# 11.6 Merksätze und Prüfungswissen zu Firewalls, NAT und DMZ

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zu Firewalls, NAT, PAT, Portweiterleitung und DMZ zusammen.

Diese Themen gehören zu den wichtigsten Grundlagen der Netzwerksicherheit.

Wichtige Begriffe:

    - Firewall
    - Regelwerk
    - Paketfilter
    - Stateful Inspection
    - NAT
    - PAT
    - Portweiterleitung
    - DMZ
    - Sicherheitszone
    - Default Deny
    - Allow
    - Drop
    - Reject
    - Source NAT
    - Destination NAT
    - Hairpin NAT
    - Split DNS
    - CGNAT

Merksatz:

    Firewall kontrolliert Verkehr.
    NAT übersetzt Adressen.
    DMZ trennt öffentliche Dienste vom internen Netz.

---

**Grundidee**

Firewalls, NAT und DMZ haben unterschiedliche Aufgaben.

Firewall:

    entscheidet,
    ob Verkehr erlaubt oder blockiert wird.

NAT:

    übersetzt IP-Adressen.

PAT:

    übersetzt IP-Adressen und Ports.

DMZ:

    trennt öffentlich erreichbare Dienste vom internen LAN.

Merksatz:

    Firewall,
    NAT
    und DMZ nicht miteinander verwechseln.

---

**Firewall**

Eine Firewall kontrolliert Netzwerkverkehr.

Sie prüft je nach Art zum Beispiel:

    - Quell-IP-Adresse
    - Ziel-IP-Adresse
    - Protokoll
    - Quellport
    - Zielport
    - Richtung
    - Interface
    - Zone
    - Verbindungsstatus
    - Anwendung

Merksatz:

    Firewall = kontrollierter Übergang zwischen Netzen.

---

**Firewall-Regel**

Eine Firewall-Regel beschreibt,
welcher Verkehr erlaubt oder blockiert wird.

Typische Bestandteile:

    - Aktion
    - Quelle
    - Ziel
    - Dienst
    - Protokoll
    - Port
    - Richtung
    - Zone
    - Kommentar
    - Logging

Merksatz:

    Firewall-Regel = Quelle,
    Ziel,
    Dienst
    und Aktion.

---

**Aktionen einer Firewall**

| Aktion | Bedeutung |
|---|---|
| Allow | Verkehr erlauben |
| Deny | Verkehr blockieren |
| Drop | Paket still verwerfen |
| Reject | Paket aktiv ablehnen |
| Log | Treffer protokollieren |

Merksatz:

    Allow erlaubt.
    Drop schweigt.
    Reject antwortet.

---

**Drop und Reject**

Drop bedeutet:

    Paket wird ohne Antwort verworfen.

Reject bedeutet:

    Paket wird aktiv abgelehnt,
    und der Absender erhält eine Antwort.

Typische Wirkung:

    Drop führt oft zu Timeout.
    Reject führt oft zu schneller Fehlermeldung.

Merksatz:

    Drop = keine Antwort.
    Reject = aktive Ablehnung.

---

**Paketfilter**

Ein Paketfilter prüft vor allem:

    - IP-Adressen
    - Protokoll
    - Ports
    - Richtung
    - Interface

Er arbeitet hauptsächlich auf Schicht 3 und 4.

Merksatz:

    Paketfilter prüft IP und Port.

---

**Stateful Firewall**

Eine Stateful Firewall merkt sich Verbindungen.

Sie erkennt:

    neues Paket
    bestehende Verbindung
    zugehörige Antwort
    ungültiges Paket

Vorteil:

    Rückverkehr zu erlaubten Verbindungen kann automatisch zugelassen werden.

Merksatz:

    Stateful Firewall kennt den Verbindungszustand.

---

**Stateful Inspection**

Stateful Inspection bedeutet:

    Die Firewall prüft,
    ob Pakete zu einer bekannten Verbindung gehören.

Besonders wichtig bei TCP:

    SYN
    SYN-ACK
    ACK

Merksatz:

    Stateful Inspection prüft Verbindungszusammenhang.

---

**Stateless Firewall**

Eine Stateless Firewall betrachtet Pakete einzeln.

Sie merkt sich keinen Verbindungszustand.

Folge:

    Hin- und Rückverkehr müssen genauer einzeln geregelt werden.

Merksatz:

    Stateless = jedes Paket einzeln.

