# 16.8 Merksätze und Prüfungswissen zu Angriffen und Schutzmaßnahmen

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zu Angriffen,
Schwachstellen,
Schadsoftware,
Phishing,
Netzwerkangriffen,
Webangriffen
und Schutzmaßnahmen zusammen.

Das Thema ist prüfungsrelevant,
weil es viele Bereiche verbindet:

    - Informationssicherheit
    - Netzwerktechnik
    - Betriebssysteme
    - Anwendungen
    - Benutzerkonten
    - Cloud
    - Backup
    - Datenschutz
    - Monitoring
    - Incident Response

Merksatz:

    IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit.

---

**Die drei wichtigsten Schutzziele**

Die wichtigsten Schutzziele der Informationssicherheit sind:

    Vertraulichkeit

    Integrität

    Verfügbarkeit

Diese drei Begriffe bilden die Grundlage vieler Sicherheitsfragen.

Merksatz:

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit immer sauber unterscheiden.

---

**Vertraulichkeit**

Vertraulichkeit bedeutet:

    Informationen dürfen nur von berechtigten Personen gelesen werden.

Beispiele:

    Kundendaten
    Passwörter
    Personalakten
    interne Dokumente
    Zugangsdaten
    Geschäftsgeheimnisse

Angriffe auf Vertraulichkeit:

    Phishing
    Sniffing
    Spyware
    Datenabfluss
    unberechtigte Freigaben
    gestohlene Zugangsdaten

Merksatz:

    Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen.

---

**Integrität**

Integrität bedeutet:

    Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden.

Beispiele:

    Rechnung wird manipuliert.
    Datenbankeintrag wird verändert.
    Konfigurationsdatei wird heimlich angepasst.
    Softwareupdate wird verfälscht.

Angriffe auf Integrität:

    Man-in-the-Middle
    Malware
    SQL Injection
    Supply-Chain-Angriff
    unberechtigte Änderung

Merksatz:

    Integrität schützt vor unbemerkter Manipulation.

---

**Verfügbarkeit**

Verfügbarkeit bedeutet:

    Systeme,
    Dienste
    und Daten sind bei Bedarf nutzbar.

Beispiele:

    Webseite erreichbar
    Datenbank verfügbar
    Netzwerk funktioniert
    Dateien sind nutzbar
    Backup kann wiederhergestellt werden

Angriffe auf Verfügbarkeit:

    DoS
    DDoS
    Ransomware
    Sabotage
    Überlastung
    Systemausfall

Merksatz:

    Verfügbarkeit schützt die Nutzbarkeit von IT-Systemen.

---

**CIA-Triade**

CIA steht für:

    Confidentiality
    Integrity
    Availability

Deutsch:

    Vertraulichkeit
    Integrität
    Verfügbarkeit

Merksatz:

    CIA-Triade = Vertraulichkeit,
    Integrität
    Verfügbarkeit.

---

**Authentizität**

Authentizität bedeutet:

    Die Echtheit einer Person,
    eines Systems
    oder einer Nachricht ist überprüfbar.

Beispiele:

    Ist der Benutzer wirklich der richtige Benutzer?
    Ist der Server wirklich der richtige Server?
    Stammt die Nachricht wirklich vom angegebenen Absender?

Merksatz:

    Authentizität schützt vor falscher Identität.

---

**Nichtabstreitbarkeit**

Nichtabstreitbarkeit bedeutet:

    Eine Handlung kann später nachgewiesen werden
    und nicht glaubwürdig abgestritten werden.

Beispiele:

    digitale Signatur
    Zeitstempel
    Audit-Log
    eindeutiges Benutzerkonto

Merksatz:

    Nichtabstreitbarkeit sorgt für Nachweisbarkeit.

---

**Schwachstelle, Bedrohung und Risiko**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung eines Schadens |
| Schutzmaßnahme | reduziert ein Risiko |

Merksatz:

    Schwachstelle ist die Lücke.
    Bedrohung ist das Ereignis.
    Risiko ist die bewertete Gefahr.

---

**Angriffsfläche**

Angriffsfläche bedeutet:

    alle Stellen,
    an denen ein System angegriffen werden kann.

