16.3 Phishing, Social Engineering und Identitätsangriffe Viele Angriffe beginnen nicht mit einer technischen Schwachstelle, sondern mit Täuschung. Angreifer versuchen, Menschen dazu zu bringen, - Zugangsdaten einzugeben - Links anzuklicken - Anhänge zu öffnen - MFA-Anfragen zu bestätigen - Geld zu überweisen - vertrauliche Informationen preiszugeben - Schadsoftware auszuführen - Sicherheitsregeln zu umgehen Merksatz: Social Engineering greift Menschen und Prozesse an, nicht nur Technik. Warum Phishing so gefährlich ist Phishing ist gefährlich, weil es normale Arbeitsabläufe ausnutzt. Beispiele: Rechnung prüfen Paketbenachrichtigung öffnen Passwort zurücksetzen Cloud-Datei ansehen Bewerbung herunterladen Supportanfrage beantworten dringende Chef-Anweisung befolgen Angreifer nutzen dabei: Zeitdruck Vertrauen Neugier Angst Hilfsbereitschaft Autorität Gewohnheit Merksatz: Phishing wirkt, weil es menschliches Verhalten ausnutzt. Phishing Phishing ist der Versuch, Benutzer durch Täuschung zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu bringen. Ziele: Passwörter MFA-Codes Zugangstokens Bankdaten Kundendaten interne Informationen Cloud-Zugänge VPN-Zugänge E-Mail-Konten Typische Mittel: gefälschte E-Mail gefälschte Webseite gefälschtes Loginformular gefälschte Rechnung gefälschte Sicherheitswarnung gefälschter Cloud-Link Merksatz: Phishing täuscht Benutzer, damit sie selbst etwas Gefährliches tun. Typischer Phishing-Ablauf Ein typischer Ablauf: 1. Benutzer erhält eine täuschend echte Nachricht. 2. Nachricht erzeugt Druck oder Interesse. 3. Benutzer klickt Link oder öffnet Anhang. 4. Gefälschte Webseite fragt Zugangsdaten ab. 5. Benutzer gibt Daten ein. 6. Angreifer nutzt die Zugangsdaten. 7. Konto wird übernommen oder Malware wird ausgeführt. Merksatz: Phishing ist oft der Einstieg in größere Angriffe. Phishing per E-Mail E-Mail-Phishing ist besonders verbreitet. Typische Merkmale: angebliche Rechnung angebliche Lieferung angebliche Kontosperrung angebliche Passwortwarnung angebliche Cloud-Dateifreigabe angebliche Bewerbung angebliche Sicherheitsmeldung angeblicher Chefauftrag Merksatz: E-Mail ist ein häufiger Einstiegspunkt für Angriffe. Phishing per SMS Phishing per SMS wird oft genannt: Smishing Typische Beispiele: Paket konnte nicht zugestellt werden. Konto wurde gesperrt. Zahlung erforderlich. Sicherheitsprüfung notwendig. Link zur Sendungsverfolgung. Risiko: Benutzer klicken am Smartphone oft schneller auf Links. Merksatz: Smishing ist Phishing über SMS. Phishing per Telefon Phishing per Telefon wird oft genannt: Vishing Dabei ruft ein Angreifer an und gibt sich zum Beispiel aus als: IT-Support Bankmitarbeiter Chef Dienstleister Behörde Sicherheitsabteilung Ziel: Zugangsdaten erhalten MFA-Code erhalten Fernwartung starten Überweisung auslösen interne Informationen bekommen Merksatz: Vishing ist Phishing per Telefon. Phishing über Messenger Angriffe können auch über Messenger laufen. Beispiele: angebliche Nachricht von Kollegen gefälschter Supportkontakt Link zu Cloud-Datei dringende Zahlungsanweisung angebliches Problem mit Benutzerkonto QR-Code zu Loginseite Merksatz: Phishing ist nicht auf E-Mail beschränkt. QR-Phishing QR-Phishing wird auch Quishing genannt. Dabei führt ein QR-Code auf eine gefälschte Webseite. Risiko: Link ist vor dem Scannen schwer