Kapitel 10 – Hardwareberechnungen
- 10.1 Bit- und Byteberechnung
- 10.2 Speicherberechnung
- 10.3 Datenübertragungsrate
- 10.4 Bilddatenberechnung
- 10.5 Farbtiefe
- 10.6 RAID-Kapazität
- 10.7 Netzteilleistung
- 10.8 Stromkosten
10.1 Bit- und Byteberechnung
Definition
Bei der Bit- und Byteberechnung werden Datenmengen zwischen Bit und Byte umgerechnet.
Grundlagen
| Einheit | Bedeutung |
|---|---|
| Bit | kleinste Informationseinheit |
| Byte | besteht aus 8 Bit |
Umrechnung
| Umrechnung | Formel |
|---|---|
| Byte in Bit | Byte × 8 |
| Bit in Byte | Bit / 8 |
Schreibweise
| Schreibweise | Bedeutung |
|---|---|
| b | Bit |
| B | Byte |
Beispiele
| Angabe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 10 Byte | 10 × 8 | 80 Bit |
| 80 Bit | 80 / 8 | 10 Byte |
| 100 MBit/s | 100 / 8 | 12,5 MB/s |
Merksatz
- kleines b = Bit
- großes B = Byte
- 1 Byte = 8 Bit
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen MBit/s und MB/s unterschieden.
Typische Fehler:
- Bit und Byte verwechseln.
- kleines b und großes B übersehen.
- Umrechnung durch 8 vergessen.
- Datenrate und Datenmenge verwechseln.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
10.2 Speicherberechnung
Definition
Bei der Speicherberechnung wird berechnet, wie viel Speicherplatz für Daten benötigt wird.
Grundlagen
| Einheit | Bedeutung |
|---|---|
| Bit | kleinste Informationseinheit |
| Byte | 8 Bit |
| KiB | 1.024 Byte |
| MiB | 1.024 KiB |
| GiB | 1.024 MiB |
Wichtige Umrechnungen
| Umrechnung | Formel |
|---|---|
| Bit in Byte | Bit / 8 |
| Byte in Bit | Byte × 8 |
| Byte in KiB | Byte / 1.024 |
| KiB in MiB | KiB / 1.024 |
| MiB in GiB | MiB / 1.024 |
Typische Berechnung
Speicherbedarf = Anzahl × Größe pro Einheit
Beispiele:
| Aufgabe | Rechnung |
|---|---|
| Speicher für Zeichen | Anzahl Zeichen × Byte pro Zeichen |
| Speicher für Pixel | Anzahl Pixel × Farbtiefe |
| Speicher für Dateien | Anzahl Dateien × Dateigröße |
Beispiel
Eine Datei ist 4 MiB groß.
Umrechnung in KiB:
4 × 1.024 = 4.096 KiB
Merksatz
Bei Speicherberechnungen immer zuerst prüfen, ob mit 1000 oder 1024 gerechnet werden soll.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen MB und MiB unterschieden.
Typische Fehler:
- Bit und Byte verwechseln.
- Durch 8 vergessen.
- MB und MiB gleichsetzen.
- Rechenweg mit 1000 statt 1024 verwenden, obwohl Binärpräfixe angegeben sind.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
- IEC 80000-13
10.3 Datenübertragungsrate
Definition
Die Datenübertragungsrate gibt an, wie viele Daten pro Zeiteinheit übertragen werden.
Einheiten
| Einheit | Bedeutung |
|---|---|
| Bit/s | Bit pro Sekunde |
| kBit/s | Kilobit pro Sekunde |
| MBit/s | Megabit pro Sekunde |
| GBit/s | Gigabit pro Sekunde |
| Byte/s | Byte pro Sekunde |
| MB/s | Megabyte pro Sekunde |
Grundformel
Datenübertragungsrate = Datenmenge / Zeit
Umstellungen
| Gesucht | Formel |
|---|---|
| Datenrate | Datenmenge / Zeit |
| Datenmenge | Datenrate × Zeit |
| Zeit | Datenmenge / Datenrate |
Wichtige Umrechnung
| Umrechnung | Formel |
|---|---|
| Bit in Byte | Bit / 8 |
| Byte in Bit | Byte × 8 |
Beispiel
Eine Datei ist 800 MB groß.
