# 17.5 Netzwerk- und Systembefehle in der Praxis

Administratoren nutzen Befehle,
um Systeme,
Netzwerke,
Dienste,
Verbindungen,
IP-Konfigurationen
und Fehlerzustände zu prüfen.

Typische Ziele sind:

    - IP-Adresse prüfen
    - Gateway prüfen
    - DNS prüfen
    - Erreichbarkeit testen
    - Routing prüfen
    - offene Ports prüfen
    - aktive Verbindungen anzeigen
    - Dienste prüfen
    - Logs anzeigen
    - Benutzerrechte prüfen
    - Systemressourcen prüfen

Merksatz:

    Befehle helfen,
    Vermutungen durch konkrete Informationen zu ersetzen.

---

**Warum Befehle wichtig sind**

Grafische Oberflächen zeigen oft nur einen Teil der Informationen.

Befehle sind wichtig,
weil sie:

    schnell sind
    genaue Ausgaben liefern
    automatisierbar sind
    auch per SSH funktionieren
    bei Servern ohne GUI nutzbar sind
    Fehlersuche systematisch machen
    gut dokumentierbare Ergebnisse liefern

Merksatz:

    Kommandozeilenwerkzeuge sind praktische Diagnosewerkzeuge.

---

**Befehle richtig einordnen**

Ein einzelner Befehl löst selten das ganze Problem.

Wichtig ist die Reihenfolge:

    1. IP-Konfiguration prüfen.
    2. Gateway prüfen.
    3. DNS prüfen.
    4. Ziel erreichen.
    5. Port prüfen.
    6. Dienst prüfen.
    7. Logs prüfen.
    8. Änderungen prüfen.
    9. Ursache dokumentieren.

Merksatz:

    Nicht blind Befehle ausführen,
    sondern systematisch prüfen.

---

**Windows und Linux unterscheiden**

Viele Befehle unterscheiden sich je nach Betriebssystem.

Beispiele:

| Aufgabe | Windows | Linux/macOS |
|---|---|---|
| IP-Konfiguration anzeigen | ipconfig | ip addr oder ifconfig |
| Routing anzeigen | route print | ip route oder netstat -rn |
| DNS testen | nslookup | dig oder nslookup |
| Erreichbarkeit testen | ping | ping |
| Route verfolgen | tracert | traceroute |
| Verbindungen anzeigen | netstat | ss oder netstat |
| Dienste prüfen | services.msc, sc | systemctl |
| Logs anzeigen | Ereignisanzeige | journalctl, Logdateien |

Merksatz:

    Gleiche Aufgabe,
    anderes Werkzeug je nach System.

---

**IP-Konfiguration prüfen**

Die IP-Konfiguration zeigt,
wie ein System im Netzwerk eingebunden ist.

Zu prüfen:

    IP-Adresse
    Subnetzmaske oder Präfix
    Standardgateway
    DNS-Server
    DHCP oder statische Adresse
    Netzwerkschnittstelle
    IPv4 und IPv6
    Verbindung aktiv oder getrennt

Merksatz:

    Ohne korrekte IP-Konfiguration funktioniert keine saubere Netzwerkkommunikation.

---

**ipconfig unter Windows**

Unter Windows zeigt ipconfig die IP-Konfiguration an.

Typische Informationen:

    IPv4-Adresse
    IPv6-Adresse
    Subnetzmaske
    Standardgateway
    DNS-Suffix
    Adaptername

Typische Nutzung:

    IP-Adresse prüfen
    Gateway prüfen
    DHCP-Zuweisung prüfen
    DNS-Server prüfen

Merksatz:

    ipconfig zeigt die Netzwerkkonfiguration unter Windows.

---

**ipconfig /all**

ipconfig /all zeigt detailliertere Informationen.

Zusätzlich sichtbar:

    MAC-Adresse
    DHCP aktiviert oder nicht
    DHCP-Server
    DNS-Server
    Lease-Zeit
    Hostname
    DNS-Suffix
    Adapterbeschreibung

Merksatz:

    ipconfig /all ist genauer als einfaches ipconfig.

---

**ip addr unter Linux**

Unter Linux zeigt ip addr IP-Adressen und Schnittstellen an.

