16.8 Merksätze und Prüfungswissen zu Angriffen und Schutzmaßnahmen Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zu Angriffen, Schwachstellen, Schadsoftware, Phishing, Netzwerkangriffen, Webangriffen und Schutzmaßnahmen zusammen. Das Thema ist prüfungsrelevant, weil es viele Bereiche verbindet: - Informationssicherheit - Netzwerktechnik - Betriebssysteme - Anwendungen - Benutzerkonten - Cloud - Backup - Datenschutz - Monitoring - Incident Response Merksatz: IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Die drei wichtigsten Schutzziele Die wichtigsten Schutzziele der Informationssicherheit sind: Vertraulichkeit Integrität Verfügbarkeit Diese drei Begriffe bilden die Grundlage vieler Sicherheitsfragen. Merksatz: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit immer sauber unterscheiden. Vertraulichkeit Vertraulichkeit bedeutet: Informationen dürfen nur von berechtigten Personen gelesen werden. Beispiele: Kundendaten Passwörter Personalakten interne Dokumente Zugangsdaten Geschäftsgeheimnisse Angriffe auf Vertraulichkeit: Phishing Sniffing Spyware Datenabfluss unberechtigte Freigaben gestohlene Zugangsdaten Merksatz: Vertraulichkeit schützt vor unberechtigtem Lesen. Integrität Integrität bedeutet: Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden. Beispiele: Rechnung wird manipuliert. Datenbankeintrag wird verändert. Konfigurationsdatei wird heimlich angepasst. Softwareupdate wird verfälscht. Angriffe auf Integrität: Man-in-the-Middle Malware SQL Injection Supply-Chain-Angriff unberechtigte Änderung Merksatz: Integrität schützt vor unbemerkter Manipulation. Verfügbarkeit Verfügbarkeit bedeutet: Systeme, Dienste und Daten sind bei Bedarf nutzbar. Beispiele: Webseite erreichbar Datenbank verfügbar Netzwerk funktioniert Dateien sind nutzbar Backup kann wiederhergestellt werden Angriffe auf Verfügbarkeit: DoS DDoS Ransomware Sabotage Überlastung Systemausfall Merksatz: Verfügbarkeit schützt die Nutzbarkeit von IT-Systemen. CIA-Triade CIA steht für: Confidentiality Integrity Availability Deutsch: Vertraulichkeit Integrität Verfügbarkeit Merksatz: CIA-Triade = Vertraulichkeit, Integrität Verfügbarkeit. Authentizität Authentizität bedeutet: Die Echtheit einer Person, eines Systems oder einer Nachricht ist überprüfbar. Beispiele: Ist der Benutzer wirklich der richtige Benutzer? Ist der Server wirklich der richtige Server? Stammt die Nachricht wirklich vom angegebenen Absender? Merksatz: Authentizität schützt vor falscher Identität. Nichtabstreitbarkeit Nichtabstreitbarkeit bedeutet: Eine Handlung kann später nachgewiesen werden und nicht glaubwürdig abgestritten werden. Beispiele: digitale Signatur Zeitstempel Audit-Log eindeutiges Benutzerkonto Merksatz: Nichtabstreitbarkeit sorgt für Nachweisbarkeit. Schwachstelle, Bedrohung und Risiko Begriff Bedeutung Schwachstelle ausnutzbare Sicherheitslücke Bedrohung mögliches schädliches Ereignis Risiko Wahrscheinlichkeit und Auswirkung eines Schadens Schutzmaßnahme reduziert ein Risiko Merksatz: Schwachstelle ist die Lücke. Bedrohung ist das Ereignis. Risiko ist die bewertete Gefahr. Angriffsfläche Angriffsfläche bedeutet: alle Stellen, an denen ein System angegriffen werden kann. Beispiele: offene Ports Webanwendungen Benutzerkonten VPN-Zugänge E-Mail APIs Cloud-Freigaben veraltete Software unsichere Dienste Merksatz: Je größer die Angriffsfläche, desto mehr mögliche Angriffspunkte. Angriffsfläche reduzieren Maßnahmen: unnötige Dienste deaktivieren offene Ports reduzieren Standardkonten deaktivieren starke Authentifizierung nutzen Systeme patchen Rechte begrenzen Netzbereiche segmentieren öffentliche Freigaben