# 4.6 Merksätze und Prüfungswissen zu OSI-Schicht 1

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zur OSI-Schicht 1 zusammen.

OSI-Schicht 1 heißt:

    Bitübertragungsschicht

Sie ist die unterste offizielle Schicht des OSI-Modells.

Ihre Hauptaufgabe ist:

    Bits als physische Signale übertragen.

Wichtig:

    Schicht 1 kennt keine IP-Adressen,
    keine MAC-Adressen,
    keine Ports
    und keine Anwendungen.

---

**Grundidee von Schicht 1**

Schicht 1 beschäftigt sich mit der physischen Übertragung.

Dabei geht es um:

    - Bits
    - Signale
    - elektrische Übertragung
    - optische Übertragung
    - Funkübertragung
    - Signalpegel
    - Taktung
    - Synchronisation
    - Geschwindigkeit
    - Duplex
    - physische Schnittstellen
    - Link-Status

Merksatz:

    Schicht 1 = Bits und Signale.

---

**Offizielle Einordnung im OSI-Modell**

| OSI-Schicht | Name | Kurzaufgabe |
|---:|---|---|
| 7 | Anwendungsschicht | Netzwerkdienste für Anwendungen |
| 6 | Darstellungsschicht | Daten darstellen, codieren, verschlüsseln |
| 5 | Sitzungsschicht | Sitzungen verwalten |
| 4 | Transportschicht | Ende-zu-Ende-Transport |
| 3 | Vermittlungsschicht | IP-Adressierung und Routing |
| 2 | Sicherungsschicht | Frames und MAC-Adressen |
| 1 | Bitübertragungsschicht | Bits als Signale übertragen |

Wichtig:

    Schicht 1 ist die unterste offizielle OSI-Schicht.

---

**Schicht 0 und Schicht 1 unterscheiden**

In unserem Lernsystem wurde vorher Schicht 0 als Lernhilfe verwendet.

Schicht 0 ist nicht offiziell im OSI-Modell.

| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| Schicht 0 | Übertragungsmedien und Verkabelung |
| Schicht 1 | Bitübertragung über Signale |

Beispiel:

    Twisted-Pair-Kabel = Schicht 0 / Medium
    elektrische Signalübertragung = Schicht 1

    Glasfaser = Schicht 0 / Medium
    Lichtsignal = Schicht 1

Merksatz:

    Schicht 0 = worüber übertragen wird.
    Schicht 1 = wie Bits übertragen werden.

---

**Bit und Signal**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Bit | kleinste Informationseinheit, 0 oder 1 |
| Signal | physische Darstellung eines Bits oder einer Bitfolge |

Ein Bit ist logisch.

Ein Signal ist physisch.

Beispiel:

    Bitfolge:
    1 0 1 1

Diese Bitfolge muss auf dem Medium als Signal dargestellt werden.

Merksatz:

    Bits sind logisch.
    Signale sind physisch.

---

**Signalarten**

Je nach Medium gibt es unterschiedliche Signalarten.

| Medium | Signalart |
|---|---|
| Kupferkabel | elektrische Signale |
| Lichtwellenleiter | optische Signale |
| WLAN | elektromagnetische Funksignale |

Merksätze:

    Kupfer = elektrisch.

    Glasfaser = optisch.

    WLAN = Funk.

---

**Elektrische Übertragung**

Elektrische Übertragung findet über Kupfer statt.

Typische Medien:

    - Twisted-Pair-Kabel
    - Koaxialkabel

Typische Einflussfaktoren:

    - Kabellänge
    - Kabelqualität
    - Schirmung
    - Steckverbindungen
    - elektromagnetische Störungen
    - Dämpfung

Merksatz:

    Kupfer überträgt Bits als elektrische Signale.

---

**Optische Übertragung**

Optische Übertragung findet über Lichtwellenleiter statt.

Andere Bezeichnungen:

    - LWL
    - Glasfaser
    - Fiber

Typische Einflussfaktoren:

    - Faserart
    - Wellenlänge
    - SFP-Modul
    - Steckverbindungen
    - Verschmutzung
    - Dämpfung
    - Biegeradius
    - TX/RX

Wichtig:

    Niemals direkt in Glasfaser oder optische Ports schauen.

Merksatz:

    Glasfaser überträgt Bits als Lichtsignale.

