# 5.8 Merksätze und Prüfungswissen zu OSI-Schicht 2

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zur OSI-Schicht 2 zusammen.

OSI-Schicht 2 heißt:

    Sicherungsschicht

Sie liegt zwischen:

    Schicht 1: Bitübertragungsschicht
    und
    Schicht 3: Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht

Die Hauptaufgabe von Schicht 2 ist:

    lokale Datenübertragung im Netzwerk mit Frames und MAC-Adressen.

Merksatz:

    Schicht 2 = Frames, MAC-Adressen, Switches und VLANs.

---

**Grundidee von Schicht 2**

Schicht 1 überträgt nur Bits als Signale.

Schicht 2 organisiert diese Bits zu Frames.

Ein Frame enthält Informationen für die lokale Übertragung.

Wichtig sind vor allem:

    - Ziel-MAC-Adresse
    - Quell-MAC-Adresse
    - Nutzdaten
    - Prüfinformation

Merksatz:

    Schicht 2 macht aus Bits nutzbare lokale Datenrahmen.

---

**Schicht 1, 2 und 3 unterscheiden**

| Schicht | Name | Datenform | wichtige Begriffe |
|---:|---|---|---|
| 1 | Bitübertragungsschicht | Bits | Signal, Kabel, Link, Hub |
| 2 | Sicherungsschicht | Frame | MAC, Switch, VLAN, ARP |
| 3 | Vermittlungsschicht | Paket | IP, Router, Subnetz, Routing |

Merksatz:

    Schicht 1 = Bits.
    Schicht 2 = Frames.
    Schicht 3 = Pakete.

---

**Frame**

Ein Frame ist die Datenübertragungseinheit auf Schicht 2.

Bei Ethernet spricht man von:

    Ethernet-Frame

Ein Ethernet-Frame enthält unter anderem:

    - Ziel-MAC-Adresse
    - Quell-MAC-Adresse
    - EtherType oder Länge
    - Nutzdaten
    - FCS

Merksatz:

    Frame = Datenrahmen auf Schicht 2.

---

**Frame, Paket und Segment**

Diese Begriffe dürfen nicht verwechselt werden.

| Begriff | Schicht | Bedeutung |
|---|---:|---|
| Bit | 1 | einzelne Informationseinheit |
| Frame | 2 | lokale Übertragung |
| Paket | 3 | IP-Übertragung zwischen Netzen |
| Segment | 4 | TCP-Datenübertragung |
| Datagramm | 4 | UDP-Datenübertragung |

Prüfungsfalle:

    Ethernet arbeitet mit Frames.
    IP arbeitet mit Paketen.
    TCP arbeitet mit Segmenten.

Merksatz:

    Frame ist nicht Paket.

---

**MAC-Adresse**

MAC steht für:

    Media Access Control

Eine MAC-Adresse ist die lokale Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle.

Typische Netzwerkschnittstellen:

    - Ethernet-Port
    - WLAN-Adapter
    - virtuelle Netzwerkkarte
    - Server-Netzwerkkarte
    - USB-LAN-Adapter

Merksatz:

    MAC-Adresse = lokale Adresse einer Netzwerkschnittstelle.

---

**Aufbau einer MAC-Adresse**

Eine klassische MAC-Adresse hat:

    48 Bit

Sie wird meist hexadezimal dargestellt.

Beispiel:

    00:1A:2B:3C:4D:5E

Oder:

    00-1A-2B-3C-4D-5E

Merksatz:

    MAC-Adresse = 48 Bit, hexadezimal dargestellt.

---

**Quell-MAC und Ziel-MAC**

Ein Ethernet-Frame enthält normalerweise:

    Quell-MAC-Adresse
    Ziel-MAC-Adresse

Die Quell-MAC-Adresse sagt:

    Von welchem Gerät kommt der Frame?

Die Ziel-MAC-Adresse sagt:

    Zu welchem lokalen Gerät soll der Frame?

