15.8 Merksätze und Prüfungswissen zu Cloud und modernen Bereitstellungsmodellen Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zu Cloud, Bereitstellungsmodellen, Service-Modellen, Cloud-Netzwerken, Cloud-Sicherheit, Cloud-Speicher, Backup, Monitoring, Skalierung und Kostenkontrolle zusammen. Cloud ist prüfungsrelevant, weil sie viele Themen verbindet: - Netzwerktechnik - Serverbetrieb - Virtualisierung - Sicherheit - Datenschutz - Backup - Kosten - Rechteverwaltung - Hochverfügbarkeit - Monitoring Merksatz: Cloud ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Betriebs- und Bereitstellungsmodell für IT-Ressourcen. Cloud-Grundidee Cloud bedeutet: IT-Ressourcen werden über ein Netzwerk als Dienst bereitgestellt. Beispiele: virtuelle Server Speicher Datenbanken Anwendungen Plattformen Container Backup Identitätsdienste Netzwerkdienste Sicherheitsdienste Merksatz: Cloud = IT-Ressourcen als Dienst. Cloud ist nicht automatisch weniger Verantwortung Ein häufiger Denkfehler: Alles liegt in der Cloud, also kümmert sich der Anbieter um alles. Das ist falsch. Der Anbieter übernimmt je nach Modell bestimmte Aufgaben. Der Kunde bleibt verantwortlich für: Benutzer Rollen Berechtigungen Daten sichere Konfiguration Datenschutz Zugriffsschutz Backup-Konzept Kostenkontrolle Monitoring Compliance Merksatz: Cloud verlagert Verantwortung, sie beseitigt Verantwortung nicht. On-Premises On-Premises bedeutet: IT wird lokal selbst betrieben. Beispiele: eigener Serverraum eigenes Rechenzentrum eigene Hardware eigene Virtualisierung eigene Netzwerkinfrastruktur Vorteile: hohe Kontrolle direkte Verwaltung eigene Vorgaben Nachteile: Hardwarekosten Wartungsaufwand eigene Verantwortung für Ausfallsicherheit Merksatz: On-Premises = lokal selbst betrieben. Public Cloud Public Cloud bedeutet: Ein Anbieter stellt Cloud-Ressourcen für viele Kunden bereit. Eigenschaften: Anbieterplattform viele Kunden logische Mandantentrennung nutzungsabhängige Abrechnung schnelle Bereitstellung hohe Skalierbarkeit Merksatz: Public Cloud = öffentliche Anbieterplattform für viele Kunden. Private Cloud Private Cloud bedeutet: Cloud-Prinzipien werden für eine einzelne Organisation bereitgestellt. Sie kann laufen: im eigenen Rechenzentrum bei einem Dienstleister in einer dedizierten Umgebung Wichtig: Virtualisierung allein ist noch keine vollständige Private Cloud. Typische Cloud-Merkmale sind: Self-Service Automatisierung Ressourcenpooling schnelle Bereitstellung messbare Nutzung zentrale Verwaltung Merksatz: Private Cloud = Cloud für eine Organisation. Hybrid Cloud Hybrid Cloud kombiniert lokale oder private IT mit Public Cloud. Beispiele: lokale Datenbank plus Cloud-Webanwendung lokales Rechenzentrum plus Cloud-Backup lokale Benutzerverwaltung plus Cloud-SaaS lokale Systeme plus Cloud-Skalierung Merksatz: Hybrid Cloud = lokal oder privat plus Public Cloud. Multi Cloud Multi Cloud bedeutet: Ein Unternehmen nutzt mehrere Cloud-Anbieter gleichzeitig. Beispiel: Anbieter A für virtuelle Maschinen Anbieter B für Office und E-Mail Anbieter C für Backup Anbieter D für Datenanalyse Merksatz: Multi Cloud = mehrere Cloud-Anbieter parallel. Hybrid Cloud und Multi Cloud unterscheiden Begriff Kerngedanke Hybrid Cloud lokale/private IT plus Public Cloud Multi Cloud mehrere Cloud-Anbieter Hybrid und Multi Cloud kombiniert lokale IT plus mehrere Cloud-Anbieter Merksatz: Hybrid beschreibt die Verbindung lokal plus Cloud. Multi Cloud beschreibt mehrere Anbieter. Community Cloud Community Cloud bedeutet: Eine Cloud wird von mehreren Organisationen mit ähnlichen Anforderungen genutzt. Beispiele: Behörden Bildung Forschung Gesundheitswesen bestimmte Branchen Merksatz: Community Cloud = Cloud für eine