14.1 VPN, Intranet und Extranet VPN, Intranet und Extranet beschreiben verschiedene Möglichkeiten, wie Benutzer und Systeme auf interne oder geschützte Ressourcen zugreifen können. Diese Begriffe hängen eng zusammen, werden aber nicht gleich verwendet. Grundidee: Intranet: internes Netzwerk einer Organisation Extranet: kontrollierter Zugriff für externe Partner VPN: verschlüsselter Tunnel für Zugriff über ein unsicheres Netz Merksatz: Intranet ist intern. Extranet ist kontrolliert extern erweitert. VPN ist ein sicherer Tunnel. Warum ist dieses Kapitel wichtig? In Unternehmen arbeiten Benutzer nicht immer direkt im Firmennetz. Beispiele: - Homeoffice - Außendienst - externe Dienstleister - Partnerunternehmen - mehrere Standorte - Cloud-Dienste - mobile Geräte - Fernwartung - Zugriff auf interne Anwendungen Dafür braucht man sichere Zugriffskonzepte. Merksatz: Moderne Netzwerke enden nicht mehr nur am Bürogebäude. Intranet Ein Intranet ist ein internes Netzwerk oder internes Informationssystem einer Organisation. Es ist normalerweise nur für berechtigte interne Benutzer erreichbar. Typische Inhalte: - interne Webseiten - Dokumentationen - Mitarbeiterinformationen - interne Anwendungen - Ticketsystem - Zeiterfassung - Dateifreigaben - interne Wikis - interne Portale Merksatz: Intranet = internes Netz oder internes Portal für die Organisation. Intranet ist nicht automatisch das Internet Das Internet ist öffentlich. Das Intranet ist intern. Beispiel: Internet: öffentlich erreichbare Webseite einer Firma Intranet: internes Mitarbeiterportal derselben Firma Ein Intranet kann Webtechnik nutzen, ist aber nicht automatisch öffentlich erreichbar. Merksatz: Intranet nutzt oft Internet-Technik, ist aber intern beschränkt. Typische Intranet-Dienste Typische Dienste im Intranet: Dienst Beispiel internes Wiki Dokumentation Dateiablage SMB, SharePoint, Nextcloud interne Webanwendung Zeiterfassung Ticketsystem Helpdesk Monitoring Systemstatus Telefonbuch Mitarbeiterdaten Authentifizierung AD, LDAP, SSO interne APIs Anwendungskommunikation Merksatz: Intranet enthält interne Dienste, die nicht öffentlich sein sollen. Schutzbedarf im Intranet Auch interne Dienste brauchen Schutz. Warum? Nicht jeder interne Benutzer darf alles sehen. Ein kompromittierter Client kann Schaden verursachen. Gastgeräte dürfen nicht auf interne Systeme. IoT-Geräte sind nicht automatisch vertrauenswürdig. Malware kann sich intern ausbreiten. Merksatz: Intern heißt nicht automatisch sicher. Extranet Ein Extranet erweitert das Intranet kontrolliert für externe Parteien. Externe Parteien können sein: - Kunden - Lieferanten - Partnerunternehmen - Dienstleister - externe Techniker - Projektpartner Dabei erhalten sie nur Zugriff auf ausgewählte Ressourcen. Merksatz: Extranet = kontrollierter Zugriff für externe Berechtigte. Beispiel für ein Extranet Ein Unternehmen stellt einem Lieferanten ein Portal bereit. Der Lieferant darf dort: Bestellungen einsehen Liefertermine bestätigen Dokumente hochladen Rechnungen abrufen Der Lieferant darf aber nicht: interne Personalakten sehen interne Server verwalten alle Kundendaten abrufen