---

**Funkübertragung**

Funkübertragung findet bei WLAN statt.

Typische Frequenzbereiche:

    - 2,4 GHz
    - 5 GHz
    - 6 GHz

Typische Einflussfaktoren:

    - Entfernung
    - Wände
    - Decken
    - Störungen
    - Kanalbelegung
    - Signalstärke
    - Access-Point-Position
    - Anzahl der Clients

Merksatz:

    WLAN überträgt Bits per Funk.

---

**Codierung**

Codierung bedeutet:

    Bits werden nach einer festgelegten Regel als Signale dargestellt.

Vereinfacht:

    Bit 0 = bestimmter Signalzustand
    Bit 1 = anderer Signalzustand

In echten Netzwerken sind die Verfahren komplexer.

Für die Prüfung reicht:

    Schicht 1 legt fest,
    wie Bits physisch übertragen werden.

Merksatz:

    Codierung macht Bits auf dem Medium übertragbar.

---

**Modulation**

Modulation bedeutet:

    Information wird auf ein Signal aufgeprägt.

Besonders wichtig ist Modulation bei Funktechnik.

Eigenschaften eines Signals können verändert werden, zum Beispiel:

    - Amplitude
    - Frequenz
    - Phase

Merksatz:

    Modulation = Information auf ein Signal aufprägen.

---

**Taktung und Synchronisation**

Sender und Empfänger müssen zeitlich zusammenpassen.

Der Empfänger muss erkennen:

    Wann beginnt ein Bit?
    Wann endet ein Bit?
    Wann soll das Signal ausgewertet werden?

Dazu dienen:

    - Taktung
    - Synchronisation

Merksatz:

    Synchronisation sorgt dafür,
    dass Sender und Empfänger die Bitfolge gleich verstehen.

---

**Bitrate und Baudrate**

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Bitrate | übertragene Bits pro Sekunde |
| Baudrate | übertragene Symbole pro Sekunde |

Wichtig:

    Bitrate und Baudrate sind nicht immer dasselbe.

Ein Symbol kann je nach Verfahren ein oder mehrere Bits darstellen.

Merksatz:

    Bitrate = Bits pro Sekunde.
    Baudrate = Symbole pro Sekunde.

---

**Bandbreite, Durchsatz und Latenz**

Diese Begriffe werden oft verwechselt.

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Bandbreite | theoretische oder mögliche Übertragungskapazität |
| Durchsatz | tatsächlich erreichte Datenrate |
| Latenz | Verzögerungszeit |
| Jitter | Schwankung der Verzögerung |

Prüfungsfalle:

    Bandbreite ist nicht automatisch Durchsatz.

Merksätze:

    Bandbreite = möglich.

    Durchsatz = tatsächlich erreicht.

    Latenz = Verzögerung.

    Jitter = schwankende Verzögerung.

---

**Dämpfung und Signalqualität**

Dämpfung bedeutet:

    Ein Signal wird schwächer.

Signalqualität beschreibt:

    wie gut ein Signal beim Empfänger ankommt.

Typische Ursachen schlechter Signalqualität:

    - zu lange Strecke
    - defektes Kabel
    - schlechte Steckverbindung
    - Störungen
    - Rauschen
    - Verschmutzung bei LWL
    - falsches SFP-Modul
    - schwaches WLAN-Signal

Merksatz:

    Dämpfung = Signalverlust.

---

**SNR**

SNR steht für:

    Signal-to-Noise Ratio

Auf Deutsch:

    Signal-Rausch-Abstand

Ein hoher SNR-Wert bedeutet:

    Das Nutzsignal ist deutlich stärker als das Störsignal.

Ein niedriger SNR-Wert bedeutet:

    Das Nutzsignal ist schwerer vom Rauschen zu unterscheiden.

Merksatz:

    Hoher SNR = bessere Signalqualität.

---

**Bitfehler und Bitfehlerrate**

Ein Bitfehler entsteht, wenn ein Bit falsch erkannt wird.

Beispiel:

    gesendet: 1
    empfangen: 0

Die Bitfehlerrate beschreibt, wie viele Bits fehlerhaft übertragen werden.

Abkürzung:

    BER

BER steht für:

    Bit Error Rate

Merksatz:

    BER = Anteil fehlerhafter Bits.