prüfen sichere Konfiguration verwenden Merksatz: Nicht benötigte Dienste und Zugänge entfernen. Malware Malware ist ein Oberbegriff für Schadsoftware. Beispiele: Virus Wurm Trojaner Ransomware Spyware Keylogger Rootkit Botnet-Client Cryptominer Merksatz: Malware ist Software mit schädlicher Funktion. Virus Ein Virus hängt sich häufig an Dateien oder Programme an und wird aktiv, wenn diese ausgeführt werden. Merksatz: Virus braucht oft eine Wirtsdatei oder Benutzeraktion. Wurm Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Netzwerke oder Schwachstellen. Merksatz: Wurm verbreitet sich selbstständig. Trojaner Ein Trojaner tarnt sich als nützliches Programm, enthält aber Schadfunktionen. Merksatz: Trojaner täuscht Harmlosigkeit oder Nützlichkeit vor. Ransomware Ransomware verschlüsselt Daten oder sperrt Systeme und fordert Lösegeld. Sie betrifft besonders: Verfügbarkeit und oft zusätzlich: Vertraulichkeit Merksatz: Ransomware greift Verfügbarkeit und bei Datenabfluss auch Vertraulichkeit an. Double Extortion Double Extortion bedeutet: Daten werden verschlüsselt und zusätzlich wird mit Veröffentlichung gestohlener Daten gedroht. Merksatz: Double Extortion = Verschlüsselung plus Datenabfluss. Schutz vor Ransomware Wichtige Maßnahmen: Immutable Backups Offline-Backups regelmäßige Restore-Tests Patchmanagement EDR MFA Least Privilege keine lokalen Adminrechte Netzwerksegmentierung Monitoring schnelle Isolation betroffener Systeme Merksatz: Gegen Ransomware sind Backup, Rechtebegrenzung Segmentierung und schnelle Reaktion besonders wichtig. Phishing Phishing ist Täuschung, um Benutzer zur Preisgabe vertraulicher Informationen oder zu gefährlichen Aktionen zu bringen. Ziele: Passwörter MFA-Codes Zugangstokens Bankdaten Cloud-Zugänge VPN-Zugänge interne Informationen Merksatz: Phishing greift Menschen über Täuschung an. Social Engineering Social Engineering manipuliert Menschen, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Angreifer nutzen: Zeitdruck Angst Autorität Hilfsbereitschaft Vertrauen Neugier Gewohnheit Merksatz: Social Engineering greift Verhalten und Prozesse an. Spear Phishing und Whaling Spear Phishing: gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen oder Organisationen Whaling: Phishing gegen besonders wichtige Personen Beispiele für Whaling-Ziele: Geschäftsführung Finanzleitung Administratoren Personalabteilung Merksatz: Spear Phishing ist gezielt. Whaling trifft besonders wertvolle Ziele. Smishing, Vishing und Quishing Begriff Bedeutung Smishing Phishing per SMS Vishing Phishing per Telefon Quishing Phishing über QR-Code Merksatz: Phishing ist nicht auf E-Mail beschränkt. CEO-Fraud und BEC CEO-Fraud: Angreifer geben sich als Führungskraft aus und fordern dringende Aktionen. BEC: Business E-Mail Compromise, Missbrauch oder Nachahmung geschäftlicher E-Mail-Kommunikation. Merksatz: CEO-Fraud und BEC nutzen Vertrauen, Autorität und Geschäftsprozesse. Identitätsangriffe Identitätsangriffe richten sich gegen Benutzerkonten und Anmeldungen. Typische Formen: Brute Force Credential Stuffing Password Spraying Phishing Session Hijacking MFA-Missbrauch Account Takeover Merksatz: Wer Identitäten kontrolliert, kontrolliert oft den Zugriff. Brute Force Brute Force bedeutet: Passwörter werden systematisch ausprobiert. Schutz: starke Passwörter MFA Rate Limiting Sperrmechanismen Monitoring Merksatz: Brute Force wird durch Begrenzung und MFA erschwert. Credential Stuffing Credential Stuffing bedeutet: geleakte Zugangsdaten aus anderen Diensten werden erneut ausprobiert. Schutz: eindeutige Passwörter Passwortmanager MFA Leak-Erkennung Merksatz: Credential Stuffing