Die Datenrate beträgt 100 MBit/s.
100 MBit/s / 8 = 12,5 MB/s
800 MB / 12,5 MB/s = 64 s
Merksatz
Bei Datenraten wird häufig in Bit/s gerechnet, bei Dateigrößen häufig in Byte.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben ist besonders wichtig, die Einheiten vor dem Rechnen anzugleichen.
Typische Fehler:
- MBit/s mit MB/s verwechseln.
- Umrechnung durch 8 vergessen.
- Datenmenge und Datenrate verwechseln.
- Sekunden, Minuten und Stunden nicht korrekt umrechnen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
10.4 Bilddatenberechnung
Definition
Bei der Bilddatenberechnung wird berechnet, wie viel Speicherplatz ein digitales Bild benötigt.
Grundlagen
Ein digitales Bild besteht aus Pixeln.
Die Anzahl der Pixel ergibt sich aus:
Breite × Höhe
Grundformel
Speicherbedarf = Breite × Höhe × Farbtiefe
Wichtige Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Pixel | einzelner Bildpunkt |
| Auflösung | Anzahl der Pixel in Breite und Höhe |
| Farbtiefe | Anzahl der Bits pro Pixel |
| Speicherbedarf | benötigte Datenmenge |
Typische Farbtiefen
| Farbtiefe | Bedeutung |
|---|---|
| 1 Bit | Schwarz-Weiß |
| 8 Bit | 256 Farben |
| 24 Bit | True Color |
| 32 Bit | True Color mit Alpha-Kanal |
Beispiel
Bildauflösung:
1920 × 1080 Pixel
Farbtiefe:
24 Bit
Speicherbedarf:
1920 × 1080 × 24 Bit = 49.766.400 Bit
49.766.400 Bit / 8 = 6.220.800 Byte
Merksatz
Bildspeicher = Breite × Höhe × Farbtiefe
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben muss häufig zwischen Bit und Byte umgerechnet werden.
Typische Fehler:
- Farbtiefe in Bit nicht durch 8 teilen.
- Breite und Höhe nicht multiplizieren.
- Kompression berücksichtigen, obwohl sie nicht angegeben ist.
- Auflösung und Dateigröße verwechseln.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
10.5 Farbtiefe
Definition
Die Farbtiefe gibt an, wie viele Bits zur Darstellung eines Pixels verwendet werden.
Je höher die Farbtiefe, desto mehr Farben können dargestellt werden.
Grundprinzip
Mit n Bit können 2ⁿ verschiedene Werte dargestellt werden.
Typische Farbtiefen
| Farbtiefe | Anzahl Farben | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 Bit | 2 | Schwarz-Weiß |
| 8 Bit | 256 | Graustufen oder Farbtabelle |
| 16 Bit | 65.536 | High Color |
| 24 Bit | 16.777.216 | True Color |
| 32 Bit | 16.777.216 + Alpha | True Color mit Transparenz |
RGB
Bei RGB werden Farben aus drei Farbkanälen gebildet:
- Rot
- Grün
- Blau
Bei 24 Bit Farbtiefe erhält jeder Farbkanal 8 Bit.
Beispiel
24 Bit Farbtiefe:
- Rot = 8 Bit
- Grün = 8 Bit
- Blau = 8 Bit
8 Bit pro Kanal:
2⁸ = 256 Abstufungen
Gesamt:
256 × 256 × 256 = 16.777.216 Farben
Merksatz
Farbtiefe bestimmt, wie viele Farben pro Pixel dargestellt werden können.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird Farbtiefe meist für Speicherberechnungen bei Bildern verwendet.
Typische Fehler:
- Farbtiefe mit Auflösung verwechseln.
- Bit pro Pixel nicht durch 8 teilen.
- 24 Bit RGB und 32 Bit RGBA verwechseln.
- Alpha-Kanal als zusätzliche Farbe verstehen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
10.6 RAID-Kapazität
Definition
Bei der RAID-Kapazität wird berechnet, wie viel Speicherplatz in einem RAID-Verbund tatsächlich nutzbar ist.
