# 17.7 Backup, Restore und Notfallmaßnahmen in der Praxis

Backups,
Wiederherstellung
und Notfallmaßnahmen gehören zu den wichtigsten Aufgaben in der Systemadministration.

Sie sorgen dafür,
dass Systeme und Daten nach Fehlern,
Ausfällen
oder Angriffen wiederhergestellt werden können.

Typische Situationen:

    - Datei versehentlich gelöscht
    - Datenbank beschädigt
    - Server ausgefallen
    - Ransomware-Angriff
    - Hardware defekt
    - falsche Konfiguration eingespielt
    - Update fehlgeschlagen
    - Benutzerkonto kompromittiert
    - Cloud-Ressource gelöscht
    - Standort nicht erreichbar

Merksatz:

    Backup ist nicht nur Datensicherung,
    sondern Teil der Wiederherstellungsstrategie.

---

**Warum Backup wichtig ist**

Daten können auf viele Arten verloren gehen.

Ursachen:

    Bedienfehler
    Hardwaredefekt
    Softwarefehler
    Malware
    Ransomware
    Sabotage
    Diebstahl
    Feuer
    Wasserschaden
    Stromausfall
    fehlerhafte Updates
    falsche Synchronisation
    Cloud-Fehlkonfiguration

Merksatz:

    Backup schützt nicht vor jedem Vorfall,
    aber es ermöglicht Wiederherstellung.

---

**Backup und Restore unterscheiden**

Backup:

    Sicherung von Daten,
    Systemen
    oder Konfigurationen

Restore:

    Wiederherstellung aus einer Sicherung

Wichtig:

    Ein Backup ist nur dann wertvoll,
    wenn der Restore funktioniert.

Merksatz:

    Backup ist die Sicherung.
    Restore ist die Wiederherstellung.

---

**Backup allein reicht nicht**

Ein Backup-Konzept ist unvollständig,
wenn nicht geklärt ist:

    was gesichert wird
    wie oft gesichert wird
    wohin gesichert wird
    wie lange gesichert wird
    wer Zugriff hat
    wie wiederhergestellt wird
    wie Restore getestet wird
    wie Backups geschützt werden
    wie schnell Systeme wieder laufen müssen

Merksatz:

    Backup ohne Restore-Plan ist nur halbe Sicherheit.

---

**Restore-Test**

Ein Restore-Test prüft,
ob eine Wiederherstellung wirklich funktioniert.

Zu prüfen:

    Daten vollständig?
    Datei lesbar?
    Datenbank konsistent?
    Anwendung startet?
    Rechte korrekt?
    Konfiguration passend?
    Schlüssel vorhanden?
    Wiederherstellungszeit akzeptabel?
    Dokumentation korrekt?

Merksatz:

    Nur getestete Backups sind verlässliche Backups.

---

**Typische Backup-Ziele**

Backups können gespeichert werden auf:

    lokaler Festplatte
    NAS
    Backup-Server
    Bandlaufwerk
    externer Festplatte
    Cloud-Speicher
    Objektspeicher
    zweitem Standort
    Offline-Medium
    Immutable Storage

Merksatz:

    Backup-Ziel muss zum Schutzbedarf passen.

---

**Lokales Backup**

Ein lokales Backup liegt in derselben Umgebung wie das Hauptsystem.

Vorteile:

    schnelle Wiederherstellung
    einfache Verwaltung
    gute Kontrolle
    geringe Latenz

Nachteile:

    anfällig bei Feuer,
    Diebstahl,
    Ransomware
    oder Standortausfall

Merksatz:

    Lokales Backup ist schnell,
    aber nicht ausreichend gegen Standortausfall.

---

**Externes Backup**

Ein externes Backup liegt getrennt vom Hauptsystem.

Beispiele:

    zweiter Standort
    Cloud-Speicher
    ausgelagerte Festplatte
    Bandsicherung außerhalb des Gebäudes

Vorteil:

    Schutz bei Standortschaden

Merksatz:

    Externes Backup schützt besser gegen lokale Katastrophen.