Typische Informationen:

    Interface-Name
    IPv4-Adresse
    IPv6-Adresse
    MAC-Adresse
    Status der Schnittstelle
    Präfixlänge

Beispiele für Interface-Namen:

    eth0
    ens18
    enp0s3
    wlan0
    lo

Merksatz:

    ip addr zeigt IP-Adressen und Netzwerkinterfaces unter Linux.

---

**ifconfig**

ifconfig ist ein älteres Werkzeug,
das auf vielen Systemen noch bekannt ist.

Es zeigt ebenfalls Netzwerkschnittstellen und IP-Adressen.

Wichtig:

    Auf modernen Linux-Systemen wird häufig ip aus dem iproute2-Paket bevorzugt.

Merksatz:

    ifconfig ist bekannt,
    ip ist auf modernen Linux-Systemen oft aktueller.

---

**MAC-Adresse prüfen**

Die MAC-Adresse ist die Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle.

Sie ist wichtig für:

    DHCP-Zuordnung
    Switch-MAC-Tabellen
    Wake-on-LAN
    Netzwerkzugangskontrolle
    Fehlersuche auf Schicht 2

Merksatz:

    MAC-Adresse hilft bei Layer-2-Analyse.

---

**Gateway prüfen**

Das Standardgateway wird benötigt,
wenn ein Ziel außerhalb des eigenen Netzes liegt.

Fehlt das Gateway,
funktioniert meist nur Kommunikation im lokalen Netz.

Typische Symptome:

    lokale Geräte erreichbar
    Internet nicht erreichbar
    andere Netze nicht erreichbar
    DNS-Server außerhalb des Netzes nicht erreichbar

Merksatz:

    Ohne Gateway kein Weg in andere Netze.

---

**Routing anzeigen unter Windows**

Unter Windows zeigt route print die Routing-Tabelle.

Zu prüfen:

    Standardroute
    Zielnetze
    Gateway
    Interface
    Metrik
    IPv4-Routen
    IPv6-Routen

Merksatz:

    route print zeigt,
    wohin Windows Pakete senden will.

---

**Routing anzeigen unter Linux**

Unter Linux zeigt ip route die Routing-Tabelle.

Wichtig sind:

    default route
    lokale Netzroute
    Gateway
    Interface
    spezielle Routen
    Metrik

Merksatz:

    ip route zeigt Routingentscheidungen unter Linux.

---

**Standardroute**

Die Standardroute wird genutzt,
wenn keine spezifischere Route passt.

Sie wird oft angezeigt als:

    0.0.0.0/0

oder:

    default

Merksatz:

    Standardroute ist der allgemeine Weg zu unbekannten Netzen.

---

**Spezifischste Route gewinnt**

Wenn mehrere Routen passen,
wird die spezifischste Route verwendet.

Beispiel:

    Route zu 192.168.1.0/24 ist spezifischer als 0.0.0.0/0.

Merksatz:

    Die genaueste passende Route gewinnt.

---

**ping**

ping testet,
ob ein Ziel per ICMP erreichbar ist.

Es prüft:

    Ziel antwortet?
    Paketlaufzeit?
    Paketverlust?
    Namensauflösung indirekt,
    wenn ein Name genutzt wird

Merksatz:

    ping prüft grundlegende Erreichbarkeit per ICMP.

---

**ping richtig interpretieren**

ping erfolgreich:

    Ziel antwortet per ICMP.

ping fehlgeschlagen bedeutet nicht automatisch:

    Ziel ist aus.

Mögliche Ursachen:

    Firewall blockiert ICMP
    Ziel blockiert ICMP
    Routingproblem
    DNS-Problem
    Ziel offline
    Gatewayproblem
    Paketverlust

Merksatz:

    Kein ping ist ein Hinweis,
    aber kein endgültiger Beweis.

---

**ping mit IP-Adresse**

Ping auf IP-Adresse prüft vor allem:

    Netzwerkweg
    Routing
    ICMP-Erreichbarkeit

Beispielprinzip:

    ping 192.168.1.1

Wenn IP-Ping funktioniert,
aber Name nicht,
liegt der Fehler häufig bei DNS.

Merksatz:

    IP-Ping trennt Netzwerkprüfung von Namensauflösung.

---

**ping mit Hostname**

Ping auf Hostname prüft zusätzlich DNS.

Beispielprinzip:

    ping server.example.local

Wenn Hostname nicht aufgelöst wird,
kann ping gar nicht zum eigentlichen Ziel starten.