Grundlage
Die nutzbare Kapazität hängt ab von:
- RAID-Level
- Anzahl der Laufwerke
- Größe der Laufwerke
- Redundanz
- Parität
Wichtige Formeln
| RAID-Level | Nutzbare Kapazität |
|---|---|
| RAID 0 | Anzahl Laufwerke × kleinste Laufwerksgröße |
| RAID 1 | kleinste Laufwerksgröße |
| RAID 5 | (Anzahl Laufwerke − 1) × kleinste Laufwerksgröße |
| RAID 6 | (Anzahl Laufwerke − 2) × kleinste Laufwerksgröße |
| RAID 10 | 50 % der Gesamtkapazität |
Beispiel
4 Festplatten mit je 2 TB:
| RAID-Level | Nutzbare Kapazität |
|---|---|
| RAID 0 | 8 TB |
| RAID 1 | 2 TB |
| RAID 5 | 6 TB |
| RAID 6 | 4 TB |
| RAID 10 | 4 TB |
Merksatz
Je mehr Redundanz ein RAID bietet, desto weniger Speicherplatz ist nutzbar.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig nach der Netto-Kapazität gefragt.
Typische Fehler:
- Brutto- und Netto-Kapazität verwechseln.
- Bei RAID 5 nicht ein Laufwerk für Parität abziehen.
- Bei RAID 6 nicht zwei Laufwerke für Parität abziehen.
- RAID 1 mit RAID 0 verwechseln.
- unterschiedlich große Laufwerke nicht beachten.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
10.7 Netzteilleistung
Definition
Die Netzteilleistung gibt an, wie viel elektrische Leistung ein Netzteil maximal bereitstellen kann.
Die Leistung wird in Watt (W) angegeben.
Grundformel
Leistung = Spannung × Stromstärke
P = U × I
Einheiten
| Größe | Formelzeichen | Einheit |
|---|---|---|
| Leistung | P | Watt (W) |
| Spannung | U | Volt (V) |
| Stromstärke | I | Ampere (A) |
Beispiel
Ein Gerät benötigt 12 V und 5 A.
P = 12 V × 5 A
P = 60 W
Wichtige Punkte
Bei der Auswahl eines Netzteils müssen berücksichtigt werden:
- Leistungsbedarf der Komponenten
- CPU
- Grafikkarte
- Laufwerke
- Erweiterungskarten
- Wirkungsgrad
- Leistungsreserve
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad gibt an, wie effizient ein Netzteil elektrische Energie umwandelt.
Je höher der Wirkungsgrad, desto weniger Energie geht als Wärme verloren.
Merksatz
Netzteilleistung wird in Watt angegeben.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig mit P = U × I gerechnet.
Typische Fehler:
- Watt und Volt verwechseln.
- Stromstärke in Ampere vergessen.
- Wirkungsgrad nicht beachten.
- Netzteil ohne Leistungsreserve auswählen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
10.8 Stromkosten
Definition
Bei der Stromkostenberechnung wird berechnet, welche Kosten durch den Stromverbrauch eines Geräts entstehen.
Grundformel
Energie = Leistung × Zeit
E = P × t
Stromkosten
Stromkosten = Energieverbrauch × Preis pro kWh
Einheiten
| Größe | Einheit |
|---|---|
| Leistung | Watt (W) oder Kilowatt (kW) |
| Zeit | Stunden (h) |
| Energie | Kilowattstunden (kWh) |
| Preis | Euro pro kWh |
Wichtige Umrechnung
| Umrechnung | Ergebnis |
|---|---|
| 1 kW | 1.000 W |
| 1 W | 0,001 kW |
Beispiel
Ein Gerät hat eine Leistung von 500 W und läuft 4 Stunden.
500 W = 0,5 kW
0,5 kW × 4 h = 2 kWh
Bei 0,30 € pro kWh:
2 kWh × 0,30 € = 0,60 €
Merksatz
Stromkosten werden über kWh berechnet, nicht nur über Watt.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Leistung (W/kW) und Energieverbrauch (Wh/kWh) unterschieden.
Typische Fehler:
- Watt nicht in Kilowatt umrechnen.
- Leistung und Energie verwechseln.
- Laufzeit nicht berücksichtigen.
- Preis pro kWh falsch anwenden.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker