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5.2 Ethernet-Frame und MAC-Adressen

Auf OSI-Schicht 2 werden Daten in sogenannten Frames übertragen.

Bei Ethernet heißen diese Datenrahmen:

Ethernet-Frames

Ein Ethernet-Frame enthält alle Informationen, die für die lokale Übertragung im LAN notwendig sind.

Besonders wichtig sind:

- Ziel-MAC-Adresse
- Quell-MAC-Adresse
- Nutzdaten
- Prüfsumme

Merksatz:

Ethernet-Frame = Datenrahmen für die lokale Übertragung im Ethernet-LAN.

Warum gibt es Frames?

Schicht 1 überträgt nur Bits als Signale.

Schicht 2 muss daraus geordnete Einheiten bilden.

Ein Empfänger muss erkennen können:

Wo beginnt die Übertragung?
Wo endet die Übertragung?
Von wem kommt sie?
Für wen ist sie bestimmt?
Sind die Daten beschädigt?

Diese geordnete Einheit ist der Frame.

Merksatz:

Frames machen aus einzelnen Bits eine nutzbare lokale Datenübertragung.

Begriff: Frame

Ein Frame ist die Protocol Data Unit der OSI-Schicht 2.

PDU steht für:

Protocol Data Unit

Auf Deutsch sinngemäß:

Protokolldateneinheit

Ein Frame ist also die typische Datenform auf der Sicherungsschicht.

Vergleich:

Schichttypische Datenform
Schicht 1Bits
Schicht 2Frame
Schicht 3Paket
Schicht 4Segment oder Datagramm

Merksatz:

Schicht 2 arbeitet mit Frames.

Ethernet-Frame vereinfacht

Ein Ethernet-Frame besteht vereinfacht aus mehreren Teilen.

BestandteilAufgabe
Ziel-MAC-AdresseEmpfänger im lokalen Netzwerk
Quell-MAC-AdresseAbsender im lokalen Netzwerk
Typ / Längegibt an, welches Protokoll oder welche Länge folgt
Nutzdatentransportierte Daten höherer Schichten
FCSPrüfinformation zur Fehlererkennung

Vereinfacht:

Ziel
Absender
Inhalt
Prüfung

Merksatz:

Ein Ethernet-Frame enthält Ziel, Absender, Inhalt und Prüfinformation.

Ziel-MAC-Adresse

Die Ziel-MAC-Adresse gibt an, an welches Gerät der Frame im lokalen Netzwerk gesendet werden soll.

Beispiel:

PC A sendet an PC B.

Dann steht im Ethernet-Frame:

Ziel-MAC-Adresse = MAC-Adresse von PC B

Die Ziel-MAC-Adresse ist für Switches besonders wichtig.

Ein Switch prüft die Ziel-MAC-Adresse und entscheidet dann, an welchen Port der Frame weitergeleitet wird.

Merksatz:

Ziel-MAC = lokaler Empfänger des Frames.

Quell-MAC-Adresse

Die Quell-MAC-Adresse gibt an, von welchem Gerät der Frame stammt.

Beispiel:

PC A sendet an PC B.

Dann steht im Ethernet-Frame:

Quell-MAC-Adresse = MAC-Adresse von PC A

Switches lernen MAC-Adressen über die Quell-MAC-Adresse.

Wenn ein Frame an einem Switch-Port eingeht, merkt sich der Switch:

Diese MAC-Adresse ist über diesen Port erreichbar.

Merksatz:

Quell-MAC = lokaler Absender des Frames.

MAC-Adresse

MAC steht für:

Media Access Control

Eine MAC-Adresse ist eine lokale Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle.

Typische Netzwerkschnittstellen:

- Ethernet-Port
- WLAN-Adapter
- virtuelle Netzwerkkarte
- Server-Netzwerkkarte
- USB-LAN-Adapter

Eine MAC-Adresse identifiziert eine Schnittstelle im lokalen Netzwerk.

Merksatz:

MAC-Adresse = lokale Adresse einer Netzwerkschnittstelle.

