# 16.3 Phishing, Social Engineering und Identitätsangriffe

Viele Angriffe beginnen nicht mit einer technischen Schwachstelle,
sondern mit Täuschung.

Angreifer versuchen,
Menschen dazu zu bringen,

    - Zugangsdaten einzugeben
    - Links anzuklicken
    - Anhänge zu öffnen
    - MFA-Anfragen zu bestätigen
    - Geld zu überweisen
    - vertrauliche Informationen preiszugeben
    - Schadsoftware auszuführen
    - Sicherheitsregeln zu umgehen

Merksatz:

    Social Engineering greift Menschen und Prozesse an,
    nicht nur Technik.

---

**Warum Phishing so gefährlich ist**

Phishing ist gefährlich,
weil es normale Arbeitsabläufe ausnutzt.

Beispiele:

    Rechnung prüfen
    Paketbenachrichtigung öffnen
    Passwort zurücksetzen
    Cloud-Datei ansehen
    Bewerbung herunterladen
    Supportanfrage beantworten
    dringende Chef-Anweisung befolgen

Angreifer nutzen dabei:

    Zeitdruck
    Vertrauen
    Neugier
    Angst
    Hilfsbereitschaft
    Autorität
    Gewohnheit

Merksatz:

    Phishing wirkt,
    weil es menschliches Verhalten ausnutzt.

---

**Phishing**

Phishing ist der Versuch,
Benutzer durch Täuschung zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu bringen.

Ziele:

    Passwörter
    MFA-Codes
    Zugangstokens
    Bankdaten
    Kundendaten
    interne Informationen
    Cloud-Zugänge
    VPN-Zugänge
    E-Mail-Konten

Typische Mittel:

    gefälschte E-Mail
    gefälschte Webseite
    gefälschtes Loginformular
    gefälschte Rechnung
    gefälschte Sicherheitswarnung
    gefälschter Cloud-Link

Merksatz:

    Phishing täuscht Benutzer,
    damit sie selbst etwas Gefährliches tun.

---

**Typischer Phishing-Ablauf**

Ein typischer Ablauf:

    1. Benutzer erhält eine täuschend echte Nachricht.
    2. Nachricht erzeugt Druck oder Interesse.
    3. Benutzer klickt Link oder öffnet Anhang.
    4. Gefälschte Webseite fragt Zugangsdaten ab.
    5. Benutzer gibt Daten ein.
    6. Angreifer nutzt die Zugangsdaten.
    7. Konto wird übernommen oder Malware wird ausgeführt.

Merksatz:

    Phishing ist oft der Einstieg in größere Angriffe.

---

**Phishing per E-Mail**

E-Mail-Phishing ist besonders verbreitet.

Typische Merkmale:

    angebliche Rechnung
    angebliche Lieferung
    angebliche Kontosperrung
    angebliche Passwortwarnung
    angebliche Cloud-Dateifreigabe
    angebliche Bewerbung
    angebliche Sicherheitsmeldung
    angeblicher Chefauftrag

Merksatz:

    E-Mail ist ein häufiger Einstiegspunkt für Angriffe.

---

**Phishing per SMS**

Phishing per SMS wird oft genannt:

    Smishing

Typische Beispiele:

    Paket konnte nicht zugestellt werden.
    Konto wurde gesperrt.
    Zahlung erforderlich.
    Sicherheitsprüfung notwendig.
    Link zur Sendungsverfolgung.

Risiko:

    Benutzer klicken am Smartphone oft schneller auf Links.

Merksatz:

    Smishing ist Phishing über SMS.

---

**Phishing per Telefon**

Phishing per Telefon wird oft genannt:

    Vishing

Dabei ruft ein Angreifer an
und gibt sich zum Beispiel aus als:

    IT-Support
    Bankmitarbeiter
    Chef
    Dienstleister
    Behörde
    Sicherheitsabteilung

Ziel:

    Zugangsdaten erhalten
    MFA-Code erhalten
    Fernwartung starten
    Überweisung auslösen
    interne Informationen bekommen

Merksatz:

    Vishing ist Phishing per Telefon.

