# 2.6 Datenweg durch die Schichten

Beim Senden und Empfangen von Daten arbeiten mehrere Netzwerkschichten zusammen.

Ein einzelner Webseitenaufruf besteht nicht nur aus „Browser fragt Server“. Technisch laufen viele Schritte ab:

    - Anwendung erzeugt Daten
    - Transportprotokoll bereitet die Übertragung vor
    - IP sorgt für Adressierung und Weiterleitung
    - Ethernet oder WLAN überträgt im lokalen Netzwerk
    - Bits werden über Kabel, Glasfaser oder Funk gesendet
    - beim Empfänger wird alles wieder entpackt

Das nennt man auch:

    Kapselung beim Sender
    Entkapselung beim Empfänger

---

**Grundidee**

Beim Sender laufen die Daten im OSI-Modell von oben nach unten.

Beim Empfänger laufen die Daten wieder von unten nach oben.

Vereinfacht:

    Sender:
    Anwendung → Transport → Vermittlung → Sicherung → Bitübertragung

    Empfänger:
    Bitübertragung → Sicherung → Vermittlung → Transport → Anwendung

Das bedeutet:

    Beim Senden werden Daten verpackt.
    Beim Empfangen werden Daten wieder ausgepackt.

---

**Begriff: Datenweg**

Der Datenweg beschreibt, welchen Weg Daten durch die einzelnen Schichten nehmen.

Dabei kann man zwei Arten von Wegen unterscheiden:

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| logischer Datenweg | Kommunikation zwischen den passenden Schichten von Sender und Empfänger |
| physischer Datenweg | tatsächliche Übertragung über Kabel, Glasfaser oder Funk |

Vereinfacht:

    Logisch spricht Schicht 4 mit Schicht 4.
    Physisch laufen die Daten aber durch alle unteren Schichten und über das Medium.

---

**Beispiel: Webseite aufrufen**

Ein Client ruft eine Webseite auf.

Beispiel:

    Der Benutzer öffnet im Browser eine Webseite.

Dafür arbeiten mehrere Protokolle und Schichten zusammen.

Vereinfacht:

    Browser
    HTTPS
    TCP
    IP
    Ethernet oder WLAN
    Bits / Signale

Als Schichtenfolge:

| Schritt | Schicht | Aufgabe |
|---:|---|---|
| 1 | Anwendungsschicht | Browser erzeugt eine Anfrage |
| 2 | Transportschicht | TCP transportiert die Daten zuverlässig |
| 3 | Vermittlungsschicht | IP adressiert das Ziel |
| 4 | Sicherungsschicht | Ethernet oder WLAN überträgt lokal |
| 5 | Bitübertragungsschicht | Bits werden als Signale übertragen |

---

**Schritt 1: Anwendung erzeugt Daten**

Der Browser erzeugt eine Anfrage an den Webserver.

Beispiel:

    Der Browser möchte eine Webseite laden.

Auf Anwendungsebene wird dafür ein Anwendungsprotokoll genutzt.

Typische Beispiele:

    HTTP
    HTTPS
    DNS
    SMTP
    IMAP

Bei einer Webseite ist es meistens:

    HTTP oder HTTPS

Wichtig:

    Der Browser ist das Programm.
    HTTP oder HTTPS ist das Anwendungsprotokoll.

Merksatz:

    Anwendungsschicht = Netzwerkdienste für Anwendungen

---

**Schritt 2: Namensauflösung durch DNS**

Bevor der Client eine Webseite aufrufen kann, muss oft zuerst der Name in eine IP-Adresse aufgelöst werden.

Beispiel:

    www.example.org

Der Computer braucht aber eine IP-Adresse, um das Ziel im Netzwerk zu erreichen.

Dafür wird DNS verwendet.

DNS steht für:

    Domain Name System

DNS löst Namen in IP-Adressen auf.

Beispiel:

    www.example.org → 93.184.216.34

Wichtig:

    DNS ist ein Anwendungsprotokoll,
    hat aber einen starken Bezug zur IP-Kommunikation,
    weil am Ende eine IP-Adresse benötigt wird.

---

**DNS-Anfrage als eigener Datenweg**

Auch die DNS-Anfrage läuft durch die Schichten.

