# 16.4 Netzwerkangriffe: DoS, DDoS, Spoofing und Man-in-the-Middle

Netzwerkangriffe richten sich gegen Kommunikation,
Erreichbarkeit,
Identitäten
oder Datenübertragung in Netzwerken.

Sie können auf verschiedenen OSI-Schichten stattfinden.

Typische Netzwerkangriffe sind:

    - DoS
    - DDoS
    - Man-in-the-Middle
    - ARP-Spoofing
    - DNS-Spoofing
    - IP-Spoofing
    - MAC-Spoofing
    - Sniffing
    - Session Hijacking
    - Rogue DHCP
    - Evil Twin
    - WLAN-Angriffe

Merksatz:

    Netzwerkangriffe nutzen Schwächen in Kommunikation,
    Adressierung,
    Namensauflösung
    oder Erreichbarkeit aus.

---

**Warum Netzwerkangriffe gefährlich sind**

Netzwerke verbinden Systeme miteinander.

Wenn ein Angreifer Netzwerkkommunikation beeinflusst,
kann er unter Umständen:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Benutzer auf falsche Ziele lenken
    Dienste überlasten
    Verbindungen unterbrechen
    Zugangsdaten abgreifen
    Sitzungen übernehmen
    interne Systeme erreichen
    Kommunikation manipulieren

Merksatz:

    Wer Netzwerkverkehr kontrolliert,
    kann viele weitere Angriffe vorbereiten.

---

**DoS**

DoS steht für:

    Denial of Service

Denial of Service bedeutet:

    Ein Dienst wird absichtlich so gestört,
    dass er nicht mehr nutzbar ist.

Ziel:

    Verfügbarkeit angreifen

Beispiele:

    Webserver antwortet nicht mehr.
    Anwendung ist überlastet.
    Netzwerkleitung ist voll.
    Firewall ist überfordert.
    Datenbank nimmt keine Verbindungen mehr an.

Merksatz:

    DoS greift die Verfügbarkeit an.

---

**DoS einfach erklärt**

Ein Dienst kann nur eine begrenzte Menge an Anfragen verarbeiten.

Wenn ein Angreifer sehr viele Anfragen sendet,
kann der Dienst überlastet werden.

Folge:

    normale Benutzer können den Dienst nicht mehr nutzen.

Merksatz:

    DoS bedeutet:
    Dienst wird durch Störung oder Überlastung unbenutzbar.

---

**DDoS**

DDoS steht für:

    Distributed Denial of Service

Distributed bedeutet:

    verteilt

Bei DDoS kommt der Angriff von vielen Systemen gleichzeitig.

Häufig werden Botnetze genutzt.

Merksatz:

    DDoS ist ein verteilter DoS-Angriff.

---

**DoS und DDoS vergleichen**

| Merkmal | DoS | DDoS |
|---|---|---|
| Angriffsquelle | eine oder wenige Quellen | viele verteilte Quellen |
| Abwehr | oft einfacher | deutlich schwieriger |
| typische Technik | Überlastung oder Störung | massenhafte verteilte Überlastung |
| Ziel | Verfügbarkeit | Verfügbarkeit |

Merksatz:

    DoS = Dienstverweigerung.
    DDoS = verteilte Dienstverweigerung.

---

**Typische DDoS-Ziele**

DDoS-Angriffe richten sich häufig gegen:

    Webseiten
    Online-Shops
    DNS-Server
    VPN-Gateways
    Firewalls
    Load Balancer
    APIs
    Gaming-Server
    Cloud-Dienste
    Unternehmensanschlüsse

Merksatz:

    DDoS trifft oft öffentlich erreichbare Dienste.

---

**DDoS-Angriffsarten**

DDoS kann unterschiedliche Ebenen treffen.

Beispiele:

    Volumenangriff:
    Leitung wird mit Datenverkehr überlastet.

