# 15.4 Cloud-Netzwerke, VPC, Subnetze und Security Groups

Cloud-Dienste brauchen genau wie lokale Systeme ein Netzwerk.

In der Cloud werden Netzwerke aber nicht mit physischen Switches und Routern aufgebaut,
sondern überwiegend virtuell.

Typische Bestandteile eines Cloud-Netzwerks:

    - virtuelles Netzwerk
    - Subnetze
    - Routingtabellen
    - Security Groups
    - Network Security Groups
    - virtuelle Firewalls
    - Load Balancer
    - öffentliche IP-Adressen
    - private IP-Adressen
    - NAT-Gateways
    - VPN-Gateways
    - DNS
    - Peering

Merksatz:

    Cloud-Netzwerke sind virtuell,
    müssen aber genauso sauber geplant werden wie lokale Netzwerke.

---

**Warum Cloud-Netzwerke wichtig sind**

Viele Cloud-Fehler entstehen nicht durch die Anwendung,
sondern durch Netzwerk- oder Sicherheitskonfiguration.

Beispiele:

    virtuelle Maschine nicht erreichbar
    Datenbank öffentlich erreichbar
    Webserver hat falsche Security Group
    Subnetz hat keine passende Route
    Cloud-Dienst kann Backend nicht erreichen
    VPN zur Cloud funktioniert nicht
    DNS zeigt auf falsches Ziel
    Load Balancer erreicht keine Instanz

Merksatz:

    Cloud-Probleme sind oft Netzwerk-,
    Routing-
    oder Firewall-Probleme.

---

**Virtuelles Netzwerk**

Ein virtuelles Netzwerk ist ein logisch getrenntes Netzwerk in der Cloud.

Je nach Anbieter heißt es zum Beispiel:

    VPC
    VNet
    Virtual Network
    Virtual Private Cloud

Es enthält Cloud-Ressourcen wie:

    virtuelle Maschinen
    Subnetze
    Datenbanken
    Load Balancer
    Container
    VPN-Gateways
    NAT-Gateways

Merksatz:

    Virtuelles Netzwerk = eigenes logisch getrenntes Cloud-Netz.

---

**VPC**

VPC steht für:

    Virtual Private Cloud

Eine VPC ist ein virtuelles,
logisch isoliertes Netzwerk innerhalb einer Public Cloud.

In einer VPC legt man fest:

    IP-Adressbereich
    Subnetze
    Routing
    Sicherheitsregeln
    Gateways
    Verbindungen zu anderen Netzen

Merksatz:

    VPC ist ein privater Netzwerkbereich innerhalb der Cloud.

---

**VNet**

VNet steht für:

    Virtual Network

Der Begriff wird in manchen Cloud-Plattformen für virtuelle Netzwerke verwendet.

Die Grundidee ist ähnlich wie bei VPC:

    eigener IP-Bereich
    Subnetze
    Routing
    Sicherheitsregeln
    Cloud-Ressourcen
    Verbindungen zu anderen Netzen

Merksatz:

    VNet und VPC beschreiben ähnliche Cloud-Netzwerk-Konzepte.

---

**IP-Adressbereich im Cloud-Netz**

Beim Anlegen eines Cloud-Netzes wird ein IP-Adressbereich festgelegt.

Beispiel:

    10.20.0.0/16

Daraus können mehrere Subnetze gebildet werden.

Beispiele:

    10.20.1.0/24 Web-Subnetz

    10.20.2.0/24 App-Subnetz

    10.20.3.0/24 Datenbank-Subnetz

Wichtig:

    Der Adressbereich darf sich nicht ungewollt mit lokalen Netzen überschneiden.

Merksatz:

    Cloud-IP-Planung muss zu lokaler Netzplanung passen.

---

**Subnetze in der Cloud**

Subnetze teilen ein virtuelles Netzwerk in kleinere Bereiche auf.

Typische Subnetze:

    Web-Subnetz
    App-Subnetz
    Datenbank-Subnetz
    Management-Subnetz
    Public Subnet
    Private Subnet
    Gateway-Subnetz

Vorteile:

    bessere Struktur
    gezielte Sicherheitsregeln
    getrennte Routingtabellen
    Trennung von öffentlichen und internen Ressourcen

Merksatz:

    Subnetze strukturieren Cloud-Netze.

---

**Public Subnet**

Ein Public Subnet ist ein Subnetz,
das direkt oder indirekt Zugang zum Internet haben kann.

Typische Ressourcen:

    Load Balancer
    öffentlich erreichbarer Webserver
    Bastion Host
    NAT-Gateway
    Reverse Proxy

Wichtig:

    Nicht jede Ressource in der Cloud gehört in ein Public Subnet.