erkennbar. Smartphone zeigt Adresse oft nur verkürzt. Benutzer erwarten bei QR-Codes schnelle Aktion. Beispiele: gefälschter Paketaufkleber falsches WLAN-Portal falsche Zahlungsseite gefälschter Microsoft-Login Plakat oder E-Mail mit QR-Code Merksatz: QR-Code nicht automatisch vertrauen. Spear Phishing Spear Phishing ist gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen, Teams oder Organisationen. Angreifer nutzen oft Informationen wie: Name Firma Rolle laufendes Projekt bekannte Kollegen verwendete Dienste Signatur Lieferanten interne Begriffe Dadurch wirkt die Nachricht glaubwürdiger. Merksatz: Spear Phishing ist gezielter und glaubwürdiger als Massenphishing. Whaling Whaling ist Phishing gegen besonders wichtige Personen. Ziele: Geschäftsführung Finanzleitung Personalabteilung Administratoren Projektleitung Geschäftsbereichsleitung Warum gefährlich? Diese Personen haben oft besondere Rechte, Informationen oder Entscheidungsbefugnisse. Merksatz: Whaling richtet sich gegen besonders wertvolle Ziele. CEO-Fraud CEO-Fraud ist eine Betrugsform, bei der Angreifer sich als Geschäftsführung oder Vorgesetzte ausgeben. Typisches Ziel: schnelle Überweisung Änderung von Bankdaten Herausgabe vertraulicher Informationen Einkauf von Gutscheinkarten Umgehung normaler Freigabeprozesse Typische Merkmale: sehr dringend vertraulich keine Rückfrage erwünscht ungewöhnliche Zahlungsdaten außerhalb normaler Prozesse Merksatz: CEO-Fraud nutzt Autorität und Zeitdruck. Business E-Mail Compromise Business E-Mail Compromise wird oft abgekürzt: BEC Dabei wird ein geschäftliches E-Mail-Konto kompromittiert oder täuschend echt nachgeahmt. Ziele: Rechnungsbetrug Änderung von Kontodaten interne Täuschung Phishing aus echtem Konto Zugriff auf Geschäftskommunikation Merksatz: BEC nutzt geschäftliche E-Mail-Kommunikation für Betrug. Fake Login Ein Fake Login ist eine gefälschte Anmeldeseite. Sie sieht oft aus wie: Microsoft 365 Google VPN-Portal Cloud-Speicher Bank Paketdienst Unternehmensportal Ziel: Zugangsdaten abgreifen Merksatz: Gefälschte Loginseiten sind ein Kernmittel von Phishing. Credential Harvesting Credential Harvesting bedeutet: Zugangsdaten werden gesammelt. Beispiele: gefälschte Loginseite Keylogger Phishing-Mail manipulierte Anwendung Malware unsichere Datenbank abgegriffene Browserdaten Merksatz: Credential Harvesting sammelt Zugangsdaten für spätere Angriffe. Session Hijacking Session Hijacking bedeutet: Ein Angreifer übernimmt eine bestehende Sitzung. Ziel: Zugriff erhalten, ohne das Passwort erneut eingeben zu müssen. Mögliche Mittel: gestohlene Session-Cookies gestohlene Tokens Malware im Browser unsichere Verbindung XSS kompromittiertes Endgerät Merksatz: Session Hijacking greift die laufende Anmeldung an. MFA-Bypass MFA macht Angriffe schwerer, aber nicht unmöglich. Mögliche Angriffe: MFA-Push-Fatigue Phishing mit Echtzeit-Weiterleitung gestohlene Session-Tokens kompromittiertes Endgerät Social Engineering beim Support unsichere Ausnahmen SIM-Swapping bei SMS-MFA Merksatz: MFA ist wichtig, aber keine alleinige Schutzmaßnahme. MFA-Push-Fatigue MFA-Push-Fatigue bedeutet: Angreifer lösen viele MFA-Push-Anfragen aus. Ziel: Benutzer bestätigt aus Versehen, aus Gewohnheit oder genervt. Schutz: Number Matching klare Anzeige von Ort und Anwendung Schulung Meldeweg für unerwartete