zero-Day | Schwachstelle ohne verfügbaren regulären Patch |
| Patch | Korrektur oder Sicherheitsupdate |
| Update | kleinere Aktualisierung |
| Upgrade | größere Versionsänderung |
| Patchmanagement | organisierte Verwaltung von Updates |
| Inventarisierung | Erfassung vorhandener Systeme |
| Asset | schützenswerte Ressource |
| Asset Management | Verwaltung von IT-Ressourcen |
| Notfallpatch | schneller Patch bei kritischer Schwachstelle |
| Wartungsfenster | geplanter Änderungszeitraum |
| Rollback | Rücknahme einer Änderung |
| Firmware | Software auf Geräten |
| Dependency Management | Verwaltung von Softwareabhängigkeiten |
| SBOM | Stückliste von Softwarebestandteilen |
| Schwachstellenscan | automatisierte Suche bekannter Schwachstellen |
| False Positive | fälschlich gemeldetes Problem |
| False Negative | nicht erkannter echter Fehler |
| Penetrationstest | kontrollierte Angriffssimulation |
| Hardening | sichere Systemhärtung |
| Baseline | definierter sicherer Grundzustand |
| Configuration Drift | Abweichung von Soll-Konfiguration |
| Compliance-Scan | Prüfung auf Einhaltung von Vorgaben |
| Vier-Augen-Prinzip | Prüfung durch mindestens zwei Personen |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Eine Schwachstelle ist eine ausnutzbare Sicherheitslücke in Technik, Konfiguration, Organisation oder Prozessen. Eine Bedrohung ist ein mögliches schädliches Ereignis, während Risiko die Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensauswirkung beschreibt. Bekannte Schwachstellen werden häufig mit CVE-Kennungen beschrieben und mit CVSS nach Kritikalität bewertet. Patchmanagement umfasst das Erfassen betroffener Systeme, Bewerten von Schwachstellen, Priorisieren, Testen, Einspielen und Dokumentieren von Updates. Hardening bedeutet, Systeme sicher zu konfigurieren, unnötige Dienste zu deaktivieren, Rechte zu begrenzen, unsichere Protokolle abzuschalten und sichere Baselines einzuhalten. Schwachstellenscans und Penetrationstests helfen, Sicherheitsprobleme zu erkennen und Maßnahmen abzuleiten.

---

**Merksätze**

    Schwachstelle = ausnutzbare Lücke.

    Bedrohung = mögliches Schadereignis.

    Risiko = Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

    Schutzmaßnahme senkt Risiko.

    CVE benennt bekannte Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Exploit nutzt Schwachstelle aus.

    Zero-Day hat noch keinen regulären Patch.

    Patch = Korrektur oder Sicherheitsupdate.

    Update kleiner,
    Upgrade größer.

    Patchmanagement ist ein Prozess.

    Ohne Inventar kein gutes Patchmanagement.

    Assets müssen bekannt sein.

    Kritische Patches priorisieren.

    Öffentlich erreichbare Systeme zuerst prüfen.

    Notfallpatch kann außerplanmäßig nötig sein.

    Wartungsfenster planen.

    Rollback vorbereiten.

    Patch-Erfolg prüfen.

    Firmware nicht vergessen.

    Netzwerkgeräte müssen aktualisiert werden.

    Clients sind häufige Einstiegspunkte.

    Cloud nimmt nicht jede Patchpflicht ab.

    Container-Images altern.

    Abhängigkeiten sind Teil der Sicherheit.

    SBOM zeigt Softwarebestandteile.

    Schwachstellenscan findet bekannte Probleme.

    False Positives prüfen.

    False Negatives bedenken.

    Penetrationstest prüft Angriffswege.

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

    Standardkonfiguration ist nicht automatisch sicher.

    Unnötige Dienste deaktivieren.

    Rechte minimieren.

    Alte Protokolle abschalten.

    Baseline definiert sicheren Grundzustand.

    Configuration Drift vermeiden.

    Sicherheit regelmäßig überprüfen.

    Schwachstellenmanagement braucht Technik,
    Prozess
    und Dokumentation.

# 16.7 Sicherheitsmaßnahmen: Firewall, IDS, IPS, EDR, SIEM und Backup

Sicherheitsmaßnahmen schützen Systeme,
Netzwerke,
Daten
und Benutzer vor Angriffen.

Es gibt nicht die eine Maßnahme,
die alles schützt.

Stattdessen werden mehrere Schutzmaßnahmen kombiniert.

Typische Sicherheitsmaßnahmen sind:

    - Firewall
    - Netzwerksegmentierung
    - IDS
    - IPS
    - Antivirus
    - EDR
    - SIEM
    - MFA
    - Backup
    - Patchmanagement
    - Hardening
    - Logging
    - Monitoring
    - Schulung
    - Incident Response

Merksatz:

    IT-Sicherheit entsteht durch mehrere Schutzschichten.

---

**Warum mehrere Schutzmaßnahmen nötig sind**

Einzelne Schutzmaßnahmen können versagen.

Beispiele:

    Firewall-Regel ist zu breit.
    Benutzer fällt auf Phishing herein.
    Antivirus erkennt neue Malware nicht.
    Patch ist noch nicht verfügbar.
    Backup wurde nicht getestet.
    Passwort wurde wiederverwendet.
    Adminrechte wurden zu großzügig vergeben.

Deshalb braucht man mehrere Schutzschichten.

Merksatz:

    Sicherheit darf nicht von einer einzigen Maßnahme abhängen.

---

**Defense in Depth**

Defense in Depth bedeutet:

    Sicherheit durch mehrere Schutzschichten.

Beispiel:

    Firewall
    plus
    MFA
    plus
    Patchmanagement
    plus
    EDR
    plus
    Backup
    plus
    Monitoring
    plus
    Schulung

Wenn eine Schutzschicht versagt,
sollen andere Schichten den Schaden begrenzen.

Merksatz:

    Defense in Depth = mehrschichtige Verteidigung.

---

**Prävention, Erkennung und Reaktion**

Sicherheitsmaßnahmen lassen sich grob einteilen in:

| Bereich | Ziel | Beispiele |
|---|---|---|
| Prävention | Angriff verhindern | Firewall, MFA, Patchmanagement |
| Erkennung | Angriff erkennen | IDS, EDR, SIEM, Logging |
| Reaktion | Schaden begrenzen | Incident Response, Isolation, Restore |

Merksatz:

    Gute Sicherheit verhindert,
    erkennt
    und reagiert.

---

**Firewall**

Eine Firewall filtert Netzwerkverkehr anhand von Regeln.

Sie entscheidet,
ob Verkehr erlaubt oder blockiert wird.

Typische Kriterien:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Zustand der Verbindung
    Anwendung je nach Firewalltyp
    Benutzer je nach System

Merksatz:

    Firewall = kontrollierte Netzwerkgrenze.

---

**Firewall-Aufgaben**

Eine Firewall kann:

    interne Netze schützen
    Internetzugriffe filtern
    DMZ absichern
    VPN-Zugänge begrenzen
    Serverdienste schützen
    Netzwerkbereiche trennen
    unerwünschten Verkehr blockieren
    Verbindungsversuche protokollieren

Merksatz:

    Firewalls begrenzen,
    welche Kommunikation erlaubt ist.

---

**Paketfilter-Firewall**

Eine Paketfilter-Firewall prüft einzelne Pakete anhand einfacher Merkmale.

Beispiele:

    Quell-IP
    Ziel-IP
    Quellport
    Zielport
    Protokoll

Vorteil:

    schnell
    grundlegend wirksam

Nachteil:

    erkennt nicht immer den Zusammenhang einer Verbindung
    versteht Anwendungen nur begrenzt

Merksatz:

    Paketfilter prüfen grundlegende Paketinformationen.

---

**Stateful Firewall**

Eine Stateful Firewall merkt sich Verbindungszustände.

Sie erkennt,
ob ein Paket zu einer bestehenden erlaubten Verbindung gehört.

Vorteil:

    Rückverkehr kann automatisch korrekt zugeordnet werden.

Beispiel:

    Client baut Verbindung zu Webserver auf.
    Antwortpakete werden als zugehörig erkannt.

Merksatz:

    Stateful Firewall kennt den Zustand von Verbindungen.

---

**Application Firewall**

Eine Application Firewall prüft Verkehr auf Anwendungsebene.

Beispiele:

    HTTP-Anfragen
    Webanwendungsangriffe
    ungewöhnliche Parameter
    SQL-Injection-Muster
    XSS-Muster
    Protokollverstöße

Eine Web Application Firewall ist eine spezielle Form für Webanwendungen.

Merksatz:

    Application Firewall schaut tiefer in Anwendungsverkehr.

---

**Next-Generation Firewall**

Eine Next-Generation Firewall kann mehr als einfache Portfilterung.

Typische Funktionen:

    Stateful Inspection
    Anwendungserkennung
    Benutzerbezug
    IDS/IPS-Funktionen
    URL-Filter
    Malware-Erkennung
    VPN
    Logging
    Richtlinien nach Anwendungen

Merksatz:

    Next-Generation Firewall kombiniert mehrere Sicherheitsfunktionen.

---

**Firewall-Regeln richtig formulieren**

Gute Firewall-Regeln sind:

    notwendig
    eindeutig
    dokumentiert
    möglichst eng
    nach Quelle,
    Ziel,
    Port
    und Protokoll definiert
    regelmäßig geprüft

Schlechte Regel:

    Any to Any allow

Bessere Regel:

    Webserver darf TCP 5432 zur Datenbank auf bestimmter IP nutzen.

Merksatz:

    Erlaube nur,
    was wirklich benötigt wird.

---

**Default Deny**

Default Deny bedeutet:

    standardmäßig ist alles verboten,
    nur ausdrücklich erlaubter Verkehr ist erlaubt.

Vorteil:

    weniger ungewollte Kommunikation
    bessere Kontrolle
    geringere Angriffsfläche

Merksatz:

    Default Deny ist sicherer als pauschales Erlauben.

---

**Firewall-Logging**

Firewall-Logs zeigen,
welcher Verkehr erlaubt oder blockiert wurde.

Typische Inhalte:

    Zeit
    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Aktion
    Regelname
    Interface
    Benutzer je nach System

Merksatz:

    Firewall-Logs helfen bei Fehlersuche und Sicherheitsanalyse.

---

**Netzwerksegmentierung**

Netzwerksegmentierung bedeutet:

    Netzwerke werden in getrennte Bereiche aufgeteilt.

Beispiele:

    Clientnetz
    Servernetz
    Managementnetz
    Gastnetz
    IoT-Netz
    Produktionsnetz
    Backupnetz
    DMZ

Vorteil:

    Angriffe können sich schlechter ausbreiten.
    Zugriffe können gezielter gesteuert werden.

Merksatz:

    Segmentierung begrenzt Schaden und Ausbreitung.

---

**VLANs als Segmentierung**

VLANs trennen Netzwerke logisch auf Schicht 2.

Beispiele:

    VLAN 10 Clients
    VLAN 20 Server
    VLAN 30 Gäste
    VLAN 40 Management

Zwischen VLANs sollte kontrolliert geroutet und gefiltert werden.

Merksatz:

    VLAN trennt logisch,
    Firewall-Regeln steuern den Verkehr dazwischen.

---

**DMZ als Schutzmaßnahme**

Eine DMZ ist ein gesonderter Netzwerkbereich für öffentlich erreichbare Dienste.

Typische Systeme:

    Webserver
    Reverse Proxy
    Mail-Gateway
    VPN-Gateway
    DNS-Server

Ziel:

    öffentliche Dienste vom internen Netz trennen.

Merksatz:

    DMZ schützt interne Netze vor direktem Zugriff aus dem Internet.

---

**IDS**

IDS steht für:

    Intrusion Detection System

Ein IDS erkennt verdächtige Aktivitäten
und meldet sie.

Es blockiert normalerweise nicht selbst,
sondern erzeugt Alarme.

Beispiele für Erkennung:

    Portscan
    bekannte Angriffssignatur
    verdächtiger Netzwerkverkehr
    ungewöhnliche Loginversuche
    Exploit-Versuch

Merksatz:

    IDS erkennt Angriffe,
    blockiert aber nicht zwingend.

---

**IPS**

IPS steht für:

    Intrusion Prevention System

Ein IPS erkennt verdächtige Aktivitäten
und kann sie zusätzlich blockieren.

Beispiele:

    Verbindung abbrechen
    Paket verwerfen
    Quelle blockieren
    Angriffsmuster stoppen

Merksatz:

    IPS erkennt und verhindert Angriffe aktiv.

