# 16.1 Angriffe und Schutzmaßnahmen

IT-Systeme und Netzwerke sind vielen möglichen Angriffen ausgesetzt.

Ein Angriff kann sich richten gegen:

    - Vertraulichkeit
    - Integrität
    - Verfügbarkeit
    - Identitäten
    - Daten
    - Anwendungen
    - Netzwerke
    - Endgeräte
    - Server
    - Cloud-Dienste

Merksatz:

    IT-Sicherheit schützt nicht nur Technik,
    sondern auch Daten,
    Prozesse
    und Verfügbarkeit.

---

**Grundziele der Informationssicherheit**

Die drei wichtigsten Grundziele sind:

    Vertraulichkeit

    Integrität

    Verfügbarkeit

Diese drei Begriffe werden oft als Schutzziele bezeichnet.

Merksatz:

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit sind die Grundpfeiler der IT-Sicherheit.

---

**Vertraulichkeit**

Vertraulichkeit bedeutet:

    Informationen dürfen nur von berechtigten Personen gelesen werden.

Beispiele:

    Kundendaten
    Passwörter
    Personalakten
    Geschäftsgeheimnisse
    medizinische Daten
    interne Dokumente
    Zugangsdaten

Angriffe auf Vertraulichkeit:

    Datenabfluss
    unberechtigter Zugriff
    Abhören
    Phishing
    gestohlene Zugangsdaten
    öffentlich freigegebene Cloud-Speicher

Merksatz:

    Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen.

---

**Integrität**

Integrität bedeutet:

    Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden.

Beispiele:

    Rechnung darf nicht manipuliert werden.
    Konfigurationsdatei darf nicht heimlich geändert werden.
    Softwarepaket darf nicht verfälscht werden.
    Logdatei darf nicht manipuliert werden.

Angriffe auf Integrität:

    Manipulation
    Schadsoftware
    unberechtigte Änderungen
    Datenbankänderungen
    Man-in-the-Middle
    Supply-Chain-Angriffe

Merksatz:

    Integrität schützt vor unbemerkter Veränderung.

---

**Verfügbarkeit**

Verfügbarkeit bedeutet:

    Systeme,
    Dienste
    und Daten sind bei Bedarf nutzbar.

Beispiele:

    Webserver erreichbar
    E-Mail funktioniert
    Datenbank antwortet
    Backup kann wiederhergestellt werden
    Netzwerk ist verfügbar
    Cloud-Dienst läuft

Angriffe auf Verfügbarkeit:

    DoS
    DDoS
    Ransomware
    Sabotage
    Überlastung
    Ausfall kritischer Komponenten

Merksatz:

    Verfügbarkeit schützt die Nutzbarkeit von Systemen.

---

**CIA-Triade**

Die drei Schutzziele werden oft zusammengefasst als:

    Confidentiality
    Integrity
    Availability

Deutsch:

    Vertraulichkeit
    Integrität
    Verfügbarkeit

Merksatz:

    CIA-Triade = Vertraulichkeit,
    Integrität
    Verfügbarkeit.

---

**Authentizität**

Authentizität bedeutet:

    Die Echtheit einer Person,
    eines Systems
    oder einer Nachricht ist überprüfbar.

Beispiele:

    Ist der Benutzer wirklich der richtige Benutzer?
    Ist der Server wirklich der richtige Server?
    Stammt die E-Mail wirklich vom angegebenen Absender?
    Ist das Zertifikat gültig?

Merksatz:

    Authentizität schützt vor falscher Identität.

---

**Nichtabstreitbarkeit**

Nichtabstreitbarkeit bedeutet:

    Eine Handlung kann später nicht glaubwürdig abgestritten werden.

Beispiel:

    Eine digital signierte Bestellung kann einer Person oder Organisation zugeordnet werden.

Mittel:

    digitale Signatur
    Protokollierung
    Zeitstempel
    eindeutige Benutzerkonten

Merksatz:

    Nichtabstreitbarkeit sorgt für Nachweisbarkeit.

---

**Angriffsarten im Überblick**

Typische Angriffsarten:

    - Phishing
    - Social Engineering
    - Malware
    - Ransomware
    - DoS und DDoS
    - Man-in-the-Middle
    - Passwortangriffe
    - Brute Force
    - Credential Stuffing
    - Spoofing
    - Sniffing
    - SQL Injection
    - Cross-Site Scripting
    - Zero-Day-Angriff
    - Supply-Chain-Angriff
    - Insider-Bedrohung

Merksatz:

    Angriffe können technisch,
    organisatorisch
    oder menschlich ansetzen.

