Kompakte Wiederholung und Prüfungsfragen zu Kapitel 5 Hinweis Diese Seite ist kein eigener Fragenkomplex im IHK-Prüfungskatalog. Sie dient nur zum Wiederholen, Üben und Festigen der Inhalte aus Kapitel 5. Kapitel 5 behandelt den Bereich: Vernetztes Zusammenarbeiten unter Nutzung digitaler Medien Kompakte Wiederholung 1. Wertschätzende Zusammenarbeit Wertschätzende Zusammenarbeit bedeutet, respektvoll, fair und verantwortungsbewusst miteinander zu arbeiten. Wichtig sind: respektvoller Umgang sachliche Kommunikation Zuhören Anerkennung der Beiträge anderer gemeinsame Verantwortung integres Verhalten Unternehmenswerte beachten betriebliche Ethikregeln beachten Vielfalt respektieren Merksatz Wertschätzende Zusammenarbeit bedeutet: fachlich zusammenarbeiten und menschlich respektvoll bleiben. 2. Interdisziplinarität Interdisziplinarität bedeutet, dass Menschen aus verschiedenen Fachbereichen gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten. Beispiel IT-Projekt Fachbereich Beitrag IT technische Umsetzung Datenschutz Schutz personenbezogener Daten Einkauf Beschaffung Betriebsrat Mitbestimmung Fachabteilung praktische Anforderungen Geschäftsführung Entscheidung und Verantwortung Merksatz Interdisziplinarität = verschiedene Fachbereiche arbeiten gemeinsam. 3. Interkulturalität Interkulturalität bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammenarbeiten. Wichtig sind: Offenheit Respekt keine Vorurteile klare Kommunikation Rücksicht auf unterschiedliche Erfahrungen sachlicher Umgang mit Missverständnissen Merksatz Interkulturalität bedeutet nicht Schubladendenken, sondern respektvoller Umgang mit Unterschieden. 4. Verantwortungsbewusster Umgang mit digitalen Medien Digitale Medien müssen bewusst, sicher, respektvoll und rechtlich korrekt genutzt werden. Beispiele für digitale Medien E-Mail Chat Ticketsystem Videokonferenz Cloudspeicher Wiki Intranet Social Media Projektmanagement-Tools Screenshots digitale Dokumente Wichtig vor dem Teilen digitaler Inhalte Darf ich diese Information weitergeben? Ist der Empfänger berechtigt? Sind personenbezogene Daten enthalten? Ist die Information vertraulich? Ist der Kommunikationsweg sicher? Könnte jemand dadurch geschädigt werden? Merksatz Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch erlaubt oder sinnvoll. 5. Persönlichkeitsrechte Persönlichkeitsrechte schützen Würde, Privatsphäre und persönliche Daten von Menschen. Beispiele für geschützte Informationen Name Adresse E-Mail-Adresse Telefonnummer Foto Video Gesundheitsdaten Leistungsdaten private Nachrichten Standortdaten Problematische Beispiele Situation Problem Foto eines Kollegen ohne Zustimmung veröffentlichen Recht am eigenen Bild Screenshot mit Kundendaten im Chat teilen Datenschutzrisiko private Information über Kollegen weiterleiten Verletzung der Privatsphäre Videokonferenz ungefragt aufzeichnen Persönlichkeitsrechte betroffen Merksatz Andere Personen dürfen digital nicht bloßgestellt, überwacht oder ohne Grund öffentlich gemacht werden. 6. Informationstechnische Schutzziele Wichtige Schutzziele bei Kommunikation und IT-Nutzung sind: Schutzziel Bedeutung Vertraulichkeit nur Berechtigte dürfen Informationen sehen Integrität Informationen bleiben korrekt und unverändert Verfügbarkeit Systeme und Informationen sind nutzbar Authentizität Absender, Nutzer oder System sind echt Nachvollziehbarkeit Vorgänge können später geprüft werden Merksatz Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sind die drei klassischen Grundschutzziele. 7. Sichere dienstliche E-Mail-Kommunikation Dienstliche E-Mails müssen sorgfältig geschrieben und versendet werden. Wichtig sind: klare Betreffzeile höfliche Anrede sachlicher Ton richtige Empfänger CC und BCC bewusst nutzen Anhänge prüfen keine Passwörter im Klartext senden vertrauliche Inhalte schützen vor dem Senden nochmal prüfen Merksatz Eine gute dienstliche E-Mail ist kurz, zielführend, höflich, korrekt und sicher. 