MFA-Anfragen Rate Limiting verdächtige Anfragen blockieren Merksatz: Unerwartete MFA-Anfragen niemals bestätigen. SIM-Swapping SIM-Swapping bedeutet: Angreifer übernehmen die Mobilfunknummer eines Opfers. Ziel: SMS-Codes empfangen Passwortzurücksetzung durchführen Konten übernehmen Schutz: SMS-MFA möglichst vermeiden App-basierte MFA oder Hardwaretoken nutzen Mobilfunkkonto schützen ungewöhnliche Netzverluste beachten Merksatz: SMS als MFA-Faktor ist schwächer als sichere Authenticator- oder Hardwarelösungen. Social Engineering Social Engineering ist die Manipulation von Menschen, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Angreifer nutzen zum Beispiel: Autorität Dringlichkeit Angst Hilfsbereitschaft Sympathie Neugier Gewohnheit Vertraulichkeit Merksatz: Social Engineering nutzt Psychologie als Angriffsmittel. Pretexting Pretexting bedeutet: Angreifer erfinden eine glaubwürdige Geschichte oder Rolle. Beispiele: angeblicher IT-Support angeblicher neuer Mitarbeiter angeblicher Dienstleister angebliche Bank angebliche Behörde angeblicher Kunde Ziel: Vertrauen erzeugen Informationen erhalten Aktionen auslösen Merksatz: Pretexting arbeitet mit erfundener glaubwürdiger Rolle. Baiting Baiting bedeutet: Angreifer legen einen Köder aus. Beispiele: USB-Stick mit Aufschrift „Gehälter“ kostenloser Download angebliches Tool Gutschein Gewinnspiel kostenlose Software Ziel: Benutzer soll etwas öffnen, installieren anschließen oder Daten eingeben. Merksatz: Baiting nutzt Neugier oder Vorteilserwartung. Tailgating Tailgating bedeutet: Eine unberechtigte Person folgt einer berechtigten Person in einen geschützten Bereich. Beispiele: Person folgt durch Sicherheitstür. Person trägt angeblich schwere Kisten. Person bittet freundlich, die Tür aufzuhalten. Merksatz: Tailgating umgeht physische Zutrittskontrolle. Shoulder Surfing Shoulder Surfing bedeutet: Angreifer beobachten Eingaben oder Bildschirme. Beispiele: Passwort beim Tippen ansehen PIN am Automaten beobachten Bildschirm im Zug mitlesen MFA-Code ablesen Schutz: Sichtschutzfolie Bildschirm sperren Umgebung beachten keine sensiblen Eingaben in unsicheren Umgebungen Merksatz: Shoulder Surfing nutzt Beobachtung. Dumpster Diving Dumpster Diving bedeutet: Angreifer durchsuchen Müll oder entsorgte Unterlagen. Ziele: Passwörter interne Dokumente Netzwerkpläne Rechnungen Kundendaten alte Datenträger Notizzettel Organigramme Schutz: Aktenvernichtung sichere Datenträgervernichtung Clean-Desk-Regel Entsorgungsprozesse Merksatz: Auch entsorgte Informationen können sicherheitskritisch sein. Identitätsangriffe Identitätsangriffe richten sich gegen Benutzerkonten, Rollen und Anmeldungen. Typische Angriffe: Phishing Brute Force Credential Stuffing Password Spraying Session Hijacking MFA-Missbrauch Kontoübernahme Rechteausweitung Merksatz: Wer Identität kontrolliert, kontrolliert oft den Zugriff. Account Takeover Account Takeover bedeutet: Ein Angreifer übernimmt ein Benutzerkonto. Mögliche Folgen: E-Mails lesen interne Daten abrufen Phishing aus echtem Konto senden Dateien löschen Rechte ausnutzen weitere Konten angreifen Regeln oder Weiterleitungen einrichten Merksatz: Kontoübernahme ist oft der Startpunkt für weitere Angriffe. Brute Force Brute Force bedeutet: viele Passwörter werden systematisch ausprobiert. Schutz: MFA Rate