Merksatz:

    Quell-MAC = woher.
    Ziel-MAC = wohin.

---

**MAC-Adresse und IP-Adresse unterscheiden**

| Adresse | Schicht | Aufgabe |
|---|---:|---|
| MAC-Adresse | 2 | lokale Zustellung im LAN |
| IP-Adresse | 3 | netzübergreifende Adressierung |

Wichtig:

    MAC-Adressen gelten nur lokal im jeweiligen Netzwerkabschnitt.
    IP-Adressen dienen der Kommunikation über Netzgrenzen hinweg.

Merksatz:

    MAC = lokal.
    IP = netzübergreifend.

---

**MAC-Adresse auf dem Weg durch Router**

Wenn Daten über Router laufen, ändern sich die MAC-Adressen auf jedem Abschnitt.

Beispiel:

    PC → Router → weiterer Router → Server

Auf jedem lokalen Abschnitt gibt es neue Frames mit neuen MAC-Adressen.

Die IP-Adressen bleiben grundsätzlich erhalten.

Ausnahme:

    NAT oder PAT kann IP-Adressen verändern.

Merksatz:

    MAC ändert sich pro Hop.
    IP bleibt grundsätzlich erhalten.

---

**Unicast, Broadcast und Multicast**

| Art | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Unicast | einer an einen | PC an Server |
| Broadcast | einer an alle | ARP-Anfrage |
| Multicast | einer an eine Gruppe | Streaming-Gruppe |

Die Broadcast-MAC-Adresse lautet:

    FF:FF:FF:FF:FF:FF

Merksatz:

    Unicast = einer.
    Broadcast = alle.
    Multicast = Gruppe.

---

**FCS und CRC**

FCS steht für:

    Frame Check Sequence

CRC steht für:

    Cyclic Redundancy Check

Die FCS dient zur Fehlererkennung im Ethernet-Frame.

Wenn ein Frame beschädigt ist, kann das erkannt werden.

Wichtig:

    Ethernet korrigiert beschädigte Frames normalerweise nicht selbst.
    Fehlerhafte Frames werden verworfen.

Merksatz:

    FCS/CRC erkennt beschädigte Frames.

---

**MTU**

MTU steht für:

    Maximum Transmission Unit

Die MTU beschreibt die maximale Nutzdaten-Größe einer Verbindung.

Bei Ethernet ist häufig relevant:

    1500 Byte Nutzlast

Wichtig:

    Zu große Pakete können Fragmentierung oder Verbindungsprobleme verursachen,
    wenn die Strecke sie nicht unterstützt.

Merksatz:

    MTU = maximale Nutzdaten-Größe.

---

**Switch**

Ein Switch ist ein typisches Gerät auf Schicht 2.

Er leitet Ethernet-Frames anhand von MAC-Adressen weiter.

Ein Switch nutzt dazu eine Tabelle.

Diese nennt man:

    MAC-Adresstabelle

Oder:

    Switching-Tabelle

Merksatz:

    Switch = Schicht-2-Gerät für Frame-Weiterleitung.

---

**Hub, Switch und Router unterscheiden**

| Gerät | typische Schicht | Aufgabe |
|---|---:|---|
| Hub | 1 | verteilt Signale an alle Ports |
| Switch | 2 | leitet Frames anhand von MAC-Adressen weiter |
| Router | 3 | leitet IP-Pakete zwischen Netzen weiter |

Prüfungsfalle:

    Ein Switch ist kein Router.
    Ein Hub ist kein Switch.

Merksatz:

    Hub = Signal.
    Switch = MAC.
    Router = IP.

---

**MAC-Adresstabelle**

Die MAC-Adresstabelle enthält Zuordnungen wie:

| MAC-Adresse | Switch-Port |
|---|---:|
| AA:AA:AA:AA:AA:01 | Port 1 |
| BB:BB:BB:BB:BB:02 | Port 2 |
| CC:CC:CC:CC:CC:03 | Port 3 |

Damit kann ein Switch Frames gezielt weiterleiten.

