Kapitel 2 – Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
- Seite 2.1 Der Betrieb
- Seite 2.2 Rechtsformen
- Seite 2.3 Unternehmensstruktur und Organisationsformen
- Seite 2.4 – Wirtschaftliche Verflechtungen: Konzern, Kartell und Fusion
- Seite 2.5 Ziele von Betrieben und Unternehmen
- Seite 2.6 Betriebliche und gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung
- Seite 2.7 Arbeitgeberverbände, Arbeitnehmerverbände und Wirtschaftsorganisationen
- Seite 2.8 Behörden und Verwaltungen
- Seite 2.9 Betriebsrat, JAV, Personalvertretung und Betriebsvereinbarungen
- Kompakte Wiederholung und Prüfungsfragen zu Kapitel 2
- Prüfungsfragen zu Kapitel 2
Seite 2.1 Der Betrieb
Quelle: IHK/ZPA-Prüfungskatalog Fachinformatiker/Fachinformatikerin – Fachrichtung Systemintegration, 2. Auflage 2024. Bereich AP2 WISO: Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes.
Prüfungsziel
Du sollst erklären können, welcher Branche ein Ausbildungsbetrieb angehört, in welchem Wirtschaftssektor er tätig ist und welche Produkte, Dienstleistungen und Märkte für ihn wichtig sind.
Was ist ein Betrieb?
Ein Betrieb ist eine organisatorische Einheit, in der Güter hergestellt oder Dienstleistungen erbracht werden.
Ein Unternehmen kann aus einem oder mehreren Betrieben bestehen.
Einfach gesagt:
- Unternehmen = rechtliche und wirtschaftliche Einheit
- Betrieb = Ort oder Organisationseinheit, in der gearbeitet wird
Beispiel:
Eine IT-Firma kann mehrere Standorte haben.
Das Unternehmen ist die gesamte Firma.
Ein einzelner Standort kann ein Betrieb sein.
Branchenzugehörigkeit
Eine Branche ist ein Wirtschaftsbereich, in dem ähnliche Unternehmen tätig sind.
Beispiele für Branchen:
| Branche | Beispiel |
|---|---|
| IT-Dienstleistung | Systemhaus, Managed Service Provider |
| Industrie | Maschinenbau, Automobilindustrie |
| Handel | Großhandel, Einzelhandel |
| Gesundheitswesen | Krankenhaus, Medizintechnik |
| Öffentlicher Dienst | Verwaltung, Schule, Behörde |
| Finanzwesen | Bank, Versicherung |
Für Fachinformatiker Systemintegration wichtig:
Fachinformatiker können in fast jeder Branche arbeiten, weil fast jedes Unternehmen IT-Systeme benötigt.
Wirtschaftssektoren
Die Gesamtwirtschaft wird häufig in drei große Wirtschaftssektoren unterteilt.
| Sektor | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Primärer Sektor | Rohstoffgewinnung | Landwirtschaft, Fischerei, Bergbau |
| Sekundärer Sektor | Verarbeitung und Produktion | Industrie, Handwerk, Bau |
| Tertiärer Sektor | Dienstleistungen | IT-Service, Handel, Banken, Verwaltung |
IT-Betriebe gehören meistens zum tertiären Sektor, weil sie Dienstleistungen anbieten.
Ein IT-Betrieb kann aber auch für Unternehmen aus dem sekundären Sektor arbeiten, zum Beispiel für eine Fabrik.
Erwerbswirtschaftliche Betriebe
Ein erwerbswirtschaftlicher Betrieb verfolgt das Ziel, Gewinn zu erzielen.
Beispiele:
- IT-Systemhaus
- Softwareunternehmen
- Cloud-Dienstleister
- Handelsunternehmen
- Produktionsunternehmen
Nicht jeder Betrieb arbeitet gewinnorientiert.
Es gibt auch gemeinnützige oder öffentliche Einrichtungen, zum Beispiel:
- Schulen
- Behörden
- Vereine
- Krankenhäuser in gemeinnütziger Trägerschaft
Produktpalette
Die Produktpalette beschreibt, welche Produkte oder Dienstleistungen ein Unternehmen anbietet.
Beispiel IT-Systemhaus:
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Hardware | Server, Clients, Netzwerkgeräte |
| Software | Betriebssysteme, Office, Sicherheitssoftware |
| Dienstleistungen | Installation, Wartung, Support |
| Beratung | IT-Sicherheit, Cloud, Datenschutz |
| Betrieb | Managed Services, Monitoring, Backup |
Märkte
Ein Markt ist der Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen.
Das muss kein echter Ort sein. Ein Markt kann auch digital sein.
Beispiele:
- Markt für IT-Dienstleistungen
- Markt für Cloud-Lösungen
- Markt für Hardware
- Markt für Cybersecurity
- Arbeitsmarkt für Fachinformatiker
Angebot und Nachfrage
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Angebot | Unternehmen bieten Produkte oder Dienstleistungen an |
| Nachfrage | Kunden möchten Produkte oder Dienstleistungen kaufen |
Wenn viele Kunden IT-Sicherheit benötigen, steigt die Nachfrage nach IT-Sicherheitsdienstleistungen.
Typische Prüfungsfrage
Ein IT-Systemhaus installiert Server, betreut Netzwerke und bietet Support für Firmenkunden an. Welchem Wirtschaftssektor gehört es überwiegend an?
Antwort anzeigen
Es gehört überwiegend zum tertiären Sektor, weil es Dienstleistungen anbietet.
Merksatz
Ein Betrieb gehört zu einer Branche, arbeitet in einem Wirtschaftssektor und bietet Produkte oder Dienstleistungen auf Märkten an.
Seite 2.2 Rechtsformen
Prüfungsziel
Du sollst wichtige Rechtsformen unterscheiden können, besonders im Hinblick auf Haftung, Kapital, Geschäftsführung und rechtliche Einordnung.
Was ist eine Rechtsform?
Die Rechtsform legt fest, wie ein Unternehmen rechtlich organisiert ist.
Sie beeinflusst zum Beispiel:
- wer haftet
- wer Entscheidungen trifft
- wie das Unternehmen gegründet wird
- ob ein Mindestkapital nötig ist
- wie Gewinne verteilt werden
- ob das Unternehmen eine eigene Rechtspersönlichkeit hat
Überblick
| Gruppe | Beispiele |
|---|---|
| Einzelunternehmen | Einzelunternehmer |
| Personengesellschaften | GbR, OHG, KG, GmbH & Co. KG |
| Kapitalgesellschaften | GmbH, AG |
| gemeinnützige Organisationen | Verein, Stiftung, gGmbH |
Einzelunternehmen
Ein Einzelunternehmen gehört einer einzelnen Person.
Merkmale:
- einfache Gründung
- eine Person entscheidet
- kein vorgeschriebenes Mindestkapital
- Unternehmer haftet persönlich und unbeschränkt
Beispiel:
Ein selbstständiger IT-Techniker bietet Netzwerkservice für kleine Betriebe an.
Wichtig für die Prüfung:
Bei einem Einzelunternehmen haftet der Inhaber grundsätzlich auch mit seinem Privatvermögen.
GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Eine GbR entsteht, wenn sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen.
Merkmale:
- mindestens zwei Gesellschafter
- einfache Gründung
- kein Mindestkapital
- Gesellschafter haften grundsätzlich persönlich
Beispiel:
Zwei IT-Fachleute gründen gemeinsam einen kleinen IT-Servicebetrieb.
OHG – Offene Handelsgesellschaft
Eine OHG ist eine Personengesellschaft für den Betrieb eines Handelsgewerbes.
Merkmale:
- mindestens zwei Gesellschafter
- alle Gesellschafter können grundsätzlich mitführen
- alle haften persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch
Wichtig:
Die persönliche Haftung ist ein zentrales Prüfungsmerkmal.
KG – Kommanditgesellschaft
Eine KG hat zwei Arten von Gesellschaftern.
| Gesellschafter | Haftung | Rolle |
|---|---|---|
| Komplementär | persönlich und unbeschränkt | führt meist die Geschäfte |
| Kommanditist | beschränkt auf Einlage | Kapitalgeber, meist keine Geschäftsführung |
Beispiel:
Ein IT-Unternehmen nimmt einen Investor als Kommanditisten auf.
GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft.
Merkmale:
- eigene juristische Person
- Mindeststammkapital grundsätzlich 25.000 €
- Haftung grundsätzlich mit Gesellschaftsvermögen
- Geschäftsführung durch Geschäftsführer
Wichtig für die Prüfung:
Bei einer GmbH haften die Gesellschafter grundsätzlich nicht persönlich mit ihrem Privatvermögen.
AG – Aktiengesellschaft
Die AG ist eine Kapitalgesellschaft, deren Kapital in Aktien zerlegt ist.
Merkmale:
- eigene juristische Person
- Grundkapital grundsätzlich 50.000 €
- Aktionäre beteiligen sich über Aktien
- Organe: Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung
Beispiel:
Große börsennotierte IT- oder Technologieunternehmen sind häufig Aktiengesellschaften.
GmbH & Co. KG
Die GmbH & Co. KG ist eine Mischform.
Sie ist rechtlich eine KG, bei der die GmbH die Rolle des persönlich haftenden Komplementärs übernimmt.
Ziel:
Die persönliche Haftung natürlicher Personen wird begrenzt.
Gemeinnützige Organisationen
Gemeinnützige Organisationen verfolgen nicht in erster Linie Gewinnziele, sondern gemeinnützige, soziale, kulturelle oder wissenschaftliche Zwecke.
Beispiele:
- Verein
- Stiftung
- gGmbH
Vergleich wichtiger Rechtsformen
| Rechtsform | Art | Haftung | Mindestkapital |
|---|---|---|---|
| Einzelunternehmen | Einzelbetrieb | persönlich und unbeschränkt | kein gesetzliches Mindestkapital |
| GbR | Personengesellschaft | grundsätzlich persönlich | kein gesetzliches Mindestkapital |
| OHG | Personengesellschaft | persönlich, unbeschränkt, gesamtschuldnerisch | kein gesetzliches Mindestkapital |
| KG | Personengesellschaft | Komplementär voll, Kommanditist beschränkt | kein gesetzliches Mindestkapital |
| GmbH | Kapitalgesellschaft | Gesellschaftsvermögen | grundsätzlich 25.000 € |
| AG | Kapitalgesellschaft | Gesellschaftsvermögen | grundsätzlich 50.000 € |
Typische Prüfungsfrage
Welche Rechtsform begrenzt die Haftung grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen?
Antwort anzeigen
Zum Beispiel die GmbH oder die AG. Bei diesen Kapitalgesellschaften haftet grundsätzlich die Gesellschaft mit ihrem Gesellschaftsvermögen.
Merksatz
Personengesellschaften sind stärker mit den Personen verbunden.
Kapitalgesellschaften haften grundsätzlich mit dem Gesellschaftsvermögen.
Seite 2.3 Unternehmensstruktur und Organisationsformen
Prüfungsziel
Du sollst erklären können, wie ein Unternehmen organisatorisch aufgebaut sein kann und welche Vor- und Nachteile typische Organisationsformen haben.
Was bedeutet Unternehmensstruktur?
Die Unternehmensstruktur beschreibt, wie Aufgaben, Abteilungen, Zuständigkeiten und Weisungswege in einem Unternehmen aufgebaut sind.
Sie beantwortet zum Beispiel:
- Wer ist wofür zuständig?
- Wer darf wem Anweisungen geben?
- Welche Abteilungen gibt es?
- Wie laufen Informationen durch den Betrieb?
Aufbauorganisation und Ablauforganisation
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Aufbauorganisation | beschreibt die Struktur des Unternehmens |
| Ablauforganisation | beschreibt die Arbeitsabläufe im Unternehmen |
Einfach gesagt:
- Aufbauorganisation = Wer macht was?
- Ablauforganisation = In welcher Reihenfolge passiert etwas?
Organigramm
Ein Organigramm stellt die Aufbauorganisation grafisch dar.
Einfaches Beispiel:
Geschäftsführung ├── IT-Abteilung │ ├── Netzwerkteam │ └── Supportteam ├── Vertrieb └── Buchhaltung
Wichtig:
Aus einem Organigramm erkennt man Zuständigkeiten, Abteilungen und Weisungsbeziehungen.
Einliniensystem
Beim Einliniensystem hat jeder Mitarbeiter genau einen direkten Vorgesetzten.
