19.10. Admin-Befehle und Fehlersuche Spickzettel Dieser Spickzettel fasst wichtige Befehle und Werkzeuge für Netzwerkadministration, Systemprüfung und Fehlersuche kompakt zusammen. Er ist besonders wichtig für: - IP-Konfiguration prüfen - DNS prüfen - Routing prüfen - Ports prüfen - Dienste prüfen - Logs prüfen - Erreichbarkeit testen - Fehler systematisch eingrenzen Merksatz: Befehle liefern Fakten, keine Vermutungen. Grundidee der Fehlersuche Bei Netzwerkproblemen immer systematisch prüfen. Sinnvolle Reihenfolge: 1. physische Verbindung 2. IP-Konfiguration 3. Gateway 4. DNS 5. Routing 6. Firewall 7. Port 8. Dienst 9. Anwendung 10. Logs Merksatz: Erst Verbindung, dann Adresse, dann Dienst, dann Anwendung. Windows- und Linux-Werkzeuge im Überblick Aufgabe Windows Linux/macOS IP-Konfiguration anzeigen ipconfig ip addr detaillierte IP-Konfiguration ipconfig /all ip addr, ip link Routing anzeigen route print ip route DNS prüfen nslookup dig, nslookup Erreichbarkeit prüfen ping ping Weg zum Ziel prüfen tracert traceroute Verbindungen anzeigen netstat ss, netstat Ports prüfen netstat, PowerShell ss, netstat Webdienst prüfen PowerShell, Browser curl Dienste prüfen services.msc, sc, PowerShell systemctl Logs prüfen Ereignisanzeige journalctl Prozesse prüfen Task-Manager, tasklist ps, top Speicherplatz prüfen Explorer, PowerShell df, du Benutzer prüfen whoami whoami, id Merksatz: Gleiche Aufgabe, anderes Werkzeug je nach Betriebssystem. IP-Konfiguration prüfen Windows: ipconfig ipconfig /all Linux/macOS: ip addr ip link Wichtige Angaben: IP-Adresse Subnetzmaske oder Präfix Standardgateway DNS-Server MAC-Adresse DHCP aktiviert ja oder nein Lease-Informationen Interface-Status Merksatz: IP, Maske, Gateway und DNS immer zusammen prüfen. ipconfig ipconfig zeigt unter Windows die IP-Konfiguration. Wichtige Ausgaben: IPv4-Adresse Subnetzmaske Standardgateway Mit: ipconfig /all sieht man zusätzlich: DNS-Server DHCP-Status MAC-Adresse Lease-Zeiten Adapterdetails Merksatz: ipconfig /all zeigt die wichtigen Details. ip addr ip addr zeigt unter Linux die IP-Adressen der Netzwerkschnittstellen. Wichtige Punkte: Interface-Name IPv4-Adresse IPv6-Adresse Präfix Status MAC-Adresse Beispiele für Interface-Namen: eth0 ens18 enp0s3 wlan0 Merksatz: ip addr ist unter Linux der Standard für IP-Adressen. ip link ip link zeigt den Zustand von Netzwerkschnittstellen. Wichtige Angaben: Interface aktiv oder inaktiv MAC-Adresse MTU Link-Status Typische Begriffe: UP DOWN Merksatz: ip link hilft, den Interface-Status zu prüfen. Gateway prüfen Windows: ipconfig route print Linux/macOS: ip route Wichtig: Gateway muss im lokalen Subnetz erreichbar sein. Typisches Fehlerbild: lokale Geräte erreichbar, Internet nicht erreichbar Merksatz: Lokal ja, extern nein: Gateway prüfen. Routing prüfen Windows: route print Linux/macOS: ip route Wichtige Angaben: Zielnetz Gateway oder Next Hop Interface Metrik Standardroute Standardroute IPv4: 0.0.0.0/0 oder unter Linux oft: default Merksatz: Routing-Tabelle zeigt, wohin Pakete gesendet werden. route print route print zeigt unter Windows die