Beispiele:

    offene Ports
    Webanwendungen
    Benutzerkonten
    VPN-Zugänge
    E-Mail
    APIs
    Cloud-Freigaben
    veraltete Software
    unsichere Dienste

Merksatz:

    Je größer die Angriffsfläche,
    desto mehr mögliche Angriffspunkte.

---

**Angriffsfläche reduzieren**

Maßnahmen:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports reduzieren
    Standardkonten deaktivieren
    starke Authentifizierung nutzen
    Systeme patchen
    Rechte begrenzen
    Netzbereiche segmentieren
    öffentliche Freigaben prüfen
    sichere Konfiguration verwenden

Merksatz:

    Nicht benötigte Dienste und Zugänge entfernen.

---

**Malware**

Malware ist ein Oberbegriff für Schadsoftware.

Beispiele:

    Virus
    Wurm
    Trojaner
    Ransomware
    Spyware
    Keylogger
    Rootkit
    Botnet-Client
    Cryptominer

Merksatz:

    Malware ist Software mit schädlicher Funktion.

---

**Virus**

Ein Virus hängt sich häufig an Dateien oder Programme an
und wird aktiv,
wenn diese ausgeführt werden.

Merksatz:

    Virus braucht oft eine Wirtsdatei oder Benutzeraktion.

---

**Wurm**

Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Netzwerke oder Schwachstellen.

Merksatz:

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

---

**Trojaner**

Ein Trojaner tarnt sich als nützliches Programm,
enthält aber Schadfunktionen.

Merksatz:

    Trojaner täuscht Harmlosigkeit oder Nützlichkeit vor.

---

**Ransomware**

Ransomware verschlüsselt Daten oder sperrt Systeme
und fordert Lösegeld.

Sie betrifft besonders:

    Verfügbarkeit

und oft zusätzlich:

    Vertraulichkeit

Merksatz:

    Ransomware greift Verfügbarkeit
    und bei Datenabfluss auch Vertraulichkeit an.

---

**Double Extortion**

Double Extortion bedeutet:

    Daten werden verschlüsselt

    und

    zusätzlich wird mit Veröffentlichung gestohlener Daten gedroht.

Merksatz:

    Double Extortion = Verschlüsselung plus Datenabfluss.

---

**Schutz vor Ransomware**

Wichtige Maßnahmen:

    Immutable Backups
    Offline-Backups
    regelmäßige Restore-Tests
    Patchmanagement
    EDR
    MFA
    Least Privilege
    keine lokalen Adminrechte
    Netzwerksegmentierung
    Monitoring
    schnelle Isolation betroffener Systeme

Merksatz:

    Gegen Ransomware sind Backup,
    Rechtebegrenzung
    Segmentierung
    und schnelle Reaktion besonders wichtig.

---

**Phishing**

Phishing ist Täuschung,
um Benutzer zur Preisgabe vertraulicher Informationen
oder zu gefährlichen Aktionen zu bringen.

Ziele:

    Passwörter
    MFA-Codes
    Zugangstokens
    Bankdaten
    Cloud-Zugänge
    VPN-Zugänge
    interne Informationen

Merksatz:

    Phishing greift Menschen über Täuschung an.

---

**Social Engineering**

Social Engineering manipuliert Menschen,
um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.

Angreifer nutzen:

    Zeitdruck
    Angst
    Autorität
    Hilfsbereitschaft
    Vertrauen
    Neugier
    Gewohnheit

Merksatz:

    Social Engineering greift Verhalten und Prozesse an.

---

**Spear Phishing und Whaling**

Spear Phishing:

    gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen oder Organisationen

Whaling:

    Phishing gegen besonders wichtige Personen

Beispiele für Whaling-Ziele:

    Geschäftsführung
    Finanzleitung
    Administratoren
    Personalabteilung

Merksatz:

    Spear Phishing ist gezielt.
    Whaling trifft besonders wertvolle Ziele.

---

**Smishing, Vishing und Quishing**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Smishing | Phishing per SMS |
| Vishing | Phishing per Telefon |
| Quishing | Phishing über QR-Code |

Merksatz:

    Phishing ist nicht auf E-Mail beschränkt.

---

**CEO-Fraud und BEC**

CEO-Fraud:

    Angreifer geben sich als Führungskraft aus
    und fordern dringende Aktionen.

