15.5 Cloud-Sicherheit, IAM und Shared Responsibility Cloud-Sicherheit bedeutet nicht nur, dass der Cloud-Anbieter sichere Rechenzentren betreibt. Cloud-Sicherheit umfasst auch: - Identitäten - Benutzerkonten - Rollen - Berechtigungen - MFA - Netzwerksicherheit - Verschlüsselung - Logging - Monitoring - Backup - sichere Konfiguration - Datenschutz - Compliance Merksatz: Cloud-Sicherheit ist gemeinsame Verantwortung von Anbieter und Kunde. Warum Cloud-Sicherheit wichtig ist Cloud-Ressourcen sind oft schnell erstellt und über Netzwerke erreichbar. Dadurch entstehen typische Risiken: zu breite Berechtigungen öffentliche Speicherfreigaben offene Managementports fehlende MFA falsch konfigurierte Security Groups öffentliche Datenbanken ungeschützte API-Schlüssel fehlende Logs keine Kostenkontrolle falscher Datenstandort Merksatz: In der Cloud entstehen viele Risiken durch Fehlkonfiguration. Shared Responsibility Model Shared Responsibility Model bedeutet: Anbieter und Kunde teilen sich die Verantwortung. Der Anbieter ist je nach Dienst verantwortlich für: Rechenzentrum physische Sicherheit Hardware Grundinfrastruktur Plattformbetrieb Verfügbarkeit der angebotenen Dienste Der Kunde bleibt je nach Dienst verantwortlich für: Benutzer Rollen Daten Berechtigungen sichere Konfiguration Netzwerkfreigaben Anwendungssicherheit Backup-Konzept Compliance Merksatz: Cloud bedeutet geteilte Verantwortung, nicht abgegebene Verantwortung. Verantwortung hängt vom Service-Modell ab Die Verantwortung ist bei IaaS, PaaS und SaaS unterschiedlich verteilt. Bereich IaaS PaaS SaaS physisches Rechenzentrum Anbieter Anbieter Anbieter Hardware Anbieter Anbieter Anbieter Virtualisierung Anbieter Anbieter Anbieter Betriebssystem Kunde Anbieter Anbieter Anwendung Kunde Kunde Anbieter Daten Kunde Kunde Kunde Benutzer und Rechte Kunde Kunde Kunde sichere Konfiguration Kunde Kunde Kunde Merksatz: Daten, Benutzer und Rechte bleiben fast immer Kundenthema. Cloud-Irrtum: Anbieter macht alles sicher Falsch: Der Anbieter betreibt die Cloud, also ist automatisch alles sicher. Richtig: Der Anbieter schützt die Plattform. Der Kunde muss seine Nutzung sicher konfigurieren. Beispiel: Wenn ein Kunde einen Speicher öffentlich freigibt, ist das meist ein Konfigurationsfehler des Kunden. Merksatz: Sichere Plattform plus falsche Konfiguration bleibt unsicher. IAM IAM steht für: Identity and Access Management IAM regelt, wer auf welche Cloud-Ressourcen zugreifen darf. IAM umfasst: Benutzer Gruppen Rollen Berechtigungen Richtlinien Servicekonten API-Schlüssel MFA Zugriffsprotokolle Merksatz: IAM entscheidet, wer was in der Cloud darf. Identität Eine Identität ist ein Konto oder Objekt, das Zugriff erhalten kann. Beispiele: Benutzerkonto Administrator Entwickler Servicekonto Anwendung virtuelle Maschine Containerdienst Automatisierungsskript Merksatz: Nicht nur Menschen, auch Dienste können Identitäten haben. Benutzer Ein Benutzer ist eine menschliche Identität. Beispiele: Administrator Entwickler Supportmitarbeiter Fachbereich externer Dienstleister Benutzer sollten: eindeutig zugeordnet sein keine Sammelkonten nutzen MFA verwenden nur notwendige Rechte erhalten bei Austritt deaktiviert werden Merksatz: Jeder Benutzer braucht ein eigenes Konto. Gruppen Gruppen fassen Benutzer zusammen. Beispiel: Cloud-Admins