---

**Offline-Backup**

Ein Offline-Backup ist nicht dauerhaft mit dem produktiven System verbunden.

Vorteile:

    besserer Schutz gegen Ransomware
    besserer Schutz gegen versehentliches Löschen
    besserer Schutz gegen kompromittierte Adminzugänge

Beispiele:

    getrennte Festplatte
    Band
    abgeschottetes Backup-System
    zeitweise getrenntes Speichermedium

Merksatz:

    Offline-Backup ist nicht dauerhaft erreichbar und dadurch besser geschützt.

---

**Immutable Backup**

Immutable bedeutet:

    unveränderlich

Ein Immutable Backup kann für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden.

Schützt gegen:

    Ransomware
    versehentliche Löschung
    kompromittierte Adminzugänge
    Manipulation von Sicherungen

Merksatz:

    Immutable Backup schützt die Wiederherstellungsmöglichkeit.

---

**3-2-1-Regel**

Die 3-2-1-Regel lautet:

    3 Kopien der Daten

    2 unterschiedliche Speicherarten

    1 Kopie extern oder getrennt

Beispiel:

    Produktivdaten

    Backup auf NAS

    zusätzliches Backup in Cloud oder auf Offline-Medium

Merksatz:

    3-2-1 reduziert das Risiko,
    dass alle Kopien gleichzeitig verloren gehen.

---

**3-2-1-1-0-Regel**

Eine erweiterte Variante ist:

    3 Kopien

    2 unterschiedliche Medien

    1 Kopie extern

    1 Kopie offline oder immutable

    0 Fehler bei Restore-Tests

Merksatz:

    Die 0 steht für fehlerfrei getestete Wiederherstellung.

---

**Vollbackup**

Ein Vollbackup sichert alle ausgewählten Daten vollständig.

Vorteile:

    einfache Wiederherstellung
    vollständige Sicherung
    weniger Abhängigkeit von anderen Sicherungen

Nachteile:

    benötigt viel Speicherplatz
    dauert länger
    erzeugt mehr Last

Merksatz:

    Vollbackup sichert alles,
    braucht aber mehr Zeit und Speicher.

---

**Inkrementelles Backup**

Ein inkrementelles Backup sichert nur Änderungen seit dem letzten Backup.

Das letzte Backup kann sein:

    Vollbackup

    oder

    anderes inkrementelles Backup

Vorteile:

    schnell
    spart Speicherplatz

Nachteile:

    Wiederherstellung benötigt mehrere Sicherungen
    Kette darf nicht beschädigt sein

Merksatz:

    Inkrementell sichert Änderungen seit dem letzten Backup.

---

**Differenzielles Backup**

Ein differenzielles Backup sichert Änderungen seit dem letzten Vollbackup.

Vorteile:

    Wiederherstellung einfacher als bei langer inkrementeller Kette
    weniger Speicher als tägliches Vollbackup

Nachteile:

    wächst bis zum nächsten Vollbackup

Merksatz:

    Differenziell sichert Änderungen seit dem letzten Vollbackup.

---

**Vollbackup, inkrementell und differenziell vergleichen**

| Backup-Art | Sichert | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Vollbackup | alles | einfache Wiederherstellung | viel Speicher und Zeit |
| inkrementell | Änderungen seit letztem Backup | schnell und platzsparend | Restore braucht Backup-Kette |
| differenziell | Änderungen seit letztem Vollbackup | Restore einfacher als inkrementell | wächst mit der Zeit |

Merksatz:

    Vollbackup ist vollständig.
    Inkrementell bezieht sich auf letztes Backup.
    Differenziell bezieht sich auf letztes Vollbackup.

---

**Snapshot**

Ein Snapshot ist eine Momentaufnahme eines Systems,
Datenträgers,
Dateisystems
oder einer VM.

Snapshots sind nützlich vor:

    Updates
    Konfigurationsänderungen
    Tests
    Softwareinstallationen
    Migrationen

Wichtig:

    Snapshot ist nicht automatisch ein vollständiges Backup.