---

**Angreiferziele**

Angreifer verfolgen unterschiedliche Ziele.

Beispiele:

    Daten stehlen
    Geld erpressen
    Systeme verschlüsseln
    Zugangsdaten sammeln
    Dienste lahmlegen
    Systeme übernehmen
    Spionage betreiben
    Sabotage durchführen
    Rechenleistung missbrauchen
    interne Bewegung im Netz erreichen

Merksatz:

    Angriffe haben ein Ziel,
    auch wenn sie zunächst zufällig wirken.

---

**Angriffsfläche**

Angriffsfläche bedeutet:

    alle Stellen,
    an denen ein System angegriffen werden kann.

Beispiele:

    offene Ports
    Webanwendungen
    VPN-Zugänge
    Benutzerkonten
    E-Mail
    Cloud-Portale
    APIs
    veraltete Software
    unsichere Freigaben
    mobile Geräte
    externe Dienstleister

Merksatz:

    Je größer die Angriffsfläche,
    desto mehr mögliche Angriffspunkte.

---

**Angriffsfläche reduzieren**

Maßnahmen:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports schließen
    alte Software entfernen
    Standardkonten deaktivieren
    Rechte begrenzen
    MFA aktivieren
    Netzsegmentierung nutzen
    Systeme patchen
    öffentliche Zugriffe prüfen
    sichere Konfiguration verwenden

Merksatz:

    Nicht benötigte Angriffsfläche entfernen.

---

**Schwachstelle**

Eine Schwachstelle ist eine Sicherheitslücke oder ein Fehler,
der ausgenutzt werden kann.

Beispiele:

    veraltete Software
    unsichere Konfiguration
    schwaches Passwort
    fehlende Zugriffskontrolle
    Programmierfehler
    offener Adminport
    öffentlich freigegebener Speicher

Merksatz:

    Schwachstelle = ausnutzbare Sicherheitslücke.

---

**Bedrohung**

Eine Bedrohung ist ein mögliches Ereignis,
das Schaden verursachen kann.

Beispiele:

    Angreifer
    Malware
    Feuer
    Diebstahl
    Stromausfall
    Fehlbedienung
    Datenverlust
    Insider

Merksatz:

    Bedrohung = mögliches schädliches Ereignis.

---

**Risiko**

Risiko beschreibt,
wie wahrscheinlich ein Schaden ist
und wie groß die Auswirkung wäre.

Vereinfacht:

    Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadenshöhe

Beispiel:

    Ein öffentlich erreichbarer Server mit alter Software hat ein hohes Risiko.

Merksatz:

    Risiko verbindet Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

---

**Schutzmaßnahme**

Eine Schutzmaßnahme reduziert ein Risiko.

Beispiele:

    Patch einspielen
    MFA aktivieren
    Firewall-Regel setzen
    Backup erstellen
    Benutzer schulen
    Rechte begrenzen
    Verschlüsselung nutzen
    Monitoring aktivieren

Merksatz:

    Schutzmaßnahmen senken Eintrittswahrscheinlichkeit oder Auswirkung.

---

**Technische Schutzmaßnahmen**

Technische Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel:

    Firewall
    Antivirus
    EDR
    IDS
    IPS
    Verschlüsselung
    MFA
    Patchmanagement
    Backup
    Netzwerksegmentierung
    Logging
    Monitoring
    Zugriffskontrolle
    sichere Konfiguration

Merksatz:

    Technische Maßnahmen schützen Systeme direkt.

---

**Organisatorische Schutzmaßnahmen**

Organisatorische Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel:

    Sicherheitsrichtlinien
    Schulungen
    Berechtigungskonzepte
    Notfallpläne
    Change Management
    Rollenverteilung
    Freigabeprozesse
    Offboarding
    Dokumentation
    Verantwortlichkeiten

Merksatz:

    Organisation entscheidet,
    wie Sicherheit dauerhaft umgesetzt wird.

---

**Personelle Schutzmaßnahmen**

Personelle Schutzmaßnahmen betreffen Menschen.

Beispiele:

    Schulung gegen Phishing
    klare Meldewege
    Sensibilisierung
    Vier-Augen-Prinzip
    sichere Passwortnutzung
    Umgang mit vertraulichen Daten
    Verhalten bei Sicherheitsvorfällen

Merksatz:

    Menschen sind Teil der Sicherheit,
    nicht nur Risiko.