    Protokollangriff:
    Netzwerk- oder Transportprotokolle werden ausgenutzt.

    Anwendungsschichtangriff:
    Webanwendung wird mit vielen echten oder scheinbar echten Anfragen belastet.

Merksatz:

    DDoS kann Leitung,
    Protokoll
    oder Anwendung treffen.

---

**Volumenangriff**

Ein Volumenangriff versucht,
möglichst viel Datenverkehr zu erzeugen.

Ziel:

    Bandbreite überlasten

Beispiele:

    sehr viele UDP-Pakete
    große Datenmengen
    reflektierter Verkehr

Folge:

    legitimer Verkehr kommt nicht mehr durch.

Merksatz:

    Volumenangriff überlastet die Bandbreite.

---

**Protokollangriff**

Ein Protokollangriff nutzt Eigenschaften von Netzwerkprotokollen aus.

Ziel:

    Netzwerkgeräte,
    Firewalls,
    Load Balancer
    oder Serverzustände überlasten

Beispiele:

    viele halboffene Verbindungen
    viele Verbindungsversuche
    ausgenutzte Protokollmechanismen

Merksatz:

    Protokollangriff belastet Netzwerk- oder Transportmechanismen.

---

**Anwendungsschichtangriff**

Ein Anwendungsschichtangriff richtet sich gegen Dienste auf OSI-Schicht 7.

Beispiele:

    viele HTTP-Anfragen
    teure Suchanfragen
    Loginversuche
    API-Anfragen
    Warenkorbaktionen
    Datenbanklast durch Webanfragen

Problem:

    Der Angriff kann wie normaler Benutzerverkehr aussehen.

Merksatz:

    Anwendungsschichtangriffe sind oft schwerer von echter Nutzung zu unterscheiden.

---

**Reflexionsangriff**

Bei einem Reflexionsangriff sendet der Angreifer Anfragen an fremde Server
und fälscht dabei die Absenderadresse des Opfers.

Die fremden Server antworten dann an das Opfer.

Beispiele für missbrauchte Dienste:

    DNS
    NTP
    Memcached
    SSDP
    andere UDP-basierte Dienste

Merksatz:

    Reflexionsangriff lenkt Antworten fremder Systeme auf das Opfer.

---

**Amplification**

Amplification bedeutet:

    Verstärkung

Der Angreifer sendet eine kleine Anfrage,
die eine deutlich größere Antwort erzeugt.

Wenn die Antwort an das Opfer geht,
wird der Angriff verstärkt.

Merksatz:

    Amplification macht aus kleinen Anfragen große Angriffsdatenmengen.

---

**Schutz vor DoS und DDoS**

Mögliche Schutzmaßnahmen:

    DDoS-Schutzdienst
    Provider-Unterstützung
    Content Delivery Network
    Load Balancer
    Rate Limiting
    Anycast
    Firewall-Regeln
    Web Application Firewall
    Skalierung
    Monitoring
    Notfallplan
    Blackholing als Notmaßnahme

Merksatz:

    DDoS-Schutz braucht Vorbereitung,
    weil man im Angriff oft wenig Zeit hat.

---

**Rate Limiting**

Rate Limiting begrenzt,
wie viele Anfragen in einer bestimmten Zeit erlaubt sind.

Beispiele:

    maximal 100 Anfragen pro Minute pro IP

    maximal 5 Loginversuche pro Minute

    API-Limit pro Benutzer

Vorteil:

    automatisierte Überlastung wird erschwert.

Merksatz:

    Rate Limiting begrenzt Anfragehäufigkeit.

---

**Anycast**

Anycast bedeutet:

    dieselbe IP-Adresse wird an mehreren Standorten angekündigt.

Der Verkehr wird zum nächstgelegenen oder passenden Standort geleitet.

Vorteil bei DDoS:

    Angriffslast kann verteilt werden.

Merksatz:

    Anycast verteilt Verkehr auf mehrere Standorte.

