# 5.2 Ethernet-Frame und MAC-Adressen

Auf OSI-Schicht 2 werden Daten in sogenannten Frames übertragen.

Bei Ethernet heißen diese Datenrahmen:

    Ethernet-Frames

Ein Ethernet-Frame enthält alle Informationen, die für die lokale Übertragung im LAN notwendig sind.

Besonders wichtig sind:

    - Ziel-MAC-Adresse
    - Quell-MAC-Adresse
    - Nutzdaten
    - Prüfsumme

Merksatz:

    Ethernet-Frame = Datenrahmen für die lokale Übertragung im Ethernet-LAN.

---

**Warum gibt es Frames?**

Schicht 1 überträgt nur Bits als Signale.

Schicht 2 muss daraus geordnete Einheiten bilden.

Ein Empfänger muss erkennen können:

    Wo beginnt die Übertragung?
    Wo endet die Übertragung?
    Von wem kommt sie?
    Für wen ist sie bestimmt?
    Sind die Daten beschädigt?

Diese geordnete Einheit ist der Frame.

Merksatz:

    Frames machen aus einzelnen Bits eine nutzbare lokale Datenübertragung.

---

**Begriff: Frame**

Ein Frame ist die Protocol Data Unit der OSI-Schicht 2.

PDU steht für:

    Protocol Data Unit

Auf Deutsch sinngemäß:

    Protokolldateneinheit

Ein Frame ist also die typische Datenform auf der Sicherungsschicht.

Vergleich:

| Schicht | typische Datenform |
|---|---|
| Schicht 1 | Bits |
| Schicht 2 | Frame |
| Schicht 3 | Paket |
| Schicht 4 | Segment oder Datagramm |

Merksatz:

    Schicht 2 arbeitet mit Frames.

---

**Ethernet-Frame vereinfacht**

Ein Ethernet-Frame besteht vereinfacht aus mehreren Teilen.

| Bestandteil | Aufgabe |
|---|---|
| Ziel-MAC-Adresse | Empfänger im lokalen Netzwerk |
| Quell-MAC-Adresse | Absender im lokalen Netzwerk |
| Typ / Länge | gibt an, welches Protokoll oder welche Länge folgt |
| Nutzdaten | transportierte Daten höherer Schichten |
| FCS | Prüfinformation zur Fehlererkennung |

Vereinfacht:

    Ziel
    Absender
    Inhalt
    Prüfung

Merksatz:

    Ein Ethernet-Frame enthält Ziel, Absender, Inhalt und Prüfinformation.

---

**Ziel-MAC-Adresse**

Die Ziel-MAC-Adresse gibt an, an welches Gerät der Frame im lokalen Netzwerk gesendet werden soll.

Beispiel:

    PC A sendet an PC B.

Dann steht im Ethernet-Frame:

    Ziel-MAC-Adresse = MAC-Adresse von PC B

Die Ziel-MAC-Adresse ist für Switches besonders wichtig.

Ein Switch prüft die Ziel-MAC-Adresse und entscheidet dann, an welchen Port der Frame weitergeleitet wird.

Merksatz:

    Ziel-MAC = lokaler Empfänger des Frames.

---

**Quell-MAC-Adresse**

Die Quell-MAC-Adresse gibt an, von welchem Gerät der Frame stammt.

Beispiel:

    PC A sendet an PC B.

Dann steht im Ethernet-Frame:

    Quell-MAC-Adresse = MAC-Adresse von PC A

Switches lernen MAC-Adressen über die Quell-MAC-Adresse.

Wenn ein Frame an einem Switch-Port eingeht, merkt sich der Switch:

    Diese MAC-Adresse ist über diesen Port erreichbar.

Merksatz:

    Quell-MAC = lokaler Absender des Frames.

---

**MAC-Adresse**

MAC steht für:

    Media Access Control

Eine MAC-Adresse ist eine lokale Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle.

Typische Netzwerkschnittstellen:

    - Ethernet-Port
    - WLAN-Adapter
    - virtuelle Netzwerkkarte
    - Server-Netzwerkkarte
    - USB-LAN-Adapter

Eine MAC-Adresse identifiziert eine Schnittstelle im lokalen Netzwerk.

Merksatz:

    MAC-Adresse = lokale Adresse einer Netzwerkschnittstelle.