---

**IDS und IPS vergleichen**

| Merkmal | IDS | IPS |
|---|---|---|
| Bedeutung | Intrusion Detection System | Intrusion Prevention System |
| Hauptaufgabe | erkennen und melden | erkennen und blockieren |
| Wirkung | passiv oder beobachtend | aktiv eingreifend |
| Risiko | Angriff wird nur gemeldet | Fehlalarm kann legitimen Verkehr blockieren |

Merksatz:

    IDS meldet.
    IPS greift ein.

---

**Signaturbasierte Erkennung**

Signaturbasierte Erkennung sucht nach bekannten Mustern.

Beispiele:

    bekannte Malware-Signatur
    bekannte Exploit-Anfrage
    bekannter Angriffspfad
    bekannter Hashwert
    bekannte Netzwerksequenz

Vorteil:

    gut gegen bekannte Angriffe

Nachteil:

    schwächer gegen neue oder veränderte Angriffe

Merksatz:

    Signaturen erkennen Bekanntes.

---

**Anomaliebasierte Erkennung**

Anomaliebasierte Erkennung sucht nach ungewöhnlichem Verhalten.

Beispiele:

    Benutzer meldet sich plötzlich aus fremdem Land an
    Server sendet ungewöhnlich viel Datenverkehr
    Client verbindet sich zu vielen internen Systemen
    Konto hat plötzlich viele Fehlversuche
    Prozess verschlüsselt viele Dateien

Vorteil:

    kann neue Angriffe erkennen

Nachteil:

    mehr Fehlalarme möglich

Merksatz:

    Anomalieerkennung erkennt Abweichungen vom Normalverhalten.

---

**False Positive und False Negative**

False Positive:

    Ein Alarm wird ausgelöst,
    obwohl kein echter Angriff vorliegt.

False Negative:

    Ein echter Angriff wird nicht erkannt.

Beides ist problematisch.

Merksatz:

    Sicherheitsalarme müssen bewertet und verbessert werden.

---

**Antivirus**

Antivirus-Software erkennt und blockiert bekannte Schadsoftware.

Typische Funktionen:

    Dateiscan
    Echtzeitschutz
    Signaturprüfung
    Quarantäne
    Malware-Entfernung
    einfache Verhaltensprüfung

Grenze:

    Antivirus allein reicht nicht gegen moderne Angriffe.

Merksatz:

    Antivirus ist eine Schutzschicht,
    aber kein vollständiges Sicherheitskonzept.

---

**EDR**

EDR steht für:

    Endpoint Detection and Response

EDR überwacht Endgeräte tiefer als klassischer Antivirus.

Typische Funktionen:

    Prozessüberwachung
    Verhaltensanalyse
    Angriffserkennung
    Isolation eines Endgeräts
    Untersuchung von Vorfällen
    zentrale Verwaltung
    Reaktionsmaßnahmen

Merksatz:

    EDR erkennt und untersucht Angriffe auf Endgeräten.

---

**Endpoint**

Ein Endpoint ist ein Endgerät oder System,
das im Netzwerk genutzt wird.

Beispiele:

    Notebook
    Desktop-PC
    Server
    virtuelle Maschine
    mobiles Gerät
    Cloud-VM

Merksatz:

    Endpoint = Endsystem,
    auf dem Benutzer oder Dienste arbeiten.

---

**EDR-Reaktionen**

EDR kann bei einem Verdacht reagieren.

Beispiele:

    Prozess beenden
    Datei isolieren
    Gerät vom Netzwerk trennen
    Verbindung blockieren
    Alarm erzeugen
    forensische Daten sammeln
    Datei in Quarantäne verschieben

Merksatz:

    EDR ist nicht nur Erkennung,
    sondern auch Reaktion.

---

**XDR**

XDR steht für:

    Extended Detection and Response

XDR erweitert Erkennung und Reaktion über mehrere Bereiche.

Beispiele:

    Endgeräte
    E-Mail
    Netzwerk
    Cloud
    Identitäten
    Anwendungen

Ziel:

    Ereignisse aus mehreren Quellen zusammenführen.

Merksatz:

    XDR verbindet Sicherheitsdaten aus mehreren Bereichen.

---

**SIEM**

SIEM steht für:

    Security Information and Event Management

Ein SIEM sammelt,
speichert
und analysiert Sicherheitsereignisse aus vielen Quellen.

Quellen können sein:

    Firewalls
    Server
    Clients
    Cloud-Dienste
    IAM-Systeme
    VPN
    EDR
    IDS
    IPS
    Webserver
    Datenbanken

Merksatz:

    SIEM ist zentrale Sicherheitslog-Auswertung.

---

**SIEM-Aufgaben**

Ein SIEM hilft bei:

    Angriffserkennung
    Korrelation von Ereignissen
    Alarmierung
    Nachvollziehbarkeit
    Compliance
    forensischer Analyse
    Reporting
    Incident Response

Beispiel:

    Viele fehlgeschlagene Logins
    plus
    erfolgreicher Login aus fremdem Land
    plus
    Datenexport

Das SIEM kann diese Ereignisse zusammenführen.

Merksatz:

    SIEM erkennt Zusammenhänge,
    die einzelne Systeme allein nicht zeigen.

---

**Korrelation**

Korrelation bedeutet:

    mehrere Ereignisse werden miteinander in Beziehung gesetzt.

Beispiel:

    Loginfehler
    danach erfolgreicher Login
    danach Rollenänderung
    danach Datenexport

Ein einzelnes Ereignis wirkt vielleicht harmlos.
Zusammen kann es verdächtig sein.

Merksatz:

    Korrelation erkennt Muster über mehrere Logs hinweg.

---

**SOC**

SOC steht für:

    Security Operations Center

Ein SOC überwacht Sicherheitsereignisse,
bewertet Alarme
und koordiniert Reaktionen.

Aufgaben:

    Monitoring
    Analyse
    Alarmbewertung
    Incident Response
    Kommunikation
    Dokumentation
    Verbesserung von Regeln

Merksatz:

    SOC ist die organisatorische Stelle für Sicherheitsüberwachung.

---

**SOAR**

SOAR steht für:

    Security Orchestration,
    Automation and Response

SOAR automatisiert Sicherheitsabläufe.

Beispiele:

    verdächtiges Konto automatisch sperren
    IP-Adresse blockieren
    Ticket erstellen
    EDR-Isolation auslösen
    Logdaten sammeln
    Benachrichtigung senden

Merksatz:

    SOAR automatisiert Reaktionen auf Sicherheitsereignisse.

---

**MFA als Schutzmaßnahme**

MFA steht für:

    Multi-Faktor-Authentifizierung

MFA schützt,
weil zusätzlich zum Passwort ein weiterer Faktor nötig ist.

Faktoren können sein:

    Wissen:
    Passwort oder PIN

    Besitz:
    Smartphone,
    Token,
    Smartcard

    Sein:
    biometrisches Merkmal

Merksatz:

    MFA reduziert Schaden durch gestohlene Passwörter.

---

**Starke Authentifizierung**

Starke Authentifizierung bedeutet:

    Anmeldung wird so abgesichert,
    dass ein einzelnes schwaches Passwort nicht ausreicht.

Maßnahmen:

    MFA
    Hardwaretoken
    Zertifikate
    Conditional Access
    Risikoanalyse
    sichere Passwortregeln
    Passwortmanager

Merksatz:

    Starke Anmeldung schützt Identitäten.

---

**Least Privilege als Schutzmaßnahme**

Least Privilege bedeutet:

    nur notwendige Rechte vergeben.

Vorteile:

    weniger Schaden bei Kontoübernahme
    weniger Risiko durch Fehler
    weniger Angriffsfläche
    bessere Kontrolle

Beispiele:

    Benutzer kein lokaler Admin
    Dienstkonto nur mit benötigten Rechten
    Datenbankkonto ohne unnötige Löschrechte
    Cloud-Rolle nur für konkrete Aufgabe

Merksatz:

    Weniger Rechte bedeuten weniger möglicher Schaden.

---

**Backup als Schutzmaßnahme**

Backup schützt nicht direkt vor jedem Angriff,
aber ermöglicht Wiederherstellung.

Besonders wichtig bei:

    Ransomware
    versehentlichem Löschen
    Datenkorruption
    Fehlkonfiguration
    Hardwareausfall
    Systemkompromittierung

Merksatz:

    Backup ist Schutz gegen Datenverlust und Ausfallfolgen.

---

**Gutes Backup-Konzept**

Ein gutes Backup-Konzept klärt:

    was gesichert wird
    wie oft gesichert wird
    wie lange gesichert wird
    wo gesichert wird
    wer Zugriff hat
    wie Wiederherstellung getestet wird
    wie Backups geschützt werden
    wie schnell wiederhergestellt werden muss
    wie viel Datenverlust erlaubt ist

Merksatz:

    Backup ohne Restore-Test ist unvollständig.

---

**Immutable Backup**

Immutable bedeutet:

    unveränderlich

Ein Immutable Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht gelöscht oder verändert werden.

Vorteile:

    Schutz vor Ransomware
    Schutz vor kompromittierten Adminzugängen
    Schutz vor versehentlicher Löschung

Merksatz:

    Immutable Backups schützen Wiederherstellungsmöglichkeiten.

---

**Restore-Test**

Ein Restore-Test prüft,
ob Wiederherstellung wirklich funktioniert.

Zu prüfen:

    Daten vollständig?
    Anwendung startet?
    Rechte passen?
    Schlüssel vorhanden?
    Wiederherstellungszeit akzeptabel?
    Daten konsistent?
    Dokumentation korrekt?

Merksatz:

    Nur getestete Backups sind verlässlich.

---

**Logging als Schutzmaßnahme**

Logging bedeutet:

    Ereignisse werden protokolliert.

Wichtige Logs:

    Anmeldungen
    Adminaktionen
    Firewall-Entscheidungen
    Dateiänderungen
    Datenbankzugriffe
    VPN-Zugriffe
    Cloud-Audit-Logs
    EDR-Meldungen
    Webserver-Logs

Merksatz:

    Logs machen Ereignisse nachvollziehbar.

---

**Monitoring als Schutzmaßnahme**

Monitoring überwacht Zustände und Metriken.

Beispiele:

    ungewöhnliche Netzlast
    viele Loginfehler
    CPU-Spitzen
    Speicher voll
    Dienst nicht erreichbar
    Zertifikat läuft ab
    Backup fehlgeschlagen
    viele Firewall-Drops

Merksatz:

    Monitoring erkennt Probleme früh.

---

**Alarmierung**

Alarmierung informiert Verantwortliche automatisch,
wenn Grenzwerte oder Sicherheitsereignisse auftreten.

Beispiele:

    Malware-Fund
    viele fehlgeschlagene Logins
    Adminrolle vergeben
    Backup fehlgeschlagen
    ungewöhnlicher Datenexport
    DDoS-Anzeichen
    Cloud-Kostenanstieg

Merksatz:

    Alarmierung macht kritische Ereignisse sichtbar.

---

**Security Awareness**

Security Awareness bedeutet:

    Benutzer werden für Sicherheitsrisiken sensibilisiert.

Themen:

    Phishing erkennen
    Passwörter sicher nutzen
    MFA-Anfragen richtig bewerten
    vertrauliche Daten schützen
    verdächtige Vorfälle melden
    sichere Nutzung von Cloud-Diensten
    Umgang mit USB-Geräten
    Social Engineering erkennen

Merksatz:

    Schulung macht Benutzer zu einem Teil der Verteidigung.

---

**Incident Response**

Incident Response bedeutet:

    geplantes Vorgehen bei Sicherheitsvorfällen.

Typische Schritte:

    erkennen
    bewerten
    eindämmen
    beseitigen
    wiederherstellen
    dokumentieren
    verbessern

Merksatz:

    Incident Response muss vorbereitet sein,
    bevor ein Vorfall passiert.

---

**Containment**

Containment bedeutet:

    einen Sicherheitsvorfall eindämmen.

Beispiele:

    infiziertes Gerät isolieren
    Konto sperren
    API-Schlüssel widerrufen
    Firewall-Regel setzen
    VPN-Zugang deaktivieren
    kompromittierten Server vom Netz nehmen
    Ausbreitung stoppen

Merksatz:

    Containment begrenzt Schaden und Ausbreitung.

---

**Eradication**

Eradication bedeutet:

    Ursache und Schadsoftware werden entfernt.

Beispiele:

    Malware entfernen
    System neu aufsetzen
    Schwachstelle patchen
    Backdoor entfernen
    unsichere Konfiguration korrigieren
    kompromittierte Zugangsdaten ersetzen

Merksatz:

    Eradication beseitigt die Ursache des Vorfalls.

---

**Recovery**

Recovery bedeutet:

    Systeme werden wiederhergestellt und kontrolliert in Betrieb genommen.

