# 7. OSI-Schicht 4 – Transportschicht



# TCP (Transmission Control Protocol) Erklärung

**TCP einfach erklärt**

TCP steht für **Transmission Control Protocol**.

TCP ist ein **verbindungsorientiertes** und **zuverlässiges** Transportprotokoll. Es arbeitet auf der **Transportschicht** des TCP/IP-Modells und sorgt dafür, dass Daten möglichst vollständig, geordnet und fehlerfrei beim Empfänger ankommen.

Typische Anwendungen mit TCP sind zum Beispiel:

```text
HTTP/HTTPS
SSH
E-Mail
Dateiübertragung
Remote Desktop
```

---

**Grundidee von TCP**

TCP wird verwendet, wenn Daten zuverlässig übertragen werden sollen.

Das bedeutet:

```text
- vor der Datenübertragung wird eine Verbindung aufgebaut
- Daten werden nummeriert
- empfangene Daten werden bestätigt
- fehlende Daten können erneut übertragen werden
- Daten werden in der richtigen Reihenfolge an die Anwendung weitergegeben
```

TCP ist dadurch zuverlässiger als UDP, hat aber mehr Verwaltungsaufwand.

Merksatz:

```text
TCP = verbindungsorientiert, zuverlässig und geordnet
UDP = verbindungslos, schnell und mit weniger Kontrolle
```

---

**TCP arbeitet mit Ports**

Eine IP-Adresse zeigt auf einen Host im Netzwerk.

Beispiel:

```text
192.168.0.50
```

Ein Port zeigt auf einen bestimmten Dienst oder eine Anwendung auf diesem Host.

Beispiel:

```text
192.168.0.50:443
```

Das bedeutet:

```text
192.168.0.50 = Host / Gerät
443          = Dienst / Anwendung, hier HTTPS
```

Typische TCP-Ports:

```text
80   = HTTP
443  = HTTPS
22   = SSH
25   = SMTP
110  = POP3
143  = IMAP
3389 = Remote Desktop
```

Merksatz:

```text
IP-Adresse = welcher Host?
Port        = welcher Dienst?
Socket      = IP-Adresse + Port
```

---

**Socket bei TCP**

Ein Socket ist die Kombination aus IP-Adresse und Port.

Beispiel:

```text
192.168.0.50:443
```

Bei einer TCP-Verbindung gibt es immer zwei Seiten:

```text
Client-Socket: 192.168.0.20:51544
Server-Socket: 93.184.216.34:443
```

Der Client verwendet oft einen zufälligen hohen Quellport. Der Server verwendet meistens einen bekannten festen Zielport.

Eine vollständige TCP-Verbindung wird also durch diese Informationen beschrieben:

```text
Quell-IP
Quell-Port
Ziel-IP
Ziel-Port
Protokoll TCP
```

---

**TCP-Verbindungsaufbau: 3-Wege-Handshake**

Bevor TCP Daten überträgt, wird eine Verbindung aufgebaut. Dieser Verbindungsaufbau heißt **3-Wege-Handshake**.

Dabei tauschen Client und Server Kontrollinformationen aus.

Ablauf:

```text
Client                         Server

1. SYN  ---------------------> 
   Verbindungswunsch

2. SYN-ACK <------------------
   Verbindungswunsch bestätigt

3. ACK  --------------------->
   Bestätigung zurück

Verbindung steht
```

---

**Was bedeutet SYN?**

SYN ist die Abkürzung für:

```text
Synchronize
```

Auf Deutsch:

```text
synchronisieren
```

Beim TCP-Verbindungsaufbau bedeutet SYN:

```text
Der Client möchte eine neue TCP-Verbindung starten
und seine Start-Sequenznummer mit dem Server synchronisieren.
```

SYN ist also nicht einfach nur „Hallo“, sondern enthält auch technische Informationen für den Start der Verbindung.

---

**Was bedeutet SYN-ACK?**

SYN-ACK besteht aus zwei Teilen:

```text
SYN = Server möchte ebenfalls seine Start-Sequenznummer synchronisieren
ACK = Server bestätigt den SYN des Clients
```

Der Server sagt damit vereinfacht:

```text
Ich habe deinen Verbindungswunsch erhalten.
Ich bin bereit.
Hier ist meine eigene Start-Sequenznummer.
```

---

**Was bedeutet ACK?**

ACK steht für:

```text
Acknowledgement
```

Auf Deutsch:

```text
Bestätigung
```

Beim dritten Schritt bestätigt der Client die Antwort des Servers.

Danach gilt:

```text
Die TCP-Verbindung ist aufgebaut.
Daten können übertragen werden.
```

Merksatz:

```text
SYN     = Verbindungswunsch + Start-Sequenznummer synchronisieren
SYN-ACK = Verbindungswunsch bestätigen + eigene Start-Sequenznummer senden
ACK     = Bestätigung zurücksenden
```

---

**Sequenznummer ist keine Portnummer**

Eine Sequenznummer ist nicht dasselbe wie eine Portnummer.

Eine **Portnummer** sagt:

```text
Welcher Dienst oder welches Programm ist gemeint?
```

Eine **Sequenznummer** sagt:

```text
An welcher Stelle im TCP-Datenstrom befinden sich diese Daten?
```

Merksatz:

```text
Portnummer     = welcher Dienst?
Sequenznummer = welche Stelle im Datenstrom?
```

Oder einfacher:

```text
Portnummer ist wie die Türnummer eines Dienstes.
Sequenznummer ist wie die Position der Daten im Datenstrom.
```

---

**Was macht die Sequenznummer bei TCP?**

TCP nummeriert nicht einfach nur einzelne Pakete wie „Paket 1, Paket 2, Paket 3“.

Technisch genauer:

```text
TCP nummeriert die Bytes im Datenstrom.
```

Dadurch weiß der Empfänger:

```text
- wo ein empfangenes TCP-Segment im Datenstrom beginnt
- ob Daten in der richtigen Reihenfolge angekommen sind
- ob Daten fehlen
- ob Daten doppelt angekommen sind
```

Ein TCP-Segment enthält eine Sequenznummer. Diese Sequenznummer zeigt, an welcher Position im Datenstrom die enthaltenen Daten beginnen.

