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Zusammenfassung: Schicht 4, Ports, NAT, Firewall und DMZ

Zusammenfassung: Schicht 4, Ports, NAT, Firewall und DMZ

Bereich: Seite 64 bis einschließlich Seite 94
Themen: Ports, TCP, UDP, QUIC, Portknocking, Portforwarding, NAT/PAT, Allowlist/Blocklist, Firewall, iptables, DMZ


1. Schicht 4 – Transportschicht

Die Schicht 4 ist die Transportschicht. Sie sorgt dafür, dass Daten nicht nur zu einem bestimmten Rechner gelangen, sondern auch zur richtigen Anwendung oder zum richtigen Dienst auf diesem Rechner.

Wichtige Themen der Schicht 4:

  • Ports
  • TCP
  • UDP
  • QUIC
  • Portknocking
  • Portforwarding / Destination NAT
  • NAT / PAT / Source NAT
  • Allowlist und Blocklist

Die IP-Adresse bestimmt den Host.
Der Port bestimmt den Dienst oder das Programm auf diesem Host.

Beispiel:

192.168.1.11:80

Das bedeutet:

Host: 192.168.1.11
Dienst/Port: 80

Port 80 steht typischerweise für HTTP.

Die Kombination aus IP-Adresse und Port nennt man Socket.


Grafik 1: IP-Adresse, Port und Socket

Socket = IP-Adresse + Port IP-Adresse 192.168.1.11 bestimmt den Host

:

Port 80 bestimmt den Dienst Dienst HTTP Webserver

2. Warum braucht man Ports?

Ein Rechner kann mehrere Netzwerkprogramme gleichzeitig ausführen.

Beispiele:

  • Webbrowser
  • Mailprogramm
  • Dateifreigabe
  • Druckdienst
  • Datenbankdienst
  • Webserver

Nur mit der IP-Adresse weiß man zwar, welcher Rechner gemeint ist.
Man weiß aber noch nicht, welche Anwendung auf diesem Rechner gemeint ist.

Vergleich:

IP-Adresse = Adresse eines Mehrfamilienhauses
Port       = Name oder Wohnung der Person im Haus

Beispiel Printserver:

10.1.1.1:9100 = Laserdrucker
10.1.1.1:9101 = Tintenstrahldrucker
10.1.1.1:9102 = Nadeldrucker

Alle Drucker haben dieselbe IP-Adresse, aber unterschiedliche Ports.


3. Schreibweise von IP-Adresse und Port

Bei IPv4 schreibt man:

IPv4-Adresse:Port
192.168.1.11:80

Bei IPv6 muss die Adresse in eckige Klammern:

[IPv6-Adresse]:Port
[2001:1234:5678:90AB:CDEF:1A2B:3C4D:5E6F]:80

Wichtig:

IP-Adresse + Port = Socket

4. Aufteilung der Ports

Ports sind in drei große Bereiche eingeteilt.

Bereich Portnummern Bedeutung
System Ports 0 bis 1023 feste, bekannte Dienste
User Ports 1024 bis 49151 registrierte Anwendungsports
Dynamic/Private Ports 49152 bis 65535 temporäre Ports für kurzfristige Verbindungen

5. Wichtige System Ports

Diese Ports sollte man für Prüfung und Praxis kennen:

Port Dienst Protokoll
20 / 21 FTP TCP
22 SSH TCP
25 SMTP TCP
53 DNS meist UDP
67 / 68 DHCP UDP
80 HTTP TCP
110 POP3 TCP
123 NTP meist UDP
143 IMAP TCP
443 HTTPS TCP
445 SMB / Samba TCP

6. Wichtige User Ports

Port Dienst Protokoll
3128 Squid Proxy TCP
3306 MySQL TCP
9100 HP-Druckerport TCP
10000 Webmin TCP

7. UDP

UDP ist ein einfaches Transportprotokoll.

Eigenschaften:

  • verbindungslos
  • schneller als TCP
  • weniger Verwaltungsaufwand
  • keine eingebaute Garantie, dass Pakete ankommen
  • keine eingebaute Reihenfolgekontrolle
  • wird häufig genutzt, wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als perfekte Kontrolle

Typische Beispiele:

  • DNS
  • DHCP
  • NTP
  • Streaming
  • VoIP
  • Online-Gaming

Merksatz:

UDP ist schnell, aber nicht besonders kontrollierend.