Merksatz:

    Public Subnet nur für Komponenten,
    die wirklich öffentlich erreichbar sein müssen.

---

**Private Subnet**

Ein Private Subnet enthält interne Ressourcen,
die nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein sollen.

Typische Ressourcen:

    Datenbanken
    interne Backends
    interne APIs
    Anwendungssysteme
    Verarbeitungssysteme
    Container-Worker
    interne Dienste

Merksatz:

    Private Subnet schützt interne Cloud-Ressourcen vor direktem Internetzugriff.

---

**Public und Private Subnet vergleichen**

| Merkmal | Public Subnet | Private Subnet |
|---|---|---|
| Internetzugriff eingehend | möglich | normalerweise nicht direkt |
| typische Systeme | Load Balancer, Bastion Host | Datenbank, Backend |
| Schutzbedarf | hoch | sehr hoch |
| Routing | oft zum Internet Gateway | oft über NAT oder interne Routen |
| Ziel | öffentliche Erreichbarkeit | interne Verarbeitung |

Merksatz:

    Öffentlich erreichbare Systeme nach außen,
    interne Systeme nach innen trennen.

---

**Internet Gateway**

Ein Internet Gateway verbindet ein Cloud-Netz mit dem Internet.

Es ermöglicht:

    eingehende Verbindungen aus dem Internet

    ausgehende Verbindungen ins Internet

Ob eine Ressource wirklich erreichbar ist,
hängt zusätzlich ab von:

    öffentlicher IP-Adresse
    Routingtabelle
    Security Group
    Firewall-Regeln
    Dienststatus

Merksatz:

    Internet Gateway allein macht eine Ressource nicht automatisch erreichbar.

---

**NAT-Gateway**

Ein NAT-Gateway erlaubt internen Ressourcen,
Verbindungen ins Internet aufzubauen,
ohne selbst direkt aus dem Internet erreichbar zu sein.

Beispiel:

    Datenbankserver im Private Subnet
    lädt Updates herunter

    aber:
    Internet kann nicht direkt zur Datenbank verbinden

Merksatz:

    NAT-Gateway erlaubt ausgehenden Internetzugriff für private Ressourcen.

---

**Internet Gateway und NAT-Gateway vergleichen**

| Merkmal | Internet Gateway | NAT-Gateway |
|---|---|---|
| Zweck | Verbindung Cloud-Netz ↔ Internet | ausgehender Zugriff aus privaten Netzen |
| eingehend aus Internet | möglich, wenn erlaubt | normalerweise nicht |
| typischer Einsatz | Public Subnet | Private Subnet |
| Schutzwirkung | keine alleinige Schutzmaßnahme | versteckt private Ressourcen vor direktem Zugriff |

Merksatz:

    Internet Gateway verbindet öffentlich.
    NAT-Gateway ermöglicht ausgehend.

---

**Routingtabellen in der Cloud**

Routingtabellen legen fest,
wohin Pakete gesendet werden.

Typische Ziele:

    lokales Cloud-Netz
    Internet Gateway
    NAT-Gateway
    VPN-Gateway
    Peering-Verbindung
    Firewall-Appliance
    andere Subnetze
    lokales Unternehmensnetz

Merksatz:

    Routingtabellen bestimmen Wege im Cloud-Netz.

---

**Lokale Route**

Jedes Cloud-Netz hat normalerweise eine lokale Route.

Diese erlaubt Kommunikation innerhalb des virtuellen Netzwerks.

Beispiel:

    10.20.0.0/16
    local

Damit können Subnetze innerhalb des Cloud-Netzes grundsätzlich miteinander kommunizieren,
sofern Sicherheitsregeln es erlauben.

Merksatz:

    Lokale Route erlaubt Kommunikation innerhalb des Cloud-Netzes.

---

**Route ins Internet**

Für Internetzugriff braucht ein Public Subnet typischerweise eine Route wie:

    0.0.0.0/0
    über Internet Gateway

Für Private Subnets kann die Standardroute über ein NAT-Gateway gehen:

    0.0.0.0/0
    über NAT-Gateway

Merksatz:

    Standardroute entscheidet,
    wohin unbekannte Ziele gehen.

---

**Route zum Firmennetz**

Bei Hybrid Cloud braucht die Cloud eine Route zum lokalen Unternehmensnetz.

Beispiel:

    lokales Firmennetz:
    192.168.10.0/24

    Route in Cloud:
    192.168.10.0/24
    über VPN-Gateway

Gleichzeitig braucht das Firmennetz eine Rückroute zum Cloud-Netz.