Entwickler Leser Sicherheitsprüfer Datenbankadministratoren Netzwerkadministratoren Vorteil: Rechte werden nicht einzeln pro Benutzer vergeben, sondern über Gruppen verwaltet. Merksatz: Gruppen vereinfachen Rechteverwaltung. Rollen Eine Rolle beschreibt, welche Aufgaben und Berechtigungen eine Identität hat. Beispiele: Leser Administrator Netzwerkadministrator Sicherheitsadministrator Datenbankadministrator Abrechnungsadministrator Backup-Operator Merksatz: Rollen ordnen Rechte nach Aufgabe. Berechtigungen Berechtigungen legen fest, was erlaubt ist. Beispiele: virtuelle Maschine starten virtuelle Maschine löschen Speicher lesen Speicher schreiben Firewall-Regel ändern Benutzer anlegen Logs anzeigen Backup wiederherstellen Merksatz: Berechtigungen sind konkrete Erlaubnisse. Richtlinien Richtlinien beschreiben, welche Berechtigungen gelten. Sie können festlegen: wer etwas darf was erlaubt ist auf welche Ressource es gilt unter welchen Bedingungen es gilt was verboten ist Merksatz: Richtlinien verbinden Identitäten, Aktionen und Ressourcen. Least Privilege Least Privilege bedeutet: nur so viele Rechte wie nötig, so wenige wie möglich. In der Cloud ist das besonders wichtig, weil viele Aktionen große Auswirkungen haben können. Beispiele für riskante Rechte: alle Ressourcen löschen Firewall-Regeln ändern Speicher öffentlich freigeben Benutzerrechte vergeben API-Schlüssel erstellen Backups löschen Merksatz: Cloud-Rechte immer minimal vergeben. Need to Know Need to Know bedeutet: Zugriff nur auf Daten oder Systeme, die für die Aufgabe benötigt werden. Beispiel: Entwickler braucht Zugriff auf Testsysteme, aber nicht automatisch auf Produktionsdaten. Abrechnung braucht Kostenübersicht, aber keine Server-Adminrechte. Merksatz: Rechte nach Aufgabe, nicht nach Bequemlichkeit vergeben. Administratorrechte Administratorrechte sind besonders kritisch. Risiken: versehentliches Löschen falsche Firewall-Regeln öffentliche Freigaben Zugriff auf sensible Daten Rechteausweitung Änderung von Logs Manipulation von Backups Merksatz: Administratorrechte nur gezielt und kontrolliert vergeben. Privileged Access Management Privileged Access Management wird oft abgekürzt: PAM PAM bedeutet: besonders privilegierte Zugriffe werden kontrolliert, begrenzt überwacht und dokumentiert. Beispiele: zeitlich begrenzte Adminrechte Genehmigungsprozess MFA Session Logging Notfallkonto regelmäßige Rechteprüfung Merksatz: PAM schützt besonders mächtige Zugriffe. Just-in-Time-Zugriff Just-in-Time-Zugriff bedeutet: Rechte werden nur für einen begrenzten Zeitraum vergeben. Beispiel: Admin braucht für 2 Stunden erhöhte Rechte, um eine Wartung durchzuführen. Nach Ablauf werden die Rechte automatisch entzogen. Merksatz: Just-in-Time reduziert dauerhafte Adminrechte. Sammelkonten vermeiden Sammelkonten sind gemeinsame Konten, die mehrere Personen nutzen. Problem: keine eindeutige Zuordnung schlechte Nachvollziehbarkeit Passwortweitergabe schwieriges Offboarding Sicherheitsvorfälle schwer aufklärbar Merksatz: Cloud-Zugriffe müssen personengebunden nachvollziehbar sein. Servicekonto Ein Servicekonto ist eine Identität für einen Dienst oder eine Anwendung. Beispiele: Backup-Dienst Automatisierung CI/CD-Pipeline Monitoring Anwendung, die auf Speicher zugreift Skript, das Ressourcen erstellt Servicekonten