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14.1

Diese Seite fasst die wichtigsten Linux-Themen für die IHK-Prüfung zusammen.

Der Fokus liegt nicht auf auswendig gelernten Einzelbefehlen, sondern auf Verständnis:

- Was macht Linux als Betriebssystem?
- Wie ist das Dateisystem aufgebaut?
- Wie funktionieren Benutzer und Rechte?
- Wie prüft man Dienste?
- Wie grenzt man Fehler ein?
- Wie liest man Logs?
- Wie arbeitet man sicher auf Servern?
- Wie argumentiert man fachlich sauber?

Für Fachinformatiker Systemintegration ist Linux besonders relevant, weil viele Server, Container, Netzwerkdienste, Monitoring-Systeme, Firewalls, NAS-Systeme und Cloud-Umgebungen auf Linux basieren.

Merksatz:

In der Prüfung zählt nicht nur der Befehl,
sondern die richtige fachliche Einordnung.

Lernziele

Nach dieser Seite solltest du wiederholen können:

- Linux-Grundbegriffe
- Dateisystem und wichtige Pfade
- Dateioperationen
- Benutzer,
  Gruppen
  und Rechte
- Prozesse,
  Dienste
  und systemd
- Paketverwaltung
- Netzwerkdiagnose
- Speicher,
  Mounts
  und Dateisysteme
- Logs,
  Monitoring
  und Fehlersuche
- Shell,
  Pipes
  und Umleitungen
- Bash-Scripting
- Sicherheit,
  Backup
  und Automatisierung
- Linux im Serverbetrieb

Linux-Grundlagen wiederholen

BegriffBedeutung
LinuxBetriebssystemkern, im Alltag oft komplette Distribution gemeint
KernelKern des Betriebssystems
DistributionLinux-Kernel plus Software, Paketmanager und Systemwerkzeuge
ShellBefehlsinterpreter
Bashverbreitete Linux-Shell
TerminalEingabeumgebung für Shell-Befehle
rootadministrativer Hauptbenutzer
sudogezielte Ausführung mit erhöhten Rechten
Paketmanagerinstalliert und aktualisiert Softwarepakete

Merksatz:

Linux ist streng genommen der Kernel,
im Alltag meint man oft die gesamte Distribution.

Kernel, Distribution und Shell unterscheiden

BegriffAufgabe
Kernelverwaltet Hardware, Speicher, Prozesse und Systemzugriffe
Distributionstellt komplettes nutzbares Betriebssystem bereit
Shellnimmt Befehle entgegen und startet Programme
TerminalFenster oder Umgebung zur Eingabe von Befehlen

Typische Prüfungsfalle:

Linux,
Distribution,
Shell
und Terminal werden durcheinandergeworfen.

IHK-sicher:

Der Kernel ist der Betriebssystemkern.
Eine Distribution kombiniert den Kernel mit Systemprogrammen,
Paketverwaltung,
Diensten
und optional grafischer Oberfläche.

Wichtige Linux-Verzeichnisse

PfadBedeutung
/Root-Verzeichnis des Dateisystems
/homeBenutzerverzeichnisse
/rootHome-Verzeichnis des Root-Benutzers
/etcKonfigurationsdateien
/varveränderliche Daten
/var/logLogdateien
/tmptemporäre Dateien
/usrProgramme und Ressourcen
/binwichtige Benutzerprogramme
/sbinwichtige Systemprogramme
/devGerätedateien
/procProzess- und Kernelinformationen
/sysSystem- und Geräteinformationen
/mntmanuelle Mountpoints
/mediaWechselmedien
/optoptionale Zusatzsoftware
/srvDienstdaten

Merksatz:

/etc für Konfiguration.
/var/log für Logs.
/home für Benutzer.
/ ist die Wurzel des Dateisystems.

Absolute und relative Pfade

PfadartBedeutungBeispiel
absolutbeginnt bei //etc/hosts
relativabhängig vom aktuellen Verzeichnisdokumente/datei.txt

Wichtige Zeichen:

ZeichenBedeutung
/Root-Verzeichnis oder Pfadtrenner
.aktuelles Verzeichnis
..übergeordnetes Verzeichnis
~eigenes Home-Verzeichnis

Prüfungsfalle:

Relativer Pfad hängt immer davon ab,
wo man sich gerade befindet.

