19.1 Notizen, Cheatsheets und Spickzettel Dieses Kapitel enthält kompakte Spickzettel für die schnelle Wiederholung. Es ist kein neues großes Theoriekapitel, sondern eine Sammlung wichtiger Übersichten. Ziel ist: - kurz vor der Prüfung schnell wiederholen - Begriffe sicher unterscheiden - Standardwerte griffbereit haben - typische Fehlerbilder schneller erkennen - Rechenwege kompakt nachschlagen - prüfungssichere Kurzantworten vorbereiten Merksatz: Spickzettel ersetzen kein Verständnis, helfen aber beim schnellen Wiederholen. Wofür dieses Kapitel gedacht ist Dieses Kapitel eignet sich besonders für: letzte Wiederholung vor Klassenarbeit oder Prüfung schnelles Nachschlagen Vergleich ähnlicher Begriffe Wiederholung von Ports Subnetting-Übersicht OSI-Zuordnung Fehlerdiagnose Sicherheitsbegriffe Backup-Begriffe Cloud-Modelle Admin-Befehle Merksatz: Dieses Kapitel ist für kompakte Wiederholung, nicht für lange Erklärungen. Aufbau der Spickzettel Die Spickzettel sollten möglichst kurz und übersichtlich bleiben. Sinnvolle Seiten in diesem Kapitel: 19.1 Notizen, Cheatsheets und Spickzettel 19.2 OSI- und TCP/IP-Spickzettel 19.3 Standardports-Spickzettel 19.4 Subnetting-Spickzettel 19.5 DNS, DHCP, Gateway und NAT Spickzettel 19.6 TCP, UDP, ICMP und ARP Spickzettel 19.7 VLAN, Switching, Routing und Firewall Spickzettel 19.8 Sicherheitsbegriffe und Angriffe Spickzettel 19.9 Backup, Restore, RPO und RTO Spickzettel 19.10 Admin-Befehle und Fehlersuche Spickzettel 19.11 Prüfungs-Signalwörter und Musterformulierungen Merksatz: Kapitel 19 ist die Kurzfassung der wichtigsten Prüfungsthemen. Was ein guter Spickzettel leisten soll Ein guter Spickzettel ist: kurz eindeutig fachlich korrekt schnell überfliegbar tabellarisch prüfungsnah ohne unnötige Theorie mit klaren Merksätzen Er sollte nicht: lange Texte wiederholen ganze Kapitel ersetzen unklare Abkürzungen enthalten Begriffe vermischen zu viele Randthemen enthalten Merksatz: Spickzettel müssen schnell lesbar sein. Die wichtigsten Grundregeln für die Prüfung Aufgabe genau lesen. Operator beachten. Signalwörter erkennen. Gefragte Anzahl beachten. Fachbegriffe sauber verwenden. Ergebnis mit Einheit angeben. Bei Fehlern systematisch prüfen. Bei Sicherheit Risiko und Maßnahme verbinden. Bei Vergleichen Unterschiede klar darstellen. Bei Berechnungen Plausibilität prüfen. Merksatz: Viele Punkte gehen nicht durch fehlendes Wissen verloren, sondern durch ungenaue Antworten. Mini-Spickzettel: OSI-Schichten Schicht Name Typische Begriffe 7 Anwendung HTTP, DNS, DHCP, SMTP, SMB 6 Darstellung TLS, Verschlüsselung, Codierung 5 Sitzung Session, Sitzung, Wiederaufnahme 4 Transport TCP, UDP, Ports 3 Vermittlung IP, Routing, ICMP 2 Sicherung MAC, Ethernet, Switch, VLAN, ARP 1 Bitübertragung Kabel, Signal, Stecker, Funk Merksatz: OSI hilft bei der Fehlersuche von unten nach oben. Mini-Spickzettel: TCP/IP-Modell TCP/IP-Schicht OSI-Zuordnung Beispiele Anwendung OSI 5 bis 7 HTTP, DNS, DHCP, SMTP Transport OSI 4 TCP, UDP Internet OSI 3 IP, ICMP, Routing Netzzugang OSI 1 bis 2 Ethernet, WLAN, MAC Merksatz: TCP/IP ist praxisnah, OSI ist genauer aufgeteilt. Mini-Spickzettel: MAC, IP und Port Begriff Schicht Aufgabe MAC-Adresse 