# 17.6 Dateiübertragung, Freigaben und sichere Datenzugriffe in der Praxis

In der Administration müssen Dateien häufig zwischen Systemen,
Benutzern,
Servern
und Diensten übertragen oder gemeinsam bereitgestellt werden.

Typische Beispiele:

    - Konfigurationsdateien übertragen
    - Logdateien herunterladen
    - Backups ablegen
    - Installationsdateien bereitstellen
    - Benutzerfreigaben einrichten
    - Projektordner bereitstellen
    - Dateien zwischen Servern synchronisieren
    - Daten sicher mit externen Personen austauschen

Merksatz:

    Dateiübertragung und Freigaben brauchen immer Technik,
    Rechtekonzept
    und Sicherheitsregeln.

---

**Warum Dateiübertragung sicherheitskritisch ist**

Dateien können sensible Informationen enthalten.

Beispiele:

    Kundendaten
    Zugangsdaten
    Konfigurationsdateien
    Zertifikate
    private Schlüssel
    Backups
    Logdateien
    Personalunterlagen
    interne Dokumente
    Quellcode

Risiken:

    Datenabfluss
    unberechtigter Zugriff
    Manipulation
    Malware-Verteilung
    Verlust von Vertraulichkeit
    falsche Berechtigungen
    versehentlich öffentliche Freigaben

Merksatz:

    Dateien sind oft genauso kritisch wie Datenbanken.

---

**Grundfragen vor jeder Freigabe**

Vor einer Freigabe sollte geklärt werden:

    Wer braucht Zugriff?

    Auf welche Daten?

    Mit welchen Rechten?

    Von welchem Ort?

    Für welchen Zeitraum?

    Muss Zugriff protokolliert werden?

    Müssen Daten verschlüsselt übertragen werden?

    Müssen Daten verschlüsselt gespeichert werden?

Merksatz:

    Keine Freigabe ohne Zweck,
    Berechtigung
    und Begrenzung.

---

**Lesen, Schreiben und Löschen**

Die wichtigsten Dateiaktionen sind:

    lesen

    schreiben

    löschen

Lesen:

    Datei anzeigen oder herunterladen

Schreiben:

    Datei verändern oder neue Datei erstellen

Löschen:

    Datei entfernen

Merksatz:

    Schreibrechte sind gefährlicher als Leserechte.
    Löschrechte sind besonders kritisch.

---

**Minimal notwendige Rechte**

Nicht jeder Benutzer braucht Vollzugriff.

Beispiele:

    Leser:
    darf Dateien öffnen,
    aber nicht verändern

    Bearbeiter:
    darf Dateien ändern

    Besitzer:
    darf Rechte ändern

    Administrator:
    darf technische Verwaltung durchführen

Merksatz:

    So wenig Rechte wie möglich,
    so viele wie nötig.

---

**Freigabe und Dateisystem unterscheiden**

Bei Dateizugriff gibt es oft mehrere Ebenen.

Beispiel Windows:

    Freigaberechte

    und

    NTFS-Rechte

Beispiel Linux:

    Samba-Freigaberechte

    und

    Linux-Dateirechte

Wichtig:

    Beide Ebenen müssen zusammenpassen.

Merksatz:

    Freigabe erlaubt Zugang.
    Dateisystemrechte entscheiden zusätzlich,
    was wirklich möglich ist.

---

**SMB**

SMB steht für:

    Server Message Block

SMB wird häufig für Datei- und Druckerfreigaben in Windows-Netzwerken genutzt.

Typische Nutzung:

    Netzlaufwerke
    gemeinsame Ordner
    Druckerfreigaben
    Benutzerprofile
    Abteilungsfreigaben
    Dateiserver

Standardport:

    TCP 445

Merksatz:

    SMB ist das typische Protokoll für Windows-Dateifreigaben.

---

**SMB in der Praxis**

Beispiele:

    \\server\freigabe

    Netzlaufwerk verbinden

    Abteilungsordner bereitstellen

    Scanner speichert in Netzwerkordner

    Anwendung greift auf zentrale Dateien zu

Merksatz:

    SMB-Freigaben sind praktisch,
    aber müssen sauber berechtigt werden.