Vereinfacht:

    DNS → UDP → IP → Ethernet/WLAN → Bits

Typischer Ablauf:

    1. Client fragt den DNS-Server nach der IP-Adresse.
    2. DNS-Anfrage wird häufig über UDP gesendet.
    3. IP adressiert die Anfrage zum DNS-Server.
    4. Ethernet oder WLAN überträgt die Daten im lokalen Netzwerk.
    5. DNS-Server antwortet mit der passenden IP-Adresse.

Merksatz:

    Vor vielen Verbindungen kommt zuerst die Namensauflösung.

---

**Schritt 3: Transportschicht bereitet die Verbindung vor**

Wenn die Ziel-IP-Adresse bekannt ist, kann die eigentliche Verbindung zum Webserver vorbereitet werden.

Bei HTTPS wird meistens TCP verwendet.

TCP steht für:

    Transmission Control Protocol

TCP ist verbindungsorientiert und zuverlässig.

Bei TCP wird vor der eigentlichen Nutzdatenübertragung eine Verbindung aufgebaut.

Das nennt man:

    3-Wege-Handshake

Ablauf:

    Client                         Server

    1. SYN  --------------------->   Verbindungswunsch
    2. SYN-ACK <------------------   Bestätigung + eigene Start-Sequenznummer
    3. ACK  --------------------->   Bestätigung

    Danach ist die TCP-Verbindung aufgebaut.

Wichtig:

    Erst nach dem TCP-Verbindungsaufbau werden die eigentlichen Nutzdaten übertragen.

Merksatz:

    TCP = erst Verbindung aufbauen, dann Nutzdaten senden

---

**Schritt 4: Ports bestimmen den Dienst**

Auf Schicht 4 werden Ports verwendet.

Ein Port zeigt, welcher Dienst oder welche Anwendung auf einem Host gemeint ist.

Beispiel:

    Ziel-IP-Adresse: 93.184.216.34
    Ziel-Port: 443

Bedeutung:

    Sende die Daten an den Host 93.184.216.34
    und dort an den Dienst HTTPS auf Port 443.

Typische Ports:

| Port | Protokoll / Dienst |
|---:|---|
| 80 | HTTP |
| 443 | HTTPS |
| 53 | DNS |
| 22 | SSH |
| 25 | SMTP |
| 110 | POP3 |
| 143 | IMAP |

Merksatz:

    IP-Adresse = welcher Host?
    Port = welcher Dienst?

---

**Schritt 5: IP adressiert das Ziel**

Auf Schicht 3 wird IP verwendet.

IP steht für:

    Internet Protocol

IP sorgt für die logische Adressierung und Weiterleitung von Paketen.

Ein IP-Paket enthält unter anderem:

    - Quell-IP-Adresse
    - Ziel-IP-Adresse
    - Steuerinformationen
    - Nutzdaten

Beispiel:

    Quell-IP-Adresse: 192.168.1.20
    Ziel-IP-Adresse: 93.184.216.34

Die IP-Adresse sagt:

    Von welchem Host kommt das Paket?
    Zu welchem Host soll das Paket?

Merksatz:

    IP-Adresse = logische Adresse für Netzwerkkommunikation

---

**Schritt 6: Routing entscheidet den Weg**

Wenn Ziel und Quelle nicht im selben lokalen Netzwerk liegen, muss ein Router das Paket weiterleiten.

Routing bedeutet:

    Weiterleitung von Paketen zwischen Netzwerken

Ein Router betrachtet die Ziel-IP-Adresse und entscheidet, wohin das Paket als Nächstes gesendet wird.

Beispiel:

    Client → Standard-Gateway → Internet → Zielserver

Das Standard-Gateway ist meistens der Router im lokalen Netzwerk.

Merksatz:

    Router verbinden Netzwerke.
    Switches verbinden Geräte im lokalen Netzwerk.

---

**Schritt 7: Ethernet oder WLAN überträgt lokal**

Auf Schicht 2 wird das IP-Paket in einen Frame verpackt.

Bei kabelgebundenem LAN ist das häufig ein Ethernet-Frame.

Ein Ethernet-Frame enthält unter anderem:

    - Ziel-MAC-Adresse
    - Quell-MAC-Adresse
    - Typfeld
    - Nutzdaten
    - FCS-Prüfsumme

Die MAC-Adresse wird für die lokale Zustellung im aktuellen Netzwerkabschnitt verwendet.

