Kapitel 3 – Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Seite 3.1 Gesundheits- und Arbeitsschutzvorschriften

Prüfungsziel

Du sollst wichtige Gesundheits- und Arbeitsschutzvorschriften kennen und erklären können, warum sie im Betrieb wichtig sind.

Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:


Warum gibt es Arbeitsschutzvorschriften?

Arbeitsschutzvorschriften sollen verhindern, dass Beschäftigte durch ihre Arbeit krank werden, verletzt werden oder langfristige gesundheitliche Schäden bekommen.

Einfach gesagt:

Arbeit darf Menschen nicht unnötig gefährden.

Arbeitsschutz betrifft zum Beispiel:


Grundidee des Arbeitsschutzes

Der Arbeitgeber muss Arbeit so organisieren, dass Gefährdungen möglichst vermieden oder reduziert werden.

Das bedeutet:


Arbeitsschutzgesetz

Das Arbeitsschutzgesetz ist eine zentrale Grundlage für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.

Wichtig für die Prüfung:

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen.

Dazu gehört insbesondere:

Beispiel aus der IT:

Ein Unternehmen richtet neue Arbeitsplätze ein.

Dabei muss es zum Beispiel beachten:


Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wichtiges Werkzeug im Arbeitsschutz.

Dabei wird geprüft, welche Gefährdungen bei einer Tätigkeit entstehen können.

Ablauf vereinfacht:

Arbeitsplatz betrachten
→ Gefährdungen erkennen
→ Risiko bewerten
→ Schutzmaßnahmen festlegen
→ Maßnahmen umsetzen
→ Wirksamkeit prüfen
→ Dokumentation

Beispiele für Gefährdungen im IT-Bereich:


Arbeitssicherheitsgesetz

Das Arbeitssicherheitsgesetz regelt unter anderem, dass Betriebe Unterstützung durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte erhalten.

Ziel:

Der Arbeitgeber soll fachkundig beraten werden, damit Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden.

Wichtige Beteiligte:

Person / Stelle Aufgabe
Fachkraft für Arbeitssicherheit berät zu technischen und organisatorischen Arbeitsschutzmaßnahmen
Betriebsarzt berät zu medizinischen und gesundheitlichen Fragen
Sicherheitsbeauftragte unterstützen im Betrieb beim Erkennen von Gefahren

Wichtig:

Die Verantwortung für Arbeitsschutz bleibt beim Arbeitgeber.
Fachkräfte und Betriebsärzte beraten und unterstützen.


Arbeitszeitgesetz

Das Arbeitszeitgesetz schützt Beschäftigte vor zu langen Arbeitszeiten und zu geringer Erholung.

Wichtige Grundregeln für erwachsene Arbeitnehmer:

Thema Regel
tägliche Arbeitszeit grundsätzlich höchstens 8 Stunden pro Werktag
Verlängerung bis 10 Stunden möglich, wenn Ausgleich erfolgt
Pause bei mehr als 6 Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten
Pause bei mehr als 9 Stunden Arbeit mindestens 45 Minuten
Ruhezeit grundsätzlich 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen

Beispiel:

Ein Mitarbeiter arbeitet 8,5 Stunden.

Dann muss mindestens eine Pause von 30 Minuten eingeplant werden, weil die Arbeitszeit mehr als 6 Stunden beträgt.


Betriebssicherheitsverordnung

Die Betriebssicherheitsverordnung betrifft die sichere Verwendung von Arbeitsmitteln.

Arbeitsmittel können sein:

Ziel:

Arbeitsmittel sollen sicher verwendet werden können und keine unnötige Gefahr darstellen.

Beispiel aus der IT:

Ein defektes Netzteil oder beschädigtes Stromkabel darf nicht weiterverwendet werden.


Arbeitsstättenverordnung

Die Arbeitsstättenverordnung regelt Anforderungen an Arbeitsstätten.

Dazu gehören zum Beispiel:

Beispiel:

Ein Büroarbeitsplatz muss so eingerichtet sein, dass Beschäftigte dort sicher und gesundheitsschonend arbeiten können.


Unfallverhütungsvorschriften

Unfallverhütungsvorschriften enthalten Regeln zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.

Sie werden besonders durch die gesetzliche Unfallversicherung beziehungsweise Berufsgenossenschaften geprägt.

Beispiele:

Wichtig für die Prüfung:

Unfallverhütung bedeutet nicht erst reagieren, wenn etwas passiert, sondern Gefahren vorher vermeiden.


Arbeitsplatzergonomie

Ergonomie bedeutet, dass der Arbeitsplatz an den Menschen angepasst wird.

Ziel:

Die Arbeit soll möglichst gesundheitsschonend, sicher und leistungsfähig gestaltet werden.

Ergonomische Faktoren am IT-Arbeitsplatz:

Bereich Beispiele
Monitor richtige Höhe, Abstand, Blickwinkel
Stuhl einstellbare Sitzhöhe, Rückenlehne
Tisch passende Höhe, genügend Arbeitsfläche
Tastatur und Maus entspannte Handhaltung
Beleuchtung blendfrei, ausreichend hell
Raum gute Lüftung, angenehme Temperatur
Arbeitsorganisation Pausen, Wechsel der Tätigkeit

Bildschirmarbeitsplatz

Ein Bildschirmarbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, an dem regelmäßig mit Bildschirmgeräten gearbeitet wird.

Wichtige Anforderungen:

Beispiel für eine gute Monitorposition:

Augenhöhe
   │
   ▼
Oberkante des Monitors etwa auf Augenhöhe
Monitor mit ausreichendem Abstand
Tastatur und Maus nah am Körper
Rücken gerade und unterstützt
Füße stehen stabil auf dem Boden

Aufsichtsbehörde für Arbeitsschutz / Gewerbeaufsicht

Die Aufsichtsbehörde für Arbeitsschutz überwacht, ob Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden.

Je nach Bundesland wird sie oft auch Gewerbeaufsicht oder Arbeitsschutzbehörde genannt.

Aufgaben:

Beispiel:

Wenn ein Betrieb dauerhaft gegen Arbeitszeitvorschriften verstößt, kann die Arbeitsschutzbehörde tätig werden.


Jugendarbeitsschutzgesetz

Das Jugendarbeitsschutzgesetz schützt Jugendliche in der Arbeitswelt.

Es gilt für Beschäftigte, die noch nicht 18 Jahre alt sind.

Ziel:

Jugendliche sollen vor Überforderung, gesundheitlichen Gefahren und ungeeigneten Tätigkeiten geschützt werden.

Wichtige Inhalte:

Wichtig für die Prüfung:

Jugendliche dürfen nicht genauso eingesetzt werden wie erwachsene Arbeitnehmer.
Für sie gelten strengere Schutzvorschriften.


Warum ist Arbeitsschutz auch für Fachinformatiker wichtig?

Auch wenn Fachinformatiker meistens nicht an schweren Maschinen arbeiten, gibt es trotzdem Gefährdungen.

Typische Beispiele:


Typische Prüfungsfrage 1

Wozu dient das Arbeitsschutzgesetz?

Antwort anzeigen

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu treffen. Dazu gehören zum Beispiel Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Unterweisungen.


Typische Prüfungsfrage 2

Was ist eine Gefährdungsbeurteilung?

Antwort anzeigen

Eine Gefährdungsbeurteilung ist die systematische Prüfung, welche Gefahren an einem Arbeitsplatz oder bei einer Tätigkeit bestehen und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.


Typische Prüfungsfrage 3

Welche Aufgabe hat die Fachkraft für Arbeitssicherheit?

Antwort anzeigen

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit berät den Arbeitgeber bei technischen, organisatorischen und sicherheitsbezogenen Maßnahmen des Arbeitsschutzes.


Typische Prüfungsfrage 4

Welche Pausenregel gilt bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit?

Antwort anzeigen

Bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit ist mindestens eine Pause von 30 Minuten erforderlich.


Typische Prüfungsfrage 5

Welche Pausenregel gilt bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit?

Antwort anzeigen

Bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit ist mindestens eine Pause von 45 Minuten erforderlich.


Typische Prüfungsfrage 6

Was regelt die Arbeitsstättenverordnung?

Antwort anzeigen

Die Arbeitsstättenverordnung regelt Anforderungen an Arbeitsstätten, zum Beispiel Arbeitsräume, Beleuchtung, Lüftung, Fluchtwege, Notausgänge, Pausenräume und Bildschirmarbeitsplätze.


Typische Prüfungsfrage 7

Was bedeutet Ergonomie?

Antwort anzeigen

Ergonomie bedeutet, dass Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen an den Menschen angepasst werden, damit gesundheitsschonend und sicher gearbeitet werden kann.


Typische Prüfungsfrage 8

Warum ist das Jugendarbeitsschutzgesetz wichtig?

Antwort anzeigen

Es schützt Jugendliche unter 18 Jahren vor Überforderung und gesundheitlichen Gefahren im Arbeitsleben. Für Jugendliche gelten strengere Schutzvorschriften als für Erwachsene.


Typische Prüfungsfrage 9

Welche Behörde überwacht die Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften?

Antwort anzeigen

Die Arbeitsschutzbehörde beziehungsweise Gewerbeaufsicht überwacht die Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften.


Merksatz

Seite 3.2 Gefährdungen und Beanspruchungen am Arbeitsplatz

Prüfungsziel

Du sollst typische Gefährdungen am Arbeitsplatz erkennen, unterscheiden und geeignete Schutzmaßnahmen nennen können.

Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:


Was ist eine Gefährdung?

Eine Gefährdung ist eine mögliche Quelle für einen Schaden.

Einfach gesagt:

Eine Gefährdung ist etwas, das dich verletzen oder krank machen kann.

Beispiele:


Was ist Beanspruchung?

Beanspruchung beschreibt, wie stark eine Belastung auf einen Menschen wirkt.

Nicht jede Belastung wirkt auf jede Person gleich.

Beispiel:

Zwei Personen arbeiten lange am Bildschirm.

Person A bekommt schnell Kopfschmerzen.
Person B hat keine Beschwerden.

Die Belastung ist ähnlich, aber die Beanspruchung kann unterschiedlich sein.


Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung

Begriff Bedeutung Beispiel
Belastung äußere Einwirkung auf den Menschen Lärm, Hitze, Zeitdruck, Bildschirmarbeit
Beanspruchung individuelle Wirkung auf den Menschen Stress, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen

Merksatz

Belastung kommt von außen.
Beanspruchung ist die Wirkung auf den Menschen.


Mechanische Gefährdungen

Mechanische Gefährdungen entstehen durch Bewegung, Gegenstände, Werkzeuge, Maschinen oder Stolperstellen.

Beispiele im IT-Bereich:

Typische Schutzmaßnahmen:


Elektrische Gefährdungen

Elektrische Gefährdungen entstehen durch Strom oder elektrische Geräte.

Beispiele im IT-Bereich:

Mögliche Folgen:

Typische Schutzmaßnahmen:

Wichtig für Fachinformatiker:

Fachinformatiker dürfen nicht automatisch alle elektrischen Arbeiten durchführen.

Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur von entsprechend qualifizierten Personen durchgeführt werden.


Thermische Gefährdungen

Thermische Gefährdungen entstehen durch Hitze, Kälte oder Feuer.

Beispiele im IT-Bereich:

Mögliche Folgen:

Typische Schutzmaßnahmen:


Chemische Gefährdungen

Chemische Gefährdungen entstehen durch gefährliche Stoffe.

Im normalen IT-Büro sind sie seltener, können aber trotzdem vorkommen.

Beispiele im IT-Umfeld:

Mögliche Folgen:

Typische Schutzmaßnahmen:


Ergonomische Gefährdungen

Ergonomische Gefährdungen entstehen durch ungünstige Körperhaltung, schlechte Arbeitsplatzgestaltung oder einseitige Belastung.

Beispiele im IT-Bereich:

Mögliche Folgen:

Typische Schutzmaßnahmen:


Akustische Gefährdungen

Akustische Gefährdungen entstehen durch Lärm.

Beispiele im IT-Bereich:

Mögliche Folgen:

Typische Schutzmaßnahmen:


Psychische Gefährdungen

Psychische Gefährdungen entstehen durch Arbeitsorganisation, Zeitdruck, Konflikte oder dauerhafte Überforderung.

Beispiele im IT-Bereich:

Mögliche Folgen:

Typische Schutzmaßnahmen:


Gefahren erkennen, beachten und vermeiden

Im Arbeitsschutz geht es nicht nur darum, Regeln auswendig zu kennen.

Du musst Gefahren im Arbeitsalltag erkennen und richtig handeln.

Vorgehen:

Gefahr erkennen
→ Risiko einschätzen
→ Schutzmaßnahme auswählen
→ Maßnahme umsetzen
→ Ergebnis kontrollieren

Beispiel:

Ein Netzwerkkabel liegt quer durch den Raum.

Gefahr:

Schutzmaßnahme:


Sicherheitshinweise, Vorschriften und Anweisungen beachten

Beschäftigte müssen Sicherheitsregeln beachten.

Dazu gehören:

Wichtig:

Arbeitsschutz ist nicht nur Aufgabe des Arbeitgebers.

Auch Arbeitnehmer müssen mitwirken und Regeln beachten.


Rangfolge von Schutzmaßnahmen

Im Arbeitsschutz gilt häufig das sogenannte STOP-Prinzip.

Buchstabe Bedeutung Erklärung
S Substitution Gefährliche Sache ersetzen
T Technische Maßnahmen Gefahr durch Technik verringern
O Organisatorische Maßnahmen Arbeitsabläufe oder Regeln ändern
P Persönliche Maßnahmen Verhalten, Unterweisung, Schutzausrüstung

Beispiel: Stolpergefahr durch Kabel

Maßnahme Beispiel
Substitution kabellose Lösung nutzen, wenn sinnvoll
Technisch Kabelkanal verwenden
Organisatorisch Laufwege freihalten
Persönlich Mitarbeiter unterweisen, aufmerksam sein

Wichtig für die Prüfung:

Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen sind meist besser als nur persönliche Hinweise.


Typische Gefährdungen im IT-Arbeitsalltag

Situation Gefährdung Schutzmaßnahme
Kabel liegt im Laufweg Stolpergefahr Kabelkanal nutzen
Serverraum ist sehr laut akustische Gefährdung Aufenthalt begrenzen, Gehörschutz
Monitor ist zu niedrig ergonomische Gefährdung Monitor höher stellen
defektes Netzteil elektrische Gefährdung nicht verwenden, austauschen
hoher Ticketdruck psychische Gefährdung priorisieren, Aufgaben verteilen
Tonerwechsel chemische Gefährdung vorsichtig arbeiten, lüften
überhitzter Server thermische Gefährdung Kühlung prüfen, Alarm beachten

Typische Prüfungsfrage 1

Was ist eine Gefährdung?

Antwort anzeigen

Eine Gefährdung ist eine mögliche Quelle für einen Schaden, zum Beispiel ein defektes Stromkabel, Lärm, Hitze oder eine schlechte Körperhaltung.


Typische Prüfungsfrage 2

Was ist der Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung?

Antwort anzeigen

Belastung ist eine äußere Einwirkung auf den Menschen, zum Beispiel Lärm oder Zeitdruck.

Beanspruchung ist die individuelle Wirkung dieser Belastung auf den Menschen, zum Beispiel Stress, Müdigkeit oder Kopfschmerzen.


Typische Prüfungsfrage 3

Nenne zwei mechanische Gefährdungen im IT-Bereich.

Antwort anzeigen

Zum Beispiel Stolpern über Kabel und Quetschungen beim Transport schwerer Hardware.


Typische Prüfungsfrage 4

Nenne zwei elektrische Gefährdungen im IT-Bereich.

Antwort anzeigen

Zum Beispiel beschädigte Stromkabel und überlastete Mehrfachsteckdosen.


Typische Prüfungsfrage 5

Was ist eine ergonomische Gefährdung?

Antwort anzeigen

Eine ergonomische Gefährdung entsteht durch ungünstige Arbeitsplatzgestaltung oder Körperhaltung, zum Beispiel falsche Monitorhöhe oder schlechter Bürostuhl.


Typische Prüfungsfrage 6

Nenne zwei psychische Gefährdungen im IT-Beruf.

Antwort anzeigen

Zum Beispiel hoher Zeitdruck und ständige Erreichbarkeit. Weitere Beispiele sind unklare Zuständigkeiten, Konflikte im Team oder Überforderung.


Typische Prüfungsfrage 7

Was bedeutet das STOP-Prinzip?

Antwort anzeigen

STOP steht für Substitution, technische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen und persönliche Maßnahmen. Es beschreibt eine Rangfolge von Schutzmaßnahmen.


Typische Prüfungsfrage 8

Welche Schutzmaßnahme hilft gegen Stolpergefahr durch Kabel?

Antwort anzeigen

Kabel sollten sicher verlegt werden, zum Beispiel mit Kabelkanälen. Laufwege müssen freigehalten werden.


Typische Prüfungsfrage 9

Warum reicht es nicht, nur Sicherheitshinweise aufzuhängen?

Antwort anzeigen

Sicherheitshinweise sind wichtig, aber technische und organisatorische Maßnahmen sind oft wirksamer. Gefahren sollten möglichst direkt beseitigt oder reduziert werden.


Merksatz

Seite 3.3 Fürsorgepflicht, Ergonomie und Vorsorge

Prüfungsziel

Du sollst erklären können, welche Fürsorgepflichten der Arbeitgeber hat, warum Ergonomie wichtig ist und welche Vorsorgemaßnahmen im Arbeitsalltag eine Rolle spielen.

Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:


Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Die Fürsorgepflicht bedeutet, dass der Arbeitgeber auf Leben, Gesundheit und berechtigte Interessen der Beschäftigten Rücksicht nehmen muss.

Einfach gesagt:

Der Arbeitgeber darf seine Mitarbeiter nicht unnötigen Gefahren aussetzen.

Er muss Arbeit so organisieren, dass Beschäftigte möglichst sicher und gesund arbeiten können.


Was gehört zur Fürsorgepflicht?

Zur Fürsorgepflicht gehören zum Beispiel:


Beispiel aus dem IT-Bereich

Ein Arbeitgeber richtet neue Büroarbeitsplätze ein.

Dabei muss er auf Folgendes achten:


Mitwirkungspflicht der Arbeitnehmer

Arbeitsschutz ist nicht nur Aufgabe des Arbeitgebers.

Auch Arbeitnehmer müssen mitwirken.

Arbeitnehmer müssen zum Beispiel:

Beispiel:

Ein Mitarbeiter sieht ein beschädigtes Stromkabel.

Er darf es nicht einfach weiterverwenden, sondern muss es melden oder aus dem Verkehr ziehen, soweit das betrieblich vorgesehen ist.


Ersthelfer am Arbeitsplatz

Ersthelfer sind Beschäftigte, die für Erste Hilfe im Betrieb ausgebildet sind.

Sie helfen bei Unfällen oder medizinischen Notfällen, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Aufgaben von Ersthelfern:

Wichtig:

Ersthelfer ersetzen keinen Arzt und keinen Rettungsdienst.

Sie leisten Soforthilfe.


Beispiele für Erste-Hilfe-Situationen


Ergonomie

Ergonomie bedeutet, dass Arbeitsbedingungen an den Menschen angepasst werden.

Ziel:

Die Arbeit soll sicher, gesund, angenehm und leistungsfähig gestaltet werden.

Einfach gesagt:

Nicht der Mensch soll sich dauerhaft schlecht an den Arbeitsplatz anpassen müssen.
Der Arbeitsplatz soll möglichst gut zum Menschen passen.


Warum ist Ergonomie wichtig?

Schlechte Ergonomie kann zu gesundheitlichen Problemen führen.

Mögliche Folgen schlechter Ergonomie:


Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

Ein ergonomischer IT-Arbeitsplatz berücksichtigt mehrere Bereiche.

Bereich Worauf achten?
Stuhl höhenverstellbar, Rückenlehne, stabile Sitzposition
Tisch passende Höhe, genügend Arbeitsfläche
Monitor richtige Höhe, Abstand, blendfrei
Tastatur entspannte Handhaltung
Maus gut erreichbar, keine verkrampfte Haltung
Beleuchtung ausreichend hell, keine Blendung
Raumklima angenehme Temperatur, gute Lüftung
Arbeitsorganisation Pausen, Tätigkeitswechsel, realistische Arbeitsmenge

Ergonomische Sitzhaltung

Eine gute Sitzhaltung entlastet Rücken, Nacken und Schultern.