---

**Einfaches Beispiel für Sequenznummern**

```text
Segment 1: Sequenznummer 1000, enthält 500 Byte
Segment 2: Sequenznummer 1500, enthält 500 Byte
Segment 3: Sequenznummer 2000, enthält 500 Byte
```

Das bedeutet:

```text
Segment 1 beginnt bei Byte 1000.
Segment 2 beginnt bei Byte 1500.
Segment 3 beginnt bei Byte 2000.
```

Wenn alles korrekt ankommt, kann der Empfänger die Daten in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen.

---

**Was passiert, wenn Daten verloren gehen?**

Angenommen, Segment 2 geht verloren:

```text
Segment 1 kommt an: Sequenznummer 1000
Segment 2 fehlt:    Sequenznummer 1500
Segment 3 kommt an: Sequenznummer 2000
```

Der Empfänger merkt:

```text
Ich habe Daten ab 1000 bekommen.
Danach müsste eigentlich 1500 kommen.
Jetzt kommt aber schon 2000.
Also fehlt der Bereich ab 1500.
```

TCP erkennt dadurch, dass ein Teil der Daten fehlt.

Die fehlenden Daten können dann erneut übertragen werden.

---

**ACK = Bestätigung empfangener Daten**

Mit einem ACK bestätigt der Empfänger, welche Daten korrekt angekommen sind.

Vereinfacht gesagt:

```text
ACK 1500 = Ich habe alles bis vor 1500 korrekt erhalten.
           Bitte sende als Nächstes die Daten ab 1500.
```

Wenn Daten fehlen, bestätigt der Empfänger nicht einfach alles als vollständig.

Stattdessen signalisiert er sinngemäß:

```text
Ich erwarte weiterhin die Daten ab dieser Sequenznummer.
```

Dadurch erkennt der Sender, dass Daten erneut übertragen werden müssen.

---

**Muss TCP komplett warten, wenn ein Segment fehlt?**

Nicht unbedingt.

Später angekommene Daten können zwischengespeichert werden.

Beispiel:

```text
Segment 1 kommt an.
Segment 2 fehlt.
Segment 3 kommt schon an.
```

TCP kann Segment 3 intern speichern.

Wichtig ist aber:

```text
An die Anwendung werden die Daten erst in der richtigen Reihenfolge weitergegeben.
```

Das bedeutet:

```text
Die Anwendung bekommt Segment 3 nicht vor Segment 2.
Erst wenn die fehlenden Daten angekommen sind,
werden die Daten geordnet weitergegeben.
```

Dadurch sieht die Anwendung einen zuverlässigen und geordneten Datenstrom.

---

**Warum ist TCP zuverlässig?**

TCP gilt als zuverlässig, weil es mehrere Kontrollmechanismen verwendet.

Dazu gehören:

```text
- Verbindungsaufbau durch 3-Wege-Handshake
- Sequenznummern
- ACK-Bestätigungen
- erneute Übertragung verlorener Daten
- Reihenfolgekontrolle
- Erkennung doppelt empfangener Daten
- Flusskontrolle
```

Dadurch kann TCP sicherstellen, dass Daten vollständig und in der richtigen Reihenfolge beim Empfänger ankommen.

---

**Flusskontrolle bei TCP**

TCP verwendet Flusskontrolle, damit ein schneller Sender einen langsameren Empfänger nicht überfordert.

Der Empfänger kann dem Sender mitteilen, wie viele Daten er aktuell aufnehmen kann.

Das nennt man vereinfacht:

```text
Empfangsfenster
```

Wenn der Empfänger nur wenig Speicher frei hat, kann er dem Sender signalisieren:

```text
Sende langsamer oder warte kurz.
```

Dadurch wird verhindert, dass der Empfänger mit zu vielen Daten überlastet wird.

---

**TCP-Verbindungsabbau**

Eine TCP-Verbindung wird nicht einfach abrupt beendet, sondern kontrolliert geschlossen.

Dafür werden unter anderem FIN- und ACK-Nachrichten verwendet.

Vereinfacht:

```text
Eine Seite sagt: Ich möchte die Verbindung beenden.
Die andere Seite bestätigt das.
Danach kann auch die andere Seite ihre Richtung schließen.
```

Typische Steuerbits beim Verbindungsabbau:

```text
FIN = Verbindung geordnet beenden
ACK = Bestätigung
```

Merksatz:

```text
SYN = Verbindung aufbauen
FIN = Verbindung beenden
ACK = bestätigen
```

---

**TCP im Vergleich zu UDP**

TCP:

```text
- verbindungsorientiert
- zuverlässig
- geordnete Datenübertragung
- Bestätigungen durch ACKs
- erneute Übertragung verlorener Daten
- mehr Verwaltungsaufwand
```

UDP:

```text
- verbindungslos
- geringer Verwaltungsaufwand
- keine eingebaute Zustellgarantie
- keine eingebaute Reihenfolgekontrolle
- keine eingebaute erneute Übertragung
- oft latenzärmer als TCP
```

TCP wird verwendet, wenn Zuverlässigkeit wichtig ist.

UDP wird häufig verwendet, wenn geringe Verzögerung wichtiger ist als vollständige Kontrolle.