bestimmte Gemeinschaft. Bereitstellungsmodelle im Überblick Modell Kurze Erklärung On-Premises lokal selbst betrieben Public Cloud Anbieterplattform für viele Kunden Private Cloud Cloud für eine Organisation Hybrid Cloud lokale/private IT plus Public Cloud Multi Cloud mehrere Cloud-Anbieter Community Cloud Cloud für Organisationen mit gemeinsamen Anforderungen Merksatz: Bereitstellungsmodell beschreibt, wo und für wen Cloud betrieben wird. Service-Modelle Die wichtigsten Cloud-Service-Modelle sind: - IaaS - PaaS - SaaS Sie beschreiben, welche IT-Schichten der Anbieter bereitstellt und welche der Kunde selbst verwaltet. Merksatz: Service-Modell beschreibt, was als Dienst bereitgestellt wird. IaaS IaaS steht für: Infrastructure as a Service Der Anbieter stellt virtuelle Infrastruktur bereit. Beispiele: virtuelle Maschinen virtuelle Netzwerke virtuelle Festplatten Load Balancer Firewalls IP-Adressen Storage Der Kunde verwaltet typischerweise: Betriebssystem Anwendungen Daten Patches innerhalb der VM Benutzer Sicherheitskonfiguration Merksatz: IaaS = virtuelle Infrastruktur statt eigener Hardware. PaaS PaaS steht für: Platform as a Service Der Anbieter stellt eine Plattform bereit, auf der Anwendungen laufen können. Beispiele: Web-App-Plattform verwaltete Datenbank Laufzeitumgebung Containerplattform API-Plattform Entwicklungsplattform Der Kunde verwaltet typischerweise: Anwendung Daten Konfiguration Benutzer Berechtigungen Merksatz: PaaS = Plattform für eigene Anwendungen. SaaS SaaS steht für: Software as a Service Der Kunde nutzt eine fertige Anwendung. Beispiele: E-Mail Online-Office CRM Ticketsystem Cloud-Speicher Videokonferenzdienst Projektmanagement Der Kunde verwaltet typischerweise: Benutzer Rollen Berechtigungen Daten Freigaben Einstellungen MFA Merksatz: SaaS = fertige Software aus der Cloud. IaaS, PaaS und SaaS vergleichen Modell Anbieter stellt bereit Kunde verwaltet vor allem IaaS virtuelle Infrastruktur Betriebssystem, Anwendung, Daten PaaS Plattform und Laufzeitumgebung Anwendung, Daten, Konfiguration SaaS fertige Anwendung Benutzer, Rechte, Daten, Einstellungen Merksatz: IaaS gibt viel Kontrolle. SaaS nimmt viel Betrieb ab. PaaS liegt dazwischen. Shared Responsibility Model Shared Responsibility Model bedeutet: Anbieter und Kunde teilen sich die Verantwortung. Je nach Service-Modell verschiebt sich diese Verantwortung. Bei IaaS: Kunde hat viel technische Verantwortung. Bei PaaS: Anbieter übernimmt Plattform, Kunde bleibt für Anwendung und Daten verantwortlich. Bei SaaS: Anbieter betreibt Anwendung, Kunde bleibt für Nutzung, Benutzer, Rechte und Daten verantwortlich. Merksatz: Cloud-Sicherheit ist gemeinsame Verantwortung. Wichtigste Regel zur Verantwortung Daten, Benutzer und Rechte bleiben fast immer Kundenthema. Auch bei SaaS muss der Kunde prüfen: Wer darf zugreifen? Welche Rollen gibt es? Ist MFA aktiv? Welche Daten liegen im Dienst? Welche Freigaben existieren? Wie werden Benutzer deaktiviert? Wie werden Daten gesichert oder exportiert? Merksatz: Je fertiger der Dienst, desto weniger Technikbetrieb, aber Daten und Zugriffe bleiben wichtig. Virtualisierung Virtualisierung bedeutet: physische Ressourcen werden in virtuelle Ressourcen aufgeteilt. Beispiele: virtuelle Maschinen virtuelle Netzwerke virtuelle Festplatten virtuelle Firewalls virtuelle Load Balancer Merksatz: Virtualisierung ist eine technische Grundlage vieler Cloud-Dienste. Container Container verpacken Anwendungen mit ihren Abhängigkeiten. Sie enthalten typischerweise: Anwendung Bibliotheken Laufzeitumgebung Konfiguration Sie teilen sich den Kernel des Hosts. Merksatz: Container sind leichtgewichtige, portable Anwendungseinheiten. Kubernetes Kubernetes ist