BEC:

    Business E-Mail Compromise,
    Missbrauch oder Nachahmung geschäftlicher E-Mail-Kommunikation.

Merksatz:

    CEO-Fraud und BEC nutzen Vertrauen,
    Autorität
    und Geschäftsprozesse.

---

**Identitätsangriffe**

Identitätsangriffe richten sich gegen Benutzerkonten und Anmeldungen.

Typische Formen:

    Brute Force
    Credential Stuffing
    Password Spraying
    Phishing
    Session Hijacking
    MFA-Missbrauch
    Account Takeover

Merksatz:

    Wer Identitäten kontrolliert,
    kontrolliert oft den Zugriff.

---

**Brute Force**

Brute Force bedeutet:

    Passwörter werden systematisch ausprobiert.

Schutz:

    starke Passwörter
    MFA
    Rate Limiting
    Sperrmechanismen
    Monitoring

Merksatz:

    Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert.

---

**Credential Stuffing**

Credential Stuffing bedeutet:

    geleakte Zugangsdaten aus anderen Diensten werden erneut ausprobiert.

Schutz:

    eindeutige Passwörter
    Passwortmanager
    MFA
    Leak-Erkennung

Merksatz:

    Credential Stuffing nutzt Passwort-Wiederverwendung.

---

**Password Spraying**

Password Spraying bedeutet:

    wenige häufige Passwörter werden gegen viele Konten getestet.

Merksatz:

    Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Benutzer.

---

**MFA**

MFA steht für:

    Multi-Faktor-Authentifizierung

MFA schützt,
weil zusätzlich zum Passwort ein weiterer Faktor nötig ist.

Merksatz:

    MFA reduziert Schaden durch gestohlene Passwörter.

---

**MFA ist nicht unfehlbar**

Mögliche Angriffe trotz MFA:

    MFA-Push-Fatigue
    gestohlene Session-Tokens
    Phishing mit Echtzeit-Weiterleitung
    kompromittiertes Endgerät
    Social Engineering beim Support
    SIM-Swapping bei SMS-MFA

Merksatz:

    MFA ist sehr wichtig,
    aber kein vollständiger Ersatz für Sicherheitskonzept.

---

**DoS und DDoS**

DoS:

    Denial of Service

DDoS:

    Distributed Denial of Service

Unterschied:

| Angriff | Bedeutung |
|---|---|
| DoS | Dienst wird gestört oder überlastet |
| DDoS | verteilter DoS von vielen Quellen |

Merksatz:

    DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an.

---

**DDoS-Schutz**

Maßnahmen:

    DDoS-Schutzdienst
    Provider-Unterstützung
    CDN
    Anycast
    Load Balancer
    Rate Limiting
    Firewall-Regeln
    WAF
    Monitoring
    Notfallplan

Merksatz:

    DDoS-Schutz muss vorbereitet sein.

---

**Man-in-the-Middle**

Bei Man-in-the-Middle befindet sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Ziele:

    Daten mitlesen
    Daten verändern
    Zugangsdaten abgreifen
    Sitzungen übernehmen

Merksatz:

    MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger.

---

**Schutz vor Man-in-the-Middle**

Maßnahmen:

    TLS korrekt nutzen
    Zertifikate prüfen
    Zertifikatswarnungen nicht ignorieren
    VPN in unsicheren Netzen
    HSTS
    sichere WLAN-Konfiguration
    DNS-Schutz
    MFA

Merksatz:

    TLS schützt nur,
    wenn Zertifikate korrekt geprüft werden.

---

**Sniffing**

Sniffing bedeutet:

    Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet.

Es kann genutzt werden für:

    Fehlersuche

oder missbraucht werden für:

    Abhören
    Passwortdiebstahl
    Sitzungsdiebstahl

Merksatz:

    Sniffing ist Werkzeug und Risiko zugleich.

---

**Spoofing**

Spoofing bedeutet:

    Herkunft,
    Adresse
    oder Identität wird vorgetäuscht.

Beispiele:

    IP-Spoofing
    MAC-Spoofing
    ARP-Spoofing
    DNS-Spoofing
    E-Mail-Spoofing

Merksatz:

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

---

**ARP-Spoofing**

ARP-Spoofing manipuliert die Zuordnung von IPv4-Adresse zu MAC-Adresse im lokalen Netz.

