# 15.2 IaaS, PaaS und SaaS im Detail

IaaS,
PaaS
und SaaS sind die wichtigsten Cloud-Service-Modelle.

Sie beschreiben,
welche Teile der IT vom Anbieter bereitgestellt werden
und welche Teile der Kunde selbst verwaltet.

Die drei Begriffe stehen für:

    IaaS:
    Infrastructure as a Service

    PaaS:
    Platform as a Service

    SaaS:
    Software as a Service

Merksatz:

    IaaS,
    PaaS
    und SaaS unterscheiden sich vor allem durch die Verantwortungsverteilung.

---

**Warum sind Service-Modelle wichtig?**

In Prüfungen und in der Praxis muss man erkennen können:

    Was betreibt der Anbieter?

    Was betreibt der Kunde?

    Wer ist für Updates verantwortlich?

    Wer kümmert sich um Benutzer?

    Wer sichert Daten?

    Wer konfiguriert die Anwendung?

    Wer schützt Zugänge?

Das ist wichtig,
weil Cloud nicht bedeutet,
dass der Anbieter automatisch alles übernimmt.

Merksatz:

    Cloud-Nutzung heißt nicht:
    keine eigene Verantwortung mehr.

---

**Grundidee der drei Modelle**

Vereinfacht:

    IaaS:
    Der Anbieter liefert die technische Infrastruktur.

    PaaS:
    Der Anbieter liefert zusätzlich die Plattform für Anwendungen.

    SaaS:
    Der Anbieter liefert die fertige Anwendung.

Je weiter man von IaaS zu SaaS geht,
desto mehr übernimmt der Anbieter.

Merksatz:

    IaaS = viel Kontrolle.
    SaaS = viel fertiger Dienst.
    PaaS = dazwischen.

---

**Vergleich in Kurzform**

| Modell | Kunde bekommt | Kunde verwaltet vor allem |
|---|---|---|
| IaaS | virtuelle Infrastruktur | Betriebssystem, Anwendung, Daten |
| PaaS | Plattform für Anwendungen | Anwendung, Daten, Konfiguration |
| SaaS | fertige Anwendung | Benutzer, Rechte, Daten, Einstellungen |

Merksatz:

    Je fertiger der Dienst,
    desto weniger technische Basis verwaltet der Kunde selbst.

---

**IaaS im Detail**

IaaS bedeutet:

    Infrastructure as a Service

Der Anbieter stellt grundlegende Infrastruktur bereit.

Dazu gehören zum Beispiel:

    - virtuelle Maschinen
    - virtuelle Netzwerke
    - virtuelle Festplatten
    - Firewalls
    - Load Balancer
    - öffentliche IP-Adressen
    - private IP-Adressen
    - Snapshots
    - Storage
    - Routingtabellen

Der Kunde baut darauf seine Systeme auf.

Merksatz:

    IaaS ist wie ein gemieteter virtueller Serverraum.

---

**Typische IaaS-Beispiele**

Typische IaaS-Ressourcen:

    virtuelle Server
    virtuelle Router
    virtuelle Firewalls
    virtuelle Netzwerke
    Block Storage
    Object Storage
    Load Balancer
    VPN-Gateway
    Backup-Speicher

Typische Nutzung:

    eigene Anwendungen betreiben
    eigene Server migrieren
    Testumgebungen aufbauen
    Entwicklungsumgebungen bereitstellen
    Disaster Recovery vorbereiten

Merksatz:

    IaaS eignet sich,
    wenn man viel Kontrolle über Server und Netzwerk braucht.

---

**Was übernimmt der Anbieter bei IaaS?**

Der Anbieter übernimmt typischerweise:

    Rechenzentrum
    physische Server
    Stromversorgung
    Kühlung
    physische Netzwerkanbindung
    Hardwarewartung
    Virtualisierungsplattform
    Grundverfügbarkeit der Infrastruktur

Der Kunde muss sich nicht selbst um physische Hardware kümmern.

Merksatz:

    Bei IaaS übernimmt der Anbieter vor allem die physische und virtuelle Basis.

