# 19.10. Admin-Befehle und Fehlersuche Spickzettel

Dieser Spickzettel fasst wichtige Befehle und Werkzeuge für Netzwerkadministration,
Systemprüfung
und Fehlersuche kompakt zusammen.

Er ist besonders wichtig für:

    - IP-Konfiguration prüfen
    - DNS prüfen
    - Routing prüfen
    - Ports prüfen
    - Dienste prüfen
    - Logs prüfen
    - Erreichbarkeit testen
    - Fehler systematisch eingrenzen

Merksatz:

    Befehle liefern Fakten,
    keine Vermutungen.

---

**Grundidee der Fehlersuche**

Bei Netzwerkproblemen immer systematisch prüfen.

Sinnvolle Reihenfolge:

    1. physische Verbindung

    2. IP-Konfiguration

    3. Gateway

    4. DNS

    5. Routing

    6. Firewall

    7. Port

    8. Dienst

    9. Anwendung

    10. Logs

Merksatz:

    Erst Verbindung,
    dann Adresse,
    dann Dienst,
    dann Anwendung.

---

**Windows- und Linux-Werkzeuge im Überblick**

| Aufgabe | Windows | Linux/macOS |
|---|---|---|
| IP-Konfiguration anzeigen | ipconfig | ip addr |
| detaillierte IP-Konfiguration | ipconfig /all | ip addr, ip link |
| Routing anzeigen | route print | ip route |
| DNS prüfen | nslookup | dig, nslookup |
| Erreichbarkeit prüfen | ping | ping |
| Weg zum Ziel prüfen | tracert | traceroute |
| Verbindungen anzeigen | netstat | ss, netstat |
| Ports prüfen | netstat, PowerShell | ss, netstat |
| Webdienst prüfen | PowerShell, Browser | curl |
| Dienste prüfen | services.msc, sc, PowerShell | systemctl |
| Logs prüfen | Ereignisanzeige | journalctl |
| Prozesse prüfen | Task-Manager, tasklist | ps, top |
| Speicherplatz prüfen | Explorer, PowerShell | df, du |
| Benutzer prüfen | whoami | whoami, id |

Merksatz:

    Gleiche Aufgabe,
    anderes Werkzeug je nach Betriebssystem.

---

**IP-Konfiguration prüfen**

Windows:

    ipconfig

    ipconfig /all

Linux/macOS:

    ip addr

    ip link

Wichtige Angaben:

    IP-Adresse
    Subnetzmaske oder Präfix
    Standardgateway
    DNS-Server
    MAC-Adresse
    DHCP aktiviert ja oder nein
    Lease-Informationen
    Interface-Status

Merksatz:

    IP,
    Maske,
    Gateway
    und DNS immer zusammen prüfen.

---

**ipconfig**

ipconfig zeigt unter Windows die IP-Konfiguration.

Wichtige Ausgaben:

    IPv4-Adresse
    Subnetzmaske
    Standardgateway

Mit:

    ipconfig /all

sieht man zusätzlich:

    DNS-Server
    DHCP-Status
    MAC-Adresse
    Lease-Zeiten
    Adapterdetails

Merksatz:

    ipconfig /all zeigt die wichtigen Details.

---

**ip addr**

ip addr zeigt unter Linux die IP-Adressen der Netzwerkschnittstellen.

Wichtige Punkte:

    Interface-Name
    IPv4-Adresse
    IPv6-Adresse
    Präfix
    Status
    MAC-Adresse

Beispiele für Interface-Namen:

    eth0
    ens18
    enp0s3
    wlan0

Merksatz:

    ip addr ist unter Linux der Standard für IP-Adressen.

---

**ip link**

ip link zeigt den Zustand von Netzwerkschnittstellen.

Wichtige Angaben:

    Interface aktiv oder inaktiv
    MAC-Adresse
    MTU
    Link-Status

Typische Begriffe:

    UP

    DOWN

Merksatz:

    ip link hilft,
    den Interface-Status zu prüfen.

---

**Gateway prüfen**

Windows:

    ipconfig

    route print

Linux/macOS:

    ip route

Wichtig:

    Gateway muss im lokalen Subnetz erreichbar sein.

