# 10.3 DNS und Namensauflösung

DNS gehört zur OSI-Schicht 7.

DNS steht für:

    Domain Name System

Die Hauptaufgabe von DNS ist:

    Namen in IP-Adressen auflösen.

Beispiel:

    www.example.com
    → 93.184.216.34

Menschen merken sich Namen leichter als IP-Adressen.

Computer benötigen aber IP-Adressen, um über das Netzwerk zu kommunizieren.

Merksatz:

    DNS = Name zu IP-Adresse.

---

**Warum braucht man DNS?**

Ohne DNS müsste man sich IP-Adressen merken.

Beispiel ohne DNS:

    93.184.216.34

Beispiel mit DNS:

    www.example.com

DNS macht Netzwerke benutzerfreundlicher und flexibler.

Wenn sich die IP-Adresse eines Servers ändert,
kann der DNS-Eintrag angepasst werden,
ohne dass sich der Name ändern muss.

Merksatz:

    DNS trennt Namen von IP-Adressen.

---

**DNS im OSI-Modell**

DNS ist ein Anwendungsschicht-Protokoll.

Es nutzt Transportprotokolle aus Schicht 4.

Typisch:

    UDP 53
    TCP 53

Wichtig:

    DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.
    DNS-Protokoll gehört zu Schicht 7.

Merksatz:

    DNS nutzt Ports,
    ist aber ein Dienst der Anwendungsschicht.

---

**DNS und IP-Kommunikation**

DNS ist nicht nötig,
wenn direkt mit einer IP-Adresse kommuniziert wird.

Beispiel:

    ping 8.8.8.8

Hier wird kein DNS-Name benötigt.

DNS wird benötigt bei:

    ping www.example.com

Denn der Name muss zuerst in eine IP-Adresse aufgelöst werden.

Merksatz:

    IP-Adresse direkt = kein DNS nötig.
    Name verwenden = DNS nötig.

---

**Typischer Ablauf einer Namensauflösung**

Vereinfacht:

    1. Benutzer gibt Namen ein.
    2. Client prüft lokalen Cache.
    3. Client fragt DNS-Resolver.
    4. Resolver sucht die passende Antwort.
    5. Resolver liefert IP-Adresse zurück.
    6. Client verbindet sich zur IP-Adresse.

Beispiel:

    Browser:
    www.example.com öffnen

    DNS:
    www.example.com = 93.184.216.34

    Browser:
    Verbindung zu 93.184.216.34 aufbauen

Merksatz:

    Erst Name auflösen,
    dann Verbindung zur IP-Adresse aufbauen.

---

**DNS-Client**

Der DNS-Client ist das System,
das eine DNS-Anfrage stellt.

Beispiele:

    - PC
    - Smartphone
    - Server
    - Browser
    - Anwendung
    - Betriebssystem

Der Client fragt normalerweise nicht direkt alle DNS-Server im Internet,
sondern nutzt einen eingetragenen DNS-Resolver.

Merksatz:

    DNS-Client stellt die Anfrage.

---

**DNS-Resolver**

Ein DNS-Resolver beantwortet DNS-Anfragen für Clients.

Er kann:

    - Antworten aus Cache liefern
    - andere DNS-Server fragen
    - rekursive Auflösung durchführen
    - lokale DNS-Zonen kennen

Beispiele für Resolver:

    - Router im Heimnetz
    - interner DNS-Server
    - Provider-DNS
    - öffentlicher DNS-Dienst

Merksatz:

    Resolver sucht die Antwort für den Client.

---

**Rekursive DNS-Abfrage**

Bei einer rekursiven Abfrage erwartet der Client vom Resolver eine fertige Antwort.

Der Client fragt:

    Welche IP hat www.example.com?

Der Resolver kümmert sich darum,
die Antwort zu finden.

Der Client erhält am Ende:

    IP-Adresse
    oder
    Fehler

Merksatz:

    Rekursiv = Resolver erledigt die Suche für den Client.

---

**Iterative DNS-Abfrage**

Bei einer iterativen Abfrage liefert ein DNS-Server nicht unbedingt die endgültige Antwort.

Er kann stattdessen sagen:

    Frag den nächsten zuständigen Server.

Das passiert typischerweise zwischen DNS-Servern bei der Auflösung.

Merksatz:

    Iterativ = Server verweist auf nächsten zuständigen Server.

---

**DNS-Hierarchie**

DNS ist hierarchisch aufgebaut.