2 lokale Zustellung im LAN IP-Adresse 3 logische Adressierung über Netze Port 4 Zuordnung zu Dienst oder Anwendung Merksatz: MAC findet lokal. IP findet das Zielnetz. Port findet den Dienst. Mini-Spickzettel: wichtige Ports Dienst Port FTP TCP 21 SSH TCP 22 Telnet TCP 23 SMTP TCP 25 DNS UDP/TCP 53 DHCP Server UDP 67 DHCP Client UDP 68 HTTP TCP 80 POP3 TCP 110 IMAP TCP 143 HTTPS TCP 443 SMB TCP 445 SMTPS TCP 465 IMAPS TCP 993 POP3S TCP 995 RDP TCP 3389 Merksatz: Ports immer mit Dienst, Protokoll und Zweck lernen. Mini-Spickzettel: Subnetting Wichtige Regeln: IPv4 hat 32 Bit. Hostbits = 32 minus Präfix. nutzbare Hosts = 2 hoch Hostbits minus 2. Netzadresse = erste Adresse im Subnetz. Broadcastadresse = letzte Adresse im Subnetz. erste nutzbare Adresse = Netzadresse + 1. letzte nutzbare Adresse = Broadcastadresse - 1. Merksatz: Präfix größer bedeutet: kleineres Netz. Präfix kleiner bedeutet: größeres Netz. Mini-Spickzettel: häufige Präfixe Präfix Maske Adressen nutzbare Hosts /24 255.255.255.0 256 254 /25 255.255.255.128 128 126 /26 255.255.255.192 64 62 /27 255.255.255.224 32 30 /28 255.255.255.240 16 14 /29 255.255.255.248 8 6 /30 255.255.255.252 4 2 Merksatz: Jeder Präfixschritt nach rechts halbiert die Adressanzahl. Mini-Spickzettel: private IPv4-Bereiche Bereich CIDR 10.0.0.0 bis 10.255.255.255 10.0.0.0/8 172.16.0.0 bis 172.31.255.255 172.16.0.0/12 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 192.168.0.0/16 Merksatz: Private IPv4-Adressen werden im Internet nicht direkt geroutet. Mini-Spickzettel: DNS und DHCP Begriff Aufgabe Typisches Fehlerbild DNS Namen in IP-Adressen auflösen IP geht, Name nicht DHCP IP-Konfiguration automatisch verteilen 169.254.x.x oder falsche IP Gateway Weg in andere Netze lokal geht, Internet nicht Merksatz: DNS gibt Namen eine Adresse. DHCP gibt Clients eine Konfiguration. Gateway führt in andere Netze. Mini-Spickzettel: TCP und UDP Merkmal TCP UDP Verbindung verbindungsorientiert verbindungslos Zuverlässigkeit hoch keine eingebaute Garantie Reihenfolge wird gesichert nicht garantiert Overhead höher geringer Beispiele HTTPS, SSH, SMTP DNS, DHCP, VoIP Merksatz: TCP = zuverlässig. UDP = schnell und schlank. Mini-Spickzettel: NAT, PAT und Portweiterleitung Begriff Bedeutung NAT übersetzt IP-Adressen PAT übersetzt zusätzlich Ports Portweiterleitung leitet externen Port an internen Dienst weiter Merksatz: NAT übersetzt Adressen. PAT unterscheidet über Ports. Portweiterleitung veröffentlicht Dienste. Mini-Spickzettel: Firewall und DMZ Begriff Bedeutung Firewall filtert Netzwerkverkehr Default Deny standardmäßig blockieren, nur Erlaubtes freigeben Any to Any sehr breite und kritische Regel DMZ getrenntes Netz für öffentlich erreichbare Dienste Merksatz: Firewall-Regeln so eng wie möglich formulieren. Mini-Spickzettel: VPN VPN-Art Bedeutung Remote-Access-VPN einzelner Benutzer verbindet sich mit Netzwerk Site-to-Site-VPN zwei Netzwerke oder Standorte werden verbunden Wichtig: VPN verschlüsselt den Transportweg, ersetzt aber keine Berechtigungen. Merksatz: VPN schützt Verbindung, nicht automatisch Rechte. Mini-Spickzettel: Cloud Modell Bedeutung IaaS virtuelle Infrastruktur PaaS Plattform für Anwendungen