---

**SMB-Sicherheit**

Wichtige Maßnahmen:

    alte SMB-Versionen deaktivieren
    keine Gastzugriffe
    starke Authentifizierung
    Rechte über Gruppen vergeben
    Freigaben nicht unnötig breit setzen
    Zugriff protokollieren
    Adminfreigaben schützen
    Netzwerkzugriff begrenzen
    Verschlüsselung prüfen
    Backups schützen

Merksatz:

    SMB-Freigaben niemals pauschal für alle öffnen.

---

**SMB-Versionen**

Ältere SMB-Versionen sind unsicherer.

Besonders alte Versionen sollten vermieden werden,
wenn sie nicht zwingend benötigt werden.

Wichtig:

    moderne SMB-Versionen nutzen
    alte Kompatibilität nur bewusst aktivieren
    Altgeräte prüfen
    Risiken dokumentieren

Merksatz:

    Alte SMB-Versionen erhöhen das Sicherheitsrisiko.

---

**NFS**

NFS steht für:

    Network File System

NFS wird häufig in Unix-,
Linux-
und Serverumgebungen genutzt.

Typische Nutzung:

    gemeinsame Verzeichnisse
    Serverfreigaben
    Linux-Dateiserver
    Virtualisierungsspeicher
    Container- oder Anwendungsdaten
    Backup-Ziele

Merksatz:

    NFS ist ein typisches Dateifreigabeprotokoll in Unix- und Linux-Umgebungen.

---

**NFS-Sicherheit**

Bei NFS wichtig:

    erlaubte Clients begrenzen
    Exporte sauber konfigurieren
    Schreibrechte nur wenn nötig
    Root-Zugriff einschränken
    Netzwerksegmentierung nutzen
    Firewall-Regeln setzen
    NFS-Version beachten
    Berechtigungen auf Dateisystemebene prüfen

Merksatz:

    NFS-Zugriff immer auf notwendige Clients begrenzen.

---

**FTP**

FTP steht für:

    File Transfer Protocol

FTP dient zur Dateiübertragung.

Problem:

    klassisches FTP überträgt Daten und Zugangsdaten unverschlüsselt.

Standardports:

    TCP 21 für Steuerverbindung

    Datenverbindungen je nach aktivem oder passivem Modus

Merksatz:

    Klassisches FTP ist unsicher,
    weil es unverschlüsselt ist.

---

**Warum FTP problematisch ist**

Bei klassischem FTP können mitgelesen werden:

    Benutzername
    Passwort
    Dateinamen
    Dateiinhalt
    Befehle

Risiko:

    Sniffing
    Passwortdiebstahl
    Datenabfluss
    Manipulation bei unsicherem Netzwerk

Merksatz:

    FTP nicht für vertrauliche Daten oder unsichere Netze verwenden.

---

**SFTP**

SFTP steht für:

    SSH File Transfer Protocol

SFTP nutzt SSH als sichere Grundlage.

Standardport:

    TCP 22

Vorteile:

    verschlüsselte Übertragung
    SSH-Authentifizierung
    Schlüsselanmeldung möglich
    häufig auf Servern verfügbar
    besser geeignet als klassisches FTP

Merksatz:

    SFTP ist sichere Dateiübertragung über SSH.

---

**SCP**

SCP steht für:

    Secure Copy

SCP wird für Dateiübertragung über SSH genutzt.

Typische Nutzung:

    Datei auf Server kopieren

    Datei vom Server herunterladen

    Dateien zwischen Systemen übertragen

Einordnung:

    ebenfalls verschlüsselt über SSH

Merksatz:

    SCP kopiert Dateien verschlüsselt über SSH.

---

**SFTP und SCP vergleichen**

| Merkmal | SFTP | SCP |
|---|---|---|
| Grundlage | SSH | SSH |
| Zweck | Dateiübertragung mit Dateiverwaltung | einfaches Kopieren |
| Bedienung | eher wie Dateisitzung | eher Kopierbefehl |
| Verschlüsselung | ja | ja |
| Standardport | TCP 22 | TCP 22 |

Merksatz:

    SFTP und SCP nutzen SSH,
    sind aber nicht dasselbe wie FTP.