Merksatz:

    Hybrid Cloud braucht Hin- und Rückroute.

---

**Rückroute in Cloud-Szenarien**

Viele Fehler entstehen,
weil nur der Hinweg geplant wurde.

Beispiel:

    Cloud-Server erreicht lokales System nicht.

Oder:

    lokaler Client erreicht Cloud-Server,
    aber Antwort kommt nicht zurück.

Mögliche Ursache:

    Rückroute fehlt
    Firewall blockiert Rückverkehr
    NAT verändert Adressen
    asymmetrisches Routing

Merksatz:

    Auch in der Cloud gilt:
    Ohne Rückweg keine funktionierende Verbindung.

---

**Security Group**

Eine Security Group ist eine virtuelle Firewall-Regelgruppe für Cloud-Ressourcen.

Sie steuert meist:

    eingehenden Verkehr
    ausgehenden Verkehr
    Protokolle
    Ports
    Quellen
    Ziele

Security Groups werden oft direkt einer Ressource zugeordnet,
zum Beispiel einer virtuellen Maschine.

Merksatz:

    Security Group = Firewall-Regeln direkt an der Cloud-Ressource.

---

**Inbound und Outbound**

Inbound bedeutet:

    eingehender Verkehr zur Ressource

Outbound bedeutet:

    ausgehender Verkehr von der Ressource

Beispiel Webserver:

    Inbound:
    TCP 443 von Internet erlaubt

    Outbound:
    Verbindung zur Datenbank oder zu Updateservern erlaubt

Merksatz:

    Inbound und Outbound getrennt prüfen.

---

**Stateful Security Group**

Viele Security Groups arbeiten stateful.

Stateful bedeutet:

    Wenn eine Verbindung erlaubt wurde,
    ist der Rückverkehr automatisch erlaubt.

Beispiel:

    Client verbindet zu Webserver TCP 443.

    Antwortpakete des Webservers zurück zum Client
    werden automatisch zugeordnet.

Merksatz:

    Stateful-Regeln merken sich Verbindungen.

---

**Network ACL**

Eine Network ACL ist eine Zugriffsliste auf Netzwerk- oder Subnetzebene.

Je nach Cloud-Plattform kann sie:

    eingehende Regeln prüfen
    ausgehende Regeln prüfen
    stateless arbeiten
    Regelreihenfolge beachten

Stateless bedeutet:

    Rückverkehr muss separat erlaubt werden.

Merksatz:

    Network ACLs wirken oft näher am Subnetz und können stateless sein.

---

**Security Group und Network ACL vergleichen**

| Merkmal | Security Group | Network ACL |
|---|---|---|
| Ebene | Ressource oder Instanz | Subnetz oder Netzwerkebene |
| Zustand | oft stateful | oft stateless |
| Rückverkehr | häufig automatisch erlaubt | häufig separat nötig |
| Einsatz | feine Ressourcenregeln | zusätzliche Netzgrenze |
| Fehlerquelle | falsche Quelle oder Port | fehlender Rückverkehr oder Regelreihenfolge |

Merksatz:

    Security Group und Network ACL können beide blockieren.

---

**Network Security Group**

Network Security Group wird oft abgekürzt:

    NSG

Eine NSG ist eine Regelgruppe,
die Netzwerkverkehr auf Subnetz-
oder Ressourceneebene steuern kann.

Typische Angaben:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Priorität
    Aktion
    Beschreibung

Merksatz:

    NSG ist eine Cloud-Regelgruppe für Netzwerkzugriffe.

---

**Regelreihenfolge und Priorität**

Manche Cloud-Regelwerke arbeiten mit Prioritäten.

Dabei gilt:

    Regel mit höherer Priorität oder niedrigerer Nummer
    wird zuerst geprüft

Je nach Plattform ist die genaue Logik unterschiedlich.

Wichtig:

    spezifische Regeln vor allgemeinen Regeln
    Deny-Regeln beachten
    Standardregeln verstehen

Merksatz:

    Regelreihenfolge kann entscheiden,
    ob Verkehr erlaubt oder blockiert wird.

---

**Quelle und Ziel in Cloud-Regeln**

In Cloud-Regeln können Quellen und Ziele sein:

    IP-Adressen
    Subnetze
    Security Groups
    Tags
    Service Accounts
    Load Balancer
    Cloud-Dienste
    Internet

Beispiel:

    Webserver-Security-Group darf zur Datenbank-Security-Group auf TCP 5432.