nutzt Passwort-Wiederverwendung. Password Spraying Password Spraying bedeutet: wenige häufige Passwörter werden gegen viele Konten getestet. Merksatz: Password Spraying verteilt wenige Passwörter auf viele Benutzer. MFA MFA steht für: Multi-Faktor-Authentifizierung MFA schützt, weil zusätzlich zum Passwort ein weiterer Faktor nötig ist. Merksatz: MFA reduziert Schaden durch gestohlene Passwörter. MFA ist nicht unfehlbar Mögliche Angriffe trotz MFA: MFA-Push-Fatigue gestohlene Session-Tokens Phishing mit Echtzeit-Weiterleitung kompromittiertes Endgerät Social Engineering beim Support SIM-Swapping bei SMS-MFA Merksatz: MFA ist sehr wichtig, aber kein vollständiger Ersatz für Sicherheitskonzept. DoS und DDoS DoS: Denial of Service DDoS: Distributed Denial of Service Unterschied: Angriff Bedeutung DoS Dienst wird gestört oder überlastet DDoS verteilter DoS von vielen Quellen Merksatz: DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an. DDoS-Schutz Maßnahmen: DDoS-Schutzdienst Provider-Unterstützung CDN Anycast Load Balancer Rate Limiting Firewall-Regeln WAF Monitoring Notfallplan Merksatz: DDoS-Schutz muss vorbereitet sein. Man-in-the-Middle Bei Man-in-the-Middle befindet sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern. Ziele: Daten mitlesen Daten verändern Zugangsdaten abgreifen Sitzungen übernehmen Merksatz: MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger. Schutz vor Man-in-the-Middle Maßnahmen: TLS korrekt nutzen Zertifikate prüfen Zertifikatswarnungen nicht ignorieren VPN in unsicheren Netzen HSTS sichere WLAN-Konfiguration DNS-Schutz MFA Merksatz: TLS schützt nur, wenn Zertifikate korrekt geprüft werden. Sniffing Sniffing bedeutet: Netzwerkverkehr wird mitgeschnitten oder beobachtet. Es kann genutzt werden für: Fehlersuche oder missbraucht werden für: Abhören Passwortdiebstahl Sitzungsdiebstahl Merksatz: Sniffing ist Werkzeug und Risiko zugleich. Spoofing Spoofing bedeutet: Herkunft, Adresse oder Identität wird vorgetäuscht. Beispiele: IP-Spoofing MAC-Spoofing ARP-Spoofing DNS-Spoofing E-Mail-Spoofing Merksatz: Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor. ARP-Spoofing ARP-Spoofing manipuliert die Zuordnung von IPv4-Adresse zu MAC-Adresse im lokalen Netz. Mögliche Folge: Man-in-the-Middle Schutz: DHCP Snooping Dynamic ARP Inspection Segmentierung TLS Merksatz: ARP-Spoofing greift lokale Layer-2-Kommunikation an. DNS-Spoofing DNS-Spoofing manipuliert die Namensauflösung. Folge: Benutzer wird zu falscher IP-Adresse geleitet. Schutz: vertrauenswürdige DNS-Resolver DNSSEC TLS-Zertifikatsprüfung sichere DHCP-Konfiguration Merksatz: DNS-Spoofing führt Namen zu falschen Zielen. Rogue DHCP Rogue DHCP bedeutet: ein unautorisierter DHCP-Server verteilt falsche Netzwerkeinstellungen. Mögliche Folgen: falsches Gateway falscher DNS-Server Man-in-the-Middle Netzwerkstörung Schutz: DHCP Snooping Switchport-Sicherheit Monitoring physische Zugangskontrolle Merksatz: Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkkonfiguration. WLAN-Angriffe Typische WLAN-Angriffe: Evil Twin Rogue Access Point unsichere Verschlüsselung falsches Captive Portal Deauthentication Mitschneiden unverschlüsselter Kommunikation Schutz: WPA2-Enterprise oder WPA3 802.1X starke Passwörter Zertifikatsprüfung Gastnetztrennung Rogue-AP-Erkennung Merksatz: WLAN braucht Verschlüsselung, Authentifizierung und Segmentierung. Webangriffe Typische Webangriffe: SQL Injection Cross-Site Scripting Cross-Site Request Forgery Directory Traversal File Upload Attack Broken Authentication Broken Access Control unsichere APIs unsichere Fehlerausgaben Merksatz: Webangriffe nutzen oft