sollten ebenfalls nur minimale Rechte erhalten. Merksatz: Servicekonten sind Maschinenidentitäten und brauchen genauso Rechtebegrenzung. API-Schlüssel API-Schlüssel erlauben Programmen oder Skripten Zugriff auf Cloud-Dienste. Risiken: Schlüssel wird versehentlich veröffentlicht Schlüssel liegt im Quellcode Schlüssel hat zu viele Rechte Schlüssel wird nie rotiert Schlüssel wird nach Projektende nicht gelöscht Merksatz: API-Schlüssel wie Passwörter behandeln. Secrets Secrets sind geheime Informationen. Beispiele: Passwörter API-Schlüssel private Schlüssel Tokens Datenbankzugangsdaten Zertifikate Secrets sollten nicht liegen in: Quellcode öffentlichen Repositories Klartextdateien Chatnachrichten ungeschützten Wikiseiten unverschlüsselten Backups Merksatz: Secrets gehören in geschützte Secret-Verwaltung. Secret Management Secret Management bedeutet: geheime Informationen sicher speichern, verteilen rotieren und widerrufen. Wichtig: Zugriff begrenzen Nutzung protokollieren Rotation ermöglichen keine Klartextspeicherung Notfallzugriff regeln alte Secrets entfernen Merksatz: Secret Management verhindert unkontrollierten Umgang mit Zugangsdaten. MFA in der Cloud MFA steht für: Multi-Faktor-Authentifizierung MFA sollte besonders gelten für: Administratoren externe Benutzer Zugriff auf sensible Daten Zugriff auf Abrechnung Zugriff auf IAM Zugriff auf Produktion Zugriff von unbekannten Geräten Merksatz: Cloud-Adminzugänge ohne MFA sind ein hohes Risiko. Conditional Access Conditional Access bedeutet: Zugriff wird von Bedingungen abhängig gemacht. Bedingungen können sein: Benutzerrolle Gerätetyp Gerätezustand Standort Risiko des Logins Anwendung MFA erfüllt Uhrzeit Netzwerk Beispiel: Adminzugriff nur mit MFA und verwaltetem Gerät. Merksatz: Conditional Access prüft Kontext vor Zugriff. Zero Trust in der Cloud Zero Trust bedeutet: keinem Zugriff automatisch vertrauen. Auch innerhalb der Cloud wird geprüft: Wer greift zu? Von welchem Gerät? Auf welche Ressource? Mit welchem Risiko? Mit welcher Rolle? Ist MFA erfüllt? Ist Zugriff ungewöhnlich? Merksatz: Zero Trust prüft jeden Zugriff kontextbezogen. Rollenbasierte Zugriffskontrolle Rollenbasierte Zugriffskontrolle wird oft abgekürzt: RBAC RBAC bedeutet: Rechte werden über Rollen vergeben. Beispiel: Rolle Leser: darf Ressourcen ansehen Rolle Netzwerkadministrator: darf Netzwerke verwalten Rolle Besitzer: darf fast alles verwalten Merksatz: RBAC macht Rechteverwaltung strukturierter. Attributbasierte Zugriffskontrolle Attributbasierte Zugriffskontrolle wird oft abgekürzt: ABAC ABAC entscheidet anhand von Attributen. Beispiele für Attribute: Abteilung Projekt Umgebung Datenklasse Standort Gerätestatus Tag Uhrzeit Merksatz: ABAC nutzt Eigenschaften für Zugriffsentscheidungen. RBAC und ABAC vergleichen Merkmal RBAC ABAC Grundlage Rollen Attribute Beispiel Admin, Leser, Entwickler Projekt, Tag, Standort, Datenklasse Vorteil übersichtlich sehr flexibel Nachteil Rollen können zu grob werden komplexer zu planen Einsatz klassische Rechtevergabe feinere Kontextregeln Merksatz: RBAC arbeitet mit Rollen. ABAC arbeitet mit Eigenschaften. Mandant und Tenant Ein Tenant ist ein logisch getrennter Bereich in einer Cloud- oder SaaS-Plattform. Er enthält typischerweise: Benutzer Gruppen Rollen Richtlinien Anwendungen Einstellungen