---

**Physische Schutzmaßnahmen**

Physische Schutzmaßnahmen schützen Räume,
Geräte
und Infrastruktur.

Beispiele:

    Zutrittskontrolle
    abschließbare Serverräume
    Videoüberwachung
    Brandschutz
    USV
    Klimatisierung
    Schutz vor Diebstahl
    gesicherte Netzwerkschränke

Merksatz:

    IT-Sicherheit beginnt auch bei physischem Schutz.

---

**Defense in Depth**

Defense in Depth bedeutet:

    mehrere Schutzschichten werden kombiniert.

Beispiel:

    Firewall
    plus
    MFA
    plus
    Patchmanagement
    plus
    EDR
    plus
    Backup
    plus
    Monitoring

Wenn eine Schutzschicht versagt,
sollen andere Schichten weiter schützen.

Merksatz:

    Defense in Depth = Sicherheit durch mehrere Schichten.

---

**Least Privilege**

Least Privilege bedeutet:

    Benutzer,
    Dienste
    und Systeme bekommen nur die Rechte,
    die sie wirklich benötigen.

Beispiele:

    normaler Benutzer kein lokaler Administrator
    Dienstkonto nur Zugriff auf benötigte Datenbank
    VPN-Benutzer nur auf notwendige Systeme
    Cloud-Rolle nur mit benötigten Aktionen

Merksatz:

    Weniger Rechte bedeuten weniger Schaden bei Missbrauch.

---

**Need to Know**

Need to Know bedeutet:

    Zugriff nur auf Informationen,
    die für die Aufgabe erforderlich sind.

Beispiel:

    Personalabteilung sieht Personalakten.
    Support sieht technische Tickets.
    Praktikant sieht keine vertraulichen Finanzdaten.

Merksatz:

    Nicht jeder muss alles wissen.

---

**Zero Trust**

Zero Trust bedeutet:

    keinem Zugriff automatisch vertrauen.

Es wird geprüft:

    Benutzer
    Gerät
    Standort
    Risiko
    Anwendung
    Berechtigung
    MFA
    Gerätezustand

Merksatz:

    Zero Trust heißt:
    immer prüfen,
    nie pauschal vertrauen.

---

**Phishing**

Phishing ist der Versuch,
Benutzer zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu verleiten.

Ziele:

    Passwörter
    MFA-Codes
    Kreditkartendaten
    Zugangsdaten
    interne Informationen

Typische Mittel:

    gefälschte E-Mails
    gefälschte Webseiten
    gefälschte Loginseiten
    angebliche Rechnungen
    angebliche Paketmeldungen
    angebliche Sicherheitswarnungen

Merksatz:

    Phishing greift den Menschen über Täuschung an.

---

**Spear Phishing**

Spear Phishing ist gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen oder Organisationen.

Beispiel:

    Angreifer schreibt eine E-Mail,
    die genau zu einer Firma,
    einem Projekt
    oder einer Rolle passt.

Spear Phishing wirkt oft glaubwürdiger als Massenphishing.

Merksatz:

    Spear Phishing ist gezieltes Phishing.

---

**Whaling**

Whaling ist Phishing gegen besonders wichtige Personen.

Beispiele:

    Geschäftsführung
    Administratoren
    Finanzleitung
    Personalabteilung
    Projektleitung

Merksatz:

    Whaling richtet sich gegen besonders wertvolle Ziele.

---

**Social Engineering**

Social Engineering nutzt menschliches Verhalten aus.

Beispiele:

    Vertrauen erschleichen
    Zeitdruck erzeugen
    Hilfsbereitschaft ausnutzen
    Autorität vortäuschen
    Angst erzeugen
    Neugier ausnutzen

Merksatz:

    Social Engineering manipuliert Menschen statt Technik.

---

**Schutz vor Phishing und Social Engineering**

Maßnahmen:

    Schulungen
    klare Meldewege
    MFA
    E-Mail-Filter
    sichere Passwortmanager
    keine Links blind anklicken
    Absender prüfen
    ungewöhnliche Anfragen hinterfragen
    Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungen
    Sensibilisierung für Druck und Täuschung

Merksatz:

    Technik und Schulung gemeinsam schützen besser.

---

**Malware**

Malware ist Schadsoftware.

Beispiele:

    Virus
    Wurm
    Trojaner
    Ransomware
    Spyware
    Keylogger
    Rootkit
    Botnet-Client
    Cryptominer

Merksatz:

    Malware ist Software mit schädlicher Funktion.