Merksatz:

    Snapshot hilft bei schneller Rückkehr,
    ersetzt aber kein Backup-Konzept.

---

**Warum Snapshot kein vollständiges Backup ist**

Snapshots liegen oft auf demselben System oder Speicher.

Risiken:

    Speicher defekt
    Ransomware erreicht Snapshot
    Snapshot-Kette beschädigt
    Speicherplatz läuft voll
    Snapshot wird versehentlich gelöscht
    Standortausfall betrifft Snapshot ebenfalls

Merksatz:

    Snapshot ist praktisch,
    aber kein Ersatz für getrennte Sicherung.

---

**Image-Backup**

Ein Image-Backup sichert ein komplettes Systemabbild.

Typische Inhalte:

    Betriebssystem
    Anwendungen
    Konfiguration
    Dateien
    Bootinformationen

Vorteil:

    gesamtes System kann wiederhergestellt werden

Merksatz:

    Image-Backup sichert ein komplettes Systemabbild.

---

**Dateibasiertes Backup**

Ein dateibasiertes Backup sichert ausgewählte Dateien und Ordner.

Geeignet für:

    Benutzerdateien
    Projektdaten
    Dokumente
    Konfigurationsdateien
    Exportdateien

Merksatz:

    Dateibasiertes Backup sichert ausgewählte Dateien und Ordner.

---

**Datenbank-Backup**

Datenbanken brauchen besondere Sicherungsverfahren.

Wichtig:

    Konsistenz
    Transaktionen
    Schreibzugriffe
    Zeitpunkt der Sicherung
    Wiederherstellungstest
    Point-in-Time-Recovery je nach System

Merksatz:

    Datenbankdateien nicht blind kopieren,
    sondern datenbankgerechte Backups nutzen.

---

**Konsistentes Backup**

Ein konsistentes Backup stellt sicher,
dass Daten in einem gültigen Zustand gesichert werden.

Beispiel:

    Eine Datenbank darf nicht mitten in einer Transaktion unsauber kopiert werden.

Mittel:

    Datenbankdump
    Anwendungsstopp
    Snapshot mit Anwendungskonsistenz
    Backup-Agent
    Transaktionslogs

Merksatz:

    Konsistenz ist bei Datenbanken und Anwendungen besonders wichtig.

---

**Point-in-Time-Recovery**

Point-in-Time-Recovery bedeutet:

    Wiederherstellung auf einen bestimmten Zeitpunkt.

Beispiel:

    Datenbank wird auf den Zustand von 10:15 Uhr zurückgesetzt.

Nützlich bei:

    versehentlichem Löschen
    Datenbankfehler
    fehlerhafter Import
    beschädigten Daten

Merksatz:

    Point-in-Time-Recovery stellt gezielt einen früheren Zeitpunkt wieder her.

---

**RPO**

RPO steht für:

    Recovery Point Objective

Frage:

    Wie viel Datenverlust ist maximal akzeptabel?

Beispiel:

    RPO 1 Stunde bedeutet:
    Es dürfen höchstens Daten von einer Stunde verloren gehen.

Merksatz:

    RPO beschreibt maximal akzeptablen Datenverlust.

---

**RTO**

RTO steht für:

    Recovery Time Objective

Frage:

    Wie lange darf die Wiederherstellung dauern?

Beispiel:

    RTO 4 Stunden bedeutet:
    Der Dienst soll spätestens nach 4 Stunden wieder laufen.

Merksatz:

    RTO beschreibt maximal akzeptable Wiederherstellungszeit.

---

**RPO und RTO unterscheiden**

| Begriff | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| RPO | Wie viel Datenverlust ist erlaubt? | maximal 1 Stunde |
| RTO | Wie lange darf Wiederherstellung dauern? | maximal 4 Stunden |

Merksatz:

    RPO = Datenverlust.
    RTO = Zeit bis Wiederherstellung.

---

**Backup-Frequenz**

Die Backup-Frequenz beschreibt,
wie oft gesichert wird.