Merksatz:

Absoluter Pfad beginnt mit /.

Dateien anzeigen und bearbeiten

AufgabeBefehl
Verzeichnisinhalt anzeigenls
ausführlich anzeigenls -l
versteckte Dateien anzeigenls -a
aktuelle Position anzeigenpwd
Verzeichnis wechselncd
Dateiinhalt anzeigencat
lange Datei lesenless
Anfang anzeigenhead
Ende anzeigentail
live mitlesentail -f
Datei erstellentouch
Datei bearbeitennano
kopierencp
verschieben oder umbenennenmv
löschenrm
Verzeichnis erstellenmkdir
Datei suchenfind
Text suchengrep

Merksatz:

cat für kleine Dateien.
less für lange Dateien.
tail -f für Live-Logs.

find und grep unterscheiden

BefehlSucht
findDateien und Verzeichnisse
grepText innerhalb von Dateien oder Ausgaben

Beispiele:

find /etc -name "*ssh*"

grep "PermitRootLogin" /etc/ssh/sshd_config

Prüfungsfalle:

find sucht Dateinamen oder Dateieigenschaften.
grep sucht Inhalte.

Merksatz:

find sucht Dateien.
grep sucht Text.

Benutzer, Gruppen und Rechte

Linux-Rechte gelten klassisch für:

Besitzer

Gruppe

Andere

Die Rechte sind:

RechtBedeutung bei DateienBedeutung bei Verzeichnissen
rlesenInhalt auflisten
wschreibenEinträge erstellen, löschen, umbenennen
xausführenVerzeichnis betreten

Wichtige Befehle:

BefehlZweck
whoamiaktuellen Benutzer anzeigen
idUID, GID und Gruppen anzeigen
groupsGruppen anzeigen
chmodRechte ändern
chownBesitzer ändern
chgrpGruppe ändern
sudoBefehl mit erhöhten Rechten ausführen

Merksatz:

Bei Verzeichnissen bedeutet x:
betreten.

Numerische Rechte wiederholen

ZahlRechte
0---
1--x
2-w-
3-wx
4r--
5r-x
6rw-
7rwx

Typische Rechte:

RechteBedeutung
644normale Datei
600private Datei
755Programm oder öffentlich betretbares Verzeichnis
700privates Verzeichnis oder privates Skript
777jeder darf alles, meist unsicher

Merksatz:

r=4,
w=2,
x=1.

Root, sudo und Sicherheit

BegriffBedeutung
rootadministrativer Hauptbenutzer
sudoeinzelne Befehle mit erhöhten Rechten ausführen
suBenutzer wechseln
/rootHome-Verzeichnis von root
/Root-Verzeichnis des Dateisystems

Prüfungsfalle:

root,
/root
und /
sind nicht dasselbe.

IHK-sicher:

Administrative Rechte sollten gezielt und nachvollziehbar genutzt werden.
Dauerhaftes Arbeiten als root erhöht das Risiko für Fehlbedienung und Schäden.

Merksatz:

Root-Rechte bewusst und nur bei Bedarf verwenden.

Prozesse und Dienste

BegriffBedeutung
Prozesslaufendes Programm
PIDeindeutige Prozess-ID
DienstHintergrundprogramm mit Aufgabe
DaemonHintergrundprozess
systemdDienst- und Init-System vieler Distributionen
UnitVerwaltungseinheit von systemd
.serviceDienst-Unit

Wichtige Befehle:

BefehlZweck
ps auxProzesse anzeigen
topProzesse live anzeigen
htopkomfortabler Prozessmonitor, falls installiert
killSignal an Prozess senden
systemctl status dienstDienststatus prüfen
journalctl -u dienstDienstlogs anzeigen

Merksatz:

Prozess = läuft.
Dienst = Hintergrundaufgabe.

systemctl sicher unterscheiden

BefehlBedeutung
systemctl start dienststartet jetzt
systemctl stop dienststoppt jetzt
systemctl restart dienststartet neu
systemctl reload dienstlädt Konfiguration neu, falls unterstützt
systemctl enable dienstaktiviert Autostart
systemctl disable dienstdeaktiviert Autostart
systemctl status dienstzeigt Status
systemctl is-active dienstprüft, ob Dienst läuft
systemctl is-enabled dienstprüft Autostart

Prüfungsfalle:

start und enable sind nicht dasselbe.