---

**Was übernimmt der Kunde bei IaaS?**

Der Kunde übernimmt typischerweise:

    Betriebssysteminstallation
    Betriebssystemupdates
    Benutzerkonten
    Firewall-Konfiguration
    Anwendungsinstallation
    Anwendungskonfiguration
    Daten
    Backups
    Monitoring
    Sicherheitskonfiguration
    Patches innerhalb der VM

Merksatz:

    Eine Cloud-VM muss der Kunde meistens selbst administrieren.

---

**IaaS-Vorteile**

Vorteile:

    hohe Kontrolle
    flexible Servergrößen
    schnelle Bereitstellung
    keine eigene Hardwarebeschaffung
    gut für Migration vorhandener Server
    gut für individuelle Anwendungen
    skalierbare Infrastruktur
    netzwerktechnisch flexibel

Merksatz:

    IaaS bietet viel Flexibilität und Kontrolle.

---

**IaaS-Nachteile**

Nachteile:

    Kunde muss viel selbst verwalten
    Betriebssystempflege bleibt notwendig
    Sicherheitskonfiguration bleibt Kundenthema
    Fehlkonfigurationen möglich
    Kosten können steigen
    Monitoring und Backup müssen geplant werden
    Know-how für Betrieb nötig

Merksatz:

    IaaS nimmt Hardware ab,
    aber nicht den Serverbetrieb.

---

**IaaS-Prüfungsbeispiel**

Aufgabe:

    Ein Unternehmen betreibt eine virtuelle Linux-VM in der Cloud.
    Darauf läuft eine eigene Webanwendung.

Frage:

    Wer ist für Betriebssystemupdates verantwortlich?

Antwort:

    In der Regel der Kunde.

Warum?

    Der Anbieter stellt die Infrastruktur.
    Der Kunde betreibt Betriebssystem und Anwendung.

Merksatz:

    Cloud-VM heißt nicht:
    Anbieter patcht automatisch das Betriebssystem.

---

**PaaS im Detail**

PaaS bedeutet:

    Platform as a Service

Der Anbieter stellt eine Plattform bereit,
auf der Anwendungen betrieben werden können.

Der Kunde muss sich nicht direkt um die darunterliegende Infrastruktur kümmern.

Typische Bestandteile:

    Laufzeitumgebung
    Web-App-Plattform
    verwaltete Datenbank
    Middleware
    Build- und Deployment-Funktionen
    Skalierungsfunktionen
    Monitoring-Grundfunktionen

Merksatz:

    PaaS ist eine fertige Plattform für eigene Anwendungen.

---

**Typische PaaS-Beispiele**

Typische PaaS-Angebote:

    verwaltete Datenbank
    Web-App-Service
    App-Plattform
    Containerplattform als Dienst
    Entwicklungsplattform
    API-Plattform
    Message Queue als Dienst
    Cache-Dienst
    Laufzeitumgebung für Code

Typische Nutzung:

    eigene Anwendung bereitstellen,
    ohne Serverbetrieb im Detail zu übernehmen.

Merksatz:

    PaaS ist gut,
    wenn man Anwendung betreiben will,
    aber weniger Serververwaltung möchte.

---

**Was übernimmt der Anbieter bei PaaS?**

Der Anbieter übernimmt typischerweise:

    physische Infrastruktur
    Virtualisierung
    Betriebssystembasis
    Laufzeitumgebung
    Plattformupdates
    Skalierungsmechanismen
    Teile des Monitorings
    Hochverfügbarkeitsfunktionen je nach Dienst

Merksatz:

    Bei PaaS übernimmt der Anbieter mehr als bei IaaS.

---

**Was übernimmt der Kunde bei PaaS?**

Der Kunde übernimmt typischerweise:

    Anwendungscode
    Anwendungskonfiguration
    Daten
    Benutzer und Rollen
    Zugriffsschlüssel
    API-Konfiguration
    sichere Einstellungen
    fachliche Backups je nach Dienst
    Berechtigungen
    Datenschutz und Compliance

Merksatz:

    Bei PaaS bleibt die Anwendung Kundenthema.