Geschäftsführung
└── IT-Leitung
└── Teamleitung Support
└── Mitarbeiter
Vorteile:
- klare Zuständigkeiten
- eindeutige Weisungswege
- weniger Kompetenzkonflikte
Nachteile:
- lange Entscheidungswege
- Vorgesetzte können überlastet werden
- Kommunikation kann langsam sein
Mehrliniensystem
Beim Mehrliniensystem kann ein Mitarbeiter Anweisungen von mehreren Vorgesetzten erhalten.
IT-Leitung
│
Mitarbeiter Support
│
Projektleitung
Vorteile:
- Fachwissen mehrerer Vorgesetzter nutzbar
- direkte fachliche Anweisungen möglich
- flexibler als Einliniensystem
Nachteile:
- widersprüchliche Anweisungen möglich
- unklare Verantwortlichkeiten
- Konflikte zwischen Vorgesetzten möglich
Stabliniensystem
Beim Stabliniensystem gibt es zusätzlich Stabsstellen. Diese beraten, haben aber normalerweise keine direkte Weisungsbefugnis.
Datenschutzbeauftragter
│
Geschäftsführung ────────┐
└── IT-Leitung
└── Supportteam
Beispiele für Stabsstellen:
- Datenschutzbeauftragter
- IT-Sicherheitsbeauftragter
- Rechtsabteilung
- Qualitätsmanagement
Vorteile:
- Leitung wird fachlich unterstützt
- Expertenwissen wird eingebunden
- bessere Entscheidungsgrundlage
Nachteile:
- Stabsstellen entscheiden meist nicht selbst
- Konflikte zwischen Linie und Stab möglich
- zusätzlicher Abstimmungsaufwand
Spartenorganisation
Bei der Spartenorganisation wird das Unternehmen nach Produkten, Kundengruppen oder Regionen gegliedert.
Beispiele:
- Sparte Privatkunden
- Sparte Geschäftskunden
- Sparte Cloud-Services
- Sparte IT-Sicherheit
Vorteile:
- starke Kunden- oder Produktorientierung
- schnelle Entscheidungen innerhalb der Sparte
- klare Ergebnisverantwortung
Nachteile:
- Doppelarbeit möglich
- höhere Kosten
- Sparten können gegeneinander arbeiten
Matrixorganisation
Bei der Matrixorganisation gibt es zwei gleichzeitige Gliederungsrichtungen, zum Beispiel Fachabteilung und Projekt.
Projekt A Projekt B
Netzwerkteam X X
Serverteam X X
Supportteam X X
Ein Mitarbeiter kann fachlich einer Abteilung und gleichzeitig einem Projekt zugeordnet sein.
Vorteile:
- flexible Zusammenarbeit
- Fachwissen wird projektübergreifend genutzt
- geeignet für komplexe Projekte
Nachteile:
- hoher Abstimmungsaufwand
- mögliche Kompetenzkonflikte
- Mitarbeiter haben oft mehrere Ansprechpartner
Arbeitsabläufe und Aufgabenteilung
Arbeitsabläufe beschreiben, wie Tätigkeiten nacheinander durchgeführt werden.
Beispiel IT-Support:
Ticket kommt rein → Fehler analysieren → Lösung durchführen → Testen → Kunde informieren → Ticket schließen
Aufgabenteilung bedeutet, dass Aufgaben auf Personen oder Abteilungen verteilt werden.
Vorteile der Aufgabenteilung:
- Mitarbeiter können sich spezialisieren
- Aufgaben können effizienter erledigt werden
- Zuständigkeiten werden klarer
Nachteile der Aufgabenteilung:
- Schnittstellen und Abstimmung werden wichtiger
- Informationsverluste sind möglich
- Abteilungen können zu stark getrennt arbeiten
Typische Prüfungsfrage
Welche Organisationsform hat klare Weisungswege, aber oft lange Entscheidungswege?
Antwort anzeigen
Das Einliniensystem.
Merksatz
- Einliniensystem = klare Linie
- Mehrliniensystem = mehrere Vorgesetzte
- Stabliniensystem = Linie plus beratende Experten
- Spartenorganisation = Gliederung nach Produkten, Kunden oder Regionen
- Matrixorganisation = Fachabteilung plus Projektstruktur
Seite 2.4 – Wirtschaftliche Verflechtungen: Konzern, Kartell und Fusion
Prüfungsziel
Du sollst wichtige Formen wirtschaftlicher Verflechtung unterscheiden können.
Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:
- Konzern
- Kartell
- Fusion
Was bedeutet wirtschaftliche Verflechtung?
Wirtschaftliche Verflechtung bedeutet, dass Unternehmen nicht völlig unabhängig voneinander handeln, sondern miteinander verbunden sind, zusammenarbeiten oder sich zusammenschließen.
Das kann Auswirkungen haben auf:
- Wettbewerb
- Preise
- Marktanteile
- Unternehmensmacht
- Arbeitsplätze
- Kundenangebot
- Lieferketten
Konzern
Ein Konzern besteht aus mehreren rechtlich selbstständigen Unternehmen, die wirtschaftlich unter einer einheitlichen Leitung stehen.
Einfach gesagt:
Mehrere Unternehmen gehören zusammen, bleiben aber rechtlich eigene Unternehmen.
Beispiel:
Muttergesellschaft ├── Tochterunternehmen A ├── Tochterunternehmen B └── Tochterunternehmen C
Merkmale eines Konzerns:
- mehrere Unternehmen gehören zusammen
- die Unternehmen bleiben rechtlich selbstständig
- es gibt meist eine Muttergesellschaft
- Tochterunternehmen werden wirtschaftlich gesteuert
- Entscheidungen können zentral getroffen werden
Beispiel aus der Praxis:
Ein großer IT-Konzern besitzt mehrere Tochterunternehmen für:
- Cloud-Dienste
- Hardware
- Software
- IT-Sicherheit
- Beratung
Diese Tochterunternehmen können eigene Namen und eigene Geschäftsbereiche haben, gehören aber wirtschaftlich zum selben Konzern.
Wichtig für die Prüfung:
Ein Konzern bedeutet nicht automatisch, dass alle Unternehmen zu einer einzigen Firma verschmelzen.
Beim Konzern bleiben die einzelnen Unternehmen meist rechtlich selbstständig, stehen aber unter gemeinsamer wirtschaftlicher Leitung.
Fusion
Eine Fusion ist der Zusammenschluss von zwei oder mehreren Unternehmen.
Einfach gesagt:
Aus mehreren Unternehmen wird ein größeres Unternehmen.
Beispiel:
Unternehmen A + Unternehmen B → Unternehmen AB
Mögliche Ziele einer Fusion:
- Marktanteil vergrößern
- Kosten senken
- stärker gegen Wettbewerber werden
- Know-how bündeln
- neue Märkte erschließen
- Produkte oder Dienstleistungen erweitern
- doppelte Abteilungen zusammenlegen
Mögliche Vorteile einer Fusion:
- größere wirtschaftliche Stärke
- bessere Marktposition
- gemeinsame Nutzung von Technik und Wissen
- Einsparungen durch gemeinsame Strukturen
- größeres Kundenangebot
Mögliche Nachteile einer Fusion:
- Stellenabbau möglich
- weniger Wettbewerb
- Integrationsprobleme
- unterschiedliche Unternehmenskulturen
- Machtkonzentration am Markt
- Unsicherheit für Mitarbeiter
Beispiel aus der IT:
Zwei IT-Dienstleister schließen sich zusammen, um gemeinsam größere Kunden betreuen zu können.
Nach der Fusion gibt es vielleicht nur noch eine gemeinsame Geschäftsführung, gemeinsame Standorte oder gemeinsame Abteilungen.
Kartell
Ein Kartell ist eine Absprache zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmen, die den Wettbewerb einschränken kann.
Einfach gesagt:
Unternehmen sprechen sich ab, statt ehrlich miteinander zu konkurrieren.
Typische Kartellabsprachen:
- Preisabsprachen
- Mengenabsprachen
- Gebietsabsprachen
- Kundenaufteilungen
- Absprachen bei Ausschreibungen
Preisabsprache
Mehrere Unternehmen vereinbaren, ihre Produkte oder Dienstleistungen nicht unter einem bestimmten Preis anzubieten.
Beispiel:
Mehrere Anbieter für IT-Support sprechen ab, dass keiner unter 90 € pro Stunde anbietet.
Das schadet den Kunden, weil echter Preiswettbewerb verhindert wird.
Gebietsabsprache
Unternehmen teilen sich Märkte regional auf.
Beispiel:
Ein Anbieter betreut nur Norddeutschland, ein anderer nur Süddeutschland, und beide greifen sich gegenseitig keine Kunden ab.
Kundenaufteilung
Unternehmen sprechen ab, welcher Anbieter welche Kunden bekommt.
Beispiel:
IT-Dienstleister A bekommt Kunde X, IT-Dienstleister B bekommt Kunde Y.
Warum sind Kartelle problematisch?
Kartelle schränken den Wettbewerb ein.
Folgen können sein:
- höhere Preise
- weniger Auswahl für Kunden
- schlechtere Qualität
- weniger Innovation
- Benachteiligung kleinerer Wettbewerber
Wichtig für die Prüfung:
Wettbewerbsbeschränkende Kartelle sind in der Regel verboten.
Unterschied zwischen Konzern, Fusion und Kartell
| Begriff | Bedeutung | Rechtliche Selbstständigkeit | Prüfungskern |
|---|---|---|---|
| Konzern | mehrere Unternehmen unter gemeinsamer Leitung | bleibt meist erhalten | gemeinsame wirtschaftliche Leitung |
| Fusion | Unternehmen schließen sich zusammen | kann verloren gehen | aus mehreren wird ein größeres Unternehmen |
| Kartell | Unternehmen treffen Wettbewerbsabsprachen | bleibt erhalten | Wettbewerb wird eingeschränkt |
Typische Prüfungsfrage 1
Mehrere Unternehmen sprechen heimlich Preise ab. Wie nennt man das?
Antwort anzeigen
Das nennt man Kartell beziehungsweise Preisabsprache. Solche wettbewerbsbeschränkenden Absprachen sind in der Regel verboten.
Typische Prüfungsfrage 2
Was ist der Unterschied zwischen Konzern und Fusion?
Antwort anzeigen
Bei einem Konzern bleiben mehrere Unternehmen meist rechtlich selbstständig, stehen aber unter gemeinsamer wirtschaftlicher Leitung.
Bei einer Fusion schließen sich Unternehmen zusammen. Dabei kann aus mehreren Unternehmen ein neues oder größeres Unternehmen entstehen.
Typische Prüfungsfrage 3
Warum können Kartelle für Kunden nachteilig sein?
Antwort anzeigen
Kartelle können den Wettbewerb einschränken. Dadurch können Preise steigen, die Auswahl sinken und Innovationen verhindert werden.
Typische Prüfungsfrage 4
Ein großes Unternehmen besitzt mehrere Tochterunternehmen, die rechtlich selbstständig bleiben. Wie nennt man diese Unternehmensverbindung?
Antwort anzeigen
Das ist ein Konzern.
Merksatz
- Konzern = mehrere Unternehmen unter gemeinsamer Leitung
- Fusion = Unternehmen schließen sich zusammen
- Kartell = Unternehmen sprechen sich ab und beschränken den Wettbewerb
Seite 2.5 Ziele von Betrieben und Unternehmen
Prüfungsziel
Du sollst wichtige Ziele von Betrieben und Unternehmen kennen und die Begriffe Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Zielkonflikte unterscheiden können.
Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:
- Produktivität
- Wirtschaftlichkeit
- Rentabilität
- Zielkonflikte
Warum haben Unternehmen Ziele?
Unternehmen handeln nicht zufällig. Sie verfolgen bestimmte Ziele, damit sie planen, entscheiden und kontrollieren können.
Ziele helfen zum Beispiel bei diesen Fragen:
- Was soll erreicht werden?
- Welche Mittel werden eingesetzt?
- War eine Maßnahme erfolgreich?
- Wo gibt es Konflikte zwischen verschiedenen Interessen?
Typische Zielarten von Unternehmen
| Zielart | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| ökonomische Ziele | wirtschaftlicher Erfolg | Gewinn erhöhen, Kosten senken |
| ökologische Ziele | Umwelt schützen | Energie sparen, Recycling verbessern |
| soziale Ziele | Menschen und Arbeitsbedingungen beachten | gute Arbeitsbedingungen, Ausbildung, faire Bezahlung |
Ökonomische Ziele
Ökonomische Ziele beziehen sich auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Beispiele:
- Gewinn erzielen
- Umsatz steigern
- Kosten senken
- Marktanteil erhöhen
- Kunden gewinnen
- Liquidität sichern
- wirtschaftlich arbeiten
Wichtig:
Ein Unternehmen muss wirtschaftlich arbeiten, damit es langfristig bestehen kann.