auf das gesamte LAN zugreifen Merksatz: Extranet gibt gezielten Zugriff, nicht vollständigen internen Zugriff. Intranet und Extranet vergleichen Begriff Zugriff Zielgruppe Intranet intern Mitarbeitende und interne Systeme Extranet kontrolliert extern Partner, Kunden, Lieferanten Internet öffentlich grundsätzlich jeder VPN Tunnelzugriff berechtigte entfernte Benutzer oder Standorte Merksatz: Intranet intern, Extranet ausgewählt extern, Internet öffentlich. VPN VPN steht für: Virtual Private Network Ein VPN baut über ein unsicheres oder fremdes Netz einen geschützten Tunnel auf. Beispiel: Benutzer im Homeoffice → Internet → VPN-Tunnel → Firmennetz Der Verkehr wird dabei verschlüsselt übertragen. Merksatz: VPN verbindet entfernte Teilnehmer sicher mit einem Netzwerk. Warum nutzt man VPN? VPN wird genutzt, wenn sichere Kommunikation über unsichere Netze benötigt wird. Typische Gründe: - Homeoffice-Zugriff - Standortvernetzung - Fernwartung - Zugriff auf interne Server - verschlüsselte Verbindung über Internet - Schutz in öffentlichen Netzen - Zugriff auf interne Anwendungen - sichere Administration Merksatz: VPN schützt den Übertragungsweg durch einen verschlüsselten Tunnel. VPN-Tunnel Ein VPN-Tunnel ist eine logische verschlüsselte Verbindung. Die Daten werden eingepackt, verschlüsselt und über ein anderes Netz transportiert. Man spricht dabei oft von: Tunneling Merksatz: VPN-Tunnel transportiert geschützte Daten durch ein fremdes Netz. Tunneling einfach erklärt Beim Tunneling wird ein Paket in ein anderes Paket verpackt. Vereinfacht: internes Paket wird verschlüsselt und in äußeres Transportpaket eingepackt Das äußere Paket wird über das Internet übertragen. Am Ziel wird es wieder ausgepackt. Merksatz: Tunneling bedeutet: ein Paket wird durch ein anderes Netz getragen. Verschlüsselung beim VPN VPNs nutzen Verschlüsselung, damit Dritte den Inhalt nicht mitlesen können. Geschützt werden soll: - Dateninhalt - Zugangsdaten - interne Kommunikation - Dateiübertragungen - Administrationszugriffe - Anwendungsdaten Wichtig: Ein VPN schützt den Tunnel, aber nicht automatisch jedes Zielsystem. Merksatz: VPN verschlüsselt den Transportweg, ersetzt aber keine Zugriffskontrolle. Authentifizierung beim VPN Vor dem VPN-Zugriff muss geprüft werden, wer sich verbindet. Mögliche Verfahren: - Benutzername und Passwort - Zertifikat - MFA - Token - Smartcard - Geräteprüfung - SSO - Gruppenmitgliedschaft Merksatz: VPN braucht starke Authentifizierung. Autorisierung beim VPN Nach erfolgreicher Anmeldung muss geprüft werden, was der Benutzer darf. Beispiele: Support darf auf bestimmte Server. Externe Dienstleister dürfen nur auf Wartungssysteme. Mitarbeitende dürfen auf interne Anwendungen. Admins dürfen ins Managementnetz. Merksatz: VPN verbunden heißt nicht automatisch: Zugriff auf alles erlaubt. Remote-Access-VPN Remote-Access-VPN verbindet einzelne Benutzer mit dem Unternehmensnetz. Beispiele: Homeoffice Außendienst Notebook unterwegs Administrator von extern mobiler Benutzer Ablauf: Benutzer startet VPN-Client. Benutzer authentifiziert sich. VPN-Tunnel wird aufgebaut. Benutzer erhält Zugriff auf