Vereinfacht:

    Root
    Top-Level-Domain
    Domain
    Subdomain
    Hostname

Beispiel:

    www.example.com

Aufteilung:

| Teil | Bedeutung |
|---|---|
| . | Root |
| com | Top-Level-Domain |
| example | Domain |
| www | Hostname oder Subdomain |

Merksatz:

    DNS ist wie ein Baum aufgebaut.

---

**Root-DNS-Server**

Root-DNS-Server stehen ganz oben in der DNS-Hierarchie.

Sie kennen nicht jede einzelne Domain,
aber sie wissen,
welche Nameserver für Top-Level-Domains zuständig sind.

Beispiel:

    Für .de frage diese Nameserver.
    Für .com frage diese Nameserver.

Merksatz:

    Root-Server verweisen auf TLD-Nameserver.

---

**Top-Level-Domain**

Eine Top-Level-Domain ist der rechte Teil eines Domainnamens.

Beispiele:

    .de
    .com
    .org
    .net
    .edu

Bei:

    www.example.com

ist:

    .com

die Top-Level-Domain.

Merksatz:

    TLD = oberster Domainbereich wie .de oder .com.

---

**Authoritative DNS-Server**

Ein authoritative DNS-Server ist für eine DNS-Zone zuständig.

Er enthält verbindliche Informationen für eine Domain.

Beispiel:

    Der authoritative DNS-Server für example.com kennt Einträge wie:

    www.example.com
    mail.example.com
    api.example.com

Merksatz:

    Authoritative DNS-Server liefern verbindliche Antworten für eine Zone.

---

**DNS-Zone**

Eine DNS-Zone ist ein verwalteter Bereich im DNS.

Beispiel:

    example.com

In dieser Zone können Einträge liegen wie:

    www.example.com
    mail.example.com
    api.example.com

Eine Zone wird von zuständigen DNS-Servern verwaltet.

Merksatz:

    DNS-Zone = verwalteter Namensbereich.

---

**Forward Lookup**

Forward Lookup bedeutet:

    Name zu IP-Adresse

Beispiel:

    www.example.com
    → 93.184.216.34

Das ist die häufigste DNS-Nutzung.

Merksatz:

    Forward Lookup = Name zu IP.

---

**Reverse Lookup**

Reverse Lookup bedeutet:

    IP-Adresse zu Name

Beispiel:

    93.184.216.34
    → www.example.com

Dafür werden spezielle DNS-Zonen verwendet.

Bei IPv4:

    in-addr.arpa

Bei IPv6:

    ip6.arpa

Merksatz:

    Reverse Lookup = IP zu Name.

---

**DNS-Records**

DNS speichert Informationen in Records.

Ein Record ist ein DNS-Eintrag.

Wichtige Record-Typen:

| Record | Bedeutung |
|---|---|
| A | Name zu IPv4-Adresse |
| AAAA | Name zu IPv6-Adresse |
| CNAME | Alias auf anderen Namen |
| MX | Mailserver einer Domain |
| NS | zuständiger Nameserver |
| TXT | Textinformationen |
| PTR | Reverse-DNS-Eintrag |
| SRV | Dienststandort |
| SOA | Start of Authority |

Merksatz:

    DNS-Records speichern verschiedene Namensinformationen.

---

**A-Record**

Ein A-Record ordnet einen Namen einer IPv4-Adresse zu.

Beispiel:

    www.example.com
    → 93.184.216.34

A steht für:

    Address

Merksatz:

    A-Record = Name zu IPv4.

---

**AAAA-Record**

Ein AAAA-Record ordnet einen Namen einer IPv6-Adresse zu.

Beispiel:

    www.example.com
    → 2001:db8::10

Warum AAAA?

    IPv6-Adressen sind 128 Bit groß.
    IPv4-Adressen sind 32 Bit groß.
    128 Bit sind viermal so groß wie 32 Bit.

Merksatz:

    AAAA-Record = Name zu IPv6.

---

**CNAME-Record**

Ein CNAME ist ein Alias.

CNAME steht für:

    Canonical Name

Beispiel:

    shop.example.com
    → webserver.example.com

Der Name shop.example.com zeigt also auf einen anderen Namen.

Wichtig:

    Ein CNAME zeigt auf einen Namen,
    nicht direkt auf eine IP-Adresse.

Merksatz:

    CNAME = Alias auf anderen DNS-Namen.