---

**Beispiel: TCP beim Webseitenaufruf**

Wenn ein Client eine HTTPS-Webseite aufruft, passiert vereinfacht Folgendes:

```text
1. Client möchte Website aufrufen.
2. Client baut TCP-Verbindung zum Server-Port 443 auf.
3. TCP führt den 3-Wege-Handshake aus.
4. Danach werden Daten übertragen.
5. TCP nummeriert die Daten mit Sequenznummern.
6. Der Empfänger bestätigt empfangene Daten mit ACKs.
7. Fehlende Daten werden erneut übertragen.
8. Die Anwendung erhält die Daten in der richtigen Reihenfolge.
```

Beispiel:

```text
Client: 192.168.0.20:51544
Server: 93.184.216.34:443
Protokoll: TCP
```

---

**Wichtige TCP-Begriffe**

```text
TCP = Transmission Control Protocol
SYN = Synchronize
ACK = Acknowledgement
FIN = Finish
Port = Dienstadresse auf einem Host
Socket = IP-Adresse + Port
Sequenznummer = Position der Daten im TCP-Datenstrom
3-Wege-Handshake = Verbindungsaufbau bei TCP
```

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

TCP ist ein verbindungsorientiertes und zuverlässiges Transportprotokoll. Vor der Datenübertragung wird durch den 3-Wege-Handshake eine Verbindung aufgebaut. TCP verwendet Sequenznummern, um die Reihenfolge der übertragenen Daten im Datenstrom festzulegen. Mit ACKs bestätigt der Empfänger korrekt erhaltene Daten. Fehlende Daten können erkannt und erneut übertragen werden. Dadurch stellt TCP eine geordnete und zuverlässige Datenübertragung bereit.

---

**Merksätze**

```text
TCP = verbindungsorientiert, zuverlässig und geordnet
```

```text
SYN     = Verbindung starten
SYN-ACK = Verbindung bestätigen und eigene Startnummer senden
ACK     = Bestätigung
```

```text
Portnummer     = welcher Dienst?
Sequenznummer = welche Stelle im Datenstrom?
```

```text
Sequenznummern helfen TCP zu erkennen,
ob Daten fehlen, doppelt angekommen sind
oder in falscher Reihenfolge eintreffen.
```

```text
ACK bestätigt,
bis wohin Daten korrekt empfangen wurden.
```

```text
Fehlende Daten werden erneut übertragen.
Später angekommene Daten können zwischengespeichert werden.
An die Anwendung geht alles erst in der richtigen Reihenfolge.
```

```text
SYN = Verbindung aufbauen
FIN = Verbindung beenden
ACK = bestätigen
```

# UDP (User Datagram Protocol) Erklärung

**UDP einfach erklärt**

UDP steht für **User Datagram Protocol**.

UDP ist ein **verbindungsloses** Transportprotokoll. Es arbeitet auf der **Transportschicht** des TCP/IP-Modells und wird verwendet, wenn Daten schnell und mit möglichst wenig Verwaltungsaufwand übertragen werden sollen.

UDP ist einfacher aufgebaut als TCP. Dafür bietet UDP aber keine eingebaute Garantie, dass Daten ankommen, vollständig sind oder in der richtigen Reihenfolge eintreffen.

Typische Anwendungen mit UDP sind zum Beispiel:

```text id="uw4t0s"
DNS
DHCP
VoIP
Video-Streaming
Audio-Streaming
Online-Gaming
QUIC / HTTP/3
```

---

**Grundidee von UDP**

UDP wird verwendet, wenn eine schnelle und einfache Datenübertragung wichtiger ist als vollständige Kontrolle.

Das bedeutet:

```text id="qjkbh4"
- keine feste Verbindung vor der Datenübertragung
- kein 3-Wege-Handshake
- keine eingebaute Zustellgarantie
- keine eingebaute Reihenfolgekontrolle
- keine automatische erneute Übertragung verlorener Daten
- geringer Verwaltungsaufwand
```

UDP sendet Daten einfach los. Ob die Gegenseite erreichbar ist oder ob die Daten vollständig ankommen, wird von UDP selbst nicht zuverlässig kontrolliert.

Merksatz:

```text id="r2d2tr"
UDP = verbindungslos, einfach und schnell
TCP = verbindungsorientiert, zuverlässig und geordnet
```

---

**UDP arbeitet mit Ports**

Auch UDP verwendet Ports, genau wie TCP.

Eine IP-Adresse zeigt auf einen Host im Netzwerk.

Beispiel:

```text id="mmwunq"
192.168.0.50
```

Ein Port zeigt auf einen bestimmten Dienst oder eine Anwendung auf diesem Host.

Beispiel:

```text id="xm2x76"
192.168.0.50:53
```

Das bedeutet:

```text id="us9fs8"
192.168.0.50 = Host / Gerät
53           = Dienst / Anwendung, hier DNS
```

Typische UDP-Ports:

```text id="c7t24c"
53    = DNS
67    = DHCP Server
68    = DHCP Client
123   = NTP
500   = IKE / IPsec
1194  = OpenVPN
51820 = WireGuard
443   = QUIC / HTTP/3
```

Wichtig:

```text id="liglsp"
Ein Port kann bei TCP und UDP unterschiedlich verwendet werden.
```

Beispiel:

```text id="b8gdwc"
TCP 443 = HTTPS über TCP
UDP 443 = QUIC / HTTP/3
```

Merksatz:

```text id="rxre7n"
IP-Adresse = welcher Host?
Port        = welcher Dienst?
Socket      = IP-Adresse + Port
```

---

**Socket bei UDP**

Ein Socket ist die Kombination aus IP-Adresse und Port.

Beispiel:

```text id="juvi9v"
192.168.0.50:53
```

Bei UDP kann ein Datenpaket von einem Quell-Socket zu einem Ziel-Socket gesendet werden.

Beispiel:

```text id="khkoyw"
Client-Socket: 192.168.0.20:53000
Server-Socket: 192.168.0.1:53
```

Das bedeutet:

```text id="ro5p0x"
Client fragt von Port 53000 aus einen DNS-Server auf Port 53 an.
```

Eine UDP-Kommunikation wird also durch diese Informationen beschrieben:

```text id="cvvu8u"
Quell-IP
Quell-Port
Ziel-IP
Ziel-Port
Protokoll UDP
```

---

**UDP hat keinen Verbindungsaufbau**

Bei TCP gibt es vor der Datenübertragung einen 3-Wege-Handshake.

Bei UDP gibt es diesen Verbindungsaufbau nicht.