erlaubte interne Ressourcen. Merksatz: Remote-Access-VPN verbindet einzelne Benutzer. Site-to-Site-VPN Site-to-Site-VPN verbindet ganze Standorte miteinander. Beispiele: Hauptstandort ↔ Niederlassung Firma ↔ Rechenzentrum Firma ↔ Cloud-Netzwerk zwei Firewalls miteinander Dabei baut nicht jeder Benutzer einzeln einen VPN-Client auf. Die Gateways verbinden die Netze. Merksatz: Site-to-Site-VPN verbindet Netzwerke. Remote-Access und Site-to-Site vergleichen Merkmal Remote-Access-VPN Site-to-Site-VPN verbindet einzelner Benutzer ganze Netze typischer Einsatz Homeoffice Standortvernetzung Client nötig meistens ja auf Endgerät meist nein Endpunkt Benutzergerät zu Gateway Gateway zu Gateway Zugriff benutzerbezogen netzbezogen Merksatz: Remote-Access = Benutzer. Site-to-Site = Standort. VPN-Gateway Ein VPN-Gateway ist der zentrale Gegenpunkt für VPN-Verbindungen. Es kann sein: - Firewall - Router - VPN-Appliance - Cloud-Gateway - Server - Zero-Trust-Gateway Aufgaben: VPN-Verbindungen annehmen Benutzer prüfen Tunnel aufbauen Verschlüsselung aushandeln Routen verteilen Zugriff kontrollieren Merksatz: VPN-Gateway ist der Zugangspunkt zum geschützten Netz. VPN-Client Der VPN-Client läuft auf dem Endgerät des Benutzers. Beispiele: Notebook Smartphone Tablet Admin-PC Aufgaben: Verbindung zum VPN-Gateway aufbauen Benutzer anmelden Tunnel erzeugen Routen setzen DNS übernehmen Verkehr durch Tunnel leiten Merksatz: VPN-Client baut den Tunnel vom Endgerät aus auf. VPN-Protokolle Häufige VPN-Techniken und Protokolle: - IPsec - IKEv2 - SSL-VPN / TLS-VPN - OpenVPN - WireGuard - L2TP/IPsec Je nach Umgebung unterscheiden sich: Sicherheit Geschwindigkeit Einrichtung Portnutzung Betriebssystemunterstützung Firewall-Freundlichkeit Merksatz: VPN ist ein Oberbegriff, dahinter können verschiedene Protokolle stehen. IPsec IPsec ist eine Protokollfamilie zur sicheren Kommunikation auf IP-Ebene. IPsec kann genutzt werden für: - Site-to-Site-VPN - Remote-Access-VPN - verschlüsselte Kommunikation zwischen Netzen IPsec arbeitet besonders nah an Schicht 3. Merksatz: IPsec schützt IP-Kommunikation. IKE IKE steht für: Internet Key Exchange IKE dient dazu, bei IPsec die Sicherheitsparameter und Schlüssel auszuhandeln. IKEv2 ist eine moderne Version. Merksatz: IKE handelt Schlüssel und Sicherheitsparameter für IPsec aus. SSL-VPN / TLS-VPN SSL-VPN ist ein älterer Begriff. Fachlich geht es meist um TLS-VPN. Dabei wird TLS genutzt, ähnlich wie bei HTTPS. Vorteile: oft firewallfreundlich häufig über TCP 443 möglich gut für Remote-Zugriff teilweise browserbasiert oder clientbasiert Merksatz: SSL-VPN meint meist TLS-basiertes VPN. OpenVPN OpenVPN ist eine verbreitete VPN-Lösung. Eigenschaften: nutzt TLS kann TCP oder UDP verwenden flexibel konfigurierbar oft für Remote-Access und Site-to-Site nutzbar benötigt meist Clientsoftware Merksatz: OpenVPN ist flexibel und TLS-basiert. WireGuard WireGuard ist ein modernes VPN-Protokoll. Eigenschaften: schlank schnell vergleichsweise einfache Konfiguration nutzt moderne Kryptografie arbeitet meist über UDP Wichtig: Sicherheit hängt trotzdem von richtiger Schlüsselverwaltung, Routen