---

**Blackholing**

Blackholing bedeutet:

    Verkehr zu einem Ziel wird verworfen.

Das kann bei DDoS als Notmaßnahme genutzt werden.

Nachteil:

    Der angegriffene Dienst ist dann ebenfalls nicht erreichbar.

Merksatz:

    Blackholing schützt Infrastruktur,
    macht den Dienst aber meist unerreichbar.

---

**Man-in-the-Middle**

Man-in-the-Middle wird oft abgekürzt:

    MitM

Dabei positioniert sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Ziele:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Anmeldedaten abgreifen
    Sitzung übernehmen
    Zertifikatswarnungen ausnutzen
    Benutzer auf falsche Dienste lenken

Merksatz:

    MitM bedeutet:
    Angreifer sitzt zwischen Sender und Empfänger.

---

**Man-in-the-Middle einfach erklärt**

Normale Kommunikation:

    Client
    ↔
    Server

Mit Man-in-the-Middle:

    Client
    ↔
    Angreifer
    ↔
    Server

Der Benutzer glaubt,
direkt mit dem Server zu kommunizieren.

Tatsächlich läuft die Kommunikation über den Angreifer.

Merksatz:

    Bei MitM wird Kommunikation heimlich zwischengeschaltet.

---

**Typische MitM-Szenarien**

Beispiele:

    unsicheres WLAN
    gefälschter Access Point
    ARP-Spoofing im lokalen Netz
    DNS-Spoofing
    manipuliertes Gateway
    kompromittierter Router
    Proxy-Angriff
    gefälschtes Zertifikat
    Session-Cookie-Diebstahl

Merksatz:

    MitM kann über WLAN,
    LAN,
    DNS,
    Router
    oder Zertifikate entstehen.

---

**Schutz vor Man-in-the-Middle**

Maßnahmen:

    TLS korrekt nutzen
    HTTPS erzwingen
    Zertifikatswarnungen nicht ignorieren
    VPN in unsicheren Netzen
    HSTS bei Webseiten
    sichere WLAN-Konfiguration
    ARP-Schutz in Switches
    DNSSEC je nach Einsatz
    sichere DNS-Resolver
    MFA
    Session-Cookies schützen

Merksatz:

    TLS schützt nur dann,
    wenn Zertifikate korrekt geprüft werden.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet.

Legitime Nutzung:

    Fehlersuche
    Protokollanalyse
    Performanceanalyse
    Sicherheitsanalyse

Missbrauch:

    Passwörter abfangen
    Daten mitlesen
    interne Kommunikation analysieren
    Sitzungen übernehmen
    Schwachstellen finden

Merksatz:

    Sniffing ist ein Werkzeug,
    das für Analyse oder Angriff genutzt werden kann.

---

**Sniffing und Verschlüsselung**

Unverschlüsselter Verkehr kann direkt lesbar sein.

Beispiele für riskanten Klartextverkehr:

    HTTP
    Telnet
    FTP
    POP3 ohne TLS
    IMAP ohne TLS
    SMTP ohne TLS
    alte Protokolle

Verschlüsselter Verkehr schützt Inhalte besser.

Beispiele:

    HTTPS
    SSH
    SFTP
    FTPS
    IMAPS
    SMTPS
    VPN

Merksatz:

    Verschlüsselung reduziert den Schaden durch Sniffing.

---

**Spoofing**

Spoofing bedeutet:

    Eine falsche Identität,
    Adresse
    oder Herkunft wird vorgetäuscht.

Typische Arten:

    IP-Spoofing
    MAC-Spoofing
    ARP-Spoofing
    DNS-Spoofing
    E-Mail-Spoofing

Merksatz:

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

---

**IP-Spoofing**

IP-Spoofing bedeutet:

    Der Angreifer fälscht die Quell-IP-Adresse.