Merksatz:

    MAC-Adresstabelle = MAC-Adresse zu Port.

---

**Wie lernt ein Switch MAC-Adressen?**

Ein Switch lernt MAC-Adressen über die Quell-MAC-Adresse eingehender Frames.

Beispiel:

    Frame kommt an Port 4 an.
    Quell-MAC ist AA:BB:CC:11:22:33.

Der Switch lernt:

    AA:BB:CC:11:22:33 ist über Port 4 erreichbar.

Merksatz:

    Switch lernt über Quell-MAC.

---

**Weiterleitung durch den Switch**

Ein Switch prüft die Ziel-MAC-Adresse.

Dann gibt es drei typische Fälle:

| Situation | Verhalten |
|---|---|
| Ziel-MAC bekannt | gezielte Weiterleitung |
| Ziel-MAC unbekannt | Flooding |
| Broadcast | Weiterleitung an alle passenden Ports |

Merksatz:

    Ziel-MAC entscheidet über die Weiterleitung.

---

**Flooding**

Flooding bedeutet:

    Der Switch verteilt einen Frame an mehrere Ports,
    weil die Ziel-MAC-Adresse unbekannt ist.

Flooding ist normales Switch-Verhalten bei unbekanntem Ziel.

Nicht verwechseln mit Broadcast.

Merksatz:

    Flooding = Ziel-MAC unbekannt.

---

**Broadcast**

Broadcast bedeutet:

    Der Frame ist ausdrücklich an alle Geräte im lokalen Netz adressiert.

Broadcast-MAC:

    FF:FF:FF:FF:FF:FF

Typische Beispiele:

    - ARP-Anfrage
    - DHCP-Anfrage

Merksatz:

    Broadcast = Ziel ist alle.

---

**Broadcast und Flooding unterscheiden**

| Begriff | Grund |
|---|---|
| Broadcast | Zieladresse ist „alle“ |
| Flooding | Ziel-MAC ist unbekannt |

Beide können dazu führen, dass Frames an mehrere Ports gehen.

Aber:

    Der Grund ist unterschiedlich.

Merksatz:

    Broadcast ist eine Adresse.
    Flooding ist ein Switch-Verhalten.

---

**Broadcast-Domäne**

Eine Broadcast-Domäne ist ein Bereich, in dem Broadcasts verteilt werden.

Ein VLAN bildet normalerweise eine eigene Broadcast-Domäne.

Router trennen Broadcast-Domänen.

Merksatz:

    Broadcast-Domäne = Bereich für Broadcasts.

---

**Kollisionsdomäne**

Eine Kollisionsdomäne ist ein Bereich, in dem Kollisionen auftreten können.

Bei einem Hub:

    alle Ports in einer Kollisionsdomäne

Bei einem Switch:

    normalerweise jeder Port eigene Kollisionsdomäne

In modernen Vollduplex-Switch-Netzen spielen klassische Kollisionen praktisch keine Rolle mehr.

Merksatz:

    Hub = eine Kollisionsdomäne.
    Switch = getrennte Kollisionsbereiche.

---

**VLAN**

VLAN steht für:

    Virtual Local Area Network

Ein VLAN ist ein logisch getrenntes LAN auf Schicht 2.

VLANs ermöglichen mehrere logische Netze auf derselben physischen Switch-Infrastruktur.

Beispiel:

| VLAN | Zweck |
|---:|---|
| 10 | Mitarbeiter |
| 20 | Gäste |
| 30 | Server |
| 40 | VoIP |
| 99 | Management |

Merksatz:

    VLAN = logische Netztrennung auf Schicht 2.

---

**VLAN und Subnetz unterscheiden**

| Begriff | Schicht | Aufgabe |
|---|---:|---|
| VLAN | 2 | logische Trennung im LAN |
| IP-Subnetz | 3 | logischer IP-Adressbereich |

In der Praxis wird häufig pro VLAN ein eigenes IP-Subnetz verwendet.