Sie hängt ab von:

    Änderungsrate der Daten
    Schutzbedarf
    RPO
    Speicherplatz
    Systemlast
    Wiederherstellungsanforderung
    Kosten

Merksatz:

    Je kleiner das erlaubte RPO,
    desto häufiger muss gesichert werden.

---

**Aufbewahrungszeit**

Die Aufbewahrungszeit beschreibt,
wie lange Backups behalten werden.

Zu beachten:

    gesetzliche Vorgaben
    interne Regeln
    Speicherplatz
    Datenschutz
    Wiederherstellungsbedarf
    Schutz vor später entdeckten Fehlern

Merksatz:

    Backups müssen lange genug,
    aber nicht unbegrenzt ohne Grund aufbewahrt werden.

---

**Retention**

Retention bedeutet:

    Aufbewahrungsregel für Backups.

Beispiele:

    tägliche Backups 14 Tage behalten

    wöchentliche Backups 8 Wochen behalten

    monatliche Backups 12 Monate behalten

Merksatz:

    Retention regelt,
    wann alte Backups gelöscht werden.

---

**Großvater-Vater-Sohn-Prinzip**

Das Großvater-Vater-Sohn-Prinzip ist ein Rotationsschema.

Typisch:

    Sohn:
    tägliche Sicherung

    Vater:
    wöchentliche Sicherung

    Großvater:
    monatliche Sicherung

Merksatz:

    Großvater-Vater-Sohn kombiniert tägliche,
    wöchentliche
    und monatliche Backups.

---

**Backup-Verschlüsselung**

Backups sollten verschlüsselt werden,
besonders wenn sie sensible Daten enthalten
oder extern gespeichert werden.

Wichtig:

    Schlüssel sicher aufbewahren
    Zugriff begrenzen
    Wiederherstellung mit Schlüssel testen
    Schlüsselverlust vermeiden

Merksatz:

    Verschlüsseltes Backup ist nur nutzbar,
    wenn der Schlüssel verfügbar ist.

---

**Backup-Zugriffsrechte**

Backups enthalten oft besonders viele Daten.

Deshalb müssen Zugriffe streng begrenzt werden.

Zu vermeiden:

    Jeder kann Backups lesen.
    normales Benutzerkonto kann Backups löschen.
    Backup-Admin nutzt Alltagskonto.
    Ransomware kann Backup-Speicher erreichen.
    Dienstkonto hat zu viele Rechte.

Merksatz:

    Backups brauchen stärkeren Schutz als viele Produktivdaten.

---

**Backup und Ransomware**

Ransomware versucht häufig,
Backups zu löschen oder zu verschlüsseln.

Schutzmaßnahmen:

    Immutable Backup
    Offline-Backup
    getrennte Zugangsdaten
    getrenntes Backupnetz
    keine normalen Schreibrechte
    MFA für Backup-Konsole
    Backup-Logs überwachen
    Restore regelmäßig testen

Merksatz:

    Backups müssen vor dem Angreifer geschützt werden,
    nicht nur vor Datenverlust.

---

**Backup-Netz**

Ein Backup-Netz ist ein getrenntes Netzwerk für Backup-Verkehr oder Backup-Systeme.

Vorteile:

    weniger Angriffsfläche
    weniger Störung des Produktivnetzes
    bessere Kontrolle
    Schutz vor lateraler Bewegung
    gezieltere Firewall-Regeln

Merksatz:

    Backup-Systeme sollten nicht frei aus jedem Netz erreichbar sein.

---

**Backup-Monitoring**

Backup-Monitoring prüft,
ob Sicherungen erfolgreich laufen.

Zu überwachen:

    letzter erfolgreicher Lauf
    Fehlermeldungen
    Datenmenge
    Laufzeit
    Speicherziel
    Kapazität
    Verschlüsselung
    Aufbewahrung
    Restore-Tests

Merksatz:

    Ein fehlgeschlagenes Backup muss auffallen,
    bevor ein Restore gebraucht wird.

---

**Backup-Logs**

Backup-Logs zeigen,
was bei einer Sicherung passiert ist.