Wichtig:


Einfache Darstellung eines ergonomischen Arbeitsplatzes

Monitor:
- frontal vor dem Körper
- Oberkante etwa auf Augenhöhe
- Abstand ungefähr eine Armlänge

Sitzposition:
- Rücken an der Lehne
- Schultern entspannt
- Unterarme locker
- Füße stabil auf dem Boden

Tisch:
- genug Platz
- Tastatur und Maus gut erreichbar
- keine störenden Kabel im Weg

Bildschirmarbeitsplatz

Ein Bildschirmarbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, an dem regelmäßig mit Bildschirmgeräten gearbeitet wird.

Für Fachinformatiker ist das besonders relevant, weil viele Tätigkeiten am Bildschirm stattfinden.

Typische Tätigkeiten:


Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze

Ein Bildschirmarbeitsplatz sollte so gestaltet sein, dass längeres Arbeiten ohne unnötige Belastung möglich ist.

Wichtige Anforderungen:


Software-Ergonomie

Ergonomie betrifft nicht nur Möbel, sondern auch Software.

Eine Software ist ergonomisch, wenn sie gut bedienbar ist.

Beispiele:

Beispiel aus der IT:

Ein Ticketsystem mit unklaren Menüs und schlechter Suche erhöht Stress und Fehlerwahrscheinlichkeit.


Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen dienen dazu, arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen.

Sie können je nach Tätigkeit angeboten oder erforderlich sein.

Ziele:


Augenuntersuchung bei Bildschirmarbeit

Bei regelmäßiger Bildschirmarbeit kann eine Untersuchung der Augen wichtig sein.

Warum?

Lange Bildschirmarbeit kann die Augen belasten.

Mögliche Beschwerden:

Mögliche Maßnahmen:


Psychische Gefährdungsbeurteilung

Psychische Belastungen müssen im Arbeitsschutz ebenfalls betrachtet werden.

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung untersucht, welche psychischen Belastungen durch Arbeit entstehen können.

Beispiele für psychische Belastungen:


Warum ist psychische Gefährdungsbeurteilung wichtig?

Psychische Belastungen können langfristig krank machen.

Mögliche Folgen:


Mögliche Schutzmaßnahmen gegen psychische Belastung


Sicherheitsbeauftragte

Sicherheitsbeauftragte unterstützen den Arbeitgeber und die Beschäftigten beim Arbeitsschutz.

Sie achten im Arbeitsalltag auf Sicherheits- und Gesundheitsgefahren.

Aufgaben von Sicherheitsbeauftragten:

Wichtig:

Sicherheitsbeauftragte haben normalerweise keine direkte Weisungsbefugnis.

Sie unterstützen und beraten im Arbeitsalltag.


Unterschied: Fachkraft für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragter

Rolle Aufgabe
Fachkraft für Arbeitssicherheit fachkundige Beratung des Arbeitgebers im Arbeitsschutz
Sicherheitsbeauftragter unterstützt im Arbeitsalltag und achtet auf Sicherheitsbewusstsein

Einfach gesagt:

Fachkraft für Arbeitssicherheit = professionelle Beratung.
Sicherheitsbeauftragter = unterstützende Rolle im Betrieb.


Typische Prüfungsfrage 1

Was bedeutet Fürsorgepflicht des Arbeitgebers?

Antwort anzeigen

Die Fürsorgepflicht bedeutet, dass der Arbeitgeber auf Leben, Gesundheit und berechtigte Interessen der Beschäftigten Rücksicht nehmen muss. Er muss Arbeit so organisieren, dass Beschäftigte möglichst sicher und gesund arbeiten können.


Typische Prüfungsfrage 2

Nenne drei Beispiele für Maßnahmen aus der Fürsorgepflicht.

Antwort anzeigen

Beispiele sind sichere Arbeitsmittel bereitstellen, Gefährdungen beurteilen, Beschäftigte unterweisen, ergonomische Arbeitsplätze einrichten und Arbeitsschutzvorschriften einhalten.


Typische Prüfungsfrage 3

Was ist die Aufgabe von Ersthelfern im Betrieb?

Antwort anzeigen

Ersthelfer leisten Erste Hilfe bei Unfällen oder medizinischen Notfällen, bis professionelle Hilfe eintrifft.


Typische Prüfungsfrage 4

Was bedeutet Ergonomie?

Antwort anzeigen

Ergonomie bedeutet, dass Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen an den Menschen angepasst werden, damit sicher und gesundheitsschonend gearbeitet werden kann.


Typische Prüfungsfrage 5

Nenne drei Merkmale eines ergonomischen Bildschirmarbeitsplatzes.

Antwort anzeigen

Beispiele sind richtige Monitorhöhe, ausreichender Bildschirmabstand, ergonomischer Stuhl, passende Tischhöhe, gute Beleuchtung und gut erreichbare Tastatur und Maus.


Typische Prüfungsfrage 6

Warum kann eine Augenuntersuchung bei Bildschirmarbeit sinnvoll sein?

Antwort anzeigen

Weil regelmäßige Bildschirmarbeit die Augen belasten kann. Eine Augenuntersuchung kann Sehprobleme erkennen und geeignete Maßnahmen ermöglichen, zum Beispiel eine Bildschirmbrille.


Typische Prüfungsfrage 7

Was ist eine psychische Gefährdungsbeurteilung?

Antwort anzeigen

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung untersucht, welche psychischen Belastungen durch Arbeit entstehen können und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.


Typische Prüfungsfrage 8

Nenne zwei psychische Belastungen im IT-Beruf.

Antwort anzeigen

Beispiele sind hoher Zeitdruck, ständige Unterbrechungen, Rufbereitschaft, unklare Zuständigkeiten oder Verantwortung bei kritischen IT-Systemen.


Typische Prüfungsfrage 9

Welche Aufgabe hat ein Sicherheitsbeauftragter?

Antwort anzeigen

Ein Sicherheitsbeauftragter unterstützt im Betrieb beim Arbeitsschutz, macht auf Gefahren aufmerksam, meldet Mängel und fördert sicheres Verhalten.


Merksatz

Seite 3.4 Vorschriften im betrieblichen und persönlichen Arbeitsablauf

Prüfungsziel

Du sollst erklären können, warum betriebliche Vorschriften, persönliche Verhaltensregeln, Fluchtwege und Notausgänge für den Arbeitsschutz wichtig sind.

Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:


Warum gibt es betriebliche Vorschriften?

Betriebliche Vorschriften sollen dafür sorgen, dass Arbeit sicher, geordnet und nachvollziehbar abläuft.

Sie schützen:

Einfach gesagt:

Regeln im Betrieb verhindern Unfälle, Schäden und Chaos.


Betrieblicher Arbeitsablauf

Der betriebliche Arbeitsablauf beschreibt, wie Aufgaben im Unternehmen organisiert sind.

Beispiele:


Persönlicher Arbeitsablauf

Der persönliche Arbeitsablauf beschreibt, wie du selbst deine Arbeit sicher und ordentlich ausführst.

Beispiele:


Sachgerechter Umgang mit Gefahrenpotenzialen

Ein Gefahrenpotenzial ist eine Situation oder Sache, aus der ein Schaden entstehen kann.

Beispiele im IT-Bereich:

Gefahrenpotenzial Mögliche Gefahr
lose Kabel Stolperunfall
defektes Netzteil Stromschlag oder Brand
überlastete Mehrfachsteckdose Brandgefahr
schwere Server Quetschung oder Rückenverletzung
blockierter Fluchtweg Gefahr bei Evakuierung
Flüssigkeit am Arbeitsplatz Kurzschluss oder Rutschgefahr
lauter Serverraum Lärmbelastung
schlechte Beleuchtung Augenbelastung oder Stolpergefahr

Richtiges Verhalten bei Gefahrenpotenzialen

Wenn du eine Gefahr erkennst, solltest du nicht einfach weitermachen.

Sinnvolles Vorgehen:

Gefahr erkennen
→ wenn möglich sofort sichern
→ zuständige Person informieren
→ Mangel melden
→ Anweisungen beachten
→ erst weiterarbeiten, wenn es sicher ist

Beispiel:

Du siehst ein beschädigtes Stromkabel an einem Arbeitsplatz.

Richtiges Verhalten:


Allgemeine Verhaltensregeln im Betrieb

Allgemeine Verhaltensregeln gelten meistens für alle Beschäftigten.

Beispiele:


Betriebliche Verhaltensregeln

Betriebliche Verhaltensregeln sind konkrete Regeln eines Unternehmens.

Sie können je nach Betrieb unterschiedlich sein.

Beispiele:


Warum müssen betriebliche Regeln beachtet werden?

Betriebliche Regeln schützen nicht nur die Gesundheit, sondern auch den Betrieb.

Beispiele:

Regel Zweck
kein Essen im Serverraum Schutz vor Flüssigkeitsschäden
Zutritt nur für Berechtigte Schutz von IT-Systemen und Daten
Ticketsystem nutzen Nachvollziehbarkeit von Störungen
Kabel ordentlich verlegen Vermeidung von Stolperunfällen
Brandschutztüren nicht blockieren Schutz im Brandfall
Sicherheitsvorfälle melden schnelle Reaktion auf Gefahren

Unterweisung

Beschäftigte müssen über Gefahren und Schutzmaßnahmen informiert werden.

Das nennt man Unterweisung.

Inhalte einer Unterweisung können sein:

Wichtig:

Unterweisungen müssen verstanden und im Arbeitsalltag beachtet werden.


Fluchtwege

Fluchtwege sind Wege, über die Personen bei Gefahr schnell und sicher einen gefährdeten Bereich verlassen können.

Beispiele für Gefahrensituationen:


Anforderungen an Fluchtwege

Fluchtwege müssen:

Wichtig:

Fluchtwege dürfen nicht als Lagerfläche genutzt werden.


Typische Fehler bei Fluchtwegen


Notausgänge

Notausgänge sind besondere Ausgänge, die im Notfall zur schnellen Flucht dienen.