---

**FTPS**

FTPS bedeutet:

    FTP mit TLS-Verschlüsselung

FTPS ist nicht dasselbe wie SFTP.

FTPS nutzt FTP-Technik mit TLS.

SFTP nutzt SSH.

Merksatz:

    FTPS = FTP über TLS.
    SFTP = Dateiübertragung über SSH.

---

**FTP, FTPS und SFTP vergleichen**

| Protokoll | Verschlüsselung | Grundlage | Einordnung |
|---|---|---|---|
| FTP | nein | FTP | unsicher in Klartext |
| FTPS | ja | FTP plus TLS | verschlüsseltes FTP |
| SFTP | ja | SSH | sichere Dateiübertragung über SSH |

Merksatz:

    SFTP und FTPS nicht verwechseln.

---

**HTTPS-Dateidownload**

Dateien können auch über HTTPS bereitgestellt werden.

Beispiele:

    Downloadportal
    Cloudspeicher-Link
    Softwaredownload
    internes Webportal
    API-Dateiabruf

Vorteile:

    verschlüsselte Übertragung
    browserfähig
    gut für Downloads
    Zugriff über Webauthentifizierung möglich

Risiken:

    öffentliche Links
    falsche Rechte
    abgelaufene Links fehlen
    keine Zugriffskontrolle
    versehentliche Veröffentlichung

Merksatz:

    HTTPS schützt die Übertragung,
    aber nicht automatisch die Freigaberechte.

---

**WebDAV**

WebDAV erweitert HTTP,
damit Dateien über Webprotokolle verwaltet werden können.

Typische Nutzung:

    Netzlaufwerk über Webzugriff
    Dokumentenablage
    Dateiablage über HTTPS
    Zusammenarbeit über Webserver

Merksatz:

    WebDAV ermöglicht Dateiverwaltung über HTTP oder HTTPS.

---

**Cloud-Speicherfreigaben**

Cloud-Speicherfreigaben sind verbreitet.

Beispiele:

    Linkfreigabe
    Freigabe an Benutzer
    Freigabe an Gruppe
    externe Freigabe
    geteilte Ordner
    Ablaufdatum für Links

Risiken:

    Link öffentlich weitergegeben
    falsche Person berechtigt
    Schreibrechte statt Leserechte
    kein Ablaufdatum
    keine MFA
    keine Protokollierung

Merksatz:

    Cloud-Freigaben regelmäßig prüfen.

---

**Linkfreigabe**

Eine Linkfreigabe erlaubt Zugriff über einen Link.

Mögliche Varianten:

    jeder mit Link kann lesen

    jeder mit Link kann bearbeiten

    nur bestimmte Personen können zugreifen

    Link mit Passwort

    Link mit Ablaufdatum

Merksatz:

    Jeder-mit-Link-Freigaben sind besonders kritisch.

---

**Ablaufdatum für Freigaben**

Freigaben sollten zeitlich begrenzt werden,
wenn sie nur vorübergehend benötigt werden.

Beispiele:

    externer Projektpartner

    Bewerbungsunterlagen

    temporärer Austausch

    Dienstleisterzugang

Merksatz:

    Temporäre Freigaben brauchen ein Ablaufdatum.

---

**Externe Freigaben**

Externe Freigaben erlauben Zugriff außerhalb der Organisation.

Risiken:

    falsche Empfänger
    Datenabfluss
    unkontrolliertes Weiterleiten
    fehlende MFA
    unklare Verantwortlichkeit
    Datenschutzproblem

Schutz:

    nur bei Bedarf
    Genehmigung
    Ablaufdatum
    Passwort oder MFA
    Protokollierung
    Datenklassifizierung beachten

Merksatz:

    Externe Freigaben nur bewusst und kontrolliert einsetzen.

---

**Datenklassifizierung bei Freigaben**

Nicht jede Datei darf gleich behandelt werden.

Beispiele:

    öffentlich

    intern

    vertraulich

    streng vertraulich

    personenbezogen

Je höher der Schutzbedarf,
desto strenger müssen Freigabe,
Verschlüsselung
und Protokollierung sein.

Merksatz:

    Schutzbedarf bestimmt Freigaberegeln.

