Klausurvorbereitung
Zusammenfassung: Schicht 4, Ports, NAT, Firewall und DMZ
Bereich: Seite 64 bis einschließlich Seite 94
Themen: Ports, TCP, UDP, QUIC, Portknocking, Portforwarding, NAT/PAT, Allowlist/Blocklist, Firewall, iptables, DMZ
1. Schicht 4 – Transportschicht
Die Schicht 4 ist die Transportschicht. Sie sorgt dafür, dass Daten nicht nur zu einem bestimmten Rechner gelangen, sondern auch zur richtigen Anwendung oder zum richtigen Dienst auf diesem Rechner.
Wichtige Themen der Schicht 4:
- Ports
- TCP
- UDP
- QUIC
- Portknocking
- Portforwarding / Destination NAT
- NAT / PAT / Source NAT
- Allowlist und Blocklist
Die IP-Adresse bestimmt den Host.
Der Port bestimmt den Dienst oder das Programm auf diesem Host.
Beispiel:
192.168.1.11:80
Das bedeutet:
Host: 192.168.1.11
Dienst/Port: 80
Port 80 steht typischerweise für HTTP.
Die Kombination aus IP-Adresse und Port nennt man Socket.
Grafik 1: IP-Adresse, Port und Socket
2. Warum braucht man Ports?
Ein Rechner kann mehrere Netzwerkprogramme gleichzeitig ausführen.
Beispiele:
- Webbrowser
- Mailprogramm
- Dateifreigabe
- Druckdienst
- Datenbankdienst
- Webserver
Nur mit der IP-Adresse weiß man zwar, welcher Rechner gemeint ist.
Man weiß aber noch nicht, welche Anwendung auf diesem Rechner gemeint ist.
Vergleich:
IP-Adresse = Adresse eines Mehrfamilienhauses
Port = Name oder Wohnung der Person im Haus
Beispiel Printserver:
10.1.1.1:9100 = Laserdrucker
10.1.1.1:9101 = Tintenstrahldrucker
10.1.1.1:9102 = Nadeldrucker
Alle Drucker haben dieselbe IP-Adresse, aber unterschiedliche Ports.
3. Schreibweise von IP-Adresse und Port
Bei IPv4 schreibt man:
IPv4-Adresse:Port
192.168.1.11:80
Bei IPv6 muss die Adresse in eckige Klammern:
[IPv6-Adresse]:Port
[2001:1234:5678:90AB:CDEF:1A2B:3C4D:5E6F]:80
Wichtig:
IP-Adresse + Port = Socket
4. Aufteilung der Ports
Ports sind in drei große Bereiche eingeteilt.
| Bereich | Portnummern | Bedeutung |
|---|---|---|
| System Ports | 0 bis 1023 | feste, bekannte Dienste |
| User Ports | 1024 bis 49151 | registrierte Anwendungsports |
| Dynamic/Private Ports | 49152 bis 65535 | temporäre Ports für kurzfristige Verbindungen |
5. Wichtige System Ports
Diese Ports sollte man für Prüfung und Praxis kennen:
| Port | Dienst | Protokoll |
|---|---|---|
| 20 / 21 | FTP | TCP |
| 22 | SSH | TCP |
| 25 | SMTP | TCP |
| 53 | DNS | meist UDP |
| 67 / 68 | DHCP | UDP |
| 80 | HTTP | TCP |
| 110 | POP3 | TCP |
| 123 | NTP | meist UDP |
| 143 | IMAP | TCP |
| 443 | HTTPS | TCP |
| 445 | SMB / Samba | TCP |
6. Wichtige User Ports
| Port | Dienst | Protokoll |
|---|---|---|
| 3128 | Squid Proxy | TCP |
| 3306 | MySQL | TCP |
| 9100 | HP-Druckerport | TCP |
| 10000 | Webmin | TCP |
7. UDP
UDP ist ein einfaches Transportprotokoll.
Eigenschaften:
- verbindungslos
- schneller als TCP
- weniger Verwaltungsaufwand
- keine eingebaute Garantie, dass Pakete ankommen
- keine eingebaute Reihenfolgekontrolle
- wird häufig genutzt, wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als perfekte Kontrolle
Typische Beispiele:
- DNS
- DHCP
- NTP
- Streaming
- VoIP
- Online-Gaming
Merksatz:
UDP ist schnell, aber nicht besonders kontrollierend.
8. TCP
TCP ist verbindungsorientiert.