---

**Aufbau einer MAC-Adresse**

Eine klassische MAC-Adresse hat:

    48 Bit

Sie wird meist hexadezimal dargestellt.

Beispiel:

    00:1A:2B:3C:4D:5E

Oder:

    00-1A-2B-3C-4D-5E

Hexadezimal bedeutet:

    Ziffern 0 bis 9
    und Buchstaben A bis F

Ein Byte wird dabei durch zwei Hex-Zeichen dargestellt.

Merksatz:

    MAC-Adresse = 48 Bit, meist hexadezimal geschrieben.

---

**OUI und Geräteanteil**

Eine MAC-Adresse kann in zwei Bereiche unterteilt werden.

| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| OUI | Herstellerkennung |
| Geräteanteil | eindeutiger Teil für das Gerät |

OUI steht für:

    Organizationally Unique Identifier

Der OUI-Bereich zeigt, welchem Hersteller ein MAC-Adressbereich zugeordnet wurde.

Wichtig:

    In der Praxis können MAC-Adressen auch virtuell erzeugt oder geändert werden.
    Deshalb ist die MAC-Adresse nicht immer ein absolut sicherer Gerätenachweis.

Merksatz:

    OUI = Herstellerkennung in der MAC-Adresse.

---

**Unicast-MAC-Adresse**

Unicast bedeutet:

    ein Absender an einen bestimmten Empfänger

Eine Unicast-MAC-Adresse gehört zu einer einzelnen Netzwerkschnittstelle.

Beispiel:

    PC A sendet einen Frame direkt an PC B.

Dann verwendet PC A die Ziel-MAC-Adresse von PC B.

Merksatz:

    Unicast = einer an einen.

---

**Broadcast-MAC-Adresse**

Broadcast bedeutet:

    ein Absender an alle Geräte im lokalen Netzwerk

Die Ethernet-Broadcast-MAC-Adresse lautet:

    FF:FF:FF:FF:FF:FF

Ein Broadcast wird an alle Geräte innerhalb der Broadcast-Domäne gesendet.

Typische Beispiele:

    - ARP-Anfrage
    - DHCP-Anfrage

Merksatz:

    Broadcast = einer an alle.

---

**Multicast-MAC-Adresse**

Multicast bedeutet:

    ein Absender an eine bestimmte Gruppe von Empfängern

Nicht alle Geräte sollen den Frame erhalten, sondern nur Mitglieder einer bestimmten Gruppe.

Multicast wird zum Beispiel verwendet bei:

    - Streaming
    - IPTV
    - bestimmten Protokollen
    - Gruppenkommunikation

Merksatz:

    Multicast = einer an eine Gruppe.

---

**Unicast, Broadcast und Multicast im Vergleich**

| Art | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Unicast | einer an einen | PC an Server |
| Broadcast | einer an alle | ARP-Anfrage |
| Multicast | einer an eine Gruppe | Streaming-Gruppe |

Prüfungstauglich:

    Unicast = gezielt.
    Broadcast = alle.
    Multicast = Gruppe.

---

**EtherType**

Im Ethernet-Frame gibt es ein Feld, das häufig angibt, welches Protokoll in den Nutzdaten enthalten ist.

Dieses Feld nennt man:

    EtherType

Beispiele:

| EtherType | Bedeutung |
|---|---|
| 0x0800 | IPv4 |
| 0x86DD | IPv6 |
| 0x0806 | ARP |

Wichtig:

    Der Ethernet-Frame kann Daten verschiedener höherer Protokolle transportieren.

Merksatz:

    EtherType zeigt, welches Protokoll im Frame transportiert wird.

---

**Nutzdaten im Ethernet-Frame**

Die Nutzdaten sind der Inhalt, den der Ethernet-Frame transportiert.

Das können zum Beispiel sein:

    - ein IPv4-Paket
    - ein IPv6-Paket
    - eine ARP-Nachricht
    - andere Protokolldaten

Wichtig:

    Der Ethernet-Frame transportiert Daten höherer Schichten.

Schicht 2 interessiert sich dabei nicht für die vollständige Bedeutung der Anwendung.

Merksatz:

    Ethernet transportiert Nutzdaten höherer Schichten lokal weiter.

---

**FCS**

FCS steht für:

    Frame Check Sequence

Die FCS ist eine Prüfinformation am Ende des Ethernet-Frames.