---

**PaaS-Vorteile**

Vorteile:

    weniger Serveradministration
    schnellere Entwicklung
    einfachere Skalierung
    integrierte Plattformfunktionen
    weniger Betriebssystempflege
    oft automatische Updates der Plattform
    gut für moderne Anwendungen
    häufig gute Integration in DevOps-Prozesse

Merksatz:

    PaaS entlastet vom Betrieb der technischen Basis.

---

**PaaS-Nachteile**

Nachteile:

    weniger Kontrolle über darunterliegende Systeme
    Abhängigkeit von Plattformfunktionen
    mögliche Anbieterbindung
    Einschränkungen bei Spezialkonfigurationen
    Kostenmodell muss verstanden werden
    Fehlkonfigurationen weiterhin möglich

Merksatz:

    PaaS nimmt Arbeit ab,
    kann aber stärker an den Anbieter binden.

---

**PaaS-Prüfungsbeispiel**

Aufgabe:

    Ein Unternehmen nutzt eine verwaltete Datenbank in der Cloud.

Frage:

    Muss das Unternehmen den Datenbankserver selbst installieren?

Antwort:

    Nein.

Aber das Unternehmen bleibt verantwortlich für:

    Daten
    Benutzerrechte
    Zugriffskonfiguration
    Backup-Einstellungen je nach Dienst
    sichere Konfiguration

Merksatz:

    Verwaltete Datenbank bedeutet nicht:
    keine Datenverantwortung.

---

**SaaS im Detail**

SaaS bedeutet:

    Software as a Service

Der Kunde nutzt eine fertige Anwendung,
die vom Anbieter betrieben wird.

Typische Beispiele:

    E-Mail
    Online-Office
    CRM
    Ticketsystem
    Videokonferenzdienst
    Projektmanagement
    Cloud-Speicher
    Buchhaltungssystem
    Lernplattform

Merksatz:

    SaaS ist fertige Software aus der Cloud.

---

**Was übernimmt der Anbieter bei SaaS?**

Der Anbieter übernimmt typischerweise:

    Anwendung
    Plattform
    Infrastruktur
    Updates
    Wartung
    Grundverfügbarkeit
    technische Skalierung
    technische Sicherheitsmaßnahmen
    Betrieb der Datenbank
    Betrieb der Server

Merksatz:

    Bei SaaS übernimmt der Anbieter den größten Teil des technischen Betriebs.

---

**Was übernimmt der Kunde bei SaaS?**

Der Kunde übernimmt typischerweise:

    Benutzerkonten
    Rollen
    Berechtigungen
    MFA-Einstellungen
    Datenklassifizierung
    Freigaben
    Aufbewahrungsrichtlinien
    Löschkonzepte
    Schulung der Benutzer
    sichere Konfiguration
    Vertrags- und Datenschutzprüfung

Merksatz:

    SaaS nimmt Betrieb ab,
    aber nicht Benutzer-,
    Rechte-
    und Datenverantwortung.

---

**SaaS-Vorteile**

Vorteile:

    schnell nutzbar
    keine eigene Serverinstallation
    automatische Updates durch Anbieter
    ortsunabhängiger Zugriff
    einfache Skalierung nach Benutzern
    oft geringe Einstiegshürde
    gute Zusammenarbeit
    weniger technischer Betrieb

Merksatz:

    SaaS ist schnell einsatzbereit und reduziert Betriebsaufwand.

---

**SaaS-Nachteile**

Nachteile:

    weniger technische Kontrolle
    Abhängigkeit vom Anbieter
    Datenstandort prüfen
    Datenschutz prüfen
    Lizenzkosten beachten
    Internetabhängigkeit
    eingeschränkte Anpassbarkeit
    falsche Freigaben können Daten offenlegen

Merksatz:

    SaaS ist bequem,
    braucht aber sorgfältige Rechte- und Datenschutzkontrolle.

---

**SaaS-Prüfungsbeispiel**

Aufgabe:

    Ein Unternehmen nutzt einen Cloud-E-Mail-Dienst.

Frage:

    Wer ist für Benutzerrechte,
    MFA
    und Postfachfreigaben verantwortlich?

Antwort:

    Der Kunde.

Der Anbieter betreibt den Dienst,
aber der Kunde verwaltet Zugriffe und Einstellungen.