---

**Virus**

Ein Virus hängt sich an Dateien oder Programme
und verbreitet sich,
wenn diese ausgeführt oder weitergegeben werden.

Merksatz:

    Virus braucht meist eine Wirtsdatei oder Benutzeraktion.

---

**Wurm**

Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Netzwerke oder Schwachstellen.

Gefahr:

    schnelle Ausbreitung
    hohe Netzlast
    Infektion vieler Systeme
    Ausnutzung ungepatchter Systeme

Merksatz:

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

---

**Trojaner**

Ein Trojaner tarnt sich als nützliches oder harmloses Programm,
enthält aber Schadfunktionen.

Beispiele:

    angebliches Tool
    manipulierte Installationsdatei
    Fake-Update
    gecrackte Software

Merksatz:

    Trojaner täuscht Nützlichkeit vor.

---

**Ransomware**

Ransomware verschlüsselt Daten oder sperrt Systeme
und fordert Lösegeld.

Folgen:

    Daten nicht verfügbar
    Betriebsunterbrechung
    Erpressung
    Datenabfluss möglich
    hohe Wiederherstellungskosten

Merksatz:

    Ransomware greift vor allem Verfügbarkeit und oft auch Vertraulichkeit an.

---

**Schutz vor Ransomware**

Maßnahmen:

    Offline- oder Immutable-Backups
    regelmäßige Restore-Tests
    Patchmanagement
    EDR
    Makros einschränken
    Least Privilege
    Netzwerksegmentierung
    MFA
    E-Mail-Schutz
    keine lokalen Adminrechte
    Monitoring
    schnelle Isolation infizierter Systeme

Merksatz:

    Gegen Ransomware sind Backups,
    Rechtebegrenzung
    und Segmentierung besonders wichtig.

---

**Spyware**

Spyware spioniert Benutzer oder Systeme aus.

Beispiele:

    Tastatureingaben aufzeichnen
    Bildschirm erfassen
    Browserdaten auslesen
    Zugangsdaten stehlen
    Benutzerverhalten beobachten

Merksatz:

    Spyware sammelt heimlich Informationen.

---

**Keylogger**

Ein Keylogger zeichnet Tastatureingaben auf.

Ziel:

    Passwörter
    Zugangsdaten
    Nachrichten
    vertrauliche Eingaben

Merksatz:

    Keylogger stehlen Eingaben.

---

**Rootkit**

Ein Rootkit versteckt Schadsoftware oder ermöglicht besonders tiefen Zugriff auf ein System.

Ziel:

    Erkennung verhindern
    Kontrolle behalten
    Sicherheitssoftware umgehen
    System manipulieren

Merksatz:

    Rootkits verstecken und verankern Angriffe tief im System.

---

**Botnet**

Ein Botnet ist ein Netzwerk kompromittierter Systeme,
die von Angreifern gesteuert werden.

Nutzung:

    DDoS
    Spam
    Credential Stuffing
    Malware-Verteilung
    Cryptomining
    Proxy-Missbrauch

Merksatz:

    Botnet = viele fremdgesteuerte infizierte Systeme.

---

**DoS**

DoS steht für:

    Denial of Service

Ziel:

    Ein Dienst wird durch Überlastung oder Störung unbenutzbar.

Beispiel:

    Ein Server erhält so viele Anfragen,
    dass er nicht mehr antwortet.

Merksatz:

    DoS greift die Verfügbarkeit an.

---

**DDoS**

DDoS steht für:

    Distributed Denial of Service

Dabei kommt der Angriff von vielen Systemen gleichzeitig.

Oft werden Botnetze genutzt.

Merksatz:

    DDoS ist verteilter DoS-Angriff.

---

**Schutz vor DoS und DDoS**

Maßnahmen:

    DDoS-Schutzdienst
    Rate Limiting
    Load Balancer
    Content Delivery Network
    Firewall-Regeln
    Anycast
    Skalierung
    Monitoring
    Notfallplan
    Provider-Unterstützung

Merksatz:

    DDoS-Schutz braucht Technik,
    Skalierung
    und Vorbereitung.

---

**Man-in-the-Middle**

Man-in-the-Middle wird oft abgekürzt:

    MitM

Dabei sitzt ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Ziele:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Sitzung übernehmen
    Zertifikatswarnungen ausnutzen
    Zugangsdaten abfangen

Merksatz:

    MitM greift Kommunikation zwischen zwei Parteien an.