Mögliche Folge:

    Man-in-the-Middle

Schutz:

    DHCP Snooping
    Dynamic ARP Inspection
    Segmentierung
    TLS

Merksatz:

    ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an.

---

**DNS-Spoofing**

DNS-Spoofing manipuliert die Namensauflösung.

Folge:

    Benutzer wird zu falscher IP-Adresse geleitet.

Schutz:

    vertrauenswürdige DNS-Resolver
    DNSSEC
    TLS-Zertifikatsprüfung
    sichere DHCP-Konfiguration

Merksatz:

    DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen.

---

**Rogue DHCP**

Rogue DHCP bedeutet:

    ein unautorisierter DHCP-Server verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

Mögliche Folgen:

    falsches Gateway
    falscher DNS-Server
    Man-in-the-Middle
    Netzwerkstörung

Schutz:

    DHCP Snooping
    Switchport-Sicherheit
    Monitoring
    physische Zugangskontrolle

Merksatz:

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkkonfiguration.

---

**WLAN-Angriffe**

Typische WLAN-Angriffe:

    Evil Twin
    Rogue Access Point
    unsichere Verschlüsselung
    falsches Captive Portal
    Deauthentication
    Mitschneiden unverschlüsselter Kommunikation

Schutz:

    WPA2-Enterprise oder WPA3
    802.1X
    starke Passwörter
    Zertifikatsprüfung
    Gastnetztrennung
    Rogue-AP-Erkennung

Merksatz:

    WLAN braucht Verschlüsselung,
    Authentifizierung
    und Segmentierung.

---

**Webangriffe**

Typische Webangriffe:

    SQL Injection
    Cross-Site Scripting
    Cross-Site Request Forgery
    Directory Traversal
    File Upload Attack
    Broken Authentication
    Broken Access Control
    unsichere APIs
    unsichere Fehlerausgaben

Merksatz:

    Webangriffe nutzen oft Eingaben,
    Sitzungen
    oder Berechtigungen aus.

---

**SQL Injection**

SQL Injection bedeutet:

    Angreifer schleust SQL-Code in Eingaben ein.

Folgen:

    Daten auslesen
    Daten verändern
    Login umgehen
    Daten löschen

Schutz:

    Prepared Statements
    parametrisierte Abfragen
    Eingabevalidierung
    Datenbankrechte begrenzen

Merksatz:

    SQL Injection macht Eingabe zu Datenbankbefehl.

---

**Cross-Site Scripting**

Cross-Site Scripting wird abgekürzt:

    XSS

Dabei wird Skriptcode in eine Webseite eingeschleust,
der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird.

Schutz:

    Ausgabe escapen
    Eingaben validieren
    Content Security Policy
    HttpOnly Cookies
    sichere Frameworks

Merksatz:

    XSS greift Benutzer über den Browser an.

---

**CSRF**

CSRF steht für:

    Cross-Site Request Forgery

Dabei wird eine bestehende Anmeldung missbraucht,
um ungewollte Aktionen auszulösen.

Schutz:

    CSRF-Token
    SameSite Cookies
    Origin-Prüfung
    erneute Bestätigung kritischer Aktionen

Merksatz:

    CSRF missbraucht eine gültige Sitzung.

---

**SQL Injection, XSS und CSRF unterscheiden**

| Angriff | Ziel | Kernproblem |
|---|---|---|
| SQL Injection | Datenbank | Eingabe wird SQL-Befehl |
| XSS | Browser anderer Benutzer | Eingabe wird Skript |
| CSRF | bestehende Sitzung | fremde Seite löst Aktion aus |

Merksatz:

    SQL Injection trifft Datenbank.
    XSS trifft Browser.
    CSRF missbraucht Sitzung.

---

**Broken Authentication**

Broken Authentication bedeutet:

    Anmeldung oder Sitzungsverwaltung ist unsicher.

Beispiele:

    kein MFA
    schwache Passwörter
    unsichere Passwortzurücksetzung
    zu lange Sessions
    Tokens unsicher gespeichert

Merksatz:

    Broken Authentication gefährdet Konten und Sitzungen.

---

**Broken Access Control**

Broken Access Control bedeutet:

    Benutzer können auf Daten oder Funktionen zugreifen,
    für die sie keine Berechtigung haben.

Beispiele:

    fremde Rechnung über geänderte ID anzeigen
    Adminfunktion als normaler Benutzer aufrufen
    API gibt fremde Daten zurück

Merksatz:

    Zugriffskontrolle muss serverseitig geprüft werden.

---

**IDOR**

IDOR steht für:

    Insecure Direct Object Reference

Dabei kann ein Benutzer durch Änderung einer ID auf fremde Objekte zugreifen.

Merksatz:

    IDOR ist fehlende Objektberechtigung.

---

**Schwachstellenmanagement**

Schwachstellenmanagement bedeutet:

    Schwachstellen erkennen,
    bewerten,
    priorisieren,
    beheben
    und dokumentieren.

Dazu gehören:

    Inventarisierung
    CVE-Bewertung
    CVSS-Einordnung
    Patchmanagement
    Schwachstellenscans
    Penetrationstests
    Hardening
    Dokumentation

Merksatz:

    Schwachstellenmanagement ist ein dauerhafter Prozess.

---

**CVE und CVSS**

CVE:

    eindeutige Kennung für bekannte Schwachstellen

CVSS:

    Bewertung der Kritikalität einer Schwachstelle

Merksatz:

    CVE benennt.
    CVSS bewertet.

---

**Exploit und Zero-Day**

Exploit:

    Methode oder Code zur Ausnutzung einer Schwachstelle

Zero-Day:

    Schwachstelle,
    für die noch kein regulärer Patch verfügbar ist
    oder die noch nicht öffentlich bekannt war

Merksatz:

    Exploit nutzt eine Lücke.
    Zero-Day nutzt eine ungepatchte oder unbekannte Lücke.

---

**Patchmanagement**

Patchmanagement bedeutet:

    Updates werden geplant,
    getestet,
    verteilt
    geprüft
    und dokumentiert.

Betroffen sind:

    Betriebssysteme
    Anwendungen
    Browser
    Datenbanken
    Firewalls
    Router
    Switches
    Firmware
    Container-Images
    Bibliotheken
    Cloud-Systeme

Merksatz:

    Patchmanagement ist organisierte Update-Verwaltung.

---

**Patchmanagement-Ablauf**

Typischer Ablauf:

    1. Systeme inventarisieren.
    2. Schwachstellen prüfen.
    3. Betroffenheit bewerten.
    4. Kritikalität priorisieren.
    5. Patch testen.
    6. Wartungsfenster planen.
    7. Patch ausrollen.
    8. Funktion prüfen.
    9. Erfolg dokumentieren.
    10. Rest-Risiko bewerten.

Merksatz:

    Patchmanagement braucht Inventar,
    Priorisierung,
    Test,
    Rollback
    und Dokumentation.

---

**Hardening**

Hardening bedeutet:

    Systeme werden sicherer konfiguriert,
    indem unnötige Funktionen deaktiviert
    und sichere Einstellungen gesetzt werden.

Beispiele:

    unnötige Dienste deaktivieren
    offene Ports reduzieren
    Standardpasswörter ändern
    alte Protokolle abschalten
    Rechte minimieren
    Logging aktivieren
    Adminzugriffe begrenzen

Merksatz:

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

---

**Baseline**

Eine Baseline ist ein definierter sicherer Grundzustand.

Beispiele:

    erlaubte Dienste
    Passwortregeln
    Update-Einstellungen
    Logging-Pflicht
    Firewall-Grundregeln
    TLS-Vorgaben
    Rechtevorgaben

Merksatz:

    Baseline = festgelegte sichere Standardkonfiguration.

---

**Configuration Drift**

Configuration Drift bedeutet:

    Die tatsächliche Konfiguration weicht von der geplanten Baseline ab.

Ursachen:

    manuelle Änderungen
    Notfalländerungen
    fehlende Dokumentation
    unterschiedliche Installationen

Merksatz:

    Configuration Drift macht Systeme schwerer sicher zu betreiben.

---

**Firewall**

Eine Firewall filtert Netzwerkverkehr.

