Systemtechnik

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Datenverfügbarkeit - RAID

Datenverfügbarkeit

Verwaltung von Daten

Datenschutz vs Datensicherheit vs Informationssicherheit

Datenschutz

Datensicherheit

Informationssicherheit

Datenschutz vs Datensicherheit (485)

Datenschutz -Schutz von Personen

Datensicherheit -Schutz von Daten

Informationssicherheit -Schutz von Informationen

Datenschutz vs Datensicherheit (485)

Datenschutz -Schutz von Personen

Datensicherheit -Schutz von Daten

Schutz vor :

Informationssicherheit -Schutz von Informationen

Datenschutz vs Datensicherheit (485)

Datenschutz -Schutz von Personen

Informationssicherheit -Schutz von Informationen

Datensicherheit -Schutz von Daten

Datenverfügbarkeit / Data Availibility

Produkte und Dienste, die sicherstellen, dass

Datensicherheit vs. Datenverfügbarkeit

Datensicherheit vs. Datenverfügbarkeit

RAID

RAID Buch S. 362-365

RAID -Redundant Array of Independent Disks

Mehrere Festplatten werden zu einer logischen Einheit zusammengefasst

Ist für den User wie eine Festplatte ansprechbar Werden häufig auf Servern oder NAS eingesetzt

RAID -Redundant Array of Independent Disks

Wofür wird RAID eingesetzt

RAID 0

Steigerung der Schreib- und LesezugriffeRAID 1

RAID 1

Verbesserung der Datensicherheit Daten sollen ständig abrufbar sein

RAID -Redundant Array of Independent Disks

Wofür wird RAID eingesetzt

RAID 0

Steigerung der Schreib- und LesezugriffeRAID 1

RAID 1

Verbesserung der Datensicherheit Daten sollen ständig abrufbar sein

RAID -Redundant Array of Independent Disks

RAID -Redundant Array of Independent Disks

!!!RAID ersetzt kein Backup!!!

RAID -Redundant Array of Independent Disks

!!!RAID ersetzt kein Backup!!!

RAID -Redundant Array of Independent Disks

'RAID' erstmals 1988 Universtity of Berkley

Frage damals:

Problem:

Lösung:

RAID -Redundant Array of Independent Disks

Folgezeit

Verschiebung des Einsatzgrundes

Neuer Hauptaspekt

RAID -Verhältnis zwischen Schutzniveau und Leistung

Unterschiede bei RAID: Umsetzung und Level

Software/ Hardware Level

Unterschiede bei RAID: Umsetzung und Level

Software/ Hardware

Unterschiede bei RAID: Umsetzung und Level

Software

Hardware

Software für Windows und Mac

Windows

MacOS

Software vs Hardware

Software-RAID Hardware-RAID
Kosten niedrig hoch
CPU-Auslastung (Host) hoch niedrig
Performance niedrig hoch
Plattformunabhängigkeit nein ja
Betriebssystemabhängigkeit ja ja

Unterschiede bei RAID: Umsetzung und Level

Level

RAID-Level

Level

Vorsicht

RAID-Level

Mehrere Stufen

Leistungs -und Redundanzanforderungen

RAID-Level 0

Striping

Vorteil

Nachteil

RAID-Level 0

Striping

Vorteil

Nachteil

RAID-Level 1

RAID 1 -min. 2 Festplatten

Vorteil

Nachteil

RAID-Level 5

RAID 5 -min. 3 Festplatten

Vorteil

Nachteil

Paritätsinformationen

A B A XOR B
0 0 0
0 1 1
1 0 1
1 1 0

Paritätsinformationen

A B A XOR B
0 0 0
0 1 1
1 0 1
1 1 0

Ungerade Zahl 1 → 1

Paritätsinformationen

A B A XOR B
0 0 0
0 1 1
1 0 1
1 1 0

Paritätsinformationen

Platte 1 Platte 2 Platte 3 Parität
0 1 1
1 0 0
1 1 0
1 1 0

Paritätsinformationen

Platte 1 Platte 2 Platte 3 Parität
0 1 1 0
1 0 0 1
1 1 0 0
1 1 0 0

Paritätsinformationen

Platte 1 Platte 2 Platte 3 Parität
0 1 1 0
1 0 0 1
1 1 0 0
1 1 0 0

Paritätsinformationen

Platte 1 Platte 2 Platte 3 Parität
0 1 1 0
1 0 0 1
1 1 0 0
1 1 0 0

Paritätsinformationen: Entferne Platte 2 (CRASH)

Platte 1 Platte 3 Parität
0 1 0
1 0 1
1 0 0
1 0 0

Paritätsinformationen: Entferne Platte 2 (CRASH)

Platte 1 Platte 3 Parität
0 1 0
1 0 1
1 0 0
1 0 0

Paritätsinformationen: Entferne Platte 2 (CRASH)

Platte 1 Platte 3 Parität
0 1 0
1 0 1
1 0 0
1 0 0
Platte 2
1
0
1
1

RAID-Level

RAID 6 -min. 4 Festplatten

Nachteil

Vorteil

Risiko von Datenverlust minimiert

RAID-Level

RAID 10 -Strip of Mirrors

Vorteil

Nachteil

Raid 10, weil

RAID 1+0

RAID-Level

RAID 01 -Mirror of Stripes

Vorteil

Nutzbares Volumen

RAID 01, weil

RAID O+1

Übungen RAID

Übung 1

Ein RAID-5 ist bitweise XOR-Verknüpft.

Welche Bit müssen in die fehlenden Stellen eingetragen werden?

Übung 1

Ein RAID-5 ist bitweise XOR-Verknüpft.

Welche Bit müssen in die fehlenden Stellen eingetragen werden?

Übung 2

Eine zusammenhängende Datei wird aufgeteilt in die Datenpakete A-E auf einem RAID aus 5 Laufwerke gespeichert.

Wie werden die Datenpakete auf die Laufwerke verteilt? Verbinde

RAID 1

RAID 0+1

RAID 10

RAID 5

RAID 6

RAID(n,m) oder RAID n+m

RAID(n,m)

Neuere Bezeichnung von RAID-Systemen

Es werden nicht mehr RAID Level verwendet.

Stattdessen:

RAID(n,m) Beispiel RAID (5,2)

Fünf Platten im Verbund

Zwei Platten dürfen maximal ausfallen

→ entspricht RAID 6 mit fünf Platten

Leserate, Schreibrate, Gesamt-Speicherkapazität

Leserate (Datendurchsatzrate)

Schreibrate gesamt

GesamtSpeicherkapazität

Beispiel: Leserate, Schreibrate, Gesamt-Speicherkapazität

RAID 5

Gesamtkapazität

Datendurchsatz

4 Platten

je 1 TB Kapazität

n - m → 3 TB

Platte 4 für Parität

Lesen: 4 mal so groß wie bei Einzelplatte

Schreiben: 3 mal so groß wie bei Einzelplatte

Hot Spare und Hot Swapping

Hot-Spare-Platten + Hot-Swapping

Mehr Festplatten als vom RAID benötigt werden angeschlossen

RAID-Controller erkennt Defekt einer Platte:

JBOD und NRAID vs RAID

JBOD

NRAID

JBOD und NRAID

Zusammenschaltungen (Concatenations) von mehreren Festplatten

Kein Sicherheitsgewinn, da keine Redundanz

Kein Geschwindigkeitsgewinn -Daten werden einfach in Reihe geschrieben

RAID -Verhältnis zwischen Schutzniveau und Leistung

RAID-Level Mindestanzahl Platten Max. Ausfall ohne Datenverlust Bedingung Ausfallwahrscheinlichkeit (vereinfacht)
RAID 0 2 0 keine Redundanz Sehr hoch (jede Platte kritisch)
RAID 1 2 n-1 solange 1 Platte lebt Sehr gering
RAID 5 3 1 egal welche Platte Mittel
RAID 6 4 2 egal welche Platten Gering
RAID 10 4 1 bis n/2 je 1 pro Spiegelpaar Sehr gering
RAID 01 4 1 (meist) abhängig von Gruppe Höher als RAID 10
RAID-Level Mindestanzahl Platten Nettokapazität (bei N Platten gleicher Größe) Erklärung
2 N × Größe Volle Kapazität, keine Redundanz RAID 0
2 1 × Größe Spiegelung, nur eine Platte nutzbar RAID 1
3 (N - 1) × Größe Eine Platte für Parität RAID 5
4 (N - 2) × Größe Zwei Platten für Parität RAID 6
4 (N / 2) × Größe Spiegelung + Striping RAID 10
4 (N / 2) × Größe Striping + Spiegelung RAID 01

https://www.gservon.de/erklaerung-und-berechnung-raid-0-1-5-6-und-10/


Quellen

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Elektrische Grundgrößen

Definition

Elektrische Grundgrößen beschreiben die wichtigsten physikalischen Größen der Elektrotechnik. Sie bilden die Grundlage für elektrische Berechnungen.

Grundgrößen

Größe Formelzeichen Einheit
Spannung U Volt (V)
Stromstärke I Ampere (A)
Widerstand R Ohm (Ω)
Leistung P Watt (W)

Merksatz

Prüfungshinweis

Formelzeichen und Einheiten dürfen nicht verwechselt werden.


Quellen


Gleichstrom und Wechselstrom

Definition

Elektrischer Strom wird in Gleichstrom (DC) und Wechselstrom (AC) unterschieden.

Gleichstrom (DC)

Beispiele

Wechselstrom (AC)

Beispiele

Merksatz

Prüfungshinweis

In Deutschland beträgt die Netzfrequenz 50 Hz.


Quellen


Reihen- und Parallelschaltung

Reihenschaltung

Parallelschaltung

Merksatz

Prüfungshinweis

Reihen- und Parallelschaltungen gehören zu den häufigsten Rechenaufgaben der IHK.


Quellen


Elektrische Sicherheit

Definition

Elektrische Sicherheit umfasst Maßnahmen zum Schutz von Personen und Betriebsmitteln vor den Gefahren des elektrischen Stroms.

Wichtige Schutzeinrichtungen

Merksatz

Der Personenschutz hat immer Vorrang vor dem Geräteschutz.

Prüfungshinweis

Der FI/RCD schützt Personen vor gefährlichen Fehlerströmen. Eine Sicherung schützt Leitungen vor Überlast und Kurzschluss.


Quellen


Schutzarten und Schutzklassen

Schutzklassen

Schutzklasse Beschreibung
I Schutz durch Schutzleiter (PE)
II Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung
III Schutz durch Schutzkleinspannung (SELV/PELV)

Schutzarten (IP)

Die IP-Schutzart beschreibt den Schutz eines Gehäuses gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser.

Beispiel

IP65

Merksatz

Prüfungshinweis

Schutzklasse und Schutzart beschreiben unterschiedliche Eigenschaften und dürfen nicht verwechselt werden.


Quellen

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Ohmsches Gesetz

Definition

Das Ohmsche Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung (U), Stromstärke (I) und Widerstand (R).


Formeln


Einheiten

Größe Formelzeichen Einheit
Spannung U Volt (V)
Stromstärke I Ampere (A)
Widerstand R Ohm (Ω)

Voraussetzung

Das Ohmsche Gesetz gilt nur für ohmsche Widerstände bei konstanter Temperatur.


Merksatz

Kennt man zwei der drei Größen, kann die dritte berechnet werden.


Prüfungshinweis

In der IHK werden häufig Aufgaben gestellt, bei denen Spannung, Stromstärke oder Widerstand berechnet werden müssen.


Quellen

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Gleichstrom und Wechselstrom

Definition

Elektrischer Strom wird in Gleichstrom (DC) und Wechselstrom (AC) unterschieden.


Gleichstrom (DC – Direct Current)

Beispiele


Wechselstrom (AC – Alternating Current)

Beispiele


Vergleich

Gleichstrom (DC) Wechselstrom (AC)
konstante Stromrichtung wechselnde Stromrichtung
konstante Polarität wechselnde Polarität
Batterie, Akku Stromnetz, Steckdose

Merksatz


Prüfungshinweis

Elektronische Geräte arbeiten intern meist mit Gleichstrom (DC). Netzteile wandeln den Wechselstrom (AC) aus dem Stromnetz in Gleichstrom (DC) um.


Quellen

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Reihen- und Parallelschaltung

Definition

Elektrische Bauteile können in Reihen- oder Parallelschaltung miteinander verbunden werden. Beide Schaltungsarten unterscheiden sich im Verhalten von Spannung, Stromstärke und Widerstand.


Reihenschaltung

Eigenschaften:

Formel


Parallelschaltung

Eigenschaften:

Formel


Vergleich

Reihenschaltung Parallelschaltung
Stromstärke überall gleich Spannung überall gleich
Spannung teilt sich auf Stromstärke teilt sich auf
Widerstände addieren sich Gesamtwiderstand wird kleiner

Merksatz


Prüfungshinweis

Reihen- und Parallelschaltungen gehören zu den häufigsten Rechenaufgaben in der IHK-Abschlussprüfung. Die Formeln für den Gesamtwiderstand sollten sicher beherrscht werden.


Quellen

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Elektrische Sicherheit

Definition

Elektrische Sicherheit umfasst alle Maßnahmen zum Schutz von Personen, Tieren und Sachwerten vor den Gefahren des elektrischen Stroms.


Gefahren des elektrischen Stroms


Schutzeinrichtungen

Schutzeinrichtung Aufgabe
Sicherung Schützt Leitungen vor Überlast und Kurzschluss.
FI-/RCD-Schutzschalter Schützt Personen vor gefährlichen Fehlerströmen.
Schutzleiter (PE) Leitet Fehlerströme sicher zur Erde ab.
Schutzisolierung Verhindert das Berühren spannungsführender Teile.

Schutzmaßnahmen


Merksatz


Prüfungshinweis

Sicherung und FI-/RCD haben unterschiedliche Aufgaben und dürfen nicht verwechselt werden.


Quellen

Kapitel 1 – Grundlagen der Elektrotechnik

Schutzarten und Schutzklassen

Definition

Schutzarten und Schutzklassen dienen dem Schutz von Personen und elektrischen Betriebsmitteln. Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Eigenschaften und dürfen nicht verwechselt werden.


Schutzklassen

Die Schutzklasse beschreibt die Schutzmaßnahme eines elektrischen Betriebsmittels gegen einen elektrischen Schlag.

Schutzklasse Beschreibung
I Schutz durch Schutzleiter (PE)
II Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung
III Schutz durch Schutzkleinspannung (SELV/PELV)

Schutzarten (IP-Code)

Die IP-Schutzart beschreibt den Schutz eines Gehäuses gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser.

Aufbau

IP XY


Beispiele

Schutzart Bedeutung
IP20 Schutz gegen feste Fremdkörper ≥ 12,5 mm, kein Wasserschutz
IP44 Schutz gegen feste Fremdkörper ≥ 1 mm und Spritzwasser
IP54 Staubgeschützt und Spritzwasser geschützt
IP65 Staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser
IP67 Staubdicht und geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen

Merksatz


Prüfungshinweis

Schutzklasse und Schutzart werden in IHK-Prüfungen häufig miteinander verwechselt.


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.1 Zahlensysteme

Definition

Ein Zahlensystem beschreibt, wie Zahlen mit bestimmten Zeichen dargestellt werden.

In der Informationstechnik sind vor allem Stellenwertsysteme wichtig.


Wichtige Zahlensysteme

Zahlensystem Basis Ziffern
Dezimalsystem 10 0–9
Binärsystem 2 0–1
Oktalsystem 8 0–7
Hexadezimalsystem 16 0–9 und A–F

Dezimalsystem

Das Dezimalsystem ist das im Alltag verwendete Zahlensystem.


Binärsystem

Das Binärsystem wird in der Digitaltechnik verwendet.


Hexadezimalsystem

Das Hexadezimalsystem wird häufig zur kompakten Darstellung von Binärzahlen verwendet.


Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben müssen häufig Zahlen zwischen Dezimal, Binär und Hexadezimal umgerechnet werden.


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.2 Binärsystem

Definition

Das Binärsystem ist ein Zahlensystem mit der Basis 2.

Es verwendet nur zwei Ziffern:


Bedeutung

Das Binärsystem ist die Grundlage der digitalen Datenverarbeitung.

Computer arbeiten intern mit zwei Zuständen:

Zustand Bedeutung
0 aus / falsch / kein Signal
1 ein / wahr / Signal

Stellenwerte

Im Binärsystem haben die Stellen die Werte von Zweierpotenzen.

Stelle Wert
2⁷ 128
2⁶ 64
2⁵ 32
2⁴ 16
8
4
2
2⁰ 1

Beispiel

Binärzahl:

1010₂

Berechnung:

8 + 0 + 2 + 0 = 10₁₀


Merksatz

Binärzahlen bestehen nur aus 0 und 1.


Prüfungshinweis

Bei Umrechnungen immer von rechts nach links mit 2⁰ beginnen.


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.3 Oktalsystem

Definition

Das Oktalsystem ist ein Zahlensystem mit der Basis 8.

Es verwendet acht Ziffern:


Bedeutung

Das Oktalsystem wird in der Informatik seltener verwendet als das Binär- oder Hexadezimalsystem.

Es kann zur kompakten Darstellung von Binärzahlen genutzt werden.


Stellenwerte

Im Oktalsystem haben die Stellen die Werte von Achterpotenzen.

Stelle Wert
512
64
8
8⁰ 1

Beispiel

Oktalzahl:

17₈

Berechnung:

1 × 8 + 7 × 1 = 15₁₀


Binärbezug

Eine Oktalstelle entspricht genau 3 Bit.

Oktal Binär
0 000
1 001
2 010
3 011
4 100
5 101
6 110
7 111

Merksatz

Das Oktalsystem hat die Basis 8 und verwendet nur die Ziffern 0 bis 7.


Prüfungshinweis

Die Ziffer 8 gibt es im Oktalsystem nicht. Wenn eine Zahl eine 8 oder 9 enthält, kann sie keine gültige Oktalzahl sein.


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.4 Hexadezimalsystem

Definition

Das Hexadezimalsystem ist ein Zahlensystem mit der Basis 16.

Es verwendet sechzehn Zeichen:


Hexadezimale Ziffern

Dezimal Hexadezimal
10 A
11 B
12 C
13 D
14 E
15 F

Bedeutung

Das Hexadezimalsystem wird häufig verwendet, um Binärzahlen kürzer und übersichtlicher darzustellen.

Typische Anwendungen:


Stellenwerte

Im Hexadezimalsystem haben die Stellen die Werte von Sechzehnerpotenzen.

Stelle Wert
16³ 4096
16² 256
16¹ 16
16⁰ 1

Beispiel

Hexadezimalzahl:

1A₁₆

Berechnung:

1 × 16 + 10 × 1 = 26₁₀


Binärbezug

Eine Hexadezimalstelle entspricht genau 4 Bit.

Hex Binär
0 0000
1 0001
2 0010
3 0011
4 0100
5 0101
6 0110
7 0111
8 1000
9 1001
A 1010
B 1011
C 1100
D 1101
E 1110
F 1111

Merksatz

Das Hexadezimalsystem hat die Basis 16. Eine Hexadezimalstelle entspricht 4 Bit.


Prüfungshinweis

A bis F stehen für die Dezimalwerte 10 bis 15. Die Ziffernfolge 10₁₆ entspricht nicht zehn, sondern 16₁₀.


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.5 Umrechnung von Zahlensystemen

Definition

Bei der Umrechnung von Zahlensystemen wird eine Zahl von einem Zahlensystem in ein anderes übertragen.

Wichtige Zahlensysteme:


Dezimal in Binär

Die Dezimalzahl wird wiederholt durch 2 geteilt.

Die Reste werden von unten nach oben gelesen.

Beispiel

13₁₀ = 1101₂


Binär in Dezimal

Die Stellenwerte der gesetzten Bits werden addiert.

Beispiel

1101₂

8 + 4 + 0 + 1 = 13₁₀


Binär in Hexadezimal

Die Binärzahl wird von rechts nach links in 4er-Gruppen eingeteilt.

Beispiel

1101₂ = D₁₆

1111 0000₂ = F0₁₆


Hexadezimal in Binär

Jede Hexadezimalstelle wird in 4 Bit umgewandelt.

Beispiel

A₁₆ = 1010₂

F₁₆ = 1111₂


Oktal und Binär

Eine Oktalstelle entspricht genau 3 Bit.

Beispiel

7₈ = 111₂


Merksatz


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben werden besonders häufig Binär, Dezimal und Hexadezimal umgerechnet.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.6 Bit und Byte

Definition

Ein Bit ist die kleinste Informationseinheit in der Informatik.

Ein Bit kann zwei Zustände annehmen:

Ein Byte besteht aus 8 Bit.


Einheiten

Einheit Bedeutung
Bit kleinste Informationseinheit
Byte 8 Bit
Kilobyte 1.000 Byte
Megabyte 1.000 Kilobyte
Gigabyte 1.000 Megabyte
Terabyte 1.000 Gigabyte

Bit und Byte

Schreibweise Bedeutung
b Bit
B Byte

Beispiel

1 Byte = 8 Bit

10 Byte = 80 Bit

100 MBit/s = 12,5 MB/s


Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Bit und Byte unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.7 SI- und Binärpräfixe

Definition

Präfixe werden verwendet, um große Datenmengen kompakt darzustellen.

In der Informationstechnik wird zwischen SI-Präfixen und Binärpräfixen unterschieden.


SI-Präfixe

SI-Präfixe basieren auf dem Dezimalsystem.

Einheit Abkürzung Wert
Kilobyte kB 1.000 Byte
Megabyte MB 1.000.000 Byte
Gigabyte GB 1.000.000.000 Byte
Terabyte TB 1.000.000.000.000 Byte

Binärpräfixe

Binärpräfixe basieren auf Zweierpotenzen.

Einheit Abkürzung Wert
Kibibyte KiB 1.024 Byte
Mebibyte MiB 1.048.576 Byte
Gibibyte GiB 1.073.741.824 Byte
Tebibyte TiB 1.099.511.627.776 Byte

Vergleich

Dezimal Binär
kB = 1.000 Byte KiB = 1.024 Byte
MB = 1.000² Byte MiB = 1.024² Byte
GB = 1.000³ Byte GiB = 1.024³ Byte
TB = 1.000⁴ Byte TiB = 1.024⁴ Byte

Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben genau auf die Einheit achten.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.8 ASCII

Definition

ASCII steht für American Standard Code for Information Interchange.

ASCII ist eine Zeichencodierung zur Darstellung von Zeichen in Computersystemen.


Grundprinzip

Jedes Zeichen wird durch eine Zahl dargestellt.

Beispiele:

Zeichen Dezimalwert
A 65
B 66
a 97
0 48
Leerzeichen 32

Umfang

Der ursprüngliche ASCII-Code verwendet 7 Bit.

Damit können dargestellt werden:

2⁷ = 128 Zeichen


Zeichenarten

ASCII enthält unter anderem:


Beispiele für Steuerzeichen

Steuerzeichen Bedeutung
LF Line Feed / Zeilenvorschub
CR Carriage Return / Wagenrücklauf
ESC Escape

Merksatz

ASCII ist eine Zeichencodierung mit 7 Bit und umfasst 128 Zeichen.


Prüfungshinweis

ASCII ist nicht dasselbe wie Unicode. ASCII ist kleiner und kann viele internationale Zeichen nicht darstellen.


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.9 Unicode

Definition

Unicode ist ein internationaler Standard zur Darstellung von Zeichen.

Unicode kann Zeichen aus vielen verschiedenen Sprachen und Schriftsystemen darstellen.


Bedeutung

Unicode wurde entwickelt, um die Einschränkungen älterer Zeichencodierungen wie ASCII zu überwinden.

ASCII kann nur 128 Zeichen darstellen.

Unicode kann deutlich mehr Zeichen darstellen.


Beispiele für Unicode-Zeichen

Zeichen Bedeutung
A lateinischer Großbuchstabe
ä deutscher Umlaut
Euro-Zeichen
Ω griechischer Buchstabe Omega

UTF-8

UTF-8 ist eine häufig verwendete Codierung für Unicode-Zeichen.

Eigenschaften:


Vergleich ASCII und Unicode

ASCII Unicode
7 Bit deutlich größerer Zeichenvorrat
128 Zeichen viele Schriftsysteme
vor allem englische Zeichen internationale Zeichen
keine Umlaute im ursprünglichen ASCII Umlaute und Sonderzeichen möglich

Merksatz

Unicode ist ein Standard für internationale Zeichen.
UTF-8 ist eine Codierung für Unicode.


Prüfungshinweis

Unicode und UTF-8 dürfen nicht gleichgesetzt werden.


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.10 Datendarstellung

Definition

Datendarstellung beschreibt, wie Informationen in einem Computersystem gespeichert und verarbeitet werden.

Computer speichern Daten intern als Binärwerte.


Grundprinzip

Alle Daten werden im Computer als Folge von 0 und 1 dargestellt.

Dazu gehören:


Beispiele

Datentyp Darstellung im Computer
Zahl Binärzahl
Text Zeichencodierung
Bild Pixelwerte
Audio digitale Abtastwerte
Programm Maschinenbefehle

Codierung

Damit Daten verarbeitet werden können, müssen sie codiert werden.

Beispiele:


Merksatz

Computer verarbeiten intern keine Buchstaben oder Bilder direkt, sondern Binärdaten.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, wie Zeichen, Zahlen oder Datenmengen digital dargestellt werden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.11 Einerkomplement

Definition

Das Einerkomplement ist eine Darstellungsform für negative Binärzahlen.

Dabei werden alle Bits einer positiven Binärzahl umgekehrt.


Grundprinzip

Bit Einerkomplement
0 1
1 0

Beispiel

Positive Binärzahl:

0101

Einerkomplement:

1010


Vorzeichen

Beim Einerkomplement zeigt das höchstwertige Bit das Vorzeichen an.

Höchstwertiges Bit Bedeutung
0 positive Zahl
1 negative Zahl

Besonderheit

Beim Einerkomplement gibt es zwei Darstellungen für die Null:


Merksatz

Beim Einerkomplement werden alle Bits invertiert.


Prüfungshinweis

Das Einerkomplement ist wichtig als Grundlage zum Verständnis des Zweierkomplements.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.12 Zweierkomplement

Definition

Das Zweierkomplement ist eine Darstellungsform für negative Binärzahlen.

Es wird häufig verwendet, um positive und negative ganze Zahlen im Computer darzustellen.


Bildung des Zweierkomplements

  1. Positive Binärzahl bilden
  2. Alle Bits invertieren
  3. 1 addieren

Beispiel

Positive Zahl:

0101

Bits invertieren:

1010

1 addieren:

1011


Vorzeichen

Höchstwertiges Bit Bedeutung
0 positive Zahl
1 negative Zahl

Besonderheit

Im Gegensatz zum Einerkomplement gibt es beim Zweierkomplement nur eine Darstellung für die Null.


Merksatz

Zweierkomplement = Einerkomplement + 1


Prüfungshinweis

Das Zweierkomplement wird in IHK-Aufgaben häufig zur Darstellung negativer Binärzahlen verwendet.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 2 – Digitale Grundlagen

2.13 Gleitkommazahlen

Definition

Gleitkommazahlen sind Zahlen mit Nachkommastellen.

Sie werden verwendet, wenn sehr kleine oder sehr große Zahlen dargestellt werden müssen.


Beispiele


Grundprinzip

Eine Gleitkommazahl besteht vereinfacht aus:

Bestandteil Bedeutung
Vorzeichen positiv oder negativ
Mantisse eigentliche Ziffernfolge
Exponent Verschiebung des Kommas

Bedeutung

Gleitkommazahlen werden häufig verwendet für:


Besonderheit

Gleitkommazahlen können Rundungsfehler verursachen, weil nicht jede Dezimalzahl exakt binär dargestellt werden kann.


Merksatz

Gleitkommazahlen dienen zur Darstellung von Zahlen mit Nachkommastellen.


Prüfungshinweis

Gleitkommazahlen sind nicht immer exakt. Bei Berechnungen können Rundungsfehler entstehen.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.1 Halbleiter

Definition

Ein Halbleiter ist ein Werkstoff, dessen elektrische Leitfähigkeit zwischen einem Leiter und einem Nichtleiter liegt.


Eigenschaften


Beispiele

Typische Halbleitermaterialien sind:


Bedeutung

Halbleiter sind die Grundlage für viele elektronische Bauteile.

Beispiele:


Merksatz

Halbleiter sind die Grundlage moderner Elektronik.


Prüfungshinweis

Halbleiter sind wichtig zum Verständnis von Dioden, Transistoren, Chips, CPU und Speicherbausteinen.


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.2 P-n-Übergang

Definition

Ein P-n-Übergang entsteht, wenn ein p-dotierter und ein n-dotierter Halbleiter miteinander verbunden werden.


P-dotierter Halbleiter


N-dotierter Halbleiter


Sperrschicht

Am Übergang zwischen p- und n-Schicht entsteht eine Sperrschicht.

Diese Sperrschicht lässt Strom nur unter bestimmten Bedingungen fließen.


Bedeutung

Der P-n-Übergang ist die Grundlage wichtiger elektronischer Bauteile.

Beispiele:


Merksatz

Der P-n-Übergang ist die Grundlage der Diode.


Prüfungshinweis

Beim P-n-Übergang ist wichtig zu verstehen, dass Strom nicht beliebig in beide Richtungen fließt. Dieses Verhalten wird bei der Diode genutzt.


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.3 Elektronische Bauteile

Definition

Elektronische Bauteile sind Bestandteile elektrischer und elektronischer Schaltungen.

Sie beeinflussen oder steuern den Stromfluss in einer Schaltung.


Wichtige Bauteile

Bauteil Aufgabe
Widerstand begrenzt den Stromfluss
Kondensator speichert elektrische Ladung
Diode lässt Strom hauptsächlich in eine Richtung fließen
Transistor schaltet oder verstärkt elektrische Signale
Spule speichert Energie in einem Magnetfeld

Widerstand

Ein Widerstand begrenzt den elektrischen Strom.

Einheit:

Ohm (Ω)


Kondensator

Ein Kondensator speichert elektrische Ladung.

Einheit:

Farad (F)


Diode

Eine Diode lässt Strom hauptsächlich in eine Richtung fließen.

Sie besitzt eine Durchlassrichtung und eine Sperrrichtung.


Transistor

Ein Transistor kann als elektronischer Schalter oder Verstärker verwendet werden.


Merksatz

Elektronische Bauteile steuern, begrenzen, speichern oder schalten elektrische Signale.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben werden häufig Grundfunktionen elektronischer Bauteile abgefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.4 Mainboard

Definition

Das Mainboard ist die zentrale Platine eines Computers.

Auf dem Mainboard werden die wichtigsten Komponenten eines Computers miteinander verbunden.


Wichtige Bestandteile

Bestandteil Aufgabe
CPU-Sockel Aufnahme des Prozessors
RAM-Steckplätze Aufnahme des Arbeitsspeichers
Chipsatz Steuerung der Datenübertragung
PCIe-Steckplätze Anschluss von Erweiterungskarten
BIOS/UEFI-Chip Firmware zum Starten des Systems
Anschlüsse Verbindung zu internen und externen Geräten

Aufgabe

Das Mainboard verbindet unter anderem:


Formfaktoren

Typische Mainboard-Formfaktoren sind:


Merksatz

Das Mainboard ist die zentrale Verbindungsplatine eines Computers.


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben geht es häufig um Kompatibilität.

Wichtig sind besonders:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.5 Netzteil

Definition

Das Netzteil versorgt die Komponenten eines Computers mit elektrischer Energie.

Es wandelt die Netzspannung aus der Steckdose in die benötigten Gleichspannungen des Computers um.


Aufgabe

Ein Netzteil wandelt:

230 V Wechselspannung (AC)

in verschiedene Gleichspannungen (DC) um.

Typische Spannungen im PC:

Spannung Verwendung
12 V CPU, Grafikkarte, Laufwerke
5 V USB, Laufwerke, Elektronik
3,3 V Mainboard, Chipsätze, Speicher

Wichtige Eigenschaften


Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad beschreibt, wie effizient ein Netzteil elektrische Energie umwandelt.

Je höher der Wirkungsgrad, desto weniger Energie geht als Wärme verloren.


80 PLUS

80 PLUS ist eine Zertifizierung für den Wirkungsgrad von Netzteilen.

Beispiele:


Merksatz

Das Netzteil wandelt AC aus der Steckdose in DC für die PC-Komponenten um.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach Leistung, Wirkungsgrad oder der passenden Dimensionierung eines Netzteils gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.6 Gehäuse

Definition

Das Gehäuse nimmt die Hardwarekomponenten eines Computers auf und schützt sie vor äußeren Einflüssen.


Aufgabe

Das Gehäuse dient zur:


Wichtige Eigenschaften

Eigenschaft Bedeutung
Formfaktor bestimmt passende Mainboard-Größe
Belüftung wichtig für Kühlung
Laufwerksschächte Aufnahme von HDD, SSD oder optischen Laufwerken
Erweiterungsslots Platz für Erweiterungskarten
Frontanschlüsse z. B. USB, Audio, Power-Taster

Typische Bauformen


Formfaktor

Der Formfaktor des Gehäuses muss zum Mainboard passen.

Beispiele:


Merksatz

Das Gehäuse schützt die Komponenten und bestimmt, welche Hardware eingebaut werden kann.


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben geht es häufig um Kompatibilität, Kühlung und Erweiterbarkeit.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.7 CPU

Definition

Die CPU ist der Hauptprozessor eines Computers.

Sie verarbeitet Befehle und steuert zentrale Abläufe im System.


Aufgaben

Die CPU übernimmt unter anderem:


Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Taktfrequenz Geschwindigkeit des Prozessortakts
Kern eigenständige Recheneinheit innerhalb der CPU
Thread ausführbarer Programmablauf
Cache schneller Zwischenspeicher der CPU
Befehlssatz unterstützte Maschinenbefehle der CPU

Taktfrequenz

Die Taktfrequenz gibt an, wie viele Takte pro Sekunde ausgeführt werden.

Einheit:

Hertz (Hz)

Typisch:


Cache

Der Cache ist ein schneller Zwischenspeicher direkt in oder nahe der CPU.

Typische Cache-Stufen:


Merksatz

Die CPU ist die zentrale Recheneinheit eines Computers.


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben sind besonders wichtig:

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.8 Externe Bussysteme

Definition

Externe Bussysteme verbinden den Computer mit externen Geräten.

Sie dienen zur Übertragung von Daten, Signalen oder Strom.


Aufgabe

Externe Bussysteme ermöglichen den Anschluss von:


Wichtige externe Schnittstellen

Schnittstelle Verwendung
USB universelle Schnittstelle für Peripheriegeräte
HDMI Bild- und Tonübertragung
DisplayPort Bild- und Tonübertragung
Thunderbolt schnelle Daten-, Bild- und Stromübertragung
Ethernet Netzwerkverbindung
Audio Ein- und Ausgabe von Tonsignalen

USB

USB ist eine universelle Schnittstelle für viele externe Geräte.

Typische Geräte:


HDMI und DisplayPort

HDMI und DisplayPort übertragen Bild- und Tonsignale.

Typische Geräte:


Ethernet

Ethernet dient zur kabelgebundenen Netzwerkverbindung.

Typische Anschlüsse:


Merksatz

Externe Bussysteme verbinden den Computer mit Geräten außerhalb des Gehäuses.


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben wird häufig nach dem passenden Anschluss für ein Gerät gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.9 Speicher

Definition

Speicher dienen dazu, Daten und Programme in einem Computersystem abzulegen.

Man unterscheidet zwischen flüchtigem Speicher und nichtflüchtigem Speicher.


Flüchtiger Speicher

Flüchtiger Speicher verliert seine Daten, wenn die Stromversorgung unterbrochen wird.

Beispiel:


Nichtflüchtiger Speicher

Nichtflüchtiger Speicher behält seine Daten auch ohne Stromversorgung.

Beispiele:


Wichtige Speicherarten

Speicherart Bedeutung
RAM Arbeitsspeicher
ROM Nur-Lese-Speicher
Cache schneller Zwischenspeicher
SSD nichtflüchtiger Massenspeicher
HDD magnetischer Massenspeicher

RAM

RAM ist der Arbeitsspeicher eines Computers.

Er speichert Daten und Programme, die gerade verwendet werden.


ROM

ROM ist ein Speicher, der normalerweise nur gelesen wird.

Er enthält häufig feste Programme oder Firmware.


Cache

Der Cache ist ein besonders schneller Zwischenspeicher.

Er beschleunigt den Zugriff auf häufig benötigte Daten.


Merksatz

RAM ist schnell, aber flüchtig.
SSD und HDD speichern Daten dauerhaft.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben werden häufig RAM, ROM, Cache und Massenspeicher unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.10 Grafikkarte

Definition

Die Grafikkarte berechnet die Bildausgabe eines Computers und gibt das Bildsignal an einen Monitor aus.


Aufgabe

Die Grafikkarte übernimmt unter anderem:


Wichtige Bestandteile

Bestandteil Aufgabe
GPU Grafikprozessor
VRAM Videospeicher
Kühlsystem Wärmeabfuhr
Videoausgänge Anschluss von Monitoren

GPU

Die GPU ist der Grafikprozessor der Grafikkarte.

Sie berechnet die Bilddaten.


VRAM

Der VRAM ist der Videospeicher der Grafikkarte.

Er speichert unter anderem:


Videoausgänge

Typische Anschlüsse sind:


Merksatz

Die Grafikkarte berechnet und liefert das Bildsignal für den Monitor.


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben sind besonders wichtig:

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.11 Sensoren und Aktoren

Definition

Sensoren erfassen physikalische Größen und wandeln sie in elektrische Signale um.

Aktoren wandeln elektrische Signale in eine Aktion oder Bewegung um.


Sensoren

Sensoren nehmen Werte aus der Umgebung auf.

Beispiele:

Sensor Erfasste Größe
Temperatursensor Temperatur
Lichtsensor Helligkeit
Bewegungssensor Bewegung
Drucksensor Druck
Feuchtigkeitssensor Feuchtigkeit

Aktoren

Aktoren führen eine Aktion aus.

Beispiele:

Aktor Aktion
Motor Bewegung
Relais Schalten
LED Licht ausgeben
Lautsprecher Schall ausgeben
Ventil Durchfluss steuern

Unterschied

Sensor Aktor
nimmt Informationen auf führt eine Aktion aus
Eingabe Ausgabe
misst Werte wirkt auf die Umgebung ein

Merksatz

Sensoren erfassen.
Aktoren handeln.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Eingabe und Ausgabe unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.12 Erweiterungskarten

Definition

Erweiterungskarten sind zusätzliche Steckkarten, mit denen ein Computer um weitere Funktionen erweitert werden kann.

Sie werden meist in einen PCIe-Steckplatz auf dem Mainboard eingesetzt.


Aufgabe

Erweiterungskarten ergänzen Funktionen, die nicht oder nicht ausreichend auf dem Mainboard vorhanden sind.

Beispiele:


Typische Erweiterungskarten

Erweiterungskarte Aufgabe
Grafikkarte Bildausgabe und Grafikberechnung
Soundkarte Audioein- und -ausgabe
Netzwerkkarte Netzwerkverbindung
WLAN-Karte drahtlose Netzwerkverbindung
RAID-Controller Verwaltung mehrerer Laufwerke
USB-Erweiterungskarte zusätzliche USB-Anschlüsse

PCIe

PCIe steht für Peripheral Component Interconnect Express.

PCIe ist ein internes Bussystem für Erweiterungskarten.


Wichtige Kriterien


Merksatz

Erweiterungskarten erweitern den Computer um zusätzliche Funktionen.


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben geht es häufig um die passende Erweiterungskarte für einen bestimmten Einsatzzweck.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 3 – PC-Hardware

3.13 USV

Definition

Eine USV ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Sie versorgt angeschlossene Geräte bei Stromausfall für eine begrenzte Zeit weiter mit elektrischer Energie.


Aufgabe

Eine USV schützt vor:


Einsatzbereiche

USV-Anlagen werden häufig eingesetzt bei:


Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Überbrückungszeit Zeit, die Geräte bei Stromausfall weiterlaufen
Akkukapazität gespeicherte Energie der USV
Last angeschlossene Verbraucher
Scheinleistung Angabe meist in VA

Arten von USV

USV-Art Beschreibung
Offline-USV einfache Absicherung bei Stromausfall
Line-Interactive-USV zusätzlicher Schutz bei Spannungsschwankungen
Online-USV dauerhaft geregelte Stromversorgung

Merksatz

Eine USV verhindert nicht den Stromausfall, sondern überbrückt ihn für eine begrenzte Zeit.


Prüfungshinweis

Bei IHK-Aufgaben ist wichtig:


Quellen

Kapitel 4 – Peripherie & Schnittstellen

Kapitel 4 – Peripherie & Schnittstellen

4.1 I-O-Ports

4.1 I-O-Ports

Definition

I-O-Ports sind Schnittstellen zur Ein- und Ausgabe von Daten.

I-O steht für Input/Output.


Input

Input bedeutet Eingabe.

Beispiele:


Output

Output bedeutet Ausgabe.

Beispiele:


Aufgabe

I-O-Ports ermöglichen die Kommunikation zwischen Computer und Peripheriegeräten.


Beispiele für I-O-Ports

Port Verwendung
USB Tastatur, Maus, Drucker, USB-Stick
HDMI Monitor, Fernseher, Beamer
DisplayPort Monitor
Audio Mikrofon, Lautsprecher, Kopfhörer
Ethernet Netzwerkverbindung

Merksatz

I-O bedeutet Eingabe und Ausgabe.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Eingabegeräten, Ausgabegeräten und Schnittstellen unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 4 – Peripherie & Schnittstellen

4.2 DMA und IRQ

Definition

DMA und IRQ sind Verfahren zur Steuerung der Datenübertragung und Gerätekommunikation im Computersystem.


DMA

DMA steht für Direct Memory Access.

DMA ermöglicht einem Gerät den direkten Zugriff auf den Arbeitsspeicher, ohne dass die CPU jeden einzelnen Datentransfer selbst ausführen muss.


Aufgabe von DMA

DMA entlastet die CPU bei Datenübertragungen.

Beispiele:


IRQ

IRQ steht für Interrupt Request.

Ein IRQ ist eine Unterbrechungsanforderung eines Geräts an die CPU.


Aufgabe von IRQ

Ein Gerät meldet der CPU über einen IRQ, dass es Aufmerksamkeit benötigt.

Beispiele:


Vergleich

Begriff Bedeutung Aufgabe
DMA Direct Memory Access direkter Speicherzugriff
IRQ Interrupt Request Unterbrechungsanforderung an die CPU

Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, ob ein Gerät Daten direkt übertragen kann oder ob es die CPU per Interrupt informiert.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 4 – Peripherie & Schnittstellen

4.3 Externe Schnittstellen

Definition

Externe Schnittstellen verbinden einen Computer mit externen Geräten.

Sie dienen zur Übertragung von Daten, Bild, Ton, Netzwerkverbindungen oder Strom.


Wichtige externe Schnittstellen

Schnittstelle Verwendung
USB Peripheriegeräte, Speichergeräte, Stromversorgung
HDMI Bild- und Tonübertragung
DisplayPort Bild- und Tonübertragung
Ethernet Netzwerkverbindung
Audio Mikrofon, Kopfhörer, Lautsprecher
Thunderbolt Daten, Bild und Strom über eine Schnittstelle

USB

USB steht für Universal Serial Bus.

Typische Geräte:


HDMI und DisplayPort

HDMI und DisplayPort dienen hauptsächlich zur Bild- und Tonübertragung.

Typische Geräte:


Ethernet

Ethernet dient zur kabelgebundenen Netzwerkverbindung.

Typischer Anschluss:


Audio

Audioanschlüsse dienen zur Ein- und Ausgabe von Tonsignalen.

Beispiele:


Merksatz

Externe Schnittstellen verbinden den Computer mit Geräten außerhalb des Gehäuses.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach der passenden Schnittstelle für ein bestimmtes Gerät gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 4 – Peripherie & Schnittstellen

4.4 Eingabegeräte

Definition

Eingabegeräte dienen dazu, Daten oder Befehle in ein Computersystem einzugeben.

Sie gehören zur Peripherie.


Aufgabe

Eingabegeräte übertragen Informationen vom Benutzer oder aus der Umgebung an den Computer.


Beispiele

Eingabegerät Aufgabe
Tastatur Eingabe von Text und Befehlen
Maus Steuerung des Mauszeigers
Scanner Digitalisierung von Dokumenten
Mikrofon Aufnahme von Sprache und Ton
Webcam Aufnahme von Bildern und Videos
Touchscreen Eingabe durch Berührung
Barcode-Scanner Erfassen von Barcodes

Eingabearten

Eingabeart Beispiel
Text Tastatur
Bewegung Maus
Bild Scanner, Webcam
Ton Mikrofon
Berührung Touchscreen

Merksatz

Eingabegeräte bringen Daten in den Computer.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Eingabegeräten, Ausgabegeräten und Schnittstellen unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 4 – Peripherie & Schnittstellen

4.5 Ausgabegeräte

Definition

Ausgabegeräte dienen dazu, Daten aus einem Computersystem auszugeben.

Sie gehören zur Peripherie.


Aufgabe

Ausgabegeräte stellen Informationen für den Benutzer oder andere Systeme dar.


Beispiele

Ausgabegerät Aufgabe
Monitor Anzeige von Bildinformationen
Drucker Ausgabe auf Papier
Lautsprecher Ausgabe von Ton
Beamer Projektion von Bildinformationen
LED optische Signalausgabe
Plotter Ausgabe technischer Zeichnungen

Ausgabearten

Ausgabeart Beispiel
Bild Monitor, Beamer
Text Monitor, Drucker
Ton Lautsprecher, Kopfhörer
Papier Drucker, Plotter
Signal LED

Merksatz

Ausgabegeräte bringen Daten aus dem Computer heraus.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Eingabegeräten, Ausgabegeräten und Schnittstellen unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.1 Massenspeicher allgemein

Definition

Massenspeicher dienen zur dauerhaften Speicherung großer Datenmengen.

Im Gegensatz zum Arbeitsspeicher behalten Massenspeicher ihre Daten auch ohne Stromversorgung.


Eigenschaften


Beispiele

Massenspeicher Beschreibung
HDD magnetischer Massenspeicher
SSD elektronischer Flash-Speicher
USB-Stick mobiler Flash-Speicher
Speicherkarte mobiler Flash-Speicher
Optische Medien CD, DVD, Blu-ray
NAS Netzwerkspeicher

Abgrenzung zu RAM

RAM Massenspeicher
flüchtig nichtflüchtig
sehr schnell langsamer
für laufende Programme für dauerhafte Daten
Datenverlust ohne Strom Daten bleiben erhalten

Merksatz

Massenspeicher speichern Daten dauerhaft.
RAM speichert Daten nur vorübergehend.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Arbeitsspeicher, Cache und Massenspeicher unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.2 HDD

Definition

Eine HDD ist ein magnetischer Massenspeicher.

HDD steht für Hard Disk Drive.


Aufbau

Eine HDD besteht unter anderem aus:


Funktionsweise

Daten werden magnetisch auf rotierenden Scheiben gespeichert.

Der Schreib-/Lesekopf liest und schreibt die Daten auf den Magnetscheiben.


Eigenschaften

Eigenschaft Beschreibung
Speicherart magnetisch
Geschwindigkeit langsamer als SSD
Kapazität oft sehr groß
Preis pro GB meist günstig
Geräusch hörbar durch bewegliche Teile
Empfindlichkeit empfindlich gegen Stöße

Vorteile


Nachteile


Merksatz

Eine HDD speichert Daten magnetisch auf rotierenden Scheiben.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen HDD und SSD unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.3 SSD

Definition

Eine SSD ist ein nichtflüchtiger Massenspeicher auf Basis von Flash-Speicher.

SSD steht für Solid State Drive.


Funktionsweise

Daten werden elektronisch in Speicherzellen gespeichert.

Eine SSD besitzt keine beweglichen Teile.


Eigenschaften

Eigenschaft Beschreibung
Speicherart Flash-Speicher
Geschwindigkeit schneller als HDD
Geräusch geräuschlos
Stoßempfindlichkeit unempfindlicher als HDD
Preis pro GB meist höher als HDD

Vorteile


Nachteile


Schnittstellen

Typische SSD-Schnittstellen:


Merksatz

Eine SSD speichert Daten elektronisch und besitzt keine beweglichen Teile.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen HDD und SSD unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.4 RAID

Definition

RAID steht für Redundant Array of Independent Disks.

RAID verbindet mehrere physische Laufwerke zu einem logischen Laufwerk.


Ziele

RAID kann verwendet werden für:


Wichtige RAID-Level

RAID-Level Beschreibung
RAID 0 Striping ohne Redundanz
RAID 1 Spiegelung der Daten
RAID 5 Striping mit verteilter Parität
RAID 6 Striping mit doppelter verteilter Parität
RAID 10 Kombination aus RAID 1 und RAID 0

RAID 0


RAID 1


RAID 5


RAID 6


RAID 10


Merksatz

RAID erhöht die Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach Ausfallsicherheit, nutzbarer Kapazität und Mindestanzahl der Laufwerke gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.5 Hot Spare

Definition

Ein Hot Spare ist ein Ersatzlaufwerk, das in einem RAID-System bereits eingebaut ist und automatisch genutzt werden kann, wenn ein Laufwerk ausfällt.


Aufgabe

Ein Hot Spare dient dazu, ein ausgefallenes Laufwerk automatisch zu ersetzen.

Dadurch kann der Wiederaufbau des RAID-Verbunds schneller beginnen.


Eigenschaften


Beispiel

In einem RAID 5 fällt eine Festplatte aus.

Das Hot-Spare-Laufwerk übernimmt automatisch die Rolle der ausgefallenen Festplatte.

Der RAID-Verbund wird anschließend wiederhergestellt.


Vorteile


Nachteile


Merksatz

Ein Hot Spare ist ein eingebautes Ersatzlaufwerk für den automatischen Austausch bei einem Laufwerksausfall.


Prüfungshinweis

Ein Hot Spare erhöht die Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.6 JBOD

Definition

JBOD steht für Just a Bunch of Disks.

Bei JBOD werden mehrere physische Laufwerke ohne RAID-Funktion zusammengefasst oder einzeln genutzt.


Eigenschaften


Unterschied zu RAID

JBOD RAID
keine Redundanz je nach RAID-Level mit Redundanz
keine Parität RAID 5/6 nutzen Parität
keine Leistungssteigerung durch Striping RAID 0 nutzt Striping
einfache Laufwerksverwaltung strukturierter Laufwerksverbund

Vorteile


Nachteile


Merksatz

JBOD ist kein RAID und bietet keine automatische Ausfallsicherheit.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird JBOD häufig von RAID abgegrenzt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.7 NAS

5.7 NAS

Definition

NAS steht für Network Attached Storage.

Ein NAS ist ein Speichergerät, das über das Netzwerk erreichbar ist.


Aufgabe

Ein NAS stellt Speicherplatz zentral im Netzwerk bereit.

Mehrere Benutzer oder Geräte können auf die gespeicherten Daten zugreifen.


Eigenschaften


Typische Einsatzbereiche


Vorteile


Nachteile


Merksatz

Ein NAS ist ein zentraler Speicher im Netzwerk.


Prüfungshinweis

Ein NAS ist kein Backup an sich.
Ein NAS kann aber als Ziel für Backups verwendet werden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.8 Optische Medien

Definition

Optische Medien sind Massenspeicher, bei denen Daten mithilfe von Laserlicht gelesen oder geschrieben werden.


Wichtige optische Medien

Medium Bedeutung
CD Compact Disc
DVD Digital Versatile Disc
Blu-ray optisches Medium mit hoher Speicherkapazität

Funktionsweise

Daten werden auf einer reflektierenden Schicht gespeichert.

Ein Laser liest die gespeicherten Informationen aus.


Typische Varianten

Variante Bedeutung
ROM nur lesbar
R einmal beschreibbar
RW wiederbeschreibbar

Beispiele


Vorteile


Nachteile


Merksatz

Optische Medien werden mit Laserlicht gelesen und beschrieben.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen ROM, R und RW unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

5.9 Dateisysteme

Definition

Ein Dateisystem legt fest, wie Daten auf einem Datenträger gespeichert, organisiert und wiedergefunden werden.


Aufgabe

Ein Dateisystem verwaltet unter anderem:


Wichtige Dateisysteme

Dateisystem Typische Verwendung
FAT32 USB-Sticks, ältere Systeme
exFAT USB-Sticks, Speicherkarten
NTFS Windows-Systeme
ext4 Linux-Systeme
APFS macOS
HFS+ ältere macOS-Systeme

FAT32


exFAT


NTFS


ext4


APFS


Merksatz

Das Dateisystem bestimmt, wie Dateien auf einem Datenträger gespeichert und verwaltet werden.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach dem passenden Dateisystem für einen bestimmten Einsatzzweck gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 5 – Massenspeicher

Datenschutz, Datensicherheit und Informationssicherheit: Prinzipien und Methoden

Datenschutz Informationssicherheit Datensicherheit

Datenschutz vs Datensicherheit

Datenschutz Datensicherheit

Datenschutz vs Datensicherheit

Datenschutz Schutz von Personen Datensicherheit Schutz von Daten

Datenschutz

Datenschutz -Schutz von Personen

Schutzziele der Informationssicherheit

CIA

Schutzziele der Informationssicherheit

Schutz von Informationen vor

Umfasst verschiedene

Grundprinzipien (CIA)

  1. Vertraulichkeit (Confidentiality)
  2. Integrität (Integrity)
  3. Verfügbarkeit (Availability)

Grundprinzipien (CIA)

  1. Vertraulichkeit (Confidentiality)

Nur autorisierte Personen dürfen auf Informationen zugreifen.

Maßnahmen: Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, VPNs

2. Integrität (Integrity)

Informationen dürfen nicht unbemerkt verändert oder manipuliert werden.

Maßnahmen: Hashing, digitale Signaturen, Prüfmechanismen

  1. Verfügbarkeit (Availability)

Informationen müssen für berechtigte Nutzer jederzeit zugänglich sein.