Ziele:

    Herkunft verschleiern
    Reflexionsangriffe ermöglichen
    Filter umgehen
    Vertrauen in IP-Adressen ausnutzen

Grenze:

    Bei TCP-Verbindungen ist IP-Spoofing schwieriger,
    weil Antworten an die gefälschte Adresse gehen.

Merksatz:

    IP-Spoofing fälscht die Quell-IP-Adresse.

---

**MAC-Spoofing**

MAC-Spoofing bedeutet:

    Ein Gerät gibt sich mit einer anderen MAC-Adresse aus.

Mögliche Ziele:

    MAC-Filter umgehen
    Identität im LAN vortäuschen
    Netzwerkzugang erschleichen
    Geräteverwechslung erzeugen

Merksatz:

    MAC-Adressen können gefälscht werden
    und sind kein starker Sicherheitsnachweis.

---

**ARP**

ARP steht für:

    Address Resolution Protocol

ARP ordnet im lokalen IPv4-Netz eine IP-Adresse einer MAC-Adresse zu.

Beispiel:

    Welche MAC-Adresse hat 192.168.1.1?

Antwort:

    192.168.1.1 hat MAC-Adresse aa:bb:cc:dd:ee:ff

Merksatz:

    ARP verbindet IPv4-Adressen mit MAC-Adressen im lokalen Netz.

---

**ARP-Spoofing**

ARP-Spoofing manipuliert ARP-Zuordnungen im lokalen Netz.

Angreifer behauptet zum Beispiel:

    Ich bin das Gateway.

Dann senden Clients ihren Verkehr an den Angreifer.

Mögliche Folgen:

    Man-in-the-Middle
    Sniffing
    Sitzungsdiebstahl
    Verbindungsstörung

Merksatz:

    ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an.

---

**Schutz vor ARP-Spoofing**

Maßnahmen:

    Dynamic ARP Inspection
    DHCP Snooping
    statische ARP-Einträge in Sonderfällen
    Netzwerksegmentierung
    Switch-Sicherheitsfunktionen
    Verschlüsselung durch TLS
    Monitoring auf ARP-Anomalien

Merksatz:

    Gegen ARP-Spoofing helfen Switch-Schutzfunktionen und Verschlüsselung.

---

**DNS**

DNS steht für:

    Domain Name System

DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

Beispiel:

    www.example.de
    →
    203.0.113.10

Merksatz:

    DNS übersetzt Namen in IP-Adressen.

---

**DNS-Spoofing**

DNS-Spoofing manipuliert die Namensauflösung.

Ziel:

    Benutzer wird zu falscher IP-Adresse geleitet.

Beispiel:

    Benutzer ruft eine echte Domain auf,
    landet aber auf einer gefälschten Webseite.

Mögliche Folgen:

    Phishing
    Malware-Verteilung
    Man-in-the-Middle
    Datenabfluss

Merksatz:

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen.

---

**DNS-Cache-Poisoning**

DNS-Cache-Poisoning bedeutet:

    falsche DNS-Antworten werden in einem DNS-Cache gespeichert.

Folge:

    Mehrere Benutzer erhalten falsche DNS-Antworten,
    bis der Cache abläuft oder korrigiert wird.

Merksatz:

    DNS-Cache-Poisoning vergiftet zwischengespeicherte DNS-Antworten.

---

**Schutz vor DNS-Spoofing**

Maßnahmen:

    vertrauenswürdige DNS-Resolver
    DNSSEC
    DNS-over-TLS oder DNS-over-HTTPS je nach Umgebung
    Monitoring ungewöhnlicher DNS-Antworten
    TLS-Zertifikatsprüfung
    keine unbekannten DNS-Server per DHCP erlauben
    sichere Router- und DHCP-Konfiguration

Merksatz:

    DNS-Schutz und TLS-Prüfung ergänzen sich.

---

**DNSSEC**

DNSSEC steht für:

    Domain Name System Security Extensions

DNSSEC ermöglicht kryptografische Prüfung von DNS-Antworten.