Wichtig:

Notausgänge müssen im Notfall schnell erreichbar und nutzbar sein.

Sie dürfen nicht:


Kennzeichnung von Fluchtwegen und Notausgängen

Fluchtwege und Notausgänge werden mit Sicherheitszeichen gekennzeichnet.

Typisch sind grüne Rettungszeichen.

Beispiele:

Zeichenart Bedeutung
grünes Rettungszeichen Fluchtweg, Notausgang, Erste Hilfe
rotes Brandschutzzeichen Feuerlöscher, Brandmelder
gelbes Warnzeichen Warnung vor Gefahr
blaues Gebotszeichen bestimmtes Verhalten ist Pflicht
rotes Verbotszeichen bestimmtes Verhalten ist verboten

Verhalten bei Alarm oder Evakuierung

Wenn ein Alarm ausgelöst wird oder eine Evakuierung angeordnet ist, muss schnell und geordnet gehandelt werden.

Richtiges Verhalten:

Ruhe bewahren
→ Arbeit sicher unterbrechen
→ gefährdete Personen warnen
→ Gebäude über Fluchtweg verlassen
→ keinen Aufzug benutzen
→ Sammelplatz aufsuchen
→ Anweisungen beachten
→ nicht eigenmächtig zurück ins Gebäude gehen

Sammelplatz

Ein Sammelplatz ist ein festgelegter Ort außerhalb des Gefahrenbereichs.

Dort sammeln sich Beschäftigte nach einer Evakuierung.

Warum ist der Sammelplatz wichtig?


Verhalten im Gebäude und am Arbeitsplatz

Im Gebäude und am Arbeitsplatz sollte man Gefahren vermeiden.

Wichtige Regeln:


Bezug zur IT-Arbeit

Auch im IT-Bereich sind betriebliche Vorschriften wichtig.

Beispiele:

Situation Vorschrift / richtiges Verhalten
Arbeit im Serverraum Zutrittsregeln beachten
defektes Netzteil nicht weiterverwenden, melden
neue Hardwarelieferung nicht im Fluchtweg lagern
Kabelverlegung Kabelkanäle nutzen, Stolperfallen vermeiden
Notfall im Gebäude Fluchtwege nutzen, Sammelplatz aufsuchen
Sicherheitsvorfall Meldeweg einhalten
Brandschutztür nicht offen verkeilen

Typische Prüfungsfrage 1

Warum müssen Fluchtwege freigehalten werden?

Antwort anzeigen

Fluchtwege müssen freigehalten werden, damit Personen bei Gefahr schnell und sicher das Gebäude oder den gefährdeten Bereich verlassen können.


Typische Prüfungsfrage 2

Dürfen Kartons oder Hardware im Fluchtweg gelagert werden?

Antwort anzeigen

Nein. Fluchtwege dürfen nicht blockiert oder als Lagerfläche genutzt werden.


Typische Prüfungsfrage 3

Welche Farbe haben Rettungszeichen für Fluchtwege und Notausgänge meistens?

Antwort anzeigen

Rettungszeichen für Fluchtwege und Notausgänge sind typischerweise grün.


Typische Prüfungsfrage 4

Was sollte man tun, wenn man ein beschädigtes Stromkabel entdeckt?

Antwort anzeigen

Das Gerät nicht weiterverwenden, die Gefahr sichern, den Mangel melden und die zuständige Person informieren.


Typische Prüfungsfrage 5

Warum sind betriebliche Verhaltensregeln wichtig?

Antwort anzeigen

Sie sorgen für Sicherheit, Ordnung und klare Abläufe. Sie helfen, Unfälle, Schäden und Fehlverhalten zu vermeiden.


Typische Prüfungsfrage 6

Was ist eine Unterweisung?

Antwort anzeigen

Eine Unterweisung ist die Information und Anleitung der Beschäftigten über Gefahren, Schutzmaßnahmen und richtiges Verhalten am Arbeitsplatz.


Typische Prüfungsfrage 7

Was ist bei einer Evakuierung zu tun?

Antwort anzeigen

Ruhe bewahren, Arbeit sicher unterbrechen, Fluchtwege nutzen, keinen Aufzug verwenden, Sammelplatz aufsuchen und Anweisungen beachten.


Typische Prüfungsfrage 8

Warum darf man Brandschutztüren nicht offen verkeilen?

Antwort anzeigen

Brandschutztüren sollen im Brandfall Feuer und Rauch begrenzen. Wenn sie offen verkeilt werden, können sich Feuer und Rauch schneller ausbreiten.


Merksatz

Seite 3.5 Schutzarten, Schutzklassen und Arbeitsschutzzeichen

Prüfungsziel

Du sollst wichtige Schutzkennzeichnungen und Sicherheitszeichen kennen und unterscheiden können.

Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:


Warum gibt es Schutzkennzeichnungen und Sicherheitszeichen?

Schutzkennzeichnungen und Sicherheitszeichen helfen dabei, Gefahren schnell zu erkennen und richtig zu handeln.

Sie zeigen zum Beispiel:

Einfach gesagt:

Sicherheitszeichen und Schutzkennzeichnungen sollen Unfälle vermeiden und im Notfall Orientierung geben.


Schutzarten elektrischer Betriebsmittel

Schutzarten beschreiben, wie gut ein elektrisches Gerät gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist.

Sie werden häufig mit dem sogenannten IP-Code angegeben.

IP bedeutet: International Protection oder Ingress Protection.


Aufbau einer IP-Schutzart

Eine IP-Schutzart besteht meist aus zwei Ziffern.

IP 54
│  │
│  └── zweite Ziffer: Schutz gegen Wasser
└───── erste Ziffer: Schutz gegen Fremdkörper und Berührung

Erste Ziffer: Schutz gegen Fremdkörper und Berührung

Erste Ziffer Bedeutung vereinfacht
0 kein besonderer Schutz
1 Schutz gegen große Fremdkörper
2 Schutz gegen mittelgroße Fremdkörper
3 Schutz gegen kleine Fremdkörper
4 Schutz gegen sehr kleine Fremdkörper
5 staubgeschützt
6 staubdicht

Zweite Ziffer: Schutz gegen Wasser

Zweite Ziffer Bedeutung vereinfacht
0 kein besonderer Schutz
1 Schutz gegen Tropfwasser
2 Schutz gegen Tropfwasser bei geneigtem Gehäuse
3 Schutz gegen Sprühwasser
4 Schutz gegen Spritzwasser
5 Schutz gegen Strahlwasser
6 Schutz gegen starkes Strahlwasser
7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8 Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen

Beispiele für IP-Schutzarten

Schutzart Bedeutung vereinfacht
IP20 geschützt gegen feste Fremdkörper ab bestimmter Größe, kein Wasserschutz
IP44 geschützt gegen kleine Fremdkörper und Spritzwasser
IP54 staubgeschützt und geschützt gegen Spritzwasser
IP65 staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser
IP67 staubdicht und geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen

Beispiel aus der IT

Ein Gerät im normalen Büro braucht meistens keine hohe Wasser- oder Staubschutzklasse.

Ein Gerät in einer Werkstatt, Produktionshalle oder Außenumgebung benötigt dagegen oft eine höhere Schutzart.

Beispiel:


Schutzklassen elektrischer Betriebsmittel

Schutzklassen beschreiben, wie ein elektrisches Gerät gegen elektrischen Schlag geschützt ist.

Sie haben nichts mit der IP-Schutzart zu tun.

Wichtig:


Schutzklasse I

Geräte der Schutzklasse I haben eine Basisisolierung und zusätzlich einen Schutzleiter.

Merkmale:

Typische Beispiele:

Prüfungskern:

Schutzklasse I erkennt man daran, dass ein Schutzleiter vorhanden ist.


Schutzklasse II

Geräte der Schutzklasse II haben eine doppelte oder verstärkte Isolierung.

Sie benötigen keinen Schutzleiter.

Merkmale:

Typische Beispiele:

Prüfungskern:

Schutzklasse II schützt durch doppelte oder verstärkte Isolierung.


Schutzklasse III

Geräte der Schutzklasse III arbeiten mit Schutzkleinspannung.

Merkmale:

Typische Beispiele:

Prüfungskern:

Schutzklasse III schützt durch niedrige Spannung.


Vergleich Schutzarten und Schutzklassen

Begriff Antwortet auf die Frage Beispiel
Schutzart Wie gut ist das Gerät gegen Staub/Wasser/Fremdkörper geschützt? IP44, IP65
Schutzklasse Wie ist der Schutz gegen elektrischen Schlag aufgebaut? Schutzklasse I, II, III

Prüfzeichen

Prüfzeichen und Kennzeichnungen geben Hinweise auf Sicherheit, Konformität oder geprüfte Eigenschaften eines Produkts.

Beispiele:


CE-Zeichen

Das CE-Zeichen bedeutet, dass der Hersteller erklärt, dass das Produkt grundlegende EU-Anforderungen erfüllt.

Wichtig für die Prüfung:

Das CE-Zeichen ist keine unabhängige Qualitätsauszeichnung.

Es ist vor allem eine Herstellererklärung zur Konformität mit EU-Vorgaben.

Einfach gesagt:

CE bedeutet: Der Hersteller erklärt, dass das Produkt in der EU verkauft werden darf und die geltenden Anforderungen erfüllt.


GS-Zeichen

GS bedeutet „Geprüfte Sicherheit“.

Das GS-Zeichen zeigt, dass eine unabhängige Prüfstelle das Produkt auf Sicherheit geprüft hat.

Wichtig:

GS ist freiwillig, aber aussagekräftiger als eine reine Herstellererklärung.


VDE-Zeichen

Das VDE-Zeichen wird bei elektrotechnischen Produkten verwendet.

Es zeigt, dass ein Produkt nach bestimmten elektrotechnischen Sicherheitsanforderungen geprüft wurde.


TÜV-Prüfzeichen

TÜV-Prüfzeichen weisen darauf hin, dass ein Produkt oder System durch eine Prüforganisation geprüft wurde.

Je nach Zeichen kann sich die Prüfung auf unterschiedliche Eigenschaften beziehen.


