Kapitel 5 – Massenspeicher
- 5.1 Massenspeicher allgemein
- 5.2 HDD
- 5.3 SSD
- 5.4 RAID
- 5.5 Hot Spare
- 5.6 JBOD
- 5.7 NAS
- 5.8 Optische Medien
- 5.9 Dateisysteme
- Datenschutz, Datensicherheit und Informationssicherheit: Prinzipien und Methoden
5.1 Massenspeicher allgemein
Definition
Massenspeicher dienen zur dauerhaften Speicherung großer Datenmengen.
Im Gegensatz zum Arbeitsspeicher behalten Massenspeicher ihre Daten auch ohne Stromversorgung.
Eigenschaften
- nichtflüchtiger Speicher
- dauerhaftes Speichern von Daten
- größere Speicherkapazität als RAM
- langsamer als Arbeitsspeicher
Beispiele
| Massenspeicher | Beschreibung |
|---|---|
| HDD | magnetischer Massenspeicher |
| SSD | elektronischer Flash-Speicher |
| USB-Stick | mobiler Flash-Speicher |
| Speicherkarte | mobiler Flash-Speicher |
| Optische Medien | CD, DVD, Blu-ray |
| NAS | Netzwerkspeicher |
Abgrenzung zu RAM
| RAM | Massenspeicher |
|---|---|
| flüchtig | nichtflüchtig |
| sehr schnell | langsamer |
| für laufende Programme | für dauerhafte Daten |
| Datenverlust ohne Strom | Daten bleiben erhalten |
Merksatz
Massenspeicher speichern Daten dauerhaft.
RAM speichert Daten nur vorübergehend.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Arbeitsspeicher, Cache und Massenspeicher unterschieden.
Typische Fehler:
- RAM mit Massenspeicher verwechseln.
- SSD und RAM gleichsetzen.
- Speichergröße und Geschwindigkeit nicht unterscheiden.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.2 HDD
Definition
Eine HDD ist ein magnetischer Massenspeicher.
HDD steht für Hard Disk Drive.
Aufbau
Eine HDD besteht unter anderem aus:
- Magnetscheiben
- Schreib-/Lesekopf
- Motor
- Controller
- Gehäuse
Funktionsweise
Daten werden magnetisch auf rotierenden Scheiben gespeichert.
Der Schreib-/Lesekopf liest und schreibt die Daten auf den Magnetscheiben.
Eigenschaften
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Speicherart | magnetisch |
| Geschwindigkeit | langsamer als SSD |
| Kapazität | oft sehr groß |
| Preis pro GB | meist günstig |
| Geräusch | hörbar durch bewegliche Teile |
| Empfindlichkeit | empfindlich gegen Stöße |
Vorteile
- große Speicherkapazität
- günstiger Preis pro GB
- gut für große Datenmengen
Nachteile
- mechanische Bauteile
- langsamer als SSD
- empfindlich gegen Erschütterungen
- hörbare Betriebsgeräusche
Merksatz
Eine HDD speichert Daten magnetisch auf rotierenden Scheiben.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen HDD und SSD unterschieden.
Typische Fehler:
- HDD und SSD gleichsetzen.
- HDD als Flash-Speicher bezeichnen.
- bewegliche Teile der HDD vergessen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.3 SSD
Definition
Eine SSD ist ein nichtflüchtiger Massenspeicher auf Basis von Flash-Speicher.
SSD steht für Solid State Drive.
Funktionsweise
Daten werden elektronisch in Speicherzellen gespeichert.
Eine SSD besitzt keine beweglichen Teile.
Eigenschaften
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Speicherart | Flash-Speicher |
| Geschwindigkeit | schneller als HDD |
| Geräusch | geräuschlos |
| Stoßempfindlichkeit | unempfindlicher als HDD |
| Preis pro GB | meist höher als HDD |
Vorteile
- hohe Geschwindigkeit
- kurze Zugriffszeiten
- geräuschlos
- stoßunempfindlich
- geringer Stromverbrauch
Nachteile
- höherer Preis pro GB
- begrenzte Schreibzyklen
- Datenrettung oft schwieriger als bei HDD
Schnittstellen
Typische SSD-Schnittstellen:
- SATA
- M.2
- NVMe
- PCIe
Merksatz
Eine SSD speichert Daten elektronisch und besitzt keine beweglichen Teile.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen HDD und SSD unterschieden.