---

**MX-Record**

MX steht für:

    Mail Exchanger

Ein MX-Record gibt an,
welche Mailserver für eine Domain zuständig sind.

Beispiel:

    example.com
    MX 10 mail.example.com

Die Zahl ist die Priorität.

Kleinere Zahl bedeutet:

    höhere Priorität

Merksatz:

    MX = zuständiger Mailserver einer Domain.

---

**NS-Record**

NS steht für:

    Name Server

Ein NS-Record gibt an,
welche Nameserver für eine Zone zuständig sind.

Beispiel:

    example.com
    NS ns1.example.com
    example.com
    NS ns2.example.com

Merksatz:

    NS = zuständiger Nameserver.

---

**TXT-Record**

TXT-Records speichern Textinformationen.

Typische Nutzung:

    - SPF
    - DKIM
    - DMARC
    - Domain-Verifizierung
    - Sicherheitsinformationen
    - Dienstnachweise

Beispiel:

    v=spf1 include:example.net -all

Merksatz:

    TXT-Record = Textinformationen im DNS.

---

**PTR-Record**

PTR steht für:

    Pointer

Ein PTR-Record wird für Reverse Lookup verwendet.

Er ordnet eine IP-Adresse einem Namen zu.

Beispiel:

    93.184.216.34
    → server.example.com

PTR-Records sind besonders bei Mailservern relevant.

Merksatz:

    PTR = Reverse-DNS-Eintrag.

---

**SRV-Record**

SRV steht für:

    Service

Ein SRV-Record beschreibt,
wo ein bestimmter Dienst erreichbar ist.

Er kann enthalten:

    - Dienst
    - Protokoll
    - Zielhost
    - Port
    - Priorität
    - Gewichtung

Typische Nutzung:

    - Verzeichnisdienste
    - VoIP
    - Microsoft-Dienste
    - XMPP

Merksatz:

    SRV zeigt,
    wo ein Dienst erreichbar ist.

---

**SOA-Record**

SOA steht für:

    Start of Authority

Der SOA-Record enthält Verwaltungsinformationen einer DNS-Zone.

Dazu gehören zum Beispiel:

    - primärer Nameserver
    - verantwortliche Kontaktadresse
    - Seriennummer
    - Aktualisierungszeiten
    - Ablaufzeiten

Merksatz:

    SOA enthält Verwaltungsdaten einer DNS-Zone.

---

**TTL**

TTL steht bei DNS für:

    Time To Live

Die TTL gibt an,
wie lange ein DNS-Eintrag zwischengespeichert werden darf.

Beispiel:

    TTL 3600

Bedeutung:

    Eintrag darf 3600 Sekunden,
    also eine Stunde,
    gecacht werden.

Merksatz:

    DNS-TTL bestimmt,
    wie lange eine Antwort im Cache bleiben darf.

---

**DNS-Cache**

Ein DNS-Cache speichert Antworten vorübergehend.

Caches gibt es zum Beispiel bei:

    - Betriebssystem
    - Browser
    - DNS-Resolver
    - Router
    - Provider
    - Anwendungen

Vorteil:

    schnellere Antworten
    weniger Last auf DNS-Servern

Nachteil:

    Änderungen werden nicht sofort überall sichtbar.

Merksatz:

    DNS-Cache macht DNS schneller,
    kann Änderungen aber verzögern.

---

**Warum DNS-Änderungen dauern können**

DNS-Änderungen sind nicht immer sofort überall sichtbar.

Grund:

    alte Antworten können noch in Caches liegen.

Die Dauer hängt stark von der TTL ab.

Beispiel:

    TTL 86400

bedeutet:

    Antwort darf bis zu 24 Stunden gecacht werden.

Merksatz:

    DNS-Änderungen brauchen wegen Caching Zeit.

---

**DNS und DHCP**

Clients erhalten DNS-Server häufig per DHCP.

DHCP kann dem Client mitteilen:

    - IP-Adresse
    - Subnetzmaske
    - Gateway
    - DNS-Server
    - Domain-Suffix

Wenn der falsche DNS-Server per DHCP verteilt wird,
funktioniert Namensauflösung möglicherweise falsch.

Merksatz:

    DHCP verteilt oft die DNS-Serveradresse.

---

**DNS-Suffix**

Ein DNS-Suffix kann bei unvollständigen Namen ergänzt werden.