Ökologische Ziele
Ökologische Ziele beziehen sich auf Umwelt- und Ressourcenschutz.
Beispiele:
- Stromverbrauch senken
- Papierverbrauch reduzieren
- alte Hardware fachgerecht entsorgen
- langlebige Geräte beschaffen
- Recycling nutzen
- CO₂-Ausstoß verringern
Beispiel aus der IT:
Ein Betrieb ersetzt alte Server durch energieeffizientere Systeme, um Stromkosten und Umweltbelastung zu senken.
Soziale Ziele
Soziale Ziele beziehen sich auf Mitarbeiter, Kunden und Gesellschaft.
Beispiele:
- sichere Arbeitsplätze schaffen
- gute Arbeitsbedingungen bieten
- Auszubildende gut ausbilden
- Weiterbildung ermöglichen
- Arbeitsschutz einhalten
- faire Behandlung der Mitarbeiter
- Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern
Produktivität
Produktivität beschreibt das Verhältnis von Ausbringungsmenge zu Einsatzmenge.
Formel:
Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge
Einfach gesagt:
Produktivität zeigt, wie viel Ergebnis mit einem bestimmten Einsatz erreicht wird.
Beispiel 1:
Ein Techniker richtet an einem Arbeitstag 8 Notebooks ein.
Am nächsten Tag richtet er durch bessere Vorbereitung 10 Notebooks ein.
Die Produktivität ist gestiegen, weil mit ähnlichem Arbeitseinsatz mehr Ergebnis erreicht wurde.
Beispiel 2:
Ein Supportteam bearbeitet in 5 Stunden 40 Tickets.
Produktivität = 40 Tickets / 5 Stunden = 8 Tickets pro Stunde
Wichtig bei Produktivität
Produktivität betrachtet vor allem Mengen.
Sie sagt noch nicht automatisch, ob etwas finanziell erfolgreich ist.
Ein Team kann sehr produktiv sein, aber trotzdem unwirtschaftlich arbeiten, wenn die Kosten zu hoch sind.
Wirtschaftlichkeit
Wirtschaftlichkeit beschreibt das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand.
Formel:
Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand
Einfach gesagt:
Wirtschaftlichkeit zeigt, ob sich etwas finanziell lohnt.
| Ergebnis | Bedeutung |
|---|---|
| größer als 1 | wirtschaftlich |
| genau 1 | kostendeckend |
| kleiner als 1 | unwirtschaftlich |
Beispiel:
Ein IT-Auftrag bringt 5.000 € Ertrag.
Der Aufwand beträgt 4.000 €.
Wirtschaftlichkeit = 5.000 € / 4.000 € = 1,25
Der Auftrag ist wirtschaftlich, weil der Ertrag größer ist als der Aufwand.
Aufwand und Ertrag
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufwand | Werteverbrauch | Personalkosten, Materialkosten, Stromkosten |
| Ertrag | Wertezuwachs | Umsatzerlöse, Verkaufserlöse, Dienstleistungserlöse |
Beispiel aus der IT:
Ein Unternehmen bietet eine Servermigration an.
Aufwand:
- Arbeitszeit der Techniker
- Fahrtkosten
- Softwarelizenzen
- Vorbereitung und Dokumentation
Ertrag:
- bezahlter Rechnungsbetrag des Kunden
Rentabilität
Rentabilität beschreibt, wie stark sich eingesetztes Kapital verzinst.
Formel:
Rentabilität = Gewinn / eingesetztes Kapital × 100
Einfach gesagt:
Rentabilität zeigt, wie viel Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital entsteht.
Beispiel:
Ein Unternehmen investiert 100.000 € in neue Technik.
Dadurch entsteht ein zusätzlicher Gewinn von 10.000 €.
Rentabilität = 10.000 € / 100.000 € × 100 = 10 %
Die Rentabilität beträgt 10 %.
Wichtig bei Rentabilität
Rentabilität wird meistens in Prozent angegeben.
Sie eignet sich gut, um Investitionen oder Unternehmen miteinander zu vergleichen.
Beispiel:
| Investition | Gewinn | eingesetztes Kapital | Rentabilität |
|---|---|---|---|
| A | 10.000 € | 100.000 € | 10 % |
| B | 15.000 € | 300.000 € | 5 % |
Investition B bringt zwar mehr Gewinn, aber Investition A ist rentabler.
Unterschied zwischen Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität
| Begriff | Betrachtet | Typische Frage | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Produktivität | Mengenverhältnis | Wie viel Ergebnis pro Einsatz? | Tickets pro Stunde |
| Wirtschaftlichkeit | Ertrag zu Aufwand | Lohnt sich der Auftrag? | Ertrag / Aufwand |
| Rentabilität | Gewinn zu Kapital | Wie gut verzinst sich Kapital? | Gewinn / Kapital × 100 |
Zielkonflikte
Ein Zielkonflikt entsteht, wenn die Erreichung eines Ziels die Erreichung eines anderen Ziels erschwert.
Einfach gesagt:
Zwei Ziele passen nicht vollständig zusammen.
Typische Zielkonflikte im Betrieb
| Ziel 1 | Ziel 2 | Warum Konflikt? |
|---|---|---|
| Kosten senken | Qualität erhöhen | bessere Qualität kostet oft mehr |
| schnell liefern | sorgfältig testen | gründliche Tests brauchen Zeit |
| Gewinn erhöhen | Mitarbeiter entlasten | mehr Personal kostet Geld |
| Energie sparen | hohe Verfügbarkeit sichern | redundante Systeme brauchen oft mehr Energie |
| günstige Hardware kaufen | lange Nutzungsdauer erreichen | sehr günstige Geräte können schneller ausfallen |
| Datenschutz erhöhen | einfache Bedienung ermöglichen | mehr Sicherheit kann Bedienung aufwendiger machen |
Beispiel aus der IT
Ein Unternehmen möchte seine Server dauerhaft hochverfügbar betreiben.
Dafür werden redundante Systeme, USV-Anlagen und Backup-Lösungen eingesetzt.
Das verbessert die Verfügbarkeit, erhöht aber gleichzeitig:
- Anschaffungskosten
- Stromverbrauch
- Wartungsaufwand
- Komplexität
Hier entsteht ein Zielkonflikt zwischen hoher Verfügbarkeit, Kosten und Energieverbrauch.
Wie geht man mit Zielkonflikten um?
Zielkonflikte kann man nicht immer vollständig vermeiden.
Man muss sie erkennen, bewerten und eine begründete Entscheidung treffen.
Mögliche Vorgehensweise:
- Ziele benennen
- Konflikt erkennen
- Alternativen vergleichen
- Vor- und Nachteile bewerten
- Entscheidung begründen
- Ergebnis kontrollieren
Typische Prüfungsfrage 1
Was bedeutet Produktivität?
Antwort anzeigen
Produktivität beschreibt das Verhältnis von Ausbringungsmenge zu Einsatzmenge. Sie zeigt, wie viel Ergebnis mit einem bestimmten Einsatz erreicht wird.
Typische Prüfungsfrage 2
Ein Supportteam bearbeitet 60 Tickets in 6 Stunden. Wie hoch ist die Produktivität?
Antwort anzeigen
Produktivität = 60 Tickets / 6 Stunden = 10 Tickets pro Stunde.
Typische Prüfungsfrage 3
Was bedeutet Wirtschaftlichkeit?
Antwort anzeigen
Wirtschaftlichkeit beschreibt das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand. Ist der Wert größer als 1, arbeitet das Unternehmen wirtschaftlich.
Typische Prüfungsfrage 4
Ein Auftrag bringt 8.000 € Ertrag. Der Aufwand beträgt 10.000 €. Ist der Auftrag wirtschaftlich?
Antwort anzeigen
Wirtschaftlichkeit = 8.000 € / 10.000 € = 0,8.
Der Auftrag ist nicht wirtschaftlich, weil der Wert kleiner als 1 ist.
Typische Prüfungsfrage 5
Was bedeutet Rentabilität?
Antwort anzeigen
Rentabilität beschreibt das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. Sie wird meistens in Prozent angegeben.
Typische Prüfungsfrage 6
Ein Unternehmen erzielt 20.000 € Gewinn bei 200.000 € eingesetztem Kapital. Wie hoch ist die Rentabilität?
Antwort anzeigen
Rentabilität = 20.000 € / 200.000 € × 100 = 10 %.
Typische Prüfungsfrage 7
Was ist ein Zielkonflikt?
Antwort anzeigen
Ein Zielkonflikt entsteht, wenn die Erreichung eines Ziels die Erreichung eines anderen Ziels erschwert.
Typische Prüfungsfrage 8
Nenne ein Beispiel für einen Zielkonflikt in der IT.
Antwort anzeigen
Ein Beispiel ist hohe Verfügbarkeit durch redundante Server. Das verbessert die Ausfallsicherheit, erhöht aber Kosten, Energieverbrauch und Wartungsaufwand.
Merksatz
- Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge
- Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand
- Rentabilität = Gewinn / eingesetztes Kapital × 100
- Zielkonflikt = zwei Ziele behindern sich gegenseitig
Seite 2.6 Betriebliche und gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung
Prüfungsziel
Du sollst erklären können, was Arbeitsteilung bedeutet und welche Auswirkungen sie im Betrieb, in der Gesamtwirtschaft und durch Globalisierung hat.
Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:
- betriebliche Arbeitsteilung
- gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung
- Globalisierung
- Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Marktwirtschaft
Was bedeutet Arbeitsteilung?
Arbeitsteilung bedeutet, dass eine große Aufgabe in mehrere Teilaufgaben zerlegt wird.
Diese Teilaufgaben werden dann von verschiedenen Personen, Abteilungen, Betrieben, Branchen oder Ländern erledigt.
Einfach gesagt:
Nicht jeder macht alles selbst.
Jeder übernimmt einen bestimmten Teil.
Warum gibt es Arbeitsteilung?
Arbeitsteilung soll Arbeit effizienter machen.
Mögliche Vorteile:
- Spezialisierung
- höhere Produktivität
- bessere Qualität durch Fachwissen
- schnellere Abläufe
- geringere Kosten
- bessere Nutzung von Maschinen, Software und Fachkräften
Mögliche Nachteile:
- Abhängigkeit von anderen
- eintönige Arbeit
- Schnittstellenprobleme
- Kommunikationsprobleme
- Fehler bei Übergaben
- weniger Überblick über den Gesamtprozess
Betriebliche Arbeitsteilung
Betriebliche Arbeitsteilung findet innerhalb eines Unternehmens statt.
Ein Unternehmen verteilt Aufgaben auf verschiedene Personen, Teams oder Abteilungen.
Beispiel IT-Systemhaus:
| Bereich | Aufgabe |
|---|---|
| Geschäftsführung | strategische Entscheidungen treffen |
| Vertrieb | Kunden beraten und Angebote erstellen |
| Einkauf | Hardware, Software und Dienstleistungen beschaffen |
| Technik | Systeme installieren und konfigurieren |
| Support | Störungen aufnehmen und lösen |
| Buchhaltung | Rechnungen, Zahlungen und Kosten verwalten |
| Datenschutz / IT-Sicherheit | Regeln, Schutzmaßnahmen und Kontrollen unterstützen |
Beispiel: Arbeitsteilung bei einem Kundenauftrag
Kunde stellt Anfrage → Vertrieb klärt Bedarf → Technik prüft Machbarkeit → Einkauf beschafft Hardware → Technik installiert Systeme → Support übernimmt Betreuung → Buchhaltung stellt Rechnung
Wichtig für die Prüfung:
Betriebliche Arbeitsteilung bedeutet nicht nur, dass Menschen unterschiedliche Aufgaben haben.
Es bedeutet auch, dass Arbeitsabläufe koordiniert werden müssen.
Vorteile betrieblicher Arbeitsteilung
- Mitarbeiter können sich spezialisieren
- Aufgaben werden schneller erledigt
- Fachwissen wird gezielt genutzt
- klare Zuständigkeiten entstehen
- Einarbeitung kann leichter werden
- Qualität kann steigen
Nachteile betrieblicher Arbeitsteilung
- Abteilungen können aneinander vorbeiarbeiten
- Informationen können verloren gehen
- Mitarbeiter sehen manchmal nur einen kleinen Teil des Gesamtprozesses
- monotone Arbeit kann entstehen
- Abstimmung und Dokumentation werden wichtiger
Gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung
Gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung findet zwischen Unternehmen, Branchen, Regionen oder Ländern statt.