Aufbau einer MAC-Adresse

Eine klassische MAC-Adresse hat:

48 Bit

Sie wird meist hexadezimal dargestellt.

Beispiel:

00:1A:2B:3C:4D:5E

Oder:

00-1A-2B-3C-4D-5E

Hexadezimal bedeutet:

Ziffern 0 bis 9
und Buchstaben A bis F

Ein Byte wird dabei durch zwei Hex-Zeichen dargestellt.

Merksatz:

MAC-Adresse = 48 Bit, meist hexadezimal geschrieben.

OUI und Geräteanteil

Eine MAC-Adresse kann in zwei Bereiche unterteilt werden.

BereichBedeutung
OUIHerstellerkennung
Geräteanteileindeutiger Teil für das Gerät

OUI steht für:

Organizationally Unique Identifier

Der OUI-Bereich zeigt, welchem Hersteller ein MAC-Adressbereich zugeordnet wurde.

Wichtig:

In der Praxis können MAC-Adressen auch virtuell erzeugt oder geändert werden.
Deshalb ist die MAC-Adresse nicht immer ein absolut sicherer Gerätenachweis.

Merksatz:

OUI = Herstellerkennung in der MAC-Adresse.

Unicast-MAC-Adresse

Unicast bedeutet:

ein Absender an einen bestimmten Empfänger

Eine Unicast-MAC-Adresse gehört zu einer einzelnen Netzwerkschnittstelle.

Beispiel:

PC A sendet einen Frame direkt an PC B.

Dann verwendet PC A die Ziel-MAC-Adresse von PC B.

Merksatz:

Unicast = einer an einen.

Broadcast-MAC-Adresse

Broadcast bedeutet:

ein Absender an alle Geräte im lokalen Netzwerk

Die Ethernet-Broadcast-MAC-Adresse lautet:

FF:FF:FF:FF:FF:FF

Ein Broadcast wird an alle Geräte innerhalb der Broadcast-Domäne gesendet.

Typische Beispiele:

- ARP-Anfrage
- DHCP-Anfrage

Merksatz:

Broadcast = einer an alle.

Multicast-MAC-Adresse

Multicast bedeutet:

ein Absender an eine bestimmte Gruppe von Empfängern

Nicht alle Geräte sollen den Frame erhalten, sondern nur Mitglieder einer bestimmten Gruppe.

Multicast wird zum Beispiel verwendet bei:

- Streaming
- IPTV
- bestimmten Protokollen
- Gruppenkommunikation

Merksatz:

Multicast = einer an eine Gruppe.

Unicast, Broadcast und Multicast im Vergleich

ArtBedeutungBeispiel
Unicasteiner an einenPC an Server
Broadcasteiner an alleARP-Anfrage
Multicasteiner an eine GruppeStreaming-Gruppe

Prüfungstauglich:

Unicast = gezielt.
Broadcast = alle.
Multicast = Gruppe.

EtherType

Im Ethernet-Frame gibt es ein Feld, das häufig angibt, welches Protokoll in den Nutzdaten enthalten ist.

Dieses Feld nennt man:

EtherType

Beispiele:

EtherTypeBedeutung
0x0800IPv4
0x86DDIPv6
0x0806ARP

Wichtig:

Der Ethernet-Frame kann Daten verschiedener höherer Protokolle transportieren.

Merksatz:

EtherType zeigt, welches Protokoll im Frame transportiert wird.

Nutzdaten im Ethernet-Frame

Die Nutzdaten sind der Inhalt, den der Ethernet-Frame transportiert.

Das können zum Beispiel sein:

- ein IPv4-Paket
- ein IPv6-Paket
- eine ARP-Nachricht
- andere Protokolldaten

Wichtig:

Der Ethernet-Frame transportiert Daten höherer Schichten.

Schicht 2 interessiert sich dabei nicht für die vollständige Bedeutung der Anwendung.

Merksatz:

Ethernet transportiert Nutzdaten höherer Schichten lokal weiter.

FCS

FCS steht für:

Frame Check Sequence

Die FCS ist eine Prüfinformation am Ende des Ethernet-Frames.