---

**Default Deny**

Default Deny bedeutet:

    Alles ist verboten,
    was nicht ausdrücklich erlaubt wurde.

Das ist ein wichtiges Sicherheitsprinzip.

Vorteil:

    unbekannter oder unnötiger Verkehr wird nicht automatisch erlaubt.

Merksatz:

    Erst alles blockieren,
    dann gezielt erlauben.

---

**Default Allow**

Default Allow bedeutet:

    Alles ist erlaubt,
    was nicht ausdrücklich verboten wurde.

Das ist oft unsicherer,
weil vergessene oder neue Dienste automatisch erreichbar sein können.

Merksatz:

    Default Allow ist bequem,
    aber riskant.

---

**Regelreihenfolge**

Viele Firewalls prüfen Regeln von oben nach unten.

Die erste passende Regel entscheidet.

Deshalb ist wichtig:

    spezifische Regeln vor allgemeine Regeln

Beispiel:

    Erlaube Admin-PC → Server SSH

vor:

    Blockiere restliches SSH

Merksatz:

    Die erste passende Regel gewinnt.

---

**Spezifisch vor allgemein**

Spezifische Regeln beschreiben einen engen Fall.

Allgemeine Regeln beschreiben einen breiten Fall.

Richtig:

    erst Ausnahme erlauben,
    dann allgemein blockieren.

Falsch:

    zuerst allgemein blockieren,
    dann Ausnahme erlauben.

Merksatz:

    Spezifisch vor allgemein.

---

**Any und Any-Any**

Any bedeutet:

    beliebig

Any-Any bedeutet meistens:

    Quelle beliebig
    Ziel beliebig
    Dienst beliebig

Das ist sehr weit geöffnet und meist gefährlich.

Merksatz:

    Any-Any vermeiden.

---

**Firewall-Zonen**

Eine Zone ist ein Sicherheitsbereich.

Typische Zonen:

| Zone | Zweck |
|---|---|
| WAN | Internet oder externes Netz |
| LAN | internes Clientnetz |
| DMZ | öffentliche Dienste |
| Servernetz | interne Server |
| Managementnetz | Administration |
| Gastnetz | Gäste |
| IoT-Netz | Geräte mit eingeschränktem Vertrauen |
| VPN-Zone | entfernte Benutzer nach VPN-Einwahl |

Merksatz:

    Zonen trennen Netze nach Schutzbedarf.

---

**LAN, WAN und DMZ**

LAN:

    internes Netz

WAN:

    externes Netz oder Internet

DMZ:

    eigenes Netz für öffentlich erreichbare Dienste

Merksatz:

    LAN innen.
    WAN außen.
    DMZ dazwischen.

---

**DMZ**

DMZ steht für:

    Demilitarized Zone

Eine DMZ enthält Dienste,
die von außen erreichbar sein müssen.

Beispiele:

    - Webserver
    - Reverse Proxy
    - Mailgateway
    - VPN-Gateway
    - öffentlicher DNS-Server
    - Bastion Host

Merksatz:

    DMZ = separates Netz für öffentliche Dienste.

---

**Zweck einer DMZ**

Eine DMZ schützt das interne LAN.

Wenn ein öffentlich erreichbarer Server kompromittiert wird,
soll der Angreifer nicht direkt ins interne Netz gelangen.

Merksatz:

    DMZ begrenzt Schaden bei öffentlichen Diensten.

---

**DMZ-Regelprinzip**

Typische Regelidee:

    Internet → DMZ:
    nur notwendige öffentliche Dienste erlauben

    Internet → LAN:
    blockieren

    DMZ → LAN:
    nur zwingend notwendige Verbindungen erlauben

    Managementnetz → DMZ:
    Administration gezielt erlauben

Merksatz:

    DMZ darf keine freie Brücke ins LAN sein.

---

**Reverse Proxy in der DMZ**

Ein Reverse Proxy nimmt externe Anfragen an
und leitet sie an interne Dienste weiter.

Vorteile:

    - zentrale TLS-Verwaltung
    - mehrere Webdienste über eine öffentliche IP
    - weniger direkte Veröffentlichung interner Server
    - bessere Kontrolle
    - bessere Protokollierung

Merksatz:

    Reverse Proxy bündelt und schützt Webzugriffe.

---

**Bastion Host**

Ein Bastion Host ist ein besonders abgesicherter Sprungserver.