Typische Fehler:
- SSD als magnetischen Speicher bezeichnen.
- SSD und RAM verwechseln.
- M.2 und NVMe gleichsetzen.
- SATA-SSD und NVMe-SSD nicht unterscheiden.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.4 RAID
Definition
RAID steht für Redundant Array of Independent Disks.
RAID verbindet mehrere physische Laufwerke zu einem logischen Laufwerk.
Ziele
RAID kann verwendet werden für:
- höhere Ausfallsicherheit
- höhere Geschwindigkeit
- größere zusammenhängende Speicherkapazität
Wichtige RAID-Level
| RAID-Level | Beschreibung |
|---|---|
| RAID 0 | Striping ohne Redundanz |
| RAID 1 | Spiegelung der Daten |
| RAID 5 | Striping mit verteilter Parität |
| RAID 6 | Striping mit doppelter verteilter Parität |
| RAID 10 | Kombination aus RAID 1 und RAID 0 |
RAID 0
- Daten werden auf mehrere Laufwerke verteilt.
- hohe Geschwindigkeit
- keine Ausfallsicherheit
RAID 1
- Daten werden gespiegelt.
- hohe Ausfallsicherheit
- nutzbare Kapazität halbiert sich
RAID 5
- Daten und Paritätsinformationen werden verteilt gespeichert.
- ein Laufwerk darf ausfallen.
- mindestens 3 Laufwerke erforderlich
RAID 6
- wie RAID 5, aber mit doppelter Parität
- zwei Laufwerke dürfen ausfallen.
- mindestens 4 Laufwerke erforderlich
RAID 10
- Kombination aus Spiegelung und Striping
- hohe Geschwindigkeit
- hohe Ausfallsicherheit
- mindestens 4 Laufwerke erforderlich
Merksatz
RAID erhöht die Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig nach Ausfallsicherheit, nutzbarer Kapazität und Mindestanzahl der Laufwerke gefragt.
Typische Fehler:
- RAID als Backup bezeichnen.
- RAID 0 als ausfallsicher ansehen.
- Brutto- und Netto-Kapazität verwechseln.
- Parität bei RAID 5 und RAID 6 nicht beachten.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.5 Hot Spare
Definition
Ein Hot Spare ist ein Ersatzlaufwerk, das in einem RAID-System bereits eingebaut ist und automatisch genutzt werden kann, wenn ein Laufwerk ausfällt.
Aufgabe
Ein Hot Spare dient dazu, ein ausgefallenes Laufwerk automatisch zu ersetzen.
Dadurch kann der Wiederaufbau des RAID-Verbunds schneller beginnen.
Eigenschaften
- bereits im System eingebaut
- normalerweise nicht aktiv genutzt
- wird bei Laufwerksausfall automatisch aktiviert
- unterstützt den schnellen Wiederaufbau des RAID
Beispiel
In einem RAID 5 fällt eine Festplatte aus.
Das Hot-Spare-Laufwerk übernimmt automatisch die Rolle der ausgefallenen Festplatte.
Der RAID-Verbund wird anschließend wiederhergestellt.
Vorteile
- schnellere Reaktion bei Laufwerksausfall
- weniger manuelles Eingreifen
- höhere Verfügbarkeit
- sinnvoll bei Servern und NAS-Systemen
Nachteile
- zusätzliche Festplatte erforderlich
- verursacht zusätzliche Kosten
- Speicherplatz des Hot Spare wird im Normalbetrieb nicht genutzt
Merksatz
Ein Hot Spare ist ein eingebautes Ersatzlaufwerk für den automatischen Austausch bei einem Laufwerksausfall.