Dazu gehören:

    Restore aus Backup
    Systeme prüfen
    Dienste starten
    Monitoring beobachten
    Benutzer informieren
    erneute Kompromittierung ausschließen

Merksatz:

    Recovery bringt Systeme sicher zurück in den Betrieb.

---

**Lessons Learned**

Lessons Learned bedeutet:

    Nach einem Vorfall wird ausgewertet,
    was verbessert werden muss.

Fragen:

    Wie kam es zum Vorfall?
    Was hat gut funktioniert?
    Was hat nicht funktioniert?
    Welche Maßnahmen fehlen?
    Welche Regeln müssen geändert werden?
    Welche Schulung ist nötig?
    Welche Technik muss verbessert werden?

Merksatz:

    Jeder Vorfall sollte zu besserer Sicherheit führen.

---

**Physische Sicherheitsmaßnahmen**

IT-Sicherheit umfasst auch physischen Schutz.

Beispiele:

    Zutrittskontrolle
    abschließbarer Serverraum
    Videoüberwachung
    Brandschutz
    USV
    Klimatisierung
    gesicherte Netzwerkschränke
    sichere Entsorgung von Datenträgern

Merksatz:

    Ohne physischen Schutz kann technische Sicherheit umgangen werden.

---

**Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen**

Organisatorische Maßnahmen regeln,
wie Sicherheit umgesetzt wird.

Beispiele:

    Sicherheitsrichtlinien
    Rollen und Verantwortlichkeiten
    Vier-Augen-Prinzip
    Freigabeprozesse
    Change Management
    Notfallhandbuch
    Berechtigungskonzept
    Schulungsplan
    Offboarding-Prozess

Merksatz:

    Sicherheit braucht klare Prozesse und Verantwortlichkeiten.

---

**Technische Sicherheitsmaßnahmen**

Technische Maßnahmen schützen Systeme direkt.

Beispiele:

    Firewall
    MFA
    Verschlüsselung
    EDR
    IDS
    IPS
    Backup
    Patchmanagement
    Hardening
    Netzwerksegmentierung
    Logging
    Monitoring
    Zugriffskontrolle

Merksatz:

    Technische Maßnahmen wirken nur gut,
    wenn sie richtig konfiguriert und betrieben werden.

---

**Personelle Sicherheitsmaßnahmen**

Personelle Maßnahmen betreffen das Verhalten von Menschen.

Beispiele:

    Schulungen
    Sensibilisierung
    klare Meldewege
    sichere Passwortnutzung
    Verhalten bei Phishing
    Umgang mit vertraulichen Daten
    Wissen über Social Engineering

Merksatz:

    Menschen müssen wissen,
    wie sie sicher handeln sollen.

---

**Sicherheitsmaßnahmen nach Angriffsziel**

| Angriffsziel | passende Maßnahmen |
|---|---|
| Passwortdiebstahl | MFA, Passwortmanager, Schulung |
| Malware | EDR, Patchmanagement, Rechtebegrenzung |
| Ransomware | Backup, Immutable Backup, Segmentierung |
| DDoS | DDoS-Schutz, Rate Limiting, CDN |
| Webangriffe | Secure Coding, WAF, Code Review |
| Datenabfluss | DLP, Verschlüsselung, Rechtekonzept |
| Insider-Risiko | Logging, Least Privilege, Vier-Augen-Prinzip |
| Kontoübernahme | MFA, Conditional Access, Monitoring |

Merksatz:

    Maßnahme muss zum Risiko passen.

---

**Typische Kombinationen in der Praxis**

Beispiel Webserver:

    Firewall
    WAF
    Patchmanagement
    TLS
    Logging
    Monitoring
    Backup
    Rechtebegrenzung

Beispiel Client:

    EDR
    Patchmanagement
    keine lokalen Adminrechte
    E-Mail-Schutz
    Makro-Schutz
    Schulung

Beispiel Cloud:

    MFA
    IAM
    Security Groups
    Audit-Logs
    Verschlüsselung
    Backup
    Kostenalarme

Merksatz:

    Unterschiedliche Systeme brauchen unterschiedliche Schutzpakete.

---

**Typische Fehler bei Sicherheitsmaßnahmen**

Häufige Fehler:

    nur eine Maßnahme einsetzen
    Firewall-Regeln nie prüfen
    Logs nicht aktivieren
    Alarme ignorieren
    Backups nicht testen
    MFA-Ausnahmen zu breit erlauben
    Adminrechte dauerhaft vergeben
    EDR nur installieren,
    aber nicht überwachen
    SIEM ohne klare Regeln betreiben
    Schulung vernachlässigen
    Incident Response nicht üben

Merksatz:

    Sicherheitsmaßnahmen müssen betrieben,
    geprüft
    und verbessert werden.

---

**Checkliste: Schutzmaßnahmen sinnvoll kombinieren**

    Risiken bestimmen.
    Schutzziele festlegen.
    Systeme inventarisieren.
    Firewall-Regeln prüfen.
    Segmentierung planen.
    MFA aktivieren.
    Rechte minimieren.
    Patchmanagement organisieren.
    Hardening durchführen.
    EDR einsetzen.
    Logs zentral sammeln.
    SIEM oder zentrale Auswertung nutzen.
    Backups schützen.
    Restore testen.
    Benutzer schulen.
    Incident Response vorbereiten.
    Maßnahmen regelmäßig prüfen.

Merksatz:

    Sicherheit ist ein Prozess,
    kein einmaliger Zustand.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist Defense in Depth?
    - Was ist eine Firewall?
    - Was ist der Unterschied zwischen Paketfilter und Stateful Firewall?
    - Was ist eine Next-Generation Firewall?
    - Was bedeutet Default Deny?
    - Warum ist Netzwerksegmentierung wichtig?
    - Was ist eine DMZ?
    - Was ist ein IDS?
    - Was ist ein IPS?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Was ist EDR?
    - Was ist SIEM?
    - Was bedeutet Korrelation im SIEM?
    - Was ist ein SOC?
    - Was ist SOAR?
    - Warum ist MFA wichtig?
    - Warum ist Backup eine Sicherheitsmaßnahme?
    - Was ist ein Restore-Test?
    - Was ist Incident Response?
    - Was bedeutet Containment?
    - Warum sind Schulungen wichtig?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Firewall ersetzt kein Patchmanagement.

    Antivirus ersetzt kein Sicherheitskonzept.

    IDS und IPS unterscheiden.

    IDS erkennt,
    IPS blockiert.

    EDR ist mehr als klassischer Antivirus.

    SIEM sammelt und korreliert Logs.

    SOC ist organisatorische Sicherheitsüberwachung.

    SOAR automatisiert Reaktionen.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

    Immutable Backup schützt vor Manipulation.

    MFA schützt stark gegen Passwortmissbrauch,
    aber nicht gegen alles.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    Default Deny ist sicherer als pauschales Erlauben.

    Logs müssen vor dem Vorfall aktiv sein.

    Alarme müssen bearbeitet werden.

    Schulungen sind Sicherheitsmaßnahme.

    Incident Response muss vorbereitet sein.

    Sicherheit braucht Technik,
    Organisation
    und Menschen.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Sicherheitsmaßnahme | Maßnahme zur Risikoreduzierung |
| Defense in Depth | mehrschichtige Verteidigung |
| Prävention | Angriff verhindern |
| Erkennung | Angriff feststellen |
| Reaktion | auf Angriff reagieren |
| Firewall | Filter für Netzwerkverkehr |
| Paketfilter | prüft grundlegende Paketdaten |
| Stateful Firewall | merkt sich Verbindungszustände |
| Application Firewall | prüft Anwendungsebene |
| NGFW | Next-Generation Firewall |
| Default Deny | standardmäßig alles blockieren |
| Segmentierung | Trennung von Netzbereichen |
| VLAN | logische Netztrennung |
| DMZ | Zone für öffentlich erreichbare Dienste |
| IDS | Intrusion Detection System |
| IPS | Intrusion Prevention System |
| Signatur | bekanntes Angriffsmuster |
| Anomalie | Abweichung vom Normalverhalten |
| False Positive | falscher Alarm |
| False Negative | nicht erkannter Angriff |
| Antivirus | Schutz gegen bekannte Schadsoftware |
| EDR | Endpoint Detection and Response |
| Endpoint | Endgerät oder Endsystem |
| XDR | erweiterte Erkennung und Reaktion |
| SIEM | zentrale Sicherheitslog-Auswertung |
| Korrelation | Verknüpfung mehrerer Ereignisse |
| SOC | Security Operations Center |
| SOAR | automatisierte Sicherheitsreaktion |
| MFA | Multi-Faktor-Authentifizierung |
| Least Privilege | minimale notwendige Rechte |
| Backup | zusätzliche Datensicherung |
| Immutable Backup | unveränderliches Backup |
| Restore-Test | Prüfung der Wiederherstellung |
| Logging | Ereignisprotokollierung |
| Monitoring | Zustandsüberwachung |
| Alerting | automatische Alarmierung |
| Awareness | Sicherheitsbewusstsein |
| Incident Response | Reaktion auf Sicherheitsvorfälle |
| Containment | Eindämmung |
| Eradication | Beseitigung der Ursache |
| Recovery | Wiederherstellung |
| Lessons Learned | Auswertung und Verbesserung |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Sicherheitsmaßnahmen sollen Risiken für Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit reduzieren. Da einzelne Maßnahmen versagen können, werden mehrere Schutzschichten nach dem Prinzip Defense in Depth kombiniert. Firewalls begrenzen Netzwerkverkehr, Segmentierung trennt Netzbereiche, IDS erkennt Angriffe, IPS kann sie zusätzlich blockieren, EDR überwacht Endgeräte und SIEM sammelt und korreliert Sicherheitslogs. MFA schützt Identitäten, Least Privilege begrenzt Rechte, Backups und Restore-Tests sichern Wiederherstellung, und Incident Response regelt das Vorgehen bei Sicherheitsvorfällen. Gute IT-Sicherheit verbindet technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen.

---

**Merksätze**

    Sicherheit braucht mehrere Schutzschichten.

    Defense in Depth kombiniert Maßnahmen.

    Prävention verhindert.

    Erkennung erkennt.

    Reaktion begrenzt Schaden.

    Firewall filtert Netzwerkverkehr.

    Paketfilter prüft Paketdaten.

    Stateful Firewall kennt Verbindungen.

    Application Firewall prüft Anwendungsebene.

    Default Deny ist sicherer.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    VLAN trennt logisch.

    DMZ schützt interne Netze.

    IDS erkennt Angriffe.

    IPS blockiert zusätzlich.

    Signaturen erkennen Bekanntes.

    Anomalien erkennen Abweichungen.

    False Positive ist falscher Alarm.

    False Negative ist verpasster Angriff.

    Antivirus ist nur eine Schutzschicht.

    EDR erkennt und reagiert auf Endgeräten.

    XDR verbindet mehrere Sicherheitsbereiche.

    SIEM sammelt und korreliert Logs.

    SOC überwacht Sicherheit organisatorisch.

    SOAR automatisiert Reaktionen.

    MFA schützt Identitäten.

    Least Privilege begrenzt Schaden.

    Backup hilft bei Wiederherstellung.

    Immutable Backup schützt Backups.

    Restore-Test beweist Backup-Nutzbarkeit.

    Logging macht Ereignisse nachvollziehbar.

    Monitoring erkennt Probleme.

    Alarmierung muss bearbeitet werden.

    Schulung ist Sicherheitsmaßnahme.

    Incident Response braucht Vorbereitung.

    Containment begrenzt Ausbreitung.

    Eradication beseitigt Ursache.

    Recovery stellt Betrieb wieder her.

    Lessons Learned verbessern Sicherheit.

    Sicherheit ist ein Prozess,
    kein einmaliger Zustand.

# 16.8 Merksätze und Prüfungswissen zu Angriffen und Schutzmaßnahmen

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zu Angriffen,
Schwachstellen,
Schadsoftware,
Phishing,
Netzwerkangriffen,
Webangriffen
und Schutzmaßnahmen zusammen.

Das Thema ist prüfungsrelevant,
weil es viele Bereiche verbindet:

    - Informationssicherheit
    - Netzwerktechnik
    - Betriebssysteme
    - Anwendungen
    - Benutzerkonten
    - Cloud
    - Backup
    - Datenschutz
    - Monitoring
    - Incident Response

Merksatz:

    IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit.

---

**Die drei wichtigsten Schutzziele**

Die wichtigsten Schutzziele der Informationssicherheit sind:

    Vertraulichkeit

    Integrität

    Verfügbarkeit

Diese drei Begriffe bilden die Grundlage vieler Sicherheitsfragen.

Merksatz:

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit immer sauber unterscheiden.

