Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.1 Zahlensysteme

Definition

Ein Zahlensystem beschreibt, wie Zahlen mit bestimmten Zeichen dargestellt werden.

In der Informationstechnik sind vor allem Stellenwertsysteme wichtig.


Wichtige Zahlensysteme

Zahlensystem Basis Ziffern
Dezimalsystem 10 0–9
Binärsystem 2 0–1
Oktalsystem 8 0–7
Hexadezimalsystem 16 0–9 und A–F

Dezimalsystem

Das Dezimalsystem ist das im Alltag verwendete Zahlensystem.


Binärsystem

Das Binärsystem wird in der Digitaltechnik verwendet.


Hexadezimalsystem

Das Hexadezimalsystem wird häufig zur kompakten Darstellung von Binärzahlen verwendet.


Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben müssen häufig Zahlen zwischen Dezimal, Binär und Hexadezimal umgerechnet werden.


Quellen

2.2 Binärsystem

Definition

Das Binärsystem ist ein Zahlensystem mit der Basis 2.

Es verwendet nur zwei Ziffern:


Bedeutung

Das Binärsystem ist die Grundlage der digitalen Datenverarbeitung.

Computer arbeiten intern mit zwei Zuständen:

Zustand Bedeutung
0 aus / falsch / kein Signal
1 ein / wahr / Signal

Stellenwerte

Im Binärsystem haben die Stellen die Werte von Zweierpotenzen.

Stelle Wert
2⁷ 128
2⁶ 64
2⁵ 32
2⁴ 16
8
4
2
2⁰ 1

Beispiel

Binärzahl:

1010₂

Berechnung:

8 + 0 + 2 + 0 = 10₁₀


Merksatz

Binärzahlen bestehen nur aus 0 und 1.


Prüfungshinweis

Bei Umrechnungen immer von rechts nach links mit 2⁰ beginnen.


Quellen

2.3 Oktalsystem

Definition

Das Oktalsystem ist ein Zahlensystem mit der Basis 8.

Es verwendet acht Ziffern:


Bedeutung

Das Oktalsystem wird in der Informatik seltener verwendet als das Binär- oder Hexadezimalsystem.

Es kann zur kompakten Darstellung von Binärzahlen genutzt werden.


Stellenwerte

Im Oktalsystem haben die Stellen die Werte von Achterpotenzen.

Stelle Wert
512
64
8
8⁰ 1

Beispiel

Oktalzahl:

17₈

Berechnung:

1 × 8 + 7 × 1 = 15₁₀


Binärbezug

Eine Oktalstelle entspricht genau 3 Bit.

Oktal Binär
0 000
1 001
2 010
3 011
4 100
5 101
6 110
7 111

Merksatz

Das Oktalsystem hat die Basis 8 und verwendet nur die Ziffern 0 bis 7.


Prüfungshinweis

Die Ziffer 8 gibt es im Oktalsystem nicht. Wenn eine Zahl eine 8 oder 9 enthält, kann sie keine gültige Oktalzahl sein.


Quellen

2.4 Hexadezimalsystem

Definition

Das Hexadezimalsystem ist ein Zahlensystem mit der Basis 16.

Es verwendet sechzehn Zeichen:


Hexadezimale Ziffern

Dezimal Hexadezimal
10 A
11 B
12 C
13 D
14 E
15 F

Bedeutung

Das Hexadezimalsystem wird häufig verwendet, um Binärzahlen kürzer und übersichtlicher darzustellen.

Typische Anwendungen:


Stellenwerte

Im Hexadezimalsystem haben die Stellen die Werte von Sechzehnerpotenzen.

Stelle Wert
16³ 4096
16² 256
16¹ 16
16⁰ 1

Beispiel

Hexadezimalzahl:

1A₁₆

Berechnung:

1 × 16 + 10 × 1 = 26₁₀


Binärbezug

Eine Hexadezimalstelle entspricht genau 4 Bit.

Hex Binär
0 0000
1 0001
2 0010
3 0011
4 0100
5 0101
6 0110
7 0111
8 1000
9 1001
A 1010
B 1011
C 1100
D 1101
E 1110
F 1111

Merksatz

Das Hexadezimalsystem hat die Basis 16. Eine Hexadezimalstelle entspricht 4 Bit.


Prüfungshinweis

A bis F stehen für die Dezimalwerte 10 bis 15. Die Ziffernfolge 10₁₆ entspricht nicht zehn, sondern 16₁₀.


Quellen

2.5 Umrechnung von Zahlensystemen

Definition

Bei der Umrechnung von Zahlensystemen wird eine Zahl von einem Zahlensystem in ein anderes übertragen.