8. TCP

TCP ist verbindungsorientiert.

Eigenschaften:

  • baut eine Verbindung auf
  • bestätigt empfangene Daten
  • kontrolliert Reihenfolge und Vollständigkeit
  • ist zuverlässiger als UDP
  • erzeugt aber mehr Verwaltungsaufwand

Typische Beispiele:

  • HTTP
  • HTTPS
  • SSH
  • FTP
  • SMTP
  • IMAP
  • POP3
  • SMB

Merksatz:

TCP ist kontrollierter, aber aufwendiger.

9. TCP-Verbindungsaufbau: 3-Wege-Handshake

Beim TCP-Verbindungsaufbau werden drei Schritte genutzt.

  1. Client sendet SYN.
  2. Server antwortet mit SYN + ACK.
  3. Client bestätigt mit ACK.

Danach ist die Verbindung aufgebaut.


Grafik 2: TCP 3-Wege-Handshake

TCP-Verbindungsaufbau: 3-Wege-Handshake Client Server 1. SYN 2. SYN + ACK 3. ACK

Verbindung ist aufgebaut


10. TCP-Verbindungsabbau: 4-Wege-Handshake

Beim Verbindungsabbau werden vier Schritte genutzt.

  1. Client sendet FIN.
  2. Server bestätigt mit ACK.
  3. Server sendet ebenfalls FIN.
  4. Client bestätigt mit ACK.

Danach ist die Verbindung sauber beendet.

Merksatz:

TCP-Aufbau: 3 Schritte
TCP-Abbau: 4 Schritte

11. TCP und Sicherheit

Beim TCP-Verbindungsaufbau kann es zu Angriffen kommen, zum Beispiel SYN-Flood-Angriffen.

Dabei werden viele SYN-Anfragen an einen Server gesendet.
Der Server wartet auf die abschließende Bestätigung, bekommt diese aber nicht oder nicht vollständig.
Dadurch können Ressourcen blockiert werden.

Das gehört zum Bereich Denial-of-Service beziehungsweise Distributed-Denial-of-Service.


12. QUIC

QUIC soll Vorteile von UDP und TCP kombinieren.

Eigenschaften:

  • basiert technisch auf UDP
  • soll schneller und moderner sein
  • arbeitet immer mit Verschlüsselung
  • wird besonders im modernen Web wichtig

Merksatz:

QUIC versucht, UDP-Geschwindigkeit mit TCP-ähnlicher Zuverlässigkeit und Verschlüsselung zu verbinden.

13. Portknocking

Portknocking bedeutet sinngemäß:

Erst richtig anklopfen, dann wird etwas freigegeben.

Dabei werden von außen bestimmte Ports in einer festgelegten Reihenfolge angesprochen.

Beispiel:

11.1.2.4:1111
11.1.2.4:2222
11.1.2.4:3333

Nur wenn diese Reihenfolge stimmt, löst die Firewall oder der Router ein Ereignis aus.

Beispiel aus dem Kochbuch:

Portknocking löst Wake-on-LAN aus.
Der interne Webserver startet.
Danach kann ein Zugriff erfolgen.

Vorteil:

  • Dienste müssen nicht dauerhaft offen sichtbar sein.

Nachteil:

  • zusätzlicher Verwaltungsaufwand
  • kein Ersatz für echte Authentifizierung oder sichere Dienste

14. Portforwarding / Destination NAT

Portforwarding leitet Anfragen von außen nach innen weiter.

Ziel:

Internet -> Router/Firewall -> interner Server

Beispiel:

Externe Adresse: 11.1.2.4:80
Weiterleitung auf: 192.168.178.11:80

Oder:

11.1.2.4:81 -> 192.168.178.22:80

Dadurch können zwei interne Webserver von außen erreichbar gemacht werden, obwohl beide intern Port 80 nutzen.

Wichtig:

Die externe IP-Adresse bleibt gleich.
Die externen Ports unterscheiden, welcher interne Dienst gemeint ist.