Firewall-Regeln und Zugriffskonzept ab. Merksatz: WireGuard ist modernes, schlankes VPN über UDP. L2TP/IPsec L2TP steht für: Layer 2 Tunneling Protocol L2TP selbst verschlüsselt nicht stark genug, deshalb wird es häufig mit IPsec kombiniert. Merksatz: L2TP wird für Sicherheit typischerweise mit IPsec kombiniert. Split Tunneling Split Tunneling bedeutet: Nur bestimmter Verkehr geht durch den VPN-Tunnel. Anderer Verkehr, zum Beispiel normales Internet, geht direkt über den lokalen Anschluss. Beispiel: Zugriff auf Firmennetz: durch VPN YouTube oder private Webseiten: direkt über lokalen Internetanschluss Merksatz: Split Tunneling leitet nur ausgewählten Verkehr durch VPN. Full Tunnel Full Tunnel bedeutet: Der gesamte Verkehr des Clients läuft durch den VPN-Tunnel. Auch Internetzugriffe gehen zuerst ins Firmennetz und von dort weiter ins Internet. Vorteile: zentrale Kontrolle zentrale Filterung einheitliche Sicherheitsrichtlinien Nachteile: mehr Last auf VPN und Internetanschluss der Firma höhere Latenz mehr Bandbreitenbedarf Merksatz: Full Tunnel leitet den gesamten Clientverkehr durch VPN. Split Tunnel und Full Tunnel vergleichen Merkmal Split Tunnel Full Tunnel Internetverkehr direkt lokal durch Firma Last auf VPN geringer höher zentrale Kontrolle geringer höher Latenz oft niedriger oft höher Sicherheitspolitik schwieriger einheitlich zentraler steuerbar Merksatz: Split Tunnel spart Last. Full Tunnel bietet mehr zentrale Kontrolle. VPN-Routing Damit ein VPN funktioniert, müssen passende Routen vorhanden sein. Der Client muss wissen: Welche Netze sind über VPN erreichbar? Beispiele: 192.168.10.0/24 über VPN 10.10.0.0/16 über VPN nur bestimmte Server über VPN Fehlt eine Route, geht der Verkehr nicht durch den Tunnel. Merksatz: VPN braucht passende Routen. VPN-DNS VPN-Benutzer müssen oft interne Namen auflösen können. Beispiele: intranet.firma.local fileserver.firma.local wiki.intern dc01.firma.local Dafür kann der VPN-Client interne DNS-Server bekommen. Typische Fehler: VPN verbunden, aber interne Namen lösen nicht auf. Merksatz: VPN braucht oft interne DNS-Einstellungen. Split DNS bei VPN Split DNS bedeutet: bestimmte Namen werden über interne DNS-Server aufgelöst, andere Namen über normale DNS-Server. Beispiel: firma.local → interner DNS über VPN öffentliche Webseiten → normaler DNS Merksatz: Split DNS sorgt dafür, dass interne Namen über VPN korrekt aufgelöst werden. VPN-Adresspool Ein VPN-Adresspool ist der IP-Adressbereich, aus dem VPN-Clients eine Adresse bekommen. Beispiel: VPN-Clients: 10.8.0.0/24 Wichtig: Der VPN-Adressbereich darf nicht mit bestehenden Netzen kollidieren. Problem: Wenn das Heimnetz des Benutzers denselben Bereich nutzt, kann Routing fehlschlagen. Merksatz: VPN-Adresspool muss eindeutig und konfliktfrei sein. Adresskonflikt bei VPN Ein häufiger Fehler: Heimnetz des Benutzers: 192.168.1.0/24 Firmennetz: 192.168.1.0/24 Dann weiß der Client nicht eindeutig, ob 192.168.1.50 lokal oder über VPN erreichbar ist. Folge: interne Server sind nicht erreichbar. Merksatz: Gleiche Netze auf beiden Seiten verursachen VPN-Routingprobleme. Firewall-Regeln für VPN