Wichtig:

    MAC-Adressen gelten nur im lokalen Netzwerkabschnitt.
    IP-Adressen sind für die logische Kommunikation über Netzwerke hinweg wichtig.

Merksatz:

    MAC-Adresse = lokale Zustellung im LAN

---

**Schritt 8: ARP findet die passende MAC-Adresse**

Wenn ein Gerät eine IP-Adresse im lokalen Netzwerk erreichen möchte, braucht es die passende MAC-Adresse.

Dafür wird bei IPv4 ARP verwendet.

ARP steht für:

    Address Resolution Protocol

ARP fragt sinngemäß:

    Wer hat diese IP-Adresse?
    Ich brauche die passende MAC-Adresse.

Beispiel:

    Wer hat 192.168.1.1?
    Antwort: 192.168.1.1 hat die MAC-Adresse aa:bb:cc:dd:ee:ff

Wichtig:

    ARP löst IPv4-Adressen zu MAC-Adressen auf.
    ARP ist für die lokale Kommunikation im LAN wichtig.

Merksatz:

    ARP verbindet IP-Adresse und MAC-Adresse im lokalen Netzwerk.

---

**Schritt 9: Schicht 1 überträgt Bits**

Auf Schicht 1 werden die Daten als Bits übertragen.

Ein Bit kann zwei Zustände haben:

    0
    1

Je nach Übertragungsmedium werden diese Bits übertragen als:

    - elektrische Signale über Kupferkabel
    - Lichtsignale über Glasfaser
    - Funksignale über WLAN

Wichtig:

    Schicht 1 interessiert sich nicht für IP-Adressen, Ports oder Anwendungen.
    Schicht 1 überträgt nur Bits als Signale.

Merksatz:

    Schicht 1 = Bits und Signale

---

**Der Datenweg beim Sender**

Beim Sender werden die Daten schrittweise verpackt.

Vereinfacht:

    Anwendung:
    HTTPS-Daten

    Transportschicht:
    TCP-Header + HTTPS-Daten

    Vermittlungsschicht:
    IP-Header + TCP-Header + HTTPS-Daten

    Sicherungsschicht:
    Ethernet-Header + IP-Header + TCP-Header + HTTPS-Daten + Ethernet-Trailer

    Bitübertragungsschicht:
    Bits werden als Signale übertragen

Fachbegriffe:

| Schicht | Ergebnis |
|---|---|
| Anwendungsschicht | Daten |
| Transportschicht | TCP-Segment |
| Vermittlungsschicht | IP-Paket |
| Sicherungsschicht | Ethernet-Frame |
| Bitübertragungsschicht | Bits |

---

**Der Datenweg beim Empfänger**

Beim Empfänger passiert der Vorgang umgekehrt.

Die Daten werden Schicht für Schicht entpackt.

Vereinfacht:

    Schicht 1:
    Signale werden als Bits empfangen.

    Schicht 2:
    Ethernet-Frame wird geprüft.
    Ethernet-Header und Trailer werden ausgewertet.

    Schicht 3:
    IP-Paket wird ausgewertet.
    Ziel-IP-Adresse wird geprüft.

    Schicht 4:
    TCP-Segment wird ausgewertet.
    Port und Sequenzinformationen werden geprüft.

    Schicht 7:
    Die Anwendung erhält die Nutzdaten.

Das nennt man:

    Entkapselung

Merksatz:

    Sender kapselt ein.
    Empfänger kapselt aus.

---

**Beispiel mit TCP/IP-Modell**

Im TCP/IP-Modell sieht der gleiche Ablauf kompakter aus.

Beispiel HTTPS:

| TCP/IP-Schicht | Beispiel |
|---|---|
| Anwendungsschicht | HTTPS |
| Transportschicht | TCP |
| Internetschicht | IP |
| Netzzugangsschicht | Ethernet oder WLAN |

Vereinfacht:

    HTTPS → TCP → IP → Ethernet/WLAN

Oder allgemein:

    Anwendung → Transport → Internet → Netzzugang

---

**Beispiel mit DNS**

Eine DNS-Anfrage hat einen ähnlichen Weg, nutzt aber häufig UDP statt TCP.