Er dient dazu,
administrative Zugriffe zu bündeln und zu kontrollieren.

Typisch:

    Admin → Bastion Host → Zielsystem

Merksatz:

    Bastion Host = abgesicherter Zugangspunkt für Administration.

---

**NAT**

NAT steht für:

    Network Address Translation

NAT übersetzt IP-Adressen.

Typischer Einsatz:

    private IPv4-Adresse
    wird beim Zugriff ins Internet
    in öffentliche IPv4-Adresse übersetzt.

Merksatz:

    NAT übersetzt IP-Adressen.

---

**Warum NAT bei IPv4 wichtig ist**

Private IPv4-Adressen sind im Internet nicht direkt geroutet.

NAT ermöglicht,
dass interne Geräte mit privaten Adressen trotzdem ins Internet können.

Außerdem spart NAT öffentliche IPv4-Adressen.

Merksatz:

    NAT ermöglicht Internetzugriff mit privaten IPv4-Adressen.

---

**Private IPv4-Adressbereiche**

| Bereich | CIDR |
|---|---|
| 10.0.0.0 bis 10.255.255.255 | 10.0.0.0/8 |
| 172.16.0.0 bis 172.31.255.255 | 172.16.0.0/12 |
| 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 | 192.168.0.0/16 |

Diese Bereiche sind für interne Netze vorgesehen.

Merksatz:

    Private IPv4-Adressen werden im Internet nicht direkt geroutet.

---

**Öffentliche IP-Adresse**

Eine öffentliche IP-Adresse ist im Internet routbar.

Sie wird zum Beispiel vom Provider zugewiesen.

Interne Geräte sind meist über NAT hinter dieser öffentlichen Adresse sichtbar.

Merksatz:

    Öffentliche IP-Adresse ist im Internet erreichbar.

---

**Source NAT**

Source NAT ändert die Quelladresse.

Typischer Fall:

    Client im LAN baut Verbindung ins Internet auf.

Vorher:

    Quelle:
    private IP

Nachher:

    Quelle:
    öffentliche IP des Routers oder der Firewall

Merksatz:

    Source NAT ändert die Quelle.

---

**Destination NAT**

Destination NAT ändert die Zieladresse.

Typischer Fall:

    externer Zugriff wird an internes Ziel weitergeleitet.

Beispiel:

    öffentliche IP:443
    → interner Webserver:443

Merksatz:

    Destination NAT ändert das Ziel.

---

**PAT**

PAT steht für:

    Port Address Translation

PAT übersetzt zusätzlich Ports.

Dadurch können viele interne Geräte gleichzeitig über eine öffentliche IP-Adresse kommunizieren.

Merksatz:

    PAT = NAT mit Portübersetzung.

---

**NAT und PAT unterscheiden**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| NAT | IP-Adressen werden übersetzt |
| PAT | IP-Adressen und Ports werden übersetzt |
| Source NAT | Quelladresse wird geändert |
| Destination NAT | Zieladresse wird geändert |
| Portweiterleitung | externer Port wird intern weitergeleitet |

Merksatz:

    NAT = Adresse.
    PAT = Adresse plus Port.

---

**Portweiterleitung**

Portweiterleitung bedeutet:

    Ein externer Port wird an ein internes Ziel weitergeleitet.

Beispiel:

    WAN TCP 443
    → 192.168.10.20 TCP 443

Portweiterleitung ist eine Form von Destination NAT.

Merksatz:

    Portweiterleitung macht interne Dienste extern erreichbar.

---

**Portweiterleitung und Sicherheit**

Eine Portweiterleitung erhöht die Angriffsfläche.

Warum?

    Ein interner Dienst wird von außen erreichbar.

Deshalb wichtig:

    - nur notwendige Ports öffnen
    - Dienste aktuell halten
    - starke Authentifizierung
    - TLS nutzen
    - Logs prüfen
    - Zugriff einschränken
    - keine Admin-Dienste direkt veröffentlichen

Merksatz:

    Jeder veröffentlichte Port ist ein Risiko.

---

**Was man nicht direkt veröffentlichen sollte**

Normalerweise nicht direkt ins Internet:

    - SMB TCP 445
    - RDP TCP 3389
    - Telnet TCP 23
    - Datenbankports
    - NAS-Adminoberflächen
    - Hypervisor-Management
    - Drucker
    - interne Adminoberflächen

Besser:

    VPN,
    Reverse Proxy,
    Bastion Host,
    Zero-Trust-Zugriff
    oder
    kontrollierte Quellbeschränkung.