Zu prüfen:

    Startzeit
    Endzeit
    Erfolg oder Fehler
    gesicherte Datenmenge
    übersprungene Dateien
    Warnungen
    Zielsystem
    Speicherplatz
    Berechtigungsfehler

Merksatz:

    Backup-Logs regelmäßig auswerten.

---

**Restore-Reihenfolge**

Bei Wiederherstellung ist die Reihenfolge wichtig.

Beispiele:

    Netzwerk zuerst

    dann

    Verzeichnisdienst

    dann

    Speicher

    dann

    Datenbank

    dann

    Anwendung

    dann

    Benutzerzugriff

Merksatz:

    Systeme hängen voneinander ab;
    Restore braucht Reihenfolge.

---

**Abhängigkeiten beim Restore**

Vor einem Restore prüfen:

    Welche Systeme hängen voneinander ab?
    Welche Datenbanken werden benötigt?
    Welche Zugangsdaten werden gebraucht?
    Welche Zertifikate werden gebraucht?
    Welche DNS-Namen müssen stimmen?
    Welche Firewall-Regeln sind nötig?
    Welche Speicherziele sind erreichbar?
    Welche Versionen passen zusammen?

Merksatz:

    Restore scheitert oft an vergessenen Abhängigkeiten.

---

**Notfallhandbuch**

Ein Notfallhandbuch beschreibt,
was bei schweren Störungen oder Sicherheitsvorfällen zu tun ist.

Inhalte:

    Ansprechpartner
    Prioritäten
    Systeme
    Wiederherstellungsreihenfolge
    Zugangsdatenablage
    Kommunikationswege
    Eskalationswege
    Backup-Orte
    Restore-Anleitungen
    externe Dienstleister
    Entscheidungsbefugnisse

Merksatz:

    Im Notfall darf nicht erst gesucht werden,
    wer was weiß.

---

**Notfallkontaktliste**

Eine Notfallkontaktliste enthält wichtige Kontakte.

Beispiele:

    interne IT
    Geschäftsleitung
    Datenschutzbeauftragte
    Sicherheitsverantwortliche
    Internetprovider
    Cloud-Anbieter
    Hardware-Support
    Softwaredienstleister
    Versicherer
    Behörden je nach Vorfall

Merksatz:

    Notfallkontakte müssen aktuell und erreichbar sein.

---

**Priorisierung im Notfall**

Nicht jedes System ist gleich wichtig.

Zu priorisieren nach:

    Geschäftsprozesse
    kritische Dienste
    Benutzeranzahl
    Datenklassifizierung
    Abhängigkeiten
    RTO
    RPO
    Sicherheitslage
    rechtliche Anforderungen

Merksatz:

    Im Notfall zuerst die wichtigsten Dienste wiederherstellen.

---

**Business Continuity**

Business Continuity bedeutet:

    Geschäftsprozesse sollen trotz Störung weiterlaufen oder schnell wieder anlaufen.

Dazu gehören:

    Notfallplanung
    Ersatzprozesse
    Backup
    Wiederanlauf
    Kommunikation
    Verantwortlichkeiten
    Tests

Merksatz:

    Business Continuity betrachtet nicht nur IT,
    sondern den Betrieb insgesamt.

---

**Disaster Recovery**

Disaster Recovery beschreibt die Wiederherstellung von IT nach schweren Störungen.

Beispiele:

    Rechenzentrumsausfall
    Brand
    Ransomware
    massiver Hardwaredefekt
    Cloud-Ausfall
    Datenverlust

Merksatz:

    Disaster Recovery ist IT-Wiederherstellung nach schwerem Vorfall.

---

**Failover**

Failover bedeutet:

    Ein Dienst wird bei Ausfall automatisch oder manuell auf ein Ersatzsystem umgeschaltet.

Beispiele:

    zweiter Server übernimmt
    zweite Firewall übernimmt
    anderer Standort übernimmt
    Datenbank-Replikat wird aktiv

Merksatz:

    Failover reduziert Ausfallzeit,
    ersetzt aber kein Backup.

---

**Redundanz**

Redundanz bedeutet:

    wichtige Komponenten sind mehrfach vorhanden.