SaaS fertige Anwendung Bereitstellung Bedeutung Public Cloud öffentlich angebotene Cloud Private Cloud Cloud für eine Organisation Hybrid Cloud Kombination aus lokal und Cloud Multi Cloud mehrere Cloud-Anbieter Merksatz: IaaS, PaaS und SaaS sind Servicemodelle. Public, Private, Hybrid und Multi Cloud sind Bereitstellungsmodelle. Mini-Spickzettel: Sicherheitsziele Schutzziel Bedeutung Vertraulichkeit Schutz vor unberechtigtem Lesen Integrität Schutz vor unbemerkter Veränderung Verfügbarkeit Nutzbarkeit von Systemen und Daten Authentizität Echtheit einer Identität oder Nachricht Nichtabstreitbarkeit Nachweisbarkeit einer Handlung Merksatz: CIA = Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit. Mini-Spickzettel: Angriffe Angriff Kurzbeschreibung Phishing Täuschung zur Datenpreisgabe Ransomware verschlüsselt oder sperrt Daten DDoS verteilter Angriff auf Verfügbarkeit Man-in-the-Middle Angreifer sitzt zwischen Kommunikationspartnern Spoofing Identität oder Herkunft wird vorgetäuscht SQL Injection SQL-Code wird eingeschleust XSS Skript wird im Browser ausgeführt CSRF gültige Sitzung wird missbraucht Brute Force systematisches Ausprobieren Credential Stuffing geleakte Zugangsdaten werden erneut genutzt Merksatz: Angriff erkennen, Schutzziel zuordnen, Maßnahme nennen. Mini-Spickzettel: Schutzmaßnahmen Risiko Maßnahme gestohlenes Passwort MFA zu viele Rechte Least Privilege Malware EDR, Patchmanagement Ransomware Backup, Segmentierung, Immutable Backup DDoS DDoS-Schutz, CDN, Rate Limiting Datenabfluss DLP, Verschlüsselung, Rechtekonzept Fehlkonfiguration Change Management, Vier-Augen-Prinzip unklare Vorfälle Logging, SIEM, Monitoring Phishing Schulung, MFA, Mailfilter Merksatz: Maßnahme muss zum Risiko passen. Mini-Spickzettel: Authentifizierung und Autorisierung Begriff Frage Beispiel Authentifizierung Wer bist du? Anmeldung mit Passwort und MFA Autorisierung Was darfst du? Zugriff auf Datei erlaubt oder verboten Merksatz: Erst Identität prüfen, dann Rechte prüfen. Mini-Spickzettel: Backup Begriff Bedeutung Backup Sicherung Restore Wiederherstellung Vollbackup sichert alles inkrementell Änderungen seit letztem Backup differenziell Änderungen seit letztem Vollbackup Snapshot Momentaufnahme RPO maximaler Datenverlust RTO maximale Wiederherstellungszeit Immutable Backup unveränderliches Backup Merksatz: Backup ohne Restore-Test ist unsicher. Mini-Spickzettel: Backup, Sync und Replikation Begriff Ziel Wichtig Backup alte Zustände wiederherstellen schützt Wiederherstellung Synchronisation Orte gleich halten Fehler werden oft übernommen Replikation aktuelle Kopie bereitstellen ersetzt kein Backup Redundanz Ausfall abfedern ersetzt kein Backup Merksatz: Sync, Replikation und Redundanz sind kein Backup. Mini-Spickzettel: Logging und Monitoring Begriff Bedeutung Logging Ereignisse aufzeichnen Monitoring Zustände überwachen Alerting bei kritischen Zuständen alarmieren Reporting Verlauf auswerten SIEM Sicherheitslogs sammeln und korrelieren NTP Zeit synchronisieren Merksatz: Logs zeigen Ereignisse. Monitoring zeigt Zustände. Mini-Spickzettel: Admin-Befehle Aufgabe Windows Linux/macOS IP prüfen ipconfig ip addr Routing prüfen route print ip route