---

**Simplex, Halbduplex und Vollduplex**

| Modus | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Simplex | nur eine Richtung | Radio |
| Halbduplex | beide Richtungen, aber abwechselnd | Walkie-Talkie |
| Vollduplex | beide Richtungen gleichzeitig | Telefonat |

Prüfungstauglich:

    Simplex = eine Richtung.
    Halbduplex = abwechselnd.
    Vollduplex = gleichzeitig.

Merksatz:

    Vollduplex ist bei modernen Switch-Verbindungen üblich.

---

**Auto-Negotiation**

Auto-Negotiation bedeutet:

    Zwei Netzwerkgeräte handeln automatisch Verbindungseigenschaften aus.

Dazu gehören zum Beispiel:

    - Geschwindigkeit
    - Duplexmodus
    - unterstützte Betriebsarten

Beispiel:

    PC und Switch einigen sich auf 1 Gbit/s Vollduplex.

Wichtig:

    Beide Seiten müssen die Betriebsart unterstützen.

Merksatz:

    Auto-Negotiation = automatische Aushandlung der Verbindung.

---

**Link und Link-LED**

Ein Link ist eine aktive physische Verbindung.

Die Link-LED zeigt häufig an, ob eine Verbindung erkannt wurde.

Typische Bedeutung:

| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| LED aus | kein Link |
| LED an | Link vorhanden |
| LED blinkt | Aktivität |
| andere Farbe | oft andere Geschwindigkeit |

Wichtig:

    Link vorhanden bedeutet nicht automatisch,
    dass IP oder DNS funktionieren.

Merksatz:

    Link = physische Verbindung,
    nicht vollständige Netzwerkfunktion.

---

**Hub**

Ein Hub ist ein altes Schicht-1-Gerät.

Ein Hub arbeitet so:

    Signal kommt an einem Port an.
    Hub verteilt das Signal an alle anderen Ports.

Ein Hub prüft nicht:

    - MAC-Adresse
    - IP-Adresse
    - VLAN
    - TCP-Port
    - Anwendung

Merksatz:

    Hub = Schicht 1,
    verteilt Signale an alle Ports.

---

**Repeater**

Ein Repeater arbeitet auf Schicht 1.

Aufgabe:

    Signal aufnehmen,
    neu aufbereiten,
    weitergeben.

Ein Repeater hilft gegen Signalabschwächung.

Er trifft aber keine logischen Weiterleitungsentscheidungen.

Merksatz:

    Repeater = Signal regenerieren.

---

**Medienkonverter**

Ein Medienkonverter verbindet unterschiedliche Übertragungsmedien.

Typisches Beispiel:

    Kupfer Ethernet
    ↔
    Glasfaser Ethernet

Er wandelt zum Beispiel:

    elektrisches Signal
    ↔
    optisches Signal

Wichtig:

    Ein Medienkonverter ändert normalerweise keine IP-Adresse.

Merksatz:

    Medienkonverter = Medium wandeln,
    nicht IP-Adresse ändern.

---

**SFP-Modul**

SFP steht für:

    Small Form-factor Pluggable

Ein SFP-Modul ist ein steckbares Netzwerkmodul.

Es stellt eine physische Schnittstelle bereit.

Beispiele:

    - Multimode-LWL
    - Singlemode-LWL
    - RJ45-Kupfer
    - DAC
    - AOC

Merksatz:

    SFP = steckbare physische Netzwerkschnittstelle.

---

**SFP-Port und SFP-Modul**

Nicht verwechseln:

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| SFP-Port | Steckplatz am Gerät |
| SFP-Modul | eingesteckte physische Schnittstelle |

Prüfungsfalle:

    Ein SFP-Port allein ist noch keine Glasfaserverbindung.

Merksatz:

    SFP-Port = Steckplatz.
    SFP-Modul = Schnittstelle.

---

**Kollisionen**

Eine Kollision entsteht, wenn mehrere Geräte gleichzeitig auf einem gemeinsamen Medium senden.

Das war besonders relevant bei:

    - Koaxial-Ethernet
    - Hubs
    - Halbduplex-Ethernet

Bei modernen Switch-Verbindungen mit Vollduplex spielen klassische Kollisionen praktisch keine Rolle mehr.

Merksatz:

    Kollision = gleichzeitiges Senden auf gemeinsamem Medium.

---

**Kollisionsdomäne**

Eine Kollisionsdomäne ist ein Bereich, in dem Kollisionen auftreten können.