Merksatz:

active heißt:
läuft jetzt.
enabled heißt:
startet beim Boot.

Paketverwaltung

DistributionPaketmanager
Debian / Ubuntuapt
Fedora / Rocky Linuxdnf
openSUSEzypper
Arch Linuxpacman
Alpine Linuxapk

Wichtige apt-Befehle:

BefehlBedeutung
apt updatePaketlisten aktualisieren
apt upgradeinstallierte Pakete aktualisieren
apt install paketPaket installieren
apt remove paketPaket entfernen
apt purge paketPaket inklusive Konfiguration entfernen
apt search begriffPaket suchen
apt show paketPaketinformationen anzeigen
apt autoremovenicht mehr benötigte Abhängigkeiten entfernen

Merksatz:

apt update holt Listen.
apt upgrade installiert Updates.

Repository, Paket und Abhängigkeit

BegriffBedeutung
Paketverwaltete Softwareeinheit
RepositoryPaketquelle
Abhängigkeitzusätzlich benötigtes Paket
PaketmanagerWerkzeug zur Paketverwaltung
Patchmanagementgeplanter Umgang mit Updates

Prüfungsfalle:

Manuelle Installation von Webseiten ist unter Linux-Servern meist nicht der Standardweg.

IHK-sicher:

Paketmanager installieren Software kontrolliert,
lösen Abhängigkeiten auf
und stellen Updates bereit.

Merksatz:

Repository = Paketquelle.

Netzwerkdiagnose

AufgabeBefehl
IP-Adressen anzeigenip addr
Schnittstellen anzeigenip link
Routing anzeigenip route
Erreichbarkeit prüfenping
DNS prüfendig oder nslookup
Ports anzeigenss -tulpen
HTTP/HTTPS prüfencurl
Hostname anzeigenhostname
DNS-Status prüfenresolvectl status
SSH-Verbindung herstellenssh benutzer@server

Merksatz:

Erst IP,
dann Route,
dann DNS,
dann Port,
dann Dienst.

Typische Netzwerkauswertung

ErgebnisWahrscheinliche Richtung
keine IP-AdresseDHCP oder Interface
Gateway nicht erreichbarlokales Netz, VLAN, Gateway
externe IP nicht erreichbarRouting, NAT oder Firewall
IP erreichbar, Name nichtDNS
Dienst läuft, Port nicht erreichbarFirewall, Bind-Adresse, Port
Port lauscht auf 127.0.0.1nur lokal erreichbar
Connection refusedDienst oder Port lehnt ab
Connection timed outFirewall, Routing oder Ziel nicht erreichbar

Merksatz:

ping prüft ICMP,
nicht den Dienst.

SSH wiederholen

BegriffBedeutung
SSHsichere Fernadministration
TCP 22Standardport für SSH
sshClient-Befehl
sshdSSH-Serverdienst
authorized_keyserlaubte öffentliche Schlüssel
known_hostsbekannte Server-Host-Keys
privater Schlüsselbleibt geheim
öffentlicher Schlüsseldarf auf Server

Sicherheitsregel:

Direkten Root-Login vermeiden.
Besser normaler Benutzer plus sudo.

Merksatz:

Öffentlicher Schlüssel auf Server.
Privater Schlüssel bleibt geheim.

Firewall wiederholen

Eine Firewall-Regel sollte enthalten:

Quelle

Ziel

Protokoll

Port

Richtung

Aktion

Zweck

Typische Werkzeuge:

WerkzeugEinordnung
ufweinfache Firewall-Oberfläche, häufig Ubuntu
firewalldFirewall-Verwaltung mit Zonen
nftablesmoderner Firewall-Unterbau
iptablesklassisches Firewall-Werkzeug

Merksatz:

Port allein ist keine vollständige Firewall-Regel.