Merksatz:

    Hostname-Ping prüft DNS und Erreichbarkeit zusammen.

---

**DNS prüfen**

DNS-Probleme sind häufige Ursachen für Netzwerkfehler.

Zu prüfen:

    richtiger DNS-Server eingetragen?
    DNS-Server erreichbar?
    Name existiert?
    richtige IP wird geliefert?
    interner oder externer DNS?
    Split-DNS bei VPN?
    DNS-Cache veraltet?

Merksatz:

    Wenn IP funktioniert,
    aber Name nicht,
    ist DNS verdächtig.

---

**nslookup**

nslookup fragt DNS-Einträge ab.

Es kann genutzt werden für:

    Name zu IP-Adresse
    IP-Adresse zu Name
    bestimmten DNS-Server testen
    DNS-Fehler eingrenzen

Merksatz:

    nslookup prüft Namensauflösung.

---

**dig**

dig ist ein häufiges DNS-Werkzeug unter Linux und macOS.

Es zeigt detaillierte DNS-Antworten.

Nützlich für:

    A-Record
    AAAA-Record
    MX-Record
    TXT-Record
    CNAME
    DNS-Serververgleich
    Antwortzeiten
    TTL

Merksatz:

    dig zeigt DNS-Antworten sehr detailliert.

---

**DNS-Recordtypen**

Wichtige DNS-Recordtypen:

| Record | Bedeutung |
|---|---|
| A | Name zu IPv4-Adresse |
| AAAA | Name zu IPv6-Adresse |
| CNAME | Alias auf anderen Namen |
| MX | Mailserver einer Domain |
| TXT | Textinformationen, oft SPF oder Verifikation |
| NS | zuständige Nameserver |
| PTR | Reverse DNS, IP zu Name |

Merksatz:

    DNS besteht aus unterschiedlichen Recordtypen für unterschiedliche Aufgaben.

---

**DNS-Cache**

Betriebssysteme und Anwendungen können DNS-Antworten zwischenspeichern.

Vorteil:

    schnellere Namensauflösung

Nachteil:

    alte Einträge können Fehler verursachen.

Merksatz:

    DNS-Cache kann veraltete Antworten liefern.

---

**tracert unter Windows**

tracert zeigt den Weg zu einem Ziel über mehrere Router.

Es hilft bei:

    Routingproblemen
    Paketverlust unterwegs
    falschem Weg
    Abbruch an bestimmtem Hop
    Erkennung von Übergabepunkten

Merksatz:

    tracert zeigt Zwischenstationen auf dem Weg zum Ziel.

---

**traceroute unter Linux und macOS**

traceroute erfüllt ähnlich wie tracert die Aufgabe,
den Weg zum Ziel sichtbar zu machen.

Je nach System können unterschiedliche Protokolle genutzt werden.

Merksatz:

    traceroute hilft,
    den Netzwerkpfad einzugrenzen.

---

**Traceroute richtig interpretieren**

Ein Sternchen oder fehlende Antwort bedeutet nicht automatisch,
dass dort ein Fehler ist.

Mögliche Ursachen:

    Router antwortet nicht auf Traceroute
    ICMP wird blockiert
    Rate Limiting
    Firewall-Regel
    Paket geht trotzdem weiter

Wichtig ist:

    Kommt das Ziel am Ende an?
    Wo beginnt der Ausfall?
    Sind mehrere Ziele betroffen?

Merksatz:

    Traceroute-Ausgaben brauchen Interpretation.

---

**netstat**

netstat zeigt Netzwerkverbindungen,
lauschende Ports
und Routinginformationen.

Typische Nutzung:

    aktive Verbindungen prüfen
    offene Ports prüfen
    lokale Dienste finden
    Verbindungszustände anzeigen

Merksatz:

    netstat zeigt Netzwerkstatus und Verbindungen.

---

**ss unter Linux**

ss ist ein modernes Werkzeug unter Linux,
um Sockets und Netzwerkverbindungen anzuzeigen.

Es ersetzt häufig netstat.

Typische Informationen:

    lauschende Ports
    aktive TCP-Verbindungen
    UDP-Sockets
    Prozesszuordnung je nach Option

Merksatz:

    ss zeigt schnell offene Ports und Verbindungen unter Linux.

---

**Offene Ports prüfen**

Offene Ports zeigen,
welche Dienste erreichbar sein könnten.