---

**Vertraulichkeit**

Vertraulichkeit bedeutet:

    Informationen dürfen nur von berechtigten Personen gelesen werden.

Beispiele:

    Kundendaten
    Passwörter
    Personalakten
    interne Dokumente
    Zugangsdaten
    Geschäftsgeheimnisse

Angriffe auf Vertraulichkeit:

    Phishing
    Sniffing
    Spyware
    Datenabfluss
    unberechtigte Freigaben
    gestohlene Zugangsdaten

Merksatz:

    Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen.

---

**Integrität**

Integrität bedeutet:

    Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden.

Beispiele:

    Rechnung wird manipuliert.
    Datenbankeintrag wird verändert.
    Konfigurationsdatei wird heimlich angepasst.
    Softwareupdate wird verfälscht.

Angriffe auf Integrität:

    Man-in-the-Middle
    Malware
    SQL Injection
    Supply-Chain-Angriff
    unberechtigte Änderung

Merksatz:

    Integrität schützt vor unbemerkter Manipulation.

---

**Verfügbarkeit**

Verfügbarkeit bedeutet:

    Systeme,
    Dienste
    und Daten sind bei Bedarf nutzbar.

Beispiele:

    Webseite erreichbar
    Datenbank verfügbar
    Netzwerk funktioniert
    Dateien sind nutzbar
    Backup kann wiederhergestellt werden

Angriffe auf Verfügbarkeit:

    DoS
    DDoS
    Ransomware
    Sabotage
    Überlastung
    Systemausfall

Merksatz:

    Verfügbarkeit schützt die Nutzbarkeit von IT-Systemen.

---

**CIA-Triade**

CIA steht für:

    Confidentiality
    Integrity
    Availability

Deutsch:

    Vertraulichkeit
    Integrität
    Verfügbarkeit

Merksatz:

    CIA-Triade = Vertraulichkeit,
    Integrität
    Verfügbarkeit.

---

**Authentizität**

Authentizität bedeutet:

    Die Echtheit einer Person,
    eines Systems
    oder einer Nachricht ist überprüfbar.

Beispiele:

    Ist der Benutzer wirklich der richtige Benutzer?
    Ist der Server wirklich der richtige Server?
    Stammt die Nachricht wirklich vom angegebenen Absender?

Merksatz:

    Authentizität schützt vor falscher Identität.

---

**Nichtabstreitbarkeit**

Nichtabstreitbarkeit bedeutet:

    Eine Handlung kann später nachgewiesen werden
    und nicht glaubwürdig abgestritten werden.

Beispiele:

    digitale Signatur
    Zeitstempel
    Audit-Log
    eindeutiges Benutzerkonto

Merksatz:

    Nichtabstreitbarkeit sorgt für Nachweisbarkeit.

---

**Schwachstelle, Bedrohung und Risiko**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung eines Schadens |
| Schutzmaßnahme | reduziert ein Risiko |

Merksatz:

    Schwachstelle ist die Lücke.
    Bedrohung ist das Ereignis.
    Risiko ist die bewertete Gefahr.

---

**Angriffsfläche**

Angriffsfläche bedeutet:

    alle Stellen,
    an denen ein System angegriffen werden kann.

Beispiele:

    offene Ports
    Webanwendungen
    Benutzerkonten
    VPN-Zugänge
    E-Mail
    APIs
    Cloud-Freigaben
    veraltete Software
    unsichere Dienste

Merksatz:

    Je größer die Angriffsfläche,
    desto mehr mögliche Angriffspunkte.

---

**Angriffsfläche reduzieren**

Maßnahmen:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports reduzieren
    Standardkonten deaktivieren
    starke Authentifizierung nutzen
    Systeme patchen
    Rechte begrenzen
    Netzbereiche segmentieren
    öffentliche Freigaben prüfen
    sichere Konfiguration verwenden

Merksatz:

    Nicht benötigte Dienste und Zugänge entfernen.

---

**Malware**

Malware ist ein Oberbegriff für Schadsoftware.

Beispiele:

    Virus
    Wurm
    Trojaner
    Ransomware
    Spyware
    Keylogger
    Rootkit
    Botnet-Client
    Cryptominer

Merksatz:

    Malware ist Software mit schädlicher Funktion.

---

**Virus**

Ein Virus hängt sich häufig an Dateien oder Programme an
und wird aktiv,
wenn diese ausgeführt werden.

Merksatz:

    Virus braucht oft eine Wirtsdatei oder Benutzeraktion.

---

**Wurm**

Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Netzwerke oder Schwachstellen.

Merksatz:

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

---

**Trojaner**

Ein Trojaner tarnt sich als nützliches Programm,
enthält aber Schadfunktionen.

Merksatz:

    Trojaner täuscht Harmlosigkeit oder Nützlichkeit vor.

---

**Ransomware**

Ransomware verschlüsselt Daten oder sperrt Systeme
und fordert Lösegeld.

Sie betrifft besonders:

    Verfügbarkeit

und oft zusätzlich:

    Vertraulichkeit

Merksatz:

    Ransomware greift Verfügbarkeit
    und bei Datenabfluss auch Vertraulichkeit an.

---

**Double Extortion**

Double Extortion bedeutet:

    Daten werden verschlüsselt

    und

    zusätzlich wird mit Veröffentlichung gestohlener Daten gedroht.

Merksatz:

    Double Extortion = Verschlüsselung plus Datenabfluss.

---

**Schutz vor Ransomware**

Wichtige Maßnahmen:

    Immutable Backups
    Offline-Backups
    regelmäßige Restore-Tests
    Patchmanagement
    EDR
    MFA
    Least Privilege
    keine lokalen Adminrechte
    Netzwerksegmentierung
    Monitoring
    schnelle Isolation betroffener Systeme

Merksatz:

    Gegen Ransomware sind Backup,
    Rechtebegrenzung
    Segmentierung
    und schnelle Reaktion besonders wichtig.

---

**Phishing**

Phishing ist Täuschung,
um Benutzer zur Preisgabe vertraulicher Informationen
oder zu gefährlichen Aktionen zu bringen.

Ziele:

    Passwörter
    MFA-Codes
    Zugangstokens
    Bankdaten
    Cloud-Zugänge
    VPN-Zugänge
    interne Informationen

Merksatz:

    Phishing greift Menschen über Täuschung an.

---

**Social Engineering**

Social Engineering manipuliert Menschen,
um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.

Angreifer nutzen:

    Zeitdruck
    Angst
    Autorität
    Hilfsbereitschaft
    Vertrauen
    Neugier
    Gewohnheit

Merksatz:

    Social Engineering greift Verhalten und Prozesse an.

---

**Spear Phishing und Whaling**

Spear Phishing:

    gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen oder Organisationen

Whaling:

    Phishing gegen besonders wichtige Personen

Beispiele für Whaling-Ziele:

    Geschäftsführung
    Finanzleitung
    Administratoren
    Personalabteilung

Merksatz:

    Spear Phishing ist gezielt.
    Whaling trifft besonders wertvolle Ziele.

---

**Smishing, Vishing und Quishing**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Smishing | Phishing per SMS |
| Vishing | Phishing per Telefon |
| Quishing | Phishing über QR-Code |

Merksatz:

    Phishing ist nicht auf E-Mail beschränkt.

---

**CEO-Fraud und BEC**

CEO-Fraud:

    Angreifer geben sich als Führungskraft aus
    und fordern dringende Aktionen.

BEC:

    Business E-Mail Compromise,
    Missbrauch oder Nachahmung geschäftlicher E-Mail-Kommunikation.

Merksatz:

    CEO-Fraud und BEC nutzen Vertrauen,
    Autorität
    und Geschäftsprozesse.

---

**Identitätsangriffe**

Identitätsangriffe richten sich gegen Benutzerkonten und Anmeldungen.

Typische Formen:

    Brute Force
    Credential Stuffing
    Password Spraying
    Phishing
    Session Hijacking
    MFA-Missbrauch
    Account Takeover

Merksatz:

    Wer Identitäten kontrolliert,
    kontrolliert oft den Zugriff.

---

**Brute Force**

Brute Force bedeutet:

    Passwörter werden systematisch ausprobiert.

Schutz:

    starke Passwörter
    MFA
    Rate Limiting
    Sperrmechanismen
    Monitoring

Merksatz:

    Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert.

---

**Credential Stuffing**

Credential Stuffing bedeutet:

    geleakte Zugangsdaten aus anderen Diensten werden erneut ausprobiert.

Schutz:

    eindeutige Passwörter
    Passwortmanager
    MFA
    Leak-Erkennung

Merksatz:

    Credential Stuffing nutzt Passwort-Wiederverwendung.

---

**Password Spraying**

Password Spraying bedeutet:

    wenige häufige Passwörter werden gegen viele Konten getestet.

Merksatz:

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Benutzer.

---

**MFA**

MFA steht für:

    Multi-Faktor-Authentifizierung

MFA schützt,
weil zusätzlich zum Passwort ein weiterer Faktor nötig ist.

Merksatz:

    MFA reduziert Schaden durch gestohlene Passwörter.

---

**MFA ist nicht unfehlbar**

Mögliche Angriffe trotz MFA:

    MFA-Push-Fatigue
    gestohlene Session-Tokens
    Phishing mit Echtzeit-Weiterleitung
    kompromittiertes Endgerät
    Social Engineering beim Support
    SIM-Swapping bei SMS-MFA

Merksatz:

    MFA ist sehr wichtig,
    aber kein vollständiger Ersatz für Sicherheitskonzept.

---

**DoS und DDoS**

DoS:

    Denial of Service

DDoS:

    Distributed Denial of Service

Unterschied:

| Angriff | Bedeutung |
|---|---|
| DoS | Dienst wird gestört oder überlastet |
| DDoS | verteilter DoS von vielen Quellen |

Merksatz:

    DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an.

---

**DDoS-Schutz**

Maßnahmen:

    DDoS-Schutzdienst
    Provider-Unterstützung
    CDN
    Anycast
    Load Balancer
    Rate Limiting
    Firewall-Regeln
    WAF
    Monitoring
    Notfallplan

Merksatz:

    DDoS-Schutz muss vorbereitet sein.

---

**Man-in-the-Middle**

Bei Man-in-the-Middle befindet sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Ziele:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Zugangsdaten abgreifen
    Sitzungen übernehmen

Merksatz:

    MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger.

---

**Schutz vor Man-in-the-Middle**

Maßnahmen:

    TLS korrekt nutzen
    Zertifikate prüfen
    Zertifikatswarnungen nicht ignorieren
    VPN in unsicheren Netzen
    HSTS
    sichere WLAN-Konfiguration
    DNS-Schutz
    MFA

Merksatz:

    TLS schützt nur,
    wenn Zertifikate korrekt geprüft werden.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet.

Es kann genutzt werden für:

    Fehlersuche

oder missbraucht werden für:

    Abhören
    Passwortdiebstahl
    Sitzungsdiebstahl

Merksatz:

    Sniffing ist Werkzeug und Risiko zugleich.

---

**Spoofing**

Spoofing bedeutet:

    Herkunft,
    Adresse
    oder Identität wird vorgetäuscht.

Beispiele:

    IP-Spoofing
    MAC-Spoofing
    ARP-Spoofing
    DNS-Spoofing
    E-Mail-Spoofing

Merksatz:

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

---

**ARP-Spoofing**

ARP-Spoofing manipuliert die Zuordnung von IPv4-Adresse zu MAC-Adresse im lokalen Netz.

Mögliche Folge:

    Man-in-the-Middle

Schutz:

    DHCP Snooping
    Dynamic ARP Inspection
    Segmentierung
    TLS

Merksatz:

    ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an.

---

**DNS-Spoofing**

DNS-Spoofing manipuliert die Namensauflösung.

Folge:

    Benutzer wird zu falscher IP-Adresse geleitet.

Schutz:

    vertrauenswürdige DNS-Resolver
    DNSSEC
    TLS-Zertifikatsprüfung
    sichere DHCP-Konfiguration

Merksatz:

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen.

---

**Rogue DHCP**

Rogue DHCP bedeutet:

    ein unautorisierter DHCP-Server verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

Mögliche Folgen:

    falsches Gateway
    falscher DNS-Server
    Man-in-the-Middle
    Netzwerkstörung

Schutz:

    DHCP Snooping
    Switchport-Sicherheit
    Monitoring
    physische Zugangskontrolle

Merksatz:

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkkonfiguration.

---

**WLAN-Angriffe**

Typische WLAN-Angriffe:

    Evil Twin
    Rogue Access Point
    unsichere Verschlüsselung
    falsches Captive Portal
    Deauthentication
    Mitschneiden unverschlüsselter Kommunikation

Schutz:

    WPA2-Enterprise oder WPA3
    802.1X
    starke Passwörter
    Zertifikatsprüfung
    Gastnetztrennung
    Rogue-AP-Erkennung

Merksatz:

    WLAN braucht Verschlüsselung,
    Authentifizierung
    und Segmentierung.