Beispiele:

    zwei Netzteile
    zwei Firewalls
    mehrere Server
    mehrere Internetleitungen
    RAID
    Cluster
    mehrere Standorte

Merksatz:

    Redundanz erhöht Verfügbarkeit,
    ersetzt aber kein Backup.

---

**Replikation**

Replikation bedeutet:

    Daten werden auf ein anderes System kopiert,
    oft nahezu in Echtzeit.

Vorteile:

    schnelle Umschaltung
    höhere Verfügbarkeit

Risiko:

    Fehler,
    Löschung
    oder Verschlüsselung können mitrepliziert werden.

Merksatz:

    Replikation ist kein Backup.

---

**Backup, Redundanz und Replikation unterscheiden**

| Begriff | Ziel | Grenze |
|---|---|---|
| Backup | Wiederherstellung alter Zustände | Restore dauert |
| Redundanz | Ausfall vermeiden oder abfedern | schützt nicht vor Datenfehlern |
| Replikation | Daten auf zweitem System aktuell halten | Fehler werden oft mitkopiert |

Merksatz:

    Backup schützt Wiederherstellung.
    Redundanz schützt Verfügbarkeit.
    Replikation hält Daten aktuell.

---

**Notfallübung**

Eine Notfallübung testet,
ob Notfallpläne funktionieren.

Zu prüfen:

    Erreichen wir Kontakte?
    Finden wir Dokumentation?
    Funktionieren Zugänge?
    Können wir Backups wiederherstellen?
    Stimmen RTO und RPO?
    Funktioniert Kommunikation?
    Wer entscheidet was?
    Wo fehlen Informationen?

Merksatz:

    Notfallpläne müssen geübt werden.

---

**Kommunikation im Notfall**

Im Notfall muss klar sein:

    Wer informiert wen?
    Wer entscheidet?
    Welche Kanäle werden genutzt?
    Was wird Benutzern gesagt?
    Was wird Kunden gesagt?
    Was wird dokumentiert?
    Wer spricht mit Dienstleistern?
    Wer spricht mit Behörden,
    falls nötig?

Merksatz:

    Schlechte Kommunikation verschlimmert technische Notfälle.

---

**Dokumentation beim Restore**

Beim Restore dokumentieren:

    Grund der Wiederherstellung
    Zeitpunkt
    betroffene Systeme
    verwendetes Backup
    Restore-Schritte
    Probleme
    Dauer
    Ergebnis
    Datenverlust
    beteiligte Personen
    Nacharbeiten

Merksatz:

    Restore-Dokumentation hilft bei Nachvollziehbarkeit und Verbesserung.

---

**Nacharbeiten nach Restore**

Nach einem Restore prüfen:

    Funktioniert der Dienst?
    Sind Daten vollständig?
    Stimmen Benutzerrechte?
    Sind Logs aktiv?
    Funktionieren Backups wieder?
    Ist Monitoring aktiv?
    Sind Zertifikate gültig?
    Sind Schnittstellen erreichbar?
    Gibt es Sicherheitslücken?
    Muss Ursache behoben werden?

Merksatz:

    Nach Restore ist die Arbeit nicht automatisch beendet.

---

**Typische Fehler bei Backup und Restore**

Häufige Fehler:

    Backups nie getestet
    Backupziel voll
    Backup läuft mit Fehlern
    Backups nicht verschlüsselt
    Schlüssel nicht auffindbar
    Backups im selben Netz wie Ransomware
    keine Offline- oder Immutable-Kopie
    nur Synchronisation statt Backup
    Datenbank unsauber gesichert
    Restore-Reihenfolge unbekannt
    Dokumentation veraltet
    alte Systeme nicht mehr kompatibel

Merksatz:

    Der häufigste Backup-Fehler ist:
    Man merkt das Problem erst beim Restore.