---

**Phishing über Messenger**

Angriffe können auch über Messenger laufen.

Beispiele:

    angebliche Nachricht von Kollegen
    gefälschter Supportkontakt
    Link zu Cloud-Datei
    dringende Zahlungsanweisung
    angebliches Problem mit Benutzerkonto
    QR-Code zu Loginseite

Merksatz:

    Phishing ist nicht auf E-Mail beschränkt.

---

**QR-Phishing**

QR-Phishing wird auch Quishing genannt.

Dabei führt ein QR-Code auf eine gefälschte Webseite.

Risiko:

    Link ist vor dem Scannen schwer erkennbar.
    Smartphone zeigt Adresse oft nur verkürzt.
    Benutzer erwarten bei QR-Codes schnelle Aktion.

Beispiele:

    gefälschter Paketaufkleber
    falsches WLAN-Portal
    falsche Zahlungsseite
    gefälschter Microsoft-Login
    Plakat oder E-Mail mit QR-Code

Merksatz:

    QR-Code nicht automatisch vertrauen.

---

**Spear Phishing**

Spear Phishing ist gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen,
Teams
oder Organisationen.

Angreifer nutzen oft Informationen wie:

    Name
    Firma
    Rolle
    laufendes Projekt
    bekannte Kollegen
    verwendete Dienste
    Signatur
    Lieferanten
    interne Begriffe

Dadurch wirkt die Nachricht glaubwürdiger.

Merksatz:

    Spear Phishing ist gezielter und glaubwürdiger als Massenphishing.

---

**Whaling**

Whaling ist Phishing gegen besonders wichtige Personen.

Ziele:

    Geschäftsführung
    Finanzleitung
    Personalabteilung
    Administratoren
    Projektleitung
    Geschäftsbereichsleitung

Warum gefährlich?

    Diese Personen haben oft besondere Rechte,
    Informationen
    oder Entscheidungsbefugnisse.

Merksatz:

    Whaling richtet sich gegen besonders wertvolle Ziele.

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**CEO-Fraud**

CEO-Fraud ist eine Betrugsform,
bei der Angreifer sich als Geschäftsführung oder Vorgesetzte ausgeben.

Typisches Ziel:

    schnelle Überweisung
    Änderung von Bankdaten
    Herausgabe vertraulicher Informationen
    Einkauf von Gutscheinkarten
    Umgehung normaler Freigabeprozesse

Typische Merkmale:

    sehr dringend
    vertraulich
    keine Rückfrage erwünscht
    ungewöhnliche Zahlungsdaten
    außerhalb normaler Prozesse

Merksatz:

    CEO-Fraud nutzt Autorität und Zeitdruck.

---

**Business E-Mail Compromise**

Business E-Mail Compromise wird oft abgekürzt:

    BEC

Dabei wird ein geschäftliches E-Mail-Konto kompromittiert
oder täuschend echt nachgeahmt.

Ziele:

    Rechnungsbetrug
    Änderung von Kontodaten
    interne Täuschung
    Phishing aus echtem Konto
    Zugriff auf Geschäftskommunikation

Merksatz:

    BEC nutzt geschäftliche E-Mail-Kommunikation für Betrug.

---

**Fake Login**

Ein Fake Login ist eine gefälschte Anmeldeseite.

Sie sieht oft aus wie:

    Microsoft 365
    Google
    VPN-Portal
    Cloud-Speicher
    Bank
    Paketdienst
    Unternehmensportal

Ziel:

    Zugangsdaten abgreifen

Merksatz:

    Gefälschte Loginseiten sind ein Kernmittel von Phishing.

---

**Credential Harvesting**

Credential Harvesting bedeutet:

    Zugangsdaten werden gesammelt.

Beispiele:

    gefälschte Loginseite
    Keylogger
    Phishing-Mail
    manipulierte Anwendung
    Malware
    unsichere Datenbank
    abgegriffene Browserdaten

Merksatz:

    Credential Harvesting sammelt Zugangsdaten für spätere Angriffe.