Ressourcen Abrechnung Merksatz: Tenant = eigener Verwaltungsbereich in einer Cloud-Plattform. Mandantentrennung Mandantentrennung bedeutet: Daten und Ressourcen verschiedener Kunden oder Organisationseinheiten werden logisch getrennt. Wichtig bei: Public Cloud SaaS Hosting Multi-Tenant-Anwendungen Dienstleisterplattformen Merksatz: Mandantentrennung verhindert Vermischung fremder Kundenbereiche. Single Sign-On Single Sign-On wird abgekürzt: SSO SSO bedeutet: Benutzer melden sich einmal an und können mehrere Dienste nutzen. Vorteile: weniger Passwörter zentrale Anmeldung bessere Kontrolle einfacheres Offboarding MFA zentral möglich Merksatz: SSO vereinfacht Anmeldung und zentrale Zugriffskontrolle. Identity Provider Identity Provider wird oft abgekürzt: IdP Ein Identity Provider stellt Identitäten und Anmeldungen bereit. Er prüft zum Beispiel: Benutzername Passwort MFA Richtlinien Gruppen Rollen Merksatz: IdP ist die zentrale Stelle für Anmeldung. Föderation Föderation bedeutet: Eine Organisation vertraut der Anmeldung einer anderen Identitätsquelle. Beispiel: Benutzer meldet sich mit Unternehmensidentität bei einem Cloud-Dienst an. Der Cloud-Dienst muss das Passwort nicht selbst verwalten, sondern vertraut dem Identity Provider. Merksatz: Föderation verbindet Identitätswelten. SAML SAML steht für: Security Assertion Markup Language SAML wird häufig für Single Sign-On genutzt. Grundidee: Identity Provider bestätigt dem Dienst, dass der Benutzer erfolgreich angemeldet ist. Merksatz: SAML ermöglicht SSO zwischen Identitätsanbieter und Dienst. OAuth 2.0 OAuth 2.0 ist ein Autorisierungsstandard. Er wird genutzt, damit Anwendungen Zugriff auf Ressourcen erhalten können, ohne direkt das Benutzerpasswort zu kennen. Beispiel: Eine Anwendung darf auf Kalenderdaten zugreifen, nachdem der Benutzer zugestimmt hat. Merksatz: OAuth 2.0 regelt delegierte Autorisierung. OpenID Connect OpenID Connect baut auf OAuth 2.0 auf und ergänzt Authentifizierung. Es wird häufig für moderne Logins genutzt. Merksatz: OpenID Connect ergänzt OAuth 2.0 um Identitätsinformationen. Authentifizierung und Autorisierung in der Cloud Authentifizierung: Wer bist du? Autorisierung: Was darfst du? Beispiele: Benutzer meldet sich erfolgreich an. Das ist Authentifizierung. Benutzer darf eine VM löschen. Das ist Autorisierung. Merksatz: Anmeldung und Berechtigung immer unterscheiden. Cloud-Netzwerksicherheit Cloud-Netzwerksicherheit umfasst: VPC oder VNet Subnetze Security Groups NSGs Firewalls private Endpunkte VPN Peering Routing DNS WAF DDoS-Schutz Merksatz: Cloud-Sicherheit besteht aus IAM und Netzwerkschutz. Private Endpoint Ein Private Endpoint macht einen Cloud-Dienst über eine private IP im eigenen Cloud-Netz erreichbar. Vorteil: Zugriff muss nicht über das öffentliche Internet erfolgen. Beispiel: Anwendung greift auf Cloud-Datenbank über private Adresse zu. Merksatz: Private Endpoint hält Cloud-Dienste intern erreichbar. Public Endpoint Ein Public Endpoint ist öffentlich über das Internet erreichbar. Beispiele: öffentliche API Webanwendung öffentliches SaaS-Portal Storage-URL mit öffentlichem Zugriff Wichtig: Public Endpoints brauchen starke Zugriffskontrolle, TLS, Logging und Schutzregeln. Merksatz: Public Endpoint nur bewusst und abgesichert nutzen. WAF WAF steht für: Web Application Firewall