Merksatz:

    SaaS-Anbieter betreibt die Software,
    der Kunde verwaltet Nutzung und Zugriff.

---

**Verantwortungsschichten**

Man kann IT grob in Schichten betrachten:

    Daten
    Anwendung
    Laufzeitumgebung
    Middleware
    Betriebssystem
    Virtualisierung
    Server
    Speicher
    Netzwerk
    Rechenzentrum

Je nach Service-Modell verschiebt sich Verantwortung.

Merksatz:

    Service-Modelle verschieben Verantwortung zwischen Anbieter und Kunde.

---

**Verantwortung grob vergleichen**

| Schicht | IaaS | PaaS | SaaS |
|---|---|---|---|
| Daten | Kunde | Kunde | Kunde |
| Benutzer und Rechte | Kunde | Kunde | Kunde |
| Anwendung | Kunde | Kunde | Anbieter |
| Laufzeitumgebung | Kunde | Anbieter | Anbieter |
| Betriebssystem | Kunde | Anbieter | Anbieter |
| Virtualisierung | Anbieter | Anbieter | Anbieter |
| Physische Server | Anbieter | Anbieter | Anbieter |
| Rechenzentrum | Anbieter | Anbieter | Anbieter |

Merksatz:

    Daten,
    Benutzer
    und Rechte bleiben fast immer Kundenthema.

---

**Shared Responsibility Model**

Das Shared Responsibility Model beschreibt,
wie sich Anbieter und Kunde Verantwortung teilen.

Wichtig:

    Es gibt keine pauschale Antwort für alle Dienste.

Die genaue Verantwortung hängt ab von:

    Service-Modell
    Anbieter
    Vertrag
    Dienstkonfiguration
    Sicherheitsoptionen
    Unternehmensrichtlinien

Merksatz:

    Shared Responsibility immer konkret für den genutzten Dienst prüfen.

---

**Typischer Denkfehler**

Falsch:

    Das ist Cloud,
    also kümmert sich der Anbieter um Sicherheit.

Richtig:

    Der Anbieter kümmert sich je nach Modell um Teile der Sicherheit.
    Der Kunde bleibt für sichere Nutzung,
    Konfiguration,
    Daten,
    Identitäten
    und Berechtigungen verantwortlich.

Merksatz:

    Cloud-Sicherheit ist gemeinsame Verantwortung.

---

**Beispiel: Unsichere IaaS-Konfiguration**

Ein Unternehmen betreibt eine VM in der Cloud.

Fehler:

    SSH offen für das gesamte Internet
    schwaches Passwort
    keine Updates
    keine Host-Firewall
    keine Backups
    keine Logs

Obwohl die Cloud-Infrastruktur sicher betrieben wird,
ist die VM unsicher konfiguriert.

Merksatz:

    IaaS-Fehlkonfigurationen liegen oft beim Kunden.

---

**Beispiel: Unsichere PaaS-Konfiguration**

Ein Unternehmen nutzt eine verwaltete Datenbank.

Fehler:

    Datenbank öffentlich erreichbar
    zu breite IP-Freigabe
    schwache Zugangsdaten
    keine Verschlüsselung erzwungen
    keine Backups aktiviert
    Adminzugang für zu viele Benutzer

Merksatz:

    PaaS muss sicher konfiguriert werden.

---

**Beispiel: Unsichere SaaS-Konfiguration**

Ein Unternehmen nutzt Cloud-Speicher.

Fehler:

    Ordner öffentlich freigegeben
    Gastzugriff zu breit erlaubt
    MFA nicht aktiviert
    alte Benutzerkonten aktiv
    externe Freigaben nicht geprüft
    keine Aufbewahrungsrichtlinien

Merksatz:

    SaaS-Fehler entstehen oft durch falsche Freigaben und Rechte.

---

**Lift and Shift**

Lift and Shift bedeutet:

    bestehende Server oder Anwendungen werden möglichst unverändert in die Cloud verschoben.

Beispiel:

    lokaler Windows-Server
    wird als Cloud-VM betrieben.

Vorteil:

    schnelle Migration

Nachteil:

    Cloud-Vorteile wie PaaS,
    Skalierung
    und Automatisierung werden oft nur teilweise genutzt.

Merksatz:

    Lift and Shift verschiebt Systeme,
    modernisiert sie aber nicht automatisch.

---

**Cloud-native**

Cloud-native bedeutet:

    Anwendungen werden speziell für Cloud-Umgebungen entwickelt oder angepasst.

Typische Merkmale:

    Skalierbarkeit
    Automatisierung
    Container
    Microservices
    API-orientierte Architektur
    Monitoring
    schnelle Bereitstellung
    Resilienz

Merksatz:

    Cloud-native nutzt Cloud-Prinzipien bewusst aus.

---

**Managed Service**

Ein Managed Service ist ein Dienst,
bei dem der Anbieter Betrieb und Wartung teilweise übernimmt.

Beispiele:

    verwaltete Datenbank
    verwalteter Kubernetes-Cluster
    verwalteter Cache
    verwaltete Firewall
    verwaltetes Backup

Merksatz:

    Managed Service reduziert Betriebsaufwand,
    aber nicht automatisch Kundenverantwortung.

---

**Self-Managed**

Self-Managed bedeutet:

    Der Kunde betreibt und verwaltet einen Dienst selbst.

Beispiel:

    Datenbank selbst auf einer Cloud-VM installieren.

Der Kunde ist dann verantwortlich für:

    Installation
    Updates
    Backup
    Sicherheit
    Monitoring
    Skalierung
    Wiederherstellung

Merksatz:

    Self-Managed gibt Kontrolle,
    aber auch Betriebsverantwortung.

---

**Managed und Self-Managed vergleichen**

| Merkmal | Managed Service | Self-Managed |
|---|---|---|
| Betrieb | Anbieter übernimmt mehr | Kunde übernimmt mehr |
| Kontrolle | etwas geringer | höher |
| Wartung | geringer für Kunden | höher |
| Flexibilität | abhängig vom Dienst | oft höher |
| Verantwortung | geteilt | stärker beim Kunden |
| Beispiel | Cloud-Datenbank | Datenbank auf eigener VM |

Merksatz:

    Managed spart Betrieb.
    Self-Managed gibt Kontrolle.

---

**As-a-Service-Prinzip**

As a Service bedeutet:

    Eine IT-Funktion wird als Dienst bereitgestellt.

Neben IaaS,
PaaS
und SaaS gibt es weitere Begriffe.

Beispiele:

    Backup as a Service
    Database as a Service
    Desktop as a Service
    Security as a Service
    Function as a Service
    Network as a Service

Merksatz:

    As a Service bedeutet:
    Nutzung als Dienst statt vollständig eigener Betrieb.

---

**DaaS**

DaaS kann je nach Kontext bedeuten:

    Desktop as a Service

oder:

    Database as a Service

In Prüfungen muss man auf den Kontext achten.

Desktop as a Service:

    virtuelle Desktops aus der Cloud

Database as a Service:

    verwaltete Datenbank als Cloud-Dienst

Merksatz:

    DaaS immer im Kontext lesen.

---

**FaaS**

FaaS steht für:

    Function as a Service

Dabei werden einzelne Funktionen ausgeführt,
wenn ein Ereignis eintritt.

Beispiel:

    Datei wird hochgeladen.
    Funktion startet automatisch.
    Datei wird verarbeitet.

FaaS gehört oft zum Serverless-Bereich.

Merksatz:

    FaaS führt Code ereignisgesteuert aus.

---

**BaaS**

BaaS kann bedeuten:

    Backup as a Service

oder:

    Backend as a Service

Backup as a Service:

    Backups werden als Cloud-Dienst bereitgestellt.

Backend as a Service:

    Backend-Funktionen für Anwendungen werden bereitgestellt,
    zum Beispiel Authentifizierung,
    Datenbank
    oder Push-Benachrichtigungen.

Merksatz:

    BaaS ebenfalls immer im Kontext verstehen.

---

**XaaS**

XaaS steht für:

    Anything as a Service

oder:

    Everything as a Service

Es ist ein Sammelbegriff für viele Dienste,
die als Cloud-Service bereitgestellt werden.