Speicher und Mounts

BegriffBedeutung
Datenträgerphysisches oder virtuelles Speichermedium
PartitionBereich auf einem Datenträger
DateisystemOrganisationsform für Dateien
MountpointEinhängepunkt im Verzeichnisbaum
fstabautomatische Mounts beim Systemstart
UUIDeindeutige Kennung eines Dateisystems
SwapAuslagerungsspeicher

Wichtige Befehle:

BefehlZweck
lsblkDatenträger und Partitionen anzeigen
lsblk -fDateisysteme und UUIDs anzeigen
df -hSpeicherplatz prüfen
df -iInodes prüfen
du -sh ordnerOrdnergröße anzeigen
mountMounts anzeigen oder einhängen
umountaushängen
findmntMounts strukturiert anzeigen
free -hRAM und Swap anzeigen

Merksatz:

df zeigt Dateisysteme.
du zeigt Ordnergrößen.

fstab wiederholen

Die Datei:

/etc/fstab

legt fest, welche Dateisysteme beim Start automatisch eingebunden werden.

Wichtige Prüfungen nach Änderung:

cp /etc/fstab /etc/fstab.bak

mount -a

findmnt

df -h

Prüfungsfalle:

/dev/sdb1 kann sich ändern.
UUIDs sind für dauerhafte Mounts oft stabiler.

Merksatz:

fstab nie ungetestet ändern.

Logs und Monitoring

AufgabeBefehl
systemd-Journal anzeigenjournalctl
Dienstlogs anzeigenjournalctl -u dienst
Logs live anzeigenjournalctl -f
Logs seit Boot anzeigenjournalctl -b
Kernelmeldungen anzeigendmesg
Logdatei lesenless logfile
Logdatei live lesentail -f logfile
Logs filterngrep
Dienststatus prüfensystemctl status dienst
CPU und Prozesse prüfentop
RAM prüfenfree -h
Speicher prüfendf -h

Merksatz:

Dienstproblem:
status prüfen,
dann Logs lesen.

Typische Logorte

OrtBedeutung
/var/logklassische Logdateien
/var/log/syslogallgemeine Logs, häufig Debian/Ubuntu
/var/log/messagesallgemeine Logs, häufig RHEL/Fedora-Umfeld
/var/log/auth.logAuthentifizierung, häufig Debian/Ubuntu
/var/log/secureAuthentifizierung, häufig RHEL/Fedora-Umfeld
journalctlsystemd-Journal
dmesgKernelmeldungen

Merksatz:

Nicht jede Distribution nutzt dieselben Logdateinamen.

Shell, Pipes und Umleitungen

Zeichen / BefehlBedeutung
|Pipe, Ausgabe an nächsten Befehl
>Ausgabe in Datei schreiben und überschreiben
>>Ausgabe anhängen
<Datei als Eingabe nutzen
2>Fehlerausgabe umleiten
&>Ausgabe und Fehler gemeinsam umleiten
/dev/nullAusgabe verwerfen
;Befehle nacheinander
&&nächster Befehl nur bei Erfolg
||nächster Befehl nur bei Fehler
$?Exit-Code des letzten Befehls

Merksatz:

> überschreibt.
>> hängt an.
2> leitet Fehler um.

stdin, stdout und stderr

KanalNummerBedeutung
stdin0Standardeingabe
stdout1Standardausgabe
stderr2Standardfehler

Prüfungsfalle:

Fehlermeldungen gehen nicht automatisch über stdout.
Deshalb reicht > nicht immer,
um Fehler umzuleiten.

Merksatz:

0 Eingabe,
1 Ausgabe,
2 Fehler.

Bash-Scripting wiederholen

ElementBedeutung
#!/bin/bashShebang für Bash
chmod +x script.shSkript ausführbar machen
./script.shSkript aus aktuellem Verzeichnis starten
$1erster Parameter
$#Anzahl Parameter
"$@"alle Parameter sauber einzeln
$?Exit-Code des letzten Befehls
ifBedingung
forSchleife über Werte
whileSchleife solange Bedingung wahr ist
caseAuswahl nach Muster
readBenutzereingabe lesen
functionwiederverwendbarer Skriptblock

Merksatz:

Skripte automatisieren Befehle,
aber auch Fehler,
wenn sie schlecht geschrieben sind.

Sichere Bash-Regeln

Wichtige Regeln:

Variablen meistens quoten

"$VARIABLE"

Parameter prüfen

Exit-Codes beachten

gefährliche Befehle vorher testen

absolute Pfade nutzen,
besonders bei cron

Logs schreiben

Skripte zuerst in Testumgebung prüfen

Kommentare für Zweck und Ablauf nutzen

Typische strenge Optionen:

set -euo pipefail

Merksatz:

In Skripten erst prüfen,
dann handeln.