Zu prüfen:

    lauscht ein Dienst?
    auf welcher IP lauscht er?
    TCP oder UDP?
    nur localhost oder extern?
    welcher Prozess nutzt den Port?
    sollte der Port offen sein?

Merksatz:

    Ein offener Port ist ein möglicher Zugangspunkt.

---

**localhost und 0.0.0.0 unterscheiden**

127.0.0.1:

    Dienst ist nur lokal erreichbar.

0.0.0.0:

    Dienst lauscht auf allen IPv4-Schnittstellen.

Konkrete IP-Adresse:

    Dienst lauscht nur auf dieser Schnittstelle.

Merksatz:

    127.0.0.1 ist lokal.
    0.0.0.0 ist auf allen Schnittstellen.

---

**TCP-Verbindungszustände**

Typische TCP-Zustände:

| Zustand | Bedeutung |
|---|---|
| LISTEN | Dienst wartet auf Verbindungen |
| ESTABLISHED | Verbindung besteht |
| TIME_WAIT | Verbindung wurde beendet, Zustand läuft aus |
| SYN_SENT | Verbindungsaufbau gestartet |
| SYN_RECEIVED | Verbindungsaufbau teilweise angekommen |
| CLOSE_WAIT | Gegenseite hat geschlossen, lokale Seite noch nicht |

Merksatz:

    TCP-Zustände helfen,
    Verbindungsprobleme einzugrenzen.

---

**Port erreichbar testen**

Um zu prüfen,
ob ein Port erreichbar ist,
kann je nach System ein Werkzeug genutzt werden.

Beispiele für Prinzipien:

    TCP-Verbindung zu Zielport testen

    HTTP-Antwort testen

    Dienstprotokoll prüfen

Zu beachten:

    Port offen bedeutet nicht automatisch,
    dass die Anwendung korrekt funktioniert.

Merksatz:

    Porttest prüft Erreichbarkeit,
    nicht vollständige Anwendungsfunktion.

---

**telnet als Porttest**

telnet kann technisch genutzt werden,
um einfache TCP-Verbindungen zu testen.

Wichtig:

    Telnet als Verwaltungsprotokoll ist unsicher,
    weil es unverschlüsselt ist.

Einordnung:

    Telnet zur Administration vermeiden.
    Als einfacher Porttest historisch bekannt,
    aber moderne Alternativen bevorzugen.

Merksatz:

    Telnet nicht für sichere Administration verwenden.

---

**curl**

curl ruft URLs und APIs über die Kommandozeile ab.

Nützlich für:

    HTTP-Status prüfen
    Header prüfen
    API testen
    Zertifikatsprobleme erkennen
    Weiterleitungen prüfen
    Antwortzeiten grob prüfen
    Webserver-Erreichbarkeit testen

Merksatz:

    curl ist ein wichtiges Werkzeug für Web- und API-Tests.

---

**HTTP mit curl prüfen**

Mit curl kann geprüft werden:

    Antwortet der Webserver?
    Welcher Statuscode kommt zurück?
    Gibt es Weiterleitungen?
    Wird HTTPS genutzt?
    Stimmen Header?
    Kommt eine Fehlermeldung?

Merksatz:

    curl prüft Webdienste direkter als ein Browser.

---

**wget**

wget kann Dateien oder Webseiten über HTTP,
HTTPS
oder FTP herunterladen.

Nützlich für:

    Download testen
    Erreichbarkeit prüfen
    automatisierte Abrufe
    Spiegeln einfacher Inhalte

Merksatz:

    wget dient vor allem zum Abrufen und Herunterladen.

---

**Dienststatus unter Linux prüfen**

Auf vielen Linux-Systemen wird systemctl genutzt.

Typische Prüfungen:

    läuft der Dienst?
    ist der Dienst aktiviert?
    ist der Dienst fehlgeschlagen?
    wann wurde er gestartet?
    welche Fehlermeldung gibt es?

Merksatz:

    systemctl prüft und verwaltet systemd-Dienste.

---

**journalctl für Dienstlogs**

journalctl zeigt Logs des systemd-Journals.

Nützlich für:

    Fehler eines Dienstes prüfen
    Logs seit Start ansehen
    aktuelle Meldungen verfolgen
    Bootprobleme analysieren

Merksatz:

    journalctl und systemctl gehören bei Linux-Dienstfehlern zusammen.

