Seite 2.5 Ziele von Betrieben und Unternehmen
Prüfungsziel
Du sollst wichtige Ziele von Betrieben und Unternehmen kennen und die Begriffe Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Zielkonflikte unterscheiden können.
Für die Prüfung sind hier vor allem wichtig:
- Produktivität
- Wirtschaftlichkeit
- Rentabilität
- Zielkonflikte
Warum haben Unternehmen Ziele?
Unternehmen handeln nicht zufällig. Sie verfolgen bestimmte Ziele, damit sie planen, entscheiden und kontrollieren können.
Ziele helfen zum Beispiel bei diesen Fragen:
- Was soll erreicht werden?
- Welche Mittel werden eingesetzt?
- War eine Maßnahme erfolgreich?
- Wo gibt es Konflikte zwischen verschiedenen Interessen?
Typische Zielarten von Unternehmen
| Zielart | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| ökonomische Ziele | wirtschaftlicher Erfolg | Gewinn erhöhen, Kosten senken |
| ökologische Ziele | Umwelt schützen | Energie sparen, Recycling verbessern |
| soziale Ziele | Menschen und Arbeitsbedingungen beachten | gute Arbeitsbedingungen, Ausbildung, faire Bezahlung |
Ökonomische Ziele
Ökonomische Ziele beziehen sich auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Beispiele:
- Gewinn erzielen
- Umsatz steigern
- Kosten senken
- Marktanteil erhöhen
- Kunden gewinnen
- Liquidität sichern
- wirtschaftlich arbeiten
Wichtig:
Ein Unternehmen muss wirtschaftlich arbeiten, damit es langfristig bestehen kann.
Ökologische Ziele
Ökologische Ziele beziehen sich auf Umwelt- und Ressourcenschutz.
Beispiele:
- Stromverbrauch senken
- Papierverbrauch reduzieren
- alte Hardware fachgerecht entsorgen
- langlebige Geräte beschaffen
- Recycling nutzen
- CO₂-Ausstoß verringern
Beispiel aus der IT:
Ein Betrieb ersetzt alte Server durch energieeffizientere Systeme, um Stromkosten und Umweltbelastung zu senken.
Soziale Ziele
Soziale Ziele beziehen sich auf Mitarbeiter, Kunden und Gesellschaft.
Beispiele:
- sichere Arbeitsplätze schaffen
- gute Arbeitsbedingungen bieten
- Auszubildende gut ausbilden
- Weiterbildung ermöglichen
- Arbeitsschutz einhalten
- faire Behandlung der Mitarbeiter
- Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern
Produktivität
Produktivität beschreibt das Verhältnis von Ausbringungsmenge zu Einsatzmenge.
Formel:
Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge
Einfach gesagt:
Produktivität zeigt, wie viel Ergebnis mit einem bestimmten Einsatz erreicht wird.
Beispiel 1:
Ein Techniker richtet an einem Arbeitstag 8 Notebooks ein.
Am nächsten Tag richtet er durch bessere Vorbereitung 10 Notebooks ein.
Die Produktivität ist gestiegen, weil mit ähnlichem Arbeitseinsatz mehr Ergebnis erreicht wurde.
Beispiel 2:
Ein Supportteam bearbeitet in 5 Stunden 40 Tickets.
Produktivität = 40 Tickets / 5 Stunden = 8 Tickets pro Stunde
Wichtig bei Produktivität
Produktivität betrachtet vor allem Mengen.
Sie sagt noch nicht automatisch, ob etwas finanziell erfolgreich ist.
Ein Team kann sehr produktiv sein, aber trotzdem unwirtschaftlich arbeiten, wenn die Kosten zu hoch sind.
Wirtschaftlichkeit
Wirtschaftlichkeit beschreibt das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand.
Formel:
Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand
Einfach gesagt:
Wirtschaftlichkeit zeigt, ob sich etwas finanziell lohnt.
| Ergebnis | Bedeutung |
|---|---|
| größer als 1 | wirtschaftlich |
| genau 1 | kostendeckend |
| kleiner als 1 | unwirtschaftlich |
Beispiel:
Ein IT-Auftrag bringt 5.000 € Ertrag.
Der Aufwand beträgt 4.000 €.
Wirtschaftlichkeit = 5.000 € / 4.000 € = 1,25
Der Auftrag ist wirtschaftlich, weil der Ertrag größer ist als der Aufwand.
Aufwand und Ertrag
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufwand | Werteverbrauch | Personalkosten, Materialkosten, Stromkosten |
| Ertrag | Wertezuwachs | Umsatzerlöse, Verkaufserlöse, Dienstleistungserlöse |
Beispiel aus der IT:
Ein Unternehmen bietet eine Servermigration an.
Aufwand:
- Arbeitszeit der Techniker
- Fahrtkosten
- Softwarelizenzen
- Vorbereitung und Dokumentation
Ertrag:
- bezahlter Rechnungsbetrag des Kunden
Rentabilität
Rentabilität beschreibt, wie stark sich eingesetztes Kapital verzinst.
Formel:
Rentabilität = Gewinn / eingesetztes Kapital × 100
Einfach gesagt:
Rentabilität zeigt, wie viel Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital entsteht.
Beispiel:
Ein Unternehmen investiert 100.000 € in neue Technik.
Dadurch entsteht ein zusätzlicher Gewinn von 10.000 €.