---

**Webangriffe**

Typische Webangriffe:

    SQL Injection
    Cross-Site Scripting
    Cross-Site Request Forgery
    Directory Traversal
    File Upload Attack
    Broken Authentication
    Broken Access Control
    unsichere APIs
    unsichere Fehlerausgaben

Merksatz:

    Webangriffe nutzen oft Eingaben,
    Sitzungen
    oder Berechtigungen aus.

---

**SQL Injection**

SQL Injection bedeutet:

    Angreifer schleust SQL-Code in Eingaben ein.

Folgen:

    Daten auslesen
    Daten verändern
    Login umgehen
    Daten löschen

Schutz:

    Prepared Statements
    parametrisierte Abfragen
    Eingabevalidierung
    Datenbankrechte begrenzen

Merksatz:

    SQL Injection macht Eingabe zu Datenbankbefehl.

---

**Cross-Site Scripting**

Cross-Site Scripting wird abgekürzt:

    XSS

Dabei wird Skriptcode in eine Webseite eingeschleust,
der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird.

Schutz:

    Ausgabe escapen
    Eingaben validieren
    Content Security Policy
    HttpOnly Cookies
    sichere Frameworks

Merksatz:

    XSS greift Benutzer über den Browser an.

---

**CSRF**

CSRF steht für:

    Cross-Site Request Forgery

Dabei wird eine bestehende Anmeldung missbraucht,
um ungewollte Aktionen auszulösen.

Schutz:

    CSRF-Token
    SameSite Cookies
    Origin-Prüfung
    erneute Bestätigung kritischer Aktionen

Merksatz:

    CSRF missbraucht eine gültige Sitzung.

---

**SQL Injection, XSS und CSRF unterscheiden**

| Angriff | Ziel | Kernproblem |
|---|---|---|
| SQL Injection | Datenbank | Eingabe wird SQL-Befehl |
| XSS | Browser anderer Benutzer | Eingabe wird Skript |
| CSRF | bestehende Sitzung | fremde Seite löst Aktion aus |

Merksatz:

    SQL Injection trifft Datenbank.
    XSS trifft Browser.
    CSRF missbraucht Sitzung.

---

**Broken Authentication**

Broken Authentication bedeutet:

    Anmeldung oder Sitzungsverwaltung ist unsicher.

Beispiele:

    kein MFA
    schwache Passwörter
    unsichere Passwortzurücksetzung
    zu lange Sessions
    Tokens unsicher gespeichert

Merksatz:

    Broken Authentication gefährdet Konten und Sitzungen.

---

**Broken Access Control**

Broken Access Control bedeutet:

    Benutzer können auf Daten oder Funktionen zugreifen,
    für die sie keine Berechtigung haben.

Beispiele:

    fremde Rechnung über geänderte ID anzeigen
    Adminfunktion als normaler Benutzer aufrufen
    API gibt fremde Daten zurück

Merksatz:

    Zugriffskontrolle muss serverseitig geprüft werden.

---

**IDOR**

IDOR steht für:

    Insecure Direct Object Reference

Dabei kann ein Benutzer durch Änderung einer ID auf fremde Objekte zugreifen.

Merksatz:

    IDOR ist fehlende Objektberechtigung.

---

**Schwachstellenmanagement**

Schwachstellenmanagement bedeutet:

    Schwachstellen erkennen,
    bewerten,
    priorisieren,
    beheben
    und dokumentieren.

Dazu gehören:

    Inventarisierung
    CVE-Bewertung
    CVSS-Einordnung
    Patchmanagement
    Schwachstellenscans
    Penetrationstests
    Hardening
    Dokumentation

Merksatz:

    Schwachstellenmanagement ist ein dauerhafter Prozess.

---

**CVE und CVSS**

CVE:

    eindeutige Kennung für bekannte Schwachstellen

CVSS:

    Bewertung der Kritikalität einer Schwachstelle

Merksatz:

    CVE benennt.
    CVSS bewertet.

---

**Exploit und Zero-Day**

Exploit:

    Methode oder Code zur Ausnutzung einer Schwachstelle

Zero-Day:

    Schwachstelle,
    für die noch kein regulärer Patch verfügbar ist
    oder die noch nicht öffentlich bekannt war

Merksatz:

    Exploit nutzt eine Lücke.
    Zero-Day nutzt eine ungepatchte oder unbekannte Lücke.

---

**Patchmanagement**

Patchmanagement bedeutet:

    Updates werden geplant,
    getestet,
    verteilt
    geprüft
    und dokumentiert.

Betroffen sind:

    Betriebssysteme
    Anwendungen
    Browser
    Datenbanken
    Firewalls
    Router
    Switches
    Firmware
    Container-Images
    Bibliotheken
    Cloud-Systeme

Merksatz:

    Patchmanagement ist organisierte Update-Verwaltung.

---

**Patchmanagement-Ablauf**

Typischer Ablauf:

    1. Systeme inventarisieren.
    2. Schwachstellen prüfen.
    3. Betroffenheit bewerten.
    4. Kritikalität priorisieren.
    5. Patch testen.
    6. Wartungsfenster planen.
    7. Patch ausrollen.
    8. Funktion prüfen.
    9. Erfolg dokumentieren.
    10. Rest-Risiko bewerten.

Merksatz:

    Patchmanagement braucht Inventar,
    Priorisierung,
    Test,
    Rollback
    und Dokumentation.

---

**Hardening**

Hardening bedeutet:

    Systeme werden sicherer konfiguriert,
    indem unnötige Funktionen deaktiviert
    und sichere Einstellungen gesetzt werden.

Beispiele:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports reduzieren
    Standardpasswörter ändern
    alte Protokolle abschalten
    Rechte minimieren
    Logging aktivieren
    Adminzugriffe begrenzen

Merksatz:

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

---

**Baseline**

Eine Baseline ist ein definierter sicherer Grundzustand.

Beispiele:

    erlaubte Dienste
    Passwortregeln
    Update-Einstellungen
    Logging-Pflicht
    Firewall-Grundregeln
    TLS-Vorgaben
    Rechtevorgaben

Merksatz:

    Baseline = festgelegte sichere Standardkonfiguration.

---

**Configuration Drift**

Configuration Drift bedeutet:

    Die tatsächliche Konfiguration weicht von der geplanten Baseline ab.

Ursachen:

    manuelle Änderungen
    Notfalländerungen
    fehlende Dokumentation
    unterschiedliche Installationen

Merksatz:

    Configuration Drift macht Systeme schwerer sicher zu betreiben.

---

**Firewall**

Eine Firewall filtert Netzwerkverkehr.

Sie prüft zum Beispiel:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Verbindungszustand
    Anwendung je nach Firewalltyp

Merksatz:

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

---

**Default Deny**

Default Deny bedeutet:

    standardmäßig ist alles verboten,
    nur ausdrücklich erlaubter Verkehr ist erlaubt.

Merksatz:

    Default Deny ist sicherer als pauschales Erlauben.

---

**IDS und IPS**

IDS:

    Intrusion Detection System

    erkennt und meldet Angriffe

IPS:

    Intrusion Prevention System

    erkennt und blockiert Angriffe zusätzlich

Merksatz:

    IDS meldet.
    IPS greift ein.

---

**Antivirus, EDR und XDR**

Antivirus:

    erkennt vor allem bekannte Schadsoftware

EDR:

    Endpoint Detection and Response,
    erkennt und untersucht Angriffe auf Endgeräten

XDR:

    Extended Detection and Response,
    verbindet mehrere Sicherheitsbereiche

Merksatz:

    EDR ist umfassender als klassischer Antivirus.

---

**SIEM, SOC und SOAR**

SIEM:

    sammelt und korreliert Sicherheitslogs

SOC:

    Security Operations Center,
    organisatorische Stelle für Sicherheitsüberwachung

SOAR:

    automatisiert Sicherheitsreaktionen

Merksatz:

    SIEM sammelt Daten.
    SOC bewertet.
    SOAR automatisiert Reaktionen.

---

**Backup**

Backup ist eine zusätzliche Sicherung zur Wiederherstellung.

Wichtig:

    regelmäßig
    geschützt
    verschlüsselt
    getrennt
    dokumentiert
    getestet

Merksatz:

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

---

**Immutable Backup**

Immutable Backup bedeutet:

    Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden.

Schutz gegen:

    Ransomware
    versehentliche Löschung
    kompromittierte Adminzugänge

Merksatz:

    Immutable Backup schützt Wiederherstellungsmöglichkeiten.

---

**Incident Response**

Incident Response bedeutet:

    strukturierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Typische Schritte:

    erkennen
    bewerten
    eindämmen
    beseitigen
    wiederherstellen
    dokumentieren
    verbessern

Merksatz:

    Incident Response muss vorbereitet sein,
    bevor ein Vorfall passiert.

---

**Containment, Eradication und Recovery**

| Phase | Bedeutung |
|---|---|
| Containment | Vorfall eindämmen |
| Eradication | Ursache beseitigen |
| Recovery | Systeme wiederherstellen |

Merksatz:

    Erst eindämmen,
    dann Ursache beseitigen,
    dann sicher wiederherstellen.

---

**Defense in Depth**

Defense in Depth bedeutet:

    mehrere Schutzschichten werden kombiniert.

Beispiel:

    Firewall
    plus
    MFA
    plus
    Patchmanagement
    plus
    EDR
    plus
    Backup
    plus
    Monitoring
    plus
    Schulung

Merksatz:

    Sicherheit darf nicht von einer einzigen Maßnahme abhängen.

---

**Technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen**

| Maßnahmenart | Beispiele |
|---|---|
| technisch | Firewall, MFA, EDR, Backup, Verschlüsselung |
| organisatorisch | Richtlinien, Prozesse, Verantwortlichkeiten |
| personell | Schulung, Awareness, klare Meldewege |
| physisch | Zutrittskontrolle, Serverraum, Brandschutz |

Merksatz:

    Sicherheit besteht aus Technik,
    Organisation,
    Menschen
    und physischem Schutz.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was sind die drei Schutzziele der Informationssicherheit?
    - Was bedeutet Vertraulichkeit?
    - Was bedeutet Integrität?
    - Was bedeutet Verfügbarkeit?
    - Was ist der Unterschied zwischen Schwachstelle,
      Bedrohung
      und Risiko?
    - Was ist Malware?
    - Was ist der Unterschied zwischen Virus und Wurm?
    - Was ist Ransomware?
    - Was ist Phishing?
    - Was ist Social Engineering?
    - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS?
    - Was ist Man-in-the-Middle?
    - Was ist Spoofing?
    - Was ist SQL Injection?
    - Was ist XSS?
    - Was ist CSRF?
    - Was ist CVE?
    - Was ist CVSS?
    - Was ist Patchmanagement?
    - Was ist Hardening?
    - Was ist eine Firewall?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Was ist EDR?
    - Was ist SIEM?
    - Warum sind Backups wichtig?
    - Was ist Incident Response?
    - Was bedeutet Defense in Depth?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit nicht verwechseln.

    Ransomware betrifft nicht nur Verfügbarkeit,
    sondern oft auch Vertraulichkeit.

    Malware ist ein Oberbegriff.

    Virus und Wurm unterscheiden.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    Social Engineering ist nicht rein technisch.

    DoS und DDoS unterscheiden.

    DDoS ist verteilt.

    MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern.

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

    DNSSEC schützt Integrität,
    nicht automatisch Vertraulichkeit.

    SQL Injection betrifft Datenbanken.

    XSS betrifft Browser.

    CSRF missbraucht Sitzungen.

    Prepared Statements schützen gegen SQL Injection.

    Frontend-Validierung ist keine Sicherheitsgrenze.

    Zugriffskontrolle muss serverseitig erfolgen.

    CVE benennt Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Hoher CVSS-Wert ersetzt keine eigene Risikoanalyse.

    Patchmanagement ist ein Prozess.

    Hardening ist sichere Konfiguration.

    Firewall ersetzt kein Patchmanagement.

    Antivirus ersetzt kein Sicherheitskonzept.

    IDS erkennt,
    IPS blockiert zusätzlich.

    EDR ist mehr als Antivirus.

    SIEM sammelt und korreliert Logs.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

    Security Awareness ist eine Schutzmaßnahme.

    Incident Response muss vorbereitet sein.

