Kapitel 6 – Datensicherheit 6.1 Datensicherheit Definition Datensicherheit beschreibt den Schutz von Daten vor Verlust, Beschädigung, Manipulation und unberechtigtem Zugriff. Ziele der Datensicherheit Ziel Bedeutung Verfügbarkeit Daten müssen bei Bedarf nutzbar sein Integrität Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden Vertraulichkeit Daten dürfen nur berechtigten Personen zugänglich sein Maßnahmen Typische Maßnahmen zur Datensicherheit sind: Backups Zugriffskontrollen Verschlüsselung RAID USV Virenschutz Updates Rechteverwaltung Abgrenzung Begriff Bedeutung Datensicherheit Schutz der Daten vor Verlust und Schäden Datenschutz Schutz personenbezogener Daten Merksatz Datensicherheit schützt Daten vor Verlust, Beschädigung und unberechtigtem Zugriff. Prüfungshinweis Datensicherheit und Datenschutz dürfen nicht verwechselt werden. Typische Fehler: RAID als Backup ansehen. Datenschutz und Datensicherheit gleichsetzen. Nur technische Maßnahmen nennen und organisatorische Maßnahmen vergessen. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker BSI IT-Grundschutz 6.2 Backup allgemein Definition Ein Backup ist eine Sicherungskopie von Daten. Es dient dazu, Daten bei Verlust, Beschädigung oder versehentlichem Löschen wiederherstellen zu können. Ziel Das Ziel eines Backups ist die Wiederherstellung von Daten. Gründe für Backups Daten können verloren gehen durch: Hardwaredefekt versehentliches Löschen Schadsoftware Diebstahl Brand oder Wasserschaden Bedienfehler Softwarefehler Wichtige Begriffe Begriff Bedeutung Backup Sicherungskopie Restore Wiederherstellung Backup-Medium Speicherort der Sicherung Backup-Plan festgelegte Sicherungsstrategie Aufbewahrungsfrist Zeitraum, wie lange Backups behalten werden 3-2-1-Regel Die 3-2-1-Regel beschreibt eine einfache Backup-Strategie: 3 Kopien der Daten 2 unterschiedliche Speichermedien 1 Kopie außer Haus Merksatz Ein Backup ist nur dann sinnvoll, wenn die Wiederherstellung funktioniert. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben ist wichtig: RAID ist kein Backup. Ein Backup muss regelmäßig erstellt werden. Die Wiederherstellung muss getestet werden. Eine Kopie sollte getrennt vom Original aufbewahrt werden. Typische Fehler: Backup und Archivierung verwechseln. RAID als Backup bezeichnen. Restore-Test vergessen. Backup auf demselben Datenträger speichern. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker BSI IT-Grundschutz 6.3 Vollbackup Definition Ein Vollbackup ist eine vollständige Sicherung aller ausgewählten Daten. Dabei werden alle Daten unabhängig davon gesichert, ob sie seit der letzten Sicherung verändert wurden oder nicht. Eigenschaften sichert alle ausgewählten Daten einfache Wiederherstellung benötigt viel Speicherplatz dauert länger als andere Backup-Arten Vorteile einfache Verwaltung schnelle Wiederherstellung nur ein Backup-Satz wird benötigt geringeres Risiko bei der Wiederherstellung Nachteile hoher Speicherbedarf lange Sicherungsdauer hohe Belastung für System und Netzwerk Beispiel Jeden Freitag wird eine vollständige Sicherung aller Projektdaten erstellt. Merksatz Beim Vollbackup werden immer alle ausgewählten Daten gesichert. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben wird das Vollbackup häufig mit inkrementellem und differenziellem Backup verglichen. Typische Fehler: Vollbackup mit inkrementellem Backup verwechseln. Speicherbedarf unterschätzen. Sicherungsdauer unterschätzen. Wiederherstellung als kompliziert ansehen. Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker BSI IT-Grundschutz 6.4 Inkrementelles Backup Definition Ein inkrementelles Backup sichert nur die Daten, die seit der letzten Sicherung verändert wurden. Die letzte Sicherung kann ein Vollbackup oder ein vorheriges inkrementelles Backup sein. Eigenschaften sichert nur geänderte Daten benötigt wenig Speicherplatz kurze Sicherungsdauer Wiederherstellung ist aufwendiger Vorteile geringer Speicherbedarf schnelle Sicherung geringe Belastung für System und Netzwerk Nachteile Wiederherstellung dauert länger mehrere Backup-Sätze werden benötigt bei beschädigter Sicherung kann die Wiederherstellung fehlschlagen Beispiel Montag: Vollbackup Dienstag: Änderungen seit Montag Mittwoch: Änderungen seit Dienstag Donnerstag: Änderungen seit Mittwoch Merksatz Beim inkrementellen Backup wird immer nur seit der letzten Sicherung gesichert. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben ist die Formulierung „seit der letzten Sicherung“ entscheidend. Typische Fehler: inkrementelles Backup mit differenziellem Backup verwechseln für die Wiederherstellung nur das letzte Backup verwenden vergessen, dass mehrere Sicherungen benötigt werden Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker BSI IT-Grundschutz 6.5 Differenzielles Backup Definition Ein differenzielles Backup sichert alle Daten, die seit dem letzten Vollbackup verändert wurden. Eigenschaften sichert geänderte Daten seit dem letzten Vollbackup benötigt mehr Speicherplatz als inkrementelles Backup benötigt weniger Speicherplatz als Vollbackup Wiederherstellung ist einfacher als beim inkrementellen Backup Vorteile schnellere Wiederherstellung als beim inkrementellen Backup nur Vollbackup und letztes differenzielles Backup werden benötigt weniger Speicherbedarf als beim Vollbackup Nachteile Sicherungsmenge wächst mit jedem Tag seit dem letzten Vollbackup mehr Speicherbedarf als beim inkrementellen Backup Sicherung dauert mit der Zeit länger Beispiel Montag: Vollbackup Dienstag: Änderungen seit Montag Mittwoch: Änderungen seit Montag Donnerstag: Änderungen seit Montag Merksatz Beim differenziellen Backup wird immer seit dem letzten Vollbackup gesichert. Prüfungshinweis In IHK-Aufgaben ist die Formulierung „seit dem letzten Vollbackup“ entscheidend. Typische Fehler: differenzielles Backup mit inkrementellem Backup verwechseln nur die letzte tägliche Änderung sichern Speicherbedarf unterschätzen Quellen IT-Handbuch für Fachinformatiker BSI IT-Grundschutz