Sie prüft zum Beispiel:

    Quelle
    Ziel
    Port
    Protokoll
    Richtung
    Verbindungszustand
    Anwendung je nach Firewalltyp

Merksatz:

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

---

**Default Deny**

Default Deny bedeutet:

    standardmäßig ist alles verboten,
    nur ausdrücklich erlaubter Verkehr ist erlaubt.

Merksatz:

    Default Deny ist sicherer als pauschales Erlauben.

---

**IDS und IPS**

IDS:

    Intrusion Detection System

    erkennt und meldet Angriffe

IPS:

    Intrusion Prevention System

    erkennt und blockiert Angriffe zusätzlich

Merksatz:

    IDS meldet.
    IPS greift ein.

---

**Antivirus, EDR und XDR**

Antivirus:

    erkennt vor allem bekannte Schadsoftware

EDR:

    Endpoint Detection and Response,
    erkennt und untersucht Angriffe auf Endgeräten

XDR:

    Extended Detection and Response,
    verbindet mehrere Sicherheitsbereiche

Merksatz:

    EDR ist umfassender als klassischer Antivirus.

---

**SIEM, SOC und SOAR**

SIEM:

    sammelt und korreliert Sicherheitslogs

SOC:

    Security Operations Center,
    organisatorische Stelle für Sicherheitsüberwachung

SOAR:

    automatisiert Sicherheitsreaktionen

Merksatz:

    SIEM sammelt Daten.
    SOC bewertet.
    SOAR automatisiert Reaktionen.

---

**Backup**

Backup ist eine zusätzliche Sicherung zur Wiederherstellung.

Wichtig:

    regelmäßig
    geschützt
    verschlüsselt
    getrennt
    dokumentiert
    getestet

Merksatz:

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

---

**Immutable Backup**

Immutable Backup bedeutet:

    Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden.

Schutz gegen:

    Ransomware
    versehentliche Löschung
    kompromittierte Adminzugänge

Merksatz:

    Immutable Backup schützt Wiederherstellungsmöglichkeiten.

---

**Incident Response**

Incident Response bedeutet:

    strukturierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Typische Schritte:

    erkennen
    bewerten
    eindämmen
    beseitigen
    wiederherstellen
    dokumentieren
    verbessern

Merksatz:

    Incident Response muss vorbereitet sein,
    bevor ein Vorfall passiert.

---

**Containment, Eradication und Recovery**

| Phase | Bedeutung |
|---|---|
| Containment | Vorfall eindämmen |
| Eradication | Ursache beseitigen |
| Recovery | Systeme wiederherstellen |

Merksatz:

    Erst eindämmen,
    dann Ursache beseitigen,
    dann sicher wiederherstellen.

---

**Defense in Depth**

Defense in Depth bedeutet:

    mehrere Schutzschichten werden kombiniert.

Beispiel:

    Firewall
    plus
    MFA
    plus
    Patchmanagement
    plus
    EDR
    plus
    Backup
    plus
    Monitoring
    plus
    Schulung

Merksatz:

    Sicherheit darf nicht von einer einzigen Maßnahme abhängen.

---

**Technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen**

| Maßnahmenart | Beispiele |
|---|---|
| technisch | Firewall, MFA, EDR, Backup, Verschlüsselung |
| organisatorisch | Richtlinien, Prozesse, Verantwortlichkeiten |
| personell | Schulung, Awareness, klare Meldewege |
| physisch | Zutrittskontrolle, Serverraum, Brandschutz |

Merksatz:

    Sicherheit besteht aus Technik,
    Organisation,
    Menschen
    und physischem Schutz.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was sind die drei Schutzziele der Informationssicherheit?
    - Was bedeutet Vertraulichkeit?
    - Was bedeutet Integrität?
    - Was bedeutet Verfügbarkeit?
    - Was ist der Unterschied zwischen Schwachstelle,
      Bedrohung
      und Risiko?
    - Was ist Malware?
    - Was ist der Unterschied zwischen Virus und Wurm?
    - Was ist Ransomware?
    - Was ist Phishing?
    - Was ist Social Engineering?
    - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS?
    - Was ist Man-in-the-Middle?
    - Was ist Spoofing?
    - Was ist SQL Injection?
    - Was ist XSS?
    - Was ist CSRF?
    - Was ist CVE?
    - Was ist CVSS?
    - Was ist Patchmanagement?
    - Was ist Hardening?
    - Was ist eine Firewall?
    - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
    - Was ist EDR?
    - Was ist SIEM?
    - Warum sind Backups wichtig?
    - Was ist Incident Response?
    - Was bedeutet Defense in Depth?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit nicht verwechseln.