Vereinfacht:

    DNS → UDP → IP → Ethernet/WLAN

Schichtbezug:

| Bestandteil | Schicht |
|---|---:|
| DNS | OSI-Schicht 7 |
| UDP | OSI-Schicht 4 |
| IP | OSI-Schicht 3 |
| Ethernet/WLAN | OSI-Schicht 1/2 |

Wichtig:

    DNS ist ein Anwendungsprotokoll.
    UDP ist das Transportprotokoll.
    IP sorgt für Adressierung und Routing.
    Ethernet oder WLAN sorgt für lokale Übertragung.

---

**Beispiel mit Ping**

Ping nutzt klassisch ICMP.

ICMP steht für:

    Internet Control Message Protocol

Ping verwendet normalerweise:

    ICMP Echo Request
    ICMP Echo Reply

Schichtbezug:

| Bestandteil | Schicht |
|---|---:|
| ICMP | OSI-Schicht 3 |
| IP | OSI-Schicht 3 |
| Ethernet/WLAN | OSI-Schicht 1/2 |

Wichtig:

    ICMP nutzt keine Ports.
    ICMP gehört nicht zu TCP oder UDP.
    ICMP verwendet Typen und Codes.

Merksatz:

    Ping prüft Erreichbarkeit.
    ICMP meldet, prüft und diagnostiziert.

---

**Was passiert beim Weg über einen Router?**

Wenn ein Paket über einen Router weitergeleitet wird, ändert sich der Ethernet-Frame.

Wichtig:

    Das IP-Paket bleibt grundsätzlich erhalten.
    Der Ethernet-Frame wird pro Netzwerkabschnitt neu erstellt.

Beispiel:

    PC → Router:
    Ethernet-Frame mit Ziel-MAC des Routers

    Router → nächster Router:
    neuer Ethernet-Frame mit neuer Ziel-MAC

    letzter Router → Server:
    Ethernet-Frame mit Ziel-MAC des Servers

Das bedeutet:

    MAC-Adressen ändern sich pro Netzwerkabschnitt.
    IP-Adressen bleiben für die Ende-zu-Ende-Kommunikation wichtig.

Merksatz:

    MAC-Adresse = nächster lokaler Schritt
    IP-Adresse = logisches Ziel über Netzwerke hinweg

---

**Was bleibt gleich und was ändert sich?**

| Information | Bleibt auf dem Weg grundsätzlich gleich? | Erklärung |
|---|---|---|
| Ziel-IP-Adresse | ja | Zielhost bleibt derselbe |
| Quell-IP-Adresse | meistens ja | außer bei NAT/PAT |
| Ziel-Port | ja | Dienst bleibt derselbe |
| Quell-Port | ja | Client-Verbindung bleibt zuordenbar |
| Ziel-MAC-Adresse | nein | ändert sich je Netzwerkabschnitt |
| Quell-MAC-Adresse | nein | ändert sich je Netzwerkabschnitt |

Wichtig:

    NAT/PAT kann IP-Adressen und Ports verändern.
    Ohne NAT bleiben Quell- und Ziel-IP grundsätzlich erhalten.

---

**NAT/PAT als Sonderfall**

Bei NAT/PAT kann sich die Quell-IP-Adresse verändern.

NAT steht für:

    Network Address Translation

PAT steht für:

    Port Address Translation

Typischer Fall:

    Ein interner Client nutzt eine private IP-Adresse.
    Der Router ersetzt diese private Quell-IP durch seine öffentliche IP-Adresse.

Beispiel:

    intern:
    192.168.1.20:51544

    extern:
    84.10.20.30:40001

Dadurch können mehrere interne Geräte über eine gemeinsame öffentliche IP-Adresse ins Internet.

Merksatz:

    NAT/PAT verändert Adressen oder Ports an der Router-/Firewall-Grenze.

---

**Datenweg und Firewall**

Eine Firewall kann den Datenweg kontrollieren.

Sie kann zum Beispiel prüfen:

    - Quell-IP-Adresse
    - Ziel-IP-Adresse
    - Quell-Port
    - Ziel-Port
    - Protokoll
    - Verbindungszustand
    - teilweise auch Anwendungsdaten

Beispiel:

    Port 443 erlaubt
    Port 22 blockiert

Wichtig:

    Eine Firewall kann je nach Art auf mehreren OSI-Schichten arbeiten.