Typisches Fehlerbild:

    lokale Geräte erreichbar,
    Internet nicht erreichbar

Merksatz:

    Lokal ja,
    extern nein:
    Gateway prüfen.

---

**Routing prüfen**

Windows:

    route print

Linux/macOS:

    ip route

Wichtige Angaben:

    Zielnetz
    Gateway oder Next Hop
    Interface
    Metrik
    Standardroute

Standardroute IPv4:

    0.0.0.0/0

oder unter Linux oft:

    default

Merksatz:

    Routing-Tabelle zeigt,
    wohin Pakete gesendet werden.

---

**route print**

route print zeigt unter Windows die Routing-Tabelle.

Wichtig sind:

    Netzwerkziel
    Netzmaske
    Gateway
    Schnittstelle
    Metrik

Typische Prüfung:

    Gibt es eine Standardroute?

    Ist das Gateway korrekt?

    Gibt es eine spezifische Route zum Zielnetz?

Merksatz:

    route print zeigt den Weg aus Sicht des Windows-Clients.

---

**ip route**

ip route zeigt unter Linux die Routing-Tabelle.

Typische Ausgabe enthält:

    default via 192.168.1.1 dev eth0

Bedeutung:

    Standardroute über Gateway 192.168.1.1 über Interface eth0

Merksatz:

    default ist die Standardroute.

---

**ping**

ping prüft Erreichbarkeit mit ICMP.

Typische Nutzung:

    Ziel-IP testen

    Gateway testen

    DNS-Namen testen

Wichtig:

    ping prüft ICMP,
    nicht automatisch den Dienst.

Beispiel:

    ping funktioniert,
    aber HTTPS kann trotzdem blockiert sein.

Merksatz:

    ping ist ein Erreichbarkeitstest,
    kein vollständiger Diensttest.

---

**ping richtig interpretieren**

| Ergebnis | Mögliche Bedeutung |
|---|---|
| Antwort kommt | Ziel antwortet auf ICMP |
| keine Antwort | Ziel offline, ICMP blockiert, Routingproblem, Firewall |
| hohe Zeit | Latenz, Last, lange Strecke |
| Paketverlust | Funkproblem, Überlastung, Leitungsproblem |
| Name wird nicht gefunden | DNS-Problem |
| IP geht, Name nicht | DNS prüfen |

Merksatz:

    Kein ping heißt nicht automatisch,
    dass das Ziel offline ist.

---

**DNS prüfen**

Windows:

    nslookup

Linux/macOS:

    dig

    nslookup

Prüfen:

    Wird der Name aufgelöst?

    Welche IP wird geliefert?

    Welcher DNS-Server antwortet?

    Ist der Record korrekt?

    Gibt es interne und externe Unterschiede?

Merksatz:

    DNS gezielt mit nslookup oder dig prüfen.

---

**nslookup**

nslookup prüft Namensauflösung.

Nützlich für:

    A-Record prüfen
    AAAA-Record prüfen
    DNS-Server testen
    Fehler bei Namensauflösung erkennen

Typisches Fehlerbild:

    IP-Adresse funktioniert,
    Name funktioniert nicht

Wahrscheinlich:

    DNS-Problem

Merksatz:

    nslookup prüft DNS,
    nicht den eigentlichen Dienst.

---

**dig**

dig zeigt DNS-Abfragen detailliert an.

Nützlich für:

    genaue DNS-Antworten
    Recordtypen
    TTL
    Antwortserver
    Debugging
    Vergleich verschiedener DNS-Server

Typische Recordtypen:

    A
    AAAA
    MX
    CNAME
    TXT
    NS
    PTR

Merksatz:

    dig ist besonders hilfreich für detaillierte DNS-Prüfung.

---

**tracert und traceroute**

Windows:

    tracert

Linux/macOS:

    traceroute

Aufgabe:

    Weg zum Ziel über Router anzeigen

Nützlich für:

    Routingprobleme eingrenzen
    Hops sichtbar machen
    Latenzen grob erkennen
    Unterbrechungen lokalisieren

Merksatz:

    traceroute zeigt den Weg,
    aber nicht jeder Hop muss antworten.