Vergleich wichtiger Zeichen

Zeichen Bedeutung Wichtig für die Prüfung
CE Hersteller erklärt Einhaltung von EU-Anforderungen keine unabhängige Qualitätsprüfung
GS geprüfte Sicherheit durch unabhängige Stelle freiwilliges Sicherheitszeichen
VDE Prüfung elektrotechnischer Sicherheit relevant für Elektrogeräte
TÜV Prüfung durch Prüforganisation abhängig vom konkreten Prüfzeichen

Sicherheitszeichen im Arbeitsschutz

Sicherheitszeichen geben schnelle Hinweise auf Gefahren, Verbote, Gebote, Rettungseinrichtungen oder Brandschutzeinrichtungen.

Sie arbeiten mit festen Farben und Formen.


Wichtige Zeichenarten

Zeichenart Typische Farbe Bedeutung
Verbotszeichen rot etwas ist verboten
Gebotszeichen blau etwas ist vorgeschrieben
Warnzeichen gelb Warnung vor Gefahr
Rettungszeichen grün Rettungsweg oder Erste Hilfe
Brandschutzzeichen rot Feuerlöscher, Brandmelder, Löschmittel

Verbotszeichen

Verbotszeichen zeigen, dass ein bestimmtes Verhalten verboten ist.

Typische Merkmale:

Beispiele:


Gebotszeichen

Gebotszeichen zeigen, dass ein bestimmtes Verhalten vorgeschrieben ist.

Typische Merkmale:

Beispiele:


Warnzeichen

Warnzeichen warnen vor einer Gefahr.

Typische Merkmale:

Beispiele:


Rettungszeichen

Rettungszeichen zeigen Fluchtwege, Notausgänge oder Erste-Hilfe-Einrichtungen.

Typische Merkmale:

Beispiele:


Brandschutzzeichen

Brandschutzzeichen zeigen Einrichtungen zur Brandbekämpfung oder Brandmeldung.

Typische Merkmale:

Beispiele:


Farben im Arbeitsschutz

Farbe Bedeutung
Rot Verbot oder Brandschutz
Gelb Warnung
Blau Gebot
Grün Rettung oder Erste Hilfe

Bezug zur IT-Arbeit

Auch Fachinformatiker müssen Sicherheitszeichen und Schutzkennzeichnungen beachten.

Beispiele:

Situation Was beachten?
Arbeit im Serverraum Warnzeichen, Zutrittsregeln, Brandschutzzeichen
Umgang mit Stromversorgung Schutzklasse, elektrische Warnzeichen
Geräte im Außenbereich geeignete IP-Schutzart
Fluchtweg im Büro grüne Rettungszeichen beachten
Brandfall rote Brandschutzzeichen finden
lauter Technikraum blaues Gebotszeichen für Gehörschutz beachten
defektes Gerät Prüfzeichen und Sicherheitszustand beachten

Typische Prüfungsfrage 1

Was beschreibt die IP-Schutzart?

Antwort anzeigen

Die IP-Schutzart beschreibt, wie gut ein elektrisches Gerät gegen Fremdkörper, Berührung und Wasser geschützt ist.


Typische Prüfungsfrage 2

Was bedeutet die erste Ziffer bei einer IP-Schutzart?

Antwort anzeigen

Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Berührung.


Typische Prüfungsfrage 3

Was bedeutet die zweite Ziffer bei einer IP-Schutzart?

Antwort anzeigen

Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz gegen Wasser.


Typische Prüfungsfrage 4

Was ist der Unterschied zwischen Schutzart und Schutzklasse?

Antwort anzeigen

Die Schutzart beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Wasser, zum Beispiel IP44.

Die Schutzklasse beschreibt den Schutz gegen elektrischen Schlag, zum Beispiel Schutzklasse I, II oder III.


Typische Prüfungsfrage 5

Was ist typisch für Schutzklasse I?

Antwort anzeigen

Geräte der Schutzklasse I haben eine Basisisolierung und einen Schutzleiter.


Typische Prüfungsfrage 6

Was ist typisch für Schutzklasse II?

Antwort anzeigen

Geräte der Schutzklasse II haben eine doppelte oder verstärkte Isolierung und benötigen keinen Schutzleiter.


Typische Prüfungsfrage 7

Was ist typisch für Schutzklasse III?

Antwort anzeigen

Geräte der Schutzklasse III arbeiten mit Schutzkleinspannung.


Typische Prüfungsfrage 8

Was bedeutet das CE-Zeichen?

Antwort anzeigen

Das CE-Zeichen bedeutet, dass der Hersteller erklärt, dass das Produkt grundlegende EU-Anforderungen erfüllt. Es ist keine unabhängige Qualitätsauszeichnung.


Typische Prüfungsfrage 9

Welche Farbe haben Rettungszeichen?

Antwort anzeigen

Rettungszeichen sind grün.


Typische Prüfungsfrage 10

Welche Farbe haben Gebotszeichen?

Antwort anzeigen

Gebotszeichen sind blau.


Typische Prüfungsfrage 11

Welche Farbe haben Warnzeichen?

Antwort anzeigen

Warnzeichen sind gelb.


Typische Prüfungsfrage 12

Welche Farbe haben Brandschutzzeichen?

Antwort anzeigen

Brandschutzzeichen sind rot.


Typische Prüfungsfrage 13

Welche Farbe können Verbotszeichen haben?

Antwort anzeigen

Verbotszeichen sind typischerweise rot, meist rund mit rotem Rand und rotem Schrägbalken.


Merksatz

Seite 3.6 Verhalten bei Unfällen

Prüfungsziel

Du sollst erklären können, wie man sich bei Arbeitsunfällen, Notfällen und Evakuierungen richtig verhält.

Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:


Was ist ein Arbeitsunfall?

Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, der im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit passiert.

Beispiele:


Was ist ein Wegeunfall?

Ein Wegeunfall ist ein Unfall auf dem direkten Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause.

Wichtig:

Der Weg muss grundsätzlich mit der Arbeit zusammenhängen.

Beispiele:


Grundregel bei Unfällen

Bei einem Unfall zählt zuerst die Sicherheit von Menschen.

Reihenfolge:

Eigenschutz beachten
→ Unfallstelle sichern
→ verletzte Person ansprechen
→ Hilfe holen
→ Erste Hilfe leisten
→ Notruf absetzen, falls nötig
→ Vorgesetzte / zuständige Stelle informieren
→ Unfall dokumentieren

Eigenschutz

Eigenschutz bedeutet, dass du dich selbst nicht unnötig in Gefahr bringst.

Warum ist das wichtig?

Wenn du dich selbst gefährdest, kann aus einem Unfall ein größerer Notfall werden.

Beispiele:


Unfallstelle sichern

Die Unfallstelle muss gesichert werden, damit keine weiteren Personen verletzt werden.

Beispiele:


Erste Hilfe

Erste Hilfe bedeutet, dass man sofort einfache Hilfsmaßnahmen durchführt, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Beispiele für Erste-Hilfe-Maßnahmen:


Ersthelfer im Betrieb

Ersthelfer sind Beschäftigte, die für Erste Hilfe ausgebildet wurden.

Aufgaben von Ersthelfern:

Wichtig:

Ersthelfer ersetzen keinen Rettungsdienst.
Sie leisten Soforthilfe, bis professionelle Hilfe da ist.


Notrufnummern

Die wichtigste Notrufnummer in Deutschland und der EU ist:

112

Diese Nummer gilt für:

Polizei:

110

Diese Nummer gilt zum Beispiel bei:


Notfallnummern im Betrieb

Zusätzlich zu 112 und 110 kann es betriebliche Notfallnummern geben.

Beispiele:

Wichtig:

Betriebliche Notfallnummern müssen bekannt und leicht auffindbar sein.


Die 5 W-Fragen beim Notruf

Beim Notruf helfen die 5 W-Fragen.

Frage Bedeutung
Wo ist es passiert? genauer Ort, Gebäude, Etage, Raum
Was ist passiert? Unfall, Brand, Stromunfall, Verletzung
Wie viele Verletzte? Anzahl der betroffenen Personen
Welche Verletzungen? Art und Schwere der Verletzung
Warten auf Rückfragen nicht sofort auflegen

Wichtig:

Die Leitstelle beendet das Gespräch.
Nicht einfach selbst auflegen.


Beispiel für einen Notruf

Wo?
Firma Muster GmbH, Serverraum 2. Etage, Raum 214.

Was?
Ein Mitarbeiter hat einen Stromschlag bekommen und ist gestürzt.

Wie viele?
Eine verletzte Person.

Welche Verletzungen?
Person ist ansprechbar, klagt über Schmerzen und Schwindel.

Warten?
Ich bleibe am Telefon und warte auf Rückfragen.

Meldekette

Eine Meldekette beschreibt, wer in welcher Reihenfolge informiert wird.

Beispiel für eine Meldekette im Betrieb:

Unfall bemerken
→ Ersthelfer rufen
→ Notruf absetzen, falls erforderlich
→ Vorgesetzten informieren
→ Sicherheitsbeauftragten informieren
→ Unfall dokumentieren
→ Berufsgenossenschaft informieren, falls meldepflichtig

Warum ist eine Meldekette wichtig?


Verhalten bei Stromunfall

Stromunfälle sind besonders gefährlich.

Richtiges Verhalten:

Beispiel:

Ein Mitarbeiter berührt ein beschädigtes Netzteil und bekommt einen Stromschlag.

Richtig wäre:


Verhalten bei Sturz oder Verletzung

Richtiges Verhalten:

Wichtig:

Bei Verdacht auf schwere Verletzungen sollte die Person nicht unnötig bewegt werden.


Verhalten bei Brand oder Rauchentwicklung

Richtiges Verhalten:

Wichtig:

Menschenrettung geht vor Sachwerten.


Fluchtwege

Fluchtwege sind Wege, über die Personen im Notfall sicher das Gebäude oder einen Gefahrenbereich verlassen können.

Wichtig:

Fluchtwege müssen:


Sammelplatz

Der Sammelplatz ist ein festgelegter Ort außerhalb des Gefahrenbereichs.

Warum ist der Sammelplatz wichtig?


Evakuierung

Evakuierung bedeutet, dass Personen einen gefährdeten Bereich geordnet verlassen.