TCP:

```text id="fjeq6e"
Client                         Server

1. SYN  ---------------------> 
2. SYN-ACK <------------------
3. ACK  --------------------->

Verbindung steht
```

UDP:

```text id="ocsnv9"
Client                         Server

Datenpaket ------------------>

Keine vorherige Verbindung
Keine SYN-Nachricht
Kein SYN-ACK
Kein ACK durch UDP selbst
```

UDP sendet also direkt ein Datagramm an den Empfänger.

Merksatz:

```text id="h4fwtv"
TCP fragt vorher: Darf ich eine Verbindung aufbauen?
UDP sendet direkt los.
```

---

**Was ist ein UDP-Datagramm?**

Die Dateneinheit bei UDP nennt man **Datagramm**.

Ein UDP-Datagramm enthält unter anderem:

```text id="x9raek"
- Quellport
- Zielport
- Länge
- Prüfsumme
- Nutzdaten
```

UDP ist dadurch sehr schlank aufgebaut.

Wichtig:

```text id="k3i579"
UDP nummeriert die Daten nicht wie TCP mit Sequenznummern.
```

Deshalb kann UDP selbst nicht zuverlässig erkennen, ob ein Datagramm fehlt oder in falscher Reihenfolge angekommen ist.

---

**UDP hat keine Sequenznummern wie TCP**

TCP verwendet Sequenznummern, um die Position der Daten im Datenstrom festzulegen.

UDP macht das nicht.

TCP:

```text id="oydme1"
Segment 1: Sequenznummer 1000
Segment 2: Sequenznummer 1500
Segment 3: Sequenznummer 2000
```

UDP:

```text id="rfk6ec"
Datagramm 1 wird gesendet.
Datagramm 2 wird gesendet.
Datagramm 3 wird gesendet.

UDP selbst merkt sich keine Reihenfolge.
```

Wenn ein UDP-Datagramm verloren geht, wird es von UDP nicht automatisch erneut angefordert.

Wenn UDP-Datagramme in falscher Reihenfolge ankommen, sortiert UDP sie nicht automatisch.

Merksatz:

```text id="z5xqmv"
TCP kontrolliert die Reihenfolge.
UDP sendet einzelne Datagramme ohne Reihenfolgegarantie.
```

---

**UDP hat keine eingebaute Zustellgarantie**

UDP garantiert nicht, dass ein Datagramm beim Empfänger ankommt.

Ein UDP-Datagramm kann unterwegs verloren gehen, zum Beispiel durch:

```text id="tpyoxq"
- Netzwerküberlastung
- Paketverlust
- Routing-Probleme
- Firewall-Regeln
- fehlerhafte Übertragung
```

UDP selbst sendet verlorene Datagramme nicht automatisch erneut.

Das bedeutet:

```text id="j117zs"
Wenn ein UDP-Datagramm verloren geht,
merkt UDP selbst das nicht zuverlässig
und fordert es nicht automatisch erneut an.
```

Wenn eine Anwendung trotzdem Zuverlässigkeit braucht, muss sie diese selbst oberhalb von UDP einbauen.

Beispiele dafür sind:

```text id="mvkcxj"
- eigene Bestätigungen
- eigene Sequenznummern
- eigene Wiederholungen
- Fehlerkorrektur auf Anwendungsebene
```

---

**UDP hat keine eingebaute Reihenfolgekontrolle**

UDP garantiert nicht, dass Datagramme in der gesendeten Reihenfolge ankommen.

Beispiel:

```text id="lfyv0x"
Gesendet:
Datagramm 1
Datagramm 2
Datagramm 3

Angekommen:
Datagramm 1
Datagramm 3
Datagramm 2
```

UDP sortiert diese Datagramme nicht automatisch.

Wenn die Reihenfolge wichtig ist, muss die Anwendung selbst dafür sorgen.

Beispiel:

```text id="zx6bun"
Eine Anwendung kann eigene Nummern in die Nutzdaten schreiben,
um die Reihenfolge später selbst zu prüfen.
```

Merksatz:

```text id="trkhmn"
UDP liefert Datagramme so ab, wie sie ankommen.
UDP sortiert nicht automatisch.
```

---

**UDP hat weniger Verwaltungsaufwand als TCP**

UDP hat weniger Verwaltungsaufwand, weil es keinen Verbindungsaufbau, keine Sequenznummern, keine ACKs und keine automatische Wiederholung verlorener Daten gibt.

Dadurch ist UDP oft:

```text id="oxqyll"
- einfacher
- schneller beim Start
- latenzärmer
- ressourcenschonender
```

Wichtig:

```text id="fb1xle"
UDP ist nicht automatisch immer schneller im Sinne von höherer Datenrate.
```

Besser formuliert:

```text id="u1y6bf"
UDP hat weniger Verwaltungsaufwand als TCP und kann dadurch schneller bzw. latenzärmer sein.
```

Das ist besonders bei Anwendungen wichtig, bei denen Echtzeit wichtiger ist als perfekte Vollständigkeit.

---

**Warum nutzt man UDP trotz fehlender Garantie?**

UDP wird genutzt, weil bei manchen Anwendungen verlorene Daten weniger schlimm sind als Verzögerungen.

Beispiel VoIP:

```text id="b9dwji"
Bei einem Telefonat ist es besser,
wenn ein kleines Audiostück kurz fehlt,
als wenn die Sprache stark verzögert ankommt.
```

Beispiel Online-Gaming:

```text id="v8bj6p"
Bei schnellen Positionsdaten ist es oft besser,
aktuelle Daten zu bekommen,
als alte verlorene Daten nachträglich zu übertragen.
```

Beispiel Streaming:

```text id="b0ak7g"
Bei Live-Video ist geringe Verzögerung wichtiger
als jedes einzelne Paket nachträglich zu retten.
```

Merksatz:

```text id="s5lpaf"
UDP wird häufig verwendet,
wenn Aktualität wichtiger ist als vollständige Nachlieferung.
```

---

**Beispiel: DNS mit UDP**

DNS verwendet sehr häufig UDP auf Port 53.