Sie dient zur Fehlererkennung.

Der Empfänger kann damit prüfen, ob der Frame während der Übertragung beschädigt wurde.

Merksatz:

FCS = Prüfinformation zur Fehlererkennung im Frame.

CRC

CRC steht für:

Cyclic Redundancy Check

CRC ist ein Verfahren zur Fehlererkennung.

Die FCS im Ethernet-Frame basiert auf einem CRC-Verfahren.

Wenn die Prüfung fehlschlägt, gilt der Frame als beschädigt.

Dann wird er verworfen.

Merksatz:

CRC erkennt Übertragungsfehler.

Fehlererkennung, aber keine Fehlerkorrektur

Ethernet kann über FCS/CRC beschädigte Frames erkennen.

Aber:

Ethernet korrigiert den beschädigten Frame normalerweise nicht selbst.

Ein fehlerhafter Frame wird verworfen.

Wenn eine erneute Übertragung nötig ist, passiert das durch höhere Schichten.

Beispiel:

TCP kann fehlende Daten erneut übertragen lassen.

Merksatz:

Schicht 2 erkennt viele Fehler,
korrigiert sie aber normalerweise nicht selbst.

Präambel und SFD

Vor dem eigentlichen Ethernet-Frame gibt es technische Felder zur Synchronisation.

Dazu gehören:

Präambel
SFD

SFD steht für:

Start Frame Delimiter

Aufgabe:

Der Empfänger soll erkennen,
dass ein Frame beginnt.

Für die Prüfung ist meist nur wichtig:

Ethernet braucht eine Möglichkeit,
den Beginn eines Frames zu erkennen.

Merksatz:

Präambel und SFD helfen beim Erkennen des Frame-Beginns.

Ethernet-Frame grob dargestellt

Vereinfacht sieht ein Ethernet-Frame so aus:

BereichAufgabe
Präambel / SFDSynchronisation und Frame-Beginn
Ziel-MAClokaler Empfänger
Quell-MAClokaler Absender
Typ / LängeProtokoll oder Längenangabe
NutzdatenInhalt höherer Schichten
FCSFehlererkennung

Wichtig:

Für AP1/AP2 sind vor allem Ziel-MAC,
Quell-MAC,
Nutzdaten
und FCS wichtig.

Frame-Größe

Ein normaler Ethernet-Frame hat eine begrenzte Größe.

Typisch ist eine maximale Nutzlast von:

1500 Byte

Diese Nutzlast nennt man oft:

MTU

MTU steht für:

Maximum Transmission Unit

Wichtig:

MTU beschreibt die maximale Größe der Nutzdaten,
die auf einer Verbindung ohne Fragmentierung übertragen werden können.

Merksatz:

MTU = maximale Nutzdaten-Größe einer Verbindung.

Jumbo Frames

Jumbo Frames sind Ethernet-Frames mit größerer Nutzlast als der Standardwert.

Sie werden manchmal in Rechenzentren oder Speichernetzwerken verwendet.

Vorteil:

weniger Overhead bei großen Datenübertragungen

Nachteil:

alle beteiligten Geräte müssen Jumbo Frames unterstützen und passend konfiguriert sein

Wichtig:

In normalen LANs sind Standard-Frames üblich.

Merksatz:

Jumbo Frames brauchen durchgängige Unterstützung auf der Strecke.

Frame, Paket und Segment im Ablauf

Wenn eine Anwendung Daten sendet, werden diese durch die Schichten gekapselt.

Vereinfacht:

Anwendung erzeugt Daten.
TCP macht daraus Segmente.
IP macht daraus Pakete.
Ethernet macht daraus Frames.
Schicht 1 überträgt Bits als Signale.

Beim Empfänger läuft der Prozess umgekehrt.

Merksatz:

Segment in Paket,
Paket in Frame,
Frame in Bits.

Kapselung im Ethernet-Frame

Ein Ethernet-Frame kann ein IP-Paket transportieren.

Vereinfacht:

Ethernet-Frame
enthält
IP-Paket
enthält
TCP-Segment
enthält
Anwendungsdaten

Das nennt man:

Kapselung

Merksatz:

Schicht 2 kapselt Schicht-3-Daten in Frames.