---

**Session Hijacking**

Session Hijacking bedeutet:

    Ein Angreifer übernimmt eine bestehende Sitzung.

Ziel:

    Zugriff erhalten,
    ohne das Passwort erneut eingeben zu müssen.

Mögliche Mittel:

    gestohlene Session-Cookies
    gestohlene Tokens
    Malware im Browser
    unsichere Verbindung
    XSS
    kompromittiertes Endgerät

Merksatz:

    Session Hijacking greift die laufende Anmeldung an.

---

**MFA-Bypass**

MFA macht Angriffe schwerer,
aber nicht unmöglich.

Mögliche Angriffe:

    MFA-Push-Fatigue
    Phishing mit Echtzeit-Weiterleitung
    gestohlene Session-Tokens
    kompromittiertes Endgerät
    Social Engineering beim Support
    unsichere Ausnahmen
    SIM-Swapping bei SMS-MFA

Merksatz:

    MFA ist wichtig,
    aber keine alleinige Schutzmaßnahme.

---

**MFA-Push-Fatigue**

MFA-Push-Fatigue bedeutet:

    Angreifer lösen viele MFA-Push-Anfragen aus.

Ziel:

    Benutzer bestätigt aus Versehen,
    aus Gewohnheit
    oder genervt.

Schutz:

    Number Matching
    klare Anzeige von Ort und Anwendung
    Schulung
    Meldeweg für unerwartete MFA-Anfragen
    Rate Limiting
    verdächtige Anfragen blockieren

Merksatz:

    Unerwartete MFA-Anfragen niemals bestätigen.

---

**SIM-Swapping**

SIM-Swapping bedeutet:

    Angreifer übernehmen die Mobilfunknummer eines Opfers.

Ziel:

    SMS-Codes empfangen
    Passwortzurücksetzung durchführen
    Konten übernehmen

Schutz:

    SMS-MFA möglichst vermeiden
    App-basierte MFA oder Hardwaretoken nutzen
    Mobilfunkkonto schützen
    ungewöhnliche Netzverluste beachten

Merksatz:

    SMS als MFA-Faktor ist schwächer als sichere Authenticator- oder Hardwarelösungen.

---

**Social Engineering**

Social Engineering ist die Manipulation von Menschen,
um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.

Angreifer nutzen zum Beispiel:

    Autorität
    Dringlichkeit
    Angst
    Hilfsbereitschaft
    Sympathie
    Neugier
    Gewohnheit
    Vertraulichkeit

Merksatz:

    Social Engineering nutzt Psychologie als Angriffsmittel.

---

**Pretexting**

Pretexting bedeutet:

    Angreifer erfinden eine glaubwürdige Geschichte oder Rolle.

Beispiele:

    angeblicher IT-Support
    angeblicher neuer Mitarbeiter
    angeblicher Dienstleister
    angebliche Bank
    angebliche Behörde
    angeblicher Kunde

Ziel:

    Vertrauen erzeugen
    Informationen erhalten
    Aktionen auslösen

Merksatz:

    Pretexting arbeitet mit erfundener glaubwürdiger Rolle.

---

**Baiting**

Baiting bedeutet:

    Angreifer legen einen Köder aus.

Beispiele:

    USB-Stick mit Aufschrift „Gehälter“
    kostenloser Download
    angebliches Tool
    Gutschein
    Gewinnspiel
    kostenlose Software

Ziel:

    Benutzer soll etwas öffnen,
    installieren
    anschließen
    oder Daten eingeben.

Merksatz:

    Baiting nutzt Neugier oder Vorteilserwartung.

---

**Tailgating**

Tailgating bedeutet:

    Eine unberechtigte Person folgt einer berechtigten Person in einen geschützten Bereich.

Beispiele:

    Person folgt durch Sicherheitstür.
    Person trägt angeblich schwere Kisten.
    Person bittet freundlich,
    die Tür aufzuhalten.

Merksatz:

    Tailgating umgeht physische Zutrittskontrolle.

---

**Shoulder Surfing**

Shoulder Surfing bedeutet:

    Angreifer beobachten Eingaben oder Bildschirme.