Eingaben, Sitzungen oder Berechtigungen aus. SQL Injection SQL Injection bedeutet: Angreifer schleust SQL-Code in Eingaben ein. Folgen: Daten auslesen Daten verändern Login umgehen Daten löschen Schutz: Prepared Statements parametrisierte Abfragen Eingabevalidierung Datenbankrechte begrenzen Merksatz: SQL Injection macht Eingabe zu Datenbankbefehl. Cross-Site Scripting Cross-Site Scripting wird abgekürzt: XSS Dabei wird Skriptcode in eine Webseite eingeschleust, der im Browser anderer Benutzer ausgeführt wird. Schutz: Ausgabe escapen Eingaben validieren Content Security Policy HttpOnly Cookies sichere Frameworks Merksatz: XSS greift Benutzer über den Browser an. CSRF CSRF steht für: Cross-Site Request Forgery Dabei wird eine bestehende Anmeldung missbraucht, um ungewollte Aktionen auszulösen. Schutz: CSRF-Token SameSite Cookies Origin-Prüfung erneute Bestätigung kritischer Aktionen Merksatz: CSRF missbraucht eine gültige Sitzung. SQL Injection, XSS und CSRF unterscheiden Angriff Ziel Kernproblem SQL Injection Datenbank Eingabe wird SQL-Befehl XSS Browser anderer Benutzer Eingabe wird Skript CSRF bestehende Sitzung fremde Seite löst Aktion aus Merksatz: SQL Injection trifft Datenbank. XSS trifft Browser. CSRF missbraucht Sitzung. Broken Authentication Broken Authentication bedeutet: Anmeldung oder Sitzungsverwaltung ist unsicher. Beispiele: kein MFA schwache Passwörter unsichere Passwortzurücksetzung zu lange Sessions Tokens unsicher gespeichert Merksatz: Broken Authentication gefährdet Konten und Sitzungen. Broken Access Control Broken Access Control bedeutet: Benutzer können auf Daten oder Funktionen zugreifen, für die sie keine Berechtigung haben. Beispiele: fremde Rechnung über geänderte ID anzeigen Adminfunktion als normaler Benutzer aufrufen API gibt fremde Daten zurück Merksatz: Zugriffskontrolle muss serverseitig geprüft werden. IDOR IDOR steht für: Insecure Direct Object Reference Dabei kann ein Benutzer durch Änderung einer ID auf fremde Objekte zugreifen. Merksatz: IDOR ist fehlende Objektberechtigung. Schwachstellenmanagement Schwachstellenmanagement bedeutet: Schwachstellen erkennen, bewerten, priorisieren, beheben und dokumentieren. Dazu gehören: Inventarisierung CVE-Bewertung CVSS-Einordnung Patchmanagement Schwachstellenscans Penetrationstests Hardening Dokumentation Merksatz: Schwachstellenmanagement ist ein dauerhafter Prozess. CVE und CVSS CVE: eindeutige Kennung für bekannte Schwachstellen CVSS: Bewertung der Kritikalität einer Schwachstelle Merksatz: CVE benennt. CVSS bewertet. Exploit und Zero-Day Exploit: Methode oder Code zur Ausnutzung einer Schwachstelle Zero-Day: Schwachstelle, für die noch kein regulärer Patch verfügbar ist oder die noch nicht öffentlich bekannt war Merksatz: Exploit nutzt eine Lücke. Zero-Day nutzt eine ungepatchte oder unbekannte Lücke. Patchmanagement Patchmanagement bedeutet: Updates werden geplant, getestet, verteilt geprüft und dokumentiert. Betroffen sind: Betriebssysteme Anwendungen Browser Datenbanken Firewalls Router Switches Firmware Container-Images Bibliotheken Cloud-Systeme Merksatz: Patchmanagement ist organisierte Update-Verwaltung. Patchmanagement-Ablauf Typischer Ablauf: 1. Systeme inventarisieren. 2. Schwachstellen prüfen. 3. Betroffenheit bewerten. 4. Kritikalität priorisieren. 5. Patch testen. 6. Wartungsfenster planen. 7. Patch ausrollen. 8. Funktion prüfen. 9. Erfolg dokumentieren. 