Skip to main content

Kompakte Wiederholung und Prüfungsfragen zu Kapitel 4

Hinweis

Diese Seite ist kein eigener Fragenkomplex im IHK-Prüfungskatalog.

Sie dient nur zum Wiederholen, Üben und Festigen der Inhalte aus Kapitel 4.

Kapitel 4 behandelt den Bereich:

Umweltschutz


Kompakte Wiederholung


1. Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb

Umweltbelastungen sind schädliche oder nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt.

Typische Umweltbelastungen im Betrieb

BereichUmweltbelastung
BüroPapierverbrauch, Stromverbrauch, Heizung, Beleuchtung
IT-ArbeitsplatzPCs, Monitore, Ladegeräte, Dockingstations
Serverraumhoher Stromverbrauch, Wärmeentwicklung, Kühlung
DruckerPapier, Toner, Tinte, Fehldrucke
HardwareElektroschrott, Akkus, Batterien, defekte Geräte
Netzwerkdauerhaft laufende Switches, Router, Access Points
LagerVerpackungen, Kartons, Plastik
TransportLieferfahrten, Dienstfahrten, Versand

Mögliche Maßnahmen

  • Strom sparen
  • Geräte ausschalten
  • Energiesparmodus nutzen
  • Papierverbrauch reduzieren
  • Abfall trennen
  • Elektroschrott fachgerecht entsorgen
  • Hardware länger nutzen
  • Verpackungen vermeiden oder recyceln
  • Umweltbelastungen im Alltag erkennen und melden

Merksatz

Auch IT-Betriebe belasten die Umwelt, vor allem durch Stromverbrauch, Hardware, Elektroschrott, Druck und Verpackungen.


2. Umweltbelastungen durch IT-Prozesse

IT-Prozesse wirken oft sauber, verursachen aber trotzdem Umweltbelastungen.

Typische IT-Prozesse mit Umweltwirkung

IT-ProzessUmweltbelastung
ServerbetriebStromverbrauch, Wärme, Kühlung
Netzwerkbetriebdauerhafter Stromverbrauch
BackupSpeicherplatz, Datenträger, Energie
DrucksystemePapier, Toner, Energie
DatenspeicherungSpeicherbedarf, Server, Kühlung
Cloud-NutzungRechenzentrum, Strom, Datenübertragung
HardwareaustauschElektroschrott, Verpackung
USV-AnlagenAkkus, Energieverluste, Wärme

USV-Anlagen

USV bedeutet unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Eine USV verbessert:

  • Verfügbarkeit
  • Datensicherheit
  • Schutz vor Stromausfall
  • geordnetes Herunterfahren von Systemen

Eine USV verursacht aber auch:

  • Stromverbrauch
  • Wärmeentwicklung
  • Akkus
  • Batterieaustausch
  • Entsorgungsaufwand

Merksatz

USV-Anlagen erhöhen die IT-Sicherheit und Verfügbarkeit, verursachen aber zusätzliche Umweltbelastungen durch Energieverbrauch und Akkus.


3. Energie- und Ressourcenverwendung

Rationelle Energie- und Ressourcenverwendung bedeutet, Energie und Materialien sparsam und sinnvoll einzusetzen.

Typische Maßnahmen

  • unnötige Gerätelaufzeiten vermeiden
  • Monitore ausschalten
  • PCs nach Feierabend herunterfahren
  • Energiesparmodus nutzen
  • Testserver nach Nutzung abschalten
  • Standby-Verbrauch reduzieren
  • energieeffiziente Hardware beschaffen
  • Virtualisierung sinnvoll einsetzen
  • Kühlung optimieren
  • Geräte länger nutzen
  • Reparatur oder Aufrüstung prüfen
  • Strom aus regenerativen Quellen nutzen

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

BegriffBedeutungBeispiel
RohstoffeGrundmaterialienMetalle, Kunststoffe, seltene Erden
Hilfsstoffeunterstützende StoffeVerpackung, Kabelbinder, Etiketten
Betriebsstoffefür den Betrieb notwendigStrom, Wasser, Kühlmittel, Toner

Merksatz

Energiesparen spart Kosten und schützt die Umwelt. Auch bei Ökostrom bleibt sparsamer Verbrauch sinnvoll.


4. Speicher- und Printmedien, Recycling und Abfallvermeidung

Speicher- und Printmedien müssen umweltbewusst und datenschutzgerecht behandelt werden.

Speichermedien

Beispiele:

  • Festplatten
  • SSDs
  • USB-Sticks
  • Speicherkarten
  • Backup-Bänder
  • CDs/DVDs
  • alte Notebooks oder Smartphones

Printmedien

Beispiele:

  • Papier
  • Ausdrucke
  • Kopien
  • Formulare
  • Toner
  • Tinte
  • Druckerkartuschen

Wichtig bei Speichermedien

Speichermedien enthalten oft vertrauliche oder personenbezogene Daten.

Deshalb gilt:

  • nicht einfach wegwerfen
  • nicht nur Datei löschen
  • sichere Löschung prüfen
  • bei sensiblen Daten Datenträger vernichten
  • fachgerecht entsorgen oder recyceln

Abfallhierarchie


1. Vermeiden
2. Wiederverwenden
3. Recyceln
4. Fachgerecht entsorgen

Merksatz

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.