Grafik 3: Portforwarding / Destination NAT

Portforwarding / Destination NAT Internet Laptop extern Router / Firewall 11.1.2.4 Port 80 -> Server 1 Port 81 -> Server 2 Webserver 1 192.168.178.11:80 Webserver 2 192.168.178.22:80 11.1.2.4:80 -> :80 -> :80

15. Sicherheitsproblem bei Portforwarding

Portforwarding ist praktisch, aber nicht besonders sicher.

Problem:

Von außen wird ein direkter Weg in das interne Netz geschaffen.

Das kann gefährlich sein, wenn der interne Dienst schlecht abgesichert ist.

Besser:

  • möglichst kein unnötiges Portforwarding
  • VPN oder Tailscale verwenden
  • Dienste aktuell halten
  • starke Authentifizierung nutzen
  • Firewall-Regeln sauber setzen
  • Zugriff einschränken
  • Portforwarding eventuell mit Portknocking kombinieren

16. NAT / PAT / Source NAT

Im Alltag sagt man oft NAT.
Genauer ist bei vielen Heimroutern eigentlich PAT.

PAT bedeutet Port Address Translation.

Ziel:

Mehrere interne Geräte teilen sich eine öffentliche IP-Adresse.

Beispiel:

Interner PC: 192.168.178.11
Fritz!Box extern: 11.1.2.4
Ziel im Internet: 193.99.144.85:80

Der interne PC kann nicht direkt mit seiner privaten IP-Adresse ins Internet.
Die Fritz!Box ersetzt deshalb die interne Quelladresse durch ihre öffentliche Adresse und merkt sich den Zusammenhang in einer Tabelle.


17. Ablauf bei NAT / PAT

Beispiel:

PC möchte Webseite öffnen:
192.168.178.11:55555 -> 193.99.144.85:80

Die Fritz!Box erstellt einen Fake-Port:

11.1.2.4:60000 -> 193.99.144.85:80

Wenn die Antwort aus dem Internet zurückkommt, schaut die Fritz!Box in ihrer Tabelle nach:

11.1.2.4:60000 gehört intern zu 192.168.178.11:55555

Dann leitet sie die Antwort an den richtigen internen PC weiter.


Grafik 4: NAT / PAT / Source NAT

NAT / PAT / Source NAT Interner PC 192.168.178.11:55555 Fritz!Box extern: 11.1.2.4 Fake-Port: 60000 merkt sich Zuordnung Webserver 193.99.144.85:80 Anfrage 11.1.2.4:60000 Antwort an Fake-Port zurück an PC

18. Unterschied Portforwarding und NAT/PAT

Begriff Richtung Zweck
Portforwarding / Destination NAT extern nach intern Zugriff aus dem Internet auf internen Dienst
NAT / PAT / Source NAT intern nach extern interne Geräte nutzen gemeinsam eine öffentliche IP

Merksatz:

Portforwarding: Internet möchte nach innen.
NAT/PAT: internes Netz möchte nach außen.

19. Allowlist und Blocklist

Früher sagte man Whitelist und Blacklist.
Heute sagt man besser Allowlist und Blocklist.


20. Allowlist

Grundprinzip:

Alles ist verboten, außer es steht ausdrücklich in der Allowlist.

Beispiel:

Allowlist:
web.de

Dann gilt:

web.de   erlaubt
gmx.de   verboten
gmail.de verboten

Vorteil:

  • sehr streng
  • schützt gut vor unerwünschtem Zugriff

Nachteil:

  • hoher Pflegeaufwand
  • neue erlaubte Seiten müssen ständig ergänzt werden

21. Blocklist

Grundprinzip:

Alles ist erlaubt, außer es steht ausdrücklich in der Blocklist.

Beispiel:

Blocklist:
gmx.de
gmail.de

Dann gilt:

web.de   erlaubt
gmx.de   verboten
gmail.de verboten

Vorteil:

  • einfacher zu betreiben als reine Allowlist
  • gut für bekannte unerwünschte Seiten

Nachteil:

  • niemals vollständig
  • neue gefährliche Seiten können noch fehlen
  • manchmal werden Seiten gesperrt, die eigentlich erlaubt sein sollen

22. Kombination aus Allowlist und Blocklist

Praktische Lösung:

Zuerst Allowlist prüfen.
Danach Blocklist prüfen.