---

**Schutz vor Man-in-the-Middle**

Maßnahmen:

    TLS korrekt nutzen
    Zertifikate prüfen
    keine Zertifikatswarnungen ignorieren
    VPN in unsicheren Netzen
    HSTS bei Webdiensten
    sichere WLANs
    Zertifikat-Pinning je nach Anwendung
    starke Authentifizierung

Merksatz:

    TLS schützt nur,
    wenn Zertifikate korrekt geprüft werden.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet.

Nützlich für Administratoren:

    Fehlersuche
    Analyse
    Protokollprüfung

Gefährlich durch Angreifer:

    Zugangsdaten abfangen
    unverschlüsselte Daten lesen
    interne Kommunikation beobachten

Merksatz:

    Sniffing ist Analysewerkzeug,
    kann aber missbraucht werden.

---

**Spoofing**

Spoofing bedeutet:

    eine falsche Identität oder Adresse wird vorgetäuscht.

Beispiele:

    IP-Spoofing
    MAC-Spoofing
    DNS-Spoofing
    E-Mail-Spoofing
    ARP-Spoofing

Merksatz:

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

---

**ARP-Spoofing**

ARP-Spoofing manipuliert die Zuordnung von IP-Adresse zu MAC-Adresse im lokalen Netz.

Ziel:

    Verkehr über Angreifer leiten
    Man-in-the-Middle ermöglichen
    Kommunikation stören

Merksatz:

    ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an.

---

**DNS-Spoofing**

DNS-Spoofing manipuliert Namensauflösung.

Beispiel:

    Benutzer ruft bank.example auf,
    wird aber auf falsche IP geleitet.

Schutz:

    DNSSEC
    sichere DNS-Server
    TLS-Zertifikatsprüfung
    Monitoring
    keine unsicheren DNS-Quellen

Merksatz:

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen.

---

**Passwortangriffe**

Passwortangriffe versuchen,
Zugangsdaten zu erraten,
zu stehlen
oder wiederzuverwenden.

Typen:

    Brute Force
    Wörterbuchangriff
    Credential Stuffing
    Password Spraying
    Phishing
    Keylogger

Merksatz:

    Passwortangriffe richten sich gegen Identitäten.

---

**Brute Force**

Brute Force bedeutet:

    viele mögliche Passwörter werden systematisch ausprobiert.

Schutz:

    starke Passwörter
    MFA
    Sperrmechanismen
    Rate Limiting
    Monitoring
    keine Standardkonten
    Passwortmanager

Merksatz:

    Brute Force wird durch Begrenzung und starke Authentifizierung erschwert.

---

**Credential Stuffing**

Credential Stuffing bedeutet:

    Angreifer nutzen bekannte Zugangsdaten aus früheren Datenlecks
    und probieren sie bei anderen Diensten aus.

Schutz:

    keine Passwortwiederverwendung
    MFA
    Passwortmanager
    Leak-Prüfung
    ungewöhnliche Loginversuche erkennen

Merksatz:

    Credential Stuffing nutzt wiederverwendete Passwörter.

---

**Password Spraying**

Password Spraying bedeutet:

    Ein Angreifer probiert wenige häufige Passwörter bei vielen Konten aus.

Beispiel:

    Sommer2026!
    bei vielen Benutzern

Ziel:

    Kontosperren vermeiden,
    weil pro Konto nur wenige Versuche auftreten.

Merksatz:

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Konten.

---

**Schutz vor Passwortangriffen**

Maßnahmen:

    MFA
    starke Passwortrichtlinien
    Passwortmanager
    keine Wiederverwendung
    Rate Limiting
    Account Lockout mit Bedacht
    Monitoring
    Risikoanalyse bei Logins
    Schulung
    Standardkonten deaktivieren

Merksatz:

    MFA ist eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Passwortmissbrauch.

---

**SQL Injection**

SQL Injection ist ein Angriff auf Datenbankabfragen.

Dabei schleust ein Angreifer SQL-Code in Eingaben ein.

Mögliche Folgen:

    Daten auslesen
    Daten verändern
    Login umgehen
    Daten löschen
    Anwendung manipulieren

Merksatz:

    SQL Injection nutzt unsichere Eingaben in Datenbankabfragen aus.

---

**Schutz vor SQL Injection**

Maßnahmen:

    Prepared Statements
    parametrisierte Abfragen
    Eingabevalidierung
    Rechte der Datenbankbenutzer begrenzen
    Fehlerausgaben vermeiden
    Web Application Firewall
    sichere Programmierung
    Code Reviews

Merksatz:

    Parametrisierte Abfragen sind zentral gegen SQL Injection.