Prüfungshinweis
Ein Hot Spare erhöht die Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.
Typische Fehler:
- Hot Spare als zusätzlichen Speicherplatz zählen.
- Hot Spare mit Backup verwechseln.
- Hot Spare mit RAID 1 gleichsetzen.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.6 JBOD
Definition
JBOD steht für Just a Bunch of Disks.
Bei JBOD werden mehrere physische Laufwerke ohne RAID-Funktion zusammengefasst oder einzeln genutzt.
Eigenschaften
- keine Spiegelung
- keine Parität
- keine automatische Ausfallsicherheit
- Laufwerke können unterschiedliche Größen haben
- einfache Nutzung mehrerer Datenträger
Unterschied zu RAID
| JBOD | RAID |
|---|---|
| keine Redundanz | je nach RAID-Level mit Redundanz |
| keine Parität | RAID 5/6 nutzen Parität |
| keine Leistungssteigerung durch Striping | RAID 0 nutzt Striping |
| einfache Laufwerksverwaltung | strukturierter Laufwerksverbund |
Vorteile
- einfache Einrichtung
- unterschiedliche Festplattengrößen möglich
- gesamte Kapazität kann genutzt werden
- kein spezieller RAID-Aufbau notwendig
Nachteile
- keine Ausfallsicherheit
- kein Schutz bei Festplattenausfall
- keine Leistungssteigerung wie bei RAID 0
- kein Ersatz für Backup
Merksatz
JBOD ist kein RAID und bietet keine automatische Ausfallsicherheit.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird JBOD häufig von RAID abgegrenzt.
Typische Fehler:
- JBOD als RAID-Level bezeichnen.
- JBOD als ausfallsicher ansehen.
- JBOD mit RAID 0 verwechseln.
- JBOD als Backup betrachten.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.7 NAS
5.7 NAS
Definition
NAS steht für Network Attached Storage.
Ein NAS ist ein Speichergerät, das über das Netzwerk erreichbar ist.
Aufgabe
Ein NAS stellt Speicherplatz zentral im Netzwerk bereit.
Mehrere Benutzer oder Geräte können auf die gespeicherten Daten zugreifen.
Eigenschaften
- zentraler Netzwerkspeicher
- Zugriff über LAN oder WLAN
- häufig mit mehreren Festplatten
- oft mit RAID-Unterstützung
- Benutzer- und Rechteverwaltung möglich
Typische Einsatzbereiche
- Dateifreigaben
- Backups
- Medienserver
- gemeinsame Projektordner
- zentrale Datenspeicherung
Vorteile
- zentrale Speicherung
- Zugriff von mehreren Geräten
- einfache Erweiterbarkeit
- Benutzerrechte können verwaltet werden
- geeignet für Backup-Ziele
Nachteile
- abhängig vom Netzwerk
- bei falscher Konfiguration Sicherheitsrisiko
- kein Ersatz für ein zusätzliches Backup
- bei Ausfall des NAS kein Zugriff auf die Daten
Merksatz
Ein NAS ist ein zentraler Speicher im Netzwerk.
Prüfungshinweis
Ein NAS ist kein Backup an sich.
Ein NAS kann aber als Ziel für Backups verwendet werden.
Typische Fehler:
- NAS mit RAID gleichsetzen.
- NAS als vollständiges Backup ansehen.
- Netzwerkverbindung und Zugriffsrechte nicht beachten.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.8 Optische Medien
Definition
Optische Medien sind Massenspeicher, bei denen Daten mithilfe von Laserlicht gelesen oder geschrieben werden.
Wichtige optische Medien
| Medium | Bedeutung |
|---|---|
| CD | Compact Disc |
| DVD | Digital Versatile Disc |
| Blu-ray | optisches Medium mit hoher Speicherkapazität |
Funktionsweise
Daten werden auf einer reflektierenden Schicht gespeichert.
Ein Laser liest die gespeicherten Informationen aus.