VPN-Zugriff muss durch Firewall-Regeln gesteuert werden. Nicht gut: VPN → LAN any erlauben Besser: VPN-Gruppe Support → bestimmte Server TCP 3389 VPN-Gruppe Admin → Managementnetz SSH/RDP VPN-Gruppe Mitarbeiter → Intranet HTTPS VPN-Gruppe Dienstleister → nur Wartungssystem Merksatz: VPN-Zugriff nach Rolle und Bedarf begrenzen. VPN und Least Privilege Auch beim VPN gilt: nur notwendige Rechte erlauben. Ein VPN-Benutzer sollte nicht automatisch Zugriff auf das gesamte interne Netz erhalten. Warum? kompromittierter VPN-Client gestohlene Zugangsdaten Malware auf Heimgerät externe Dienstleister zu breite Angriffsfläche Merksatz: VPN ist Zugang, aber kein Freifahrtschein. VPN und MFA VPN-Zugänge sollten nach Möglichkeit mit MFA geschützt werden. Warum? Passwörter können gestohlen werden. Phishing kann Zugangsdaten abgreifen. Passwort-Wiederverwendung ist häufig. VPN-Zugang ist ein direkter Einstieg ins Netz. MFA erhöht die Sicherheit deutlich. Merksatz: VPN ohne MFA ist deutlich riskanter. VPN und Zertifikate VPNs können Zertifikate nutzen für: Serverauthentifizierung Clientauthentifizierung Gerätezulassung starke Identitätsprüfung Vorteil: nicht nur Passwort, sondern zusätzlich kryptografischer Nachweis. Wichtig: Zertifikate müssen verwaltet, erneuert und bei Verlust widerrufen werden. Merksatz: Zertifikate erhöhen VPN-Sicherheit, brauchen aber gutes Management. VPN und Gerätesicherheit Ein VPN-Client bringt ein entferntes Gerät näher an interne Systeme. Deshalb ist wichtig: aktuelles Betriebssystem aktuelle Schutzsoftware Festplattenverschlüsselung Bildschirmsperre sichere Konfiguration kein kompromittiertes Gerät Gerätezertifikat oder Geräteprüfung Patchstand prüfen Merksatz: Unsicheres Endgerät plus VPN ist ein Risiko. VPN und öffentliche WLANs VPN kann in öffentlichen WLANs schützen, weil der Verkehr im Tunnel verschlüsselt wird. Aber: VPN schützt nicht vor allem. Weiterhin wichtig: HTTPS prüfen Phishing vermeiden Gerät aktuell halten keine fremden Zertifikate akzeptieren keine Warnungen ignorieren Merksatz: VPN hilft im öffentlichen WLAN, ersetzt aber kein sicheres Verhalten. VPN und Performance VPN kann die Leistung beeinflussen. Mögliche Ursachen: Verschlüsselungsaufwand längerer Weg zentrale Internetleitung Full Tunnel schwacher VPN-Gateway schlechte Clientverbindung MTU-Probleme Paketverlust hohe Latenz Merksatz: VPN kann sicher sein, aber Geschwindigkeit und Latenz beeinflussen. VPN und MTU VPN fügt zusätzliche Header hinzu. Dadurch kann die effektive Nutzlast kleiner werden. MTU-Probleme zeigen sich oft so: kleine Pakete funktionieren große Übertragungen hängen Webseiten laden teilweise VPN-Verbindung instabil RDP oder SSH bricht sporadisch ab Merksatz: Bei VPN-Problemen mit großen Daten an MTU denken. VPN und Logging VPN-Logs sind wichtig für Sicherheit und Fehlersuche. Sie zeigen: wer sich verbunden hat wann Verbindung aufgebaut wurde von welcher IP mit welchem Gerät ob MFA erfolgreich war welche VPN-IP vergeben wurde warum Verbindung getrennt wurde ob Fehler auftraten Merksatz: VPN-Zugriffe müssen nachvollziehbar sein. VPN und Monitoring VPN-Infrastruktur sollte überwacht