Rentabilität = 10.000 € / 100.000 € × 100 = 10 %
Die Rentabilität beträgt 10 %.
Wichtig bei Rentabilität
Rentabilität wird meistens in Prozent angegeben.
Sie eignet sich gut, um Investitionen oder Unternehmen miteinander zu vergleichen.
Beispiel:
| Investition | Gewinn | eingesetztes Kapital | Rentabilität |
|---|---|---|---|
| A | 10.000 € | 100.000 € | 10 % |
| B | 15.000 € | 300.000 € | 5 % |
Investition B bringt zwar mehr Gewinn, aber Investition A ist rentabler.
Unterschied zwischen Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität
| Begriff | Betrachtet | Typische Frage | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Produktivität | Mengenverhältnis | Wie viel Ergebnis pro Einsatz? | Tickets pro Stunde |
| Wirtschaftlichkeit | Ertrag zu Aufwand | Lohnt sich der Auftrag? | Ertrag / Aufwand |
| Rentabilität | Gewinn zu Kapital | Wie gut verzinst sich Kapital? | Gewinn / Kapital × 100 |
Zielkonflikte
Ein Zielkonflikt entsteht, wenn die Erreichung eines Ziels die Erreichung eines anderen Ziels erschwert.
Einfach gesagt:
Zwei Ziele passen nicht vollständig zusammen.
Typische Zielkonflikte im Betrieb
| Ziel 1 | Ziel 2 | Warum Konflikt? |
|---|---|---|
| Kosten senken | Qualität erhöhen | bessere Qualität kostet oft mehr |
| schnell liefern | sorgfältig testen | gründliche Tests brauchen Zeit |
| Gewinn erhöhen | Mitarbeiter entlasten | mehr Personal kostet Geld |
| Energie sparen | hohe Verfügbarkeit sichern | redundante Systeme brauchen oft mehr Energie |
| günstige Hardware kaufen | lange Nutzungsdauer erreichen | sehr günstige Geräte können schneller ausfallen |
| Datenschutz erhöhen | einfache Bedienung ermöglichen | mehr Sicherheit kann Bedienung aufwendiger machen |
Beispiel aus der IT
Ein Unternehmen möchte seine Server dauerhaft hochverfügbar betreiben.
Dafür werden redundante Systeme, USV-Anlagen und Backup-Lösungen eingesetzt.
Das verbessert die Verfügbarkeit, erhöht aber gleichzeitig:
- Anschaffungskosten
- Stromverbrauch
- Wartungsaufwand
- Komplexität
Hier entsteht ein Zielkonflikt zwischen hoher Verfügbarkeit, Kosten und Energieverbrauch.
Wie geht man mit Zielkonflikten um?
Zielkonflikte kann man nicht immer vollständig vermeiden.
Man muss sie erkennen, bewerten und eine begründete Entscheidung treffen.
Mögliche Vorgehensweise:
- Ziele benennen
- Konflikt erkennen
- Alternativen vergleichen
- Vor- und Nachteile bewerten
- Entscheidung begründen
- Ergebnis kontrollieren
Typische Prüfungsfrage 1
Was bedeutet Produktivität?
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Produktivität beschreibt das Verhältnis von Ausbringungsmenge zu Einsatzmenge. Sie zeigt, wie viel Ergebnis mit einem bestimmten Einsatz erreicht wird.
Typische Prüfungsfrage 2
Ein Supportteam bearbeitet 60 Tickets in 6 Stunden. Wie hoch ist die Produktivität?
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Produktivität = 60 Tickets / 6 Stunden = 10 Tickets pro Stunde.
Typische Prüfungsfrage 3
Was bedeutet Wirtschaftlichkeit?
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Wirtschaftlichkeit beschreibt das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand. Ist der Wert größer als 1, arbeitet das Unternehmen wirtschaftlich.
Typische Prüfungsfrage 4
Ein Auftrag bringt 8.000 € Ertrag. Der Aufwand beträgt 10.000 €. Ist der Auftrag wirtschaftlich?
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Wirtschaftlichkeit = 8.000 € / 10.000 € = 0,8.
Der Auftrag ist nicht wirtschaftlich, weil der Wert kleiner als 1 ist.
Typische Prüfungsfrage 5
Was bedeutet Rentabilität?
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Rentabilität beschreibt das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. Sie wird meistens in Prozent angegeben.
Typische Prüfungsfrage 6
Ein Unternehmen erzielt 20.000 € Gewinn bei 200.000 € eingesetztem Kapital. Wie hoch ist die Rentabilität?
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Rentabilität = 20.000 € / 200.000 € × 100 = 10 %.
Typische Prüfungsfrage 7
Was ist ein Zielkonflikt?
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Ein Zielkonflikt entsteht, wenn die Erreichung eines Ziels die Erreichung eines anderen Ziels erschwert.
Typische Prüfungsfrage 8
Nenne ein Beispiel für einen Zielkonflikt in der IT.
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Ein Beispiel ist hohe Verfügbarkeit durch redundante Server. Das verbessert die Ausfallsicherheit, erhöht aber Kosten, Energieverbrauch und Wartungsaufwand.
Merksatz
- Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge
- Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand
- Rentabilität = Gewinn / eingesetztes Kapital × 100
- Zielkonflikt = zwei Ziele behindern sich gegenseitig