    Sicherheit ist ein Prozess,
    kein einmaliger Zustand.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Vertraulichkeit | Schutz vor unberechtigtem Lesen |
| Integrität | Schutz vor unbemerkter Veränderung |
| Verfügbarkeit | Nutzbarkeit von Systemen und Daten |
| Authentizität | Echtheit einer Identität oder Nachricht |
| Nichtabstreitbarkeit | Nachweisbarkeit einer Handlung |
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung |
| Angriffsfläche | Summe möglicher Angriffspunkte |
| Malware | Schadsoftware |
| Virus | Schadsoftware mit Wirtsdatei |
| Wurm | selbstverbreitende Schadsoftware |
| Trojaner | getarnte Schadsoftware |
| Ransomware | erpresserische Verschlüsselung oder Sperrung |
| Phishing | Täuschung zur Datenpreisgabe |
| Social Engineering | Manipulation von Menschen |
| Brute Force | systematisches Ausprobieren |
| Credential Stuffing | Nutzung geleakter Zugangsdaten |
| Password Spraying | wenige Passwörter gegen viele Konten |
| DoS | Dienstverweigerung |
| DDoS | verteilte Dienstverweigerung |
| MitM | Man-in-the-Middle |
| Sniffing | Mitschneiden von Verkehr |
| Spoofing | Vortäuschen falscher Identität |
| ARP-Spoofing | Manipulation lokaler IP-MAC-Zuordnung |
| DNS-Spoofing | Manipulation von DNS-Antworten |
| Rogue DHCP | unautorisierter DHCP-Server |
| Evil Twin | gefälschter WLAN-Access-Point |
| SQL Injection | Einschleusen von SQL-Code |
| XSS | Cross-Site Scripting |
| CSRF | Cross-Site Request Forgery |
| IDOR | unsichere direkte Objekt-ID |
| CVE | Kennung bekannter Schwachstellen |
| CVSS | Kritikalitätsbewertung |
| Exploit | Ausnutzung einer Schwachstelle |
| Zero-Day | ungepatchte oder unbekannte Schwachstelle |
| Patchmanagement | organisierte Update-Verwaltung |
| Hardening | sichere Systemhärtung |
| Baseline | sicherer Grundzustand |
| Configuration Drift | Abweichung von Soll-Konfiguration |
| Firewall | Filter für Netzwerkverkehr |
| IDS | Angriffserkennung |
| IPS | Angriffserkennung mit Blockierung |
| Antivirus | Schutz gegen bekannte Schadsoftware |
| EDR | Endpoint Detection and Response |
| XDR | Extended Detection and Response |
| SIEM | Sicherheitslog-Auswertung |
| SOC | Security Operations Center |
| SOAR | automatisierte Sicherheitsreaktion |
| MFA | Multi-Faktor-Authentifizierung |
| Least Privilege | minimale notwendige Rechte |
| Backup | zusätzliche Datensicherung |
| Immutable Backup | unveränderliches Backup |
| Restore-Test | Prüfung der Wiederherstellung |
| Incident Response | Reaktion auf Sicherheitsvorfälle |
| Defense in Depth | mehrschichtige Verteidigung |

---

**IHK-sichere Gesamtformulierung**

Angriffe und Schutzmaßnahmen in der IT-Sicherheit beziehen sich auf den Schutz der Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Angriffe können technische Schwachstellen, unsichere Konfigurationen, menschliches Verhalten, Identitäten, Netzwerke, Webanwendungen oder Lieferketten ausnutzen. Typische Angriffe sind Malware, Ransomware, Phishing, Social Engineering, DoS, DDoS, Man-in-the-Middle, Spoofing, SQL Injection, Cross-Site Scripting und Cross-Site Request Forgery. Schutzmaßnahmen sind unter anderem Patchmanagement, Hardening, Firewalls, Netzwerksegmentierung, MFA, Least Privilege, IDS/IPS, EDR, SIEM, Backups, Restore-Tests, Monitoring, Logging, Schulungen und Incident Response. Ein wirksames Sicherheitskonzept kombiniert mehrere technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen nach dem Prinzip Defense in Depth.

---

**Wichtigste Merksätze**

    IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit.

    Vertraulichkeit schützt vor Mitlesen.

    Integrität schützt vor Manipulation.

    Verfügbarkeit schützt Nutzbarkeit.

    Schwachstelle ist die Lücke.

    Bedrohung ist das mögliche Ereignis.

    Risiko ist Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

    Angriffsfläche reduzieren.

    Malware ist Schadsoftware.

    Virus hängt sich an Dateien.

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

    Trojaner tarnt sich.

    Ransomware verschlüsselt oder sperrt.

    Double Extortion bedeutet Verschlüsselung plus Datenabfluss.

    Phishing täuscht Benutzer.

    Social Engineering manipuliert Menschen.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    MFA schützt stark,
    aber nicht gegen alles.

    Passwörter nicht wiederverwenden.

    DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an.

    DDoS ist verteilt.

    MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger.

    Sniffing kann nützlich sein,
    aber auch missbraucht werden.

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

    ARP-Spoofing betrifft lokale Netze.

    DNS-Spoofing führt zu falschen Zielen.

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

    WLAN braucht starke Absicherung.

    SQL Injection betrifft Datenbanken.

    XSS betrifft Browser.

    CSRF missbraucht Sitzungen.

    Prepared Statements schützen vor SQL Injection.

    Escaping schützt vor XSS.

    CSRF-Token schützen vor CSRF.

    Zugriffskontrolle immer serverseitig prüfen.

    CVE benennt Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Patchmanagement ist ein Prozess.

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

    Baseline definiert sicheren Grundzustand.

    Configuration Drift vermeiden.

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

    Default Deny ist sicherer.

    IDS erkennt.

    IPS blockiert zusätzlich.

    EDR schützt Endgeräte tiefer als Antivirus.

    SIEM korreliert Sicherheitslogs.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Restore-Test ist Pflicht.

    Immutable Backup schützt vor Manipulation.

    Incident Response vorbereiten.

    Defense in Depth kombiniert Schutzschichten.

    Sicherheit ist ein dauerhafter Prozess.

# 16.7 Merksätze und Prüfungswissen zu Angriffen und Schutzmaßnahmen

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zu Angriffen,
Schwachstellen,
Schadsoftware,
Phishing,
Netzwerkangriffen,
Webangriffen
und Schutzmaßnahmen zusammen.

Das Thema ist prüfungsrelevant,
weil es viele Bereiche verbindet:

    - Informationssicherheit
    - Netzwerktechnik
    - Betriebssysteme
    - Anwendungen
    - Benutzerkonten
    - Cloud
    - Backup
    - Datenschutz
    - Monitoring
    - Incident Response

Merksatz:

    IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit.

---

**Die drei wichtigsten Schutzziele**

Die wichtigsten Schutzziele der Informationssicherheit sind:

    Vertraulichkeit

    Integrität

    Verfügbarkeit

Diese drei Begriffe bilden die Grundlage vieler Sicherheitsfragen.

Merksatz:

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit immer sauber unterscheiden.

---

**Vertraulichkeit**

Vertraulichkeit bedeutet:

    Informationen dürfen nur von berechtigten Personen gelesen werden.

Beispiele:

    Kundendaten
    Passwörter
    Personalakten
    interne Dokumente
    Zugangsdaten
    Geschäftsgeheimnisse

Angriffe auf Vertraulichkeit:

    Phishing
    Sniffing
    Spyware
    Datenabfluss
    unberechtigte Freigaben
    gestohlene Zugangsdaten

Merksatz:

    Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen.

---

**Integrität**

Integrität bedeutet:

    Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden.

Beispiele:

    Rechnung wird manipuliert.
    Datenbankeintrag wird verändert.
    Konfigurationsdatei wird heimlich angepasst.
    Softwareupdate wird verfälscht.

Angriffe auf Integrität:

    Man-in-the-Middle
    Malware
    SQL Injection
    Supply-Chain-Angriff
    unberechtigte Änderung

Merksatz:

    Integrität schützt vor unbemerkter Manipulation.

---

**Verfügbarkeit**

Verfügbarkeit bedeutet:

    Systeme,
    Dienste
    und Daten sind bei Bedarf nutzbar.

Beispiele:

    Webseite erreichbar
    Datenbank verfügbar
    Netzwerk funktioniert
    Dateien sind nutzbar
    Backup kann wiederhergestellt werden

Angriffe auf Verfügbarkeit:

    DoS
    DDoS
    Ransomware
    Sabotage
    Überlastung
    Systemausfall

Merksatz:

    Verfügbarkeit schützt die Nutzbarkeit von IT-Systemen.

---

**CIA-Triade**

CIA steht für:

    Confidentiality
    Integrity
    Availability

Deutsch:

    Vertraulichkeit
    Integrität
    Verfügbarkeit

Merksatz:

    CIA-Triade = Vertraulichkeit,
    Integrität
    Verfügbarkeit.

---

**Authentizität**

Authentizität bedeutet:

    Die Echtheit einer Person,
    eines Systems
    oder einer Nachricht ist überprüfbar.

Beispiele:

    Ist der Benutzer wirklich der richtige Benutzer?
    Ist der Server wirklich der richtige Server?
    Stammt die Nachricht wirklich vom angegebenen Absender?

Merksatz:

    Authentizität schützt vor falscher Identität.

---

**Nichtabstreitbarkeit**

Nichtabstreitbarkeit bedeutet:

    Eine Handlung kann später nachgewiesen werden
    und nicht glaubwürdig abgestritten werden.

Beispiele:

    digitale Signatur
    Zeitstempel
    Audit-Log
    eindeutiges Benutzerkonto

Merksatz:

    Nichtabstreitbarkeit sorgt für Nachweisbarkeit.

---

**Schwachstelle, Bedrohung und Risiko**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung eines Schadens |
| Schutzmaßnahme | reduziert ein Risiko |

Merksatz:

    Schwachstelle ist die Lücke.
    Bedrohung ist das Ereignis.
    Risiko ist die bewertete Gefahr.

---

**Angriffsfläche**

Angriffsfläche bedeutet:

    alle Stellen,
    an denen ein System angegriffen werden kann.

Beispiele:

    offene Ports
    Webanwendungen
    Benutzerkonten
    VPN-Zugänge
    E-Mail
    APIs
    Cloud-Freigaben
    veraltete Software
    unsichere Dienste

Merksatz:

    Je größer die Angriffsfläche,
    desto mehr mögliche Angriffspunkte.

---

**Angriffsfläche reduzieren**

Maßnahmen:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports reduzieren
    Standardkonten deaktivieren
    starke Authentifizierung nutzen
    Systeme patchen
    Rechte begrenzen
    Netzbereiche segmentieren
    öffentliche Freigaben prüfen
    sichere Konfiguration verwenden

Merksatz:

    Nicht benötigte Dienste und Zugänge entfernen.

---

**Malware**

Malware ist ein Oberbegriff für Schadsoftware.

Beispiele:

    Virus
    Wurm
    Trojaner
    Ransomware
    Spyware
    Keylogger
    Rootkit
    Botnet-Client
    Cryptominer

Merksatz:

    Malware ist Software mit schädlicher Funktion.

---

**Virus**

Ein Virus hängt sich häufig an Dateien oder Programme an
und wird aktiv,
wenn diese ausgeführt werden.

Merksatz:

    Virus braucht oft eine Wirtsdatei oder Benutzeraktion.

---

**Wurm**

Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Netzwerke oder Schwachstellen.

Merksatz:

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

---

**Trojaner**

Ein Trojaner tarnt sich als nützliches Programm,
enthält aber Schadfunktionen.

Merksatz:

    Trojaner täuscht Harmlosigkeit oder Nützlichkeit vor.

---

**Ransomware**

Ransomware verschlüsselt Daten oder sperrt Systeme
und fordert Lösegeld.

Sie betrifft besonders:

    Verfügbarkeit

und oft zusätzlich:

    Vertraulichkeit

Merksatz:

    Ransomware greift Verfügbarkeit
    und bei Datenabfluss auch Vertraulichkeit an.

---

**Double Extortion**

Double Extortion bedeutet:

    Daten werden verschlüsselt

    und

    zusätzlich wird mit Veröffentlichung gestohlener Daten gedroht.

Merksatz:

    Double Extortion = Verschlüsselung plus Datenabfluss.

---

**Schutz vor Ransomware**

Wichtige Maßnahmen:

    Immutable Backups
    Offline-Backups
    regelmäßige Restore-Tests
    Patchmanagement
    EDR
    MFA
    Least Privilege
    keine lokalen Adminrechte
    Netzwerksegmentierung
    Monitoring
    schnelle Isolation betroffener Systeme

Merksatz:

    Gegen Ransomware sind Backup,
    Rechtebegrenzung
    Segmentierung
    und schnelle Reaktion besonders wichtig.