Beispiel:
Ein Notebook entsteht nicht komplett in einem einzigen Betrieb.
| Beteiligter | Aufgabe |
|---|---|
| Rohstofflieferant | liefert Rohstoffe |
| Bauteilhersteller | produziert Chips, Displays oder Akkus |
| Hersteller | baut das Gerät zusammen |
| Logistikunternehmen | transportiert die Geräte |
| Händler | verkauft die Geräte |
| IT-Dienstleister | richtet Geräte beim Kunden ein |
| Recyclingunternehmen | entsorgt oder verwertet Altgeräte |
Branchenteilung
Auch Branchen übernehmen unterschiedliche Aufgaben in der Wirtschaft.
| Branche | Aufgabe |
|---|---|
| Landwirtschaft | Rohstoffe und Lebensmittel erzeugen |
| Industrie | Güter herstellen |
| Handel | Waren verteilen und verkaufen |
| IT-Dienstleistung | digitale Systeme planen, betreuen und absichern |
| Banken | Zahlungsverkehr und Finanzierung ermöglichen |
| Staat / Verwaltung | Regeln setzen und öffentliche Aufgaben erfüllen |
Internationale Arbeitsteilung
Internationale Arbeitsteilung bedeutet, dass verschiedene Länder unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Beispiele aus der IT:
- Rohstoffe werden in einem Land gewonnen
- Chips werden in einem anderen Land produziert
- Geräte werden in einem weiteren Land montiert
- Software wird international entwickelt
- Cloud-Dienste laufen in weltweiten Rechenzentren
- Support wird in verschiedenen Zeitzonen angeboten
Globalisierung
Globalisierung bedeutet, dass Märkte, Unternehmen, Lieferketten, Kommunikation und Arbeitsprozesse weltweit miteinander verbunden sind.
Einfach gesagt:
Wirtschaft findet nicht nur lokal statt, sondern weltweit.
Globalisierung in der IT
Gerade in der IT ist Globalisierung besonders sichtbar.
Beispiele:
- Hardware kommt aus internationalen Lieferketten
- Software wird weltweit entwickelt
- Cloud-Anbieter betreiben Rechenzentren in verschiedenen Ländern
- IT-Sicherheitsvorfälle können weltweit Auswirkungen haben
- Open-Source-Projekte werden international gemeinsam entwickelt
- Remote-Arbeit ermöglicht Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
Chancen der Globalisierung
| Chance | Erklärung |
|---|---|
| größere Absatzmärkte | Unternehmen können weltweit Kunden erreichen |
| günstigere Beschaffung | Produkte oder Bauteile können international eingekauft werden |
| mehr Auswahl | Kunden haben Zugriff auf mehr Produkte und Dienstleistungen |
| internationale Zusammenarbeit | Fachwissen aus verschiedenen Ländern kann genutzt werden |
| Spezialisierung | Länder und Unternehmen können sich auf bestimmte Bereiche konzentrieren |
| Innovation | weltweiter Austausch kann neue Lösungen fördern |
Risiken der Globalisierung
| Risiko | Erklärung |
|---|---|
| Abhängigkeit von Lieferketten | Ausfälle in einem Land können weltweit Probleme verursachen |
| Preisdruck | Unternehmen stehen stärker im internationalen Wettbewerb |
| Arbeitsplatzverlagerung | Tätigkeiten können in günstigere Länder verlagert werden |
| Datenschutzprobleme | Daten können über Ländergrenzen hinweg verarbeitet werden |
| Sicherheitsrisiken | Cyberangriffe und Schwachstellen wirken global |
| unterschiedliche Standards | Arbeits-, Umwelt- und Datenschutzstandards unterscheiden sich |
| Transportbelastung | weltweiter Warenverkehr belastet Umwelt und Ressourcen |
Beispiel für ein Globalisierungsrisiko
Ein Unternehmen bestellt Netzwerkhardware aus dem Ausland.
Wenn dort Produktionsprobleme, politische Konflikte oder Lieferengpässe entstehen, kann sich das direkt auf den Kundenauftrag auswirken.
Folgen:
- Lieferung verzögert sich
- Projekttermin wird gefährdet
- Kosten steigen
- Kunde ist unzufrieden
Soziale Marktwirtschaft
Die Soziale Marktwirtschaft ist die Wirtschaftsordnung in Deutschland.
Sie verbindet freien Wettbewerb mit sozialem Ausgleich.
Einfach gesagt:
Unternehmen dürfen wirtschaftlich handeln und miteinander konkurrieren.
Der Staat setzt aber Regeln und sorgt für soziale Absicherung.
Wichtige Merkmale der Sozialen Marktwirtschaft
| Merkmal | Bedeutung |
|---|---|
| Wettbewerb | Unternehmen konkurrieren miteinander |
| Privateigentum | Menschen und Unternehmen dürfen Eigentum besitzen |
| Vertragsfreiheit | Verträge können grundsätzlich frei geschlossen werden |
| freie Berufswahl | Menschen können ihren Beruf grundsätzlich frei wählen |
| Sozialstaat | Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Alter und Pflege |
| staatliche Ordnung | Gesetze schützen Arbeitnehmer, Verbraucher und Wettbewerb |
| Mitbestimmung | Arbeitnehmer können über Betriebsrat/JAV beteiligt werden |
Möglichkeiten der Sozialen Marktwirtschaft
Die Soziale Marktwirtschaft kann Vorteile bieten:
- Wettbewerb fördert Innovation
- Unternehmen können sich frei entwickeln
- Kunden haben Auswahl
- Preise können durch Wettbewerb beeinflusst werden
- Arbeitnehmer werden durch Gesetze geschützt
- Sozialversicherung sichert wichtige Lebensrisiken ab
- der Staat kann gegen Monopole und Kartelle vorgehen
Grenzen der Sozialen Marktwirtschaft
Die Soziale Marktwirtschaft löst nicht jedes Problem automatisch.
Mögliche Grenzen:
- soziale Ungleichheit kann entstehen
- Unternehmen können Marktmacht aufbauen
- Umweltbelastungen können entstehen
- Arbeitsplätze können durch Rationalisierung wegfallen
- nicht alle Menschen haben gleiche Chancen
- Globalisierung kann nationale Regeln erschweren
- der Staat muss manchmal eingreifen
Bezug zur Arbeitsteilung
Arbeitsteilung, Globalisierung und Soziale Marktwirtschaft hängen zusammen.
Beispiel:
Ein IT-Unternehmen nutzt internationale Lieferketten, um günstige Hardware zu beschaffen.
Das kann wirtschaftlich sinnvoll sein.
Gleichzeitig muss das Unternehmen aber beachten:
- faire Arbeitsbedingungen
- Datenschutz
- Umweltstandards
- Lieferfähigkeit
- Qualität
- rechtliche Vorgaben
Typische Prüfungsfrage 1
Was bedeutet betriebliche Arbeitsteilung?
Antwort anzeigen
Betriebliche Arbeitsteilung bedeutet, dass Aufgaben innerhalb eines Unternehmens auf verschiedene Personen, Teams oder Abteilungen verteilt werden.
Typische Prüfungsfrage 2
Nenne zwei Vorteile der Arbeitsteilung.
Antwort anzeigen
Zwei Vorteile sind Spezialisierung und höhere Produktivität. Außerdem können Qualität und Geschwindigkeit steigen.
Typische Prüfungsfrage 3
Nenne zwei Nachteile der Arbeitsteilung.
Antwort anzeigen
Zwei Nachteile sind Abhängigkeit von anderen und Schnittstellenprobleme. Außerdem können Kommunikationsprobleme oder monotone Arbeit entstehen.
Typische Prüfungsfrage 4
Was bedeutet Globalisierung?
Antwort anzeigen
Globalisierung bedeutet, dass Märkte, Unternehmen, Lieferketten, Kommunikation und Arbeitsprozesse weltweit miteinander verbunden sind.
Typische Prüfungsfrage 5
Nenne ein Risiko der Globalisierung für ein IT-Unternehmen.
Antwort anzeigen
Ein Risiko sind Abhängigkeiten von internationalen Lieferketten. Wenn Hardware nicht geliefert wird, können Projekte verzögert werden.
Typische Prüfungsfrage 6
Was ist der Grundgedanke der Sozialen Marktwirtschaft?
Antwort anzeigen
Die Soziale Marktwirtschaft verbindet freien Wettbewerb mit sozialem Ausgleich und staatlichen Regeln.
Typische Prüfungsfrage 7
Nenne zwei Merkmale der Sozialen Marktwirtschaft.
Antwort anzeigen
Zwei Merkmale sind Wettbewerb und Privateigentum. Weitere Merkmale sind Vertragsfreiheit, Sozialstaat, staatliche Ordnung und Mitbestimmung.
Typische Prüfungsfrage 8
Warum muss der Staat in einer Sozialen Marktwirtschaft manchmal eingreifen?
Antwort anzeigen
Der Staat greift ein, um Arbeitnehmer, Verbraucher, Umwelt und Wettbewerb zu schützen, zum Beispiel gegen Kartelle, Monopole oder schlechte Arbeitsbedingungen.
Merksatz
- Arbeitsteilung = Aufgaben werden aufgeteilt
- betriebliche Arbeitsteilung = Aufteilung im Unternehmen
- gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung = Aufteilung zwischen Betrieben, Branchen oder Ländern
- Globalisierung = weltweite wirtschaftliche Vernetzung
- Soziale Marktwirtschaft = Wettbewerb plus soziale Absicherung
Seite 2.7 Arbeitgeberverbände, Arbeitnehmerverbände und Wirtschaftsorganisationen
Prüfungsziel
Du sollst Ziele und Aufgaben von Arbeitgeberverbänden, Arbeitnehmerverbänden, Gewerkschaften, Wirtschaftsorganisationen, berufsständischen Vertretungen und ehrenamtlicher Mitwirkung erklären können.
Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:
- Arbeitgeberverbände
- Arbeitnehmerverbände
- branchenspezifische Gewerkschaften
- branchenspezifische Arbeitgeberverbände
- Wirtschaftsorganisationen
- berufsständische Vertretungen und Organisationen
- ehrenamtliche Mitwirkung, zum Beispiel Prüfungsausschuss
Warum gibt es Verbände und Organisationen?
In der Wirtschaft haben verschiedene Gruppen unterschiedliche Interessen.
Arbeitgeber möchten zum Beispiel:
- wirtschaftlich arbeiten
- Kosten planen
- Personal flexibel einsetzen
- gute Rahmenbedingungen für Unternehmen
Arbeitnehmer möchten zum Beispiel:
- faire Bezahlung
- sichere Arbeitsplätze
- gute Arbeitsbedingungen
- Mitbestimmung
- Schutz vor Benachteiligung
Verbände bündeln diese Interessen und vertreten sie gegenüber anderen Gruppen, Politik und Öffentlichkeit.
Arbeitgeberverbände
Arbeitgeberverbände vertreten die Interessen von Arbeitgebern und Unternehmen.
Aufgaben von Arbeitgeberverbänden:
- Interessenvertretung der Arbeitgeber
- Beratung der Mitgliedsunternehmen
- Unterstützung bei arbeitsrechtlichen Fragen
- Mitwirkung bei Tarifverhandlungen
- Abschluss von Tarifverträgen
- Vertretung gegenüber Politik, Gewerkschaften und Öffentlichkeit
- Information der Mitglieder über wirtschaftliche und rechtliche Entwicklungen
Beispiel:
Ein Arbeitgeberverband verhandelt mit einer Gewerkschaft über Gehälter, Arbeitszeiten oder Ausbildungsvergütungen in einer Branche.
Branchenspezifische Arbeitgeberverbände
Branchenspezifisch bedeutet, dass der Verband für eine bestimmte Branche zuständig ist.
Beispiele:
- Arbeitgeberverband für die Metall- und Elektroindustrie
- Arbeitgeberverband für IT- und Telekommunikationsunternehmen
- Arbeitgeberverband für Handel oder Dienstleistungen
Warum ist das sinnvoll?
Jede Branche hat eigene Bedingungen.
In der IT sind zum Beispiel wichtig:
- Fachkräftemangel
- mobiles Arbeiten
- Rufbereitschaft
- Projektarbeit
- Datenschutz und IT-Sicherheit
- schnelle technische Veränderungen
Arbeitnehmerverbände
Arbeitnehmerverbände vertreten die Interessen der Arbeitnehmer.
Der wichtigste Typ von Arbeitnehmerverband ist die Gewerkschaft.
Aufgaben von Arbeitnehmerverbänden:
- Interessenvertretung der Beschäftigten
- Verbesserung von Arbeitsbedingungen
- Verhandlung von Tarifverträgen
- Beratung und Unterstützung der Mitglieder
- Schutz bei arbeitsrechtlichen Konflikten
- Organisation von Arbeitskampfmaßnahmen, zum Beispiel Streik
- politische und gesellschaftliche Interessenvertretung
Gewerkschaften
Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer gegenüber Arbeitgebern und Arbeitgeberverbänden.
Typische Ziele von Gewerkschaften:
- höhere Löhne und Gehälter
- bessere Ausbildungsvergütung
- kürzere oder geregelte Arbeitszeiten
- mehr Urlaub
- bessere Arbeitsbedingungen
- Schutz vor ungerechter Behandlung
- Mitbestimmung im Betrieb
- Weiterbildung und Qualifizierung
Branchenspezifische Gewerkschaften
Auch Gewerkschaften können für bestimmte Branchen zuständig sein.
Beispiele:
- Gewerkschaften für Industrie
- Gewerkschaften für Dienstleistung
- Gewerkschaften für öffentlichen Dienst
- Gewerkschaften für Medien, IT oder Telekommunikation
Wichtig für die Prüfung:
Gewerkschaften vertreten die Arbeitnehmerseite.
Arbeitgeberverbände vertreten die Arbeitgeberseite.
Tarifverhandlungen
Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften können Tarifverträge abschließen.
Tarifvertragsparteien:
| Seite | Organisation |
|---|---|
| Arbeitnehmerseite | Gewerkschaft |
| Arbeitgeberseite | Arbeitgeberverband oder einzelner Arbeitgeber |
Typische Inhalte von Tarifverträgen:
- Lohn und Gehalt
- Ausbildungsvergütung
- Arbeitszeit
- Urlaub
- Zuschläge
- Kündigungsfristen
- Sonderzahlungen
Wirtschaftsorganisationen
Wirtschaftsorganisationen vertreten wirtschaftliche Interessen oder übernehmen Aufgaben der wirtschaftlichen Selbstverwaltung.
Beispiele für Wirtschaftsorganisationen:
- Industrie- und Handelskammer
- Handwerkskammer
- Branchenverbände
- Wirtschaftsverbände
- Berufsverbände
Industrie- und Handelskammer
Die IHK ist für viele Ausbildungsberufe die zuständige Stelle, auch für Fachinformatiker.
Aufgaben der IHK im Ausbildungsbereich:
- Eintragung von Ausbildungsverträgen
- Überwachung der Berufsausbildung
- Beratung von Ausbildungsbetrieben
- Beratung von Auszubildenden
- Organisation von Prüfungen
- Bestellung von Prüfungsausschüssen
- Ausstellung von Prüfungszeugnissen
Wichtig:
Die IHK ist keine Gewerkschaft und kein Arbeitgeberverband.
Sie nimmt öffentlich-rechtliche Aufgaben wahr und ist eine Organisation der wirtschaftlichen Selbstverwaltung.
Berufsständische Vertretungen und Organisationen
Berufsständische Organisationen vertreten bestimmte Berufsgruppen oder Berufszweige.
Beispiele:
- Kammern
- Berufsverbände
- Fachverbände
- Innungen im Handwerk
Aufgaben können sein:
- Interessenvertretung
- Beratung der Mitglieder
- Fortbildungsangebote
- Mitwirkung an Prüfungen
- Qualitätssicherung im Beruf
- Information über berufliche Entwicklungen
Ehrenamtliche Mitwirkung
Ehrenamtliche Mitwirkung bedeutet, dass Personen Aufgaben übernehmen, ohne dass dies ihre normale Hauptbeschäftigung ist.
Im Prüfungskatalog wird als Beispiel der Prüfungsausschuss genannt.
Prüfungsausschuss
Ein Prüfungsausschuss wirkt an der Durchführung und Bewertung von Prüfungen mit.
Typische Zusammensetzung:
- Vertreter der Arbeitgeber
- Vertreter der Arbeitnehmer
- Lehrkräfte berufsbildender Schulen
Aufgaben des Prüfungsausschusses:
- Prüfungsleistungen bewerten
- praktische Prüfungen oder Fachgespräche durchführen
- Prüfungsergebnisse feststellen
- auf faire Prüfungsbedingungen achten
Warum ist ehrenamtliche Mitwirkung wichtig?
Dadurch fließen verschiedene Perspektiven in Prüfungen ein:
- betriebliche Praxis
- Arbeitnehmerperspektive
- schulische Fachkenntnis
Vergleich der Organisationen
| Organisation | Vertritt hauptsächlich | Typische Aufgabe |
|---|---|---|
| Arbeitgeberverband | Arbeitgeber | Tarifverhandlungen, Beratung von Unternehmen |
| Gewerkschaft | Arbeitnehmer | Tarifverhandlungen, Arbeitsbedingungen verbessern |
| IHK | Wirtschaft / Ausbildungssystem | Prüfungen organisieren, Ausbildungsverträge eintragen |
| Berufsverband | Berufsgruppe | Interessenvertretung und Fortbildung |
| Prüfungsausschuss | Prüfungssystem | Prüfungsleistungen bewerten |
Typische Prüfungsfrage 1
Wer vertritt Arbeitnehmer in Tarifverhandlungen?
Antwort anzeigen
Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer in Tarifverhandlungen.
Typische Prüfungsfrage 2
Wer vertritt Arbeitgeber in Tarifverhandlungen?
Antwort anzeigen
Arbeitgeberverbände oder einzelne Arbeitgeber vertreten die Arbeitgeberseite in Tarifverhandlungen.
Typische Prüfungsfrage 3
Welche Aufgabe hat die IHK in der Berufsausbildung?
Antwort anzeigen
Die IHK trägt Ausbildungsverträge ein, überwacht die Ausbildung, berät Betriebe und Auszubildende und organisiert Prüfungen.
Typische Prüfungsfrage 4
Ist die IHK eine Gewerkschaft?
Antwort anzeigen
Nein. Die IHK ist keine Gewerkschaft. Sie ist eine Organisation der wirtschaftlichen Selbstverwaltung und übernimmt öffentlich-rechtliche Aufgaben, zum Beispiel im Bereich Ausbildung und Prüfung.
Typische Prüfungsfrage 5
Was ist ein Prüfungsausschuss?
Antwort anzeigen
Ein Prüfungsausschuss wirkt an der Durchführung und Bewertung von Prüfungen mit. Er besteht typischerweise aus Vertretern der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Lehrkräften berufsbildender Schulen.
Typische Prüfungsfrage 6
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitgeberverband und Gewerkschaft?
Antwort anzeigen
Ein Arbeitgeberverband vertritt die Interessen der Arbeitgeber. Eine Gewerkschaft vertritt die Interessen der Arbeitnehmer.
Typische Prüfungsfrage 7
Warum gibt es branchenspezifische Verbände?
Antwort anzeigen
Weil jede Branche eigene Bedingungen und Interessen hat. Branchenspezifische Verbände können diese Interessen gezielter vertreten.
Merksatz
- Arbeitgeberverbände vertreten Arbeitgeber
- Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer
- Wirtschaftsorganisationen vertreten wirtschaftliche Interessen oder übernehmen Selbstverwaltungsaufgaben
- Die IHK ist wichtig für Ausbildung und Prüfung
- Prüfungsausschüsse sind ein Beispiel für ehrenamtliche Mitwirkung
Seite 2.8 Behörden und Verwaltungen
Prüfungsziel
Du sollst Ziele und Aufgaben von Behörden und Verwaltungen im Zusammenhang mit Betrieb, Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft nennen und unterscheiden können.
Für die Prüfung ist hier vor allem wichtig:
- was Behörden sind
- was Verwaltungen sind
- welche Aufgaben sie für Betriebe, Auszubildende und Arbeitnehmer haben
- welche Stellen im Berufsleben besonders wichtig sind
Was ist eine Behörde?
Eine Behörde ist eine staatliche Stelle, die öffentliche Aufgaben erfüllt.
Behörden handeln auf Grundlage von Gesetzen und Vorschriften.
Einfach gesagt:
Eine Behörde setzt staatliche Regeln um.
Beispiele:
- Finanzamt
- Agentur für Arbeit
- Gewerbeamt
- Arbeitsschutzbehörde
- Datenschutzaufsichtsbehörde
Was ist Verwaltung?
Verwaltung bedeutet, dass öffentliche Aufgaben organisiert, geprüft, dokumentiert, genehmigt oder überwacht werden.
Typische Verwaltungsaufgaben:
- Anträge bearbeiten
- Bescheide ausstellen
- Genehmigungen erteilen
- Vorschriften überwachen
- Daten erfassen und verwalten
- Bürger und Betriebe beraten
- Leistungen auszahlen
- Verstöße prüfen
Unterschied zwischen Behörde und Verwaltung
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Behörde | konkrete staatliche Stelle, zum Beispiel Finanzamt oder Agentur für Arbeit |
| Verwaltung | Tätigkeit oder System zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben |
Einfach gesagt:
Die Behörde ist die Stelle.
Verwaltung ist das, was diese Stelle macht.
Warum sind Behörden und Verwaltungen für Betriebe wichtig?
Betriebe haben regelmäßig Kontakt zu Behörden und Verwaltungen.
Beispiele:
- Anmeldung eines Gewerbes
- Zahlung von Steuern
- Meldungen zur Sozialversicherung
- Einhaltung von Arbeitsschutzregeln
- Datenschutzvorgaben
- Ausbildung und Prüfungen
- Unfallversicherung
- Beschäftigung schwerbehinderter Menschen
- Förderung von Weiterbildung
Wichtige Behörden und Stellen im Berufsleben
| Behörde / Stelle | Wichtige Aufgaben |
|---|---|
| Agentur für Arbeit | Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Arbeitslosengeld, Weiterbildung |
| Finanzamt | Steuern, Lohnsteuer, Einkommensteuer, Umsatzsteuer |
| Gewerbeamt | Gewerbeanmeldung und Gewerbeabmeldung |
| Arbeitsschutzbehörde / Gewerbeaufsicht | Überwachung von Arbeitsschutzvorschriften |
| Berufsgenossenschaft | gesetzliche Unfallversicherung, Prävention, Arbeitsunfälle |
| Krankenkasse | Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Sozialversicherungsmeldungen |
| Rentenversicherung | Rente, Rehabilitation, Sozialversicherungsdaten |
| Datenschutzaufsichtsbehörde | Kontrolle der Einhaltung von Datenschutzregeln |
| IHK | Ausbildung, Prüfungen, Beratung, Eintragung von Ausbildungsverträgen |
| Integrationsamt | Unterstützung bei schwerbehinderten Menschen im Arbeitsleben |
Agentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit unterstützt Menschen und Betriebe im Bereich Arbeit, Beruf und Beschäftigung.
Aufgaben:
- Berufsberatung
- Ausbildungsstellenvermittlung
- Arbeitsvermittlung
- Beratung bei Arbeitslosigkeit
- Zahlung von Arbeitslosengeld bei erfüllten Voraussetzungen
- Förderung beruflicher Weiterbildung
- Unterstützung von Betrieben bei Personalfragen
Beispiel:
Ein Auszubildender sucht nach der Ausbildung eine Arbeitsstelle.
Die Agentur für Arbeit kann bei der Vermittlung unterstützen.
Finanzamt
Das Finanzamt ist für Steuern zuständig.
Aufgaben:
- Bearbeitung von Steuererklärungen
- Erhebung von Einkommensteuer
- Erhebung von Lohnsteuer
- Erhebung von Umsatzsteuer
- Prüfung steuerlicher Angaben
- Vergabe oder Verwaltung steuerlicher Daten
Beispiel:
Der Arbeitgeber führt Lohnsteuer für seine Arbeitnehmer an das Finanzamt ab.
Gewerbeamt
Das Gewerbeamt ist für Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen zuständig.
Aufgaben:
- Gewerbe anmelden
- Gewerbe abmelden
- Gewerbe ummelden
- Daten an andere Stellen weitergeben, zum Beispiel Finanzamt oder IHK
Beispiel:
Wer ein eigenes IT-Dienstleistungsunternehmen gründet, muss in der Regel ein Gewerbe anmelden.
Arbeitsschutzbehörde / Gewerbeaufsicht
Die Arbeitsschutzbehörde überwacht die Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften.
Aufgaben:
- Kontrolle von Arbeitsstätten
- Überwachung von Arbeitszeitvorschriften
- Prüfung von Gefährdungen am Arbeitsplatz
- Kontrolle von Arbeitsschutzmaßnahmen
- Eingreifen bei Verstößen
Beispiel:
Wenn ein Betrieb dauerhaft gegen Arbeitszeitregeln oder Sicherheitsvorschriften verstößt, kann die Arbeitsschutzbehörde tätig werden.
Berufsgenossenschaft
Die Berufsgenossenschaft ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung.
Aufgaben:
- Prävention von Arbeitsunfällen
- Unfallverhütungsvorschriften
- Unterstützung nach Arbeitsunfällen
- Rehabilitation
- Entschädigung bei Arbeitsunfällen
- Entschädigung bei Berufskrankheiten
Beispiel:
Ein Mitarbeiter verletzt sich bei der Arbeit.
Die Berufsgenossenschaft kann für Behandlung, Rehabilitation und Entschädigung zuständig sein.
Krankenkasse
Die Krankenkasse ist Träger der gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung.
Aufgaben:
- Leistungen bei Krankheit
- Verwaltung von Krankenversicherungsbeiträgen
- Pflegeversicherung
- Sozialversicherungsmeldungen
- Krankengeld unter bestimmten Voraussetzungen
Beispiel:
Wenn ein Arbeitnehmer krank ist, übernimmt die Krankenkasse bestimmte Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.
Rentenversicherung
Die Rentenversicherung ist für Rentenansprüche und bestimmte Rehabilitationsleistungen zuständig.
Aufgaben:
- Altersrente
- Erwerbsminderungsrente
- Hinterbliebenenrente
- Rehabilitation
- Versicherungsverlauf
- Renteninformation
Beispiel:
Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.
Datenschutzaufsichtsbehörde
Die Datenschutzaufsichtsbehörde kontrolliert die Einhaltung von Datenschutzvorschriften.
Aufgaben:
- Datenschutzverstöße prüfen
- Beschwerden von Betroffenen bearbeiten
- Unternehmen kontrollieren
- Bußgelder bei Verstößen verhängen
- Beratung zu Datenschutzfragen
Beispiel:
Ein Unternehmen verarbeitet personenbezogene Daten ohne rechtliche Grundlage.
Dann kann die Datenschutzaufsichtsbehörde tätig werden.
IHK
Die Industrie- und Handelskammer ist für viele Ausbildungsberufe die zuständige Stelle, auch für Fachinformatiker.
Aufgaben im Ausbildungsbereich:
- Ausbildungsverträge eintragen
- Ausbildung überwachen
- Ausbildungsbetriebe beraten
- Auszubildende beraten
- Prüfungen organisieren
- Prüfungsausschüsse bestellen
- Prüfungszeugnisse ausstellen
Wichtig:
Die IHK ist keine Gewerkschaft und kein Arbeitgeberverband.
Sie übernimmt öffentlich-rechtliche Aufgaben der wirtschaftlichen Selbstverwaltung.
Integrationsamt
Das Integrationsamt unterstützt schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben.
Aufgaben:
- Unterstützung schwerbehinderter Arbeitnehmer
- Beratung von Arbeitgebern
- Förderung behinderungsgerechter Arbeitsplätze
- Beteiligung bei bestimmten Kündigungen schwerbehinderter Menschen
Beispiel:
Ein Arbeitsplatz wird technisch angepasst, damit ein schwerbehinderter Mitarbeiter dort arbeiten kann.
Behörden im Zusammenhang mit Ausbildung
| Stelle | Bedeutung für Ausbildung |
|---|---|
| IHK | zuständige Stelle für Ausbildungsvertrag und Prüfung |
| Berufsschule / Schulverwaltung | schulischer Teil der Ausbildung |
| Agentur für Arbeit | Berufsberatung und Vermittlung |
| Arbeitsschutzbehörde | Überwachung von Schutzvorschriften |
| Berufsgenossenschaft | Unfallversicherung und Prävention |
Behörden im Zusammenhang mit Arbeit
| Stelle | Bedeutung für Arbeitnehmer |
|---|---|
| Finanzamt | Lohnsteuer und Steuererklärung |
| Krankenkasse | Kranken- und Pflegeversicherung |
| Rentenversicherung | Rentenansprüche |
| Agentur für Arbeit | Arbeitslosengeld und Vermittlung |
| Berufsgenossenschaft | Arbeitsunfall und Berufskrankheit |
| Arbeitsschutzbehörde | Schutz am Arbeitsplatz |
Typische Prüfungsfrage 1
Was ist eine Behörde?
Antwort anzeigen
Eine Behörde ist eine staatliche Stelle, die öffentliche Aufgaben erfüllt und gesetzliche Vorschriften umsetzt.
Typische Prüfungsfrage 2
Was ist der Unterschied zwischen Behörde und Verwaltung?
Antwort anzeigen
Die Behörde ist die konkrete staatliche Stelle. Verwaltung beschreibt die Tätigkeit oder das System zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben.
Typische Prüfungsfrage 3
Welche Stelle ist für die gesetzliche Unfallversicherung zuständig?
Antwort anzeigen
Die Berufsgenossenschaft ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung.
Typische Prüfungsfrage 4
Welche Behörde ist für Steuern zuständig?
Antwort anzeigen
Das Finanzamt ist für Steuern zuständig.
Typische Prüfungsfrage 5
Welche Stelle organisiert die Abschlussprüfung für Fachinformatiker?
Antwort anzeigen
Die IHK organisiert die Abschlussprüfung beziehungsweise ist die zuständige Stelle für die Prüfung.
Typische Prüfungsfrage 6
Welche Stelle hilft bei Arbeitsvermittlung und Arbeitslosengeld?
Antwort anzeigen
Die Agentur für Arbeit.
Typische Prüfungsfrage 7
Welche Stelle überwacht Arbeitsschutzvorschriften?
Antwort anzeigen
Die Arbeitsschutzbehörde beziehungsweise Gewerbeaufsicht überwacht Arbeitsschutzvorschriften.
Typische Prüfungsfrage 8
Welche Stelle kontrolliert die Einhaltung von Datenschutzvorschriften?
Antwort anzeigen
Die Datenschutzaufsichtsbehörde.
Merksatz
- Behörde = staatliche Stelle
- Verwaltung = Erfüllung öffentlicher Aufgaben
- Finanzamt = Steuern
- Agentur für Arbeit = Arbeit, Beruf, Arbeitslosigkeit
- Berufsgenossenschaft = gesetzliche Unfallversicherung
- IHK = Ausbildung und Prüfung
- Arbeitsschutzbehörde = Sicherheit am Arbeitsplatz
Seite 2.9 Betriebsrat, JAV, Personalvertretung und Betriebsvereinbarungen
Prüfungsziel
Du sollst Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen oder personalvertretungsrechtlichen Organe des Ausbildungsbetriebes beschreiben können.
Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:
- vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern
- Betriebsverfassungsgesetz
- Betriebsrat
- Jugend- und Auszubildendenvertretung
- Informationsrechte
- Beratungsrechte
- Mitbestimmungsrechte
- Betriebsvereinbarungen
- Personalvertretung
- Personalvertretungsgesetz
Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit
Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung sollen zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammenarbeiten.
Einfach gesagt:
Arbeitgeber und Betriebsrat sollen nicht gegeneinander arbeiten, sondern sachlich zusammen Lösungen finden.
Ziele der vertrauensvollen Zusammenarbeit:
- Konflikte sachlich lösen
- Rechte der Arbeitnehmer beachten
- Interessen des Betriebs berücksichtigen
- faire Kommunikation ermöglichen
- betriebliche Abläufe verbessern
- gesetzliche Vorgaben einhalten
Beispiel:
Der Arbeitgeber möchte ein neues Zeiterfassungssystem einführen.
Der Betriebsrat achtet darauf, dass dabei Arbeitnehmerrechte, Datenschutz und Mitbestimmungsrechte eingehalten werden.
Betriebsverfassungsgesetz
Das Betriebsverfassungsgesetz regelt die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat in privaten Betrieben.
Es enthält wichtige Regeln zu:
- Betriebsrat
- Betriebsversammlung
- Mitbestimmung
- Informationsrechten
- Beratungsrechten
- Betriebsvereinbarungen
- Jugend- und Auszubildendenvertretung
Wichtig für die Prüfung:
Das Betriebsverfassungsgesetz gilt im Bereich privater Betriebe.
Für den öffentlichen Dienst gibt es dagegen Personalvertretungen auf Grundlage der Personalvertretungsgesetze.
Betriebsrat
Der Betriebsrat ist die gewählte Interessenvertretung der Arbeitnehmer in einem Betrieb.
Aufgaben des Betriebsrats:
- Interessen der Arbeitnehmer vertreten
- Einhaltung von Gesetzen überwachen
- Einhaltung von Tarifverträgen überwachen
- Einhaltung von Betriebsvereinbarungen überwachen
- Beschwerden von Arbeitnehmern entgegennehmen
- Gleichbehandlung fördern
- Arbeitsschutz unterstützen
- bei bestimmten Entscheidungen mitbestimmen
- Arbeitnehmer bei Problemen beraten
Wann kann ein Betriebsrat gewählt werden?
Ein Betriebsrat kann in Betrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmern gewählt werden, von denen mindestens drei wählbar sind.
Wichtig:
Ein Betriebsrat muss nicht automatisch bestehen.
Er wird von den Arbeitnehmern gewählt.
Wahlberechtigte Arbeitnehmer
Wahlberechtigt sind grundsätzlich Arbeitnehmer des Betriebs, die das notwendige Mindestalter erreicht haben.
Einfach gesagt:
Wahlberechtigt bedeutet: Man darf den Betriebsrat wählen.
Wählbare Arbeitnehmer
Wählbar bedeutet: Man darf selbst in den Betriebsrat gewählt werden.
Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, zum Beispiel eine bestimmte Betriebszugehörigkeit.
Betriebsversammlung
Die Betriebsversammlung ist eine Versammlung der Arbeitnehmer eines Betriebs.
Dort informiert der Betriebsrat die Belegschaft und nimmt Anliegen der Beschäftigten auf.
Typische Inhalte:
- Bericht des Betriebsrats
- Fragen der Arbeitnehmer
- aktuelle betriebliche Themen
- Arbeitsbedingungen
- Gesundheitsschutz
- Gleichstellung
- Ausbildungssituation
Informationsrechte
Informationsrechte bedeuten, dass der Arbeitgeber den Betriebsrat über bestimmte Themen informieren muss.
Beispiele:
- Personalplanung
- wirtschaftliche Lage des Betriebs
- technische Veränderungen
- Einführung neuer Arbeitsmethoden
- geplante organisatorische Änderungen
- Maßnahmen zum Arbeitsschutz
Einfach gesagt:
Der Betriebsrat muss bestimmte Informationen erhalten, damit er seine Aufgaben erfüllen kann.
Beratungsrechte
Beratungsrechte bedeuten, dass der Arbeitgeber bestimmte Themen mit dem Betriebsrat besprechen muss.
Der Betriebsrat kann Vorschläge machen und Bedenken äußern.
Beispiele:
- Planung von Arbeitsplätzen
- Änderungen von Arbeitsabläufen
- Personalplanung
- Weiterbildung
- technische oder organisatorische Veränderungen
Wichtig:
Beratung bedeutet nicht immer, dass der Betriebsrat die Entscheidung verhindern kann.
Er muss aber beteiligt werden.
Mitbestimmungsrechte
Mitbestimmungsrechte bedeuten, dass der Arbeitgeber bestimmte Entscheidungen nicht allein treffen darf.
Der Betriebsrat muss zustimmen oder es muss eine Einigung gefunden werden.
Typische Bereiche der Mitbestimmung:
- Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit
- Pausenregelungen
- Urlaubsgrundsätze
- Ordnung im Betrieb
- Einführung technischer Einrichtungen zur Überwachung von Verhalten oder Leistung
- betriebliche Lohngestaltung in bestimmten Fällen
- Maßnahmen zum Gesundheitsschutz
- Regelungen zur mobilen Arbeit, wenn sie betrieblich eingeführt wird
Beispiel aus der IT:
Ein Unternehmen möchte eine Software einführen, die Arbeitszeiten, Login-Zeiten oder Arbeitsleistung überwachen kann.
Das kann mitbestimmungspflichtig sein, weil Verhalten oder Leistung von Arbeitnehmern überwacht werden könnten.
Unterschied zwischen Informations-, Beratungs- und Mitbestimmungsrechten
| Recht | Bedeutung | Stärke der Beteiligung |
|---|---|---|
| Informationsrecht | Betriebsrat muss informiert werden | gering |
| Beratungsrecht | Thema muss mit Betriebsrat besprochen werden | mittel |
| Mitbestimmungsrecht | Betriebsrat muss zustimmen oder mitentscheiden | stark |
Jugend- und Auszubildendenvertretung
JAV bedeutet Jugend- und Auszubildendenvertretung.
Sie vertritt die Interessen von:
- Auszubildenden
- jugendlichen Arbeitnehmern
- jungen Beschäftigten nach den gesetzlichen Vorgaben
Wichtig:
Eine JAV gibt es nur, wenn ein Betriebsrat besteht und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Aufgaben der JAV
Die JAV arbeitet eng mit dem Betriebsrat zusammen.
Typische Aufgaben:
- Interessen von Auszubildenden vertreten
- Anliegen von Jugendlichen und Azubis aufnehmen
- Einhaltung von Ausbildungsgesetzen überwachen
- Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildung beantragen
- Gleichbehandlung fördern
- Integration ausländischer Auszubildender unterstützen
- an Sitzungen des Betriebsrats teilnehmen, wenn Azubi-Themen betroffen sind
Beispiel für JAV-Arbeit
Mehrere Auszubildende beschweren sich, dass sie dauerhaft ausbildungsfremde Aufgaben machen müssen.
Die JAV kann das Thema aufnehmen und zusammen mit dem Betriebsrat gegenüber dem Arbeitgeber ansprechen.
Betriebsvereinbarung
Eine Betriebsvereinbarung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.
Sie regelt betriebliche Themen verbindlich.
Beispiele für Betriebsvereinbarungen:
- Arbeitszeitregelung
- Gleitzeit
- Homeoffice oder mobiles Arbeiten
- private Internetnutzung
- Nutzung von Diensthandys
- Einführung eines Ticketsystems
- Einführung einer Zeiterfassungssoftware
- Urlaubsgrundsätze
- betriebliche Weiterbildung
- Verhalten bei Krankmeldung
- Datenschutzregeln im Betrieb
Wichtig zur Betriebsvereinbarung
Eine Betriebsvereinbarung gilt grundsätzlich für die Arbeitnehmer des Betriebs.
Sie darf gesetzlichen Regelungen und Tarifverträgen nicht widersprechen.
Einfach gesagt:
Gesetz und Tarifvertrag stehen über der Betriebsvereinbarung.
Rangfolge von Regelungen
Gesetz → Tarifvertrag → Betriebsvereinbarung → Arbeitsvertrag → Weisung des Arbeitgebers
Wichtig:
Die Rangfolge kann im Detail kompliziert sein. Für WISO reicht meistens: Eine Betriebsvereinbarung darf nicht gegen höherrangiges Recht verstoßen.
Personalvertretung
Im öffentlichen Dienst gibt es statt eines Betriebsrats häufig einen Personalrat.
Der Personalrat ist die Interessenvertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
Grundlage:
- Personalvertretungsgesetze
- zum Beispiel Bundespersonalvertretungsgesetz oder Landespersonalvertretungsgesetze
Unterschied Betriebsrat und Personalrat
| Bereich | Interessenvertretung | Gesetzliche Grundlage |
|---|---|---|
| private Betriebe | Betriebsrat | Betriebsverfassungsgesetz |
| öffentlicher Dienst | Personalrat | Personalvertretungsgesetze |
| Jugendliche und Auszubildende | JAV | Betriebsverfassungsgesetz bzw. entsprechende Personalvertretungsregelungen |
Typische Prüfungsfrage 1
Was ist der Betriebsrat?
Antwort anzeigen
Der Betriebsrat ist die gewählte Interessenvertretung der Arbeitnehmer in einem Betrieb.
Typische Prüfungsfrage 2
Was bedeutet vertrauensvolle Zusammenarbeit?
Antwort anzeigen
Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung sollen sachlich und zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammenarbeiten.
Typische Prüfungsfrage 3
Was ist eine Betriebsvereinbarung?
Antwort anzeigen
Eine Betriebsvereinbarung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, die betriebliche Regelungen verbindlich festlegt.
Typische Prüfungsfrage 4
Was ist der Unterschied zwischen Informationsrecht und Mitbestimmungsrecht?
Antwort anzeigen
Beim Informationsrecht muss der Betriebsrat informiert werden. Beim Mitbestimmungsrecht darf der Arbeitgeber bestimmte Entscheidungen nicht allein treffen, sondern der Betriebsrat muss mitentscheiden oder zustimmen.
Typische Prüfungsfrage 5
Wen vertritt die JAV?
Antwort anzeigen
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung vertritt insbesondere Auszubildende und jugendliche Arbeitnehmer im Betrieb.
Typische Prüfungsfrage 6
Kann es eine JAV ohne Betriebsrat geben?
Antwort anzeigen
Nein, eine JAV setzt grundsätzlich voraus, dass es einen Betriebsrat gibt.
Typische Prüfungsfrage 7
Was ist der Personalrat?
Antwort anzeigen
Der Personalrat ist die Interessenvertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
Typische Prüfungsfrage 8
Welche gesetzliche Grundlage hat der Betriebsrat?
Antwort anzeigen
Die gesetzliche Grundlage ist das Betriebsverfassungsgesetz.
Typische Prüfungsfrage 9
Nenne ein Beispiel für ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats.
Antwort anzeigen
Ein Beispiel ist die Mitbestimmung bei Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit, bei Pausenregelungen oder bei technischen Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung von Arbeitnehmern überwachen können.
Merksatz
- Betriebsrat = Interessenvertretung der Arbeitnehmer im privaten Betrieb
- JAV = Interessenvertretung der Jugendlichen und Auszubildenden
- Personalrat = Interessenvertretung im öffentlichen Dienst
- Betriebsvereinbarung = schriftliche Regelung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat
- Informationsrecht = Betriebsrat muss informiert werden
- Beratungsrecht = Betriebsrat muss einbezogen und angehört werden
- Mitbestimmungsrecht = Betriebsrat entscheidet mit
Kompakte Wiederholung und Prüfungsfragen zu Kapitel 2
Hinweis
Diese Seite ist kein eigener Fragenkomplex im IHK-Prüfungskatalog.
Sie dient nur zum Wiederholen, Üben und Festigen der Inhalte aus Kapitel 2.
Kapitel 2 behandelt den Bereich:
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
Kompakte Wiederholung
1. Der Betrieb
Ein Betrieb ist eine organisatorische Einheit, in der Güter hergestellt oder Dienstleistungen erbracht werden.
Ein Unternehmen kann aus einem oder mehreren Betrieben bestehen.
Wichtig:
- Unternehmen = rechtliche und wirtschaftliche Einheit
- Betrieb = Ort oder Organisationseinheit, an dem gearbeitet wird
Wirtschaftssektoren
| Sektor | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Primärer Sektor | Rohstoffgewinnung | Landwirtschaft, Fischerei, Bergbau |
| Sekundärer Sektor | Verarbeitung und Produktion | Industrie, Handwerk, Bau |
| Tertiärer Sektor | Dienstleistungen | IT-Service, Handel, Banken, Verwaltung |
Merksatz
IT-Dienstleister gehören meistens zum tertiären Sektor, weil sie Dienstleistungen anbieten.
2. Rechtsformen
Die Rechtsform legt fest, wie ein Unternehmen rechtlich organisiert ist.
Sie beeinflusst zum Beispiel:
- Haftung
- Geschäftsführung
- Kapitalbedarf
- Gewinnverteilung
- Gründung
- rechtliche Stellung
Wichtige Rechtsformen
| Rechtsform | Art | Wichtiger Prüfungspunkt |
|---|---|---|
| Einzelunternehmen | Einzelbetrieb | Inhaber haftet persönlich |
| GbR | Personengesellschaft | mindestens zwei Personen, gemeinsamer Zweck |
| OHG | Personengesellschaft | Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt |
| KG | Personengesellschaft | Komplementär haftet voll, Kommanditist beschränkt |
| GmbH & Co. KG | Mischform | KG mit GmbH als haftendem Komplementär |
| GmbH | Kapitalgesellschaft | Haftung grundsätzlich mit Gesellschaftsvermögen |
| AG | Kapitalgesellschaft | Kapital in Aktien zerlegt |
| gemeinnützige Organisation | nicht primär gewinnorientiert | gemeinnütziger Zweck |
Merksatz
Personengesellschaften sind stärker mit den Personen verbunden.
Kapitalgesellschaften haften grundsätzlich mit dem Gesellschaftsvermögen.
3. Unternehmensstruktur und Organisationsformen
Die Unternehmensstruktur beschreibt, wie Aufgaben, Abteilungen, Zuständigkeiten und Weisungswege aufgebaut sind.
Aufbauorganisation und Ablauforganisation
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Aufbauorganisation | Wer ist wofür zuständig? |
| Ablauforganisation | In welcher Reihenfolge laufen Aufgaben ab? |
Organisationsformen
| Organisationsform | Kerngedanke |
|---|---|
| Einliniensystem | jeder Mitarbeiter hat einen direkten Vorgesetzten |
| Mehrliniensystem | Mitarbeiter können mehrere Vorgesetzte haben |
| Stabliniensystem | Linie plus beratende Expertenstellen |
| Spartenorganisation | Gliederung nach Produkten, Kunden oder Regionen |
| Matrixorganisation | Kombination aus Fachabteilung und Projektstruktur |
Merksatz
Einliniensystem = klare Linie.
Mehrliniensystem = mehrere Vorgesetzte.
Stabliniensystem = Linie plus Beratung.
Matrixorganisation = Fachabteilung plus Projekt.
4. Wirtschaftliche Verflechtungen
Wirtschaftliche Verflechtungen entstehen, wenn Unternehmen miteinander verbunden sind, zusammenarbeiten oder sich zusammenschließen.
Wichtige Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Konzern | mehrere rechtlich selbstständige Unternehmen unter gemeinsamer Leitung |
| Fusion | Unternehmen schließen sich zusammen |
| Kartell | Unternehmen treffen Wettbewerbsabsprachen |
Merksatz
Konzern = gemeinsame Leitung.
Fusion = Zusammenschluss.
Kartell = Wettbewerbsabsprache.
5. Ziele von Betrieben und Unternehmen
Unternehmen verfolgen verschiedene Ziele.
Zielarten
| Zielart | Beispiel |
|---|---|
| ökonomische Ziele | Gewinn erhöhen, Kosten senken |
| ökologische Ziele | Energie sparen, Ressourcen schonen |
| soziale Ziele | gute Arbeitsbedingungen, Ausbildung fördern |
Wichtige Kennzahlen
| Begriff | Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Produktivität | Ausbringungsmenge / Einsatzmenge | Mengenverhältnis |
| Wirtschaftlichkeit | Ertrag / Aufwand | finanzielles Verhältnis |
| Rentabilität | Gewinn / eingesetztes Kapital × 100 | Kapitalverzinsung in Prozent |
Zielkonflikt
Ein Zielkonflikt entsteht, wenn die Erreichung eines Ziels die Erreichung eines anderen Ziels erschwert.
Beispiel:
Ein Unternehmen möchte Kosten senken und gleichzeitig die Servicequalität erhöhen.
Das kann ein Zielkonflikt sein, weil bessere Qualität oft mehr Zeit, Personal oder Technik benötigt.
Merksatz
Produktivität = Menge.
Wirtschaftlichkeit = Ertrag zu Aufwand.
Rentabilität = Gewinn zu Kapital.
6. Betriebliche und gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung
Arbeitsteilung bedeutet, dass eine Gesamtaufgabe in Teilaufgaben zerlegt wird.
Arten der Arbeitsteilung
| Art | Bedeutung |
|---|---|
| betriebliche Arbeitsteilung | Aufgaben werden innerhalb eines Betriebs verteilt |
| gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung | Aufgaben werden zwischen Unternehmen, Branchen oder Ländern verteilt |
| internationale Arbeitsteilung | Länder übernehmen unterschiedliche wirtschaftliche Aufgaben |
Vorteile der Arbeitsteilung
- Spezialisierung
- höhere Produktivität
- bessere Qualität
- schnellere Abläufe
- geringere Kosten
Nachteile der Arbeitsteilung
- Abhängigkeit von anderen
- Schnittstellenprobleme
- Kommunikationsprobleme
- monotone Arbeit
- weniger Überblick über den Gesamtprozess
Globalisierung
Globalisierung bedeutet, dass Märkte, Unternehmen, Lieferketten, Kommunikation und Arbeitsprozesse weltweit miteinander verbunden sind.
Soziale Marktwirtschaft
Die Soziale Marktwirtschaft verbindet freien Wettbewerb mit sozialem Ausgleich und staatlichen Regeln.
Merksatz
Arbeitsteilung teilt Aufgaben.
Globalisierung verbindet Märkte weltweit.
Soziale Marktwirtschaft verbindet Wettbewerb mit sozialer Absicherung.
7. Arbeitgeberverbände, Arbeitnehmerverbände und Wirtschaftsorganisationen
Verbände und Organisationen vertreten Interessen.
| Organisation | Vertritt hauptsächlich | Typische Aufgabe |
|---|---|---|
| Arbeitgeberverband | Arbeitgeber | Tarifverhandlungen, Beratung von Unternehmen |
| Gewerkschaft | Arbeitnehmer | Tarifverhandlungen, Arbeitsbedingungen verbessern |
| IHK | Wirtschaft / Ausbildungssystem | Prüfungen organisieren, Ausbildungsverträge eintragen |
| Berufsverband | Berufsgruppe | Interessenvertretung und Fortbildung |
| Prüfungsausschuss | Prüfungssystem | Prüfungsleistungen bewerten |
Merksatz
Arbeitgeberverbände vertreten Arbeitgeber.
Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer.
Die IHK ist wichtig für Ausbildung und Prüfung.
8. Behörden und Verwaltungen
Behörden sind staatliche Stellen, die öffentliche Aufgaben erfüllen.
Verwaltung beschreibt die Tätigkeit zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben.
Wichtige Stellen
| Stelle | Aufgabe |
|---|---|
| Finanzamt | Steuern |
| Agentur für Arbeit | Arbeitsvermittlung, Arbeitslosengeld, Berufsberatung |
| Berufsgenossenschaft | gesetzliche Unfallversicherung |
| Arbeitsschutzbehörde / Gewerbeaufsicht | Arbeitsschutz überwachen |
| Krankenkasse | Kranken- und Pflegeversicherung |
| Rentenversicherung | Rentenansprüche und Rehabilitation |
| Datenschutzaufsichtsbehörde | Datenschutz überwachen |
| IHK | Ausbildung und Prüfung |
| Gewerbeamt | Gewerbeanmeldung |
Merksatz
Behörde = staatliche Stelle.
Verwaltung = öffentliche Aufgaben erledigen.
9. Betriebsrat, JAV, Personalvertretung und Betriebsvereinbarungen
Betriebsrat
Der Betriebsrat ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer in privaten Betrieben.
JAV
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung vertritt Jugendliche und Auszubildende.
Personalrat
Der Personalrat ist die Interessenvertretung im öffentlichen Dienst.
Betriebsvereinbarung
Eine Betriebsvereinbarung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.
Beteiligungsrechte
| Recht | Bedeutung |
|---|---|
| Informationsrecht | Betriebsrat muss informiert werden |
| Beratungsrecht | Betriebsrat muss einbezogen und angehört werden |
| Mitbestimmungsrecht | Betriebsrat entscheidet mit |
Merksatz
Betriebsrat = Arbeitnehmervertretung im privaten Betrieb.
JAV = Interessenvertretung der Jugendlichen und Auszubildenden.
Personalrat = Interessenvertretung im öffentlichen Dienst.
Prüfungsfragen zu Kapitel 2
Prüfungsfragen zu Kapitel 2
1. Was ist der Unterschied zwischen Betrieb und Unternehmen?
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Das Unternehmen ist die rechtliche und wirtschaftliche Einheit. Der Betrieb ist die organisatorische Einheit oder der Ort, an dem Güter hergestellt oder Dienstleistungen erbracht werden.
2. Zu welchem Wirtschaftssektor gehören IT-Dienstleister meistens?
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Meistens zum tertiären Sektor, weil sie Dienstleistungen anbieten.
3. Was ist eine Rechtsform?
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Die Rechtsform legt fest, wie ein Unternehmen rechtlich organisiert ist. Sie beeinflusst zum Beispiel Haftung, Geschäftsführung, Kapitalbedarf und Gründung.
4. Welche Rechtsform haftet grundsätzlich mit dem Gesellschaftsvermögen?
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Zum Beispiel die GmbH oder die AG.
5. Was ist der Unterschied zwischen OHG und KG?
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Bei der OHG haften die Gesellschafter grundsätzlich persönlich und unbeschränkt.
Bei der KG gibt es Komplementäre und Kommanditisten. Komplementäre haften persönlich und unbeschränkt. Kommanditisten haften beschränkt auf ihre Einlage.
6. Was ist eine GmbH & Co. KG?
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Eine GmbH & Co. KG ist eine KG, bei der eine GmbH die Rolle des persönlich haftenden Komplementärs übernimmt.
7. Was beschreibt die Aufbauorganisation?
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Die Aufbauorganisation beschreibt die Struktur eines Unternehmens, also Zuständigkeiten, Abteilungen und Weisungswege.
8. Was beschreibt die Ablauforganisation?
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Die Ablauforganisation beschreibt die Reihenfolge und den Ablauf von Arbeitsprozessen.
9. Welche Organisationsform hat klare Weisungswege, aber oft lange Entscheidungswege?
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Das Einliniensystem.
10. Was ist ein Mehrliniensystem?
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Beim Mehrliniensystem kann ein Mitarbeiter Anweisungen von mehreren Vorgesetzten erhalten.
11. Was ist ein Stabliniensystem?
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Ein Stabliniensystem ist ein Liniensystem mit zusätzlichen beratenden Stabsstellen, zum Beispiel Datenschutzbeauftragter oder Qualitätsmanagement.
12. Was ist eine Matrixorganisation?
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Eine Matrixorganisation kombiniert zwei Gliederungsrichtungen, zum Beispiel Fachabteilung und Projektstruktur.
13. Was ist ein Konzern?
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Ein Konzern besteht aus mehreren rechtlich selbstständigen Unternehmen, die unter gemeinsamer wirtschaftlicher Leitung stehen.
14. Was ist eine Fusion?
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Eine Fusion ist der Zusammenschluss von zwei oder mehreren Unternehmen.
15. Was ist ein Kartell?
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Ein Kartell ist eine Absprache zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmen, die den Wettbewerb einschränken kann.
16. Warum sind Kartelle problematisch?
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Kartelle können den Wettbewerb einschränken. Dadurch können Preise steigen, Auswahl und Qualität sinken und Innovationen behindert werden.
17. Was bedeutet Produktivität?
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Produktivität beschreibt das Verhältnis von Ausbringungsmenge zu Einsatzmenge.
18. Wie lautet die Formel für Produktivität?
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Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge
19. Was bedeutet Wirtschaftlichkeit?
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Wirtschaftlichkeit beschreibt das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand.
20. Wann ist ein Auftrag wirtschaftlich?
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Ein Auftrag ist wirtschaftlich, wenn der Ertrag größer ist als der Aufwand. Der Wert der Wirtschaftlichkeit ist dann größer als 1.
21. Was bedeutet Rentabilität?
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Rentabilität beschreibt das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. Sie wird meistens in Prozent angegeben.
22. Was ist ein Zielkonflikt?
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Ein Zielkonflikt entsteht, wenn die Erreichung eines Ziels die Erreichung eines anderen Ziels erschwert.
23. Nenne ein Beispiel für einen Zielkonflikt in der IT.
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Ein Beispiel ist hohe Verfügbarkeit durch redundante Server. Das verbessert die Ausfallsicherheit, erhöht aber Kosten, Stromverbrauch und Wartungsaufwand.
24. Was bedeutet betriebliche Arbeitsteilung?
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Betriebliche Arbeitsteilung bedeutet, dass Aufgaben innerhalb eines Unternehmens auf verschiedene Personen, Teams oder Abteilungen verteilt werden.
25. Nenne zwei Vorteile der Arbeitsteilung.
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Zwei Vorteile sind Spezialisierung und höhere Produktivität. Außerdem können Qualität und Geschwindigkeit steigen.
26. Nenne zwei Nachteile der Arbeitsteilung.
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Zwei Nachteile sind Abhängigkeit von anderen und Schnittstellenprobleme. Außerdem können Kommunikationsprobleme oder monotone Arbeit entstehen.
27. Was bedeutet Globalisierung?
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Globalisierung bedeutet, dass Märkte, Unternehmen, Lieferketten, Kommunikation und Arbeitsprozesse weltweit miteinander verbunden sind.
28. Was ist der Grundgedanke der Sozialen Marktwirtschaft?
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Die Soziale Marktwirtschaft verbindet freien Wettbewerb mit sozialem Ausgleich und staatlichen Regeln.
29. Wer vertritt Arbeitnehmer in Tarifverhandlungen?
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Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer in Tarifverhandlungen.
30. Wer vertritt Arbeitgeber in Tarifverhandlungen?
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Arbeitgeberverbände oder einzelne Arbeitgeber vertreten die Arbeitgeberseite.
31. Welche Aufgabe hat die IHK in der Berufsausbildung?
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Die IHK trägt Ausbildungsverträge ein, überwacht die Ausbildung, berät Betriebe und Auszubildende und organisiert Prüfungen.
32. Welche Stelle ist für die gesetzliche Unfallversicherung zuständig?
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Die Berufsgenossenschaft.
33. Welche Behörde ist für Steuern zuständig?
Antwort anzeigen
Das Finanzamt.
34. Was ist der Betriebsrat?
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Der Betriebsrat ist die gewählte Interessenvertretung der Arbeitnehmer in einem privaten Betrieb.
35. Was ist die JAV?
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Die Jugend- und Auszubildendenvertretung vertritt Jugendliche und Auszubildende im Betrieb.
36. Was ist eine Betriebsvereinbarung?
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Eine Betriebsvereinbarung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, die betriebliche Regelungen verbindlich festlegt.
37. Was ist der Unterschied zwischen Informationsrecht und Mitbestimmungsrecht?
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Beim Informationsrecht muss der Betriebsrat informiert werden.
Beim Mitbestimmungsrecht darf der Arbeitgeber bestimmte Entscheidungen nicht allein treffen, sondern der Betriebsrat muss mitentscheiden oder zustimmen.
38. Was ist der Personalrat?
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Der Personalrat ist die Interessenvertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
39. Welche gesetzliche Grundlage hat der Betriebsrat?
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Die gesetzliche Grundlage ist das Betriebsverfassungsgesetz.
40. Welche gesetzliche Grundlage hat die Personalvertretung?
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Die Personalvertretung beruht auf den Personalvertretungsgesetzen, zum Beispiel Bundespersonalvertretungsgesetz oder Landespersonalvertretungsgesetze.
Kurztest ohne Hilfe
Beantworte diese Fragen ohne nachzuschauen:
- Welche drei Wirtschaftssektoren gibt es?
- Was unterscheidet GmbH und Einzelunternehmen bei der Haftung?
- Was ist der Unterschied zwischen Einlinien- und Mehrliniensystem?
- Was ist der Unterschied zwischen Konzern und Fusion?
- Warum sind Kartelle problematisch?
- Wie berechnet man Wirtschaftlichkeit?
- Was ist ein Zielkonflikt?
- Was bedeutet Globalisierung?
- Wer vertritt Arbeitnehmer in Tarifverhandlungen?
- Welche Aufgabe hat die IHK?
- Was ist eine Betriebsvereinbarung?
- Was ist der Unterschied zwischen Betriebsrat und Personalrat?
Merksätze für Kapitel 2
- Betrieb = organisatorische Einheit, Unternehmen = rechtliche und wirtschaftliche Einheit.
- IT-Dienstleister gehören meistens zum tertiären Sektor.
- Rechtsformen unterscheiden sich besonders bei Haftung, Kapital und Geschäftsführung.
- Einliniensystem = ein Vorgesetzter.
- Mehrliniensystem = mehrere Vorgesetzte.
- Stabliniensystem = Linie plus beratende Experten.
- Konzern = gemeinsame Leitung.
- Fusion = Zusammenschluss.
- Kartell = Wettbewerbsabsprache.
- Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge.
- Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand.
- Rentabilität = Gewinn / eingesetztes Kapital × 100.
- Zielkonflikt = Ziele behindern sich gegenseitig.
- Globalisierung = weltweite Vernetzung.
- Soziale Marktwirtschaft = Wettbewerb plus soziale Absicherung.
- Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer.
- Arbeitgeberverbände vertreten Arbeitgeber.
- IHK = Ausbildung und Prüfung.
- Betriebsrat = Arbeitnehmervertretung im privaten Betrieb.
- JAV = Interessenvertretung der Jugendlichen und Auszubildenden.
- Personalrat = Interessenvertretung im öffentlichen Dienst.