eine Plattform zur Container-Orchestrierung. Es verwaltet: Container Pods Services Deployments Skalierung Rollouts Netzwerke Konfigurationen Merksatz: Kubernetes orchestriert Container in Clustern. Serverless Serverless bedeutet nicht, dass keine Server existieren. Es bedeutet: Der Kunde verwaltet keine einzelnen Server. Der Anbieter betreibt die Infrastruktur. Der Kunde stellt Code, Funktionen oder Konfiguration bereit. Merksatz: Serverless = keine Serververwaltung durch den Kunden. FaaS FaaS steht für: Function as a Service Dabei werden einzelne Funktionen ereignisgesteuert ausgeführt. Beispiele: Datei hochgeladen API-Aufruf Zeitplan Nachricht in Warteschlange Merksatz: FaaS führt Funktionen bei Ereignissen aus. Cloud-Netzwerke Cloud-Netzwerke bestehen aus virtuellen Netzwerkkomponenten. Typische Bestandteile: VPC VNet Subnetze Routingtabellen Security Groups Network ACLs NSGs Internet Gateway NAT-Gateway VPN-Gateway Load Balancer DNS Peering Merksatz: Cloud-Netzwerke sind virtuell, brauchen aber echte Netzplanung. VPC und VNet VPC steht für: Virtual Private Cloud VNet steht für: Virtual Network Beide beschreiben ein logisch getrenntes Cloud-Netzwerk. Darin werden festgelegt: IP-Bereich Subnetze Routen Sicherheitsregeln Gateways Ressourcen Merksatz: VPC oder VNet = eigenes virtuelles Cloud-Netz. Public Subnet und Private Subnet Subnetztyp Zweck Public Subnet öffentlich erreichbare Komponenten Private Subnet interne Komponenten ohne direkten Internetzugriff Beispiele: Public Subnet: Load Balancer, Bastion Host, Reverse Proxy Private Subnet: Datenbank, Backend, interne API, Verarbeitungssystem Merksatz: Öffentlich nur, was wirklich öffentlich sein muss. Internet Gateway und NAT-Gateway Internet Gateway: verbindet Cloud-Netz mit dem Internet NAT-Gateway: erlaubt privaten Ressourcen ausgehenden Internetzugriff, ohne direkt eingehend erreichbar zu sein Merksatz: Internet Gateway verbindet öffentlich. NAT-Gateway erlaubt ausgehend für private Ressourcen. Security Group Eine Security Group ist eine virtuelle Firewall-Regelgruppe. Sie steuert: eingehenden Verkehr ausgehenden Verkehr Ports Protokolle Quellen Ziele Merksatz: Security Group = Firewall-Regeln an Cloud-Ressourcen. Network ACL und NSG Network ACL: Zugriffsliste auf Netzwerk- oder Subnetzebene NSG: Network Security Group, Regelgruppe für Netzwerkzugriffe Wichtig: Je nach Plattform können Regeln stateful oder stateless sein. Merksatz: Security Groups, ACLs und NSGs können alle Zugriff beeinflussen. Stateful und Stateless Stateful bedeutet: Rückverkehr zu erlaubten Verbindungen wird automatisch zugeordnet. Stateless bedeutet: Rückverkehr muss separat erlaubt werden. Merksatz: Stateful merkt sich Verbindungen. Stateless prüft jedes Paket einzeln. Load Balancer Ein Load Balancer verteilt Anfragen auf mehrere Ziele. Vorteile: Lastverteilung höhere Verfügbarkeit Skalierung Wartung einzelner Backends Health Checks Merksatz: Load Balancer verteilt Verkehr auf gesunde Ziele. Health Check Ein Health Check prüft, ob ein Backend gesund ist. Beispiele: TCP-Port erreichbar HTTP-Status 200 Anwendung meldet gesund Antwortzeit akzeptabel Merksatz: Health Check entscheidet, ob ein Backend Verkehr erhält. Peering Peering verbindet zwei Cloud-Netze privat miteinander. Wichtig: IP-Netze dürfen sich nicht überschneiden. Routen müssen passen. Sicherheitsregeln müssen passen. Peering ist nicht automatisch transitiv. Merksatz: Peering verbindet Netze, leitet aber nicht automatisch zu dritten Netzen weiter. Cloud-VPN Cloud-VPN verbindet Cloud-Netze mit anderen Netzen. Beispiele: Cloud ↔ lokales Rechenzentrum Cloud ↔ Niederlassung Cloud ↔ andere Cloud Wichtig: IP-Planung Routing Firewall-Regeln Verschlüsselung