Ziel:

    Manipulation von DNS-Antworten erkennbar machen.

Wichtig:

    DNSSEC verschlüsselt DNS-Anfragen nicht automatisch.
    Es prüft vor allem Echtheit und Integrität.

Merksatz:

    DNSSEC schützt DNS-Integrität,
    aber nicht automatisch DNS-Vertraulichkeit.

---

**Rogue DHCP**

Rogue DHCP bedeutet:

    Ein nicht autorisierter DHCP-Server verteilt Netzwerkeinstellungen.

Mögliche Folgen:

    falsches Gateway
    falscher DNS-Server
    falsche IP-Konfiguration
    Man-in-the-Middle
    Netzwerkstörungen

Merksatz:

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkkonfiguration.

---

**Schutz vor Rogue DHCP**

Maßnahmen:

    DHCP Snooping
    Switchports absichern
    ungenutzte Ports deaktivieren
    Netzwerksegmentierung
    Monitoring
    physische Zugangskontrolle
    nur autorisierte DHCP-Server zulassen

Merksatz:

    DHCP Snooping schützt vor unautorisierten DHCP-Servern.

---

**DHCP Snooping**

DHCP Snooping ist eine Switch-Sicherheitsfunktion.

Sie unterscheidet:

    vertrauenswürdige Ports

    und

    nicht vertrauenswürdige Ports

DHCP-Antworten sind nur auf vertrauenswürdigen Ports erlaubt.

Merksatz:

    DHCP Snooping verhindert DHCP-Antworten von falschen Ports.

---

**Session Hijacking**

Session Hijacking bedeutet:

    Ein Angreifer übernimmt eine bestehende Sitzung.

Mögliche Wege:

    Session-Cookie stehlen
    Token stehlen
    XSS
    Malware
    Man-in-the-Middle
    unsichere Verbindung
    kompromittiertes Endgerät

Merksatz:

    Session Hijacking übernimmt eine laufende Anmeldung.

---

**Schutz vor Session Hijacking**

Maßnahmen:

    HTTPS überall
    HttpOnly Cookies
    Secure Cookies
    SameSite Cookies
    kurze Session-Laufzeiten
    Session-Rotation nach Login
    Schutz vor XSS
    MFA
    Geräte- und Standortprüfung
    Logout-Funktion
    Token widerrufen können

Merksatz:

    Sitzungen müssen genauso geschützt werden wie Passwörter.

---

**WLAN-Angriffe**

WLAN ist besonders angreifbar,
weil Funk nicht an Wände gebunden ist.

Typische Risiken:

    schwache Verschlüsselung
    unsichere Passwörter
    Evil Twin
    Rogue Access Point
    unsichere Gastnetze
    Abhören unverschlüsselter Verbindungen
    Deauthentication-Angriffe
    falsche Captive Portals

Merksatz:

    WLAN braucht starke Verschlüsselung und saubere Trennung.

---

**Evil Twin**

Ein Evil Twin ist ein gefälschter WLAN-Access-Point,
der wie ein echtes WLAN aussieht.

Ziel:

    Benutzer verbinden sich mit dem falschen WLAN.

Folgen:

    Man-in-the-Middle
    Phishing
    Datenmitschnitt
    falsche Loginseiten
    Malware-Verteilung

Merksatz:

    Evil Twin imitiert ein echtes WLAN.

---

**Rogue Access Point**

Ein Rogue Access Point ist ein nicht autorisierter Access Point im Netzwerk.

Beispiele:

    Mitarbeiter steckt eigenen WLAN-Router an.
    Angreifer platziert Access Point im Gebäude.
    falsch konfigurierte Geräte öffnen WLAN.

Risiko:

    Sicherheitsregeln werden umgangen.
    internes Netz wird unkontrolliert erreichbar.