Limiting starke Passwörter Sperrmechanismen Monitoring keine Standardkonten Passwortmanager Merksatz: Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert. Credential Stuffing Credential Stuffing bedeutet: Angreifer nutzen geleakte Zugangsdaten aus anderen Diensten. Beispiel: Passwort aus altem Webshop-Leak wird am Firmenportal ausprobiert. Schutz: keine Passwortwiederverwendung MFA Passwortmanager Leak-Erkennung riskante Loginversuche erkennen Merksatz: Credential Stuffing nutzt wiederverwendete Passwörter. Password Spraying Password Spraying bedeutet: wenige häufige Passwörter werden gegen viele Konten getestet. Beispiele: Willkommen2026! Sommer2026! Passwort123! Ziel: Kontosperren vermeiden, weil pro Konto nur wenige Versuche auftreten. Merksatz: Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Benutzer. Passwort-Wiederverwendung Passwort-Wiederverwendung bedeutet: dasselbe Passwort wird bei mehreren Diensten genutzt. Problem: Wird ein Dienst kompromittiert, können Angreifer das Passwort bei anderen Diensten ausprobieren. Schutz: Passwortmanager eindeutige Passwörter MFA Schulung Passwort-Leak-Prüfung Merksatz: Ein Passwort darf nicht mehrfach genutzt werden. Starke Passwörter Starke Passwörter sollten: lang sein nicht leicht erratbar sein nicht wiederverwendet werden nicht aus persönlichen Daten bestehen nicht in Listen bekannter Passwörter vorkommen Für viele Konten ist ein Passwortmanager sinnvoll. Merksatz: Länge und Einzigartigkeit sind wichtiger als komplizierte Merkhilfen. Passwortmanager Ein Passwortmanager hilft, für jeden Dienst ein eigenes starkes Passwort zu verwenden. Vorteile: eindeutige Passwörter lange Passwörter weniger Wiederverwendung Erkennung falscher Webseiten möglich sicherere Speicherung als Notizzettel Merksatz: Passwortmanager unterstützt starke und eindeutige Passwörter. Account Lockout Account Lockout bedeutet: Ein Konto wird nach mehreren fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen gesperrt. Vorteil: Schutz vor Brute Force Risiko: Angreifer können viele Konten absichtlich sperren. Deshalb sinnvoll kombinieren mit: Rate Limiting Risikoanalyse MFA Monitoring differenzierten Sperrregeln Merksatz: Kontosperren helfen, müssen aber sinnvoll eingestellt sein. Rate Limiting Rate Limiting begrenzt, wie viele Anfragen oder Loginversuche in einer Zeit erlaubt sind. Beispiele: maximal 5 Loginversuche pro Minute begrenzte API-Anfragen Verzögerung nach Fehlversuchen Merksatz: Rate Limiting bremst automatisierte Angriffe. Captcha Captcha soll prüfen, ob ein Mensch oder ein automatisiertes Programm handelt. Einsatz: Loginformulare Registrierungen Passwortzurücksetzung öffentliche Formulare Grenze: Captchas sind keine vollständige Sicherheitsmaßnahme. Merksatz: Captcha erschwert Automatisierung, ersetzt aber keine sichere Authentifizierung. Phishing-Erkennungsmerkmale Mögliche Warnzeichen: ungewöhnlicher Absender unerwarteter Anhang dringende Aufforderung Drohung mit Sperrung ungewöhnliche Zahlungsaufforderung Rechtschreib- oder Formatfehler verkürzte Links Domain passt nicht Login wird über Link gefordert vertrauliche Daten werden verlangt Absenderadresse und Anzeigename passen nicht zusammen Merksatz: Bei Druck, ungewöhnlichem Link oder Datenabfrage vorsichtig sein. Links prüfen Bei Links prüfen: passt die Domain? ist die Verbindung