---

**Dienste unter Windows prüfen**

Unter Windows können Dienste geprüft werden über:

    Dienste-Verwaltung
    Ereignisanzeige
    Task-Manager
    PowerShell
    sc

Zu prüfen:

    Dienst gestartet?
    Starttyp korrekt?
    Abhängigkeiten erfüllt?
    Fehler im Ereignisprotokoll?
    Dienstkonto korrekt?
    Berechtigungen vorhanden?

Merksatz:

    Windows-Dienstfehler stehen oft zusätzlich in der Ereignisanzeige.

---

**Prozessprüfung**

Prozesse zeigen,
welche Programme gerade laufen.

Zu prüfen:

    läuft der Prozess?
    verbraucht er viel CPU?
    verbraucht er viel RAM?
    startet er immer wieder neu?
    gehört er zum erwarteten Dienst?
    läuft er mit welchem Benutzer?

Merksatz:

    Dienstprobleme zeigen sich oft auch in Prozessen.

---

**Ressourcen prüfen**

Systemressourcen beeinflussen Dienste.

Wichtige Ressourcen:

    CPU
    RAM
    Festplatte
    I/O
    Netzwerk
    offene Dateien
    Prozesslimits

Merksatz:

    Ein Dienst kann fehlschlagen,
    obwohl Netzwerk und Konfiguration richtig sind,
    wenn Ressourcen fehlen.

---

**Speicherplatz prüfen**

Volle Datenträger sind häufige Fehlerursachen.

Folgen:

    Logs können nicht geschrieben werden.
    Datenbank stoppt.
    Updates schlagen fehl.
    Anwendung kann keine Dateien speichern.
    Backup bricht ab.
    System wird instabil.

Merksatz:

    Bei Dienstproblemen immer Speicherplatz prüfen.

---

**df unter Linux**

df zeigt die Belegung von Dateisystemen.

Nützlich für:

    freie Kapazität prüfen
    volle Partitionen erkennen
    Mountpunkte prüfen

Merksatz:

    df zeigt,
    wie voll Dateisysteme sind.

---

**du unter Linux**

du zeigt,
wie viel Speicher bestimmte Ordner oder Dateien belegen.

Nützlich für:

    große Ordner finden
    Logwachstum prüfen
    Speicherfresser eingrenzen

Merksatz:

    df zeigt Dateisysteme.
    du zeigt Ordner- und Dateigrößen.

---

**top und htop**

top zeigt laufende Prozesse und Ressourcennutzung.

htop ist eine komfortablere Variante,
wenn installiert.

Nützlich für:

    CPU-lastige Prozesse finden
    RAM-Verbrauch prüfen
    Prozesszustände ansehen
    Systemlast beurteilen

Merksatz:

    top und htop zeigen laufende Prozesse und Last.

---

**Task-Manager unter Windows**

Der Task-Manager zeigt:

    laufende Prozesse
    CPU-Auslastung
    Arbeitsspeicher
    Datenträgerlast
    Netzwerk
    Autostart
    Benutzer
    Dienste

Merksatz:

    Task-Manager ist ein schneller Überblick über Windows-Systemlast.

---

**PowerShell in der Administration**

PowerShell ist eine Verwaltungs- und Automatisierungsumgebung unter Windows.

Sie wird genutzt für:

    Benutzerverwaltung
    Dienste prüfen
    Prozesse prüfen
    Dateien verwalten
    Netzwerk prüfen
    Ereignislogs auswerten
    Microsoft-365-Administration
    Automatisierung

Merksatz:

    PowerShell ist ein zentrales Administrationswerkzeug unter Windows.

---

**Ereignisanzeige unter Windows**

Die Ereignisanzeige zeigt Windows-Logs.

Wichtige Bereiche:

    Anwendung
    Sicherheit
    System

Typische Nutzung:

    Dienstfehler prüfen
    Anmeldeereignisse prüfen
    Treiberfehler prüfen
    Systemfehler analysieren
    Sicherheitsereignisse ansehen

Merksatz:

    Windows-Fehleranalyse führt häufig zur Ereignisanzeige.

---

**whoami**

whoami zeigt,
unter welchem Benutzer man angemeldet ist.

Nützlich bei:

    Rechteproblemen
    falscher Anmeldung
    Skriptausführung
    Dienstkontenprüfung
    Remote-Sitzungen

Merksatz:

    Erst prüfen,
    wer man auf dem System wirklich ist.