---

**Cross-Site Scripting**

Cross-Site Scripting wird abgekürzt:

    XSS

Dabei wird schädlicher Code in Webseiten eingeschleust,
der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird.

Mögliche Folgen:

    Sessiondiebstahl
    Manipulation von Webseiten
    Phishing im Browser
    Aktionen im Namen des Benutzers

Merksatz:

    XSS greift Benutzer über den Browser an.

---

**Schutz vor XSS**

Maßnahmen:

    Eingaben validieren
    Ausgaben korrekt escapen
    Content Security Policy
    HttpOnly Cookies
    sichere Frameworks nutzen
    keine ungeprüften HTML-Ausgaben
    Code Reviews

Merksatz:

    Gegen XSS müssen Ausgaben korrekt behandelt werden.

---

**Zero-Day-Angriff**

Ein Zero-Day-Angriff nutzt eine Schwachstelle,
für die noch kein Patch verfügbar ist
oder die dem Hersteller noch nicht bekannt ist.

Schutz ist schwierig,
aber möglich durch:

    Defense in Depth
    EDR
    Segmentierung
    Least Privilege
    Monitoring
    WAF
    Härtung
    schnelle Reaktion

Merksatz:

    Zero-Day bedeutet:
    Schwachstelle wird ausgenutzt,
    bevor ein regulärer Patch verfügbar ist.

---

**Supply-Chain-Angriff**

Ein Supply-Chain-Angriff richtet sich gegen Lieferkette oder Abhängigkeiten.

Beispiele:

    manipuliertes Softwareupdate
    kompromittierte Bibliothek
    infizierter Installer
    unsicherer Dienstleisterzugang
    kompromittiertes Repository

Merksatz:

    Supply-Chain-Angriff trifft Systeme über vertrauenswürdige Lieferwege.

---

**Schutz vor Supply-Chain-Angriffen**

Maßnahmen:

    Softwarequellen prüfen
    Signaturen prüfen
    Abhängigkeiten überwachen
    Updates aus vertrauenswürdigen Quellen
    Dienstleisterzugriffe begrenzen
    Code Reviews
    SBOM
    Paketquellen absichern
    CI/CD schützen

Merksatz:

    Lieferkette ist Teil der IT-Sicherheit.

---

**Insider-Bedrohung**

Insider sind Personen mit internem Zugriff,
die absichtlich oder unabsichtlich Schaden verursachen.

Beispiele:

    unzufriedener Mitarbeiter
    Fehler durch Administrator
    fahrlässiger Umgang mit Daten
    kompromittiertes internes Konto
    externer Dienstleister mit zu vielen Rechten

Merksatz:

    Nicht jede Bedrohung kommt von außen.

---

**Schutz vor Insider-Risiken**

Maßnahmen:

    Least Privilege
    Vier-Augen-Prinzip
    Logging
    Rechteprüfung
    Offboarding
    Aufgabentrennung
    Sensibilisierung
    klare Prozesse
    Monitoring
    keine Sammelkonten

Merksatz:

    Nachvollziehbarkeit und Rechtebegrenzung senken Insider-Risiken.

---

**Patchmanagement**

Patchmanagement bedeutet:

    Sicherheitsupdates werden geplant,
    getestet,
    verteilt
    und kontrolliert.

Wichtig für:

    Betriebssysteme
    Anwendungen
    Firmware
    Netzwerkgeräte
    Firewalls
    Cloud-Systeme
    Container-Images
    Abhängigkeiten

Merksatz:

    Ungepatchte Systeme sind häufige Angriffsziele.

---

**Hardening**

Hardening bedeutet:

    Systeme werden sicher konfiguriert,
    indem unnötige Funktionen deaktiviert
    und sichere Einstellungen gesetzt werden.

Beispiele:

    unnötige Dienste deaktivieren
    Standardpasswörter ändern
    alte Protokolle abschalten
    sichere TLS-Versionen nutzen
    Adminzugriffe begrenzen
    Logging aktivieren
    Rechte minimieren

Merksatz:

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

---

**Firewall**

Eine Firewall filtert Netzwerkverkehr nach Regeln.

Sie kann prüfen:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Zustand
    Anwendung je nach Firewalltyp

Merksatz:

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

---

**IDS und IPS**

IDS steht für:

    Intrusion Detection System

Ein IDS erkennt verdächtige Aktivitäten
und meldet sie.

IPS steht für:

    Intrusion Prevention System

Ein IPS kann verdächtige Aktivitäten zusätzlich blockieren.