HTTPS? ist die Adresse ungewöhnlich lang? gibt es Tippfehler in der Domain? wird eine bekannte Marke nachgeahmt? führt der Link über Weiterleitungen? ist es ein verkürzter Link? passt der Link zum erwarteten Dienst? Merksatz: Nicht der sichtbare Text zählt, sondern das echte Ziel des Links. Anhänge prüfen Gefährliche Anhänge können sein: ausführbare Dateien Makro-Dokumente Archive mit Passwort angebliche Rechnungen Skripte ISO-Dateien LNK-Dateien HTML-Dateien manipulierte PDFs Merksatz: Unerwartete Anhänge immer kritisch prüfen. Absender prüfen Bei E-Mails ist der Anzeigename leicht fälschbar. Zu prüfen: echte Absenderadresse Domain Antwortadresse Signatur Schreibstil Kontext ungewöhnliche Anfrage SPF, DKIM DMARC-Ergebnis je nach System Merksatz: Anzeigename allein beweist nichts. SPF SPF steht für: Sender Policy Framework SPF legt fest, welche Mailserver für eine Domain E-Mails senden dürfen. Merksatz: SPF prüft, ob ein sendender Mailserver zur Domain passt. DKIM DKIM steht für: DomainKeys Identified Mail DKIM nutzt digitale Signaturen, um zu prüfen, ob eine E-Mail unterwegs verändert wurde und ob sie zur sendenden Domain passt. Merksatz: DKIM signiert E-Mails kryptografisch. DMARC DMARC steht für: Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance DMARC baut auf SPF und DKIM auf. Es legt fest, wie Empfänger mit E-Mails umgehen sollen, die SPF oder DKIM nicht bestehen. Merksatz: DMARC gibt Richtlinien für den Umgang mit verdächtigen E-Mails. SPF, DKIM und DMARC einordnen Technik Zweck SPF prüft erlaubte sendende Mailserver DKIM prüft Signatur und Veränderung DMARC legt Richtlinie und Berichte fest Wichtig: Diese Techniken helfen gegen E-Mail-Spoofing, verhindern aber nicht jede Phishing-Mail. Merksatz: SPF, DKIM und DMARC verbessern E-Mail-Authentizität. Technische Schutzmaßnahmen gegen Phishing Maßnahmen: Spamfilter Malwarefilter Linkprüfung Anhangprüfung Sandboxing SPF DKIM DMARC MFA Conditional Access Passwortmanager Webfilter EDR DNS-Filter sichere Browserkonfiguration Merksatz: Phishing-Schutz braucht mehrere technische Schichten. Organisatorische Schutzmaßnahmen gegen Phishing Maßnahmen: Schulungen klare Meldewege Phishing-Simulationen Vier-Augen-Prinzip Zahlungsprozesse absichern Rückruf über bekannte Telefonnummer Sicherheitsrichtlinien Freigabeprozesse Notfallplan bei Kontoübernahme Merksatz: Prozesse schützen dort, wo Technik allein nicht reicht. Verhalten bei verdächtiger Nachricht Sinnvolles Vorgehen: 1. Nicht auf Links klicken. 2. Keine Anhänge öffnen. 3. Keine Zugangsdaten eingeben. 4. Absender und Domain prüfen. 5. Bei angeblichen internen Anfragen über bekannten Kanal nachfragen. 6. Nachricht melden. 7. Nicht weiterleiten, wenn dadurch Risiko entsteht. 8. IT oder Sicherheitsverantwortliche informieren. Merksatz: Bei Verdacht zuerst stoppen, prüfen und melden. Wenn Zugangsdaten eingegeben wurden Sofortmaßnahmen: Passwort ändern MFA-Sitzungen prüfen aktive Sitzungen beenden IT informieren Konto-Logs prüfen Weiterleitungsregeln prüfen verdächtige Geräte prüfen Tokens widerrufen betroffene Dienste prüfen weitere Benutzer warnen Merksatz: Nach Phishing zählt schnelle Reaktion. Wenn ein Anhang geöffnet wurde Sofortmaßnahmen: Gerät vom Netzwerk trennen IT informieren Datei nicht weiter öffnen Zeitpunkt dokumentieren E-Mail sichern EDR oder