Ablauf vereinfacht:

```text id="dg9sll"
1. Client möchte wissen, welche IP-Adresse zu einer Domain gehört.
2. Client sendet eine DNS-Anfrage per UDP an Port 53.
3. DNS-Server antwortet per UDP.
4. Die Antwort enthält die passende IP-Adresse.
```

Beispiel:

```text id="b7il9z"
Client: 192.168.0.20:53000
DNS-Server: 192.168.0.1:53
Protokoll: UDP
```

Warum UDP hier sinnvoll ist:

```text id="bhv68v"
- DNS-Anfragen sind meist klein
- eine Verbindung vorher aufzubauen wäre zusätzlicher Aufwand
- bei Verlust kann die Anfrage einfach erneut gestellt werden
```

Wichtig:

```text id="id0weu"
DNS kann auch TCP verwenden,
zum Beispiel bei größeren Antworten oder Zonentransfers.
```

---

**Beispiel: VoIP mit UDP**

Bei VoIP werden Sprachdaten in kleinen Paketen übertragen.

UDP eignet sich hier gut, weil geringe Verzögerung besonders wichtig ist.

Beispiel:

```text id="bpo809"
Sprecher → Sprachpakete → Netzwerk → Empfänger
```

Wenn ein kleines Sprachpaket verloren geht, ist das meist weniger schlimm als eine große Verzögerung.

Deshalb ist bei VoIP oft wichtiger:

```text id="tkeck3"
geringe Latenz statt vollständige Nachlieferung
```

---

**Beispiel: Online-Gaming mit UDP**

Online-Spiele übertragen häufig Positionsdaten, Bewegungen und Zustände.

Beispiel:

```text id="zlhpln"
Spielerposition
Blickrichtung
Bewegung
Aktionen
```

Wenn ein altes Positionspaket verloren geht, ist es oft nicht sinnvoll, es später noch nachzuliefern.

Wichtiger ist:

```text id="mvix7g"
Der aktuelle Zustand soll möglichst schnell ankommen.
```

Deshalb wird für solche Echtzeitdaten häufig UDP genutzt.

---

**QUIC und HTTP/3 nutzen UDP**

QUIC ist ein modernes Transportprotokoll, das auf UDP basiert.

HTTP/3 verwendet QUIC.

Vereinfacht:

```text id="bp3znh"
HTTP/3 läuft über QUIC.
QUIC läuft über UDP.
UDP läuft über IP.
```

Wichtig:

```text id="f7w5w8"
QUIC nutzt UDP als Grundlage,
baut aber eigene Funktionen für Zuverlässigkeit,
Verschlüsselung und Verbindungssteuerung ein.
```

Das bedeutet:

```text id="h8lbmz"
UDP selbst ist einfach und verbindungslos.
QUIC ergänzt darauf zusätzliche moderne Funktionen.
```

---

**UDP und Firewall**

Firewalls können UDP-Verkehr filtern, genau wie TCP-Verkehr.

Dabei werden zum Beispiel geprüft:

```text id="kil5ai"
- Quell-IP
- Ziel-IP
- Quellport
- Zielport
- Protokoll UDP
```

Da UDP keine feste Verbindung wie TCP aufbaut, ist die Zustandsverfolgung schwieriger.

Eine Stateful Firewall kann sich aber trotzdem merken, dass ein interner Client ein UDP-Datagramm nach außen gesendet hat.

Beispiel:

```text id="ov5tx8"
Client sendet DNS-Anfrage an DNS-Server.
Firewall merkt sich diese Anfrage kurzzeitig.
DNS-Antwort darf zurück.
Unerwartete UDP-Pakete von außen werden blockiert.
```

Merksatz:

```text id="sdoksc"
Auch UDP kann von einer Stateful Firewall verfolgt werden,
aber ohne echten TCP-Verbindungszustand.
```

---

**UDP und NAT/PAT**

Auch UDP kann über NAT/PAT ins Internet gehen.

Beispiel:

```text id="moxl85"
Interner Client: 192.168.0.20:53000
Öffentliche IP: 84.10.20.30:40001
DNS-Server: 1.1.1.1:53
```

Die Firewall bzw. der Router merkt sich die Zuordnung:

```text id="gmefwr"
192.168.0.20:53000 → 84.10.20.30:40001
```

Wenn die Antwort vom DNS-Server zurückkommt, weiß der Router:

```text id="xat6qe"
Diese Antwort gehört zurück an 192.168.0.20:53000.
```

Wichtig:

```text id="vrpgqo"
Bei UDP sind solche NAT-Zuordnungen meist zeitlich begrenzt,
weil es keine dauerhaft aufgebaute Verbindung wie bei TCP gibt.
```

---

**UDP im Vergleich zu TCP**

TCP:

```text id="eh3mx2"
- verbindungsorientiert
- 3-Wege-Handshake
- zuverlässig
- Sequenznummern
- ACK-Bestätigungen
- erneute Übertragung verlorener Daten
- Reihenfolgekontrolle
- mehr Verwaltungsaufwand
```

UDP:

```text id="mdpw5m"
- verbindungslos
- kein 3-Wege-Handshake
- keine eingebaute Zustellgarantie
- keine eingebaute Reihenfolgekontrolle
- keine automatische erneute Übertragung
- weniger Verwaltungsaufwand
- oft latenzärmer
```

Merksatz:

```text id="z5zccy"
TCP kontrolliert stärker.
UDP ist schlanker und direkter.
```

---

**Wann verwendet man TCP?**

TCP verwendet man, wenn Daten zuverlässig und vollständig ankommen müssen.

Beispiele:

```text id="ofkz4y"
- Webseiten über HTTP/HTTPS
- Dateiübertragung
- SSH
- E-Mail
- Remote Desktop
```

Hier wäre es schlecht, wenn Daten fehlen oder in falscher Reihenfolge bei der Anwendung ankommen.