Ablauf bei Evakuierung:

Alarm wahrnehmen
→ Arbeit sicher unterbrechen
→ Kollegen warnen, falls nötig
→ Fluchtweg nutzen
→ keinen Aufzug benutzen
→ Sammelplatz aufsuchen
→ Anwesenheit prüfen
→ Anweisungen abwarten

Wichtig:

Nicht zurück ins Gebäude gehen, solange es nicht freigegeben wurde.


Dokumentation von Unfällen

Unfälle müssen dokumentiert werden.

Warum?

Dokumentiert werden können zum Beispiel:


Verbandbuch / Dokumentation kleiner Verletzungen

Auch kleinere Verletzungen sollten dokumentiert werden.

Beispiele:

Warum?

Eine zunächst kleine Verletzung kann später Folgen haben.
Die Dokumentation kann dann wichtig für den Nachweis sein.


Meldepflicht von Unfällen

Bestimmte Arbeitsunfälle müssen der Berufsgenossenschaft oder dem zuständigen Unfallversicherungsträger gemeldet werden.

Typisch meldepflichtig sind schwere Arbeitsunfälle oder Unfälle mit längerer Arbeitsunfähigkeit.

Für die Prüfung reicht meistens:

Ein Unfall muss gemeldet werden, wenn er schwerwiegend ist oder zu längerer Arbeitsunfähigkeit führt.

Wichtig:

Der Arbeitgeber ist grundsätzlich für die Unfallanzeige zuständig.


Berufsgenossenschaft

Die Berufsgenossenschaft ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung.

Sie ist wichtig bei:


Bezug zur IT-Arbeit

Auch in IT-Berufen können Unfälle passieren.

Beispiele:

Situation Möglicher Unfall
Kabel im Gang Stolperunfall
Servereinbau Quetschung oder Rückenverletzung
defektes Netzteil Stromunfall
überlastete Steckdose Brand
schwerer Druckertransport Muskel- oder Rückenverletzung
Rauch im Serverraum Evakuierung erforderlich
Tonerwechsel Augen- oder Atemwegsreizung

Typische Prüfungsfrage 1

Was ist bei einem Unfall zuerst zu beachten?

Antwort anzeigen

Zuerst ist der Eigenschutz zu beachten. Man darf sich selbst nicht unnötig gefährden.


Typische Prüfungsfrage 2

Welche Notrufnummer gilt für Feuerwehr und Rettungsdienst?

Antwort anzeigen

Die Notrufnummer 112.


Typische Prüfungsfrage 3

Welche Nummer gilt für die Polizei?

Antwort anzeigen

Die Notrufnummer 110.


Typische Prüfungsfrage 4

Welche 5 W-Fragen sind beim Notruf wichtig?

Antwort anzeigen

Wo ist es passiert?
Was ist passiert?
Wie viele Verletzte gibt es?
Welche Verletzungen liegen vor?
Warten auf Rückfragen.


Typische Prüfungsfrage 5

Warum soll man beim Notruf nicht sofort auflegen?

Antwort anzeigen

Weil die Leitstelle Rückfragen haben kann. Man soll warten, bis die Leitstelle das Gespräch beendet.


Typische Prüfungsfrage 6

Was ist eine Meldekette?

Antwort anzeigen

Eine Meldekette legt fest, wer bei einem Unfall oder Notfall in welcher Reihenfolge informiert wird.


Typische Prüfungsfrage 7

Warum müssen Unfälle dokumentiert werden?

Antwort anzeigen

Unfälle müssen dokumentiert werden, damit der Unfallhergang nachvollziehbar ist, Versicherungsansprüche gesichert werden und der Arbeitsschutz verbessert werden kann.


Typische Prüfungsfrage 8

Wer ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung?

Antwort anzeigen

Die Berufsgenossenschaft beziehungsweise der zuständige Unfallversicherungsträger.


Typische Prüfungsfrage 9

Was ist ein Sammelplatz?

Antwort anzeigen

Ein Sammelplatz ist ein festgelegter sicherer Ort außerhalb des Gefahrenbereichs, an dem sich Beschäftigte nach einer Evakuierung sammeln.


Typische Prüfungsfrage 10

Was ist bei einem Stromunfall besonders wichtig?

Antwort anzeigen

Eigenschutz beachten, Stromquelle abschalten, wenn das gefahrlos möglich ist, verletzte Person nicht direkt berühren, solange Strom anliegt, Notruf absetzen und Erste Hilfe leisten.


Merksatz

Seite 3.7 Verhalten im Brandfall und vorbeugender Brandschutz

Prüfungsziel

Du sollst erklären können, wie Brände entstehen, wie man Brände vorbeugt und wie man sich im Brandfall richtig verhält.

Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:


Warum ist Brandschutz wichtig?

Brandschutz schützt Menschen, Gebäude, Betriebsmittel, Daten und Arbeitsprozesse.

Ein Brand kann im Betrieb sehr große Schäden verursachen.

Mögliche Folgen eines Brandes:

Wichtig:

Menschenrettung geht immer vor Sachwerten.


Wie entsteht ein Brand?

Für einen Brand braucht man normalerweise drei Dinge:

Brennbarer Stoff
+ Sauerstoff
+ Zündquelle / Wärme
= Brand

Diese drei Bestandteile nennt man oft das Verbrennungsdreieck.

Beispiele:

Bestandteil Beispiel
brennbarer Stoff Papier, Karton, Kunststoff, Kabelisolierung
Sauerstoff Luft
Zündquelle / Wärme defektes Netzteil, Kurzschluss, heiße Oberfläche

Brandursachen im Betrieb

Typische Brandursachen können sein:


Brandursachen im IT-Bereich

Auch IT-Arbeitsplätze und Serverräume können Brandrisiken haben.

Beispiele:

Situation Brandgefahr
überlastete Mehrfachsteckdose Überhitzung, Kabelbrand
defektes Netzteil Kurzschluss, Funkenbildung
blockierter Lüfter Überhitzung
Papier/Kartons im Serverraum zusätzliche Brandlast
Akkus falsch gelagert Brand- oder Explosionsgefahr
Flüssigkeit auf Geräten Kurzschluss
Kabel beschädigt Stromschlag oder Brand

Brennbare Stoffe

Brennbare Stoffe sind Materialien, die Feuer fangen können.

Beispiele im Büro- und IT-Umfeld:

Wichtig:

Brennbare Stoffe sollten nicht unnötig in Technikräumen, Serverräumen oder Fluchtwegen gelagert werden.


Hitzeentwicklung

Hitze kann durch Geräte, Strom oder schlechte Belüftung entstehen.

Beispiele:

Schutzmaßnahmen:


Vorbeugender Brandschutz

Vorbeugender Brandschutz bedeutet, Brände möglichst zu verhindern oder ihre Ausbreitung zu begrenzen.

Einfach gesagt:

Nicht erst reagieren, wenn es brennt, sondern vorher Risiken reduzieren.


Beispiele für vorbeugenden Brandschutz


Brandschutzordnung

Die Brandschutzordnung enthält Regeln zum Verhalten vor und während eines Brandes.

Sie beschreibt zum Beispiel:

Wichtig:

Beschäftigte müssen die Brandschutzordnung kennen und beachten.


Verhalten im Brandfall

Im Brandfall muss schnell, ruhig und richtig gehandelt werden.

Grundregel:

Ruhe bewahren
→ Brand melden
→ gefährdete Personen warnen
→ Menschenrettung vor Brandbekämpfung
→ wenn gefahrlos möglich: Entstehungsbrand löschen
→ Türen und Fenster schließen
→ Gebäude über Fluchtwege verlassen
→ keinen Aufzug benutzen
→ Sammelplatz aufsuchen
→ Anweisungen beachten

Brand melden

Ein Brand muss sofort gemeldet werden.

Möglichkeiten:

Wichtig beim Notruf:

W-Frage Bedeutung
Wo brennt es? genauer Ort
Was brennt? z. B. Serverraum, Büro, Kabel
Wie viele Personen sind betroffen? Verletzte oder eingeschlossene Personen
Welche Gefahren bestehen? Rauch, Strom, Chemikalien
Warten auf Rückfragen nicht sofort auflegen

Gefährdete Personen warnen

Wenn Personen in Gefahr sind, müssen sie gewarnt werden.

Beispiele:

Wichtig:

Eigenschutz beachten. Nicht in stark verrauchte oder gefährliche Bereiche laufen.


Menschenrettung vor Sachrettung

Menschenrettung ist wichtiger als Geräte, Daten oder Gebäude.

Beispiel:

Bei Rauchentwicklung im Serverraum ist es nicht sinnvoll, erst Server herunterzufahren oder Hardware zu retten.

Zuerst müssen Personen den Gefahrenbereich verlassen.


Entstehungsbrand löschen

Ein Entstehungsbrand ist ein Brand in der Anfangsphase.

Ein solcher Brand kann manchmal mit einem geeigneten Feuerlöscher gelöscht werden.

Aber nur, wenn:

Wichtig:

Bei Unsicherheit nicht selbst löschen, sondern sofort den Gefahrenbereich verlassen.


Türen und Fenster schließen

Im Brandfall sollten Türen und Fenster geschlossen werden, wenn das gefahrlos möglich ist.

Warum?

Wichtig:

Türen nicht abschließen.
Nur schließen, damit Rauch und Feuer begrenzt werden.


Fahrstuhlverbot im Brandfall

Im Brandfall darf der Fahrstuhl nicht benutzt werden.

Warum?

Richtig:

Immer Treppen und gekennzeichnete Fluchtwege benutzen.


Flucht- und Rettungswege

Flucht- und Rettungswege dienen dazu, das Gebäude sicher zu verlassen.

Wichtig:


Sammelplatz

Nach dem Verlassen des Gebäudes gehen Beschäftigte zum Sammelplatz.

Warum?

Wichtig:

Nicht eigenmächtig zurück ins Gebäude gehen.


Brandschutzmittel

Brandschutzmittel helfen bei der Brandbekämpfung oder Brandbegrenzung.

Beispiele:


Feuerlöscher

Feuerlöscher sind tragbare Löschgeräte für kleinere Brände.

Wichtig:

Nicht jeder Feuerlöscher ist für jeden Brand geeignet.

Der Feuerlöscher muss zur Brandklasse passen.

Grundregeln beim Einsatz:


Löschdecken

Löschdecken können kleinere Brände ersticken, indem sie Sauerstoff vom Brandherd fernhalten.