Bei einem Hub:

    alle Ports in einer gemeinsamen Kollisionsdomäne

Bei einem Switch:

    normalerweise jeder Port eigene Kollisionsdomäne

Merksatz:

    Hub = eine Kollisionsdomäne.
    Switch = getrennte Kollisionsbereiche pro Port.

---

**CSMA/CD und CSMA/CA**

| Verfahren | Bedeutung | Einsatz |
|---|---|---|
| CSMA/CD | Collision Detection | älteres kabelgebundenes Ethernet |
| CSMA/CA | Collision Avoidance | WLAN |

CSMA/CD bedeutet:

    Kollisionserkennung

CSMA/CA bedeutet:

    Kollisionsvermeidung

Merksatz:

    CD = Detection.
    CA = Avoidance.

---

**Typische Schicht-1-Geräte und Komponenten**

| Gerät / Komponente | Schicht-1-Bezug |
|---|---|
| Netzwerkkarte | sendet und empfängt Signale |
| Hub | verteilt Signale |
| Repeater | regeneriert Signale |
| Medienkonverter | wandelt Übertragungsmedium |
| SFP-Modul | stellt physische Schnittstelle bereit |
| Kabel | physisches Medium |
| Stecker | physische Verbindung |
| Antenne | Funkübertragung |
| Access Point | Funk auf Schicht 1, WLAN-Zugriff auf Schicht 2 |
| Switch-Port | physischer Anschluss auf Schicht 1 |

Wichtig:

    Ein Gerät kann mehrere Schichten betreffen.
    Die betrachtete Funktion entscheidet über die Schicht.

---

**Gerätezuordnung für die Prüfung**

| Gerät | typische Hauptschicht |
|---|---:|
| Hub | Schicht 1 |
| Repeater | Schicht 1 |
| Medienkonverter | Schicht 1 |
| Switch | Schicht 2 |
| Bridge | Schicht 2 |
| Router | Schicht 3 |
| Layer-3-Switch | Schicht 2 und 3 |
| Firewall | je nach Funktion Schicht 3, 4 oder 7 |
| Access Point | Schicht 1 und 2 |

Merksatz:

    Hub = Schicht 1.
    Switch = Schicht 2.
    Router = Schicht 3.

---

**Was Schicht 1 nicht macht**

Schicht 1 macht nicht:

    - MAC-Adressen auswerten
    - Ethernet-Frames gezielt weiterleiten
    - VLANs trennen
    - IP-Adressen verwalten
    - Routing durchführen
    - TCP- oder UDP-Ports auswerten
    - DNS-Namen auflösen
    - Webseiten bereitstellen
    - Benutzer authentifizieren

Merksatz:

    Schicht 1 kennt keine logischen Adressen und keine Dienste.

---

**Typische Schicht-1-Fehler**

Typische Fehler:

    - kein Link
    - Link flapping
    - Kabel defekt
    - Stecker beschädigt
    - falsches SFP-Modul
    - TX/RX bei LWL vertauscht
    - WLAN-Signal zu schwach
    - falsche Geschwindigkeit
    - Duplex-Mismatch
    - zu hohe Dämpfung
    - schlechte Signalqualität
    - Stromversorgung fehlt

Merksatz:

    Schicht-1-Fehler sind physische Verbindungsfehler.

---

**Fehlerbild: Kein Link**

Kein Link bedeutet:

    keine aktive physische Verbindung.

Mögliche Ursachen:

    - Kabel nicht gesteckt
    - falscher Port
    - defektes Kabel
    - defekter Switch-Port
    - Netzwerkkarte deaktiviert
    - falsches SFP-Modul
    - TX/RX vertauscht
    - kein Strom

Merksatz:

    Kein Link = zuerst Schicht 1 prüfen.

---

**Fehlerbild: Nur 100 Mbit/s statt 1 Gbit/s**

Mögliche Ursachen:

    - nur 4 Adern verbunden
    - Kabel defekt
    - Dose falsch aufgelegt
    - Patchfeldproblem
    - altes Gerät
    - schlechter Port
    - schlechte Signalqualität

Wichtig:

    1000BASE-T benötigt alle 8 Adern.

Merksatz:

    Gigabit über Twisted Pair braucht alle 8 Adern.