Eigenschaften:
- baut eine Verbindung auf
- bestätigt empfangene Daten
- kontrolliert Reihenfolge und Vollständigkeit
- ist zuverlässiger als UDP
- erzeugt aber mehr Verwaltungsaufwand
Typische Beispiele:
- HTTP
- HTTPS
- SSH
- FTP
- SMTP
- IMAP
- POP3
- SMB
Merksatz:
TCP ist kontrollierter, aber aufwendiger.
9. TCP-Verbindungsaufbau: 3-Wege-Handshake
Beim TCP-Verbindungsaufbau werden drei Schritte genutzt.
- Client sendet SYN.
- Server antwortet mit SYN + ACK.
- Client bestätigt mit ACK.
Danach ist die Verbindung aufgebaut.
Grafik 2: TCP 3-Wege-Handshake
10. TCP-Verbindungsabbau: 4-Wege-Handshake
Beim Verbindungsabbau werden vier Schritte genutzt.
- Client sendet FIN.
- Server bestätigt mit ACK.
- Server sendet ebenfalls FIN.
- Client bestätigt mit ACK.
Danach ist die Verbindung sauber beendet.
Merksatz:
TCP-Aufbau: 3 Schritte
TCP-Abbau: 4 Schritte
11. TCP und Sicherheit
Beim TCP-Verbindungsaufbau kann es zu Angriffen kommen, zum Beispiel SYN-Flood-Angriffen.
Dabei werden viele SYN-Anfragen an einen Server gesendet.
Der Server wartet auf die abschließende Bestätigung, bekommt diese aber nicht oder nicht vollständig.
Dadurch können Ressourcen blockiert werden.
Das gehört zum Bereich Denial-of-Service beziehungsweise Distributed-Denial-of-Service.
12. QUIC
QUIC soll Vorteile von UDP und TCP kombinieren.
Eigenschaften:
- basiert technisch auf UDP
- soll schneller und moderner sein
- arbeitet immer mit Verschlüsselung
- wird besonders im modernen Web wichtig
Merksatz:
QUIC versucht, UDP-Geschwindigkeit mit TCP-ähnlicher Zuverlässigkeit und Verschlüsselung zu verbinden.
13. Portknocking
Portknocking bedeutet sinngemäß:
Erst richtig anklopfen, dann wird etwas freigegeben.
Dabei werden von außen bestimmte Ports in einer festgelegten Reihenfolge angesprochen.
Beispiel:
11.1.2.4:1111
11.1.2.4:2222
11.1.2.4:3333
Nur wenn diese Reihenfolge stimmt, löst die Firewall oder der Router ein Ereignis aus.
Beispiel aus dem Kochbuch:
Portknocking löst Wake-on-LAN aus.
Der interne Webserver startet.
Danach kann ein Zugriff erfolgen.
Vorteil:
- Dienste müssen nicht dauerhaft offen sichtbar sein.
Nachteil:
- zusätzlicher Verwaltungsaufwand
- kein Ersatz für echte Authentifizierung oder sichere Dienste
14. Portforwarding / Destination NAT
Portforwarding leitet Anfragen von außen nach innen weiter.
Ziel:
Internet -> Router/Firewall -> interner Server
Beispiel:
Externe Adresse: 11.1.2.4:80
Weiterleitung auf: 192.168.178.11:80
Oder:
11.1.2.4:81 -> 192.168.178.22:80
Dadurch können zwei interne Webserver von außen erreichbar gemacht werden, obwohl beide intern Port 80 nutzen.
Wichtig:
Die externe IP-Adresse bleibt gleich.
Die externen Ports unterscheiden, welcher interne Dienst gemeint ist.
Grafik 3: Portforwarding / Destination NAT
15. Sicherheitsproblem bei Portforwarding
Portforwarding ist praktisch, aber nicht besonders sicher.
Problem:
Von außen wird ein direkter Weg in das interne Netz geschaffen.
Das kann gefährlich sein, wenn der interne Dienst schlecht abgesichert ist.
Besser:
- möglichst kein unnötiges Portforwarding
- VPN oder Tailscale verwenden
- Dienste aktuell halten
- starke Authentifizierung nutzen
- Firewall-Regeln sauber setzen
- Zugriff einschränken
- Portforwarding eventuell mit Portknocking kombinieren
16. NAT / PAT / Source NAT
Im Alltag sagt man oft NAT.
Genauer ist bei vielen Heimroutern eigentlich PAT.
PAT bedeutet Port Address Translation.
Ziel:
Mehrere interne Geräte teilen sich eine öffentliche IP-Adresse.
Beispiel:
Interner PC: 192.168.178.11
Fritz!Box extern: 11.1.2.4
Ziel im Internet: 193.99.144.85:80
Der interne PC kann nicht direkt mit seiner privaten IP-Adresse ins Internet.
Die Fritz!Box ersetzt deshalb die interne Quelladresse durch ihre öffentliche Adresse und merkt sich den Zusammenhang in einer Tabelle.
17. Ablauf bei NAT / PAT
Beispiel:
PC möchte Webseite öffnen:
192.168.178.11:55555 -> 193.99.144.85:80
Die Fritz!Box erstellt einen Fake-Port:
11.1.2.4:60000 -> 193.99.144.85:80
Wenn die Antwort aus dem Internet zurückkommt, schaut die Fritz!Box in ihrer Tabelle nach:
11.1.2.4:60000 gehört intern zu 192.168.178.11:55555
Dann leitet sie die Antwort an den richtigen internen PC weiter.
Grafik 4: NAT / PAT / Source NAT
18. Unterschied Portforwarding und NAT/PAT
| Begriff | Richtung | Zweck |
|---|---|---|
| Portforwarding / Destination NAT | extern nach intern | Zugriff aus dem Internet auf internen Dienst |
| NAT / PAT / Source NAT | intern nach extern | interne Geräte nutzen gemeinsam eine öffentliche IP |
Merksatz:
Portforwarding: Internet möchte nach innen.
NAT/PAT: internes Netz möchte nach außen.
19. Allowlist und Blocklist
Früher sagte man Whitelist und Blacklist.
Heute sagt man besser Allowlist und Blocklist.
20. Allowlist
Grundprinzip:
Alles ist verboten, außer es steht ausdrücklich in der Allowlist.
Beispiel:
Allowlist:
web.de
Dann gilt:
web.de erlaubt
gmx.de verboten
gmail.de verboten
Vorteil:
- sehr streng
- schützt gut vor unerwünschtem Zugriff
Nachteil:
- hoher Pflegeaufwand
- neue erlaubte Seiten müssen ständig ergänzt werden
21. Blocklist
Grundprinzip:
Alles ist erlaubt, außer es steht ausdrücklich in der Blocklist.
Beispiel:
Blocklist:
gmx.de
gmail.de
Dann gilt:
web.de erlaubt
gmx.de verboten
gmail.de verboten
Vorteil:
- einfacher zu betreiben als reine Allowlist
- gut für bekannte unerwünschte Seiten
Nachteil:
- niemals vollständig
- neue gefährliche Seiten können noch fehlen
- manchmal werden Seiten gesperrt, die eigentlich erlaubt sein sollen
22. Kombination aus Allowlist und Blocklist
Praktische Lösung:
Zuerst Allowlist prüfen.
Danach Blocklist prüfen.
Beispiel:
Allowlist:
gmail.de
Blocklist:
gmx.de
gmail.de
Dann gilt:
web.de erlaubt, weil in keiner Liste verboten
gmx.de verboten, weil in Blocklist
gmail.de erlaubt, weil Allowlist Vorrang hat
Das ist oft sinnvoller als nur eine reine Allowlist oder nur eine reine Blocklist.
23. SquidGuard
SquidGuard kann Webseiten nach Kategorien filtern.
Beispiele für Kategorien:
- Dating
- Mailing
- Hacking
- Werbung
- Malware
- Glücksspiel
Das Ausrufezeichen bedeutet „nicht“ beziehungsweise „verboten“.
Beispielhafte Logik:
Allowlist !Dating !Mailing !Hacking any
Sinngemäß:
- Prüfe zuerst Allowlist.
- Wenn Treffer in Allowlist: erlauben.
- Wenn kein Treffer: prüfe verbotene Kategorien.
- Wenn Treffer in verbotener Kategorie: sperren.
- Wenn kein Treffer: erlauben.
24. Firewalls
Eine Firewall kontrolliert Netzwerkverkehr anhand von Regeln.
Sie entscheidet:
Darf dieses Paket durch?
Ja oder Nein?
Firewalls können auf verschiedenen Ebenen arbeiten:
- Host-Firewall
- Unternehmens-Firewall
- Paketfilter-Firewall
- Stateful-Packet-Inspection-Firewall
25. Personal-Firewall und Unternehmens-Firewall
| Firewall-Typ | Aufgabe |
|---|---|
| Personal-Firewall | schützt einen einzelnen PC oder Server |
| Unternehmens-Firewall | schützt ein ganzes LAN oder Teilnetze |
26. Paketfilter-Firewall
Eine Paketfilter-Firewall ist einfacher und älter.
Problem:
Bei klassischen Paketfiltern muss häufig Hinweg und Rückweg erlaubt werden.
Beispiel:
Client -> Server erlauben
Server -> Client ebenfalls erlauben
Das ist fehleranfälliger.
27. Stateful Packet Inspection Firewall
Eine SPI-Firewall merkt sich den Zustand einer Verbindung.
Vorteil:
Nur der Hinweg muss ausdrücklich erlaubt werden.
Der Rückweg wird automatisch als passende Antwort erkannt.
Das ist moderner und sicherer.
Beispiel:
Intern -> Internet erlaubt
Antwort Internet -> Intern wird automatisch erkannt
28. Steuerbare Schichten einer SPI-Firewall
Eine SPI-Firewall kann mehrere Bedingungen prüfen.
| OSI-Schicht | Prüfbares Merkmal |
|---|---|
| Schicht 2 | MAC-Adresse |
| Schicht 3 | IP-Adresse |
| Schicht 4 | TCP oder UDP |
| Schicht 5 bis 7 | Port / Anwendung |
Wichtig:
Alle angegebenen Bedingungen sind logisch UND-verknüpft.
Beispiel:
Nur diese MAC-Adresse
UND nur diese IP-Adresse
UND nur TCP
UND nur Port 22
Dann darf nur genau dieser passende Verkehr durch.
Wichtiger Merksatz:
Was nicht abgefragt wird, ist erlaubt.
Das bedeutet:
Wenn eine Regel keine MAC-Adresse prüft, ist die MAC-Adresse für diese Regel egal.
29. Firewall als Brücke zwischen intern und extern
Im Kochbuch wird die Firewall mit einer Brücke zwischen Insel und Festland verglichen.
- Insel = internes sicheres Netz
- Festland = externes unsicheres Netz
- Brücke = Firewall
- Wachmannschaft = Linux-System mit Firewall
- grüne Seite = internes Netz
- rote Seite = externes Netz
Die Firewall kontrolliert, wer von innen nach außen und von außen nach innen darf.
30. iptables: INPUT, OUTPUT und FORWARD
Bei iptables gibt es drei wichtige Regelketten.
| Regelkette | Bedeutung |
|---|---|
| INPUT | Verkehr zur Firewall selbst |
| OUTPUT | Verkehr von der Firewall selbst nach außen |
| FORWARD | Verkehr, der durch die Firewall hindurchgeleitet wird |
Grafik 5: INPUT, OUTPUT und FORWARD
31. FORWARD
FORWARD betrifft Datenverkehr, der durch die Firewall hindurchgeht.
Beispiele:
internes Netz -> Firewall -> Internet
Internet -> Firewall -> internes Netz
FORWARD ist wichtig, wenn die Firewall als Router zwischen zwei Netzen arbeitet.
32. INPUT
INPUT betrifft Datenverkehr, der direkt an die Firewall selbst gerichtet ist.
Beispiele:
Admin-PC -> Firewall per SSH
Monitoring-Server -> Firewall
Ping an Firewall
33. OUTPUT
OUTPUT betrifft Datenverkehr, der von der Firewall selbst erzeugt wird.
Beispiele:
Firewall -> NTP-Server
Firewall -> DNS-Server
Firewall -> Update-Server
34. Beispiel einfache Firewall
Beim Erstellen einer Firewall-Regel muss man sich immer fragen:
- Wo ist die Quelle?
- Wo ist das Ziel?
- Ist es INPUT, OUTPUT oder FORWARD?
- Wird TCP, UDP oder ICMP genutzt?
- Welcher Port wird genutzt?
- Ist die IP-Adresse ein einzelner Host oder ein ganzes Netz?
- Muss eine Subnetzmaske angegeben werden?
- Soll zusätzlich die MAC-Adresse geprüft werden?
Wichtig:
ICMP hat keinen Port.