Lokale Zustellung mit MAC-Adressen

MAC-Adressen werden für die lokale Zustellung verwendet.

Beispiel im gleichen LAN:

PC A will PC B erreichen.

Dann benötigt PC A die MAC-Adresse von PC B.

Der Ethernet-Frame wird lokal an diese Ziel-MAC-Adresse gesendet.

Merksatz:

Im gleichen LAN wird direkt an die Ziel-MAC gesendet.

Zustellung zu einem anderen Netzwerk

Wenn das Ziel in einem anderen IP-Netz liegt, sendet der PC den Frame nicht direkt an die MAC-Adresse des entfernten Servers.

Stattdessen sendet er den Frame lokal an die MAC-Adresse des Standard-Gateways.

Beispiel:

PC will Webserver im Internet erreichen.

Dann gilt:

Ziel-IP im IP-Paket = Webserver
Ziel-MAC im Ethernet-Frame = Router / Standard-Gateway

Merksatz:

Entferntes Netz:
Ziel-MAC ist das Gateway,
Ziel-IP bleibt das eigentliche Ziel.

MAC-Adresse ändert sich pro Abschnitt

Bei einer Übertragung über mehrere Router ändert sich der Ethernet-Frame auf jedem lokalen Abschnitt.

Das bedeutet:

Quell-MAC und Ziel-MAC ändern sich von Link zu Link.

Die IP-Adressen bleiben grundsätzlich erhalten, außer bei NAT.

Beispiel:

PC → Router 1
Router 1 → Router 2
Router 2 → Server

Jeder Abschnitt hat eigene MAC-Adressen.

Merksatz:

MAC-Adressen gelten nur lokal bis zum nächsten Router.

IP-Adresse bleibt netzübergreifend

Im Gegensatz zur MAC-Adresse wird die IP-Adresse für die netzübergreifende Zustellung verwendet.

Das IP-Paket enthält:

Quell-IP
Ziel-IP

Diese IP-Adressen bleiben über Router hinweg grundsätzlich erhalten.

Ausnahme:

NAT oder PAT kann IP-Adressen verändern.

Merksatz:

MAC = lokal.
IP = netzübergreifend.

ARP und MAC-Adresse

ARP wird verwendet, um zu einer IP-Adresse die passende MAC-Adresse im lokalen Netz zu finden.

ARP steht für:

Address Resolution Protocol

Beispiel:

PC kennt die IP-Adresse des Gateways.
PC braucht die MAC-Adresse des Gateways.

Dann sendet der PC eine ARP-Anfrage.

Merksatz:

ARP findet MAC-Adresse zu IP-Adresse im lokalen Netz.

ARP-Anfrage als Broadcast

Eine ARP-Anfrage wird als Broadcast gesendet.

Grund:

Der Absender kennt die MAC-Adresse des Zielgeräts noch nicht.

Deshalb fragt er alle Geräte im lokalen Netz:

Wer hat diese IP-Adresse?

Die Broadcast-MAC-Adresse lautet:

FF:FF:FF:FF:FF:FF

Merksatz:

ARP-Anfrage = Broadcast.

ARP-Antwort als Unicast

Die ARP-Antwort kommt normalerweise als Unicast zurück.

Das Gerät mit der gesuchten IP-Adresse antwortet:

Diese IP-Adresse gehört zu dieser MAC-Adresse.

Danach kann der Absender den Frame gezielt an diese MAC-Adresse senden.

Merksatz:

ARP-Antwort = meistens Unicast.

MAC-Adresstabelle und Ethernet-Frames

Ein Switch verwendet Ethernet-Frames, um seine MAC-Adresstabelle zu füllen.

Er schaut auf die Quell-MAC-Adresse eingehender Frames.

Beispiel:

Frame kommt an Port 5 an.
Quell-MAC ist 00:11:22:33:44:55.

Der Switch lernt:

00:11:22:33:44:55 ist an Port 5 erreichbar.

Merksatz:

Switch lernt über die Quell-MAC.