Merksatz:

    Firewall = kontrolliert erlaubte und verbotene Kommunikation

---

**Warum ist der Datenweg für die Fehlersuche wichtig?**

Wenn man den Datenweg versteht, kann man Netzwerkfehler systematisch eingrenzen.

Man prüft am besten von unten nach oben.

Beispiel:

    1. Gibt es eine physische Verbindung?
    2. Funktioniert die lokale Verbindung?
    3. Stimmt die IP-Konfiguration?
    4. Ist das Gateway erreichbar?
    5. Funktioniert DNS?
    6. Ist der Zielhost erreichbar?
    7. Ist der Zielport erreichbar?
    8. Antwortet die Anwendung?

Das nennt man häufig:

    schichtweise Fehlersuche

---

**Beispielhafte Fehlersuche nach Schichten**

| Fehlerbild | mögliche Schicht | Beispiel |
|---|---:|---|
| kein Link-Licht | Schicht 1 | Kabel, Port, Netzwerkkarte |
| falsches VLAN | Schicht 2 | Client im falschen Netz |
| falsche IP-Adresse | Schicht 3 | kein Routing möglich |
| falsches Gateway | Schicht 3 | Internet nicht erreichbar |
| DNS funktioniert nicht | Schicht 7 mit Schicht-3-Bezug | Name wird nicht aufgelöst |
| Port blockiert | Schicht 4 / Firewall | Dienst nicht erreichbar |
| Webserver antwortet nicht | Schicht 7 | Anwendung oder Dienstproblem |

Wichtig:

    Ein Fehler auf einer unteren Schicht kann alle höheren Schichten beeinflussen.

Beispiel:

    Wenn das Kabel defekt ist,
    funktionieren IP, TCP, DNS und HTTP ebenfalls nicht.

---

**Typischer Ablauf: Webseite funktioniert nicht**

Wenn eine Webseite nicht funktioniert, kann man prüfen:

    1. Link vorhanden?
    2. IP-Adresse vorhanden?
    3. Standard-Gateway vorhanden?
    4. DNS-Auflösung möglich?
    5. Ziel-IP erreichbar?
    6. Zielport erreichbar?
    7. Webserver antwortet?

Beispiele für Werkzeuge:

| Prüfung | Werkzeug |
|---|---|
| IP-Konfiguration | ipconfig, ip addr |
| Erreichbarkeit | ping |
| Weg zum Ziel | tracert, traceroute |
| DNS-Auflösung | nslookup, dig |
| Port erreichbar | Test-NetConnection, nc |
| Paketanalyse | Wireshark, tcpdump |

---

**Begriff: Standard-Gateway**

Das Standard-Gateway ist der Router, an den ein Host Pakete sendet, wenn das Ziel nicht im eigenen lokalen Netzwerk liegt.

Beispiel:

    Client: 192.168.1.20
    Gateway: 192.168.1.1

Wenn der Client eine externe IP-Adresse erreichen möchte, sendet er das Paket an das Standard-Gateway.

Merksatz:

    Standard-Gateway = Ausgang aus dem eigenen Netzwerk

---

**Begriff: Ende-zu-Ende-Kommunikation**

Ende-zu-Ende-Kommunikation beschreibt die logische Kommunikation zwischen Sender und Empfänger.

Beispiel:

    Client-Anwendung ↔ Server-Anwendung

Bei TCP bedeutet das:

    Die TCP-Verbindung besteht logisch zwischen Client und Server.

Dazwischen können aber mehrere Router liegen.

Merksatz:

    Ende-zu-Ende = vom ursprünglichen Sender bis zum endgültigen Empfänger

---

**Begriff: Hop**

Ein Hop ist ein Zwischenschritt auf dem Weg durch ein Netzwerk.

Meist ist damit ein Router gemeint.

Beispiel:

    Client → Router 1 → Router 2 → Zielserver

Hier gibt es mehrere Hops.

Traceroute zeigt solche Zwischenschritte an.