Eine WAF schützt Webanwendungen vor typischen Angriffen. Beispiele: SQL Injection Cross-Site Scripting bösartige Requests ungewöhnliche Muster bekannte Angriffssignaturen Merksatz: WAF schützt Webanwendungen auf Anwendungsebene. DDoS-Schutz DDoS steht für: Distributed Denial of Service Dabei versuchen viele Systeme, einen Dienst durch massenhafte Anfragen zu überlasten. Cloud-Anbieter bieten oft Schutzfunktionen gegen DDoS-Angriffe. Merksatz: DDoS-Schutz soll Dienste trotz Massenangriffen verfügbar halten. Verschlüsselung in der Cloud Verschlüsselung ist wichtig für: Daten bei Übertragung Daten im Ruhezustand Backups Datenbanken Speicher Logs Schlüsselverwaltung Merksatz: Verschlüsselung schützt Daten, ersetzt aber keine Rechteverwaltung. Verschlüsselung während der Übertragung Daten während der Übertragung sollten verschlüsselt werden. Typische Technik: TLS Beispiele: HTTPS API-Aufrufe Datenbankverbindungen Verwaltungsschnittstellen SaaS-Zugriffe Merksatz: Daten unterwegs mit TLS schützen. Verschlüsselung im Ruhezustand Daten im Ruhezustand sind gespeicherte Daten. Beispiele: Datenbankdaten Dateien im Storage Backups Snapshots Logs virtuelle Festplatten Diese Daten sollten verschlüsselt gespeichert werden. Merksatz: Gespeicherte Daten ebenfalls verschlüsseln. Schlüsselverwaltung Verschlüsselung braucht Schlüssel. Wichtige Fragen: Wer erstellt Schlüssel? Wer verwaltet Schlüssel? Wer darf Schlüssel nutzen? Werden Schlüssel rotiert? Wo werden Schlüssel gespeichert? Was passiert bei Schlüsselverlust? Wer kann Daten entschlüsseln? Merksatz: Verschlüsselung ist nur so sicher wie die Schlüsselverwaltung. KMS KMS steht für: Key Management Service Ein KMS verwaltet kryptografische Schlüssel. Aufgaben: Schlüssel erzeugen Schlüssel speichern Schlüssel rotieren Zugriff auf Schlüssel steuern Nutzung protokollieren Schlüssel deaktivieren oder löschen Merksatz: KMS verwaltet Schlüssel für Cloud-Verschlüsselung. Kundenverwaltete Schlüssel Bei kundenverwalteten Schlüsseln kontrolliert der Kunde stärker, welche Schlüssel für Verschlüsselung genutzt werden. Vorteile: mehr Kontrolle eigene Richtlinien Schlüsselrotation steuerbar Zugriff besser begrenzbar Risiko: Schlüsselverlust kann Daten unbrauchbar machen. Merksatz: Mehr Schlüsselhoheit bedeutet auch mehr Verantwortung. Cloud-Logging Cloud-Logging ist sicherheitskritisch. Wichtige Logarten: Anmeldungen API-Aufrufe Rechteänderungen Netzwerkzugriffe Firewall-Entscheidungen Datenzugriffe Adminaktionen Fehlermeldungen Sicherheitsereignisse Kostenereignisse Merksatz: Cloud-Logs zeigen, wer was wann getan hat. Audit-Logs Audit-Logs dokumentieren administrative und sicherheitsrelevante Aktionen. Beispiele: Benutzer erstellt Rolle geändert Firewall geöffnet VM gelöscht Speicher öffentlich gemacht API-Schlüssel erstellt MFA deaktiviert Backup gelöscht Merksatz: Audit-Logs sind wichtig für Nachvollziehbarkeit. Cloud-Monitoring Cloud-Monitoring überwacht Betrieb und Sicherheit. Wichtige Werte: Verfügbarkeit CPU RAM Speicher Datenbanklast Netzwerkverkehr Loginfehler ungewöhnliche Zugriffe Kosten Zertifikatsablauf Backupstatus Merksatz: Monitoring erkennt technische und sicherheitsrelevante Probleme. SIEM SIEM steht für: Security Information and Event Management Ein SIEM sammelt und analysiert Sicherheitslogs aus verschiedenen