Maßnahmen: Backups, Redundanz, DDoSSchutz

Gefahren für Informationssicherheit

Hackerangriffe

Menschliche Fehler

Technische Fehler

Naturkatastrophen

Datensicherheit

Schutz vor

Gewährleistung von

Datenschutz vs Datensicherheit vs Informationssicherheit

Datenschutz Schutz von Personen

Datensicherheit Schutz von Daten

Informationssicherheit

Datenschutz

'Du darfst diese Daten nur unter bestimmten Bedingungen nutzen'

Datensicherheit

'Wenn du sie nutzt, musst du sie schützen'

Schutzziele

'Was bedeutet schützen'

Datensicherheit

Aspekt: Schutz vor Verlust von Daten

Datensicherung

Prozess des Sicherns von Daten

Ziel

Redundanz

Speicherung der Kopien

Räumliche Trennung von Backup und Daten

Ziel: Datensicherheit/ Ausfallsicherheit erhöhen

Georedundanz

Offsite-Backup

Onsite-Backup

Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage

Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage

Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage

Lokal (gleicher Standort)

Vorteile:

Nachteile:

Standortnah (gleiches Gebäude / Gelände)

Vorteile:

Nachteile:

Remote / Cloud

Vorteile:

Nachteile:

Offsite bzw AirGapped Backup (physisch getrennt)

Vorteile:

Nachteile:

Räumliche Entfernung von der EDV-Anlage: Sicherheitsniveau

Sicherheits- niveau Typisch Schützt vor Schützt nicht vor / Risiken Besonderheiten / Beispiel
Lokal gespeicherte Backups (z. B. USB- Platte am selben PC) • versehentlichem Löschen • einfachen Softwarefehlern • Hardwaredefekt (wenn beide betroffen sind) • Diebstahl / Brand / Wasser • Ransomware Nur Minimallösung, kein echtes Sicherheitskonzept Niedrig
Standortnahes Backup (z. B. NAS im selben Gebäude) • einzelnen Geräteausfällen • größere Schäden (Feuer, Stromausfall) • Angriffe im Netzwerk NAS von Synology im Serverraum Mittel
Remote/ Cloud- Backups • lokale Katastrophen • Hardwareausfälle • Ransomware (bei erreichbaren Backups) • Fehlkonfiguration • Internetabhängigkeit Microsoft Azure oder Amazon Web Services Hoch
Offsite + Air-Gap • Ransomware • gezielten Angriffen • Manipulation von Backups - physisch getrenntes Backup Beispiel: Cloud + externe Platte im Safe Sehr hoch
3-2-1-Regel (3 Kopien, 2 Medien, 1 offsite) • nahezu allen realistischen Ausfallszenarien - Ergänzt durch: Air-Gap, Verschlüsselung, Wiederherstellungstests Maximal (Best Practice)

Backup Varianten, Methoden und Strategien

Prozess der Sicherung

Wie werden die Daten gesichert

Wie werden die Ressourcen eingesetzt

Prozess: Backup-Varianten

Speicherabbild- Sicherung Ein Abbild des gesamten Systems wird erstellt Vorteil: Nur 1 Datei Nachteil: Zeitaufwand + hoher Speicheraufwand
Komplett-/ Vollsicherung Alle Daten werden gesichert
Komplett-/ Vollsicherung Nachteil: Zeitaufwand + hoher Speicheraufwand
Differenzielles Backup Jeden Tag: Änderungen seit Vollsicherung

Inkrementelles Backup

Tag 1 nach Vollsicherung: Änderungen seit Vollsicherung

Später: Änderungen seit letztem Backup

Allgemein: Änderungen seit letztem Backup

Backup Methoden

Differenziell

Step 1: Vollsicherung

Differenziell

Backups werden Tag für Tag größer

Vorteil

Nachteil

Wiederherstellung

Inkrementell

Unterschied

Verknüpfung

Vorteil

Nachteil

Änderungsverfolgung

Change Detection

Verfahren

Verfahren Fachbegriff
Archivbit nutzen Archive Bit Tracking
Zeitstempel vergleichen Timestamp-based Change Detection
Prüfsummen vergleichen Checksum-based Detection
Dateisystem protokolliert Änderungen Journal-based Change Detection

Archiv-Bit

Dateimerkmal von Windows um zu markieren, ob eine Datei seit der letzten Sicherung verändert wurde.

Es hilft Backup-Programmen zu entscheiden, welche Dateien gesichert werden müssen.

Archiv-Bit

Archiv-Bit

Vollbackup

Inkrementelles Backup

Differenzielles Backup

Archiv-Bit

PowerShell

- Get-Item "C:\Test\datei.txt" | Select-Object Name, Attributes · (Get-Item "C:\Test\datei.txt").Attributes += "Archive"

CMD

Zeitstempel

Linux

Beispiel

Windows

Prüfsummen/ Hashes/ Hashwerte

Windows

- Get-FileHash C:\Test\datei.txt · Get-FileHash C:\Test\datei.txt -Algorithm MD5

Dateien vergleichen

Prüfsummen/ Hashes/ Hashwerte

Linux

Beispiel

- hash1=$(sha256sum a.txt) · hash2=$(sha256sum a.txt) · [ "$hash1" = "$hash2" ] && echo "gleich" || echo "ungleich"

Funktion schreiben in Datei ~/.bashrc

sha256cmp() { hash1=$(sha256sum "$1" | cut -d' ' -f1) hash2=$(sha256sum "$2" | cut -d' ' -f1) [ "$hash1" = "$hash2" ] && echo "gleich" || echo "ungleich" }

Backup-Strategien

Backup-Strategien

3-2-1 Backup Regel

Großvater-Vater-Sohn

First in, First out (Fifo)

Backup-Strategien: 3-2-1 Backup Regel

Exemplare

Bewahre mindestens 3 Kopien Deiner Unternehmensdaten auf

Die goldene3-2-1-1-0Backup-Regel

Datensicherung auf 2 verschiedenen Medien Mindestens eine Kopie an einem externen Ort speichern

Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn

TAG: Sohn

WOCHE: Vater

MONAT: Großvater

Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn

Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn

Backup-Strategien: Großvater-Vater-Sohn

Backup-Strategien: Fifo

neue oder geänderte Dateien überschreiben die ältesten

Bsp: 14 Tage Backup

an Tag 15 wird Backup von Tag 1 überschrieben

Recovery Point Objective

Wie lange dürfen die neuesten Backups maximal zurückliegen?

Beispiel:

RPO bestimmt, wie oft Backup gemacht wird


Quellen

Kapitel 6 – Datensicherheit

Kapitel 6 – Datensicherheit

6.1 Datensicherheit

Definition

Datensicherheit beschreibt den Schutz von Daten vor Verlust, Beschädigung, Manipulation und unberechtigtem Zugriff.


Ziele der Datensicherheit

Ziel Bedeutung
Verfügbarkeit Daten müssen bei Bedarf nutzbar sein
Integrität Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden
Vertraulichkeit Daten dürfen nur berechtigten Personen zugänglich sein

Maßnahmen

Typische Maßnahmen zur Datensicherheit sind:


Abgrenzung

Begriff Bedeutung
Datensicherheit Schutz der Daten vor Verlust und Schäden
Datenschutz Schutz personenbezogener Daten

Merksatz

Datensicherheit schützt Daten vor Verlust, Beschädigung und unberechtigtem Zugriff.


Prüfungshinweis

Datensicherheit und Datenschutz dürfen nicht verwechselt werden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 6 – Datensicherheit

6.2 Backup allgemein

Definition

Ein Backup ist eine Sicherungskopie von Daten.

Es dient dazu, Daten bei Verlust, Beschädigung oder versehentlichem Löschen wiederherstellen zu können.


Ziel

Das Ziel eines Backups ist die Wiederherstellung von Daten.


Gründe für Backups

Daten können verloren gehen durch:


Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Backup Sicherungskopie
Restore Wiederherstellung
Backup-Medium Speicherort der Sicherung
Backup-Plan festgelegte Sicherungsstrategie
Aufbewahrungsfrist Zeitraum, wie lange Backups behalten werden

3-2-1-Regel

Die 3-2-1-Regel beschreibt eine einfache Backup-Strategie:


Merksatz

Ein Backup ist nur dann sinnvoll, wenn die Wiederherstellung funktioniert.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben ist wichtig:

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 6 – Datensicherheit

6.3 Vollbackup

Definition

Ein Vollbackup ist eine vollständige Sicherung aller ausgewählten Daten.

Dabei werden alle Daten unabhängig davon gesichert, ob sie seit der letzten Sicherung verändert wurden oder nicht.


Eigenschaften


Vorteile


Nachteile


Beispiel

Jeden Freitag wird eine vollständige Sicherung aller Projektdaten erstellt.


Merksatz

Beim Vollbackup werden immer alle ausgewählten Daten gesichert.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird das Vollbackup häufig mit inkrementellem und differenziellem Backup verglichen.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 6 – Datensicherheit

6.4 Inkrementelles Backup

Definition

Ein inkrementelles Backup sichert nur die Daten, die seit der letzten Sicherung verändert wurden.

Die letzte Sicherung kann ein Vollbackup oder ein vorheriges inkrementelles Backup sein.


Eigenschaften


Vorteile


Nachteile


Beispiel

Montag: Vollbackup
Dienstag: Änderungen seit Montag
Mittwoch: Änderungen seit Dienstag
Donnerstag: Änderungen seit Mittwoch


Merksatz

Beim inkrementellen Backup wird immer nur seit der letzten Sicherung gesichert.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben ist die Formulierung „seit der letzten Sicherung“ entscheidend.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 6 – Datensicherheit

6.5 Differenzielles Backup

Definition

Ein differenzielles Backup sichert alle Daten, die seit dem letzten Vollbackup verändert wurden.


Eigenschaften


Vorteile


Nachteile


Beispiel

Montag: Vollbackup
Dienstag: Änderungen seit Montag
Mittwoch: Änderungen seit Montag
Donnerstag: Änderungen seit Montag


Merksatz

Beim differenziellen Backup wird immer seit dem letzten Vollbackup gesichert.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben ist die Formulierung „seit dem letzten Vollbackup“ entscheidend.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 7 – Treiber und Firmware

Kapitel 7 – Treiber und Firmware

7.1 BIOS

Definition

BIOS steht für Basic Input/Output System.

Das BIOS ist eine Firmware, die beim Starten eines Computers grundlegende Hardwarefunktionen bereitstellt.


Aufgabe

Das BIOS übernimmt beim Systemstart unter anderem:


POST

POST steht für Power-On Self Test.

Dabei prüft das System grundlegende Hardwarekomponenten.

Beispiele:


Eigenschaften


Merksatz

Das BIOS startet die Hardwareprüfung und leitet den Bootvorgang ein.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird BIOS häufig mit UEFI, POST, Bootloader und Bootreihenfolge abgefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 7 – Treiber und Firmware

7.2 UEFI

Definition

UEFI steht für Unified Extensible Firmware Interface.

UEFI ist der moderne Nachfolger des BIOS und dient als Schnittstelle zwischen Hardware und Betriebssystem.


Aufgabe

UEFI übernimmt beim Systemstart unter anderem:


Eigenschaften


GPT

GPT steht für GUID Partition Table.

GPT ist ein modernes Partitionsschema und wird häufig zusammen mit UEFI verwendet.


Secure Boot

Secure Boot ist eine Sicherheitsfunktion von UEFI.

Dabei wird geprüft, ob der Bootloader vertrauenswürdig ist.


Vergleich BIOS und UEFI

BIOS UEFI
ältere Firmware moderner BIOS-Nachfolger
meist textbasiert grafische Oberfläche möglich
MBR GPT
begrenzte Partitionsgrößen größere Datenträger möglich
kein Secure Boot Secure Boot möglich

Merksatz

UEFI ist der moderne Nachfolger des BIOS.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen BIOS, UEFI, MBR, GPT und Secure Boot unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 7 – Treiber und Firmware

7.3 Gerätetreiber

Definition

Ein Gerätetreiber ist eine Software, die die Kommunikation zwischen Betriebssystem und Hardware ermöglicht.


Aufgabe

Gerätetreiber sorgen dafür, dass das Betriebssystem Hardwaregeräte korrekt ansprechen und nutzen kann.

Beispiele:


Funktionsweise

Das Betriebssystem sendet Befehle an den Treiber.

Der Treiber übersetzt diese Befehle so, dass die Hardware sie ausführen kann.


Beispiele für Treiber

Gerät Treiber
Grafikkarte Grafiktreiber
Drucker Druckertreiber
Netzwerkkarte Netzwerktreiber
Soundkarte Audiotreiber
Scanner Scannertreiber

Plug and Play

Plug and Play bedeutet, dass ein Gerät automatisch erkannt und eingerichtet werden kann.

Das Betriebssystem installiert dabei häufig passende Standardtreiber.


Merksatz

Ein Treiber ist die Verbindung zwischen Betriebssystem und Hardware.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, warum ein Gerät nicht funktioniert, obwohl es angeschlossen ist.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 8 – Geräteklassen

Kapitel 8 – Geräteklassen

8.1 Stationäre Computer

Definition

Stationäre Computer sind Computersysteme, die für den festen Einsatz an einem Arbeitsplatz vorgesehen sind.

Sie sind normalerweise nicht für den mobilen Betrieb ausgelegt.


Beispiele

Gerät Beschreibung
Desktop-PC klassischer Arbeitsplatzrechner
Tower-PC PC-Gehäuse in Tower-Bauform
All-in-One-PC Computer und Monitor in einem Gerät
Mini-PC kompakter stationärer Computer
Thin Client Arbeitsplatzgerät mit geringer lokaler Rechenleistung

Eigenschaften


Vorteile


Nachteile


Merksatz

Stationäre Computer sind für den festen Einsatz am Arbeitsplatz gedacht.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen stationären Computern, mobilen Computern und Thin Clients unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 8 – Geräteklassen

8.2 Mobile Computer

Definition

Mobile Computer sind Computersysteme, die für den mobilen Einsatz ausgelegt sind.

Sie besitzen meist einen Akku, ein integriertes Display und integrierte Eingabegeräte.


Beispiele

Gerät Beschreibung
Notebook mobiler Computer mit Tastatur und Display
Tablet mobiler Computer mit Touchscreen
Smartphone mobiles Kommunikations- und Computersystem
Convertible Kombination aus Notebook und Tablet
Handheld kompakter mobiler Computer für spezielle Einsätze

Eigenschaften


Typische Schnittstellen


Vorteile


Nachteile


Merksatz

Mobile Computer sind für den ortsunabhängigen Einsatz ausgelegt.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen stationären Computern, mobilen Computern und professionellen Systemen unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 8 – Geräteklassen

8.3 Professionelle Systeme

Definition

Professionelle Systeme sind Computersysteme, die für leistungsintensive oder geschäftskritische Aufgaben eingesetzt werden.

Sie sind meist leistungsfähiger, zuverlässiger und besser erweiterbar als normale Arbeitsplatzrechner.


Beispiele

System Beschreibung
Server stellt Dienste im Netzwerk bereit
Workstation leistungsfähiger Arbeitsplatzrechner
Rackserver Server für den Einbau in Serverschränke
Blade-Server modularer Server in einem Blade-System
Terminalserver stellt Anwendungen oder Desktops zentral bereit

Typische Einsatzbereiche


Eigenschaften


Merksatz

Professionelle Systeme sind für hohe Leistung, Zuverlässigkeit und Dauerbetrieb ausgelegt.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Desktop-PC, Workstation und Server unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 8 – Geräteklassen

8.4 Spezial- und Infrastrukturgeräte

Definition

Spezial- und Infrastrukturgeräte sind Geräte, die für bestimmte technische Aufgaben oder den Betrieb einer IT-Infrastruktur eingesetzt werden.


Beispiele

Gerät Aufgabe
Router verbindet Netzwerke miteinander
Switch verbindet Geräte innerhalb eines Netzwerks
Access Point stellt WLAN bereit
Firewall schützt Netzwerke vor unerwünschtem Datenverkehr
NAS stellt Speicherplatz im Netzwerk bereit
Druckserver stellt Drucker im Netzwerk bereit
Embedded System Computer für spezielle Aufgaben

Typische Einsatzbereiche


Eigenschaften


Merksatz

Spezial- und Infrastrukturgeräte erfüllen bestimmte Aufgaben innerhalb einer IT-Umgebung.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach der passenden Geräteklasse für einen bestimmten Einsatzzweck gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 9 – Betriebssysteme

Kapitel 9 – Betriebssysteme

9.1 Betriebssystem allgemein

Definition

Ein Betriebssystem ist die grundlegende Software eines Computersystems.

Es verwaltet die Hardware und stellt Dienste für Anwendungsprogramme und Benutzer bereit.


Aufgaben

Ein Betriebssystem übernimmt unter anderem:


Beispiele

Betriebssystem Typischer Einsatz
Windows Arbeitsplatzrechner, Server
Linux Server, Embedded Systeme, Clients
macOS Apple-Computer
Android Smartphones, Tablets
iOS iPhone
Unix Server, Workstations

Abgrenzung

Begriff Bedeutung
Hardware physische Komponenten
Betriebssystem verwaltet Hardware und Programme
Anwendungssoftware Programme für Benutzeraufgaben

Merksatz

Das Betriebssystem ist die Schnittstelle zwischen Hardware, Anwendungsprogrammen und Benutzer.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach den Aufgaben eines Betriebssystems gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 9 – Betriebssysteme

9.2 Aktuelle Betriebssysteme

Definition

Aktuelle Betriebssysteme sind Betriebssysteme, die heute auf Clients, Servern, mobilen Geräten und eingebetteten Systemen eingesetzt werden.


Client-Betriebssysteme

Betriebssystem Typischer Einsatz
Windows Arbeitsplatzrechner, Notebooks
macOS Apple-Computer
Linux Arbeitsplatzrechner, Entwicklung, Administration

Server-Betriebssysteme

Betriebssystem Typischer Einsatz
Windows Server Domänen, Datei- und Druckdienste, Unternehmensnetzwerke
Linux Server Webserver, Datenbanken, Container, Netzwerkdienste
Unix Server, Workstations, Spezialumgebungen

Mobile Betriebssysteme

Betriebssystem Typischer Einsatz
Android Smartphones, Tablets
iOS iPhone
iPadOS iPad

Embedded-Betriebssysteme

Embedded-Betriebssysteme werden in Geräten eingesetzt, die für spezielle Aufgaben entwickelt wurden.

Beispiele:


Open Source und proprietär

Begriff Bedeutung
Open Source Quellcode ist öffentlich einsehbar
Proprietär Quellcode ist nicht frei verfügbar

Merksatz

Betriebssysteme unterscheiden sich nach Einsatzzweck: Client, Server, mobil oder embedded.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach dem passenden Betriebssystem für einen bestimmten Einsatzzweck gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 9 – Betriebssysteme

9.3 Startvorgang

Definition

Der Startvorgang beschreibt die Schritte, die ein Computersystem vom Einschalten bis zum Laden des Betriebssystems durchläuft.


Ablauf

Schritt Bedeutung
Einschalten Stromversorgung wird aktiviert
POST grundlegende Hardwareprüfung
BIOS/UEFI Firmware initialisiert die Hardware
Bootreihenfolge Startlaufwerk wird ausgewählt
Bootloader lädt das Betriebssystem
Kernelstart Betriebssystemkern wird gestartet
Anmeldung Benutzer kann sich anmelden

POST

POST steht für Power-On Self Test.

Dabei prüft das System grundlegende Hardwarekomponenten.

Beispiele:


Bootloader

Der Bootloader lädt das Betriebssystem oder den Betriebssystemkern.

Beispiele:


Bootreihenfolge

Die Bootreihenfolge legt fest, von welchem Medium gestartet wird.

Beispiele:


Merksatz

Beim Startvorgang prüft die Firmware die Hardware und startet anschließend den Bootloader.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen BIOS/UEFI, POST, Bootloader und Betriebssystem unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 9 – Betriebssysteme

9.4 Installation

Definition

Die Installation bezeichnet das Einrichten eines Betriebssystems oder einer Software auf einem Computersystem.


Betriebssysteminstallation

Bei einer Betriebssysteminstallation wird das Betriebssystem auf einem Datenträger eingerichtet und startfähig gemacht.


Typische Schritte

Schritt Bedeutung
Installationsmedium starten z. B. USB-Stick, DVD, Netzwerkboot
Sprache und Region auswählen Grundeinstellungen festlegen
Datenträger auswählen Zielmedium bestimmen
Partitionierung Speicherbereiche einteilen
Dateisystem festlegen z. B. NTFS, ext4, APFS
Dateien kopieren Betriebssystemdateien werden übertragen
Neustart System wird neu gestartet
Einrichtung Benutzer, Netzwerk und Updates konfigurieren

Installationsarten

Installationsart Bedeutung
Neuinstallation System wird vollständig neu eingerichtet
Upgrade vorhandenes System wird auf eine neue Version aktualisiert
Reparaturinstallation beschädigtes System wird repariert
Netzwerkinstallation Installation über das Netzwerk
unbeaufsichtigte Installation automatisierte Installation ohne Benutzereingriff

Wichtige Vorbereitungen


Merksatz

Vor jeder Installation sollten Systemanforderungen, Datensicherung, Lizenz und Treiber geprüft werden.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach Installationsarten, Partitionierung, Dateisystemen und Vorbereitungsschritten gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.1 Bit- und Byteberechnung

Definition

Bei der Bit- und Byteberechnung werden Datenmengen zwischen Bit und Byte umgerechnet.


Grundlagen

Einheit Bedeutung
Bit kleinste Informationseinheit
Byte besteht aus 8 Bit

Umrechnung

Umrechnung Formel
Byte in Bit Byte × 8
Bit in Byte Bit / 8

Schreibweise

Schreibweise Bedeutung
b Bit
B Byte

Beispiele

Angabe Rechnung Ergebnis
10 Byte 10 × 8 80 Bit
80 Bit 80 / 8 10 Byte
100 MBit/s 100 / 8 12,5 MB/s

Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen MBit/s und MB/s unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.2 Speicherberechnung

Definition

Bei der Speicherberechnung wird berechnet, wie viel Speicherplatz für Daten benötigt wird.


Grundlagen

Einheit Bedeutung
Bit kleinste Informationseinheit
Byte 8 Bit
KiB 1.024 Byte
MiB 1.024 KiB
GiB 1.024 MiB

Wichtige Umrechnungen

Umrechnung Formel
Bit in Byte Bit / 8
Byte in Bit Byte × 8
Byte in KiB Byte / 1.024
KiB in MiB KiB / 1.024
MiB in GiB MiB / 1.024

Typische Berechnung

Speicherbedarf = Anzahl × Größe pro Einheit

Beispiele:

Aufgabe Rechnung
Speicher für Zeichen Anzahl Zeichen × Byte pro Zeichen
Speicher für Pixel Anzahl Pixel × Farbtiefe
Speicher für Dateien Anzahl Dateien × Dateigröße

Beispiel

Eine Datei ist 4 MiB groß.

Umrechnung in KiB:

4 × 1.024 = 4.096 KiB


Merksatz

Bei Speicherberechnungen immer zuerst prüfen, ob mit 1000 oder 1024 gerechnet werden soll.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen MB und MiB unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.3 Datenübertragungsrate

Definition

Die Datenübertragungsrate gibt an, wie viele Daten pro Zeiteinheit übertragen werden.


Einheiten

Einheit Bedeutung
Bit/s Bit pro Sekunde
kBit/s Kilobit pro Sekunde
MBit/s Megabit pro Sekunde
GBit/s Gigabit pro Sekunde
Byte/s Byte pro Sekunde
MB/s Megabyte pro Sekunde

Grundformel

Datenübertragungsrate = Datenmenge / Zeit


Umstellungen

Gesucht Formel
Datenrate Datenmenge / Zeit
Datenmenge Datenrate × Zeit
Zeit Datenmenge / Datenrate

Wichtige Umrechnung

Umrechnung Formel
Bit in Byte Bit / 8
Byte in Bit Byte × 8

Beispiel

Eine Datei ist 800 MB groß.
Die Datenrate beträgt 100 MBit/s.

100 MBit/s / 8 = 12,5 MB/s

800 MB / 12,5 MB/s = 64 s


Merksatz

Bei Datenraten wird häufig in Bit/s gerechnet, bei Dateigrößen häufig in Byte.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben ist besonders wichtig, die Einheiten vor dem Rechnen anzugleichen.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.4 Bilddatenberechnung

Definition

Bei der Bilddatenberechnung wird berechnet, wie viel Speicherplatz ein digitales Bild benötigt.


Grundlagen

Ein digitales Bild besteht aus Pixeln.

Die Anzahl der Pixel ergibt sich aus:

Breite × Höhe


Grundformel

Speicherbedarf = Breite × Höhe × Farbtiefe


Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Pixel einzelner Bildpunkt
Auflösung Anzahl der Pixel in Breite und Höhe
Farbtiefe Anzahl der Bits pro Pixel
Speicherbedarf benötigte Datenmenge

Typische Farbtiefen

Farbtiefe Bedeutung
1 Bit Schwarz-Weiß
8 Bit 256 Farben
24 Bit True Color
32 Bit True Color mit Alpha-Kanal

Beispiel

Bildauflösung:

1920 × 1080 Pixel

Farbtiefe:

24 Bit

Speicherbedarf:

1920 × 1080 × 24 Bit = 49.766.400 Bit

49.766.400 Bit / 8 = 6.220.800 Byte


Merksatz

Bildspeicher = Breite × Höhe × Farbtiefe


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben muss häufig zwischen Bit und Byte umgerechnet werden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.5 Farbtiefe

Definition

Die Farbtiefe gibt an, wie viele Bits zur Darstellung eines Pixels verwendet werden.

Je höher die Farbtiefe, desto mehr Farben können dargestellt werden.


Grundprinzip

Mit n Bit können 2ⁿ verschiedene Werte dargestellt werden.


Typische Farbtiefen

Farbtiefe Anzahl Farben Bedeutung
1 Bit 2 Schwarz-Weiß
8 Bit 256 Graustufen oder Farbtabelle
16 Bit 65.536 High Color
24 Bit 16.777.216 True Color
32 Bit 16.777.216 + Alpha True Color mit Transparenz

RGB

Bei RGB werden Farben aus drei Farbkanälen gebildet:

Bei 24 Bit Farbtiefe erhält jeder Farbkanal 8 Bit.


Beispiel

24 Bit Farbtiefe:

8 Bit pro Kanal:

2⁸ = 256 Abstufungen

Gesamt:

256 × 256 × 256 = 16.777.216 Farben


Merksatz

Farbtiefe bestimmt, wie viele Farben pro Pixel dargestellt werden können.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird Farbtiefe meist für Speicherberechnungen bei Bildern verwendet.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.6 RAID-Kapazität

Definition

Bei der RAID-Kapazität wird berechnet, wie viel Speicherplatz in einem RAID-Verbund tatsächlich nutzbar ist.


Grundlage

Die nutzbare Kapazität hängt ab von:


Wichtige Formeln

RAID-Level Nutzbare Kapazität
RAID 0 Anzahl Laufwerke × kleinste Laufwerksgröße
RAID 1 kleinste Laufwerksgröße
RAID 5 (Anzahl Laufwerke − 1) × kleinste Laufwerksgröße
RAID 6 (Anzahl Laufwerke − 2) × kleinste Laufwerksgröße
RAID 10 50 % der Gesamtkapazität

Beispiel

4 Festplatten mit je 2 TB:

RAID-Level Nutzbare Kapazität
RAID 0 8 TB
RAID 1 2 TB
RAID 5 6 TB
RAID 6 4 TB
RAID 10 4 TB

Merksatz

Je mehr Redundanz ein RAID bietet, desto weniger Speicherplatz ist nutzbar.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach der Netto-Kapazität gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.7 Netzteilleistung

Definition

Die Netzteilleistung gibt an, wie viel elektrische Leistung ein Netzteil maximal bereitstellen kann.

Die Leistung wird in Watt (W) angegeben.


Grundformel

Leistung = Spannung × Stromstärke

P = U × I


Einheiten

Größe Formelzeichen Einheit
Leistung P Watt (W)
Spannung U Volt (V)
Stromstärke I Ampere (A)

Beispiel

Ein Gerät benötigt 12 V und 5 A.

P = 12 V × 5 A

P = 60 W


Wichtige Punkte

Bei der Auswahl eines Netzteils müssen berücksichtigt werden:


Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad gibt an, wie effizient ein Netzteil elektrische Energie umwandelt.

Je höher der Wirkungsgrad, desto weniger Energie geht als Wärme verloren.


Merksatz

Netzteilleistung wird in Watt angegeben.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig mit P = U × I gerechnet.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 10 – Hardwareberechnungen

10.8 Stromkosten

Definition

Bei der Stromkostenberechnung wird berechnet, welche Kosten durch den Stromverbrauch eines Geräts entstehen.


Grundformel

Energie = Leistung × Zeit

E = P × t


Stromkosten

Stromkosten = Energieverbrauch × Preis pro kWh


Einheiten

Größe Einheit
Leistung Watt (W) oder Kilowatt (kW)
Zeit Stunden (h)
Energie Kilowattstunden (kWh)
Preis Euro pro kWh

Wichtige Umrechnung

Umrechnung Ergebnis
1 kW 1.000 W
1 W 0,001 kW

Beispiel

Ein Gerät hat eine Leistung von 500 W und läuft 4 Stunden.

500 W = 0,5 kW

0,5 kW × 4 h = 2 kWh

Bei 0,30 € pro kWh:

2 kWh × 0,30 € = 0,60 €


Merksatz

Stromkosten werden über kWh berechnet, nicht nur über Watt.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen Leistung (W/kW) und Energieverbrauch (Wh/kWh) unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

11.1 Hardwarefehler erkennen

Definition

Bei der Hardwarefehleranalyse wird geprüft, welche Komponente einen Fehler im Computersystem verursacht.


Typische Fehlerquellen

Fehlerbild Mögliche Ursache
PC startet nicht Netzteil, Mainboard, CPU, RAM
Kein Bild Grafikkarte, Monitor, Kabel, RAM
Pieptöne beim Start POST-Fehler
System stürzt ab RAM, Temperatur, Netzteil
Laufwerk wird nicht erkannt Kabel, Anschluss, BIOS/UEFI, Laufwerk
USB-Gerät funktioniert nicht Treiber, Port, Kabel, Gerät

Wichtige Prüfschritte


Merksatz

Bei Hardwarefehlern immer systematisch prüfen: Strom, Kabel, Gerät, Treiber, Einstellungen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig ein Fehlerbild beschrieben und nach der wahrscheinlichsten Ursache gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

11.2 Komponenten auswählen

Definition

Bei der Komponentenauswahl wird passende Hardware für einen bestimmten Einsatzzweck ausgewählt.


Wichtige Kriterien

Kriterium Bedeutung
Einsatzzweck Büro, Gaming, Server, CAD, Virtualisierung
Leistung CPU, RAM, GPU, Speicher
Kompatibilität Mainboard, Sockel, RAM-Typ, Anschlüsse
Erweiterbarkeit freie Steckplätze und Anschlüsse
Energiebedarf Netzteilleistung und Wirkungsgrad
Budget Kostenrahmen einhalten

Typische Komponenten

Komponente Wichtige Auswahlkriterien
CPU Sockel, Kerne, Takt, Leistung
RAM Typ, Kapazität, Geschwindigkeit
Mainboard Formfaktor, Sockel, Chipsatz, Anschlüsse
SSD/HDD Kapazität, Geschwindigkeit, Schnittstelle
Grafikkarte Leistung, VRAM, Anschlüsse, Strombedarf
Netzteil Leistung, Anschlüsse, Wirkungsgrad

Beispiele

Einsatzzweck Wichtige Komponenten
Büro-PC CPU, RAM, SSD
Gaming-PC CPU, GPU, RAM, Netzteil
Server CPU, RAM, RAID, Netzwerk, USV
CAD-Workstation CPU, GPU, RAM, SSD

Merksatz

Die Komponente muss zum Einsatzzweck und zum restlichen System passen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, welche Hardware für einen bestimmten Anwendungsfall geeignet ist.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

11.3 Kompatibilität prüfen

Definition

Bei der Kompatibilitätsprüfung wird geprüft, ob Hardwarekomponenten technisch zusammenpassen und gemeinsam betrieben werden können.


Wichtige Kriterien

Kriterium Bedeutung
CPU-Sockel CPU muss zum Mainboard passen
RAM-Typ Mainboard muss den RAM-Typ unterstützen
Formfaktor Mainboard muss ins Gehäuse passen
Schnittstellen Anschlüsse müssen vorhanden sein
Netzteil Leistung und Stecker müssen passen
Betriebssystem Treiber und Hardware müssen unterstützt werden

Typische Beispiele

Komponente Muss passen zu
CPU Mainboard-Sockel, Chipsatz, BIOS/UEFI
RAM Mainboard, RAM-Typ, Takt, Kapazität
Grafikkarte PCIe-Steckplatz, Gehäuse, Netzteil
SSD Schnittstelle, Formfaktor, Mainboard
Netzteil Leistung, Anschlüsse, Gehäuse
Gehäuse Mainboard-Formfaktor, Grafikkartenlänge

Häufige Kompatibilitätsfehler


Merksatz

Hardware muss nicht nur leistungsfähig sein, sondern auch zueinander passen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig geprüft, ob eine vorgeschlagene Hardwarekombination technisch sinnvoll ist.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

11.4 RAID auswählen

Definition

Bei der RAID-Auswahl wird ein passender RAID-Level für einen bestimmten Einsatzzweck gewählt.

Entscheidend sind Ausfallsicherheit, Geschwindigkeit und nutzbare Kapazität.


Wichtige RAID-Level

RAID-Level Schwerpunkt
RAID 0 Geschwindigkeit
RAID 1 Ausfallsicherheit durch Spiegelung
RAID 5 Ausfallsicherheit und gute Speicherausnutzung
RAID 6 höhere Ausfallsicherheit durch doppelte Parität
RAID 10 Geschwindigkeit und Ausfallsicherheit

Typische Auswahl

Anforderung Geeigneter RAID-Level
maximale Geschwindigkeit, keine Redundanz RAID 0
einfache Spiegelung RAID 1
guter Kompromiss aus Kapazität und Sicherheit RAID 5
höhere Sicherheit bei größeren Systemen RAID 6
hohe Leistung und hohe Ausfallsicherheit RAID 10

Mindestanzahl Laufwerke

RAID-Level Mindestanzahl
RAID 0 2
RAID 1 2
RAID 5 3
RAID 6 4
RAID 10 4

Merksatz

RAID erhöht die Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, welcher RAID-Level zu einer bestimmten Anforderung passt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

11.5 Backupstrategie auswählen

Definition

Bei der Backupstrategie wird festgelegt, welche Daten wann, wie oft und wohin gesichert werden.

Ziel ist die zuverlässige Wiederherstellung nach Datenverlust.


Wichtige Kriterien

Kriterium Bedeutung
Datenmenge wie viele Daten gesichert werden
Änderungsrate wie häufig sich Daten ändern
Wiederherstellungszeit wie schnell Daten wieder verfügbar sein müssen
Speicherplatz benötigter Platz für Sicherungen
Aufbewahrungsfrist wie lange Backups behalten werden
Sicherheitsbedarf Schutz vor Verlust, Diebstahl und Manipulation

Backup-Arten

Backup-Art Beschreibung
Vollbackup sichert alle ausgewählten Daten
inkrementelles Backup sichert Änderungen seit der letzten Sicherung
differenzielles Backup sichert Änderungen seit dem letzten Vollbackup

Typische Auswahl

Anforderung Geeignete Strategie
einfache Wiederherstellung Vollbackup
wenig Speicherbedarf inkrementelles Backup
schneller Restore mit weniger Speicherbedarf als Vollbackup differenzielles Backup
Schutz vor Standortausfall externe oder ausgelagerte Sicherung
Schutz vor Ransomware getrennte oder unveränderbare Backups

3-2-1-Regel


Merksatz

Eine Backupstrategie ist nur gut, wenn die Wiederherstellung zuverlässig funktioniert.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, welche Backup-Art zu einer bestimmten Situation passt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

11.6 Schnittstellen bestimmen

Definition

Bei der Schnittstellenauswahl wird bestimmt, welcher Anschluss oder Übertragungsstandard für ein Gerät oder einen Einsatzzweck geeignet ist.


Wichtige Schnittstellen

Schnittstelle Typischer Einsatz
USB Tastatur, Maus, Drucker, USB-Stick
HDMI Monitor, Fernseher, Beamer
DisplayPort Monitor, hohe Auflösungen
Ethernet kabelgebundenes Netzwerk
Audio Mikrofon, Kopfhörer, Lautsprecher
Thunderbolt Daten, Bild und Strom
SATA interne Laufwerke
PCIe Erweiterungskarten, NVMe-SSDs

Typische Zuordnung

Anforderung Geeignete Schnittstelle
Netzwerkverbindung per Kabel Ethernet
Bildausgabe an Monitor HDMI oder DisplayPort
externe Festplatte USB oder Thunderbolt
interne SSD SATA, M.2 oder PCIe/NVMe
Erweiterungskarte PCIe
Kopfhörer oder Mikrofon Audioanschluss oder USB

Wichtige Kriterien


Merksatz

Die Schnittstelle muss zum Gerät, zur benötigten Datenrate und zum Anschluss passen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, welche Schnittstelle für einen bestimmten Einsatzzweck geeignet ist.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 11 – Typische IHK-Aufgaben

11.7 Bootprobleme lösen

Definition

Bei Bootproblemen startet ein Computersystem nicht korrekt oder das Betriebssystem wird nicht geladen.


Typische Fehlerquellen

Fehlerbild Mögliche Ursache
Kein Startbildschirm Netzteil, Mainboard, RAM, CPU
Kein Bootmedium gefunden falsche Bootreihenfolge, defekte SSD/HDD
Betriebssystem startet nicht beschädigter Bootloader, Dateisystemfehler
Bluescreen oder Absturz Treiber, Hardware, Systemdateien
Endlosschleife beim Start fehlerhaftes Update, Treiberproblem
Pieptöne beim Einschalten POST-Fehler

Wichtige Prüfschritte


BIOS/UEFI

Im BIOS/UEFI kann geprüft werden:


Bootloader

Der Bootloader startet das Betriebssystem.

Ist der Bootloader beschädigt, kann das Betriebssystem nicht geladen werden.


Merksatz

Bei Bootproblemen zuerst prüfen, ob Hardware und Bootmedium erkannt werden.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach der wahrscheinlichsten Ursache eines Startfehlers gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.1 USB-Versionen

Definition

USB steht für Universal Serial Bus.

USB ist eine universelle Schnittstelle zur Verbindung von Computern mit Peripheriegeräten.


Typische Geräte


Wichtige USB-Versionen

USB-Version Bezeichnung Maximale Datenrate
USB 2.0 High Speed 480 MBit/s
USB 3.0 SuperSpeed 5 GBit/s
USB 3.1 SuperSpeed+ 10 GBit/s
USB 3.2 SuperSpeed USB bis 20 GBit/s
USB4 USB4 bis 40 GBit/s

USB-Steckertypen

Steckertyp Verwendung
USB-A klassischer USB-Anschluss
USB-B Drucker, ältere Geräte
Micro-USB ältere Smartphones und Geräte
USB-C moderne Geräte, beidseitig steckbar

Merksatz

USB-Version und USB-Stecker sind nicht dasselbe.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen USB-Version, Datenrate und Steckertyp unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.2 PCIe-Versionen

Definition

PCIe steht für Peripheral Component Interconnect Express.

PCIe ist ein internes Bussystem zur Verbindung von Erweiterungskarten und schnellen Speichergeräten mit dem Mainboard.


Typische Verwendung


Wichtige PCIe-Versionen

PCIe-Version Datenrate pro Lane
PCIe 1.0 2,5 GT/s
PCIe 2.0 5 GT/s
PCIe 3.0 8 GT/s
PCIe 4.0 16 GT/s
PCIe 5.0 32 GT/s
PCIe 6.0 64 GT/s

PCIe-Lanes

PCIe arbeitet mit sogenannten Lanes.

Typische Lane-Anzahlen:

Schreibweise Bedeutung
x1 1 Lane
x4 4 Lanes
x8 8 Lanes
x16 16 Lanes

Beispiele

Gerät Typische Anbindung
Grafikkarte PCIe x16
NVMe-SSD PCIe x4
Netzwerkkarte PCIe x1 oder x4
RAID-Controller PCIe x4 oder x8

Merksatz

Je neuer die PCIe-Version und je mehr Lanes genutzt werden, desto höher ist die mögliche Datenrate.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen PCIe-Version, Lane-Anzahl und Steckplatzgröße unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.3 SATA-Versionen

Definition

SATA steht für Serial ATA.

SATA ist eine Schnittstelle zum Anschluss von Massenspeichern wie HDDs, SSDs und optischen Laufwerken.


Typische Verwendung


Wichtige SATA-Versionen

SATA-Version Bezeichnung Maximale Datenrate
SATA I SATA 1,5 GBit/s 1,5 GBit/s
SATA II SATA 3 GBit/s 3 GBit/s
SATA III SATA 6 GBit/s 6 GBit/s

SATA-Anschlüsse

Anschluss Aufgabe
SATA-Datenkabel Datenübertragung
SATA-Stromanschluss Stromversorgung

SATA und SSD

Eine SATA-SSD nutzt die SATA-Schnittstelle.

Sie ist schneller als eine HDD, aber langsamer als eine NVMe-SSD über PCIe.


Merksatz

SATA wird vor allem für interne Laufwerke verwendet.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen SATA, M.2, NVMe und PCIe unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.4 HDMI-Versionen

Definition

HDMI steht für High Definition Multimedia Interface.

HDMI ist eine digitale Schnittstelle zur Übertragung von Bild- und Tonsignalen.


Typische Verwendung


Wichtige HDMI-Versionen

HDMI-Version Maximale Datenrate Typische Bedeutung
HDMI 1.4 10,2 GBit/s Full HD, 4K mit Einschränkungen
HDMI 2.0 18 GBit/s 4K bei 60 Hz
HDMI 2.1 48 GBit/s 4K bei 120 Hz, 8K bei 60 Hz
HDMI 2.2 96 GBit/s höhere Auflösungen und Bildwiederholraten

Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Auflösung Anzahl der Bildpunkte
Bildwiederholrate Bilder pro Sekunde in Hz
HDR höherer Kontrast- und Farbumfang
eARC erweiterter Audiorückkanal
VRR variable Bildwiederholrate

HDMI-Kabel

Kabeltyp Bedeutung
High Speed HDMI Cable ältere HDMI-Anwendungen
Premium High Speed HDMI Cable HDMI 2.0 / 4K bei 60 Hz
Ultra High Speed HDMI Cable HDMI 2.1 / bis 48 GBit/s
Ultra96 HDMI Cable HDMI 2.2 / bis 96 GBit/s

Merksatz

HDMI überträgt Bild und Ton digital über ein Kabel.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen HDMI-Version, Kabeltyp, Auflösung und Bildwiederholrate unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.5 DisplayPort-Versionen

Definition

DisplayPort ist eine digitale Schnittstelle zur Übertragung von Bild- und Tonsignalen.

DisplayPort wird häufig bei PC-Monitoren, Grafikkarten und Dockingstations verwendet.


Typische Verwendung


Wichtige DisplayPort-Versionen

DisplayPort-Version Maximale Datenrate Typische Bedeutung
DisplayPort 1.2 21,6 GBit/s 4K mit Einschränkungen
DisplayPort 1.4 32,4 GBit/s 4K mit hohen Bildwiederholraten, DSC
DisplayPort 2.0 80 GBit/s sehr hohe Auflösungen und Bildwiederholraten
DisplayPort 2.1 80 GBit/s verbesserte Anforderungen an Kabel und USB-C-Kompatibilität

Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Auflösung Anzahl der Bildpunkte
Bildwiederholrate Bilder pro Sekunde in Hz
MST Multi-Stream Transport für mehrere Monitore
DSC Display Stream Compression
Alt Mode DisplayPort-Signal über USB-C

Kabel-Zertifizierung

Bezeichnung Bedeutung
DP40 zertifiziert bis 40 GBit/s
DP80 zertifiziert bis 80 GBit/s

Merksatz

DisplayPort wird besonders häufig bei PC-Monitoren verwendet.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen DisplayPort-Version, Kabel, Auflösung, Bildwiederholrate und USB-C Alt Mode unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

2.6 DDR-Versionen

Definition

DDR steht für Double Data Rate.

DDR-Speicher ist eine Speichertechnik für Arbeitsspeicher.


Typische Verwendung


Wichtige DDR-Versionen

DDR-Version Typische Spannung Bemerkung
DDR 2,5 V ältere RAM-Generation
DDR2 1,8 V Nachfolger von DDR
DDR3 1,5 V ältere PC-Systeme
DDR4 1,2 V weit verbreitet
DDR5 1,1 V aktuelle RAM-Generation

Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
RAM Arbeitsspeicher
DDR Double Data Rate
DIMM RAM-Modul für Desktop-PCs
SO-DIMM kompaktes RAM-Modul für Notebooks
ECC Fehlerkorrektur bei Arbeitsspeicher

Kompatibilität

DDR-Versionen sind untereinander nicht kompatibel.

Ein Mainboard unterstützt immer nur bestimmte RAM-Typen.


Merksatz

DDR-Version, Mainboard und CPU müssen zusammenpassen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach RAM-Kompatibilität gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.7 RAID-Übersicht

Definition

RAID verbindet mehrere physische Laufwerke zu einem logischen Laufwerk.

Je nach RAID-Level stehen Geschwindigkeit, Ausfallsicherheit oder Kapazität im Vordergrund.


RAID-Level

RAID-Level Mindestanzahl Laufwerke Ausfallsicherheit Nutzbare Kapazität
RAID 0 2 keine alle Laufwerke
RAID 1 2 1 Laufwerk darf ausfallen 1 Laufwerk
RAID 5 3 1 Laufwerk darf ausfallen n − 1 Laufwerke
RAID 6 4 2 Laufwerke dürfen ausfallen n − 2 Laufwerke
RAID 10 4 je nach Ausfallkombination ca. 50 %

Kurzbeschreibung

RAID-Level Beschreibung
RAID 0 Striping ohne Redundanz
RAID 1 Spiegelung
RAID 5 Striping mit verteilter Parität
RAID 6 Striping mit doppelter verteilter Parität
RAID 10 Kombination aus RAID 1 und RAID 0

Vorteile

RAID-Level Vorteil
RAID 0 hohe Geschwindigkeit
RAID 1 einfache Ausfallsicherheit
RAID 5 guter Kompromiss aus Kapazität und Sicherheit
RAID 6 höhere Ausfallsicherheit als RAID 5
RAID 10 hohe Geschwindigkeit und Ausfallsicherheit

Merksatz

RAID erhöht die Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig nach Mindestanzahl, Ausfallsicherheit und nutzbarer Kapazität gefragt.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.8 Dateisystemvergleich

Definition

Ein Dateisystem legt fest, wie Daten auf einem Datenträger gespeichert, verwaltet und wiedergefunden werden.


Wichtige Dateisysteme

Dateisystem Typischer Einsatz
FAT32 USB-Sticks, ältere Systeme
exFAT USB-Sticks, Speicherkarten
NTFS Windows-Systeme
ext4 Linux-Systeme
APFS macOS
HFS+ ältere macOS-Systeme

Vergleich

Dateisystem Vorteil Nachteil
FAT32 sehr kompatibel maximale Dateigröße 4 GB
exFAT geeignet für große Dateien weniger Funktionen als NTFS
NTFS Rechteverwaltung, Journaling nicht überall vollständig beschreibbar
ext4 stabil und verbreitet unter Linux Windows unterstützt es nicht nativ
APFS optimiert für SSDs hauptsächlich Apple-Systeme
HFS+ ältere macOS-Kompatibilität veraltet gegenüber APFS

Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Journaling protokolliert Änderungen zur Fehlervermeidung
Rechteverwaltung steuert Zugriffsrechte auf Dateien
Partition abgegrenzter Bereich auf einem Datenträger
Formatierung Einrichten eines Dateisystems

Merksatz

Das Dateisystem muss zum Betriebssystem und zum Einsatzzweck passen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, welches Dateisystem für einen bestimmten Datenträger geeignet ist.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.9 BIOS vs. UEFI

Definition

BIOS und UEFI sind Firmware-Schnittstellen zwischen Hardware und Betriebssystem.

Sie starten grundlegende Hardwarefunktionen und leiten den Bootvorgang ein.


Vergleich

BIOS UEFI
ältere Firmware-Technik moderner BIOS-Nachfolger
meist textbasierte Oberfläche grafische Oberfläche möglich
verwendet meist MBR verwendet meist GPT
begrenzte Unterstützung großer Datenträger unterstützt große Datenträger
kein Secure Boot Secure Boot möglich
einfache Bootverwaltung erweiterte Bootverwaltung

BIOS

BIOS steht für Basic Input/Output System.

Es initialisiert die Hardware und startet den Bootvorgang.


UEFI

UEFI steht für Unified Extensible Firmware Interface.

UEFI ist der moderne Nachfolger des BIOS.


Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
POST Hardwareprüfung beim Start
Bootloader startet das Betriebssystem
MBR älteres Partitionsschema
GPT modernes Partitionsschema
Secure Boot prüft den Bootloader auf Vertrauenswürdigkeit

Merksatz

UEFI ist der moderne Nachfolger des BIOS.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen BIOS, UEFI, MBR, GPT und Secure Boot unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.10 ASCII-Tabelle

Definition

ASCII ist eine Zeichencodierung zur Darstellung von Zeichen in Computersystemen.

ASCII steht für American Standard Code for Information Interchange.


Grundlage

Der ursprüngliche ASCII-Code verwendet 7 Bit.

Damit können 128 Zeichen dargestellt werden.


Wichtige ASCII-Zeichen

Zeichen Dezimal Hexadezimal
Leerzeichen 32 20
0 48 30
1 49 31
A 65 41
B 66 42
a 97 61
b 98 62

Zeichenarten

ASCII enthält unter anderem:


Beispiele für Steuerzeichen

Steuerzeichen Bedeutung
LF Line Feed
CR Carriage Return
ESC Escape
TAB Tabulator

Merksatz

ASCII verwendet 7 Bit und umfasst 128 Zeichen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen ASCII, Unicode und UTF-8 unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.11 Unicode

Definition

Unicode ist ein internationaler Standard zur Darstellung von Zeichen aus vielen Sprachen und Schriftsystemen.

Unicode erweitert die Möglichkeiten älterer Zeichencodierungen wie ASCII.


Ziel

Unicode soll möglichst alle weltweit verwendeten Zeichen eindeutig darstellen.

Dazu gehören:


Wichtige Begriffe

Begriff Bedeutung
Unicode Standard für Zeichen
Codepoint eindeutige Nummer eines Zeichens
UTF-8 Codierung für Unicode-Zeichen
UTF-16 Codierung für Unicode-Zeichen
UTF-32 Codierung mit fester Länge

UTF-8

UTF-8 ist eine weit verbreitete Codierung für Unicode.

Eigenschaften:


Vergleich ASCII und Unicode

ASCII Unicode
7 Bit deutlich größerer Zeichenvorrat
128 Zeichen sehr viele Zeichen
hauptsächlich englische Zeichen internationale Zeichen
keine Umlaute im ursprünglichen ASCII Umlaute und Sonderzeichen möglich

Merksatz

Unicode ist der Standard für internationale Zeichen.
UTF-8 ist eine Codierung für Unicode.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen ASCII, Unicode und UTF-8 unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.12 Präfixe

Definition

Präfixe werden verwendet, um große Datenmengen oder Datenraten kompakt darzustellen.

In der Informationstechnik wird zwischen SI-Präfixen und Binärpräfixen unterschieden.


SI-Präfixe

SI-Präfixe basieren auf dem Dezimalsystem.

Präfix Zeichen Wert
Kilo k 1.000
Mega M 1.000.000
Giga G 1.000.000.000
Tera T 1.000.000.000.000

Binärpräfixe

Binärpräfixe basieren auf Zweierpotenzen.

Präfix Zeichen Wert
Kibi Ki 1.024
Mebi Mi 1.024²
Gibi Gi 1.024³
Tebi Ti 1.024⁴

Vergleich

SI Binär
kB = 1.000 Byte KiB = 1.024 Byte
MB = 1.000² Byte MiB = 1.024² Byte
GB = 1.000³ Byte GiB = 1.024³ Byte
TB = 1.000⁴ Byte TiB = 1.024⁴ Byte

Merksatz


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben genau auf die Schreibweise achten.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.13 Spannungen im PC

Definition

Ein PC-Netzteil wandelt die Netzspannung aus der Steckdose in verschiedene Gleichspannungen für die PC-Komponenten um.


Typische Spannungen

Spannung Typische Verwendung
+12 V CPU, Grafikkarte, Laufwerke, Lüfter
+5 V USB, Laufwerke, Elektronik
+3,3 V Mainboard, Chipsatz, Erweiterungskarten
+5 VSB Standby-Spannung

Wechselspannung und Gleichspannung

Bereich Spannungsart
Steckdose Wechselspannung (AC)
PC-Komponenten Gleichspannung (DC)

Netzteil

Das Netzteil wandelt:

230 V AC → 12 V / 5 V / 3,3 V DC


Merksatz

PC-Komponenten arbeiten mit Gleichspannung, die Steckdose liefert Wechselspannung.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig zwischen AC, DC, Volt, Watt und Ampere unterschieden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.14 CPU-Sockel

Definition

Der CPU-Sockel ist die mechanische und elektrische Schnittstelle zwischen Prozessor und Mainboard.

Der Prozessor muss zum Sockel des Mainboards passen.


Aufgabe

Der CPU-Sockel verbindet die CPU mit dem Mainboard.

Er ermöglicht die Übertragung von:


Wichtige Kriterien

Kriterium Bedeutung
Sockeltyp mechanische Passform der CPU
Chipsatz unterstützt bestimmte CPU-Funktionen
BIOS/UEFI muss die CPU erkennen
TDP Wärmeleistung der CPU
RAM-Unterstützung abhängig von CPU und Mainboard

Beispiele

Hersteller Beispiele für Sockel
Intel LGA 1200, LGA 1700
AMD AM4, AM5

Kompatibilität

Eine CPU passt nur in den passenden Sockel.

Zusätzlich müssen auch Chipsatz und BIOS/UEFI-Version kompatibel sein.


Merksatz

CPU, Sockel, Chipsatz und BIOS/UEFI müssen zusammenpassen.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig geprüft, ob CPU und Mainboard kompatibel sind.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.15 Steckverbinder

Definition

Steckverbinder dienen zur mechanischen und elektrischen Verbindung von Geräten, Komponenten oder Kabeln.