35. iptables-Syntax aus dem Kochbuch
Beispielhafte Regeln:
$FT $MP -s 192.168.2.0/24 -d 192.168.1.2 --dports 80,3128 $R
$IT $MAC 1A:2B:3C:4D:5E:6F -s 192.168.2.2 -d 192.168.2.1 --dport 22 $R
$OU -s 192.168.1.1 -d 192.168.1.2 --dport 123 $R
Bedeutung:
| Kürzel / Option | Bedeutung |
|---|---|
| FT | FORWARD TCP |
| IT | INPUT TCP |
| OU | OUTPUT UDP |
| MP | Multiport, also mehrere Ports |
| -s | Source / Quelle |
| -d | Destination / Ziel |
| --dport | ein Ziel-Port |
| --dports | mehrere Ziel-Ports |
| MAC | MAC-Adresse zusätzlich prüfen |
| ACCEPT | Regel erlaubt den Verkehr |
| DROP | Paket wird verworfen |
36. Catch-all-Regel
Am Ende steht häufig:
iptables -A INPUT -j DROP
iptables -A OUTPUT -j DROP
iptables -A FORWARD -j DROP
Bedeutung:
Alles, was vorher nicht ausdrücklich erlaubt wurde, wird verboten.
Das ist ein sehr wichtiges Firewall-Prinzip.
Merksatz:
Erst erlauben, was gebraucht wird.
Dann alles andere blockieren.
37. Praktische Umsetzung einer einfachen Firewall
Für das einfache Beispiel braucht man:
- Linux-PC
- zwei Netzwerkkarten
- Root-Rechte
- iptables-Skript
- passende IP-Adressen auf den Netzwerkkarten
Beispiel:
Netzwerkkarte 1: 192.168.1.1
Netzwerkkarte 2: 192.168.2.1
Typische Befehle:
sudo -s
chmod 755 alle.sh
./alle.sh
38. DMZ – Demilitarisierte Zone
Eine DMZ ist ein separates Zwischennetz.
Sie wird genutzt für Server, die sowohl von intern als auch von extern erreichbar sein sollen.
Beispiele:
- Webserver
- Mailserver
- DNS-Server
- Reverse Proxy
Die DMZ liegt nicht direkt im internen LAN.
Ziel:
Wenn ein öffentlicher Server angegriffen wird, soll nicht direkt das interne LAN betroffen sein.
39. DMZ-Farben
Typische Darstellung:
| Bereich | Farbe |
|---|---|
| Internes LAN | grün |
| Externes Netz / Internet | rot |
| DMZ | orange |
40. Zwei-stufiges DMZ-Konzept
Das zwei-stufige Konzept nutzt zwei Firewalls.
Aufbau:
Internet -> Firewall 1 -> DMZ -> Firewall 2 -> internes LAN
Vorteile:
- sicherer
- doppelte Verteidigungslinie
- in IHK-Prüfungen oft bevorzugt
Nachteile:
- aufwendiger
- zwei Firewalls
- zwei Regelwerke
- Routing muss sauber geplant werden
Merksatz:
Zwei-stufige DMZ = sicherer, aber aufwendiger.
41. Ein-stufiges DMZ-Konzept
Das ein-stufige Konzept nutzt eine Firewall mit drei Netzwerkkarten.
Aufbau:
Internes LAN
|
Firewall mit 3 Netzwerkkarten
|
Internet
|
DMZ
Vorteile:
- weniger Aufwand
- nur eine Firewall
- nur ein Regelwerk
Nachteile:
- weniger sicher als zwei-stufiges Konzept
- nur eine Verteidigungslinie
Merksatz:
Ein-stufige DMZ = einfacher, aber unsicherer.
Grafik 6: Ein-stufige DMZ mit drei Netzwerkkarten
Grafik 7: Zwei-stufige DMZ
42. Komplexere Firewall mit DMZ
Im komplexeren Beispiel wird eine Linux-Maschine mit drei Netzwerkkarten als Firewall eingesetzt.
Beispielhafte Netze:
Externes Netz: 192.168.1.0/24
Internes Netz: 192.168.2.0/24
DMZ: 192.168.3.0/24
Die Firewall hat dann zum Beispiel:
1. Netzwerkkarte: 192.168.1.1
2. Netzwerkkarte: 192.168.2.1
3. Netzwerkkarte: 192.168.3.1
Regeln können dann zum Beispiel erlauben:
- internes Netz darf Web/Proxy nach extern nutzen
- interner Host darf per SSH auf Firewall
- interner Admin-PC darf per SSH auf DMZ-Server
- internes Netz darf DNS-Server in der DMZ nutzen
- Firewall darf NTP nach außen nutzen
Alles andere wird durch DROP verworfen.
43. Prüfungssichere Merksätze
IP-Adresse = welcher Host?
Port = welcher Dienst?