5. Branchenspezifische Abfälle und Entsorgung

Branchenspezifische Abfälle sind Abfälle, die typisch für eine bestimmte Branche entstehen.

Typische IT-Abfälle

AbfallartBeispiele
ElektroschrottPCs, Monitore, Router, Switches, Drucker
DatenträgerHDDs, SSDs, USB-Sticks, Backup-Bänder
KabelNetzwerkkabel, Stromkabel, Adapter
Akkus/BatterienNotebook-Akkus, USV-Akkus, Batterien
DruckerzubehörToner, Tintenpatronen, Kartuschen
VerpackungenKartons, Folien, Styropor, Plastik
PapierAusdrucke, Dokumentationen, Fehldrucke

Wichtige Regeln

  • Abfälle getrennt sammeln
  • Behälter kennzeichnen
  • Datenträger zugriffsgeschützt lagern
  • Akkus und Batterien getrennt sammeln
  • Elektroschrott nicht in den Restmüll
  • Fluchtwege nicht als Lagerfläche nutzen
  • Serverräume nicht als Abfalllager nutzen
  • Entsorgung dokumentieren, wenn nötig

Merksatz

Bei IT-Abfällen immer an zwei Dinge denken: Umweltschutz und Datenschutz.


6. Verpackungsentsorgung, Immissionsschutz und externe Auswirkungen

Verpackungen entstehen im IT-Bereich häufig durch Hardwarelieferungen, Ersatzteile und Verbrauchsmaterial.

Duales System bei Verpackungen

Das Duale System dient der Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen.

Nicht verwechseln:

BegriffBedeutung
Duales System bei VerpackungenSammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen
Duales AusbildungssystemAusbildung im Betrieb und in der Berufsschule

Emission und Immission

BegriffBedeutungBeispiel
Emissionetwas wird von einer Quelle abgegebenServerlüfter erzeugt Lärm
Immissionetwas wirkt auf Menschen oder Umwelt einMitarbeiter hört den Lärm

Einfach gesagt:

Emission = was rausgeht.
Immission = was ankommt.


Mögliche Umweltwirkungen

Betriebliche Tätigkeiten können Auswirkungen haben auf:

  • Umwelt
  • Pflanzen
  • Tiere
  • Lebensräume
  • Boden
  • Wasser
  • Luft
  • Menschen

Beispiele

  • falsche Entsorgung belastet Boden und Wasser
  • Plastikabfall gefährdet Tiere
  • Lärm belastet Menschen und Tiere
  • Rohstoffabbau für IT-Produkte beeinflusst Lebensräume
  • Transport verursacht Emissionen

Merksatz

Auch ein IT-Betrieb hat Umweltwirkungen, direkt durch Nutzung und Entsorgung sowie indirekt durch Herstellung, Transport und Lieferketten.


7. Nachhaltigkeit, Einkauf, Lieferantenauswahl und Rechtsfolgen

Nachhaltigkeit bedeutet, langfristig verantwortungsvoll zu handeln.

Drei Bereiche der Nachhaltigkeit

BereichBedeutungBeispiel
ökologischUmwelt schützenStrom sparen, Recycling
ökonomischlangfristig wirtschaftlich handelnlanglebige Geräte kaufen
sozialMenschen berücksichtigenfaire Lieferketten, Arbeitsschutz

Nachhaltiger Einkauf

Beim Einkauf zählt nicht nur der Kaufpreis.

Wichtig sind auch:

  • Stromverbrauch
  • Lebensdauer
  • Reparierbarkeit
  • Ersatzteile
  • Garantie
  • Wartungskosten
  • Lizenzkosten
  • Entsorgungskosten
  • Verpackung
  • Lieferant
  • Sicherheitsupdates
  • Rücknahmesysteme

Total Cost of Ownership

Total Cost of Ownership bedeutet:

Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer.

Merksatz

Ein billiges Gerät kann langfristig teuer und weniger nachhaltig sein.


Lieferantenauswahl unter Nachhaltigkeitsaspekten

Mögliche Kriterien:

  • Umweltstandards
  • faire Arbeitsbedingungen
  • kurze Lieferwege
  • wenig Verpackung
  • Rücknahmesysteme
  • Reparaturservice
  • Ersatzteilverfügbarkeit
  • transparente Lieferkette
  • Zertifizierungen
  • Zuverlässigkeit
  • Datenschutz und IT-Sicherheit

Rechtsfolgen bei Nichteinhaltung

Wenn Umweltvorschriften nicht eingehalten werden, kann das Folgen haben.

Mögliche Folgen

  • Bußgelder
  • behördliche Anordnungen
  • Entsorgungspflichten
  • Schadensersatzforderungen
  • Betriebsauflagen
  • Strafverfahren bei schweren Verstößen
  • Imageschaden
  • Vertrauensverlust
  • höhere Kosten

Merksatz

Umweltschutz ist nicht freiwillig egal, sondern kann rechtliche und wirtschaftliche Folgen haben.