Das ist oft besser als:

    gesamtes Netz darf zur Datenbank.

Merksatz:

    Cloud-Regeln möglichst gezielt formulieren.

---

**Öffentliche IP-Adresse**

Eine öffentliche IP-Adresse macht eine Ressource grundsätzlich aus dem Internet adressierbar.

Aber erreichbar ist sie nur,
wenn zusätzlich passen:

    Routing
    Security Group
    Firewall
    Dienst
    Betriebssystem-Firewall
    DNS
    Load Balancer
    Zertifikat

Merksatz:

    Öffentliche IP allein reicht nicht für funktionierenden Zugriff.

---

**Private IP-Adresse**

Private IP-Adressen werden innerhalb des Cloud-Netzes genutzt.

Typisch für:

    interne Kommunikation
    Datenbanken
    Backends
    interne APIs
    Server-zu-Server-Kommunikation
    Hybrid-Cloud-Verbindungen

Merksatz:

    Private IPs sind für interne Kommunikation im Cloud-Netz.

---

**Öffentliche und private IP vergleichen**

| Merkmal | öffentliche IP | private IP |
|---|---|---|
| Erreichbarkeit | aus Internet möglich | nur intern oder über Verbindung |
| Einsatz | Webzugriff, Load Balancer | Backend, Datenbank, interne Dienste |
| Risiko | höher | geringer, aber nicht risikofrei |
| Schutz | Firewall, Security Group, TLS | Segmentierung, Regeln, IAM |

Merksatz:

    Öffentlich nur,
    wenn es wirklich nötig ist.

---

**Load Balancer in der Cloud**

Ein Load Balancer verteilt Anfragen auf mehrere Ziele.

Ziele können sein:

    virtuelle Maschinen
    Container
    App-Instanzen
    Backends
    Servergruppen

Aufgaben:

    Lastverteilung
    Health Checks
    Hochverfügbarkeit
    TLS-Terminierung
    Weiterleitung
    Skalierung unterstützen

Merksatz:

    Load Balancer verteilt Anfragen und erhöht Verfügbarkeit.

---

**Health Check**

Ein Health Check prüft,
ob ein Backend gesund ist.

Beispiele:

    TCP-Port erreichbar?
    HTTP-Status 200?
    bestimmter Pfad antwortet?
    Anwendung meldet gesund?
    Antwortzeit akzeptabel?

Wenn ein Backend ungesund ist,
leitet der Load Balancer keinen Verkehr mehr dorthin.

Merksatz:

    Health Check entscheidet,
    ob ein Backend Verkehr bekommt.

---

**Typische Load-Balancer-Fehler**

Häufige Fehler:

    Backend-Port falsch
    Health Check falscher Pfad
    Security Group blockiert Load Balancer
    Backend-Dienst läuft nicht
    TLS-Zertifikat falsch
    falscher Host-Header
    falsches Protokoll
    Backend in falschem Subnetz
    keine gesunden Ziele

Merksatz:

    502 oder 503 in der Cloud hängt oft mit Load Balancer oder Backend zusammen.

---

**Cloud-DNS**

Cloud-DNS verwaltet Namen für Cloud-Ressourcen.

Typische Aufgaben:

    öffentliche DNS-Zonen
    private DNS-Zonen
    interne Namen
    Load-Balancer-Namen
    Service Discovery
    Hybrid-DNS
    Weiterleitung zu lokalen DNS-Servern

Merksatz:

    Cloud-DNS verbindet Namen mit Cloud-Ressourcen.

---

**Private DNS-Zone**

Eine Private DNS-Zone ist nur innerhalb bestimmter Netzwerke sichtbar.

Beispiel:

    app.internal.cloud

Nur Systeme im Cloud-Netz oder verbundenen Netzen können diesen Namen auflösen.

Merksatz:

    Private DNS ist für interne Cloud-Namen.

---

**Public DNS-Zone**

Eine Public DNS-Zone ist öffentlich abfragbar.

Beispiel:

    www.firma.de

Sie wird für öffentlich erreichbare Dienste genutzt.

Wichtig:

    Öffentlicher DNS-Eintrag bedeutet nicht,
    dass Zugriff auch erlaubt ist.

Merksatz:

    Public DNS ist sichtbar,
    Zugriff hängt trotzdem von Routing und Regeln ab.

---

**Cloud Peering**

Peering verbindet zwei virtuelle Netzwerke miteinander.

Beispiel:

    VPC A
    ↔
    VPC B

Oder:

    VNet A
    ↔
    VNet B

Ziel:

    private Kommunikation zwischen Cloud-Netzen

Wichtig:

    Routen
    Security Groups
    DNS
    Überschneidung von IP-Netzen
    Berechtigungen

Merksatz:

    Peering verbindet Cloud-Netze privat miteinander.