---

**Fehlerbild: CRC- oder FCS-Fehler**

CRC- und FCS-Fehler werden auf Schicht 2 erkannt.

Die Ursache liegt aber oft auf Schicht 1.

Mögliche Ursachen:

    - schlechtes Kabel
    - Störungen
    - schlechte Steckverbindung
    - zu lange Strecke
    - Duplex-Probleme
    - schlechte Glasfaserstrecke

Merksatz:

    Schicht 2 erkennt den Fehler,
    Schicht 1 verursacht ihn oft.

---

**Schicht-1-Fehlersuche**

Sinnvolle Reihenfolge:

    1. Strom prüfen
    2. Kabel prüfen
    3. Stecker prüfen
    4. Link-LED prüfen
    5. Port prüfen
    6. Geschwindigkeit prüfen
    7. Duplex prüfen
    8. Fehlerzähler prüfen
    9. SFP / LWL prüfen
    10. WLAN-Signal prüfen

Danach:

    MAC,
    VLAN,
    IP,
    DNS,
    Anwendung

Merksatz:

    Erst physisch,
    dann logisch.

---

**Typische Werkzeuge**

| Werkzeug | Einsatz |
|---|---|
| Sichtprüfung | Kabel, Stecker, LEDs prüfen |
| Kabeltester | Adern und Durchgang prüfen |
| Switch-Port-Status | Link, Speed, Duplex, Fehler prüfen |
| Betriebssystemanzeige | Adapterstatus und Link-Speed prüfen |
| WLAN-Analyzer | Signal, Kanal und Störungen prüfen |
| optischer Leistungsmesser | LWL-Signal prüfen |
| LWL-Reinigungswerkzeug | Glasfaserstecker reinigen |

Merksatz:

    Gute Fehlersuche kombiniert Prüfen, Messen und Eingrenzen.

---

**Schicht-1-Fehler und höhere Symptome**

Schicht-1-Fehler können sich wie höhere Netzwerkprobleme anfühlen.

| Symptom | mögliche Schicht-1-Ursache |
|---|---|
| Webseite langsam | Paketverluste durch schlechte Verbindung |
| VPN bricht ab | Link flapping |
| VoIP klingt schlecht | Jitter durch instabile Verbindung |
| Dateiübertragung langsam | schlechte Signalqualität |
| Server nicht erreichbar | kein Link |
| WLAN langsam | schwaches Signal oder Störungen |

Merksatz:

    Probleme oben können unten verursacht werden.

---

**Prüfungswissen: wichtigste Zuordnungen**

| Begriff | richtige Einordnung |
|---|---|
| Bit | Schicht 1 |
| Signal | Schicht 1 |
| Link | Schicht 1 |
| Hub | Schicht 1 |
| Repeater | Schicht 1 |
| Medienkonverter | Schicht 1 |
| SFP-Modul | Schicht 1 |
| MAC-Adresse | Schicht 2 |
| Ethernet-Frame | Schicht 2 |
| VLAN | Schicht 2 |
| IP-Adresse | Schicht 3 |
| Routing | Schicht 3 |
| TCP-Port | Schicht 4 |
| DNS | Schicht 7 |

Merksatz:

    Signal = Schicht 1.
    MAC = Schicht 2.
    IP = Schicht 3.
    Port = Schicht 4.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Welche Aufgabe hat die Bitübertragungsschicht?
    - Was wird auf Schicht 1 übertragen?
    - Was ist der Unterschied zwischen Bit und Signal?
    - Welche Signalarten gibt es?
    - Was macht ein Hub?
    - Was macht ein Repeater?
    - Was macht ein Medienkonverter?
    - Was ist ein SFP-Modul?
    - Was bedeutet Auto-Negotiation?
    - Was bedeutet Simplex, Halbduplex und Vollduplex?
    - Was ist eine Kollision?
    - Was ist eine Kollisionsdomäne?
    - Was bedeutet CSMA/CD?
    - Was bedeutet CSMA/CA?
    - Welche Fehler gehören zu Schicht 1?
    - Warum prüft man bei Netzwerkfehlern zuerst Schicht 1?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Schicht 1 ist die unterste offizielle OSI-Schicht.

    Schicht 1 überträgt Bits,
    keine IP-Pakete im fachlichen Sinne.

    Bits und Signale sind nicht dasselbe.

    Schicht 1 kennt keine MAC-Adressen.