---

**Gruppenmitgliedschaften prüfen**

Gruppenmitgliedschaften bestimmen oft Rechte.

Zu prüfen:

    ist Benutzer in richtiger Gruppe?
    fehlt eine Gruppe?
    ist eine alte Gruppe noch aktiv?
    greifen Gruppenrichtlinien?
    wurde Anmeldung neu gestartet?

Merksatz:

    Viele Rechteprobleme sind Gruppenprobleme.

---

**Hostname prüfen**

Der Hostname identifiziert ein System im Netzwerk.

Wichtig für:

    DNS
    Dokumentation
    Zertifikate
    Monitoring
    Logs
    Inventarisierung

Merksatz:

    Hostname,
    DNS-Name
    Zertifikat
    und Dokumentation sollten zusammenpassen.

---

**Datum und Uhrzeit prüfen**

Falsche Uhrzeit kann Probleme verursachen.

Beispiele:

    Zertifikatsfehler
    Kerberos-Probleme
    Logauswertung falsch
    MFA-Probleme
    geplante Aufgaben laufen falsch
    Token ungültig

Merksatz:

    Zeitabweichungen verursachen viele schwer erkennbare Fehler.

---

**Umgebungsvariablen**

Umgebungsvariablen beeinflussen Programme und Skripte.

Beispiele:

    PATH
    HOME
    USER
    TEMP
    Proxy-Einstellungen
    Anwendungskonfiguration
    Zugangspfade

Merksatz:

    Falsche Umgebungsvariablen können Programme anders verhalten lassen.

---

**Konfigurationsdateien prüfen**

Viele Dienste werden über Konfigurationsdateien gesteuert.

Zu prüfen:

    Syntax korrekt?
    Pfade richtig?
    Ports richtig?
    Zugangsdaten korrekt?
    Zertifikate richtig eingetragen?
    Änderungen dokumentiert?
    Dienst nach Änderung neu geladen?

Merksatz:

    Kleine Fehler in Konfigurationen können ganze Dienste stoppen.

---

**Änderungen prüfen**

Bei neuen Fehlern ist die wichtigste Frage oft:

    Was wurde zuletzt geändert?

Mögliche Änderungen:

    Update
    Firewall-Regel
    Zertifikat
    Passwort
    DNS-Eintrag
    DHCP-Änderung
    Routing
    Dienstkonfiguration
    Berechtigung
    Netzwerkverkabelung
    Cloud-Regel

Merksatz:

    Neue Fehler hängen oft mit letzten Änderungen zusammen.

---

**Systematische Fehlersuche mit Befehlen**

Sinnvolle Reihenfolge:

    1. Eigenes System prüfen.
    2. IP-Konfiguration prüfen.
    3. Gateway prüfen.
    4. DNS prüfen.
    5. Ziel per IP testen.
    6. Ziel per Name testen.
    7. Route verfolgen.
    8. Port prüfen.
    9. Dienststatus prüfen.
    10. Logs prüfen.
    11. Ressourcen prüfen.
    12. Berechtigungen prüfen.
    13. Änderungen prüfen.
    14. Ergebnis dokumentieren.

Merksatz:

    Systematische Befehlsnutzung spart Zeit.

---

**Typische Fehlerbilder und passende Prüfung**

| Fehlerbild | Erste Prüfungen |
|---|---|
| Kein Internet | IP, Gateway, DNS, Router |
| Name geht nicht | DNS, DNS-Server, Cache |
| IP geht, Name nicht | DNS prüfen |
| Dienst nicht erreichbar | Port, Firewall, Dienststatus |
| Webseite 404 | URL, Webserver, Pfad |
| Webseite 500 | Anwendung, Backend, Logs |
| Login schlägt fehl | Benutzer, Passwort, MFA, Logs |
| Zugriff verweigert | Gruppen, Rechte, ACL |
| Langsame Verbindung | Latenz, Paketverlust, Last |
| Zertifikatsfehler | Uhrzeit, Zertifikat, Hostname |

Merksatz:

    Fehlerbild bestimmt die nächste sinnvolle Prüfung.

---

**Typische Praxisfehler**

Häufige Fehler:

    DNS wird zu spät geprüft
    nur ping genutzt
    Firewall vergessen
    Gateway nicht geprüft
    IPv4 und IPv6 verwechselt
    falsches Interface betrachtet
    Dienststatus geprüft,
    aber Port nicht
    Port offen,
    aber Anwendung nicht getestet
    Logs nicht gelesen
    letzte Änderungen ignoriert
    Rechteproblem als Netzwerkproblem behandelt

Merksatz:

    Fehlersuche braucht mehrere Blickwinkel.

---

**Checkliste: Netzwerk- und Systemprüfung**

    IP-Adresse prüfen.
    Subnetz prüfen.
    Gateway prüfen.
    DNS-Server prüfen.
    Ping zur Gateway-IP testen.
    Ping zur Ziel-IP testen.
    Namensauflösung testen.
    Route prüfen.
    Port prüfen.
    Dienststatus prüfen.
    Prozess prüfen.
    Logs prüfen.
    Firewall prüfen.
    Ressourcen prüfen.
    Benutzer und Rechte prüfen.
    Zertifikate und Uhrzeit prüfen.
    letzte Änderungen prüfen.
    Ergebnis dokumentieren.

Merksatz:

    Erst Grundlagen prüfen,
    dann Spezialfälle.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Wofür nutzt man ipconfig?
    - Wofür nutzt man ipconfig /all?
    - Wofür nutzt man ip addr?
    - Was zeigt eine Routing-Tabelle?
    - Was ist eine Standardroute?
    - Wofür nutzt man ping?
    - Warum beweist ein fehlgeschlagener ping nicht immer,
      dass ein Ziel offline ist?
    - Wie prüft man DNS?
    - Was macht nslookup?
    - Was macht dig?
    - Wofür nutzt man tracert oder traceroute?
    - Was zeigt netstat?
    - Was zeigt ss?
    - Was bedeutet LISTEN?
    - Was bedeutet ESTABLISHED?
    - Warum ist 127.0.0.1 besonders?
    - Wofür nutzt man curl?
    - Was prüft systemctl?
    - Was zeigt journalctl?
    - Warum sollte man Logs prüfen?
    - Warum ist Speicherplatzprüfung wichtig?
    - Warum ist die Frage nach letzten Änderungen wichtig?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    ping prüft ICMP,
    nicht automatisch jeden Dienst.

    Kein ping kann durch Firewall entstehen.

    IP funktioniert,
    Name nicht:
    DNS prüfen.

    Hostname funktioniert nicht automatisch,
    wenn IP funktioniert.

    Standardroute ist wichtig für fremde Netze.

    Spezifischste Route gewinnt.

    tracert und traceroute zeigen Zwischenstationen,
    aber nicht jeder Hop antwortet.

    Offener Port bedeutet nicht,
    dass Anwendung vollständig funktioniert.

    127.0.0.1 ist nur lokal.

    0.0.0.0 bedeutet alle IPv4-Schnittstellen.

    LISTEN bedeutet Dienst wartet auf Verbindung.

    ESTABLISHED bedeutet Verbindung besteht.

    Telnet ist als Administrationsprotokoll unsicher.

    curl ist nützlich für Webtests.

    Dienst läuft nicht automatisch gleich Dienst funktioniert.

    Logs liefern oft den entscheidenden Hinweis.

    Volle Festplatte ist eine häufige Fehlerursache.

    Uhrzeitfehler können Zertifikate und Anmeldung stören.

    Letzte Änderungen immer prüfen.

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**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| ipconfig | Windows-IP-Konfiguration anzeigen |
| ipconfig /all | detaillierte Windows-Netzwerkinformationen |
| ip addr | Linux-IP-Adressen anzeigen |
| ifconfig | älteres Werkzeug für Netzwerkschnittstellen |
| MAC-Adresse | Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle |
| Gateway | Übergang in andere Netze |
| Routing-Tabelle | Liste möglicher Netzwerkwege |
| Standardroute | allgemeiner Weg zu unbekannten Netzen |
| ping | ICMP-Erreichbarkeit testen |
| ICMP | Kontrollprotokoll für Netzwerkmeldungen |
| nslookup | DNS-Abfragewerkzeug |
| dig | detailliertes DNS-Abfragewerkzeug |
| DNS-Cache | zwischengespeicherte DNS-Antworten |
| tracert | Windows-Wegverfolgung zum Ziel |
| traceroute | Linux/macOS-Wegverfolgung zum Ziel |
| netstat | Netzwerkverbindungen anzeigen |
| ss | moderne Socketanzeige unter Linux |
| Port | logischer Dienstzugang |
| LISTEN | Dienst wartet auf Verbindungen |
| ESTABLISHED | Verbindung besteht |
| localhost | lokaler Rechner |
| 127.0.0.1 | lokale Loopback-Adresse |
| 0.0.0.0 | alle IPv4-Schnittstellen |
| curl | Web- und API-Anfragen testen |
| wget | Dateien oder Webseiten abrufen |
| systemctl | systemd-Dienste verwalten |
| journalctl | systemd-Logs anzeigen |
| Dienststatus | Zustand eines Dienstes |
| Prozess | laufendes Programm |
| df | Dateisystembelegung anzeigen |
| du | Ordner- und Dateigrößen anzeigen |
| top | Prozess- und Lastanzeige |
| htop | komfortablere Prozessanzeige |
| Task-Manager | Windows-Prozess- und Leistungsanzeige |
| PowerShell | Windows-Verwaltung und Automatisierung |
| Ereignisanzeige | Windows-Loganzeige |
| whoami | aktueller Benutzer |
| Hostname | Name eines Systems |
| Umgebungsvariable | System- oder Programmeinstellung |

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**IHK-sichere Kurzformulierung**

Netzwerk- und Systembefehle dienen dazu, Fehler systematisch einzugrenzen und Zustände zu prüfen. Mit ipconfig oder ip addr wird die IP-Konfiguration geprüft, mit route print oder ip route die Routing-Tabelle. ping testet grundlegende Erreichbarkeit per ICMP, nslookup oder dig prüfen DNS, tracert oder traceroute zeigen den Weg zum Ziel. netstat oder ss zeigen offene Ports und Verbindungen. curl prüft Webdienste und APIs. systemctl und journalctl helfen bei der Prüfung von Diensten und Logs unter Linux, während unter Windows Task-Manager, Ereignisanzeige und PowerShell wichtige Werkzeuge sind. Bei der Fehlersuche sollten IP-Konfiguration, Gateway, DNS, Route, Port, Dienststatus, Logs, Ressourcen, Rechte und letzte Änderungen systematisch geprüft werden.

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**Merksätze**

    Befehle ersetzen Vermutungen durch Fakten.

    Erst Grundlagen prüfen,
    dann Spezialfälle.

    IP-Konfiguration ist die Basis.

    Gateway führt in andere Netze.

    Ohne Gateway meist kein Zugriff auf fremde Netze.

    Routing-Tabelle zeigt Netzwerkwege.

    Standardroute ist Weg für unbekannte Ziele.

    Spezifischste Route gewinnt.

    ping prüft ICMP.

    Kein ping ist kein endgültiger Beweis.

    IP-Ping trennt DNS von Netzwerkprüfung.

    Hostname-Ping prüft DNS mit.

    Wenn IP geht,
    aber Name nicht:
    DNS prüfen.

    nslookup prüft DNS.

    dig zeigt DNS detailliert.

    DNS-Cache kann veraltet sein.

    tracert und traceroute zeigen den Weg.

    Nicht jeder Hop muss antworten.

    netstat zeigt Verbindungen.

    ss zeigt Sockets unter Linux.

    Offene Ports prüfen.

    127.0.0.1 ist lokal.

    0.0.0.0 bedeutet alle Schnittstellen.

    LISTEN wartet auf Verbindungen.

    ESTABLISHED ist aktive Verbindung.

    Port offen heißt nicht Anwendung gesund.

    Telnet nicht zur sicheren Administration nutzen.

    curl prüft Webdienste.

    wget lädt Inhalte ab.

    systemctl prüft Dienste.

    journalctl zeigt Dienstlogs.

    Windows nutzt Ereignisanzeige.

    Prozesse und Ressourcen mitprüfen.

    Volle Festplatte verursacht viele Fehler.

    df zeigt Dateisystembelegung.

    du findet große Ordner.

    top zeigt Prozesslast.

    Task-Manager zeigt Windows-Systemlast.

    whoami prüft aktuellen Benutzer.

    Gruppenmitgliedschaften beeinflussen Rechte.

    Hostname muss zur Dokumentation passen.

    Falsche Uhrzeit verursacht Zertifikats- und Loginprobleme.

    Konfigurationen sorgfältig prüfen.

    Letzte Änderungen sind oft der Schlüssel.

    Fehlersuche systematisch dokumentieren.