---

**Verschlüsselung bei Übertragung**

Daten sollten bei Übertragung verschlüsselt werden.

Geeignete Protokolle:

    SFTP
    SCP
    FTPS
    HTTPS
    VPN
    SMB-Verschlüsselung je nach Umgebung

Unsicher oder kritisch:

    FTP
    Telnet
    HTTP bei vertraulichen Daten
    unverschlüsselte Protokolle

Merksatz:

    Vertrauliche Daten nicht unverschlüsselt übertragen.

---

**Verschlüsselung bei Speicherung**

Daten können auch im Ruhezustand verschlüsselt werden.

Beispiele:

    Festplattenverschlüsselung
    Serververschlüsselung
    Datenbankverschlüsselung
    Backup-Verschlüsselung
    Cloud-Speicherverschlüsselung
    verschlüsselte Archive

Merksatz:

    Verschlüsselung bei Speicherung schützt bei Diebstahl oder unberechtigtem Zugriff auf Speicher.

---

**Passwortgeschützte Archive**

Archive können mit Passwort geschützt werden.

Beispiele:

    ZIP mit Passwort

    7z mit Passwort

Wichtig:

    Passwort getrennt vom Archiv übermitteln
    starke Verschlüsselung nutzen
    Passwort nicht in derselben E-Mail senden
    sichere Alternative prüfen

Merksatz:

    Passwort und Datei nicht über denselben unsicheren Kanal senden.

---

**Prüfsummen**

Prüfsummen helfen,
Dateien auf Integrität zu prüfen.

Beispiele:

    SHA-256
    SHA-512

Zweck:

    feststellen,
    ob Datei verändert wurde
    Download prüfen
    Übertragungsfehler erkennen
    Manipulation erkennen

Merksatz:

    Prüfsumme prüft Integrität,
    aber nicht automatisch Vertrauenswürdigkeit.

---

**Digitale Signatur bei Dateien**

Eine digitale Signatur kann prüfen,
ob eine Datei vom erwarteten Herausgeber stammt
und nicht verändert wurde.

Beispiele:

    signierte Softwarepakete
    signierte Skripte
    signierte Installationsdateien

Merksatz:

    Signatur prüft Herkunft und Integrität.

---

**Malware-Risiko bei Dateiübertragung**

Dateien können Malware enthalten.

Risiken:

    Makros in Dokumenten
    Skripte
    ausführbare Dateien
    manipulierte PDFs
    Archive mit Schadsoftware
    ISO-Dateien
    LNK-Dateien
    Webshells bei Uploads

Schutz:

    Malware-Scan
    Dateitypen begrenzen
    Makros blockieren
    Uploads prüfen
    Benutzer schulen
    nur vertrauenswürdige Quellen

Merksatz:

    Dateiübertragung kann auch Malware übertragen.

---

**Upload-Verzeichnisse**

Upload-Verzeichnisse sind besonders kritisch.

Schutzmaßnahmen:

    keine Ausführung erlauben
    Dateitypen begrenzen
    Dateigröße begrenzen
    zufällige Dateinamen
    Malware-Scan
    Speicherung außerhalb des Webroots
    Rechte begrenzen
    Protokollierung

Merksatz:

    Hochgeladene Dateien dürfen nicht ungeprüft ausführbar sein.

---

**Synchronisation**

Synchronisation hält Dateien an mehreren Orten gleich.

Beispiele:

    Cloud-Sync
    Ordnersynchronisation
    Server-zu-Server-Sync
    Notebook und Cloudspeicher
    mobile Geräte

Risiko:

    Löschungen werden synchronisiert
    Ransomware verschlüsselt synchronisierte Dateien
    falsche Version überschreibt richtige Datei
    Datenabfluss durch falsche Freigabe

Merksatz:

    Synchronisation ist kein Backup.

---

**Backup und Dateiübertragung unterscheiden**

Dateiübertragung:

    bewegt oder kopiert Dateien

Synchronisation:

    hält Orte gleich

Backup:

    erstellt wiederherstellbare Sicherungen mit Aufbewahrung

Merksatz:

    Kopie,
    Sync
    und Backup sind nicht dasselbe.