    Schicht 1 kennt keine IP-Adressen.

    Schicht 1 kennt keine TCP- oder UDP-Ports.

    Hub ist Schicht 1.

    Switch ist typischerweise Schicht 2.

    Router ist typischerweise Schicht 3.

    Link vorhanden bedeutet nicht automatisch,
    dass IP korrekt ist.

    Kein Link ist zuerst ein Schicht-1-Problem.

    CRC/FCS-Fehler werden auf Schicht 2 erkannt,
    können aber durch Schicht 1 verursacht werden.

    Gigabit über Twisted Pair braucht alle 8 Adern.

    WLAN ist ein geteiltes Funkmedium.

    Auto-Negotiation kann durch Kabelprobleme beeinflusst werden.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Bitübertragungsschicht | OSI-Schicht 1 |
| Bit | kleinste Informationseinheit |
| Signal | physische Darstellung von Information |
| elektrische Signale | Übertragung über Kupfer |
| optische Signale | Übertragung über Licht |
| Funksignale | drahtlose Übertragung |
| Codierung | Darstellung von Bits als Signale |
| Modulation | Information auf ein Signal aufprägen |
| Taktung | zeitliche Einteilung der Übertragung |
| Synchronisation | zeitliche Abstimmung |
| Bitrate | Bits pro Sekunde |
| Baudrate | Symbole pro Sekunde |
| Dämpfung | Signalverlust |
| SNR | Signal-Rausch-Abstand |
| BER | Bitfehlerrate |
| Link | aktive physische Verbindung |
| Auto-Negotiation | automatische Aushandlung |
| Simplex | eine Richtung |
| Halbduplex | abwechselnd |
| Vollduplex | gleichzeitig |
| Hub | Schicht-1-Gerät |
| Repeater | Signalregenerator |
| Medienkonverter | wandelt Übertragungsmedien |
| SFP | steckbares Netzwerkmodul |

---

**IHK-sichere Gesamtformulierung**

Die Bitübertragungsschicht ist Schicht 1 des OSI-Modells. Sie ist für die physische Übertragung einzelner Bits über ein Übertragungsmedium zuständig. Bits werden je nach Medium als elektrische, optische oder elektromagnetische Signale übertragen. Zur Schicht 1 gehören Themen wie Signalpegel, Codierung, Modulation, Taktung, Synchronisation, Link, Übertragungsgeschwindigkeit, Duplexmodus, Auto-Negotiation, Hub, Repeater, Medienkonverter und SFP-Module. Schicht 1 kennt keine MAC-Adressen, IP-Adressen oder TCP-/UDP-Ports. Fehler auf Schicht 1 können alle höheren Schichten beeinflussen und sollten bei der Fehlersuche zuerst geprüft werden.

---

**Wichtigste Merksätze**

    Schicht 1 = Bitübertragungsschicht.

    Schicht 1 ist die unterste offizielle OSI-Schicht.

    Schicht 1 überträgt Bits als Signale.

    Bits sind logisch.

    Signale sind physisch.

    Kupfer = elektrische Signale.

    Glasfaser = optische Signale.

    WLAN = Funksignale.

    Codierung = Bits als Signale darstellen.

    Modulation = Information auf ein Signal aufprägen.

    Dämpfung = Signalverlust.

    SNR = Signal-Rausch-Abstand.

    Bitrate = Bits pro Sekunde.

    Baudrate = Symbole pro Sekunde.

    Bandbreite ist nicht Durchsatz.

    Simplex = eine Richtung.

    Halbduplex = abwechselnd.

    Vollduplex = gleichzeitig.

    Auto-Negotiation = automatische Aushandlung.

    Link = aktive physische Verbindung.

    Link vorhanden bedeutet nicht automatisch IP korrekt.

    Hub = Schicht 1.

    Switch = Schicht 2.

    Router = Schicht 3.

    Medienkonverter = hauptsächlich Schicht 1.

    SFP-Modul = physische Schnittstelle.

    Schicht 1 kennt keine MAC-Adressen.

    Schicht 1 kennt keine IP-Adressen.

    Schicht 1 kennt keine Ports.

    Kein Link = zuerst Schicht 1 prüfen.

    Erst physisch,
    dann logisch.

    Ohne funktionierende Schicht 1
    funktionieren höhere Schichten nicht zuverlässig.