Sie dient zur Fehlererkennung.

Der Empfänger kann damit prüfen, ob der Frame während der Übertragung beschädigt wurde.

Merksatz:

    FCS = Prüfinformation zur Fehlererkennung im Frame.

---

**CRC**

CRC steht für:

    Cyclic Redundancy Check

CRC ist ein Verfahren zur Fehlererkennung.

Die FCS im Ethernet-Frame basiert auf einem CRC-Verfahren.

Wenn die Prüfung fehlschlägt, gilt der Frame als beschädigt.

Dann wird er verworfen.

Merksatz:

    CRC erkennt Übertragungsfehler.

---

**Fehlererkennung, aber keine Fehlerkorrektur**

Ethernet kann über FCS/CRC beschädigte Frames erkennen.

Aber:

    Ethernet korrigiert den beschädigten Frame normalerweise nicht selbst.

Ein fehlerhafter Frame wird verworfen.

Wenn eine erneute Übertragung nötig ist, passiert das durch höhere Schichten.

Beispiel:

    TCP kann fehlende Daten erneut übertragen lassen.

Merksatz:

    Schicht 2 erkennt viele Fehler,
    korrigiert sie aber normalerweise nicht selbst.

---

**Präambel und SFD**

Vor dem eigentlichen Ethernet-Frame gibt es technische Felder zur Synchronisation.

Dazu gehören:

    Präambel
    SFD

SFD steht für:

    Start Frame Delimiter

Aufgabe:

    Der Empfänger soll erkennen,
    dass ein Frame beginnt.

Für die Prüfung ist meist nur wichtig:

    Ethernet braucht eine Möglichkeit,
    den Beginn eines Frames zu erkennen.

Merksatz:

    Präambel und SFD helfen beim Erkennen des Frame-Beginns.

---

**Ethernet-Frame grob dargestellt**

Vereinfacht sieht ein Ethernet-Frame so aus:

| Bereich | Aufgabe |
|---|---|
| Präambel / SFD | Synchronisation und Frame-Beginn |
| Ziel-MAC | lokaler Empfänger |
| Quell-MAC | lokaler Absender |
| Typ / Länge | Protokoll oder Längenangabe |
| Nutzdaten | Inhalt höherer Schichten |
| FCS | Fehlererkennung |

Wichtig:

    Für AP1/AP2 sind vor allem Ziel-MAC,
    Quell-MAC,
    Nutzdaten
    und FCS wichtig.

---

**Frame-Größe**

Ein normaler Ethernet-Frame hat eine begrenzte Größe.

Typisch ist eine maximale Nutzlast von:

    1500 Byte

Diese Nutzlast nennt man oft:

    MTU

MTU steht für:

    Maximum Transmission Unit

Wichtig:

    MTU beschreibt die maximale Größe der Nutzdaten,
    die auf einer Verbindung ohne Fragmentierung übertragen werden können.

Merksatz:

    MTU = maximale Nutzdaten-Größe einer Verbindung.

---

**Jumbo Frames**

Jumbo Frames sind Ethernet-Frames mit größerer Nutzlast als der Standardwert.

Sie werden manchmal in Rechenzentren oder Speichernetzwerken verwendet.

Vorteil:

    weniger Overhead bei großen Datenübertragungen

Nachteil:

    alle beteiligten Geräte müssen Jumbo Frames unterstützen und passend konfiguriert sein

Wichtig:

    In normalen LANs sind Standard-Frames üblich.

Merksatz:

    Jumbo Frames brauchen durchgängige Unterstützung auf der Strecke.

---

**Frame, Paket und Segment im Ablauf**

Wenn eine Anwendung Daten sendet, werden diese durch die Schichten gekapselt.

Vereinfacht:

    Anwendung erzeugt Daten.
    TCP macht daraus Segmente.
    IP macht daraus Pakete.
    Ethernet macht daraus Frames.
    Schicht 1 überträgt Bits als Signale.

Beim Empfänger läuft der Prozess umgekehrt.

Merksatz:

    Segment in Paket,
    Paket in Frame,
    Frame in Bits.

---

**Kapselung im Ethernet-Frame**

Ein Ethernet-Frame kann ein IP-Paket transportieren.

Vereinfacht:

    Ethernet-Frame
    enthält
    IP-Paket
    enthält
    TCP-Segment
    enthält
    Anwendungsdaten

Das nennt man:

    Kapselung

Merksatz:

    Schicht 2 kapselt Schicht-3-Daten in Frames.

---

**Lokale Zustellung mit MAC-Adressen**

MAC-Adressen werden für die lokale Zustellung verwendet.

Beispiel im gleichen LAN:

    PC A will PC B erreichen.

Dann benötigt PC A die MAC-Adresse von PC B.

Der Ethernet-Frame wird lokal an diese Ziel-MAC-Adresse gesendet.

Merksatz:

    Im gleichen LAN wird direkt an die Ziel-MAC gesendet.

---

**Zustellung zu einem anderen Netzwerk**

Wenn das Ziel in einem anderen IP-Netz liegt, sendet der PC den Frame nicht direkt an die MAC-Adresse des entfernten Servers.

Stattdessen sendet er den Frame lokal an die MAC-Adresse des Standard-Gateways.

Beispiel:

    PC will Webserver im Internet erreichen.

Dann gilt:

    Ziel-IP im IP-Paket = Webserver
    Ziel-MAC im Ethernet-Frame = Router / Standard-Gateway

Merksatz:

    Entferntes Netz:
    Ziel-MAC ist das Gateway,
    Ziel-IP bleibt das eigentliche Ziel.

---

**MAC-Adresse ändert sich pro Abschnitt**

Bei einer Übertragung über mehrere Router ändert sich der Ethernet-Frame auf jedem lokalen Abschnitt.

Das bedeutet:

    Quell-MAC und Ziel-MAC ändern sich von Link zu Link.

Die IP-Adressen bleiben grundsätzlich erhalten, außer bei NAT.

Beispiel:

    PC → Router 1
    Router 1 → Router 2
    Router 2 → Server

Jeder Abschnitt hat eigene MAC-Adressen.

Merksatz:

    MAC-Adressen gelten nur lokal bis zum nächsten Router.

---

**IP-Adresse bleibt netzübergreifend**

Im Gegensatz zur MAC-Adresse wird die IP-Adresse für die netzübergreifende Zustellung verwendet.

Das IP-Paket enthält:

    Quell-IP
    Ziel-IP

Diese IP-Adressen bleiben über Router hinweg grundsätzlich erhalten.

Ausnahme:

    NAT oder PAT kann IP-Adressen verändern.

Merksatz:

    MAC = lokal.
    IP = netzübergreifend.

---

**ARP und MAC-Adresse**

ARP wird verwendet, um zu einer IP-Adresse die passende MAC-Adresse im lokalen Netz zu finden.

ARP steht für:

    Address Resolution Protocol

Beispiel:

    PC kennt die IP-Adresse des Gateways.
    PC braucht die MAC-Adresse des Gateways.

Dann sendet der PC eine ARP-Anfrage.

Merksatz:

    ARP findet MAC-Adresse zu IP-Adresse im lokalen Netz.

---

**ARP-Anfrage als Broadcast**

Eine ARP-Anfrage wird als Broadcast gesendet.

Grund:

    Der Absender kennt die MAC-Adresse des Zielgeräts noch nicht.

Deshalb fragt er alle Geräte im lokalen Netz:

    Wer hat diese IP-Adresse?

Die Broadcast-MAC-Adresse lautet:

    FF:FF:FF:FF:FF:FF

Merksatz:

    ARP-Anfrage = Broadcast.

---

**ARP-Antwort als Unicast**

Die ARP-Antwort kommt normalerweise als Unicast zurück.

Das Gerät mit der gesuchten IP-Adresse antwortet:

    Diese IP-Adresse gehört zu dieser MAC-Adresse.

Danach kann der Absender den Frame gezielt an diese MAC-Adresse senden.

Merksatz:

    ARP-Antwort = meistens Unicast.

---

**MAC-Adresstabelle und Ethernet-Frames**

Ein Switch verwendet Ethernet-Frames, um seine MAC-Adresstabelle zu füllen.

Er schaut auf die Quell-MAC-Adresse eingehender Frames.

Beispiel:

    Frame kommt an Port 5 an.
    Quell-MAC ist 00:11:22:33:44:55.