Beispiele:

    Passwort beim Tippen ansehen
    PIN am Automaten beobachten
    Bildschirm im Zug mitlesen
    MFA-Code ablesen

Schutz:

    Sichtschutzfolie
    Bildschirm sperren
    Umgebung beachten
    keine sensiblen Eingaben in unsicheren Umgebungen

Merksatz:

    Shoulder Surfing nutzt Beobachtung.

---

**Dumpster Diving**

Dumpster Diving bedeutet:

    Angreifer durchsuchen Müll oder entsorgte Unterlagen.

Ziele:

    Passwörter
    interne Dokumente
    Netzwerkpläne
    Rechnungen
    Kundendaten
    alte Datenträger
    Notizzettel
    Organigramme

Schutz:

    Aktenvernichtung
    sichere Datenträgervernichtung
    Clean-Desk-Regel
    Entsorgungsprozesse

Merksatz:

    Auch entsorgte Informationen können sicherheitskritisch sein.

---

**Identitätsangriffe**

Identitätsangriffe richten sich gegen Benutzerkonten,
Rollen
und Anmeldungen.

Typische Angriffe:

    Phishing
    Brute Force
    Credential Stuffing
    Password Spraying
    Session Hijacking
    MFA-Missbrauch
    Kontoübernahme
    Rechteausweitung

Merksatz:

    Wer Identität kontrolliert,
    kontrolliert oft den Zugriff.

---

**Account Takeover**

Account Takeover bedeutet:

    Ein Angreifer übernimmt ein Benutzerkonto.

Mögliche Folgen:

    E-Mails lesen
    interne Daten abrufen
    Phishing aus echtem Konto senden
    Dateien löschen
    Rechte ausnutzen
    weitere Konten angreifen
    Regeln oder Weiterleitungen einrichten

Merksatz:

    Kontoübernahme ist oft der Startpunkt für weitere Angriffe.

---

**Brute Force**

Brute Force bedeutet:

    viele Passwörter werden systematisch ausprobiert.

Schutz:

    MFA
    Rate Limiting
    starke Passwörter
    Sperrmechanismen
    Monitoring
    keine Standardkonten
    Passwortmanager

Merksatz:

    Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert.

---

**Credential Stuffing**

Credential Stuffing bedeutet:

    Angreifer nutzen geleakte Zugangsdaten aus anderen Diensten.

Beispiel:

    Passwort aus altem Webshop-Leak
    wird am Firmenportal ausprobiert.

Schutz:

    keine Passwortwiederverwendung
    MFA
    Passwortmanager
    Leak-Erkennung
    riskante Loginversuche erkennen

Merksatz:

    Credential Stuffing nutzt wiederverwendete Passwörter.

---

**Password Spraying**

Password Spraying bedeutet:

    wenige häufige Passwörter werden gegen viele Konten getestet.

Beispiele:

    Willkommen2026!
    Sommer2026!
    Passwort123!

Ziel:

    Kontosperren vermeiden,
    weil pro Konto nur wenige Versuche auftreten.

Merksatz:

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Benutzer.

---

**Passwort-Wiederverwendung**

Passwort-Wiederverwendung bedeutet:

    dasselbe Passwort wird bei mehreren Diensten genutzt.

Problem:

    Wird ein Dienst kompromittiert,
    können Angreifer das Passwort bei anderen Diensten ausprobieren.

Schutz:

    Passwortmanager
    eindeutige Passwörter
    MFA
    Schulung
    Passwort-Leak-Prüfung

Merksatz:

    Ein Passwort darf nicht mehrfach genutzt werden.

---

**Starke Passwörter**

Starke Passwörter sollten:

    lang sein
    nicht leicht erratbar sein
    nicht wiederverwendet werden
    nicht aus persönlichen Daten bestehen
    nicht in Listen bekannter Passwörter vorkommen

Für viele Konten ist ein Passwortmanager sinnvoll.

Merksatz:

    Länge und Einzigartigkeit sind wichtiger als komplizierte Merkhilfen.

---

**Passwortmanager**

Ein Passwortmanager hilft,
für jeden Dienst ein eigenes starkes Passwort zu verwenden.

Vorteile:

    eindeutige Passwörter
    lange Passwörter
    weniger Wiederverwendung
    Erkennung falscher Webseiten möglich
    sicherere Speicherung als Notizzettel

Merksatz:

    Passwortmanager unterstützt starke und eindeutige Passwörter.

---

**Account Lockout**

Account Lockout bedeutet:

    Ein Konto wird nach mehreren fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen gesperrt.

Vorteil:

    Schutz vor Brute Force

Risiko:

    Angreifer können viele Konten absichtlich sperren.

Deshalb sinnvoll kombinieren mit:

    Rate Limiting
    Risikoanalyse
    MFA
    Monitoring
    differenzierten Sperrregeln

Merksatz:

    Kontosperren helfen,
    müssen aber sinnvoll eingestellt sein.

---

**Rate Limiting**

Rate Limiting begrenzt,
wie viele Anfragen oder Loginversuche in einer Zeit erlaubt sind.

Beispiele:

    maximal 5 Loginversuche pro Minute
    begrenzte API-Anfragen
    Verzögerung nach Fehlversuchen

Merksatz:

    Rate Limiting bremst automatisierte Angriffe.

---

**Captcha**

Captcha soll prüfen,
ob ein Mensch oder ein automatisiertes Programm handelt.

Einsatz:

    Loginformulare
    Registrierungen
    Passwortzurücksetzung
    öffentliche Formulare

Grenze:

    Captchas sind keine vollständige Sicherheitsmaßnahme.

Merksatz:

    Captcha erschwert Automatisierung,
    ersetzt aber keine sichere Authentifizierung.

---

**Phishing-Erkennungsmerkmale**

Mögliche Warnzeichen:

    ungewöhnlicher Absender
    unerwarteter Anhang
    dringende Aufforderung
    Drohung mit Sperrung
    ungewöhnliche Zahlungsaufforderung
    Rechtschreib- oder Formatfehler
    verkürzte Links
    Domain passt nicht
    Login wird über Link gefordert
    vertrauliche Daten werden verlangt
    Absenderadresse und Anzeigename passen nicht zusammen

Merksatz:

    Bei Druck,
    ungewöhnlichem Link
    oder Datenabfrage vorsichtig sein.

---

**Links prüfen**

Bei Links prüfen:

    passt die Domain?
    ist die Verbindung HTTPS?
    ist die Adresse ungewöhnlich lang?
    gibt es Tippfehler in der Domain?
    wird eine bekannte Marke nachgeahmt?
    führt der Link über Weiterleitungen?
    ist es ein verkürzter Link?
    passt der Link zum erwarteten Dienst?

Merksatz:

    Nicht der sichtbare Text zählt,
    sondern das echte Ziel des Links.

---

**Anhänge prüfen**

Gefährliche Anhänge können sein:

    ausführbare Dateien
    Makro-Dokumente
    Archive mit Passwort
    angebliche Rechnungen
    Skripte
    ISO-Dateien
    LNK-Dateien
    HTML-Dateien
    manipulierte PDFs

Merksatz:

    Unerwartete Anhänge immer kritisch prüfen.

---

**Absender prüfen**

Bei E-Mails ist der Anzeigename leicht fälschbar.

Zu prüfen:

    echte Absenderadresse
    Domain
    Antwortadresse
    Signatur
    Schreibstil
    Kontext
    ungewöhnliche Anfrage
    SPF,
    DKIM
    DMARC-Ergebnis je nach System

Merksatz:

    Anzeigename allein beweist nichts.

---

**SPF**

SPF steht für:

    Sender Policy Framework

SPF legt fest,
welche Mailserver für eine Domain E-Mails senden dürfen.

Merksatz:

    SPF prüft,
    ob ein sendender Mailserver zur Domain passt.

---

**DKIM**

DKIM steht für:

    DomainKeys Identified Mail

DKIM nutzt digitale Signaturen,
um zu prüfen,
ob eine E-Mail unterwegs verändert wurde
und ob sie zur sendenden Domain passt.