Typische Varianten
| Variante | Bedeutung |
|---|---|
| ROM | nur lesbar |
| R | einmal beschreibbar |
| RW | wiederbeschreibbar |
Beispiele
- CD-ROM
- CD-R
- CD-RW
- DVD-ROM
- DVD-R
- DVD-RW
- Blu-ray Disc
Vorteile
- günstig
- einfach zu transportieren
- geeignet zur Archivierung kleiner Datenmengen
Nachteile
- geringe Geschwindigkeit
- begrenzte Speicherkapazität
- empfindlich gegen Kratzer
- heute seltener verwendet
Merksatz
Optische Medien werden mit Laserlicht gelesen und beschrieben.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen ROM, R und RW unterschieden.
Typische Fehler:
- ROM als beschreibbar einordnen.
- R und RW verwechseln.
- optische Medien mit magnetischen Medien verwechseln.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
5.9 Dateisysteme
Definition
Ein Dateisystem legt fest, wie Daten auf einem Datenträger gespeichert, organisiert und wiedergefunden werden.
Aufgabe
Ein Dateisystem verwaltet unter anderem:
- Dateien
- Ordner
- Dateinamen
- Speicherorte
- Zugriffsrechte
- freie und belegte Speicherbereiche
Wichtige Dateisysteme
| Dateisystem | Typische Verwendung |
|---|---|
| FAT32 | USB-Sticks, ältere Systeme |
| exFAT | USB-Sticks, Speicherkarten |
| NTFS | Windows-Systeme |
| ext4 | Linux-Systeme |
| APFS | macOS |
| HFS+ | ältere macOS-Systeme |
FAT32
- sehr kompatibel
- unterstützt viele Geräte
- maximale Dateigröße: 4 GB
exFAT
- geeignet für große Dateien
- häufig bei USB-Sticks und Speicherkarten
- gute Kompatibilität zwischen Windows und macOS
NTFS
- Standard-Dateisystem von Windows
- unterstützt Rechteverwaltung
- geeignet für interne Laufwerke
ext4
- häufiges Dateisystem unter Linux
- stabil und leistungsfähig
APFS
- modernes Dateisystem von macOS
- optimiert für SSDs
Merksatz
Das Dateisystem bestimmt, wie Dateien auf einem Datenträger gespeichert und verwaltet werden.
Prüfungshinweis
In IHK-Aufgaben wird häufig nach dem passenden Dateisystem für einen bestimmten Einsatzzweck gefragt.
Typische Fehler:
- FAT32 für Dateien größer als 4 GB wählen.
- Dateisystem und Datenträger verwechseln.
- NTFS als Standard-Dateisystem für Linux einordnen.
- exFAT und FAT32 verwechseln.
Quellen
- IT-Handbuch für Fachinformatiker
Datenschutz, Datensicherheit und Informationssicherheit: Prinzipien und Methoden
Datenschutz Informationssicherheit Datensicherheit
Datenschutz vs Datensicherheit
Datenschutz Datensicherheit
Datenschutz vs Datensicherheit
Datenschutz Schutz von Personen Datensicherheit Schutz von Daten
Datenschutz
Datenschutz -Schutz von Personen
Rechtlich/organisatorisches Thema
Schutz von personenbezogenen Daten
Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes
Stichworte: Datenschutz-Grundverordnung DSGVO und Bundesdatenschutz-Gesetz BDSG
Schutzziele der Informationssicherheit
CIA
Schutzziele der Informationssicherheit
Schutz von Informationen vor
- unbefugtem Zugriff
- Manipulation
- Verlust.
Umfasst verschiedene
- Maßnahmen und Konzepte,
- um Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten zu gewährleisten.
Grundprinzipien (CIA)
- Vertraulichkeit (Confidentiality)
- Integrität (Integrity)
- Verfügbarkeit (Availability)
Grundprinzipien (CIA)
- Vertraulichkeit (Confidentiality)
Nur autorisierte Personen dürfen auf Informationen zugreifen.
Maßnahmen: Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, VPNs
2. Integrität (Integrity)
Informationen dürfen nicht unbemerkt verändert oder manipuliert werden.