Monitoring Rückrouten Merksatz: Cloud-VPN braucht Regeln und Routen auf beiden Seiten. Cloud-Speicherarten Die wichtigsten Cloud-Speicherarten sind: - Objektspeicher - Blockspeicher - Dateispeicher - Archivspeicher Merksatz: Speicherart nach Einsatzzweck auswählen. Objektspeicher Objektspeicher speichert Daten als Objekte. Ein Objekt enthält: Inhalt Metadaten eindeutigen Schlüssel Typische Nutzung: Backups Bilder Videos Logs Archive Dokumente große unstrukturierte Datenmengen Merksatz: Objektspeicher eignet sich für viele unstrukturierte Daten. Bucket Ein Bucket ist ein Speicherbehälter für Objekte. Wichtig: Bucket-Berechtigungen sind sicherheitskritisch. Fehler: Bucket öffentlich lesbar Folge: vertrauliche Daten können offenliegen. Merksatz: Öffentliche Buckets vermeiden. Blockspeicher Blockspeicher verhält sich wie eine virtuelle Festplatte. Typische Nutzung: virtuelle Maschinen Betriebssystemplatten Datenbanken Anwendungen mit Dateisystem Merksatz: Blockspeicher = virtuelle Festplatte. Dateispeicher Dateispeicher stellt klassische Datei- und Ordnerfreigaben bereit. Typische Protokolle: SMB NFS Typische Nutzung: gemeinsame Dateien Benutzerdateien klassische Anwendungen zentrale Ablagen Merksatz: Dateispeicher = Freigabe mit Dateien und Ordnern. Backup in der Cloud Cloud ersetzt kein Backup. Auch Cloud-Daten können verloren gehen durch: Benutzerfehler Ransomware Fehlkonfiguration falsche Synchronisation gelöschte Benutzer kompromittierte Adminzugänge Anbieterproblem fehlerhafte Anwendung Merksatz: Cloud ist kein Backup. RPO und RTO RPO steht für: Recovery Point Objective Frage: Wie viel Datenverlust ist maximal erlaubt? RTO steht für: Recovery Time Objective Frage: Wie lange darf Wiederherstellung dauern? Merksatz: RPO = Datenverlust. RTO = Wiederherstellungszeit. Backup und Replikation Backup: dient der Wiederherstellung alter oder gesicherter Zustände Replikation: kopiert Daten auf ein anderes System oder in eine andere Region Wichtig: Replikation ist kein vollständiger Backup-Ersatz, weil Fehler und Löschungen mitkopiert werden können. Merksatz: Backup schützt Wiederherstellung. Replikation schützt eher Verfügbarkeit. 3-2-1-Regel Die 3-2-1-Regel bedeutet: 3 Kopien der Daten 2 unterschiedliche Speichermedien oder Speicherarten 1 Kopie außer Haus oder getrennt vom Hauptsystem Merksatz: Mehrere getrennte Kopien schützen besser. Immutable Backup Immutable bedeutet: unveränderlich Ein Immutable Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden. Vorteile: Schutz vor Ransomware Schutz vor versehentlicher Löschung Schutz vor kompromittierten Konten Merksatz: Immutable Backup schützt vor Manipulation und Löschung. IAM IAM steht für: Identity and Access Management IAM regelt: Benutzer Gruppen Rollen Berechtigungen Richtlinien Servicekonten API-Schlüssel MFA Merksatz: IAM entscheidet, wer was in der Cloud darf. Authentifizierung und Autorisierung Authentifizierung: Wer bist du? Autorisierung: Was darfst du? Beispiel: Benutzer meldet sich an: Authentifizierung Benutzer darf eine VM löschen: Autorisierung Merksatz: Anmeldung und Berechtigung unterscheiden. MFA MFA steht für: Multi-Faktor-Authentifizierung MFA ist besonders wichtig für: Administratoren externe Benutzer Cloud-Portale IAM Abrechnung Produktion sensible Daten Merksatz: Cloud-Adminzugänge ohne MFA sind ein hohes Risiko. Least Privilege Least Privilege bedeutet: nur die Rechte vergeben, die wirklich benötigt werden. In der Cloud besonders wichtig, weil einzelne Rechte große Auswirkungen haben können. Beispiele: Speicher öffentlich machen Firewall öffnen VM löschen Backup löschen Rollen vergeben API-Schlüssel erstellen Merksatz: Cloud-Rechte minimal vergeben. Servicekonten