Merksatz:

    Interne Admin-Dienste nicht direkt ins Internet öffnen.

---

**NAT-Regel und Firewall-Regel unterscheiden**

NAT-Regel:

    Wohin wird Verkehr übersetzt oder weitergeleitet?

Firewall-Regel:

    Darf dieser Verkehr passieren?

Beide müssen passen.

Beispiel:

    NAT leitet WAN:443 an Server weiter.
    Firewall blockiert WAN → Server TCP 443.
    Ergebnis:
    Zugriff funktioniert nicht.

Merksatz:

    NAT leitet um.
    Firewall erlaubt oder blockiert.

---

**Routing und Firewall unterscheiden**

Routing entscheidet:

    welchen Weg ein Paket nimmt.

Firewall entscheidet:

    ob ein Paket erlaubt wird.

Beides muss stimmen.

Merksatz:

    Routing findet den Weg.
    Firewall erlaubt den Weg.

---

**Hairpin NAT**

Hairpin NAT bedeutet:

    Ein interner Client greift über die öffentliche Adresse auf einen internen Dienst zu.

Beispiel:

    Client im LAN ruft cloud.firma.de auf.
    DNS liefert öffentliche IP.
    Router leitet Verbindung wieder nach innen.

Merksatz:

    Hairpin NAT = intern über öffentliche Adresse.

---

**Split DNS**

Split DNS liefert intern und extern unterschiedliche DNS-Antworten.

Beispiel:

    cloud.firma.de extern:
    öffentliche IP

    cloud.firma.de intern:
    interne IP

Vorteil:

    interne Clients erreichen den Dienst direkt intern.

Merksatz:

    Split DNS kann Hairpin NAT vermeiden.

---

**CGNAT**

CGNAT steht für:

    Carrier Grade NAT

Dabei teilt der Provider eine öffentliche IPv4-Adresse auf mehrere Kunden auf.

Folge:

    eingehende Portweiterleitungen funktionieren oft nicht direkt.

Merksatz:

    CGNAT verhindert oft direkte eingehende IPv4-Verbindungen.

---

**Double NAT**

Double NAT bedeutet:

    Zwei NAT-Geräte sind hintereinander aktiv.

Beispiel:

    Provider-Router macht NAT.
    Eigener Router macht NAT.

Folge:

    Portweiterleitungen müssen auf beiden Geräten passen.

Merksatz:

    Double NAT erschwert Portweiterleitungen.

---

**Firewall und DNS**

DNS ist bei Firewall- und NAT-Themen sehr wichtig.

Beispiel:

    DNS zeigt auf falsche öffentliche IP.
    Dann erreicht der Client nicht das richtige Ziel.

Oder:

    intern wird ein anderer DNS-Eintrag benötigt als extern.

Merksatz:

    Falsches DNS kann wie ein Firewallproblem aussehen.

---

**Firewall und TLS**

Ein offener Port 443 bedeutet nicht automatisch,
dass HTTPS korrekt funktioniert.

Mögliche zusätzliche Probleme:

    - falsches Zertifikat
    - Zertifikat abgelaufen
    - Hostname passt nicht
    - Reverse Proxy falsch
    - Backend nicht erreichbar
    - TLS-Version passt nicht

Merksatz:

    Port 443 offen heißt nicht:
    HTTPS funktioniert korrekt.

---

**Firewall und Rückweg**

Eine Verbindung braucht Hinweg und Rückweg.

Wenn der Rückweg fehlt,
funktioniert die Verbindung nicht.

Mögliche Ursachen:

    - falsches Gateway
    - fehlende Route
    - asymmetrisches Routing
    - NAT-Zuordnung fehlt
    - Antwort geht über falsches Interface

Merksatz:

    Ohne Rückweg keine funktionierende Verbindung.

---

**Asymmetrisches Routing**

Asymmetrisches Routing bedeutet:

    Hinweg und Rückweg laufen über unterschiedliche Wege.

Das kann Stateful Firewalls stören,
weil sie den Verbindungszustand nur auf einem Weg sehen.

Merksatz:

    Stateful Firewalls brauchen passenden Hin- und Rückweg.