Einsatzmöglichkeiten:

Wichtig:

Bei Personenbränden ist besondere Vorsicht nötig. Hier gilt: schnell Hilfe holen, Person stoppen, Flammen ersticken und Erste Hilfe leisten.


Brandklassen

Brandklassen helfen dabei, das richtige Löschmittel auszuwählen.

Der Prüfungskatalog nennt besonders die Brandklassen A, B, C und D.


Brandklasse A

Brandklasse A umfasst Brände fester Stoffe, die meist unter Glutbildung brennen.

Beispiele:

Geeignete Löschmittel können sein:


Brandklasse B

Brandklasse B umfasst Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen.

Beispiele:

Geeignete Löschmittel können sein:

Wichtig:

Wasser ist bei vielen Flüssigkeitsbränden ungeeignet.


Brandklasse C

Brandklasse C umfasst Brände von Gasen.

Beispiele:

Wichtig:

Bei Gasbränden ist es besonders wichtig, wenn möglich die Gaszufuhr zu stoppen.

Geeignete Löschmittel können sein:


Brandklasse D

Brandklasse D umfasst Brände von Metallen.

Beispiele:

Geeignete Löschmittel:

Wichtig:

Wasser kann bei Metallbränden sehr gefährlich sein.


Hinweis zu elektrischen Anlagen

Elektrische Anlagen bilden keine eigene klassische Brandklasse im Prüfungskatalogpunkt A-D.

Bei Bränden an elektrischen Geräten ist wichtig:


Sicherheitszeichen im Brandschutz

Brandschutzzeichen sind typischerweise rot mit weißem Symbol.

Beispiele:

Zeichen Bedeutung
Feuerlöscher Standort eines Feuerlöschers
Brandmelder Stelle zum Auslösen des Brandalarms
Löschschlauch Wandhydrant oder Löschschlauch
Brandschutzeinrichtung Mittel zur Brandbekämpfung

Rettungszeichen für Fluchtwege und Notausgänge sind dagegen typischerweise grün.


Bezug zur IT-Arbeit

Brandschutz ist für Fachinformatiker besonders wichtig, weil IT-Systeme oft dauerhaft mit Strom betrieben werden.

Typische Risiken:

Richtige Maßnahmen:


Typische Prüfungsfrage 1

Welche drei Dinge braucht ein Brand normalerweise?

Antwort anzeigen

Ein Brand braucht normalerweise einen brennbaren Stoff, Sauerstoff und eine Zündquelle beziehungsweise Wärme.


Typische Prüfungsfrage 2

Was bedeutet vorbeugender Brandschutz?

Antwort anzeigen

Vorbeugender Brandschutz bedeutet, Maßnahmen zu treffen, damit Brände möglichst gar nicht erst entstehen oder sich nicht schnell ausbreiten.


Typische Prüfungsfrage 3

Was ist im Brandfall zuerst wichtig?

Antwort anzeigen

Zuerst ist die Sicherheit von Menschen wichtig. Menschenrettung geht vor Sachwerten.


Typische Prüfungsfrage 4

Warum darf man im Brandfall keinen Fahrstuhl benutzen?

Antwort anzeigen

Weil der Fahrstuhl stecken bleiben kann, Rauch eindringen kann oder der Strom ausfallen kann. Deshalb müssen Treppen und Fluchtwege benutzt werden.


Typische Prüfungsfrage 5

Warum sollte man Türen und Fenster im Brandfall schließen, wenn das gefahrlos möglich ist?

Antwort anzeigen

Damit sich Feuer und Rauch langsamer ausbreiten und Fluchtwege länger nutzbar bleiben.


Typische Prüfungsfrage 6

Welche Farbe haben Brandschutzzeichen?

Antwort anzeigen

Brandschutzzeichen sind typischerweise rot mit weißem Symbol.


Typische Prüfungsfrage 7

Welche Farbe haben Rettungszeichen für Fluchtwege?

Antwort anzeigen

Rettungszeichen für Fluchtwege und Notausgänge sind typischerweise grün.


Typische Prüfungsfrage 8

Was gehört zur Brandklasse A?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse A gehören Brände fester Stoffe, meist mit Glutbildung, zum Beispiel Holz, Papier, Karton oder Textilien.


Typische Prüfungsfrage 9

Was gehört zur Brandklasse B?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse B gehören Brände flüssiger oder flüssig werdender Stoffe, zum Beispiel Benzin, Öl, Lacke oder Lösungsmittel.


Typische Prüfungsfrage 10

Was gehört zur Brandklasse C?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse C gehören Brände von Gasen, zum Beispiel Propan, Butan oder Erdgas.


Typische Prüfungsfrage 11

Was gehört zur Brandklasse D?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse D gehören Brände von Metallen, zum Beispiel Magnesium, Aluminiumstaub, Natrium oder Kalium.


Typische Prüfungsfrage 12

Warum darf man Fluchtwege nicht zustellen?

Antwort anzeigen

Weil Personen im Brandfall schnell und sicher das Gebäude verlassen können müssen. Blockierte Fluchtwege können lebensgefährlich sein.


Typische Prüfungsfrage 13

Warum sollte man im Serverraum keine Kartons lagern?

Antwort anzeigen

Kartons erhöhen die Brandlast. Außerdem können sie Fluchtwege blockieren, Luftzirkulation verschlechtern und die Brandgefahr erhöhen.


Merksatz

Kompakte Wiederholung und Prüfungsfragen zu Kapitel 3

Hinweis

Diese Seite ist kein eigener Fragenkomplex im IHK-Prüfungskatalog.

Sie dient nur zum Wiederholen, Üben und Festigen der Inhalte aus Kapitel 3.

Kapitel 3 behandelt den Bereich:

Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit


Kompakte Wiederholung


1. Gesundheits- und Arbeitsschutzvorschriften

Arbeitsschutzvorschriften sollen verhindern, dass Beschäftigte durch ihre Arbeit verletzt werden, krank werden oder langfristige gesundheitliche Schäden bekommen.

Wichtige Vorschriften und Begriffe

Vorschrift / Begriff Bedeutung
Arbeitsschutzgesetz zentrale Grundlage für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
Arbeitssicherheitsgesetz regelt Unterstützung durch Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt
Arbeitszeitgesetz regelt Arbeitszeiten, Pausen und Ruhezeiten
Betriebssicherheitsverordnung sichere Verwendung von Arbeitsmitteln
Arbeitsstättenverordnung sichere Gestaltung von Arbeitsstätten
Unfallverhütungsvorschriften Regeln zur Vermeidung von Arbeitsunfällen
Jugendarbeitsschutzgesetz besonderer Schutz für Jugendliche
Gefährdungsbeurteilung Gefahren erkennen, bewerten und Schutzmaßnahmen festlegen

Merksatz

Arbeitsschutz bedeutet: Gefahren erkennen, Schutzmaßnahmen festlegen und Beschäftigte schützen.


2. Gefährdungen und Beanspruchungen

Eine Gefährdung ist eine mögliche Quelle für einen Schaden.

Wichtige Gefährdungsarten

Gefährdung Beispiel im IT-Bereich
mechanisch Stolpern über Kabel, Quetschung beim Servereinbau
elektrisch defektes Netzteil, beschädigtes Stromkabel
thermisch überhitzter Server, heißes Netzteil
chemisch Tonerstaub, Reinigungsmittel, ausgelaufener Akku
ergonomisch falsche Monitorhöhe, schlechter Bürostuhl
akustisch Lärm im Serverraum
psychisch Zeitdruck, Rufbereitschaft, ständige Unterbrechungen

Belastung und Beanspruchung

Begriff Bedeutung
Belastung äußere Einwirkung auf den Menschen
Beanspruchung individuelle Wirkung dieser Belastung auf den Menschen

Merksatz

Belastung kommt von außen.
Beanspruchung ist die Wirkung auf den Menschen.


3. Fürsorgepflicht, Ergonomie und Vorsorge

Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht.

Das bedeutet:

Der Arbeitgeber muss auf Leben, Gesundheit und berechtigte Interessen der Beschäftigten Rücksicht nehmen.

Dazu gehören zum Beispiel:

Ergonomischer Bildschirmarbeitsplatz

Wichtig sind:

Merksatz

Ergonomie bedeutet: Der Arbeitsplatz wird an den Menschen angepasst.


4. Vorschriften im Arbeitsablauf

Betriebliche Vorschriften schützen Menschen, Betriebsmittel, Daten und Arbeitsprozesse.

Wichtige Regeln

Fluchtwege und Notausgänge

Fluchtwege und Notausgänge müssen:

Merksatz

Fluchtwege und Notausgänge dürfen niemals blockiert werden.


5. Schutzarten, Schutzklassen und Arbeitsschutzzeichen

Schutzart

Die Schutzart beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper, Berührung und Wasser.

Beispiel:

IP44, IP54, IP65

IP-Code

Stelle Bedeutung
erste Ziffer Schutz gegen Fremdkörper und Berührung
zweite Ziffer Schutz gegen Wasser

Schutzklasse

Die Schutzklasse beschreibt den Schutz gegen elektrischen Schlag.

Schutzklasse Bedeutung
Schutzklasse I Schutzleiter vorhanden
Schutzklasse II doppelte oder verstärkte Isolierung
Schutzklasse III Schutz durch Schutzkleinspannung

Sicherheitszeichen

Zeichenart Farbe Bedeutung
Verbotszeichen rot etwas ist verboten
Gebotszeichen blau etwas ist vorgeschrieben
Warnzeichen gelb Warnung vor Gefahr
Rettungszeichen grün Fluchtweg, Notausgang, Erste Hilfe
Brandschutzzeichen rot Feuerlöscher, Brandmelder, Löschmittel

CE-Zeichen

Das CE-Zeichen bedeutet, dass der Hersteller erklärt, dass das Produkt grundlegende EU-Anforderungen erfüllt.

Es ist keine unabhängige Qualitätsauszeichnung.

Merksatz

Schutzart = Staub/Wasser.
Schutzklasse = elektrischer Schlag.
Farben: Rot, Blau, Gelb, Grün merken.


6. Verhalten bei Unfällen

Bei Unfällen gilt zuerst:

Eigenschutz beachten.