Interne Steckverbinder

Steckverbinder Typische Verwendung
SATA-Datenanschluss HDD, SSD, optische Laufwerke
SATA-Stromanschluss Stromversorgung von Laufwerken
PCIe-Steckplatz Erweiterungskarten
RAM-Slot Arbeitsspeicher
CPU-Sockel Prozessor
ATX-Stecker Stromversorgung des Mainboards

Externe Steckverbinder

Steckverbinder Typische Verwendung
USB-A Peripheriegeräte
USB-C Daten, Strom, Bildsignal
HDMI Bild und Ton
DisplayPort Bild und Ton
RJ45 Ethernet / Netzwerk
3,5-mm-Klinke Audio
IEC-C13 Stromkabel für PC-Netzteil

Wichtige Unterscheidung

Begriff Bedeutung
Steckverbinder physische Anschlussform
Schnittstelle technischer Übertragungsstandard
Protokoll Regeln der Datenübertragung

Beispiele


Merksatz

Steckerform, Schnittstelle und Protokoll sind nicht immer dasselbe.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird häufig geprüft, ob Anschlussform, Schnittstelle und Übertragungsstandard korrekt unterschieden werden.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.16 IHK-Merklisten Hardware

Definition

IHK-Merklisten fassen typische Prüfungsbegriffe kurz und übersichtlich zusammen.

Sie dienen zum schnellen Wiederholen vor der Prüfung.


Speicher

Begriff Merken
RAM flüchtiger Arbeitsspeicher
ROM nichtflüchtiger Nur-Lese-Speicher
Cache schneller Zwischenspeicher
SSD Flash-Speicher ohne bewegliche Teile
HDD magnetischer Speicher mit beweglichen Teilen

Schnittstellen

Begriff Merken
USB Peripherie und externe Geräte
HDMI Bild und Ton
DisplayPort Bild und Ton, häufig bei Monitoren
Ethernet kabelgebundenes Netzwerk
SATA interne Laufwerke
PCIe Erweiterungskarten und NVMe-SSDs

RAID

RAID-Level Merken
RAID 0 schnell, aber keine Ausfallsicherheit
RAID 1 Spiegelung
RAID 5 ein Laufwerk darf ausfallen
RAID 6 zwei Laufwerke dürfen ausfallen
RAID 10 Spiegelung + Striping

Backup

Backup-Art Merken
Vollbackup sichert alles
inkrementell seit der letzten Sicherung
differenziell seit dem letzten Vollbackup

BIOS / UEFI

Begriff Merken
BIOS ältere Firmware
UEFI moderner BIOS-Nachfolger
POST Hardwareprüfung beim Start
Bootloader startet das Betriebssystem
Secure Boot prüft vertrauenswürdigen Bootloader

Merksatz

Für die IHK sind vor allem Unterschiede, Zuordnungen und typische Verwechslungen wichtig.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben wird oft nicht tiefes Detailwissen abgefragt, sondern ob Begriffe korrekt unterschieden werden können.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 12 – Tabellen und Übersichten

12.17 Häufige Verwechslungen

Definition

Häufige Verwechslungen sind Begriffe, die in IHK-Aufgaben ähnlich wirken, aber fachlich unterschiedliche Bedeutungen haben.


Speicher

Begriff 1 Begriff 2 Unterschied
RAM SSD RAM ist flüchtiger Arbeitsspeicher, SSD ist dauerhafter Massenspeicher
Cache RAM Cache ist schneller Zwischenspeicher, RAM ist Arbeitsspeicher
ROM RAM ROM ist nichtflüchtig, RAM ist flüchtig

Schnittstellen

Begriff 1 Begriff 2 Unterschied
USB-C USB-Version USB-C ist die Steckerform, USB 3.2/USB4 ist der Standard
M.2 NVMe M.2 ist ein Formfaktor, NVMe ist ein Protokoll
RJ45 Ethernet RJ45 ist der Steckverbinder, Ethernet ist der Netzwerkstandard
HDMI DisplayPort beide übertragen Bild und Ton, sind aber unterschiedliche Schnittstellen

Speicher und Datensicherung

Begriff 1 Begriff 2 Unterschied
RAID Backup RAID erhöht Verfügbarkeit, Backup ermöglicht Wiederherstellung
Hot Spare Backup Hot Spare ist ein Ersatzlaufwerk, kein Sicherungsmedium
Archivierung Backup Archivierung dient langfristiger Aufbewahrung, Backup der Wiederherstellung

Betriebssystem und Firmware

Begriff 1 Begriff 2 Unterschied
BIOS/UEFI Betriebssystem BIOS/UEFI startet Hardware und Bootvorgang, das Betriebssystem verwaltet das System
Treiber Firmware Treiber ist Software im Betriebssystem, Firmware ist Software im Gerät
Bootloader Kernel Bootloader lädt das Betriebssystem, Kernel ist der Betriebssystemkern

Datenmengen

Begriff 1 Begriff 2 Unterschied
Bit Byte 1 Byte = 8 Bit
MB MiB MB basiert auf 1000, MiB auf 1024
MBit/s MB/s MBit/s ist Megabit pro Sekunde, MB/s ist Megabyte pro Sekunde

Merksatz

Viele IHK-Fehler entstehen nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch verwechselte Begriffe.


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben immer genau auf die Begriffe achten.

Typische Fehler:


Quellen

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.1 Server-Grundlagen

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Bevor man virtuelle Maschinen, Cluster oder Hochverfügbarkeit versteht, sollte man zuerst wissen, was ein Server grundsätzlich ist und welche Aufgaben er in einer IT-Infrastruktur übernimmt.


Was ist ein Server?

Ein Server ist ein System, das anderen Geräten im Netzwerk Dienste, Daten oder Anwendungen bereitstellt.

Andere Geräte, die diese Dienste nutzen, nennt man Clients.

Beispiel:

Rolle Aufgabe
Server Stellt einen Dienst bereit
Client Nutzt den Dienst

Ein Server kann ein physisches Gerät, eine virtuelle Maschine oder ein Container sein.


Einfaches Beispiel

Ein Benutzer öffnet auf seinem PC eine Datei von einem Netzlaufwerk.

Dabei passiert vereinfacht Folgendes:

Gerät Rolle
PC des Benutzers Client
Dateiserver Server

Der Client fragt die Datei an.
Der Server stellt die Datei bereit.


Client-Server-Prinzip

Beim Client-Server-Prinzip stellt ein Server Dienste bereit, die von Clients genutzt werden.

Beispiele:

Client-Anfrage Server-Antwort
Webseite öffnen Webserver liefert Webseite aus
Datei öffnen Fileserver stellt Datei bereit
Benutzer anmelden Domain Controller prüft Anmeldung
Name auflösen DNS-Server liefert IP-Adresse
IP-Adresse beziehen DHCP-Server vergibt Netzwerkkonfiguration

Merksatz

Ein Server stellt Dienste bereit. Ein Client nutzt diese Dienste.


Server als Hardware

Ein Server kann ein physischer Computer sein, der speziell für den Dauerbetrieb ausgelegt ist.

Typische Merkmale eines physischen Servers:

Merkmal Erklärung
Leistungsfähige CPU Verarbeitung vieler Anfragen
Viel RAM Arbeitsspeicher für Dienste und Anwendungen
Mehrere Festplatten Speicherung von Betriebssystem, Daten und virtuellen Maschinen
RAID Schutz vor Ausfall einzelner Festplatten
Mehrere Netzwerkkarten Redundanz oder Trennung von Netzwerken
Redundante Netzteile Weiterbetrieb bei Ausfall eines Netzteils
Servergehäuse Einbau im Serverschrank möglich
Fernwartung Verwaltung über iLO, iDRAC, IPMI oder ähnliche Systeme

Server als virtuelle Maschine

Ein Server muss nicht immer ein eigenes physisches Gerät sein.

Sehr häufig läuft ein Server heute als virtuelle Maschine.

Beispiel:

Ein physischer Host betreibt mehrere virtuelle Server:

Virtuelle Maschine Aufgabe
DC01 Domain Controller
FILE01 Dateiserver
WEB01 Webserver
DB01 Datenbankserver

Jede virtuelle Maschine verhält sich wie ein eigener Server.


Physischer Server vs. virtueller Server

Merkmal Physischer Server Virtueller Server
Hardware Eigene echte Hardware Nutzt Hardware des Hosts
Betriebssystem Direkt installiert Läuft in einer VM
Flexibilität Weniger flexibel Sehr flexibel
Bereitstellung Dauert länger Schnell erstellbar
Migration Aufwendiger Einfacher verschiebbar
Ressourcennutzung Oft schlechter Meist effizienter
Backup Je nach System Oft einfacher als VM-Backup

Serverrolle

Eine Serverrolle beschreibt, welche Aufgabe ein Server erfüllt.

Ein Server kann eine oder mehrere Rollen übernehmen.

Beispiele:

Serverrolle Aufgabe
Domain Controller Benutzer, Gruppen und Anmeldungen verwalten
DNS-Server Namen in IP-Adressen auflösen
DHCP-Server IP-Adressen und Netzwerkkonfiguration vergeben
Fileserver Dateien und Ordner im Netzwerk bereitstellen
Webserver Webseiten oder Webanwendungen bereitstellen
Datenbankserver Daten speichern und für Anwendungen bereitstellen
Mailserver E-Mails senden, empfangen und speichern
Backupserver Datensicherungen verwalten
Druckserver Drucker im Netzwerk bereitstellen
Monitoring-Server Systeme und Dienste überwachen
Applikationsserver Anwendungen für Benutzer oder andere Systeme bereitstellen

Serverdienst

Ein Serverdienst ist die konkrete Software oder Funktion, die auf einem Server läuft.

Beispiele:

Dienst Aufgabe
Active Directory Domain Services Zentrale Benutzer- und Rechteverwaltung
DNS Namensauflösung
DHCP Automatische IP-Konfiguration
SMB Dateifreigaben im Windows-Netzwerk
NFS Dateifreigaben im Linux/Unix-Umfeld
IIS Webserver von Microsoft
Apache Webserver
Nginx Webserver oder Reverse Proxy
MariaDB / MySQL Datenbankdienst
PostgreSQL Datenbankdienst
SSH Fernzugriff auf Linux-Systeme
RDP Remote Desktop für Windows-Systeme

Unterschied Serverrolle und Serverdienst

Begriff Bedeutung Beispiel
Serverrolle Allgemeine Aufgabe eines Servers Webserver
Serverdienst Konkrete Software oder Funktion Nginx, Apache, IIS

Beispiel:

Ein Server hat die Rolle Webserver.
Der konkrete Dienst darauf kann Nginx sein.


Typische Serverarten

Fileserver

Ein Fileserver stellt Dateien und Ordner im Netzwerk bereit.

Typische Aufgaben:

Aufgabe Erklärung
Gemeinsame Ordner bereitstellen Benutzer können auf zentrale Dateien zugreifen
Rechte verwalten Zugriff nach Benutzer oder Gruppe steuern
Daten zentral speichern Daten liegen nicht nur auf einzelnen PCs
Backup erleichtern Zentrale Daten können besser gesichert werden

Beispiel:

Benutzer speichern Dokumente auf einem Netzlaufwerk.


Domain Controller

Ein Domain Controller verwaltet in einer Windows-Domäne Benutzer, Gruppen, Computer und Anmeldungen.

Typische Aufgaben:

Aufgabe Erklärung
Benutzer authentifizieren Prüft Benutzername und Passwort
Gruppen verwalten Rechte über Gruppen strukturieren
Richtlinien verteilen Gruppenrichtlinien anwenden
Computer verwalten Clients in Domäne einbinden
Zentrale Anmeldung ermöglichen Benutzer können sich an Domänen-PCs anmelden

Beispiel:

Ein Benutzer meldet sich mit seinem Domänenkonto an einem Windows-PC an.


DNS-Server

Ein DNS-Server löst Namen in IP-Adressen auf.

Beispiel:

Ein Client möchte einen Server über den Namen erreichen:

fileserver.firma.local

Der DNS-Server liefert die passende IP-Adresse zurück.

Beispiel:

Name IP-Adresse
fileserver.firma.local 192.168.10.20
intranet.firma.local 192.168.10.30

Ohne DNS müsste man sich IP-Adressen merken.


DHCP-Server

Ein DHCP-Server verteilt automatisch Netzwerkkonfigurationen an Clients.

Typische Angaben:

DHCP-Angabe Bedeutung
IP-Adresse Adresse des Clients
Subnetzmaske Größe des Netzwerks
Standardgateway Router ins andere Netz oder Internet
DNS-Server Server für Namensauflösung
Lease-Zeit Gültigkeitsdauer der Zuweisung

Beispiel:

Ein neuer PC wird angeschlossen und erhält automatisch eine IP-Adresse.


Webserver

Ein Webserver stellt Webseiten oder Webanwendungen bereit.

Beispiele für Webserver-Software:

Software Einsatz
Apache Häufiger Webserver
Nginx Webserver und Reverse Proxy
IIS Microsoft-Webserver
Caddy Moderner Webserver mit einfacher TLS-Konfiguration

Beispiel:

Ein Benutzer ruft im Browser eine Webseite auf.
Der Webserver liefert HTML, CSS, JavaScript, Bilder oder Anwendungsdaten aus.


Datenbankserver

Ein Datenbankserver speichert strukturierte Daten und stellt sie Anwendungen bereit.

Beispiele:

Datenbanksystem Typischer Einsatz
MariaDB / MySQL Webanwendungen
PostgreSQL Anwendungen, Webdienste, Fachverfahren
Microsoft SQL Server Unternehmensanwendungen
Oracle Database Große Unternehmenssysteme

Beispiel:

Eine Webanwendung speichert Benutzer, Artikel oder Bestellungen in einer Datenbank.


Backupserver

Ein Backupserver verwaltet Datensicherungen.

Typische Aufgaben:

Aufgabe Erklärung
Sicherungen planen Automatische Backups ausführen
Sicherungen speichern Daten auf Backupziel ablegen
Wiederherstellung ermöglichen Daten im Fehlerfall zurückspielen
Aufbewahrung verwalten Alte Sicherungen nach Regeln löschen
Backupstatus überwachen Fehler erkennen

Wichtig:

Ein Backupserver sollte nicht nur sichern, sondern auch regelmäßig Wiederherstellungen testen.


Monitoring-Server

Ein Monitoring-Server überwacht Systeme, Dienste und Ressourcen.

Typische Messwerte:

Bereich Beispiele
CPU Auslastung
RAM Speicherverbrauch
Storage Freier Speicher, I/O
Netzwerk Erreichbarkeit, Paketverlust
Dienste Läuft ein Dienst oder ist er gestoppt?
Backups Erfolgreich oder fehlgeschlagen?

Beispiel:

Wenn ein Server nicht erreichbar ist, sendet das Monitoring eine Warnung.


Applikationsserver

Ein Applikationsserver stellt Anwendungen oder Anwendungsteile bereit.

Beispiele:

Anwendung Beschreibung
ERP-System Unternehmenssoftware
Ticketsystem Verwaltung von Supportfällen
Intranet Interne Informationsplattform
Dokumentenmanagement Verwaltung von Dokumenten
Fachanwendung Spezielle Software für einen Geschäftsprozess

Ein Applikationsserver arbeitet häufig mit einem Datenbankserver zusammen.


Serverbetriebssysteme

Server verwenden oft spezielle Betriebssysteme.

Beispiele:

Betriebssystem Typischer Einsatz
Windows Server Active Directory, Fileserver, Hyper-V, Unternehmensdienste
Debian Linux-Server, Webserver, Dienste
Ubuntu Server Linux-Server, Cloud, Container
Red Hat Enterprise Linux Unternehmensumgebungen
SUSE Linux Enterprise Server Unternehmensumgebungen
FreeBSD Netzwerkdienste, Storage, Spezialanwendungen

Unterschied Client-Betriebssystem und Server-Betriebssystem

Merkmal Client-Betriebssystem Server-Betriebssystem
Ziel Arbeit am Arbeitsplatz Dienste für viele Benutzer
Beispiele Windows 11, macOS, Ubuntu Desktop Windows Server, Debian Server
Benutzeroberfläche Meist grafisch Oft auch ohne GUI
Dienste Weniger serverorientiert Für Netzwerkdienste ausgelegt
Verwaltung Einzelgerät Zentrale Administration
Dauerbetrieb Nicht Hauptziel Für Dauerbetrieb gedacht

Server im Dauerbetrieb

Server laufen oft rund um die Uhr.

Deshalb sind wichtig:

Bereich Bedeutung
Stabile Hardware Weniger Ausfälle
Kühlung Schutz vor Überhitzung
Stromversorgung USV und redundante Netzteile
Updates Sicherheit und Stabilität
Monitoring Probleme früh erkennen
Backup Wiederherstellung ermöglichen
Dokumentation Wartung und Fehleranalyse erleichtern

Redundanz

Redundanz bedeutet, dass wichtige Komponenten mehrfach vorhanden sind.

Beispiele:

Komponente Redundanz
Netzteil Zwei Netzteile
Netzwerk Zwei Netzwerkkarten
Festplatten RAID
Switch Zwei Switches
Server Mehrere Hosts oder Cluster
Internetleitung Zweite Leitung
Backupziel Zusätzliches externes Backup

Ziel:

Der Ausfall einer einzelnen Komponente soll nicht sofort zum Gesamtausfall führen.


Single Point of Failure

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne Komponente, deren Ausfall einen Dienst oder ein ganzes System lahmlegen kann.

Beispiele:

Single Point of Failure Auswirkung
Einziger Server Dienst fällt komplett aus
Einziges Netzteil Server geht bei Defekt aus
Einziger Switch Netzwerkverbindung fällt aus
Einziger Storage Daten sind nicht erreichbar
Einzige Internetleitung Standort verliert Internetzugang

Merksatz:

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne kritische Schwachstelle im System.


RAID

RAID verbindet mehrere Festplatten zu einem logischen Speicherbereich.

Ziele können sein:

Ziel Erklärung
Ausfallsicherheit Daten bleiben trotz defekter Festplatte verfügbar
Geschwindigkeit Daten werden auf mehrere Platten verteilt
Kapazität Mehrere Platten bilden einen größeren Speicher

Wichtige RAID-Level:

RAID-Level Bedeutung Vorteil Nachteil
RAID 0 Striping ohne Redundanz Schnell, volle Kapazität Kein Schutz bei Ausfall
RAID 1 Spiegelung Eine Platte darf ausfallen Nur etwa halbe nutzbare Kapazität
RAID 5 Parität über mehrere Platten Eine Platte darf ausfallen Rebuild belastet System
RAID 6 Doppelte Parität Zwei Platten dürfen ausfallen Weniger nutzbare Kapazität
RAID 10 Spiegelung und Striping Schnell und ausfallsicher Benötigt mindestens vier Platten

Wichtig:

RAID ist kein Backup.

RAID schützt nur gegen bestimmte Hardwareausfälle.
Es schützt nicht zuverlässig gegen versehentliches Löschen, Malware, Ransomware oder Datenkorruption.


Backup

Ein Backup ist eine Sicherung von Daten oder Systemen.

Ziele:

Ziel Erklärung
Wiederherstellung Daten nach Fehler zurückholen
Schutz vor Datenverlust Defekt, Löschung oder Malware abfangen
Versionsstand sichern Ältere Zustände wiederherstellen
Notfallvorsorge Wiederanlauf nach größerem Ausfall ermöglichen

Beispiele für Backuparten:

Backupart Erklärung
Vollbackup Alle ausgewählten Daten werden gesichert
Inkrementelles Backup Nur Änderungen seit dem letzten Backup
Differenzielles Backup Änderungen seit dem letzten Vollbackup
Image-Backup Ganzes System oder ganze VM
Datei-Backup Einzelne Dateien und Ordner

3-2-1-Regel

Eine bekannte Backup-Regel ist die 3-2-1-Regel.

Regel Bedeutung
3 Kopien Original plus zwei Sicherungen
2 verschiedene Medien Zum Beispiel NAS und externe Festplatte
1 Kopie extern Eine Sicherung außerhalb des Hauptstandorts

Merksatz:

Ein Backup ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn die Wiederherstellung getestet wurde.


USV

USV steht für unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Eine USV schützt Server bei Stromproblemen.

Aufgaben:

Aufgabe Erklärung
Kurzzeitige Stromausfälle überbrücken Server laufen weiter
Spannungsschwankungen abfangen Hardware wird geschützt
Sauberes Herunterfahren ermöglichen Datenverlust vermeiden
Ausfall melden Monitoring kann alarmieren

Eine USV ersetzt keinen Generator, schützt aber vor kurzen Stromausfällen und ermöglicht kontrolliertes Herunterfahren.


Serverraum und Rechenzentrum

Server stehen oft in einem Serverraum oder Rechenzentrum.

Wichtige Anforderungen:

Bereich Bedeutung
Zutrittsschutz Nur berechtigte Personen
Kühlung Schutz vor Überhitzung
Stromversorgung Stabile und abgesicherte Versorgung
Brandschutz Schutz vor Feuer und Rauch
Netzwerkverkabelung Strukturierte Verkabelung
Ordnung Beschriftung und Dokumentation
Monitoring Temperatur, Strom, Netzwerk und Systeme überwachen

Rack-Server

Ein Rack-Server ist ein Server für den Einbau in einen Serverschrank.

Höhe wird oft in Höheneinheiten angegeben.

Einheit Bedeutung
1 HE / 1U Eine Höheneinheit
2 HE / 2U Zwei Höheneinheiten
4 HE / 4U Vier Höheneinheiten

Rack-Server werden häufig in Unternehmen und Rechenzentren eingesetzt.


Tower-Server

Ein Tower-Server sieht ähnlich aus wie ein großer Desktop-PC.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Einfach aufzustellen Kein Rack notwendig
Geeignet für kleine Umgebungen Kleine Büros oder Außenstellen
Oft günstiger Einstieg Weniger Infrastruktur nötig

Nachteil:

Für größere Serverräume sind Rack-Server meist besser geeignet.


Blade-Server

Blade-Server sind sehr kompakte Servermodule, die in ein gemeinsames Gehäuse eingebaut werden.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Hohe Dichte Viele Server auf wenig Raum
Gemeinsame Infrastruktur Strom, Kühlung und Netzwerk zentral
Zentrale Verwaltung Viele Blades gemeinsam verwaltbar

Nachteil:

Blade-Systeme sind komplexer und meist teurer.


Serverhardware – wichtige Komponenten

Komponente Aufgabe
CPU Führt Berechnungen und Programme aus
RAM Arbeitsspeicher für laufende Prozesse
Storage Speichert Betriebssystem, Daten und Anwendungen
Netzwerkkarte Verbindet den Server mit dem Netzwerk
Mainboard Verbindet alle Komponenten
Netzteil Versorgt den Server mit Strom
RAID-Controller Verwaltet Festplattenverbünde
Lüfter Kühlt die Hardware
Management-Controller Fernwartung und Hardwareüberwachung

CPU im Server

Die CPU verarbeitet Befehle und führt Programme aus.

Wichtige Begriffe:

Begriff Bedeutung
Kern Recheneinheit innerhalb der CPU
Thread Logischer Ausführungspfad
Taktfrequenz Geschwindigkeit einzelner Rechenzyklen
Cache Schneller Zwischenspeicher
Virtualisierungserweiterung Unterstützung für VMs

Bei Servern ist nicht nur die maximale Geschwindigkeit wichtig, sondern auch Stabilität, Kerne, Energieverbrauch und Virtualisierungsunterstützung.


RAM im Server

RAM ist der Arbeitsspeicher des Servers.

Er wird für laufende Prozesse, Dienste, Caches und virtuelle Maschinen benötigt.

Typische Bedeutung:

Einsatz Warum RAM wichtig ist
Datenbanken Daten können im Speicher schneller verarbeitet werden
Virtualisierung Jede VM benötigt Arbeitsspeicher
Fileserver Zwischenspeicher für Dateioperationen
Webserver Viele gleichzeitige Anfragen
Applikationsserver Anwendungen benötigen Speicher

Zu wenig RAM führt häufig zu langsamen Systemen.


ECC-RAM

ECC-RAM kann bestimmte Speicherfehler erkennen und korrigieren.

ECC steht für Error Correcting Code.

Vorteil:

Vorteil Erklärung
Höhere Zuverlässigkeit Speicherfehler können erkannt und teilweise korrigiert werden
Wichtig für Dauerbetrieb Besonders bei Servern sinnvoll
Schutz vor Datenfehlern Reduziert Risiko stiller Speicherfehler

ECC-RAM ist typisch für Serverhardware.


Storage im Server

Storage bezeichnet den dauerhaften Speicher.

Beispiele:

Speicherart Eigenschaft
HDD Viel Speicherplatz, günstiger, langsamer
SSD Schneller als HDD
NVMe Sehr schneller Flash-Speicher
SAN Externer Blockspeicher
NAS Speicher über Netzwerkfreigaben

Bei Servern ist Storage nicht nur nach Größe zu bewerten, sondern auch nach Geschwindigkeit, Ausfallsicherheit und Backup-Konzept.


IOPS und Latenz

Bei Servern ist Storage-Performance wichtig.

Begriff Bedeutung
IOPS Ein- und Ausgabeoperationen pro Sekunde
Latenz Verzögerung beim Zugriff
Durchsatz Datenmenge pro Sekunde

Viele langsame Serverprobleme entstehen nicht durch die CPU, sondern durch langsamen Storage.


Netzwerkkarten im Server

Server haben oft mehrere Netzwerkkarten.

Gründe:

Grund Erklärung
Redundanz Ausfall einer Verbindung abfangen
Lastverteilung Mehr Bandbreite nutzen
Netztrennung Management, Servernetz, Storage oder Backup trennen
Virtualisierung Verschiedene VM-Netze anbinden

Beispiel:

Netzwerkkarte Aufgabe
NIC 1 Management
NIC 2 Servernetz
NIC 3 Storage
NIC 4 Backup

Remote Management

Viele Server bieten Fernwartung auf Hardwareebene.

Beispiele:

Hersteller / Technik Bedeutung
iLO HPE Integrated Lights-Out
iDRAC Dell Integrated Dell Remote Access Controller
IPMI Allgemeine Schnittstelle für Hardwaremanagement
BMC Baseboard Management Controller

Damit kann man Server auch verwalten, wenn das Betriebssystem nicht mehr reagiert.

Mögliche Funktionen:

Funktion Nutzen
Server ein- und ausschalten Fernsteuerung
Konsole anzeigen Zugriff wie direkt am Bildschirm
ISO einbinden Betriebssystem remote installieren
Hardwarezustand prüfen Fehlerdiagnose
Logs ansehen Analyse von Hardwareproblemen

Servernetzwerk

Server werden in ein Netzwerk eingebunden.

Wichtige Netzwerkdaten:

Angabe Bedeutung
IP-Adresse Eindeutige Adresse im Netzwerk
Subnetzmaske / Präfix Größe des Netzwerks
Gateway Router in andere Netze
DNS-Server Namensauflösung
VLAN Logische Netztrennung
Hostname Name des Servers
FQDN Vollständiger DNS-Name

Beispiel:

Angabe Beispiel
Hostname FILE01
FQDN FILE01.firma.local
IP-Adresse 192.168.10.20
Präfix /24
Gateway 192.168.10.1
DNS 192.168.10.10

Statische IP-Adresse

Server erhalten meistens eine feste IP-Adresse.

Grund:

Clients und andere Server müssen den Dienst zuverlässig erreichen können.

Beispiel:

Server IP-Adresse
DC01 192.168.10.10
DNS01 192.168.10.10
FILE01 192.168.10.20
WEB01 192.168.10.30

Server können entweder manuell statisch konfiguriert werden oder per DHCP eine Reservierung erhalten.


DNS-Name

Server sollten nicht nur über IP-Adressen, sondern über Namen erreichbar sein.

Beispiel:

DNS-Name IP-Adresse
fileserver.firma.local 192.168.10.20
intranet.firma.local 192.168.10.30

Vorteil:

Wenn sich die IP-Adresse ändert, kann der DNS-Eintrag angepasst werden.
Benutzer und Anwendungen können weiterhin den Namen verwenden.


Serverhärtung

Serverhärtung bedeutet, ein System sicherer zu konfigurieren.

Typische Maßnahmen:

Maßnahme Erklärung
Unnötige Dienste deaktivieren Weniger Angriffsfläche
Updates installieren Sicherheitslücken schließen
Firewall aktivieren Zugriffe begrenzen
Starke Passwörter verwenden Schutz vor unbefugtem Zugriff
Rechte beschränken Least-Privilege-Prinzip
Adminzugänge schützen MFA, VPN oder Managementnetz
Logging aktivieren Ereignisse nachvollziehen
Standardkonten prüfen Unnötige Konten deaktivieren

Least Privilege

Least Privilege bedeutet:

Benutzer und Dienste bekommen nur die Rechte, die sie wirklich benötigen.

Beispiel:

Ein normaler Benutzer braucht keine Administratorrechte auf einem Server.

Vorteil:

Wenn ein Konto kompromittiert wird, ist der mögliche Schaden geringer.


Patchmanagement

Patchmanagement bedeutet, Updates geplant zu verwalten.

Wichtige Schritte:

Schritt Erklärung
Updates prüfen Welche Updates sind verfügbar?
Auswirkungen bewerten Kritisch oder unkritisch?
Testen Erst in Testumgebung prüfen
Wartungsfenster planen Zeitpunkt mit wenig Auswirkung wählen
Installation durchführen Updates einspielen
Neustart durchführen Wenn erforderlich
Funktion prüfen Dienste nach Update testen
Dokumentieren Änderung nachvollziehbar machen

Monitoring im Serverbetrieb

Server sollten dauerhaft überwacht werden.

Wichtige Werte:

Bereich Beispiele
Verfügbarkeit Ist der Server erreichbar?
CPU Auslastung
RAM Verbrauch
Storage Freier Speicher, I/O
Netzwerk Paketverlust, Bandbreite
Dienste Laufen wichtige Dienste?
Ereignisprotokolle Fehler und Warnungen
Backup Erfolgreich oder fehlgeschlagen?

Monitoring dient nicht nur der Fehlererkennung, sondern auch der Kapazitätsplanung.


Logging

Logging bedeutet, dass Ereignisse protokolliert werden.

Beispiele:

Log Inhalt
Systemlog Betriebssystemereignisse
Sicherheitslog Anmeldungen und Zugriffsversuche
Anwendungslog Fehler und Meldungen von Anwendungen
Dienstlog Status und Fehler einzelner Dienste
Firewalllog Erlaubte oder blockierte Verbindungen

Logs helfen bei Fehlersuche, Sicherheitsanalyse und Nachvollziehbarkeit.


Dokumentation

Server müssen sauber dokumentiert werden.

Wichtige Angaben:

Bereich Beispiel
Servername FILE01
Aufgabe Dateiserver
IP-Adresse 192.168.10.20
Betriebssystem Windows Server oder Linux
Standort Serverraum / Rack
Hardware CPU, RAM, Storage
Dienste SMB, DNS, DHCP, Webserver
Backup Sicherungsplan
Verantwortliche Admin-Team
Abhängigkeiten DNS, Datenbank, Storage
Wartungsfenster Geplante Zeiten für Updates

Gute Dokumentation erleichtert Betrieb, Fehlersuche und Übergabe.


Namenskonventionen

Servernamen sollten verständlich und einheitlich sein.

Beispiele:

Name Bedeutung
DC01 Domain Controller 1
DC02 Domain Controller 2
FILE01 Fileserver 1
WEB01 Webserver 1
DB01 Datenbankserver 1
APP01 Applikationsserver 1
BKP01 Backupserver 1
MON01 Monitoringserver 1
HV01 Hypervisor Host 1

Vorteil:

Man erkennt schneller, welche Aufgabe ein Server hat.


Verfügbarkeit

Verfügbarkeit beschreibt, wie zuverlässig ein System erreichbar ist.

Beispiel:

Ein Server ist verfügbar, wenn Benutzer den Dienst nutzen können.

Mögliche Ursachen für Nichtverfügbarkeit:

Ursache Beispiel
Hardwaredefekt Festplatte oder Netzteil defekt
Softwarefehler Dienst stürzt ab
Netzwerkproblem Switch oder Verbindung ausgefallen
Stromausfall Server ohne Strom
Fehlkonfiguration Falsche Firewallregel
Updateproblem Dienst startet nach Update nicht
Angriff Malware oder Überlastung

Hochverfügbarkeit als Ziel

Hochverfügbarkeit bedeutet, dass Dienste möglichst wenig ausfallen.

Maßnahmen:

Maßnahme Wirkung
Redundante Hardware Weniger Ausfall durch Einzeldefekte
RAID Schutz vor Festplattenausfall
USV Schutz bei Stromproblemen
Backup Wiederherstellung bei Datenverlust
Monitoring Frühe Fehlererkennung
Cluster Dienste können auf anderen Systemen weiterlaufen
Load Balancing Anfragen können verteilt werden

Hochverfügbarkeit wird später im Kapitel genauer behandelt.


Wartung von Servern

Server müssen regelmäßig gewartet werden.

Typische Wartungsarbeiten:

Wartung Beispiel
Updates installieren Betriebssystem und Anwendungen
Logs prüfen Fehler und Warnungen
Speicherplatz prüfen Volle Datenträger vermeiden
Backup prüfen Sicherungen kontrollieren
Benutzerrechte prüfen Alte Konten entfernen
Zertifikate prüfen Ablaufende Zertifikate erneuern
Hardware prüfen Festplatten, Netzteile, Lüfter
Dokumentation aktualisieren Änderungen eintragen

Wartungsfenster

Ein Wartungsfenster ist ein geplanter Zeitraum für Änderungen.

Beispiel:

Updates werden nachts oder am Wochenende installiert, damit möglichst wenige Benutzer betroffen sind.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Planbarkeit Benutzer können informiert werden
Weniger Störung Zeitpunkt mit geringer Nutzung
Kontrolle Änderungen werden bewusst durchgeführt
Rückfallplan möglich Fehler können besser behandelt werden

Change Management

Change Management bedeutet, Änderungen geplant und nachvollziehbar durchzuführen.

Beispiele für Changes:

Änderung Beispiel
Update Sicherheitsupdates installieren
Konfigurationsänderung Firewallregel ändern
Hardwareänderung RAM erweitern
Softwareinstallation Neue Anwendung installieren
Migration Dienst auf neuen Server verschieben

Wichtige Punkte:

Punkt Erklärung
Grund der Änderung Warum wird geändert?
Risiko Was kann schiefgehen?
Zeitpunkt Wann wird geändert?
Rückfallplan Wie wird zurückgerollt?
Test Wie wird Erfolg geprüft?
Dokumentation Was wurde geändert?

Kapazitätsplanung

Kapazitätsplanung bedeutet, Ressourcenbedarf rechtzeitig zu erkennen.

Wichtige Fragen:

Frage Bedeutung
Reicht die CPU-Leistung? Genug Rechenleistung vorhanden?
Reicht der RAM? Genug Arbeitsspeicher vorhanden?
Reicht der Speicherplatz? Datenträger wachsen mit der Zeit
Reicht die Netzwerkbandbreite? Genug Leistung für Benutzer und Dienste?
Reicht das Backupfenster? Können Sicherungen rechtzeitig abgeschlossen werden?

Kapazitätsplanung verhindert Engpässe.


Skalierung

Skalierung bedeutet, ein System leistungsfähiger zu machen.

Es gibt zwei Grundarten:

Art Bedeutung Beispiel
Vertikale Skalierung Einzelnen Server stärker machen Mehr RAM, mehr CPU
Horizontale Skalierung Weitere Server hinzufügen Mehr Webserver

Vertikale Skalierung nennt man auch Scale-Up.
Horizontale Skalierung nennt man auch Scale-Out.


Scale-Up

Scale-Up bedeutet, ein einzelnes System leistungsfähiger zu machen.

Beispiele:

Maßnahme Wirkung
Mehr RAM Mehr Arbeitsspeicher
Mehr CPU-Kerne Mehr Rechenleistung
Schnellere SSDs Bessere Storage-Performance
Schnellere Netzwerkkarte Mehr Netzwerkdurchsatz

Vorteil:

Einfaches Konzept.

Nachteil:

Durch Hardwaregrenzen begrenzt.


Scale-Out

Scale-Out bedeutet, mehrere Systeme einzusetzen.

Beispiel:

Statt einem Webserver werden drei Webserver betrieben.

Vorteil:

Vorteil Erklärung
Bessere Verteilung Last wird auf mehrere Systeme verteilt
Erweiterbar Zusätzliche Server können ergänzt werden
Ausfallsicherheit Ausfall eines Servers kann abgefangen werden

Nachteil:

Die Anwendung muss dafür geeignet sein.


Typische kleine Serverumgebung

Beispiel für ein kleines Unternehmen:

Server Aufgabe
DC01 Domain Controller, DNS
FILE01 Dateiserver
APP01 Fachanwendung
DB01 Datenbankserver
BKP01 Backupserver
MON01 Monitoring

In modernen Umgebungen können diese Server als virtuelle Maschinen auf einem Virtualisierungshost laufen.


Typische größere Serverumgebung

Beispiel für eine größere Umgebung:

Bereich Systeme
Virtualisierung HV01, HV02, HV03
Verzeichnisdienst DC01, DC02
Dateiablage FILE01, FILE02
Web WEB01, WEB02
Datenbank DB01, DB02
Backup BKP01
Monitoring MON01
Storage SAN oder NAS
Netzwerk Core-Switches, Firewalls

Hier werden Redundanz, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit wichtiger.


Prüfungsnahes Beispiel

Aufgabe:

Ein Unternehmen betreibt alle Daten auf einem einzelnen Fileserver ohne Backup. Der Server besitzt nur eine Festplatte und ein Netzteil.

Frage:

Welche Risiken bestehen?

Mögliche Antwort:

Risiko Erklärung
Single Point of Failure Der einzelne Server ist kritisch
Kein Festplattenschutz Defekte Festplatte kann Datenverlust verursachen
Kein Backup Gelöschte oder beschädigte Daten können nicht wiederhergestellt werden
Kein redundantes Netzteil Netzteildefekt führt zum Ausfall
Keine Hochverfügbarkeit Dienst fällt bei Serverausfall aus

Mögliche Verbesserungen:

Maßnahme Wirkung
RAID einsetzen Schutz vor Ausfall einzelner Festplatten
Backup einrichten Wiederherstellung bei Datenverlust
Redundantes Netzteil Schutz vor Netzteildefekt
Monitoring einführen Fehler früh erkennen
Zweiten Server oder Cluster planen Höhere Verfügbarkeit
USV einsetzen Schutz bei Stromproblemen

Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Server?

Mögliche Antwort:

Ein Server ist ein System, das anderen Geräten im Netzwerk Dienste, Daten oder Anwendungen bereitstellt. Die Geräte, die diese Dienste nutzen, nennt man Clients. Server können physische Geräte, virtuelle Maschinen oder Container sein.


Typische Prüfungsfrage: Was ist eine Serverrolle?

Mögliche Antwort:

Eine Serverrolle beschreibt die Aufgabe eines Servers. Beispiele sind Domain Controller, DNS-Server, DHCP-Server, Fileserver, Webserver, Datenbankserver oder Backupserver.


Typische Prüfungsfrage: Warum bekommen Server meistens feste IP-Adressen?

Mögliche Antwort:

Server stellen Dienste bereit, die zuverlässig erreichbar sein müssen. Deshalb benötigen sie eine feste IP-Adresse oder eine feste DHCP-Reservierung. So können Clients, DNS-Einträge und andere Systeme den Server dauerhaft erreichen.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist RAID kein Backup?

Mögliche Antwort:

RAID schützt nur vor bestimmten Festplattenausfällen. Es schützt nicht vor versehentlichem Löschen, Malware, Ransomware, Datenkorruption oder Diebstahl. Ein Backup ist eine separate Sicherung, mit der Daten wiederhergestellt werden können.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Single Point of Failure?

Mögliche Antwort:

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne Komponente, deren Ausfall einen Dienst oder ein ganzes System lahmlegen kann. Beispiele sind ein einzelner Server, ein einzelnes Netzteil, ein einzelner Switch oder ein einzelner Storage.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist Monitoring wichtig?

Mögliche Antwort:

Monitoring überwacht Server, Dienste und Ressourcen. Dadurch können Fehler, Ausfälle oder Engpässe früh erkannt werden. Beispiele sind CPU-Auslastung, RAM-Verbrauch, freier Speicherplatz, Netzwerkverfügbarkeit, Dienststatus und Backupstatus.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied zwischen Serverrolle und Serverdienst

Mögliche Antwort:

Eine Serverrolle beschreibt die allgemeine Aufgabe eines Servers, zum Beispiel Webserver. Ein Serverdienst ist die konkrete Software oder Funktion, die diese Aufgabe erfüllt, zum Beispiel Apache, Nginx oder IIS.


Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Server System, das Dienste bereitstellt
Client System, das Dienste nutzt
Serverrolle Aufgabe eines Servers
Serverdienst Konkrete Software oder Funktion
Fileserver Stellt Dateien bereit
Webserver Stellt Webseiten bereit
Datenbankserver Speichert strukturierte Daten
Domain Controller Verwaltet Benutzer und Anmeldungen
DNS-Server Löst Namen in IP-Adressen auf
DHCP-Server Vergibt IP-Konfigurationen
Backupserver Verwaltet Sicherungen
Monitoring-Server Überwacht Systeme und Dienste
Redundanz Kritische Komponenten mehrfach vorhanden
Single Point of Failure Einzelne kritische Ausfallstelle
RAID Festplattenverbund
Backup Datensicherung
USV Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Patchmanagement Geplante Verwaltung von Updates
Change Management Geplante Verwaltung von Änderungen
Scale-Up Einzelnes System stärker machen
Scale-Out Weitere Systeme hinzufügen

Wichtige Merksätze

Ein Server stellt Dienste bereit, ein Client nutzt diese Dienste.

Eine Serverrolle beschreibt die Aufgabe eines Servers.

Ein Serverdienst ist die konkrete Software oder Funktion, die diese Aufgabe erfüllt.

Server sollten zuverlässig erreichbar, abgesichert, überwacht und gesichert sein.

RAID ist kein Backup.

Ein Backup ist nur zuverlässig, wenn die Wiederherstellung getestet wurde.

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne kritische Schwachstelle.

Redundanz reduziert das Risiko von Ausfällen.

Monitoring hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen.

Dokumentation ist ein wichtiger Teil des Serverbetriebs.


Kurzzusammenfassung

Server sind zentrale Systeme in einer IT-Infrastruktur.

Sie stellen Dienste wie Dateien, Webseiten, Datenbanken, Benutzerverwaltung, DNS, DHCP oder Backups bereit.

Ein Server kann physisch, virtuell oder als Container betrieben werden.

Für den professionellen Serverbetrieb sind besonders wichtig:

Bereich Bedeutung
Hardware CPU, RAM, Storage, Netzwerk
Betriebssystem Windows Server oder Linux-Server
Dienste Bereitstellung konkreter Funktionen
Netzwerk Feste IP, DNS, VLANs, Firewall
Sicherheit Härtung, Updates, Rechteverwaltung
Verfügbarkeit Redundanz, RAID, USV, Monitoring
Datensicherung Backup und Wiederherstellung
Dokumentation Übersicht und Nachvollziehbarkeit
Wartung Updates, Prüfung und Pflege

Diese Grundlagen sind wichtig, bevor man sich mit Virtualisierung, Clustern und Hochverfügbarkeit beschäftigt.

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.2 Virtualisierung und virtuelle Maschinen

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Nachdem die Server-Grundlagen bekannt sind, geht es nun um Virtualisierung.

Virtualisierung ist ein zentrales Thema moderner IT-Infrastrukturen, weil dadurch mehrere virtuelle Server auf einer physischen Hardware betrieben werden können.


Was bedeutet Virtualisierung?

Virtualisierung bedeutet, dass physische Hardware logisch aufgeteilt und mehreren virtuellen Systemen bereitgestellt wird.

Ein einzelner physischer Server kann dadurch mehrere virtuelle Maschinen betreiben.

Beispiel:

Physischer Server Virtuelle Maschinen
Host 1 DC01, FILE01, WEB01, DB01

Jede virtuelle Maschine verhält sich wie ein eigener Computer.


Merksatz

Virtualisierung bedeutet, dass mehrere virtuelle Systeme auf einer gemeinsamen physischen Hardware betrieben werden.


Warum nutzt man Virtualisierung?

Früher wurde für viele Serverrollen jeweils ein eigener physischer Server verwendet.

Beispiel:

Physischer Server Aufgabe
Server 1 Domain Controller
Server 2 Fileserver
Server 3 Webserver
Server 4 Datenbankserver

Problem:

Viele Server waren schlecht ausgelastet.

Ein Server hatte vielleicht nur 5 bis 20 Prozent CPU-Auslastung, benötigte aber trotzdem Strom, Platz, Kühlung und Wartung.

Mit Virtualisierung können mehrere Serverrollen als virtuelle Maschinen auf einem oder mehreren leistungsfähigen Hosts laufen.


Vorteile von Virtualisierung

Vorteil Erklärung
Bessere Ressourcennutzung CPU, RAM und Storage werden effizienter genutzt
Schnellere Bereitstellung Neue Server können schneller erstellt werden
Einfachere Sicherung Ganze VMs können gesichert werden
Einfachere Wiederherstellung VMs können aus Backups zurückgespielt werden
Flexibilität Ressourcen können oft angepasst werden
Migration VMs können auf andere Hosts verschoben werden
Testumgebungen Testsysteme lassen sich schnell erstellen
Konsolidierung Weniger physische Server notwendig
Hochverfügbarkeit möglich VMs können in Clusterumgebungen betrieben werden

Nachteile und Risiken von Virtualisierung

Nachteil / Risiko Erklärung
Abhängigkeit vom Host Fällt der Host aus, sind alle darauf laufenden VMs betroffen
Ressourcenengpässe Zu viele VMs können CPU, RAM oder Storage überlasten
Komplexität Netzwerk, Storage und Backup werden anspruchsvoller
Lizenzierung Lizenzen können komplizierter werden
Sicherheitsrisiko Hypervisor Der Hypervisor ist besonders kritisch
Fehlplanung Zu wenig Reserven führen zu Performanceproblemen
Storage-Abhängigkeit Viele VMs hängen oft an gemeinsamem Storage

Physischer Server als Host

Der physische Server, auf dem virtuelle Maschinen laufen, wird Host genannt.

Ein Host stellt Hardware-Ressourcen bereit:

Ressource Bedeutung
CPU Rechenleistung
RAM Arbeitsspeicher
Storage Speicherplatz für virtuelle Festplatten
Netzwerk Anbindung der VMs an das Netzwerk

Der Host betreibt eine Virtualisierungsschicht, den sogenannten Hypervisor.


Virtuelle Maschine

Eine virtuelle Maschine ist ein simulierter Computer innerhalb eines physischen Hosts.

Eine VM besitzt eigene virtuelle Hardware:

Virtuelle Komponente Bedeutung
vCPU Virtuelle CPU-Kerne
vRAM Virtueller Arbeitsspeicher
vDisk Virtuelle Festplatte
vNIC Virtuelle Netzwerkkarte
Virtuelles Laufwerk Zum Beispiel ISO-Datei für Installation
Virtuelle Konsole Bildschirm- und Tastaturzugriff über den Hypervisor

In der VM läuft ein eigenes Betriebssystem.

Dieses Betriebssystem nennt man Gastbetriebssystem.


Host und Guest

Bei Virtualisierung unterscheidet man zwischen Host und Guest.

Begriff Bedeutung
Host Physischer Server, auf dem die Virtualisierung läuft
Guest Virtuelle Maschine auf dem Host
Gastbetriebssystem Betriebssystem innerhalb der VM
Hostsystem System, das den Hypervisor bereitstellt

Beispiel:

Ebene Beispiel
Physische Hardware Dell-Server oder HP-Server
Host / Hypervisor Proxmox VE, VMware ESXi oder Hyper-V
Guest / VM Windows Server, Debian, Ubuntu Server

Hypervisor

Der Hypervisor ist die Virtualisierungsschicht.

Er verwaltet die virtuellen Maschinen und verteilt die physischen Ressourcen des Hosts.

Aufgaben des Hypervisors:

Aufgabe Erklärung
VMs erstellen Neue virtuelle Maschinen anlegen
VMs starten und stoppen Betrieb der VMs steuern
CPU verteilen Rechenzeit an VMs vergeben
RAM zuweisen Arbeitsspeicher bereitstellen
Virtuelle Festplatten verwalten vDisks bereitstellen
Virtuelle Netzwerkkarten bereitstellen Netzwerkzugriff ermöglichen
Snapshots verwalten Zustände speichern
Migration ermöglichen VMs auf andere Hosts verschieben
Ressourcen überwachen Auslastung anzeigen

Typ-1-Hypervisor

Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf der physischen Hardware.

Er wird auch Bare-Metal-Hypervisor genannt.

Beispiele:

Hypervisor Beschreibung
VMware ESXi Häufig in Unternehmen
Microsoft Hyper-V Microsoft-Virtualisierung
Proxmox VE Open-Source-Plattform auf KVM-Basis
KVM Linux-Kernel-basierte Virtualisierung
Xen Virtualisierungstechnologie
Nutanix AHV Hypervisor von Nutanix

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Hohe Performance Läuft direkt auf der Hardware
Stabilität Für Serverbetrieb geeignet
Zentrale Verwaltung möglich Gut für Rechenzentren
Clusterfähig Hochverfügbarkeit möglich
Professioneller Betrieb Für produktive Umgebungen geeignet

Typ-2-Hypervisor

Ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem.

Beispiele:

Hypervisor Einsatz
VirtualBox Test- und Lernumgebung
VMware Workstation Desktop-Virtualisierung
VMware Fusion macOS-Virtualisierung
Parallels Desktop macOS-Virtualisierung
UTM macOS / Apple Silicon

Beispiel:

Auf einem Windows-Notebook läuft VirtualBox.
In VirtualBox läuft eine Linux-VM.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Einfach zu nutzen Gut für Tests
Keine eigene Serverhardware nötig Läuft auf normalem PC
Gut zum Lernen Schnell eingerichtet

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Geringere Performance Läuft zusätzlich über ein Hostbetriebssystem
Weniger geeignet für Produktion Eher für Desktop und Test
Abhängig vom Hostbetriebssystem Wenn Windows/macOS Probleme hat, betrifft das die VMs

Typ-1 vs. Typ-2-Hypervisor

Merkmal Typ-1-Hypervisor Typ-2-Hypervisor
Läuft auf Direkt auf Hardware Auf vorhandenem Betriebssystem
Einsatzgebiet Server, Rechenzentrum, Produktivbetrieb Desktop, Test, Schulung
Performance Hoch Meist geringer
Stabilität Hoch Abhängig vom Hostsystem
Beispiele ESXi, Hyper-V, Proxmox, KVM VirtualBox, VMware Workstation, Parallels
IHK-Relevanz Sehr wichtig Grundlegend wichtig

Bare Metal

Bare Metal bedeutet, dass Software direkt auf der physischen Hardware läuft.

Ein Typ-1-Hypervisor ist ein Bare-Metal-Hypervisor.

Beispiel:

Aufbau Beschreibung
Hardware → Hypervisor → VMs Typ-1 / Bare Metal
Hardware → Windows 11 → VirtualBox → VM Typ-2

Virtuelle CPU

Eine vCPU ist eine virtuelle CPU, die einer VM zugewiesen wird.

Beispiel:

Eine VM bekommt 2 vCPUs.

Das bedeutet nicht automatisch, dass sie dauerhaft zwei physische CPU-Kerne exklusiv besitzt.

Der Hypervisor verteilt CPU-Zeit zwischen den VMs.

Beispiel:

VM vCPU
DC01 2
FILE01 2
WEB01 2
DB01 4

Wichtig:

Zu viele vCPUs können die Leistung verschlechtern, wenn der Host dadurch überlastet wird.


CPU-Overcommitment

CPU-Overcommitment bedeutet, dass mehr vCPUs vergeben werden, als physische CPU-Kerne vorhanden sind.

Beispiel:

Physische CPU-Kerne Vergebene vCPUs
16 40

Das kann funktionieren, weil nicht alle VMs gleichzeitig ihre volle CPU-Leistung benötigen.

Risiko:

Wenn viele VMs gleichzeitig hohe CPU-Last erzeugen, kommt es zu Performanceproblemen.


Virtueller Arbeitsspeicher

vRAM ist der Arbeitsspeicher, der einer VM zugewiesen wird.

Beispiel:

VM RAM
DC01 4 GB
FILE01 8 GB
DB01 16 GB
WEB01 4 GB

RAM ist bei Virtualisierung besonders wichtig.

Wenn der Host zu wenig RAM hat, kann das System stark langsam werden.


RAM-Overcommitment

RAM-Overcommitment bedeutet, dass mehr RAM an VMs vergeben wird, als physisch im Host vorhanden ist.

Das ist riskanter als CPU-Overcommitment.

Warum?

Wenn VMs wirklich ihren RAM benötigen und der Host nicht genug physischen Speicher hat, muss ausgelagert werden.

Das führt oft zu starker Verlangsamung.

Merksatz:

CPU kann man eher überbuchen als RAM.


Virtuelle Festplatte

Eine virtuelle Festplatte ist der Datenträger einer VM.

Die VM sieht diese virtuelle Festplatte wie eine normale Festplatte.

Auf dem Host liegt sie meistens als Datei oder Block-Volume.

Beispiele für Formate:

Format Plattform
VHD / VHDX Hyper-V
VMDK VMware
QCOW2 KVM / Proxmox
RAW KVM / Proxmox

Thin Provisioning

Thin Provisioning bedeutet, dass eine virtuelle Festplatte größer angezeigt wird, als sie auf dem echten Storage aktuell belegt.

Beispiel:

Eine VM bekommt eine virtuelle Festplatte mit 100 GB.

Tatsächlich belegt sie am Anfang vielleicht nur 20 GB.

Vorteil:

Speicher wird effizient genutzt.

Nachteil:

Wenn viele virtuelle Festplatten wachsen, kann der echte Storage voll laufen.


Thick Provisioning

Thick Provisioning bedeutet, dass der Speicherplatz direkt vollständig reserviert wird.

Beispiel:

Eine virtuelle Festplatte mit 100 GB belegt sofort 100 GB auf dem Storage.

Vorteil:

Der Speicherverbrauch ist besser planbar.

Nachteil:

Weniger flexibel und weniger platzsparend.


Thin vs. Thick Provisioning

Merkmal Thin Provisioning Thick Provisioning
Speicherbelegung am Anfang Nur tatsächlich genutzter Speicher Voller Speicher sofort reserviert
Flexibilität Hoch Geringer
Risiko Storage kann unerwartet voll laufen Weniger Risiko durch Überbuchung
Planung Erfordert Überwachung Besser planbar
Einsatz Häufig in Test- und produktiven Umgebungen Kritische Systeme oder klare Reservierung

Virtuelle Netzwerkkarte

Eine vNIC ist die virtuelle Netzwerkkarte einer VM.

Sie verbindet die VM mit einem virtuellen Switch.

Beispiel:

VM vNIC Netzwerk
WEB01 eth0 Servernetz
DB01 eth0 Datenbanknetz
FW01 eth0 / eth1 WAN / LAN

Eine VM kann auch mehrere virtuelle Netzwerkkarten besitzen.


Virtueller Switch

Ein virtueller Switch verbindet virtuelle Maschinen miteinander und mit dem physischen Netzwerk.

Aufgaben:

Aufgabe Erklärung
VM mit Netzwerk verbinden VM kann mit anderen Systemen kommunizieren
VM-zu-VM-Kommunikation VMs auf demselben Host können kommunizieren
VLAN-Zuordnung VMs können getrennten Netzen zugeordnet werden
Verbindung zur physischen Netzwerkkarte Zugriff ins echte Netzwerk

Netzwerkmodi bei virtuellen Maschinen

Je nach Plattform gibt es verschiedene Netzwerkarten.

Modus Bedeutung
Bridged VM ist direkt im gleichen Netzwerk wie der Host
NAT VM nutzt den Host als Vermittler ins Netzwerk
Host-only VM kommuniziert nur mit dem Host
Internal VMs kommunizieren nur untereinander
VLAN VM ist einem bestimmten virtuellen LAN zugeordnet

Bridged Networking

Bei Bridged Networking ist die VM wie ein eigenes Gerät im Netzwerk sichtbar.

Beispiel:

Gerät IP-Adresse
Host 192.168.10.10
VM 192.168.10.20
Client 192.168.10.30

Die VM kann direkt von anderen Geräten im Netzwerk erreicht werden.


NAT Networking

Bei NAT nutzt die VM den Host als Vermittler nach außen.

Die VM kann oft ins Internet, ist aber aus dem Netzwerk nicht direkt erreichbar.

Vorteil:

Einfach für Tests.

Nachteil:

Für Serverdienste weniger direkt nutzbar, wenn andere Clients auf die VM zugreifen sollen.


Host-only Networking

Bei Host-only kann die VM nur mit dem Host kommunizieren.

Das ist nützlich für isolierte Tests.

Beispiel:

Eine Test-VM soll nicht ins Firmennetz, aber vom eigenen Rechner aus erreichbar sein.


VLAN bei VMs

Mit VLANs kann man virtuelle Maschinen logisch in verschiedene Netzwerke trennen.

Beispiel:

VLAN Zweck
VLAN 10 Management
VLAN 20 Server
VLAN 30 Storage
VLAN 40 Clients
VLAN 50 DMZ

VLANs helfen bei Sicherheit, Ordnung und Netzwerksegmentierung.


VM-Konfiguration

Eine VM besteht aus mehreren Konfigurationswerten.

Typische Angaben:

Einstellung Beispiel
Name WEB01
Betriebssystem Debian 12
vCPU 2
RAM 4 GB
Festplatte 80 GB
Netzwerk VLAN 20
ISO Debian-Installationsmedium
Boot-Reihenfolge Disk vor ISO
Autostart Ja oder Nein

Gastbetriebssystem

Das Gastbetriebssystem ist das Betriebssystem innerhalb der VM.

Beispiele:

Gastbetriebssystem Einsatz
Windows Server Active Directory, Fileserver, Anwendungen
Debian Serverdienste, Webserver, Container
Ubuntu Server Cloud, Web, Anwendungen
Rocky Linux Unternehmensnahe Linux-Umgebungen
pfSense Firewall oder Router
FreeBSD Netzwerkdienste oder Spezialanwendungen

VMware Tools / Guest Tools

Viele Virtualisierungsplattformen verwenden Zusatztools im Gastbetriebssystem.

Beispiele:

Plattform Tool
VMware VMware Tools
Hyper-V Integration Services
Proxmox / KVM QEMU Guest Agent
VirtualBox Guest Additions

Nutzen:

Vorteil Erklärung
Bessere Treiber Netzwerk, Grafik, Storage
Sauberes Herunterfahren Hypervisor kann VM korrekt stoppen
IP-Adresse anzeigen Host sieht Informationen der VM
Zeitsynchronisation Uhrzeit bleibt korrekt
Bessere Performance Optimierte Kommunikation

Snapshot

Ein Snapshot speichert den Zustand einer VM zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Er wird häufig vor Änderungen erstellt.

Beispiele:

Situation Warum Snapshot?
Vor Updates Rückkehr möglich, wenn Update fehlschlägt
Vor Softwareinstallation Test kann rückgängig gemacht werden
Vor Konfigurationsänderung Sicherheit bei Fehlern
In Laborumgebungen Schnell zu einem Ausgangszustand zurück

Was speichert ein Snapshot?

Je nach Plattform kann ein Snapshot Folgendes enthalten:

Bestandteil Bedeutung
Zustand der virtuellen Festplatte Änderungen ab Snapshot werden getrennt gespeichert
VM-Konfiguration Einstellungen der VM
Arbeitsspeicherzustand Optional laufender Zustand der VM

Snapshots sind kein Backup

Ein Snapshot ist kein vollständiges Backup.

Warum?

Grund Erklärung
Abhängigkeit vom Storage Snapshot liegt meist auf demselben Storage
Nicht für Langzeit gedacht Snapshots können Performance verschlechtern
Kein Schutz vor Storage-Ausfall Wenn Storage defekt ist, ist auch der Snapshot betroffen
Kein Ersatz für Sicherung Backup muss separat vorhanden sein

Merksatz:

Snapshots sind gut für kurzfristige Änderungen, aber kein Ersatz für Backups.


Backup von virtuellen Maschinen

Ein VM-Backup sichert eine virtuelle Maschine oder ihre Daten.

Arten:

Backupart Erklärung
Image-basiertes Backup Ganze VM wird gesichert
Datei-basiertes Backup Einzelne Dateien werden gesichert
Applikationskonsistentes Backup Anwendungen wie Datenbanken werden sauber berücksichtigt
Agent-basiertes Backup Backup-Software läuft in der VM
Agentless Backup Backup erfolgt über den Hypervisor

Applikationskonsistentes Backup

Ein applikationskonsistentes Backup berücksichtigt laufende Anwendungen.

Wichtig bei:

Anwendung Warum wichtig?
Datenbanken Schreibvorgänge müssen konsistent sein
Active Directory Verzeichnisdienst muss sauber gesichert werden
Mailserver Viele Transaktionen
ERP-Systeme Geschäftsdaten dürfen nicht beschädigt werden

Ein einfaches Kopieren einer laufenden virtuellen Festplatte reicht nicht immer aus.


Template

Ein Template ist eine Vorlage für neue virtuelle Maschinen.

Beispiel:

Eine Windows-Server-VM wird installiert, aktualisiert und vorbereitet.

Danach wird sie als Template gespeichert.

Aus diesem Template können neue Server schneller erstellt werden.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Schnellere Bereitstellung Neue VMs schneller erstellen
Einheitliche Basis Gleiche Grundkonfiguration
Weniger Fehler Standardisierte Installation
Automatisierung möglich Gut für größere Umgebungen

Clone

Ein Clone ist eine Kopie einer virtuellen Maschine.

Arten:

Clone-Art Bedeutung
Full Clone Vollständige unabhängige Kopie
Linked Clone Kopie, die von einer Basis-VM abhängig ist

Full Clone:

Vorteil Nachteil
Unabhängig Benötigt mehr Speicher

Linked Clone:

Vorteil Nachteil
Spart Speicher Abhängig von Basis-VM

ISO-Datei

Eine ISO-Datei ist ein Abbild eines Installationsmediums.

Beispiel:

Eine Debian-ISO wird in die VM eingebunden, um Debian zu installieren.

Ablauf:

Schritt Erklärung
VM erstellen Virtuelle Hardware anlegen
ISO einbinden Installationsmedium bereitstellen
VM starten Von ISO booten
Betriebssystem installieren Installation in der VM
ISO entfernen Nach Installation nicht mehr benötigt

Live Migration

Live Migration bedeutet, dass eine laufende VM von einem Host auf einen anderen Host verschoben wird.

Die VM soll dabei weiterlaufen.

Beispiele für Begriffe:

Plattform Begriff
VMware vMotion
Hyper-V Live Migration
Proxmox/KVM Live Migration

Nutzen:

Situation Vorteil
Host-Wartung VMs vorher auf andere Hosts verschieben
Lastverteilung VMs auf weniger ausgelastete Hosts verteilen
Hardwaretausch Dienste bleiben verfügbar
Clusterbetrieb Wichtig für Hochverfügbarkeit

Voraussetzungen für Live Migration

Voraussetzung Erklärung
Mehrere Hosts VM braucht Zielhost
Gemeinsamer oder replizierter Storage Zielhost muss VM-Daten erreichen
Netzwerkverbindung VM-Zustand wird übertragen
Kompatible CPUs Zielhost muss VM ausführen können
Clusterverwaltung Hosts müssen gemeinsam verwaltet werden

Cold Migration

Cold Migration bedeutet, dass eine ausgeschaltete VM verschoben wird.

Vorteil:

Einfacher als Live Migration.

Nachteil:

Die VM ist währenddessen nicht verfügbar.


Storage Migration

Storage Migration bedeutet, dass die virtuellen Festplatten einer VM auf einen anderen Speicher verschoben werden.

Beispiel:

Die VM läuft weiter auf Host 1.
Ihre virtuelle Festplatte wird von Storage A nach Storage B verschoben.

Nutzen:

Situation Vorteil
Storage wird voll Daten verschieben
Alter Storage wird ersetzt Migration vorbereiten
Performanceoptimierung VM auf schnelleren Speicher legen

Virtuelle Maschine vs. Container

Eine VM virtualisiert einen ganzen Computer.

Ein Container virtualisiert eher eine Anwendung mit ihren Abhängigkeiten.

Merkmal Virtuelle Maschine Container
Betriebssystem Eigenes Gastbetriebssystem Nutzt Host-Kernel
Isolation Stärker Leichter
Ressourcenverbrauch Höher Niedriger
Startzeit Langsamer Sehr schnell
Einsatz Ganze Server Anwendungen und Dienste
Beispiele Windows Server VM, Debian VM Docker, LXC

LXC vs. Docker

Merkmal LXC Docker
Art Systemcontainer Anwendungscontainer
Nutzung Fast wie kleiner Linux-Server Einzelne Anwendung
Verwaltung Häufig in Proxmox Häufig für Apps und Microservices
Beispiel Linux-Container mit SSH Nginx-Container

Wann nutzt man eine VM?

Eine VM ist sinnvoll, wenn ein vollständiges Betriebssystem benötigt wird.

Beispiele:

Einsatz Grund
Windows Server Eigenes Betriebssystem nötig
Domain Controller Klare Isolation und Betriebssystemrolle
Datenbankserver Stabiler eigener Serverkontext
Testsystem Sicher getrennt vom Host
Legacy-Anwendung Alte Anwendung braucht eigenes System
Firewall-VM Eigene Netzwerkschnittstellen und Regeln

Wann nutzt man Container?

Container sind sinnvoll, wenn Anwendungen leichtgewichtig und schnell bereitgestellt werden sollen.

Beispiele:

Einsatz Grund
Webanwendung Schnell bereitstellbar
Microservices Einzelne Dienste getrennt
Testumgebung Schnell starten und löschen
Automatisierung Gut mit CI/CD
Self-Hosting Viele Anwendungen auf wenig Ressourcen

Ressourcenplanung bei VMs

Vor dem Erstellen einer VM sollte man Ressourcen planen.

Wichtige Fragen:

Frage Bedeutung
Wie viele vCPUs braucht die VM? Rechenleistung
Wie viel RAM braucht die VM? Arbeitsspeicher
Wie viel Speicherplatz braucht sie? vDisk-Größe
Welche Netzwerkverbindung braucht sie? VLAN, IP, Firewall
Wird sie gesichert? Backupkonzept
Ist sie kritisch? Hochverfügbarkeit nötig?
Welche Lizenz wird benötigt? Betriebssystem und Anwendung

Beispiel für VM-Planung

Einstellung Beispiel
VM-Name WEB01
Aufgabe Interner Webserver
Betriebssystem Debian 12
vCPU 2
RAM 4 GB
vDisk 60 GB
Netzwerk VLAN 20 Servernetz
IP-Adresse 192.168.20.30
Backup Täglich
Hochverfügbarkeit Ja, wenn produktiv

Überprovisionierung

Überprovisionierung bedeutet, dass mehr Ressourcen geplant oder vergeben werden, als tatsächlich vorhanden oder sinnvoll sind.

Beispiele:

Art Beispiel
CPU-Überprovisionierung Mehr vCPUs als physische Kerne
RAM-Überprovisionierung Mehr RAM vergeben als vorhanden
Storage-Überprovisionierung Thin Disks größer als echter Speicher
Netzwerk-Überlastung Zu viele VMs auf zu wenig Bandbreite

Überprovisionierung kann funktionieren, muss aber überwacht werden.


Typische Performanceprobleme bei VMs

Problem Mögliche Ursache
VM ist langsam Zu wenig RAM
Hohe Wartezeiten Langsamer Storage
CPU hoch Zu wenig vCPU oder Host überlastet
Netzwerk langsam Falsches VLAN, Treiber, Bandbreite
VM startet nicht Kein Speicherplatz oder falsche Konfiguration
Backup dauert lange Große VM oder langsamer Storage
Snapshot wächst stark Snapshot wurde zu lange behalten

Storage-Performance

Storage ist bei Virtualisierung besonders wichtig.

Viele VMs greifen gleichzeitig auf denselben Speicher zu.

Wichtige Begriffe:

Begriff Bedeutung
IOPS Ein- und Ausgabeoperationen pro Sekunde
Latenz Verzögerung beim Speicherzugriff
Durchsatz Datenmenge pro Sekunde
Queue Warteschlange von Speicheroperationen

Merksatz:

Viele langsame VM-Probleme sind eigentlich Storage-Probleme.


Netzwerksegmentierung bei VMs

VMs sollten je nach Aufgabe in passende Netzwerke getrennt werden.

Beispiel:

Netzwerk Inhalt
Managementnetz Hypervisor-Verwaltung
Servernetz Interne Server
DMZ Öffentlich erreichbare Dienste
Storage-Netz Storage-Verkehr
Backup-Netz Backup-Datenverkehr

Vorteil:

Netzwerksegmentierung erhöht Sicherheit und Übersichtlichkeit.


DMZ bei virtuellen Maschinen

Eine DMZ ist ein separates Netzwerk für Dienste, die von außen erreichbar sind.

Beispiele:

VM Aufgabe
REVPROXY01 Reverse Proxy
WEB01 Öffentlicher Webserver
VPN01 VPN-Gateway

Diese Systeme sollten nicht direkt im internen Servernetz stehen.


VM-Sicherheit

Auch virtuelle Maschinen müssen abgesichert werden.

Maßnahmen:

Maßnahme Erklärung
Updates installieren Sicherheitslücken schließen
Firewall konfigurieren Zugriff begrenzen
Rechte beschränken Least Privilege
Dienste minimieren Nur notwendige Dienste betreiben
Backup einrichten Wiederherstellung ermöglichen
Monitoring nutzen Probleme erkennen
Logging aktivieren Ereignisse nachvollziehen
Netzwerk trennen VLANs und Firewalls nutzen

Hypervisor-Sicherheit

Der Hypervisor ist besonders kritisch.

Wenn ein Angreifer den Hypervisor kontrolliert, sind alle VMs gefährdet.

Maßnahmen:

Maßnahme Erklärung
Managementzugriff beschränken Nur Adminnetz oder VPN
Starke Passwörter verwenden Schutz vor unbefugtem Zugriff
MFA nutzen Zusätzliche Sicherheit
Updates installieren Sicherheitslücken schließen
Rollen und Rechte nutzen Nicht jeder Admin braucht Vollzugriff
Logging aktivieren Änderungen nachvollziehen
Managementnetz trennen Nicht direkt aus Clientnetz erreichbar
Backups der Konfiguration Wiederherstellung erleichtern

VM-Dokumentation

Virtuelle Maschinen sollten sauber dokumentiert werden.

Wichtige Angaben:

Bereich Beispiel
VM-Name DB01
Aufgabe Datenbankserver
Betriebssystem Debian 12
Host / Cluster HV01 oder Cluster01
vCPU 4
RAM 16 GB
Festplatte 200 GB
Netzwerk VLAN 30
IP-Adresse 192.168.30.10
Backup Täglich
Verantwortlich IT-Abteilung
Abhängigkeiten APP01 benötigt DB01

Namenskonventionen für VMs

Saubere Namen helfen bei Verwaltung und Fehlersuche.

Beispiele:

Name Bedeutung
DC01 Domain Controller 1
DC02 Domain Controller 2
FILE01 Fileserver 1
WEB01 Webserver 1
DB01 Datenbankserver 1
APP01 Applikationsserver 1
BKP01 Backupserver 1
MON01 Monitoringserver 1

Typische kleine Virtualisierungsumgebung

Beispiel:

Ein Unternehmen hat einen Virtualisierungshost.

Darauf laufen mehrere VMs:

VM Aufgabe
DC01 Domain Controller und DNS
FILE01 Dateiserver
APP01 Fachanwendung
DB01 Datenbank
BKP01 Backupverwaltung

Vorteil:

Weniger physische Server.

Nachteil:

Der einzelne Host ist ein Single Point of Failure, wenn keine Hochverfügbarkeit vorhanden ist.


Typische größere Virtualisierungsumgebung

Beispiel:

Komponente Aufgabe
HV01 Virtualisierungshost 1
HV02 Virtualisierungshost 2
HV03 Virtualisierungshost 3
Shared Storage Gemeinsamer Speicher
Backupserver Sicherung der VMs
Managementnetz Verwaltung
Servernetz VM-Kommunikation

In dieser Umgebung können VMs bei Wartung oder Ausfall auf andere Hosts verschoben werden.

Das führt zum nächsten Thema: Cluster und Hochverfügbarkeit.


Prüfungsnahes Beispiel

Aufgabe:

Ein Unternehmen betreibt vier physische Server mit jeweils geringer Auslastung. Die Server sind alt und sollen ersetzt werden.

Frage:

Welche Lösung wäre sinnvoll?

Mögliche Antwort:

Eine sinnvolle Lösung wäre Virtualisierung. Die bisherigen Serverrollen können als virtuelle Maschinen auf einem oder mehreren leistungsfähigen Virtualisierungshosts betrieben werden. Dadurch werden Ressourcen besser genutzt, neue Server können schneller bereitgestellt werden und Backups sowie Wiederherstellung werden vereinfacht. Für höhere Ausfallsicherheit kann zusätzlich ein Virtualisierungscluster eingesetzt werden.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Virtualisierung?

Mögliche Antwort:

Virtualisierung bedeutet, dass physische Hardware logisch aufgeteilt wird, sodass mehrere virtuelle Maschinen auf einem physischen Host betrieben werden können. Jede VM verhält sich wie ein eigener Computer mit eigenem Betriebssystem und eigenen virtuellen Ressourcen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Hypervisor?

Mögliche Antwort:

Ein Hypervisor ist die Virtualisierungsschicht, die virtuelle Maschinen erstellt, verwaltet und ihnen Ressourcen wie CPU, RAM, Storage und Netzwerk zuweist. Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf der Hardware, ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied Typ-1- und Typ-2-Hypervisor

Typ Erklärung Beispiel
Typ-1 Läuft direkt auf der Hardware ESXi, Hyper-V, Proxmox
Typ-2 Läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem VirtualBox, VMware Workstation

Typische Prüfungsfrage: Was ist eine virtuelle Maschine?

Mögliche Antwort:

Eine virtuelle Maschine ist ein simulierter Computer, der auf einem physischen Host läuft. Sie besitzt virtuelle Hardware wie vCPU, vRAM, vDisk und vNIC und verwendet ein eigenes Gastbetriebssystem.


Typische Prüfungsfrage: Warum sind Snapshots kein Backup?

Mögliche Antwort:

Snapshots speichern nur einen kurzfristigen Zustand einer VM und liegen meist auf demselben Storage. Sie sind für Tests oder Updates geeignet, aber kein Ersatz für ein separates Backup. Bei Storage-Ausfall oder Datenverlust helfen Snapshots allein oft nicht.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied VM und Container

Merkmal VM Container
Betriebssystem Eigenes Gastbetriebssystem Nutzt Host-Kernel
Ressourcenbedarf Höher Niedriger
Isolation Stärker Leichter
Startzeit Länger Sehr kurz
Einsatz Ganze Server Einzelne Anwendungen

Typische Prüfungsfrage: Was ist Live Migration?

Mögliche Antwort:

Live Migration bedeutet, dass eine laufende virtuelle Maschine von einem Host auf einen anderen Host verschoben wird, ohne sie vorher auszuschalten. Das wird genutzt, um Hosts zu warten, Last zu verteilen oder Hochverfügbarkeit zu ermöglichen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Thin Provisioning?

Mögliche Antwort:

Thin Provisioning bedeutet, dass einer virtuellen Festplatte eine bestimmte Maximalgröße zugewiesen wird, aber auf dem echten Storage zunächst nur der tatsächlich genutzte Speicherplatz belegt wird. Dadurch wird Speicher effizienter genutzt, es besteht aber das Risiko, dass der Storage voll läuft, wenn viele virtuelle Festplatten wachsen.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist Ressourcenplanung bei VMs wichtig?

Mögliche Antwort:

Mehrere VMs teilen sich die Ressourcen eines Hosts. Werden zu viele vCPUs, zu viel RAM oder zu viel Storage vergeben, kann der Host überlastet werden. Deshalb müssen CPU, RAM, Storage, Netzwerk und Backup sorgfältig geplant und überwacht werden.


Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Virtualisierung Mehrere virtuelle Systeme auf gemeinsamer Hardware
Host Physischer Server für VMs
Guest Virtuelle Maschine
Hypervisor Virtualisierungsschicht
Typ-1-Hypervisor Läuft direkt auf Hardware
Typ-2-Hypervisor Läuft auf einem Betriebssystem
VM Virtuelle Maschine
vCPU Virtuelle CPU
vRAM Virtueller Arbeitsspeicher
vDisk Virtuelle Festplatte
vNIC Virtuelle Netzwerkkarte
Virtueller Switch Verbindet VMs mit Netzwerken
Snapshot Kurzfristig gespeicherter VM-Zustand
Backup Echte Datensicherung
Template Vorlage für neue VMs
Clone Kopie einer VM
Live Migration Laufende VM auf anderen Host verschieben
Cold Migration Ausgeschaltete VM verschieben
Thin Provisioning Speicher wird dynamisch belegt
Thick Provisioning Speicher wird sofort reserviert
Overcommitment Mehr virtuelle Ressourcen vergeben als physisch vorhanden
Gastbetriebssystem Betriebssystem innerhalb einer VM

Wichtige Merksätze

Virtualisierung ermöglicht den Betrieb mehrerer virtueller Maschinen auf einem physischen Host.

Eine virtuelle Maschine verhält sich wie ein eigener Computer mit eigener virtueller Hardware.

Der Hypervisor verwaltet die virtuellen Maschinen und verteilt CPU, RAM, Storage und Netzwerk.

Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf der Hardware.

Ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem.

Snapshots sind kein Ersatz für Backups.

Thin Provisioning spart Speicher, muss aber überwacht werden.

Zu viele VMs auf einem Host können zu Performanceproblemen führen.

RAM ist bei Virtualisierung oft kritischer als CPU.

Storage-Probleme sind eine häufige Ursache für langsame VMs.

Live Migration ermöglicht Wartung und Lastverteilung ohne Abschalten der VM.


Kurzzusammenfassung

Virtualisierung ist eine Technik, bei der mehrere virtuelle Maschinen auf einem physischen Server betrieben werden.

Der physische Server wird Host genannt.
Die virtuelle Maschine wird Guest genannt.
Der Hypervisor ist die Schicht, die die VMs verwaltet.

Eine VM besitzt virtuelle Hardware wie vCPU, vRAM, vDisk und vNIC und führt ein eigenes Betriebssystem aus.

Wichtige Vorteile sind:

Vorteil Bedeutung
Flexibilität VMs können schnell erstellt und angepasst werden
Ressourcennutzung Hardware wird besser ausgelastet
Backup Ganze VMs können gesichert werden
Migration VMs können verschoben werden
Testumgebungen Systeme können schnell aufgebaut werden
Grundlage für HA Virtualisierung kann mit Clustern kombiniert werden

Wichtige Risiken sind:

Risiko Bedeutung
Host-Ausfall Mehrere VMs können gleichzeitig betroffen sein
Ressourcenengpass CPU, RAM oder Storage können überlastet werden
Storage-Abhängigkeit Viele VMs hängen an zentralem Speicher
Sicherheitsrisiko Hypervisor muss besonders geschützt werden
Kein Backup durch Snapshot Snapshots ersetzen keine Datensicherung

Virtualisierung ist die Grundlage für viele moderne Serverumgebungen und führt direkt zum nächsten Thema:

Cluster und Hochverfügbarkeit

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.3 Hypervisor und VM-Verwaltung

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Auf der vorherigen Seite ging es um Virtualisierung und virtuelle Maschinen.

Jetzt geht es genauer um den Hypervisor und die praktische Verwaltung von virtuellen Maschinen.


Was ist ein Hypervisor?

Ein Hypervisor ist die Virtualisierungsschicht, die virtuelle Maschinen bereitstellt und verwaltet.

Er sitzt zwischen der physischen Hardware und den virtuellen Maschinen.

Vereinfacht:

Hardware
   ↓
Hypervisor
   ↓
Virtuelle Maschinen

Der Hypervisor sorgt dafür, dass mehrere virtuelle Maschinen gleichzeitig auf einem physischen Server laufen können.


Merksatz

Der Hypervisor verwaltet virtuelle Maschinen und teilt ihnen CPU, RAM, Storage und Netzwerk zu.


Aufgaben eines Hypervisors

Aufgabe Erklärung
VMs erstellen Neue virtuelle Maschinen anlegen
VMs starten Virtuelle Maschinen hochfahren
VMs stoppen Virtuelle Maschinen herunterfahren oder ausschalten
Ressourcen zuteilen CPU, RAM, Storage und Netzwerk bereitstellen
Virtuelle Hardware verwalten vCPU, vRAM, vDisk und vNIC konfigurieren
Snapshots verwalten Zustände von VMs speichern
Backups unterstützen Sicherung von VMs ermöglichen
Migration ermöglichen VMs auf andere Hosts verschieben
Netzwerk bereitstellen Virtuelle Switches und VLANs verwalten
Monitoring unterstützen Auslastung und Zustand überwachen
Rechte verwalten Zugriff für Administratoren steuern

Typ-1-Hypervisor

Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf der physischen Hardware.

Er wird auch Bare-Metal-Hypervisor genannt.

Beispiele:

Hypervisor Beschreibung
VMware ESXi Häufig in Unternehmensumgebungen
Microsoft Hyper-V Microsoft-Virtualisierung
Proxmox VE Open-Source-Virtualisierungsplattform
KVM Linux-basierte Virtualisierung
Xen Virtualisierungstechnologie
Nutanix AHV Hypervisor von Nutanix

Typischer Aufbau:

Physische Hardware
   ↓
Typ-1-Hypervisor
   ↓
Virtuelle Maschinen

Vorteil:

Typ-1-Hypervisoren sind für produktive Serverumgebungen geeignet.


Typ-2-Hypervisor

Ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem.

Beispiele:

Hypervisor Einsatz
VirtualBox Test- und Lernumgebungen
VMware Workstation Desktop-Virtualisierung
VMware Fusion macOS-Virtualisierung
Parallels Desktop macOS-Virtualisierung
UTM macOS / Apple Silicon

Typischer Aufbau:

Physische Hardware
   ↓
Betriebssystem
   ↓
Typ-2-Hypervisor
   ↓
Virtuelle Maschinen

Typ-2-Hypervisoren sind gut zum Lernen und Testen, aber weniger typisch für produktive Serverumgebungen.


Typ-1 vs. Typ-2-Hypervisor

Merkmal Typ-1-Hypervisor Typ-2-Hypervisor
Läuft auf Direkt auf Hardware Auf vorhandenem Betriebssystem
Einsatzgebiet Server, Rechenzentrum, Unternehmen Desktop, Test, Lernen
Performance Hoch Meist geringer
Stabilität Sehr hoch Abhängig vom Host-Betriebssystem
Beispiele ESXi, Hyper-V, Proxmox VirtualBox, VMware Workstation
IHK-Relevanz Sehr wichtig Grundlegend wichtig

Virtualisierungsplattform

Eine Virtualisierungsplattform besteht nicht nur aus dem Hypervisor.

Dazu gehören oft auch Verwaltung, Netzwerk, Storage, Backup und Clusterfunktionen.

Beispiele:

Plattform Bestandteile
VMware vSphere ESXi, vCenter, vMotion, HA, DRS
Microsoft Hyper-V Hyper-V, Failover Cluster, Windows Admin Center, SCVMM
Proxmox VE KVM, LXC, Weboberfläche, Cluster, HA, Ceph
Nutanix AHV, Prism, verteilter Storage

VMware ESXi

VMware ESXi ist ein Typ-1-Hypervisor.

Typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
ESXi Hypervisor
vCenter Zentrale Verwaltung mehrerer ESXi-Hosts
vMotion Live Migration von VMs
HA Hochverfügbarkeit
DRS Automatische Lastverteilung
Datastore Speicherbereich für VMs
VMDK Virtuelle Festplatte
VMFS VMware-Dateisystem

Microsoft Hyper-V

Hyper-V ist die Virtualisierungslösung von Microsoft.

Hyper-V kann als Rolle auf Windows Server installiert werden.

Typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
Hyper-V Microsoft-Hypervisor
Hyper-V Manager Verwaltung einzelner Hosts
Failover Cluster Clusterfunktion für Hochverfügbarkeit
Live Migration Laufende VM auf anderen Host verschieben
Checkpoint Snapshot-ähnlicher Zustand
VHDX Virtuelle Festplattendatei
CSV Cluster Shared Volume
SCVMM System Center Virtual Machine Manager

Proxmox VE

Proxmox VE ist eine Virtualisierungsplattform auf Linux-Basis.

Sie nutzt KVM für virtuelle Maschinen und LXC für Container.

Typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
Proxmox VE Virtualisierungsplattform
KVM Virtualisierung für VMs
LXC Container-Virtualisierung
Node Einzelner Proxmox-Host
Cluster Zusammenschluss mehrerer Nodes
VMID Eindeutige Nummer einer VM oder eines Containers
Ceph Verteilter Storage
HA Manager Hochverfügbarkeitsverwaltung
QEMU Guest Agent Gast-Agent für bessere VM-Integration

KVM

KVM steht für Kernel-based Virtual Machine.

KVM ist eine Virtualisierungstechnologie im Linux-Kernel.

Viele Plattformen nutzen KVM als technische Grundlage.

Beispiele:

Plattform Nutzt KVM
Proxmox VE Ja
OpenStack Häufig
Linux-Virtualisierung Ja
Nutanix AHV KVM-basiert

KVM ist kein vollständiges Verwaltungsprodukt, sondern eine Virtualisierungstechnologie.


Verwaltung von virtuellen Maschinen

Virtuelle Maschinen werden über eine Verwaltungsoberfläche oder über Befehle administriert.

Beispiele:

Plattform Verwaltung
VMware vSphere Client / vCenter
Hyper-V Hyper-V Manager, Windows Admin Center, PowerShell
Proxmox Weboberfläche, Shell, API
VirtualBox GUI oder VBoxManage
KVM virsh, virt-manager, Cockpit, Proxmox

Typische Verwaltungsaufgaben

Aufgabe Beschreibung
VM erstellen Virtuelle Maschine neu anlegen
VM konfigurieren CPU, RAM, Disk und Netzwerk einstellen
Betriebssystem installieren ISO einbinden und OS installieren
VM starten Virtuelle Maschine hochfahren
VM stoppen Virtuelle Maschine herunterfahren
VM neu starten Reboot ausführen
Snapshot erstellen Zustand sichern
Snapshot löschen Alten Zustand entfernen
VM klonen Kopie einer VM erzeugen
VM migrieren VM auf anderen Host verschieben
VM sichern Backup ausführen
VM überwachen Auslastung und Status prüfen

VM erstellen

Beim Erstellen einer VM werden grundlegende Eigenschaften festgelegt.

Typische Angaben:

Einstellung Beispiel
Name WEB01
Betriebssystemtyp Linux / Windows
vCPU 2
RAM 4 GB
Festplatte 60 GB
Netzwerk Servernetz / VLAN 20
ISO-Datei Debian oder Windows Server
Boot-Reihenfolge ISO zuerst, danach Disk

Beispiel für eine einfache VM-Planung

Einstellung Wert
VM-Name WEB01
Aufgabe Interner Webserver
Betriebssystem Debian 12
vCPU 2
RAM 4 GB
vDisk 60 GB
Netzwerk VLAN 20
IP-Adresse 192.168.20.30
Backup Täglich
Kritikalität Mittel

VM-Namen

Virtuelle Maschinen sollten klare Namen bekommen.

Beispiele:

Name Bedeutung
DC01 Domain Controller 1
DC02 Domain Controller 2
FILE01 Fileserver 1
WEB01 Webserver 1
DB01 Datenbankserver 1
APP01 Applikationsserver 1
BKP01 Backupserver 1
MON01 Monitoringserver 1
HV01 Hypervisor Host 1

Vorteil:

Man erkennt schnell, welche Aufgabe die VM hat.


VMID

Manche Plattformen vergeben zusätzlich eine VMID.

Beispiel bei Proxmox:

VMID Name
100 DC01
101 FILE01
102 WEB01
103 DB01

Die VMID ist eine eindeutige technische Nummer.

Der VM-Name ist für Menschen leichter verständlich.


vCPU konfigurieren

Eine VM erhält eine bestimmte Anzahl virtueller CPUs.

Beispiel:

VM vCPU
DC01 2
WEB01 2
DB01 4
FILE01 2

Wichtig:

Mehr vCPUs bedeuten nicht automatisch bessere Leistung.

Zu viele vCPUs können die Planung durch den Hypervisor verschlechtern.


CPU-Planung

Bei CPU-Planung muss man unterscheiden:

Begriff Bedeutung
Physische Kerne Tatsächliche CPU-Kerne im Host
Threads Logische Ausführungseinheiten
vCPU Virtuelle CPU für eine VM
CPU-Ready Wartezeit einer VM auf CPU-Zeit
Overcommitment Mehr vCPUs vergeben als physische Kerne vorhanden

CPU-Overcommitment

CPU-Overcommitment bedeutet, dass mehr vCPUs vergeben werden, als physische Kerne vorhanden sind.

Beispiel:

Physische CPU-Kerne Vergebene vCPUs
16 40

Das kann funktionieren, weil nicht alle VMs dauerhaft volle CPU-Leistung brauchen.

Risiko:

Wenn viele VMs gleichzeitig Last erzeugen, kommt es zu Wartezeiten und Performanceproblemen.


RAM konfigurieren

Eine VM bekommt eine feste oder dynamische Menge Arbeitsspeicher.

Beispiel:

VM RAM
DC01 4 GB
WEB01 4 GB
FILE01 8 GB
DB01 16 GB

RAM ist bei Virtualisierung besonders wichtig.

Wenn der Host nicht genug RAM hat, werden VMs langsam oder instabil.


RAM-Planung

Wichtige Fragen:

Frage Bedeutung
Wie viel RAM braucht das Betriebssystem? Grundbedarf
Wie viel RAM braucht die Anwendung? Arbeitslast
Gibt es Spitzenlasten? Reserven einplanen
Wie viele VMs laufen auf dem Host? Gesamtauslastung
Gibt es HA-Reserve? Ausfall eines Hosts abfangen

Merksatz:

RAM ist oft kritischer als CPU, weil fehlender RAM schnell zu starker Verlangsamung führt.


Virtuelle Festplatte konfigurieren

Eine VM benötigt mindestens eine virtuelle Festplatte.

Typische Angaben:

Einstellung Beispiel
Größe 60 GB
Format VHDX, VMDK, QCOW2, RAW
Provisioning Thin oder Thick
Storage Datastore, Volume oder Pool
Bus / Controller SCSI, VirtIO, SATA
Cache-Modus Plattformabhängig

Thin Provisioning

Thin Provisioning bedeutet:

Die virtuelle Festplatte hat eine Maximalgröße, belegt aber zunächst nur den tatsächlich genutzten Speicher.

Beispiel:

Eingestellte Größe Tatsächlich belegt
100 GB 20 GB

Vorteil:

Speicher wird effizient genutzt.

Nachteil:

Der echte Storage kann voll laufen, wenn viele VMs wachsen.


Thick Provisioning

Thick Provisioning bedeutet:

Der Speicherplatz wird direkt vollständig reserviert.

Beispiel:

Eingestellte Größe Tatsächlich belegt
100 GB 100 GB

Vorteil:

Besser planbar.

Nachteil:

Weniger flexibel und weniger platzsparend.


Virtuelle Netzwerkkarte konfigurieren

Eine VM bekommt eine oder mehrere virtuelle Netzwerkkarten.

Typische Einstellungen:

Einstellung Bedeutung
Netzwerk / Bridge Verbindung zum virtuellen Switch
VLAN Logisches Netzwerk
MAC-Adresse Hardwareadresse der vNIC
Treiber VirtIO, E1000, VMXNET3 usw.
Firewall Plattformabhängige Netzwerkfilter
Bandbreitenlimit Begrenzung des Netzwerkverkehrs

Virtueller Switch

Ein virtueller Switch verbindet VMs mit Netzwerken.

Er kann VMs untereinander und mit dem physischen Netzwerk verbinden.

Beispiel:

VM WEB01
   ↓
Virtuelle Netzwerkkarte
   ↓
Virtueller Switch
   ↓
Physische Netzwerkkarte
   ↓
Physisches Netzwerk

Bridge

Eine Bridge verbindet virtuelle Netzwerke mit dem physischen Netzwerk.

Beispiel bei Proxmox:

Bridge Zweck
vmbr0 Verbindung zum LAN
vmbr1 Internes VM-Netz
vmbr2 DMZ-Netz

Eine VM wird mit einer Bridge verbunden und kann darüber kommunizieren.


VLAN-Zuordnung

VLANs trennen Netzwerke logisch voneinander.

Beispiel:

VLAN Zweck
VLAN 10 Management
VLAN 20 Servernetz
VLAN 30 Storage
VLAN 40 Clientnetz
VLAN 50 DMZ
VLAN 60 Backup

Eine VM kann über ihre virtuelle Netzwerkkarte einem VLAN zugeordnet werden.


ISO einbinden

Zum Installieren eines Betriebssystems wird häufig eine ISO-Datei eingebunden.

Ablauf:

Schritt Erklärung
ISO hochladen Installationsmedium bereitstellen
VM erstellen Virtuelle Hardware anlegen
ISO als Laufwerk einbinden VM kann davon booten
VM starten Installation beginnt
Betriebssystem installieren OS auf vDisk installieren
ISO entfernen Nach Installation nicht mehr benötigt

Boot-Reihenfolge

Die Boot-Reihenfolge legt fest, von welchem Medium die VM startet.

Beispiel:

Reihenfolge Medium
1 Virtuelles CD/DVD-Laufwerk mit ISO
2 Virtuelle Festplatte
3 Netzwerkboot

Nach der Installation sollte die VM meistens von der virtuellen Festplatte starten.


Gastbetriebssystem installieren

Das Gastbetriebssystem ist das Betriebssystem innerhalb der VM.

Beispiele:

Betriebssystem Einsatz
Windows Server Active Directory, Fileserver, Anwendungen
Debian Webserver, Dienste, Container
Ubuntu Server Cloud, Anwendungen, Webdienste
pfSense Firewall oder Router
Rocky Linux Unternehmensnahe Linux-Umgebung

Guest Tools

Guest Tools verbessern die Zusammenarbeit zwischen VM und Hypervisor.

Beispiele:

Plattform Tool
VMware VMware Tools
Hyper-V Integration Services
Proxmox/KVM QEMU Guest Agent
VirtualBox Guest Additions

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Bessere Treiber Netzwerk, Storage und Grafik
Sauberes Herunterfahren Hypervisor kann VM kontrolliert stoppen
IP-Anzeige Hypervisor erkennt IP-Adresse der VM
Zeitsynchronisation Uhrzeit bleibt korrekt
Bessere Performance Optimierte Kommunikation
Snapshot-Unterstützung Bessere Konsistenz möglich

QEMU Guest Agent

Der QEMU Guest Agent wird häufig bei KVM und Proxmox verwendet.

Er läuft innerhalb der VM.

Typische Vorteile:

Vorteil Erklärung
IP-Adressen sichtbar Proxmox kann IP der VM anzeigen
Sauberes Herunterfahren VM kann korrekt beendet werden
Dateisystem einfrieren Hilfreich für Backups
Bessere Kommunikation Host und VM tauschen Informationen aus

VM starten

Beim Starten einer VM stellt der Hypervisor die virtuelle Hardware bereit.

Ablauf vereinfacht:

Schritt Erklärung
VM-Konfiguration lesen CPU, RAM, Disk, Netzwerk
Ressourcen reservieren Host stellt Ressourcen bereit
Virtuelles BIOS/UEFI startet Bootvorgang beginnt
Betriebssystem startet Gastbetriebssystem wird geladen
Dienste starten Serverdienste werden verfügbar

VM sauber herunterfahren

Eine VM sollte möglichst sauber heruntergefahren werden.

Beispiel:

Methode Bewertung
Herunterfahren im Gastbetriebssystem Sauber
Shutdown über Hypervisor mit Guest Tools Sauber
Power Off erzwingen Nur im Notfall

Ein erzwungenes Ausschalten kann Daten beschädigen, ähnlich wie das Ziehen des Stromsteckers bei einem physischen Server.


Autostart

Autostart legt fest, ob eine VM automatisch mit dem Host startet.

Beispiel:

VM Autostart
DC01 Ja
DNS01 Ja
FILE01 Ja
TEST01 Nein

Produktive Dienste sollten nach einem Host-Neustart automatisch wieder starten.

Testsysteme müssen nicht unbedingt automatisch starten.


Startreihenfolge

Bei mehreren VMs ist die Startreihenfolge wichtig.

Beispiel:

Reihenfolge VM Grund
1 DC01 Authentifizierung und DNS
2 DB01 Datenbank für Anwendung
3 APP01 Anwendung benötigt Datenbank
4 WEB01 Webserver nutzt Anwendung

Wenn abhängige Systeme zu früh starten, funktionieren Dienste eventuell nicht korrekt.


VM-Konsole

Die VM-Konsole ist der direkte Bildschirmzugriff auf eine virtuelle Maschine.

Nutzen:

Situation Nutzen
OS-Installation Installation durchführen
Netzwerkfehler Zugriff auch ohne RDP/SSH
Bootprobleme Fehlermeldungen sehen
Notfallzugriff Anmeldung direkt an der VM

Remotezugriff auf VMs

Nach der Installation werden VMs oft über normale Verwaltungsprotokolle administriert.

Beispiele:

System Zugriff
Windows Server RDP, PowerShell Remoting
Linux Server SSH
Webserver Browser, SSH
Datenbankserver Datenbankclient, SSH/RDP

Die VM-Konsole ist eher für Installation und Notfälle gedacht.


Snapshot erstellen

Ein Snapshot speichert einen Zustand der VM.

Typische Nutzung:

Situation Grund
Vor Updates Rückkehr möglich
Vor Softwareinstallation Test rückgängig machen
Vor Konfigurationsänderung Fehler absichern
Schulungsumgebung Ausgangszustand wiederherstellen

Snapshot löschen

Snapshots sollten nicht dauerhaft bestehen bleiben.

Warum?

Problem Erklärung
Speicherverbrauch Änderungen wachsen in Snapshot-Dateien
Performanceverlust Mehr Verwaltungsaufwand beim Lesen/Schreiben
Komplexität Lange Snapshot-Ketten werden riskanter
Kein Backup Snapshot liegt meist auf gleichem Storage

Merksatz:

Snapshots nur kurzfristig nutzen und danach wieder entfernen.


Checkpoint

Bei Hyper-V wird häufig der Begriff Checkpoint verwendet.

Ein Checkpoint ist ähnlich wie ein Snapshot.

Es gibt unterschiedliche Arten:

Art Bedeutung
Standard Checkpoint Speichert VM-Zustand für Tests
Production Checkpoint Besser für produktive Systeme geeignet

Auch Checkpoints sind kein Ersatz für Backups.


VM klonen

Beim Klonen wird eine VM kopiert.

Arten:

Clone-Art Erklärung
Full Clone Vollständige unabhängige Kopie
Linked Clone Abhängige Kopie von einer Basis-VM

Typische Nutzung:

Situation Beispiel
Testsystem erstellen Produktivsystem kopieren
Schulungsumgebung Gleiche VM mehrfach bereitstellen
Vorlage nutzen Aus Basis-VM neue Server erstellen

Template verwenden

Ein Template ist eine vorbereitete Vorlage für neue VMs.

Typischer Ablauf:

Schritt Erklärung
Basis-VM installieren Betriebssystem einrichten
Updates installieren System aktualisieren
Grundkonfiguration setzen Zeitzone, Tools, Benutzer
Bereinigen Temporäre Daten entfernen
In Template umwandeln Vorlage erstellen
Neue VM aus Template erzeugen Schnelle Bereitstellung

Warum Templates sinnvoll sind

Vorteil Erklärung
Zeitersparnis Neue VMs schneller bereitstellen
Einheitlichkeit Gleiche Grundkonfiguration
Weniger Fehler Standardisierte Einrichtung
Automatisierung Gut für größere Umgebungen
Dokumentation Klarer Ausgangszustand

VM migrieren

Migration bedeutet, dass eine VM verschoben wird.

Arten:

Art Bedeutung
Cold Migration VM wird ausgeschaltet verschoben
Live Migration Laufende VM wird verschoben
Storage Migration Virtuelle Festplatte wird auf anderen Storage verschoben

Cold Migration

Cold Migration bedeutet:

Die VM wird heruntergefahren und dann verschoben.

Vorteil:

Einfacher und weniger anspruchsvoll.

Nachteil:

Die VM ist währenddessen nicht verfügbar.


Live Migration

Live Migration bedeutet:

Eine laufende VM wird von einem Host auf einen anderen Host verschoben.

Die VM soll dabei weiterlaufen.

Nutzen:

Situation Vorteil
Wartung Host kann ohne VM-Ausfall gewartet werden
Lastverteilung VMs können besser verteilt werden
Hardwaretausch VM kann vorher verschoben werden
Clusterbetrieb Grundlage für flexible Verwaltung

Voraussetzungen für Live Migration

Voraussetzung Erklärung
Mehrere Hosts Es braucht Quell- und Zielhost
Gemeinsamer oder replizierter Storage Zielhost muss VM-Daten erreichen
Netzwerkverbindung RAM-Zustand wird übertragen
Kompatible CPUs VM muss auf Zielhost laufen können
Gemeinsame Verwaltung Hosts müssen im Cluster oder Management eingebunden sein

Storage Migration

Storage Migration verschiebt die virtuellen Festplatten einer VM auf einen anderen Speicher.

Beispiel:

Vorher Nachher
VM-Disk auf Storage A VM-Disk auf Storage B

Nutzen:

Situation Vorteil
Storage wird voll Daten verschieben
Storage wird ersetzt Migration vorbereiten
Performance verbessern VM auf schnelleren Speicher legen
Last verteilen Storage entlasten

VM sichern

VMs müssen regelmäßig gesichert werden.

Mögliche Backuparten:

Backupart Erklärung
Image-basiert Ganze VM wird gesichert
Datei-basiert Einzelne Dateien werden gesichert
Agent-basiert Backupsoftware läuft in der VM
Agentless Backup über Hypervisor
Applikationskonsistent Laufende Anwendungen werden berücksichtigt

Applikationskonsistentes Backup

Ein applikationskonsistentes Backup ist besonders wichtig bei Systemen mit aktiven Daten.

Beispiele:

System Grund
Datenbankserver Schreibvorgänge müssen konsistent sein
Domain Controller Active Directory muss sauber gesichert werden
Mailserver Viele Transaktionen
ERP-System Geschäftsdaten dürfen nicht beschädigt werden

Ein reines Kopieren einer laufenden virtuellen Festplatte kann inkonsistente Daten erzeugen.


VM wiederherstellen

Eine VM kann aus einem Backup wiederhergestellt werden.

Möglichkeiten:

Wiederherstellung Bedeutung
Ganze VM Vollständige VM zurückspielen
Einzelne Datei Datei aus VM-Backup wiederherstellen
Einzelne Disk Nur virtuelle Festplatte wiederherstellen
Instant Recovery VM direkt aus Backup starten
Restore auf neuen Host VM auf anderer Hardware wiederherstellen

Wichtig:

Wiederherstellungen sollten regelmäßig getestet werden.


VM-Monitoring

Virtuelle Maschinen müssen überwacht werden.

Wichtige Werte:

Bereich Messwert
CPU Auslastung, CPU-Ready
RAM Nutzung, Swapping, Ballooning
Storage IOPS, Latenz, freier Speicher
Netzwerk Bandbreite, Paketverlust
Backup Erfolgreich oder fehlgeschlagen
Dienste Läuft die Anwendung?
Snapshots Alte Snapshots vorhanden?
Host Gesamtlast des Virtualisierungshosts

CPU-Ready

CPU-Ready beschreibt, wie lange eine VM auf CPU-Zeit warten muss.

Wenn CPU-Ready hoch ist, möchte die VM rechnen, bekommt aber nicht schnell genug CPU-Zeit vom Host.

Mögliche Ursachen:

Ursache Erklärung
Zu viele VMs Host überlastet
Zu viele vCPUs Schlechte CPU-Planung
Hohe Last auf Host Viele VMs aktiv
Falsche Ressourcenverteilung Kritische VM bekommt zu wenig Ressourcen

Ballooning

Ballooning ist eine Speichertechnik in Virtualisierungsumgebungen.

Dabei wird Speicher aus VMs zurückgeholt, wenn der Host unter RAM-Druck steht.

Das kann sinnvoll sein, zeigt aber auch, dass RAM knapp werden kann.

Merksatz:

Ballooning kann ein Hinweis auf knappe RAM-Ressourcen sein.


Swapping

Swapping bedeutet, dass Arbeitsspeicher auf langsameren Datenträger ausgelagert wird.

Das ist bei VMs problematisch.

Folge:

Die VM wird deutlich langsamer.

Merksatz:

Swapping ist meistens ein schlechtes Zeichen für Performance.


Storage-Monitoring

Bei Virtualisierung ist Storage sehr wichtig.

Viele VMs greifen gleichzeitig auf denselben Speicher zu.

Wichtige Werte:

Wert Bedeutung
Freier Speicher Reicht Platz für VMs und Snapshots?
IOPS Anzahl Speicheroperationen pro Sekunde
Latenz Verzögerung beim Speicherzugriff
Durchsatz Datenmenge pro Sekunde
Snapshot-Größe Wächst ein Snapshot zu stark?

Alte Snapshots erkennen

Alte Snapshots sind ein häufiges Problem.

Risiken:

Risiko Erklärung
Speicher läuft voll Snapshot-Dateien wachsen
Performance sinkt Mehr Verwaltungsaufwand
Backupprobleme Backups können fehlschlagen
Schwierige Konsolidierung Lange Snapshot-Ketten sind riskanter

Gute Praxis:

Snapshots nur kurzfristig verwenden und danach löschen oder konsolidieren.


VM-Rechteverwaltung

Nicht jeder Administrator sollte alle Rechte auf alle VMs haben.

Beispiele für Rollen:

Rolle Rechte
Viewer Nur ansehen
Operator VM starten und stoppen
VM-Admin VM verwalten
Storage-Admin Datenspeicher verwalten
Netzwerk-Admin Virtuelle Netzwerke verwalten
Volladministrator Gesamte Plattform verwalten

Grundprinzip:

Least Privilege
Nur die Rechte vergeben, die wirklich benötigt werden.


Hypervisor-Updates

Auch der Hypervisor muss aktualisiert werden.

Gründe:

Grund Erklärung
Sicherheitsupdates Schwachstellen schließen
Stabilität Fehler beheben
Hardwareunterstützung Neue Hardware unterstützen
Performance Verbesserungen erhalten
Kompatibilität Neue Gastbetriebssysteme unterstützen

In produktiven Umgebungen sollten Updates geplant und getestet werden.


Wartungsmodus

Ein Host kann in den Wartungsmodus versetzt werden.

Bedeutung:

Der Host soll vorübergehend keine produktiven VMs betreiben.

Typischer Ablauf:

Schritt Erklärung
Wartungsmodus aktivieren Host für Wartung vorbereiten
VMs migrieren VMs auf andere Hosts verschieben
Updates installieren Hypervisor aktualisieren
Host neu starten Falls erforderlich
Funktion prüfen Host kontrollieren
Wartungsmodus beenden Host wieder produktiv nutzen

VM-Dokumentation

VMs müssen dokumentiert werden.

Wichtige Angaben:

Bereich Beispiel
VM-Name WEB01
VMID 102
Aufgabe Interner Webserver
Betriebssystem Debian 12
Host / Cluster HV01 oder Cluster01
vCPU 2
RAM 4 GB
Disk 60 GB
Netzwerk VLAN 20
IP-Adresse 192.168.20.30
Backup Täglich
Kritikalität Mittel
Verantwortlich IT-Abteilung
Abhängigkeiten DB01

Abhängigkeiten dokumentieren

VMs sind oft voneinander abhängig.

Beispiel:

VM Benötigt
APP01 DB01
WEB01 APP01
FILE01 DC01 und DNS
BACKUP01 Storage und Netzwerk
MON01 Zugriff auf alle Systeme

Wenn man eine VM wartet oder neu startet, muss man ihre Abhängigkeiten kennen.


Typische Fehler bei VM-Verwaltung

Fehler Auswirkung
Zu viele vCPUs vergeben Performance kann schlechter werden
Zu wenig RAM VM wird langsam
Storage nicht überwacht Datastore läuft voll
Snapshots zu lange behalten Speicher- und Performanceprobleme
Keine Guest Tools installiert Schlechtere Verwaltung
Keine Backups Datenverlust möglich
Keine Dokumentation Fehlersuche wird schwer
Keine Startreihenfolge Dienste starten falsch
Managementzugang offen Sicherheitsrisiko
Kein Monitoring Probleme werden zu spät erkannt

Gute Praxis bei VM-Verwaltung

Empfehlung Grund
VMs sauber benennen Bessere Übersicht
Ressourcen passend planen Stabiler Betrieb
Nicht zu viele vCPUs vergeben Bessere CPU-Planung
RAM ausreichend dimensionieren Vermeidet Swapping
Storage überwachen Verhindert volle Datenspeicher
Snapshots nur kurzfristig nutzen Verhindert Probleme
Guest Tools installieren Bessere Integration
Backups regelmäßig prüfen Wiederherstellung sicherstellen
Dokumentation pflegen Betrieb und Fehlersuche erleichtern
Rechte beschränken Sicherheit erhöhen
Hypervisor aktuell halten Sicherheitslücken schließen

Prüfungsnahes Beispiel

Aufgabe:

Eine VM läuft langsam. Die CPU-Auslastung in der VM ist hoch. Der Host betreibt sehr viele VMs mit vielen zugewiesenen vCPUs.

Frage:

Was könnte die Ursache sein?

Mögliche Antwort:

Eine mögliche Ursache ist CPU-Overcommitment. Es wurden mehr vCPUs an VMs vergeben, als der Host sinnvoll bedienen kann. Dadurch müssen VMs auf CPU-Zeit warten. Man sollte die Host-Auslastung, CPU-Ready-Werte und die Anzahl vergebener vCPUs prüfen.


Prüfungsnahes Beispiel

Aufgabe:

Ein Administrator erstellt vor einem Update einen Snapshot und lässt diesen mehrere Wochen bestehen.

Frage:

Warum ist das problematisch?

Mögliche Antwort:

Snapshots sind nur für kurzfristige Zustände gedacht. Wenn ein Snapshot lange bestehen bleibt, kann er viel Speicher verbrauchen und die Performance verschlechtern. Außerdem ist ein Snapshot kein Backup. Nach erfolgreichem Update sollte der Snapshot gelöscht oder konsolidiert werden.


Prüfungsnahes Beispiel

Aufgabe:

Ein Unternehmen möchte einen Virtualisierungshost warten, ohne die darauf laufenden produktiven VMs auszuschalten.

Frage:

Welche Technik kann helfen?

Mögliche Antwort:

Live Migration kann helfen. Dabei werden laufende VMs auf einen anderen Host verschoben. Voraussetzung sind mehrere Hosts, passende Netzwerkverbindungen, kompatible CPUs und gemeinsamer oder replizierter Storage.


Typische Prüfungsfrage: Was macht ein Hypervisor?

Mögliche Antwort:

Ein Hypervisor verwaltet virtuelle Maschinen und teilt ihnen Ressourcen wie CPU, RAM, Storage und Netzwerk zu. Er ermöglicht, dass mehrere virtuelle Maschinen gleichzeitig auf einem physischen Host laufen.


Typische Prüfungsfrage: Warum sind Guest Tools wichtig?

Mögliche Antwort:

Guest Tools verbessern die Zusammenarbeit zwischen Hypervisor und Gastbetriebssystem. Sie ermöglichen bessere Treiber, sauberes Herunterfahren, Zeitsynchronisation, Anzeige von IP-Adressen und oft bessere Backup- oder Snapshot-Funktionen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein virtueller Switch?

Mögliche Antwort:

Ein virtueller Switch verbindet virtuelle Maschinen untereinander und mit dem physischen Netzwerk. Er übernimmt innerhalb des Hypervisors eine ähnliche Aufgabe wie ein physischer Switch im Netzwerk.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist die Startreihenfolge von VMs wichtig?

Mögliche Antwort:

Viele Serverdienste hängen voneinander ab. Ein Applikationsserver benötigt zum Beispiel zuerst die Datenbank, und viele Windows-Server benötigen DNS oder Domain Controller. Wenn VMs in falscher Reihenfolge starten, können Dienste fehlerhaft starten.


Typische Prüfungsfrage: Was ist CPU-Overcommitment?

Mögliche Antwort:

CPU-Overcommitment bedeutet, dass mehr virtuelle CPUs an VMs vergeben werden, als physische CPU-Kerne vorhanden sind. Das kann funktionieren, solange nicht alle VMs gleichzeitig viel CPU-Leistung benötigen. Bei hoher Last kann es aber zu Wartezeiten und Performanceproblemen kommen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist RAM-Overcommitment?

Mögliche Antwort:

RAM-Overcommitment bedeutet, dass mehr Arbeitsspeicher an VMs vergeben wird, als physisch vorhanden ist. Das ist riskant, weil fehlender RAM zu Ballooning oder Swapping führen kann. Dadurch werden VMs oft stark langsamer.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Template?

Mögliche Antwort:

Ein Template ist eine vorbereitete Vorlage für neue virtuelle Maschinen. Es enthält ein installiertes und vorkonfiguriertes Betriebssystem. Dadurch können neue VMs schneller und einheitlicher erstellt werden.


Typische Prüfungsfrage: Was ist der Unterschied zwischen Snapshot und Backup?

Snapshot Backup
Kurzfristiger Zustand einer VM Langfristige Datensicherung
Liegt meist auf demselben Storage Kann separat gespeichert werden
Für Updates und Tests geeignet Für Wiederherstellung nach Datenverlust
Kein Ersatz für Backup Echte Sicherung

Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Hypervisor Virtualisierungsschicht
Typ-1-Hypervisor Läuft direkt auf Hardware
Typ-2-Hypervisor Läuft auf Betriebssystem
Host Physischer Virtualisierungsserver
Guest Virtuelle Maschine
VM Virtuelle Maschine
VMID Eindeutige technische VM-Nummer
vCPU Virtuelle CPU
vRAM Virtueller Arbeitsspeicher
vDisk Virtuelle Festplatte
vNIC Virtuelle Netzwerkkarte
Virtueller Switch Verbindet VMs mit Netzwerken
Bridge Verbindung zwischen virtueller und physischer Netzwerkwelt
VLAN Logische Netztrennung
ISO Installationsabbild
Guest Tools Zusatztools für bessere VM-Integration
Snapshot Kurzfristig gespeicherter VM-Zustand
Checkpoint Snapshot-ähnliche Funktion bei Hyper-V
Clone Kopie einer VM
Template Vorlage für neue VMs
Live Migration Laufende VM verschieben
Cold Migration Ausgeschaltete VM verschieben
Storage Migration Virtuelle Festplatte verschieben
CPU-Ready Wartezeit auf CPU-Zeit
Ballooning Speicher wird aus VM zurückgeholt
Swapping RAM wird auf Datenträger ausgelagert
Wartungsmodus Host für Wartung vorbereiten

Wichtige Merksätze

Der Hypervisor verwaltet virtuelle Maschinen und verteilt Ressourcen.

Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf der Hardware.

Ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem.

Eine VM sollte nur so viele Ressourcen bekommen, wie sie sinnvoll benötigt.

Zu viele vCPUs können die Performance verschlechtern.

RAM-Mangel führt häufig zu starken Performanceproblemen.

Snapshots sind nur kurzfristig sinnvoll und kein Backup.

Guest Tools verbessern Verwaltung, Performance und Integration.

Live Migration ermöglicht Wartung ohne Abschalten laufender VMs.

VMs müssen genauso dokumentiert, überwacht und gesichert werden wie physische Server.


Kurzzusammenfassung

Der Hypervisor ist die zentrale Komponente einer Virtualisierungsumgebung.

Er stellt virtuelle Hardware bereit, verwaltet virtuelle Maschinen und verteilt Ressourcen wie CPU, RAM, Storage und Netzwerk.

Wichtige Verwaltungsaufgaben sind:

Aufgabe Bedeutung
VM erstellen Neue virtuelle Maschine anlegen
Ressourcen planen CPU, RAM, Disk und Netzwerk passend zuweisen
Betriebssystem installieren Gastbetriebssystem einrichten
Guest Tools installieren Integration verbessern
Snapshots nutzen Kurzfristige Absicherung bei Änderungen
Backups einrichten Echte Wiederherstellung ermöglichen
Migration durchführen VMs verschieben
Monitoring nutzen Auslastung und Probleme erkennen
Dokumentation pflegen Betrieb nachvollziehbar machen
Rechte verwalten Sicherheit erhöhen

Für die IHK ist besonders wichtig:

Thema Kerngedanke
Hypervisor Verwaltet VMs
Typ-1 / Typ-2 Direkt auf Hardware oder auf Betriebssystem
VM-Ressourcen vCPU, vRAM, vDisk, vNIC
Snapshots Kein Backup
Migration VM kann verschoben werden
Guest Tools Bessere Integration
Monitoring Performanceprobleme erkennen
Dokumentation Professioneller Betrieb

Der nächste logische Schritt ist:

Storage, Snapshots und Backups bei VMs

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.4 Storage, Snapshots und Backups bei VMs

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Auf den vorherigen Seiten ging es um Server-Grundlagen, Virtualisierung, virtuelle Maschinen und Hypervisor-Verwaltung.

Jetzt geht es um ein besonders wichtiges Thema im VM-Betrieb:

Storage, Snapshots und Backups

Diese Themen sind wichtig, weil virtuelle Maschinen ihre Daten auf Speichersystemen ablegen und bei Fehlern wiederherstellbar sein müssen.


Grundidee

Eine virtuelle Maschine besteht nicht nur aus CPU und RAM.

Sie benötigt auch Speicherplatz für:

Bestandteil Bedeutung
Betriebssystem Windows Server, Linux usw.
Anwendungen Serverdienste, Programme, Datenbanken
Konfiguration Einstellungen der VM
Virtuelle Festplatten Daten der VM
Snapshots Zwischenstände
Backups Sicherungskopien

Der Speicherbereich, auf dem virtuelle Maschinen liegen, wird häufig als Storage bezeichnet.


Was bedeutet Storage?

Storage bedeutet Speicherplatz für Daten.

In einer Virtualisierungsumgebung speichert Storage vor allem:

Datenart Beispiel
VM-Konfiguration Name, RAM, CPU, Netzwerk
Virtuelle Festplatten VHDX, VMDK, QCOW2, RAW
ISO-Dateien Installationsmedien
Snapshots Zustände von VMs
Backups Sicherungskopien
Templates Vorlagen für neue VMs

Merksatz

Storage ist der Speicherbereich, auf dem virtuelle Maschinen, virtuelle Festplatten, Snapshots, ISO-Dateien, Templates und Backups abgelegt werden.


Warum Storage bei VMs besonders wichtig ist

Bei Virtualisierung greifen oft viele VMs gleichzeitig auf denselben Speicher zu.

Beispiel:

VM Zugriff auf Storage
DC01 Betriebssystem, Active Directory
FILE01 Dateien und Freigaben
DB01 Datenbankdateien
WEB01 Webdaten
APP01 Anwendungsdaten

Wenn der Storage langsam oder voll ist, werden oft viele VMs gleichzeitig langsam oder fallen aus.


Typische Storage-Probleme bei VMs

Problem Auswirkung
Storage voll VMs können stehen bleiben oder abstürzen
Storage zu langsam VMs reagieren träge
Hohe Latenz Anwendungen wirken langsam
Defekte Festplatte Datenverlust möglich
Alte Snapshots Speicherverbrauch und Performanceprobleme
Kein Backup Wiederherstellung nicht möglich
Falsches Provisioning Speicher wird falsch eingeschätzt
Fehlende Überwachung Probleme werden zu spät erkannt

Virtuelle Festplatte

Eine virtuelle Festplatte ist der Datenträger einer VM.

Die VM sieht diese virtuelle Festplatte wie eine normale Festplatte.

Auf dem Host oder Storage liegt sie als Datei oder Block-Volume.

Typische Formate:

Format Plattform
VHD Älteres Hyper-V-Format
VHDX Modernes Hyper-V-Format
VMDK VMware
QCOW2 KVM / Proxmox
RAW KVM / Proxmox
IMG Allgemeines Image-Format

Beispiel

Eine VM mit dem Namen WEB01 kann so aufgebaut sein:

Bestandteil Beispiel
VM-Name WEB01
Betriebssystem Debian 12
Virtuelle Festplatte WEB01.qcow2
Größe 80 GB
Speicherort Datastore01
Netzwerk VLAN 20

Die Datei WEB01.qcow2 enthält dann die virtuelle Festplatte der VM.


Datastore

Ein Datastore ist ein Speicherbereich, auf dem VMs und ihre Dateien liegen.

Der Begriff wird besonders in VMware-Umgebungen verwendet, ist aber allgemein gut verständlich.

Beispiele:

Datastore Inhalt
Datastore01 Produktive VMs
Datastore02 Test-VMs
ISO-Store ISO-Dateien
Backup-Store Sicherungen

Storage Pool

Ein Storage Pool ist ein zusammengefasster Speicherbereich aus mehreren Datenträgern oder Speicherressourcen.

Beispiel:

Mehrere SSDs werden zu einem Pool zusammengefasst.

Aus diesem Pool können dann Volumes oder virtuelle Festplatten bereitgestellt werden.

Begriff Bedeutung
Physische Datenträger Einzelne SSDs oder HDDs
Storage Pool Zusammengefasster Speicher
Volume Logischer Speicherbereich
Virtuelle Festplatte Festplatte einer VM

Lokaler Storage

Lokaler Storage befindet sich direkt im Virtualisierungshost.

Beispiel:

Ein Proxmox-Host hat interne SSDs oder NVMe-Laufwerke.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Einfach Keine externe Storage-Infrastruktur nötig
Schnell möglich Lokale NVMe kann sehr schnell sein
Günstiger Einstieg Weniger zusätzliche Hardware

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Host-Abhängigkeit VM liegt nur auf diesem Host
Schlechter für HA Andere Hosts kommen nicht direkt an die Daten
Migration schwieriger VM-Daten müssen übertragen werden
Ausfallrisiko Host- oder Disk-Ausfall betrifft lokale VMs

Gemeinsamer Storage

Gemeinsamer Storage wird von mehreren Hosts genutzt.

Beispiel:

Drei Hypervisor-Hosts greifen auf dasselbe SAN oder NAS zu.

Host Zugriff auf Storage
HV01 Ja
HV02 Ja
HV03 Ja

Vorteil:

VMs können leichter zwischen Hosts verschoben oder bei Ausfall auf einem anderen Host gestartet werden.


Vorteile von gemeinsamem Storage

Vorteil Erklärung
Besser für Cluster Mehrere Hosts können auf VM-Daten zugreifen
Live Migration einfacher VM-Daten müssen nicht komplett kopiert werden
Zentrale Verwaltung Speicher wird zentral bereitgestellt
Bessere HA-Möglichkeiten VMs können auf anderem Host starten
Einfacheres Kapazitätsmanagement Speicher zentral planen

Nachteile von gemeinsamem Storage

Nachteil Erklärung
Komplexer Netzwerk, Rechte und Storage müssen passen
Teurer SAN/NAS kann kostenintensiv sein
Single Point of Failure möglich Wenn Storage nicht redundant ist
Netzwerkabhängig Storage-Verkehr benötigt stabile Verbindung
Performanceplanung nötig Viele VMs greifen gleichzeitig zu

SAN

SAN steht für Storage Area Network.

Ein SAN stellt Blockspeicher über ein spezielles Storage-Netz bereit.

Typische Technologien:

Technologie Bedeutung
Fibre Channel Sehr schnelles dediziertes Storage-Netz
iSCSI Blockspeicher über IP-Netzwerk
FCoE Fibre Channel über Ethernet

SAN wird häufig in größeren Unternehmensumgebungen eingesetzt.


NAS

NAS steht für Network Attached Storage.

Ein NAS stellt Speicher über Netzwerkprotokolle bereit.

Typische Protokolle:

Protokoll Einsatz
SMB Windows-Dateifreigaben
NFS Linux/Unix-Dateifreigaben
iSCSI Blockspeicher über Netzwerk

Ein NAS kann auch als Speicherziel für VMs oder Backups verwendet werden.


SAN vs. NAS

Merkmal SAN NAS
Zugriff Blockbasiert Dateibasiert oder teils iSCSI
Typische Protokolle Fibre Channel, iSCSI SMB, NFS
Einsatz Große Virtualisierungsumgebungen, Datenbanken Dateifreigaben, Backups, kleinere VM-Umgebungen
Komplexität Höher Meist einfacher
Kosten Oft höher Oft günstiger

iSCSI

iSCSI stellt Blockspeicher über ein IP-Netzwerk bereit.

Der Client nennt sich Initiator.
Das Storage-Ziel nennt sich Target.

Begriff Bedeutung
iSCSI Initiator System, das den Speicher nutzt
iSCSI Target System, das den Speicher bereitstellt
LUN Logischer Speicherbereich

Beispiel:

Ein Hypervisor verbindet sich per iSCSI mit einem NAS und nutzt den bereitgestellten Speicher wie eine lokale Festplatte.


NFS

NFS steht für Network File System.

Es wird häufig in Linux- und Unix-Umgebungen verwendet.

NFS kann für VM-Speicher, ISO-Dateien oder Backups genutzt werden.

Beispiel:

Ein Proxmox-Host bindet ein NFS-Share vom NAS ein und speichert dort Backups oder ISO-Dateien.


SMB

SMB steht für Server Message Block.

Es ist besonders in Windows-Umgebungen verbreitet.

Typische Nutzung:

Nutzung Beispiel
Dateifreigaben Netzlaufwerke
Benutzerordner Home-Verzeichnisse
Backupziel Sicherungen auf NAS
Hyper-V Storage SMB 3.0 kann für Hyper-V genutzt werden

RAID im Storage

RAID kombiniert mehrere Festplatten zu einem logischen Speicher.

Ziele:

Ziel Erklärung
Ausfallsicherheit Eine oder mehrere Platten dürfen ausfallen
Leistung Daten werden verteilt
Kapazität Mehrere Platten bilden größeren Speicher

Wichtige RAID-Level:

RAID-Level Bedeutung Vorteil Nachteil
RAID 0 Striping ohne Redundanz Schnell, volle Kapazität Kein Ausfallschutz
RAID 1 Spiegelung Eine Platte darf ausfallen Weniger nutzbarer Speicher
RAID 5 Parität Eine Platte darf ausfallen Rebuild belastet System
RAID 6 Doppelte Parität Zwei Platten dürfen ausfallen Weniger nutzbarer Speicher
RAID 10 Spiegelung und Striping Schnell und sicher Benötigt viele Platten

RAID ist kein Backup

RAID schützt vor bestimmten Festplattenausfällen.

RAID schützt nicht zuverlässig gegen:

Risiko Warum RAID nicht reicht
Versehentliches Löschen Gelöschte Daten werden auf allen Platten gelöscht
Ransomware Verschlüsselte Daten werden ebenfalls gespeichert
Datenkorruption Fehler können sich auf den RAID-Verbund auswirken
Brand oder Diebstahl Alle Platten können betroffen sein
Fehlkonfiguration Falsche Änderungen bleiben bestehen

Merksatz:

RAID erhöht die Verfügbarkeit des Speichers, ersetzt aber niemals ein Backup.


SSD, HDD und NVMe

Speicherart Eigenschaften
HDD Günstig, viel Speicher, mechanisch, langsamer
SSD Schnell, keine mechanischen Teile, teurer pro TB
NVMe Sehr schnell, geringe Latenz, ideal für hohe Last

Für Virtualisierung ist nicht nur die Kapazität wichtig, sondern auch Geschwindigkeit und Latenz.


IOPS

IOPS bedeutet Input/Output Operations Per Second.

Also:

Wie viele Lese- und Schreiboperationen ein Speicher pro Sekunde schafft.

Wichtig bei:

System Warum IOPS wichtig sind
Datenbanken Viele kleine Zugriffe
Mailserver Viele Transaktionen
Fileserver Viele Benutzerzugriffe
VDI Viele gleichzeitige Desktop-VMs
Backup Große Datenmengen

Latenz

Latenz ist die Verzögerung bei einem Zugriff.

Beispiel:

Eine VM fordert Daten vom Storage an.

Je niedriger die Latenz, desto schneller reagiert die VM.

Hohe Storage-Latenz führt oft zu langsamen Anwendungen.


Durchsatz

Durchsatz beschreibt, wie viele Daten pro Sekunde übertragen werden.

Beispiele:

Einheit Bedeutung
MB/s Megabyte pro Sekunde
GB/s Gigabyte pro Sekunde
Gbit/s Gigabit pro Sekunde im Netzwerk

Durchsatz ist wichtig bei großen Datenmengen, zum Beispiel Backups oder großen Dateiübertragungen.


IOPS vs. Durchsatz

Begriff Wichtig bei
IOPS Viele kleine Zugriffe
Durchsatz Große zusammenhängende Datenmengen
Latenz Reaktionszeit

Beispiel:

Eine Datenbank braucht oft viele IOPS und niedrige Latenz.

Ein Backup braucht oft hohen Durchsatz.


Thin Provisioning

Thin Provisioning bedeutet, dass eine virtuelle Festplatte eine Maximalgröße bekommt, aber auf dem echten Storage nur den tatsächlich genutzten Speicher belegt.

Beispiel:

Eingestellte Größe Tatsächlich belegt
100 GB 25 GB

Vorteil:

Speicher wird effizient genutzt.

Nachteil:

Wenn viele VMs wachsen, kann der Storage unerwartet voll laufen.


Thick Provisioning

Thick Provisioning bedeutet, dass der Speicher direkt vollständig reserviert wird.

Beispiel:

Eingestellte Größe Tatsächlich belegt
100 GB 100 GB

Vorteil:

Speicherverbrauch ist besser planbar.

Nachteil:

Weniger flexibel und weniger platzsparend.


Thin vs. Thick Provisioning

Merkmal Thin Provisioning Thick Provisioning
Speicherbelegung Wächst nach Bedarf Wird sofort reserviert
Effizienz Hoch Geringer
Risiko Storage kann voll laufen Weniger Überraschung
Planung Muss gut überwacht werden Einfacher planbar
Einsatz Häufig bei flexiblen Umgebungen Kritische oder klar geplante Systeme

Overprovisioning beim Storage

Storage-Overprovisioning bedeutet:

Es wird mehr virtueller Speicher vergeben, als physisch vorhanden ist.

Beispiel:

Physischer Storage Vergebener VM-Speicher
2 TB 5 TB

Das kann funktionieren, solange die VMs nicht den gesamten Speicher tatsächlich nutzen.

Risiko:

Wenn viele VMs wachsen, wird der Storage voll.


Warum voller Storage gefährlich ist

Ein voller Storage kann schwere Probleme verursachen.

Mögliche Folgen:

Folge Erklärung
VMs frieren ein Schreibvorgänge sind nicht mehr möglich
VMs stürzen ab Betriebssysteme können Fehler bekommen
Snapshots können nicht konsolidiert werden Alte Daten bleiben liegen
Backups schlagen fehl Kein Platz für Sicherungen
Datenbanken werden beschädigt Schreibvorgänge brechen ab
Dienste fallen aus Anwendungen können nicht mehr arbeiten

Merksatz:

Ein voller VM-Storage ist ein kritischer Zustand und muss unbedingt vermieden werden.


Storage-Monitoring

Storage muss dauerhaft überwacht werden.

Wichtige Werte:

Wert Bedeutung
Freier Speicherplatz Wie viel Platz ist noch vorhanden?
Wachstum Wie schnell wächst der Speicherverbrauch?
IOPS Anzahl Speicheroperationen
Latenz Verzögerung beim Zugriff
Durchsatz Datenmenge pro Sekunde
Fehler Defekte Blöcke, Controllerfehler
Snapshot-Größe Alte oder wachsende Snapshots
Backupstatus Sicherungen erfolgreich?

Snapshot

Ein Snapshot speichert den Zustand einer VM zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Typische Nutzung:

Situation Warum Snapshot?
Vor Updates Rückkehr möglich, wenn Update fehlschlägt
Vor Softwareinstallation Test kann rückgängig gemacht werden
Vor Konfigurationsänderung Absicherung gegen Fehler
Schulungsumgebung Zurück zum Ausgangszustand

Was speichert ein Snapshot?

Je nach Plattform kann ein Snapshot Folgendes speichern:

Bestandteil Erklärung
Festplattenzustand Zustand der virtuellen Festplatte
VM-Konfiguration Einstellungen der VM
Arbeitsspeicherzustand Optional laufender RAM-Zustand

Nicht jeder Snapshot enthält automatisch den Arbeitsspeicherzustand.


Wie funktioniert ein Snapshot vereinfacht?

Vor dem Snapshot schreibt die VM direkt in ihre virtuelle Festplatte.

Nach dem Snapshot werden neue Änderungen getrennt gespeichert.

Vereinfacht:

Zeitpunkt Speicherung
Vor Snapshot VM schreibt in die ursprüngliche virtuelle Festplatte
Nach Snapshot Änderungen werden in eine zusätzliche Snapshot-Datei geschrieben
Beim Zurücksetzen VM kehrt zum alten Zustand zurück
Beim Löschen Änderungen werden zusammengeführt

Snapshot-Kette

Wenn mehrere Snapshots erstellt werden, kann eine Kette entstehen.

Beispiel:

Ebene Bedeutung
Basisdisk Ursprüngliche virtuelle Festplatte
Snapshot 1 Änderungen nach erstem Snapshot
Snapshot 2 Änderungen nach zweitem Snapshot
Snapshot 3 Änderungen nach drittem Snapshot

Je länger und komplexer die Snapshot-Kette ist, desto riskanter wird die Verwaltung.


Probleme durch alte Snapshots

Problem Erklärung
Speicherverbrauch Snapshot-Dateien wachsen mit Änderungen
Performanceverlust Lesen und Schreiben wird komplexer
Backupfehler Backups können länger dauern oder fehlschlagen
Konsolidierungsprobleme Zusammenführen kann schwierig werden
Storage voll Snapshot-Wachstum kann Speicher füllen

Merksatz:

Snapshots nur kurzfristig verwenden und nach erfolgreicher Änderung wieder entfernen.


Snapshots sind kein Backup

Ein Snapshot ist kein Backup.

Warum?

Grund Erklärung
Gleicher Storage Snapshot liegt oft auf demselben Speicher
Kurzfristig gedacht Nicht für langfristige Sicherung
Kein Schutz vor Storage-Ausfall Fällt Storage aus, ist auch Snapshot betroffen
Kein Schutz vor Ransomware Angreifer können Snapshots löschen oder beschädigen
Kein Ersatz für Restore-Konzept Backup muss separat wiederherstellbar sein

Snapshot vs. Backup

Merkmal Snapshot Backup
Zweck Kurzfristiger Zustand Datensicherung
Speicherort Meist gleicher Storage Separater Speicher möglich
Zeitraum Kurzfristig Mittel- bis langfristig
Schutz bei Storage-Ausfall Nein Ja, wenn extern gespeichert
Einsatz Updates, Tests Wiederherstellung nach Datenverlust
Ersatz für Backup? Nein Ja, echte Sicherung

Checkpoint

Bei Hyper-V wird häufig der Begriff Checkpoint verwendet.

Ein Checkpoint ist ähnlich wie ein Snapshot.

Arten:

Checkpoint-Art Bedeutung
Standard Checkpoint Speichert Zustand für Tests
Production Checkpoint Besser für produktive Workloads geeignet

Auch Checkpoints sind kein Ersatz für Backups.


Backup

Ein Backup ist eine Sicherung von Daten oder Systemen.

Ziel:

Daten oder ganze Systeme sollen nach einem Fehler wiederhergestellt werden können.

Typische Ursachen für Wiederherstellung:

Ursache Beispiel
Versehentliches Löschen Benutzer löscht Datei
Hardwaredefekt Storage oder Server fällt aus
Malware Daten werden verschlüsselt
Fehlkonfiguration System wird falsch geändert
Updatefehler Anwendung funktioniert nicht mehr
Datenbankfehler Daten werden beschädigt
Katastrophe Brand, Wasser, Diebstahl

Backuparten

Backupart Erklärung
Vollbackup Sichert alle ausgewählten Daten
Inkrementelles Backup Sichert Änderungen seit dem letzten Backup
Differenzielles Backup Sichert Änderungen seit dem letzten Vollbackup
Image-basiertes Backup Sichert eine ganze VM oder ein ganzes System
Datei-basiertes Backup Sichert einzelne Dateien und Ordner
Applikationskonsistentes Backup Berücksichtigt laufende Anwendungen
Agent-basiertes Backup Backupsoftware läuft im Gastbetriebssystem
Agentless Backup Backup erfolgt über Hypervisor-Schnittstelle

Vollbackup

Ein Vollbackup sichert alle ausgewählten Daten vollständig.

Vorteil:

Einfach wiederherzustellen.

Nachteil:

Benötigt viel Speicherplatz und Zeit.

Beispiel:

Jeden Sonntag wird eine vollständige Sicherung der VM erstellt.


Inkrementelles Backup

Ein inkrementelles Backup sichert nur die Änderungen seit dem letzten Backup.

Beispiel:

Tag Sicherung
Sonntag Vollbackup
Montag Änderungen seit Sonntag
Dienstag Änderungen seit Montag
Mittwoch Änderungen seit Dienstag

Vorteil:

Schnell und speichersparend.

Nachteil:

Für eine Wiederherstellung werden mehrere Backupstände benötigt.


Differenzielles Backup

Ein differenzielles Backup sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup.

Beispiel:

Tag Sicherung
Sonntag Vollbackup
Montag Änderungen seit Sonntag
Dienstag Änderungen seit Sonntag
Mittwoch Änderungen seit Sonntag

Vorteil:

Wiederherstellung ist einfacher als bei vielen inkrementellen Backups.

Nachteil:

Differenzielle Backups werden mit der Zeit größer.


Vollbackup vs. inkrementell vs. differenziell

Merkmal Vollbackup Inkrementell Differenziell
Speicherbedarf Hoch Niedrig Mittel
Backupdauer Lang Kurz Mittel
Restore Einfach Abhängig von Backupkette Einfacher als inkrementell
Typischer Einsatz Basisbackup Tägliche Sicherung Alternative tägliche Sicherung

Image-basiertes VM-Backup

Bei einem image-basierten Backup wird die ganze VM gesichert.

Gesichert werden können:

Bestandteil Beispiel
VM-Konfiguration CPU, RAM, Netzwerk
Virtuelle Festplatten VHDX, VMDK, QCOW2
VM-Zustand Je nach Verfahren
Metadaten Name, ID, Einstellungen

Vorteil:

Die ganze VM kann wiederhergestellt werden.


Datei-basiertes Backup

Beim datei-basierten Backup werden einzelne Dateien oder Ordner gesichert.

Beispiel:

Daten Beispiel
Benutzerdateien Dokumente
Konfigurationen config-Dateien
Webdaten HTML, PHP, Bilder
Anwendungsdaten Exportordner

Vorteil:

Einzelne Dateien können gezielt wiederhergestellt werden.

Nachteil:

Das komplette System ist damit nicht immer schnell wiederherstellbar.


Agent-basiertes Backup

Beim agent-basierten Backup läuft eine Backupsoftware innerhalb der VM.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Anwendung kennt das Betriebssystem Gute Kontrolle innerhalb der VM
Dateibasierte Sicherung möglich Einzelne Dateien sichern
Applikationsintegration Datenbanken können berücksichtigt werden

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Agent muss gepflegt werden Installation und Updates nötig
Mehr Verwaltungsaufwand Pro VM konfigurieren
Belastung der VM Backup läuft innerhalb der VM

Agentless Backup

Beim agentless Backup wird die VM über den Hypervisor gesichert.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Zentrale Sicherung Backup über Hypervisor
Kein Agent in jeder VM nötig Weniger Pflege
Ganze VM leicht sicherbar Image-basierte Sicherung
Gut für viele VMs Skalierbar

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Anwendungskonsistenz beachten Datenbanken brauchen besondere Behandlung
Hypervisor-Integration nötig Plattform muss unterstützt werden
Rechte erforderlich Backupsoftware braucht Zugriff auf Hypervisor

Applikationskonsistentes Backup

Ein applikationskonsistentes Backup berücksichtigt laufende Anwendungen.

Besonders wichtig bei:

Anwendung Warum wichtig?
Datenbanken Schreibvorgänge müssen sauber abgeschlossen werden
Active Directory Verzeichnisdienst muss konsistent bleiben
Mailserver Viele Transaktionen
ERP-Systeme Geschäftsdaten dürfen nicht beschädigt werden
Dokumentenmanagement Datenbank und Dateien müssen zusammenpassen

Ein einfaches Kopieren einer laufenden virtuellen Festplatte kann inkonsistente Daten erzeugen.


Crash-konsistentes Backup

Ein crash-konsistentes Backup entspricht ungefähr dem Zustand nach einem Stromausfall.

Das Dateisystem ist meist in einem wiederherstellbaren Zustand, aber Anwendungen können unvollständige Transaktionen haben.

Art Bedeutung
Crash-konsistent Wie nach hartem Ausschalten
Applikationskonsistent Anwendung wurde sauber berücksichtigt

Für einfache Systeme kann crash-konsistent reichen.
Für Datenbanken ist applikationskonsistent besser.


Backupziel

Ein Backupziel ist der Speicherort für Sicherungen.

Beispiele:

Backupziel Beispiel
Lokales NAS Backup auf Netzwerkspeicher
Externes NAS Zweites Gerät an anderem Ort
Externe Festplatte Offline-Backup
Cloudspeicher Offsite-Sicherung
Tape Bandlaufwerk für Langzeitarchivierung
Backup-Appliance Spezielles Backup-System

Offsite-Backup

Offsite bedeutet:

Eine Sicherung liegt außerhalb des Hauptstandorts.

Warum wichtig?

Risiko am Hauptstandort Warum Offsite hilft
Brand Externe Kopie bleibt erhalten
Diebstahl Externe Kopie bleibt erhalten
Wasserschaden Externe Kopie bleibt erhalten
Ransomware Getrennte Kopie kann geschützt sein
Totalausfall Wiederherstellung an anderem Ort möglich

Offline-Backup

Offline-Backup bedeutet:

Die Sicherung ist nicht dauerhaft mit dem Netzwerk verbunden.

Beispiel:

Eine externe Festplatte wird nach dem Backup getrennt.

Vorteil:

Besserer Schutz gegen Ransomware.

Nachteil:

Mehr manueller Aufwand.


Immutable Backup

Immutable bedeutet unveränderbar.

Ein immutable Backup kann für eine bestimmte Zeit nicht gelöscht oder verändert werden.

Vorteil:

Schutz gegen Ransomware und versehentliches Löschen.

Beispiel:

Backups werden 30 Tage unveränderbar gespeichert.


3-2-1-Regel

Eine bekannte Backup-Regel ist die 3-2-1-Regel.

Regel Bedeutung
3 Kopien Original plus zwei Sicherungen
2 verschiedene Medien Zum Beispiel NAS und externe Festplatte
1 Kopie extern Eine Kopie außerhalb des Standorts

Erweiterung:

Erweiterung Bedeutung
3-2-1-1-0 Zusätzlich eine Offline/Immutable-Kopie und 0 Fehler bei Backupprüfung

RPO

RPO steht für Recovery Point Objective.

Es beantwortet die Frage:

Wie viele Daten dürfen maximal verloren gehen?

Beispiel:

RPO Bedeutung
24 Stunden Datenverlust von bis zu einem Tag wäre akzeptiert
1 Stunde Maximal eine Stunde Datenverlust
15 Minuten Sehr geringe Datenverlust-Toleranz

Je kleiner das RPO, desto häufiger müssen Backups oder Replikationen erfolgen.


RTO

RTO steht für Recovery Time Objective.

Es beantwortet die Frage:

Wie lange darf die Wiederherstellung dauern?

Beispiel:

RTO Bedeutung
24 Stunden Dienst darf bis zu einem Tag ausfallen
4 Stunden Dienst muss am selben Tag wieder laufen
30 Minuten Sehr schnelle Wiederherstellung nötig

Je kleiner das RTO, desto schneller muss die Wiederherstellung funktionieren.


RPO vs. RTO

Begriff Frage Beispiel
RPO Wie viele Daten dürfen verloren gehen? Maximal 1 Stunde Daten
RTO Wie lange darf der Ausfall dauern? Maximal 4 Stunden

Merksatz:

RPO betrifft den Datenverlust. RTO betrifft die Ausfallzeit.


Restore

Restore bedeutet Wiederherstellung aus einem Backup.

Mögliche Restore-Arten:

Restore-Art Erklärung
Full Restore Ganze VM wiederherstellen
File Restore Einzelne Datei wiederherstellen
Disk Restore Einzelne virtuelle Festplatte zurückholen
Application Restore Datenbank oder Anwendung wiederherstellen
Instant Recovery VM direkt aus Backup starten
Bare-Metal-Recovery System auf neuer Hardware wiederherstellen

Backup ohne Restore-Test ist unsicher

Ein Backup ist nur dann wirklich wertvoll, wenn es wiederhergestellt werden kann.

Deshalb müssen Restore-Tests durchgeführt werden.

Typische Tests:

Test Ziel
Einzelne Datei wiederherstellen Prüfen, ob File Restore funktioniert
Ganze VM wiederherstellen Prüfen, ob System bootet
Datenbank wiederherstellen Anwendungskonsistenz prüfen
Restore-Zeit messen RTO prüfen
Backup-Protokolle prüfen Fehler erkennen

Merksatz:

Ein ungeprüftes Backup ist nur eine Hoffnung, keine Sicherheit.


Backupfenster

Das Backupfenster ist der Zeitraum, in dem Sicherungen durchgeführt werden sollen.

Beispiel:

Backups laufen nachts zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr.

Problem:

Wenn das Backup länger dauert als das Backupfenster, kann es den produktiven Betrieb stören.


Aufbewahrungszeit

Die Aufbewahrungszeit legt fest, wie lange Backups gespeichert werden.

Beispiel:

Backup Aufbewahrung
Täglich 14 Tage
Wöchentlich 8 Wochen
Monatlich 12 Monate
Jährlich 10 Jahre

Die Aufbewahrung hängt von technischen, organisatorischen und rechtlichen Anforderungen ab.


Backup-Rotation

Backup-Rotation bedeutet, dass alte Backups nach festen Regeln ersetzt oder gelöscht werden.

Beispiel:

Sicherung Zweck
Täglich Kurzfristige Wiederherstellung
Wöchentlich Mittelfristige Wiederherstellung
Monatlich Langfristige Wiederherstellung
Jährlich Archivierung

GFS-Prinzip

GFS steht für Grandfather-Father-Son.

Ebene Bedeutung
Son Tägliche Backups
Father Wöchentliche Backups
Grandfather Monatliche Backups

Dieses Prinzip wird häufig für Backup-Aufbewahrung genutzt.


Replikation

Replikation bedeutet, dass Daten oder VMs auf ein anderes System kopiert werden.

Ziel:

Bei Ausfall kann schneller auf eine Kopie umgeschaltet werden.

Arten:

Art Erklärung
Synchrone Replikation Daten werden gleichzeitig auf Zielsystem geschrieben
Asynchrone Replikation Daten werden zeitversetzt übertragen

Synchrone Replikation

Bei synchroner Replikation wird ein Schreibvorgang erst bestätigt, wenn er auf beiden Seiten angekommen ist.

Vorteil:

Sehr geringer Datenverlust.

Nachteil:

Höhere Anforderungen an Netzwerk und Latenz.


Asynchrone Replikation

Bei asynchroner Replikation werden Daten zeitversetzt kopiert.

Vorteil:

Weniger Netzwerkabhängigkeit und oft einfacher.

Nachteil:

Bei Ausfall können letzte Änderungen fehlen.


Replikation ist kein Backup

Replikation schützt vor Systemausfall, aber nicht automatisch vor logischen Fehlern.

Beispiel:

Wenn eine Datei versehentlich gelöscht wird, kann diese Löschung auf das Ziel repliziert werden.

Deshalb gilt:

Replikation ersetzt kein Backup.


Backup vs. Replikation

Merkmal Backup Replikation
Ziel Wiederherstellung alter Zustände Schnelle Verfügbarkeit einer Kopie
Schutz vor versehentlichem Löschen Ja, wenn Version vorhanden Nicht unbedingt
Schutz vor Ransomware Ja, wenn getrennt/immutable Nicht unbedingt
RTO Je nach Restore-Zeit Oft schneller
RPO Je nach Sicherungsintervall Oft kleiner
Ersatz füreinander? Nein Nein

Disaster Recovery

Disaster Recovery beschreibt die Wiederherstellung nach einem größeren Ausfall.

Beispiele:

Ereignis Beispiel
Hardwareausfall Storage defekt
Ransomware Daten verschlüsselt
Brand Serverraum beschädigt
Wasserschaden Hardware zerstört
Fehlkonfiguration Systeme falsch geändert
Standortausfall Gebäude nicht nutzbar

Disaster Recovery umfasst Backup, Restore-Pläne, Ersatzsysteme, Dokumentation und regelmäßige Tests.


Disaster-Recovery-Plan

Ein Disaster-Recovery-Plan beschreibt, wie Systeme nach einem größeren Ausfall wiederhergestellt werden.

Wichtige Inhalte:

Inhalt Erklärung
Kritische Systeme Welche VMs müssen zuerst wieder laufen?
Abhängigkeiten Welche Systeme brauchen andere Systeme?
Backupstandorte Wo liegen die Sicherungen?
Zugangsdaten Wer darf Systeme wiederherstellen?
Wiederherstellungsreihenfolge Welche VM zuerst?
Ansprechpartner Zuständigkeiten
Testverfahren Wie wird geprüft, ob alles funktioniert?

Wiederherstellungsreihenfolge

Bei mehreren VMs ist die Reihenfolge wichtig.

Beispiel:

Reihenfolge VM Grund
1 DC01 Anmeldung und DNS
2 DB01 Datenbank für Anwendungen
3 FILE01 Dateifreigaben
4 APP01 Anwendung benötigt Datenbank
5 WEB01 Webserver nutzt Anwendung

Wenn abhängige Systeme falsch gestartet werden, funktionieren Dienste möglicherweise nicht.


Backup von Domain Controllern

Domain Controller sollten besonders sorgfältig gesichert werden.

Wichtig:

Punkt Erklärung
System State Wichtig für Active Directory
Mehrere Domain Controller Redundanz verbessern
Saubere Wiederherstellung AD darf nicht inkonsistent werden
DNS beachten AD hängt stark von DNS ab

Bei Active Directory ist eine einfache Kopie der VM nicht immer ausreichend geplant.


Backup von Datenbanken

Datenbanken benötigen besondere Beachtung.

Mögliche Methoden:

Methode Erklärung
Datenbankdump Logischer Export der Datenbank
Applikationskonsistentes VM-Backup Backup berücksichtigt Datenbankzustand
Transaktionslog-Backup Feingranulare Wiederherstellung
Replikation Kopie auf zweitem System

Wichtig:

Eine laufende Datenbank sollte nicht nur durch einfaches Kopieren der Disk gesichert werden.


Backup von Dateiservern

Bei Dateiservern sind einzelne Datei-Wiederherstellungen besonders wichtig.

Typische Anforderungen:

Anforderung Beispiel
Einzelne Datei wiederherstellen Benutzer hat Datei gelöscht
Ordner wiederherstellen Projektordner wurde überschrieben
Versionen wiederherstellen Ältere Fassung benötigt
Rechte erhalten NTFS-Rechte oder Linux-Rechte
Große Datenmengen Backupfenster beachten

Backup von Webservern

Webserver bestehen oft aus mehreren Teilen.

Bestandteil Beispiel
Webdateien HTML, CSS, PHP, Bilder
Konfiguration Nginx, Apache, Zertifikate
Datenbank MariaDB, PostgreSQL
Zertifikate TLS-Zertifikate
Umgebung Container, VM, Pakete

Wichtig:

Bei Webanwendungen reicht es oft nicht, nur die Webdateien zu sichern.
Die Datenbank muss ebenfalls gesichert werden.


Backup von Zertifikaten und Schlüsseln

Zertifikate und private Schlüssel sind wichtig.

Beispiele:

Element Bedeutung
TLS-Zertifikat Verschlüsselte HTTPS-Verbindungen
Private Keys Schlüsselmaterial
SSH-Keys Zugriff und Automatisierung
API-Keys Zugriff auf Dienste
Lizenzdateien Softwarelizenzen

Verlust von Schlüsseln kann zu Ausfällen oder Sicherheitsproblemen führen.


Verschlüsselung von Backups

Backups sollten geschützt werden.

Maßnahmen:

Maßnahme Erklärung
Verschlüsselung Schutz bei Diebstahl
Zugriffsbeschränkung Nur berechtigte Personen
Getrennte Zugangsdaten Backupsystem nicht mit normalen Adminrechten
MFA Schutz für Backupverwaltung
Offline/Immutable Schutz gegen Ransomware

Backup-Sicherheit

Backupsysteme sind besonders schützenswert.

Warum?

Wenn ein Angreifer Backups löschen kann, wird Wiederherstellung schwierig.

Maßnahmen:

Maßnahme Erklärung
Eigene Admin-Konten Nicht gleiche Konten wie Produktivsystem
MFA Zusätzliche Anmeldung
Immutable Storage Backups nicht veränderbar
Netzwerksegmentierung Backupnetz trennen
Keine dauerhafte Freigabe mit Schreibrechten Schutz vor Ransomware
Monitoring Backupfehler erkennen
Restore-Tests Wiederherstellung prüfen

Backup-Protokolle prüfen

Nach Backups sollten Protokolle geprüft werden.

Wichtige Fragen:

Frage Bedeutung
War das Backup erfolgreich? Keine Fehler?
Wurden alle VMs gesichert? Keine VM vergessen?
Gab es Warnungen? Zum Beispiel Snapshot-Probleme
Wie lange dauerte das Backup? Passt es ins Backupfenster?
Wie groß ist das Backup? Speicherplanung
Ist Restore möglich? Test erforderlich

Storage und Backup trennen

Backups sollten nicht nur auf demselben Storage liegen wie die produktiven VMs.

Problem:

Wenn der Storage ausfällt, sind sonst VMs und Backups gleichzeitig weg.

Besser:

Speicherort Zweck
Produktiv-Storage Laufende VMs
Backup-Storage Sicherungen
Offsite-Kopie Schutz bei Standortausfall
Offline/Immutable-Kopie Schutz gegen Ransomware

Typische Fehler bei Storage, Snapshots und Backups

Fehler Auswirkung
Snapshots zu lange behalten Speicher- und Performanceprobleme
Kein Restore-Test Backup kann unbrauchbar sein
Backups auf gleichem Storage Kein Schutz bei Storage-Ausfall
Storage nicht überwacht Speicher läuft voll
Thin Provisioning ohne Monitoring Unerwartet voller Storage
Keine applikationskonsistenten Backups Datenbanken können beschädigt sein
Keine Offsite-Kopie Standortausfall zerstört alle Daten
Backup-Zugang schlecht geschützt Ransomware kann Backups löschen
RPO/RTO nicht definiert Unklare Wiederherstellungsziele

Gute Praxis

Empfehlung Grund
Storage überwachen Probleme früh erkennen
Freien Speicher einplanen Snapshots und Wachstum abfangen
Snapshots nur kurzfristig nutzen Performance und Speicher schützen
Backups regelmäßig durchführen Datenverlust vermeiden
Restore regelmäßig testen Sicherstellen, dass Backups funktionieren
Backups getrennt speichern Schutz bei Storage-Ausfall
Offsite-Kopie nutzen Schutz bei Standortausfall
Immutable oder Offline-Kopie nutzen Schutz gegen Ransomware
RPO und RTO definieren Anforderungen klar festlegen
Backupdokumentation pflegen Wiederherstellung erleichtern

Prüfungsnahes Beispiel 1

Aufgabe:

Ein Administrator erstellt vor einem Update einen Snapshot einer VM. Nach erfolgreichem Update bleibt der Snapshot mehrere Monate bestehen.

Frage:

Warum ist das problematisch?

Mögliche Antwort:

Snapshots sind nur für kurzfristige Zustände gedacht. Wenn sie lange bestehen bleiben, können sie viel Speicher verbrauchen, die Performance verschlechtern und zu Problemen bei der Konsolidierung führen. Außerdem sind Snapshots kein Backup und schützen nicht vor Storage-Ausfall.


Prüfungsnahes Beispiel 2

Aufgabe:

Ein Unternehmen speichert seine produktiven VMs und deren Backups auf demselben Storage-System.

Frage:

Welches Risiko besteht?

Mögliche Antwort:

Wenn dieses Storage-System ausfällt oder beschädigt wird, sind sowohl die produktiven VMs als auch die Backups betroffen. Dadurch ist keine Wiederherstellung möglich. Backups sollten getrennt, möglichst zusätzlich offsite oder immutable gespeichert werden.


Prüfungsnahes Beispiel 3

Aufgabe:

Eine VM besitzt eine virtuelle Festplatte mit 500 GB Thin Provisioning. Tatsächlich sind auf dem Storage nur noch 50 GB frei.

Frage:

Warum ist das gefährlich?

Mögliche Antwort:

Bei Thin Provisioning wächst die virtuelle Festplatte nach Bedarf. Wenn die VM weiter Daten schreibt, kann der echte Storage voll laufen. Das kann dazu führen, dass VMs einfrieren, Backups fehlschlagen oder Daten beschädigt werden. Thin Provisioning muss daher überwacht werden.


Prüfungsnahes Beispiel 4

Aufgabe:

Ein Unternehmen möchte wissen, wie lange ein Dienst maximal ausfallen darf und wie viele Daten maximal verloren gehen dürfen.

Frage:

Welche Begriffe sind gemeint?

Mögliche Antwort:

Die maximale Ausfallzeit wird mit RTO beschrieben. Der maximal akzeptierte Datenverlust wird mit RPO beschrieben.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Storage?

Mögliche Antwort:

Storage bezeichnet den Speicherbereich, auf dem Daten abgelegt werden. In Virtualisierungsumgebungen liegen dort virtuelle Festplatten, VM-Konfigurationen, ISO-Dateien, Templates, Snapshots und Backups.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist Storage bei VMs kritisch?

Mögliche Antwort:

Viele virtuelle Maschinen greifen gleichzeitig auf denselben Storage zu. Wenn der Storage langsam, voll oder ausgefallen ist, können mehrere VMs gleichzeitig betroffen sein. Deshalb müssen Speicherplatz, IOPS, Latenz, Durchsatz und Fehler überwacht werden.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Snapshot?

Mögliche Antwort:

Ein Snapshot speichert den Zustand einer virtuellen Maschine zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er wird häufig vor Updates oder Konfigurationsänderungen verwendet, um schnell zu einem vorherigen Zustand zurückkehren zu können.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist ein Snapshot kein Backup?

Mögliche Antwort:

Ein Snapshot liegt meist auf demselben Storage wie die VM und ist für kurzfristige Änderungen gedacht. Fällt der Storage aus, ist auch der Snapshot betroffen. Ein Backup wird separat gespeichert und dient zur Wiederherstellung nach Datenverlust oder Ausfall.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied zwischen Snapshot und Backup

Snapshot Backup
Kurzfristiger Zustand Echte Datensicherung
Meist gleicher Storage Separater Speicher möglich
Für Tests und Updates Für Wiederherstellung
Kein Schutz bei Storage-Ausfall Schutz möglich, wenn getrennt gespeichert
Kein Ersatz für Backup Backup ist notwendig

Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet Thin Provisioning?

Mögliche Antwort:

Thin Provisioning bedeutet, dass einer virtuellen Festplatte eine Maximalgröße zugewiesen wird, aber auf dem echten Storage zunächst nur der tatsächlich genutzte Speicherplatz belegt wird. Das spart Speicher, muss aber überwacht werden, weil der Storage sonst unerwartet voll laufen kann.


Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet Thick Provisioning?

Mögliche Antwort:

Thick Provisioning bedeutet, dass der Speicherplatz für eine virtuelle Festplatte sofort vollständig reserviert wird. Dadurch ist der Speicherverbrauch besser planbar, aber weniger flexibel und weniger platzsparend.


Typische Prüfungsfrage: Was ist RPO?

Mögliche Antwort:

RPO steht für Recovery Point Objective. Es beschreibt, wie viele Daten maximal verloren gehen dürfen. Ein RPO von einer Stunde bedeutet, dass höchstens Daten der letzten Stunde verloren gehen dürfen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist RTO?

Mögliche Antwort:

RTO steht für Recovery Time Objective. Es beschreibt, wie lange die Wiederherstellung maximal dauern darf. Ein RTO von vier Stunden bedeutet, dass der Dienst innerhalb von vier Stunden wieder verfügbar sein soll.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist RAID kein Backup?

Mögliche Antwort:

RAID schützt vor bestimmten Festplattenausfällen, aber nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware, Datenkorruption oder Standortausfall. Ein Backup ist eine separate Sicherung, mit der Daten wiederhergestellt werden können.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein applikationskonsistentes Backup?

Mögliche Antwort:

Ein applikationskonsistentes Backup berücksichtigt laufende Anwendungen wie Datenbanken oder Active Directory. Dadurch werden offene Schreibvorgänge und Transaktionen sauber behandelt, damit die Daten nach der Wiederherstellung konsistent sind.


Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet Offsite-Backup?

Mögliche Antwort:

Ein Offsite-Backup ist eine Sicherung, die außerhalb des Hauptstandorts gespeichert wird. Es schützt vor Ereignissen wie Brand, Diebstahl, Wasserschaden oder vollständigem Standortausfall.


Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet immutable Backup?

Mögliche Antwort:

Ein immutable Backup ist eine Sicherung, die für eine bestimmte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden kann. Dadurch schützt es besser gegen Ransomware und versehentliches Löschen.


Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Storage Speicherbereich für Daten
Datastore Speicherbereich für VM-Dateien
Storage Pool Zusammengefasster Speicher
Virtuelle Festplatte Datenträger einer VM
VHDX Virtuelles Festplattenformat bei Hyper-V
VMDK Virtuelles Festplattenformat bei VMware
QCOW2 Virtuelles Festplattenformat bei KVM/Proxmox
RAW Einfaches Festplattenimage
SAN Storage Area Network
NAS Network Attached Storage
iSCSI Blockspeicher über IP
NFS Netzwerkdateisystem
SMB Windows-Dateifreigabeprotokoll
RAID Verbund mehrerer Festplatten
IOPS Speicheroperationen pro Sekunde
Latenz Verzögerung beim Zugriff
Durchsatz Datenmenge pro Sekunde
Thin Provisioning Speicher wächst nach Bedarf
Thick Provisioning Speicher wird sofort reserviert
Snapshot Zustand einer VM zu einem Zeitpunkt
Checkpoint Snapshot-ähnliche Funktion bei Hyper-V
Backup Datensicherung
Restore Wiederherstellung
RPO Maximal akzeptierter Datenverlust
RTO Maximal akzeptierte Wiederherstellungszeit
Offsite-Backup Sicherung außerhalb des Standorts
Offline-Backup Nicht dauerhaft verbundenes Backup
Immutable Backup Unveränderbare Sicherung
Replikation Kopie auf anderes System
Disaster Recovery Wiederherstellung nach großem Ausfall

Wichtige Merksätze

Storage ist bei Virtualisierung besonders kritisch, weil viele VMs gleichzeitig davon abhängig sein können.

Ein voller Storage kann VMs zum Stillstand bringen.

Thin Provisioning spart Speicher, muss aber überwacht werden.

Thick Provisioning ist weniger flexibel, aber besser planbar.

Snapshots sind nur für kurzfristige Änderungen gedacht.

Snapshots sind kein Backup.

RAID ist kein Backup.

Backups müssen getrennt vom Produktivsystem gespeichert werden.

Ein Backup ist nur dann zuverlässig, wenn die Wiederherstellung getestet wurde.

RPO beschreibt den maximal akzeptierten Datenverlust.

RTO beschreibt die maximal akzeptierte Ausfallzeit.

Replikation ersetzt kein Backup.

Immutable oder Offline-Backups schützen besser gegen Ransomware.


Kurzzusammenfassung

Storage, Snapshots und Backups sind zentrale Bestandteile jeder Virtualisierungsumgebung.

Virtuelle Maschinen speichern ihre Daten auf virtuellen Festplatten. Diese liegen auf lokalem, gemeinsamem oder verteiltem Storage.

Wichtig sind dabei:

Thema Kerngedanke
Storage Speicher für VMs, Disks, ISO-Dateien und Templates
Performance IOPS, Latenz und Durchsatz beachten
Thin Provisioning Spart Speicher, muss überwacht werden
Thick Provisioning Reserviert Speicher sofort
Snapshots Kurzfristige Absicherung bei Änderungen
Backups Echte Wiederherstellung bei Datenverlust
RPO Wie viele Daten dürfen verloren gehen?
RTO Wie lange darf Wiederherstellung dauern?
Offsite Sicherung außerhalb des Standorts
Immutable Schutz vor Änderung und Löschung
Restore-Test Prüft, ob Backup wirklich funktioniert

Für die IHK ist besonders wichtig:

Prüfungsrelevanter Punkt Bedeutung
Snapshot vs. Backup Snapshot ist kein Backup
RAID vs. Backup RAID ist kein Backup
Thin vs. Thick Speicher dynamisch oder fest reserviert
RPO vs. RTO Datenverlust vs. Ausfallzeit
Applikationskonsistenz Wichtig bei Datenbanken und AD
Offsite/Immutable Schutz vor Standortausfall und Ransomware
Restore-Test Backup muss wiederherstellbar sein

Der nächste logische Schritt ist:

Cluster und Hochverfügbarkeit

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.5 Cluster und Hochverfügbarkeit

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Auf den vorherigen Seiten ging es um Server-Grundlagen, Virtualisierung, Hypervisor-Verwaltung, Storage, Snapshots und Backups.

Jetzt geht es um:

Cluster und Hochverfügbarkeit

Diese Themen sind wichtig, weil Dienste möglichst zuverlässig erreichbar bleiben sollen, auch wenn einzelne Systeme oder Komponenten ausfallen.


Grundidee

Ein einzelner Server kann ausfallen.

Mögliche Ursachen:

Ursache Beispiel
Hardwaredefekt Netzteil, Mainboard, RAM oder Festplatte defekt
Softwarefehler Betriebssystem oder Dienst stürzt ab
Wartung Updates oder Hardwaretausch
Netzwerkproblem Switch, Kabel oder Netzwerkkarte defekt
Stromausfall Server verliert Strom
Storageproblem Datenspeicher nicht erreichbar

Wenn ein wichtiger Dienst nur auf einem einzelnen Server läuft, ist dieser Server ein Risiko.

Ein Cluster soll dieses Risiko verringern.


Was ist ein Cluster?

Ein Cluster ist ein Zusammenschluss mehrerer Server, die gemeinsam arbeiten.

Die einzelnen Server im Cluster nennt man Nodes oder Knoten.

Beispiel:

Cluster Nodes
Virtualisierungscluster HV01, HV02, HV03
Datenbankcluster DB01, DB02
Webserver-Cluster WEB01, WEB02, WEB03

Ziel ist meist:

Ziel Bedeutung
Hochverfügbarkeit Dienste sollen bei Ausfall weiterlaufen oder schnell wieder starten
Lastverteilung Arbeit wird auf mehrere Systeme verteilt
Skalierbarkeit Weitere Systeme können ergänzt werden
Wartbarkeit Einzelne Systeme können gewartet werden

Merksatz

Ein Cluster ist ein Verbund mehrerer Server, die gemeinsam Dienste bereitstellen oder absichern.


Was bedeutet Hochverfügbarkeit?

Hochverfügbarkeit bedeutet, dass ein Dienst möglichst dauerhaft erreichbar bleibt.

Ein System ist hochverfügbar, wenn Ausfälle einzelner Komponenten nicht sofort zum Ausfall des gesamten Dienstes führen.

Beispiel:

Ein Unternehmen betreibt wichtige virtuelle Maschinen auf drei Hypervisor-Hosts.

Wenn ein Host ausfällt, können die VMs auf einem anderen Host neu gestartet werden.


Hochverfügbarkeit bedeutet nicht immer unterbrechungsfrei

Wichtig:

Hochverfügbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass es gar keine Unterbrechung gibt.

Oft gibt es eine kurze Unterbrechung.

Beispiel:

Situation Ergebnis
Host fällt aus VM wird auf anderem Host neu gestartet
Dienst startet neu Benutzer merken kurze Unterbrechung
Cluster erkennt Fehler Automatisches Failover erfolgt

Merksatz:

Hochverfügbarkeit reduziert Ausfallzeiten, verhindert sie aber nicht immer vollständig.


Verfügbarkeit

Verfügbarkeit beschreibt, wie zuverlässig ein Dienst erreichbar ist.

Beispiel:

Verfügbarkeit Bedeutung
99 % Dienst darf ca. 3,65 Tage pro Jahr ausfallen
99,9 % Dienst darf ca. 8,76 Stunden pro Jahr ausfallen
99,99 % Dienst darf ca. 52,6 Minuten pro Jahr ausfallen
99,999 % Dienst darf ca. 5,26 Minuten pro Jahr ausfallen

Je höher die gewünschte Verfügbarkeit, desto aufwendiger und teurer wird die technische Umsetzung.


Warum Hochverfügbarkeit wichtig ist

Viele IT-Dienste sind für Unternehmen kritisch.

Beispiele:

Dienst Auswirkung bei Ausfall
Domain Controller Anmeldung kann gestört sein
DNS Systeme können Namen nicht auflösen
DHCP Neue Clients bekommen keine IP-Konfiguration
Fileserver Benutzer kommen nicht an Dateien
Datenbankserver Anwendungen funktionieren nicht
Webserver Webseite oder Portal nicht erreichbar
Mailserver E-Mail-Kommunikation gestört
ERP-System Geschäftsprozesse betroffen

Single Point of Failure

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne Komponente, deren Ausfall einen Dienst oder ein ganzes System lahmlegen kann.

Beispiele:

Single Point of Failure Risiko
Einziger Server Dienst fällt komplett aus
Einziger Switch Netzwerk nicht erreichbar
Einziges Netzteil Server geht aus
Einziger Storage VM-Daten nicht erreichbar
Einzige Internetleitung Externer Zugriff fällt aus
Einziger Domain Controller Anmeldung und DNS gefährdet

Cluster und Redundanz sollen Single Points of Failure reduzieren.


Redundanz

Redundanz bedeutet, dass wichtige Komponenten mehrfach vorhanden sind.

Beispiele:

Komponente Redundanz
Server Mehrere Cluster-Nodes
Netzteil Zwei Netzteile
Netzwerk Mehrere Netzwerkkarten
Switch Zwei Switches
Storage RAID, Replikation oder verteiltes Storage
Internet Zweite Leitung
Dienste Mehrere Server mit gleicher Rolle

Merksatz:

Redundanz bedeutet, dass eine kritische Komponente nicht nur einmal vorhanden ist.


Cluster-Node

Ein Cluster-Node ist ein einzelner Server innerhalb eines Clusters.

Beispiel:

Node Aufgabe
HV01 Virtualisierungshost 1
HV02 Virtualisierungshost 2
HV03 Virtualisierungshost 3

Alle Nodes zusammen bilden den Cluster.


Cluster-Ressource

Eine Cluster-Ressource ist ein Dienst, eine VM, eine IP-Adresse oder ein Speicherbereich, der vom Cluster verwaltet wird.

Beispiele:

Cluster-Ressource Erklärung
Virtuelle Maschine Kann auf verschiedenen Hosts laufen
IP-Adresse Wird einem aktiven Dienst zugeordnet
Dateifreigabe Wird vom aktiven Node bereitgestellt
Datenbankdienst Kann auf anderem Node starten
Storage Gemeinsamer Speicherbereich
Anwendung Wird vom Cluster überwacht

Failover

Failover bedeutet, dass ein Dienst bei Ausfall eines Systems auf ein anderes System wechselt.

Beispiel:

Schritt Ereignis
1 VM läuft auf HV01
2 HV01 fällt aus
3 Cluster erkennt den Ausfall
4 VM wird auf HV02 neu gestartet
5 Dienst ist wieder erreichbar

Merksatz:

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.


Failback

Failback bedeutet, dass ein Dienst nach der Reparatur wieder auf das ursprüngliche System zurückverschoben wird.

Beispiel:

Schritt Ereignis
1 VM läuft ursprünglich auf HV01
2 HV01 fällt aus
3 VM wird auf HV02 gestartet
4 HV01 wird repariert
5 VM wird zurück auf HV01 verschoben

Failback kann automatisch oder manuell erfolgen.


Automatisches Failover

Beim automatischen Failover erkennt der Cluster einen Fehler selbst und startet die betroffene Ressource auf einem anderen Node.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Schnelle Reaktion Kein manuelles Eingreifen nötig
Weniger Ausfallzeit Dienst schneller wieder verfügbar
Bessere Verfügbarkeit Besonders bei kritischen Diensten

Nachteil:

Automatisches Failover muss gut geplant werden, damit es nicht durch Fehlalarme oder Netzwerkprobleme zu unerwünschten Umschaltungen kommt.


Manuelles Failover

Beim manuellen Failover stößt ein Administrator die Umschaltung bewusst an.

Typische Gründe:

Grund Beispiel
Wartung Node soll aktualisiert werden
Test Failover-Funktion prüfen
Lastverteilung Ressource auf anderen Node verschieben
Fehleranalyse Dienst bewusst verlagern

Manuelles Failover ist kontrollierter, aber nicht so schnell wie automatisches Failover.


Heartbeat

Heartbeat ist ein regelmäßiges Signal zwischen Cluster-Nodes.

Damit prüfen die Nodes gegenseitig, ob sie noch erreichbar sind.

Beispiel:

Node Signal
HV01 sendet Heartbeat
HV02 sendet Heartbeat
HV03 sendet Heartbeat

Wenn ein Node keine Heartbeat-Signale mehr sendet, kann der Cluster einen Ausfall vermuten.


Heartbeat ist nicht gleich echter Serverausfall

Ein fehlender Heartbeat kann verschiedene Ursachen haben.

Ursache Bedeutung
Server ist wirklich ausgefallen Node ist nicht mehr aktiv
Netzwerkproblem Node lebt, ist aber nicht erreichbar
Switchproblem Verbindung zwischen Nodes gestört
Firewallproblem Heartbeat wird blockiert
Überlastung Node reagiert zu langsam

Deshalb braucht ein Cluster zusätzliche Entscheidungsmechanismen wie Quorum.


Quorum

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus in einem Cluster.

Es legt fest, welcher Teil eines Clusters weiterarbeiten darf.

Ziel:

Der Cluster soll auch bei Kommunikationsproblemen eine eindeutige Entscheidung treffen können.

Merksatz:

Quorum verhindert, dass mehrere Cluster-Teile gleichzeitig unabhängig voneinander aktiv werden.


Warum Quorum wichtig ist

Beispiel:

Ein Cluster besteht aus zwei Nodes.

Die Netzwerkverbindung zwischen beiden Nodes bricht ab.

Problem:

Beide Nodes könnten denken:

Der andere Node ist ausgefallen, also übernehme ich.

Wenn beide gleichzeitig aktiv werden und auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption kommen.

Quorum soll genau das verhindern.


Split-Brain

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand in einem Cluster.

Dabei verlieren Cluster-Teile die Verbindung zueinander und arbeiten gleichzeitig weiter, obwohl sie nicht mehr sauber koordiniert sind.

Problem:

Beide Seiten können glauben, sie seien der aktive Cluster.

Mögliche Folgen:

Folge Erklärung
Datenkorruption Mehrere Systeme schreiben auf dieselben Daten
Inkonsistente Dienste Unterschiedliche Zustände
Datenverlust Änderungen können verloren gehen
Komplexe Wiederherstellung Manuelle Reparatur nötig

Merksatz:

Split-Brain ist ein gefährlicher Cluster-Zustand, bei dem getrennte Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden.


Witness

Ein Witness ist eine zusätzliche Entscheidungsinstanz für das Quorum.

Er hilft dem Cluster, eine Mehrheit zu bilden.

Beispiele:

Witness-Art Erklärung
File Share Witness Netzwerkfreigabe als Zeuge
Disk Witness Gemeinsamer Datenträger als Zeuge
Cloud Witness Cloud-Dienst als Zeuge

Besonders bei Clustern mit gerader Node-Anzahl ist ein Witness wichtig.


Beispiel mit zwei Nodes und Witness

Komponente Stimme
Node 1 1 Stimme
Node 2 1 Stimme
Witness 1 Stimme

Wenn Node 1 die Verbindung zu Node 2 verliert, entscheidet die Mehrheit.

Der Teil, der noch die Mehrheit besitzt, darf weiterarbeiten.


Aktiv/Passiv-Cluster

Bei einem Aktiv/Passiv-Cluster ist ein Node aktiv und ein anderer Node wartet als Reserve.

Beispiel:

Node Zustand
Node 1 Aktiv
Node 2 Passiv / Standby

Wenn Node 1 ausfällt, übernimmt Node 2.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Einfaches Konzept Leicht verständlich
Klare Zuständigkeit Ein aktives System
Gute Absicherung Reserve steht bereit

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Ressourcen ungenutzt Passiver Node macht im Normalbetrieb wenig
Teurer Hardware wird als Reserve vorgehalten

Aktiv/Aktiv-Cluster

Bei einem Aktiv/Aktiv-Cluster arbeiten mehrere Nodes gleichzeitig.

Beispiel:

Node Zustand
Node 1 Aktiv
Node 2 Aktiv
Node 3 Aktiv

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Bessere Ressourcennutzung Alle Nodes arbeiten
Skalierbarkeit Last kann verteilt werden
Flexibilität Dienste können verteilt laufen

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Komplexer Planung und Konfiguration aufwendiger
Abhängigkeiten Anwendungen müssen dafür geeignet sein
Failover-Reserve nötig Trotz Aktiv/Aktiv muss Kapazität für Ausfälle bleiben

Aktiv/Passiv vs. Aktiv/Aktiv

Merkmal Aktiv/Passiv Aktiv/Aktiv
Normalbetrieb Ein Node aktiv, einer wartet Mehrere Nodes aktiv
Ressourcennutzung Weniger effizient Effizienter
Komplexität Einfacher Komplexer
Beispiel Datenbankdienst mit Standby Mehrere Webserver
Failover Passiver Node übernimmt Andere aktive Nodes übernehmen zusätzlich

High Availability

High Availability bedeutet Hochverfügbarkeit.

Ziel:

Ein Dienst soll möglichst wenig ausfallen.

Typische Maßnahmen:

Maßnahme Wirkung
Mehrere Server Ausfall eines Servers abfangen
Redundantes Netzwerk Netzwerkfehler reduzieren
Redundanter Storage Speicherverfügbarkeit erhöhen
Monitoring Fehler erkennen
Failover Dienst auf anderem System starten
Backups Wiederherstellung ermöglichen
USV Stromausfälle abfangen

Fault Tolerance

Fault Tolerance bedeutet Fehlertoleranz.

Dabei soll ein Dienst möglichst ohne Unterbrechung weiterlaufen, auch wenn eine Komponente ausfällt.

Unterschied:

Begriff Bedeutung
High Availability Dienst wird nach Ausfall schnell wiederhergestellt
Fault Tolerance Dienst läuft möglichst ohne merkbare Unterbrechung weiter

Fault Tolerance ist technisch aufwendiger als normale Hochverfügbarkeit.


Hochverfügbarkeit vs. Backup

Hochverfügbarkeit und Backup sind nicht dasselbe.

Hochverfügbarkeit Backup
Soll Ausfallzeit reduzieren Soll Daten wiederherstellen
Hilft bei Hardware- oder Dienstausfall Hilft bei Datenverlust
Arbeitet oft automatisch Restore muss geplant werden
Schützt nicht vor falschen Daten Kann ältere Zustände wiederherstellen
Kein Ersatz für Backup Kein Ersatz für HA

Beispiel:

Wenn eine Datei gelöscht wird, repliziert oder übernimmt ein HA-System diesen Zustand eventuell ebenfalls.

Ein Backup kann eine ältere Version wiederherstellen.


Cluster vs. Backup

Ein Cluster schützt nicht automatisch vor Datenverlust.

Beispiel:

Ereignis Hilft Cluster? Hilft Backup?
Host fällt aus Ja Nicht primär
Dienst stürzt ab Teilweise Nicht primär
Datei gelöscht Nein Ja
Ransomware verschlüsselt Daten Nein Ja, wenn Backup geschützt ist
Storage komplett defekt Nur bei redundantem Storage Ja, wenn Backup getrennt liegt
Fehlkonfiguration Teilweise nein Ja, wenn alter Stand vorhanden

Merksatz:

Ein Cluster erhöht Verfügbarkeit, ein Backup schützt vor Datenverlust. Beides wird benötigt.


Virtualisierungscluster

Ein Virtualisierungscluster besteht aus mehreren Hypervisor-Hosts.

Darauf laufen virtuelle Maschinen.

Beispiel:

Node Aufgabe
HV01 Host für VMs
HV02 Host für VMs
HV03 Host für VMs

Wenn ein Host ausfällt, können VMs auf einem anderen Host neu gestartet werden.


Beispiel Virtualisierungscluster

VM Läuft aktuell auf
DC01 HV01
FILE01 HV01
WEB01 HV02
DB01 HV03
MON01 HV02

Wenn HV01 ausfällt:

VM Neuer Host
DC01 HV02
FILE01 HV03

Voraussetzung:

Die anderen Hosts müssen genug freie Ressourcen haben.


Ressourcenreserve im Cluster

Ein Cluster braucht Reserven.

Wenn ein Node ausfällt, müssen die verbleibenden Nodes dessen VMs übernehmen können.

Beispiel:

Cluster Problem
3 Hosts, alle zu 100 % ausgelastet Kein Host-Ausfall abfangbar
3 Hosts mit Reserve Ausfall eines Hosts kann abgefangen werden

Merksatz:

Ein Cluster ohne freie Ressourcen kann kein sinnvolles Failover leisten.


N+1-Prinzip

N+1 bedeutet:

Es gibt eine zusätzliche Reservekomponente.

Beispiel:

Für die normale Last werden zwei Hosts benötigt.

Ein dritter Host ist als Reserve vorhanden.

Benötigt Vorhanden
2 Hosts 3 Hosts

Wenn ein Host ausfällt, können die verbleibenden Hosts die Last übernehmen.


N+2-Prinzip

N+2 bedeutet:

Es gibt zwei zusätzliche Reservekomponenten.

Beispiel:

Für die normale Last werden drei Hosts benötigt.

Es sind fünf Hosts vorhanden.

Benötigt Vorhanden
3 Hosts 5 Hosts

Dadurch kann der Cluster den Ausfall von zwei Hosts besser verkraften.


Shared Storage im Cluster

Shared Storage ist gemeinsamer Speicher, auf den mehrere Cluster-Nodes zugreifen können.

Beispiel:

Host Zugriff auf Storage
HV01 Ja
HV02 Ja
HV03 Ja

Vorteil:

Wenn eine VM auf einem anderen Host gestartet werden soll, kann dieser Host direkt auf die VM-Daten zugreifen.


Beispiele für Shared Storage

Storage-Art Erklärung
SAN Storage Area Network
NAS Network Attached Storage
iSCSI Blockspeicher über IP
Fibre Channel Dediziertes Storage-Netz
NFS Netzwerkdateisystem
SMB 3.0 Dateifreigabe für bestimmte Hyper-V-Szenarien

Risiko bei Shared Storage

Shared Storage kann selbst ein Single Point of Failure sein.

Beispiel:

Wenn alle Hosts auf denselben Storage zugreifen und dieser Storage ausfällt, sind alle VMs betroffen.

Deshalb muss auch der Storage redundant geplant werden.

Maßnahmen:

Maßnahme Wirkung
RAID Schutz vor Festplattenausfall
Redundante Controller Schutz vor Controllerdefekt
Mehrere Netzwege Schutz vor Netzwerkfehler
Zwei Switches Schutz vor Switchausfall
Replikation Kopie auf anderem Storage
Backup Wiederherstellung bei Datenverlust

Shared-Nothing-Cluster

Bei einem Shared-Nothing-Cluster hat jeder Node eigenen lokalen Speicher.

Die Daten werden zwischen den Nodes repliziert oder verteilt.

Beispiele:

Technologie Prinzip
Ceph Verteilter Storage
VMware vSAN Verteilter Speicher über Hosts
Storage Spaces Direct Microsoft verteilter Storage
GlusterFS Verteiltes Dateisystem

Vorteil:

Kein einzelner zentraler Storage muss zwingend vorhanden sein.

Nachteil:

Die Einrichtung ist komplexer und benötigt ein gutes Netzwerk.


Cluster-Netzwerke

Ein Cluster verwendet oft mehrere getrennte Netzwerke.

Beispiele:

Netzwerk Aufgabe
Management-Netz Verwaltung der Hosts
VM-Netz Netzwerkverkehr der virtuellen Maschinen
Storage-Netz Zugriff auf SAN, NAS, iSCSI oder NFS
Migration-Netz Live Migration von VMs
Cluster-Heartbeat Überwachung der Nodes
Backup-Netz Datenverkehr für Sicherungen

Diese Trennung kann physisch oder über VLANs erfolgen.


Warum Netztrennung wichtig ist

Grund Erklärung
Sicherheit Management und Storage nicht im normalen Clientnetz
Performance Storage- und Backupverkehr stören nicht den Benutzerverkehr
Übersicht Klare Trennung der Aufgaben
Fehlerbegrenzung Probleme in einem Netz betreffen nicht alles
Hochverfügbarkeit Redundante Wege möglich

Live Migration im Cluster

Live Migration bedeutet, dass eine laufende VM von einem Host auf einen anderen Host verschoben wird.

Beispiel:

Vorher Nachher
VM läuft auf HV01 VM läuft auf HV02

Die VM soll dabei weiterlaufen.

Nutzen:

Situation Vorteil
Wartung Host kann aktualisiert werden
Lastverteilung VMs können besser verteilt werden
Hardwaretausch VM vorher verschieben
Clusterbetrieb Flexible Verwaltung

Failover vs. Live Migration

Begriff Situation Unterbrechung
Failover Fehler oder Ausfall Häufig kurze Unterbrechung
Live Migration Geplante Verschiebung Möglichst keine Unterbrechung

Beispiel:

Situation Richtiger Begriff
Host fällt plötzlich aus Failover
Admin verschiebt VM vor Wartung Live Migration

Wartungsmodus

Ein Cluster-Node kann in den Wartungsmodus versetzt werden.

Typischer Ablauf:

Schritt Erklärung
Wartungsmodus aktivieren Host soll keine produktiven VMs mehr betreiben
VMs migrieren VMs auf andere Hosts verschieben
Updates installieren Host aktualisieren
Neustart durchführen Falls nötig
Funktion prüfen Host kontrollieren
Wartungsmodus beenden Host wieder nutzen

Wartungsmodus hilft, geplante Arbeiten ohne unnötige Ausfälle durchzuführen.


Cluster-Monitoring

Ein Cluster muss überwacht werden.

Wichtige Werte:

Bereich Messwert
Nodes Online, offline, Fehler
VMs Läuft, gestoppt, migriert
Ressourcen CPU, RAM, Storage
Netzwerk Heartbeat, Paketverlust, Latenz
Storage Freier Speicher, IOPS, Latenz
Failover-Ereignisse Wann wurde umgeschaltet?
Quorum Ist Quorum vorhanden?
Backups Erfolgreich oder fehlgeschlagen?

Cluster-Logs

Cluster-Logs helfen bei Fehlersuche.

Typische Fragen:

Frage Warum wichtig?
Warum wurde ein Failover ausgelöst? Ursache finden
Welcher Node war betroffen? Fehler eingrenzen
Gab es Heartbeat-Probleme? Netzwerk prüfen
War Storage erreichbar? Storagefehler erkennen
Gab es Ressourcenmangel? Kapazität prüfen
Wurde Quorum verloren? Split-Brain-Risiko prüfen

Cluster und Updates

Updates in einem Cluster müssen geplant werden.

Typischer Ablauf:

Schritt Erklärung
Backup prüfen Sicherung vorhanden?
Clusterzustand prüfen Alle Nodes gesund?
Node in Wartungsmodus setzen Keine produktiven VMs dort
VMs verschieben Live Migration nutzen
Updates installieren Host aktualisieren
Neustart durchführen Falls erforderlich
Funktion prüfen Node wieder gesund?
Nächsten Node aktualisieren Schrittweise vorgehen

Merksatz:

Cluster-Updates sollten nacheinander und kontrolliert erfolgen, nicht auf allen Nodes gleichzeitig.


Cluster und Backup

Auch in einem Cluster braucht man Backups.

Warum?

Risiko Cluster reicht nicht
Datei wird gelöscht Löschung bleibt im Cluster gültig
Datenbank wird beschädigt Beschädigung kann repliziert werden
Ransomware Daten können überall verschlüsselt werden
Fehlkonfiguration Falscher Zustand bleibt aktiv
Storagefehler Cluster hilft nur bei passender Storage-Redundanz

Deshalb:

Cluster und Backup gehören zusammen.


Clusterfähige Anwendungen

Nicht jede Anwendung ist automatisch clusterfähig.

Eine Anwendung ist clusterfähig, wenn sie in einer Umgebung mit mehreren Systemen zuverlässig betrieben werden kann.

Beispiele:

Anwendung / Dienst Clusterfähigkeit
Webserver Meist gut skalierbar
Datenbank Benötigt spezielle Cluster- oder Replikationsfunktion
Dateiserver Benötigt gemeinsamen oder replizierten Speicher
Alte Einzelplatzsoftware Oft nicht geeignet
Domain Controller Mehrere DCs möglich, aber kein klassischer Failover-Cluster

Stateful und Stateless

Für Cluster ist wichtig, ob eine Anwendung zustandsbehaftet oder zustandslos arbeitet.

Begriff Bedeutung
Stateless Server speichert keinen wichtigen Sitzungszustand lokal
Stateful Server speichert Sitzungszustand oder lokale Daten

Stateless-Anwendungen sind einfacher zu skalieren.

Stateful-Anwendungen brauchen besondere Konzepte wie gemeinsamen Speicher, Replikation oder Session-Persistenz.


Beispiel Stateless

Ein Webserver liefert statische Webseiten aus.

Mehrere Webserver können dieselben Dateien bereitstellen.

Ein Load Balancer verteilt Anfragen.

Wenn ein Webserver ausfällt, übernimmt ein anderer.

Das ist vergleichsweise einfach.


Beispiel Stateful

Eine Datenbank speichert laufend Transaktionen.

Mehrere Datenbankserver müssen genau wissen, welche Daten aktuell gültig sind.

Das ist deutlich komplexer.

Hier braucht man Replikation, Failover-Konzepte oder spezielle Datenbankcluster.


Clusterarten

Es gibt verschiedene Arten von Clustern.

Clusterart Ziel
Failover-Cluster Dienst bei Ausfall auf anderem Node starten
Load-Balancing-Cluster Anfragen auf mehrere Systeme verteilen
Storage-Cluster Speicher verteilt oder hochverfügbar bereitstellen
Datenbank-Cluster Datenbank hochverfügbar oder skalierbar betreiben
Virtualisierungscluster VMs auf mehreren Hosts betreiben
Container-Cluster Container auf mehreren Nodes betreiben

Failover-Cluster

Ein Failover-Cluster ist darauf ausgelegt, Dienste bei Ausfall auf einem anderen Node weiterzuführen oder neu zu starten.

Typische Beispiele:

Einsatz Beispiel
Virtualisierung VM startet auf anderem Host
Dateiserver Dateidienst wechselt auf anderen Node
Datenbank Datenbankinstanz übernimmt auf anderem Node
Anwendung Dienst startet auf Ersatzsystem

Load-Balancing-Cluster

Ein Load-Balancing-Cluster verteilt Anfragen auf mehrere aktive Systeme.

Beispiel:

System Aufgabe
Load Balancer Verteilt Anfragen
WEB01 Webserver
WEB02 Webserver
WEB03 Webserver

Ziel:

Ziel Erklärung
Mehr Leistung Mehrere Server teilen sich Arbeit
Bessere Verfügbarkeit Ausfall eines Servers kann abgefangen werden
Skalierbarkeit Weitere Server können ergänzt werden

Load Balancing wird auf einer eigenen Seite genauer behandelt.


Failover-Cluster vs. Load Balancing

Merkmal Failover-Cluster Load Balancing
Hauptziel Ausfallsicherheit Lastverteilung
Normalbetrieb Oft eine aktive Ressource Mehrere Systeme aktiv
Ausfall Ressource wechselt oder startet neu Anfragen gehen an andere Server
Beispiel VM startet auf anderem Host Webanfragen auf WEB01/WEB02
Typische Dienste VMs, Datenbanken, Dateiserver Webserver, APIs, Anwendungen

Cluster in Windows-Umgebungen

In Windows-Umgebungen gibt es den Failover Cluster.

Typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
Failover Cluster Microsoft-Clusterfunktion
Cluster Node Server im Cluster
Cluster Resource Verwaltete Ressource
CSV Cluster Shared Volume
Quorum Entscheidungsmechanismus
Witness Zusätzlicher Zeuge
Live Migration VM wird laufend verschoben

Cluster in VMware-Umgebungen

In VMware-Umgebungen sind typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
ESXi Hypervisor
vCenter Zentrale Verwaltung
vMotion Live Migration
HA Hochverfügbarkeit
DRS Automatische Lastverteilung
Datastore Speicherbereich
Cluster Gruppe von ESXi-Hosts

Cluster in Proxmox-Umgebungen

In Proxmox-Umgebungen gibt es ebenfalls Clusterfunktionen.

Typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
Node Einzelner Proxmox-Host
Cluster Zusammenschluss mehrerer Nodes
HA Manager Verwaltung hochverfügbarer Ressourcen
Ceph Verteilter Storage
Quorum Mehrheitsentscheidung
Migration VM oder Container verschieben
VMID Eindeutige ID einer VM oder eines Containers

Cluster in Container-Umgebungen

Container können ebenfalls in Clustern betrieben werden.

Beispiele:

Plattform Bedeutung
Kubernetes Container-Orchestrierung
Docker Swarm Einfacherer Container-Cluster
Nomad Workload-Orchestrierung

Typische Funktionen:

Funktion Erklärung
Scheduling Container auf Nodes verteilen
Self-Healing Fehlerhafte Container neu starten
Scaling Mehr Instanzen starten
Service Discovery Dienste auffindbar machen
Rolling Updates Schrittweise Updates durchführen

Kapazitätsplanung im Cluster

Ein Cluster muss so geplant werden, dass ein Ausfall abgefangen werden kann.

Wichtige Fragen:

Frage Bedeutung
Wie viele Nodes gibt es? Grundstruktur
Wie viele Nodes dürfen ausfallen? Verfügbarkeitsziel
Reicht CPU nach Ausfall? VMs müssen weiterlaufen
Reicht RAM nach Ausfall? RAM ist oft kritisch
Reicht Storage? VM-Daten und Snapshots
Reicht Netzwerkbandbreite? Migration, Storage, Backup
Gibt es Quorum? Cluster muss entscheiden können

Beispiel Kapazitätsplanung

Ein Cluster hat drei Hosts.

Jeder Host hat:

Ressource Wert
CPU 32 Kerne
RAM 256 GB
Storagezugriff Shared Storage

Wenn ein Host ausfällt, müssen zwei Hosts die Last von drei Hosts tragen können.

Deshalb sollte der Cluster nicht dauerhaft zu stark ausgelastet sein.


Typische Fehler bei Clustern

Fehler Auswirkung
Kein Quorum-Konzept Split-Brain-Gefahr
Kein Witness bei zwei Nodes Unsichere Mehrheitsentscheidung
Cluster voll ausgelastet Failover nicht möglich
Shared Storage nicht redundant Storage bleibt Single Point of Failure
Keine Netzwerkredundanz Heartbeat oder Storage fällt aus
Kein Backup Cluster schützt nicht vor Datenverlust
Keine Dokumentation Fehlersuche wird schwierig
Keine Failover-Tests Funktion im Ernstfall unsicher
Updates auf allen Nodes gleichzeitig Gesamtausfall möglich
Monitoring fehlt Probleme werden zu spät erkannt

Gute Praxis bei Clustern

Empfehlung Grund
Quorum sauber planen Split-Brain verhindern
Witness verwenden Besonders bei gerader Node-Anzahl
Ressourcenreserve einplanen Failover ermöglichen
Storage redundant auslegen Storage-Ausfall vermeiden
Netzwerk redundant auslegen Heartbeat, Storage und Migration absichern
Cluster regelmäßig testen Failover-Funktion prüfen
Backups unabhängig halten Schutz vor Datenverlust
Dokumentation pflegen Betrieb nachvollziehbar machen
Monitoring einrichten Fehler früh erkennen
Updates schrittweise durchführen Ausfallrisiko senken

Prüfungsnahes Beispiel 1

Aufgabe:

Ein Unternehmen betreibt eine wichtige VM auf einem einzelnen Hypervisor-Host. Wenn dieser Host ausfällt, ist die VM nicht verfügbar.

Frage:

Welche Lösung verbessert die Verfügbarkeit?

Mögliche Antwort:

Eine Lösung wäre ein Virtualisierungscluster aus mehreren Hosts. Die VM kann dann bei Ausfall eines Hosts auf einem anderen Host neu gestartet werden. Zusätzlich werden gemeinsamer oder replizierter Storage, Netzwerkredundanz, Monitoring und Backups benötigt.


Prüfungsnahes Beispiel 2

Aufgabe:

Ein Cluster mit zwei Nodes verliert die Netzwerkverbindung zwischen den Nodes. Beide Nodes greifen auf denselben Speicher zu.

Frage:

Welches Risiko entsteht?

Mögliche Antwort:

Es besteht die Gefahr eines Split-Brain-Zustands. Beide Nodes könnten glauben, dass der jeweils andere ausgefallen ist und gleichzeitig aktiv werden. Wenn beide auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption kommen. Ein korrektes Quorum mit Witness soll das verhindern.


Prüfungsnahes Beispiel 3

Aufgabe:

Ein Unternehmen hat einen Drei-Node-Cluster. Alle Hosts sind dauerhaft zu 95 Prozent ausgelastet.

Frage:

Warum ist das problematisch?

Mögliche Antwort:

Bei Ausfall eines Nodes müssten die verbleibenden Hosts dessen Last übernehmen. Wenn sie bereits fast vollständig ausgelastet sind, reicht die Kapazität dafür nicht aus. Ein Cluster benötigt Ressourcenreserven, zum Beispiel nach dem N+1-Prinzip.


Prüfungsnahes Beispiel 4

Aufgabe:

Ein Administrator meint: „Wir brauchen keine Backups, weil unsere Server im Cluster laufen.“

Frage:

Warum ist diese Aussage falsch?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster erhöht die Verfügbarkeit, schützt aber nicht zuverlässig vor Datenverlust. Versehentlich gelöschte Dateien, Ransomware, Datenkorruption oder Fehlkonfigurationen können im Cluster ebenfalls wirksam werden. Backups sind weiterhin notwendig.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Cluster?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster ist ein Zusammenschluss mehrerer Server, die gemeinsam Dienste bereitstellen oder absichern. Ziel ist meistens Hochverfügbarkeit, Lastverteilung, Skalierbarkeit oder bessere Wartbarkeit.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Cluster-Node?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster-Node ist ein einzelner Server innerhalb eines Clusters. Mehrere Nodes bilden zusammen den Cluster.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Failover?

Mögliche Antwort:

Failover bedeutet, dass ein Dienst oder eine Ressource bei Ausfall eines Systems auf ein anderes System wechselt oder dort neu gestartet wird. Dadurch wird die Ausfallzeit reduziert.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Failback?

Mögliche Antwort:

Failback bedeutet, dass ein Dienst nach der Reparatur oder Wiederverfügbarkeit des ursprünglichen Systems wieder dorthin zurückverschoben wird.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Quorum?

Mögliche Antwort:

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus in einem Cluster. Es legt fest, welcher Teil des Clusters weiterarbeiten darf. Dadurch wird verhindert, dass mehrere Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden und Daten beschädigen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Split-Brain?

Mögliche Antwort:

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand, bei dem getrennte Cluster-Teile gleichzeitig glauben, aktiv sein zu dürfen. Wenn beide Seiten auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption kommen. Quorum und Witness helfen, Split-Brain zu verhindern.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Witness?

Mögliche Antwort:

Ein Witness ist eine zusätzliche Entscheidungsinstanz in einem Cluster. Er hilft beim Quorum, eine Mehrheit zu bilden. Beispiele sind File Share Witness, Disk Witness oder Cloud Witness.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied Aktiv/Passiv und Aktiv/Aktiv

Aktiv/Passiv Aktiv/Aktiv
Ein Node ist aktiv, ein anderer wartet Mehrere Nodes arbeiten gleichzeitig
Einfacher Aufbau Bessere Ressourcennutzung
Passiver Node als Reserve Alle Nodes können produktiv genutzt werden
Beispiel: Dienst mit Standby-Node Beispiel: mehrere Webserver

Typische Prüfungsfrage: Unterschied Hochverfügbarkeit und Fehlertoleranz

Hochverfügbarkeit Fehlertoleranz
Dienst wird nach Ausfall schnell wiederhergestellt Dienst läuft möglichst ohne Unterbrechung weiter
Kurze Unterbrechung möglich Möglichst keine merkbare Unterbrechung
Häufiger in normalen IT-Umgebungen Technisch aufwendiger

Typische Prüfungsfrage: Warum braucht ein Cluster trotzdem Backups?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster schützt vor Ausfällen einzelner Systeme, aber nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware, Datenkorruption oder Fehlkonfiguration. Backups werden benötigt, um ältere oder saubere Datenstände wiederherzustellen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist der Unterschied zwischen Failover und Live Migration?

Failover Live Migration
Reaktion auf Fehler oder Ausfall Geplante Verschiebung
Häufig kurze Unterbrechung Möglichst ohne Unterbrechung
Beispiel: Host fällt aus Beispiel: Wartung eines Hosts

Typische Prüfungsfrage: Warum braucht ein Cluster Ressourcenreserven?

Mögliche Antwort:

Wenn ein Node ausfällt, müssen die verbleibenden Nodes dessen Dienste oder VMs übernehmen können. Sind alle Nodes bereits voll ausgelastet, ist kein zuverlässiges Failover möglich. Deshalb braucht ein Cluster freie CPU-, RAM-, Storage- und Netzwerkressourcen.


Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Cluster Verbund mehrerer Server
Node Einzelner Server im Cluster
Cluster-Ressource Vom Cluster verwalteter Dienst oder Objekt
Hochverfügbarkeit Dienst soll möglichst wenig ausfallen
Failover Übernahme bei Ausfall
Failback Rückkehr auf ursprüngliches System
Heartbeat Regelmäßiges Signal zwischen Nodes
Quorum Entscheidungsmechanismus im Cluster
Witness Zusätzlicher Zeuge für Quorum
Split-Brain Getrennte Cluster-Teile werden gleichzeitig aktiv
Aktiv/Passiv Ein aktiver Node, ein Standby-Node
Aktiv/Aktiv Mehrere Nodes arbeiten gleichzeitig
High Availability Hochverfügbarkeit
Fault Tolerance Fehlertoleranz
Shared Storage Gemeinsamer Speicher
Shared-Nothing Kein zentral gemeinsamer Speicher
N+1 Eine Reservekomponente
N+2 Zwei Reservekomponenten
Wartungsmodus Node für Wartung vorbereiten
Live Migration Laufende VM verschieben
Single Point of Failure Einzelne kritische Ausfallstelle
Redundanz Kritische Komponenten mehrfach vorhanden

Wichtige Merksätze

Ein Cluster ist ein Verbund mehrerer Server, die gemeinsam Dienste bereitstellen oder absichern.

Hochverfügbarkeit reduziert Ausfallzeiten, verhindert aber nicht automatisch jede Unterbrechung.

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.

Failback bedeutet Rückkehr auf das ursprüngliche System.

Heartbeat dient zur Überwachung der Cluster-Nodes.

Quorum verhindert gefährliche Split-Brain-Situationen.

Ein Witness hilft dem Cluster bei der Mehrheitsentscheidung.

Ein Cluster braucht Ressourcenreserven, sonst kann er keinen Ausfall abfangen.

Shared Storage muss ebenfalls redundant geplant werden.

Ein Cluster ersetzt kein Backup.

Snapshots ersetzen kein Backup.

RAID ersetzt kein Backup.

Live Migration ist für geplante Verschiebungen, Failover für Fehlerfälle.


Kurzzusammenfassung

Cluster und Hochverfügbarkeit dienen dazu, wichtige IT-Dienste zuverlässiger bereitzustellen.

Ein Cluster besteht aus mehreren Nodes.
Diese Nodes können Dienste, virtuelle Maschinen oder andere Ressourcen gemeinsam verwalten.

Wichtige Ziele sind:

Ziel Bedeutung
Hochverfügbarkeit Weniger Ausfallzeit
Failover Übernahme bei Ausfall
Wartbarkeit Systeme können nacheinander gewartet werden
Skalierbarkeit Weitere Nodes können ergänzt werden
Redundanz Einzelne Ausfälle besser abfangen

Besonders wichtig sind:

Thema Kerngedanke
Quorum Eindeutige Entscheidung im Cluster
Witness Hilft bei Mehrheitsentscheidung
Split-Brain Gefährlicher Zustand bei Kommunikationsverlust
Ressourcenreserve Notwendig für echtes Failover
Shared Storage Praktisch, aber selbst kritisch
Backup Weiterhin zwingend notwendig
Monitoring Fehler früh erkennen
Dokumentation Betrieb nachvollziehbar machen

Für die IHK ist besonders wichtig:

Prüfungsrelevanter Punkt Bedeutung
Cluster erklären können Mehrere Server arbeiten zusammen
Failover erklären können Dienst übernimmt auf anderem System
Quorum verstehen Verhindert falsche Mehrfachaktivität
Split-Brain kennen Gefahr für Datenkonsistenz
Aktiv/Aktiv und Aktiv/Passiv unterscheiden Unterschiedliche Clusterkonzepte
Cluster vs. Backup unterscheiden Verfügbarkeit ist nicht Datensicherung
Ressourcenreserven beachten Cluster muss Ausfall abfangen können

Der nächste logische Schritt ist:

Failover, Quorum und Split-Brain

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.6 Failover, Quorum und Split-Brain

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Auf der vorherigen Seite ging es allgemein um Cluster und Hochverfügbarkeit.

Jetzt geht es genauer um drei besonders wichtige Cluster-Begriffe:

Begriff Bedeutung
Failover Übernahme bei Ausfall
Quorum Entscheidungsmechanismus im Cluster
Split-Brain Gefährlicher Zustand durch getrennte Cluster-Teile

Diese Begriffe sind wichtig, weil sie erklären, wie ein Cluster bei Fehlern entscheidet und warum falsche Entscheidungen zu Datenverlust führen können.


Grundidee

Ein Cluster besteht aus mehreren Servern.

Diese Server müssen ständig wissen:

Frage Warum wichtig?
Welche Nodes sind erreichbar? Damit Ausfälle erkannt werden
Welche Ressourcen laufen wo? Damit Dienste nicht doppelt starten
Wer darf aktiv sein? Damit keine Daten beschädigt werden
Gibt es eine Mehrheit? Damit der Cluster eindeutig entscheiden kann

Wenn ein Node ausfällt, soll der Cluster reagieren.

Wenn aber nur die Netzwerkverbindung gestört ist, darf der Cluster nicht einfach falsch übernehmen.

Genau dafür sind Quorum und Split-Brain-Schutz wichtig.


Was ist Failover?

Failover bedeutet, dass ein Dienst oder eine Ressource bei Ausfall eines Systems auf ein anderes System wechselt oder dort neu gestartet wird.

Beispiel:

Eine virtuelle Maschine läuft auf Host 1.

Host 1 fällt aus.

Der Cluster startet die VM auf Host 2 neu.

Schritt Ereignis
1 VM läuft auf HV01
2 HV01 fällt aus
3 Cluster erkennt den Ausfall
4 VM wird auf HV02 gestartet
5 Dienst ist wieder erreichbar

Merksatz

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.


Warum Failover wichtig ist

Ohne Failover müsste ein Administrator einen Dienst manuell auf einem anderen System starten.

Das dauert länger und erhöht die Ausfallzeit.

Mit Failover kann ein Cluster schneller reagieren.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Kürzere Ausfallzeit Dienst wird schneller wieder verfügbar
Automatische Reaktion Kein sofortiges manuelles Eingreifen nötig
Bessere Verfügbarkeit Kritische Dienste fallen weniger lange aus
Geplanter Betrieb Ressourcen können gezielt verteilt werden

Failover bei virtuellen Maschinen

In einem Virtualisierungscluster kann eine VM bei Host-Ausfall auf einem anderen Host neu gestartet werden.

Beispiel:

VM Vor Ausfall Nach Failover
DC01 HV01 HV02
FILE01 HV01 HV03
WEB01 HV02 HV02
DB01 HV03 HV03

Wenn HV01 ausfällt, werden die betroffenen VMs auf anderen Hosts neu gestartet.

Wichtig:

Es gibt meistens eine kurze Unterbrechung, weil die VM neu starten muss.


Failover ist nicht immer unterbrechungsfrei

Failover bedeutet nicht automatisch, dass Benutzer gar nichts merken.

Beispiel:

Situation Auswirkung
Host fällt aus VM läuft nicht mehr
Cluster erkennt Ausfall Fehler wird verarbeitet
VM wird auf anderem Host gestartet Bootvorgang dauert
Dienst startet Benutzer können wieder zugreifen

Je nach Dienst kann die Unterbrechung Sekunden bis Minuten dauern.


Failover vs. Fault Tolerance

Begriff Bedeutung
Failover Dienst wird nach Ausfall auf anderem System gestartet
Fault Tolerance Dienst läuft trotz Ausfall möglichst ohne Unterbrechung weiter

Failover ist in vielen IT-Umgebungen üblich.

Fault Tolerance ist technisch aufwendiger.


Automatisches Failover

Beim automatischen Failover erkennt der Cluster einen Fehler selbst und startet die betroffene Ressource auf einem anderen Node.

Beispiel:

Ereignis Reaktion
Node fällt aus Cluster startet Ressource auf anderem Node
VM reagiert nicht Cluster versucht Neustart
Dienst ist nicht erreichbar Cluster löst Failover aus

Vorteil:

Schnelle Reaktion.

Nachteil:

Wenn die Fehlererkennung falsch ist, kann ein unnötiges Failover ausgelöst werden.


Manuelles Failover

Beim manuellen Failover verschiebt ein Administrator eine Ressource bewusst auf einen anderen Node.

Typische Gründe:

Grund Beispiel
Wartung Ein Host soll aktualisiert werden
Test Failover-Funktion prüfen
Lastverteilung Ressource soll auf anderen Node
Fehleranalyse Dienst soll kontrolliert verschoben werden

Manuelles Failover ist kontrollierter als automatisches Failover.


Geplantes Failover

Ein geplantes Failover findet bewusst statt.

Beispiel:

Ein Administrator möchte HV01 warten.

Vorher werden die VMs kontrolliert auf HV02 und HV03 verschoben.

Schritt Erklärung
1 Wartung ankündigen
2 Backups prüfen
3 VMs verschieben
4 Host warten
5 Funktion prüfen
6 Host wieder aktivieren

Geplantes Failover verursacht meist weniger Risiko als ungeplantes Failover.


Ungeplantes Failover

Ein ungeplantes Failover passiert durch einen Fehler.

Beispiele:

Ursache Beispiel
Hardwaredefekt Host fällt plötzlich aus
Stromausfall Node geht aus
Netzwerkfehler Node ist nicht erreichbar
Hypervisor-Absturz Host reagiert nicht
Storageproblem VM-Daten nicht erreichbar

Ungeplantes Failover ist riskanter, weil der Ausfall plötzlich passiert.


Failback

Failback bedeutet, dass eine Ressource nach der Reparatur wieder auf das ursprüngliche System zurückwechselt.

Beispiel:

Schritt Ereignis
1 VM läuft auf HV01
2 HV01 fällt aus
3 VM wird auf HV02 gestartet
4 HV01 wird repariert
5 VM wird wieder zurück auf HV01 verschoben

Failback kann automatisch oder manuell erfolgen.


Automatisches Failback

Beim automatischen Failback wird eine Ressource automatisch auf den ursprünglichen Node zurückverschoben, sobald dieser wieder verfügbar ist.

Vorteil:

Der gewünschte Normalzustand wird automatisch wiederhergestellt.

Nachteil:

Es kann zusätzliche Bewegung und Last erzeugen.

Beispiel:

Ein Host kommt nach Reparatur zurück und viele VMs wandern automatisch zurück.
Das kann unnötige Last verursachen.


Manuelles Failback

Beim manuellen Failback entscheidet ein Administrator bewusst, wann eine Ressource zurückverschoben wird.

Vorteil:

Kontrollierter Ablauf.

Nachteil:

Mehr manueller Aufwand.

In produktiven Umgebungen ist manuelles Failback oft sinnvoller, weil man vorher prüfen kann, ob der reparierte Node wirklich stabil läuft.


Failover-Voraussetzungen

Damit Failover funktionieren kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein.

Voraussetzung Erklärung
Mehrere Nodes Es muss ein Zielsystem geben
Clusterverwaltung Nodes müssen gemeinsam verwaltet werden
Ressource muss clusterfähig sein Dienst oder VM muss verschiebbar sein
Zugriff auf Daten Zielnode muss an die Daten kommen
Netzwerkverbindung Nodes müssen kommunizieren
Quorum Cluster muss entscheiden können
Ressourcenreserve Zielnode muss genug CPU/RAM haben
Monitoring Fehler müssen erkannt werden

Failover bei VMs mit Shared Storage

Bei Shared Storage greifen mehrere Hosts auf denselben Speicher zu.

Beispiel:

Host Zugriff auf VM-Daten
HV01 Ja
HV02 Ja
HV03 Ja

Wenn HV01 ausfällt, kann HV02 die VM starten, weil HV02 ebenfalls Zugriff auf die VM-Daten hat.

Vorteil:

Failover ist einfacher, weil die VM-Daten nicht erst kopiert werden müssen.


Failover bei VMs mit lokalem Storage

Wenn eine VM nur auf lokalem Storage eines Hosts liegt, ist Failover schwieriger.

Beispiel:

VM Speicherort
WEB01 Lokale Disk von HV01

Wenn HV01 ausfällt, kommt HV02 nicht automatisch an die VM-Daten.

Mögliche Lösungen:

Lösung Erklärung
Replikation VM-Daten werden auf anderen Host kopiert
Verteilter Storage Daten liegen verteilt auf mehreren Nodes
Backup-Restore VM aus Backup wiederherstellen
Shared Storage Gemeinsamen Speicher nutzen

Failover und Ressourcenreserve

Ein Failover funktioniert nur sinnvoll, wenn der Zielnode genug freie Ressourcen hat.

Beispiel:

Node Auslastung
HV01 90 %
HV02 95 %
HV03 92 %

Wenn HV01 ausfällt, können HV02 und HV03 die zusätzlichen VMs kaum übernehmen.

Besser:

Node Auslastung
HV01 60 %
HV02 60 %
HV03 60 %

Dann gibt es Reserven für einen Ausfall.


N+1 beim Failover

N+1 bedeutet, dass eine zusätzliche Reserve vorhanden ist.

Beispiel:

Für die normale Last werden zwei Hosts benötigt.

Es sind drei Hosts vorhanden.

Benötigt Vorhanden
2 Hosts 3 Hosts

Wenn ein Host ausfällt, können die anderen Hosts die Last übernehmen.


Was ist Quorum?

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus in einem Cluster.

Es legt fest, ob der Cluster oder ein Teil des Clusters weiterarbeiten darf.

Ziel:

Der Cluster soll auch bei Störungen eindeutig entscheiden können.

Quorum verhindert, dass mehrere getrennte Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden.


Merksatz

Quorum sorgt dafür, dass im Cluster nur der Teil weiterarbeitet, der eine gültige Mehrheit besitzt.


Warum braucht ein Cluster Quorum?

Ein Cluster muss erkennen können, ob ein Node wirklich ausgefallen ist oder nur die Verbindung gestört ist.

Beispiel:

Situation Problem
Node antwortet nicht Ist der Node aus oder nur nicht erreichbar?
Netzwerk getrennt Beide Seiten könnten weiterarbeiten wollen
Storage erreichbar Mehrere Nodes könnten auf dieselben Daten schreiben
Dienst wird doppelt gestartet Daten können beschädigt werden

Quorum verhindert falsche Mehrfachaktivität.


Quorum und Mehrheit

Viele Cluster arbeiten mit einem Mehrheitsprinzip.

Beispiel mit drei Nodes:

Komponente Stimme
Node 1 1
Node 2 1
Node 3 1

Insgesamt gibt es 3 Stimmen.

Mehrheit bedeutet mindestens 2 Stimmen.

Erreichbare Stimmen Entscheidung
3 von 3 Cluster darf arbeiten
2 von 3 Cluster darf arbeiten
1 von 3 Keine Mehrheit, Cluster sollte stoppen

Quorum-Beispiel mit drei Nodes

Ausgangslage:

Node Zustand
HV01 Online
HV02 Online
HV03 Online

Alle Nodes haben Verbindung.

Der Cluster hat Quorum.

Jetzt fällt HV03 aus.

Node Zustand
HV01 Online
HV02 Online
HV03 Offline

HV01 und HV02 haben zusammen noch die Mehrheit.

Der Cluster darf weiterarbeiten.


Quorum-Beispiel mit zwei getrennten Cluster-Teilen

Ein Drei-Node-Cluster wird getrennt.

Cluster-Teil Nodes Stimmen
Teil A HV01, HV02 2
Teil B HV03 1

Teil A hat die Mehrheit und darf weiterarbeiten.

Teil B hat keine Mehrheit und darf nicht weiterarbeiten.

Dadurch wird verhindert, dass beide Seiten gleichzeitig aktiv sind.


Quorum bei zwei Nodes

Ein Zwei-Node-Cluster ist besonders kritisch.

Beispiel:

Komponente Stimme
Node 1 1
Node 2 1

Wenn die Verbindung zwischen beiden Nodes ausfällt, hat jede Seite nur eine Stimme.

Ohne zusätzliche Entscheidungshilfe ist unklar, wer weiterarbeiten darf.

Deshalb braucht ein Zwei-Node-Cluster häufig einen Witness.


Witness

Ein Witness ist eine zusätzliche Entscheidungsinstanz für das Quorum.

Er hilft, eine Mehrheit zu bilden.

Beispiele:

Witness-Art Erklärung
File Share Witness Netzwerkfreigabe als Zeuge
Disk Witness Gemeinsamer Datenträger als Zeuge
Cloud Witness Cloud-Dienst als Zeuge

Merksatz

Ein Witness hilft dem Cluster, bei gerader Node-Anzahl eine eindeutige Mehrheit zu bilden.


Zwei Nodes mit Witness

Beispiel:

Komponente Stimme
Node 1 1
Node 2 1
Witness 1

Insgesamt gibt es 3 Stimmen.

Mehrheit bedeutet mindestens 2 Stimmen.

Erreichbar Stimmen Ergebnis
Node 1 + Node 2 + Witness 3 Cluster arbeitet
Node 1 + Witness 2 Node 1 darf arbeiten
Node 2 + Witness 2 Node 2 darf arbeiten
Nur Node 1 1 Keine Mehrheit
Nur Node 2 1 Keine Mehrheit

File Share Witness

Ein File Share Witness ist eine Netzwerkfreigabe, die als Zeuge für das Quorum verwendet wird.

Beispiel:

Komponente Beispiel
Witness-Server FS01
Freigabe \FS01\ClusterWitness
Aufgabe Zusätzliche Stimme für Quorum

Vorteil:

Einfach einzurichten.

Nachteil:

Die Freigabe muss zuverlässig erreichbar sein.


Disk Witness

Ein Disk Witness ist ein gemeinsamer Datenträger, der als Zeuge genutzt wird.

Er wird oft in klassischen Shared-Storage-Clustern verwendet.

Vorteil Nachteil
Gute Integration in Storage-Cluster Abhängigkeit vom gemeinsamen Storage

Cloud Witness

Ein Cloud Witness nutzt einen Cloud-Dienst als Zeuge.

Beispiel:

Ein Windows-Failover-Cluster kann einen Cloud Witness verwenden.

Vorteil:

Nützlich bei verteilten Standorten.

Nachteil:

Abhängigkeit von Internet und Cloudzugang.


Dynamisches Quorum

Manche moderne Cluster können Stimmen dynamisch anpassen.

Ziel:

Der Cluster soll bei Node-Ausfällen möglichst lange entscheidungsfähig bleiben.

Beispiel:

Wenn ein Node geplant heruntergefahren wird, kann der Cluster die Stimmenverteilung anpassen.

Für die IHK reicht meist:

Quorum bedeutet Mehrheitsentscheidung im Cluster.


Was ist Split-Brain?

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand in einem Cluster.

Dabei verlieren Cluster-Teile die Verbindung zueinander und glauben gleichzeitig, aktiv sein zu dürfen.

Beispiel:

Cluster-Teil Glaubt
Teil A Ich bin der aktive Cluster
Teil B Ich bin der aktive Cluster

Wenn beide Teile gleichzeitig auf dieselben Daten schreiben, können Daten beschädigt werden.


Merksatz

Split-Brain bedeutet, dass getrennte Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden und dadurch Daten beschädigen können.


Wie entsteht Split-Brain?

Split-Brain entsteht häufig durch Kommunikationsprobleme.

Beispiele:

Ursache Erklärung
Netzwerkunterbrechung Nodes erreichen sich nicht mehr
Heartbeat-Verlust Cluster erkennt andere Nodes nicht
Falsches Quorum Keine klare Mehrheitsentscheidung
Fehlender Witness Besonders kritisch bei zwei Nodes
Storage weiterhin erreichbar Beide Seiten können auf Daten schreiben
Fehlkonfiguration Clusterregeln sind falsch gesetzt

Split-Brain-Beispiel

Ein Cluster besteht aus zwei Nodes.

Beide greifen auf denselben Storage zu.

Komponente Zustand
Node 1 Online
Node 2 Online
Verbindung zwischen Nodes Unterbrochen
Shared Storage Für beide erreichbar

Problem:

Node 1 glaubt, Node 2 sei ausgefallen.
Node 2 glaubt, Node 1 sei ausgefallen.

Wenn beide den Dienst aktiv starten und auf dieselben Daten schreiben, entsteht Datenkorruption.


Warum Split-Brain gefährlich ist

Gefahr Erklärung
Datenkorruption Zwei Systeme schreiben gleichzeitig
Inkonsistente Daten Unterschiedliche Datenstände entstehen
Dienstfehler Anwendungen arbeiten mit falschem Zustand
Datenverlust Änderungen können überschrieben werden
Schwierige Wiederherstellung Manuelle Reparatur nötig
Lange Ausfallzeit Analyse und Korrektur dauern

Wie verhindert man Split-Brain?

Wichtige Maßnahmen:

Maßnahme Wirkung
Quorum korrekt planen Nur Mehrheit darf arbeiten
Witness einsetzen Hilft bei gerader Node-Anzahl
Redundantes Cluster-Netzwerk Heartbeat-Ausfall vermeiden
Storage-Zugriff absichern Nicht mehrere Seiten gleichzeitig schreiben lassen
Fencing / STONITH Defekten oder isolierten Node ausschalten
Monitoring Fehler früh erkennen
Tests Failover-Szenarien prüfen

Fencing

Fencing bedeutet, einen fehlerhaften oder isolierten Node vom Clusterbetrieb auszuschließen.

Ziel:

Ein Node, der nicht mehr sicher koordiniert ist, darf nicht weiter auf gemeinsame Ressourcen zugreifen.

Beispiel:

Situation Fencing-Reaktion
Node reagiert nicht korrekt Node wird ausgeschaltet oder isoliert
Node hat Clusterkontakt verloren Zugriff auf Ressourcen wird verhindert
Gefahr von Split-Brain Unsicherer Node wird blockiert

STONITH

STONITH steht für:

Shoot The Other Node In The Head

Das klingt hart, bedeutet technisch:

Ein unsicherer Node wird ausgeschaltet oder vom Zugriff ausgeschlossen.

Ziel:

Datenkonsistenz schützen.

Beispiel:

Ein Cluster kann über IPMI, iLO, iDRAC oder PDU einen Node ausschalten, wenn dieser nicht mehr sicher arbeitet.


Warum Fencing wichtig ist

Ohne Fencing könnte ein isolierter Node weiterarbeiten.

Problem:

Auch wenn ein Node keine Clusterverbindung mehr hat, kann er eventuell noch auf Storage schreiben.

Fencing stellt sicher:

Ziel Erklärung
Nur ein aktiver Zugriff Daten werden geschützt
Unsicherer Node wird isoliert Split-Brain wird verhindert
Clusterzustand bleibt eindeutig Andere Nodes können übernehmen

Heartbeat

Heartbeat ist ein regelmäßiges Signal zwischen Cluster-Nodes.

Damit prüfen Nodes gegenseitig, ob sie erreichbar sind.

Beispiel:

Node Heartbeat
HV01 sendet Signal
HV02 sendet Signal
HV03 sendet Signal

Wenn ein Node keinen Heartbeat mehr sendet, kann der Cluster einen Ausfall vermuten.


Heartbeat-Verlust

Ein Heartbeat-Verlust bedeutet nicht automatisch, dass der Server wirklich ausgefallen ist.

Mögliche Ursachen:

Ursache Erklärung
Server aus Echter Ausfall
Netzwerkproblem Node läuft noch, ist aber nicht erreichbar
Switchproblem Verbindung unterbrochen
Firewallproblem Heartbeat blockiert
Überlastung Node antwortet zu spät

Deshalb darf der Cluster nicht nur nach Gefühl entscheiden.

Quorum und Fencing sind wichtig.


Cluster-Kommunikation

Cluster-Nodes kommunizieren ständig miteinander.

Übertragen werden zum Beispiel:

Information Bedeutung
Node-Status Online oder offline
Ressourcenstatus Welche VM läuft wo?
Heartbeat Erreichbarkeit
Quorum-Information Mehrheit vorhanden?
Failover-Ereignisse Umschaltungen
Konfiguration Clusterregeln und Zustände

Cluster-Netzwerk redundant auslegen

Das Cluster-Netzwerk sollte nicht nur über eine einzige Verbindung laufen.

Besser:

Maßnahme Vorteil
Zwei Netzwerkkarten Schutz bei NIC-Ausfall
Zwei Switches Schutz bei Switch-Ausfall
Getrennte VLANs Logische Trennung
Separates Heartbeat-Netz Weniger Störungen
Monitoring Fehler schnell erkennen

Failover-Reihenfolge

In manchen Clustern kann man festlegen, auf welchen Node eine Ressource bevorzugt wechseln soll.

Beispiel:

Ressource Bevorzugter Node Ersatznode
VM DC01 HV01 HV02
VM FILE01 HV02 HV03
VM WEB01 HV03 HV01

Das hilft bei geordneter Lastverteilung.


Failover-Priorität

Nicht alle VMs sind gleich wichtig.

Beispiel:

VM Priorität
DC01 Hoch
DNS01 Hoch
DB01 Hoch
FILE01 Mittel
TEST01 Niedrig

Bei Ressourcenknappheit sollten wichtige VMs zuerst gestartet werden.

Testsysteme können später oder gar nicht automatisch starten.


Abhängigkeiten beim Failover

Manche Dienste hängen von anderen Diensten ab.

Beispiel:

Dienst Benötigt
APP01 DB01
WEB01 APP01
FILE01 DC01 und DNS
BACKUP01 Storage und Netzwerk

Bei Failover oder Neustart muss die Reihenfolge beachtet werden.


Startreihenfolge nach Failover

Eine sinnvolle Startreihenfolge kann sein:

Reihenfolge System Grund
1 Netzwerk / Storage Grundlage
2 Domain Controller / DNS Anmeldung und Namensauflösung
3 Datenbank Anwendung benötigt Daten
4 Applikationsserver Anwendung startet
5 Webserver Zugriff für Benutzer
6 Monitoring / Backup Kontrolle und Sicherung

Failover-Test

Ein Failover sollte getestet werden.

Warum?

Grund Erklärung
Funktion prüfen Failover muss im Ernstfall funktionieren
Ausfallzeit messen RTO prüfen
Abhängigkeiten erkennen Startreihenfolge testen
Dokumentation verbessern Ablauf festhalten
Fehler vor Ernstfall finden Risiko senken

Geplanter Failover-Test

Typischer Ablauf:

Schritt Erklärung
Test ankündigen Benutzer und Verantwortliche informieren
Backup prüfen Rückfallmöglichkeit sicherstellen
Clusterzustand prüfen Alle Nodes gesund?
Failover auslösen Ressource verschieben
Dienst prüfen Funktioniert der Dienst?
Rückschwenk testen Failback prüfen
Ergebnis dokumentieren Erkenntnisse festhalten

Risiken beim Failover-Test

Risiko Erklärung
Dienstunterbrechung Benutzer können betroffen sein
Datenbankprobleme Transaktionen können unterbrochen werden
Abhängigkeiten Folgefehler bei anderen Diensten
Performance Zielnode kann überlastet werden
Rückfallplan fehlt Problem dauert länger

Deshalb sollten Failover-Tests geplant und dokumentiert werden.


RTO beim Failover

RTO steht für Recovery Time Objective.

Es beschreibt, wie lange ein Dienst maximal ausfallen darf.

Beispiel:

Dienst RTO
DNS 15 Minuten
Fileserver 2 Stunden
Testsystem 24 Stunden

Failover hilft, das RTO zu verkürzen.


RPO beim Failover

RPO steht für Recovery Point Objective.

Es beschreibt, wie viele Daten maximal verloren gehen dürfen.

Bei Failover hängt RPO stark von Storage und Replikation ab.

Beispiel:

Technik Möglicher Datenverlust
Shared Storage Meist geringer, wenn Storage intakt
Synchrone Replikation Sehr gering
Asynchrone Replikation Letzte Änderungen können fehlen
Backup-Restore Abhängig vom letzten Backup

Failover ersetzt kein Backup

Failover schützt vor Ausfallzeiten, aber nicht vor Datenverlust durch falsche oder beschädigte Daten.

Beispiele:

Problem Failover hilft? Backup hilft?
Host fällt aus Ja Nicht primär
Datei gelöscht Nein Ja
Ransomware verschlüsselt Daten Nein Ja, wenn Backup geschützt
Datenbank beschädigt Nicht zuverlässig Ja, wenn konsistentes Backup
Fehlkonfiguration Nicht zuverlässig Ja, wenn alter Stand vorhanden

Merksatz:

Failover erhöht Verfügbarkeit, Backup schützt vor Datenverlust.


Typische Fehler bei Failover, Quorum und Split-Brain

Fehler Auswirkung
Kein Witness bei zwei Nodes Unklare Entscheidung bei Ausfall
Quorum falsch geplant Cluster kann stoppen oder falsch arbeiten
Kein Fencing Split-Brain-Gefahr
Cluster-Netzwerk nicht redundant Heartbeat-Probleme
Shared Storage nicht redundant Storage bleibt Single Point of Failure
Keine Ressourcenreserve Failover kann nicht starten
Keine Failover-Tests Funktion im Ernstfall unsicher
Abhängigkeiten nicht dokumentiert Dienste starten falsch
Failback automatisch ohne Kontrolle Unnötige Last oder neue Störungen
Kein Backup Datenverlust trotz Cluster möglich

Gute Praxis

Empfehlung Grund
Quorum-Konzept planen Klare Entscheidungen ermöglichen
Witness bei gerader Node-Anzahl nutzen Mehrheit herstellen
Fencing einrichten Split-Brain verhindern
Heartbeat-Netz redundant auslegen Fehlalarme vermeiden
Ressourcenreserve einplanen Failover ermöglichen
Failover regelmäßig testen Ernstfall vorbereiten
Failback kontrolliert durchführen Stabilität prüfen
Abhängigkeiten dokumentieren Richtige Startreihenfolge
Monitoring einrichten Probleme früh erkennen
Backups getrennt halten Datenverlust vermeiden

Prüfungsnahes Beispiel 1

Aufgabe:

Ein Zwei-Node-Cluster verliert die Netzwerkverbindung zwischen den beiden Nodes. Beide Nodes können weiterhin auf den gemeinsamen Storage zugreifen.

Frage:

Welches Risiko entsteht?

Mögliche Antwort:

Es besteht die Gefahr eines Split-Brain-Zustands. Beide Nodes könnten glauben, dass der jeweils andere ausgefallen ist und gleichzeitig aktiv werden. Wenn beide auf denselben Storage schreiben, kann es zu Datenkorruption kommen. Ein korrektes Quorum mit Witness und Fencing soll das verhindern.


Prüfungsnahes Beispiel 2

Aufgabe:

Ein Cluster besteht aus drei Nodes. Ein Node fällt aus.

Frage:

Darf der Cluster weiterarbeiten?

Mögliche Antwort:

Ja, wenn die verbleibenden zwei Nodes noch miteinander kommunizieren können. Bei drei Stimmen besitzen zwei erreichbare Nodes weiterhin die Mehrheit. Das Quorum ist vorhanden.


Prüfungsnahes Beispiel 3

Aufgabe:

Ein Cluster besteht aus zwei Nodes ohne Witness. Die Verbindung zwischen den Nodes wird unterbrochen.

Frage:

Warum ist das problematisch?

Mögliche Antwort:

Ohne Witness gibt es keine eindeutige Mehrheit. Jeder Node hat nur seine eigene Stimme. Dadurch kann der Cluster nicht sicher entscheiden, welcher Node weiterarbeiten darf. Es besteht Risiko für Dienstunterbrechung oder Split-Brain, je nach Konfiguration.


Prüfungsnahes Beispiel 4

Aufgabe:

Ein Administrator möchte einen Host warten und verschiebt vorher die VMs auf einen anderen Host.

Frage:

Ist das Failover oder Live Migration?

Mögliche Antwort:

Das ist eine geplante Verschiebung und wird als Live Migration bezeichnet, wenn die VMs dabei weiterlaufen. Failover beschreibt eher die Übernahme bei einem Fehler oder Ausfall.


Prüfungsnahes Beispiel 5

Aufgabe:

Ein Unternehmen hat einen Cluster, aber keine Backups. Ein Benutzer löscht versehentlich wichtige Daten.

Frage:

Warum hilft der Cluster nicht?

Mögliche Antwort:

Der Cluster sorgt für Verfügbarkeit, aber er stellt keine alten Datenstände wieder her. Wenn Daten gelöscht werden, ist der gelöschte Zustand auch im aktiven Dienst vorhanden. Für die Wiederherstellung wird ein Backup benötigt.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Failover?

Mögliche Antwort:

Failover bedeutet, dass ein Dienst oder eine Ressource bei Ausfall eines Systems auf ein anderes System wechselt oder dort neu gestartet wird. Dadurch wird die Ausfallzeit reduziert.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Failback?

Mögliche Antwort:

Failback bedeutet, dass eine Ressource nach der Reparatur des ursprünglichen Systems wieder zurück auf dieses System verschoben wird.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Quorum?

Mögliche Antwort:

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus in einem Cluster. Es stellt sicher, dass nur der Cluster-Teil mit gültiger Mehrheit weiterarbeiten darf. Dadurch werden gefährliche Mehrfachaktivitäten verhindert.


Typische Prüfungsfrage: Warum braucht ein Zwei-Node-Cluster oft einen Witness?

Mögliche Antwort:

Bei zwei Nodes gibt es ohne Witness keine klare Mehrheit, wenn die Verbindung zwischen den Nodes unterbrochen wird. Ein Witness liefert eine zusätzliche Stimme und hilft dem Cluster, eindeutig zu entscheiden, welcher Teil weiterarbeiten darf.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Split-Brain?

Mögliche Antwort:

Split-Brain ist ein gefährlicher Cluster-Zustand, bei dem getrennte Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden. Wenn beide Seiten auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption oder Datenverlust kommen.


Typische Prüfungsfrage: Wie verhindert man Split-Brain?

Mögliche Antwort:

Split-Brain wird durch ein korrekt geplantes Quorum, einen Witness bei Bedarf, redundante Cluster-Kommunikation und Fencing verhindert. Dadurch darf nur der berechtigte Cluster-Teil weiterarbeiten.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Fencing?

Mögliche Antwort:

Fencing bedeutet, einen unsicheren oder isolierten Node vom Zugriff auf gemeinsame Ressourcen auszuschließen. Dadurch wird verhindert, dass dieser Node weiterarbeitet und Daten beschädigt.


Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet STONITH?

Mögliche Antwort:

STONITH steht für „Shoot The Other Node In The Head“. Gemeint ist, dass ein unsicherer Node ausgeschaltet oder isoliert wird, damit er keine gemeinsamen Daten beschädigen kann.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied Failover und Live Migration

Failover Live Migration
Reaktion auf Fehler oder Ausfall Geplante Verschiebung
Häufig kurze Unterbrechung Möglichst ohne Unterbrechung
Beispiel: Host fällt aus Beispiel: Host wird gewartet
Cluster startet Ressource woanders Laufende VM wird verschoben

Typische Prüfungsfrage: Warum braucht Failover Ressourcenreserven?

Mögliche Antwort:

Wenn ein Node ausfällt, müssen die verbleibenden Nodes dessen Dienste oder VMs übernehmen. Sind die verbleibenden Nodes bereits vollständig ausgelastet, kann das Failover nicht zuverlässig funktionieren. Deshalb braucht ein Cluster freie CPU-, RAM-, Storage- und Netzwerkressourcen.


Typische Prüfungsfrage: Warum ersetzt Failover kein Backup?

Mögliche Antwort:

Failover reduziert Ausfallzeiten bei Systemfehlern, stellt aber keine alten Datenstände wieder her. Bei gelöschten, verschlüsselten oder beschädigten Daten wird weiterhin ein Backup benötigt.


Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Failover Übernahme bei Ausfall
Failback Rückkehr auf ursprüngliches System
Automatisches Failover Cluster reagiert selbst auf Fehler
Manuelles Failover Administrator löst Umschaltung aus
Geplantes Failover Bewusste Umschaltung für Wartung oder Test
Ungeplantes Failover Umschaltung durch plötzlichen Fehler
Quorum Entscheidungsmechanismus im Cluster
Mehrheit Genug Stimmen für Weiterbetrieb
Witness Zusätzliche Entscheidungsinstanz
File Share Witness Netzwerkfreigabe als Zeuge
Disk Witness Gemeinsamer Datenträger als Zeuge
Cloud Witness Cloud-Dienst als Zeuge
Split-Brain Getrennte Cluster-Teile werden gleichzeitig aktiv
Heartbeat Regelmäßiges Signal zwischen Nodes
Fencing Unsicheren Node ausschließen
STONITH Unsicheren Node ausschalten oder isolieren
RTO Maximal erlaubte Ausfallzeit
RPO Maximal erlaubter Datenverlust
Live Migration Laufende VM geplant verschieben
Ressourcenreserve Freie Kapazität für Failover

Wichtige Merksätze

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.

Failback bedeutet Rückkehr auf das ursprüngliche System.

Quorum sorgt für eine eindeutige Entscheidung im Cluster.

Ein Witness hilft besonders bei Clustern mit gerader Node-Anzahl.

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand, bei dem getrennte Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden.

Fencing verhindert, dass ein unsicherer Node weiter auf gemeinsame Ressourcen zugreift.

Heartbeat zeigt Erreichbarkeit, beweist aber nicht allein den echten Zustand eines Servers.

Failover braucht Ressourcenreserven.

Failover reduziert Ausfallzeiten, ersetzt aber kein Backup.

Live Migration ist geplant, Failover ist meist eine Reaktion auf einen Fehler.


Kurzzusammenfassung

Failover, Quorum und Split-Brain gehören zu den wichtigsten Grundlagen beim Verständnis von Clustern.

Thema Kerngedanke
Failover Ein Dienst oder eine VM wird bei Ausfall auf einem anderen Node gestartet
Failback Nach Reparatur wird auf das ursprüngliche System zurückgeschwenkt
Quorum Der Cluster entscheidet über eine Mehrheit
Witness Zusätzliche Stimme zur Mehrheitsbildung
Split-Brain Gefährliche Mehrfachaktivität getrennter Cluster-Teile
Heartbeat Regelmäßige Erreichbarkeitsprüfung
Fencing Unsichere Nodes werden ausgeschlossen
STONITH Unsichere Nodes werden ausgeschaltet oder isoliert

Für die IHK ist besonders wichtig:

Prüfungsrelevanter Punkt Bedeutung
Failover erklären Übernahme bei Ausfall
Quorum erklären Mehrheitsentscheidung im Cluster
Witness kennen Zusätzliche Stimme bei gerader Node-Anzahl
Split-Brain verstehen Gefahr für Datenkonsistenz
Fencing verstehen Schutz vor unsicheren Nodes
Failover vs. Live Migration unterscheiden Fehlerfall vs. geplante Verschiebung
Cluster vs. Backup unterscheiden Verfügbarkeit ist keine Datensicherung

Der nächste logische Schritt ist:

Load Balancing und Skalierung

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.7 Load Balancing und Skalierung

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Auf den vorherigen Seiten ging es um Cluster, Hochverfügbarkeit, Failover, Quorum und Split-Brain.

Jetzt geht es um:

Load Balancing und Skalierung

Diese Themen sind wichtig, wenn Dienste nicht nur ausfallsicherer, sondern auch leistungsfähiger und besser verteilbar betrieben werden sollen.


Grundidee

Ein einzelner Server kann nur eine bestimmte Menge an Anfragen verarbeiten.

Beispiele:

Dienst Mögliche Last
Webserver Viele Webseitenaufrufe
API-Server Viele Anwendungsanfragen
Datenbankserver Viele Lese- und Schreibzugriffe
Terminalserver Viele Benutzer gleichzeitig
Fileserver Viele Dateioperationen
Mailserver Viele E-Mails und Benutzerzugriffe

Wenn ein Server überlastet ist, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten:

Möglichkeit Bedeutung
Server stärker machen Mehr CPU, RAM, Storage oder Netzwerk
Mehr Server hinzufügen Last auf mehrere Systeme verteilen

Was bedeutet Load Balancing?

Load Balancing bedeutet Lastverteilung.

Ein Load Balancer verteilt Anfragen auf mehrere Server.

Beispiel:

Komponente Aufgabe
Client Stellt eine Anfrage
Load Balancer Verteilt die Anfrage
WEB01 Webserver 1
WEB02 Webserver 2
WEB03 Webserver 3

Vereinfacht:

Client
   ↓
Load Balancer
   ↓
WEB01 / WEB02 / WEB03

Der Benutzer greift auf eine zentrale Adresse zu.
Der Load Balancer entscheidet, welcher Server die Anfrage verarbeitet.


Merksatz

Load Balancing verteilt Anfragen auf mehrere Server, damit Last besser verteilt und Verfügbarkeit erhöht wird.


Warum nutzt man Load Balancing?

Grund Erklärung
Mehr Leistung Mehrere Server teilen sich die Arbeit
Höhere Verfügbarkeit Fällt ein Server aus, können andere übernehmen
Skalierbarkeit Weitere Server können ergänzt werden
Wartbarkeit Einzelne Server können aus dem Betrieb genommen werden
Bessere Benutzererfahrung Anfragen werden schneller beantwortet
Ressourcennutzung Systeme können gleichmäßiger ausgelastet werden

Einfaches Beispiel

Eine Webseite läuft nur auf einem Server.

Problem:

Situation Folge
Viele Besucher Server wird langsam
Server fällt aus Webseite ist nicht erreichbar
Wartung notwendig Dienst muss abgeschaltet werden

Lösung:

Mehrere Webserver werden betrieben und ein Load Balancer davor geschaltet.

Komponente Aufgabe
Load Balancer Nimmt Anfragen entgegen
WEB01 Bearbeitet Teil der Anfragen
WEB02 Bearbeitet Teil der Anfragen
WEB03 Bearbeitet Teil der Anfragen

Load Balancer

Ein Load Balancer ist ein System, das eingehende Anfragen verteilt.

Er kann als Hardware, Software, virtuelle Appliance oder Cloud-Dienst umgesetzt sein.

Beispiele:

Art Beispiel
Hardware Load Balancer Spezielle Appliance
Software Load Balancer HAProxy, Nginx, Apache, Traefik
Cloud Load Balancer Load Balancer eines Cloud-Anbieters
Firewall mit Load-Balancing-Funktion Firewall verteilt Anfragen
Kubernetes Service / Ingress Lastverteilung in Containerumgebungen

Backend-Server

Backend-Server sind die Server hinter dem Load Balancer.

Beispiel:

Backend Aufgabe
WEB01 Webserver
WEB02 Webserver
WEB03 Webserver

Der Client sieht meist nur den Load Balancer.

Die Backend-Server arbeiten im Hintergrund.


Frontend und Backend

Beim Load Balancing unterscheidet man oft zwischen Frontend und Backend.

Begriff Bedeutung
Frontend Adresse oder Dienst, den der Client anspricht
Backend Servergruppe, auf die Anfragen verteilt werden

Beispiel:

Bereich Beispiel
Frontend https://intranet.firma.local
Backend WEB01, WEB02, WEB03

VIP – Virtuelle IP-Adresse

Eine VIP ist eine virtuelle IP-Adresse.

Clients verbinden sich mit dieser IP-Adresse.

Der Load Balancer nimmt die Verbindung an und verteilt sie an Backend-Server.

Beispiel:

Komponente IP-Adresse
Load Balancer VIP 192.168.10.100
WEB01 192.168.10.101
WEB02 192.168.10.102
WEB03 192.168.10.103

Die Benutzer rufen nur die VIP auf:

192.168.10.100

Der Load Balancer verteilt dann intern weiter.


DNS und Load Balancing

Oft zeigt ein DNS-Name auf die Adresse des Load Balancers.

Beispiel:

DNS-Name IP-Adresse
intranet.firma.local 192.168.10.100

Die IP-Adresse gehört zur VIP des Load Balancers.

Vorteil:

Benutzer müssen keine einzelnen Servernamen kennen.


Load Balancing auf verschiedenen Ebenen

Load Balancing kann auf verschiedenen Netzwerkebenen arbeiten.

Ebene Beispiel Bedeutung
Layer 4 TCP/UDP Verteilung nach IP und Port
Layer 7 HTTP/HTTPS Verteilung nach Inhalt der Anfrage

Layer-4-Load-Balancing

Layer 4 arbeitet auf Transportebene.

Dabei werden Anfragen anhand von IP-Adressen und Ports verteilt.

Beispiel:

Kriterium Beispiel
Protokoll TCP
Port 443
Ziel WEB01 oder WEB02

Der Load Balancer betrachtet nicht den Inhalt der Webseite, sondern nur die Verbindung.

Vorteil:

Schnell und einfach.

Nachteil:

Weniger intelligente Entscheidungen auf Anwendungsebene.


Layer-7-Load-Balancing

Layer 7 arbeitet auf Anwendungsebene.

Bei Webdiensten kann der Load Balancer Inhalte der HTTP/HTTPS-Anfrage auswerten.

Beispiele:

Kriterium Beispiel
URL-Pfad /shop geht zu SHOP01
Hostname api.firma.local geht zu API01
Header Entscheidung nach HTTP-Header
Cookie Sitzung einem Server zuordnen

Vorteil:

Sehr flexibel.

Nachteil:

Komplexer und oft rechenintensiver.


Layer 4 vs. Layer 7

Merkmal Layer 4 Layer 7
Ebene Transport Anwendung
Entscheidung nach IP, Port, Protokoll URL, Hostname, Header, Cookie
Beispiel TCP 443 verteilen /api auf API-Server verteilen
Geschwindigkeit Oft schneller Mehr Verarbeitung
Flexibilität Geringer Höher

Health Check

Ein Health Check prüft, ob ein Backend-Server erreichbar und funktionsfähig ist.

Beispiel:

Der Load Balancer prüft regelmäßig:

Prüfung Bedeutung
Ping Server erreichbar?
TCP-Port Dienstport offen?
HTTP-Status Webserver antwortet korrekt?
API-Prüfung Anwendung funktioniert wirklich?
Datenbankprüfung Backend kann Datenbank erreichen?

Wenn ein Server nicht gesund ist, nimmt der Load Balancer ihn aus der Verteilung.


Warum Health Checks wichtig sind

Ohne Health Checks könnte der Load Balancer weiterhin Anfragen an einen defekten Server senden.

Beispiel:

Situation Ohne Health Check Mit Health Check
WEB02 fällt aus Benutzer bekommen Fehler WEB02 wird entfernt
Anwendung hängt Anfragen landen trotzdem dort Server wird als fehlerhaft erkannt
Wartung Benutzer werden gestört Server kann vorher deaktiviert werden

Backend aus der Verteilung nehmen

Ein Backend-Server kann bewusst aus der Lastverteilung genommen werden.

Das nennt man oft:

Begriff Bedeutung
Disable Server deaktivieren
Drain Bestehende Verbindungen auslaufen lassen
Maintenance Mode Server wird gewartet
Out of Rotation Server erhält keine neuen Anfragen

Typischer Ablauf bei Wartung:

Schritt Erklärung
Server aus Rotation nehmen Keine neuen Anfragen
Bestehende Sitzungen auslaufen lassen Benutzer nicht hart trennen
Updates installieren Server warten
Funktion prüfen Dienst testen
Server wieder aktivieren Neue Anfragen erlauben

Load-Balancing-Methoden

Der Load Balancer kann unterschiedliche Verfahren nutzen.

Wichtige Methoden:

Methode Erklärung
Round Robin Anfragen werden der Reihe nach verteilt
Least Connections Server mit wenigsten Verbindungen bekommt nächste Anfrage
Weighted Round Robin Server mit höherem Gewicht bekommt mehr Anfragen
IP Hash Client-IP entscheidet über Zielserver
Random Zufällige Verteilung
Response Time Schnellster Server wird bevorzugt

Round Robin

Round Robin verteilt Anfragen der Reihe nach.

Beispiel:

Anfrage Zielserver
1 WEB01
2 WEB02
3 WEB03
4 WEB01
5 WEB02

Vorteil:

Einfaches Verfahren.

Nachteil:

Berücksichtigt nicht automatisch, ob ein Server stärker oder schwächer ist.


Least Connections

Least Connections verteilt neue Anfragen an den Server mit den wenigsten aktiven Verbindungen.

Beispiel:

Server Aktive Verbindungen
WEB01 50
WEB02 20
WEB03 35

Die nächste Anfrage geht an WEB02.

Vorteil:

Sinnvoll, wenn Verbindungen unterschiedlich lange dauern.


Weighted Round Robin

Bei Weighted Round Robin bekommen stärkere Server mehr Anfragen.

Beispiel:

Server Gewicht
WEB01 3
WEB02 1
WEB03 1

WEB01 bekommt mehr Anfragen, weil er leistungsfähiger ist.


IP Hash

Bei IP Hash wird anhand der Client-IP entschieden, welcher Backend-Server genutzt wird.

Vorteil:

Ein Client landet häufig wieder auf demselben Server.

Nachteil:

Die Verteilung kann ungleichmäßig werden, wenn viele Clients über dieselbe öffentliche IP kommen.


Session Persistence

Session Persistence bedeutet, dass ein Benutzer während einer Sitzung immer wieder beim gleichen Backend-Server landet.

Andere Begriffe:

Begriff Bedeutung
Sticky Session Benutzer bleibt am gleichen Server
Session Affinity Sitzung wird einem Backend zugeordnet

Das ist wichtig, wenn eine Anwendung Sitzungsdaten lokal auf dem Backend-Server speichert.


Warum Sticky Sessions nötig sein können

Beispiel:

Ein Webshop speichert den Warenkorb lokal auf WEB01.

Wenn der Benutzer bei der nächsten Anfrage auf WEB02 landet, kennt WEB02 den Warenkorb nicht.

Lösung:

Lösung Erklärung
Sticky Session Benutzer bleibt auf WEB01
Gemeinsamer Session-Speicher Alle Webserver greifen auf dieselbe Session zu
Anwendung stateless bauen Keine lokale Sitzung auf Webserver

Nachteil von Sticky Sessions

Sticky Sessions können die Lastverteilung verschlechtern.

Beispiel:

Wenn viele aktive Benutzer auf WEB01 gebunden sind, wird WEB01 stärker belastet als andere Server.

Besser ist oft:

Ansatz Vorteil
Zentraler Session-Speicher Benutzer können auf jedem Webserver landen
Stateless-Anwendung Einfacher zu skalieren
Datenbank oder Redis für Sessions Einheitlicher Sitzungszustand

Stateless

Stateless bedeutet zustandslos.

Ein Server speichert keinen wichtigen Sitzungszustand lokal.

Beispiel:

Jede Anfrage enthält alle nötigen Informationen oder nutzt einen zentralen Speicher.

Vorteil:

Vorteil Erklärung
Einfacher zu skalieren Anfragen können auf jeden Server
Einfacher ausfallsicher Ausfall eines Servers weniger kritisch
Besser für Load Balancing Keine feste Bindung nötig

Stateful

Stateful bedeutet zustandsbehaftet.

Ein Server speichert Informationen über den aktuellen Zustand einer Sitzung oder Anwendung.

Beispiele:

Zustand Beispiel
Benutzersitzung Login-Session
Warenkorb Webshop
Lokale Datei Upload liegt nur auf einem Server
Datenbankzustand Transaktionen

Stateful-Anwendungen sind schwieriger zu skalieren.


Stateless vs. Stateful

Merkmal Stateless Stateful
Sitzungsdaten lokal Nein Ja
Skalierung Einfacher Schwieriger
Load Balancing Einfacher Oft Sticky Sessions nötig
Ausfallsicherheit Besser Komplexer
Beispiel Statische Webseite Warenkorb lokal auf Webserver

Failover vs. Load Balancing

Failover und Load Balancing werden oft verwechselt.

Begriff Hauptziel
Failover Übernahme bei Ausfall
Load Balancing Verteilung von Last

Beispiel Failover:

Eine VM läuft auf HV01.
HV01 fällt aus.
Die VM wird auf HV02 gestartet.

Beispiel Load Balancing:

Drei Webserver laufen gleichzeitig.
Ein Load Balancer verteilt Benutzeranfragen auf alle drei Server.


Failover-Cluster vs. Load-Balancing-Cluster

Merkmal Failover-Cluster Load-Balancing-Cluster
Ziel Ausfallsicherheit Lastverteilung
Normalbetrieb Oft eine aktive Ressource Mehrere aktive Server
Ausfall Dienst wechselt oder startet neu Anfragen gehen an andere Server
Beispiel VM-Failover Webserver-Farm
Unterbrechung Häufig kurz möglich Oft weniger spürbar

Load Balancing und Hochverfügbarkeit

Load Balancing kann auch zur Hochverfügbarkeit beitragen.

Wenn ein Backend-Server ausfällt, kann der Load Balancer ihn aus der Verteilung nehmen.

Beispiel:

Backend Zustand
WEB01 Online
WEB02 Ausgefallen
WEB03 Online

Der Load Balancer sendet neue Anfragen nur noch an WEB01 und WEB03.

Wichtig:

Der Load Balancer selbst darf kein Single Point of Failure sein.


Load Balancer als Single Point of Failure

Wenn es nur einen Load Balancer gibt, kann dieser selbst zur Schwachstelle werden.

Beispiel:

Komponente Risiko
Ein Load Balancer Fällt er aus, ist der Dienst nicht erreichbar
Mehrere Webserver Helfen nicht, wenn der Load Balancer ausfällt

Lösung:

Load Balancer redundant betreiben.


Redundante Load Balancer

Bei redundanten Load Balancern gibt es mindestens zwei Load-Balancer-Systeme.

Beispiel:

Load Balancer Zustand
LB01 Aktiv
LB02 Standby

Fällt LB01 aus, übernimmt LB02.

Das kann über eine virtuelle IP-Adresse erfolgen.


VRRP

VRRP steht für Virtual Router Redundancy Protocol.

Es wird verwendet, um eine virtuelle IP-Adresse zwischen mehreren Systemen hochverfügbar bereitzustellen.

Beispiel:

System Zustand
LB01 Master
LB02 Backup
VIP 192.168.10.100

Wenn LB01 ausfällt, übernimmt LB02 die VIP.


Keepalived

Keepalived ist eine Software, die häufig VRRP unter Linux bereitstellt.

Typischer Einsatz:

Komponente Aufgabe
HAProxy Load Balancing
Keepalived VIP-Failover zwischen Load Balancern

So kann ein Load Balancer selbst hochverfügbar aufgebaut werden.


Reverse Proxy

Ein Reverse Proxy nimmt Anfragen von Clients entgegen und leitet sie an interne Server weiter.

Er kann auch Load Balancing übernehmen.

Beispiele:

Reverse Proxy Einsatz
Nginx Webserver, Reverse Proxy, Load Balancer
HAProxy Load Balancer und Proxy
Traefik Reverse Proxy für Containerumgebungen
Apache Webserver und Reverse Proxy
Caddy Webserver mit automatischer TLS-Verwaltung

Reverse Proxy vs. Load Balancer

Begriff Bedeutung
Reverse Proxy Vermittelt Anfragen an interne Server
Load Balancer Verteilt Anfragen auf mehrere Server

Ein Reverse Proxy kann gleichzeitig ein Load Balancer sein.

Beispiel:

Nginx nimmt HTTPS-Anfragen entgegen und verteilt sie auf WEB01, WEB02 und WEB03.


SSL/TLS-Terminierung

SSL/TLS-Terminierung bedeutet, dass der Load Balancer oder Reverse Proxy die verschlüsselte HTTPS-Verbindung entgegennimmt und entschlüsselt.

Beispiel:

Verbindung Verschlüsselung
Client → Load Balancer HTTPS
Load Balancer → Backend HTTP oder HTTPS

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Zentrale Zertifikatsverwaltung Zertifikate nur am Load Balancer
Backend entlasten Verschlüsselung wird zentral verarbeitet
Inhalt auswertbar Layer-7-Regeln möglich

Nachteil:

Wenn intern HTTP genutzt wird, muss das interne Netzwerk ausreichend geschützt sein.


Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt die Verbindung auch bis zum Backend verschlüsselt.

Beispiel:

Verbindung Verschlüsselung
Client → Load Balancer HTTPS
Load Balancer → Backend HTTPS

Vorteil:

Auch interner Verkehr ist verschlüsselt.

Nachteil:

Zertifikatsverwaltung und Fehleranalyse können komplexer werden.


Skalierung

Skalierung bedeutet, ein System leistungsfähiger zu machen.

Es gibt zwei Grundarten:

Art Bedeutung
Vertikale Skalierung Einzelnes System stärker machen
Horizontale Skalierung Weitere Systeme hinzufügen

Scale-Up

Scale-Up bedeutet vertikale Skalierung.

Dabei wird ein einzelner Server stärker gemacht.

Beispiele:

Maßnahme Wirkung
Mehr RAM Mehr Arbeitsspeicher
Mehr CPU-Kerne Mehr Rechenleistung
Schnellere SSDs Bessere Storage-Performance
Schnellere Netzwerkkarte Mehr Netzwerkdurchsatz
Größere VM Mehr Ressourcen für Anwendung

Vorteile von Scale-Up

Vorteil Erklärung
Einfaches Konzept Ein System wird stärker
Weniger Architekturänderung Anwendung bleibt meist gleich
Keine Lastverteilung nötig Ein Server verarbeitet alles
Gut für bestimmte Anwendungen Besonders bei nicht verteilbaren Anwendungen

Nachteile von Scale-Up

Nachteil Erklärung
Hardwaregrenze Irgendwann ist maximale Größe erreicht
Teuer Große Systeme können sehr teuer sein
Single Point of Failure bleibt möglich Ein Server bleibt kritisch
Wartung schwieriger Dienst hängt an einem System
Nicht beliebig skalierbar Begrenzung durch Hardware

Scale-Out

Scale-Out bedeutet horizontale Skalierung.

Dabei werden mehrere Systeme eingesetzt.

Beispiel:

Statt einem Webserver werden drei Webserver betrieben.

Server Aufgabe
WEB01 Webserver
WEB02 Webserver
WEB03 Webserver

Ein Load Balancer verteilt die Anfragen.


Vorteile von Scale-Out

Vorteil Erklärung
Gut erweiterbar Weitere Server können ergänzt werden
Bessere Ausfallsicherheit Ausfall eines Servers kann abgefangen werden
Lastverteilung möglich Arbeit wird verteilt
Wartung einfacher Einzelne Server können aus Rotation genommen werden
Günstigere Standardhardware möglich Mehrere kleinere Systeme statt ein sehr großes

Nachteile von Scale-Out

Nachteil Erklärung
Anwendung muss geeignet sein Nicht jede Anwendung kann verteilt arbeiten
Mehr Komplexität Load Balancer, Sessions, Datenhaltung
Datenkonsistenz beachten Mehrere Systeme müssen gleiche Daten sehen
Monitoring aufwendiger Mehr Komponenten
Netzwerk wichtiger Kommunikation zwischen Systemen

Scale-Up vs. Scale-Out

Merkmal Scale-Up Scale-Out
Prinzip Ein System stärker machen Mehr Systeme hinzufügen
Beispiel Mehr RAM in DB01 WEB01, WEB02, WEB03
Komplexität Oft einfacher Komplexer
Grenze Hardwarelimit Architekturlimit
Ausfallsicherheit Nicht automatisch besser Kann besser werden
Typischer Einsatz Datenbanken, einzelne Anwendungen Webserver, APIs, Microservices

Vertikale Skalierung bei VMs

Bei virtuellen Maschinen ist Scale-Up oft einfach möglich.

Beispiele:

Änderung Beispiel
Mehr vCPU 2 vCPU auf 4 vCPU
Mehr RAM 4 GB auf 8 GB
Größere vDisk 80 GB auf 160 GB
Schnellere Storage-Klasse HDD auf SSD/NVMe

Wichtig:

Mehr Ressourcen helfen nur, wenn die Anwendung dadurch wirklich profitiert.


Horizontale Skalierung bei VMs

Bei horizontaler Skalierung werden mehrere VMs mit gleicher oder ähnlicher Aufgabe betrieben.

Beispiel:

VM Aufgabe
WEB01 Webserver
WEB02 Webserver
WEB03 Webserver

Ein Load Balancer verteilt die Anfragen.

Das funktioniert besonders gut bei Webservern und APIs.


Skalierung bei Datenbanken

Datenbanken sind schwieriger horizontal zu skalieren als Webserver.

Gründe:

Problem Erklärung
Datenkonsistenz Alle Daten müssen korrekt bleiben
Schreibzugriffe Mehrere schreibende Systeme sind komplex
Transaktionen Vorgänge müssen vollständig und korrekt sein
Replikation Daten müssen übertragen werden
Konflikte Gleichzeitige Änderungen müssen behandelt werden

Datenbank-Replikation

Replikation bedeutet, dass Daten von einer Datenbank auf eine andere übertragen werden.

Typische Varianten:

Variante Bedeutung
Primary/Replica Eine Hauptdatenbank, eine oder mehrere Kopien
Read Replica Kopie für lesende Zugriffe
Multi-Master Mehrere Systeme können schreiben
Synchrone Replikation Bestätigung erst nach Schreiben auf mehrere Systeme
Asynchrone Replikation Übertragung zeitversetzt

Read Replica

Eine Read Replica ist eine Kopie der Datenbank für lesende Anfragen.

Beispiel:

Datenbank Aufgabe
DB01 Schreiben und Lesen
DB02 Lesen
DB03 Lesen

Vorteil:

Leselast kann verteilt werden.

Nachteil:

Schreibzugriffe laufen weiterhin über die Hauptdatenbank.


Webserver-Skalierung

Webserver sind oft gut horizontal skalierbar.

Beispiel:

Komponente Aufgabe
LB01 Load Balancer
WEB01 Webserver
WEB02 Webserver
WEB03 Webserver
DB01 Datenbank

Wichtig:

Alle Webserver müssen auf dieselben Inhalte oder dieselbe Anwendung zugreifen können.


Gemeinsame Daten bei mehreren Webservern

Wenn mehrere Webserver genutzt werden, müssen gemeinsame Daten sauber behandelt werden.

Möglichkeiten:

Lösung Erklärung
Gemeinsames Dateisystem Alle Webserver greifen auf gleiche Dateien zu
Deployment auf alle Server Anwendung wird identisch verteilt
Objekt-Speicher Dateien liegen zentral
Datenbank Dynamische Daten liegen zentral
Session-Speicher Sitzungen liegen zentral, z. B. Redis

Rolling Update

Ein Rolling Update bedeutet, dass Systeme nacheinander aktualisiert werden.

Beispiel:

Schritt Aktion
1 WEB01 aus Load Balancer nehmen
2 WEB01 aktualisieren
3 WEB01 testen
4 WEB01 wieder aktivieren
5 WEB02 aktualisieren
6 WEB03 aktualisieren

Vorteil:

Der Dienst bleibt während des Updates verfügbar.


Blue-Green-Deployment

Blue-Green-Deployment bedeutet, dass es zwei Umgebungen gibt.

Umgebung Zustand
Blue Aktive Produktion
Green Neue Version

Ablauf:

Schritt Erklärung
1 Neue Version wird in Green bereitgestellt
2 Green wird getestet
3 Load Balancer schaltet auf Green
4 Blue bleibt als Rückfalloption

Vorteil:

Schneller Rückwechsel möglich.


Canary Deployment

Beim Canary Deployment bekommt zuerst nur ein kleiner Teil der Benutzer die neue Version.

Beispiel:

Anteil Version
95 % Alte Version
5 % Neue Version

Wenn keine Probleme auftreten, wird der Anteil erhöht.

Vorteil:

Fehler betreffen zunächst nur wenige Benutzer.


Autoscaling

Autoscaling bedeutet, dass Systeme automatisch hinzugefügt oder entfernt werden.

Beispiel:

Last Aktion
CPU hoch Neue Instanz starten
Wenig Last Instanz entfernen

Autoscaling ist besonders in Cloud- und Containerumgebungen verbreitet.

In klassischen VM-Umgebungen ist es möglich, aber oft aufwendiger.


Container und Skalierung

Container lassen sich oft sehr gut horizontal skalieren.

Beispiel:

Dienst Instanzen
Web-App 5 Container
API 3 Container
Worker 4 Container

Container-Orchestrierungssysteme wie Kubernetes können Container automatisch verteilen, überwachen und neu starten.


Kubernetes als Beispiel

Kubernetes ist eine Plattform zur Verwaltung von Containern in Clustern.

Typische Funktionen:

Funktion Erklärung
Scheduling Container auf Nodes verteilen
Self-Healing Fehlerhafte Container neu starten
Scaling Mehr Instanzen starten
Service Discovery Dienste auffindbar machen
Rolling Updates Schrittweise Updates
Load Balancing Anfragen auf Pods verteilen

Für die IHK reicht meistens das Grundverständnis:

Kubernetes verteilt und verwaltet Container auf mehreren Nodes.


Microservices

Microservices sind kleine, getrennte Dienste, die zusammen eine Anwendung bilden.

Beispiel:

Microservice Aufgabe
User-Service Benutzerverwaltung
Payment-Service Zahlung
Product-Service Produktdaten
Order-Service Bestellungen
Mail-Service E-Mails

Vorteil:

Einzelne Dienste können unabhängig skaliert werden.

Nachteil:

Die Gesamtarchitektur wird komplexer.


Monolithische Anwendung

Eine monolithische Anwendung enthält viele Funktionen in einem großen System.

Beispiel:

Eine Anwendung enthält Benutzerverwaltung, Bestellungen, Zahlung und E-Mail-Funktion in einem Paket.

Vorteil Nachteil
Einfacher zu verstehen Schwerer einzeln zu skalieren
Weniger verteilte Komponenten Änderungen können mehr Risiko haben
Einfacheres Deployment Größere Abhängigkeiten

Monolith vs. Microservices

Merkmal Monolith Microservices
Aufbau Eine große Anwendung Viele kleine Dienste
Skalierung Gesamte Anwendung skalieren Einzelne Dienste skalieren
Komplexität Anfangs einfacher Betrieb komplexer
Deployment Ein Paket Viele Deployments
Fehlerauswirkung Fehler kann große Teile betreffen Fehler kann begrenzt sein

Lastspitzen

Lastspitzen sind kurzzeitig hohe Belastungen.

Beispiele:

Situation Lastspitze
Viele Benutzer melden sich morgens an Login-System belastet
Sonderangebot im Webshop Viele Besucher
Backup startet Storage und Netzwerk belastet
Monatsabschluss Datenbank stark belastet
Softwareverteilung Netzwerk stark belastet

Skalierung und Load Balancing helfen, Lastspitzen besser abzufangen.


Bottleneck

Ein Bottleneck ist ein Engpass.

Beispiele:

Engpass Auswirkung
CPU Anwendung rechnet langsam
RAM System lagert aus
Storage VMs reagieren träge
Netzwerk Datenübertragung langsam
Datenbank Webanwendung langsam
einzelner Server Dienst überlastet

Merksatz:

Ein System ist oft nur so schnell wie sein größter Engpass.


Kapazitätsplanung

Kapazitätsplanung bedeutet, Ressourcen rechtzeitig zu planen.

Wichtige Fragen:

Frage Bedeutung
Wie viele Benutzer nutzen den Dienst? Last abschätzen
Wann treten Lastspitzen auf? Spitzen einplanen
Welche Ressource ist kritisch? CPU, RAM, Storage, Netzwerk
Wie schnell wächst die Nutzung? Zukunft planen
Welche Verfügbarkeit wird benötigt? HA und Redundanz planen
Wie wird skaliert? Scale-Up oder Scale-Out

Monitoring für Skalierung

Um richtig zu skalieren, braucht man Monitoring.

Wichtige Werte:

Bereich Messwert
CPU Auslastung, Load
RAM Nutzung, Swapping
Storage IOPS, Latenz, freier Speicher
Netzwerk Bandbreite, Paketverlust
Webserver Anfragen pro Sekunde
Anwendung Antwortzeit, Fehlerquote
Datenbank Abfragen, Locks, Replikationsverzögerung
Load Balancer aktive Verbindungen, fehlerhafte Backends

Antwortzeit

Antwortzeit beschreibt, wie lange ein Dienst braucht, um auf eine Anfrage zu reagieren.

Beispiel:

Antwortzeit Bewertung
100 ms Sehr schnell
500 ms Gut
2 Sekunden Spürbar langsam
10 Sekunden Kritisch

Hohe Antwortzeiten können durch CPU, RAM, Storage, Netzwerk oder Datenbankprobleme entstehen.


Throughput

Throughput bedeutet Durchsatz.

Je nach Dienst kann das unterschiedlich gemessen werden.

Beispiele:

Dienst Throughput
Webserver Anfragen pro Sekunde
Netzwerk Mbit/s oder Gbit/s
Storage MB/s oder IOPS
Datenbank Abfragen pro Sekunde
Backup GB pro Stunde

Fehlerquote

Die Fehlerquote zeigt, wie viele Anfragen fehlschlagen.

Beispiele:

Fehler Bedeutung
HTTP 500 Serverfehler
HTTP 502 Bad Gateway
HTTP 503 Dienst nicht verfügbar
Timeout Antwort dauert zu lange
Verbindungsfehler Backend nicht erreichbar

Eine steigende Fehlerquote kann auf Überlastung oder Ausfälle hinweisen.