Beispiel:

    eingegeben:
    server01

DNS-Suffix:

    firma.local

Abfrage wird zu:

    server01.firma.local

Typisch in Unternehmensnetzen.

Merksatz:

    DNS-Suffix ergänzt kurze Namen.

---

**FQDN**

FQDN steht für:

    Fully Qualified Domain Name

Ein FQDN ist ein vollständiger DNS-Name.

Beispiel:

    server01.firma.local

Er beschreibt den Namen eindeutig innerhalb der DNS-Hierarchie.

Merksatz:

    FQDN = vollständiger DNS-Name.

---

**Hostname und Domainname**

Hostname:

    Name eines Geräts oder Dienstes

Domainname:

    Namensbereich

Beispiel:

    server01.firma.local

Dabei ist:

    server01 = Hostname
    firma.local = Domain

Merksatz:

    Hostname ist der einzelne Name,
    Domain ist der Namensbereich.

---

**Split DNS**

Split DNS bedeutet:

    Ein Name kann intern und extern unterschiedlich aufgelöst werden.

Beispiel:

    wiki.firma.de

intern:

    192.168.10.50

extern:

    93.184.100.10

Das ist häufig sinnvoll,
wenn interne Clients interne Adressen verwenden sollen.

Merksatz:

    Split DNS liefert je nach Standort unterschiedliche Antworten.

---

**Interne und externe DNS-Zonen**

Unternehmen nutzen oft interne und externe DNS-Zonen.

Extern sichtbar:

    www.firma.de
    mail.firma.de

Intern zusätzlich:

    server01.firma.local
    db01.intern.firma.de
    printer01.firma.local

Wichtig:

    Interne Namen sollten nicht unkontrolliert öffentlich sichtbar sein.

Merksatz:

    Interne DNS-Zonen dienen interner Namensauflösung.

---

**DNS und Active Directory**

In Windows-Domänen ist DNS besonders wichtig.

Active Directory nutzt DNS für:

    - Domänencontroller finden
    - Dienste finden
    - LDAP finden
    - Kerberos finden
    - Anmeldung unterstützen

Dafür werden unter anderem SRV-Records verwendet.

Merksatz:

    Active Directory braucht funktionierendes DNS.

---

**DNS und E-Mail**

DNS ist für E-Mail sehr wichtig.

Wichtige Records:

| Record | Zweck |
|---|---|
| MX | zuständiger Mailserver |
| A / AAAA | IP-Adresse des Mailservers |
| PTR | Reverse-DNS für Mailserver |
| TXT | SPF, DKIM, DMARC |

Ohne korrekte DNS-Einträge kann E-Mail-Zustellung scheitern.

Merksatz:

    Mailzustellung hängt stark von DNS ab.

---

**SPF**

SPF steht für:

    Sender Policy Framework

SPF wird über TXT-Records im DNS veröffentlicht.

SPF legt fest,
welche Server für eine Domain E-Mails senden dürfen.

Merksatz:

    SPF sagt,
    welche Server für eine Domain senden dürfen.

---

**DKIM**

DKIM steht für:

    DomainKeys Identified Mail

DKIM nutzt digitale Signaturen,
um E-Mails einer Domain zuzuordnen und Manipulationen erkennbar zu machen.

Der öffentliche Schlüssel steht im DNS als TXT-Record.

Merksatz:

    DKIM signiert E-Mails kryptografisch.

---

**DMARC**

DMARC steht für:

    Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance

DMARC baut auf SPF und DKIM auf.

Es legt fest,
wie Empfänger mit verdächtigen E-Mails umgehen sollen.

Beispiele:

    - nur berichten
    - in Quarantäne verschieben
    - ablehnen

Merksatz:

    DMARC sagt,
    wie mit SPF-/DKIM-Fehlern umzugehen ist.

---

**DNS und Webseiten**

Für Webseiten sind häufig wichtig:

    A-Record
    AAAA-Record
    CNAME
    TXT für Domainprüfung

Beispiel:

    www.firma.de
    → A-Record oder CNAME

Wenn DNS auf die falsche IP zeigt,
landet der Browser auf dem falschen Server.

Merksatz:

    Falsches DNS kann falsche Webseite oder falsches Zertifikat bedeuten.

---

**DNS und Zertifikate**

TLS-Zertifikate müssen zum aufgerufenen Namen passen.

Wenn DNS auf einen falschen Server zeigt,
kann dieser ein falsches Zertifikat ausliefern.