werden. Wichtige Werte: Anzahl aktiver Verbindungen CPU-Auslastung RAM Bandbreite Tunnelstatus Fehlversuche Zertifikatsablauf Latenz Paketverlust Authentifizierungsfehler Merksatz: VPN ist kritische Infrastruktur und muss überwacht werden. Typische VPN-Fehler Häufige Fehler: - VPN baut nicht auf - Anmeldung schlägt fehl - MFA funktioniert nicht - Zertifikat ungültig - Client bekommt keine VPN-IP - Route fehlt - DNS fehlt - interne Dienste nicht erreichbar - nur manche Netze erreichbar - Adresskonflikt mit Heimnetz - Firewall blockiert - Split Tunnel falsch - Full Tunnel überlastet - MTU-Problem - Verbindung bricht ab Merksatz: VPN-Fehler können Authentifizierung, Routing, DNS, Firewall oder MTU betreffen. Fehlerbild: VPN verbindet nicht Mögliche Ursachen: - falscher Servername - Internetverbindung gestört - VPN-Gateway nicht erreichbar - falscher Port blockiert - Benutzername oder Passwort falsch - MFA schlägt fehl - Zertifikat ungültig - Clientversion inkompatibel - Konto gesperrt - Lizenz oder Berechtigung fehlt Merksatz: Wenn VPN nicht verbindet, zuerst Erreichbarkeit, Anmeldung und Zertifikate prüfen. Fehlerbild: VPN verbunden, aber kein interner Zugriff Mögliche Ursachen: - Route fehlt - DNS fehlt - Firewall-Regel fehlt - Benutzergruppe nicht berechtigt - falscher VPN-Adresspool - Adresskonflikt mit Heimnetz - Split Tunnel falsch - Zielsystem-Firewall blockiert - Rückweg fehlt Merksatz: VPN verbunden heißt nicht automatisch: interne Ressourcen erreichbar. Fehlerbild: Interne Namen gehen nicht Mögliche Ursachen: - interner DNS wird nicht verteilt - Split DNS falsch - DNS-Suffix fehlt - DNS-Anfragen gehen lokal statt durch VPN - interne Zone fehlt - Firewall blockiert DNS - falscher DNS-Server antwortet Merksatz: Bei VPN-Namensproblemen DNS und Split DNS prüfen. Fehlerbild: Nur manche internen Netze erreichbar Mögliche Ursachen: - Route für bestimmtes Netz fehlt - Firewall-Regel fehlt - Benutzergruppe darf nur bestimmte Netze - Rückroute fehlt - Zielnetz überschneidet sich mit lokalem Netz - ACL blockiert Merksatz: Teilweise Erreichbarkeit deutet oft auf Routing oder Berechtigung hin. Fehlerbild: VPN langsam Mögliche Ursachen: - Full Tunnel überlastet - hohe Latenz - schwache Internetleitung - VPN-Gateway ausgelastet - Paketverlust - MTU-Problem - WLAN instabil - Verschlüsselungsleistung begrenzt - zentraler Proxy langsam Merksatz: VPN-Langsamkeit mit Latenz, Paketverlust, MTU und Auslastung prüfen. Fehlerbild: VPN bricht ab Mögliche Ursachen: - instabile Internetverbindung - WLAN-Roaming - NAT-Timeout - Firewall-Timeout - Mobilfunkwechsel - Energiesparmodus - Clientproblem - Zertifikat oder Token läuft ab - Gateway überlastet - MTU-Problem Merksatz: VPN-Abbrüche brauchen Zeitbezug, Logs und Verbindungsmessung. VPN und Extranet unterscheiden Ein Extranet kann über VPN bereitgestellt werden, muss aber nicht. Beispiele: Extranet über Webportal: Partner meldet sich im Browser an. Extranet über VPN: Partner bekommt VPN-Zugang zu bestimmten Systemen. Wichtig: Extranet ist das Zugriffskonzept. VPN ist eine mögliche technische Umsetzung. Merksatz: Extranet beschreibt Zielgruppe