Socket = IP-Adresse + Port
TCP = verbindungsorientiert und zuverlässig
UDP = verbindungslos und schnell
QUIC = modernes Protokoll auf UDP-Basis mit Verschlüsselung
Portforwarding = von außen nach innen
NAT/PAT = von innen nach außen über eine gemeinsame öffentliche IP
Allowlist = alles verboten außer erlaubt
Blocklist = alles erlaubt außer verboten
SPI-Firewall = merkt sich Verbindungszustände
INPUT = zur Firewall selbst
OUTPUT = von der Firewall selbst
FORWARD = durch die Firewall hindurch
DMZ = separates Zwischennetz für öffentlich erreichbare Server
Zwei-stufige DMZ = sicherer, aber aufwendiger
Ein-stufige DMZ = einfacher, aber unsicherer
44. Mini-Vergleich: wichtigste Begriffe
| Begriff | Kurz erklärt |
|---|---|
| Port | Nummer für Dienst oder Anwendung |
| Socket | Kombination aus IP-Adresse und Port |
| TCP | zuverlässige Verbindung mit Aufbau und Abbau |
| UDP | schnelle, verbindungslose Übertragung |
| QUIC | modernes, verschlüsseltes Protokoll auf UDP-Basis |
| Portknocking | richtige Port-Reihenfolge löst Ereignis aus |
| Portforwarding | externer Port wird auf internen Dienst weitergeleitet |
| NAT/PAT | interne Geräte teilen sich öffentliche IP-Adresse |
| Allowlist | nur ausdrücklich Erlaubtes ist erlaubt |
| Blocklist | alles erlaubt außer ausdrücklich Verbotenem |
| Firewall | kontrolliert Netzwerkverkehr anhand von Regeln |
| SPI | Stateful Packet Inspection, merkt sich Verbindungen |
| INPUT | Pakete zur Firewall |
| OUTPUT | Pakete von der Firewall |
| FORWARD | Pakete durch die Firewall |
| DMZ | separates Netz für Dienste zwischen intern und extern |
45. Typische Prüfungsfrage: Was ist der Unterschied zwischen NAT und Portforwarding?
NAT/PAT wird genutzt, wenn interne Geräte ins Internet wollen.
Dabei ersetzt der Router die private Quelladresse durch seine öffentliche IP-Adresse und merkt sich die Verbindung über Ports.
Portforwarding wird genutzt, wenn externe Geräte aus dem Internet auf einen internen Dienst zugreifen sollen.
Dabei wird ein externer Port auf eine interne IP-Adresse und einen internen Port weitergeleitet.
Kurz:
NAT/PAT: innen -> außen
Portforwarding: außen -> innen
46. Typische Prüfungsfrage: Warum ist eine DMZ sinnvoll?
Eine DMZ trennt öffentlich erreichbare Server vom internen LAN.
Wenn ein Webserver in der DMZ angegriffen oder kompromittiert wird, liegt er nicht direkt im internen Netz.
Dadurch wird das interne LAN besser geschützt.
Kurz:
DMZ = Sicherheitszone zwischen Internet und internem LAN.
47. Typische Prüfungsfrage: Warum ist eine SPI-Firewall besser als ein einfacher Paketfilter?
Eine SPI-Firewall merkt sich den Zustand einer Verbindung.
Wenn ein interner Client eine Verbindung nach außen aufbaut, erkennt die Firewall die passende Antwort automatisch.
Man muss den Rückweg nicht separat freigeben.
Kurz:
Paketfilter: Hinweg und Rückweg oft manuell regeln.
SPI-Firewall: Hinweg erlauben, Rückweg wird passend erkannt.
48. Typische Prüfungsfrage: Was bedeutet „Default DROP“?
Default DROP bedeutet:
Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, wird verworfen.
Das ist ein sicheres Firewall-Grundprinzip.
Man erstellt zuerst die notwendigen Erlaubnisregeln.
Am Ende wird alles andere blockiert.
49. Gesamtbild
Die Seiten 64 bis 94 zeigen den Übergang von der Transportschicht zur praktischen Netzwerksicherheit.
Erst wird erklärt, wie Dienste über Ports unterschieden werden.
Danach wird gezeigt, wie TCP, UDP und QUIC arbeiten.
Anschließend geht es darum, wie Verbindungen nach innen oder außen weitergeleitet werden.
Zum Schluss werden Firewalls, iptables-Regeln und DMZ-Konzepte erklärt.
Das zentrale Prinzip lautet:
Netzwerkkommunikation muss adressiert, unterschieden, kontrolliert und abgesichert werden.