---

**Phishing**

Phishing ist Täuschung,
um Benutzer zur Preisgabe vertraulicher Informationen
oder zu gefährlichen Aktionen zu bringen.

Ziele:

    Passwörter
    MFA-Codes
    Zugangstokens
    Bankdaten
    Cloud-Zugänge
    VPN-Zugänge
    interne Informationen

Merksatz:

    Phishing greift Menschen über Täuschung an.

---

**Social Engineering**

Social Engineering manipuliert Menschen,
um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.

Angreifer nutzen:

    Zeitdruck
    Angst
    Autorität
    Hilfsbereitschaft
    Vertrauen
    Neugier
    Gewohnheit

Merksatz:

    Social Engineering greift Verhalten und Prozesse an.

---

**Spear Phishing und Whaling**

Spear Phishing:

    gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen oder Organisationen

Whaling:

    Phishing gegen besonders wichtige Personen

Beispiele für Whaling-Ziele:

    Geschäftsführung
    Finanzleitung
    Administratoren
    Personalabteilung

Merksatz:

    Spear Phishing ist gezielt.
    Whaling trifft besonders wertvolle Ziele.

---

**Smishing, Vishing und Quishing**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Smishing | Phishing per SMS |
| Vishing | Phishing per Telefon |
| Quishing | Phishing über QR-Code |

Merksatz:

    Phishing ist nicht auf E-Mail beschränkt.

---

**CEO-Fraud und BEC**

CEO-Fraud:

    Angreifer geben sich als Führungskraft aus
    und fordern dringende Aktionen.

BEC:

    Business E-Mail Compromise,
    Missbrauch oder Nachahmung geschäftlicher E-Mail-Kommunikation.

Merksatz:

    CEO-Fraud und BEC nutzen Vertrauen,
    Autorität
    und Geschäftsprozesse.

---

**Identitätsangriffe**

Identitätsangriffe richten sich gegen Benutzerkonten und Anmeldungen.

Typische Formen:

    Brute Force
    Credential Stuffing
    Password Spraying
    Phishing
    Session Hijacking
    MFA-Missbrauch
    Account Takeover

Merksatz:

    Wer Identitäten kontrolliert,
    kontrolliert oft den Zugriff.

---

**Brute Force**

Brute Force bedeutet:

    Passwörter werden systematisch ausprobiert.

Schutz:

    starke Passwörter
    MFA
    Rate Limiting
    Sperrmechanismen
    Monitoring

Merksatz:

    Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert.

---

**Credential Stuffing**

Credential Stuffing bedeutet:

    geleakte Zugangsdaten aus anderen Diensten werden erneut ausprobiert.

Schutz:

    eindeutige Passwörter
    Passwortmanager
    MFA
    Leak-Erkennung

Merksatz:

    Credential Stuffing nutzt Passwort-Wiederverwendung.

---

**Password Spraying**

Password Spraying bedeutet:

    wenige häufige Passwörter werden gegen viele Konten getestet.

Merksatz:

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Benutzer.

---

**MFA**

MFA steht für:

    Multi-Faktor-Authentifizierung

MFA schützt,
weil zusätzlich zum Passwort ein weiterer Faktor nötig ist.

Merksatz:

    MFA reduziert Schaden durch gestohlene Passwörter.

---

**MFA ist nicht unfehlbar**

Mögliche Angriffe trotz MFA:

    MFA-Push-Fatigue
    gestohlene Session-Tokens
    Phishing mit Echtzeit-Weiterleitung
    kompromittiertes Endgerät
    Social Engineering beim Support
    SIM-Swapping bei SMS-MFA

Merksatz:

    MFA ist sehr wichtig,
    aber kein vollständiger Ersatz für Sicherheitskonzept.

---

**DoS und DDoS**

DoS:

    Denial of Service

DDoS:

    Distributed Denial of Service

Unterschied:

| Angriff | Bedeutung |
|---|---|
| DoS | Dienst wird gestört oder überlastet |
| DDoS | verteilter DoS von vielen Quellen |

Merksatz:

    DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an.

---

**DDoS-Schutz**

Maßnahmen:

    DDoS-Schutzdienst
    Provider-Unterstützung
    CDN
    Anycast
    Load Balancer
    Rate Limiting
    Firewall-Regeln
    WAF
    Monitoring
    Notfallplan

Merksatz:

    DDoS-Schutz muss vorbereitet sein.

---

**Man-in-the-Middle**

Bei Man-in-the-Middle befindet sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Ziele:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Zugangsdaten abgreifen
    Sitzungen übernehmen

Merksatz:

    MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger.

---

**Schutz vor Man-in-the-Middle**

Maßnahmen:

    TLS korrekt nutzen
    Zertifikate prüfen
    Zertifikatswarnungen nicht ignorieren
    VPN in unsicheren Netzen
    HSTS
    sichere WLAN-Konfiguration
    DNS-Schutz
    MFA

Merksatz:

    TLS schützt nur,
    wenn Zertifikate korrekt geprüft werden.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet.

Es kann genutzt werden für:

    Fehlersuche

oder missbraucht werden für:

    Abhören
    Passwortdiebstahl
    Sitzungsdiebstahl

Merksatz:

    Sniffing ist Werkzeug und Risiko zugleich.

---

**Spoofing**

Spoofing bedeutet:

    Herkunft,
    Adresse
    oder Identität wird vorgetäuscht.

Beispiele:

    IP-Spoofing
    MAC-Spoofing
    ARP-Spoofing
    DNS-Spoofing
    E-Mail-Spoofing

Merksatz:

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

---

**ARP-Spoofing**

ARP-Spoofing manipuliert die Zuordnung von IPv4-Adresse zu MAC-Adresse im lokalen Netz.

Mögliche Folge:

    Man-in-the-Middle

Schutz:

    DHCP Snooping
    Dynamic ARP Inspection
    Segmentierung
    TLS

Merksatz:

    ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an.

---

**DNS-Spoofing**

DNS-Spoofing manipuliert die Namensauflösung.

Folge:

    Benutzer wird zu falscher IP-Adresse geleitet.

Schutz:

    vertrauenswürdige DNS-Resolver
    DNSSEC
    TLS-Zertifikatsprüfung
    sichere DHCP-Konfiguration

Merksatz:

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen.

---

**Rogue DHCP**

Rogue DHCP bedeutet:

    ein unautorisierter DHCP-Server verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

Mögliche Folgen:

    falsches Gateway
    falscher DNS-Server
    Man-in-the-Middle
    Netzwerkstörung

Schutz:

    DHCP Snooping
    Switchport-Sicherheit
    Monitoring
    physische Zugangskontrolle

Merksatz:

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkkonfiguration.

---

**WLAN-Angriffe**

Typische WLAN-Angriffe:

    Evil Twin
    Rogue Access Point
    unsichere Verschlüsselung
    falsches Captive Portal
    Deauthentication
    Mitschneiden unverschlüsselter Kommunikation

Schutz:

    WPA2-Enterprise oder WPA3
    802.1X
    starke Passwörter
    Zertifikatsprüfung
    Gastnetztrennung
    Rogue-AP-Erkennung

Merksatz:

    WLAN braucht Verschlüsselung,
    Authentifizierung
    und Segmentierung.

---

**Webangriffe**

Typische Webangriffe:

    SQL Injection
    Cross-Site Scripting
    Cross-Site Request Forgery
    Directory Traversal
    File Upload Attack
    Broken Authentication
    Broken Access Control
    unsichere APIs
    unsichere Fehlerausgaben

Merksatz:

    Webangriffe nutzen oft Eingaben,
    Sitzungen
    oder Berechtigungen aus.

---

**SQL Injection**

SQL Injection bedeutet:

    Angreifer schleust SQL-Code in Eingaben ein.

Folgen:

    Daten auslesen
    Daten verändern
    Login umgehen
    Daten löschen

Schutz:

    Prepared Statements
    parametrisierte Abfragen
    Eingabevalidierung
    Datenbankrechte begrenzen

Merksatz:

    SQL Injection macht Eingabe zu Datenbankbefehl.

---

**Cross-Site Scripting**

Cross-Site Scripting wird abgekürzt:

    XSS

Dabei wird Skriptcode in eine Webseite eingeschleust,
der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird.

Schutz:

    Ausgabe escapen
    Eingaben validieren
    Content Security Policy
    HttpOnly Cookies
    sichere Frameworks

Merksatz:

    XSS greift Benutzer über den Browser an.

---

**CSRF**

CSRF steht für:

    Cross-Site Request Forgery

Dabei wird eine bestehende Anmeldung missbraucht,
um ungewollte Aktionen auszulösen.

Schutz:

    CSRF-Token
    SameSite Cookies
    Origin-Prüfung
    erneute Bestätigung kritischer Aktionen

Merksatz:

    CSRF missbraucht eine gültige Sitzung.

---

**SQL Injection, XSS und CSRF unterscheiden**

| Angriff | Ziel | Kernproblem |
|---|---|---|
| SQL Injection | Datenbank | Eingabe wird SQL-Befehl |
| XSS | Browser anderer Benutzer | Eingabe wird Skript |
| CSRF | bestehende Sitzung | fremde Seite löst Aktion aus |

Merksatz:

    SQL Injection trifft Datenbank.
    XSS trifft Browser.
    CSRF missbraucht Sitzung.

---

**Broken Authentication**

Broken Authentication bedeutet:

    Anmeldung oder Sitzungsverwaltung ist unsicher.

Beispiele:

    kein MFA
    schwache Passwörter
    unsichere Passwortzurücksetzung
    zu lange Sessions
    Tokens unsicher gespeichert

Merksatz:

    Broken Authentication gefährdet Konten und Sitzungen.

---

**Broken Access Control**

Broken Access Control bedeutet:

    Benutzer können auf Daten oder Funktionen zugreifen,
    für die sie keine Berechtigung haben.

Beispiele:

    fremde Rechnung über geänderte ID anzeigen
    Adminfunktion als normaler Benutzer aufrufen
    API gibt fremde Daten zurück

Merksatz:

    Zugriffskontrolle muss serverseitig geprüft werden.

---

**IDOR**

IDOR steht für:

    Insecure Direct Object Reference

Dabei kann ein Benutzer durch Änderung einer ID auf fremde Objekte zugreifen.

Merksatz:

    IDOR ist fehlende Objektberechtigung.

---

**Schwachstellenmanagement**

Schwachstellenmanagement bedeutet:

    Schwachstellen erkennen,
    bewerten,
    priorisieren,
    beheben
    und dokumentieren.

Dazu gehören:

    Inventarisierung
    CVE-Bewertung
    CVSS-Einordnung
    Patchmanagement
    Schwachstellenscans
    Penetrationstests
    Hardening
    Dokumentation

Merksatz:

    Schwachstellenmanagement ist ein dauerhafter Prozess.

---

**CVE und CVSS**

CVE:

    eindeutige Kennung für bekannte Schwachstellen

CVSS:

    Bewertung der Kritikalität einer Schwachstelle

Merksatz:

    CVE benennt.
    CVSS bewertet.

---

**Exploit und Zero-Day**

Exploit:

    Methode oder Code zur Ausnutzung einer Schwachstelle

Zero-Day:

    Schwachstelle,
    für die noch kein regulärer Patch verfügbar ist
    oder die noch nicht öffentlich bekannt war

Merksatz:

    Exploit nutzt eine Lücke.
    Zero-Day nutzt eine ungepatchte oder unbekannte Lücke.

---

**Patchmanagement**

Patchmanagement bedeutet:

    Updates werden geplant,
    getestet,
    verteilt
    geprüft
    und dokumentiert.

Betroffen sind:

    Betriebssysteme
    Anwendungen
    Browser
    Datenbanken
    Firewalls
    Router
    Switches
    Firmware
    Container-Images
    Bibliotheken
    Cloud-Systeme

Merksatz:

    Patchmanagement ist organisierte Update-Verwaltung.

---

**Patchmanagement-Ablauf**

Typischer Ablauf:

    1. Systeme inventarisieren.
    2. Schwachstellen prüfen.
    3. Betroffenheit bewerten.
    4. Kritikalität priorisieren.
    5. Patch testen.
    6. Wartungsfenster planen.
    7. Patch ausrollen.
    8. Funktion prüfen.
    9. Erfolg dokumentieren.
    10. Rest-Risiko bewerten.

Merksatz:

    Patchmanagement braucht Inventar,
    Priorisierung,
    Test,
    Rollback
    und Dokumentation.

---

**Hardening**

Hardening bedeutet:

    Systeme werden sicherer konfiguriert,
    indem unnötige Funktionen deaktiviert
    und sichere Einstellungen gesetzt werden.