Sicherheit wiederholen

Wichtige Sicherheitsprinzipien:

ThemaKerngedanke
Least Privilegenur notwendige Rechte
Updatesbekannte Schwachstellen schließen
Firewallunnötige Zugriffe blockieren
SSH-Härtungsicheren Administrationszugang
DienstkontenDienste nicht unnötig als root
LoggingEreignisse nachvollziehen
MonitoringProbleme früh erkennen
BackupsWiederherstellung ermöglichen
DokumentationBetrieb nachvollziehbar machen

Merksatz:

Sicherheit ist kein einzelner Befehl,
sondern ein Betriebskonzept.

Backup wiederholen

BegriffBedeutung
BackupSicherung von Daten
RestoreWiederherstellung
RPOmaximal akzeptabler Datenverlust
RTOmaximal akzeptable Wiederherstellungszeit
Vollbackupvollständige Sicherung
inkrementellÄnderungen seit letztem Backup
differentiellÄnderungen seit letztem Vollbackup
SnapshotZustand zu einem Zeitpunkt
3-2-1-Regelmehrere Kopien, unterschiedliche Orte, externe Kopie

Merksatz:

RPO = Datenverlust.
RTO = Wiederherstellungszeit.

Automatisierung wiederholen

WerkzeugZweck
Bash-SkriptBefehlsfolge automatisieren
cronzeitgesteuerte Aufgaben
systemd Timerzeitgesteuerte systemd-Units
logrotateLogs rotieren
MonitoringZustand überwachen
Alertingbei Problemen benachrichtigen

Wichtig:

Automatisierung braucht Logs,
Exit-Codes,
Monitoring
und Dokumentation.

Merksatz:

Automatisierung ohne Kontrolle kann unbemerkt ausfallen.

Linux im Serverbetrieb wiederholen

Typische Serverrollen:

RolleBeispiel
Webservernginx, Apache
DatenbankserverPostgreSQL, MariaDB
DateiserverSamba, NFS
DNS-ServerBIND, Unbound
DHCP-ServerDHCP-Dienst
Container-HostDocker, Podman
BackupserverBackupdienste
MonitoringserverÜberwachungssystem
Reverse Proxynginx, Proxy-Dienst
VPN-ServerWireGuard, OpenVPN

Merksatz:

Server ist eine Rolle,
nicht nur ein bestimmtes Gerät.

Standardports wiederholen

DienstPort
SSHTCP 22
DNSTCP/UDP 53
DHCPUDP 67/68
HTTPTCP 80
HTTPSTCP 443
SMBTCP 445
MySQL/MariaDBTCP 3306
PostgreSQLTCP 5432
SMTPTCP 25
IMAPTCP 143
IMAPSTCP 993
POP3TCP 110
POP3STCP 995
NTPUDP 123

Merksatz:

Port immer mit Protokoll nennen:
TCP oder UDP.

Typische IHK-Fehlerfragen

FehlerbildErste sinnvolle Prüfungen
Dienst startet nichtsystemctl status, journalctl -u, Konfiguration, Rechte, Port
Webseite nicht erreichbarDienst, Port, curl lokal, Firewall, DNS, Logs
SSH geht nichtNetzwerk, Port 22, sshd, Firewall, Benutzer, Schlüssel
Speicher volldf -h, df -i, du -sh, Logs, Backups
DNS geht nichtIP-Test, dig, resolv.conf, DNS-Server, /etc/hosts
Permission deniedwhoami, id, ls -l, ls -ld, Gruppen
No such filepwd, ls, Pfad, Groß-/Kleinschreibung, Mount
Containerdaten wegVolumes, Bind Mounts, Container-Dateisystem
Backup fehlgeschlagenLogs, Ziel, Rechte, Speicher, Netzwerk
System langsamtop, free -h, df -h, iowait, Logs

Merksatz:

Fehlerbild lesen,
Ebene erkennen,
gezielt prüfen.

Fehlersuche: Standardreihenfolge

Bei vielen Linux-Problemen hilft diese Reihenfolge:

1. Fehler genau lesen

2. betroffenen Bereich bestimmen

3. letzte Änderung prüfen

4. Status prüfen

5. Logs prüfen

6. Ressourcen prüfen

7. Rechte prüfen

8. Netzwerk prüfen

9. Konfiguration prüfen

10. Maßnahme dokumentieren

Merksatz:

Nicht raten,
sondern eingrenzen.