---

**Peering ist kein Transit automatisch**

Ein häufiger Denkfehler:

    Wenn Netz A mit B verbunden ist
    und B mit C verbunden ist,
    kann A automatisch C erreichen.

Das stimmt nicht immer.

Viele Peering-Verbindungen sind nicht automatisch transitiv.

Merksatz:

    Peering bedeutet nicht automatisch Durchleitung zu dritten Netzen.

---

**Transit Gateway oder Hub-and-Spoke**

In größeren Cloud-Netzen nutzt man oft zentrale Netzwerkarchitekturen.

Beispiel:

    Hub-Netz
    mit Firewall,
    VPN,
    Internetzugang
    und zentralen Diensten

    Spoke-Netze
    für Anwendungen,
    Abteilungen
    oder Umgebungen

Vorteil:

    zentrale Kontrolle
    einheitliches Routing
    bessere Segmentierung
    übersichtliche Sicherheitsregeln

Merksatz:

    Hub-and-Spoke ordnet viele Cloud-Netze zentral.

---

**Cloud-VPN**

Cloud-VPN verbindet Cloud-Netze mit anderen Netzen.

Beispiele:

    Cloud ↔ lokales Rechenzentrum

    Cloud ↔ Niederlassung

    Cloud ↔ andere Cloud

Wichtig:

    passende IP-Netze
    Routing auf beiden Seiten
    Firewall-Regeln
    Verschlüsselung
    Monitoring
    Redundanz

Merksatz:

    Cloud-VPN braucht Planung auf Cloud-Seite und lokaler Seite.

---

**Direktverbindung zur Cloud**

Neben VPN kann es direkte private Verbindungen zu Cloud-Anbietern geben.

Eigenschaften:

    private Verbindung
    meist stabilere Leistung
    geringere Latenz möglich
    höhere Bandbreite möglich
    kein normaler Internetweg
    oft teurer und aufwendiger

Merksatz:

    Direktverbindung kann für kritische Hybrid-Cloud-Szenarien sinnvoll sein.

---

**Bastion Host in der Cloud**

Ein Bastion Host ist ein besonders geschützter Sprungserver.

Zweck:

    Adminzugriffe auf private Cloud-Ressourcen ermöglichen,
    ohne diese direkt ins Internet zu stellen.

Beispiel:

    Admin
    → Bastion Host
    → private VM

Wichtig:

    MFA
    Logging
    beschränkte Quellen
    regelmäßige Updates
    keine Dauerzugänge
    starke Härtung

Merksatz:

    Bastion Host reduziert direkte öffentliche Adminzugriffe.

---

**Managementports nicht öffentlich öffnen**

Kritische Managementports sollten nicht offen im Internet liegen.

Beispiele:

    SSH TCP 22
    RDP TCP 3389
    Datenbankports
    Admin-Weboberflächen
    Kubernetes-API
    Storage-Adminzugänge

Besser:

    VPN
    Bastion Host
    Zero-Trust-Zugang
    private Subnetze
    eingeschränkte Quell-IP
    MFA

Merksatz:

    Managementzugänge gehören nicht breit ins Internet.

---

**Cloud-Firewall**

Eine Cloud-Firewall kann zentrale Filterung übernehmen.

Sie schützt zum Beispiel:

    Internetzugang
    Verbindungen zwischen Subnetzen
    Verbindung zu lokalen Netzen
    Cloud-zu-Cloud-Verkehr
    DMZ-ähnliche Bereiche

Funktionen können sein:

    Paketfilter
    Stateful Inspection
    Anwendungskontrolle
    IDS/IPS
    URL-Filter
    Logging

Merksatz:

    Cloud-Firewall ergänzt Security Groups und Netzsegmentierung.

---

**Cloud-Netzsegmentierung**

Auch in der Cloud sollte man Systeme trennen.

Beispiele:

    Web-Schicht
    App-Schicht
    Datenbank-Schicht
    Management-Schicht
    Entwicklungsumgebung
    Testumgebung
    Produktionsumgebung
    DMZ-ähnliche Zone

Merksatz:

    Cloud braucht Segmentierung wie lokale Netze.

---

**Drei-Schichten-Architektur in der Cloud**

Ein typisches Muster:

    Web-Schicht:
    öffentlich erreichbar über Load Balancer

    App-Schicht:
    nur intern vom Webserver erreichbar

    Datenbank-Schicht:
    nur von App-Servern erreichbar

Vorteil:

    bessere Sicherheit
    klare Kommunikationswege
    weniger Angriffsfläche

Merksatz:

    Datenbanken gehören normalerweise nicht direkt ins Internet.