---

**Wann verwendet man UDP?**

UDP verwendet man häufig, wenn geringe Verzögerung wichtiger ist als vollständige Kontrolle.

Beispiele:

```text id="yhm18n"
- DNS
- DHCP
- VoIP
- Live-Streaming
- Online-Gaming
- NTP
- VPN-Protokolle wie WireGuard
- QUIC / HTTP/3
```

Hier ist es oft besser, schnell weiterzumachen, statt verlorene alte Daten nachzuliefern.

---

**Ist UDP unsicherer als TCP?**

UDP ist nicht automatisch „unsicherer“ als TCP.

UDP hat nur weniger eingebaute Kontrollfunktionen.

Sicherheit hängt vor allem davon ab:

```text id="qcspw6"
- welches Anwendungsprotokoll verwendet wird
- ob Verschlüsselung eingesetzt wird
- wie die Firewall konfiguriert ist
- ob der Dienst korrekt abgesichert ist
```

Beispiel:

```text id="fi58m3"
QUIC nutzt UDP,
kann aber trotzdem verschlüsselte Kommunikation ermöglichen.
```

UDP bedeutet also nicht automatisch unsicher. Es bedeutet nur:

```text id="b3e9op"
UDP selbst garantiert weniger als TCP.
```

---

**Wichtige UDP-Begriffe**

```text id="xii0zl"
UDP = User Datagram Protocol
Datagramm = einzelne UDP-Dateneinheit
Port = Dienstadresse auf einem Host
Socket = IP-Adresse + Port
Quellport = Port des sendenden Systems
Zielport = Port des empfangenden Dienstes
Prüfsumme = einfache Fehlererkennung im UDP-Datagramm
```

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

UDP ist ein verbindungsloses Transportprotokoll mit geringem Verwaltungsaufwand. Im Gegensatz zu TCP baut UDP vor der Datenübertragung keine Verbindung auf und bietet keine eingebaute Garantie für Zustellung, Reihenfolge oder erneute Übertragung verlorener Daten. Dadurch ist UDP besonders für Anwendungen geeignet, bei denen geringe Verzögerung wichtiger ist als vollständige Kontrolle, zum Beispiel DNS, VoIP, Streaming oder Online-Gaming.

---

**Merksätze**

```text id="vkybjj"
UDP = verbindungslos, einfach und mit wenig Verwaltungsaufwand
```

```text id="bxkqfb"
UDP sendet direkt los.
TCP baut vorher eine Verbindung auf.
```

```text id="xg0rxw"
UDP garantiert nicht,
dass Datagramme ankommen,
in richtiger Reihenfolge ankommen
oder erneut übertragen werden.
```

```text id="uw4sfa"
UDP ist oft latenzärmer als TCP,
aber nicht automatisch immer schneller in jeder Situation.
```

```text id="gp5pfr"
TCP = Zuverlässigkeit und Kontrolle
UDP = Geschwindigkeit und geringer Verwaltungsaufwand
```

```text id="kgukso"
Wenn UDP Zuverlässigkeit braucht,
muss die Anwendung diese selbst einbauen.
```

```text id="hqqhqr"
DNS, VoIP, Streaming und Online-Gaming
sind typische Beispiele für UDP.
```

# TCP versus UDP

TCP und UDP sind beide Transportprotokolle. Sie arbeiten auf der Transportschicht und sorgen dafür, dass Daten zwischen Anwendungen auf verschiedenen Geräten übertragen werden können.

Der wichtigste Unterschied ist:

    TCP baut vor der Datenübertragung eine Verbindung auf.
    UDP sendet Daten ohne vorherigen Verbindungsaufbau direkt los.

---

**TCP kurz erklärt**

TCP steht für **Transmission Control Protocol**.

TCP ist:

    - verbindungsorientiert
    - zuverlässig
    - geordnet
    - kontrolliert
    - mit mehr Verwaltungsaufwand verbunden

Bei TCP wird vor der Übertragung der eigentlichen Nutzdaten zuerst eine Verbindung aufgebaut. Dieser Verbindungsaufbau heißt **3-Wege-Handshake**.

    Client                         Server

    1. SYN  --------------------->   Verbindungswunsch
    2. SYN-ACK <------------------   Bestätigung + eigene Start-Sequenznummer
    3. ACK  --------------------->   Bestätigung

    Danach ist die TCP-Verbindung aufgebaut.
    Erst danach werden die eigentlichen Nutzdaten übertragen.

Wichtig:

    Nicht ACK ist der erste Schritt.
    Der erste Schritt ist SYN.
    ACK ist die Bestätigung im dritten Schritt.

---

**Was bedeutet SYN bei TCP?**

SYN steht für:

    Synchronize

Auf Deutsch:

    synchronisieren

SYN bedeutet beim TCP-Verbindungsaufbau:

    Der Client möchte eine neue TCP-Verbindung starten
    und seine Start-Sequenznummer mit dem Server synchronisieren.

SYN ist also der Verbindungswunsch und gleichzeitig der Start der Synchronisation der Sequenznummern.

---

**Was bedeutet SYN-ACK bei TCP?**

SYN-ACK besteht aus zwei Teilen:

    SYN = Server möchte ebenfalls seine Start-Sequenznummer synchronisieren
    ACK = Server bestätigt den SYN des Clients

Der Server sagt damit vereinfacht:

    Ich habe deinen Verbindungswunsch erhalten.
    Ich bin bereit.
    Hier ist meine eigene Start-Sequenznummer.

---

**Was bedeutet ACK bei TCP?**

ACK steht für:

    Acknowledgement

Auf Deutsch:

    Bestätigung

Mit ACK bestätigt eine Seite, dass bestimmte Daten oder Steuerinformationen angekommen sind.

Beim 3-Wege-Handshake bestätigt der Client mit ACK die Antwort des Servers.

Merksatz:

    SYN     = Verbindung starten und Sequenznummer synchronisieren
    SYN-ACK = Verbindung bestätigen und eigene Startnummer senden
    ACK     = Bestätigung zurücksenden

---

**UDP kurz erklärt**

UDP steht für **User Datagram Protocol**.