Beispiel:

| VLAN | Subnetz |
|---:|---|
| VLAN 10 | 192.168.10.0/24 |
| VLAN 20 | 192.168.20.0/24 |

Merksatz:

    VLAN ist nicht Subnetz.
    VLAN = Schicht 2.
    Subnetz = Schicht 3.

---

**Access-Port**

Ein Access-Port gehört normalerweise zu genau einem VLAN.

Typischer Einsatz:

    - PC
    - Drucker
    - Kamera
    - einzelnes Endgerät

Das Endgerät sendet meist untagged Frames.

Der Switch ordnet diese Frames dem VLAN des Ports zu.

Merksatz:

    Access-Port = ein VLAN für ein Endgerät.

---

**Trunk-Port**

Ein Trunk-Port kann mehrere VLANs über eine Verbindung transportieren.

Typischer Einsatz:

    - Switch zu Switch
    - Switch zu Router
    - Switch zu Firewall
    - Switch zu Access Point mit mehreren SSIDs
    - Switch zu Virtualisierungshost

Merksatz:

    Trunk-Port = mehrere VLANs über eine Verbindung.

---

**VLAN-Tagging**

VLAN-Tagging markiert Frames mit einer VLAN-ID.

Der Standard dafür heißt:

    IEEE 802.1Q

Tagged bedeutet:

    Frame enthält VLAN-Tag.

Untagged bedeutet:

    Frame enthält keinen VLAN-Tag.

Merksatz:

    802.1Q = VLAN-Tagging.

---

**Native VLAN**

Das Native VLAN ist bei bestimmten Trunk-Konzepten das untagged VLAN auf einem Trunk.

Wichtig:

    Das Native VLAN muss auf beiden Seiten korrekt zusammenpassen.

Falsche Native-VLAN-Konfiguration kann zu Problemen und Sicherheitsrisiken führen.

Merksatz:

    Native VLAN = untagged VLAN auf dem Trunk.

---

**Inter-VLAN-Routing**

Geräte in unterschiedlichen VLANs können nicht nur über Schicht 2 miteinander kommunizieren.

Für Kommunikation zwischen VLANs braucht man Routing.

Das nennt man:

    Inter-VLAN-Routing

Dafür nutzt man zum Beispiel:

    - Router
    - Layer-3-Switch
    - Firewall

Merksatz:

    VLAN zu VLAN braucht Routing.

---

**ARP**

ARP steht für:

    Address Resolution Protocol

ARP wird in IPv4-Netzen verwendet, um zu einer IP-Adresse die passende MAC-Adresse im lokalen Netz zu finden.

ARP-Anfrage:

    Broadcast

ARP-Antwort:

    meistens Unicast

Merksatz:

    ARP findet MAC zu IP im lokalen Netz.

---

**ARP im gleichen Subnetz**

Wenn sich das Ziel im gleichen Subnetz befindet, sucht ARP die MAC-Adresse des Zielgeräts.

Beispiel:

    PC A sucht MAC von PC B.

Dann sendet PC A eine ARP-Anfrage ins lokale Netz.

Merksatz:

    Gleiches Subnetz:
    ARP sucht Ziel-MAC.

---

**ARP bei anderem Subnetz**

Wenn das Ziel in einem anderen Netz liegt, sucht ARP nicht die MAC-Adresse des entfernten Servers.

Stattdessen sucht ARP die MAC-Adresse des Standard-Gateways.

Beispiel:

    Ziel-IP ist im Internet.
    Ziel-MAC im lokalen Frame ist das Gateway.

Merksatz:

    Anderes Netz:
    ARP sucht Gateway-MAC.

---

**ARP, DNS und DHCP unterscheiden**

| Protokoll | Aufgabe |
|---|---|
| ARP | IP-Adresse zu MAC-Adresse |
| DNS | Name zu IP-Adresse |
| DHCP | IP-Konfiguration automatisch vergeben |

Prüfungsfalle:

    ARP ist keine Namensauflösung.
    DNS ist keine MAC-Auflösung.