und Zugriff. VPN beschreibt den Tunnel. Extranet-Sicherheit Extranet-Zugänge brauchen klare Begrenzung. Wichtig: - eigene Benutzerkonten - MFA - Rollen und Rechte - Protokollierung - Vertrags- und Zweckbindung - zeitliche Begrenzung - Zugriff nur auf benötigte Daten - keine gemeinsamen Konten - regelmäßige Prüfung - Sperrung nach Projektende Merksatz: Externe Zugänge müssen besonders sauber kontrolliert werden. Partnerzugriff Partnerzugriff sollte nicht ungefiltert ins interne Netz führen. Besser: Partnerportal API-Gateway Reverse Proxy dedizierte Extranet-Zone VPN mit begrenzten Regeln Bastion Host getrennte Benutzerrollen Merksatz: Partner nur auf das zugreifen lassen, was sie wirklich benötigen. Intranet über VPN Im Homeoffice greifen Benutzer oft per VPN auf das Intranet zu. Beispiel: Benutzer verbindet VPN. Danach öffnet er internes Wiki. DNS löst internen Namen auf. Firewall erlaubt VPN → Intranet HTTPS. Webserver prüft Anmeldung. Merksatz: Intranet-Zugriff über VPN braucht Tunnel, DNS, Firewall und Berechtigung. Intranet über Zero Trust Moderne Umgebungen nutzen teilweise Zero-Trust-Zugriffe statt klassischem Voll-VPN. Grundidee: Benutzer bekommt nicht Zugriff auf das ganze Netz, sondern nur auf einzelne Anwendungen. Prüfung: Identität Gerät Standort Risiko MFA Anwendung Richtlinie Merksatz: Zero Trust ersetzt oft breiten Netzwerkzugriff durch gezielten Anwendungszugriff. VPN und Zero Trust vergleichen Merkmal klassisches VPN Zero-Trust-Zugriff Zugriffsebene oft Netzwerkzugriff meist Anwendungszugriff Risiko breiter Zugriff möglich stärker begrenzter Zugriff Prüfung häufig beim Verbindungsaufbau kontinuierlicher und kontextbezogener Nutzung interne Netze einzelne Anwendungen Vorteil bewährt und flexibel feiner steuerbar Merksatz: VPN verbindet oft Netze. Zero Trust gibt gezielt Anwendungen frei. Typische IHK-Fragen In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden: - Was ist ein VPN? - Wofür steht VPN? - Was ist ein VPN-Tunnel? - Was ist der Unterschied zwischen Remote-Access-VPN und Site-to-Site-VPN? - Was ist ein VPN-Gateway? - Was ist Split Tunneling? - Was ist Full Tunnel? - Warum braucht VPN Routing? - Warum ist DNS bei VPN wichtig? - Warum können gleiche IP-Netze bei VPN Probleme verursachen? - Warum sollte VPN-Zugriff nicht automatisch das ganze LAN erlauben? - Warum ist MFA bei VPN sinnvoll? - Was ist ein Intranet? - Was ist ein Extranet? - Was ist der Unterschied zwischen Intranet, Extranet und Internet? - Warum ist ein Extranet besonders zu schützen? Typische Prüfungsfallen VPN bedeutet Virtual Private Network. VPN ist ein Tunnel, nicht automatisch ein komplettes Sicherheitskonzept. VPN schützt den Transportweg. VPN ersetzt keine Firewall-Regeln. VPN ersetzt keine Berechtigungen. Remote-Access-VPN verbindet einzelne Benutzer. Site-to-Site-VPN verbindet Standorte oder Netze. Split Tunnel leitet nur ausgewählten Verkehr durch VPN. Full Tunnel leitet gesamten Verkehr durch VPN. VPN braucht passende Routen. VPN braucht oft interne DNS-Einstellungen. VPN verbunden heißt nicht: Zugriff auf alles erlaubt. Gleiche IP-Netze auf beiden Seiten erzeugen