DNS prüfen nslookup dig Erreichbarkeit prüfen ping ping Weg verfolgen tracert traceroute Verbindungen prüfen netstat ss Webdienst prüfen PowerShell oder Browser curl Dienst prüfen services.msc, PowerShell systemctl Logs prüfen Ereignisanzeige journalctl Merksatz: Befehle liefern Fakten für die Fehlersuche. Mini-Spickzettel: typische Fehlerbilder Fehlerbild Wahrscheinliche Richtung IP geht, Name nicht DNS lokal geht, Internet nicht Gateway, NAT, Firewall 169.254.x.x DHCP Host erreichbar, Dienst nicht Port, Dienst, Firewall Anmeldung scheitert Authentifizierung Anmeldung geht, Zugriff nicht Autorisierung, Rechte Zertifikatswarnung Zertifikat, Hostname, Zeit nur ein VLAN betroffen VLAN, Routing, Firewall nach Update defekt Change, Version, Kompatibilität Backup nicht nutzbar Restore-Test, Konsistenz, Schlüssel Merksatz: Fehlerbild bestimmt die erste sinnvolle Prüfung. Mini-Spickzettel: Antwortstruktur Bei Fehlersuche: Ursache Begründung Prüfung Beispiel: Wahrscheinlich liegt ein DNS-Problem vor, da die IP-Adresse erreichbar ist, der Name aber nicht aufgelöst wird. Der DNS-Server sollte mit nslookup oder dig geprüft werden. Bei Sicherheitsfragen: Risiko Maßnahme Wirkung Beispiel: Das Risiko besteht im Missbrauch gestohlener Zugangsdaten. MFA reduziert dieses Risiko, weil ein Passwort allein nicht mehr ausreicht. Merksatz: Antwort kurz, fachlich und begründet formulieren. Welche Spickzettel danach sinnvoll sind Die nächsten Seiten können einzelne Spickzettel ausführlicher und sauber getrennt darstellen: OSI- und TCP/IP-Spickzettel Standardports-Spickzettel Subnetting-Spickzettel DNS-DHCP-Gateway-Spickzettel Sicherheitsbegriffe-Spickzettel Backup-Spickzettel Admin-Befehle-Spickzettel Prüfungs-Signalwörter-Spickzettel Merksatz: Erst Gesamtübersicht, dann einzelne Spickzettel. IHK-sichere Kurzformulierung Notizen, Cheatsheets und Spickzettel dienen der schnellen Wiederholung wichtiger Prüfungsinhalte. Sie fassen zentrale Begriffe, Standardports, OSI-Schichten, Subnetting-Regeln, Fehlerbilder, Sicherheitsmaßnahmen, Backup-Begriffe und Administrationsbefehle kompakt zusammen. Ein guter Spickzettel ist kurz, eindeutig, fachlich korrekt und schnell lesbar. Er ersetzt nicht das Verständnis der Themen, hilft aber dabei, kurz vor der Prüfung Begriffe sicher zu unterscheiden und typische Aufgaben schneller einzuordnen. Merksätze Spickzettel sind Kurzfassungen. Spickzettel ersetzen kein Verständnis. OSI hilft bei Fehlersuche. TCP/IP ist praxisnah. MAC ist lokal. IP ist logisch. Port ist Dienst. DNS löst Namen auf. DHCP verteilt Konfiguration. Gateway führt in andere Netze. TCP ist zuverlässig. UDP ist schlank. NAT übersetzt Adressen. PAT nutzt Ports. Firewall filtert Verkehr. DMZ trennt öffentliche Dienste. VPN verschlüsselt Verbindung. Cloud bedeutet geteilte Verantwortung. CIA bedeutet Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. MFA schützt gegen Passwortmissbrauch. Least Privilege begrenzt Rechte. Backup braucht Restore-Test. Sync ist kein Backup. Replikation ist kein Backup. Logs zeigen Ereignisse. Monitoring zeigt Zustände. Befehle liefern Fakten. Fehlerbilder geben Hinweise. Antwortstruktur bringt Punkte. Kurz, fachlich, begründet.