Quellen. Ziel: Angriffe erkennen Auffälligkeiten korrelieren Alarmierungen erzeugen Sicherheitsvorfälle untersuchen Nachweise bereitstellen Merksatz: SIEM hilft, Sicherheitsereignisse zentral auszuwerten. Cloud-Backup Auch Cloud-Dienste brauchen Backup. Wichtige Fragen: Welche Daten werden gesichert? Wie oft? Wie lange? Wo werden Backups gespeichert? Wer darf wiederherstellen? Sind Backups verschlüsselt? Sind Backups vor Löschung geschützt? Wurde Wiederherstellung getestet? Merksatz: Cloud ist kein Ersatz für Backup. Ransomware-Schutz in der Cloud Auch Cloud-Daten können durch Ransomware betroffen sein. Risiken: synchronisierte verschlüsselte Dateien gelöschte Backups kompromittierte Adminzugänge manipulierte Datenbanken missbrauchte API-Schlüssel Schutz: MFA getrennte Adminrollen unveränderliche Backups Versionierung Least Privilege Monitoring schnelles Offboarding Merksatz: Ransomware-Schutz braucht Backup, Rechtebegrenzung und Monitoring. Immutable Backup Immutable bedeutet: unveränderlich Ein Immutable Backup kann für einen festgelegten Zeitraum nicht verändert oder gelöscht werden. Vorteil: Schutz vor versehentlicher Löschung Schutz vor Ransomware bessere Wiederherstellungschancen Merksatz: Unveränderliche Backups schützen vor Manipulation und Löschung. Datenschutz in der Cloud Cloud-Datenschutz fragt: Welche Daten werden verarbeitet? Wo werden Daten gespeichert? Wer hat Zugriff? Gibt es Auftragsverarbeitung? Sind Daten verschlüsselt? Gibt es Löschkonzepte? Wie werden Betroffenenrechte erfüllt? Werden Logs personenbezogen? Welche Unterauftragnehmer gibt es? Merksatz: Cloud-Dienste brauchen Datenschutzprüfung. Datenklassifizierung Datenklassifizierung bedeutet: Daten werden nach Schutzbedarf eingeteilt. Beispiele: öffentlich intern vertraulich streng vertraulich personenbezogen geschäftskritisch Je höher der Schutzbedarf, desto strenger müssen Zugriff, Verschlüsselung, Logging und Speicherort geregelt sein. Merksatz: Schutzmaßnahmen richten sich nach Datenklasse. Compliance in der Cloud Compliance bedeutet: Einhaltung von Regeln, Gesetzen, Standards und internen Vorgaben. Cloud-relevant: Datenschutz Informationssicherheit Aufbewahrung Löschung Auditierbarkeit Zugriffskontrolle Datenstandort Vertragsprüfung Branchenvorgaben Merksatz: Cloud muss zu rechtlichen und organisatorischen Vorgaben passen. Cloud-Sicherheitsrichtlinie Eine Cloud-Sicherheitsrichtlinie sollte festlegen: erlaubte Dienste erlaubte Regionen Rollenmodell MFA-Pflicht Logging-Pflicht Verschlüsselung Backup-Vorgaben Tagging Kostenkontrolle Freigabeprozesse Umgang mit externen Benutzern Lösch- und Aufbewahrungsregeln Merksatz: Cloud-Sicherheit braucht klare Regeln. Cloud-Governance Cloud Governance bedeutet: Steuerung und Kontrolle der Cloud-Nutzung. Ziele: Sicherheit Kostenkontrolle Compliance Standardisierung klare Verantwortlichkeiten Vermeidung von Schatten-IT Nachvollziehbarkeit Ordnung in Ressourcen Merksatz: Governance sorgt dafür, dass Cloud kontrolliert genutzt wird. Typische Cloud-Sicherheitsfehler Häufige Fehler: MFA nicht aktiviert Adminrechte zu breit öffentliche Speicherfreigaben Datenbank öffentlich erreichbar Security Group erlaubt 0.0.0.0/0 auf Adminport API-Schlüssel im Quellcode Servicekonto mit Vollzugriff Logs deaktiviert Backups nicht getestet alte Benutzerkonten