---

**Firewall-Logs**

Firewall-Logs zeigen,
was mit Verkehr passiert.

Wichtige Angaben:

    - Quelle
    - Ziel
    - Port
    - Protokoll
    - Aktion
    - Zeit
    - Regelname
    - Zone
    - Interface
    - NAT-Übersetzung

Merksatz:

    Logs zeigen,
    ob Verkehr erlaubt oder blockiert wurde.

---

**Typische Fehler bei Firewalls**

Typische Fehler:

    - falsche Quelle
    - falsches Ziel
    - falscher Port
    - TCP und UDP verwechselt
    - falsche Richtung
    - falsche Zone
    - falsche Regelreihenfolge
    - Regel deaktiviert
    - Host-Firewall blockiert
    - Dienst läuft nicht
    - Rückweg fehlt
    - DNS zeigt falsch

Merksatz:

    Firewall-Fehler sind oft Detailfehler.

---

**Typische Fehler bei NAT**

Typische Fehler:

    - NAT-Regel fehlt
    - falsche öffentliche IP
    - falsches internes Ziel
    - falscher interner Port
    - falscher externer Port
    - TCP und UDP verwechselt
    - CGNAT
    - Double NAT
    - alte NAT-Regel greift
    - DNS zeigt auf falsche IP
    - Hairpin NAT fehlt

Merksatz:

    NAT-Fehler betreffen oft Adresse,
    Port
    oder Ziel.

---

**Typische Fehler bei DMZ**

Typische Fehler:

    - öffentliche Dienste im LAN statt in DMZ
    - DMZ darf zu viel ins LAN
    - Adminzugang aus Internet erlaubt
    - Firewall-Regel zu breit
    - Reverse Proxy erreicht Backend nicht
    - DNS falsch
    - Zertifikat falsch
    - ausgehender DMZ-Verkehr ungefiltert
    - Monitoring fehlt
    - Logs fehlen

Merksatz:

    DMZ-Fehler sind oft Zonen- oder Regelprobleme.

---

**Systematische Fehlersuche**

Eine sinnvolle Reihenfolge:

    1. Quelle bestimmen.
    2. Ziel bestimmen.
    3. Port und Protokoll bestimmen.
    4. Richtung und Zone bestimmen.
    5. DNS prüfen.
    6. Routing prüfen.
    7. NAT prüfen.
    8. Firewall-Regel prüfen.
    9. Regelreihenfolge prüfen.
    10. Firewall-Logs prüfen.
    11. Host-Firewall prüfen.
    12. Dienststatus prüfen.
    13. Rückweg prüfen.
    14. Anwendung testen.
    15. Änderungen prüfen.

Merksatz:

    Firewall-Fehlersuche ist eine Verbindungskette.

---

**Ping reicht nicht aus**

Ping prüft nur ICMP-Erreichbarkeit.

Ping sagt nicht:

    ob TCP 443 offen ist
    ob HTTPS korrekt funktioniert
    ob NAT stimmt
    ob Zertifikat passt
    ob Anmeldung funktioniert
    ob Anwendung antwortet

Merksatz:

    Ping ist kein vollständiger Diensttest.

---

**Porttest reicht nicht aus**

Ein Porttest zeigt nur:

    Port erreichbar oder nicht erreichbar.

Er zeigt nicht automatisch:

    Anwendung korrekt
    Zertifikat korrekt
    Anmeldung korrekt
    Rechte korrekt
    Datenformat korrekt
    Backend korrekt

Merksatz:

    Offener Port heißt nicht:
    Dienst funktioniert.

---

**Timeout**

Timeout bedeutet:

    Es kommt keine Antwort innerhalb der erwarteten Zeit.

Mögliche Ursachen:

    - Firewall droppt
    - Routingproblem
    - Dienst antwortet nicht
    - Rückweg fehlt
    - falsches Ziel
    - Provider blockiert

Merksatz:

    Timeout bedeutet oft:
    keine passende Antwort.

---

**Connection Refused**

Connection refused bedeutet:

    Zielsystem ist erreichbar,
    aber der Dienst nimmt auf dem Port keine Verbindung an.

Mögliche Ursachen:

    - Dienst läuft nicht
    - falscher Port
    - Dienst lauscht nur lokal
    - Host-Firewall lehnt ab

Merksatz:

    Connection refused deutet eher auf Zielsystem oder Dienst hin.