UDP ist:

    - verbindungslos
    - einfach
    - schnell bzw. oft latenzärmer
    - mit wenig Verwaltungsaufwand verbunden
    - ohne eingebaute Zustellgarantie
    - ohne eingebaute Reihenfolgekontrolle
    - ohne automatische erneute Übertragung verlorener Daten

Bei UDP gibt es keinen 3-Wege-Handshake.

    Client                         Server

    Daten ----------------------->

    Kein SYN
    Kein SYN-ACK
    Kein verbindungsaufbauendes ACK

UDP sendet Datagramme direkt los. UDP selbst prüft nicht zuverlässig, ob die Gegenseite bereit ist oder ob die Daten vollständig angekommen sind.

---

**Nutzdaten bei TCP und UDP**

Nutzdaten sind die eigentlichen Inhalte, die eine Anwendung übertragen möchte.

Beispiele:

    - Webseiteninhalte
    - Dateien
    - Sprache
    - Videodaten
    - DNS-Anfragen
    - Spielinformationen

Bei TCP gilt:

    Erst Verbindungsaufbau,
    dann Nutzdaten.

Bei UDP gilt:

    Kein Verbindungsaufbau,
    Nutzdaten werden direkt als Datagramm gesendet.

---

**Sequenznummern bei TCP**

TCP verwendet Sequenznummern.

Eine Sequenznummer ist keine Portnummer.

    Portnummer     = welcher Dienst?
    Sequenznummer = welche Stelle im Datenstrom?

TCP nummeriert technisch gesehen die Bytes im Datenstrom. Dadurch kann der Empfänger erkennen:

    - welche Daten angekommen sind
    - ob Daten fehlen
    - ob Daten doppelt angekommen sind
    - ob Daten in falscher Reihenfolge angekommen sind

Beispiel:

    Segment 1: Sequenznummer 1000, enthält 500 Byte
    Segment 2: Sequenznummer 1500, enthält 500 Byte
    Segment 3: Sequenznummer 2000, enthält 500 Byte

Wenn Segment 2 fehlt, merkt TCP:

    Nach 1000 müsste 1500 kommen.
    Wenn schon 2000 kommt, fehlt der Bereich ab 1500.

Fehlende Daten können dann erneut übertragen werden.

---

**UDP hat keine TCP-Sequenznummern**

UDP nummeriert die Daten nicht wie TCP mit Sequenznummern.

UDP sendet einzelne Datagramme.

    Datagramm 1 wird gesendet.
    Datagramm 2 wird gesendet.
    Datagramm 3 wird gesendet.

UDP selbst merkt sich dabei keine Reihenfolge.

Wenn ein Datagramm verloren geht, fordert UDP es nicht automatisch erneut an.

Wenn Datagramme in falscher Reihenfolge ankommen, sortiert UDP sie nicht automatisch.

---

**Zuverlässigkeit**

TCP ist zuverlässig, weil es mehrere Kontrollmechanismen verwendet:

    - Verbindungsaufbau durch 3-Wege-Handshake
    - Sequenznummern
    - ACK-Bestätigungen
    - erneute Übertragung verlorener Daten
    - Reihenfolgekontrolle
    - Erkennung doppelt empfangener Daten
    - Flusskontrolle

UDP hat diese Zuverlässigkeit nicht eingebaut.

UDP garantiert nicht:

    - dass Daten ankommen
    - dass Daten vollständig ankommen
    - dass Daten in der richtigen Reihenfolge ankommen
    - dass verlorene Daten erneut übertragen werden

Wenn eine Anwendung über UDP trotzdem Zuverlässigkeit benötigt, muss sie diese selbst einbauen.

Beispiele:

    - eigene Bestätigungen
    - eigene Sequenznummern
    - eigene Wiederholungen
    - Fehlerkorrektur auf Anwendungsebene

---

**Geschwindigkeit und Verwaltungsaufwand**

TCP hat mehr Verwaltungsaufwand, weil es Verbindungen aufbaut, Daten bestätigt, Reihenfolgen prüft und verlorene Daten erneut überträgt.

UDP hat weniger Verwaltungsaufwand, weil es diese Funktionen nicht eingebaut hat.

Deshalb ist UDP oft latenzärmer.

Wichtig:

    UDP ist nicht automatisch immer schneller im Sinne von höherer Datenrate.
    UDP hat aber weniger Verwaltungsaufwand und kann dadurch schneller reagieren.

Besser formuliert:

    UDP ist oft latenzärmer als TCP,
    weil es keinen Verbindungsaufbau und weniger Kontrollmechanismen hat.

---

**Typische Anwendungen für TCP**

TCP wird verwendet, wenn Daten zuverlässig und vollständig ankommen müssen.

Beispiele:

    - HTTP/HTTPS über TCP
    - SSH
    - E-Mail
    - Dateiübertragung
    - Remote Desktop
    - Datenbankverbindungen

Hier wäre es problematisch, wenn Daten fehlen oder in falscher Reihenfolge bei der Anwendung ankommen.

Beispiel:

    Bei einer Dateiübertragung darf kein Teil der Datei fehlen.
    Bei SSH müssen Befehle korrekt und in richtiger Reihenfolge ankommen.
    Bei Webseiten sollen Inhalte vollständig übertragen werden.

---

**Typische Anwendungen für UDP**

UDP wird häufig verwendet, wenn geringe Verzögerung wichtiger ist als vollständige Kontrolle.

Beispiele:

    - DNS
    - DHCP
    - VoIP
    - Live-Streaming
    - Online-Gaming
    - NTP
    - WireGuard
    - QUIC / HTTP/3

Beispiel VoIP:

    Bei einem Telefonat ist es besser,
    wenn ein kleines Audiostück kurz fehlt,
    als wenn die Sprache stark verzögert ankommt.

Beispiel Online-Gaming:

    Bei schnellen Positionsdaten ist der aktuelle Zustand wichtiger
    als ein altes verlorenes Paket nachträglich zu übertragen.