Merksatz:

    ARP = MAC zu IP.
    DNS = IP zu Name.
    DHCP = IP vergeben.

---

**IPv4 und IPv6**

ARP wird bei IPv4 verwendet.

IPv6 nutzt nicht ARP.

IPv6 verwendet stattdessen:

    NDP

NDP steht für:

    Neighbor Discovery Protocol

Merksatz:

    IPv4 nutzt ARP.
    IPv6 nutzt NDP.

---

**STP**

STP steht für:

    Spanning Tree Protocol

STP verhindert Schleifen in Layer-2-Netzen.

Warum ist das wichtig?

    Ethernet-Frames haben keine TTL wie IP-Pakete.
    Frames können bei einer Schleife immer weiterlaufen.
    Broadcasts können sich stark vervielfachen.

Merksatz:

    STP schützt vor Layer-2-Schleifen.

---

**Root Bridge**

Die Root Bridge ist der zentrale Bezugspunkt im STP-Netz.

Switches berechnen ihre besten Wege zur Root Bridge.

Die Root Bridge wird über die Bridge-ID bestimmt.

Merksatz:

    Root Bridge = zentraler STP-Bezugspunkt.

---

**BPDU**

BPDU steht für:

    Bridge Protocol Data Unit

BPDUs sind STP-Nachrichten zwischen Switches.

Damit tauschen Switches Informationen über die STP-Topologie aus.

Merksatz:

    BPDU = STP-Nachricht.

---

**STP-Portrollen**

| Rolle | Bedeutung |
|---|---|
| Root Port | bester Weg zur Root Bridge |
| Designated Port | aktiver Port für ein Segment |
| Blocked Port | blockierter Port zur Schleifenvermeidung |

Merksatz:

    Root und Designated leiten weiter.
    Blocked verhindert Schleifen.

---

**RSTP und MSTP**

| Protokoll | Bedeutung |
|---|---|
| STP | verhindert Schleifen |
| RSTP | schnellere Weiterentwicklung von STP |
| MSTP | mehrere Spanning-Tree-Instanzen |

Merksatz:

    STP verhindert Schleifen.
    RSTP ist schneller.
    MSTP ist flexibler für VLAN-Umgebungen.

---

**Layer-2-Schleife**

Eine Layer-2-Schleife entsteht, wenn Frames in einem Switch-Netz im Kreis laufen können.

Typische Ursachen:

    - falsch gesteckte Kabel
    - redundante Verbindungen ohne STP
    - unmanaged Switches
    - falsch konfigurierte Link Aggregation
    - STP deaktiviert

Mögliche Folgen:

    - Broadcast-Sturm
    - MAC Flapping
    - hohe Switch-Last
    - Netzwerkausfall

Merksatz:

    Layer-2-Schleifen können ein LAN lahmlegen.

---

**Broadcast-Sturm**

Ein Broadcast-Sturm entsteht, wenn sehr viele Broadcasts das Netzwerk belasten.

Eine Layer-2-Schleife kann Broadcasts stark vervielfachen.

Typische Symptome:

    - Netzwerk plötzlich extrem langsam
    - Switch-LEDs blinken stark
    - viele Broadcasts im Mitschnitt
    - Geräte verlieren Verbindung
    - MAC-Adressen wechseln Ports

Merksatz:

    Broadcast-Sturm = zu viele Broadcasts im LAN.

---

**MAC Flapping**

MAC Flapping bedeutet:

    dieselbe MAC-Adresse wird ständig an unterschiedlichen Switch-Ports gelernt.

Mögliche Ursachen:

    - Layer-2-Schleife
    - falsche Link Aggregation
    - falsche Verkabelung
    - virtuelle Umgebung
    - doppelte MAC-Adresse

Merksatz:

    MAC Flapping ist ein Warnsignal.