---

**Wichtige Testwerkzeuge**

| Werkzeug | Zweck |
|---|---|
| ping | grobe Erreichbarkeit |
| traceroute / tracert | Weg zum Ziel |
| nslookup | DNS prüfen |
| dig | DNS detailliert prüfen |
| curl | HTTP/HTTPS testen |
| nc | TCP-/UDP-Port testen |
| Test-NetConnection | Windows-Porttest |
| openssl s_client | TLS prüfen |
| tcpdump | Verkehr mitschneiden |
| Wireshark | Pakete analysieren |
| Firewall-Logs | Regeltreffer prüfen |
| Serverlogs | Dienstfehler prüfen |

Merksatz:

    Werkzeug nach Fehlerbild auswählen.

---

**Sicherheitsprinzipien**

Wichtige Prinzipien:

    - Default Deny
    - Least Privilege
    - nur notwendige Ports öffnen
    - Adminzugänge nicht öffentlich machen
    - Zonen trennen
    - DMZ verwenden
    - Regeln dokumentieren
    - temporäre Regeln befristen
    - Logs aktivieren
    - Updates einspielen
    - Monitoring einsetzen

Merksatz:

    Sicherheit entsteht durch mehrere Maßnahmen zusammen.

---

**Least Privilege bei Firewall-Regeln**

Least Privilege bedeutet:

    Nur erlauben,
    was wirklich benötigt wird.

Beispiel schlecht:

    DMZ → LAN any erlauben

Beispiel besser:

    Reverse Proxy → interner Webdienst TCP 8080 erlauben

Merksatz:

    Firewall-Regeln so eng wie möglich setzen.

---

**Dokumentation**

Firewall- und NAT-Regeln sollten dokumentiert werden.

Wichtige Angaben:

    - Zweck
    - Quelle
    - Ziel
    - Port
    - Protokoll
    - Richtung
    - NAT-Ziel
    - Verantwortlicher
    - Ticket
    - Datum
    - Ablaufdatum bei temporären Regeln

Merksatz:

    Undokumentierte Regeln werden später zum Risiko.

---

**Regelreview**

Firewall-Regelwerke sollten regelmäßig geprüft werden.

Dabei sucht man:

    - alte Regeln
    - ungenutzte Regeln
    - temporäre Regeln ohne Ablauf
    - Any-Any-Regeln
    - zu breite Freigaben
    - fehlende Kommentare
    - shadowed rules
    - redundante Regeln

Merksatz:

    Firewall-Regeln altern und müssen gepflegt werden.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist die Aufgabe einer Firewall?
    - Was ist der Unterschied zwischen Firewall und NAT?
    - Was ist eine Stateful Firewall?
    - Was bedeutet Stateful Inspection?
    - Was bedeutet Default Deny?
    - Warum ist die Regelreihenfolge wichtig?
    - Warum sind Any-Any-Regeln gefährlich?
    - Was ist NAT?
    - Was ist PAT?
    - Was ist Source NAT?
    - Was ist Destination NAT?
    - Was ist eine Portweiterleitung?
    - Warum reicht eine NAT-Regel allein nicht aus?
    - Was ist eine DMZ?
    - Warum stellt man öffentliche Dienste in eine DMZ?
    - Warum darf die DMZ nicht frei ins LAN?
    - Was ist Hairpin NAT?
    - Was ist Split DNS?
    - Was ist CGNAT?
    - Wie geht man bei Firewall-Fehlersuche vor?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Firewall ist nicht NAT.

    NAT ist nicht Firewall.

    NAT übersetzt Adressen.

    PAT übersetzt Adressen und Ports.

    Portweiterleitung ist Destination NAT.

    NAT-Regel ersetzt keine Firewall-Regel.

    Firewall-Regel ersetzt keine NAT-Regel.

    Routing entscheidet den Weg.

    Firewall entscheidet die Erlaubnis.

    DNS kann wie ein Firewallproblem wirken.

    Port offen heißt nicht:
    Anwendung funktioniert.

    TCP und UDP nicht verwechseln.

    Regelrichtung beachten.

    Regelreihenfolge beachten.

    Spezifisch vor allgemein.

    Default Deny ist sicherer.

    Any-Any vermeiden.

    Drop und Reject unterscheiden.

    DMZ ist nicht LAN.

    DMZ darf nicht frei ins LAN.

    Öffentliche Dienste gehören besser in die DMZ.