und API-Schlüssel Servicekonten sind Identitäten für Dienste oder Anwendungen. API-Schlüssel erlauben Programmen Zugriff auf Cloud-Dienste. Risiken: zu viele Rechte Schlüssel im Quellcode keine Rotation keine Löschung nach Projektende Veröffentlichung in Repositories Merksatz: Servicekonten und API-Schlüssel wie kritische Zugangsdaten behandeln. Secrets Secrets sind geheime Informationen. Beispiele: Passwörter Tokens API-Schlüssel private Schlüssel Zertifikate Datenbankkennwörter Merksatz: Secrets gehören nicht in Quellcode, Tickets, Chats oder ungeschützte Dokumente. RBAC und ABAC RBAC: rollenbasierte Zugriffskontrolle ABAC: attributbasierte Zugriffskontrolle Modell Grundlage RBAC Rollen ABAC Attribute Merksatz: RBAC arbeitet mit Rollen. ABAC arbeitet mit Eigenschaften. Tenant und Mandantentrennung Ein Tenant ist ein logisch getrennter Verwaltungsbereich. Mandantentrennung bedeutet: Daten und Ressourcen verschiedener Kunden oder Organisationseinheiten werden logisch getrennt. Merksatz: Tenant = eigener Cloud-Verwaltungsbereich. SSO, SAML, OAuth 2.0 und OpenID Connect SSO: einmal anmelden, mehrere Dienste nutzen SAML: häufig für Single Sign-On genutzt OAuth 2.0: delegierte Autorisierung OpenID Connect: ergänzt OAuth 2.0 um Authentifizierung Merksatz: OAuth 2.0 ist Autorisierung. OpenID Connect ergänzt Authentifizierung. Verschlüsselung Cloud-Daten sollten geschützt werden: bei Übertragung und im Ruhezustand Bei Übertragung: TLS Im Ruhezustand: Speicherverschlüsselung Datenbankverschlüsselung Backup-Verschlüsselung Merksatz: Verschlüsselung schützt Daten, ersetzt aber keine Rechteverwaltung. KMS KMS steht für: Key Management Service Ein KMS verwaltet kryptografische Schlüssel. Aufgaben: Schlüssel erzeugen Schlüssel speichern Schlüssel rotieren Zugriff steuern Nutzung protokollieren Schlüssel deaktivieren Merksatz: KMS verwaltet Schlüssel für Cloud-Verschlüsselung. Logging und Monitoring Monitoring: zeigt aktuelle Zustände und Messwerte Logging: zeigt Ereignisse und Änderungen Beispiele für Logs: Audit-Logs Flow Logs Firewall-Logs Anwendungslogs IAM-Logs Load-Balancer-Logs Merksatz: Monitoring zeigt Zustand. Logging zeigt Ereignisse. SIEM SIEM steht für: Security Information and Event Management Ein SIEM sammelt und analysiert Sicherheitslogs. Ziele: Angriffe erkennen Alarme erzeugen Ereignisse korrelieren Nachweise liefern Merksatz: SIEM hilft bei zentraler Sicherheitsüberwachung. Kostenkontrolle Cloud-Kosten entstehen durch: Rechenleistung Speicher Datenbanken Backups Snapshots Logs Monitoring Netzwerkverkehr Load Balancer Lizenzen öffentliche IP-Adressen Support Merksatz: Cloud-Kosten entstehen nicht nur durch Server. Pay as you go Pay as you go bedeutet: Abrechnung nach Nutzung. Vorteil: flexibel Risiko: Fehlkonfiguration, Dauerbetrieb oder unerwartete Last können teuer werden. Merksatz: Pay as you go braucht Kostenüberwachung. Tagging Tagging bedeutet: Cloud-Ressourcen werden mit Metadaten markiert. Beispiele: Projekt Kostenstelle Verantwortlicher Umgebung Ablaufdatum Schutzbedarf Merksatz: Tags helfen bei Kosten, Verantwortung Ordnung und Automatisierung. Rightsizing Rightsizing bedeutet: Ressourcen passend dimensionieren. Zu groß: unnötige Kosten Zu klein: schlechte Leistung oder Ausfälle Merksatz: Rightsizing sucht die passende Ressourcengröße. Auto Scaling Auto Scaling passt Ressourcen automatisch an die Last an. Beispiel: mehr Instanzen bei hoher Last weniger Instanzen bei geringer Last Merksatz: Auto Scaling skaliert automatisch nach Regeln. Horizontale und vertikale Skalierung Skalierung Bedeutung horizontal mehr Instanzen vertikal größere Instanz Merksatz: Horizontal = mehr Systeme. Vertikal = stärkeres System. Hochverfügbarkeit