---

**DNS als Beispiel für UDP**

DNS nutzt sehr häufig UDP auf Port 53.

Ablauf vereinfacht:

    1. Client fragt per UDP beim DNS-Server an.
    2. DNS-Server antwortet per UDP.
    3. Die Antwort enthält die passende IP-Adresse zur Domain.

Beispiel:

    Client:     192.168.0.20:53000
    DNS-Server: 192.168.0.1:53
    Protokoll:  UDP

Warum UDP hier sinnvoll ist:

    - DNS-Anfragen sind meist klein.
    - Ein TCP-Verbindungsaufbau wäre zusätzlicher Aufwand.
    - Bei Verlust kann die Anfrage einfach erneut gestellt werden.

Wichtig:

    DNS kann auch TCP verwenden,
    zum Beispiel bei größeren Antworten oder Zonentransfers.

---

**QUIC und HTTP/3**

QUIC ist ein modernes Transportprotokoll, das auf UDP basiert.

    HTTP/3 läuft über QUIC.
    QUIC läuft über UDP.
    UDP läuft über IP.

Wichtig:

    UDP selbst ist einfach und verbindungslos.
    QUIC baut darauf eigene Funktionen für Verbindung, Zuverlässigkeit und Verschlüsselung auf.

Das bedeutet:

    Nur weil UDP selbst keine TCP-Zuverlässigkeit bietet,
    kann ein Protokoll oberhalb von UDP trotzdem eigene Kontrollmechanismen einbauen.

---

**TCP und UDP mit Ports**

Sowohl TCP als auch UDP verwenden Ports.

    IP-Adresse = welcher Host?
    Port        = welcher Dienst?
    Socket      = IP-Adresse + Port

Wichtig:

    TCP-Port 443 und UDP-Port 443 sind technisch getrennt.

Beispiel:

    TCP 443 = HTTPS über TCP
    UDP 443 = QUIC / HTTP/3

Ein Dienst kann also denselben Port bei TCP und UDP unterschiedlich verwenden.

---

**Firewall-Bezug**

Firewalls können sowohl TCP als auch UDP filtern.

Dabei prüfen sie zum Beispiel:

    - Quell-IP
    - Ziel-IP
    - Quellport
    - Zielport
    - Protokoll TCP oder UDP

Bei TCP kann eine Stateful Firewall den Verbindungszustand gut erkennen:

    SYN → SYN-ACK → ACK → Verbindung steht

Bei UDP gibt es keinen echten Verbindungszustand wie bei TCP. Eine Stateful Firewall kann sich aber trotzdem kurzzeitig merken, dass ein internes Gerät ein UDP-Datagramm nach außen gesendet hat.

Beispiel:

    Client sendet DNS-Anfrage per UDP nach außen.
    Firewall merkt sich diese Anfrage kurzzeitig.
    DNS-Antwort darf zurück.
    Unerwartete UDP-Pakete von außen werden blockiert.

---

**TCP versus UDP als Tabelle**

| Merkmal | TCP | UDP |
|---|---|---|
| Voller Name | Transmission Control Protocol | User Datagram Protocol |
| Verbindungsaufbau | Ja, 3-Wege-Handshake | Nein |
| Erste Nachricht | SYN | Direkt Datagramm/Nutzdaten |
| Zuverlässigkeit | Eingebaut | Nicht eingebaut |
| Reihenfolgekontrolle | Ja | Nein |
| Sequenznummern | Ja | Nicht wie TCP |
| ACK-Bestätigungen | Ja | Nicht durch UDP selbst |
| Erneute Übertragung | Ja | Nein |
| Verwaltungsaufwand | Höher | Geringer |
| Latenz | Oft höher | Oft geringer |
| Typische Nutzung | Zuverlässige Datenübertragung | Echtzeit oder kleine schnelle Anfragen |
| Beispiele | HTTPS, SSH, E-Mail, Dateiübertragung | DNS, VoIP, Streaming, Gaming, QUIC |

---

**Einfacher Vergleich**

TCP ist wie ein Einschreiben:

    Es wird geprüft, bestätigt und bei Problemen erneut gesendet.

UDP ist wie eine Postkarte:

    Sie wird direkt abgeschickt, aber es gibt keine eingebaute Garantie,
    dass sie ankommt oder in welcher Reihenfolge sie ankommt.

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

TCP ist ein verbindungsorientiertes und zuverlässiges Transportprotokoll. Vor der Datenübertragung wird über den 3-Wege-Handshake eine Verbindung aufgebaut. TCP verwendet Sequenznummern, ACK-Bestätigungen, Reihenfolgekontrolle und erneute Übertragung verlorener Daten. Dadurch eignet sich TCP für Anwendungen, bei denen Daten vollständig und korrekt ankommen müssen.

UDP ist ein verbindungsloses Transportprotokoll mit geringem Verwaltungsaufwand. UDP baut vor dem Senden keine Verbindung auf und bietet keine eingebaute Garantie für Zustellung, Reihenfolge oder erneute Übertragung verlorener Daten. Dadurch eignet sich UDP besonders für Anwendungen, bei denen geringe Verzögerung wichtiger ist als vollständige Kontrolle.

---

**Merksätze**

    TCP = erst Verbindung aufbauen, dann Nutzdaten senden

    UDP = keine Verbindung aufbauen, Daten direkt senden

    TCP = zuverlässig, geordnet und kontrolliert

    UDP = verbindungslos, schlank und oft latenzärmer

    TCP fragt vorher:
    "Darf ich eine Verbindung aufbauen?"

    UDP sendet direkt:
    "Hier sind die Daten."

    TCP nutzt SYN, SYN-ACK und ACK für den Verbindungsaufbau.

    UDP hat keinen 3-Wege-Handshake.

    TCP erkennt fehlende Daten und überträgt sie erneut.

    UDP macht das nicht automatisch.

    TCP eignet sich für vollständige Daten.

    UDP eignet sich für schnelle oder zeitkritische Daten.