Weiterleitung bekannter Ziel-MAC

Wenn der Switch die Ziel-MAC-Adresse kennt, leitet er den Frame gezielt weiter.

Beispiel:

Ziel-MAC ist an Port 8 bekannt.

Dann sendet der Switch den Frame nur an Port 8.

Vorteil:

weniger unnötiger Datenverkehr
bessere Effizienz
mehr Sicherheit als Hub

Merksatz:

Bekannte Ziel-MAC = gezielte Weiterleitung.

Unbekannte Ziel-MAC und Flooding

Wenn der Switch die Ziel-MAC-Adresse nicht kennt, muss er den Frame verteilen.

Er sendet den Frame an alle passenden Ports außer dem Eingangsport.

Das nennt man:

Flooding

Wenn die Zielstation antwortet, lernt der Switch deren MAC-Adresse.

Merksatz:

Unbekannte Ziel-MAC = Flooding.

Broadcast und Flooding unterscheiden

Broadcast und Flooding werden manchmal verwechselt.

BegriffBedeutung
BroadcastFrame ist ausdrücklich an alle adressiert
FloodingSwitch verteilt Frame, weil Ziel-MAC unbekannt ist

Beide können dazu führen, dass Frames an mehrere Ports gehen.

Aber der Grund ist unterschiedlich.

Merksatz:

Broadcast = Ziel ist alle.
Flooding = Ziel ist unbekannt.

Frame-Fehler und Switch-Port-Statistiken

Switches können Fehler zählen.

Typische Hinweise:

- CRC-Fehler
- FCS-Fehler
- zu kurze Frames
- zu lange Frames
- verworfene Frames
- Kollisionen bei alten Halbduplex-Links

Solche Fehler können auf Schicht-1- oder Schicht-2-Probleme hinweisen.

Merksatz:

Frame-Fehler helfen bei der Fehlersuche.

Schicht 2 und Schicht 1 zusammen

Schicht 2 ist auf Schicht 1 angewiesen.

Beispiel:

Wenn das Kabel defekt ist,
kommen Bits fehlerhaft an.

Dann können Frames beschädigt werden.

Schicht 2 erkennt den Fehler über FCS/CRC und verwirft den Frame.

Merksatz:

Schlechte Signale können beschädigte Frames verursachen.

Was ein Ethernet-Frame nicht enthält

Ein Ethernet-Frame enthält keine vollständige Information über den gesamten Weg durch das Internet.

Er enthält nur Informationen für den lokalen Abschnitt.

Ein Ethernet-Frame enthält nicht als Hauptaufgabe:

- Routingentscheidung über mehrere Netze
- DNS-Name
- HTTP-URL
- Benutzername
- TCP-Sitzungsverwaltung

Diese Themen gehören zu höheren Schichten.

Merksatz:

Ethernet-Frame = lokale Zustellung,
nicht kompletter Internetweg.

Typische Fehler mit Frames und MAC-Adressen

Mögliche Fehler:

- falsches VLAN
- MAC-Adresse wird nicht gelernt
- MAC-Adresstabelle veraltet
- Broadcast-Sturm
- Schleife im Switch-Netz
- falsche Port-Konfiguration
- beschädigte Frames durch Signalprobleme
- doppelte MAC-Adresse
- ARP-Probleme

Merksatz:

Schicht-2-Probleme betreffen lokale Zustellung und Frames.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Was ist ein Ethernet-Frame?
- Welche wichtigen Felder enthält ein Ethernet-Frame?
- Was ist eine Ziel-MAC-Adresse?
- Was ist eine Quell-MAC-Adresse?
- Wie ist eine MAC-Adresse aufgebaut?
- Was ist die Broadcast-MAC-Adresse?
- Was ist der Unterschied zwischen Unicast, Broadcast und Multicast?
- Was macht die FCS?
- Was bedeutet CRC?
- Was ist die MTU?
- Warum ändern sich MAC-Adressen auf dem Weg über Router?
- Warum bleibt die IP-Adresse grundsätzlich erhalten?
- Was macht ARP?
- Was ist der Unterschied zwischen Broadcast und Flooding?