Beispiel:

Allowlist:
gmail.de

Blocklist:
gmx.de
gmail.de

Dann gilt:

web.de   erlaubt, weil in keiner Liste verboten
gmx.de   verboten, weil in Blocklist
gmail.de erlaubt, weil Allowlist Vorrang hat

Das ist oft sinnvoller als nur eine reine Allowlist oder nur eine reine Blocklist.


23. SquidGuard

SquidGuard kann Webseiten nach Kategorien filtern.

Beispiele für Kategorien:

  • Dating
  • Mailing
  • Hacking
  • Werbung
  • Malware
  • Glücksspiel

Das Ausrufezeichen bedeutet „nicht“ beziehungsweise „verboten“.

Beispielhafte Logik:

Allowlist !Dating !Mailing !Hacking any

Sinngemäß:

  1. Prüfe zuerst Allowlist.
  2. Wenn Treffer in Allowlist: erlauben.
  3. Wenn kein Treffer: prüfe verbotene Kategorien.
  4. Wenn Treffer in verbotener Kategorie: sperren.
  5. Wenn kein Treffer: erlauben.

24. Firewalls

Eine Firewall kontrolliert Netzwerkverkehr anhand von Regeln.

Sie entscheidet:

Darf dieses Paket durch?
Ja oder Nein?

Firewalls können auf verschiedenen Ebenen arbeiten:

  • Host-Firewall
  • Unternehmens-Firewall
  • Paketfilter-Firewall
  • Stateful-Packet-Inspection-Firewall

25. Personal-Firewall und Unternehmens-Firewall

Firewall-Typ Aufgabe
Personal-Firewall schützt einen einzelnen PC oder Server
Unternehmens-Firewall schützt ein ganzes LAN oder Teilnetze

26. Paketfilter-Firewall

Eine Paketfilter-Firewall ist einfacher und älter.

Problem:

Bei klassischen Paketfiltern muss häufig Hinweg und Rückweg erlaubt werden.

Beispiel:

Client -> Server erlauben
Server -> Client ebenfalls erlauben

Das ist fehleranfälliger.


27. Stateful Packet Inspection Firewall

Eine SPI-Firewall merkt sich den Zustand einer Verbindung.

Vorteil:

Nur der Hinweg muss ausdrücklich erlaubt werden.
Der Rückweg wird automatisch als passende Antwort erkannt.

Das ist moderner und sicherer.

Beispiel:

Intern -> Internet erlaubt
Antwort Internet -> Intern wird automatisch erkannt

28. Steuerbare Schichten einer SPI-Firewall

Eine SPI-Firewall kann mehrere Bedingungen prüfen.

OSI-Schicht Prüfbares Merkmal
Schicht 2 MAC-Adresse
Schicht 3 IP-Adresse
Schicht 4 TCP oder UDP
Schicht 5 bis 7 Port / Anwendung

Wichtig:

Alle angegebenen Bedingungen sind logisch UND-verknüpft.

Beispiel:

Nur diese MAC-Adresse
UND nur diese IP-Adresse
UND nur TCP
UND nur Port 22

Dann darf nur genau dieser passende Verkehr durch.

Wichtiger Merksatz:

Was nicht abgefragt wird, ist erlaubt.

Das bedeutet:

Wenn eine Regel keine MAC-Adresse prüft, ist die MAC-Adresse für diese Regel egal.


29. Firewall als Brücke zwischen intern und extern

Im Kochbuch wird die Firewall mit einer Brücke zwischen Insel und Festland verglichen.

  • Insel = internes sicheres Netz
  • Festland = externes unsicheres Netz
  • Brücke = Firewall
  • Wachmannschaft = Linux-System mit Firewall
  • grüne Seite = internes Netz
  • rote Seite = externes Netz

Die Firewall kontrolliert, wer von innen nach außen und von außen nach innen darf.


30. iptables: INPUT, OUTPUT und FORWARD

Bei iptables gibt es drei wichtige Regelketten.

Regelkette Bedeutung
INPUT Verkehr zur Firewall selbst
OUTPUT Verkehr von der Firewall selbst nach außen
FORWARD Verkehr, der durch die Firewall hindurchgeleitet wird

Grafik 5: INPUT, OUTPUT und FORWARD

iptables: INPUT, OUTPUT und FORWARD Intern eth0 / grün Firewall Linux INPUT OUTPUT FORWARD Extern eth1 / rot INPUT OUTPUT FORWARD = Verkehr durch die Firewall hindurch

31. FORWARD

FORWARD betrifft Datenverkehr, der durch die Firewall hindurchgeht.