10. Rest-Risiko bewerten. Merksatz: Patchmanagement braucht Inventar, Priorisierung, Test, Rollback und Dokumentation. Hardening Hardening bedeutet: Systeme werden sicherer konfiguriert, indem unnötige Funktionen deaktiviert und sichere Einstellungen gesetzt werden. Beispiele: unnötige Dienste deaktivieren offene Ports reduzieren Standardpasswörter ändern alte Protokolle abschalten Rechte minimieren Logging aktivieren Adminzugriffe begrenzen Merksatz: Hardening reduziert Angriffsfläche. Baseline Eine Baseline ist ein definierter sicherer Grundzustand. Beispiele: erlaubte Dienste Passwortregeln Update-Einstellungen Logging-Pflicht Firewall-Grundregeln TLS-Vorgaben Rechtevorgaben Merksatz: Baseline = festgelegte sichere Standardkonfiguration. Configuration Drift Configuration Drift bedeutet: Die tatsächliche Konfiguration weicht von der geplanten Baseline ab. Ursachen: manuelle Änderungen Notfalländerungen fehlende Dokumentation unterschiedliche Installationen Merksatz: Configuration Drift macht Systeme schwerer sicher zu betreiben. Firewall Eine Firewall filtert Netzwerkverkehr. Sie prüft zum Beispiel: Quelle Ziel Port Protokoll Richtung Verbindungszustand Anwendung je nach Firewalltyp Merksatz: Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe. Default Deny Default Deny bedeutet: standardmäßig ist alles verboten, nur ausdrücklich erlaubter Verkehr ist erlaubt. Merksatz: Default Deny ist sicherer als pauschales Erlauben. IDS und IPS IDS: Intrusion Detection System erkennt und meldet Angriffe IPS: Intrusion Prevention System erkennt und blockiert Angriffe zusätzlich Merksatz: IDS meldet. IPS greift ein. Antivirus, EDR und XDR Antivirus: erkennt vor allem bekannte Schadsoftware EDR: Endpoint Detection and Response, erkennt und untersucht Angriffe auf Endgeräten XDR: Extended Detection and Response, verbindet mehrere Sicherheitsbereiche Merksatz: EDR ist umfassender als klassischer Antivirus. SIEM, SOC und SOAR SIEM: sammelt und korreliert Sicherheitslogs SOC: Security Operations Center, organisatorische Stelle für Sicherheitsüberwachung SOAR: automatisiert Sicherheitsreaktionen Merksatz: SIEM sammelt Daten. SOC bewertet. SOAR automatisiert Reaktionen. Backup Backup ist eine zusätzliche Sicherung zur Wiederherstellung. Wichtig: regelmäßig geschützt verschlüsselt getrennt dokumentiert getestet Merksatz: Backup ohne Restore-Test ist unsicher. Immutable Backup Immutable Backup bedeutet: Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden. Schutz gegen: Ransomware versehentliche Löschung kompromittierte Adminzugänge Merksatz: Immutable Backup schützt Wiederherstellungsmöglichkeiten. Incident Response Incident Response bedeutet: strukturierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Typische Schritte: erkennen bewerten eindämmen beseitigen wiederherstellen dokumentieren verbessern Merksatz: Incident Response muss vorbereitet sein, bevor ein Vorfall passiert. Containment, Eradication und Recovery Phase Bedeutung Containment Vorfall eindämmen Eradication Ursache beseitigen Recovery Systeme wiederherstellen Merksatz: Erst eindämmen, dann Ursache beseitigen, dann sicher wiederherstellen. Defense in Depth Defense in Depth bedeutet: mehrere Schutzschichten werden kombiniert. Beispiel: Firewall plus MFA plus Patchmanagement plus EDR plus Backup plus Monitoring plus Schulung Merksatz: Sicherheit darf nicht von einer einzigen Maßnahme abhängen. Technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen Maßnahmenart Beispiele technisch Firewall, MFA, EDR, Backup, Verschlüsselung organisatorisch Richtlinien, Prozesse, Verantwortlichkeiten personell Schulung, Awareness, klare Meldewege physisch Zutrittskontrolle, Serverraum, Brandschutz Merksatz: Sicherheit besteht aus Technik, Organisation, Menschen und physischem Schutz. Typische IHK-Fragen In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden: - Was sind die drei Schutzziele der Informationssicherheit? - Was bedeutet Vertraulichkeit? - Was bedeutet Integrität? - Was bedeutet Verfügbarkeit? - Was ist der Unterschied zwischen Schwachstelle, Bedrohung und Risiko? - Was ist Malware? - Was ist der Unterschied zwischen Virus und Wurm? - Was ist Ransomware? - Was ist Phishing? - Was ist Social Engineering? - Was ist der Unterschied zwischen DoS und DDoS? - Was ist Man-in-the-Middle? - Was ist Spoofing? - Was ist SQL Injection? - Was ist XSS? - Was ist CSRF? - Was ist CVE? - Was ist CVSS? - Was ist Patchmanagement? - Was ist Hardening? - Was ist eine Firewall? - Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS? - Was ist EDR? - Was ist SIEM? - Warum sind Backups wichtig? - Was ist Incident Response? - Was bedeutet Defense in Depth? Typische Prüfungsfallen Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit nicht verwechseln. Ransomware betrifft nicht nur Verfügbarkeit, sondern oft auch Vertraulichkeit. Malware ist ein Oberbegriff. Virus und Wurm unterscheiden. Phishing ist nicht nur E-Mail. Social Engineering ist nicht rein technisch. DoS und DDoS unterscheiden. DDoS ist verteilt. MitM sitzt zwischen Kommunikationspartnern. Spoofing täuscht Herkunft oder Identität vor. DNSSEC schützt Integrität, nicht automatisch Vertraulichkeit. SQL Injection betrifft Datenbanken. XSS betrifft Browser. CSRF missbraucht Sitzungen. Prepared Statements schützen gegen SQL Injection. Frontend-Validierung ist keine Sicherheitsgrenze. Zugriffskontrolle muss serverseitig erfolgen. CVE benennt Schwachstellen. CVSS bewertet Kritikalität. Hoher CVSS-Wert ersetzt keine eigene Risikoanalyse. Patchmanagement ist ein Prozess. Hardening ist sichere Konfiguration. Firewall ersetzt kein Patchmanagement. Antivirus ersetzt kein Sicherheitskonzept. IDS erkennt, IPS blockiert zusätzlich. EDR ist mehr als Antivirus. SIEM sammelt und korreliert Logs. Backup verhindert keinen Angriff, hilft aber bei Wiederherstellung. Backup ohne Restore-Test ist unsicher. Security Awareness ist eine Schutzmaßnahme. Incident Response muss vorbereitet sein. Sicherheit ist ein Prozess, kein einmaliger Zustand. Wichtige Begriffe kurz erklärt Begriff Kurze Erklärung Vertraulichkeit Schutz vor unberechtigtem Lesen Integrität Schutz vor unbemerkter Veränderung Verfügbarkeit Nutzbarkeit von Systemen und Daten Authentizität Echtheit einer Identität oder Nachricht Nichtabstreitbarkeit Nachweisbarkeit einer Handlung Schwachstelle ausnutzbare Sicherheitslücke Bedrohung mögliches schädliches Ereignis Risiko Wahrscheinlichkeit und Auswirkung Angriffsfläche Summe möglicher Angriffspunkte Malware Schadsoftware Virus Schadsoftware mit Wirtsdatei Wurm selbstverbreitende Schadsoftware Trojaner getarnte Schadsoftware Ransomware erpresserische Verschlüsselung oder Sperrung Phishing Täuschung zur Datenpreisgabe Social Engineering Manipulation von Menschen Brute Force systematisches Ausprobieren Credential Stuffing Nutzung geleakter Zugangsdaten Password Spraying wenige Passwörter gegen viele Konten DoS Dienstverweigerung DDoS verteilte Dienstverweigerung MitM Man-in-the-Middle Sniffing Mitschneiden von Verkehr Spoofing Vortäuschen falscher Identität ARP-Spoofing Manipulation lokaler IP-MAC-Zuordnung DNS-Spoofing Manipulation von DNS-Antworten Rogue DHCP unautorisierter DHCP-Server Evil Twin gefälschter WLAN-Access-Point SQL Injection Einschleusen von SQL-Code XSS Cross-Site Scripting CSRF Cross-Site Request Forgery IDOR unsichere direkte Objekt-ID CVE Kennung bekannter Schwachstellen CVSS Kritikalitätsbewertung Exploit Ausnutzung einer Schwachstelle Zero-Day ungepatchte oder