---

**Checkliste: Backup-Konzept prüfen**

    Welche Daten sind kritisch?
    Welche Systeme sind kritisch?
    RPO festlegen.
    RTO festlegen.
    Backup-Art wählen.
    Backup-Frequenz festlegen.
    Aufbewahrung festlegen.
    Backup-Ziel festlegen.
    Verschlüsselung prüfen.
    Zugriffsschutz prüfen.
    Offline- oder Immutable-Kopie planen.
    Backup-Logs überwachen.
    Restore regelmäßig testen.
    Notfallhandbuch erstellen.
    Verantwortlichkeiten festlegen.
    Dokumentation aktuell halten.

Merksatz:

    Backup-Konzept muss geplant,
    geschützt,
    überwacht
    und getestet werden.

---

**Checkliste: Restore durchführen**

    Vorfall bewerten.
    Ursache eingrenzen.
    Passendes Backup auswählen.
    Integrität des Backups prüfen.
    Abhängigkeiten prüfen.
    Zielsystem vorbereiten.
    Restore durchführen.
    Funktion testen.
    Rechte prüfen.
    Logs prüfen.
    Monitoring prüfen.
    Backupbetrieb wieder aktivieren.
    Benutzer informieren.
    Ergebnis dokumentieren.
    Ursache dauerhaft beheben.

Merksatz:

    Restore ist ein kontrollierter Prozess,
    nicht nur Zurückkopieren von Dateien.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist ein Backup?
    - Was ist ein Restore?
    - Warum ist ein Restore-Test wichtig?
    - Was bedeutet die 3-2-1-Regel?
    - Was ist ein Vollbackup?
    - Was ist ein inkrementelles Backup?
    - Was ist ein differenzielles Backup?
    - Was ist ein Snapshot?
    - Warum ersetzt ein Snapshot kein Backup?
    - Was ist ein Image-Backup?
    - Warum brauchen Datenbanken besondere Backups?
    - Was bedeutet RPO?
    - Was bedeutet RTO?
    - Was ist Retention?
    - Was ist das Großvater-Vater-Sohn-Prinzip?
    - Warum sollten Backups verschlüsselt werden?
    - Was ist ein Immutable Backup?
    - Warum ist Replikation kein Backup?
    - Was ist Disaster Recovery?
    - Was ist Business Continuity?
    - Was ist ein Notfallhandbuch?

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**Typische Prüfungsfallen**

    Backup und Restore unterscheiden.

    Backup verhindert keinen Angriff.

    Backup ermöglicht Wiederherstellung.

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

    Synchronisation ist kein Backup.

    Replikation ist kein Backup.

    Redundanz ist kein Backup.

    Snapshot ist nicht automatisch Backup.

    Vollbackup sichert alles.

    Inkrementell sichert seit letztem Backup.

    Differenziell sichert seit letztem Vollbackup.

    RPO ist Datenverlust.

    RTO ist Wiederherstellungszeit.

    Backups müssen geschützt werden.

    Backups können Ziel von Ransomware sein.

    Verschlüsselung braucht Schlüsselverwaltung.

    Datenbank-Backups müssen konsistent sein.

    Restore braucht Reihenfolge.

    Notfallhandbuch aktuell halten.

    Notfallpläne müssen getestet werden.

    Nach Restore Funktion und Sicherheit prüfen.