    Ransomware betrifft nicht nur Verfügbarkeit,
    sondern oft auch Vertraulichkeit.

    Malware ist ein Oberbegriff.

    Virus und Wurm unterscheiden.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    Social Engineering ist nicht rein technisch.

    DoS und DDoS unterscheiden.

    DDoS ist verteilt.

    MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern.

    Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor.

    DNSSEC schützt Integrität,
    nicht automatisch Vertraulichkeit.

    SQL Injection betrifft Datenbanken.

    XSS betrifft Browser.

    CSRF missbraucht Sitzungen.

    Prepared Statements schützen gegen SQL Injection.

    Frontend-Validierung ist keine Sicherheitsgrenze.

    Zugriffskontrolle muss serverseitig erfolgen.

    CVE benennt Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Hoher CVSS-Wert ersetzt keine eigene Risikoanalyse.

    Patchmanagement ist ein Prozess.

    Hardening ist sichere Konfiguration.

    Firewall ersetzt kein Patchmanagement.

    Antivirus ersetzt kein Sicherheitskonzept.

    IDS erkennt,
    IPS blockiert zusätzlich.

    EDR ist mehr als Antivirus.

    SIEM sammelt und korreliert Logs.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

    Security Awareness ist eine Schutzmaßnahme.

    Incident Response muss vorbereitet sein.

    Sicherheit ist ein Prozess,
    kein einmaliger Zustand.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Vertraulichkeit | Schutz vor unberechtigtem Lesen |
| Integrität | Schutz vor unbemerkter Veränderung |
| Verfügbarkeit | Nutzbarkeit von Systemen und Daten |
| Authentizität | Echtheit einer Identität oder Nachricht |
| Nichtabstreitbarkeit | Nachweisbarkeit einer Handlung |
| Schwachstelle | ausnutzbare Sicherheitslücke |
| Bedrohung | mögliches schädliches Ereignis |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Auswirkung |
| Angriffsfläche | Summe möglicher Angriffspunkte |
| Malware | Schadsoftware |
| Virus | Schadsoftware mit Wirtsdatei |
| Wurm | selbstverbreitende Schadsoftware |
| Trojaner | getarnte Schadsoftware |
| Ransomware | erpresserische Verschlüsselung oder Sperrung |
| Phishing | Täuschung zur Datenpreisgabe |
| Social Engineering | Manipulation von Menschen |
| Brute Force | systematisches Ausprobieren |
| Credential Stuffing | Nutzung geleakter Zugangsdaten |
| Password Spraying | wenige Passwörter gegen viele Konten |
| DoS | Dienstverweigerung |
| DDoS | verteilte Dienstverweigerung |
| MitM | Man-in-the-Middle |
| Sniffing | Mitschneiden von Verkehr |
| Spoofing | Vortäuschen falscher Identität |
| ARP-Spoofing | Manipulation lokaler IP-MAC-Zuordnung |
| DNS-Spoofing | Manipulation von DNS-Antworten |
| Rogue DHCP | unautorisierter DHCP-Server |
| Evil Twin | gefälschter WLAN-Access-Point |
| SQL Injection | Einschleusen von SQL-Code |
| XSS | Cross-Site Scripting |
| CSRF | Cross-Site Request Forgery |
| IDOR | unsichere direkte Objekt-ID |
| CVE | Kennung bekannter Schwachstellen |
| CVSS | Kritikalitätsbewertung |
| Exploit | Ausnutzung einer Schwachstelle |
| Zero-Day | ungepatchte oder unbekannte Schwachstelle |
| Patchmanagement | organisierte Update-Verwaltung |
| Hardening | sichere Systemhärtung |
| Baseline | sicherer Grundzustand |
| Configuration Drift | Abweichung von Soll-Konfiguration |
| Firewall | Filter für Netzwerkverkehr |
| IDS | Angriffserkennung |
| IPS | Angriffserkennung mit Blockierung |
| Antivirus | Schutz gegen bekannte Schadsoftware |
| EDR | Endpoint Detection and Response |
| XDR | Extended Detection and Response |
| SIEM | Sicherheitslog-Auswertung |
| SOC | Security Operations Center |
| SOAR | automatisierte Sicherheitsreaktion |
| MFA | Multi-Faktor-Authentifizierung |
| Least Privilege | minimale notwendige Rechte |
| Backup | zusätzliche Datensicherung |
| Immutable Backup | unveränderliches Backup |
| Restore-Test | Prüfung der Wiederherstellung |
| Incident Response | Reaktion auf Sicherheitsvorfälle |
| Defense in Depth | mehrschichtige Verteidigung |