Merksatz:

    Hop = ein Netzwerksprung über ein Zwischengerät

---

**Typische Prüfungsfragen**

In AP1 oder AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Beschreiben Sie den Weg eines Datenpakets durch die Schichten.
    - Welche Schicht fügt welche Informationen hinzu?
    - Was passiert beim Empfänger?
    - Was ist Kapselung?
    - Was ist Entkapselung?
    - Welche Dateneinheit gehört zu welcher Schicht?
    - Warum ändert sich die MAC-Adresse auf dem Weg?
    - Warum bleibt die IP-Adresse grundsätzlich erhalten?
    - Welche Rolle spielt das Standard-Gateway?
    - Auf welcher Schicht liegt ein bestimmter Fehler?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Ein Switch leitet normalerweise anhand von MAC-Adressen weiter.
    Das ist Schicht 2.

    Ein Router leitet anhand von IP-Adressen weiter.
    Das ist Schicht 3.

    TCP und UDP nutzen Ports.
    Das ist Schicht 4.

    ICMP nutzt keine Ports.
    ICMP gehört in den IP-/Netzwerkbereich.

    DNS ist ein Anwendungsprotokoll,
    auch wenn es für IP-Adressen wichtig ist.

    Die MAC-Adresse gilt nur im lokalen Netzwerkabschnitt.

    Die IP-Adresse beschreibt das logische Ziel.

    Ein Port beschreibt den Dienst auf einem Host.

    NAT/PAT kann IP-Adressen und Ports verändern.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Datenweg | Weg der Daten durch Schichten und Netzwerkgeräte |
| Kapselung | Daten werden beim Senden Schicht für Schicht verpackt |
| Entkapselung | Daten werden beim Empfangen Schicht für Schicht ausgepackt |
| Nutzdaten | eigentlicher Inhalt der Anwendung |
| Header | Steuerinformationen vor den Nutzdaten |
| Frame | Dateneinheit auf Schicht 2 |
| Paket | Dateneinheit auf Schicht 3 |
| Segment | TCP-Dateneinheit auf Schicht 4 |
| Datagramm | UDP-Dateneinheit auf Schicht 4 |
| MAC-Adresse | lokale Hardwareadresse im LAN |
| IP-Adresse | logische Adresse für Netzwerkkommunikation |
| Port | Dienstadresse auf einem Host |
| Router | Gerät zur Verbindung verschiedener Netzwerke |
| Switch | Gerät zur Weiterleitung im lokalen Netzwerk anhand von MAC-Adressen |
| Standard-Gateway | Router für Ziele außerhalb des eigenen Netzes |
| Hop | Zwischenschritt über ein Netzwerkgerät |
| Routing | Weiterleitung von Paketen zwischen Netzwerken |
| ARP | Auflösung von IPv4-Adresse zu MAC-Adresse |
| DNS | Namensauflösung von Namen zu IP-Adressen |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Beim Senden von Daten werden die Nutzdaten durch die Schichten eines Netzwerkmodells verarbeitet und jeweils um Steuerinformationen ergänzt. Dieser Vorgang heißt Kapselung. Auf der Transportschicht entstehen zum Beispiel TCP-Segmente oder UDP-Datagramme, auf der Vermittlungsschicht IP-Pakete und auf der Sicherungsschicht Ethernet-Frames. Auf der Bitübertragungsschicht werden die Daten als Bits über ein Medium übertragen. Beim Empfänger werden die Informationen in umgekehrter Reihenfolge ausgewertet und entfernt. Dieser Vorgang heißt Entkapselung.

---

**Merksätze**

    Sender kapselt ein.
    Empfänger kapselt aus.

    Anwendung erzeugt Daten.

    TCP oder UDP transportiert zwischen Anwendungen.

    IP adressiert und routet zwischen Netzwerken.

    Ethernet oder WLAN überträgt im lokalen Netzwerk.

    Schicht 1 überträgt Bits als Signale.

    Port = welcher Dienst?

    IP-Adresse = welcher Host oder welches Netz?

    MAC-Adresse = welches Gerät im lokalen Netzwerkabschnitt?

    Switch = Schicht 2

    Router = Schicht 3

    TCP und UDP = Schicht 4

    ICMP = Schicht 3

    DNS = Anwendungsschicht mit starkem IP-Bezug

    MAC-Adressen können sich auf dem Weg ändern.

    IP-Adressen bleiben grundsätzlich für die Ende-zu-Ende-Kommunikation erhalten.

    NAT/PAT ist ein Sonderfall,
    weil dabei IP-Adressen oder Ports verändert werden können.

    Bei der Fehlersuche zuerst die unteren Schichten prüfen.