8. Netiquette Netiquette bedeutet höfliche und angemessene Umgangsformen in digitaler Kommunikation. Regeln höflich bleiben sachlich schreiben keine Beleidigungen nicht komplett in Großbuchstaben schreiben Ironie vorsichtig einsetzen passende Kanäle nutzen keine vertraulichen Inhalte in öffentliche Kanäle vor dem Senden nachdenken Merksatz Netiquette = gutes Benehmen im digitalen Raum. 9. Adressatenlisten Adressatenlisten müssen sorgfältig geprüft werden. Feld Bedeutung An direkte Empfänger CC Personen erhalten die Nachricht zur Kenntnis BCC Empfänger sind für andere nicht sichtbar Typische Fehler falscher Empfänger zu viele Personen in CC offene Verteilerliste „Allen antworten“ ohne Prüfung Autovervollständigung falsch übernommen Merksatz Vor dem Senden prüfen: Inhalt, Empfänger, Anhang. 10. Social Media Äußerungen über Arbeitgeber, Kunden oder Kollegen in sozialen Netzwerken können problematisch sein. Problematisch sind: Beleidigungen interne Informationen Kundendaten Geschäftsgeheimnisse Fotos aus geschützten Bereichen falsche Behauptungen Rufschädigung Merksatz Auch private Social-Media-Beiträge können berufliche Folgen haben. 11. Social Engineering Social Engineering bedeutet, dass Angreifer Menschen manipulieren, um an Informationen, Zugangsdaten oder Handlungen zu kommen. Typische Methoden Methode Bedeutung Phishing gefälschte E-Mail oder Website Spear-Phishing gezieltes Phishing gegen bestimmte Personen Vishing Betrug per Telefon Smishing Betrug per SMS oder Messenger CEO-Fraud angebliche Anweisung der Geschäftsführung Tailgating unberechtigtes Folgen durch eine Tür USB-Drop präparierter USB-Stick wird platziert Merksatz Social Engineering greift zuerst den Menschen an, nicht die Technik. 12. Compliance Compliance bedeutet, Gesetze, Vorschriften, interne Regeln und ethische Grundsätze einzuhalten. Beispiele im IT-Bereich Datenschutzregeln einhalten nur lizenzierte Software nutzen Passwortrichtlinien beachten Zugriffsrechte nicht missbrauchen Sicherheitsvorfälle melden keine vertraulichen Daten unberechtigt weitergeben interne IT-Richtlinien beachten Merksatz Compliance = Regeln einhalten. 13. Ethische Aspekte bei IT-Lösungen IT-Lösungen müssen nicht nur technisch funktionieren. Sie müssen auch rechtlich, sozial und ethisch vertretbar sein. Wichtige Fragen Ist die Lösung erlaubt? Ist sie notwendig? Ist sie fair? Ist sie transparent? Werden Daten geschützt? Werden Menschen respektiert? Gibt es eine mildere Lösung? Kann die Entscheidung begründet werden? Merksatz Technisch möglich heißt nicht automatisch erlaubt oder richtig. 14. Diversity und Gender-Neutralität Diversity bedeutet Vielfalt. Menschen unterscheiden sich zum Beispiel nach: Alter Geschlecht Sprache Herkunft Kultur Religion Behinderung Bildungsweg Erfahrung Gender-Neutralität bedeutet, Menschen unabhängig vom Geschlecht fair und respektvoll anzusprechen. Beispiele Nicht optimal Besser Mitarbeiter Beschäftigte Ansprechpartner Ansprechperson Teilnehmer Teilnehmende jeder Benutzer jede Person / alle Nutzenden Merksatz Diversity bedeutet: Unterschiede respektieren und fair berücksichtigen. 15. Würde und Integrität von Menschen Würde und Integrität bedeuten, dass Menschen respektvoll behandelt und nicht verletzt, bloßgestellt oder diskriminiert werden dürfen. Im digitalen Arbeitsumfeld bedeutet das: keine Bloßstellung im Chat keine unnötige Überwachung keine Diskriminierung durch IT-Systeme Schutz persönlicher Daten respektvoller Umgang mit Fehlern transparente Entscheidungen faire Behandlung Merksatz Auch digitale Systeme und digitale Kommunikation müssen Menschen respektieren.