Load Balancer Monitoring

Beim Load Balancer sollten besonders diese Werte überwacht werden:

Wert Bedeutung
Aktive Verbindungen Aktuelle Last
Backend-Status Server online oder offline
Antwortzeiten Geschwindigkeit der Backends
Fehlercodes Probleme bei Anwendungen
Verbindungsabbrüche Netzwerk- oder Serverprobleme
Traffic Datenmenge
Health-Check-Fehler Backend-Probleme

Sicherheit beim Load Balancing

Ein Load Balancer oder Reverse Proxy ist oft ein zentraler Einstiegspunkt.

Daher ist Sicherheit wichtig.

Maßnahmen:

Maßnahme Erklärung
TLS sauber konfigurieren Sichere HTTPS-Verbindungen
Zugriff beschränken Nur notwendige Ports öffnen
Backend-Netz schützen Backends nicht direkt öffentlich machen
Logging aktivieren Anfragen nachvollziehen
Updates installieren Sicherheitslücken schließen
Rate Limiting Schutz vor zu vielen Anfragen
WAF nutzen Schutz vor Webangriffen
Adminzugriff absichern Management nicht öffentlich

Rate Limiting

Rate Limiting begrenzt die Anzahl von Anfragen.

Beispiel:

Ein Client darf maximal 100 Anfragen pro Minute stellen.

Ziel:

Ziel Erklärung
Schutz vor Missbrauch Zu viele Anfragen blockieren
Schutz vor Überlastung Dienst stabil halten
Schutz vor Brute Force Loginversuche begrenzen
Fairness Ressourcen gleichmäßiger verteilen

WAF

WAF steht für Web Application Firewall.

Eine WAF schützt Webanwendungen vor bestimmten Angriffen.

Beispiele:

Angriff Erklärung
SQL Injection Manipulation von Datenbankabfragen
Cross-Site Scripting Einschleusen von Skripten
Path Traversal Zugriff auf unerlaubte Dateien
Brute Force Viele Loginversuche
Exploit-Versuche Ausnutzen bekannter Schwachstellen

Eine WAF ersetzt keine sichere Anwendung, kann aber zusätzlichen Schutz bieten.


Load Balancing in der DMZ

Öffentlich erreichbare Dienste stehen oft in einer DMZ.

Beispiel:

Zone Systeme
Internet Benutzer
DMZ Load Balancer, Reverse Proxy
Internes Netz Anwendung, Datenbank

Vorteil:

Interne Server sind nicht direkt aus dem Internet erreichbar.


Typische Webserver-Architektur

Beispiel:

Ebene Systeme
Internet Benutzer
DMZ Reverse Proxy / Load Balancer
Webebene WEB01, WEB02
Anwendungsebene APP01, APP02
Datenbankebene DB01
Backup BKP01

Diese Trennung verbessert Sicherheit, Wartbarkeit und Skalierbarkeit.


Drei-Schichten-Architektur

Eine typische Anwendung kann aus drei Schichten bestehen.

Schicht Aufgabe
Präsentationsschicht Weboberfläche
Anwendungsschicht Logik und Verarbeitung
Datenschicht Datenbank und Speicher

Beispiel:

Schicht Beispiel
Präsentation WEB01, WEB02
Anwendung APP01, APP02
Daten DB01, DB02

Warum Datenbanken oft nicht einfach load-balanced werden

Webserver können häufig einfach vervielfacht werden.

Datenbanken sind schwieriger.

Grund:

Datenbanken müssen konsistente Daten liefern.

Probleme:

Problem Erklärung
Schreibzugriffe Änderungen dürfen nicht widersprüchlich sein
Transaktionen Vorgänge müssen vollständig sein
Locks Gleichzeitige Zugriffe müssen geregelt werden
Replikationsverzögerung Kopien können kurzzeitig alt sein
Konflikte Mehrere Schreibstellen sind schwierig

Caching

Caching bedeutet Zwischenspeichern.

Ziel:

Häufig benötigte Daten schneller bereitstellen.

Beispiele:

Cache Beispiel
Browser-Cache Bilder und CSS lokal speichern
Reverse-Proxy-Cache Webseiten zwischenspeichern
Datenbank-Cache Häufige Abfragen im RAM
Application-Cache Ergebnisse zwischenspeichern
CDN Inhalte weltweit verteilen

Caching kann Last reduzieren, ersetzt aber keine saubere Skalierung.


CDN

CDN steht für Content Delivery Network.

Ein CDN verteilt Inhalte über viele Standorte.

Typische Inhalte:

Inhalt Beispiel
Bilder Produktbilder
Videos Streaming-Inhalte
JavaScript Webdateien
CSS Stylesheets
Downloads Dateien

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Schnellere Auslieferung Nähe zum Benutzer
Weniger Last auf Ursprungsserver CDN liefert Inhalte aus
Schutz bei Lastspitzen Mehr Verteilung
Teilweise DDoS-Schutz Je nach Anbieter

DDoS und Last

DDoS steht für Distributed Denial of Service.

Dabei wird ein Dienst mit sehr vielen Anfragen überlastet.

Load Balancing kann helfen, ist aber allein kein vollständiger DDoS-Schutz.

Maßnahmen:

Maßnahme Erklärung
Rate Limiting Anfragen begrenzen
CDN Last verteilen
WAF Webangriffe filtern
DDoS-Schutzdienst Angriffstraffic abwehren
Monitoring Angriff erkennen
Netzwerkfilter Unerwünschten Traffic blockieren

Typische Fehler beim Load Balancing

Fehler Auswirkung
Kein Health Check Anfragen gehen an defekte Server
Load Balancer nicht redundant Load Balancer wird Single Point of Failure
Sticky Sessions falsch geplant Ungleichmäßige Last
Backends direkt öffentlich erreichbar Sicherheitsrisiko
Keine gemeinsamen Sessions Benutzer verlieren Sitzungen
TLS falsch konfiguriert Sicherheitsproblem
Keine Logs Fehler schwer nachvollziehbar
Keine Ressourcenreserve Ausfall eines Backends überlastet andere
Datenbank als Engpass vergessen Webserver skalieren, aber DB bleibt langsam
Kein Monitoring Überlastung wird zu spät erkannt

Gute Praxis

Empfehlung Grund
Health Checks einrichten Defekte Backends erkennen
Load Balancer redundant betreiben Kein Single Point of Failure
Backends nicht direkt öffentlich machen Sicherheit erhöhen
TLS sauber konfigurieren Sichere Kommunikation
Sessions zentral speichern Besser skalierbar
Stateless-Anwendungen bevorzugen Einfachere Lastverteilung
Monitoring einrichten Last und Fehler erkennen
Ressourcenreserven einplanen Ausfälle abfangen
Rolling Updates nutzen Wartung ohne Komplettausfall
Datenbanklast beachten Engpässe vermeiden
Dokumentation pflegen Betrieb nachvollziehbar machen

Prüfungsnahes Beispiel 1

Aufgabe:

Eine Webseite läuft auf einem einzelnen Webserver. Bei vielen Zugriffen wird die Webseite langsam.

Frage:

Welche Maßnahme kann helfen?

Mögliche Antwort:

Es können mehrere Webserver betrieben und über einen Load Balancer angesprochen werden. Der Load Balancer verteilt die Anfragen auf die Webserver. Dadurch wird die Last verteilt und die Verfügbarkeit verbessert.


Prüfungsnahes Beispiel 2

Aufgabe:

Ein Unternehmen betreibt drei Webserver hinter einem Load Balancer. Einer der Webserver fällt aus.

Frage:

Was sollte der Load Balancer tun?

Mögliche Antwort:

Der Load Balancer sollte den Ausfall über Health Checks erkennen und keine neuen Anfragen mehr an den defekten Webserver senden. Die Anfragen werden auf die verbleibenden funktionierenden Webserver verteilt.


Prüfungsnahes Beispiel 3

Aufgabe:

Ein Webshop speichert Warenkörbe lokal auf dem Webserver. Benutzer verlieren manchmal ihren Warenkorb, wenn mehrere Webserver genutzt werden.

Frage:

Was ist vermutlich das Problem?

Mögliche Antwort:

Die Anwendung ist stateful und speichert Sitzungsdaten lokal. Wenn der Benutzer bei einer späteren Anfrage auf einem anderen Webserver landet, kennt dieser den Warenkorb nicht. Lösungen sind Sticky Sessions oder ein zentraler Session-Speicher.


Prüfungsnahes Beispiel 4

Aufgabe:

Ein Administrator sagt: „Wir skalieren unsere Datenbank einfach wie unsere Webserver, indem wir mehrere Datenbankserver parallel hinter einen Load Balancer hängen.“

Frage:

Warum ist das problematisch?

Mögliche Antwort:

Datenbanken müssen Daten konsistent halten. Schreibzugriffe, Transaktionen und gleichzeitige Änderungen sind komplex. Datenbanken benötigen spezielle Replikations-, Cluster- oder Failover-Konzepte und können nicht immer wie einfache Webserver horizontal skaliert werden.


Prüfungsnahes Beispiel 5

Aufgabe:

Ein Unternehmen hat zwei Load Balancer, aber nur einer besitzt die aktive virtuelle IP-Adresse. Fällt dieser aus, übernimmt der zweite.

Frage:

Welches Prinzip wird genutzt?

Mögliche Antwort:

Es wird ein redundanter Load-Balancer-Aufbau mit virtueller IP-Adresse genutzt. Häufig wird dafür ein Verfahren wie VRRP eingesetzt. Der zweite Load Balancer übernimmt bei Ausfall die VIP.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Load Balancing?

Mögliche Antwort:

Load Balancing bedeutet Lastverteilung. Ein Load Balancer verteilt eingehende Anfragen auf mehrere Backend-Server, damit die Last besser verteilt und die Verfügbarkeit erhöht wird.


Typische Prüfungsfrage: Warum sind Health Checks wichtig?

Mögliche Antwort:

Health Checks prüfen, ob Backend-Server erreichbar und funktionsfähig sind. Wenn ein Server ausfällt, kann der Load Balancer ihn aus der Verteilung nehmen und Anfragen nur noch an funktionierende Server senden.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied Failover und Load Balancing

Failover Load Balancing
Übernahme bei Ausfall Verteilung von Anfragen
Häufig eine aktive Ressource Mehrere aktive Server
Ziel: Ausfallsicherheit Ziel: Lastverteilung und Verfügbarkeit
Beispiel: VM startet auf anderem Host Beispiel: Webanfragen auf mehrere Webserver

Typische Prüfungsfrage: Was ist Scale-Up?

Mögliche Antwort:

Scale-Up bedeutet vertikale Skalierung. Dabei wird ein einzelnes System leistungsfähiger gemacht, zum Beispiel durch mehr CPU, mehr RAM, schnelleren Storage oder eine größere VM.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Scale-Out?

Mögliche Antwort:

Scale-Out bedeutet horizontale Skalierung. Dabei werden weitere Systeme hinzugefügt, zum Beispiel mehrere Webserver hinter einem Load Balancer.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied Scale-Up und Scale-Out

Scale-Up Scale-Out
Einzelnes System stärker machen Mehr Systeme hinzufügen
Mehr RAM, CPU, Storage Weitere Server oder Instanzen
Einfacher, aber begrenzt Skalierbarer, aber komplexer
Single Point of Failure bleibt möglich Kann Verfügbarkeit verbessern

Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet Sticky Session?

Mögliche Antwort:

Sticky Session bedeutet, dass ein Benutzer während einer Sitzung immer wieder demselben Backend-Server zugeordnet wird. Das ist nötig, wenn eine Anwendung Sitzungsdaten lokal auf dem Server speichert.


Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet stateless?

Mögliche Antwort:

Stateless bedeutet, dass ein Server keinen wichtigen Sitzungszustand lokal speichert. Dadurch können Anfragen einfacher auf verschiedene Server verteilt werden, was Load Balancing und Skalierung erleichtert.


Typische Prüfungsfrage: Warum ist ein einzelner Load Balancer problematisch?

Mögliche Antwort:

Ein einzelner Load Balancer kann selbst ein Single Point of Failure sein. Wenn er ausfällt, ist der Dienst trotz mehrerer Backend-Server nicht erreichbar. Deshalb sollten Load Balancer redundant aufgebaut werden.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Reverse Proxy?

Mögliche Antwort:

Ein Reverse Proxy nimmt Anfragen von Clients entgegen und leitet sie an interne Server weiter. Er kann zusätzlich TLS-Terminierung, Logging, Zugriffskontrolle und Load Balancing übernehmen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist TLS-Terminierung?

Mögliche Antwort:

TLS-Terminierung bedeutet, dass der Load Balancer oder Reverse Proxy die HTTPS-Verbindung des Clients entgegennimmt und entschlüsselt. Danach leitet er die Anfrage intern an Backend-Server weiter.


Typische Prüfungsfrage: Warum sind Datenbanken schwieriger zu skalieren als Webserver?

Mögliche Antwort:

Datenbanken müssen Daten konsistent halten. Schreibzugriffe, Transaktionen und gleichzeitige Änderungen dürfen keine Widersprüche erzeugen. Deshalb benötigen Datenbanken spezielle Replikations- oder Clusterkonzepte.


Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Load Balancing Lastverteilung auf mehrere Server
Load Balancer System, das Anfragen verteilt
Backend Zielserver hinter dem Load Balancer
Frontend Adresse oder Dienst, den Clients ansprechen
VIP Virtuelle IP-Adresse
Health Check Prüfung eines Backends
Round Robin Verteilung der Reihe nach
Least Connections Server mit wenigsten Verbindungen wird bevorzugt
Weighted Round Robin Gewichtete Verteilung
IP Hash Zielserver anhand Client-IP
Sticky Session Benutzer bleibt auf gleichem Backend
Session Affinity Sitzung wird Backend zugeordnet
Stateless Zustandslos
Stateful Zustandsbehaftet
Scale-Up Einzelnes System stärker machen
Scale-Out Weitere Systeme hinzufügen
Reverse Proxy Vermittler zwischen Client und internen Servern
TLS-Terminierung HTTPS wird am Proxy/Load Balancer beendet
VRRP Virtuelle IP für Redundanz
Keepalived Linux-Software für VRRP
Rolling Update Systeme nacheinander aktualisieren
Blue-Green-Deployment Umschaltung zwischen zwei Umgebungen
Canary Deployment Neue Version zuerst für wenige Benutzer
Autoscaling Automatische Skalierung
Bottleneck Engpass
Throughput Durchsatz
Antwortzeit Zeit bis zur Antwort
WAF Web Application Firewall
CDN Content Delivery Network

Wichtige Merksätze

Load Balancing verteilt Anfragen auf mehrere Server.

Load Balancing verbessert Lastverteilung und kann die Verfügbarkeit erhöhen.

Ein Load Balancer braucht Health Checks, damit defekte Backends erkannt werden.

Ein einzelner Load Balancer kann selbst ein Single Point of Failure sein.

Scale-Up bedeutet: ein System stärker machen.

Scale-Out bedeutet: mehrere Systeme hinzufügen.

Webserver lassen sich oft leichter horizontal skalieren als Datenbanken.

Stateless-Anwendungen sind einfacher zu skalieren als stateful Anwendungen.

Sticky Sessions können nötig sein, verschlechtern aber manchmal die Lastverteilung.

Ein Reverse Proxy kann auch als Load Balancer arbeiten.

Monitoring ist notwendig, um Engpässe und Überlastung zu erkennen.


Kurzzusammenfassung

Load Balancing und Skalierung helfen dabei, Dienste leistungsfähiger und besser verfügbar zu machen.

Ein Load Balancer verteilt Anfragen auf mehrere Backend-Server.

Wichtige Ziele sind:

Ziel Bedeutung
Lastverteilung Arbeit auf mehrere Server verteilen
Verfügbarkeit Defekte Server aus der Verteilung nehmen
Skalierbarkeit Weitere Server hinzufügen
Wartbarkeit Server einzeln warten
Performance Antwortzeiten verbessern

Skalierung gibt es in zwei Grundformen:

Art Bedeutung
Scale-Up Einzelnes System stärker machen
Scale-Out Mehr Systeme hinzufügen

Für die IHK ist besonders wichtig:

Prüfungsrelevanter Punkt Bedeutung
Load Balancing erklären Anfragen werden verteilt
Health Checks verstehen Defekte Backends erkennen
Failover vs. Load Balancing unterscheiden Übernahme vs. Verteilung
Scale-Up vs. Scale-Out unterscheiden Stärker machen vs. mehr Systeme
Stateful vs. Stateless verstehen Sitzungszustand wichtig für Skalierung
Sticky Sessions kennen Benutzer bleibt auf gleichem Server
Load Balancer als SPOF erkennen Redundanz nötig
Datenbank-Skalierung einordnen Komplexer als Webserver

Der nächste logische Schritt ist:

Prüfungszusammenfassung – Virtualisierung und Cluster

Kapitel 13 - Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

13.8 Prüfungszusammenfassung – Virtualisierung und Cluster

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Diese Seite fasst die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge aus den vorherigen Seiten zusammen.

Sie eignet sich besonders zur Wiederholung vor Klassenarbeiten, IHK-Aufgaben oder Prüfungsvorbereitung.


Themenüberblick

In diesem Kapitel wurden folgende Themen behandelt:

Seite Thema
1 Server-Grundlagen
2 Virtualisierung und virtuelle Maschinen
3 Hypervisor und VM-Verwaltung
4 Storage, Snapshots und Backups bei VMs
5 Cluster und Hochverfügbarkeit
6 Failover, Quorum und Split-Brain
7 Load Balancing und Skalierung

Grundzusammenhang

Moderne Serverumgebungen bestehen oft nicht mehr aus einzelnen physischen Servern für jeden Dienst.

Stattdessen werden mehrere virtuelle Maschinen auf leistungsfähigen Hosts betrieben.

Mehrere Hosts können zu einem Cluster verbunden werden.

Dadurch entstehen mehr Flexibilität, bessere Ressourcennutzung und höhere Verfügbarkeit.

Vereinfacht:

Physische Server
    ↓
Hypervisor
    ↓
Virtuelle Maschinen
    ↓
Cluster / Hochverfügbarkeit
    ↓
Dienste für Benutzer

Server

Ein Server ist ein System, das anderen Geräten Dienste, Daten oder Anwendungen bereitstellt.

Clients nutzen diese Dienste.

Beispiele:

Serverrolle Aufgabe
Domain Controller Benutzer und Anmeldungen verwalten
DNS-Server Namen in IP-Adressen auflösen
DHCP-Server IP-Adressen vergeben
Fileserver Dateien bereitstellen
Webserver Webseiten bereitstellen
Datenbankserver Daten speichern
Backupserver Sicherungen verwalten
Monitoring-Server Systeme überwachen

Client-Server-Prinzip

Beim Client-Server-Prinzip fordert ein Client einen Dienst an und der Server stellt ihn bereit.

Beispiel:

Client Server
PC öffnet Netzlaufwerk Fileserver stellt Datei bereit
Browser ruft Webseite auf Webserver liefert Webseite
PC fragt DNS-Namen ab DNS-Server liefert IP-Adresse
Benutzer meldet sich an Domain Controller prüft Anmeldung

Merksatz Server

Ein Server stellt Dienste bereit. Ein Client nutzt diese Dienste.


Virtualisierung

Virtualisierung bedeutet, dass mehrere virtuelle Systeme auf einer physischen Hardware betrieben werden.

Ein physischer Server kann dadurch mehrere virtuelle Maschinen ausführen.

Beispiel:

Physischer Host Virtuelle Maschinen
HV01 DC01, FILE01, WEB01, DB01

Virtuelle Maschine

Eine virtuelle Maschine ist ein simulierter Computer.

Sie besitzt eigene virtuelle Hardware:

Virtuelle Komponente Bedeutung
vCPU Virtuelle CPU
vRAM Virtueller Arbeitsspeicher
vDisk Virtuelle Festplatte
vNIC Virtuelle Netzwerkkarte
Gastbetriebssystem Betriebssystem innerhalb der VM

Host und Guest

Begriff Bedeutung
Host Physischer Server, auf dem VMs laufen
Guest Virtuelle Maschine
Gastbetriebssystem Betriebssystem innerhalb der VM
Hypervisor Virtualisierungsschicht

Beispiel:

Ebene Beispiel
Hardware Physischer Server
Hypervisor Proxmox, ESXi, Hyper-V
Guest Windows Server VM oder Linux VM

Hypervisor

Ein Hypervisor ist die Virtualisierungsschicht.

Er verwaltet virtuelle Maschinen und verteilt Ressourcen.

Aufgaben:

Aufgabe Erklärung
VMs erstellen Neue virtuelle Maschinen anlegen
VMs starten und stoppen Betrieb steuern
CPU zuteilen Rechenleistung bereitstellen
RAM zuteilen Arbeitsspeicher bereitstellen
Storage verwalten Virtuelle Festplatten bereitstellen
Netzwerk bereitstellen Virtuelle Netzwerkkarten und Switches
Snapshots verwalten Zustände speichern
Migration ermöglichen VMs verschieben

Typ-1-Hypervisor

Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf der Hardware.

Beispiele:

Hypervisor Beschreibung
VMware ESXi Häufig in Unternehmen
Microsoft Hyper-V Microsoft-Virtualisierung
Proxmox VE Open-Source-Virtualisierungsplattform
KVM Linux-basierte Virtualisierung
Xen Virtualisierungstechnologie

Typischer Aufbau:

Hardware
   ↓
Typ-1-Hypervisor
   ↓
Virtuelle Maschinen

Typ-2-Hypervisor

Ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem.

Beispiele:

Hypervisor Einsatz
VirtualBox Test und Lernen
VMware Workstation Desktop-Virtualisierung
Parallels Desktop macOS-Virtualisierung
UTM macOS / Apple Silicon

Typischer Aufbau:

Hardware
   ↓
Betriebssystem
   ↓
Typ-2-Hypervisor
   ↓
Virtuelle Maschinen

Typ-1 vs. Typ-2

Merkmal Typ-1 Typ-2
Läuft auf Direkt auf Hardware Auf Betriebssystem
Einsatz Server / Rechenzentrum Desktop / Test
Performance Höher Meist geringer
Stabilität Sehr hoch Abhängig vom Host-OS
Beispiel ESXi, Hyper-V, Proxmox VirtualBox, VMware Workstation

Vorteile von Virtualisierung

Vorteil Erklärung
Bessere Ressourcennutzung Hardware wird effizienter genutzt
Weniger physische Server Konsolidierung
Schnellere Bereitstellung Neue VMs schnell erstellen
Einfachere Sicherung Ganze VMs können gesichert werden
Flexibilität Ressourcen können angepasst werden
Migration VMs können verschoben werden
Testumgebungen Schnell erstellbar und zurücksetzbar
Grundlage für HA Clusterbetrieb möglich

Nachteile und Risiken von Virtualisierung

Risiko Erklärung
Host-Ausfall Mehrere VMs gleichzeitig betroffen
Ressourcenengpass CPU, RAM oder Storage überlastet
Komplexität Mehr Planung bei Netzwerk, Storage und Backup
Hypervisor-Sicherheit Hypervisor ist besonders kritisch
Storage-Abhängigkeit Viele VMs hängen am gleichen Speicher
Lizenzierung Kann komplizierter werden

Storage bei VMs

Storage ist der Speicherbereich für virtuelle Maschinen.

Dort liegen zum Beispiel:

Bestandteil Beispiel
Virtuelle Festplatten VHDX, VMDK, QCOW2
VM-Konfiguration CPU, RAM, Netzwerk
ISO-Dateien Installationsmedien
Snapshots Zwischenstände
Templates Vorlagen
Backups Sicherungen

Virtuelle Festplattenformate

Format Plattform
VHD / VHDX Hyper-V
VMDK VMware
QCOW2 KVM / Proxmox
RAW KVM / Proxmox

Thin Provisioning

Thin Provisioning bedeutet, dass eine virtuelle Festplatte nur den tatsächlich genutzten Speicher belegt, obwohl sie eine größere Maximalgröße hat.

Beispiel:

Eingestellte Größe Tatsächlich belegt
100 GB 25 GB

Vorteil:

Speicher wird effizient genutzt.

Nachteil:

Der echte Storage kann unerwartet voll laufen.


Thick Provisioning

Thick Provisioning bedeutet, dass der Speicher direkt vollständig reserviert wird.

Beispiel:

Eingestellte Größe Tatsächlich belegt
100 GB 100 GB

Vorteil:

Besser planbar.

Nachteil:

Weniger flexibel und weniger platzsparend.


Thin vs. Thick

Merkmal Thin Thick
Speicherbelegung Wächst nach Bedarf Sofort vollständig reserviert
Effizienz Hoch Geringer
Risiko Storage kann voll laufen Besser planbar
Überwachung Sehr wichtig Trotzdem wichtig

Snapshot

Ein Snapshot speichert den Zustand einer VM zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Typische Nutzung:

Situation Warum Snapshot?
Vor Updates Rückkehr möglich
Vor Softwareinstallation Test rückgängig machen
Vor Konfigurationsänderung Absicherung
Schulung / Labor Ausgangszustand wiederherstellen

Snapshots sind kein Backup

Snapshots sind nur kurzfristige Zustände.

Sie ersetzen kein Backup.

Gründe:

Grund Erklärung
Gleicher Storage Snapshot liegt oft neben der VM
Kurzfristig gedacht Nicht für Langzeitaufbewahrung
Kein Schutz bei Storage-Ausfall Snapshot ist dann auch betroffen
Performanceprobleme möglich Lange Snapshot-Ketten können bremsen
Kein vollständiges Restore-Konzept Backup bleibt notwendig

Backup

Ein Backup ist eine Datensicherung.

Ziel:

Daten oder Systeme sollen nach einem Fehler wiederhergestellt werden können.

Typische Gründe für Restore:

Ursache Beispiel
Datei gelöscht Benutzerfehler
Ransomware Daten verschlüsselt
Hardwaredefekt Storage defekt
Fehlkonfiguration Falsche Änderung
Updatefehler Anwendung funktioniert nicht mehr
Datenkorruption Daten beschädigt

Backuparten

Backupart Erklärung
Vollbackup Sichert alle Daten
Inkrementelles Backup Sichert Änderungen seit letztem Backup
Differenzielles Backup Sichert Änderungen seit letztem Vollbackup
Image-basiertes Backup Sichert ganze VM
Datei-basiertes Backup Sichert einzelne Dateien
Applikationskonsistentes Backup Berücksichtigt laufende Anwendungen

RAID ist kein Backup

RAID schützt vor bestimmten Festplattenausfällen.

RAID schützt nicht zuverlässig gegen:

Risiko Beispiel
Versehentliches Löschen Datei wird gelöscht
Ransomware Daten werden verschlüsselt
Datenkorruption Fehlerhafte Daten
Brand / Diebstahl Gesamtes Gerät weg
Fehlkonfiguration Falsche Änderung bleibt bestehen

Merksatz:

RAID erhöht Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.


RPO und RTO

Begriff Bedeutung Frage
RPO Recovery Point Objective Wie viele Daten dürfen maximal verloren gehen?
RTO Recovery Time Objective Wie lange darf die Wiederherstellung dauern?

Beispiel:

Wert Bedeutung
RPO 1 Stunde Maximal Datenverlust von 1 Stunde
RTO 4 Stunden Dienst muss nach 4 Stunden wieder laufen

Cluster

Ein Cluster ist ein Zusammenschluss mehrerer Server, die gemeinsam arbeiten.

Die einzelnen Server heißen Nodes.

Ziele:

Ziel Erklärung
Hochverfügbarkeit Dienste sollen bei Ausfall weiterlaufen oder schnell wieder starten
Lastverteilung Arbeit wird verteilt
Skalierbarkeit Weitere Systeme können ergänzt werden
Wartbarkeit Systeme können nacheinander gewartet werden

Cluster-Node

Ein Cluster-Node ist ein einzelner Server innerhalb eines Clusters.

Beispiel:

Cluster Nodes
Virtualisierungscluster HV01, HV02, HV03
Webserver-Cluster WEB01, WEB02, WEB03
Datenbankcluster DB01, DB02

Cluster-Ressource

Eine Cluster-Ressource ist ein Dienst, eine VM, eine IP-Adresse oder ein Speicherbereich, der vom Cluster verwaltet wird.

Beispiele:

Cluster-Ressource Erklärung
Virtuelle Maschine Kann auf anderem Host starten
IP-Adresse Wandert mit aktivem Dienst
Dateifreigabe Hochverfügbare Freigabe
Datenbankdienst Kann auf Ersatznode starten
Anwendung Wird überwacht und verschoben

Hochverfügbarkeit

Hochverfügbarkeit bedeutet, dass ein Dienst möglichst dauerhaft erreichbar bleibt.

Wichtig:

Hochverfügbarkeit bedeutet nicht automatisch unterbrechungsfrei.

Oft gibt es bei einem Failover eine kurze Unterbrechung.


Single Point of Failure

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne Komponente, deren Ausfall einen Dienst oder ein System lahmlegen kann.

Beispiele:

Single Point of Failure Risiko
Einziger Server Dienst fällt komplett aus
Einziger Switch Netzwerk fällt aus
Einziger Storage VM-Daten nicht erreichbar
Einzige Internetleitung Externer Zugriff fällt aus
Einziger Load Balancer Dienst trotz Backends nicht erreichbar

Redundanz

Redundanz bedeutet, dass wichtige Komponenten mehrfach vorhanden sind.

Beispiele:

Komponente Redundanz
Server Mehrere Hosts
Netzteil Zwei Netzteile
Netzwerk Mehrere Netzwerkkarten
Switch Zwei Switches
Storage RAID, Replikation, verteiltes Storage
Backup Mehrere Sicherungen

Failover

Failover bedeutet, dass ein Dienst bei Ausfall auf ein anderes System wechselt oder dort neu gestartet wird.

Beispiel:

Schritt Ereignis
1 VM läuft auf HV01
2 HV01 fällt aus
3 Cluster erkennt Fehler
4 VM wird auf HV02 gestartet
5 Dienst ist wieder verfügbar

Merksatz:

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.


Failback

Failback bedeutet, dass eine Ressource nach Reparatur wieder auf das ursprüngliche System zurückwechselt.

Beispiel:

Schritt Ereignis
1 VM läuft ursprünglich auf HV01
2 Failover auf HV02
3 HV01 wird repariert
4 VM wird zurück auf HV01 verschoben

Live Migration

Live Migration bedeutet, dass eine laufende VM geplant auf einen anderen Host verschoben wird.

Beispiel:

Situation Begriff
Admin verschiebt VM vor Wartung Live Migration
Host fällt plötzlich aus Failover

Failover vs. Live Migration

Failover Live Migration
Reaktion auf Fehler Geplante Verschiebung
Häufig kurze Unterbrechung Möglichst ohne Unterbrechung
Beispiel: Host-Ausfall Beispiel: Wartung
Ressource startet woanders VM läuft weiter beim Verschieben

Quorum

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus im Cluster.

Es sorgt dafür, dass nur der Cluster-Teil mit gültiger Mehrheit weiterarbeiten darf.

Ziel:

Split-Brain verhindern.


Witness

Ein Witness ist eine zusätzliche Entscheidungsinstanz für das Quorum.

Beispiele:

Witness-Art Erklärung
File Share Witness Netzwerkfreigabe als Zeuge
Disk Witness Gemeinsamer Datenträger als Zeuge
Cloud Witness Cloud-Dienst als Zeuge

Besonders bei Clustern mit gerader Node-Anzahl ist ein Witness wichtig.


Split-Brain

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand.

Dabei verlieren Cluster-Teile die Verbindung zueinander und glauben gleichzeitig, aktiv sein zu dürfen.

Gefahr:

Gefahr Erklärung
Datenkorruption Zwei Seiten schreiben gleichzeitig
Inkonsistente Daten Unterschiedliche Datenstände
Datenverlust Änderungen überschreiben sich
Lange Wiederherstellung Manuelle Reparatur nötig

Merksatz:

Quorum und Witness helfen, Split-Brain zu verhindern.


Fencing

Fencing bedeutet, einen unsicheren oder isolierten Node vom Zugriff auf gemeinsame Ressourcen auszuschließen.

Ziel:

Ein unsicherer Node darf nicht weiter auf Daten schreiben.


STONITH

STONITH steht für:

Shoot The Other Node In The Head

Gemeint ist technisch:

Ein unsicherer Node wird ausgeschaltet oder isoliert, um Datenkonsistenz zu schützen.


Heartbeat

Heartbeat ist ein regelmäßiges Signal zwischen Cluster-Nodes.

Damit prüfen Nodes, ob andere Nodes noch erreichbar sind.

Wichtig:

Ein fehlender Heartbeat bedeutet nicht automatisch, dass der Server aus ist.
Es kann auch ein Netzwerkproblem sein.


Shared Storage

Shared Storage ist gemeinsamer Speicher, auf den mehrere Hosts zugreifen können.

Vorteil:

VMs können leichter auf anderen Hosts gestartet werden.

Nachteil:

Der gemeinsame Storage darf selbst kein Single Point of Failure sein.


Shared-Nothing-Cluster

Bei einem Shared-Nothing-Cluster hat jeder Node eigenen lokalen Speicher.

Daten werden repliziert oder verteilt.

Beispiele:

Technologie Prinzip
Ceph Verteilter Storage
VMware vSAN Verteilter Speicher
Storage Spaces Direct Microsoft verteilter Storage
GlusterFS Verteiltes Dateisystem

N+1-Prinzip

N+1 bedeutet:

Es gibt eine zusätzliche Reservekomponente.

Beispiel:

Benötigt Vorhanden
2 Hosts 3 Hosts

Wenn ein Host ausfällt, können die verbleibenden Hosts die Last übernehmen.


Load Balancing

Load Balancing bedeutet Lastverteilung.

Ein Load Balancer verteilt Anfragen auf mehrere Backend-Server.

Beispiel:

Client
   ↓
Load Balancer
   ↓
WEB01 / WEB02 / WEB03

Load Balancer

Ein Load Balancer nimmt Anfragen entgegen und verteilt sie.

Beispiele:

Art Beispiel
Software HAProxy, Nginx, Traefik
Hardware Load-Balancer-Appliance
Cloud Cloud Load Balancer
Container Kubernetes Service / Ingress

Backend und Frontend

Begriff Bedeutung
Frontend Adresse, die der Client anspricht
Backend Zielserver hinter dem Load Balancer

Beispiel:

Bereich Beispiel
Frontend intranet.firma.local
Backend WEB01, WEB02, WEB03

Health Check

Ein Health Check prüft, ob ein Backend-Server erreichbar und funktionsfähig ist.

Wenn ein Server nicht gesund ist, nimmt der Load Balancer ihn aus der Verteilung.

Beispiele:

Health Check Prüfung
Ping Server erreichbar?
TCP-Port Port offen?
HTTP-Status Webserver antwortet korrekt?
API-Check Anwendung funktioniert?

Load-Balancing-Methoden

Methode Erklärung
Round Robin Anfragen der Reihe nach verteilen
Least Connections Server mit wenigsten Verbindungen bevorzugen
Weighted Round Robin Stärkere Server bekommen mehr Anfragen
IP Hash Client-IP entscheidet über Zielserver
Random Zufällige Verteilung

Sticky Session

Sticky Session bedeutet, dass ein Benutzer während einer Sitzung immer wieder beim gleichen Backend-Server landet.

Das ist nötig, wenn die Anwendung Sitzungsdaten lokal speichert.

Nachteil:

Die Lastverteilung kann ungleichmäßiger werden.


Stateless und Stateful

Begriff Bedeutung
Stateless Server speichert keinen wichtigen Sitzungszustand lokal
Stateful Server speichert Zustand oder Sitzungsdaten lokal

Stateless-Anwendungen sind einfacher zu skalieren.

Stateful-Anwendungen benötigen oft Sticky Sessions, zentralen Session-Speicher oder besondere Clusterkonzepte.


Scale-Up

Scale-Up bedeutet vertikale Skalierung.

Ein einzelnes System wird stärker gemacht.

Beispiele:

Maßnahme Wirkung
Mehr RAM Mehr Arbeitsspeicher
Mehr CPU Mehr Rechenleistung
Schnellere SSD Bessere Storage-Performance
Größere VM Mehr Ressourcen

Scale-Out

Scale-Out bedeutet horizontale Skalierung.

Es werden weitere Systeme hinzugefügt.

Beispiel:

Vorher Nachher
Ein Webserver Drei Webserver hinter Load Balancer

Scale-Up vs. Scale-Out

Merkmal Scale-Up Scale-Out
Prinzip Ein System stärker machen Mehr Systeme hinzufügen
Beispiel Mehr RAM für DB01 WEB01, WEB02, WEB03
Komplexität Meist einfacher Komplexer
Grenze Hardwarelimit Architekturabhängig
Ausfallsicherheit Nicht automatisch besser Kann besser werden

Failover vs. Load Balancing

Failover Load Balancing
Übernahme bei Ausfall Verteilung von Anfragen
Häufig eine aktive Ressource Mehrere aktive Server
Ziel: Verfügbarkeit Ziel: Lastverteilung und Verfügbarkeit
Beispiel: VM startet auf anderem Host Beispiel: Webanfragen auf mehrere Server

Cluster vs. Backup

Cluster Backup
Erhöht Verfügbarkeit Schützt vor Datenverlust
Hilft bei Serverausfall Hilft bei gelöschten oder beschädigten Daten
Kein Ersatz für Backup Kein Ersatz für Hochverfügbarkeit
Aktueller Zustand bleibt aktiv Ältere Zustände wiederherstellbar

Merksatz:

Ein Cluster ersetzt kein Backup.


Snapshot vs. Backup

Snapshot Backup
Kurzfristiger Zustand Echte Datensicherung
Meist gleicher Storage Separater Speicher möglich
Für Updates und Tests Für Wiederherstellung
Kein Ersatz für Backup Notwendig für Datenverlustfälle

Merksatz:

Snapshots sind kein Backup.


RAID vs. Backup

RAID Backup
Schutz vor bestimmten Festplattenausfällen Schutz vor Datenverlust
Erhöht Verfügbarkeit Ermöglicht Wiederherstellung
Kein Schutz vor Löschen/Ransomware Kann alte Zustände liefern
Kein Ersatz für Backup Echte Sicherung

Merksatz:

RAID ist kein Backup.


Wichtige Unterschiede auf einen Blick

Begriff 1 Begriff 2 Unterschied
VM Container VM hat eigenes OS, Container nutzt Host-Kernel
Host Guest Host betreibt VMs, Guest ist VM
Typ-1 Typ-2 Direkt auf Hardware vs. auf Betriebssystem
Snapshot Backup Zustand vs. Sicherung
RAID Backup Festplattenschutz vs. Wiederherstellung
Failover Live Migration Fehlerfall vs. geplante Verschiebung
Failover Load Balancing Übernahme vs. Verteilung
Scale-Up Scale-Out Stärker machen vs. mehr Systeme
Stateful Stateless Mit Zustand vs. ohne lokalen Zustand
RPO RTO Datenverlust vs. Ausfallzeit
HA Fault Tolerance Schnelle Wiederherstellung vs. möglichst unterbrechungsfrei

Typische IHK-Frage: Was ist Virtualisierung?

Mögliche Antwort:

Virtualisierung bedeutet, dass mehrere virtuelle Maschinen auf einer gemeinsamen physischen Hardware betrieben werden. Jede VM verhält sich wie ein eigener Computer mit virtueller CPU, virtuellem Arbeitsspeicher, virtueller Festplatte und virtueller Netzwerkkarte.


Typische IHK-Frage: Was ist ein Hypervisor?

Mögliche Antwort:

Ein Hypervisor ist die Virtualisierungsschicht, die virtuelle Maschinen bereitstellt und verwaltet. Er verteilt Ressourcen wie CPU, RAM, Storage und Netzwerk an die VMs.


Typische IHK-Frage: Unterschied Typ-1 und Typ-2-Hypervisor

Mögliche Antwort:

Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf der Hardware und wird typischerweise im Serverbetrieb eingesetzt. Ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem und wird häufig für Tests oder Lernumgebungen genutzt.


Typische IHK-Frage: Warum nutzt man virtuelle Maschinen?

Mögliche Antwort:

Virtuelle Maschinen ermöglichen eine bessere Ressourcennutzung, schnellere Bereitstellung, einfachere Sicherung, flexible Verwaltung und den Betrieb mehrerer Server auf einer physischen Hardware. Außerdem bilden sie eine Grundlage für Hochverfügbarkeit und Clusterbetrieb.


Typische IHK-Frage: Warum ist ein einzelner Virtualisierungshost riskant?

Mögliche Antwort:

Wenn viele VMs auf einem einzelnen Host laufen, fallen bei Ausfall dieses Hosts mehrere virtuelle Server gleichzeitig aus. Der Host ist dann ein Single Point of Failure. Abhilfe schaffen Cluster, Redundanz, Backups und Monitoring.


Typische IHK-Frage: Was ist ein Cluster?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster ist ein Zusammenschluss mehrerer Server, die gemeinsam Dienste bereitstellen oder absichern. Ziel ist meistens Hochverfügbarkeit, Lastverteilung, Skalierbarkeit oder bessere Wartbarkeit.


Typische IHK-Frage: Was ist Failover?

Mögliche Antwort:

Failover bedeutet, dass ein Dienst oder eine Ressource bei Ausfall eines Systems auf ein anderes System wechselt oder dort neu gestartet wird. Dadurch wird die Ausfallzeit reduziert.


Typische IHK-Frage: Was ist Quorum?

Mögliche Antwort:

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus im Cluster. Es stellt sicher, dass nur der Cluster-Teil mit gültiger Mehrheit weiterarbeiten darf. Dadurch wird verhindert, dass mehrere Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden.


Typische IHK-Frage: Was ist Split-Brain?

Mögliche Antwort:

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand, bei dem getrennte Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden. Wenn beide Seiten auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption oder Datenverlust kommen.


Typische IHK-Frage: Warum braucht ein Zwei-Node-Cluster oft einen Witness?

Mögliche Antwort:

Bei zwei Nodes gibt es ohne Witness keine klare Mehrheit, wenn die Verbindung zwischen den Nodes gestört ist. Ein Witness liefert eine zusätzliche Stimme und hilft dem Cluster, eindeutig zu entscheiden, welcher Teil weiterarbeiten darf.


Typische IHK-Frage: Was ist Load Balancing?

Mögliche Antwort:

Load Balancing bedeutet Lastverteilung. Ein Load Balancer verteilt eingehende Anfragen auf mehrere Backend-Server, damit Last besser verteilt und die Verfügbarkeit erhöht wird.


Typische IHK-Frage: Unterschied Failover und Load Balancing

Mögliche Antwort:

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall. Load Balancing bedeutet Verteilung von Anfragen auf mehrere aktive Systeme. Failover dient vor allem der Ausfallsicherheit, Load Balancing dient der Lastverteilung und kann zusätzlich die Verfügbarkeit verbessern.


Typische IHK-Frage: Was ist Scale-Up?

Mögliche Antwort:

Scale-Up bedeutet, ein einzelnes System leistungsfähiger zu machen, zum Beispiel durch mehr CPU, mehr RAM oder schnelleren Storage.


Typische IHK-Frage: Was ist Scale-Out?

Mögliche Antwort:

Scale-Out bedeutet, weitere Systeme hinzuzufügen, zum Beispiel mehrere Webserver hinter einem Load Balancer.


Typische IHK-Frage: Warum sind Datenbanken schwieriger zu skalieren als Webserver?

Mögliche Antwort:

Datenbanken müssen Daten konsistent halten. Schreibzugriffe, Transaktionen und gleichzeitige Änderungen dürfen keine widersprüchlichen Daten erzeugen. Deshalb benötigen Datenbanken spezielle Replikations-, Cluster- oder Failover-Konzepte.


Typische IHK-Frage: Warum sind Snapshots kein Backup?

Mögliche Antwort:

Snapshots speichern nur einen kurzfristigen Zustand einer VM und liegen meist auf demselben Storage. Sie sind für Tests oder Updates geeignet, aber kein Ersatz für eine getrennte Datensicherung.


Typische IHK-Frage: Warum ist RAID kein Backup?

Mögliche Antwort:

RAID schützt vor bestimmten Festplattenausfällen, aber nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware, Datenkorruption oder Standortausfall. Deshalb wird zusätzlich ein Backup benötigt.


Typische IHK-Frage: Was bedeutet RPO?

Mögliche Antwort:

RPO steht für Recovery Point Objective. Es beschreibt, wie viele Daten maximal verloren gehen dürfen. Ein RPO von einer Stunde bedeutet, dass höchstens Daten der letzten Stunde verloren gehen dürfen.


Typische IHK-Frage: Was bedeutet RTO?

Mögliche Antwort:

RTO steht für Recovery Time Objective. Es beschreibt, wie lange die Wiederherstellung maximal dauern darf. Ein RTO von vier Stunden bedeutet, dass der Dienst innerhalb von vier Stunden wieder verfügbar sein soll.


Typische IHK-Frage: Warum braucht ein Cluster trotzdem Backups?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster erhöht die Verfügbarkeit, schützt aber nicht zuverlässig vor Datenverlust. Wenn Daten gelöscht, verschlüsselt oder beschädigt werden, wird der fehlerhafte Zustand weiterhin aktiv sein. Für die Wiederherstellung alter Datenstände benötigt man Backups.


Prüfungsnahes Szenario 1

Ein Unternehmen betreibt mehrere wichtige Serverrollen auf einem einzelnen physischen Server.

Auf diesem Server laufen:

Dienst Aufgabe
DC01 Domain Controller
FILE01 Dateiserver
DB01 Datenbank
WEB01 Webserver

Frage:

Welches Risiko besteht?

Mögliche Antwort:

Der einzelne physische Server ist ein Single Point of Failure. Wenn er ausfällt, sind alle darauf betriebenen Dienste betroffen. Eine bessere Lösung wäre Virtualisierung auf mehreren Hosts, ein Cluster für Hochverfügbarkeit, regelmäßige Backups und Monitoring.


Prüfungsnahes Szenario 2

Ein Administrator erstellt vor einem Update einen Snapshot einer VM und lässt diesen danach mehrere Monate bestehen.

Frage:

Warum ist das problematisch?

Mögliche Antwort:

Snapshots sind nur kurzfristig gedacht. Lange bestehende Snapshots können Speicher verbrauchen, die Performance verschlechtern und Probleme bei der Konsolidierung verursachen. Außerdem sind Snapshots kein Backup.


Prüfungsnahes Szenario 3

Ein Zwei-Node-Cluster ohne Witness verliert die Verbindung zwischen den Nodes.

Frage:

Welches Problem kann entstehen?

Mögliche Antwort:

Es gibt keine klare Mehrheit. Beide Nodes könnten den jeweils anderen als ausgefallen betrachten. Dadurch besteht die Gefahr von Split-Brain oder der Cluster stoppt aus Sicherheitsgründen. Ein Witness hilft, eine eindeutige Entscheidung zu treffen.


Prüfungsnahes Szenario 4

Ein Unternehmen nutzt drei Webserver hinter einem Load Balancer. Einer der Webserver fällt aus.

Frage:

Was sollte passieren?

Mögliche Antwort:

Der Load Balancer sollte den Ausfall durch Health Checks erkennen und keine neuen Anfragen mehr an den defekten Webserver senden. Die Anfragen werden auf die verbleibenden funktionierenden Webserver verteilt.


Prüfungsnahes Szenario 5

Ein Unternehmen speichert produktive VMs und Backups auf demselben Storage.

Frage:

Warum ist das gefährlich?

Mögliche Antwort:

Wenn dieser Storage ausfällt, sind sowohl die produktiven VMs als auch die Backups betroffen. Backups sollten getrennt vom Produktivsystem gespeichert werden, idealerweise zusätzlich offsite, offline oder immutable.


Prüfungsnahes Szenario 6

Eine VM mit Thin Provisioning hat eine virtuelle Festplatte von 500 GB. Auf dem echten Storage sind aber nur noch 20 GB frei.

Frage:

Warum ist das kritisch?

Mögliche Antwort:

Bei Thin Provisioning wächst die virtuelle Festplatte nach Bedarf. Wenn die VM weiter Daten schreibt, kann der echte Storage voll laufen. Dadurch können VMs einfrieren, abstürzen oder Daten beschädigt werden. Storage muss daher überwacht werden.


Prüfungsnahes Szenario 7

Ein Unternehmen möchte wissen, wie lange ein Dienst maximal ausfallen darf und wie viele Daten maximal verloren gehen dürfen.

Frage:

Welche Begriffe werden dafür verwendet?

Mögliche Antwort:

Die maximal akzeptierte Ausfallzeit heißt RTO.
Der maximal akzeptierte Datenverlust heißt RPO.


Prüfungsnahes Szenario 8

Eine Anwendung speichert Benutzersitzungen lokal auf dem Webserver. Hinter einem Load Balancer gibt es mehrere Webserver.

Frage:

Welches Problem kann entstehen?

Mögliche Antwort:

Wenn ein Benutzer bei verschiedenen Anfragen auf unterschiedliche Webserver geleitet wird, kennt der neue Webserver die lokale Sitzung nicht. Dadurch kann die Sitzung verloren gehen. Mögliche Lösungen sind Sticky Sessions oder ein zentraler Session-Speicher.


Lernkarte: VM

Frage Antwort
Was ist eine VM? Ein simulierter Computer auf einem Host
Was braucht eine VM? vCPU, vRAM, vDisk, vNIC
Was läuft in einer VM? Ein Gastbetriebssystem
Wofür nutzt man VMs? Serverdienste, Tests, Isolation, Flexibilität

Lernkarte: Hypervisor

Frage Antwort
Was ist ein Hypervisor? Virtualisierungsschicht
Was verwaltet er? VMs und Ressourcen
Was ist Typ-1? Direkt auf Hardware
Was ist Typ-2? Auf vorhandenem Betriebssystem

Lernkarte: Snapshot

Frage Antwort
Was ist ein Snapshot? Zustand einer VM zu einem Zeitpunkt
Wofür nutzt man ihn? Vor Updates oder Tests
Ist ein Snapshot ein Backup? Nein
Warum nicht? Meist gleicher Storage, kurzfristig gedacht

Lernkarte: Cluster

Frage Antwort
Was ist ein Cluster? Verbund mehrerer Server
Was ist ein Node? Einzelner Server im Cluster
Was ist Ziel? Hochverfügbarkeit, Lastverteilung, Skalierung
Ersetzt ein Cluster ein Backup? Nein

Lernkarte: Quorum

Frage Antwort
Was ist Quorum? Entscheidungsmechanismus im Cluster
Wozu dient es? Verhindert falsche Mehrfachaktivität
Was ist ein Witness? Zusätzliche Stimme
Was verhindert Quorum? Split-Brain

Lernkarte: Load Balancing

Frage Antwort
Was ist Load Balancing? Verteilung von Anfragen
Was ist ein Backend? Zielserver hinter Load Balancer
Was ist ein Health Check? Prüfung eines Backends
Was ist Sticky Session? Benutzer bleibt auf gleichem Backend

Die wichtigsten Merksätze

Ein Server stellt Dienste bereit, ein Client nutzt Dienste.

Virtualisierung ermöglicht mehrere VMs auf einer physischen Hardware.

Eine VM ist ein simulierter Computer mit eigener virtueller Hardware.

Der Hypervisor verwaltet VMs und verteilt Ressourcen.

Ein Typ-1-Hypervisor läuft direkt auf Hardware.

Ein Typ-2-Hypervisor läuft auf einem vorhandenen Betriebssystem.

Storage ist bei Virtualisierung besonders kritisch.

Thin Provisioning spart Speicher, muss aber überwacht werden.

Snapshots sind kein Backup.

RAID ist kein Backup.

Ein Backup ist nur sicher, wenn der Restore getestet wurde.

Ein Cluster erhöht Verfügbarkeit, ersetzt aber kein Backup.

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.

Live Migration ist eine geplante Verschiebung einer laufenden VM.

Quorum verhindert gefährliche Split-Brain-Situationen.

Ein Witness hilft bei der Mehrheitsentscheidung im Cluster.

Split-Brain kann Datenkorruption verursachen.

Load Balancing verteilt Anfragen auf mehrere Server.

Scale-Up bedeutet ein System stärker machen.

Scale-Out bedeutet mehr Systeme hinzufügen.

Stateless-Anwendungen sind leichter zu skalieren als stateful Anwendungen.


Sehr kurze Prüfungszusammenfassung

Thema Ein Satz
Server Stellt Dienste im Netzwerk bereit
VM Virtueller Computer auf einem Host
Hypervisor Verwaltet virtuelle Maschinen
Typ-1 Hypervisor direkt auf Hardware
Typ-2 Hypervisor auf Betriebssystem
Storage Speicher für VM-Daten
Snapshot Kurzfristiger VM-Zustand
Backup Echte Datensicherung
Cluster Verbund mehrerer Server
Node Einzelner Server im Cluster
HA Möglichst geringe Ausfallzeit
Failover Übernahme bei Ausfall
Quorum Mehrheitsentscheidung im Cluster
Witness Zusätzliche Stimme
Split-Brain Gefährliche doppelte Aktivität
Load Balancing Lastverteilung
Scale-Up Ein System stärker machen
Scale-Out Mehr Systeme hinzufügen
RPO Maximaler Datenverlust
RTO Maximale Wiederherstellungszeit

Abschluss

Damit ist das Kapitel Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit inhaltlich vollständig.

Die wichtigsten Prüfungsbereiche sind:

Prüfungsbereich Besonders wichtig
Virtualisierung VM, Host, Guest, Hypervisor, Typ-1/Typ-2
VM-Betrieb vCPU, RAM, Storage, Netzwerk, Guest Tools
Storage Thin/Thick, IOPS, Latenz, Datastore
Sicherung Snapshot vs. Backup, RAID vs. Backup, RPO/RTO
Cluster Node, Ressource, Failover, Failback
Quorum Witness, Mehrheit, Split-Brain
Hochverfügbarkeit Redundanz, SPOF, N+1
Load Balancing Backend, Health Check, Sticky Session
Skalierung Scale-Up, Scale-Out, Stateful, Stateless

Wenn du diese Begriffe erklären und voneinander unterscheiden kannst, hast du die wichtigsten Grundlagen für IHK-nahe Aufgaben zu Servern, Virtualisierung, Clustern und Hochverfügbarkeit verstanden.

Trainer – Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Trainer – Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

20.1 Trainer – Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

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Trainer - Systemtechnik Berechnungen

Trainer - Systemtechnik Berechnungen

Trainer 01 – Bilddaten, Pixel, Farbraum und Speicherbedarf

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Trainer 02 – Video-Bandbreite, HDMI und Bilddatenrate

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Trainer – Routing, Subnetting und Fehlersuche

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