aktiv keine Kostenalarme kein Offboarding falsche Region keine Verschlüsselung keine Rechteprüfung Merksatz: Cloud-Sicherheitsfehler sind oft Konfigurationsfehler. Checkliste: Cloud-IAM sicher gestalten MFA für Admins erzwingen. Keine Sammelkonten nutzen. Benutzer eindeutig zuordnen. Gruppen und Rollen verwenden. Least Privilege umsetzen. Adminrechte zeitlich begrenzen. Servicekonten minimal berechtigen. API-Schlüssel schützen. Secrets nicht im Quellcode speichern. Regelmäßige Rechteprüfung durchführen. Offboarding konsequent umsetzen. Audit-Logs aktivieren. Merksatz: IAM ist die wichtigste Sicherheitsbasis in der Cloud. Checkliste: Cloud-Ressourcen sicher konfigurieren Öffentliche Erreichbarkeit prüfen. Managementports nicht öffentlich öffnen. Datenbanken privat bereitstellen. Security Groups eng setzen. Verschlüsselung aktivieren. Backups einrichten. Logs aktivieren. Monitoring einrichten. Tags setzen. Kostenalarme setzen. Region bewusst auswählen. Änderungen dokumentieren. Merksatz: Cloud-Ressourcen sicher konfigurieren, bevor sie produktiv genutzt werden. Typische IHK-Fragen In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden: - Was bedeutet Shared Responsibility Model? - Was ist IAM? - Warum ist IAM in der Cloud wichtig? - Was ist der Unterschied zwischen Authentifizierung und Autorisierung? - Was bedeutet Least Privilege? - Was ist RBAC? - Was ist ABAC? - Was ist ein Tenant? - Was ist Mandantentrennung? - Warum sollte MFA für Cloud-Admins Pflicht sein? - Warum sind API-Schlüssel kritisch? - Was ist Secret Management? - Was ist ein Private Endpoint? - Was ist eine WAF? - Was ist ein KMS? - Warum ersetzt Verschlüsselung keine Rechteverwaltung? - Warum braucht Cloud Logging und Monitoring? - Warum ist Cloud kein Ersatz für Backup? - Was ist ein Immutable Backup? - Warum ist Datenklassifizierung wichtig? Typische Prüfungsfallen Cloud-Sicherheit ist gemeinsame Verantwortung. Anbieter ist nicht automatisch für Kundendatenrechte verantwortlich. Daten, Benutzer und Rechte bleiben fast immer Kundenthema. IAM ist zentral für Cloud-Sicherheit. Authentifizierung ist nicht Autorisierung. MFA für Admins ist besonders wichtig. Adminrechte nicht dauerhaft und breit vergeben. Servicekonten sind ebenfalls Identitäten. API-Schlüssel wie Passwörter behandeln. Secrets nicht im Quellcode speichern. RBAC arbeitet mit Rollen. ABAC arbeitet mit Attributen. Tenant ist ein Verwaltungsbereich. Mandantentrennung schützt Kundenbereiche. SSO vereinfacht zentrale Anmeldung. OAuth 2.0 ist Autorisierung. OpenID Connect ergänzt Authentifizierung. Private Endpoint vermeidet öffentlichen Zugriff. Public Endpoint braucht besonderen Schutz. WAF schützt Webanwendungen. Verschlüsselung ersetzt keine Zugriffsrechte. KMS verwaltet Schlüssel. Cloud-Logs müssen aktiv sein. Backup muss auch in der Cloud geplant werden. Immutable Backup schützt vor Löschung und Manipulation. Datenschutz und Compliance müssen geprüft werden. Wichtige Begriffe kurz erklärt Begriff Kurze Erklärung Shared Responsibility geteilte Verantwortung zwischen Anbieter und Kunde IAM Identity and Access Management Identität Konto oder Dienst mit Zugriff Benutzer menschliche Identität Gruppe Zusammenfassung von Benutzern Rolle Aufgabenbezogene Rechte Berechtigung konkrete Erlaubnis Richtlinie Regel für Zugriff Least