---

**Umgebungen trennen**

Cloud-Ressourcen sollten nach Umgebung getrennt werden.

Typische Umgebungen:

    Entwicklung
    Test
    Staging
    Produktion

Warum?

    Testfehler sollen Produktion nicht stören.
    Rechte können getrennt werden.
    Kosten können getrennt werden.
    Änderungen werden kontrollierter.
    Sicherheitsregeln sind klarer.

Merksatz:

    Entwicklung,
    Test
    und Produktion sauber trennen.

---

**Cloud-Netzwerk und IAM**

Netzwerkregeln allein reichen nicht.

Auch Identitäten und Rechte sind wichtig.

Beispiel:

    Benutzer darf Security Group ändern.
    Benutzer darf öffentliche IP vergeben.
    Benutzer darf Route zum Internet setzen.
    Benutzer darf Firewall-Regel öffnen.

Diese Rechte können sicherheitskritisch sein.

Merksatz:

    Wer Cloud-Netzwerke ändern darf,
    kann Sicherheit stark beeinflussen.

---

**Cloud-Netzwerk-Fehlkonfigurationen**

Häufige Fehler:

    Datenbank öffentlich erreichbar
    SSH offen für das ganze Internet
    RDP offen für das ganze Internet
    Security Group zu breit
    falsche Route ins Internet
    Private Subnet versehentlich öffentlich
    fehlende Rückroute
    falscher Load-Balancer-Health-Check
    keine Logs
    veraltete Bastion Hosts
    Peering ohne Sicherheitsprüfung

Merksatz:

    Viele Cloud-Sicherheitsprobleme sind Netzwerk-Fehlkonfigurationen.

---

**Cloud-Netzwerk-Logging**

Wichtige Logquellen:

    Flow Logs
    Firewall-Logs
    Load-Balancer-Logs
    DNS-Logs
    VPN-Logs
    IAM-Logs
    Routing-Änderungen
    Security-Group-Änderungen
    WAF-Logs

Merksatz:

    Netzwerklogs zeigen,
    welcher Verkehr erlaubt oder blockiert wurde.

---

**Flow Logs**

Flow Logs zeigen Netzwerkverbindungen auf Ebene von Metadaten.

Sie enthalten typischerweise:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Aktion
    Zeit
    Datenmenge
    Interface oder Ressource

Sie zeigen normalerweise nicht den vollständigen Paketinhalt.

Merksatz:

    Flow Logs zeigen Verbindungsdaten,
    aber keinen kompletten Paketmitschnitt.

---

**Cloud-Netzwerk-Monitoring**

Überwacht werden sollten:

    VPN-Tunnelstatus
    Load Balancer
    Backend-Gesundheit
    Paketverlust
    Latenz
    Bandbreite
    Firewall-Drops
    DNS-Fehler
    öffentliche IPs
    ungewöhnlicher Datenverkehr
    Kosten durch Traffic

Merksatz:

    Cloud-Netzwerk-Monitoring schützt Betrieb und Kosten.

---

**Cloud-Netzwerk-Fehlersuche**

Sinnvolle Reihenfolge:

    1. Quelle und Ziel bestimmen.
    2. IP-Adressen prüfen.
    3. DNS prüfen.
    4. Subnetz prüfen.
    5. Routingtabelle prüfen.
    6. Security Group prüfen.
    7. Network ACL oder NSG prüfen.
    8. Load Balancer prüfen.
    9. Zielsystem und Dienst prüfen.
    10. Host-Firewall prüfen.
    11. Logs prüfen.
    12. Rückweg prüfen.

Merksatz:

    Auch in der Cloud gilt:
    DNS,
    Route,
    Firewall,
    Dienst
    und Rückweg prüfen.

---

**Fehlerbild: Cloud-VM nicht per SSH erreichbar**

Mögliche Ursachen:

    keine öffentliche IP
    DNS zeigt falsch
    Routing zum Internet fehlt
    Security Group blockiert TCP 22
    Network ACL blockiert
    SSH-Dienst läuft nicht
    Host-Firewall blockiert
    falscher Benutzer oder Schlüssel
    Bastion Host nötig
    Quell-IP nicht erlaubt

Merksatz:

    SSH-Fehler in Cloud mit IP,
    Route,
    Security Group,
    Dienst
    Schlüssel
    und Bastion prüfen.