---

**IHK-sichere Gesamtformulierung**

Angriffe und Schutzmaßnahmen in der IT-Sicherheit beziehen sich auf den Schutz der Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Angriffe können technische Schwachstellen, unsichere Konfigurationen, menschliches Verhalten, Identitäten, Netzwerke, Webanwendungen oder Lieferketten ausnutzen. Typische Angriffe sind Malware, Ransomware, Phishing, Social Engineering, DoS, DDoS, Man-in-the-Middle, Spoofing, SQL Injection, Cross-Site Scripting und Cross-Site Request Forgery. Schutzmaßnahmen sind unter anderem Patchmanagement, Hardening, Firewalls, Netzwerksegmentierung, MFA, Least Privilege, IDS/IPS, EDR, SIEM, Backups, Restore-Tests, Monitoring, Logging, Schulungen und Incident Response. Ein wirksames Sicherheitskonzept kombiniert mehrere technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen nach dem Prinzip Defense in Depth.

---

**Wichtigste Merksätze**

    IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit,
    Integrität
    und Verfügbarkeit.

    Vertraulichkeit schützt vor Mitlesen.

    Integrität schützt vor Manipulation.

    Verfügbarkeit schützt Nutzbarkeit.

    Schwachstelle ist die Lücke.

    Bedrohung ist das mögliche Ereignis.

    Risiko ist Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.

    Angriffsfläche reduzieren.

    Malware ist Schadsoftware.

    Virus hängt sich an Dateien.

    Wurm verbreitet sich selbstständig.

    Trojaner tarnt sich.

    Ransomware verschlüsselt oder sperrt.

    Double Extortion bedeutet Verschlüsselung plus Datenabfluss.

    Phishing täuscht Benutzer.

    Social Engineering manipuliert Menschen.

    Phishing ist nicht nur E-Mail.

    MFA schützt stark,
    aber nicht gegen alles.

    Passwörter nicht wiederverwenden.

    DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an.

    DDoS ist verteilt.

    MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger.

    Sniffing kann nützlich sein,
    aber auch missbraucht werden.

    Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor.

    ARP-Spoofing betrifft lokale Netze.

    DNS-Spoofing führt zu falschen Zielen.

    Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkeinstellungen.

    WLAN braucht starke Absicherung.

    SQL Injection betrifft Datenbanken.

    XSS betrifft Browser.

    CSRF missbraucht Sitzungen.

    Prepared Statements schützen vor SQL Injection.

    Escaping schützt vor XSS.

    CSRF-Token schützen vor CSRF.

    Zugriffskontrolle immer serverseitig prüfen.

    CVE benennt Schwachstellen.

    CVSS bewertet Kritikalität.

    Patchmanagement ist ein Prozess.

    Hardening reduziert Angriffsfläche.

    Baseline definiert sicheren Grundzustand.

    Configuration Drift vermeiden.

    Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe.

    Default Deny ist sicherer.

    IDS erkennt.

    IPS blockiert zusätzlich.

    EDR schützt Endgeräte tiefer als Antivirus.

    SIEM korreliert Sicherheitslogs.

    Backup verhindert keinen Angriff,
    hilft aber bei Wiederherstellung.

    Restore-Test ist Pflicht.

    Immutable Backup schützt vor Manipulation.

    Incident Response vorbereiten.

    Defense in Depth kombiniert Schutzschichten.

    Sicherheit ist ein dauerhafter Prozess.