Typische Prüfungsfallen

Frame ist Schicht 2.

Paket ist Schicht 3.

Segment ist Schicht 4 bei TCP.

MAC-Adressen gelten lokal.

IP-Adressen gelten netzübergreifend.

Ziel-MAC ist nicht immer die MAC-Adresse des endgültigen Internetservers.

Bei Ziel in anderem Netz ist Ziel-MAC die MAC-Adresse des Gateways.

Switches lernen über Quell-MAC-Adressen.

Broadcast-MAC-Adresse ist FF:FF:FF:FF:FF:FF.

ARP-Anfragen sind Broadcasts.

ARP-Antworten sind meistens Unicast.

Broadcast und Flooding sind nicht dasselbe.

FCS/CRC erkennt Fehler,
korrigiert sie aber nicht automatisch.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

BegriffKurze Erklärung
Ethernet-FrameDatenrahmen auf Schicht 2
FrameProtocol Data Unit der Sicherungsschicht
Ziel-MAC-Adresselokaler Empfänger des Frames
Quell-MAC-Adresselokaler Absender des Frames
MAC-Adresselokale Hardwareadresse einer Netzwerkschnittstelle
OUIHerstellerkennung in einer MAC-Adresse
Unicasteiner an einen
Broadcasteiner an alle
Multicasteiner an eine Gruppe
Broadcast-MACFF:FF:FF:FF:FF:FF
EtherTypeFeld zur Angabe des enthaltenen Protokolls
Nutzdatentransportierter Inhalt höherer Schichten
FCSFrame Check Sequence
CRCPrüfsummenverfahren zur Fehlererkennung
MTUMaximum Transmission Unit
Jumbo FrameFrame mit größerer Nutzlast
ARPsucht MAC-Adresse zu IP-Adresse
FloodingWeiterleitung an mehrere Ports bei unbekannter Ziel-MAC

IHK-sichere Kurzformulierung

Ein Ethernet-Frame ist die Datenübertragungseinheit auf OSI-Schicht 2. Er enthält unter anderem eine Ziel-MAC-Adresse, eine Quell-MAC-Adresse, Nutzdaten und eine Prüfinformation zur Fehlererkennung. MAC-Adressen dienen der lokalen Zustellung innerhalb eines Netzwerks. Switches leiten Frames anhand der Ziel-MAC-Adresse weiter und lernen MAC-Adressen über die Quell-MAC-Adresse eingehender Frames. Wenn das Ziel in einem anderen IP-Netz liegt, wird der Frame lokal an die MAC-Adresse des Standard-Gateways gesendet, während die Ziel-IP-Adresse im IP-Paket das eigentliche entfernte Ziel bleibt. Über FCS/CRC können beschädigte Frames erkannt und verworfen werden.


Merksätze

Ethernet-Frame = Schicht 2.

IP-Paket = Schicht 3.

TCP-Segment = Schicht 4.

Frame = lokaler Datenrahmen.

Ziel-MAC = lokaler Empfänger.

Quell-MAC = lokaler Absender.

MAC-Adresse = 48 Bit.

MAC-Adressen werden meist hexadezimal geschrieben.

Unicast = einer an einen.

Broadcast = einer an alle.

Multicast = einer an Gruppe.

Broadcast-MAC = FF:FF:FF:FF:FF:FF.

EtherType zeigt das enthaltene Protokoll.

FCS/CRC erkennt beschädigte Frames.

Ethernet korrigiert beschädigte Frames normalerweise nicht selbst.

MTU = maximale Nutzdaten-Größe.

MAC gilt lokal.

IP gilt netzübergreifend.

Entferntes Ziel:
Ziel-MAC = Gateway.

ARP findet MAC zu IP im lokalen Netz.

ARP-Anfrage = Broadcast.

ARP-Antwort = meistens Unicast.

Switch lernt über Quell-MAC.

Bekannte Ziel-MAC = gezielt.

Unbekannte Ziel-MAC = Flooding.

Broadcast und Flooding sind nicht dasselbe.