---

**Fehlerbild: Webdienst in Cloud nicht erreichbar**

Mögliche Ursachen:

    DNS falsch
    Load Balancer falsch
    Zertifikat falsch
    Security Group blockiert TCP 443
    Backend ungesund
    Health Check falsch
    Anwendung läuft nicht
    falscher Port
    private Ressource ohne öffentliche Freigabe
    WAF blockiert

Merksatz:

    Webfehler in Cloud mit DNS,
    Load Balancer,
    Security Group,
    TLS
    und Backend prüfen.

---

**Fehlerbild: Cloud-Datenbank öffentlich erreichbar**

Das ist meistens ein Sicherheitsproblem.

Mögliche Ursachen:

    Datenbank in Public Subnet
    öffentliche IP vergeben
    Security Group zu breit
    Firewall-Regel erlaubt 0.0.0.0/0
    Authentifizierung schwach
    kein Private Endpoint
    falsches Routing

Besser:

    Private Subnet
    Zugriff nur von App-Schicht
    Security Group gezielt
    keine öffentliche IP
    Verschlüsselung
    starke Authentifizierung

Merksatz:

    Datenbanken gehören normalerweise nicht öffentlich ins Internet.

---

**Fehlerbild: Cloud und On-Premises erreichen sich nicht**

Mögliche Ursachen:

    VPN-Tunnel down
    Route in Cloud fehlt
    Route lokal fehlt
    Firewall blockiert
    Security Group blockiert
    IP-Netze überschneiden sich
    DNS falsch
    NAT falsch
    Rückroute fehlt
    Cloud-Gateway falsch konfiguriert

Merksatz:

    Hybrid-Verbindungen brauchen Regeln und Routen auf beiden Seiten.

---

**Checkliste: Cloud-Netzwerk sicher planen**

    IP-Adressbereich eindeutig wählen.
    Subnetze sauber trennen.
    Public und Private Subnets unterscheiden.
    Datenbanken nicht öffentlich bereitstellen.
    Managementzugänge nicht breit öffnen.
    Security Groups eng setzen.
    Rückwege planen.
    Hybrid-Routen dokumentieren.
    DNS-Konzept erstellen.
    Logging aktivieren.
    Monitoring einrichten.
    Änderungen dokumentieren.
    Rechte zur Netzwerkänderung begrenzen.

Merksatz:

    Cloud-Netzwerk zuerst planen,
    dann Ressourcen bereitstellen.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist ein virtuelles Netzwerk in der Cloud?
    - Was bedeutet VPC?
    - Was ist ein Subnetz in der Cloud?
    - Was ist der Unterschied zwischen Public Subnet und Private Subnet?
    - Was ist ein Internet Gateway?
    - Was ist ein NAT-Gateway?
    - Wofür nutzt man Routingtabellen in der Cloud?
    - Was ist eine Security Group?
    - Was ist eine Network ACL?
    - Was ist eine NSG?
    - Was ist der Unterschied zwischen öffentlicher und privater IP?
    - Wofür nutzt man einen Load Balancer?
    - Was ist ein Health Check?
    - Was ist Cloud Peering?
    - Warum ist Peering nicht automatisch transitiv?
    - Warum sollte eine Datenbank nicht öffentlich erreichbar sein?
    - Wie geht man bei Cloud-Netzwerk-Fehlersuche vor?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Cloud-Netzwerke sind virtuell,
    aber echte Netzplanung bleibt nötig.

    VPC und VNet beschreiben virtuelle Cloud-Netze.

    Public Subnet ist nicht für alle Systeme geeignet.

    Private Subnet schützt vor direkter öffentlicher Erreichbarkeit.

    Internet Gateway allein reicht nicht für Zugriff.

    NAT-Gateway erlaubt typischerweise ausgehende Verbindungen.

    Routingtabellen bestimmen Wege.

    Rückroute nicht vergessen.

    Security Groups wirken wie virtuelle Firewalls.

    Network ACLs können zusätzlich blockieren.

    Stateful und stateless unterscheiden.

    Öffentliche IP bedeutet höheres Risiko.

    Datenbanken nicht öffentlich freigeben.

    Load Balancer braucht gesunde Backends.

    Health Check muss zum Dienst passen.

    Peering ist nicht automatisch transitiv.

    Cloud-Firewall ersetzt nicht saubere Segmentierung.

    Managementports nicht breit ins Internet öffnen.

    Cloud-Netzwerkänderungen sind sicherheitskritisch.