Beispiele:

internes Netz -> Firewall -> Internet
Internet -> Firewall -> internes Netz

FORWARD ist wichtig, wenn die Firewall als Router zwischen zwei Netzen arbeitet.


32. INPUT

INPUT betrifft Datenverkehr, der direkt an die Firewall selbst gerichtet ist.

Beispiele:

Admin-PC -> Firewall per SSH
Monitoring-Server -> Firewall
Ping an Firewall

33. OUTPUT

OUTPUT betrifft Datenverkehr, der von der Firewall selbst erzeugt wird.

Beispiele:

Firewall -> NTP-Server
Firewall -> DNS-Server
Firewall -> Update-Server

34. Beispiel einfache Firewall

Beim Erstellen einer Firewall-Regel muss man sich immer fragen:

  • Wo ist die Quelle?
  • Wo ist das Ziel?
  • Ist es INPUT, OUTPUT oder FORWARD?
  • Wird TCP, UDP oder ICMP genutzt?
  • Welcher Port wird genutzt?
  • Ist die IP-Adresse ein einzelner Host oder ein ganzes Netz?
  • Muss eine Subnetzmaske angegeben werden?
  • Soll zusätzlich die MAC-Adresse geprüft werden?

Wichtig:

ICMP hat keinen Port.

35. iptables-Syntax aus dem Kochbuch

Beispielhafte Regeln:

$FT $MP -s 192.168.2.0/24 -d 192.168.1.2 --dports 80,3128 $R
$IT $MAC 1A:2B:3C:4D:5E:6F -s 192.168.2.2 -d 192.168.2.1 --dport 22 $R
$OU -s 192.168.1.1 -d 192.168.1.2 --dport 123 $R

Bedeutung:

Kürzel / Option Bedeutung
FT FORWARD TCP
IT INPUT TCP
OU OUTPUT UDP
MP Multiport, also mehrere Ports
-s Source / Quelle
-d Destination / Ziel
--dport ein Ziel-Port
--dports mehrere Ziel-Ports
MAC MAC-Adresse zusätzlich prüfen
ACCEPT Regel erlaubt den Verkehr
DROP Paket wird verworfen

36. Catch-all-Regel

Am Ende steht häufig:

iptables -A INPUT -j DROP
iptables -A OUTPUT -j DROP
iptables -A FORWARD -j DROP

Bedeutung:

Alles, was vorher nicht ausdrücklich erlaubt wurde, wird verboten.

Das ist ein sehr wichtiges Firewall-Prinzip.

Merksatz:

Erst erlauben, was gebraucht wird.
Dann alles andere blockieren.

37. Praktische Umsetzung einer einfachen Firewall

Für das einfache Beispiel braucht man:

  • Linux-PC
  • zwei Netzwerkkarten
  • Root-Rechte
  • iptables-Skript
  • passende IP-Adressen auf den Netzwerkkarten

Beispiel:

Netzwerkkarte 1: 192.168.1.1
Netzwerkkarte 2: 192.168.2.1

Typische Befehle:

sudo -s
chmod 755 alle.sh
./alle.sh

38. DMZ – Demilitarisierte Zone

Eine DMZ ist ein separates Zwischennetz.

Sie wird genutzt für Server, die sowohl von intern als auch von extern erreichbar sein sollen.

Beispiele:

  • Webserver
  • Mailserver
  • DNS-Server
  • Reverse Proxy

Die DMZ liegt nicht direkt im internen LAN.

Ziel:

Wenn ein öffentlicher Server angegriffen wird, soll nicht direkt das interne LAN betroffen sein.

39. DMZ-Farben

Typische Darstellung:

Bereich Farbe
Internes LAN grün
Externes Netz / Internet rot
DMZ orange

40. Zwei-stufiges DMZ-Konzept

Das zwei-stufige Konzept nutzt zwei Firewalls.