Von innen nach außen prüfen

Bei Dienstproblemen:

1. Läuft der Prozess?

2. Läuft der Dienst laut systemctl?

3. Gibt es Fehler in journalctl?

4. Lauscht der Port lokal?

5. Antwortet der Dienst lokal?

6. Antwortet der Dienst über Server-IP?

7. Funktioniert Zugriff aus dem Netzwerk?

8. Stimmen DNS,
   Firewall
   und Anwendung?

Merksatz:

Erst lokal prüfen,
dann Netzwerk,
dann DNS,
dann Anwendung.

Häufige Prüfungsfallen

FalleRichtig denken
ping geht, also Dienst gehtping prüft nicht TCP/UDP-Dienst
Dienst läuft, also erreichbarPort, Firewall und Bind-Adresse prüfen
apt update installiert Updatesapt update aktualisiert Paketlisten
enable startet Dienst sofortenable aktiviert Autostart
/ und /root verwechseln/ Dateisystemwurzel, /root Root-Home
x bei Verzeichnissen vergessenx bedeutet betreten
chmod 777 als Lösungunsicher und meist falsch
Backup ohne Restore-Testunzuverlässig
Snapshot als Backup-Konzeptnicht automatisch ausreichend
cron wie normale Shell behandelnandere Umgebung
> und >> verwechseln> überschreibt, >> hängt an
stderr vergessenFehlerkanal ist 2

Kleine Prüfungsaufgaben mit Kurzantwort

AufgabeKurzantwort
Aktuelle IP anzeigenip addr
Standardgateway anzeigenip route
Dienststatus prüfensystemctl status dienst
Dienstlogs anzeigenjournalctl -u dienst
Speicherplatz prüfendf -h
Inodes prüfendf -i
RAM prüfenfree -h
Prozesse prüfenps aux oder top
offene Ports anzeigenss -tulpen
Text in Datei suchengrep "text" datei
Datei suchenfind /pfad -name "datei"
Datei ausführbar machenchmod +x datei
Besitzer ändernchown benutzer datei
Paketlisten aktualisierenapt update
Pakete aktualisierenapt upgrade
SSH verbindenssh benutzer@server

IHK-sichere Kurzformulierungen

Linux ist ein Mehrbenutzersystem, das Zugriffe über Benutzer, Gruppen und Rechte steuert.

Ein absoluter Pfad beginnt mit /, ein relativer Pfad bezieht sich auf das aktuelle Verzeichnis.

Dienste werden auf vielen Distributionen mit systemd verwaltet. systemctl dient zur Verwaltung der Dienste, journalctl zur Auswertung der Logs.

apt update aktualisiert Paketlisten, apt upgrade aktualisiert installierte Pakete.

ping prüft ICMP-Erreichbarkeit, ersetzt aber keinen Test eines TCP- oder UDP-Dienstes.

df -h zeigt freien und belegten Speicherplatz von Dateisystemen, du -sh zeigt die Größe eines Verzeichnisses.

RPO beschreibt den maximal akzeptablen Datenverlust, RTO die maximal akzeptable Wiederherstellungszeit.

Ein Backup ist erst zuverlässig, wenn ein Restore erfolgreich getestet wurde.


Abschluss-Merksätze

Linux verstehen heißt:
Struktur,
Rechte,
Dienste,
Logs
und Netzwerk verstehen.

Nicht jeder Fehler ist ein Linux-Fehler.
Oft ist es Netzwerk,
DNS,
Rechte,
Speicher,
Dienst
oder Konfiguration.

Befehle sind Werkzeuge.
Entscheidend ist,
wann man welchen Befehl warum nutzt.

In der Prüfung immer fachlich sauber begründen.

Erst prüfen,
dann ändern.

Erst sichern,
dann konfigurieren.

Erst lokal testen,
dann extern testen.

Erst Logs lesen,
dann Maßnahmen ableiten.

Keine pauschalen 777-Rechte.

Kein blindes sudo.

Keine ungetesteten fstab-Änderungen.

Kein Backup ohne Restore-Test.

Keine Automatisierung ohne Logs.

Keine Serveränderung ohne Dokumentation.