    Flow Logs zeigen Metadaten,
    nicht vollständige Pakete.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| virtuelles Netzwerk | logisch getrenntes Cloud-Netz |
| VPC | Virtual Private Cloud |
| VNet | Virtual Network |
| Subnetz | Teilbereich eines Cloud-Netzes |
| Public Subnet | öffentlich angebundenes Subnetz |
| Private Subnet | internes Subnetz ohne direkte öffentliche Erreichbarkeit |
| Internet Gateway | Verbindung eines Cloud-Netzes zum Internet |
| NAT-Gateway | ausgehender Internetzugriff für private Ressourcen |
| Routingtabelle | Wege zu Zielnetzen |
| lokale Route | Route innerhalb des Cloud-Netzes |
| Security Group | virtuelle Firewall-Regelgruppe |
| Network ACL | Zugriffsliste auf Netzwerk- oder Subnetzebene |
| NSG | Network Security Group |
| Stateful | Rückverkehr wird automatisch zugeordnet |
| Stateless | Rückverkehr muss separat erlaubt werden |
| öffentliche IP | aus dem Internet adressierbare IP |
| private IP | interne Adresse im Cloud-Netz |
| Load Balancer | verteilt Anfragen auf Ziele |
| Health Check | Prüfung der Backend-Gesundheit |
| Cloud-DNS | Namensauflösung für Cloud-Ressourcen |
| Private DNS-Zone | interne DNS-Zone |
| Public DNS-Zone | öffentlich sichtbare DNS-Zone |
| Peering | Verbindung zwischen Cloud-Netzen |
| Hub-and-Spoke | zentrale Netzwerkarchitektur |
| Cloud-VPN | VPN-Verbindung zu Cloud-Netz |
| Bastion Host | gehärteter Sprungserver |
| Flow Logs | Metadaten zu Netzwerkverbindungen |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Cloud-Netzwerke bestehen aus virtuellen Netzwerken wie VPC oder VNet, Subnetzen, Routingtabellen, Security Groups, Network ACLs, Gateways, Load Balancern und DNS. Public Subnets sind für öffentlich erreichbare Komponenten wie Load Balancer oder Bastion Hosts gedacht, während Private Subnets interne Ressourcen wie Datenbanken oder Backends schützen. Ein Internet Gateway verbindet ein Cloud-Netz mit dem Internet, während ein NAT-Gateway privaten Ressourcen ausgehenden Internetzugriff ermöglicht. Security Groups und NSGs wirken als virtuelle Firewall-Regeln. Bei Cloud-Netzwerk-Fehlern müssen DNS, IP-Adressen, Routing, Security Groups, Network ACLs, Load Balancer, Zielsysteme, Host-Firewalls und Rückwege geprüft werden.

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**Merksätze**

    Cloud-Netzwerke sind virtuell,
    aber echte Netzplanung bleibt nötig.

    VPC = Virtual Private Cloud.

    VNet = Virtual Network.

    Virtuelles Netzwerk ist logisch getrennt.

    IP-Bereiche sauber planen.

    Cloud-Netze dürfen sich nicht ungewollt überschneiden.

    Subnetze strukturieren Cloud-Ressourcen.

    Public Subnet für öffentliche Komponenten.

    Private Subnet für interne Komponenten.

    Datenbank nicht öffentlich erreichbar machen.

    Internet Gateway verbindet zum Internet.

    NAT-Gateway ermöglicht ausgehenden Zugriff.

    Routingtabellen bestimmen Wege.

    Standardroute entscheidet bei unbekannten Zielen.

    Hybrid Cloud braucht Hin- und Rückrouten.

    Security Group ist virtuelle Firewall.

    Inbound und Outbound getrennt prüfen.

    Stateful merkt sich Verbindungen.

    Stateless braucht separate Rückregeln.

    Network ACL kann zusätzlich blockieren.

    NSG steuert Netzwerkzugriffe.

    Öffentliche IP nur wenn nötig.

    Private IP für interne Kommunikation.

    Load Balancer verteilt Anfragen.

    Health Check prüft Backend-Gesundheit.

    Cloud-DNS kann öffentlich oder privat sein.

    Peering verbindet Cloud-Netze.

    Peering ist nicht automatisch transitiv.

    Hub-and-Spoke schafft zentrale Kontrolle.

    Cloud-VPN braucht Routen beidseitig.

    Bastion Host schützt Adminzugriffe.

    Managementports nicht breit öffnen.

    Segmentierung gilt auch in der Cloud.

    IAM beeinflusst Netzwerksicherheit.

    Flow Logs zeigen Verbindungsmetadaten.

    Cloud-Fehlersuche:
    DNS,
    Route,
    Security Group,
    Dienst,
    Rückweg.