Beispiel:

    DNS für wiki.firma.de zeigt auf Server A.
    Server A liefert Zertifikat für cloud.firma.de.

Folge:

    Browser zeigt Zertifikatswarnung.

Merksatz:

    DNS und Zertifikate müssen zusammenpassen.

---

**DNS und Reverse Proxy**

Bei einem Reverse Proxy zeigen DNS-Einträge häufig auf den Proxy.

Beispiel:

    wiki.firma.de
    cloud.firma.de
    git.firma.de

zeigen alle auf:

    Reverse Proxy

Der Proxy entscheidet anhand des Hostnamens,
an welches interne Backend weitergeleitet wird.

Merksatz:

    DNS zeigt oft zum Proxy,
    der Proxy leitet zum Backend.

---

**DNS-Fehlersuche**

Typische Fragen:

    Welcher DNS-Server wird verwendet?
    Wird der Name korrekt aufgelöst?
    Gibt es A- oder AAAA-Records?
    Gibt es einen falschen CNAME?
    Ist der Cache veraltet?
    Ist die TTL noch aktiv?
    Wird intern anders aufgelöst als extern?
    Stimmt der MX-Record?
    Stimmt der PTR-Record?
    Gibt es Tippfehler im Namen?

Merksatz:

    DNS-Fehlersuche prüft Server,
    Record,
    Cache
    und Sichtweise.

---

**Fehlerbild: IP funktioniert, Name nicht**

Beispiel:

    ping 8.8.8.8 funktioniert.
    ping www.example.com funktioniert nicht.

Dann ist IP-Kommunikation grundsätzlich möglich.

Mögliche Ursachen:

    - DNS-Server falsch
    - DNS-Server nicht erreichbar
    - DNS-Dienst gestört
    - Firewall blockiert DNS
    - falscher Domainname
    - DNS-Cache fehlerhaft

Merksatz:

    IP geht,
    Name nicht:
    DNS prüfen.

---

**Fehlerbild: Name zeigt auf falsche IP**

Mögliche Ursachen:

    - falscher A-Record
    - falscher AAAA-Record
    - falscher CNAME
    - alter Cache
    - falsche DNS-Zone
    - Split-DNS falsch
    - falscher DNS-Server wird gefragt

Merksatz:

    Falsche IP bei DNS:
    Record und verwendeten DNS-Server prüfen.

---

**Fehlerbild: Intern geht, extern nicht**

Mögliche Ursachen:

    - interne DNS-Zone anders als externe
    - externer DNS-Eintrag fehlt
    - Firewall blockiert extern
    - NAT oder Portweiterleitung fehlt
    - Zertifikat gilt nur intern
    - öffentliche IP falsch
    - Split DNS falsch geplant

Merksatz:

    Intern und extern getrennt prüfen.

---

**Fehlerbild: Extern geht, intern nicht**

Mögliche Ursachen:

    - interner DNS-Server liefert falsche Adresse
    - Hairpin NAT fehlt
    - Split DNS fehlt
    - interne Firewall blockiert
    - interner Proxy falsch
    - interne Zone überschreibt externe Zone

Merksatz:

    Extern erreichbar heißt nicht automatisch intern erreichbar.

---

**Fehlerbild: DNS-Änderung greift nicht**

Mögliche Ursachen:

    - DNS-Cache noch aktiv
    - TTL noch nicht abgelaufen
    - falscher DNS-Server wird gefragt
    - Änderung in falscher Zone gemacht
    - autoritativer Nameserver nicht aktualisiert
    - Browser oder Betriebssystem cachet noch

Merksatz:

    DNS-Änderungen brauchen Zeit wegen TTL und Cache.

---

**Fehlerbild: Webseite zeigt falsches Zertifikat**

Mögliche Ursachen:

    - DNS zeigt auf falsche IP
    - Reverse Proxy liefert falsches Zertifikat
    - Host-Header passt nicht
    - falscher virtueller Host
    - CNAME zeigt unerwartet weiter
    - interne und externe DNS-Antwort unterscheiden sich

Merksatz:

    Falsches Zertifikat kann DNS- oder Proxy-Ursache haben.