Der Switch lernt:

    00:11:22:33:44:55 ist an Port 5 erreichbar.

Merksatz:

    Switch lernt über die Quell-MAC.

---

**Weiterleitung bekannter Ziel-MAC**

Wenn der Switch die Ziel-MAC-Adresse kennt, leitet er den Frame gezielt weiter.

Beispiel:

    Ziel-MAC ist an Port 8 bekannt.

Dann sendet der Switch den Frame nur an Port 8.

Vorteil:

    weniger unnötiger Datenverkehr
    bessere Effizienz
    mehr Sicherheit als Hub

Merksatz:

    Bekannte Ziel-MAC = gezielte Weiterleitung.

---

**Unbekannte Ziel-MAC und Flooding**

Wenn der Switch die Ziel-MAC-Adresse nicht kennt, muss er den Frame verteilen.

Er sendet den Frame an alle passenden Ports außer dem Eingangsport.

Das nennt man:

    Flooding

Wenn die Zielstation antwortet, lernt der Switch deren MAC-Adresse.

Merksatz:

    Unbekannte Ziel-MAC = Flooding.

---

**Broadcast und Flooding unterscheiden**

Broadcast und Flooding werden manchmal verwechselt.

| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Broadcast | Frame ist ausdrücklich an alle adressiert |
| Flooding | Switch verteilt Frame, weil Ziel-MAC unbekannt ist |

Beide können dazu führen, dass Frames an mehrere Ports gehen.

Aber der Grund ist unterschiedlich.

Merksatz:

    Broadcast = Ziel ist alle.
    Flooding = Ziel ist unbekannt.

---

**Frame-Fehler und Switch-Port-Statistiken**

Switches können Fehler zählen.

Typische Hinweise:

    - CRC-Fehler
    - FCS-Fehler
    - zu kurze Frames
    - zu lange Frames
    - verworfene Frames
    - Kollisionen bei alten Halbduplex-Links

Solche Fehler können auf Schicht-1- oder Schicht-2-Probleme hinweisen.

Merksatz:

    Frame-Fehler helfen bei der Fehlersuche.

---

**Schicht 2 und Schicht 1 zusammen**

Schicht 2 ist auf Schicht 1 angewiesen.

Beispiel:

    Wenn das Kabel defekt ist,
    kommen Bits fehlerhaft an.

Dann können Frames beschädigt werden.

Schicht 2 erkennt den Fehler über FCS/CRC und verwirft den Frame.

Merksatz:

    Schlechte Signale können beschädigte Frames verursachen.

---

**Was ein Ethernet-Frame nicht enthält**

Ein Ethernet-Frame enthält keine vollständige Information über den gesamten Weg durch das Internet.

Er enthält nur Informationen für den lokalen Abschnitt.

Ein Ethernet-Frame enthält nicht als Hauptaufgabe:

    - Routingentscheidung über mehrere Netze
    - DNS-Name
    - HTTP-URL
    - Benutzername
    - TCP-Sitzungsverwaltung

Diese Themen gehören zu höheren Schichten.

Merksatz:

    Ethernet-Frame = lokale Zustellung,
    nicht kompletter Internetweg.

---

**Typische Fehler mit Frames und MAC-Adressen**

Mögliche Fehler:

    - falsches VLAN
    - MAC-Adresse wird nicht gelernt
    - MAC-Adresstabelle veraltet
    - Broadcast-Sturm
    - Schleife im Switch-Netz
    - falsche Port-Konfiguration
    - beschädigte Frames durch Signalprobleme
    - doppelte MAC-Adresse
    - ARP-Probleme

Merksatz:

    Schicht-2-Probleme betreffen lokale Zustellung und Frames.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Was ist ein Ethernet-Frame?
    - Welche wichtigen Felder enthält ein Ethernet-Frame?
    - Was ist eine Ziel-MAC-Adresse?
    - Was ist eine Quell-MAC-Adresse?
    - Wie ist eine MAC-Adresse aufgebaut?
    - Was ist die Broadcast-MAC-Adresse?
    - Was ist der Unterschied zwischen Unicast, Broadcast und Multicast?
    - Was macht die FCS?
    - Was bedeutet CRC?
    - Was ist die MTU?
    - Warum ändern sich MAC-Adressen auf dem Weg über Router?
    - Warum bleibt die IP-Adresse grundsätzlich erhalten?
    - Was macht ARP?
    - Was ist der Unterschied zwischen Broadcast und Flooding?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Frame ist Schicht 2.