---

**Port Security**

Port Security ist eine Switch-Sicherheitsfunktion.

Damit kann man festlegen:

    welche MAC-Adressen
    oder wie viele MAC-Adressen
    an einem Port erlaubt sind.

Mögliche Reaktionen bei Verstoß:

    - Frames verwerfen
    - Port sperren
    - Warnung erzeugen
    - Ereignis protokollieren

Merksatz:

    Port Security begrenzt MAC-Adressen pro Port.

---

**ARP-Spoofing und ARP-Poisoning**

ARP-Spoofing bedeutet:

    Ein Angreifer sendet falsche ARP-Informationen.

ARP-Poisoning bedeutet:

    ARP-Caches werden mit falschen Zuordnungen manipuliert.

Mögliche Folge:

    Datenverkehr wird zum Angreifer umgeleitet.

Schutzmaßnahmen:

    - VLAN-Trennung
    - 802.1X
    - Port Security
    - DHCP Snooping
    - Dynamic ARP Inspection
    - Monitoring

Merksatz:

    ARP-Spoofing manipuliert IP-MAC-Zuordnungen.

---

**DHCP Snooping**

DHCP Snooping ist eine Switch-Sicherheitsfunktion.

Ziele:

    - unerlaubte DHCP-Server verhindern
    - IP-MAC-Zuordnungen erfassen
    - Dynamic ARP Inspection unterstützen

Merksatz:

    DHCP Snooping schützt vor falschen DHCP-Servern.

---

**Dynamic ARP Inspection**

Dynamic ARP Inspection prüft ARP-Nachrichten auf dem Switch.

Ziel:

    gefälschte ARP-Informationen erkennen und blockieren.

Häufig arbeitet diese Funktion mit DHCP Snooping zusammen.

Merksatz:

    Dynamic ARP Inspection schützt vor ARP-Manipulation.

---

**BPDU Guard**

BPDU Guard schützt Access-Ports vor unerwarteten STP-Nachrichten.

Wenn an einem Endgeräte-Port plötzlich BPDUs auftauchen, könnte dort ein unerlaubter Switch angeschlossen sein.

Mögliche Reaktion:

    Port wird deaktiviert.

Merksatz:

    BPDU Guard schützt Access-Ports.

---

**Root Guard**

Root Guard verhindert, dass ein unerwünschter Switch Root Bridge wird.

Dadurch bleibt die geplante STP-Struktur erhalten.

Merksatz:

    Root Guard schützt die geplante Root Bridge.

---

**Storm Control**

Storm Control begrenzt übermäßigen Broadcast-, Multicast- oder unbekannten Unicast-Verkehr.

Ziel:

    Schutz vor Überlastung durch zu viel Layer-2-Verkehr.

Merksatz:

    Storm Control begrenzt Broadcast-Stürme.

---

**Schicht-2-Fehlersuche**

Typische Prüfpunkte:

    - MAC-Adresse gelernt?
    - richtiger Switch-Port?
    - richtiges VLAN?
    - Access oder Trunk?
    - VLAN auf Trunk erlaubt?
    - Native VLAN korrekt?
    - ARP zum Gateway vorhanden?
    - STP blockiert Port?
    - MAC Flapping sichtbar?
    - Broadcast-Sturm vorhanden?
    - Port Security aktiv?

Merksatz:

    Schicht-2-Fehlersuche = MAC, VLAN, ARP, STP und Switch-Port prüfen.

---

**Typische Schicht-2-Fehler**

| Fehlerbild | mögliche Ursache |
|---|---|
| keine IP-Adresse | falsches VLAN, Trunk-Fehler |
| falsche IP-Adresse | falsches VLAN |
| Gateway nicht per ARP erreichbar | VLAN- oder ARP-Problem |
| Netzwerk plötzlich langsam | Broadcast-Sturm oder Schleife |
| MAC wechselt ständig Port | MAC Flapping |
| einzelne SSID funktioniert nicht | falsche SSID-VLAN-Zuordnung |
| Gerät nach Tausch blockiert | Port Security |
| VLAN kommt nicht durch | Trunk erlaubt VLAN nicht |

Merksatz:

    Viele IP-Probleme beginnen auf Schicht 2.