---

**DNS-Tools**

Typische Werkzeuge zur DNS-Prüfung:

| Werkzeug | Zweck |
|---|---|
| nslookup | DNS-Abfragen durchführen |
| dig | detaillierte DNS-Abfragen |
| host | einfache DNS-Abfrage |
| ping | zeigt oft aufgelöste IP, prüft aber ICMP |
| ipconfig /displaydns | DNS-Cache unter Windows anzeigen |
| ipconfig /flushdns | DNS-Cache unter Windows leeren |
| resolvectl | DNS-Informationen unter vielen Linux-Systemen |
| scutil --dns | DNS-Informationen unter macOS |

Merksatz:

    DNS prüft man mit DNS-Werkzeugen,
    nicht nur mit Ping.

---

**Ping ist kein DNS-Test allein**

Ping kann einen Namen auflösen,
aber Ping prüft zusätzlich ICMP.

Beispiel:

    ping www.example.com

Dabei passieren zwei Dinge:

    1. DNS-Auflösung
    2. ICMP-Test

Wenn Ping fehlschlägt,
muss man unterscheiden:

    DNS-Auflösung fehlgeschlagen?
    Oder ICMP blockiert?

Merksatz:

    Ping mit Name vermischt DNS und ICMP.

---

**DNS und UDP/TCP 53**

DNS nutzt häufig UDP 53.

DNS kann aber auch TCP 53 verwenden.

TCP 53 ist wichtig bei:

    - großen Antworten
    - Zonentransfers
    - bestimmten DNSSEC-Fällen

Prüfungsfalle:

    DNS ist nicht nur UDP.

Merksatz:

    DNS nutzt UDP 53 häufig,
    TCP 53 ebenfalls möglich.

---

**Zonentransfer**

Ein Zonentransfer überträgt DNS-Zonendaten zwischen DNS-Servern.

Typisch:

    primärer DNS-Server
    → sekundärer DNS-Server

Zonentransfers sollten nicht öffentlich für jeden erlaubt sein.

Warum?

    Sonst könnten interne DNS-Strukturen sichtbar werden.

Merksatz:

    Zonentransfer nur für berechtigte DNS-Server erlauben.

---

**DNSSEC kurz erklärt**

DNSSEC steht für:

    Domain Name System Security Extensions

DNSSEC schützt DNS-Antworten durch digitale Signaturen.

Ziel:

    Manipulation von DNS-Antworten erkennbar machen.

Wichtig:

    DNSSEC verschlüsselt DNS-Anfragen nicht automatisch.
    Es schützt vor allem die Integrität und Authentizität der DNS-Daten.

Merksatz:

    DNSSEC signiert DNS-Daten,
    verschlüsselt sie aber nicht.

---

**DNS over HTTPS und DNS over TLS**

Es gibt auch verschlüsselte DNS-Varianten.

Beispiele:

    DoH = DNS over HTTPS
    DoT = DNS over TLS

Ziel:

    DNS-Anfragen besser vor Mitlesen oder Manipulation auf dem Transportweg schützen.

Wichtig:

    In Unternehmensnetzen kann das Auswirkungen auf Filterung und Monitoring haben.

Merksatz:

    DoH und DoT verschlüsseln DNS-Transport.

---

**Was DNS nicht macht**

DNS macht nicht:

    - Webseiten ausliefern
    - TCP-Verbindungen aufbauen
    - IP-Pakete routen
    - Zertifikate ausstellen
    - Dienste automatisch starten
    - Firewall-Regeln setzen
    - Benutzer authentifizieren

DNS liefert Namen und zugehörige Informationen.

Merksatz:

    DNS sagt,
    wohin ein Name zeigt,
    nicht ob der Dienst funktioniert.

---

**Einordnung in das OSI-Modell**

| Thema | Schicht |
|---|---:|
| DNS-Protokoll | 7 |
| DNS-Record | 7 |
| A / AAAA / MX / TXT | 7 |
| UDP 53 / TCP 53 | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| Reverse Lookup | 7 |
| DNSSEC | 7 mit Sicherheitsbezug |
| DoH / DoT | 7 über TLS/HTTPS |
| DHCP verteilt DNS-Server | 7 mit Schicht-3-Bezug |

Merksatz:

    DNS gehört zu Schicht 7,
    nutzt aber Schicht 4 und Schicht 3 darunter.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was macht DNS?
    - Wofür steht DNS?
    - Warum braucht man DNS?
    - Was ist ein DNS-Resolver?
    - Was ist ein authoritative DNS-Server?
    - Was ist eine DNS-Zone?
    - Was ist der Unterschied zwischen Forward und Reverse Lookup?
    - Was ist ein A-Record?
    - Was ist ein AAAA-Record?
    - Was ist ein CNAME?
    - Was ist ein MX-Record?
    - Was ist ein TXT-Record?
    - Was ist ein PTR-Record?
    - Was bedeutet TTL?
    - Warum dauern DNS-Änderungen manchmal?
    - Warum funktioniert IP, aber Name nicht?
    - Warum kann falsches DNS ein Zertifikatsproblem verursachen?
    - Warum nutzt DNS UDP und TCP 53?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    DNS gehört zu Schicht 7.