Aufbau:

Internet -> Firewall 1 -> DMZ -> Firewall 2 -> internes LAN

Vorteile:

  • sicherer
  • doppelte Verteidigungslinie
  • in IHK-Prüfungen oft bevorzugt

Nachteile:

  • aufwendiger
  • zwei Firewalls
  • zwei Regelwerke
  • Routing muss sauber geplant werden

Merksatz:

Zwei-stufige DMZ = sicherer, aber aufwendiger.

41. Ein-stufiges DMZ-Konzept

Das ein-stufige Konzept nutzt eine Firewall mit drei Netzwerkkarten.

Aufbau:

Internes LAN
     |
Firewall mit 3 Netzwerkkarten
     |
Internet
     |
DMZ

Vorteile:

  • weniger Aufwand
  • nur eine Firewall
  • nur ein Regelwerk

Nachteile:

  • weniger sicher als zwei-stufiges Konzept
  • nur eine Verteidigungslinie

Merksatz:

Ein-stufige DMZ = einfacher, aber unsicherer.

Grafik 6: Ein-stufige DMZ mit drei Netzwerkkarten

Ein-stufige DMZ Firewall 3 Netzwerkkarten Internes LAN grün Internet rot DMZ orange

Grafik 7: Zwei-stufige DMZ

Zwei-stufige DMZ Internet rot Firewall 1 DMZ orange Firewall 2 Internes LAN

42. Komplexere Firewall mit DMZ

Im komplexeren Beispiel wird eine Linux-Maschine mit drei Netzwerkkarten als Firewall eingesetzt.

Beispielhafte Netze:

Externes Netz: 192.168.1.0/24
Internes Netz: 192.168.2.0/24
DMZ:           192.168.3.0/24

Die Firewall hat dann zum Beispiel:

1. Netzwerkkarte: 192.168.1.1
2. Netzwerkkarte: 192.168.2.1
3. Netzwerkkarte: 192.168.3.1

Regeln können dann zum Beispiel erlauben:

  • internes Netz darf Web/Proxy nach extern nutzen
  • interner Host darf per SSH auf Firewall
  • interner Admin-PC darf per SSH auf DMZ-Server
  • internes Netz darf DNS-Server in der DMZ nutzen
  • Firewall darf NTP nach außen nutzen

Alles andere wird durch DROP verworfen.


43. Prüfungssichere Merksätze

IP-Adresse = welcher Host?
Port = welcher Dienst?
Socket = IP-Adresse + Port

TCP (Transmission Control Protocol) = verbindungsorientiert und zuverlässig

TCP ist wie ein Einschreiben mit Rückschein. Es ist extrem zuverlässig, aber durch die vielen Kontrollen etwas langsamer.
TCP baut vor der eigentlichen Datenübertragung eine Verbindung auf. Dafür wird der sogenannte Three-Way-Handshake verwendet.

Vereinfacht:

1. Client fragt: Darf ich eine Verbindung aufbauen?
2. Server antwortet: Ja, ich bin bereit.
3. Client bestätigt: Verbindung steht.

UDP (User Datagram Protocol) = verbindungslos und schnell
Verbindungslos: Es wird keine formelle Verbindung (kein "Handshake") zwischen Sender und Empfänger aufgebaut,
bevor Daten gesendet werden. Daten werden einfach "abgeschickt"

Unzuverlässig: Es gibt keine Empfangsbestätigung und keine Prüfung, ob ein Paket angekommen ist.
Geht ein Paket verloren, wird es nicht erneut gesendet.

UDP ist wie das Werfen eines Balls. Es sendet Daten einfach los, ohne zu prüfen, ob sie ankommen.
Es ist rasend schnell und wird daher oft für Live-Streaming, Online-Gaming oder Telefonie (VoIP) genutzt.

QUIC = modernes Protokoll auf UDP-Basis mit Verschlüsselung
Portforwarding = von außen nach innen
NAT/PAT (Network/Port Address Translation) = von innen nach außen über eine gemeinsame öffentliche IP
NAT/PAT = interne private Adressen werden beim Zugriff nach außen in eine öffentliche Adresse übersetzt.