---

**traceroute richtig interpretieren**

| Beobachtung | Mögliche Bedeutung |
|---|---|
| erster Hop fehlt | Gateway oder lokales Netz prüfen |
| Abbruch nach bestimmtem Hop | Firewall, Routing, Provider |
| einzelne Sternchen | Hop antwortet nicht, Weg kann trotzdem funktionieren |
| hohe Latenz ab bestimmtem Hop | Engstelle oder lange Strecke |
| Ziel antwortet nicht | Ziel blockiert oder nicht erreichbar |

Merksatz:

    Sternchen bedeuten nicht automatisch Totalausfall.

---

**netstat**

netstat zeigt Netzwerkverbindungen und lauschende Ports.

Nützlich für:

    offene Ports anzeigen
    bestehende Verbindungen prüfen
    Dienst lauscht ja oder nein
    Quell- und Zielports sehen
    TCP-Status prüfen

Typische Zustände:

    LISTEN

    ESTABLISHED

    TIME_WAIT

    CLOSE_WAIT

Merksatz:

    netstat zeigt,
    welche Verbindungen und Ports aktiv sind.

---

**ss**

ss ist unter Linux ein modernes Werkzeug für Sockets und Ports.

Nützlich für:

    lauschende Ports
    TCP-Verbindungen
    UDP-Sockets
    Prozesszuordnung je nach Berechtigung
    schnelle Portprüfung lokal

Merksatz:

    ss ersetzt auf vielen Linux-Systemen netstat.

---

**TCP-Status kurz erklärt**

| Status | Bedeutung |
|---|---|
| LISTEN | Dienst wartet auf Verbindungen |
| ESTABLISHED | Verbindung besteht |
| SYN_SENT | Verbindungsaufbau gestartet |
| SYN_RECEIVED | SYN empfangen und beantwortet |
| TIME_WAIT | Verbindung beendet, Wartephase |
| CLOSE_WAIT | Gegenseite hat beendet, lokale Anwendung noch nicht |

Merksatz:

    LISTEN bedeutet:
    Dienst lauscht.

---

**Portprüfung**

Bei Dienstproblemen prüfen:

    Läuft der Dienst?

    Lauscht der Dienst auf dem richtigen Port?

    Lauscht er auf der richtigen Schnittstelle?

    Blockiert die lokale Firewall?

    Blockiert eine Netzwerkfirewall?

    Stimmt TCP oder UDP?

    Ist NAT oder Portweiterleitung korrekt?

Merksatz:

    Host erreichbar heißt nicht,
    dass der Port erreichbar ist.

---

**localhost, 127.0.0.1 und 0.0.0.0**

127.0.0.1:

    Loopback-Adresse

    nur lokal auf demselben System erreichbar

localhost:

    Name für lokalen Rechner

0.0.0.0:

    Dienst lauscht auf allen IPv4-Schnittstellen des Hosts

Merksatz:

    127.0.0.1 ist lokal.
    0.0.0.0 bedeutet alle Interfaces.

---

**curl**

curl prüft Webdienste,
APIs
und HTTP-Antworten.

Nützlich für:

    HTTP-Statuscode
    Weiterleitungen
    Header
    TLS-Verbindung
    API-Antwort
    Erreichbarkeit ohne Browser
    Proxy-Fehler
    Backend-Fehler

Merksatz:

    curl prüft Webdienste direkter als ein Browser.

---

**HTTP-Statuscodes**

| Statuscode | Bedeutung |
|---|---|
| 200 | erfolgreich |
| 301 / 302 | Weiterleitung |
| 400 | fehlerhafte Anfrage |
| 401 | nicht authentifiziert |
| 403 | verboten |
| 404 | nicht gefunden |
| 500 | interner Serverfehler |
| 502 | Gateway oder Backend-Fehler |
| 503 | Dienst nicht verfügbar |
| 504 | Gateway Timeout |

Merksatz:

    4xx deutet eher auf Client,
    Anfrage
    oder Rechte.