Wichtige Zahlensysteme:


Dezimal in Binär

Die Dezimalzahl wird wiederholt durch 2 geteilt.

Die Reste werden von unten nach oben gelesen.

Beispiel

13₁₀ = 1101₂


Binär in Dezimal

Die Stellenwerte der gesetzten Bits werden addiert.

Beispiel

1101₂

8 + 4 + 0 + 1 = 13₁₀


Binär in Hexadezimal

Die Binärzahl wird von rechts nach links in 4er-Gruppen eingeteilt.

Beispiel

1101₂ = D₁₆

1111 0000₂ = F0₁₆


Hexadezimal in Binär

Jede Hexadezimalstelle wird in 4 Bit umgewandelt.

Beispiel

A₁₆ = 1010₂

F₁₆ = 1111₂


Oktal und Binär

Eine Oktalstelle entspricht genau 3 Bit.

Beispiel

7₈ = 111₂


Merksatz


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben werden besonders häufig Binär, Dezimal und Hexadezimal umgerechnet.

Typische Fehler:


Quellen

2.6 Bit und Byte

Definition

Ein Bit ist die kleinste Informationseinheit in der Informatik.

Ein Bit kann zwei Zustände annehmen:

Ein Byte besteht aus 8 Bit.


Einheiten

Einheit Bedeutung
Bit kleinste Informationseinheit
Byte 8 Bit
Kilobyte 1.000 Byte
Megabyte 1.000 Kilobyte
Gigabyte 1.000 Megabyte
Terabyte 1.000 Gigabyte

Bit und Byte

Schreibweise Bedeutung
b Bit
B Byte

Beispiel

1 Byte = 8 Bit

10 Byte = 80 Bit

100 MBit/s = 12,5 MB/s


Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Bit und Byte unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

2.7 SI- und Binärpräfixe

Definition

Präfixe werden verwendet, um große Datenmengen kompakt darzustellen.

In der Informationstechnik wird zwischen SI-Präfixen und Binärpräfixen unterschieden.


SI-Präfixe

SI-Präfixe basieren auf dem Dezimalsystem.

Einheit Abkürzung Wert
Kilobyte kB 1.000 Byte
Megabyte MB 1.000.000 Byte
Gigabyte GB 1.000.000.000 Byte
Terabyte TB 1.000.000.000.000 Byte

Binärpräfixe

Binärpräfixe basieren auf Zweierpotenzen.

Einheit Abkürzung Wert
Kibibyte KiB 1.024 Byte
Mebibyte MiB 1.048.576 Byte
Gibibyte GiB 1.073.741.824 Byte
Tebibyte TiB 1.099.511.627.776 Byte

Vergleich

Dezimal Binär
kB = 1.000 Byte KiB = 1.024 Byte
MB = 1.000² Byte MiB = 1.024² Byte
GB = 1.000³ Byte GiB = 1.024³ Byte
TB = 1.000⁴ Byte TiB = 1.024⁴ Byte

Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben genau auf die Einheit achten.

Typische Fehler:


Quellen

2.8 ASCII

Definition

ASCII steht für American Standard Code for Information Interchange.

ASCII ist eine Zeichencodierung zur Darstellung von Zeichen in Computersystemen.


Grundprinzip

Jedes Zeichen wird durch eine Zahl dargestellt.

Beispiele:

Zeichen Dezimalwert
A 65
B 66
a 97
0 48
Leerzeichen 32

Umfang

Der ursprüngliche ASCII-Code verwendet 7 Bit.

Damit können dargestellt werden:

2⁷ = 128 Zeichen


Zeichenarten

ASCII enthält unter anderem:


Beispiele für Steuerzeichen

Steuerzeichen Bedeutung
LF Line Feed / Zeilenvorschub
CR Carriage Return / Wagenrücklauf
ESC Escape

Merksatz

ASCII ist eine Zeichencodierung mit 7 Bit und umfasst 128 Zeichen.


Prüfungshinweis

ASCII ist nicht dasselbe wie Unicode. ASCII ist kleiner und kann viele internationale Zeichen nicht darstellen.


Quellen

2.9 Unicode

Definition

Unicode ist ein internationaler Standard zur Darstellung von Zeichen.

Unicode kann Zeichen aus vielen verschiedenen Sprachen und Schriftsystemen darstellen.


Bedeutung

Unicode wurde entwickelt, um die Einschränkungen älterer Zeichencodierungen wie ASCII zu überwinden.

ASCII kann nur 128 Zeichen darstellen.