Routing-Tabelle. Wichtig sind: Netzwerkziel Netzmaske Gateway Schnittstelle Metrik Typische Prüfung: Gibt es eine Standardroute? Ist das Gateway korrekt? Gibt es eine spezifische Route zum Zielnetz? Merksatz: route print zeigt den Weg aus Sicht des Windows-Clients. ip route ip route zeigt unter Linux die Routing-Tabelle. Typische Ausgabe enthält: default via 192.168.1.1 dev eth0 Bedeutung: Standardroute über Gateway 192.168.1.1 über Interface eth0 Merksatz: default ist die Standardroute. ping ping prüft Erreichbarkeit mit ICMP. Typische Nutzung: Ziel-IP testen Gateway testen DNS-Namen testen Wichtig: ping prüft ICMP, nicht automatisch den Dienst. Beispiel: ping funktioniert, aber HTTPS kann trotzdem blockiert sein. Merksatz: ping ist ein Erreichbarkeitstest, kein vollständiger Diensttest. ping richtig interpretieren Ergebnis Mögliche Bedeutung Antwort kommt Ziel antwortet auf ICMP keine Antwort Ziel offline, ICMP blockiert, Routingproblem, Firewall hohe Zeit Latenz, Last, lange Strecke Paketverlust Funkproblem, Überlastung, Leitungsproblem Name wird nicht gefunden DNS-Problem IP geht, Name nicht DNS prüfen Merksatz: Kein ping heißt nicht automatisch, dass das Ziel offline ist. DNS prüfen Windows: nslookup Linux/macOS: dig nslookup Prüfen: Wird der Name aufgelöst? Welche IP wird geliefert? Welcher DNS-Server antwortet? Ist der Record korrekt? Gibt es interne und externe Unterschiede? Merksatz: DNS gezielt mit nslookup oder dig prüfen. nslookup nslookup prüft Namensauflösung. Nützlich für: A-Record prüfen AAAA-Record prüfen DNS-Server testen Fehler bei Namensauflösung erkennen Typisches Fehlerbild: IP-Adresse funktioniert, Name funktioniert nicht Wahrscheinlich: DNS-Problem Merksatz: nslookup prüft DNS, nicht den eigentlichen Dienst. dig dig zeigt DNS-Abfragen detailliert an. Nützlich für: genaue DNS-Antworten Recordtypen TTL Antwortserver Debugging Vergleich verschiedener DNS-Server Typische Recordtypen: A AAAA MX CNAME TXT NS PTR Merksatz: dig ist besonders hilfreich für detaillierte DNS-Prüfung. tracert und traceroute Windows: tracert Linux/macOS: traceroute Aufgabe: Weg zum Ziel über Router anzeigen Nützlich für: Routingprobleme eingrenzen Hops sichtbar machen Latenzen grob erkennen Unterbrechungen lokalisieren Merksatz: traceroute zeigt den Weg, aber nicht jeder Hop muss antworten. traceroute richtig interpretieren Beobachtung Mögliche Bedeutung erster Hop fehlt Gateway oder lokales Netz prüfen Abbruch nach bestimmtem Hop Firewall, Routing, Provider einzelne Sternchen Hop antwortet nicht, Weg kann trotzdem funktionieren hohe Latenz ab bestimmtem Hop Engstelle oder lange Strecke Ziel antwortet nicht Ziel blockiert oder nicht erreichbar Merksatz: Sternchen bedeuten nicht automatisch Totalausfall. netstat netstat zeigt Netzwerkverbindungen und lauschende Ports. Nützlich für: offene Ports anzeigen bestehende Verbindungen prüfen Dienst lauscht ja oder nein Quell- und Zielports sehen TCP-Status prüfen Typische Zustände: LISTEN ESTABLISHED TIME_WAIT CLOSE_WAIT Merksatz: netstat zeigt, welche Verbindungen und Ports aktiv sind. ss ss ist unter Linux ein modernes Werkzeug für Sockets und Ports. Nützlich für: lauschende Ports TCP-Verbindungen UDP-Sockets Prozesszuordnung je nach Berechtigung schnelle Portprüfung lokal Merksatz: ss ersetzt auf vielen Linux-Systemen netstat. TCP-Status kurz erklärt Status Bedeutung LISTEN Dienst wartet auf Verbindungen ESTABLISHED Verbindung besteht SYN_SENT Verbindungsaufbau gestartet SYN_RECEIVED SYN empfangen und beantwortet TIME_WAIT Verbindung beendet, Wartephase CLOSE_WAIT Gegenseite hat beendet, lokale Anwendung noch nicht Merksatz: LISTEN bedeutet: Dienst lauscht. Portprüfung Bei Dienstproblemen prüfen: Läuft der Dienst? Lauscht der Dienst auf dem richtigen Port? Lauscht er auf der richtigen Schnittstelle? Blockiert die lokale Firewall? Blockiert eine Netzwerkfirewall? Stimmt TCP oder UDP? Ist NAT oder Portweiterleitung korrekt? Merksatz: Host erreichbar heißt nicht, dass der Port erreichbar ist. localhost, 127.0.0.1 und 0.0.0.0 127.0.0.1: Loopback-Adresse nur lokal auf demselben System erreichbar localhost: Name für lokalen Rechner 0.0.0.0: Dienst lauscht auf allen IPv4-Schnittstellen des Hosts Merksatz: 127.0.0.1 ist lokal. 0.0.0.0 bedeutet alle Interfaces. curl curl prüft Webdienste, APIs und HTTP-Antworten. Nützlich für: HTTP-Statuscode Weiterleitungen Header TLS-Verbindung API-Antwort Erreichbarkeit ohne Browser Proxy-Fehler Backend-Fehler Merksatz: curl prüft Webdienste direkter als ein Browser. HTTP-Statuscodes Statuscode Bedeutung 200 erfolgreich 301 / 302 Weiterleitung 400 fehlerhafte Anfrage 401 nicht authentifiziert 403 verboten 404 nicht gefunden 500 interner Serverfehler 502 Gateway oder Backend-Fehler 503 Dienst nicht verfügbar 504 Gateway Timeout Merksatz: 4xx deutet eher auf Client, Anfrage oder Rechte. 5xx deutet eher auf Server, Anwendung oder Backend. Dienste prüfen unter Linux Wichtige Werkzeuge: systemctl journalctl systemctl prüft und verwaltet Dienste. journalctl zeigt Logs von systemd-Diensten. Merksatz: systemctl zeigt den Dienststatus. journalctl zeigt die Logs. systemctl systemctl wird genutzt für: Dienststatus prüfen Dienst starten Dienst stoppen Dienst neu starten Dienst aktivieren Dienst deaktivieren Typische Prüfung: Läuft der Dienst? Ist der Dienst beim Booten aktiviert? Gibt es Fehler beim Start? Merksatz: systemctl beantwortet: Läuft der Dienst? journalctl journalctl zeigt Logs unter systemd. Nützlich für: Dienstfehler Startprobleme Abstürze Berechtigungsfehler Konfigurationsfehler Zeitliche Eingrenzung Merksatz: journalctl beantwortet: Warum hat der Dienst Probleme? Dienste prüfen unter Windows Wichtige Werkzeuge: services.msc Task-Manager Ereignisanzeige PowerShell sc Typische Fragen: Läuft der Dienst? Ist der Starttyp korrekt? Gibt es Fehlermeldungen? Gibt es Abhängigkeiten? Merksatz: Unter Windows helfen Diensteverwaltung und Ereignisanzeige. Windows-Ereignisanzeige Die Ereignisanzeige zeigt Windows-Logs. Wichtige Bereiche: Anwendung Sicherheit System Setup Nützlich für: Anmeldefehler Dienstfehler Systemfehler Treiberprobleme Sicherheitsereignisse Merksatz: Windows-Logs stehen in der Ereignisanzeige. Prozesse prüfen Windows: Task-Manager tasklist Linux/macOS: ps top htop Nützlich für: hohe CPU-Last hoher RAM-Verbrauch hängende Prozesse Prozess läuft ja oder nein Prozess-ID finden Merksatz: Prozess läuft nicht automatisch gleich Dienst erreichbar. Speicherplatz prüfen Linux/macOS: df du Windows: Explorer Datenträgerverwaltung PowerShell Wichtige Fragen: Ist das Dateisystem voll? Ist die Logpartition voll? Ist genug Speicher für Backup oder Update vorhanden? Wächst eine Datei ungewöhnlich stark? Merksatz: Volle Datenträger verursachen viele Dienstprobleme. df und du df zeigt freien Speicher auf Dateisystemen. du zeigt Speicherverbrauch von Dateien und Ordnern. Unterschied: df: Wie voll ist das Dateisystem? du: Welcher Ordner verbraucht Speicher? Merksatz: df zeigt Gesamtfüllstand. du zeigt Verursacher. Benutzer und Rechte prüfen Windows: whoami whoami /groups Linux/macOS: whoami id groups Prüfen: Welcher Benutzer bin ich? In welchen Gruppen bin ich? Habe ich die nötigen Rechte? Wird ein anderes Konto verwendet? Merksatz: Anmeldung erfolgreich heißt nicht automatisch Zugriff erlaubt. Dateirechte prüfen unter Linux Wichtige Begriffe: Besitzer Gruppe Rechte Lesen Schreiben Ausführen Typische Werkzeuge: ls -l chmod chown Merksatz: Linux-Rechte bestehen aus Besitzer, Gruppe und anderen. Freigaberechte prüfen Bei Dateifreigaben prüfen: Freigaberechte Dateisystemrechte Gruppenmitgliedschaft Deny-Regeln Vererbung Benutzerkontext Merksatz: Bei Freigaben zählen oft Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen. Logs allgemein prüfen Wichtige Fragen: Wann trat der Fehler auf? Welches System meldet den Fehler? Welcher Benutzer ist betroffen? Welche Quelle und welches Ziel? Welche Fehlermeldung? Wiederholt sich das Muster? Gab es kurz vorher Änderungen? Merksatz: Logs beantworten: wer, wann, was, von wo, mit welchem Ergebnis. Zeit und NTP prüfen Korrekte Zeit ist wichtig für: Logs Zertifikate Kerberos MFA Tokens geplante Aufgaben Forensik Typische Fehler: Zertifikatswarnung Kerberos-Fehler ungültige Tokens falsche Log-Reihenfolge Merksatz: Bei Zertifikaten, Kerberos und Logs immer auch Zeit prüfen. Firewall prüfen Bei Firewall-Verdacht prüfen: Quelle Ziel Port Protokoll Richtung Zone Regelreihenfolge NAT Logs lokale Firewall Netzwerkfirewall Merksatz: Firewallprüfung braucht Quelle, Ziel, Port und Protokoll. NAT und Portweiterleitung prüfen Prüfen: öffentliche IP korrekt? DNS zeigt auf richtige öffentliche IP? externer Port korrekt? interne Ziel-IP korrekt? interner Port korrekt? Dienst läuft intern? lokale Firewall erlaubt? Router-Firewall erlaubt? doppeltes NAT? CGNAT? Merksatz: Portweiterleitung braucht DNS, NAT, Firewall und laufenden Dienst. Typische Fehlerbilder und erste Prüfung Fehlerbild Erste Prüfung keine IP-Adresse DHCP, Kabel, WLAN, VLAN 169.254.x.x DHCP nicht erreicht lokales Netz geht, Internet nicht Gateway, Routing, NAT IP geht, Name nicht DNS ping geht, Webseite nicht Port, Dienst, Firewall Login geht, Zugriff nicht Rechte, Gruppe, ACL Anmeldung scheitert Konto, Passwort, MFA, Verzeichnisdienst Zertifikatswarnung Zertifikat, Hostname, Uhrzeit Dienst startet nicht Logs, Konfiguration, Abhängigkeiten alles langsam Last, DNS, Netzwerk, Speicher Merksatz: Fehlerbild bestimmt den ersten sinnvollen Test. Mini-Workflow: Client kommt nicht ins Internet Prüfen: 1. IP-Adresse vorhanden? 