Maßnahmen: Hashing, digitale Signaturen, Prüfmechanismen
- Verfügbarkeit (Availability)
Informationen müssen für berechtigte Nutzer jederzeit zugänglich sein.
Maßnahmen: Backups, Redundanz, DDoSSchutz
Gefahren für Informationssicherheit
Hackerangriffe
- z. B. Phishing, Malware, Ransomware, Viren
Menschliche Fehler
- z. B. schwache Passwörter, versehentliches Löschen
Technische Fehler
- z. B. Hardware-Ausfälle, Software-Bugs
Naturkatastrophen
- z. B. Feuer, Überschwemmung
Datensicherheit
Schutz vor
Gewährleistung von
Unbefugter Zugriff Dritter,
Manipulation,
Verlust der Daten
Vertraulichkeit,
Integrität,
Verfügbarkeit von Daten
Datenschutz vs Datensicherheit vs Informationssicherheit
Datenschutz Schutz von Personen
Regelwerk • Rechtlich/organisatorisches Thema
Schutz von personenbezogenen Daten
Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes
Stichworte: Datenschutz-Grundverordnung DSVGO und Bundesdatenschutz-Gesetz BDSG
Datensicherheit Schutz von Daten
Maßnahmen • Technisches Thema
Sichere Verarbeitung von Daten
Schutz vor : Unbefugter Zugriff Dritter, Manipulation, Verlust der Daten
Gewährleistung von: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit von Daten
Informationssicherheit
Grundprinzipien
Vertraulichkeit
Integrität
Verfügbarkeit
Datenschutz
'Du darfst diese Daten nur unter bestimmten Bedingungen nutzen'
Datensicherheit
'Wenn du sie nutzt, musst du sie schützen'
Schutzziele
'Was bedeutet schützen'
Datensicherheit
Aspekt: Schutz vor Verlust von Daten
Datensicherung
Prozess des Sicherns von Daten
Ziel
- Daten im Falle des Verlusts wiederherstellen können
Redundanz
- Daten werden mehrfach erstellt
- Begriffe: Sicherungskopie/ Backup
Speicherung der Kopien
- Online vs offline
- Unterschiedliche Medien
Räumliche Trennung von Backup und Daten
Ziel: Datensicherheit/ Ausfallsicherheit erhöhen
Georedundanz
Offsite-Backup
- Backup an einem anderen Standort
Onsite-Backup
- Backup am gleichen Standort
Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage
Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage
Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage
Lokal (gleicher Standort)
Vorteile:
- Sehr schnell verfügbar
- Einfach umzusetzen
Nachteile:
- Kein Schutz bei Brand, Wasser, Diebstahl
- Beide Daten können gleichzeitig verloren gehen
Standortnah (gleiches Gebäude / Gelände)
Vorteile:
- Etwas mehr Sicherheit als lokal · Schneller Zugriff bleibt erhalten
Nachteile:
- Risiken wie Feuer oder Stromausfall betreffen oft trotzdem alles
Remote / Cloud
Vorteile:
- Automatisierbar
- Geografisch weit entfernt
- Oft redundant gespeichert
Nachteile:
- Abhängigkeit vom Internet
- Laufende Kosten
- Datenschutz beachten
Offsite bzw AirGapped Backup (physisch getrennt)
Vorteile:
- Sehr hoher Schutz vor Hackerangriffen und Ransomware
- Kann nicht übers Netzwerk kompromittiert werden
- Schutz vor lokalen Katastrophen
Nachteile:
- Manuelles Handling nötig
- Organisation aufwendig
- Wiederherstellung langsamer
Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage: Sicherheitsniveau