---

**Was Schicht 2 nicht macht**

Schicht 2 macht nicht:

    - Routing zwischen IP-Netzen
    - NAT oder PAT
    - TCP-Verbindungen aufbauen
    - UDP-Ports auswerten
    - DNS-Namen auflösen
    - Webseiten bereitstellen
    - Benutzer authentifizieren
    - Internetzugang allein herstellen

Diese Aufgaben liegen auf höheren Schichten.

Merksatz:

    Schicht 2 leitet lokal weiter,
    routet aber nicht zwischen IP-Netzen.

---

**Prüfungswissen: wichtigste Zuordnungen**

| Begriff | richtige Einordnung |
|---|---|
| Ethernet-Frame | Schicht 2 |
| MAC-Adresse | Schicht 2 |
| Switch | Schicht 2 |
| VLAN | Schicht 2 |
| Access-Port | Schicht 2 |
| Trunk-Port | Schicht 2 |
| ARP | Schicht 2 / 3-Bezug |
| STP | Schicht 2 |
| Broadcast-Domäne | Schicht 2 |
| IP-Adresse | Schicht 3 |
| Router | Schicht 3 |
| TCP-Port | Schicht 4 |
| DNS | Schicht 7 |

Merksatz:

    Frame, MAC, Switch, VLAN = Schicht 2.

---

**Typische IHK-Fragen**

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

    - Welche Aufgabe hat die Sicherungsschicht?
    - Was ist ein Ethernet-Frame?
    - Was ist eine MAC-Adresse?
    - Wie lernt ein Switch MAC-Adressen?
    - Was passiert bei unbekannter Ziel-MAC?
    - Was ist Flooding?
    - Was ist ein Broadcast?
    - Was ist eine Broadcast-Domäne?
    - Was ist ein VLAN?
    - Was ist der Unterschied zwischen Access-Port und Trunk-Port?
    - Was bedeutet IEEE 802.1Q?
    - Was macht ARP?
    - Warum wird eine ARP-Anfrage als Broadcast gesendet?
    - Was ist STP?
    - Warum sind Layer-2-Schleifen gefährlich?
    - Was bedeutet MAC Flapping?
    - Wie grenzt man Schicht-2-Fehler ein?

---

**Typische Prüfungsfallen**

    Schicht 2 arbeitet mit Frames.

    IP-Pakete gehören zu Schicht 3.

    MAC-Adressen gehören zu Schicht 2.

    IP-Adressen gehören zu Schicht 3.

    Switches lernen über Quell-MAC-Adressen.

    Die Ziel-MAC entscheidet über die Weiterleitung.

    Unbekannte Ziel-MAC führt zu Flooding.

    Broadcast und Flooding sind nicht dasselbe.

    Ein VLAN ist kein IP-Subnetz.

    VLAN gehört zu Schicht 2.

    Subnetz gehört zu Schicht 3.

    Access-Port = ein VLAN.

    Trunk-Port = mehrere VLANs.

    IEEE 802.1Q = VLAN-Tagging.

    ARP ist nicht DNS.

    ARP ist nicht DHCP.

    IPv4 nutzt ARP.

    IPv6 nutzt NDP.

    STP verhindert Layer-2-Schleifen.

    Ethernet-Frames haben keine TTL.

    Falsches VLAN kann wie ein IP-Problem aussehen.