Richtige Reihenfolge

Eigenschutz beachten
→ Unfallstelle sichern
→ verletzte Person ansprechen
→ Hilfe holen
→ Erste Hilfe leisten
→ Notruf absetzen, falls nötig
→ zuständige Stellen informieren
→ Unfall dokumentieren

Notrufnummern

Nummer Bedeutung
112 Feuerwehr und Rettungsdienst
110 Polizei

5 W-Fragen beim Notruf

Frage Bedeutung
Wo ist es passiert? genauer Ort
Was ist passiert? Unfall, Brand, Verletzung
Wie viele Verletzte? Anzahl
Welche Verletzungen? Art und Schwere
Warten auf Rückfragen nicht selbst auflegen

Meldekette

Eine Meldekette legt fest, wer bei einem Unfall in welcher Reihenfolge informiert wird.

Sammelplatz

Der Sammelplatz ist ein festgelegter sicherer Ort außerhalb des Gefahrenbereichs.

Merksatz

Eigenschutz geht vor Fremdhilfe.
112 ist Feuerwehr und Rettungsdienst.
Unfälle müssen dokumentiert werden.


7. Verhalten im Brandfall und vorbeugender Brandschutz

Ein Brand braucht normalerweise:

brennbarer Stoff
+ Sauerstoff
+ Zündquelle / Wärme
= Brand

Vorbeugender Brandschutz

Vorbeugender Brandschutz bedeutet, Brände möglichst zu verhindern oder ihre Ausbreitung zu begrenzen.

Beispiele:

Verhalten im Brandfall

Ruhe bewahren
→ Brand melden
→ gefährdete Personen warnen
→ Menschenrettung vor Sachrettung
→ wenn gefahrlos möglich: Entstehungsbrand löschen
→ Türen und Fenster schließen
→ Gebäude über Fluchtwege verlassen
→ keinen Aufzug benutzen
→ Sammelplatz aufsuchen
→ Anweisungen beachten

Brandklassen

Brandklasse Bedeutung Beispiele
A feste Stoffe Holz, Papier, Karton
B flüssige oder flüssig werdende Stoffe Benzin, Öl, Lacke
C Gase Propan, Butan, Erdgas
D Metalle Magnesium, Aluminiumstaub, Natrium

Merksatz

Menschenrettung geht vor Sachrettung.
Im Brandfall keinen Aufzug benutzen.
Brandschutzzeichen sind rot, Rettungszeichen grün.


Prüfungsfragen zu Kapitel 3

1. Wozu dient das Arbeitsschutzgesetz?

Antwort anzeigen

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu treffen.


2. Was ist eine Gefährdungsbeurteilung?

Antwort anzeigen

Eine Gefährdungsbeurteilung ist die systematische Prüfung, welche Gefahren an einem Arbeitsplatz oder bei einer Tätigkeit bestehen und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.


3. Was regelt das Arbeitszeitgesetz?

Antwort anzeigen

Das Arbeitszeitgesetz regelt Arbeitszeiten, Pausen und Ruhezeiten.


4. Welche Pause ist bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit mindestens erforderlich?

Antwort anzeigen

Mindestens 30 Minuten Pause.


5. Welche Pause ist bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit mindestens erforderlich?

Antwort anzeigen

Mindestens 45 Minuten Pause.


6. Was ist eine mechanische Gefährdung?

Antwort anzeigen

Eine mechanische Gefährdung entsteht durch Bewegung, Gegenstände, Werkzeuge oder Stolperstellen, zum Beispiel Stolpern über Kabel oder Quetschungen beim Servereinbau.


7. Was ist eine elektrische Gefährdung?

Antwort anzeigen

Eine elektrische Gefährdung entsteht durch Strom oder elektrische Geräte, zum Beispiel beschädigte Stromkabel oder defekte Netzteile.


8. Was ist eine ergonomische Gefährdung?

Antwort anzeigen

Eine ergonomische Gefährdung entsteht durch schlechte Arbeitsplatzgestaltung oder ungünstige Körperhaltung, zum Beispiel falsche Monitorhöhe oder schlechter Bürostuhl.


9. Was ist eine psychische Gefährdung im IT-Beruf?

Antwort anzeigen

Beispiele sind hoher Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit, Rufbereitschaft, unklare Zuständigkeiten oder dauerhafte Überforderung.


10. Was ist der Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung?

Antwort anzeigen

Belastung ist eine äußere Einwirkung auf den Menschen. Beanspruchung ist die individuelle Wirkung dieser Belastung auf den Menschen.


11. Was bedeutet Fürsorgepflicht des Arbeitgebers?

Antwort anzeigen

Die Fürsorgepflicht bedeutet, dass der Arbeitgeber auf Leben, Gesundheit und berechtigte Interessen der Beschäftigten Rücksicht nehmen muss.


12. Was bedeutet Ergonomie?

Antwort anzeigen

Ergonomie bedeutet, dass Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen an den Menschen angepasst werden.


13. Nenne drei Merkmale eines ergonomischen Bildschirmarbeitsplatzes.

Antwort anzeigen

Beispiele sind richtige Monitorhöhe, ausreichender Bildschirmabstand, ergonomischer Stuhl, passende Tischhöhe, gute Beleuchtung und gut erreichbare Tastatur und Maus.


14. Warum müssen Fluchtwege freigehalten werden?

Antwort anzeigen

Damit Personen bei Gefahr schnell und sicher das Gebäude oder den Gefahrenbereich verlassen können.


15. Welche Farbe haben Rettungszeichen?

Antwort anzeigen

Rettungszeichen sind grün.


16. Welche Farbe haben Brandschutzzeichen?

Antwort anzeigen

Brandschutzzeichen sind rot.


17. Welche Farbe haben Gebotszeichen?

Antwort anzeigen

Gebotszeichen sind blau.


18. Welche Farbe haben Warnzeichen?

Antwort anzeigen

Warnzeichen sind gelb.


19. Was beschreibt die IP-Schutzart?

Antwort anzeigen

Die IP-Schutzart beschreibt, wie gut ein elektrisches Gerät gegen Fremdkörper, Berührung und Wasser geschützt ist.


20. Was beschreibt die Schutzklasse?

Antwort anzeigen

Die Schutzklasse beschreibt den Schutz gegen elektrischen Schlag.


21. Was ist typisch für Schutzklasse I?

Antwort anzeigen

Geräte der Schutzklasse I haben einen Schutzleiter.


22. Was ist typisch für Schutzklasse II?

Antwort anzeigen

Geräte der Schutzklasse II haben eine doppelte oder verstärkte Isolierung und benötigen keinen Schutzleiter.


23. Was ist typisch für Schutzklasse III?

Antwort anzeigen

Geräte der Schutzklasse III arbeiten mit Schutzkleinspannung.


24. Was bedeutet das CE-Zeichen?

Antwort anzeigen

Das CE-Zeichen bedeutet, dass der Hersteller erklärt, dass das Produkt grundlegende EU-Anforderungen erfüllt. Es ist keine unabhängige Qualitätsauszeichnung.


25. Was ist bei einem Unfall zuerst zu beachten?

Antwort anzeigen

Zuerst ist der Eigenschutz zu beachten.


26. Welche Notrufnummer gilt für Feuerwehr und Rettungsdienst?

Antwort anzeigen

Die 112.


27. Welche Notrufnummer gilt für die Polizei?

Antwort anzeigen

Die 110.


28. Nenne die 5 W-Fragen beim Notruf.

Antwort anzeigen

Wo ist es passiert?
Was ist passiert?
Wie viele Verletzte gibt es?
Welche Verletzungen liegen vor?
Warten auf Rückfragen.


29. Was ist eine Meldekette?

Antwort anzeigen

Eine Meldekette legt fest, wer bei einem Unfall oder Notfall in welcher Reihenfolge informiert wird.


30. Warum müssen Unfälle dokumentiert werden?

Antwort anzeigen

Damit der Unfallhergang nachvollziehbar ist, Versicherungsansprüche gesichert werden und der Arbeitsschutz verbessert werden kann.


31. Was ist ein Sammelplatz?

Antwort anzeigen

Ein Sammelplatz ist ein festgelegter sicherer Ort außerhalb des Gefahrenbereichs, an dem sich Beschäftigte nach einer Evakuierung sammeln.


32. Welche drei Dinge braucht ein Brand normalerweise?

Antwort anzeigen

Ein Brand braucht normalerweise einen brennbaren Stoff, Sauerstoff und eine Zündquelle beziehungsweise Wärme.


33. Was bedeutet vorbeugender Brandschutz?

Antwort anzeigen

Vorbeugender Brandschutz bedeutet, Maßnahmen zu treffen, damit Brände möglichst gar nicht erst entstehen oder sich nicht schnell ausbreiten.


34. Was ist im Brandfall zuerst wichtig?

Antwort anzeigen

Die Sicherheit von Menschen. Menschenrettung geht vor Sachrettung.


35. Warum darf man im Brandfall keinen Fahrstuhl benutzen?

Antwort anzeigen

Weil der Fahrstuhl stecken bleiben kann, Rauch eindringen kann oder der Strom ausfallen kann. Deshalb müssen Treppen und Fluchtwege benutzt werden.


36. Warum sollte man Türen und Fenster im Brandfall schließen, wenn das gefahrlos möglich ist?

Antwort anzeigen

Damit sich Feuer und Rauch langsamer ausbreiten und Fluchtwege länger nutzbar bleiben.


37. Was gehört zur Brandklasse A?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse A gehören Brände fester Stoffe, meistens mit Glutbildung, zum Beispiel Holz, Papier oder Karton.


38. Was gehört zur Brandklasse B?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse B gehören Brände flüssiger oder flüssig werdender Stoffe, zum Beispiel Benzin, Öl oder Lacke.


39. Was gehört zur Brandklasse C?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse C gehören Brände von Gasen, zum Beispiel Propan, Butan oder Erdgas.


40. Was gehört zur Brandklasse D?

Antwort anzeigen

Zur Brandklasse D gehören Brände von Metallen, zum Beispiel Magnesium, Aluminiumstaub, Natrium oder Kalium.


Kurztest ohne Hilfe

Beantworte diese Fragen ohne nachzuschauen:


Merksätze für Kapitel 3