Merksatz:

    XaaS ist ein Oberbegriff für Dienste aus der Cloud.

---

**Typische Einordnung von Beispielen**

| Beispiel | Service-Modell |
|---|---|
| virtuelle Maschine | IaaS |
| virtueller Datenträger | IaaS |
| virtuelles Netzwerk | IaaS |
| verwaltete Datenbank | PaaS |
| Web-App-Plattform | PaaS |
| Containerplattform als Dienst | PaaS |
| fertiges E-Mail-System | SaaS |
| Online-Office | SaaS |
| CRM aus der Cloud | SaaS |
| Ticketsystem aus der Cloud | SaaS |
| einzelne Funktion bei Ereignis | FaaS / Serverless |

Merksatz:

    Frage immer:
    Nutze ich Infrastruktur,
    Plattform
    oder fertige Software?

---

**Entscheidungshilfe**

| Ziel | passendes Modell |
|---|---|
| maximale Kontrolle über Server | IaaS |
| eigene Anwendung ohne Serverbetrieb | PaaS |
| fertige Anwendung schnell nutzen | SaaS |
| Ereignisgesteuerte kleine Funktionen | FaaS |
| klassische Servermigration | IaaS / Lift and Shift |
| moderne skalierbare Anwendung | PaaS / Container / Serverless |

Merksatz:

    Das Modell richtet sich nach Kontrolle,
    Aufwand
    und Anwendungszweck.

---

**Kostenunterschiede**

IaaS,
PaaS
und SaaS haben unterschiedliche Kostenmodelle.

IaaS:

    VM-Laufzeit
    Speicher
    Netzwerkverkehr
    Backups

PaaS:

    Dienstgröße
    Nutzung
    Datenbankleistung
    Anfragen
    Speicher

SaaS:

    Benutzerlizenzen
    Funktionspakete
    Speicher
    Zusatzmodule

Merksatz:

    Cloud-Kosten entstehen je nach Service-Modell unterschiedlich.

---

**Sicherheitsunterschiede**

IaaS:

    Kunde muss Server stark selbst absichern.

PaaS:

    Kunde muss Anwendung,
    Daten
    und Zugriff absichern.

SaaS:

    Kunde muss Benutzer,
    Rollen,
    Freigaben
    und Daten absichern.

Merksatz:

    Sicherheit verlagert sich,
    verschwindet aber nicht.

---

**Betriebsunterschiede**

IaaS:

    viel Betrieb beim Kunden

PaaS:

    mittlerer Betrieb beim Kunden

SaaS:

    wenig technischer Betrieb beim Kunden

Aber:

    Fachliche Administration bleibt bei allen Modellen wichtig.

Merksatz:

    Weniger technischer Betrieb heißt nicht keine Administration.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was bedeutet IaaS?
    - Was bedeutet PaaS?
    - Was bedeutet SaaS?
    - Worin unterscheiden sich IaaS, PaaS und SaaS?
    - Wer ist bei IaaS für Betriebssystemupdates verantwortlich?
    - Wer verwaltet bei SaaS Benutzer und Rechte?
    - Was bedeutet Shared Responsibility?
    - Warum ist eine Cloud-VM nicht automatisch sicher?
    - Was ist ein Managed Service?
    - Was ist Self-Managed?
    - Was bedeutet Lift and Shift?
    - Was bedeutet Cloud-native?
    - Was ist FaaS?
    - Warum ist Hashing oder Verschlüsselung allein kein Ersatz für Rechteverwaltung?
    - Warum bleibt der Kunde auch bei SaaS für Daten verantwortlich?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    IaaS ist nicht fertige Software.

    SaaS ist nicht eigener Server.

    PaaS liegt zwischen IaaS und SaaS.

    Cloud-VMs muss der Kunde oft selbst patchen.

    Verwaltete Datenbank heißt nicht:
    Daten sind automatisch korrekt geschützt.

    SaaS heißt nicht:
    alle Benutzerrechte sind automatisch sicher.

    Shared Responsibility gilt immer konkret je Dienst.

    Daten bleiben Kundenthema.

    Benutzer und Rechte bleiben Kundenthema.

    Backup muss geprüft werden.

    Cloud ist nicht automatisch sicher.

    Cloud ist nicht automatisch günstiger.

    Managed Service reduziert Betrieb,
    aber nicht Verantwortung.

    Lift and Shift modernisiert nicht automatisch.

    Serverless heißt nicht,
    dass keine Server existieren.

    FaaS führt Funktionen ereignisgesteuert aus.

    DaaS und BaaS im Kontext lesen.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| IaaS | Infrastructure as a Service |
| PaaS | Platform as a Service |
| SaaS | Software as a Service |
| Shared Responsibility | geteilte Verantwortung zwischen Anbieter und Kunde |
| Cloud-VM | virtuelle Maschine in der Cloud |
| Managed Service | Anbieter übernimmt Teile des Betriebs |
| Self-Managed | Kunde betreibt Dienst selbst |
| Lift and Shift | bestehendes System in Cloud verschieben |
| Cloud-native | speziell für Cloud-Prinzipien entwickelt |
| FaaS | Function as a Service |
| DaaS | je nach Kontext Desktop oder Database as a Service |
| BaaS | je nach Kontext Backup oder Backend as a Service |
| XaaS | Sammelbegriff für Dienste als Service |
| Plattform | Umgebung zum Ausführen von Anwendungen |
| Runtime | Laufzeitumgebung für Anwendungscode |
| Middleware | Software zwischen Betriebssystem und Anwendung |
| Service-Modell | beschreibt Verantwortungsverteilung |
| Anbieter | Cloud-Provider oder Dienstleister |
| Kunde | nutzende Organisation |
| Rechteverwaltung | Steuerung von Zugriffen |
| Konfiguration | technische und fachliche Einstellung eines Dienstes |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

IaaS, PaaS und SaaS sind Cloud-Service-Modelle, die beschreiben, welche IT-Schichten vom Anbieter bereitgestellt werden und welche der Kunde selbst verwaltet. Bei IaaS stellt der Anbieter virtuelle Infrastruktur wie Server, Speicher und Netzwerke bereit, während der Kunde Betriebssystem, Anwendungen, Daten und Sicherheit innerhalb der Systeme verwaltet. Bei PaaS stellt der Anbieter zusätzlich Plattform und Laufzeitumgebung bereit, sodass der Kunde sich stärker auf Anwendung und Daten konzentriert. Bei SaaS nutzt der Kunde eine fertige Anwendung, bleibt aber für Benutzer, Rollen, Berechtigungen, Daten, Freigaben und sichere Konfiguration verantwortlich. Das Shared Responsibility Model beschreibt diese geteilte Verantwortung.

---

**Merksätze**

    IaaS = Infrastructure as a Service.

    PaaS = Platform as a Service.

    SaaS = Software as a Service.

    IaaS liefert virtuelle Infrastruktur.

    PaaS liefert Plattform für Anwendungen.

    SaaS liefert fertige Software.

    IaaS gibt viel Kontrolle.

    SaaS nimmt viel Betrieb ab.

    PaaS liegt dazwischen.

    Cloud-VM muss Kunde meist selbst patchen.

    PaaS-Anwendung bleibt Kundenthema.

    SaaS-Rechte bleiben Kundenthema.

    Daten bleiben fast immer Kundenthema.

    Benutzer und Rollen bleiben fast immer Kundenthema.

    Shared Responsibility konkret prüfen.

    Cloud-Sicherheit ist gemeinsame Verantwortung.

    Managed Service reduziert Betriebsaufwand.

    Self-Managed erhöht Verantwortung.

    Lift and Shift verschiebt,
    modernisiert aber nicht automatisch.

    Cloud-native nutzt Cloud-Prinzipien.

    Serverless heißt keine Serververwaltung durch Kunden.

    FaaS führt Funktionen bei Ereignissen aus.

    XaaS ist Sammelbegriff.

    Frage immer:
    Infrastruktur,
    Plattform
    oder fertige Anwendung?

    Weniger technischer Betrieb heißt nicht:
    keine Administration.

    Cloud ist nicht automatisch sicher.

    Cloud ist nicht automatisch günstiger.