Hochverfügbarkeit bedeutet: Dienste bleiben möglichst verfügbar, auch wenn einzelne Komponenten ausfallen. Mittel: mehrere Instanzen mehrere Verfügbarkeitszonen Load Balancer Replikation Monitoring Auto Scaling Backup Notfallplan Merksatz: Cloud ist nicht automatisch hochverfügbar. Region und Verfügbarkeitszone Region: geografischer Standort des Cloud-Anbieters Verfügbarkeitszone: getrenntes Rechenzentrumssegment innerhalb einer Region Merksatz: Region beeinflusst Datenstandort und Latenz. Zone beeinflusst Ausfallsicherheit innerhalb einer Region. SLA, SLO und SLI Begriff Bedeutung SLA vertragliche Servicezusage SLO Zielwert für Servicequalität SLI Messwert für Servicequalität Merksatz: SLI misst. SLO setzt Ziel. SLA ist Zusage. Infrastructure as Code Infrastructure as Code wird abgekürzt: IaC Dabei wird Infrastruktur als Code beschrieben. Beispiele: Netzwerke Subnetze Firewalls Rollen VMs Datenbanken Load Balancer Speicher Vorteile: wiederholbar versionierbar dokumentiert automatisierbar prüfbar Merksatz: IaC beschreibt Infrastruktur als Code. Configuration Drift Configuration Drift bedeutet: Die echte Konfiguration weicht von der geplanten Konfiguration ab. Ursachen: manuelle Änderungen Notfalländerungen fehlende Dokumentation unterschiedliche Umgebungen Merksatz: Configuration Drift erschwert Betrieb und Sicherheit. Change Management und Rollback Change Management bedeutet: Änderungen werden geplant, geprüft, freigegeben, umgesetzt und dokumentiert. Rollback bedeutet: Änderung zurücknehmen. Merksatz: Jede kritische Änderung braucht Dokumentation und Rückweg. Runbook Ein Runbook ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Betriebsaufgaben. Beispiele: Backup wiederherstellen Alarm bearbeiten Zertifikat erneuern Dienst neu starten Failover auslösen Benutzerzugriff prüfen Merksatz: Runbooks helfen bei wiederholbaren Betriebsabläufen. Incident Response Incident Response bedeutet: Vorgehen bei Sicherheitsvorfällen oder größeren Störungen. Schritte: erkennen bewerten eindämmen beseitigen wiederherstellen dokumentieren verbessern Merksatz: Incident Response muss vor dem Vorfall vorbereitet sein. Datenschutz und Compliance Cloud-Nutzung muss rechtliche und organisatorische Vorgaben beachten. Wichtige Fragen: Welche Daten werden verarbeitet? Wo werden Daten gespeichert? Wer hat Zugriff? Gibt es Auftragsverarbeitung? Sind Daten verschlüsselt? Gibt es Löschkonzepte? Werden Logs personenbezogen? Welche Verträge gelten? Merksatz: Cloud braucht Datenschutz- und Compliance-Prüfung. Datenklassifizierung Datenklassifizierung bedeutet: Daten werden nach Schutzbedarf eingeteilt. Beispiele: öffentlich intern vertraulich streng vertraulich personenbezogen geschäftskritisch Merksatz: Datenklasse bestimmt Schutzmaßnahmen. Datenresidenz Datenresidenz bedeutet: Daten müssen in einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region gespeichert werden. Beispiel: Speicherung innerhalb der EU Merksatz: Datenresidenz beschreibt, wo Daten liegen dürfen. Vendor Lock-in Vendor Lock-in bedeutet: starke Abhängigkeit von einem Anbieter. Ursachen: proprietäre Dienste spezielle APIs spezielle Datenformate hohe Migrationskosten fehlende Portabilität Mitarbeitende kennen nur eine Plattform Merksatz: Vendor Lock-in früh beachten. Exit-Strategie Eine Exit-Strategie beschreibt, wie man einen Cloud-Dienst wieder verlassen kann. Fragen: Wie exportiere ich Daten? In welchem Format? Wie lange dauert Migration? Welche Kosten entstehen? Wie werden Daten beim Anbieter gelöscht? Gibt es Alternativen? Merksatz: Cloud-Einstieg braucht auch Cloud-Ausstiegsplan. Typische IHK-Fragen In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden: - Was bedeutet Cloud