---

**Wichtige Begriffe kurz erklärt**

| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Sicherungsschicht | OSI-Schicht 2 |
| Frame | Datenrahmen auf Schicht 2 |
| Ethernet-Frame | Frame im Ethernet-LAN |
| MAC-Adresse | lokale Hardwareadresse |
| Quell-MAC | Absenderadresse im Frame |
| Ziel-MAC | Empfängeradresse im Frame |
| Switch | Schicht-2-Gerät |
| MAC-Adresstabelle | Zuordnung MAC-Adresse zu Port |
| Learning | Lernen über Quell-MAC |
| Forwarding | gezielte Weiterleitung |
| Flooding | Weiterleitung bei unbekannter Ziel-MAC |
| Broadcast | Nachricht an alle |
| Broadcast-Domäne | Bereich, in dem Broadcasts verteilt werden |
| Kollisionsdomäne | Bereich möglicher Kollisionen |
| VLAN | logisches LAN auf Schicht 2 |
| Access-Port | Port für ein VLAN |
| Trunk-Port | Port für mehrere VLANs |
| 802.1Q | VLAN-Tagging |
| ARP | IP-Adresse zu MAC-Adresse |
| STP | Schleifenvermeidung auf Schicht 2 |
| BPDU | STP-Nachricht |
| Broadcast-Sturm | sehr viele Broadcasts im LAN |
| MAC Flapping | MAC-Adresse wechselt ständig Ports |
| Port Security | Begrenzung erlaubter MAC-Adressen |
| DHCP Snooping | Schutz vor unerlaubten DHCP-Servern |
| Dynamic ARP Inspection | Schutz vor ARP-Manipulation |

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**IHK-sichere Gesamtformulierung**

Die Sicherungsschicht ist Schicht 2 des OSI-Modells. Sie ist für die lokale Datenübertragung in Form von Frames zuständig. Im Ethernet-LAN werden MAC-Adressen verwendet, um Frames lokal zuzustellen. Switches arbeiten typischerweise auf Schicht 2, lernen MAC-Adressen über die Quell-MAC-Adresse eingehender Frames und leiten Frames anhand der Ziel-MAC-Adresse weiter. VLANs ermöglichen eine logische Trennung von Broadcast-Domänen auf Schicht 2. ARP wird in IPv4-Netzen verwendet, um zu einer IP-Adresse die passende MAC-Adresse im lokalen Netz zu ermitteln. STP verhindert Layer-2-Schleifen, die sonst Broadcast-Stürme und Netzwerkausfälle verursachen können.

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**Wichtigste Merksätze**

    Schicht 2 = Sicherungsschicht.

    Schicht 2 arbeitet mit Frames.

    Ethernet-Frame = lokaler Datenrahmen.

    MAC-Adresse = lokale Hardwareadresse.

    MAC = Schicht 2.

    IP = Schicht 3.

    MAC gilt lokal.

    IP gilt netzübergreifend.

    Switch = Schicht 2.

    Router = Schicht 3.

    Hub = Schicht 1.

    Switch lernt über Quell-MAC.

    Ziel-MAC entscheidet über Weiterleitung.

    Bekannte Ziel-MAC = gezielte Weiterleitung.

    Unbekannte Ziel-MAC = Flooding.

    Broadcast = an alle.

    Broadcast-MAC = FF:FF:FF:FF:FF:FF.

    Broadcast und Flooding sind nicht dasselbe.

    VLAN = logische Trennung auf Schicht 2.

    VLAN ist nicht Subnetz.

    Access-Port = ein VLAN.

    Trunk-Port = mehrere VLANs.

    802.1Q = VLAN-Tagging.

    VLAN zu VLAN braucht Routing.

    ARP findet MAC zu IP.

    ARP-Anfrage = Broadcast.

    ARP-Antwort = meistens Unicast.

    IPv4 nutzt ARP.

    IPv6 nutzt NDP.

    STP verhindert Layer-2-Schleifen.

    Ethernet-Frames haben keine TTL.

    Broadcast-Sturm kann ein LAN lahmlegen.

    MAC Flapping kann auf eine Schleife hinweisen.

    Falsches VLAN kann wie ein IP-Problem aussehen.

    Erst Link,
    dann MAC/VLAN,
    dann IP.