Merksatz:

    Rogue Access Point ist ein unerlaubter WLAN-Zugangspunkt.

---

**Schutz vor WLAN-Angriffen**

Maßnahmen:

    WPA2-Enterprise oder WPA3 nutzen
    starke Passwörter
    Gastnetz vom internen Netz trennen
    802.1X
    Zertifikatsprüfung
    Rogue-AP-Erkennung
    regelmäßige WLAN-Überprüfung
    sichere Captive-Portals
    VPN in unsicheren WLANs
    keine offenen internen WLANs

Merksatz:

    WLAN-Sicherheit braucht Verschlüsselung,
    Authentifizierung
    und Segmentierung.

---

**802.1X**

802.1X ist ein Standard für netzwerkbasierte Zugangskontrolle.

Er wird genutzt bei:

    LAN
    WLAN
    Enterprise-Netzen

Grundidee:

    Gerät oder Benutzer muss sich authentifizieren,
    bevor Netzwerkzugriff erlaubt wird.

Merksatz:

    802.1X kontrolliert Netzwerkzugang vor der Freigabe.

---

**Netzwerksegmentierung gegen Angriffe**

Segmentierung trennt Netzbereiche voneinander.

Beispiele:

    Clientnetz
    Servernetz
    Gastnetz
    Managementnetz
    Produktionsnetz
    Backupnetz
    WLAN-Gastnetz
    IoT-Netz

Vorteil:

    Angriffe können sich schlechter ausbreiten.
    Zugriffe können gezielter gefiltert werden.

Merksatz:

    Segmentierung begrenzt Schaden und Ausbreitung.

---

**Firewall-Regeln gegen Netzwerkangriffe**

Firewalls begrenzen,
welche Kommunikation erlaubt ist.

Gute Regeln sind:

    so eng wie möglich
    dokumentiert
    begründet
    regelmäßig geprüft
    nach Quelle,
    Ziel,
    Port
    und Protokoll definiert

Merksatz:

    Firewall-Regeln sollen erlauben,
    was nötig ist,
    und blockieren,
    was nicht nötig ist.

---

**IDS und IPS gegen Netzwerkangriffe**

IDS:

    erkennt verdächtigen Netzwerkverkehr
    und meldet ihn

IPS:

    erkennt verdächtigen Netzwerkverkehr
    und kann ihn blockieren

Beispiele für Erkennung:

    Portscans
    bekannte Angriffssignaturen
    ungewöhnlicher Datenverkehr
    Exploit-Versuche
    verdächtige DNS-Anfragen

Merksatz:

    IDS erkennt.
    IPS blockiert zusätzlich.

---

**Netzwerk-Monitoring**

Netzwerk-Monitoring hilft,
Angriffe und Störungen zu erkennen.

Überwacht werden können:

    Bandbreite
    Paketverlust
    Latenz
    ungewöhnliche Verbindungen
    DNS-Anfragen
    Firewall-Drops
    VPN-Zugriffe
    ARP-Anomalien
    DHCP-Anomalien
    Portscans
    DDoS-Anzeichen

Merksatz:

    Netzwerk-Monitoring erkennt Auffälligkeiten im Datenverkehr.

---

**Typische Anzeichen für Netzwerkangriffe**

Mögliche Hinweise:

    plötzlich sehr hohe Netzwerklast
    viele fehlgeschlagene Verbindungen
    ungewöhnliche DNS-Antworten
    Benutzer landen auf falschen Webseiten
    Zertifikatswarnungen
    viele Loginversuche
    unbekannte DHCP-Server
    doppelte IP-Adressen
    ungewöhnliche ARP-Einträge
    unbekannte Access Points
    viele Firewall-Drops

Merksatz:

    Netzwerkangriffe zeigen sich oft durch ungewöhnliche Muster.

---

**Fehlersuche bei Verdacht auf Netzwerkangriff**

Sinnvolle Reihenfolge:

    1. Betroffene Systeme bestimmen.
    2. Zeitpunkt eingrenzen.
    3. Änderungen prüfen.
    4. Netzwerklogs prüfen.
    5. Firewall-Logs prüfen.
    6. DNS prüfen.
    7. DHCP prüfen.
    8. ARP-Tabelle prüfen.
    9. Routing prüfen.
    10. Paketmitschnitt erstellen.
    11. Benutzerberichte vergleichen.
    12. Angriff eingrenzen.
    13. Schutzmaßnahmen aktivieren.
    14. Vorfall dokumentieren.

Merksatz:

    Netzwerkangriffe systematisch mit Logs,
    Tabellen,
    Routen
    und Mitschnitten untersuchen.

---

**Typische Schutzmaßnahmen gegen Netzwerkangriffe**

Wichtige Maßnahmen:

    Firewall
    IDS
    IPS
    Netzwerksegmentierung
    VLANs
    sichere WLAN-Konfiguration
    WPA2-Enterprise oder WPA3
    802.1X
    DHCP Snooping
    Dynamic ARP Inspection
    DNSSEC je nach Einsatz
    TLS
    VPN
    DDoS-Schutz
    Rate Limiting
    Monitoring
    Logging
    Patchmanagement
    sichere Router- und Switch-Konfiguration

Merksatz:

    Netzwerkangriffsschutz besteht aus Technik,
    Konfiguration
    Überwachung
    und klaren Regeln.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist ein DoS-Angriff?
    - Was ist ein DDoS-Angriff?
    - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS?
    - Was ist ein Man-in-the-Middle-Angriff?
    - Was bedeutet Sniffing?
    - Was bedeutet Spoofing?
    - Was ist IP-Spoofing?
    - Was ist MAC-Spoofing?
    - Was ist ARP-Spoofing?
    - Was ist DNS-Spoofing?
    - Was ist DNS-Cache-Poisoning?
    - Was ist DNSSEC?
    - Was ist Rogue DHCP?
    - Was ist DHCP Snooping?
    - Was ist Session Hijacking?
    - Was ist ein Evil Twin?
    - Was ist ein Rogue Access Point?
    - Wie schützt Netzwerksegmentierung gegen Angriffe?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Welche Schutzmaßnahmen helfen gegen DDoS?

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**Typische Prüfungsfallen**

    DoS und DDoS unterscheiden.

    DDoS ist verteilt.

    DoS greift Verfügbarkeit an.

    MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern.

    Sniffing ist nicht automatisch Angriff,
    kann aber missbraucht werden.

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

    ARP-Spoofing betrifft lokale IPv4-Netze.

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen IP-Adressen.

    DNSSEC schützt Integrität,
    nicht automatisch Vertraulichkeit.

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

    DHCP Snooping schützt vor falschen DHCP-Servern.

    Session Hijacking betrifft laufende Sitzungen.

    WLAN ist wegen Funkreichweite besonders zu schützen.

    Evil Twin imitiert ein echtes WLAN.

    Rogue Access Point ist ein unerlaubter Access Point.

    MAC-Filter allein ist keine starke Sicherheit.

    TLS-Zertifikatswarnungen nicht ignorieren.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    IDS erkennt,
    IPS blockiert zusätzlich.

    DDoS-Schutz muss vorbereitet sein.

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**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| DoS | Dienstverweigerung |
| DDoS | verteilte Dienstverweigerung |
| Botnet | viele fremdgesteuerte Systeme |
| Volumenangriff | Überlastung durch Datenmenge |
| Protokollangriff | Ausnutzung von Protokollmechanismen |
| Anwendungsschichtangriff | Überlastung einer Anwendung |
| Reflexionsangriff | Antworten fremder Systeme treffen Opfer |
| Amplification | Verstärkung kleiner Anfragen |
| Rate Limiting | Begrenzung von Anfragen |
| Anycast | gleiche IP an mehreren Standorten |
| Blackholing | Verwerfen von Verkehr |
| MitM | Man-in-the-Middle |
| Sniffing | Mitschneiden von Netzwerkverkehr |
| Spoofing | Vortäuschen falscher Identität |
| IP-Spoofing | gefälschte Quell-IP |
| MAC-Spoofing | gefälschte MAC-Adresse |
| ARP | Zuordnung IPv4 zu MAC im LAN |
| ARP-Spoofing | Manipulation von ARP-Zuordnungen |
| DNS | Namensauflösung |
| DNS-Spoofing | Manipulation von DNS-Antworten |
| DNS-Cache-Poisoning | falsche DNS-Antwort im Cache |
| DNSSEC | Schutz der DNS-Integrität |
| Rogue DHCP | unautorisierter DHCP-Server |
| DHCP Snooping | Schutz vor falschen DHCP-Servern |
| Session Hijacking | Übernahme einer laufenden Sitzung |
| Evil Twin | gefälschter WLAN-Access-Point |
| Rogue Access Point | unerlaubter Access Point |
| 802.1X | Netzwerkzugangskontrolle |
| IDS | Angriffserkennung |
| IPS | Angriffserkennung mit Blockierung |

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**IHK-sichere Kurzformulierung**

Netzwerkangriffe richten sich gegen Kommunikation, Erreichbarkeit, Adressierung oder Namensauflösung in Netzwerken. DoS und DDoS greifen die Verfügbarkeit von Diensten an, wobei DDoS von vielen verteilten Quellen ausgeht. Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff befindet sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern und kann Daten mitlesen oder manipulieren. Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor, zum Beispiel durch gefälschte IP-, MAC-, ARP- oder DNS-Informationen. Schutzmaßnahmen sind Firewalls, IDS/IPS, Netzwerksegmentierung, sichere WLAN-Konfiguration, TLS, VPN, DNSSEC, DHCP Snooping, Dynamic ARP Inspection, DDoS-Schutz, Rate Limiting, Monitoring und Logging.

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**Merksätze**

    Netzwerkangriffe treffen Kommunikation und Erreichbarkeit.

    DoS greift Verfügbarkeit an.

    DDoS ist verteilter DoS.

    DDoS-Schutz muss vorbereitet sein.

    Volumenangriff überlastet Bandbreite.

    Protokollangriff belastet Netzwerkmechanismen.

    Anwendungsschichtangriff trifft Dienste auf Schicht 7.

    Reflexionsangriff nutzt fremde Systeme.

    Amplification verstärkt Angriffsdaten.

    Rate Limiting begrenzt Anfragen.

    Anycast verteilt Verkehr.

    Blackholing verwirft Verkehr.

    MitM sitzt zwischen Client und Server.

    Sniffing schneidet Verkehr mit.

    Verschlüsselung schützt gegen Mitlesen.

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

    IP-Spoofing fälscht Quell-IP.

    MAC-Spoofing fälscht MAC-Adresse.

    ARP verbindet IPv4 und MAC.

    ARP-Spoofing manipuliert lokale Zuordnung.

    DNS übersetzt Namen in IP-Adressen.

    DNS-Spoofing führt zu falschen Zielen.

    DNSSEC schützt DNS-Integrität.

    Rogue DHCP verteilt falsche Einstellungen.

    DHCP Snooping schützt vor Rogue DHCP.

    Session Hijacking übernimmt Sitzungen.

    WLAN braucht starke Absicherung.

    Evil Twin imitiert echtes WLAN.

    Rogue Access Point ist unerlaubt.

    802.1X kontrolliert Netzwerkzugang.

    Segmentierung begrenzt Ausbreitung.

    IDS erkennt.

    IPS blockiert zusätzlich.

    Netzwerk-Monitoring erkennt Auffälligkeiten.

    Logs und Mitschnitte helfen bei Analyse.