unbekannte Schwachstelle Patchmanagement organisierte Update-Verwaltung Hardening sichere Systemhärtung Baseline sicherer Grundzustand Configuration Drift Abweichung von Soll-Konfiguration Firewall Filter für Netzwerkverkehr IDS Angriffserkennung IPS Angriffserkennung mit Blockierung Antivirus Schutz gegen bekannte Schadsoftware EDR Endpoint Detection and Response XDR Extended Detection and Response SIEM Sicherheitslog-Auswertung SOC Security Operations Center SOAR automatisierte Sicherheitsreaktion MFA Multi-Faktor-Authentifizierung Least Privilege minimale notwendige Rechte Backup zusätzliche Datensicherung Immutable Backup unveränderliches Backup Restore-Test Prüfung der Wiederherstellung Incident Response Reaktion auf Sicherheitsvorfälle Defense in Depth mehrschichtige Verteidigung IHK-sichere Gesamtformulierung Angriffe und Schutzmaßnahmen in der IT-Sicherheit beziehen sich auf den Schutz der Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Angriffe können technische Schwachstellen, unsichere Konfigurationen, menschliches Verhalten, Identitäten, Netzwerke, Webanwendungen oder Lieferketten ausnutzen. Typische Angriffe sind Malware, Ransomware, Phishing, Social Engineering, DoS, DDoS, Man-in-the-Middle, Spoofing, SQL Injection, Cross-Site Scripting und Cross-Site Request Forgery. Schutzmaßnahmen sind unter anderem Patchmanagement, Hardening, Firewalls, Netzwerksegmentierung, MFA, Least Privilege, IDS/IPS, EDR, SIEM, Backups, Restore-Tests, Monitoring, Logging, Schulungen und Incident Response. Ein wirksames Sicherheitskonzept kombiniert mehrere technische, organisatorische, personelle und physische Maßnahmen nach dem Prinzip Defense in Depth. Wichtigste Merksätze IT-Sicherheit schützt Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Vertraulichkeit schützt vor Mitlesen. Integrität schützt vor Manipulation. Verfügbarkeit schützt Nutzbarkeit. Schwachstelle ist die Lücke. Bedrohung ist das mögliche Ereignis. Risiko ist Wahrscheinlichkeit und Auswirkung. Angriffsfläche reduzieren. Malware ist Schadsoftware. Virus hängt sich an Dateien. Wurm verbreitet sich selbstständig. Trojaner tarnt sich. Ransomware verschlüsselt oder sperrt. Double Extortion bedeutet Verschlüsselung plus Datenabfluss. Phishing täuscht Benutzer. Social Engineering manipuliert Menschen. Phishing ist nicht nur E-Mail. MFA schützt stark, aber nicht gegen alles. Passwörter nicht wiederverwenden. DoS und DDoS greifen Verfügbarkeit an. DDoS ist verteilt. MitM sitzt zwischen Sender und Empfänger. Sniffing kann nützlich sein, aber auch missbraucht werden. Spoofing täuscht Identität oder Herkunft vor. ARP-Spoofing betrifft lokale Netze. DNS-Spoofing führt zu falschen Zielen. Rogue DHCP verteilt falsche Netzwerkeinstellungen. WLAN braucht starke Absicherung. SQL Injection betrifft Datenbanken. XSS betrifft Browser. CSRF missbraucht Sitzungen. Prepared Statements schützen vor SQL Injection. Escaping schützt vor XSS. CSRF-Token schützen vor CSRF. Zugriffskontrolle immer serverseitig prüfen. CVE benennt Schwachstellen. CVSS bewertet Kritikalität. Patchmanagement ist ein Prozess. Hardening reduziert Angriffsfläche. Baseline definiert sicheren Grundzustand. Configuration Drift vermeiden. Firewall begrenzt Netzwerkzugriffe. Default Deny ist sicherer. IDS erkennt. IPS blockiert zusätzlich. EDR schützt Endgeräte tiefer als Antivirus. SIEM korreliert Sicherheitslogs. Backup verhindert keinen Angriff, hilft aber bei Wiederherstellung. Restore-Test ist Pflicht. Immutable Backup schützt vor Manipulation. Incident Response vorbereiten. Defense in Depth kombiniert Schutzschichten. Sicherheit ist ein dauerhafter Prozess.