Unicode kann deutlich mehr Zeichen darstellen.


Beispiele für Unicode-Zeichen

Zeichen Bedeutung
A lateinischer Großbuchstabe
ä deutscher Umlaut
Euro-Zeichen
Ω griechischer Buchstabe Omega

UTF-8

UTF-8 ist eine häufig verwendete Codierung für Unicode-Zeichen.

Eigenschaften:


Vergleich ASCII und Unicode

ASCII Unicode
7 Bit deutlich größerer Zeichenvorrat
128 Zeichen viele Schriftsysteme
vor allem englische Zeichen internationale Zeichen
keine Umlaute im ursprünglichen ASCII Umlaute und Sonderzeichen möglich

Merksatz

Unicode ist ein Standard für internationale Zeichen.
UTF-8 ist eine Codierung für Unicode.


Prüfungshinweis

Unicode und UTF-8 dürfen nicht gleichgesetzt werden.


Quellen

2.10 Datendarstellung

Definition

Datendarstellung beschreibt, wie Informationen in einem Computersystem gespeichert und verarbeitet werden.

Computer speichern Daten intern als Binärwerte.


Grundprinzip

Alle Daten werden im Computer als Folge von 0 und 1 dargestellt.

Dazu gehören:


Beispiele

Datentyp Darstellung im Computer
Zahl Binärzahl
Text Zeichencodierung
Bild Pixelwerte
Audio digitale Abtastwerte
Programm Maschinenbefehle

Codierung

Damit Daten verarbeitet werden können, müssen sie codiert werden.

Beispiele:


Merksatz

Computer verarbeiten intern keine Buchstaben oder Bilder direkt, sondern Binärdaten.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, wie Zeichen, Zahlen oder Datenmengen digital dargestellt werden.

Typische Fehler:


Quellen

2.11 Einerkomplement

Definition

Das Einerkomplement ist eine Darstellungsform für negative Binärzahlen.

Dabei werden alle Bits einer positiven Binärzahl umgekehrt.


Grundprinzip

Bit Einerkomplement
0 1
1 0

Beispiel

Positive Binärzahl:

0101

Einerkomplement:

1010


Vorzeichen

Beim Einerkomplement zeigt das höchstwertige Bit das Vorzeichen an.

Höchstwertiges Bit Bedeutung
0 positive Zahl
1 negative Zahl

Besonderheit

Beim Einerkomplement gibt es zwei Darstellungen für die Null:


Merksatz

Beim Einerkomplement werden alle Bits invertiert.


Prüfungshinweis

Das Einerkomplement ist wichtig als Grundlage zum Verständnis des Zweierkomplements.

Typische Fehler:


Quellen

2.12 Zweierkomplement

Definition

Das Zweierkomplement ist eine Darstellungsform für negative Binärzahlen.

Es wird häufig verwendet, um positive und negative ganze Zahlen im Computer darzustellen.


Bildung des Zweierkomplements

  1. Positive Binärzahl bilden
  2. Alle Bits invertieren
  3. 1 addieren

Beispiel

Positive Zahl:

0101

Bits invertieren:

1010

1 addieren:

1011


Vorzeichen

Höchstwertiges Bit Bedeutung
0 positive Zahl
1 negative Zahl

Besonderheit

Im Gegensatz zum Einerkomplement gibt es beim Zweierkomplement nur eine Darstellung für die Null.


Merksatz

Zweierkomplement = Einerkomplement + 1


Prüfungshinweis

Das Zweierkomplement wird in IHK-Aufgaben häufig zur Darstellung negativer Binärzahlen verwendet.

Typische Fehler:


Quellen

2.13 Gleitkommazahlen

Definition

Gleitkommazahlen sind Zahlen mit Nachkommastellen.

Sie werden verwendet, wenn sehr kleine oder sehr große Zahlen dargestellt werden müssen.


Beispiele


Grundprinzip

Eine Gleitkommazahl besteht vereinfacht aus:

Bestandteil Bedeutung
Vorzeichen positiv oder negativ
Mantisse eigentliche Ziffernfolge
Exponent Verschiebung des Kommas

Bedeutung

Gleitkommazahlen werden häufig verwendet für:


Besonderheit

Gleitkommazahlen können Rundungsfehler verursachen, weil nicht jede Dezimalzahl exakt binär dargestellt werden kann.


Merksatz

Gleitkommazahlen dienen zur Darstellung von Zahlen mit Nachkommastellen.


Prüfungshinweis

Gleitkommazahlen sind nicht immer exakt. Bei Berechnungen können Rundungsfehler entstehen.

Typische Fehler:


Quellen