---

**Versionierung**

Versionierung speichert ältere Dateiversionen.

Vorteile:

    versehentliche Änderungen rückgängig machen
    ältere Stände wiederherstellen
    Ransomware-Schäden begrenzen
    Bearbeitungsverlauf nachvollziehen

Grenze:

    Versionierung ersetzt kein vollständiges Backup.

Merksatz:

    Versionierung hilft,
    aber ersetzt kein Backup-Konzept.

---

**DLP**

DLP steht für:

    Data Loss Prevention

DLP soll verhindern,
dass sensible Daten unkontrolliert abfließen.

Beispiele:

    blockiert Upload vertraulicher Dateien
    warnt bei Versand personenbezogener Daten
    verhindert Kopieren auf USB
    kontrolliert Cloud-Freigaben
    erkennt Kreditkartendaten oder Personaldaten

Merksatz:

    DLP schützt vor unerwünschtem Datenabfluss.

---

**Freigabeprotokollierung**

Freigaben sollten protokolliert werden.

Wichtige Fragen:

    Wer hat Datei geöffnet?
    Wer hat Datei geändert?
    Wer hat Datei gelöscht?
    Wer hat Freigabe erstellt?
    Wer hat extern geteilt?
    Wann wurde Zugriff genutzt?
    Von welchem Gerät oder welcher IP?

Merksatz:

    Kritische Datenzugriffe müssen nachvollziehbar sein.

---

**Besitzer von Freigaben**

Jede Freigabe sollte einen Verantwortlichen haben.

Aufgaben:

    Zweck prüfen
    Berechtigungen prüfen
    alte Freigaben entfernen
    externe Zugriffe kontrollieren
    Datenklassifizierung beachten
    Löschung oder Archivierung entscheiden

Merksatz:

    Freigaben ohne Verantwortlichen werden schnell unübersichtlich.

---

**Freigaben regelmäßig prüfen**

Zu prüfen:

    Gibt es unnötige Freigaben?
    Gibt es Jeder- oder Everyone-Rechte?
    Gibt es externe Benutzer?
    Gibt es Schreibrechte,
    obwohl Leserechte reichen?
    Gibt es alte Projektordner?
    Gibt es Freigaben ohne Besitzer?
    Gibt es sensible Daten in falschen Ordnern?

Merksatz:

    Freigaben altern und müssen regelmäßig bereinigt werden.

---

**Typische Fehler bei Freigaben**

Häufige Fehler:

    Jeder hat Vollzugriff
    externe Links ohne Ablaufdatum
    Schreibrechte statt Leserechte
    alte Benutzer noch berechtigt
    Gastzugriff aktiv
    sensible Daten in öffentlichen Ordnern
    Freigabe ohne Besitzer
    keine Protokollierung
    keine Klassifizierung
    Synchronisation wird als Backup verstanden

Merksatz:

    Die häufigste Freigabenpanne ist zu breiter Zugriff.

---

**Fehlersuche bei Dateiübertragung**

Bei Problemen prüfen:

    Ist Ziel erreichbar?
    Stimmt DNS?
    Stimmt Port?
    Blockiert Firewall?
    Ist Protokoll korrekt?
    Stimmen Benutzername und Passwort?
    Hat Benutzer Rechte?
    Ist Speicherplatz frei?
    Ist Datei gesperrt?
    Ist Pfad korrekt?
    Ist Zertifikat gültig?
    Gibt es Logs?
    Ist Dateiname erlaubt?
    Ist Datei zu groß?

Merksatz:

    Dateiübertragungsfehler können Netzwerk-,
    Rechte-,
    Speicher-
    oder Protokollprobleme sein.

---

**Fehlerbild: Zugriff verweigert**

Mögliche Ursachen:

    Benutzer nicht berechtigt
    Gruppe fehlt
    falsche Anmeldung
    Freigaberecht fehlt
    Dateisystemrecht fehlt
    Deny-Regel aktiv
    Datei gesperrt
    Konto deaktiviert
    externe Freigabe abgelaufen
    MFA oder Conditional Access blockiert

Merksatz:

    Zugriff verweigert ist meistens ein Rechte- oder Identitätsproblem.

---

**Fehlerbild: Verbindung nicht möglich**

Mögliche Ursachen:

    Server offline
    DNS falsch
    Port blockiert
    Dienst läuft nicht
    Firewall blockiert
    VPN fehlt
    falsches Protokoll
    Routingproblem
    falsche Adresse
    Zugriff nur intern erlaubt

Merksatz:

    Keine Verbindung zuerst mit Netzwerk,
    Port
    und Dienst prüfen.

---

**Fehlerbild: Dateiübertragung langsam**

Mögliche Ursachen:

    geringe Bandbreite
    hohe Latenz
    Paketverlust
    viele kleine Dateien
    Virenscan
    langsamer Datenträger
    WLAN-Probleme
    VPN-Overhead
    Serverlast
    Cloud-Limitierung

Merksatz:

    Langsame Dateiübertragung kann an Netzwerk,
    Speicher
    oder Anwendung liegen.

---

**Checkliste: sichere Dateiübertragung und Freigaben**

    Zweck der Freigabe klären.
    Datenklassifizierung prüfen.
    Benutzer oder Gruppen festlegen.
    Nur notwendige Rechte vergeben.
    Schreibrechte begrenzen.
    Externe Freigaben begründen.
    Ablaufdatum setzen.
    Verschlüsselte Übertragung nutzen.
    Unsichere Protokolle vermeiden.
    Zugriff protokollieren.
    Freigaben regelmäßig prüfen.
    Alte Zugriffe entfernen.
    Malware-Scan für Uploads nutzen.
    Backups getrennt planen.
    Synchronisation nicht als Backup ansehen.
    Verantwortlichen für Freigabe benennen.

Merksatz:

    Sichere Freigaben sind begrenzt,
    verschlüsselt,
    dokumentiert
    und regelmäßig geprüft.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist SMB?
    - Wofür wird SMB genutzt?
    - Welchen Standardport nutzt SMB?
    - Was ist NFS?
    - Wofür wird NFS genutzt?
    - Warum ist klassisches FTP unsicher?
    - Was ist SFTP?
    - Was ist SCP?
    - Was ist FTPS?
    - Was ist der Unterschied zwischen SFTP und FTPS?
    - Warum sollte man vertrauliche Daten verschlüsselt übertragen?
    - Was ist eine Linkfreigabe?
    - Warum sind Jeder-mit-Link-Freigaben kritisch?
    - Warum ist ein Ablaufdatum bei Freigaben sinnvoll?
    - Was ist DLP?
    - Warum ist Synchronisation kein Backup?
    - Was ist Versionierung?
    - Was prüft eine Prüfsumme?
    - Was prüft eine digitale Signatur?
    - Warum sind Upload-Verzeichnisse gefährlich?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    FTP ist unverschlüsselt.

    SFTP ist nicht FTP mit TLS.

    FTPS ist nicht SFTP.

    SFTP nutzt SSH.

    SCP nutzt SSH.

    SMB nutzt typischerweise TCP 445.

    Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen prüfen.

    Schreibrechte nicht vergeben,
    wenn Leserechte reichen.

    Jeder-mit-Link ist besonders kritisch.

    Externe Freigaben brauchen Kontrolle.

    Ablaufdatum reduziert Risiko.

    HTTPS schützt Übertragung,
    aber nicht automatisch Berechtigung.

    Prüfsumme prüft Integrität,
    nicht automatisch Vertrauenswürdigkeit.

    Digitale Signatur prüft Herkunft und Integrität.

    Uploads können Malware enthalten.

    Synchronisation ist kein Backup.

    Versionierung ersetzt kein vollständiges Backup.

    DLP schützt vor Datenabfluss.

    Zugriff verweigert ist nicht automatisch ein Netzwerkproblem.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Dateiübertragung | Kopieren oder Bewegen von Dateien |
| Freigabe | bereitgestellter Zugriff auf Dateien oder Ordner |
| Leserecht | Datei anzeigen oder herunterladen |
| Schreibrecht | Datei ändern oder erstellen |
| Löschrecht | Datei entfernen |
| SMB | Windows-Dateifreigabeprotokoll |
| TCP 445 | Standardport für SMB |
| NFS | Network File System |
| FTP | unverschlüsseltes Dateiübertragungsprotokoll |
| SFTP | Dateiübertragung über SSH |
| SCP | sicheres Kopieren über SSH |
| FTPS | FTP mit TLS |
| HTTPS-Download | Dateiabruf über verschlüsseltes Webprotokoll |
| WebDAV | Dateiverwaltung über HTTP oder HTTPS |
| Linkfreigabe | Zugriff über Link |
| externe Freigabe | Freigabe außerhalb der Organisation |
| Ablaufdatum | zeitliche Begrenzung einer Freigabe |
| Datenklassifizierung | Einteilung nach Schutzbedarf |
| Verschlüsselung bei Übertragung | Schutz während Transport |
| Verschlüsselung bei Speicherung | Schutz ruhender Daten |
| Prüfsumme | Integritätsprüfung einer Datei |
| digitale Signatur | Herkunfts- und Integritätsprüfung |
| Upload-Verzeichnis | Speicherort für hochgeladene Dateien |
| Synchronisation | Abgleich von Dateien zwischen Orten |
| Backup | wiederherstellbare Sicherung |
| Versionierung | Speicherung älterer Dateiversionen |
| DLP | Data Loss Prevention |
| Freigabeprotokollierung | Nachvollziehen von Zugriffen |

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**IHK-sichere Kurzformulierung**

Dateiübertragung und Freigaben dienen dazu, Dateien zwischen Benutzern, Systemen und Diensten bereitzustellen oder zu übertragen. Dabei müssen Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit beachtet werden. SMB wird häufig für Windows-Dateifreigaben genutzt und verwendet typischerweise TCP-Port 445. NFS wird häufig in Unix- und Linux-Umgebungen eingesetzt. Klassisches FTP ist unsicher, weil es unverschlüsselt überträgt. SFTP und SCP nutzen SSH, FTPS nutzt FTP mit TLS. Freigaben sollten nach Least Privilege eingerichtet, regelmäßig geprüft, protokolliert und bei externem Zugriff zeitlich begrenzt werden. Synchronisation ist kein Backup, da Änderungen oder Löschungen mit übertragen werden können.

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**Merksätze**

    Dateien können sehr sensible Informationen enthalten.

    Keine Freigabe ohne Zweck.

    Rechte so eng wie möglich vergeben.

    Schreibrechte nur bei Bedarf.

    Löschrechte besonders vorsichtig vergeben.

    Freigabe und Dateisystemrechte zusammen prüfen.

    SMB ist typisch für Windows-Freigaben.

    SMB nutzt typischerweise TCP 445.

    Alte SMB-Versionen vermeiden.

    NFS ist typisch für Unix- und Linux-Freigaben.

    NFS-Zugriff auf notwendige Clients begrenzen.

    FTP ist unverschlüsselt.

    FTP nicht für vertrauliche Daten nutzen.

    SFTP nutzt SSH.

    SCP kopiert über SSH.

    FTPS ist FTP mit TLS.

    SFTP und FTPS nicht verwechseln.

    HTTPS schützt Übertragung,
    aber nicht automatisch Rechte.

    Jeder-mit-Link ist kritisch.

    Externe Freigaben kontrollieren.

    Temporäre Freigaben mit Ablaufdatum versehen.

    Schutzbedarf bestimmt Freigaberegeln.

    Vertrauliche Daten verschlüsselt übertragen.

    Passwort und Datei getrennt übermitteln.

    Prüfsumme prüft Integrität.

    Signatur prüft Herkunft und Integrität.

    Dateiübertragung kann Malware übertragen.

    Upload-Verzeichnisse besonders absichern.

    Synchronisation ist kein Backup.

    Versionierung hilft,
    ersetzt aber kein Backup.

    DLP schützt vor Datenabfluss.

    Freigaben brauchen Verantwortliche.

    Freigaben regelmäßig prüfen.

    Zugriff verweigert ist oft ein Rechteproblem.

    Keine Verbindung ist oft Netzwerk,
    Port
    oder Dienst.

    Sichere Freigaben sind begrenzt,
    dokumentiert
    und regelmäßig geprüft.