    DNS-Port 53 gehört zu Schicht 4.

    DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

    A-Record = IPv4.

    AAAA-Record = IPv6.

    CNAME = Alias auf anderen Namen.

    MX = Mailserver.

    TXT = Textinformationen.

    PTR = Reverse Lookup.

    NS = zuständiger Nameserver.

    TTL steuert DNS-Caching.

    DNS-Änderungen können wegen Cache dauern.

    IP geht,
    Name nicht:
    DNS prüfen.

    Ping mit Name ist nicht nur DNS-Test,
    sondern auch ICMP-Test.

    DNS ist nicht nur UDP,
    sondern kann auch TCP 53 nutzen.

    DNSSEC verschlüsselt DNS nicht automatisch.

    DNS sagt nicht,
    ob der Dienst läuft.

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**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| DNS | Domain Name System |
| Namensauflösung | Name wird zu IP-Adresse aufgelöst |
| Resolver | DNS-Server, der Antworten für Clients sucht |
| authoritative DNS | zuständiger DNS-Server einer Zone |
| DNS-Zone | verwalteter Namensbereich |
| Record | DNS-Eintrag |
| A | Name zu IPv4 |
| AAAA | Name zu IPv6 |
| CNAME | Alias auf anderen Namen |
| MX | Mailserver |
| NS | Nameserver |
| TXT | Textinformation |
| PTR | Reverse-DNS-Eintrag |
| SRV | Dienststandort |
| SOA | Verwaltungsdaten einer Zone |
| TTL | Cache-Lebensdauer |
| FQDN | vollständiger DNS-Name |
| Split DNS | unterschiedliche interne und externe Antworten |
| Reverse Lookup | IP-Adresse zu Name |
| DNSSEC | signierte DNS-Daten |
| DoH | DNS über HTTPS |
| DoT | DNS über TLS |

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**IHK-sichere Kurzformulierung**

DNS steht für Domain Name System und gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells. DNS löst Namen in IP-Adressen auf, damit Anwendungen mit verständlichen Namen arbeiten können. Ein Client fragt einen DNS-Resolver, der die passende Antwort liefert oder weitere DNS-Server abfragt. DNS ist hierarchisch aufgebaut und arbeitet mit Records wie A für IPv4, AAAA für IPv6, CNAME für Aliase, MX für Mailserver, NS für Nameserver, TXT für Textinformationen und PTR für Reverse Lookup. DNS nutzt typischerweise UDP-Port 53, kann aber auch TCP-Port 53 verwenden. DNS-Caching wird durch die TTL gesteuert.

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**Merksätze**

    DNS = Domain Name System.

    DNS gehört zu Schicht 7.

    DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

    Name zu IP = Forward Lookup.

    IP zu Name = Reverse Lookup.

    Resolver sucht Antwort für Client.

    Authoritative DNS liefert verbindliche Antwort.

    DNS-Zone = verwalteter Namensbereich.

    A = IPv4.

    AAAA = IPv6.

    CNAME = Alias.

    MX = Mailserver.

    NS = Nameserver.

    TXT = Textinformation.

    PTR = Reverse Lookup.

    SRV = Dienststandort.

    SOA = Zonendaten.

    TTL = Cache-Zeit.

    DNS-Cache beschleunigt,
    verzögert aber Änderungen.

    FQDN = vollständiger DNS-Name.

    Split DNS = intern und extern unterschiedliche Antworten.

    DNS-Port = UDP/TCP 53.

    DNS ist nicht nur UDP.

    IP geht,
    Name nicht:
    DNS prüfen.

    Ping mit Name vermischt DNS und ICMP.

    DNSSEC signiert,
    verschlüsselt aber nicht automatisch.

    DoH und DoT verschlüsseln DNS-Transport.

    DNS sagt,
    wohin ein Name zeigt,
    nicht ob der Dienst funktioniert.