Allowlist = alles verboten außer erlaubt
Blocklist = alles erlaubt außer verboten

SPI-Firewall (Stateful Packet Inspection) = merkt sich Verbindungszustände
Erklärung: ist eine hochentwickelte Sicherheitstechnologie in Routern und Firewalls. Sie schützt Netzwerke, indem sie Datenpakete nicht nur einzeln bewertet, sondern den gesamten Kontext und Verbindungsstatus (den "Zustand") einer Kommunikation überwacht und speichert.

INPUT = zur Firewall selbst
OUTPUT = von der Firewall selbst
FORWARD = durch die Firewall hindurch
Portforwarding = eingehende Verbindung von außen wird gezielt an ein internes Gerät weitergeleitet.
DMZ = separates Zwischennetz für öffentlich erreichbare Server
Zwei-stufige DMZ = sicherer, aber aufwendiger
Ein-stufige DMZ = einfacher, aber unsicherer

44. Mini-Vergleich: wichtigste Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Port Nummer für Dienst oder Anwendung
Socket Kombination aus IP-Adresse und Port
TCP zuverlässige Verbindung mit Aufbau und Abbau
UDP schnelle, verbindungslose Übertragung
QUIC modernes, verschlüsseltes Protokoll auf UDP-Basis
Portknocking richtige Port-Reihenfolge löst Ereignis aus
Portforwarding externer Port wird auf internen Dienst weitergeleitet
NAT/PAT interne Geräte teilen sich öffentliche IP-Adresse
Allowlist nur ausdrücklich Erlaubtes ist erlaubt
Blocklist alles erlaubt außer ausdrücklich Verbotenem
Firewall kontrolliert Netzwerkverkehr anhand von Regeln
SPI Stateful Packet Inspection, merkt sich Verbindungen
INPUT Pakete zur Firewall
OUTPUT Pakete von der Firewall
FORWARD Pakete durch die Firewall
DMZ separates Netz für Dienste zwischen intern und extern

45. Typische Prüfungsfrage: Was ist der Unterschied zwischen NAT und Portforwarding?

NAT/PAT wird genutzt, wenn interne Geräte ins Internet wollen.
Dabei ersetzt der Router die private Quelladresse durch seine öffentliche IP-Adresse und merkt sich die Verbindung über Ports.

Portforwarding wird genutzt, wenn externe Geräte aus dem Internet auf einen internen Dienst zugreifen sollen.
Dabei wird ein externer Port auf eine interne IP-Adresse und einen internen Port weitergeleitet.

Kurz:

NAT/PAT: innen -> außen
Portforwarding: außen -> innen

46. Typische Prüfungsfrage: Warum ist eine DMZ sinnvoll?

Eine DMZ trennt öffentlich erreichbare Server vom internen LAN.

Wenn ein Webserver in der DMZ angegriffen oder kompromittiert wird, liegt er nicht direkt im internen Netz.
Dadurch wird das interne LAN besser geschützt.

Kurz:

DMZ = Sicherheitszone zwischen Internet und internem LAN.

47. Typische Prüfungsfrage: Warum ist eine SPI-Firewall besser als ein einfacher Paketfilter?

Eine SPI-Firewall merkt sich den Zustand einer Verbindung.

Wenn ein interner Client eine Verbindung nach außen aufbaut, erkennt die Firewall die passende Antwort automatisch.
Man muss den Rückweg nicht separat freigeben.

Kurz:

Paketfilter: Hinweg und Rückweg oft manuell regeln.
SPI-Firewall: Hinweg erlauben, Rückweg wird passend erkannt.

48. Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet „Default DROP“?

Default DROP bedeutet:

Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, wird verworfen.

Das ist ein sicheres Firewall-Grundprinzip.

Man erstellt zuerst die notwendigen Erlaubnisregeln.
Am Ende wird alles andere blockiert.


49. Gesamtbild

Die Seiten 64 bis 94 zeigen den Übergang von der Transportschicht zur praktischen Netzwerksicherheit.

Erst wird erklärt, wie Dienste über Ports unterschieden werden.
Danach wird gezeigt, wie TCP, UDP und QUIC arbeiten.
Anschließend geht es darum, wie Verbindungen nach innen oder außen weitergeleitet werden.
Zum Schluss werden Firewalls, iptables-Regeln und DMZ-Konzepte erklärt.

Das zentrale Prinzip lautet:

Netzwerkkommunikation muss adressiert, unterschieden, kontrolliert und abgesichert werden.