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**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Backup | Sicherung von Daten oder Systemen |
| Restore | Wiederherstellung aus Sicherung |
| Restore-Test | Prüfung der Wiederherstellung |
| lokales Backup | Sicherung in gleicher Umgebung |
| externes Backup | Sicherung an getrenntem Ort |
| Offline-Backup | nicht dauerhaft verbundenes Backup |
| Immutable Backup | unveränderliches Backup |
| 3-2-1-Regel | drei Kopien, zwei Medien, eine externe Kopie |
| Vollbackup | vollständige Sicherung |
| inkrementelles Backup | Änderungen seit letztem Backup |
| differenzielles Backup | Änderungen seit letztem Vollbackup |
| Snapshot | Momentaufnahme |
| Image-Backup | vollständiges Systemabbild |
| dateibasiertes Backup | Sicherung ausgewählter Dateien |
| Datenbank-Backup | konsistente Sicherung einer Datenbank |
| Point-in-Time-Recovery | Wiederherstellung zu bestimmtem Zeitpunkt |
| RPO | maximal akzeptabler Datenverlust |
| RTO | maximal akzeptable Wiederherstellungszeit |
| Backup-Frequenz | Häufigkeit der Sicherung |
| Retention | Aufbewahrungsregel |
| Großvater-Vater-Sohn | Backup-Rotationsschema |
| Backup-Verschlüsselung | Schutz gesicherter Daten |
| Backup-Netz | getrenntes Netz für Backup |
| Backup-Monitoring | Überwachung von Sicherungen |
| Notfallhandbuch | Anleitung für schwere Störungen |
| Business Continuity | Aufrechterhaltung von Geschäftsprozessen |
| Disaster Recovery | IT-Wiederherstellung nach schwerem Vorfall |
| Failover | Umschaltung auf Ersatzsystem |
| Redundanz | mehrfach vorhandene Komponenten |
| Replikation | Kopie aktueller Daten auf anderes System |
| Notfallübung | Test des Notfallplans |

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**IHK-sichere Kurzformulierung**

Ein Backup ist eine Sicherung von Daten, Systemen oder Konfigurationen, während Restore die Wiederherstellung aus dieser Sicherung bezeichnet. Backups schützen nicht direkt vor Angriffen oder Ausfällen, ermöglichen aber die Wiederherstellung nach Datenverlust, Ransomware, Fehlkonfiguration oder Hardwaredefekt. Wichtige Konzepte sind Vollbackup, inkrementelles Backup, differenzielles Backup, Snapshot, Image-Backup, RPO, RTO, Retention, 3-2-1-Regel, Offline-Backup und Immutable Backup. Backups müssen geschützt, verschlüsselt, überwacht und regelmäßig durch Restore-Tests geprüft werden. Replikation, Redundanz und Synchronisation ersetzen kein Backup. Ein gutes Notfallkonzept umfasst Wiederherstellungsreihenfolge, Verantwortlichkeiten, Notfallhandbuch, Kommunikation und regelmäßige Übungen.

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**Merksätze**

    Backup = Sicherung.

    Restore = Wiederherstellung.

    Backup ohne Restore-Test ist unsicher.

    Backup schützt nicht vor jedem Vorfall,
    aber ermöglicht Wiederherstellung.

    Synchronisation ist kein Backup.

    Replikation ist kein Backup.

    Redundanz ist kein Backup.

    Snapshot ist nicht automatisch Backup.

    Lokales Backup ist schnell,
    aber nicht genug gegen Standortausfall.

    Externes Backup schützt gegen Standortschaden.

    Offline-Backup schützt gegen dauerhaften Zugriff durch Angreifer.

    Immutable Backup schützt vor Veränderung und Löschung.

    3-2-1 reduziert Gesamtrisiko.

    Vollbackup sichert alles.

    Inkrementell sichert Änderungen seit letztem Backup.

    Differenziell sichert Änderungen seit letztem Vollbackup.

    Datenbank-Backups müssen konsistent sein.

    Point-in-Time-Recovery stellt einen Zeitpunkt wieder her.

    RPO = erlaubter Datenverlust.

    RTO = erlaubte Wiederherstellungszeit.

    Backup-Frequenz hängt vom RPO ab.

    Retention regelt Aufbewahrung.

    Verschlüsseltes Backup braucht verfügbaren Schlüssel.

    Backups brauchen strenge Zugriffsrechte.

    Ransomware greift oft Backups an.

    Backup-Monitoring ist Pflicht.

    Backup-Logs regelmäßig prüfen.

    Restore braucht Reihenfolge.

    Abhängigkeiten vor Restore prüfen.

    Notfallhandbuch aktuell halten.

    Business Continuity betrachtet Geschäftsprozesse.

    Disaster Recovery betrachtet IT-Wiederherstellung.

    Failover reduziert Ausfallzeit.

    Notfallpläne üben.

    Kommunikation im Notfall vorbereiten.

    Restore dokumentieren.

    Nach Restore Funktion,
    Sicherheit
    und Backupbetrieb prüfen.