Routingprobleme. MFA erhöht VPN-Sicherheit. Externe Dienstleister nur begrenzt berechtigen. Intranet ist intern. Extranet ist kontrolliert für externe Berechtigte. Internet ist öffentlich. Extranet ist nicht automatisch VPN. VPN kann durch MTU-Probleme langsam oder instabil wirken. Wichtige Begriffe kurz erklärt Begriff Kurze Erklärung VPN Virtual Private Network VPN-Tunnel geschützte logische Verbindung Tunneling Einpacken von Daten in eine Tunnelverbindung Remote-Access-VPN VPN für einzelne Benutzer Site-to-Site-VPN VPN zwischen Netzwerken VPN-Gateway Gegenstelle für VPN-Verbindungen VPN-Client Software oder Gerät des Benutzers IPsec VPN-Technik auf IP-Ebene IKE Schlüsselaushandlung bei IPsec TLS-VPN VPN auf Basis von TLS OpenVPN verbreitete TLS-basierte VPN-Lösung WireGuard modernes schlankes VPN-Protokoll Split Tunnel nur ausgewählter Verkehr durch VPN Full Tunnel gesamter Verkehr durch VPN VPN-Adresspool IP-Bereich für VPN-Clients Split DNS getrennte DNS-Auflösung je nach Ziel Intranet internes Netzwerk oder internes Portal Extranet kontrollierter Zugriff für externe Berechtigte MFA Multi-Faktor-Authentifizierung Least Privilege nur notwendige Rechte Zero Trust kein automatisches Vertrauen IHK-sichere Kurzformulierung Ein VPN, also Virtual Private Network, stellt über ein unsicheres oder fremdes Netz einen geschützten Tunnel bereit. Es wird genutzt, um einzelne Benutzer per Remote-Access-VPN oder ganze Standorte per Site-to-Site-VPN sicher mit internen Ressourcen zu verbinden. Für den VPN-Betrieb sind Authentifizierung, Verschlüsselung, Routing, DNS, Firewall-Regeln und Berechtigungen wichtig. Split Tunneling leitet nur ausgewählten Verkehr durch das VPN, während Full Tunnel den gesamten Clientverkehr durch den Tunnel führt. Ein Intranet ist ein internes Netzwerk oder internes Portal einer Organisation. Ein Extranet stellt ausgewählten externen Partnern kontrollierten Zugriff auf bestimmte Ressourcen bereit. VPN-Zugriff sollte durch MFA, Rollen, Firewall-Regeln und Least Privilege abgesichert werden. Merksätze Intranet = intern. Extranet = kontrolliert extern erweitert. Internet = öffentlich. VPN = Virtual Private Network. VPN baut einen verschlüsselten Tunnel. VPN schützt den Transportweg. VPN ersetzt keine Rechteprüfung. VPN ersetzt keine Firewall-Regeln. Remote-Access-VPN verbindet Benutzer. Site-to-Site-VPN verbindet Netze. VPN-Gateway ist der Zugangspunkt. VPN-Client baut den Tunnel auf. IPsec schützt IP-Kommunikation. IKE handelt Schlüssel aus. TLS-VPN nutzt TLS. OpenVPN ist flexibel. WireGuard ist schlank und modern. Split Tunnel leitet nur ausgewählten Verkehr. Full Tunnel leitet alles durch VPN. VPN braucht passende Routen. VPN braucht oft internes DNS. Split DNS hilft bei internen Namen. VPN-Adresspool darf sich nicht überschneiden. Gleiche Netze verursachen Routingprobleme. VPN-Zugriff nach Rolle begrenzen. MFA für VPN ist wichtig. Unsichere Endgeräte sind trotz VPN riskant. VPN kann durch MTU-Probleme instabil werden. VPN verbunden heißt nicht: alles erreichbar. Extranet ist Zugriffskonzept, VPN ist Tunneltechnik. Zero Trust gibt gezielter Zugriff auf Anwendungen.