    Paket ist Schicht 3.

    Segment ist Schicht 4 bei TCP.

    MAC-Adressen gelten lokal.

    IP-Adressen gelten netzübergreifend.

    Ziel-MAC ist nicht immer die MAC-Adresse des endgültigen Internetservers.

    Bei Ziel in anderem Netz ist Ziel-MAC die MAC-Adresse des Gateways.

    Switches lernen über Quell-MAC-Adressen.

    Broadcast-MAC-Adresse ist FF:FF:FF:FF:FF:FF.

    ARP-Anfragen sind Broadcasts.

    ARP-Antworten sind meistens Unicast.

    Broadcast und Flooding sind nicht dasselbe.

    FCS/CRC erkennt Fehler,
    korrigiert sie aber nicht automatisch.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Ethernet-Frame | Datenrahmen auf Schicht 2 |
| Frame | Protocol Data Unit der Sicherungsschicht |
| Ziel-MAC-Adresse | lokaler Empfänger des Frames |
| Quell-MAC-Adresse | lokaler Absender des Frames |
| MAC-Adresse | lokale Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle |
| OUI | Herstellerkennung in einer MAC-Adresse |
| Unicast | einer an einen |
| Broadcast | einer an alle |
| Multicast | einer an eine Gruppe |
| Broadcast-MAC | FF:FF:FF:FF:FF:FF |
| EtherType | Feld zur Angabe des enthaltenen Protokolls |
| Nutzdaten | transportierter Inhalt höherer Schichten |
| FCS | Frame Check Sequence |
| CRC | Prüfsummenverfahren zur Fehlererkennung |
| MTU | Maximum Transmission Unit |
| Jumbo Frame | Frame mit größerer Nutzlast |
| ARP | sucht MAC-Adresse zu IP-Adresse |
| Flooding | Weiterleitung an mehrere Ports bei unbekannter Ziel-MAC |

---

**IHK-sichere Kurzformulierung**

Ein Ethernet-Frame ist die Datenübertragungseinheit auf OSI-Schicht 2. Er enthält unter anderem eine Ziel-MAC-Adresse, eine Quell-MAC-Adresse, Nutzdaten und eine Prüfinformation zur Fehlererkennung. MAC-Adressen dienen der lokalen Zustellung innerhalb eines Netzwerks. Switches leiten Frames anhand der Ziel-MAC-Adresse weiter und lernen MAC-Adressen über die Quell-MAC-Adresse eingehender Frames. Wenn das Ziel in einem anderen IP-Netz liegt, wird der Frame lokal an die MAC-Adresse des Standard-Gateways gesendet, während die Ziel-IP-Adresse im IP-Paket das eigentliche entfernte Ziel bleibt. Über FCS/CRC können beschädigte Frames erkannt und verworfen werden.

---

**Merksätze**

    Ethernet-Frame = Schicht 2.

    IP-Paket = Schicht 3.

    TCP-Segment = Schicht 4.

    Frame = lokaler Datenrahmen.

    Ziel-MAC = lokaler Empfänger.

    Quell-MAC = lokaler Absender.

    MAC-Adresse = 48 Bit.

    MAC-Adressen werden meist hexadezimal geschrieben.

    Unicast = einer an einen.

    Broadcast = einer an alle.

    Multicast = einer an Gruppe.

    Broadcast-MAC = FF:FF:FF:FF:FF:FF.

    EtherType zeigt das enthaltene Protokoll.

    FCS/CRC erkennt beschädigte Frames.

    Ethernet korrigiert beschädigte Frames normalerweise nicht selbst.

    MTU = maximale Nutzdaten-Größe.

    MAC gilt lokal.

    IP gilt netzübergreifend.

    Entferntes Ziel:
    Ziel-MAC = Gateway.

    ARP findet MAC zu IP im lokalen Netz.

    ARP-Anfrage = Broadcast.

    ARP-Antwort = meistens Unicast.

    Switch lernt über Quell-MAC.

    Bekannte Ziel-MAC = gezielt.

    Unbekannte Ziel-MAC = Flooding.

    Broadcast und Flooding sind nicht dasselbe.