Beispiele:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports reduzieren
    Standardpasswörter ändern
    alte Protokolle abschalten
    Rechte minimieren
    Logging aktivieren
    Adminzugriffe begrenzen

Merksatz:

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

---

**Baseline**

Eine Baseline ist ein definierter sicherer Grundzustand.

Beispiele:

    erlaubte Dienste
    Passwortregeln
    Update-Einstellungen
    Logging-Pflicht
    Firewall-Grundregeln
    TLS-Vorgaben
    Rechtevorgaben

Merksatz:

    Baseline = festgelegte sichere Standardkonfiguration.

---

**Configuration Drift**

Configuration Drift bedeutet:

    Die tatsächliche Konfiguration weicht von der geplanten Baseline ab.

Ursachen:

    manuelle Änderungen
    Notfalländerungen
    fehlende Dokumentation
    unterschiedliche Installationen

Merksatz:

    Configuration Drift macht Systeme schwerer sicher zu betreiben.

---

**Firewall**

Eine Firewall filtert Netzwerkverkehr.

Sie prüft zum Beispiel:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Verbindungszustand
    Anwendung je nach Firewalltyp

Merksatz:

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

---

**Default Deny**

Default Deny bedeutet:

    standardmäßig ist alles verboten,
    nur ausdrücklich erlaubter Verkehr ist erlaubt.

Merksatz:

    Default Deny ist sicherer als pauschales Erlauben.

---

**IDS und IPS**

IDS:

    Intrusion Detection System

    erkennt und meldet Angriffe

IPS:

    Intrusion Prevention System

    erkennt und blockiert Angriffe zusätzlich

Merksatz:

    IDS meldet.
    IPS greift ein.

---

**Antivirus, EDR und XDR**

Antivirus:

    erkennt vor allem bekannte Schadsoftware

EDR:

    Endpoint Detection and Response,
    erkennt und untersucht Angriffe auf Endgeräten

XDR:

    Extended Detection and Response,
    verbindet mehrere Sicherheitsbereiche

Merksatz:

    EDR ist umfassender als klassischer Antivirus.

---

**SIEM, SOC und SOAR**

SIEM:

    sammelt und korreliert Sicherheitslogs

SOC:

    Security Operations Center,
    organisatorische Stelle für Sicherheitsüberwachung

SOAR:

    automatisiert Sicherheitsreaktionen

Merksatz:

    SIEM sammelt Daten.
    SOC bewertet.
    SOAR automatisiert Reaktionen.

---

**Backup**

Backup ist eine zusätzliche Sicherung zur Wiederherstellung.

Wichtig:

    regelmäßig
    geschützt
    verschlüsselt
    getrennt
    dokumentiert
    getestet

Merksatz:

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

---

**Immutable Backup**

Immutable Backup bedeutet:

    Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden.

Schutz gegen:

    Ransomware
    versehentliche Löschung
    kompromittierte Adminzugänge

Merksatz:

    Immutable Backup schützt Wiederherstellungsmöglichkeiten.

---

**Incident Response**

Incident Response bedeutet:

    strukturierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Typische Schritte:

    erkennen
    bewerten
    eindämmen
    beseitigen
    wiederherstellen
    dokumentieren
    verbessern

Merksatz:

    Incident Response muss vorbereitet sein,
    bevor ein Vorfall passiert.

---

**Containment, Eradication und Recovery**

| Phase | Bedeutung |
|---|---|
| Containment | Vorfall eindämmen |
| Eradication | Ursache beseitigen |
| Recovery | Systeme wiederherstellen |

Merksatz:

    Erst eindämmen,
    dann Ursache beseitigen,
    dann sicher wiederherstellen.

---

**Defense in Depth**

Defense in Depth bedeutet:

    mehrere Schutzschichten werden kombiniert.

Beispiel:

    Firewall
    plus
    MFA
    plus
    Patchmanagement
    plus
    EDR
    plus
    Backup
    plus
    Monitoring
    plus
    Schulung

Merksatz:

    Sicherheit darf nicht von einer einzigen Maßnahme abhängen.

---

**Technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen**

| Maßnahmenart | Beispiele |
|---|---|
| technisch | Firewall, MFA, EDR, Backup, Verschlüsselung |
| organisatorisch | Richtlinien, Prozesse, Verantwortlichkeiten |
| personell | Schulung, Awareness, klare Meldewege |
| physisch | Zutrittskontrolle, Serverraum, Brandschutz |

Merksatz:

    Sicherheit besteht aus Technik,
    Organisation,
    Menschen
    und physischem Schutz.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was sind die drei Schutzziele der Informationssicherheit?
    - Was bedeutet Vertraulichkeit?
    - Was bedeutet Integrität?
    - Was bedeutet Verfügbarkeit?
    - Was ist der Unterschied zwischen Schwachstelle,
      Bedrohung
      und Risiko?
    - Was ist Malware?
    - Was ist der Unterschied zwischen Virus und Wurm?
    - Was ist Ransomware?
    - Was ist Phishing?
    - Was ist Social Engineering?
    - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS?
    - Was ist Man-in-the-Middle?
    - Was ist Spoofing?
    - Was ist SQL Injection?
    - Was ist XSS?
    - Was ist CSRF?
    - Was ist CVE?
    - Was ist CVSS?
    - Was ist Patchmanagement?
    - Was ist Hardening?
    - Was ist eine Firewall?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Was ist EDR?
    - Was ist SIEM?
    - Warum sind Backups wichtig?
    - Was ist Incident Response?
    - Was bedeutet Defense in Depth?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit nicht verwechseln.

    Ransomware betrifft nicht nur Verfügbarkeit,
    sondern oft auch Vertraulichkeit.

    Malware ist ein Oberbegriff.

    Virus und Wurm unterscheiden.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    Social Engineering ist nicht rein technisch.

    DoS und DDoS unterscheiden.

    DDoS ist verteilt.

    MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern.

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

    DNSSEC schützt Integrität,
    nicht automatisch Vertraulichkeit.

    SQL Injection betrifft Datenbanken.

    XSS betrifft Browser.

    CSRF missbraucht Sitzungen.

    Prepared Statements schützen gegen SQL Injection.

    Frontend-Validierung ist keine Sicherheitsgrenze.

    Zugriffskontrolle muss serverseitig erfolgen.

    CVE benennt Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Hoher CVSS-Wert ersetzt keine eigene Risikoanalyse.

    Patchmanagement ist ein Prozess.

    Hardening ist sichere Konfiguration.

    Firewall ersetzt kein Patchmanagement.

    Antivirus ersetzt kein Sicherheitskonzept.

    IDS erkennt,
    IPS blockiert zusätzlich.

    EDR ist mehr als Antivirus.

    SIEM sammelt und korreliert Logs.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

    Security Awareness ist eine Schutzmaßnahme.

    Incident Response muss vorbereitet sein.

    Sicherheit ist ein Prozess,
    kein einmaliger Zustand.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Vertraulichkeit | Schutz vor unberechtigtem Lesen |
| Integrität | Schutz vor unbemerkter Veränderung |
| Verfügbarkeit | Nutzbarkeit von Systemen und Daten |
| Authentizität | Echtheit einer Identität oder Nachricht |
| Nichtabstreitbarkeit | Nachweisbarkeit einer Handlung |
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung |
| Angriffsfläche | Summe möglicher Angriffspunkte |
| Malware | Schadsoftware |
| Virus | Schadsoftware mit Wirtsdatei |
| Wurm | selbstverbreitende Schadsoftware |
| Trojaner | getarnte Schadsoftware |
| Ransomware | erpresserische Verschlüsselung oder Sperrung |
| Phishing | Täuschung zur Datenpreisgabe |
| Social Engineering | Manipulation von Menschen |
| Brute Force | systematisches Ausprobieren |
| Credential Stuffing | Nutzung geleakter Zugangsdaten |
| Password Spraying | wenige Passwörter gegen viele Konten |
| DoS | Dienstverweigerung |
| DDoS | verteilte Dienstverweigerung |
| MitM | Man-in-the-Middle |
| Sniffing | Mitschneiden von Verkehr |
| Spoofing | Vortäuschen falscher Identität |
| ARP-Spoofing | Manipulation lokaler IP-MAC-Zuordnung |
| DNS-Spoofing | Manipulation von DNS-Antworten |
| Rogue DHCP | unautorisierter DHCP-Server |
| Evil Twin | gefälschter WLAN-Access-Point |
| SQL Injection | Einschleusen von SQL-Code |
| XSS | Cross-Site Scripting |
| CSRF | Cross-Site Request Forgery |
| IDOR | unsichere direkte Objekt-ID |
| CVE | Kennung bekannter Schwachstellen |
| CVSS | Kritikalitätsbewertung |
| Exploit | Ausnutzung einer Schwachstelle |
| Zero-Day | ungepatchte oder unbekannte Schwachstelle |
| Patchmanagement | organisierte Update-Verwaltung |
| Hardening | sichere Systemhärtung |
| Baseline | sicherer Grundzustand |
| Configuration Drift | Abweichung von Soll-Konfiguration |
| Firewall | Filter für Netzwerkverkehr |
| IDS | Angriffserkennung |
| IPS | Angriffserkennung mit Blockierung |
| Antivirus | Schutz gegen bekannte Schadsoftware |
| EDR | Endpoint Detection and Response |
| XDR | Extended Detection and Response |
| SIEM | Sicherheitslog-Auswertung |
| SOC | Security Operations Center |
| SOAR | automatisierte Sicherheitsreaktion |
| MFA | Multi-Faktor-Authentifizierung |
| Least Privilege | minimale notwendige Rechte |
| Backup | zusätzliche Datensicherung |
| Immutable Backup | unveränderliches Backup |
| Restore-Test | Prüfung der Wiederherstellung |
| Incident Response | Reaktion auf Sicherheitsvorfälle |
| Defense in Depth | mehrschichtige Verteidigung |

---

**IHK-sichere Gesamtformulierung**

Angriffe und Schutzmaßnahmen in der IT-Sicherheit beziehen sich auf den Schutz der Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Angriffe können technische Schwachstellen, unsichere Konfigurationen, menschliches Verhalten, Identitäten, Netzwerke, Webanwendungen oder Lieferketten ausnutzen. Typische Angriffe sind Malware, Ransomware, Phishing, Social Engineering, DoS, DDoS, Man-in-the-Middle, Spoofing, SQL Injection, Cross-Site Scripting und Cross-Site Request Forgery. Schutzmaßnahmen sind unter anderem Patchmanagement, Hardening, Firewalls, Netzwerksegmentierung, MFA, Least Privilege, IDS/IPS, EDR, SIEM, Backups, Restore-Tests, Monitoring, Logging, Schulungen und Incident Response. Ein wirksames Sicherheitskonzept kombiniert mehrere technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen nach dem Prinzip Defense in Depth.

---

**Wichtigste Merksätze**

    IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit.

    Vertraulichkeit schützt vor Mitlesen.

    Integrität schützt vor Manipulation.

    Verfügbarkeit schützt Nutzbarkeit.

    Schwachstelle ist die Lücke.

    Bedrohung ist das mögliche Ereignis.

    Risiko ist Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

    Angriffsfläche reduzieren.

    Malware ist Schadsoftware.

    Virus hängt sich an Dateien.

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

    Trojaner tarnt sich.

    Ransomware verschlüsselt oder sperrt.

    Double Extortion bedeutet Verschlüsselung plus Datenabfluss.

    Phishing täuscht Benutzer.

    Social Engineering manipuliert Menschen.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    MFA schützt stark,
    aber nicht gegen alles.

    Passwörter nicht wiederverwenden.

    DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an.

    DDoS ist verteilt.

    MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger.

    Sniffing kann nützlich sein,
    aber auch missbraucht werden.

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

    ARP-Spoofing betrifft lokale Netze.

    DNS-Spoofing führt zu falschen Zielen.

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

    WLAN braucht starke Absicherung.

    SQL Injection betrifft Datenbanken.

    XSS betrifft Browser.

    CSRF missbraucht Sitzungen.

    Prepared Statements schützen vor SQL Injection.

    Escaping schützt vor XSS.

    CSRF-Token schützen vor CSRF.

    Zugriffskontrolle immer serverseitig prüfen.

    CVE benennt Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Patchmanagement ist ein Prozess.

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

    Baseline definiert sicheren Grundzustand.

    Configuration Drift vermeiden.

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

    Default Deny ist sicherer.

    IDS erkennt.

    IPS blockiert zusätzlich.

    EDR schützt Endgeräte tiefer als Antivirus.

    SIEM korreliert Sicherheitslogs.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Restore-Test ist Pflicht.

    Immutable Backup schützt vor Manipulation.

    Incident Response vorbereiten.

    Defense in Depth kombiniert Schutzschichten.

    Sicherheit ist ein dauerhafter Prozess.