Privilege minimale notwendige Rechte Need to Know Zugriff nur bei Bedarf PAM Kontrolle privilegierter Zugriffe Just-in-Time zeitlich begrenzte Rechte Servicekonto Identität für Dienst oder Anwendung API-Schlüssel Zugriffsschlüssel für Programme Secret geheime Information Secret Management Verwaltung geheimer Informationen MFA Multi-Faktor-Authentifizierung Conditional Access Zugriff abhängig von Bedingungen Zero Trust kein automatisches Vertrauen RBAC rollenbasierte Zugriffskontrolle ABAC attributbasierte Zugriffskontrolle Tenant logisch getrennter Verwaltungsbereich Mandantentrennung Trennung verschiedener Kundenbereiche SSO Single Sign-On IdP Identity Provider Föderation Vertrauen zwischen Identitätsquellen SAML SSO-Standard OAuth 2.0 delegierte Autorisierung OpenID Connect Authentifizierung auf Basis von OAuth 2.0 Private Endpoint privater Zugriff auf Cloud-Dienst Public Endpoint öffentlicher Zugriffspunkt WAF Web Application Firewall DDoS Überlastungsangriff KMS Key Management Service Audit-Log Nachweis sicherheitsrelevanter Aktionen SIEM zentrale Sicherheitslog-Auswertung Immutable Backup unveränderliches Backup Datenklassifizierung Einteilung nach Schutzbedarf Compliance Einhaltung von Vorgaben Cloud Governance Steuerung der Cloud-Nutzung IHK-sichere Kurzformulierung Cloud-Sicherheit basiert auf dem Shared Responsibility Model. Der Anbieter schützt je nach Service-Modell die Plattform, Infrastruktur und den Dienstbetrieb, während der Kunde für Benutzer, Rollen, Berechtigungen, Daten, sichere Konfiguration, Zugriffsschutz, Backup, Logging, Monitoring und Compliance verantwortlich bleibt. IAM, also Identity and Access Management, ist ein zentraler Bestandteil der Cloud-Sicherheit, da es regelt, wer welche Ressourcen nutzen oder verändern darf. Wichtige Prinzipien sind MFA, Least Privilege, rollenbasierte Rechtevergabe, sichere Servicekonten, Schutz von API-Schlüsseln, Secret Management, Logging, Verschlüsselung und regelmäßige Rechteprüfung. Cloud-Sicherheit entsteht durch Technik, Prozesse und klare Verantwortlichkeiten. Merksätze Cloud-Sicherheit ist gemeinsame Verantwortung. Anbieter schützt Plattform, Kunde schützt Nutzung und Daten. Daten, Benutzer und Rechte bleiben fast immer Kundenthema. IAM entscheidet, wer was darf. Nicht nur Menschen haben Identitäten. Servicekonten brauchen minimale Rechte. API-Schlüssel wie Passwörter behandeln. Secrets nicht im Quellcode speichern. MFA für Admins erzwingen. Authentifizierung = Wer bist du? Autorisierung = Was darfst du? Least Privilege gilt immer. Adminrechte zeitlich und fachlich begrenzen. Sammelkonten vermeiden. RBAC nutzt Rollen. ABAC nutzt Attribute. Tenant ist ein Cloud-Verwaltungsbereich. SSO vereinfacht zentrale Anmeldung. IdP prüft Identitäten. OAuth 2.0 ist Autorisierung. OpenID Connect ergänzt Authentifizierung. Private Endpoint hält Zugriff intern. Public Endpoint besonders schützen. WAF schützt Webanwendungen. DDoS-Schutz schützt Verfügbarkeit. Verschlüsselung ersetzt keine Rechte. KMS verwaltet Schlüssel. Audit-Logs zeigen Adminaktionen. SIEM wertet Sicherheitsereignisse zentral aus. Cloud ist kein Ersatz für Backup. Immutable Backup schützt vor Manipulation. Datenklassifizierung bestimmt Schutzbedarf. Cloud Governance schafft Regeln. Fehlkonfiguration ist eines der größten Cloud-Risiken.