| Sicherheits- niveau | Typisch | Schützt vor | Schützt nicht vor / Risiken | Besonderheiten / Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| Lokal gespeicherte Backups (z. B. USB- Platte am selben PC) | • versehentlichem Löschen • einfachen Softwarefehlern | • Hardwaredefekt (wenn beide betroffen sind) • Diebstahl / Brand / Wasser • Ransomware | Nur Minimallösung, kein echtes Sicherheitskonzept | Niedrig |
| Standortnahes Backup (z. B. NAS im selben Gebäude) | • einzelnen Geräteausfällen | • größere Schäden (Feuer, Stromausfall) • Angriffe im Netzwerk | NAS von Synology im Serverraum | Mittel |
| Remote/ Cloud- Backups | • lokale Katastrophen • Hardwareausfälle | • Ransomware (bei erreichbaren Backups) • Fehlkonfiguration • Internetabhängigkeit | Microsoft Azure oder Amazon Web Services | Hoch |
| Offsite + Air-Gap | • Ransomware • gezielten Angriffen • Manipulation von Backups | - | physisch getrenntes Backup Beispiel: Cloud + externe Platte im Safe | Sehr hoch |
| 3-2-1-Regel (3 Kopien, 2 Medien, 1 offsite) | • nahezu allen realistischen Ausfallszenarien | - | Ergänzt durch: Air-Gap, Verschlüsselung, Wiederherstellungstests | Maximal (Best Practice) |
Backup Varianten, Methoden und Strategien
Prozess der Sicherung
Wie werden die Daten gesichert
Wie werden die Ressourcen eingesetzt
- Speicherkapazität
- Dauer der Datensicherung
- Dauer der Wiederherstellung
Prozess: Backup-Varianten
| Speicherabbild- Sicherung | Ein Abbild des gesamten Systems wird erstellt Vorteil: Nur 1 Datei Nachteil: Zeitaufwand + hoher Speicheraufwand |
|---|---|
| Komplett-/ Vollsicherung | Alle Daten werden gesichert |
| Komplett-/ Vollsicherung | Nachteil: Zeitaufwand + hoher Speicheraufwand |
| Differenzielles Backup | Jeden Tag: Änderungen seit Vollsicherung |
Inkrementelles Backup
Tag 1 nach Vollsicherung: Änderungen seit Vollsicherung
Später: Änderungen seit letztem Backup
Allgemein: Änderungen seit letztem Backup
Backup Methoden
Differenziell
Step 1: Vollsicherung
Differenziell
Backups werden Tag für Tag größer
- Mit jeder Teilsicherung werden die vorherigen Daten erneut mit gespeichert
Vorteil
- Deutlich schneller als Vollsicherung
Nachteil
- Dateien, die nach Vollsicherung nur einmal geändert werden, werden jedesmal wieder gesichert
- Alle Änderungen seit dem letzten vollständigen Backup werden gesichert
- Benötigt mehr Speicherplatz
Wiederherstellung
- Aus Vollbackup und 1 Datei des entsprechenden Tages
Inkrementell
Unterschied
- mit jeder Teilsicherung werden nur die Daten gesichert, die seit der letzten Sicherung (egal, ob Voll- oder Teilsicherung) erstellt oder verändert wurden
Verknüpfung
- einzelne Datensätze sind miteinander verknüpft
Vorteil
- geringer Speicherbedarf
- gehen schnell
Nachteil
- Wiederherstellung aus Vollsicherung und allen nachfolgenden inkrementellen Sicherungen wird komplexer
Änderungsverfolgung
Change Detection
Verfahren
| Verfahren | Fachbegriff |
|---|---|
| Archivbit nutzen | Archive Bit Tracking |
| Zeitstempel vergleichen | Timestamp-based Change Detection |
| Prüfsummen vergleichen | Checksum-based Detection |
| Dateisystem protokolliert Änderungen | Journal-based Change Detection |
Archiv-Bit
Dateimerkmal von Windows um zu markieren, ob eine Datei seit der letzten Sicherung verändert wurde.
Es hilft Backup-Programmen zu entscheiden, welche Dateien gesichert werden müssen.