Computing? - Was ist On-Premises? - Was ist Public Cloud? - Was ist Private Cloud? - Was ist Hybrid Cloud? - Was ist Multi Cloud? - Was ist der Unterschied zwischen Hybrid Cloud und Multi Cloud? - Was bedeutet IaaS? - Was bedeutet PaaS? - Was bedeutet SaaS? - Was ist das Shared Responsibility Model? - Wer ist bei IaaS für Betriebssystemupdates verantwortlich? - Wer verwaltet bei SaaS Benutzer und Rechte? - Was ist eine VPC? - Was ist ein Public Subnet? - Was ist ein Private Subnet? - Was ist eine Security Group? - Was ist ein Load Balancer? - Was ist IAM? - Was bedeutet Least Privilege? - Was ist MFA? - Was ist ein API-Schlüssel? - Was ist ein Secret? - Was ist Objektspeicher? - Was ist Blockspeicher? - Was ist Dateispeicher? - Warum ist Cloud-Speicher kein Backup? - Was bedeutet RPO? - Was bedeutet RTO? - Was ist Auto Scaling? - Was ist horizontale Skalierung? - Was ist vertikale Skalierung? - Was ist ein SLA? - Warum ist Cloud nicht automatisch sicher? - Warum ist Cloud nicht automatisch günstiger? Typische Prüfungsfallen Cloud ist nicht automatisch günstiger. Cloud ist nicht automatisch sicher. Cloud ist nicht automatisch hochverfügbar. Cloud ist nicht automatisch Backup. Anbieter übernimmt nicht automatisch alles. Daten, Benutzer und Rechte bleiben Kundenthema. Public Cloud ist nicht automatisch unsicher. Private Cloud ist nicht automatisch günstiger. Hybrid Cloud ist nicht Multi Cloud. Multi Cloud ist nicht automatisch Hybrid. Virtualisierung allein ist keine Private Cloud. IaaS ist Infrastruktur. PaaS ist Plattform. SaaS ist fertige Software. Cloud-VM muss Kunde oft selbst patchen. SaaS-Rechte bleiben Kundenthema. Serverless heißt nicht serverfrei. VPC und VNet sind virtuelle Cloud-Netze. Public Subnet nicht für Datenbanken nutzen. Private Subnet schützt vor direkter öffentlicher Erreichbarkeit. Security Group ist virtuelle Firewall. Öffentliche Buckets vermeiden. Synchronisation ist kein Backup. Replikation ist kein Backup. Snapshot ist nicht immer Backup. Backup ohne Restore-Test ist unsicher. RPO und RTO nicht verwechseln. IAM ist zentral für Cloud-Sicherheit. Authentifizierung ist nicht Autorisierung. MFA für Admins ist wichtig. API-Schlüssel wie Passwörter behandeln. Secrets nicht im Code speichern. Verschlüsselung ersetzt keine Rechteverwaltung. Monitoring und Logging unterscheiden. Pay as you go braucht Kostenkontrolle. Tags helfen bei Kosten und Verantwortung. Horizontal und vertikal unterscheiden. SLA, SLO und SLI nicht verwechseln. Exit-Strategie früh planen. Wichtige Begriffe kurz erklärt Begriff Kurze Erklärung Cloud IT-Ressourcen als Dienst On-Premises lokal selbst betrieben Public Cloud Anbieterplattform für viele Kunden Private Cloud Cloud für eine Organisation Hybrid Cloud lokale/private IT plus Cloud Multi Cloud mehrere Cloud-Anbieter Community Cloud Cloud für bestimmte Gemeinschaft IaaS Infrastructure as a Service PaaS Platform as a Service SaaS Software as a Service Shared Responsibility geteilte Verantwortung Virtualisierung Aufteilung physischer Ressourcen Container portable Anwendungseinheit Kubernetes Container-Orchestrierung Serverless keine Serververwaltung durch Kunden FaaS Function as a Service VPC Virtual Private Cloud VNet Virtual Network Public Subnet öffentlich angebundenes Subnetz Private Subnet internes Subnetz Security Group virtuelle Firewall-Regelgruppe Load Balancer verteilt Anfragen Health Check prüft Dienstgesundheit Peering Verbindung zwischen Cloud-Netzen Cloud-VPN VPN zu Cloud-Netz Objektspeicher Speicher für Objekte Bucket Speicherbehälter Blockspeicher virtuelle Festplatte Dateispeicher Datei- und Ordnerfreigabe Backup zusätzliche Sicherung Restore Wiederherstellung RPO maximaler Datenverlust RTO maximale Wiederherstellungszeit Immutable Backup unveränderliches Backup IAM Identity and Access Management MFA Multi-Faktor-Authentifizierung Least Privilege minimale notwendige Rechte API-Schlüssel Zugriffsschlüssel für Programme Secret geheime Information RBAC rollenbasierte Zugriffskontrolle ABAC attributbasierte Zugriffskontrolle Tenant Cloud-Verwaltungsbereich SSO Single Sign-On OAuth 2.0 delegierte Autorisierung OpenID Connect Authentifizierungserweiterung KMS Key Management Service Monitoring Zustandsüberwachung Logging Ereignisprotokollierung SIEM Sicherheitslog-Auswertung Pay as you go Abrechnung nach Nutzung Tagging Metadaten für Ressourcen Rightsizing passende Ressourcengröße Auto Scaling automatische Skalierung SLA vertragliche Servicezusage SLO Serviceziel SLI Servicemesswert IaC Infrastructure as Code Configuration Drift Abweichung von Soll-Konfiguration Runbook Betriebsanleitung Incident Response Reaktion auf Vorfälle Compliance Einhaltung von Vorgaben Datenresidenz erlaubter Speicherort Vendor Lock-in Anbieterabhängigkeit Exit-Strategie Plan zum Verlassen eines Dienstes IHK-sichere Gesamtformulierung Cloud Computing bedeutet, dass IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher, Netzwerke, Plattformen oder Anwendungen über ein Netzwerk als Dienst bereitgestellt werden. Bei On-Premises betreibt ein Unternehmen seine IT lokal selbst. Public Cloud wird von einem Anbieter für viele Kunden bereitgestellt, Private Cloud für eine einzelne Organisation, Hybrid Cloud kombiniert lokale oder private IT mit Public Cloud, und Multi Cloud nutzt mehrere Cloud-Anbieter. Die wichtigsten Service-Modelle sind IaaS, PaaS und SaaS. Das Shared Responsibility Model beschreibt die geteilte Verantwortung zwischen Anbieter und Kunde. Auch in der Cloud bleiben Benutzer, Rechte, Daten, sichere Konfiguration, Backup, Monitoring, Kostenkontrolle, Datenschutz und Compliance wichtige Aufgaben des Kunden. Wichtigste Merksätze Cloud = IT-Ressourcen als Dienst. Cloud ist kein einzelnes Produkt. Cloud ist nicht automatisch sicher. Cloud ist nicht automatisch günstig. Cloud ist nicht automatisch hochverfügbar. Cloud ist kein Backup. On-Premises = lokal selbst betrieben. Public Cloud = Anbieterplattform für viele Kunden. Private Cloud = Cloud für eine Organisation. Hybrid Cloud = lokal plus Cloud. Multi Cloud = mehrere Anbieter. IaaS = Infrastruktur. PaaS = Plattform. SaaS = fertige Software. Shared Responsibility = geteilte Verantwortung. Daten bleiben Kundenthema. Benutzer bleiben Kundenthema. Rechte bleiben Kundenthema. Cloud-VM muss Kunde oft selbst patchen. SaaS braucht Rechteverwaltung. Serverless heißt keine Serververwaltung durch Kunden. VPC und VNet sind virtuelle Cloud-Netze. Public Subnet nur für öffentliche Komponenten. Private Subnet für interne Ressourcen. Datenbanken nicht öffentlich bereitstellen. Security Groups sind virtuelle Firewall-Regeln. Cloud-VPN braucht Routen beidseitig. Objektspeicher für unstrukturierte Daten. Blockspeicher für VMs und Datenbanken. Dateispeicher für Freigaben. Öffentliche Buckets vermeiden. Backup regelmäßig testen. RPO = Datenverlust. RTO = Wiederherstellungszeit. IAM entscheidet, wer was darf. MFA für Admins erzwingen. Least Privilege immer beachten. API-Schlüssel schützen. Secrets sicher verwalten. Verschlüsselung ersetzt keine Rechte. Monitoring zeigt Zustand. Logging zeigt Ereignisse. Kosten aktiv überwachen. Tags pflegen. Auto Scaling braucht Regeln. Horizontal = mehr Instanzen. Vertikal = größere Instanz. IaC macht Infrastruktur wiederholbar. Configuration Drift vermeiden. Runbooks helfen im Betrieb. Incident Response vorbereiten. Datenschutz und Compliance prüfen. Exit-Strategie früh planen.