Merksatz:

    DKIM signiert E-Mails kryptografisch.

---

**DMARC**

DMARC steht für:

    Domain-based Message Authentication,
    Reporting and Conformance

DMARC baut auf SPF und DKIM auf.

Es legt fest,
wie Empfänger mit E-Mails umgehen sollen,
die SPF oder DKIM nicht bestehen.

Merksatz:

    DMARC gibt Richtlinien für den Umgang mit verdächtigen E-Mails.

---

**SPF, DKIM und DMARC einordnen**

| Technik | Zweck |
|---|---|
| SPF | prüft erlaubte sendende Mailserver |
| DKIM | prüft Signatur und Veränderung |
| DMARC | legt Richtlinie und Berichte fest |

Wichtig:

    Diese Techniken helfen gegen E-Mail-Spoofing,
    verhindern aber nicht jede Phishing-Mail.

Merksatz:

    SPF,
    DKIM
    und DMARC verbessern E-Mail-Authentizität.

---

**Technische Schutzmaßnahmen gegen Phishing**

Maßnahmen:

    Spamfilter
    Malwarefilter
    Linkprüfung
    Anhangprüfung
    Sandboxing
    SPF
    DKIM
    DMARC
    MFA
    Conditional Access
    Passwortmanager
    Webfilter
    EDR
    DNS-Filter
    sichere Browserkonfiguration

Merksatz:

    Phishing-Schutz braucht mehrere technische Schichten.

---

**Organisatorische Schutzmaßnahmen gegen Phishing**

Maßnahmen:

    Schulungen
    klare Meldewege
    Phishing-Simulationen
    Vier-Augen-Prinzip
    Zahlungsprozesse absichern
    Rückruf über bekannte Telefonnummer
    Sicherheitsrichtlinien
    Freigabeprozesse
    Notfallplan bei Kontoübernahme

Merksatz:

    Prozesse schützen dort,
    wo Technik allein nicht reicht.

---

**Verhalten bei verdächtiger Nachricht**

Sinnvolles Vorgehen:

    1. Nicht auf Links klicken.
    2. Keine Anhänge öffnen.
    3. Keine Zugangsdaten eingeben.
    4. Absender und Domain prüfen.
    5. Bei angeblichen internen Anfragen über bekannten Kanal nachfragen.
    6. Nachricht melden.
    7. Nicht weiterleiten,
       wenn dadurch Risiko entsteht.
    8. IT oder Sicherheitsverantwortliche informieren.

Merksatz:

    Bei Verdacht zuerst stoppen,
    prüfen
    und melden.

---

**Wenn Zugangsdaten eingegeben wurden**

Sofortmaßnahmen:

    Passwort ändern
    MFA-Sitzungen prüfen
    aktive Sitzungen beenden
    IT informieren
    Konto-Logs prüfen
    Weiterleitungsregeln prüfen
    verdächtige Geräte prüfen
    Tokens widerrufen
    betroffene Dienste prüfen
    weitere Benutzer warnen

Merksatz:

    Nach Phishing zählt schnelle Reaktion.

---

**Wenn ein Anhang geöffnet wurde**

Sofortmaßnahmen:

    Gerät vom Netzwerk trennen
    IT informieren
    Datei nicht weiter öffnen
    Zeitpunkt dokumentieren
    E-Mail sichern
    EDR oder Antivirus prüfen
    Logs sichern
    betroffene Konten prüfen
    keine weiteren Systeme nutzen,
    bis Bewertung erfolgt

Merksatz:

    Nach verdächtigem Anhang Gerät schnell isolieren.

---

**Kontoübernahme erkennen**

Anzeichen:

    unbekannte Loginorte
    neue Weiterleitungsregeln
    gelesene E-Mails ohne Benutzeraktion
    gesendete Phishing-Mails
    Passwortänderung
    MFA-Änderung
    neue Geräte
    ungewöhnliche Dateienzugriffe
    Rollenänderungen
    verdächtige API-Aktivität

Merksatz:

    Kontoübernahme zeigt sich oft in Logs und ungewöhnlichen Kontoeinstellungen.

---

**E-Mail-Weiterleitungsregel als Risiko**

Nach Kontoübernahme legen Angreifer oft Weiterleitungsregeln an.

Zweck:

    E-Mails mitlesen
    Rechnungen abfangen
    Antworten verstecken
    weitere Angriffe vorbereiten

Prüfen:

    unbekannte Weiterleitungen
    versteckte Regeln
    Regeln zum Löschen
    Regeln zum Verschieben
    externe Empfänger

Merksatz:

    Nach Kontoübernahme immer Weiterleitungsregeln prüfen.

---

**Schutz durch Conditional Access**

Conditional Access kann Logins abhängig machen von:

    Standort
    Gerät
    MFA
    Risiko
    Benutzergruppe
    Anwendung
    Netzwerk
    Gerätezustand

Beispiele:

    Adminzugriff nur mit MFA

    Zugriff aus unbekanntem Land blockieren

    Zugriff nur von verwalteten Geräten

Merksatz:

    Conditional Access erschwert missbräuchliche Logins.

---

**Schutz durch Schulung**

Benutzer sollten wissen:

    wie Phishing aussieht
    wie man Links prüft
    wie man Anhänge bewertet
    wie man verdächtige Nachrichten meldet
    warum MFA-Anfragen nicht blind bestätigt werden
    warum Passwörter eindeutig sein müssen
    warum Zahlungsprozesse eingehalten werden

Merksatz:

    Schulung macht Benutzer zu aktiven Schutzfaktoren.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist Phishing?
    - Was ist Spear Phishing?
    - Was ist Whaling?
    - Was ist Social Engineering?
    - Was ist CEO-Fraud?
    - Was ist Business E-Mail Compromise?
    - Was ist Smishing?
    - Was ist Vishing?
    - Was ist Credential Harvesting?
    - Was ist Session Hijacking?
    - Was ist MFA-Push-Fatigue?
    - Was ist SIM-Swapping?
    - Was ist Pretexting?
    - Was ist Tailgating?
    - Was ist Shoulder Surfing?
    - Was ist Credential Stuffing?
    - Was ist Password Spraying?
    - Welche Merkmale können auf Phishing hinweisen?
    - Was machen SPF, DKIM und DMARC?
    - Wie reagiert man auf eine verdächtige Phishing-Mail?
    - Warum sind Passwortmanager sinnvoll?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    Social Engineering ist nicht rein technisch.

    Spear Phishing ist gezielt.

    Whaling betrifft besonders wichtige Personen.

    Smishing läuft über SMS.

    Vishing läuft über Telefon.

    CEO-Fraud nutzt Autorität.

    BEC nutzt geschäftliche E-Mail-Kommunikation.

    Anzeigename einer E-Mail beweist nichts.

    HTTPS allein beweist nicht,
    dass die Seite echt ist.

    MFA ist wichtig,
    aber nicht unfehlbar.

    Unerwartete MFA-Anfragen nicht bestätigen.

    Credential Stuffing nutzt geleakte Passwörter.

    Password Spraying probiert wenige Passwörter bei vielen Konten.

    Passwort-Wiederverwendung ist gefährlich.

    SPF,
    DKIM
    und DMARC helfen gegen Spoofing,
    verhindern aber nicht jedes Phishing.

    Verdächtige Nachrichten melden,
    nicht ignorieren.

    Nach Kontoübernahme Weiterleitungsregeln prüfen.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Phishing | Täuschung zur Preisgabe vertraulicher Daten |
| Smishing | Phishing per SMS |
| Vishing | Phishing per Telefon |
| Quishing | Phishing über QR-Code |
| Spear Phishing | gezieltes Phishing |
| Whaling | Phishing gegen wichtige Personen |
| CEO-Fraud | Betrug durch angebliche Chef-Anweisung |
| BEC | Business E-Mail Compromise |
| Fake Login | gefälschte Anmeldeseite |
| Credential Harvesting | Sammeln von Zugangsdaten |
| Session Hijacking | Übernahme einer laufenden Sitzung |
| MFA-Bypass | Umgehung oder Missbrauch von MFA |
| MFA-Push-Fatigue | viele MFA-Anfragen zur Ermüdung |
| SIM-Swapping | Übernahme einer Mobilfunknummer |
| Social Engineering | Manipulation von Menschen |
| Pretexting | erfundene glaubwürdige Geschichte |
| Baiting | Köder zur Täuschung |
| Tailgating | unberechtigtes Folgen durch Zutritt |
| Shoulder Surfing | Beobachten von Eingaben |
| Dumpster Diving | Informationssuche im Müll |
| Account Takeover | Kontoübernahme |
| Brute Force | systematisches Ausprobieren |
| Credential Stuffing | Nutzung geleakter Zugangsdaten |
| Password Spraying | wenige Passwörter gegen viele Konten |
| Passwortmanager | Verwaltung starker eindeutiger Passwörter |
| Account Lockout | Kontosperre nach Fehlversuchen |
| Rate Limiting | Begrenzung von Anfragen |
| Captcha | Mensch-Maschine-Prüfung |
| SPF | Prüfung erlaubter Mailserver |
| DKIM | kryptografische E-Mail-Signatur |
| DMARC | Richtlinie für SPF/DKIM-Ergebnisse |
| Conditional Access | Zugriff abhängig von Bedingungen |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Phishing ist eine Form des Social Engineerings, bei der Angreifer Benutzer durch Täuschung dazu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben, Links anzuklicken, Anhänge zu öffnen oder gefährliche Aktionen auszuführen. Spear Phishing ist gezieltes Phishing, Whaling richtet sich gegen besonders wichtige Personen, Smishing erfolgt per SMS und Vishing per Telefon. Identitätsangriffe wie Credential Stuffing, Password Spraying, Brute Force, Session Hijacking und Kontoübernahmen zielen auf Benutzerkonten und Zugänge. Schutzmaßnahmen sind MFA, starke eindeutige Passwörter, Passwortmanager, Spam- und Malwarefilter, SPF, DKIM, DMARC, Conditional Access, Schulungen, klare Meldewege, Vier-Augen-Prinzip und schnelle Reaktion bei verdächtigen Vorfällen.

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**Merksätze**

    Phishing täuscht Benutzer.

    Social Engineering manipuliert Menschen.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    Smishing = SMS-Phishing.

    Vishing = Telefon-Phishing.

    Quishing = QR-Code-Phishing.

    Spear Phishing ist gezielt.

    Whaling trifft wichtige Personen.

    CEO-Fraud nutzt Autorität.

    BEC nutzt geschäftliche E-Mails.

    Fake Login stiehlt Zugangsdaten.

    Credential Harvesting sammelt Zugangsdaten.

    Session Hijacking übernimmt Sitzungen.

    MFA ist wichtig,
    aber nicht unfehlbar.

    Unerwartete MFA-Anfragen niemals bestätigen.

    SIM-Swapping gefährdet SMS-MFA.

    Pretexting nutzt erfundene Rollen.

    Baiting nutzt Köder.

    Tailgating umgeht Zutrittskontrolle.

    Shoulder Surfing nutzt Beobachtung.

    Dumpster Diving nutzt weggeworfene Informationen.

    Identitätsangriffe zielen auf Konten.

    Account Takeover ist Kontoübernahme.

    Brute Force probiert systematisch.

    Credential Stuffing nutzt geleakte Zugangsdaten.

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Konten.

    Passwörter nicht wiederverwenden.

    Passwortmanager nutzen.

    Rate Limiting bremst Angriffe.

    Captcha ersetzt keine sichere Anmeldung.

    Anzeigename beweist nichts.

    Links immer auf echte Domain prüfen.

    Anhänge kritisch prüfen.

    SPF prüft erlaubte Mailserver.

    DKIM signiert E-Mails.

    DMARC legt Richtlinien fest.

    Technik und Schulung gemeinsam schützen.

    Verdächtige Nachrichten melden.

    Nach Phishing schnell reagieren.

    Nach Kontoübernahme Weiterleitungsregeln prüfen.