    RDP nicht direkt ins Internet öffnen.

    SMB nicht direkt ins Internet öffnen.

    CGNAT kann Portweiterleitung verhindern.

    Hairpin NAT betrifft interne Zugriffe über öffentliche Adresse.

    Split DNS kann Hairpin NAT vermeiden.

    Rückweg prüfen.

    Logs prüfen.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Firewall | kontrolliert Netzwerkverkehr |
| Firewall-Regel | Bedingung mit Aktion |
| Paketfilter | prüft IP-Adressen und Ports |
| Stateful Firewall | kennt Verbindungszustände |
| Stateful Inspection | Prüfung des Verbindungsstatus |
| Default Deny | alles blockieren, außer erlaubt |
| Allow | erlauben |
| Deny | blockieren |
| Drop | still verwerfen |
| Reject | aktiv ablehnen |
| Zone | Sicherheitsbereich |
| LAN | internes Netz |
| WAN | externes Netz |
| DMZ | Netz für öffentliche Dienste |
| NAT | Adressübersetzung |
| PAT | Adress- und Portübersetzung |
| Source NAT | Quelladresse wird geändert |
| Destination NAT | Zieladresse wird geändert |
| Portweiterleitung | externer Port wird intern weitergeleitet |
| Hairpin NAT | interner Zugriff über öffentliche Adresse |
| Split DNS | intern und extern unterschiedliche DNS-Antwort |
| CGNAT | Provider-NAT für mehrere Kunden |
| Double NAT | zwei NAT-Geräte hintereinander |
| Reverse Proxy | leitet Webanfragen an Backends |
| Bastion Host | abgesicherter Sprungserver |
| Any-Any | sehr breite Regel |
| Rückweg | Antwortweg zurück zur Quelle |
| asymmetrisches Routing | Hin- und Rückweg unterschiedlich |

---

**IHK-sichere Gesamtformulierung**

Eine Firewall kontrolliert Netzwerkverkehr zwischen Systemen oder Netzbereichen und entscheidet anhand von Regeln, ob Verbindungen erlaubt oder blockiert werden. Typische Kriterien sind Quelle, Ziel, Port, Protokoll, Richtung und Zone. NAT übersetzt IP-Adressen, während PAT zusätzlich Ports übersetzt. Eine Portweiterleitung ist eine Form von Destination NAT und macht einen internen Dienst von außen erreichbar. NAT-Regeln und Firewall-Regeln sind zu unterscheiden und müssen zusammenpassen. Eine DMZ ist ein separates Netz für Dienste, die von außen erreichbar sein müssen. Sie schützt das interne LAN, indem öffentliche Dienste getrennt platziert und Zugriffe zwischen WAN, DMZ und LAN gezielt geregelt werden.

---

**Wichtigste Merksätze**

    Firewall kontrolliert Verkehr.

    NAT übersetzt Adressen.

    PAT übersetzt Adressen und Ports.

    DMZ trennt öffentliche Dienste vom LAN.

    Firewall ist nicht NAT.

    NAT ist nicht Firewall.

    Routing findet den Weg.

    Firewall erlaubt den Weg.

    NAT-Regel leitet um.

    Firewall-Regel erlaubt oder blockiert.

    Source NAT ändert Quelle.

    Destination NAT ändert Ziel.

    Portweiterleitung ist Destination NAT.

    Private IPv4-Adressen sind intern.

    Öffentliche IP-Adressen sind im Internet routbar.

    Default Deny ist sicherer.

    Die erste passende Regel gewinnt.

    Spezifisch vor allgemein.

    Any-Any vermeiden.

    Drop schweigt.

    Reject antwortet.

    Stateful Firewall kennt Verbindungen.

    Rückweg muss passen.

    Asymmetrisches Routing kann stören.

    DMZ ist nicht LAN.

    DMZ darf nicht frei ins LAN.

    Öffentliche Dienste gehören besser in die DMZ.

    Reverse Proxy kann Dienste bündeln.

    RDP nicht direkt ins Internet öffnen.

    SMB nicht direkt ins Internet öffnen.

    CGNAT kann Portweiterleitungen verhindern.

    Hairpin NAT = intern über öffentliche Adresse.

    Split DNS = intern andere DNS-Antwort.

    DNS,
    NAT,
    Firewall,
    Dienst
    und Logs gemeinsam prüfen.