Merksatz:

    IDS erkennt.
    IPS blockiert zusätzlich.

---

**Antivirus und EDR**

Antivirus erkennt bekannte Schadsoftware.

EDR steht für:

    Endpoint Detection and Response

EDR überwacht Endgeräte tiefer
und hilft bei Erkennung,
Analyse
und Reaktion auf Angriffe.

Merksatz:

    Antivirus erkennt Schadsoftware.
    EDR unterstützt Erkennung und Reaktion auf Endgeräten.

---

**Backup als Schutzmaßnahme**

Backup schützt nicht vor jedem Angriff,
aber es ermöglicht Wiederherstellung.

Wichtig:

    regelmäßige Backups
    getrennte Speicherung
    Immutable Backup
    Restore-Tests
    Verschlüsselung
    Zugriffsschutz
    Dokumentation

Merksatz:

    Backup ist eine Schutzmaßnahme gegen Datenverlust und Ransomware-Folgen.

---

**Monitoring und Logging als Schutzmaßnahme**

Monitoring und Logging helfen,
Angriffe zu erkennen und aufzuklären.

Wichtige Logs:

    Anmeldungen
    Adminaktionen
    Firewall-Entscheidungen
    VPN-Zugriffe
    EDR-Meldungen
    DNS-Anfragen
    Webserver-Logs
    Cloud-Audit-Logs

Merksatz:

    Was nicht protokolliert wird,
    ist später schwer nachvollziehbar.

---

**Incident Response**

Incident Response bedeutet:

    strukturierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Schritte:

    erkennen
    bewerten
    eindämmen
    beseitigen
    wiederherstellen
    dokumentieren
    verbessern

Merksatz:

    Sicherheitsvorfälle brauchen vorbereitete Abläufe.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was sind die Schutzziele der Informationssicherheit?
    - Was bedeutet Vertraulichkeit?
    - Was bedeutet Integrität?
    - Was bedeutet Verfügbarkeit?
    - Was ist Phishing?
    - Was ist Social Engineering?
    - Was ist Malware?
    - Was ist Ransomware?
    - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS?
    - Was ist Man-in-the-Middle?
    - Was ist Spoofing?
    - Was ist Brute Force?
    - Was ist Credential Stuffing?
    - Was ist SQL Injection?
    - Was ist Cross-Site Scripting?
    - Was ist ein Zero-Day-Angriff?
    - Was ist ein Supply-Chain-Angriff?
    - Was bedeutet Least Privilege?
    - Was ist Defense in Depth?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Warum sind Backups wichtig gegen Ransomware?
    - Warum ist Patchmanagement wichtig?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit sauber unterscheiden.

    Ransomware betrifft Verfügbarkeit
    und oft auch Vertraulichkeit.

    Phishing ist Täuschung,
    nicht nur eine technische Lücke.

    Social Engineering greift Menschen an.

    DoS kommt von einer Quelle oder allgemein einem Angriffspunkt.

    DDoS ist verteilt.

    IDS erkennt,
    IPS kann blockieren.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Replikation ersetzt kein Backup.

    MFA schützt nicht vor allen Angriffen,
    senkt aber Passwortmissbrauch stark.

    Firewall ersetzt kein Patchmanagement.

    Verschlüsselung ersetzt keine Zugriffskontrolle.

    Antivirus ersetzt kein Sicherheitskonzept.

    Zero-Day ist nicht durch normales Patchen allein lösbar.

    Supply Chain betrifft Lieferwege und Abhängigkeiten.

    Least Privilege reduziert Schaden.

    Defense in Depth kombiniert mehrere Maßnahmen.