2. APIPA-Adresse 169.254.x.x? 3. Subnetzmaske korrekt? 4. Gateway eingetragen? 5. Gateway erreichbar? 6. externe IP erreichbar? 7. DNS-Auflösung funktioniert? 8. Firewall oder Proxy? 9. NAT oder Provider? Merksatz: Erst IP, dann Gateway, dann DNS, dann Firewall und NAT. Mini-Workflow: Webseite nicht erreichbar Prüfen: 1. Name wird aufgelöst? 2. Ziel-IP erreichbar? 3. TCP 80 oder 443 erreichbar? 4. Webserver läuft? 5. TLS-Zertifikat gültig? 6. Reverse Proxy korrekt? 7. Anwendung liefert Fehler? 8. Logs prüfen. Merksatz: Webfehler können DNS, Port, TLS, Proxy oder Anwendung betreffen. Mini-Workflow: Datei-Freigabe nicht erreichbar Prüfen: 1. Netzwerkverbindung? 2. Namensauflösung? 3. Server erreichbar? 4. SMB-Port TCP 445 erreichbar? 5. Benutzer angemeldet? 6. Freigaberechte? 7. Dateisystemrechte? 8. Gruppenmitgliedschaft? 9. Firewall? 10. Logs? Merksatz: Freigabeprobleme können Netzwerk oder Rechte sein. Mini-Workflow: SSH nicht erreichbar Prüfen: 1. Ziel-IP erreichbar? 2. TCP 22 erreichbar? 3. SSH-Dienst läuft? 4. Firewall erlaubt Zugriff? 5. richtige Quell-IP erlaubt? 6. Benutzer erlaubt? 7. Schlüssel korrekt? 8. Host-Key-Warnung prüfen. 9. Logs prüfen. Merksatz: SSH-Probleme können Port, Dienst, Schlüssel, Benutzer oder Firewall sein. Mini-Workflow: DNS-Problem Prüfen: 1. DNS-Server eingetragen? 2. DNS-Server erreichbar? 3. richtiger Record vorhanden? 4. interner oder externer DNS? 5. DNS-Suffix korrekt? 6. Split-DNS relevant? 7. DNS-Cache veraltet? 8. Firewall blockiert UDP/TCP 53? Merksatz: IP ja, Name nein: DNS prüfen. Mini-Workflow: DHCP-Problem Prüfen: 1. Client im richtigen VLAN? 2. Switchport korrekt? 3. DHCP-Server aktiv? 4. DHCP-Scope frei? 5. DHCP-Relay korrekt? 6. Firewall erlaubt DHCP? 7. Reservierung oder Ausschluss? 8. Lease erneuern. Merksatz: 169.254.x.x: DHCP, VLAN oder Relay prüfen. Mini-Workflow: Dienst startet nicht Prüfen: 1. Dienststatus 2. Logs 3. Konfigurationsdatei 4. Berechtigungen 5. Abhängigkeiten 6. belegter Port 7. Speicherplatz 8. Zertifikate oder Schlüssel 9. letzte Änderung Merksatz: Dienstfehler stehen oft in Logs. Mini-Workflow: langsames Netzwerk Prüfen: Latenz Paketverlust DNS-Auflösung WLAN-Signal Bandbreite Duplex oder Link-Geschwindigkeit CPU oder RAM Speicher-I/O Firewall oder Proxy Serverlast Merksatz: Langsamkeit ist kein einzelner Fehler, sondern muss eingegrenzt werden. Prüfungsfalle: Befehl ohne Interpretation Ein Befehl allein löst noch keine Aufgabe. Schlecht: ping ausführen. Besser: Mit ping wird geprüft, ob das Ziel per ICMP erreichbar ist. Wenn die IP erreichbar ist, der Name aber nicht, sollte DNS geprüft werden. Merksatz: In der Prüfung nicht nur Befehl nennen, sondern Zweck erklären. Prüfungsfalle: ping als Diensttest ping prüft ICMP. ping prüft nicht: HTTPS SSH SMB Datenbank Anmeldung Rechte Anwendung Merksatz: ping erfolgreich heißt nicht, dass der Dienst funktioniert. Prüfungsfalle: DNS und Dienst verwechseln Wenn ein Name nicht aufgelöst wird, ist zuerst DNS zu prüfen. Wenn der Name aufgelöst wird, aber die Anwendung nicht funktioniert, sind eher Port, Dienst, Firewall, TLS oder Anwendung zu prüfen. Merksatz: DNS findet die Adresse. Der Dienst muss danach trotzdem funktionieren. Prüfungsfalle: Rechteproblem als Netzwerkproblem deuten Fehlerbild: Benutzer kann sich anmelden, aber Datei nicht öffnen. Wahrscheinlich: Autorisierung, Gruppenmitgliedschaft, ACL oder Freigaberecht Nicht zuerst: DNS Gateway NAT Merksatz: Login ja, Zugriff nein: Rechte prüfen. Typische IHK-Fragen In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden: - Welcher Befehl zeigt die IP-Konfiguration unter Windows? - Welcher Befehl zeigt IP-Adressen unter Linux? - Wie prüft man DNS? - Was prüft ping? - Warum ersetzt ping keinen Diensttest? - Was zeigt tracert oder traceroute? - Wie prüft man Routing? - Wie erkennt man, ob ein Dienst auf einem Port lauscht? - Was bedeutet LISTEN? - Wie prüft man Linux-Dienste? - Wie prüft man Windows-Logs? - Warum ist NTP wichtig für Logs? - Welche Schritte sind sinnvoll, wenn ein Client nicht ins Internet kommt? - Wie grenzt man ein Firewallproblem ein? IHK-sichere Kurzformulierung Bei der Netzwerk- und Systemfehlersuche sollten zuerst Fakten gesammelt werden. Unter Windows zeigt ipconfig die IP-Konfiguration, unter Linux ip addr. Routing wird mit route print oder ip route geprüft. DNS wird gezielt mit nslookup oder dig geprüft. ping testet ICMP-Erreichbarkeit, ersetzt aber keinen Port- oder Diensttest. tracert oder traceroute zeigen den Weg über Router. netstat oder ss zeigen Verbindungen und lauschende Ports. systemctl prüft Linux-Dienste, journalctl zeigt deren Logs. Unter Windows helfen Diensteverwaltung und Ereignisanzeige. Gute Fehlersuche erfolgt systematisch: Verbindung, IP, Gateway, DNS, Routing, Firewall, Port, Dienst, Anwendung und Logs. Merksätze Befehle liefern Fakten. Erst prüfen, dann vermuten. IP, Maske, Gateway und DNS zusammen prüfen. ipconfig zeigt Windows-IP-Konfiguration. ip addr zeigt Linux-IP-Konfiguration. route print zeigt Windows-Routing. ip route zeigt Linux-Routing. ping prüft ICMP. ping ist kein Diensttest. nslookup prüft DNS. dig prüft DNS detailliert. tracert und traceroute zeigen den Weg. netstat zeigt Verbindungen und Ports. ss zeigt Sockets und Ports unter Linux. LISTEN heißt: Dienst wartet auf Verbindungen. ESTABLISHED heißt: Verbindung besteht. 127.0.0.1 ist lokal. 0.0.0.0 bedeutet alle Interfaces. curl prüft Webdienste. systemctl prüft Dienststatus. journalctl zeigt Logs. Windows-Logs stehen in der Ereignisanzeige. df zeigt Dateisystemfüllstand. du zeigt Ordnerverbrauch. whoami zeigt den Benutzerkontext. Logs beantworten: wer, wann, was, von wo, mit welchem Ergebnis. NTP macht Logzeiten vergleichbar. Firewallprüfung braucht Quelle, Ziel, Port und Protokoll. Portweiterleitung braucht DNS, NAT, Firewall und Dienst. IP ja, Name nein: DNS. Lokal ja, extern nein: Gateway. Host ja, Dienst nein: Port, Dienst, Firewall. Login ja, Zugriff nein: Rechte. Dienst startet nicht: Logs prüfen.