Archiv-Bit
Archiv-Bit
Vollbackup
- sichert alle Daten
- Danach Archivbit wieder auf 0
Inkrementelles Backup
- Sichert nur Daten mit Archivbit = 1
- Danach: Archivbit wieder auf 0
- Folge: Jedes inkrementelle Backup hat nur Änderungen seit letztem Backup
Differenzielles Backup
- Sichert nur Daten mir Archivbit = 1
- Danach: Archivbit wird NICHT auf 0 gesetzt
- Folge: Alle Änderungen seit letztem Vollbackup bleiben markiert
Archiv-Bit
PowerShell
- Get-Item "C:\Test\datei.txt" | Select-Object Name, Attributes · (Get-Item "C:\Test\datei.txt").Attributes += "Archive"
- (Get-Item "C:\Test\datei.txt").Attributes -= "Archive"
CMD
- attrib C:\Test\datei.txt · attrib -A C:\Test\datei.txt · attrib +A C:\Test\datei.txt
Zeitstempel
Linux
- mtime → Inhalt geändert
- ctime → Metadaten/Rechte geändert
- atime → Zugriff auf Datei
Beispiel
- ls -l
- stat datei
Windows
- (Get-Item "C:\Test\datei.txt").LastWriteTime
Prüfsummen/ Hashes/ Hashwerte
Windows
- Get-FileHash C:\Test\datei.txt · Get-FileHash C:\Test\datei.txt -Algorithm MD5
Dateien vergleichen
- $hash1 = (Get-FileHash C:\Test\a.txt).Hash · $hash2 = (Get-FileHash C:\Test\b.txt).Hash · · $hash1 -eq $hash2
Prüfsummen/ Hashes/ Hashwerte
Linux
- sha256sum datei.txt
- md5sum datei.txt
- sha256sum a.txt b.txt
Beispiel
- hash1=$(sha256sum a.txt) · hash2=$(sha256sum a.txt) · [ "$hash1" = "$hash2" ] && echo "gleich" || echo "ungleich"
Funktion schreiben in Datei ~/.bashrc
sha256cmp() { hash1=$(sha256sum "$1" | cut -d' ' -f1) hash2=$(sha256sum "$2" | cut -d' ' -f1) [ "$hash1" = "$hash2" ] && echo "gleich" || echo "ungleich" }
Backup-Strategien
Backup-Strategien
3-2-1 Backup Regel
Großvater-Vater-Sohn
First in, First out (Fifo)
Backup-Strategien: 3-2-1 Backup Regel
Exemplare
Bewahre mindestens 3 Kopien Deiner Unternehmensdaten auf
Die goldene3-2-1-1-0Backup-Regel
Datensicherung auf 2 verschiedenen Medien Mindestens eine Kopie an einem externen Ort speichern
Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn
TAG: Sohn
- Tägliche Sicherung (inkrementell/ differenziell)
- 4 bis 5 Bänder
WOCHE: Vater
- Am Ende jeder Woche
- Vollständiges Backup
- Löschung aller vorangegangenen Backups
MONAT: Großvater
- Nach 4 Wochen:
- Neues Vollständiges Backup
- Löschung der vier wöchentlichen Sicherungen
Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn
Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn
Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn
Backup-Strategien: Fifo
neue oder geänderte Dateien überschreiben die ältesten
Bsp: 14 Tage Backup
an Tag 15 wird Backup von Tag 1 überschrieben
Recovery Point Objective
Wie lange dürfen die neuesten Backups maximal zurückliegen?
Beispiel:
- RPO = 1 Tag : Wenn heute die Platte ausfällt, sind maximal Daten von gestern weg
- RPO = 1 Stunde : Wenn heute ein Fehler passiert, sind maximal die letzten 60 Minuten Arbeit weg
- RPO = 1 Woche : Datenverlust von bis zu 7 Tagen
RPO bestimmt, wie oft Backup gemacht wird
- RPO 1 Tag → täglich backupen
- RPO 1 Stunde → stündlich backupen
- RPO 1 Woche → wöchentlich backupen
Quellen
- Dokument: Datenschutz, Datensicherheit und Informationssicherheit: Prinzipien und Methoden
- ID: 136