Antivirus prüfen Logs sichern betroffene Konten prüfen keine weiteren Systeme nutzen, bis Bewertung erfolgt Merksatz: Nach verdächtigem Anhang Gerät schnell isolieren. Kontoübernahme erkennen Anzeichen: unbekannte Loginorte neue Weiterleitungsregeln gelesene E-Mails ohne Benutzeraktion gesendete Phishing-Mails Passwortänderung MFA-Änderung neue Geräte ungewöhnliche Dateienzugriffe Rollenänderungen verdächtige API-Aktivität Merksatz: Kontoübernahme zeigt sich oft in Logs und ungewöhnlichen Kontoeinstellungen. E-Mail-Weiterleitungsregel als Risiko Nach Kontoübernahme legen Angreifer oft Weiterleitungsregeln an. Zweck: E-Mails mitlesen Rechnungen abfangen Antworten verstecken weitere Angriffe vorbereiten Prüfen: unbekannte Weiterleitungen versteckte Regeln Regeln zum Löschen Regeln zum Verschieben externe Empfänger Merksatz: Nach Kontoübernahme immer Weiterleitungsregeln prüfen. Schutz durch Conditional Access Conditional Access kann Logins abhängig machen von: Standort Gerät MFA Risiko Benutzergruppe Anwendung Netzwerk Gerätezustand Beispiele: Adminzugriff nur mit MFA Zugriff aus unbekanntem Land blockieren Zugriff nur von verwalteten Geräten Merksatz: Conditional Access erschwert missbräuchliche Logins. Schutz durch Schulung Benutzer sollten wissen: wie Phishing aussieht wie man Links prüft wie man Anhänge bewertet wie man verdächtige Nachrichten meldet warum MFA-Anfragen nicht blind bestätigt werden warum Passwörter eindeutig sein müssen warum Zahlungsprozesse eingehalten werden Merksatz: Schulung macht Benutzer zu aktiven Schutzfaktoren. Typische IHK-Fragen In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden: - Was ist Phishing? - Was ist Spear Phishing? - Was ist Whaling? - Was ist Social Engineering? - Was ist CEO-Fraud? - Was ist Business E-Mail Compromise? - Was ist Smishing? - Was ist Vishing? - Was ist Credential Harvesting? - Was ist Session Hijacking? - Was ist MFA-Push-Fatigue? - Was ist SIM-Swapping? - Was ist Pretexting? - Was ist Tailgating? - Was ist Shoulder Surfing? - Was ist Credential Stuffing? - Was ist Password Spraying? - Welche Merkmale können auf Phishing hinweisen? - Was machen SPF, DKIM und DMARC? - Wie reagiert man auf eine verdächtige Phishing-Mail? - Warum sind Passwortmanager sinnvoll? Typische Prüfungsfallen Phishing ist nicht nur E-Mail. Social Engineering ist nicht rein technisch. Spear Phishing ist gezielt. Whaling betrifft besonders wichtige Personen. Smishing läuft über SMS. Vishing läuft über Telefon. CEO-Fraud nutzt Autorität. BEC nutzt geschäftliche E-Mail-Kommunikation. Anzeigename einer E-Mail beweist nichts. HTTPS allein beweist nicht, dass die Seite echt ist. MFA ist wichtig, aber nicht unfehlbar. Unerwartete MFA-Anfragen nicht bestätigen. Credential Stuffing nutzt geleakte Passwörter. Password Spraying probiert wenige Passwörter bei vielen Konten. Passwort-Wiederverwendung ist gefährlich. SPF, DKIM und DMARC helfen gegen Spoofing, verhindern aber nicht jedes Phishing. Verdächtige Nachrichten melden, nicht ignorieren. Nach Kontoübernahme Weiterleitungsregeln prüfen. Wichtige Begriffe kurz erklärt Begriff Kurze Erklärung Phishing Täuschung zur Preisgabe vertraulicher Daten Smishing Phishing per SMS Vishing Phishing per Telefon Quishing Phishing über QR-Code Spear Phishing gezieltes Phishing Whaling Phishing gegen wichtige Personen CEO-Fraud Betrug durch angebliche Chef-Anweisung BEC Business E-Mail Compromise Fake Login gefälschte Anmeldeseite Credential Harvesting Sammeln von Zugangsdaten Session Hijacking Übernahme einer laufenden Sitzung MFA-Bypass Umgehung oder Missbrauch von MFA MFA-Push-Fatigue viele MFA-Anfragen zur Ermüdung SIM-Swapping Übernahme einer Mobilfunknummer Social Engineering Manipulation von Menschen Pretexting erfundene glaubwürdige Geschichte Baiting Köder zur Täuschung Tailgating unberechtigtes Folgen durch Zutritt Shoulder Surfing Beobachten von Eingaben Dumpster Diving Informationssuche im Müll Account Takeover Kontoübernahme Brute Force systematisches Ausprobieren Credential Stuffing Nutzung geleakter Zugangsdaten Password Spraying wenige Passwörter gegen viele Konten Passwortmanager Verwaltung starker eindeutiger Passwörter Account Lockout Kontosperre nach Fehlversuchen Rate Limiting Begrenzung von Anfragen Captcha Mensch-Maschine-Prüfung SPF Prüfung erlaubter Mailserver DKIM kryptografische E-Mail-Signatur DMARC Richtlinie für SPF/DKIM-Ergebnisse Conditional Access Zugriff abhängig von Bedingungen IHK-sichere Kurzformulierung Phishing ist eine Form des Social Engineerings, bei der Angreifer Benutzer durch Täuschung dazu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben, Links anzuklicken, Anhänge zu öffnen oder gefährliche Aktionen auszuführen. Spear Phishing ist gezieltes Phishing, Whaling richtet sich gegen besonders wichtige Personen, Smishing erfolgt per SMS und Vishing per Telefon. Identitätsangriffe wie Credential Stuffing, Password Spraying, Brute Force, Session Hijacking und Kontoübernahmen zielen auf Benutzerkonten und Zugänge. Schutzmaßnahmen sind MFA, starke eindeutige Passwörter, Passwortmanager, Spam- und Malwarefilter, SPF, DKIM, DMARC, Conditional Access, Schulungen, klare Meldewege, Vier-Augen-Prinzip und schnelle Reaktion bei verdächtigen Vorfällen. Merksätze Phishing täuscht Benutzer. Social Engineering manipuliert Menschen. Phishing ist nicht nur E-Mail. Smishing = SMS-Phishing. Vishing = Telefon-Phishing. Quishing = QR-Code-Phishing. Spear Phishing ist gezielt. Whaling trifft wichtige Personen. CEO-Fraud nutzt Autorität. BEC nutzt geschäftliche E-Mails. Fake Login stiehlt Zugangsdaten. Credential Harvesting sammelt Zugangsdaten. Session Hijacking übernimmt Sitzungen. MFA ist wichtig, aber nicht unfehlbar. Unerwartete MFA-Anfragen niemals bestätigen. SIM-Swapping gefährdet SMS-MFA. Pretexting nutzt erfundene Rollen. Baiting nutzt Köder. Tailgating umgeht Zutrittskontrolle. Shoulder Surfing nutzt Beobachtung. Dumpster Diving nutzt weggeworfene Informationen. Identitätsangriffe zielen auf Konten. Account Takeover ist Kontoübernahme. Brute Force probiert systematisch. Credential Stuffing nutzt geleakte Zugangsdaten. Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Konten. Passwörter nicht wiederverwenden. Passwortmanager nutzen. Rate Limiting bremst Angriffe. Captcha ersetzt keine sichere Anmeldung. Anzeigename beweist nichts. Links immer auf echte Domain prüfen. Anhänge kritisch prüfen. SPF prüft erlaubte Mailserver. DKIM signiert E-Mails. DMARC legt Richtlinien fest. Technik und Schulung gemeinsam schützen. Verdächtige Nachrichten melden. Nach Phishing schnell reagieren. Nach Kontoübernahme Weiterleitungsregeln prüfen.