    5xx deutet eher auf Server,
    Anwendung
    oder Backend.

---

**Dienste prüfen unter Linux**

Wichtige Werkzeuge:

    systemctl

    journalctl

systemctl prüft und verwaltet Dienste.

journalctl zeigt Logs von systemd-Diensten.

Merksatz:

    systemctl zeigt den Dienststatus.
    journalctl zeigt die Logs.

---

**systemctl**

systemctl wird genutzt für:

    Dienststatus prüfen
    Dienst starten
    Dienst stoppen
    Dienst neu starten
    Dienst aktivieren
    Dienst deaktivieren

Typische Prüfung:

    Läuft der Dienst?

    Ist der Dienst beim Booten aktiviert?

    Gibt es Fehler beim Start?

Merksatz:

    systemctl beantwortet:
    Läuft der Dienst?

---

**journalctl**

journalctl zeigt Logs unter systemd.

Nützlich für:

    Dienstfehler
    Startprobleme
    Abstürze
    Berechtigungsfehler
    Konfigurationsfehler
    Zeitliche Eingrenzung

Merksatz:

    journalctl beantwortet:
    Warum hat der Dienst Probleme?

---

**Dienste prüfen unter Windows**

Wichtige Werkzeuge:

    services.msc

    Task-Manager

    Ereignisanzeige

    PowerShell

    sc

Typische Fragen:

    Läuft der Dienst?

    Ist der Starttyp korrekt?

    Gibt es Fehlermeldungen?

    Gibt es Abhängigkeiten?

Merksatz:

    Unter Windows helfen Diensteverwaltung und Ereignisanzeige.

---

**Windows-Ereignisanzeige**

Die Ereignisanzeige zeigt Windows-Logs.

Wichtige Bereiche:

    Anwendung

    Sicherheit

    System

    Setup

Nützlich für:

    Anmeldefehler
    Dienstfehler
    Systemfehler
    Treiberprobleme
    Sicherheitsereignisse

Merksatz:

    Windows-Logs stehen in der Ereignisanzeige.

---

**Prozesse prüfen**

Windows:

    Task-Manager

    tasklist

Linux/macOS:

    ps

    top

    htop

Nützlich für:

    hohe CPU-Last
    hoher RAM-Verbrauch
    hängende Prozesse
    Prozess läuft ja oder nein
    Prozess-ID finden

Merksatz:

    Prozess läuft nicht automatisch gleich Dienst erreichbar.

---

**Speicherplatz prüfen**

Linux/macOS:

    df

    du

Windows:

    Explorer

    Datenträgerverwaltung

    PowerShell

Wichtige Fragen:

    Ist das Dateisystem voll?

    Ist die Logpartition voll?

    Ist genug Speicher für Backup oder Update vorhanden?

    Wächst eine Datei ungewöhnlich stark?

Merksatz:

    Volle Datenträger verursachen viele Dienstprobleme.

---

**df und du**

df zeigt freien Speicher auf Dateisystemen.

du zeigt Speicherverbrauch von Dateien und Ordnern.

Unterschied:

    df:
    Wie voll ist das Dateisystem?

    du:
    Welcher Ordner verbraucht Speicher?

Merksatz:

    df zeigt Gesamtfüllstand.
    du zeigt Verursacher.

---

**Benutzer und Rechte prüfen**

Windows:

    whoami

    whoami /groups

Linux/macOS:

    whoami

    id

    groups

Prüfen:

    Welcher Benutzer bin ich?

    In welchen Gruppen bin ich?

    Habe ich die nötigen Rechte?

    Wird ein anderes Konto verwendet?

Merksatz:

    Anmeldung erfolgreich heißt nicht automatisch Zugriff erlaubt.

---

**Dateirechte prüfen unter Linux**

Wichtige Begriffe:

    Besitzer

    Gruppe

    Rechte

    Lesen

    Schreiben

    Ausführen

Typische Werkzeuge:

    ls -l

    chmod

    chown

Merksatz:

    Linux-Rechte bestehen aus Besitzer,
    Gruppe
    und anderen.

---

**Freigaberechte prüfen**

Bei Dateifreigaben prüfen:

    Freigaberechte

    Dateisystemrechte

    Gruppenmitgliedschaft

    Deny-Regeln

    Vererbung

    Benutzerkontext

Merksatz:

    Bei Freigaben zählen oft Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen.

---

**Logs allgemein prüfen**

Wichtige Fragen:

    Wann trat der Fehler auf?

    Welches System meldet den Fehler?

    Welcher Benutzer ist betroffen?

    Welche Quelle und welches Ziel?

    Welche Fehlermeldung?

    Wiederholt sich das Muster?

    Gab es kurz vorher Änderungen?

Merksatz:

    Logs beantworten:
    wer,
    wann,
    was,
    von wo,
    mit welchem Ergebnis.

---

**Zeit und NTP prüfen**

Korrekte Zeit ist wichtig für:

    Logs
    Zertifikate
    Kerberos
    MFA
    Tokens
    geplante Aufgaben
    Forensik

Typische Fehler:

    Zertifikatswarnung
    Kerberos-Fehler
    ungültige Tokens
    falsche Log-Reihenfolge

Merksatz:

    Bei Zertifikaten,
    Kerberos
    und Logs immer auch Zeit prüfen.

---

**Firewall prüfen**

Bei Firewall-Verdacht prüfen:

    Quelle

    Ziel

    Port

    Protokoll

    Richtung

    Zone

    Regelreihenfolge

    NAT

    Logs

    lokale Firewall

    Netzwerkfirewall

Merksatz:

    Firewallprüfung braucht Quelle,
    Ziel,
    Port
    und Protokoll.

---

**NAT und Portweiterleitung prüfen**

Prüfen:

    öffentliche IP korrekt?

    DNS zeigt auf richtige öffentliche IP?

    externer Port korrekt?

    interne Ziel-IP korrekt?

    interner Port korrekt?

    Dienst läuft intern?

    lokale Firewall erlaubt?

    Router-Firewall erlaubt?

    doppeltes NAT?

    CGNAT?

Merksatz:

    Portweiterleitung braucht DNS,
    NAT,
    Firewall
    und laufenden Dienst.

---

**Typische Fehlerbilder und erste Prüfung**

| Fehlerbild | Erste Prüfung |
|---|---|
| keine IP-Adresse | DHCP, Kabel, WLAN, VLAN |
| 169.254.x.x | DHCP nicht erreicht |
| lokales Netz geht, Internet nicht | Gateway, Routing, NAT |
| IP geht, Name nicht | DNS |
| ping geht, Webseite nicht | Port, Dienst, Firewall |
| Login geht, Zugriff nicht | Rechte, Gruppe, ACL |
| Anmeldung scheitert | Konto, Passwort, MFA, Verzeichnisdienst |
| Zertifikatswarnung | Zertifikat, Hostname, Uhrzeit |
| Dienst startet nicht | Logs, Konfiguration, Abhängigkeiten |
| alles langsam | Last, DNS, Netzwerk, Speicher |

Merksatz:

    Fehlerbild bestimmt den ersten sinnvollen Test.

---

**Mini-Workflow: Client kommt nicht ins Internet**

Prüfen:

    1. IP-Adresse vorhanden?

    2. APIPA-Adresse 169.254.x.x?

    3. Subnetzmaske korrekt?

    4. Gateway eingetragen?

    5. Gateway erreichbar?

    6. externe IP erreichbar?

    7. DNS-Auflösung funktioniert?

    8. Firewall oder Proxy?

    9. NAT oder Provider?

Merksatz:

    Erst IP,
    dann Gateway,
    dann DNS,
    dann Firewall und NAT.

---

**Mini-Workflow: Webseite nicht erreichbar**

Prüfen:

    1. Name wird aufgelöst?

    2. Ziel-IP erreichbar?

    3. TCP 80 oder 443 erreichbar?

    4. Webserver läuft?

    5. TLS-Zertifikat gültig?

    6. Reverse Proxy korrekt?

    7. Anwendung liefert Fehler?

    8. Logs prüfen.

Merksatz:

    Webfehler können DNS,
    Port,
    TLS,
    Proxy
    oder Anwendung betreffen.

---

**Mini-Workflow: Datei-Freigabe nicht erreichbar**

Prüfen:

    1. Netzwerkverbindung?

    2. Namensauflösung?

    3. Server erreichbar?

    4. SMB-Port TCP 445 erreichbar?

    5. Benutzer angemeldet?

    6. Freigaberechte?

    7. Dateisystemrechte?

    8. Gruppenmitgliedschaft?

    9. Firewall?

    10. Logs?

Merksatz:

    Freigabeprobleme können Netzwerk oder Rechte sein.

---

**Mini-Workflow: SSH nicht erreichbar**

Prüfen:

    1. Ziel-IP erreichbar?

    2. TCP 22 erreichbar?

    3. SSH-Dienst läuft?

    4. Firewall erlaubt Zugriff?

    5. richtige Quell-IP erlaubt?

    6. Benutzer erlaubt?

    7. Schlüssel korrekt?

    8. Host-Key-Warnung prüfen.

    9. Logs prüfen.

Merksatz:

    SSH-Probleme können Port,
    Dienst,
    Schlüssel,
    Benutzer
    oder Firewall sein.

---

**Mini-Workflow: DNS-Problem**

Prüfen:

    1. DNS-Server eingetragen?

    2. DNS-Server erreichbar?

    3. richtiger Record vorhanden?

    4. interner oder externer DNS?

    5. DNS-Suffix korrekt?

    6. Split-DNS relevant?

    7. DNS-Cache veraltet?

    8. Firewall blockiert UDP/TCP 53?

Merksatz:

    IP ja,
    Name nein:
    DNS prüfen.

---

**Mini-Workflow: DHCP-Problem**

Prüfen:

    1. Client im richtigen VLAN?

    2. Switchport korrekt?

    3. DHCP-Server aktiv?

    4. DHCP-Scope frei?

    5. DHCP-Relay korrekt?

    6. Firewall erlaubt DHCP?

    7. Reservierung oder Ausschluss?

    8. Lease erneuern.

Merksatz:

    169.254.x.x:
    DHCP,
    VLAN
    oder Relay prüfen.

---

**Mini-Workflow: Dienst startet nicht**

Prüfen:

    1. Dienststatus

    2. Logs

    3. Konfigurationsdatei

    4. Berechtigungen

    5. Abhängigkeiten

    6. belegter Port

    7. Speicherplatz

    8. Zertifikate oder Schlüssel

    9. letzte Änderung

Merksatz:

    Dienstfehler stehen oft in Logs.

---

**Mini-Workflow: langsames Netzwerk**

Prüfen:

    Latenz

    Paketverlust

    DNS-Auflösung

    WLAN-Signal

    Bandbreite

    Duplex oder Link-Geschwindigkeit

    CPU oder RAM

    Speicher-I/O

    Firewall oder Proxy

    Serverlast

Merksatz:

    Langsamkeit ist kein einzelner Fehler,
    sondern muss eingegrenzt werden.

---

**Prüfungsfalle: Befehl ohne Interpretation**

Ein Befehl allein löst noch keine Aufgabe.

Schlecht:

    ping ausführen.

Besser:

    Mit ping wird geprüft,
    ob das Ziel per ICMP erreichbar ist.
    Wenn die IP erreichbar ist,
    der Name aber nicht,
    sollte DNS geprüft werden.

Merksatz:

    In der Prüfung nicht nur Befehl nennen,
    sondern Zweck erklären.

---

**Prüfungsfalle: ping als Diensttest**

ping prüft ICMP.

ping prüft nicht:

    HTTPS
    SSH
    SMB
    Datenbank
    Anmeldung
    Rechte
    Anwendung

Merksatz:

    ping erfolgreich heißt nicht,
    dass der Dienst funktioniert.

---

**Prüfungsfalle: DNS und Dienst verwechseln**

Wenn ein Name nicht aufgelöst wird,
ist zuerst DNS zu prüfen.

Wenn der Name aufgelöst wird,
aber die Anwendung nicht funktioniert,
sind eher Port,
Dienst,
Firewall,
TLS
oder Anwendung zu prüfen.