    Logs müssen vor dem Vorfall aktiv sein.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Vertraulichkeit | Schutz vor unberechtigtem Lesen |
| Integrität | Schutz vor unbemerkter Veränderung |
| Verfügbarkeit | Nutzbarkeit von Systemen und Daten |
| Authentizität | Echtheit einer Identität oder Nachricht |
| Nichtabstreitbarkeit | Handlung kann nachgewiesen werden |
| Angriffsfläche | Summe möglicher Angriffspunkte |
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit mal Auswirkung |
| Schutzmaßnahme | reduziert Risiko |
| Defense in Depth | mehrere Schutzschichten |
| Least Privilege | minimale notwendige Rechte |
| Need to Know | Zugriff nur bei Bedarf |
| Zero Trust | kein automatisches Vertrauen |
| Phishing | Täuschung zur Datenpreisgabe |
| Spear Phishing | gezieltes Phishing |
| Whaling | Phishing gegen wichtige Personen |
| Social Engineering | Manipulation von Menschen |
| Malware | Schadsoftware |
| Virus | Schadsoftware mit Wirtsdatei |
| Wurm | selbstverbreitende Schadsoftware |
| Trojaner | getarnte Schadsoftware |
| Ransomware | erpresserische Verschlüsselung oder Sperrung |
| Spyware | Spionagesoftware |
| Keylogger | zeichnet Tastatureingaben auf |
| Rootkit | versteckt und verankert Schadsoftware |
| Botnet | Netzwerk fremdgesteuerter Systeme |
| DoS | Dienstverweigerung |
| DDoS | verteilter DoS |
| MitM | Man-in-the-Middle |
| Sniffing | Mitschneiden von Verkehr |
| Spoofing | Vortäuschen falscher Identität |
| ARP-Spoofing | Manipulation lokaler IP-MAC-Zuordnung |
| DNS-Spoofing | Manipulation von Namensauflösung |
| Brute Force | systematisches Ausprobieren |
| Credential Stuffing | Nutzung geleakter Zugangsdaten |
| Password Spraying | wenige Passwörter gegen viele Konten |
| SQL Injection | Einschleusen von SQL-Code |
| XSS | Cross-Site Scripting |
| Zero-Day | ungepatchte oder unbekannte Schwachstelle |
| Supply Chain | Lieferkette und Abhängigkeiten |
| Insider | interne Bedrohung |
| Patchmanagement | Verwaltung von Sicherheitsupdates |
| Hardening | sichere Systemkonfiguration |
| IDS | Angriffserkennung |
| IPS | Angriffserkennung mit Blockierung |
| EDR | Endgeräteerkennung und Reaktion |
| Incident Response | Reaktion auf Sicherheitsvorfälle |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Angriffe auf IT-Systeme können die Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit beeinträchtigen. Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen, Integrität vor unbemerkter Veränderung und Verfügbarkeit vor Ausfall oder Nichtnutzbarkeit. Typische Angriffe sind Phishing, Social Engineering, Malware, Ransomware, DoS, DDoS, Man-in-the-Middle, Spoofing, Passwortangriffe, SQL Injection, Cross-Site Scripting, Zero-Day- und Supply-Chain-Angriffe. Schutzmaßnahmen sind unter anderem Patchmanagement, Hardening, Firewalls, MFA, Least Privilege, Netzwerksegmentierung, Backups, Monitoring, Logging, IDS/IPS, EDR, Schulungen und Incident Response. Ein gutes Sicherheitskonzept kombiniert mehrere Maßnahmen nach dem Prinzip Defense in Depth.

---

**Merksätze**

    Vertraulichkeit schützt vor Mitlesen.

    Integrität schützt vor Manipulation.

    Verfügbarkeit schützt Nutzbarkeit.

    CIA-Triade = Vertraulichkeit,
    Integrität,
    Verfügbarkeit.

    Authentizität prüft Echtheit.

    Nichtabstreitbarkeit schafft Nachweisbarkeit.

    Angriffsfläche reduzieren.

    Schwachstelle ist ausnutzbare Lücke.

    Bedrohung ist mögliches Schadereignis.

    Risiko = Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

    Schutzmaßnahmen senken Risiko.

    Defense in Depth kombiniert Schutzschichten.

    Least Privilege reduziert Schaden.

    Need to Know begrenzt Datenzugriff.

    Zero Trust vertraut nicht pauschal.

    Phishing täuscht Benutzer.

    Social Engineering manipuliert Menschen.

    Malware ist Schadsoftware.

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

    Trojaner tarnt sich.

    Ransomware verschlüsselt oder sperrt.

    DoS greift Verfügbarkeit an.

    DDoS ist verteilter DoS.

    MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern.

    Sniffing kann Analyse oder Angriff sein.

    Spoofing täuscht Identität vor.

    Brute Force probiert systematisch.

    Credential Stuffing nutzt geleakte Zugangsdaten.

    SQL Injection greift Datenbankabfragen an.

    XSS greift Browserbenutzer an.

    Zero-Day ist schwer planbar.

    Supply Chain betrifft Lieferwege.

    Insider können intern Schaden verursachen.

    Patchmanagement schließt bekannte Lücken.

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

    IDS erkennt.

    IPS blockiert zusätzlich.

    Backup hilft bei Wiederherstellung.

    Logs vor dem Vorfall aktivieren.

    Incident Response vorbereiten.