Merksatz:

    DNS findet die Adresse.
    Der Dienst muss danach trotzdem funktionieren.

---

**Prüfungsfalle: Rechteproblem als Netzwerkproblem deuten**

Fehlerbild:

    Benutzer kann sich anmelden,
    aber Datei nicht öffnen.

Wahrscheinlich:

    Autorisierung,
    Gruppenmitgliedschaft,
    ACL
    oder Freigaberecht

Nicht zuerst:

    DNS
    Gateway
    NAT

Merksatz:

    Login ja,
    Zugriff nein:
    Rechte prüfen.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Welcher Befehl zeigt die IP-Konfiguration unter Windows?
    - Welcher Befehl zeigt IP-Adressen unter Linux?
    - Wie prüft man DNS?
    - Was prüft ping?
    - Warum ersetzt ping keinen Diensttest?
    - Was zeigt tracert oder traceroute?
    - Wie prüft man Routing?
    - Wie erkennt man,
      ob ein Dienst auf einem Port lauscht?
    - Was bedeutet LISTEN?
    - Wie prüft man Linux-Dienste?
    - Wie prüft man Windows-Logs?
    - Warum ist NTP wichtig für Logs?
    - Welche Schritte sind sinnvoll,
      wenn ein Client nicht ins Internet kommt?
    - Wie grenzt man ein Firewallproblem ein?

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Bei der Netzwerk- und Systemfehlersuche sollten zuerst Fakten gesammelt werden. Unter Windows zeigt ipconfig die IP-Konfiguration, unter Linux ip addr. Routing wird mit route print oder ip route geprüft. DNS wird gezielt mit nslookup oder dig geprüft. ping testet ICMP-Erreichbarkeit, ersetzt aber keinen Port- oder Diensttest. tracert oder traceroute zeigen den Weg über Router. netstat oder ss zeigen Verbindungen und lauschende Ports. systemctl prüft Linux-Dienste, journalctl zeigt deren Logs. Unter Windows helfen Diensteverwaltung und Ereignisanzeige. Gute Fehlersuche erfolgt systematisch: Verbindung, IP, Gateway, DNS, Routing, Firewall, Port, Dienst, Anwendung und Logs.

---

**Merksätze**

    Befehle liefern Fakten.

    Erst prüfen,
    dann vermuten.

    IP,
    Maske,
    Gateway
    und DNS zusammen prüfen.

    ipconfig zeigt Windows-IP-Konfiguration.

    ip addr zeigt Linux-IP-Konfiguration.

    route print zeigt Windows-Routing.

    ip route zeigt Linux-Routing.

    ping prüft ICMP.

    ping ist kein Diensttest.

    nslookup prüft DNS.

    dig prüft DNS detailliert.

    tracert und traceroute zeigen den Weg.

    netstat zeigt Verbindungen und Ports.

    ss zeigt Sockets und Ports unter Linux.

    LISTEN heißt:
    Dienst wartet auf Verbindungen.

    ESTABLISHED heißt:
    Verbindung besteht.

    127.0.0.1 ist lokal.

    0.0.0.0 bedeutet alle Interfaces.

    curl prüft Webdienste.

    systemctl prüft Dienststatus.

    journalctl zeigt Logs.

    Windows-Logs stehen in der Ereignisanzeige.

    df zeigt Dateisystemfüllstand.

    du zeigt Ordnerverbrauch.

    whoami zeigt den Benutzerkontext.

    Logs beantworten:
    wer,
    wann,
    was,
    von wo,
    mit welchem Ergebnis.

    NTP macht Logzeiten vergleichbar.

    Firewallprüfung braucht Quelle,
    Ziel,
    Port
    und Protokoll.

    Portweiterleitung braucht DNS,
    NAT,
    Firewall
    und Dienst.

    IP ja,
    Name nein:
    DNS.

    Lokal ja,
    extern nein:
    Gateway.

    Host ja,
    Dienst nein:
    Port,
    Dienst,
    Firewall.

    Login ja,
    Zugriff nein:
    Rechte.

    Dienst startet nicht:
    Logs prüfen.